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Mini-Drohne gegen Insekten: „Vollständige Ausrottung von Mücken”


In Kürze:

  • Das Startup Tornyol Systems entwickelt eine Drohne, die Stechmücken den Kampf ansagt.
  • In einem Test konnte das Fluggerät zumindest eine Motte erfassen und ausschalten.
  • Schon jetzt bietet das Unternehmen die Drohne zur Vorbestellung an.
  • Zweifel bestehen jedoch aufgrund der Zielerkennung und der geringen Akkulaufzeit.

 
Die Anwendungsbereiche von Drohnen sind inzwischen breit gefächert. Sie dienen der Hobbynutzung, aber auch verschiedenen Überwachungs- und Beobachtungsaufgaben. Ebenso finden sie zunehmend bei Militär- und Kampfeinsätzen Verwendung.
Das US-amerikanische Startup-Unternehmen Tornyol Systems hat nun auch bestimmten Mücken den Kampf angesagt – ohne den Einsatz von Chemikalien. Dafür nutzt es Drohnentechnologie.
In vielen Ländern sind Mücken wie Moskitos Überträger von gesundheitsgefährdenden und tödlichen Krankheiten. Das Unternehmen weist auf seiner Webseite darauf hin, dass diese kleinen Tiere „jedes Jahr mehr als 700.000 Menschen töten – mehr als alle aktuellen Kriege“.
Laut der Forschungsplattform „Our World in Data“ sterben jährlich rund 760.000 Menschen an den Folgen von Mückenstichen. Zu den verbreitetsten Krankheiten gehören Malaria, Zika-, Dengue- und Gelbfieber.

Erfolgreicher Test gegen eine Motte

In einem kürzlich veröffentlichten Clip zeigt Tornyol-Geschäftsführer Alex Toussaint den ersten erfolgreichen Test, bei dem eine autonome Mikrodrohne eine fliegende Motte erfasste und ausschaltete. Auf X teilte er dazu mit:
„Dies ist ein großer Schritt auf dem Weg zur vollständigen Ausrottung von Mücken.“
Die rund 40 Gramm leichte Drohne erkannte die Motte, steuerte auf sie zu und kollidierte mit ihr. Dadurch wurde das Insekt getötet. Die Drohne schoss dabei nichts auf die Motte ab, sondern nutzte ihre Propeller für die Kollision. Ein vorangegangener Test in einem großen Büroraum erfolgte mit einem Tischtennisball, der an einem Faden hing. Die Testdrohne steuerte mehrfach auf das Objekt zu.

So soll die Anti-Mosquito-Drohne aussehen.

Foto: Bildschirmfoto Tornyol

380 Mikrofone erstellen ein Lagebild

Auch wenn der Versuch geglückt ist, ist zu bedenken, dass die Testbedingungen nicht der Realität entsprachen. Der Test fand in einem windstillen Raum statt.
In der Natur müsste die Drohne hingegen deutlich mehr Parameter berücksichtigen, etwa Wind, andere Wettereinflüsse sowie verschiedene Geräusche. Dieser Sprung in die Außenwelt erfordert vermutlich noch weitere Entwicklungsarbeit.
Das Unternehmen hat in seine Drohnen eine spezielle Ultraschall-Basisstation integriert. Diese besitzt 380 Mikrofone, die die Umgebung „wahrnehmen“. Ein Computerchip verarbeitet die aufgenommenen Informationen. Das System erstellt infolgedessen eine 3D-Karte.
Laut dem Portal „Techradar“ kann die Drohne ihr Ziel in Echtzeit bis zu einer Entfernung von etwa 8 Metern erkennen und verfolgen. Hat sie eine Mücke erkannt, steuert sie darauf zu.

Unternehmen bietet Drohne bereits an

Obwohl sich die Drohne noch in der Testphase befindet und keine Marktreife besitzt, bietet das Unternehmen sie bereits öffentlich zum Vorverkauf an. Interessenten können das Fluggerät entweder zum vollen Kaufpreis von 1.100 Dollar (967 Euro) erwerben oder in Raten für 50 Dollar pro Monat ab Erhalt bezahlen. Beide Angebote beinhalten künftige Software-Updates.
In den USA ist die Auslieferung für das kommende Jahr geplant. Im Rest der Welt hängt die Zustellung von den jeweiligen behördlichen Genehmigungen ab.

Es bestehen noch Zweifel

Noch ist fragwürdig, wie praxistauglich die Tornyol-Drohne im Alltag sein wird. Einerseits müsste das Unternehmen sicherstellen, dass die Sensoren nur solche Fluginsekten als Angriffsziel erkennen, die eine Bedrohung für Menschen darstellen. Nützliche Insekten wie Bienen sollten die Drohnen nicht ins Visier nehmen.
Zudem ist es gar nicht nötig, alle Stechmücken der Welt auszurotten. Von den rund 3.500 bekannten Arten stechen nur etwa 100 den Menschen. Und nur fünf Arten sind für etwa 95 Prozent der Infektionen beim Menschen verantwortlich.
Ein weiterer Nachteil der Drohne ist die kurze Akkulaufzeit. Laut dem Unternehmen verfügt das Gerät über eine Hochleistungsbatterie. Diese reicht jedoch nur für drei Minuten Flugzeit. Kurz bevor der Akku leer ist, soll das Fluggerät automatisch zu seiner Ladestation zurückkehren. Bevor die Drohne wieder mit vollem Akku einsatzbereit ist, benötigt sie eine Ladezeit von rund 30 Minuten.
Inwieweit die Drohne in Gebieten mit Stechmücken eingesetzt werden kann und ob sie künftig die Zahl der Todesfälle durch von Stechmücken übertragene Krankheiten reduzieren kann, bleibt abzuwarten.
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Der Unterschied zwischen Islamismus und Islam

As-salamu alaikum – der Friede sei mit Euch. Mit diesem Wunsch begrüßen sich muslimische Gläubige. Und in Sure 109 im Koran heißt es: „Ihr habt Eure Religion und ich habe meine.“ Gelegentlich ist es nötig, dass sich alle, ob Christen, Juden oder Muslime, an diese Aussage der Heiligen Schrift der Muslime erinnern. Doch immer wieder gibt es Fanatiker, die Unfrieden zwischen den Religionsgemeinschaften säen wollen, indem sie die Friedfertigkeit ihres Glaubens verdrehen, um damit eine Ausschließlichkeit ihrer Religion begründen zu wollen.

Hinter der Einstufung des Anschlags auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) als „islamistisch“ steht die Tatsache, dass der Attentäter Abdul Ballout den Behörden seit November 2025 offiziell als islamistischer Gefährder bekannt war und als gewaltbereit eingeschätzt wurde. Diese Einstufung stützte sich auf die polizeiliche Erkenntnis, dass der Täter mehrfach versucht hatte, Deutschland zu verlassen, um sich in Syrien einer der nach wie vor existierenden Zellen der islamistischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) anzuschließen.

45 Prozent finden, dass Islam nicht zu Deutschland passt

Der letzten Studie zum Thema „Passt der Islam zu Deutschland?“ zufolge, die im Jahr 2021 von der Alice-Schwarzer-Stiftung beim Allensbach-Institut in Auftrag gegeben wurde, gaben nur 5 Prozent von den rund 1.000 Befragten an, dass sie dieser These „ohne Einschränkung zustimmten“. 45 Prozent sagten, der Islam „passt gar nicht zu Deutschland“ und 44 Prozent stimmten zu, dass „nur friedliche Formen des Islam“ als Teil der deutschen Gesellschaft akzeptabel seien

Dennoch steht laut dieser Studie „für die große Mehrheit die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit nicht zur Debatte“. Der  „Tagesspiegel“-Kolumnist Sebastian Leber glaubte 2025, wer nicht zwischen Islam und Islamismus unterscheidet, sei „Teil des Problems“. Und weiter: „Viele Deutsche schaffen es immer noch nicht, zwischen einer Religion und einer menschenverachtenden Ideologie zu trennen.“ Worin aber liegt der Unterschied?

Muhsin Hendricks war ein südafrikanischer Imam und Aktivist, der als weltweit erster offen homosexueller Imam galt und eine inklusive Gemeinde in Kapstadt leitete. Er wurde im Februar 2025 im Alter von 58 Jahren in Südafrika erschossen.

Foto: Jens Büttner/dpa

Was ist Islamismus?

An dieser Stelle sei einmal keine westliche Expertenmeinung zitiert, sondern eine authentische muslimische Quelle aus den Vereinigten Arabischen Emiraten: Im Nachrichtenportal „Al-Ittihad“ erklärte vor einem halben Jahr der muslimische Geistliche Imam Mohammad Tawhidi: Der Islam sei eine  Religion, „in deren Mittelpunkt der Glaube an Gott, moralische Verantwortung und gemeinschaftliche Gottesverehrung stehen“.

Der Islamismus hingegen stelle laut Tawahidi „eine Abkehr von diesem spirituellen Rahmen dar. Er entstand als ideologische Reaktion auf Kolonialismus, Moderne und säkularen Nationalismus und verwandelte den Islam von einem persönlichen Glauben in ein umfassendes politisches Projekt.“

Der Islamismus strebe die Errichtung eines islamischen Staates an, „der ausschließlich nach seiner Auslegung der Scharia [islamisches Recht] regiert wird, und lehnt dabei oft Pluralismus, rechtliche Vielfalt und die Trennung religiöser Autorität von politischer Macht ab“. Auf diese Weise stelle er die Religion „eher als Instrument für eine politische Herrschaftsform dar, denn als moralische Orientierung“.

Die Rolle der Muslimbruderschaft

Der Islamismus habe sich laut Ima Tawhidi im 20. Jahrhundert besonders unter dem Einfluss von Extremisten wie Sayyid Qutb entwickelt. Der ägyptische Journalist Qutb (1905 – 1966) war laut Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) „der wichtigste Vordenker der Muslimbruderschaft“. Während eines Aufenthalts in den USA habe Qutb „starke anti-westliche Tendenzen“ entwickelt.

Er führte den vermeintlichen moralischen Verfall der arabischen Gesellschaften auf „den Modernismus westlichen Typs“ zurück und erklärte in seinen Publikationen „diejenigen Muslime, die modernen Ideen anhängen, für Ungläubige“. Qutbs Denkweise „bildet die Grundlage für Attentate und terroristische Anschläge“, so die KAS. Qutb wurde 1966 auf Veranlassung des ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Muslimbruderschaft gilt in Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Bahrain, Syrien und in Jordanien als terroristische Organisation und ist dort verboten.

Ableger: Al-Kaida und IS

Der islamische Geistliche Mohammad Tawhidi erklärt zur 1928 gegründeten Muslimbruderschaft: Diese habe „eine ausdrücklich expansionistische Vision des politischen Islam“ vertreten. Bereits der Gründer Hassan al-Banna habe die Ansicht vertreten, „dass der Islam das öffentliche Leben dominieren und seine rechtliche und politische Ordnung weltweit durchsetzen müsse“. Die Bruderschaft habe sich im Laufe der Zeit zu einer Ausgangsbewegung entwickelt, „aus der zahlreiche extremistische Ableger hervorgegangen seien, darunter Al-Kaida und der IS“.

Und Tawahidi stellt klar:

„

„Was die gesellschaftliche Perspektive betrifft, hat der Islam historisch gesehen seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, mit religiösen Minderheiten zu koexistieren und Vielfalt innerhalb seiner rechtlichen und theologischen Traditionen zu berücksichtigen.“

Der Islamismus hingegen vertrete „eine binäre Weltanschauung, die die Gesellschaft in Gläubige und Ungläubige oder in islamische und ‚heidnische‘-Staaten unterteilt, ideologische Konformität fordert und oft Ausgrenzung legitimiert.“ Der Islamismus strebe „die Verschmelzung von Religion und Staatsmacht an.

Insofern sei der Islamismus „kein Ausdruck religiöser Hingabe, sondern eine politische Ideologie“, die versuche, ihre Legitimität durch eine religiöse Sprache zu erlangen. Kritikern, die keinen Unterschied zwischen Islamismus und Islam machen wollen, hält der Geistliche entgegen, sie würden „die historische Vielfalt islamischer Regierungsformen und die seit Langem bestehende Pluralität des muslimischen Rechts- und politischen Denkens“ übersehen.

Gelingt keine Unterscheidung, gewinnen die Extremisten

Imam Tawahide ist davon überzeugt, dass der Islamismus „eine moderne ideologische Verzerrung ist, die die Religion für politische Zwecke instrumentalisiert“. Und er mahnt, dass eine Unterscheidung zwischen Religion und Ideologie „unerlässlich“ ist, um „die Religionsfreiheit zu bewahren und extremistischen Bewegungen wirksam entgegenzuwirken“. Wenn dies nicht gelinge, werde der Islam nicht nur falsch dargestellt, sondern es würden auch „Spaltung und Missverständnisse“ aufrechterhalten, die letztlich nur den Extremisten dienen.

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Kaffee als Superfood? Was Forscher jetzt im Darm von Kaffeetrinkern entdeckten

Forscher am University College Cork untersuchten, wie Kaffee die sogenannte Darm-Hirn-Achse – die Wechselwirkung zwischen Verdauung und Gehirn – beeinflusst. An der Studie nahmen 62 gesunde Erwachsene in Irland teil. Eine Hälfte der Gruppe trank täglich drei bis fünf Tassen koffeinhaltigen Kaffee, während die andere Hälfte, die keinen Kaffee trank, als Vergleichsgruppe diente.

Über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg erfassten die Wissenschaftler neben kognitiven Funktionen, Stimmung, Stressniveau und Schlaf auch Entzündungswerte sowie die genaue Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms.

Bei der Auswertung stießen die Forscher auf deutliche Unterschiede: In der Kaffeegruppe hatten sich bestimmte Bakterienarten wie Cryptobacterium curtum und Eggerthella messbar vermehrt. Diese Mikroben spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, etwa beim Recyceln von Gallensäuren für die Fettverdauung.

Diese positiven Veränderungen im Darm gingen Hand in Hand mit einer besseren Stimmung, gesteigerter Denkleistung und einer gestärkten Immunabwehr. Interessant war zudem der Vergleich mit entkoffeiniertem Kaffee: Während das Koffein vor allem für die unmittelbaren Effekte auf Gehirn und Stimmung verantwortlich war, zeigten sich die positiven Auswirkungen auf die Darmgesundheit bei beiden Kaffeevarianten gleichermaßen.

Was passiert im Darm?

In unserem Darm leben Billionen mikroskopisch kleiner Lebewesen – sie bilden das sogenannte Darm-Mikrobiom. Diese Bakterien helfen nicht nur bei der Verdauung, sondern spielen auch für unser Immunsystem und unsere allgemeine Gesundheit eine wichtige Rolle. Je vielfältiger und ausgewogener die Bakterienmischung im Darm ist, desto besser ist es im Allgemeinen für die Gesundheit.

Wenn wir Kaffee trinken, geschieht Folgendes:

  • Nützliche Bakterien vermehren sich: Kaffee fördert gezielt das Wachstum von bestimmten „guten“ Darmbakterien (wie den sogenannten Bifidobakterien).
  • Entzündungshemmende Stoffe entstehen: Die Bakterien verarbeiten die Inhaltsstoffe des Kaffees und stellen dabei nützliche Fettsäuren her. Diese dienen der Darmwand als Energiequelle und werden mit dem Schutz vor Entzündungen in Verbindung gebracht.

Nicht das Koffein ist entscheidend, sondern die Pflanze

Dass entkoffeinierter Kaffee im Darm ähnlich gut wirkt wie koffeinhaltiger, zeigt: Nicht das Koffein ist für diese Effekte verantwortlich, sondern andere Inhaltsstoffe der Kaffeebohne.

Dazu gehören vor allem:

  • Pflanzliche Schutzstoffe (Polyphenole): Kaffeebohnen enthalten viele natürliche Antioxidantien. Unser Körper nimmt diese im Magen und Dünndarm nur zu einem kleinen Teil auf. Sie wandern weiter in den Dickdarm und dienen dort den nützlichen Bakterien als Nahrung.
  • Lösliche Ballaststoffe: Beim Aufbrühen von Kaffee lösen sich kleine Mengen an Ballaststoffen aus der Bohne, die ebenfalls die Darmflora unterstützen.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die Ergebnisse zeigen, dass der gesundheitliche Wert von Kaffee für den Darm in den Inhaltsstoffen der Bohne selbst liegt. Für alle, die Koffein nicht gut vertragen – etwa weil sie davon Herzklopfen bekommen, nervös werden oder schlecht schlafen –, ist das eine hervorragende Nachricht.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die pflanzlichen Wirkstoffe der Kaffeebohne stärken gezielt die guten Darmbakterien.
  • Auch entkoffeinierter Kaffee liefert diese präbiotischen Bausteine.
  • Die Darmflora profitiert von den Antioxidantien der Bohne – völlig unabhängig vom Koffeingehalt.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Hitze ist kein Damoklesschwert: 12 Tipps für Auto und Fahrer


In Kürze:

  • Bei sonnigen 30 Grad Celsius können es im Auto schnell 50 °C oder mehr werden. Das macht Mensch und Maschine zu schaffen.
  • Lack, Reifen, Motor und Batterie leiden still, dennoch geht der Schutz des Lebens vor Schutz des Materials.
  • Etwas Pflege vorab und einfache Maßnahmen während der nächsten Hitzewelle können die Belastung zuverlässig reduzieren.
  • Geschickte Parkplatzwahl und cleveres Lüften helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren.
  • Ladung nicht vergessen: Bei 35 °C entwickelt Käse eine ganz neue Geruchsnote und auch Brillen können Schaden nehmen.

 
30 – 50 – 70 sind keine Idealmaße, sondern eine geradezu brandheiße Warnung an alle Autofahrer und Fahrzeughalter: Bei sonnigen 30 °C Außentemperatur kann es im Auto schnell 50 °C heiß werden. Dunkle Flächen am, im und um das Auto können sich noch deutlich stärker aufheizen.
Lack und Straßenoberfläche, aber auch Armaturenbrett, Lenkrad, Sitze und Gurte samt Gurtschlössern können so Temperaturen erreichen, die ausreichen, um Eier zu braten. Das ist nicht nur ein Verletzungsrisiko, sondern auch eine Gefahr für die Haltbarkeit des mobilen Untersatzes.
Oft lassen sich Schäden mit einfachen Mitteln vorbeugen oder zumindest verringern. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel. Zuallererst gilt es jedoch, die Insassen zu schützen:

Schutz des Lebens vor Schutz des Materials

Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen sinken die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit bei über 35 °C im Fahrzeuginnern auf ein Niveau, das einem Blutalkoholpegel von 0,5 Promille entspricht. Dadurch steige das Unfallrisiko um rund 20 Prozent bezogen auf „optimale 22 °C“.
Sommerliche Temperaturen, insbesondere in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit, machen zudem dem Kreislauf zu schaffen. Hier kann eine funktionierende Klimaanlage im Zweifelsfall Leben retten. Die Temperatur sollte laut TÜV SÜD jedoch nicht mehr als 8 °C unter der Außentemperatur liegen, sonst drohten beim Aussteigen Kreislaufbeschwerden und Erkältungen. Ferner empfiehlt es sich, nicht dringende Fahrten zu vermeiden oder in die kühleren Morgenstunden zu verlegen.
Auch Haustiere leiden unter hohen Temperaturen, da sie nicht wie wir schwitzen können. Typische Warnzeichen eines drohenden Hitzschlags bei Tieren sind starkes Hecheln, übermäßiger Speichelfluss und Erbrechen, sowie Unruhe und Taumeln.
Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Unser Körper verfügt über verschiedene Methoden, um die Temperatur zu regulieren.

Foto: ts/Epoch Times nach ttsz/iStock

Besonders im stehenden Auto genügen dabei mitunter Minuten, um einen medizinischen Notfall auszulösen. Lassen Sie daher keine Mitfahrer, egal ob Zwei- oder Vierbeiner, im geschlossenen Auto zurück. Auch nicht, wenn Sie „nur mal schnell etwas holen“ oder auf die Toilette müssen.
Schon wenige Minuten in der Sonne lassen die Temperaturen im Auto in die Höhe Schnellen. Offene Fenster helfen dagegen kaum.

Schon wenige Minuten in der Sonne lassen die Temperaturen im Auto in die Höhe schnellen. Offene Fenster helfen dagegen kaum.

Sollten Sie in die Situation kommen und ein Kind oder ein Tier in einem offensichtlich überhitzten Fahrzeug entdecken, wählen Sie den Notruf. Das Einschlagen einer Scheibe ist nicht empfehlenswert, kann aber im Notfall gerechtfertigt sein, wenn ausdrücklich keine andere Rettungsmöglichkeit besteht. Denken Sie dabei auch an die Gefahr von Glassplittern für Sie und die zu rettende Person oder das Tier. Dokumentieren Sie den Vorgang, um unnötigen Ärger zu vermeiden.

Die Sache mit dem Käse – Ladung nicht vergessen!

Zu heiß werden kann es im Auto auch für die Ladung. Besonders wärmeanfällig sind Medikamente, wobei – unter anderem – Augentropfen und Insulin erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. Problematisch ist hier in erster Linie, dass Arzneimittel ihre Wirkung teilweise oder gänzlich verlieren können, ohne dass dies sichtbar wird. Medikamente sollten am besten in Kühlbehältern transportiert und nicht im Auto gelassen werden.
Asthmasprays zählen ebenfalls zur Kategorie der empfindlichen Medikamente, sind jedoch auch aufgrund ihrer Eigenschaften als Spray gefährdet. Sprühdosen stehen unter Druck. Jenseits von 50 °C steigt dieser so weit, dass die Behälter Schaden nehmen oder bersten können. Für viele Deodorants sowie Haar-, Sonnen- und Insektensprays besteht dasselbe Risiko. Auch klassische Feuerzeuge stehen unter Druck und gehören daher nicht in ein überhitztes Fahrzeug.
Dass Schokolade bei 60 °C sprichwörtlich zerfließt, sollte bekannt sein. Auch viele andere Lebensmittel mögen Wärme nicht – Bakterien dafür umso mehr. Kühltaschen können hier Abhilfe schaffen, aber glauben Sie mir: Wer im Sommer einmal Weichkäse gekauft hat und dann „noch kurz“ ein paar Besorgungen machen musste, vergisst den Geruch, der auch Wochen später noch im Auto haftet, nie wieder.

Brandgefahr durch Ballast

Und dann sind da noch die diversen Gegenstände, die bewusst oder unbewusst im Auto mitgeführt werden: Getränkeflaschen, Brillen, Powerbanks.
Bezüglich ersterer kursieren verschiedene Warnungen. Nicht alle sind berechtigt und belegt. So spielen Bakterien und Keime bei ungeöffneten Flaschen im Regelfall keine Rolle, da sie erst mit dem ersten Schluck an den Flaschenhals gelangen. Glasflaschen, die wegen der Verletzungsgefahr nicht zum Trinken während der Fahrt empfohlen werden, und volle Plastikflaschen können Licht bündeln. Spektakuläre Brände sind indes selten, eher entstehen Schmorspuren. Wer Getränke mitnimmt, wenn er das Auto verlässt, umgeht beide Risiken.
Brillengläser sind nichts anderes als Linsen; im Brillenetui sind sie jedoch dahingehend harmlos. Dennoch können Beschichtungen und Vergütungen unter übermäßiger Wärme leiden. Dadurch entstehen feinste Risse, die Brille wird milchig oder sie verliert stellenweise ihre Zusatzfunktionen wie Verdunklung oder Entspiegelung. Das bedingt kühlere Handschuhfach oder die geschlossene Mittelkonsole sind daher für Brillen besser geeignet als offene Ablagen auf dem Armaturenbrett.
Ähnlich wie Medikamente haben auch Batterien ein ideales Temperaturfenster. Für Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) liegt dieses je nach Quelle zwischen 5 und 40 °C. Jenseits dieser Temperaturen laufen chemische Prozesse anders ab, als vorgesehen. Wärme allein zerstört die meisten Akkus nicht, beschleunigt jedoch ihre Alterung. In der Folge sinken Leistung, Kapazität und Lebensdauer.
Thermisches Durchgehen (Thermal Runaway) und Brände sind hingegen selten und stehen oft im Zusammenhang mit weiteren Belastungen wie Vorschäden oder gleichzeitigem Laden; dennoch sind dies Gründe, digitale Endgeräte wie Smartphones, Kameras und Laptops sowie Powerbanks und Werkzeugakkus nicht im Auto zu lassen – zusätzlich zum Diebstahlschutz.
Was für kleine Batterien gilt, gilt prinzipiell auch für große. Welche Schäden Starter- oder Antriebsbatterien nehmen und wie Sie sie schützen können, dazu gleich mehr.

Wie Wärme alten und neuen Autos zu schaffen macht

Zunächst zur Karosserie. Der Sonne beziehungsweise einem Übermaß an Sonne ausgesetzte Lacke bleichen mit der Zeit aus, besonders die Lacke vieler Oldtimer. Im schlimmsten Fall führt die hohe UV-Belastung zu einem Ablösen des Klarlacks. Ein Phänomen, das nicht auf das automobile Kulturerbe beschränkt ist.
Die gute Nachricht lautet, dass das Blech zunächst weiterhin geschützt ist. Die schlechte Nachricht ist, dass es nicht mehr schön aussieht und sich das Lacksterben auf die weiteren Lackschichten ausdehnen kann. Da hier vor allem die UV-Strahlung eine Rolle spielt, kann bereits das Parken im Schatten dem Aussehen des eigenen Autos helfen.
Doch allein mit einem guten Parkplatz ist es nicht getan: Vogelkot, Blütenstaub oder verendete Insekten brennen sich bei über 70 °C sprichwörtlich in den geschwächten Lack – auch im Innenraum. Regelmäßiges Reinigen hilft hier Wunder. Aber bei hohen Außentemperaturen und Sonne gilt es, den abrupten Temperaturschock mit kaltem Waschwasser auf dem Lack zu vermeiden. Greifen Sie daher am besten morgens zu Eimer mit Wasser und Lappen, um Anhaftungen schonend zu entfernen.
Besonders betroffen von zu viel UV-Belastung sind auch einige Cabrio-Stoffverdecke. Sie können unschön ausbleichen, ihre Nähte können schrumpfen und letztlich undicht werden. Bekannt dafür sind das Käfer-Cabrio und der Triumph TR6. Wie beim Lack gilt: Neuere Modelle sind oft weniger empfindlich, aber nicht immun.
Auch Gummidichtungen verhärten unter zu viel Sonne, werden spröde und schrumpfen. Bei Oldtimern, bei denen die Heckscheiben beispielsweise noch nicht verklebt sind, kann dies zum Wassereintritt in den Kofferraum führen. In beiden Fällen – Schutz vor Sonne und Schutz vor Regen – hilft ein überdachter Stellplatz.

Vorbeugen ist die beste Pflege

Den Scheiben können weder hohe Temperaturen noch UV-Strahlung etwas anhaben, doch auch hier lauert Gefahr. Wenn im Winter die Luft aus der voll aufgedrehten Heizung auf einen Steinschlag in der eiskalten Scheibe trifft, können die Spannungen so groß werden, dass sie reißt. Eiskalte Klimaanlagenluft im Sommer kann denselben Effekt haben. Die Empfehlung ist daher klar: Lassen Sie Steinschläge möglichst zeitnah reparieren. In der Regel übernimmt die Versicherung die Kosten.
Im Innenraum gilt es beim Kauf wie auch bei der Pflege, vor allem alter Autos, zuallererst auf den Zustand des Armaturenbretts zu achten, da dieses bei vielen Fahrzeugen durch zu viel Hitze und UV-Einwirkung zur Rissbildung neigt. Verformte Türverkleidungen und verblasste Kunststoffteile gehören ebenfalls zu den Folgen. Besonders bekannt hierfür sind der BMW E21, der Golf I und die Mercedes-Baureihe W123.
Hochpreisige Oldtimer mit reichlich Chrom und Holzfurnier im Innenraum leiden insbesondere unter der Kombination aus extremer UV-Bestrahlung und wechselnder Luftfeuchtigkeit. Beides zusammen führt oft zur Ablösung des Klarlacks auf den Furnieren. Hier sind Oldtimer der Marken Jaguar, Rolls-Royce oder auch der Mercedes Ponton zu nennen. Eine kostengünstige Abhilfe kann ein Sonnenschutz für die Front- (und Heck-)scheibe bieten. Etwas kostenintensiver ist eine Wachsversiegelung für den Lack. Letztere ist übrigens keine Einmalausgabe, sondern von Zeit zu Zeit empfehlenswert.

Jetzt aber ab unter die Motorhaube!

Ein Verbrennungsmotor, ganz gleich welchen Alters, benötigt vor allem zweierlei: Schmierung und Kühlung. Gerade Oldtimer sind ihren Eignern gar nicht böse, wenn sie die Ölwechselintervalle noch unterhalb der Herstellerangabe durchführen und dabei natürlich vor allem auf die vorgeschriebene Viskosität des Öls achten. SAE 10W40 oder SAE 10W50 dürften den allermeisten Anforderungen gerecht werden – es sei denn man möchte im Januar durch Sibirien und im Juli mit Höchstgeschwindigkeit durchs Death Valley fahren.
Sind Sie sich nicht sicher, schauen Sie unter der Motorhaube nach. Nicht selten hängt in der Nähe des Ölmessstabes oder des Nachfüllstutzens ein Zettel mit der passenden Bezeichnung. Wenn das auch nicht hilft, empfiehlt sich der Rat der Autolegende Irv Gordon:
„Tu, was das Handbuch verlangt, nicht, was der Händler verlangt. Die Leute, die das Auto gebaut haben, haben das Handbuch geschrieben.“
Gordon muss wissen, wie ein Auto lange hält. Er fuhr mit seinem roten Volvo P1800 in 52 Jahren unglaubliche 5,23 Millionen Kilometer.
Natürlich sollte auch immer wieder der Ölstand geprüft werden. Sinkt er unerwartet rasch, ohne dass sich unterhalb des Fahrzeugs ein Hinweis auf die Ursache findet, sollte der Blick dem Deckel des Ölnachfüllstutzens gelten. Ist er von unten hellbraun-sahnig oder einfach nur bernsteinfarben oder dunkel? Im ersteren Fall gehört das Fahrzeug in fachkundige Hände.

Was heiß wird, will gekühlt werden

Anders als der VW Käfer besitzen die meisten Fahrzeuge einen Kühlwasserkreislauf mit einem Ventilator, der bei Bedarf zugeschaltet wird. Viel hat sich da bis heute nicht verändert. Ebenso wenig hat sich die Physik geändert, die besagt, dass die Kühlung mit warmer Sommerluft weniger effektiv ist. Ein zusätzlicher Blick kann daher nicht schaden – weder dem Oldtimer noch dem Neuwagen.
Letztere melden Fehler häufig mit zahlreichen Warnungen, die mehr oder weniger bunt sind und/oder mit akustischem Nachdruck direkt im Sichtfeld des Fahrers erscheinen. Bei anderen muss der Fahrer selbst aktiv werden.
Sichere Zeichen sind eine schnell steigende Kühlmitteltemperatur und Dampfentwicklung aus den Spalten der Motorhaube. Auch eine unerwartet steigende Öltemperaturanzeige – so etwas haben vor allem die älteren Fahrzeuge – deutet auf Probleme im Kühlkreislauf hin und ist ein Grund, die Fahrt zu unterbrechen und den Wagen im Leerlauf noch ein paar Minütchen weiterlaufen zu lassen. Im besten Fall ist es nur ein fehlerhaftes Thermostat. Andernfalls empfiehlt es sich, die Reiseplanung anzupassen.
Ob der Kühlwasserstand passt, können Sie von außen am Kühlwasserausgleichsbehälter erkennen. Den sollten Sie gelegentlich auch einmal öffnen, aber als Laie unbedingt ausschließlich bei kaltem Motor. Verbrennungsgefahr! Was man dann im Inneren sieht, sollte halbwegs klar sein, egal ob ein wenig farbig oder nicht. Blickt man auf eine braune Brühe und riecht man oben am Einfüllstutzen so etwas wie Abgase, ist ebenfalls eine Fahrt zum fachkundigen Schrauber angesagt.
Alle Schläuche, die mit der Kühlung zu tun haben, sollten auf spröde Stellen, festen Sitz und Leckagen überprüft werden. Darüber hinaus atmet jedes in die Jahre gekommene Fahrzeug durch, wenn man gelegentlich alles erneuert, was „Filter“ im Namen trägt. Das kostet nicht viel und trägt zur Betriebssicherheit bei. Ebenso wie der gelegentliche Austausch der Keil- beziehungsweise Treibriemen für Lichtmaschine, Wasserpumpe und andere im Motorraum verbaute Helferlein.
Wenn der Verbrauch des Fahrzeugs steigt, sonderbare, klackernde Geräusche aus dem Motorraum zu hören sind, die Maschine heißer als gewohnt wird oder die Leistung nachlässt, kann auch ein Blick auf die Steuerung der Ventile im Zylinderkopf nicht schaden. Wer eine klassische Fühlerlehre im Werkzeugkasten hat und nicht zwei linke Hände, erledigt das mit Freude selbst.

Oft aufwendigere Kühlung im E-Auto

Heute hat nicht mehr jedes Auto einen Verbrennungsmotor, Kühlung ist jedoch auch bei E-Autos eine wichtige Komponente. Vielleicht sogar noch wichtiger, denn was für kleine Batterien im Innenraum gilt, trifft auch auf die Starterbatterie beim Verbrenner und die Antriebsbatterie eines E-Autos zu: Bei Hitze laufen die chemischen Reaktionen anders ab – und vor allem schneller.
Tiefe Temperaturen gelten vielfach als batterieschädlich, jedoch zeigen sich lediglich die Schäden im Winter, wenn die Batterien stärker beansprucht werden. Die elektrochemischen Ursachen liegen hingegen fast immer in der warmen Jahreszeit.
In der Chemie spricht man davon, dass um 10 °C höhere Temperaturen zu einer Vervielfachung der Reaktionsgeschwindigkeit führen. Das gilt im weitesten Sinn für die Versprödung von Gummi, die Zersetzung und Viskosität (Zähflüssigkeit) von Motoröl, aber eben auch die Batteriechemie.
In klassischen Starterbatterien korrodieren dann die Bleigitter schneller, die Selbstentladung steigt und die Kapazität sinkt. Anzeichen für eine schwache Batterie sind unter anderem träges Starten des Motors und unerwartet schwächer werdende Instrumenten- und Innenraumbeleuchtung. Hier hilft im Sommer erneut ein Schattenparkplatz und im Winter notfalls ein Starthilfekabel. Bei E-Autos ist zumindest Letzteres keine Option.
Um das recht enge Temperaturfenster moderner Lithium-Ionen-Batterien einzuhalten, verfügen E-Autos über fein abgestimmte Systeme, die die Batterien je nach Bedarf kühlen oder wärmen. Das kostet zusätzlich Energie und reduziert die Reichweite – bei einigen Modellen mehr, bei anderen weniger.
Besonders schädlich ist die Kombination aus konstant hohem Ladezustand und hohen Umgebungstemperaturen, die die Batterien schneller altern lässt. Beabsichtigen Sie, Ihr E-Auto eine Zeit lang nicht zu fahren, stellen Sie es daher lieber mit halb vollem Akku ab. Empfehlenswert ist eine Restladung zwischen 40 und 80 Prozent.
Schnellladen belastet den Akku auch bei normalen Temperaturen, da hierbei selbst hohe Temperaturen auftreten können. Um die Batterien nicht zusätzlich zu belasten, drosseln daher viele Batteriemanagementsysteme die Lade- und gegebenenfalls Fahrleistung, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Im Sommer höherer Verbrauch?

In der Betrachtung fehlt noch eine tragende Komponente: die Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße. Reifen sind dabei ebenfalls doppelter Belastung ausgesetzt. Einerseits lässt Wärme die Gummimischung weicher werden. Dadurch erhöht sich die sogenannte Walkarbeit, also die Verformung des Reifens, und infolgedessen auch der Rollwiderstand. Andererseits verändern sich die Straßenbedingungen – bis hin zur explosionsartigen Bildung von Kanten und Schlaglöchern.
Weicher Reifengummi trifft dabei zugleich auf einen erhöhten Druck, denn was für Spraydosen gilt, gilt prinzipiell auch für luftgefüllte Reifen. Steigt die Temperatur um 10 °C, erhöht sich der Reifendruck um etwa 0,1 bar. Ein zu niedriger Luftdruck erhöht wiederum die Walkarbeit und damit den Verbrauch. Im schlimmsten Fall drohen Profilablösungen und Reifenplatzer. Es genügt daher nicht, den Reifendruck einmal im Jahr zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Dies sollte dennoch nicht nach einer längeren Fahrt geschehen, sondern vorher am „kalten“ Reifen.
Apropos kalte Reifen. Dass man im Winter keine Sommerreifen nutzt, sollte klar sein. Umgekehrt ist es aber auch nicht besser. Die von Haus aus weichere Gummimischung von Winterreifen verstärkt die genannten Probleme und sie verschleißt im Sommer erheblich schneller.
Sinnvoll ist deshalb, auch und gerade bei nur wenig gefahrenen Oldtimern, immer einmal den Zustand der Reifen zu überprüfen: die Profiltiefe, vor allem aber auch das Alter der Reifen. 7 Millimeter Profiltiefe und ein Alter von zwölf Jahren wären ein Grund, die Pneus durch neue zu ersetzen, falls sich im Gummi Versprödungen zeigen.
Übrigens: Natürlich benötigt auch die Klimaanlage Energie, sodass sich ihr Betrieb an der Zapf- oder Ladesäule bemerkbar macht. Im Stadtverkehr müssen Fahrer laut ADAC mit rund 20 Prozent Mehrverbrauch und auf Autobahnen mit rund 6 Prozent mehr rechnen. In älteren Fahrzeugen kann der Mehrverbrauch auch höher ausfallen und mehrere Liter pro 100 Kilometer betragen.

Weiche Fahrbahn, harte Kanten

Hitzeschäden an Straßen richten sich in erster Linie nach dem Fahrbahnbelag: Asphalt reagiert anders als Beton. Während ersterer weich wird und unter Belastung allmählich Spurrinnen und Verformungen bildet, neigt letzterer zu sogenannten Blow-Ups, also plötzlichen Aufwerfungen. Grund ist hier, dass Beton seine Steifigkeit behält, sich aber, wie nahezu alle Stoffe, bei Wärme ausdehnt. Um das zu kompensieren, verfügen Betonstraßen in regelmäßigen Abständen über Dehnungsfugen.
Ziehen sich die Betonplatten im Winter zusammen, gelangt Dreck in die Fugen. Dehnen sich die Platten im Sommer dann wieder aus, besteht sprichwörtlich kein Raum, um thermische Spannungen abzufedern. Wechselnde Verkehrslasten setzen der angespannten Oberfläche zusätzlich zu. Wird die Last zu hoch, bricht die Betondecke ohne sichtbare Vorwarnung in die einzige mögliche Richtung auf – nach oben.

Einen kühlen Kopf bewahren

Manche Dinge lassen sich nicht beeinflussen. Dazu gehören das Wetter und der Straßenbelag. Was wir ändern können, ist, wie wir damit umgehen:
  1. Was sich nicht aufheizt, muss nicht gekühlt werden. Weder heller Lack noch geöffnete Fenster verhindern zuverlässig das Aufheizen des Fahrzeugs an sonnigen Tagen, ein Schattenparkplatz schon.
  2. Haben Sie keinen überdachten Parkplatz, achten Sie auf den aktuellen und späteren Sonnenstand. Verwenden Sie einen Sonnenschutz.
  3. Lassen Sie niemals Personen oder Haustiere in geschlossenen, in der Sonne abgestellten Fahrzeugen zurück. Lebensgefahr!
  4. Ein Fahrzeug von 60 °C herunterzukühlen ist auch für die modernste Klimaanlage Schwerstarbeit. Öffnen Sie daher vor Fahrtantritt alle Türen oder fahren Sie die ersten Meter mit offenen Fenstern, um einen Großteil der Wärme herauszulassen.
  5. Verlegen Sie Fahrten in die kühleren Morgen- und Abendstunden.
Außerdem können wir vorsorgen:
  1. Reifendruck (am kalten Reifen) und Flüssigkeiten (Kühlwasser nur bei kaltem Motor) regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls anpassen.
  2. Verunreinigungen schonend beseitigen, Temperaturschocks vermeiden, Dichtgummis und Verdeck prüfen und pflegen.
  3. Ein offenes Ohr und Auge für Ihr Fahrzeug können Schäden frühzeitig andeuten. Zögern Sie Reparaturen nicht unnötig hinaus, da geschwächte Strukturen (Scheibe, Reifen, Schläuche) zu größeren Problemen werden können.
  4. Klimaanlagen verlieren pro Jahr rund 10 Prozent ihres Kühlmittels. Veranlassen Sie daher von Zeit zu Zeit auch die Wartung der Klimaanlage.
  5. Nicht nur Autos, auch Ladung und Ballast leiden unter hohen Temperaturen. Nehmen Sie empfindliche Gegenstände mit, wenn Sie das Auto verlassen.
  6. Bei E-Autos auf den Ladestand der Batterie achten. Nicht vollgeladen für längere Zeit abstellen.
  7. Im Auto angemessene Kleidung tragen: Für die (Bei)Fahrerin im Auto könnte das bedeuten Midi-Kleid statt Mini-Rock – oder Sitzbezug und Kissen. Das hilft auch dem Mann gegen Verbrennung an empfindlichen Körperteilen.
Alles in allem hängt weder Sommer noch Winter wie ein Damoklesschwert über der automobilen Freiheit. Was wirklich schadet, ist Vernachlässigung. Historische Fahrzeuge benötigen dabei auch nichts anderes als moderne Karossen, nämlich eine regelmäßige Wartung. Dank zumeist simpler, wenig störanfälliger Technik und im Vergleich zu heute ungemein robuster ausgelegter Motoren kann ein Oldtimer mit gesunder, rostfreier Substanz Generationen von Neufahrzeugen überleben.
Dieser Artikel ersetzt weder Beratung noch Wartung durch einen qualifizierten Kfz-Mechaniker. Sicherheit im Straßenverkehr sowie bei Arbeiten in und am Fahrzeug haben höchste Priorität, um Fahrer, Mechaniker und Dritte nicht zu gefährden. Der Autor und Epoch Times übernehmen keinerlei Haftung für Verletzungen und Schäden.
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Europa und die verlorenen Kinder


In Kürze

  • Die Zahl der Geburten ist auf einen historischen Tiefstand gefallen.
  • Der Rückgang ist in ganz Europa zu erkennen.
  • Familienförderung konnte den Trend bisher nicht stoppen.
  • Als Ursachen gelten wirtschaftliche Unsicherheit, späte Familiengründung und gesellschaftliche Veränderungen.
  • Auch Unfruchtbarkeit durch COVID-Impfstoffe wird diskutiert.

Wenn Luise an ihre Kindheit denkt, denkt sie zuerst an Lärm. An einen Esstisch, der nie groß genug war, an fünf Kinder, die sich ein Badezimmer teilten, an Ferien, in denen immer jemand weinte, lachte oder lautstark protestierte. Luise wuchs mit vier Geschwistern auf – eine Familiengröße, die in den 1970er-Jahren als „kinderreich“ galt, an der aber nichts Ungewöhnliches war.
Heute ist Luise über fünfzig. Kinder hat sie keine. Ihre ältere Schwester ebenfalls nicht. Der älteste Bruder bekam zwei Kinder. Ihr jüngerer Bruder wurde erst mit 50 Jahren Vater. Die jüngste Schwester brachte mit fast 40 ihre Tochter zur Welt. Aus fünf Geschwistern wurden am Ende vier Kinder – und die meisten kamen deutlich später zur Welt als noch eine Generation zuvor.
Luises Familie steht für einen Trend, der sich in den amtlichen Statistiken widerspiegelt. Deutschland bekommt immer weniger Nachwuchs. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts lag die zusammengefasste Geburtenziffer 2025 bei nur noch 1,32 Kindern je Frau. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem weiteren Rückgang um 2,7 Prozent. Bereits seit 2022 sinkt die Geburtenrate kontinuierlich. Ein ähnlich niedriges Niveau wurde zuletzt 2006 erreicht. Noch niedriger lag sie lediglich nach der Wiedervereinigung Deutschlands in den 1990er-Jahren mit 1,24 Kindern je Frau.
Kurt Starke, ehemaliger Forschungsdirektor am Zentralinstitut für Jugendforschung Leipzig, analysiert dies in der „Berliner Zeitung“:
„1991 wurden in den neuen Bundesländern 40 Prozent weniger Kinder als 1990 geboren; 1992 auf 1991 nochmals 19 Prozent weniger. Der Rückgang der ostdeutschen Geburtenrate seit 1990 übertraf also den in den beiden Weltkriegen bei weitem.“
Damals gingen viele Ostdeutsche Frauen in den Westen und Kinderkriegen stand nicht mehr so hoch im Kurs. Die Kinder der 1990er sind heute selbst im typischen Alter für eine Familiengründung – eine vergleichsweise kleine Generation, was den Rückgang zusätzlich verstärkt.
Das Statistische Bundesamt notiert dazu:
„Die Zahl der Geburten war im Jahr 2025 infolge dieser Entwicklung auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit gesunken: Nach endgültigen Ergebnissen wurden im Jahr 2025 in Deutschland 654 241 Kinder geboren.“

Teure Familienpolitik

Zu den möglichen Gründen der sinkenden Geburten sagt Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), gegenüber „Tagesschau“:
„Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten, Inflation und andere Belastungen führen dazu, dass viele Menschen verunsichert sind und sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Das kann dazu führen, dass sie ihre Kinderwünsche aufschieben oder gar nicht umsetzen.“
Längere Ausbildungszeiten, hohe Wohnkosten, berufliche Unsicherheit und veränderte Lebensentwürfe verschieben den Kinderwunsch. Manche verzichten bewusst auf Kinder, andere können ihren Kinderwunsch aufgrund biologischer oder persönlicher Faktoren nicht verwirklichen.
Kindergeld, Elterngeld, steuerliche Freibeträge, der Ausbau der Kinderbetreuung und der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz – Deutschland gibt jedes Jahr Milliarden für Familienpolitik aus und leistet sich eines der teuersten Familienfördersysteme Europas.
Dennoch werden so wenige Kinder geboren wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Das legt die Frage nahe, ob die Maßnahmen an den eigentlichen Problemen vorbeigehen.
Doch so wenig, wie Luises Familie für Deutschland ein Einzelfall ist, steht Deutschland mit seiner Entwicklung in Europa allein. Von Lissabon bis Helsinki, von Dublin bis Bukarest werden weniger Kinder geboren. Fast alle europäischen Staaten liegen inzwischen deutlich unter der sogenannten Bestandserhaltungsgrenze von 2,1 Kindern je Frau.
Was lange als nationales Problem einzelner Länder galt, hat sich zu einer gesamteuropäischen Thematik entwickelt.

COVID-Impfstoffe als Ursache?

Der ehemalige Pfizer-Toxikologe Helmut Sterz zieht als Erklärung auch Unfruchtbarkeit durch mRNA-COVID-Impfstoffe in Erwägung. In der Corona-Enquete-Kommission des Bundestages erklärte er, die Geburtenrate habe seit der Impfkampagne in allen EU-Ländern im Mittel um 17 Prozent abgenommen.
Der ehemalige SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte gegenüber Epoch Times, die Aussage von Sterz sei eine Einzelmeinung und wissenschaftlich nicht anerkannt.
Bei einer Sachverständigenanhörung in der Enquete-Kommission „Pandemie“ im sächsischen Landtag verwies Prof. Dr. Werner Bergholz als Experte für Qualitätsmanagement auf tschechische Untersuchungen von geimpften Frauen im gebärfähigen Alter. Laut den Ergebnissen hätten diese Frauen in Tschechien 60 Prozent ihrer Fruchtbarkeit im Vergleich zu ungeimpften Frauen eingebüßt.
Die Antworten der Politik auf die Geburtenkrise sind unterschiedlich. Sexualwissenschaftler Kurt Starke wundert sich, warum das Thema bisher so wenig in Politik und Öffentlichkeit reflektiert wird. Er fasst es kurz:
„Deutschland stirbt aus!“
Sparpläne der Bundesregierungen sehen sogar eine Verkürzung der Bezugsdauer des Kindergeldes vor (künftig von 14 auf zwölf Monate).
Als Vorreiter einer offensiven Familienpolitik gilt Ungarn. Der ehemalige Ministerpräsident Viktor Orbán hat in den vergangenen 15 Jahren mehr als 30 familienpolitische Maßnahmen eingeführt. So sind Frauen mit mindestens drei Kindern lebenslang von der Einkommensteuer befreit. Schrittweise soll diese Regelung auch für Mütter mit zwei Kindern geltend gemacht werden. Hinzu kommen zinsgünstige Darlehen, Wohnbauförderungen und weitere finanzielle Vergünstigungen.

Rezepte für’s Kinderkriegen

Italien verfolgt einen anderen Ansatz. Die Regierung von Giorgia Meloni – die Ministerpräsidentin ist die erste Frau und Mutter in diesem Amt – hat Familienpolitik zu einem ihrer Schwerpunkte erklärt.
Familien sollen unter anderem durch Steuererleichterungen und kostenlose Kita-Plätze ab dem zweiten Kind entlastet werden. Die bezahlte Elternzeit wurde auf zehn Monate ausgedehnt und ein „Geburtenbonus“ von 1.000 Euro pro Geburt eingeführt.
Besonders weit geht die Türkei. Präsident Recep Tayyip Erdoğan fordert seit Jahren, Familien sollten mindestens drei Kinder bekommen. 2025 erklärte seine Regierung zum „Jahr der Familie“.
Neben zinslosen Krediten und Geldhilfen für junge Familien wurde in privaten Kliniken ein Verbot medizinisch nicht notwendiger Kaiserschnitte eingeführt. Die Regierung begründet dies unter anderem damit, dass Frauen nach einer natürlichen Geburt schneller erneut schwanger werden könnten.
Auch in Schweden ist der Geburtenrückgang inzwischen zu einem politischen Thema geworden. Die bürgerlich-konservative Regierung unter Ministerpräsident Ulf Kristersson hat die Familien- und Fruchtbarkeitspolitik im Vorfeld der Parlamentswahl in den Mittelpunkt gerückt und erklärt, Paare mit unerfülltem Kinderwunsch stärker zu unterstützen.

Der rechtsbürgerliche Ministerpräsident von Schweden, Ulf Kristersson, macht Familienpolitik zum Wahlkampfthema. Der Schwedische Reichstag soll am 13. September neu gewählt werden.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Die Regierung hat die Zahl der staatlich finanzierten künstlichen Befruchtungen (IVF-Behandlungen) für Paare ohne Kinder von bislang drei auf sechs Versuche verdoppelt. Für den Fall einer Wiederwahl kündigte Kristersson zudem an, die Kostenübernahme künftig auch auf Behandlungen für weitere Kinder auszuweiten.

„Demografische Aufrüstung“ in Frankreich

Staatliche Priorität hat die Geburtenrate auch in Frankreich. Präsident Emmanuel Macron kündigte 2024 eine „demografische Aufrüstung“ an. Im Vergleich zu anderen Ländern in Europa hat Frankreich eine relativ hohe Geburtenrate. Das Land betreibt seit längerer Zeit eine aktive Familienpolitik. Dazu gehören Prämien für Familien mit mindestens zwei Kindern oder Steuervorteile. Neu ist, dass die französische Regierung jungen Menschen eine Fruchtbarkeits­untersuchung bezahlt.
Den französischen „Plan National Fertilité“, die staatliche Strategie, die dem Rückgang der Geburtenzahlen entgegenwirken soll, hat Samir Hamamah, 71, Gynäkologe und Professor für Reproduktionsmedizin am Universitätsspital Montpellier, mitentwickelt. Für den Mediziner ist die Babykrise „eine der größten Gefahren unserer Zeit“, wie er im Interview mit der „Aargauer Zeitung“ erklärt. Hamamah stellt sich grundsätzliche Fragen:
„Wer wird die Gesellschaft tragen? Wer wird in Zukunft die Renten finanzieren? Wer wird in den Spitälern arbeiten? Wer wird Lebensmittel produzieren, Häuser bauen oder Maschinen bedienen?“

Migration als Lösung?

Migration zu fördern, um fehlende Arbeitskräfte auszugleichen, reicht für den Mediziner als Antwort auf die demografische Krise nicht aus. Es verlagere nur das Problem, so Hamamah, und entziehe anderen Ländern die kostspielig ausgebildeten Fachkräfte.
Migration kann zwar Folgen des demografischen Wandels kurzfristig abmildern, ersetzt aber keine langfristige Lösung für dauerhaft niedrige Geburtenraten. Denn auch bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sinken die Geburtenzahlen seit Jahren – auch in Deutschland.
Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit bekamen 2025 im Schnitt 1,20 Kinder. Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag die Geburtenrate bei 1,78 Kindern. Im Jahr zuvor lag sie noch um 3,3 Prozent höher bei 1,84. Das Bundesamt für Statistik fasst zusammen:
„Die Geburtenhäufigkeit der ausländischen Frauen geht seit 2017 mit Ausnahme des Jahres 2021 kontinuierlich zurück.“
Der demografische Wandel lässt sich nicht nur in den Statistiken der Behörden ablesen. Er ist auch sichtbar im Esszimmer von Luise. Wenn heute ihre Familie zu Festen zusammenfindet, braucht sie den Esstisch nicht mehr auszuziehen.
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Das Geheimnis vom Navigationssystem der Tauben


In Kürze:

  • Tauben finden ihre Heimat auch aus Hunderten Kilometern Entfernung, selbst wenn sie noch nie am Ausgangsort waren.
  • Das Geheimnis ihres Orientierungssinns vermuten Forscher in einem Organ, an das viele Menschen höchstens nach dem Weihnachtsessen denken.
  • Demnach liegt die Antwort möglicherweise nicht im Gehirn oder in den Augen der Vögel, sondern in der Leber verborgen.
  • Berge von verkrustetem Taubenkot auf öffentlichen Plätzen haben dem Ruf der Taube nicht gerade geholfen. Doch nicht nur ihr Orientierungssinn ist außergewöhnlich.
  • Tauben wurden für ihre Dienste im Krieg mit Ehrenmedaillen ausgezeichnet, können Picasso und Monet unterscheiden und Brustkrebs erkennen.

 
Tauben haben dem Menschen etwas voraus, und das kann durchaus frustrierend sein. Setzt man eine Taube Hunderte Kilometer von ihrem Heimatschlag entfernt aus, findet sie in den meisten Fällen trotzdem wieder zurück. Wissenschaftler vermuten inzwischen, dass ein Teil dieses erstaunlichen Orientierungssinns an einer unerwarteten Stelle verborgen liegt: in der Leber.
So deuten neue Forschungsergebnisse darauf hin, dass spezialisierte Immunzellen in der Leber das Erdmagnetfeld wahrnehmen könnten. Dadurch besäßen Tauben gewissermaßen einen eingebauten Kompass und wären weitaus raffinierter, als ihr Ruf als gefiederte Brotkrümelpicker vermuten lässt.

Kann die Leber der Taube das Erdmagnetfeld wahrnehmen?

Aktuelle Untersuchungen des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Konstanz legen nahe, dass eisenhaltige Immunzellen in der Leber von Tauben bei der Wahrnehmung des Erdmagnetfelds eine wichtige Rolle spielen. Diese Zellen, sogenannte Makrophagen, beseitigen normalerweise alte rote Blutkörperchen – ein Vorgang, bei dem sie Eisen einlagern, was ihnen wiederum Quanteneigenschaften verleiht.
Die Forscher stellten fest, dass diese Zellen außerdem ausgeprägte magnetische Eigenschaften besitzen. Das eröffnet die Möglichkeit, dass Tauben einen Teil ihres Navigationssystems in einem Organ tragen, an das die meisten Menschen höchstens nach dem Weihnachtsessen denken.
Mit anderen Worten: Der Mensch hat Satelliten ins All geschossen, den Planeten mit Mobilfunkmasten überzogen und nutzt kleine, mehr oder weniger zuverlässige Geräte, um sich zurechtzufinden. Die Taube dagegen hat einfach eine Leber und es scheint, als hätte die Natur darin einen Quantenkompass eingebaut.
Um die Bedeutung dieser Zellen zu untersuchen, wurden die Makrophagen von den Wissenschaftlern gezielt deaktiviert. Anschließend beobachtete man das Orientierungsvermögen der Vögel erneut. An sonnigen Tagen fanden die Tauben dennoch erstaunlich gut nach Hause, vermutlich mithilfe der Sonne als Orientierungshilfe. An bewölkten Tagen dagegen verloren sie deutlich häufiger die Orientierung. Offenbar verfügen selbst Tauben über einen Plan B, allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt.
Außerdem fanden die Forscher die eisenreichen Zellen in unmittelbarer Nähe von Nervenfasern. Das deutet darauf hin, dass Informationen über das Erdmagnetfeld von der Leber an das Gehirn weitergeleitet werden könnten.
Wie dieser Informationsaustausch genau aussieht, weiß bislang niemand. Vermutlich sagt die Leber: „Nordosten.“ Darauf antwortet das Gehirn: „Bist du sicher?“ Glücklicherweise verbringt die Taube, anders als so manches Ehepaar im Mietwagen, anschließend keine 40 Minuten damit, darüber zu diskutieren, wessen Idee die landschaftlich reizvolle Umleitung war.

Mehr Genie, als ihr Aussehen vermuten lässt

Das größte Problem bei der Wertschätzung von Tauben besteht darin, dass sie nicht gerade wie verborgene Genies aussehen. Beim Laufen wippen ihre Köpfe vor und zurück, als wären sie erst einige Minuten nach dem übrigen Körper montiert worden. Sie halten sich bevorzugt auf Plätzen und Denkmälern auf, wo Berge von verkrustetem Taubenkot ihrem Ruf nicht gerade geholfen haben.
Und doch ist dieser kleine graue Störenfried zu Leistungen fähig, die umso erstaunlicher wirken, je genauer man sich mit ihnen beschäftigt.

Tauben erkennen menschliche Gesichter

Tauben können Menschen tatsächlich wiedererkennen. In einem Experiment lernten sie, einer Forscherin aus dem Weg zu gehen, die sie schlecht behandelt hatte. Selbst nachdem sie ihre Kleidung gewechselt hatte, erkannten die Vögel sie weiterhin zuverlässig.
Man sollte sich das merken. Irgendwo in der Stadt könnte eine kleine graue Taube mit erstaunlicher neurologischer Präzision noch eine Rechnung mit Ihnen offen haben.

Tauben unterscheiden Monet von Picasso

Tauben lassen sich darauf trainieren, Gemälde von Claude Monet und Pablo Picasso auseinanderzuhalten. Manche Menschen beschäftigen sich jahrelang mit Kunstgeschichte und geraten dennoch ins Schwitzen, wenn sie ein Bild ohne Namensschild identifizieren sollen.
Eine Taube kann dagegen lernen, visuelle Muster zu erkennen und die Werke des einen Künstlers von denen des anderen zu unterscheiden.
Forscher haben Tauben sogar darauf trainiert, medizinische Aufnahmen auszuwerten. In Studien mit Brustgewebe lernten die Vögel, gutartige von bösartigen Gewebeproben mit bemerkenswerter Genauigkeit zu unterscheiden.

Tauben produzieren „Milch“

Sowohl männliche als auch weibliche Tauben füttern ihre Jungen mit der sogenannten Kropfmilch. Diese eiweiß- und fettreiche Nahrung sorgt dafür, dass die Küken schnell wachsen. Beide Eltern kümmern sich gemeinsam um Brut und Nachwuchs.
An diesem Punkt verfügt die Taube also über ein funktionierendes Navigationssystem, gleichberechtigte Kinderbetreuung und ein Verständnis für moderne Kunst. Langsam wird es unangenehm.

Tauben im Kriegseinsatz

Tauben dienten außerdem in Kriegen als Nachrichtenüberbringer, wenn andere Kommunikationswege versagten. Sie flogen durch Kugelhagel und unter schlimmsten Bedingungen und retteten dabei mitunter zahlreichen Menschen das Leben. Einige wurden sogar mit militärischen Ehren für ihre Tapferkeit ausgezeichnet.
Es ist bezeichnend für den Menschen, wie wir mit diesem Erbe umgehen. Eine Generation verleiht einer Taube eine Tapferkeitsmedaille. Wenige Generationen später scheucht man ihren Urenkel vor einer Bäckerei davon.
Die Beziehung zwischen Mensch und Taube ist seit Jahrhunderten eng und zugleich widersprüchlich. Einst galten Tauben als Statussymbol und wurden von wohlhabenden Familien in prächtigen Taubenschlägen gehalten. Mit der Französischen Revolution gerieten sie jedoch in den Strudel der Wut gegen die wohlhabende Oberschicht.

Bekannte Taubenliebhaber: Walt Disney, Elvis Presley und Mike Tyson

Tauben faszinierten zahlreiche berühmte Persönlichkeiten. Charles Darwin untersuchte sie eingehend, während er seine Evolutionstheorie entwickelte. Auch Walt Disney war ein begeisterter Taubenliebhaber und der frühere Boxchampion Mike Tyson züchtete bereits als Kind Tauben.
Vielleicht ist das die erstaunlichste Tatsache überhaupt, denn es dürfte nur wenige Themen geben, bei denen Charles Darwin, Walt Disney und Mike Tyson einer Meinung gewesen wären.
Vielleicht unterschätzen wir Tauben einfach deshalb, weil es so viele von ihnen gibt. Wenn also das nächste Mal eine Taube entschlossen auf Ihr Sandwich zustapft, sollten Sie einen Moment innehalten, bevor Sie sie als „Ratte mit Flügeln“ abtun.
Sie erkennt vielleicht Ihr Gesicht. Ihre Leber liest womöglich gerade still das Magnetfeld unseres Planeten. Und während Sie noch auf dem Parkplatz überlegen, wo Sie Ihr Auto eigentlich abgestellt haben, weiß die Taube längst ganz genau, wohin sie fliegt.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Secret Science of Pigeon Navigation“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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„Kein herkömmliches Feuer“: Brand an Stromspeicher in Bautzen


In Kürze:

  • In Bautzen hat sich bundesweit erstmalig ein Batteriecontainer entzündet.
  • Es dauerte über 30 Stunden, bis die Einsatzkräfte das Feuer löschen konnten.
  • Die Container müssen weiter überwacht werden, um auf eine mögliche Neuentzündung reagieren zu können.
  • Die Forschung hat bereits Methoden zur Senkung des Brandrisikos entwickelt.

 
In der ostsächsischen Stadt Bautzen sorgten am Dienstagnachmittag, den 21. Juli, plötzlich emporsteigende Rauchwolken für einen Ausnahmezustand. Auf dem Schliebenparkplatz entzündete sich eine Batteriespeicheranlage.
Was folgte, war ein Großeinsatz. Rund 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk und weiteren Rettungsdiensten waren am Ort des Geschehens. Aus Sicherheitsgründen mussten 42 Anwohner in direkter Umgebung ihre Wohnungen verlassen. Es bestand die Gefahr des Austritts giftiger Gase. Zudem gab es eine Sperrzone von 500 Metern.
Es gelang den Einsatzkräften erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, den außergewöhnlichen Brand zu löschen, also nach über 30 Stunden. Am Donnerstagnachmittag durften die Anwohner wieder zurück in ihre Wohnungen. Luft- und Wassermessungen der Feuerwehr ließen keine Auffälligkeiten erkennen.

Brand eines Batteriespeichers am Schliebenparkplatz in Bautzen am 22. Juli 2026.

Foto: Stadt Bautzen

Warum der Brand so lange loderte

Bei einer Löschaktion ist der Feuerwehr klar, dass ein Feuer drei Dinge benötigt: Brennstoff, Sauerstoff und hohe Temperaturen. Wenn eines davon fehlt, kann kein Feuer brennen.
Ein Batteriebrand verlangt von den Einsatzkräften jedoch ein anderes Vorgehen als ein normaler Gebäudebrand. „Man kann ihn nicht löschen wie ein herkömmliches Feuer“, sagte der Oberbürgermeister Karsten Vogt. Da das Feuer in geschlossenen Containern lodert, kann die Feuerwehr das Feuer zunächst gar nicht direkt löschen. Das ist der eine Grund.
Daher hat sie anfangs die Container mit sechs Wasserwerfern abgekühlt. Dafür benötigte sie zunächst rund 3.000 Liter Wasser pro Minute, später waren es sogar 5.000 Liter pro Minute. Die Ziele der Abkühlung waren, eine weitere Erwärmung zu verhindern und eine mögliche Explosion zu vermeiden. Diese Option besteht bei brennenden Batterien.
Am späten Mittwochabend setzten sie schließlich weitere technische Geräte ein. Zunächst öffnete ein Bagger den brennenden Container. Anschließend brachte ein ferngesteuertes Löschunterstützungsfahrzeug gezielt Löschwasser hinein. Der Brandherd konnte dadurch eingedämmt und letztlich gelöscht werden.

Das Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60 der Berufsfeuerwehr Dresden ist am 22. Juli 2026 am brennenden Batteriespeicher von Bautzen im Einsatz.

Foto: Feuerwehr Bautzen, Stadt Bautzen

Nur vier Container

Was gebrannt hat, ist kein riesiger Batteriepark mit dutzenden Containern. Die besagte Batteriespeicheranlage mit einer Leistung von 1,5 Megawatt (MW) besteht lediglich aus vier kleinen Überseecontainern. Darin befinden sich Lithium-Ionen-Akkus, die verbreitetste Form von Batteriesystemen.
Somit nimmt die Anlage in etwa so viel Platz in Anspruch wie vier nebeneinander parkende, größere Autos. Große Batterieparks haben oft eine Leistung von mehr als 100 MW. Dennoch hat diese eher kleine Batterieanlage solch einen Großeinsatz ausgelöst.
Eine Speicheranlage soll Über- und Untererzeugungen im Stromnetz ausgleichen. Wenn vor allem Solar- und Windkraftanlagen in der Region mehr Strom produzieren als gerade benötigt wird, fließt der Überschuss oder ein Teil davon in die Riesenakkus. Bei Strommangel, der oftmals abends und nachts auftritt, geben die Batterien den Strom wieder ab.

Brandursache noch unklar

Was genau den Brand ausgelöst hat, haben die Ermittler bisher nicht herausfinden können. Sie gehen jedoch von einem technischen Defekt aus. Eine Fremdeinwirkung wie Brandstiftung schließen sie aus. Dafür gebe es keinerlei Hinweise.
Am wahrscheinlichsten ist, dass ein sogenannter Thermal Runaway, also ein „thermisches Durchgehen“ aufgetreten ist. Dabei nimmt eine einzelne Speicherzelle einer Batterie durch zu hohe mechanische, thermische oder elektrische Belastung Schaden. Es entsteht eine sich selbst verstärkende Reaktion, wobei brennbare, sogenannte Venting-Gase austreten.
Zudem kommt es zu einer starken Erwärmung. Dieser Thermal Runaway ist der zweite Grund, warum ein Batteriebrand kein gewöhnlicher Brand ist, den die Feuerwehr auf normale Art löschen kann. Er produziert alle nötigen Faktoren selbst.
Nach Aussage der Stadtverwaltung von Bautzen sollte die Batterieanlage direkt nach der Löschung des Feuers aus Sicherheitsgründen nicht unbeaufsichtigt bleiben. Für weitere fünf Tage, also bis Dienstag, 28. Juli, soll eine Überwachung stattfinden. So soll schnell reagiert werden können, falls sich die Anlage erneut entzünden sollte.

Kann so etwas öfter passieren?

Wie der MDR unter Berufung auf die Feuerwehr berichtet, war der Speicherbrand in Bautzen der erste Stromspeicherbrand hierzulande in dieser Größenordnung. Dabei hängen in der Bundesrepublik bereits Großspeicher mit insgesamt mehr als 3.800 MW am Netz. Addiert man die Gewerbe- und Heimspeicher noch hinzu, beläuft sich die gesamtdeutsche Speicherleistung auf 19.600 MW.
Die Bundesregierung hat kein konkretes Ausbauziel genannt, befürwortet jedoch den Speicherzubau. Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert hingegen, dass die Speicherkapazität von aktuell 30,2 Gigawattstunden (GWh) bis zum Jahr 2030 auf 100 GWh ansteigen soll. Mit dem fortschreitenden Ausbau der Stromspeicherleistungen und -kapazitäten sind häufiger werdende Brände dieser Art nicht auszuschließen.
Bundesverband Solarwirtschaft Ausbauziel Batteriepark Bautzen

Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert ein verbindliches Ausbauziel bis 2030.

Bei Heimspeichern in Deutschland kam es in den vergangenen Jahren hingegen schon mehrfach zu Bränden. Zwischen 2022 und 2024 entzündeten sich Speicher des Herstellers Senec in mehreren Kellern von Wohnhäusern an verschiedenen Standorten. Doch auch Speicher von LG, Marstec oder Zendure sollen sich schon entzündet haben oder explodiert sein.
Das Portal pvsafety.de listet zahlreiche Störereignisse von Heimspeichern auf. Der erste Brand in Deutschland trat demnach im Jahr 2013 auf. Danach folgten mindestens ein paar Dutzend weitere Brand- oder Explosionsvorfälle. In Anbetracht der Tatsache, dass es hierzulande inzwischen mehr als 2,5 Millionen Heimspeicher gibt, ist die Zahl der Vorfälle aber noch niedrig.
Wenn die Speicher explodieren, können sie das Gebäude massiv beschädigen. Im Februar 2025 hat ein explodierter Heimspeicher in Schönberg bei Hamburg fast eine komplette Hauswand weggesprengt.

Wie lässt sich so ein Brand verhindern?

Um die Wahrscheinlichkeit solcher Brände künftig weiter zu reduzieren, haben Forscher das Projekt SUVEREN2use erschaffen. Seit Ende 2025 führen sie Brandversuche in einem realistischen Szenario durch, um neue Erkenntnisse in der Brandbekämpfung und -prävention zu gewinnen.
Hierbei haben sie bereits verschiedene Methoden entwickelt. Eine davon ist der Einsatz von Gasdetektoren in den Containern. Sie sollen austretende Venting-Gase erkennen und Alarm schlagen, bevor der Thermal Runaway eintrit, sich die Zellen erhitzen und die Gase entzünden.
Eine sinnvolle Ergänzung dazu seien Hochdruck-Wassernebel-Anlagen im Container. Wenn ein Gasdetektor anschlägt, können sich diese aktivieren und die Zellen ihrerseits kühlen.
Zusätzlich bestünde die Möglichkeit, Speicher mit Metallbarrieren in einzelne Brandabschnitte aufzuteilen. Das hätte den Effekt, dass ein entstehender Brand eine viel geringere Ausbreitungsmöglichkeit hätte.
In Deutschland fehlen jedoch bisher einheitliche, bundesweite Brandschutzrichtlinien für Großspeicher. Die Anforderungen der Behörden variieren je nach Anlage und Region. Oftmals genügt ein einfacher Brandschutznachweis oder ein projektspezifisches Brandschutzkonzept. Der Speicherbrand in Bautzen könnte diesbezüglich die Aufmerksamkeit und Anforderungen erhöhen.
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Nachgeholter Dinner: Trump teilt gegen Medien aus und sorgt für Lacher


In Kürze:

  • Donald Trump sprach beim nachgeholten Dinner der White House Correspondents’ Association in Washington.
  • Der Präsident kritisierte Medien, scherzte über eine Kandidatur 2028 und lobte teilweise Journalisten.
  • Das Ereignis war nach einem Schusswaffenangriff im April verschoben worden.

 
US-Präsident Donald Trump hat beim nachgeholten Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses in Washington mit einer Mischung aus Kritik gegen die Medien und versöhnlichen Tönen für Aufmerksamkeit gesorgt. Die ursprünglich für den 25. April geplante Veranstaltung war nach einem Attentatsversuch auf Trump kurzfristig abgesagt worden und wurde nun im Hotel Waldorf Astoria in Washington nachgeholt.
„Ich freue mich sehr, hier zu sein“, sagte Trump zu Beginn seiner einstündigen Rede.
„Erstaunliche Menschen, viele Menschen, die ich mag. Einige mag ich überhaupt nicht, aber die meisten respektiere ich. Ich muss sagen, dass Sie großartige Arbeit leisten, eine erstaunliche Arbeit, und es ist eine Ehre. Wie ich vor drei Monaten gesagt habe: Die Show muss weitergehen.“
Mit gewohnt provokanten Aussagen und mehreren Scherzen setzte Trump seine Rede fort. Dabei bezeichnete er die anwesenden Gäste als „die größte Gruppe von Menschen mit Trump-Derangement-Syndrom, die jemals zusammengebracht wurde“.

Trump kritisiert Medien und scherzt über dritte Amtszeit

Während seiner Rede teilte Trump erneut gegen die Medien aus. Er bezeichnete sich selbst als den transparentesten Präsidenten der Geschichte und sagte scherzhaft voraus, dass viele Medienunternehmen nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus vor finanziellen Problemen stehen würden.
„Wenn ich weg bin, werdet ihr alle pleite sein. Euer Geschäftsmodell wird beendet sein“, sagte der Präsident.
Gleichzeitig nahm Trump die Diskussion um eine mögliche weitere Kandidatur mit Humor. Um die Medien zu „retten“, kündigte er scherzhaft an, für eine vierte Amtszeit als US-Präsident antreten zu wollen.
„Deshalb möchte ich heute Abend zeigen, wie sehr mir die Presse am Herzen liegt“, sagte Trump. „Ich freue mich, meine Absicht anzukündigen – und das ist gewissermaßen eine exklusive Nachricht – meine Absicht, für eine vierte Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten zu kandidieren.“
Anschließend setzte er eine „Trump 2028“-Mütze auf, was beim Publikum für Lachen sorgte.

US-Präsident Donald Trump spricht beim nachgeholten Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses im Ballsaal des Waldorf Astoria in Washington.

Foto: Eric Lee/Getty Images

Besonderes Verhältnis zu Journalisten

Abgesehen von der Veranstaltung im April, die nach einem Schusswaffenangriff unmittelbar außerhalb des Hauptsaals abgesagt worden war, war es Trumps erster Besuch des Dinners als amtierender Präsident.
Trump nahm auch die Veranstaltung selbst mit Humor und sagte, das Dinner sei „viel schlimmer“ gewesen, als er erwartet habe. Gleichzeitig betonte er, dass er und die anwesenden Journalisten beim April-Termin „eine Zeit des Traumas durchgemacht“ hätten, die eine besondere Verbindung zwischen ihnen geschaffen habe. Er kündigte an, auch im kommenden Jahr wieder an der Veranstaltung teilnehmen zu wollen.
Während seiner einstündigen Rede fand Trump jedoch nicht nur kritische Worte für die Medien. Er erklärte, er respektiere die meisten Reporter und möge einige von ihnen. Gleichzeitig warf er den Medien vor, seine Regierung und seine politischen Entscheidungen häufig unfair dargestellt zu haben.
Darüber hinaus griff der Präsident politische Gegner an, kritisierte einzelne Journalisten und wandte sich anschließend gegen Demokraten sowie weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Trump weist Obama-Erzählung zurück

Trump widersprach außerdem der weitverbreiteten Darstellung, dass ihn die Spottreden des damaligen Präsidenten Barack Obama beim Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses im Jahr 2011 dazu bewogen hätten, selbst für das Präsidentenamt zu kandidieren. Nach eigenen Angaben hätten Obamas Bemerkungen keine Rolle bei seiner Entscheidung gespielt, 2016 ins Rennen einzusteigen.
„Ich habe einfach entschieden, dass ich Amerika wieder großartig machen wollte. Das hatte nichts mit diesem Dinner zu tun“, sagte Trump.
Nach seiner Rede übernahm der Mentalist Oz Pearlman die Bühne und unterhielt das Publikum mit Gedankenlese-Tricks. Damit endete die Veranstaltung.

US-Präsident Donald Trump spricht beim nachgeholten Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses im Ballsaal des Waldorf Astoria in Washington.

Foto: Eric Lee/Getty Images

„Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“

Die scheidende Präsidentin der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses, Weijia Jiang, eröffnete den Abend mit einer Ansprache.
„Was auch immer uns trennen mag, wir stehen gemeinsam gegen politische Gewalt“, sagte sie.
Mit Blick auf den Attentatsversuch auf Trump erklärte Jiang: „Ein Attentatsversuch auf unseren Präsidenten ist ein Angriff auf die Demokratie selbst.“ Ihre Worte wurden vom Publikum mit Applaus aufgenommen.
„Unsere Botschaft heute Abend lautet: Wir sind zurück. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“, sagte Jiang abschließend.

Schusswaffenangriff führte zu Absagen im April

Das Dinner im Washington Hilton am 25. April wurde unterbrochen, nachdem außerhalb des Ballsaals Schüsse gefallen waren. Der 31-jährige Kalifornier Cole Tomas Allen soll mit einer Schrotflinte die Sicherheitskontrollen überwunden und auf einen mit einer kugelsicheren Weste ausgestatteten Beamten des Secret Service geschossen haben. Die Sicherheitskräfte reagierten umgehend und nahmen Allen fest. Der Beamte blieb unverletzt, weitere Verletzte gab es nicht.
Der Secret Service brachte Trump, First Lady Melania Trump, Vizepräsident JD Vance sowie mehrere Kabinettsmitglieder umgehend aus dem Veranstaltungsort in Sicherheit.
Die Anklage wirft Allen vor, bei der Veranstaltung versucht zu haben, Trump zu ermorden. Darüber hinaus werden ihm der Transport einer Schusswaffe über Bundesstaatsgrenzen hinweg mit der Absicht, eine Straftat zu begehen, sowie das Abfeuern einer Schusswaffe im Zusammenhang mit einem Gewaltverbrechen zur Last gelegt. Allen hat auf nicht schuldig plädiert.

Auszeichnungen für Sicherheitskräfte

Bei der Veranstaltung zeichnete die Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses den Secret-Service-Beamten Victor Gonzales sowie die Mitarbeiter des Washington Hilton für ihren außergewöhnlichen Einsatz während des Schusswaffenangriffs aus. Zugleich kündigte die Vereinigung an, das Dinner im kommenden Jahr erneut im Washington Hilton auszurichten.
Das Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses ist eine festliche Gala in der Abendgarderobe, an der Medienvertreter, Wirtschaftsführer, Prominente, Kongressabgeordnete und Kabinettsmitglieder teilnehmen. Die Veranstaltung würdigt die Rolle der Vierten Gewalt sowie die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Weißen Haus berichten.

Weniger Gäste wegen organisatorischer Herausforderungen

Die Korrespondentenvereinigung erklärte, die organisatorischen Herausforderungen bei der Planung eines zweiten Dinners hätten dazu geführt, dass die Veranstaltung in einem kleineren Rahmen stattfinden musste. Entsprechend sei auch die Gästeliste deutlich reduziert worden. Der Ballsaal des Washington Hilton bietet Platz für rund 3.000 Personen, während das Waldorf Astoria lediglich etwa 700 Gäste aufnehmen kann.
Wie ein Mitarbeiter des Weißen Hauses der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times mitteilte, nahm der Großteil von Trumps Kabinett an der nachgeholten Veranstaltung teil. First Lady Melania Trump, Vizepräsident JD Vance und Rubio blieben wegen anderer Verpflichtungen fern.
Nach Angaben des Weißen Hauses gehörten zu den Vertretern der Trump-Regierung beim Dinner der amtierende Justizminister Todd Blanche, FBI-Direktor Kash Patel, Bildungsministerin Linda McMahon, die Leiterin der Small Business Administration Kelly Loeffler, Innenminister Doug Burgum, Energieminister Chris Wright, Heimatschutzminister Markwayne Mullin, Kriegsminister Pete Hegseth, Finanzminister Scott Bessent, Handelsminister Howard Lutnick, Gesundheits- und Sozialminister Robert F. Kennedy Jr., der amtierende Arbeitsminister Keith Sonderling, NASA-Administrator Jared Isaacman, der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer, Armeeminister Dan Driscoll, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen Mike Waltz sowie die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt.

Strenge Sicherheitskontrollen

Im Rahmen der verschärften Sicherheitsmaßnahmen musste jeder Gast beim Einlass einen personalisierten QR-Code sowie einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen.
Anschließend passierten die Gäste mehrere Sicherheitskontrollen, bevor sie Zugang zum Ballsaal erhielten.
Die Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses wurde 1914 gegründet, um die Pressefreiheit zu schützen und den Zugang von Journalisten zum Weißen Haus zu sichern. Ihr erstes Dinner veranstaltete sie 1921. Der erste amtierende US-Präsident, der an der Veranstaltung teilnahm, war Calvin Coolidge im Jahr 1924.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‘Show Must Go On’: Trump Delivers Remarks at Correspondents’ Dinner“. (Deutsche Bearbeitung: zk)
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Nachgeholtes Dinner: Trump teilt gegen Medien aus und sorgt für Lacher


In Kürze:

  • Donald Trump sprach beim nachgeholten Dinner der White House Correspondents’ Association in Washington.
  • Der Präsident kritisierte Medien, scherzte über eine Kandidatur 2028 und lobte teilweise Journalisten.
  • Das Ereignis war nach einem Schusswaffenangriff im April verschoben worden.

 
US-Präsident Donald Trump hat beim nachgeholten Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses in Washington mit einer Mischung aus Kritik gegen die Medien und versöhnlichen Tönen für Aufmerksamkeit gesorgt. Die ursprünglich für den 25. April geplante Veranstaltung war nach einem Attentatsversuch auf Trump kurzfristig abgesagt worden und wurde nun im Hotel Waldorf Astoria in Washington nachgeholt.
„Ich freue mich sehr, hier zu sein“, sagte Trump zu Beginn seiner einstündigen Rede.
„Erstaunliche Menschen, viele Menschen, die ich mag. Einige mag ich überhaupt nicht, aber die meisten respektiere ich. Ich muss sagen, dass Sie großartige Arbeit leisten, eine erstaunliche Arbeit, und es ist eine Ehre. Wie ich vor drei Monaten gesagt habe: Die Show muss weitergehen.“
Mit gewohnt provokanten Aussagen und mehreren Scherzen setzte Trump seine Rede fort. Dabei bezeichnete er die anwesenden Gäste als „die größte Gruppe von Menschen mit Trump-Derangement-Syndrom, die jemals zusammengebracht wurde“.

Trump kritisiert Medien und scherzt über dritte Amtszeit

Während seiner Rede teilte Trump erneut gegen die Medien aus. Er bezeichnete sich selbst als den transparentesten Präsidenten der Geschichte und sagte scherzhaft voraus, dass viele Medienunternehmen nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus vor finanziellen Problemen stehen würden.
„Wenn ich weg bin, werdet ihr alle pleite sein. Euer Geschäftsmodell wird beendet sein“, sagte der Präsident.
Gleichzeitig nahm Trump die Diskussion um eine mögliche weitere Kandidatur mit Humor. Um die Medien zu „retten“, kündigte er scherzhaft an, für eine vierte Amtszeit als US-Präsident antreten zu wollen.
„Deshalb möchte ich heute Abend zeigen, wie sehr mir die Presse am Herzen liegt“, sagte Trump. „Ich freue mich, meine Absicht anzukündigen – und das ist gewissermaßen eine exklusive Nachricht –, meine Absicht, für eine vierte Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten zu kandidieren.“
Anschließend setzte er eine „Trump 2028“-Mütze auf, was beim Publikum für Lachen sorgte.

US-Präsident Donald Trump spricht beim nachgeholten Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses im Ballsaal des Waldorf Astoria in Washington.

Foto: Eric Lee/Getty Images

Besonderes Verhältnis zu Journalisten

Abgesehen von der Veranstaltung im April, die nach einem Schusswaffenangriff unmittelbar außerhalb des Hauptsaals abgesagt worden war, war es Trumps erster Besuch des Dinners als amtierender Präsident.
Trump nahm auch die Veranstaltung selbst mit Humor und sagte, das Dinner sei „viel schlimmer“ gewesen, als er erwartet habe. Gleichzeitig betonte er, dass er und die anwesenden Journalisten beim April-Termin „eine Zeit des Traumas durchgemacht“ hätten, die eine besondere Verbindung zwischen ihnen geschaffen habe. Er kündigte an, auch im kommenden Jahr wieder an der Veranstaltung teilnehmen zu wollen.
Während seiner einstündigen Rede fand Trump jedoch nicht nur kritische Worte für die Medien. Er erklärte, er respektiere die meisten Reporter und möge einige von ihnen. Gleichzeitig warf er den Medien vor, seine Regierung und seine politischen Entscheidungen häufig unfair dargestellt zu haben.
Darüber hinaus griff der Präsident politische Gegner an, kritisierte einzelne Journalisten und wandte sich anschließend gegen Demokraten sowie weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Trump weist Obama-Erzählung zurück

Trump widersprach außerdem der weit verbreiteten Darstellung, dass ihn die Spottreden des damaligen Präsidenten Barack Obama beim Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses im Jahr 2011 dazu bewogen hätten, selbst für das Präsidentenamt zu kandidieren. Nach eigenen Angaben hätten Obamas Bemerkungen keine Rolle bei seiner Entscheidung gespielt, 2016 ins Rennen einzusteigen.
„Ich habe einfach entschieden, dass ich Amerika wieder großartig machen wollte. Das hatte nichts mit diesem Dinner zu tun“, sagte Trump.
Nach seiner Rede übernahm der Mentalist Oz Pearlman die Bühne und unterhielt das Publikum mit Gedankenlese-Tricks. Damit endete die Veranstaltung.

US-Präsident Donald Trump spricht beim nachgeholten Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses im Ballsaal des Waldorf Astoria in Washington.

Foto: Eric Lee/Getty Images

„Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“

Die scheidende Präsidentin der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses, Weijia Jiang, eröffnete den Abend mit einer Ansprache.
„Was auch immer uns trennen mag, wir stehen gemeinsam gegen politische Gewalt“, sagte sie.
Mit Blick auf den Attentatsversuch auf Trump erklärte Jiang: „Ein Attentatsversuch auf unseren Präsidenten ist ein Angriff auf die Demokratie selbst.“ Ihre Worte wurden vom Publikum mit Applaus aufgenommen.
„Unsere Botschaft heute Abend lautet: Wir sind zurück. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“, sagte Jiang abschließend.

Schusswaffenangriff führte zu Absagen im April

Das Dinner im Washington Hilton am 25. April wurde unterbrochen, nachdem außerhalb des Ballsaals Schüsse gefallen waren. Der 31-jährige Kalifornier Cole Tomas Allen soll mit einer Schrotflinte die Sicherheitskontrollen überwunden und auf einen mit einer kugelsicheren Weste ausgestatteten Beamten des Secret Service geschossen haben. Die Sicherheitskräfte reagierten umgehend und nahmen Allen fest. Der Beamte blieb unverletzt, weitere Verletzte gab es nicht.
Der Secret Service brachte Trump, First Lady Melania Trump, Vizepräsident JD Vance sowie mehrere Kabinettsmitglieder umgehend aus dem Veranstaltungsort in Sicherheit.
Die Anklage wirft Allen vor, bei der Veranstaltung versucht zu haben, Trump zu ermorden. Darüber hinaus werden ihm der Transport einer Schusswaffe über Bundesstaatsgrenzen hinweg mit der Absicht, eine Straftat zu begehen, sowie das Abfeuern einer Schusswaffe im Zusammenhang mit einem Gewaltverbrechen zur Last gelegt. Allen hat auf nicht schuldig plädiert.

Auszeichnungen für Sicherheitskräfte

Bei der Veranstaltung zeichnete die Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses den Secret-Service-Beamten Victor Gonzales sowie die Mitarbeiter des Washington Hilton für ihren außergewöhnlichen Einsatz während des Schusswaffenangriffs aus. Zugleich kündigte die Vereinigung an, das Dinner im kommenden Jahr erneut im Washington Hilton auszurichten.
Das Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses ist eine festliche Gala in der Abendgarderobe, an der Medienvertreter, Wirtschaftsführer, Prominente, Kongressabgeordnete und Kabinettsmitglieder teilnehmen. Die Veranstaltung würdigt die Rolle der Vierten Gewalt sowie die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Weißen Haus berichten.

Weniger Gäste wegen organisatorischer Herausforderungen

Die Korrespondentenvereinigung erklärte, die organisatorischen Herausforderungen bei der Planung eines zweiten Dinners hätten dazu geführt, dass die Veranstaltung in einem kleineren Rahmen stattfinden musste. Entsprechend sei auch die Gästeliste deutlich reduziert worden. Der Ballsaal des Washington Hilton bietet Platz für rund 3.000 Personen, während das Waldorf Astoria lediglich etwa 700 Gäste aufnehmen kann.
Wie ein Mitarbeiter des Weißen Hauses der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times mitteilte, nahm der Großteil von Trumps Kabinett an der nachgeholten Veranstaltung teil. First Lady Melania Trump, Vizepräsident JD Vance und Rubio blieben wegen anderer Verpflichtungen fern.
Nach Angaben des Weißen Hauses gehörten zu den Vertretern der Trump-Regierung beim Dinner der amtierende Justizminister Todd Blanche, FBI-Direktor Kash Patel, Bildungsministerin Linda McMahon, die Leiterin der Small Business Administration Kelly Loeffler, Innenminister Doug Burgum, Energieminister Chris Wright, Heimatschutzminister Markwayne Mullin, Kriegsminister Pete Hegseth, Finanzminister Scott Bessent, Handelsminister Howard Lutnick, Gesundheits- und Sozialminister Robert F. Kennedy Jr., der amtierende Arbeitsminister Keith Sonderling, NASA-Administrator Jared Isaacman, der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer, Armeeminister Dan Driscoll, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, sowie die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt.

Strenge Sicherheitskontrollen

Im Rahmen der verschärften Sicherheitsmaßnahmen musste jeder Gast beim Einlass einen personalisierten QR-Code sowie einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen.
Anschließend passierten die Gäste mehrere Sicherheitskontrollen, bevor sie Zugang zum Ballsaal erhielten.
Die Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses wurde 1914 gegründet, um die Pressefreiheit zu schützen und den Zugang von Journalisten zum Weißen Haus zu sichern. Ihr erstes Dinner veranstaltete sie 1921. Der erste amtierende US-Präsident, der an der Veranstaltung teilnahm, war Calvin Coolidge im Jahr 1924.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‘Show Must Go On’: Trump Delivers Remarks at Correspondents’ Dinner“. (Deutsche Bearbeitung: zk)
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Lesekrise und neuer Trend: Mehr Wert schaffen als nur Buch

Deutschland, das Land der Bücher und Leser. Hier erfand 1454 Johannes Gutenberg den Buchdruck und eröffnete dadurch Bildungsmöglichkeiten für die breite Bevölkerung.
Und jetzt ein Aufschrei aus der Buchbranche: „Die Lesekrise hat nun auch den Buchmarkt erreicht: Der sich immer weiter verschlechternde Zustand der Lesekompetenz in Deutschland schlägt sich erstmalig deutlich in den Buchkäufen nieder“, beklagte am 9. Juli der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Hierzulande gab es mit Stand 2024 nach Auskunft des Sprachrohrs der deutschen Buchbranche etwa 3.000 Buchverlage mit 30.100 Beschäftigten. Insgesamt erwirtschafteten die Verlage einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro.

Ein Viertel der Buchläden in fünf Jahren geschlossen

Ende 2025 zeigte sich die Buchhandelsbranche alarmiert aufgrund einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes (Destatis).
Das Amt teilte im Oktober mit, dass innerhalb von fünf Jahren zwischen 2018 und 2023 die Zahl der Bucheinzelhändler um knapp ein Viertel gesunken sei. Demnach gab es vor drei Jahren nur noch 2.980 Unternehmen im Bucheinzelhandel.
Als „mögliche Gründe“ für diesen Negativtrend führte Destatis „steigende Mieten und Personalkosten“ sowie „ein geändertes Kaufverhalten“ an. Gemeint sind damit die Online-Bestellmöglichkeiten. Worauf das Amt, das zum Bundesinnenministerium gehört, nicht einging, hat nun der Börsenverein benannt:
Sebastian Guggolz, Vorsteher des Verbands: „Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt – das Ergebnis lässt sich nun unmittelbar an den Marktzahlen ablesen.“
Diese Zahlen müssten seiner Meinung nach „auch ein Weckruf an die Politik sein“. Guggolz forderte „umgehend konsequente Maßnahmen, um Bildung und Lesekompetenz zu verbessern“. Dies müsse zur obersten Priorität für Bund, Länder und Kommunen werden. „Denn Lesen ist immaterielle Infrastruktur“, so der Verbandsvorsitzende.
Eine Altersgruppe steche laut Börsenverein besonders hervor: Die Zahl der Kunden im Alter zwischen 10 und 15 Jahren sei zwischen 2024 und 2025 um 30,6 Prozent zurückgegangen. Damit seien auch die Ausgaben in dieser Altersgruppe um 23,8 Prozent gesunken. Aber auch insgesamt habe der Branchenumsatz mit 9,62 Milliarden Euro um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgenommen.

Wo Mario Adorf als Kind lebte

Wie sieht es konkret vor Ort aus? Epoch Times besuchte die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen. Die von Handwerkern und Autoverkäufern geprägte Kleinstadt im Süden der Eifel, dort, wo das karge Land sich allmählich zum sonnigen Moseltal weitet, hat rund 20.000 Einwohner.
Bekanntester Mayener war der am 8. April in Paris verstorbene Schauspieler Mario Adorf, der der Babyboomer-Generation der 50er- und 60er-Jahre durch die Karl-May-Filme als Bösewicht Santer, der „Mörder von Winnetous Schwester“, bekannt ist. Karl-May-Bücher verkauft Reuffel aber heutzutage nicht mehr, sagt Meike Steinmetz, Filialleiterin in Mayen. Es bestehe für diese Bücher keine Nachfrage mehr.
Der Klage des Börsenvereins über den Abwärtstrend bei 10- bis 15-jährigen Käufern kann sich Steinmetz nur „bedingt anschließen“. Richtig sei, dass diese Lesergruppe nicht so stark vertreten sei wie andere. Sie relativiert dies jedoch: Kinder in diesem Alter würden generell viel „ausprobieren“. In späteren Jahren kehrten sie zurück. Das zeige etwa folgendes Kaufverhalten:
„Wir haben sehr viele Kunden aufgrund des neuen Genrebereichs „New Adult“. Davon fühlten sich junge Erwachsene im Alter von 18 bis Ende zwanzig angezogen. New Adult bezeichnet den Belletristikbereich Romanze – das sind in erster Linie Liebesromane für junge Erwachsene.
Die jungen Autoren würden jene Themen behandeln, die diese Generation interessiert, sagt Steinmetz: „Liebe. Findung. Wer bin ich?“ Dieser Trend schlage sich auch in ihrer englischsprachigen Abteilung nieder.

Die Boomer kaufen Kinderbücher und Campingführer

Als weitere Kundengruppe lässt sich die Seniorengeneration identifizieren. Sie kauft Bücher für ihre Enkelkinder und deckt sich mit Campingführern und Reiseführern ein, weiß Steinmetz zu berichten. Entgegen den vom Börsenverein beklagten Trends laufe ihr Buchgeschäft gut.
Auch bezüglich der weiteren Reuffel-Niederlassungen in Koblenz und Montabaur „sind wir unternehmensweit zufrieden“. Die kleine Reuffel-Kette „tut auch viel dafür. Wir sehen zu, dass wir wettbewerbsfähig bleiben“, so Steinmetz. Als Beispiel nennt die Teamleiterin Leseförderung, etwa Besuche von Schulklassen.
Eine Kollegin würde zum Beispiel erklären, wie ein Buch entsteht. Im Haus gebe es eine alte Buchpresse, die an alle Filialen ausgegeben werde. Mit dieser könnten sich die Schüler ein eigenes Buch herstellen. Damit werde ein Buch zum unmittelbaren Erlebnis.

Schulbücher bestimmen zeitweise das Geschäft

Aber das Buchgeschäft setzt aktiv viel früher an, etwa mit einem eigenen Kita-Portal. Und die Mayener Filiale beliefert Kindergärten mit Bücherkisten. In der Weihnachtszeit kämen Bücherkisten für Bibliotheken hinzu. Und auch Buchausstellungen würden organisiert.
Seit Mai boome das Schulbuchgeschäft. „Im Mai kommen schon die ersten Eltern von den ganz Kleinen, die eingeschult werden, mit Schulbuchlisten.“
Das Städtchen Mayen bietet für das weite Umland eine Reihe von Schulen an: mehrere Grundschulen, eine Gesamtschule, eine Berufsschule, eine Realschule sowie ein Gymnasium. Das schlage sich auch im Buchgeschäft nieder. Trotz ihrer Kita-Initiative kämen Kinder oft erst zur Einschulung mit den Eltern in den Buchladen und würden sich erstmals „umschauen“. Das sei für viele Kinder „der erste Kontakt mit Büchern“.
Steinmetz verkauft persönlich am liebsten Belletristik. „Das ist mein Steckenpferd“, sagt sie. Von den Kollegen habe jeder seine „Nische“. In Mayen arbeiten dauerhaft sieben Mitarbeiter. Die Reuffel-Kette beschäftigt insgesamt circa 100 Mitarbeiter.

Die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen im Juli 2026.

Foto: Tom Goeller

10.000 Bücher ständig vorrätig

Erstaunlich für die Kleinstadt ist, dass Reuffel viele Sachbücher aus dem Bereich Geschichte und Politik anbietet. „Wir haben eine große Klientel, die sich für den Bereich Geisteswissenschaften und Philosophie interessiert.“
Sie selbst lebe seit 18 Jahren in Mayen und könne keine bestimmte Tendenz unter den Kunden wahrnehmen. Vielmehr stelle sie fest, dass Kunden thematisch generell breit interessiert seien. Das Geschäft in Mayen hält deshalb rund 10.000 Bücher vorrätig.
Betritt man den Buchladen, fällt auf, dass die Regale übersichtlich in viele Einzelkategorien unterteilt sind. Das hilft der raschen Orientierung. Gleich rechts neben dem Eingang steht in roter Schrift mit einer weißen Zielfernrohrmarkierung: „Tödliche Verbrechen“. Hier geht es also um Kriminalromane.

Die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen im Juli 2026.

Foto: Tom Goeller

Woanders wird mit einem Bogen-Pfeil auf „Spannung“ hingewiesen. Ein altes, aufgemaltes Uhrwerk zeigt „Vergangenheit“ an – also Bücher mit historischen Inhalten. Bei der Kinderbuchabteilung heißt es: „Hier gibts was zu entdecken“. Daneben ist ein Fernrohr aufgemalt.
Direkt neben der Kasse befindet sich eine Ecke, die mit den Regalbeschriftungen „Eifel & Co“, „Eifel entdecken“ und „Natur pur“ gekennzeichnet ist. Bücher über die Region seien stark gefragt, sagt Steinmetz. Das läge teilweise auch an den vielen Touristen.

Die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen im Juli 2026.

Foto: Tom Goeller

Neuer Trend: „Non-Books“

Ein weiterer Bereich, der für das Buchgeschäft zunehmend wichtig geworden sei, sei die Kategorie „Non-Books“ – also Artikel, die keine Bücher sind, „sich aber gut mit Büchern kombinieren lassen“, erklärt Steinmetz.
Bei Erwachsenen seien dies etwa Trinkgläser mit buchbezogenen Glashaltern. Im Kinderbuchbereich ergänzen Kuscheltiere die Bücher für die Kleinen. Warum kaufen Leser solche „Non-Books“? Sie böten den Kunden einen „Mehrwert als Verkaufserlebnis“, sagt die Buchhändlerin. „Das wird immer mehr im Buchhandel. Wir finden das gut.“
Psychologisch erklärt die Fachfrau diesen neuen Trend damit, dass Buchhandel „ein Erlebnis“ biete.
„Wir verkaufen Emotionen. So möchten wir auch wahrgenommen werden. Gerade Artikel wie Stofftiere sind ja schon emotionsbeladen.“ Ihre Kunden möchten zunehmend „nicht nur einfach ein Buch“ kaufen, sondern interessieren sich zudem für weitere Artikel, „die wir für sie aussuchen“.

Die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen im Juli 2026.

Foto: Tom Goeller

Mehr wert als nur ein Buch

Der Buchhandel sei heutzutage „nicht mehr ein reiner Wissensvermittler“. Steinmetz: „Als ich in der Branche angefangen habe, verkauften wir nur Bücher, und das Höchste der Gefühle damals war mal ein Lesezeichen dazu.“ Heute aber, so ist Steinmetz überzeugt, würden durch die Non-Books-Artikel „absolute Mehrwerte geschaffen“.
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Biologe: „Schwer zu glauben“, dass Drosten nichts von Forschung am Institut in Wuhan wußte

Schon früh in der Coronakrise kam die Frage nach dem Ursprung des Virus auf. Der Bundesnachrichtendienst und Wissenschaftler wie der Hamburger Physikprofessor Roland Wiesendanger sahen vermehrte Anzeichen für einen Laborursprung.
Neu veröffentlichte Chatverläufe belegen nun, dass auch prominente Virologen anfangs einen Laborunfall für denkbar hielten. In veröffentlichten Arbeiten vertraten dieselben Wissenschaftler jedoch entgegengesetzte Auffassungen.
Eine zentrale Rolle zur Frage nach dem Ursprung der Pandemie spielte das „Proximal Origin“-Papier in vom März 2020.
Anthony Fauci, der damalige Direktor des US-amerikanischen Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, wirkte laut dem republikanische US-Senator Rand Paul heimlich an dessen Veröffentlichung mit, wurde jedoch weder als Autor aufgeführt noch als Mitwirkender genannt.
Das Papier wurde von Fauci, anderen US-Regierungsvertretern und Medien als Beleg dafür angeführt, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 aus der Natur stammt, und wurde zu einem der meistzitierten Fachartikel in jüngster Zeit.

Neu veröffentlichte Chatverläufe

Die fünf Autoren waren laut Fauci „hoch qualifizierte Evolutionsvirologen“. Im Vorfeld der Veröffentlichung tauschten sie sich mit weiteren Wissenschaftlern aus. Zentral war dabei eine rund einstündige Telefonkonferenz am 1. Februar 2020, an der auch der deutsche Virologe Christian Drosten teilgenommen hat.
Vor einer Anhörung Faucis vor dem US-Senat in der kommenden Woche wurden nun weitere Chatverläufe der Wissenschaftler veröffentlicht, wie die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times berichtet.
Evolutionsbiologe Kristian Andersen, einer der Autoren, schrieb am 11. Juni 2020 in einer Nachricht auf der Kommunikationsplattform Slack:
„Ich muss sagen, dass hier und da einige ziemlich eindeutige Beweise auftauchen, mit denen ich mich nicht wohlfühle.“
Andersen reagierte damit auf einen Social-Media-Beitrag. Dieser beschrieb Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2006 zur Einfügung einer charakteristischen Sequenz, einer Furin-Spaltstelle, an genau der Stelle, an der sich die Spaltstelle im SARS-CoV-2-Virus befindet, das COVID-19 verursacht. 

Fehler im „Proximal Origin“-Papier

„Was mir wirklich zu schaffen macht, ist, dass wir am Ende des Tages keine stichhaltigen Beweise für die eine oder andere Seite haben – und insbesondere angesichts einiger der jüngsten Erkenntnisse können wir auch nicht ausschließen, dass es tatsächlich jemand dort eingefügt hat“, ergänzte Andersen später.
Im „Proximal Origin“-Papier erklärten die Autoren, dass ihre Analysen „eindeutig zeigen, dass SARS-CoV-2 kein im Labor hergestelltes oder absichtlich manipuliertes Virus ist“ und dass kein im Labor entstandenes Szenario plausibel sei.
„Die Autoren sagten öffentlich, es gäbe ‚keine Beweise‘ dafür, dass SARS-CoV-2 künstlich hergestellt wurde“, machte Paul am 21. Juli während einer Anhörung im US-Senat deutlich. Er ergänzte:
„Kristian Andersen schätzte die Wahrscheinlichkeit eines Laborlecks intern auf 30 Prozent. Eddie Holmes ging von 20 Prozent aus – später korrigierte er diese Schätzung auf 10 Prozent. Das ist nicht null.“
Paul, der Vorsitzende des Senatsausschusses für Heimatschutz und staatliche Angelegenheiten, hat die Slack-Nachrichten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Andersen wies an mehreren Stellen im Chat darauf hin, dass ihr Papier zum Ursprung des Virus Fehler enthalte. Beispielsweise gaben die Autoren an, dass die Forschung an Fledermaus-Coronaviren „weltweit“ durchgeführt worden sei. 
„Das stimmt nicht“, schrieb Andersen. „Es hat sich ausschließlich am WIV ereignet“, womit er das Wuhan Institute of Virology meinte.
Die Fachzeitschrift „Nature Medicine“, in der der Artikel über den proximalen Ursprung veröffentlicht wurde, hat es abgelehnt, den Artikel zurückzuziehen oder anderweitig anzupassen.
Andersen schrieb in weiteren Nachrichten auf Slack im Juni 2020, dass einige neue Erkenntnisse über den Ursprung von SARS-CoV-2 „merkwürdig“ seien. Er glaube nun, ein Ursprung im Labor und ein natürlicher Ursprung seien „gleich wahrscheinlich“. 
Der Professor am Institut für Immunologie und Mikrobiologie des Scripps Research in Kalifornien hat bei einer Anhörung vor dem US-Kongress berichtet, dass eine genauere Prüfung der Beweislage die Autoren letztlich zum Ausschluss eines Laborursprungs geführt habe.
Andersen und Virologe Eddie Holmes haben bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf eine Anfrage der Epoch Times geantwortet.
Fauci hat auf E-Mails, in denen er um eine Stellungnahme zu den von Paul veröffentlichten Dokumenten gebeten wurde, nicht geantwortet.

Förderantrag für „Gain-of-Function“-Forschung

Einige der Chatverläufe bezogen sich auf einen Förderantrag für Hochrisikoforschung von 2018 an eine dem Verteidigungsministerium unterstellte Behörde, der nicht genehmigt, aber 2021 veröffentlicht worden war.
Das Projekt mit dem Namen DEFUSE, eingereicht von der NGO EcoHealth Alliance, schlug vor, Forschungen durchzuführen, um eine Furin-Spaltstelle in Coronaviren einzufügen. EcoHealth Alliance hat auch Forschungsgelder an das Wuhan Institute of Virology weitergeleitet.
„Es ist durchaus denkbar, dass jemand das Ganze einfach ausprobiert hat“, schrieb Andrew Rambaut, einer der Autoren des „Proximal Origin“-Papiers und Biologieprofessor an der Universität Edinburgh, am 21. September 2021, nachdem das Dokument veröffentlicht worden war. Er fügte hinzu:
„Wir müssen uns nur wieder davon überzeugen, dass es ein Zufall ist.“
Rambaut hat bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf eine Anfrage der Epoch Times reagiert.
„Wir haben in diesem Labor immer noch keine Beweise für SC2 [SARS-CoV-2], und sie müssen es zuerst sequenziert haben“, schrieb Holmes später am selben Tag. „Aber es ist sehr auffällig, dass ein von Fledermäusen stammendes CoV [Coronavirus] mit einer FCS [Furin-Spaltstelle] in einer Stadt auftaucht, die Fördermittel für die Untersuchung von FCS [Furin-Spaltstellen] in von Fledermäusen stammenden CoV [Coronaviren] erhalten hat.“
Andersen erklärte, dass sie das nicht ignorieren können und dass er dem National Institutes of Health sowie Anthony Fauci „etwas zurückgeben“ müsse.

Was wusste Christian Drosten?

Der dänische Evolutionsbiologe äußerte sich auch zu Christian Drosten, der seit dem Frühjahr 2022 gegen den Physiker Wiesendanger juristisch vorgeht.
Die Aussage, Drosten habe die Öffentlichkeit bezüglich der Herkunft des Virus „gezielt getäuscht“, empfand der Virologe als „ehrabschneidend“. Drosten rechtfertigte sich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“:
„Viele Wissenschaftler, auch ich, haben damals in einem Statement im Medizinjournal ‚The Lancet‘ für die Kollegen aus Wuhan die Hand ins Feuer gelegt, wurden aber über diese Projekte nicht informiert. Hätte ich davon gewusst, hätte ich zumindest Rückfragen gehabt, bevor ich meine Unterschrift leistete.“
Andersen kommentierte im Chat: 
„Drosten soll nichts von der Forschung am WIV gewusst haben? Das fällt schwer zu glauben – zumal wir natürlich in der Telefonkonferenz darüber gesprochen haben.“ 
Das Landgericht Hamburg hat Wiesendanger im April 2026 zwei Aussagen über Drosten verboten, darunter die Behauptung, er habe gezielt die Öffentlichkeit getäuscht.
Drosten war Mitautor eines offenen Briefes von Wissenschaftlern, der im Journal „The Lancet“ am 19. Februar 2020 erschienen ist. Darin heißt es: „Wir stehen zusammen und verurteilen auf das Schärfste Verschwörungstheorien, die besagen, dass COVID-19 keinen natürlichen Ursprung hat.“
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Schrumpfendes Gehirn im Alter: Fehlt Ihrem Kopf dieser eine alltägliche Nährstoff?

Vitamin C hat sich seinen Ruf als Mittel zur Stärkung des Immunsystems erworben. Doch Wissenschaftler stellen zunehmend fest, dass eine seiner wichtigsten Funktionen möglicherweise im Schutz des alternden Gehirns liegt.
Diese Möglichkeit wurde durch eine aktuelle Studie mit mehr als 2.000 älteren japanischen Erwachsenen festgestellt. Die Forscher fanden heraus, dass Teilnehmer mit niedrigeren Vitamin-C-Spiegeln im Blut über weniger graue Substanz verfügten und die Kommunikation innerhalb eines der ersten bei der Alzheimer-Krankheit betroffenen Hirnnetzwerke schwächer war.

Warum Vitamin C für das Gehirn wichtig sein könnte

Vitamin C kann viel mehr als nur das Immunsystem stärken: Es ist ein echter Schutzschild für unser Gehirn. Als Antioxidans fängt es schädliche Stoffe (freie Radikale) ab, die das Gehirn mit den Jahren altern lassen. Gleichzeitig hilft es bei der Herstellung von Botenstoffen, mit denen Gehirnzellen untereinander Informationen austauschen.
Der Mensch kann Vitamin C nicht selbst produzieren und muss es vollständig über die Ernährung aufnehmen. Reichhaltige Quellen sind Zitrusfrüchte, Beeren und grünes Blattgemüse.
Die empfohlene Tagesdosis beträgt für die meisten erwachsenen Frauen 95 mg und für die meisten erwachsenen Männer 110 mg. Während einige Forscher vermuten, dass eine höhere Zufuhr zusätzliche Vorteile bieten könnte, ist die optimale Zufuhr für die langfristige Gesundheit des Gehirns noch nicht ermittelt worden.

Bisherige Forschung

Die neuen Erkenntnisse ergänzen eine wachsende Zahl von Belegen, die einen Zusammenhang zwischen einem gesunden Vitamin-C-Status und einer besseren kognitiven Gesundheit herstellen.
Eine niederländische Studie aus dem Jahr 2002 begleitete 5.395 Personen über sechs Jahre hinweg und stellte fest, dass eine hohe Zufuhr von Vitamin C und E mit einem um 18 Prozent geringeren Risiko für Alzheimer verbunden war.
Andere Studien haben ergeben, dass selbst Vitamin-C-Spiegel, die zu niedrig sind, um klassische Mangelerscheinungen hervorzurufen, bei älteren Erwachsenen mit einem schlechteren Gedächtnis und einer langsameren Informationsverarbeitung in Verbindung gebracht wurden.
Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022, in der 12 Studien ausgewertet wurden, ergab ebenfalls, dass Menschen mit Alzheimer durchweg signifikant niedrigere Vitamin-C-Spiegel im Blut aufwiesen als kognitiv gesunde Erwachsene, was darauf hindeutet, dass der Nährstoff eine Rolle beim Krankheitsverlauf spielen könnte.
Ältere Erwachsene sind möglicherweise einem höheren Risiko für niedrige Vitamin-C-Spiegel ausgesetzt, was auf verminderten Appetit, eine weniger abwechslungsreiche Ernährung sowie altersbedingte Veränderungen der Verdauung und Aufnahme zurückzuführen ist, sagte Jen Scheinman, eine in New York ansässige staatlich geprüfte Ernährungsberaterin, gegenüber der Epoch Times.
Chronische Erkrankungen, Entzündungen und bestimmte Medikamente können den Vitamin-C-Bedarf des Körpers zusätzlich erhöhen.

Vitamin C ist nur ein Teil des Puzzles

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Studie nicht beweist, dass Vitamin C das Gehirn direkt schützt. Ein Grund dafür ist, dass Menschen mit höheren Vitamin-C-Spiegeln oft insgesamt einen gesünderen Lebensstil pflegen.
Vitamin C sollte als Teil eines umfassenden Ernährungsmusters betrachtet werden, wie beispielsweise der Mittelmeerdiät oder der MIND-Diät (Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay), so Dr. Thomas Holland, klinischer Forscher, der sich mit kognitivem Altern befasst und nicht an der Studie beteiligt war.
„Kein einzelnes Lebensmittel und kein einzelnes Vitamin kann Demenz verhindern“, sagte Holland. „Aber eine konsequent nährstoffreiche Ernährung, einschließlich reichlich vitamin-C-reicher Obst- und Gemüsesorten, kann langfristig dazu beitragen, die kognitiven Funktionen zu erhalten.“
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „Low Vitamin C Linked to Reduced Brain Volume, Study Finds“. (deutsche Bearbeitung kr)
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Hat München sein Wasserproblem selbst verursacht?


In Kürze:

  • In München gilt seit 15. Juli eine befristete Allgemeinverfügung zum Wassersparen unter Androhung hoher Bußgelder.
  • Zwischen 9 und 19 Uhr gelten unter anderem Verbote für Poolbefüllung, Gartenbewässerung und private Wasserspiele.
  • Die öffentliche Begründung spiegelt gerade diese zeitliche Einschränkung nicht wider, doch die Ursache liegt anscheinend woanders:
  • Während der Untergrund ausreichend Wasser liefert, wurden die städtischen Wasserspeicher in den letzten Jahrzehnten nicht angemessen ausgebaut
  • Die Einschränkungen dienen nicht zum Schutz angeblich knappen Grundwassers, sondern der veralteten Infrastruktur.

 
Private Springbrunnen, Wasserspiele und Bewässerungsanlagen dürfen in München seit Mitte Juli tagsüber nicht mehr betrieben werden; Autos und Terrassen, Wände oder Dächer nicht mehr gewaschen werden; Badebecken und Regentonnen nicht befüllt und selbst Gärten dürfen – im Zeitraum von 9 bis 19 Uhr – nicht aus dem öffentlichen Versorgungsnetz bewässert werden.
Als Begründung verweist die bayerische Landeshauptstadt auf eine drohende Wasserknappheit infolge der anhaltenden Trockenheit. Bei wiederholten Verstößen drohen Strafen von bis zu 50.000 Euro. Angesichts der zeitlichen Einschränkungen, erscheinen die Maßnahmen seltsam, denn wer bis 8:59 Uhr Pool und Regentonnen gefüllt hat, kann darin anschließend ungestraft planschen oder daraus den Garten bewässern.
Die von Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) erlassene Allgemeinverfügung zur Einschränkung der Wasserentnahme selbst liefert keine ausführliche Begründung. Diese kann lediglich beim Referat für Klima- und Umweltschutz eingesehen oder angefordert werden. Auch das stellt einen eher unüblichen Vorgang dar.
Nach Medienberichten aber begründet die Stadt den Schritt mit der Trockenheit nach der jüngsten Hitzewelle sowie einem deutlichen Anstieg des Wasserverbrauchs. Der Oberbürgermeister erklärte hierzu:
„Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert.“
Weiter sagte Krause:
„Ich bitte alle Münchnerinnen und Münchner, sich an die Regeln zu halten, damit sich die Grundwasserpegel erholen. Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel, lassen Sie uns damit sorgsam umgehen.“

Wie ist die tatsächliche Versorgungslage?

Nach Angaben der Stadtwerke München stammen rund 75 Prozent des Trinkwassers aus dem Mangfalltal, 15 Prozent aus dem Loisachtal und etwa 10 Prozent als Reserve aus der Münchner Schotterebene. Da drei Viertel der Versorgung aus dem Mangfalltal stammen, kommt der Entwicklung des dortigen Grundwasserstandes besondere Bedeutung zu.
Die veröffentlichten Messdaten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zeigen jedoch, dass sich der Grundwasserstand derzeit im Bereich des langjährigen Mittels bewegt. Aus den Grundwasserständen allein lässt sich daher kein akuter Wassernotstand ableiten.

Wo liegt dann das eigentliche Problem?

Ein Blick auf die Versorgungsstruktur liefert eine mögliche Erklärung: Aus dem Mangfalltal werden laut den Stadtwerken München rund 2.800 Liter Wasser pro Sekunde – etwa 10.000 m³ pro Stunde – über ein Gefälle von rund 100 Höhenmetern nach München geleitet. Die Förderkapazität einer solchen Leitung ist aufgrund hydraulischer Randbedingungen und der Rohrreibungsverluste begrenzt.
Auf Grundlage der von den Stadtwerken veröffentlichten Versorgungsanteile ergibt sich auf Basis der oben genannten Menge eine tägliche Förderung von etwa:
  • rund 250.000 m³ aus dem Mangfalltal,
  • etwa 50.000 m³ aus dem Loisachtal,
  • rund 32.000 m³ aus der Münchner Schotterebene.
Insgesamt stehen damit ungefähr 332.000 m³ Trinkwasser pro Tag zur Verfügung. Dieses Wasser gelangt zunächst in Hochbehälter und nicht unmittelbar zu den Verbrauchern.

Die Bedeutung der Hochbehälter

Nach Angaben der Stadtwerke München verfügen die drei zentralen Trinkwasserhochbehälter – Kreuzpullach, Deisenhofen und Forstenrieder Park – über ein gemeinsames Speichervolumen von rund 306.000 m³ beziehungsweise 306 Millionen Litern. Dieses Volumen entspricht ungefähr dem durchschnittlichen Tagesverbrauch der Landeshauptstadt.
Ihre eigentliche Aufgabe besteht jedoch nicht in einer langfristigen Bevorratung, sondern im Ausgleich täglicher Verbrauchsschwankungen. Während der Verbrauch in den Morgen- und Nachmittagsstunden besonders hoch ist, werden die Speicher nachts wieder aufgefüllt.

Wo entsteht der Engpass?

Bei einem üblichen Tagesverbrauch von etwa 300.000 bis 350.000 m³ reicht die verfügbare Förderleistung für eine sichere Versorgung aus. Während der jüngsten Sommertage stieg der Wasserverbrauch nach Angaben der Stadt jedoch zeitweise auf über 400.000 m³ pro Tag. Damit entstand rechnerisch ein tägliches Defizit von rund 50.000 m³.
Unter der Annahme eines dauerhaft derart hohen Verbrauchs, würden die Hochbehälter kontinuierlich entleert. Das vorhandene Speichervolumen wäre dann nach wenigen Tagen weitgehend aufgebraucht. Rechnerisch wäre nach etwa sechs Tagen mit erheblichen Versorgungsproblemen zu rechnen.
Vor diesem Hintergrund erscheint die Allgemeinverfügung – einschließlich ihrer zeitlichen Ausprägung – als kurzfristige Maßnahme zur Stabilisierung der Versorgung grundsätzlich nachvollziehbar. Ob die öffentliche Begründung mit einer allgemeinen Wasserknappheit die eigentliche Ursache des Problems vollständig und richtig beschreibt, erscheint dagegen diskussionswürdig.

Wurde die Infrastruktur ausreichend ausgebaut?

Eine mögliche Erklärung liegt in der langfristigen Entwicklung Münchens: Die Einwohnerzahl der Landeshauptstadt ist in den vergangenen 20 Jahren um rund 25 Prozent gewachsen. Gleichzeitig wurden laut im Internet verfügbaren Informationen weder die Speicherkapazitäten der Hochbehälter in vergleichbarem Umfang erweitert, noch die Wassergewinnung entsprechend ausgebaut.
Dass die Versorgung dennoch über viele Jahre funktionierte, dürfte vor allem auf einen sparsameren Wasserverbrauch und effizientere Nutzung zurückzuführen sein. Diese Einsparungen konnten den steigenden Bedarf bislang weitgehend kompensieren.
Die außergewöhnlich hohen Verbrauchsspitzen während der jüngsten Hitzeperiode scheinen dieses System jedoch an seine Leistungsgrenze gebracht zu haben.

Ein weiteres Risiko

Hinzu kommt ein strukturelles Risiko: Rund 75 Prozent des Münchner Trinkwassers stammen aus einem einzigen Gewinnungsgebiet.
Sollte dieses Gebiet durch technische Störungen, Verunreinigungen oder außergewöhnliche Naturereignisse beeinträchtigt werden oder gleichzeitig eine der beiden übrigen Versorgungsquellen ausfallen, könnte die Versorgung der Landeshauptstadt erheblich erschwert werden.
Gerade vor dem Hintergrund einer wachsenden Bevölkerung stellt sich daher die Frage, ob die Trinkwasserinfrastruktur Münchens ausreichend resilient und redundant an heutige und an die zukünftigen Anforderungen angepasst ist.
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Über Bestelleltern und Kinder als Produkt: Für die EU ist Leihmutterschaft Ausbeutung

Jens Spahn und sein Ehemann sind durch eine Leihmutterschaft in den USA Eltern geworden. Dies löste in Deutschland eine Kontroverse über das Thema Leihmutterschaft aus. Hierzulande ist sie verboten.
Darüber, was kontrovers diskutiert wird und welche ethischen und rechtlichen Fragen damit verbunden sind, haben wir mit Cornelia Kaminski, der Bundesvorsitzenden der Aktion Lebensrecht für alle, gesprochen. Das vollständige Interview kann bei Epoch Times angesehen werden.

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Frau Kaminski, die Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, auch die Vermittlung. Wie ist es dann für Deutsche trotzdem rechtlich möglich, sich sozusagen ein Kind aus dem Ausland zu holen?
Der deutsche Staat handelt hier im Interesse der Kinder. Das ist zumindest die Argumentation. Sie sagen, jetzt ist das Kind ja einmal da, und jetzt hat es natürlich auch ein Recht darauf, bei seinen Eltern leben zu dürfen. Die Eltern sind diejenigen, die in der Geburtsurkunde eingetragen werden – nicht die Mutter, die das Kind ausgetragen hat. Die Adoption wird rechtlich durchgezogen, wobei das Verfahren selbst natürlich illegal bleibt.
Gibt es Länder, in denen besonders viele Ersatzmutterschaften stattfinden?
Es gibt natürlich Länder, die hervorstechen. Das sind die, in denen das entweder gar nicht geregelt ist, wo also Agenturen freie Bahn haben, oder die, in denen es geregelt und teuer ist, man dann als Kunde aber eben auf „Qualität“ setzen kann.
Es sind im ersten Fall hauptsächlich arme Länder sowie der afrikanische Kontinent, der als neuer Kontinent für Leihmutterschaftsagenturen entdeckt wurde, aber auch hier in Europa, ganz besonders Länder wie die Ukraine, Georgien oder Belarus, weil eben die Armut und die Not groß sind.
Sie haben mehrere ehemals postsowjetische Länder aufgezählt: Georgien, Ukraine, Belarus. Wieso gerade dort?
Wenn man marxistische Länder betrachtet, dann wissen wir, dass die Aufteilung der Frau in Mutter und Arbeitsbiene eigentlich Tradition hat. Nach marxistischem Prinzip kann eine Mutter zwar ein Kind gebären, doch die Erziehung wird dann outgesourct.
Die enge Bindung, die wir im Westen traditionell zwischen der Mutter und ihrem Kind sehen, auch im Christentum, und das Wissen darum, dass in den ersten drei Lebensjahren die Mutter für ein geborgenes Heranwachsen ihres kleinen Kindes essenziell ist, haben in sozialistischen Ländern nie eine große Rolle gespielt. Da galt: Möglichst schnell muss die Frau dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen.

Cornelia Kaminski, Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für alle.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e. V.

Die Familie darf genau genommen keine Erziehungsfunktion übernehmen. Das ist die Aufgabe des Staates, weil man natürlich auch so früh wie möglich Zugriff auf die Kinder haben möchte, um sie zu sozialistischen Bürgern zu erziehen.
Laut verschiedenen Berichten greifen besonders oft Chinesen auf eine Leihmutterschaft in den USA zurück. Dort soll es mehr als 100 von Chinesen geführte Vermittlungsagenturen geben. Was sind die Hintergründe?
Ja, das ist richtig. Da gibt es auch drastische Einzelfälle wie den eines chinesischen Milliardärs. Mittlerweile spricht man von 300 Kindern, die er sich per Leihmutterschaft in den USA hat produzieren lassen. Geld spielt da keine Rolle. In China selbst ist Leihmutterschaft verboten, wird auch mit hohen Strafen belegt. Daher nehmen das reiche Chinesen gern im Ausland in Anspruch.
In den USA gibt es eine verhältnismäßig große Sicherheit, sowohl bei der gesundheitlichen Versorgung als auch auf der rechtlichen Seite. Zudem hat ein in den USA geborenes Kind automatisch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Das ist für Chinesen ein Riesenvorteil.
Man darf nicht vergessen, dass es einfach ein riesiges Geschäftsmodell ist. Der Leihmutterschaftsmarkt bewegt sich im Bereich von Milliarden – mit aktuellen Wachstumsraten von bis zu 25 Prozent. Das heißt, da steckt irrsinnig viel Geld drin, mehr als in vielen anderen Wirtschaftszweigen.
Allen voran profitiert davon die Pharmaindustrie, weil dieser ganze Bereich ohne Medikamente nicht denkbar ist – Hormongaben, Synchronisation von Zyklen und so weiter. Es profitieren Rechtsanwaltskanzleien und Agenturen. Wer Geld hat und da investiert, hat gute Chancen, dass sich sein Geld vermehrt.

„Aus der Adoptionsforschung ist bekannt, was es mit Kindern macht, wenn sie einen Elternteil verlieren. Gerade der Verlust der Mutter führt zu Angststörungen, zu Bindungsunfähigkeit, zu einer Neigung zu Depressionen“, sagt Cornelia Kaminski. (Symbolbild).

Foto: Irina Gutyryak/iStock

Welche Kosten entstehen den Wunscheltern durch eine Leihmutterschaft?
Es kommt darauf an, in welchem Land man die Leihmutter anheuert und wie man verhandelt. In der Ukraine gibt es das schon für 50.000 bis 60.000 Euro. Die USA sind deutlich teurer. Da sind ganz schnell 180.000 bis 200.000 Euro fällig.
Diejenigen, die nicht so viel Geld haben, treten dann mit den Agenturen in Verhandlungen, und die Agenturen sind ihnen unter Umständen dabei behilflich, den Preis zu drücken – beim schwächsten Glied der Kette, der Leihmutter.
Sie haben schon über die Gesetzgeber gesprochen und darüber, dass diese jetzt aus Ihrer Sicht gefordert sind, nachzusteuern. Gibt es schon erste Entwürfe?
Es gibt nichts. Das ist der Eindruck, den ich habe. Meine ganz große Sorge ist, dass zwei prominente CDU-Politiker mit ihrem öffentlichen Bekenntnis und diesem Vorpreschen den Weg bahnen wollen für die Legalisierung der Leihmutterschaft auch in Deutschland.
Wir haben Anfang des Jahres einen großen internationalen Kongress zur Leihmutterschaft in Berlin organisiert. Wir hatten die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen eingeladen. Wir hatten auch Olivia Morel da, die Sprecherin der Deklaration von Casablanca.
Ich habe alle CDU/CSU-Abgeordneten des Bundestages eingeladen, weil sie in der Regierungsverantwortung sind und auf ihrem Parteitag gerade noch einmal die Ablehnung der Leihmutterschaft beschlossen hatten. Es kam keiner von ihnen.
Von einer christlichen Partei – und das ist die CDU ja ihrem Anspruch nach immer noch – erwarte ich, dass sie hier wirklich mal mit der Faust auf den Tisch schlägt und sagt: Bis hierhin und nicht weiter.
Das ist auch das, was ihre Wählerschaft erwartet. Sie glauben nicht, wie oft ich in den vergangenen zwei Tagen den Satz „Ich trete aus der CDU aus“ oder „Die wähle ich nie wieder“ gehört habe.
Sie haben Italien als Beispiel genannt, wo dazu die Gesetze verschärft wurden. Die EU sieht Leihmutterschaft als Ausbeutung und Straftat im Zusammenhang mit Menschenhandel sowie als schweres Vergehen im Umfeld organisierter Kriminalität. Auch die UN verurteilen Leihmutterschaft als Frauenausbeutung und Kinderhandel.
Für diese Stellungnahmen sowohl der Vereinten Nationen als auch der Europäischen Union bin ich sehr dankbar. Ich bin dem Papst sehr dankbar, der Anfang des Jahres vor dem diplomatischen Korps Leihmutterschaft noch einmal ganz deutlich verurteilt hat. Aber wir haben es hier mit einer ausgesprochen finanzstarken, sehr mächtigen Lobby zu tun.
Diese Lobby spielt mit dem Grundbedürfnis des Menschen nach Fortpflanzung. Der Wunsch des Menschen, Kinder zu haben und sich selbst darin eine Zukunft zu geben, ist zutiefst legitim und nachvollziehbar.
Ich glaube, das Wichtigste ist: Die Mutter trägt dieses Kind neun Monate lang unter ihrem Herzen. Jede Frau, die schon mal schwanger war, weiß, dass das etwas mit ihr macht. Der ganze Körper der Frau ist darauf ausgerichtet, die Schwangerschaft zu erhalten und das Kind zu beschützen. Es gibt von Anfang an eine ganz enge Kommunikation zwischen Mutter und Kind.
Diese Frau muss sich nun aber neun Monate lang sagen: „Ich darf aber nichts für das Kind empfinden.“ Das heißt, sie muss die Versuche des Bindungsaufbaus des Babys aktiv zurückweisen und sagen: „Nein, nein, du bist ein Fremdkörper. Mit dir habe ich nichts zu tun. Ich gebe dich gleich nach der Geburt ab.“ Das ist für die Frauen unfassbar schwierig. Und für die Babys ist das eine Katastrophe.
Dann kommt dazu, dass gerade im Fall der Fremdeizelle – wenn also die Frau mit einer fremden Ei- und Samenzelle schwanger gemacht wird – sie ein erhebliches gesundheitliches Risiko hat. Diese doppelte Fremd-DNA führt zu Abstoßungsreaktionen.
Dazu kommen postpartale Depressionen, weil sie das Kind, das sie neun Monate lang mit ihrem ganzen Körper behütet haben, in fremde Hände abgeben müssen. Und es ist ganz schwer, gar keine Beziehung zu einem Kind zu haben, zu einem neugeborenen Baby. Da schießen auch im Moment der Geburt einfach die Hormone ein.
Und dann diese Ungewissheit: An wen gebe ich das jetzt ab? Sind das wirklich gute Eltern? Wie wird es dem Kind mal gehen?
Wir wissen seit vielen, vielen Jahren aus der Adoptionsforschung, was es mit Kindern macht, wenn sie einen Elternteil verlieren. Gerade der Verlust der Mutter führt zu Angststörungen, zu Bindungsunfähigkeit, zu einer Neigung zu Depressionen.
Ich finde es unglaublich. Wir wissen das alles durch die Forschung. Die Daten liegen da. Und wir wischen das beiseite und tun so, als sei eine Mutter ein verzichtbarer Bestandteil im Leben eines Kindes. Mir fehlen da die Worte.
Vielen Dank für das Interview.
 
Das Interview führte Erik Rusch.
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„Beispielloser Cybervorfall“: OpenAI-KI-Agenten dringen selbstständig in fremde Systeme ein


In Kürze:

  • Zwei fortschrittliche OpenAI-Agenten brechen in Sicherheitssysteme einer Tech-Firma ein.
  • OpenAI hatte für Tests die Sicherheitsbarrieren verringert.
  • Künstliche Intelligenz nutzte Schwachstellen systematisch aus.
  • Wachsende Besorgnis um Cybersicherheit.
  • US-Präsident Trump gibt Executiv Order heraus.

Das US-Unternehmen OpenAI hat mitgeteilt, dass seine autonomen KI-Modelle in die Server der KI-Plattform Hugging Face eingedrungen seien. Der Vorfall ereignete sich während einer Aufgabe zur Optimierung der Leistungsbewertung der Modelle. OpenAI spricht von einem „beispiellosen Cybervorfall“.

GPT-5.6 Sol und ein noch leistungsfähigeres Test-Modell

Der ChatGPT-Hersteller erklärte in einem Blogbeitrag vom 21. Juli, dass die Modelle – darunter sein neu veröffentlichtes Modell GPT-5.6 Sol und ein noch leistungsfähigeres Modell, das sich noch in internen Tests befindet – in die Infrastruktur der KI-Plattform Hugging Face illegal eingedrungen seien. Zuvor seien die KI-Modelle aus einer eingeschränkten Umgebung (Sandbox) ausgebrochen, in der eine Cybersicherheitsbewertung durchgeführt wurde. OpenAI erklärte:
„Das Modell suchte und fand erfolgreich Wege, um Zugang zu geheimen Informationen zu erlangen, die es nutzen konnte, um die Bewertung zu manipulieren.“
In einem Fall kombinierte das Modell mehrere Angriffsvektoren zu einem einzigen Cyberangriff, indem es gestohlene Zugangsdaten mit sogenannten Zero-Day-Schwachstellen (bislang unbekannte Schwachstellen) auf den Hugging Face-Servern verknüpfte, bevor es einen Pfad zur Remotecodeausführung ausnutzte, um unbefugt auf Daten zuzugreifen.

OpenAI: „beispielloser Cybervorfall“

„Wir betrachten diesen Vorfall als einen beispiellosen Cybervorfall, der modernste Cyberfähigkeiten beinhaltet, und reagieren entsprechend“, sagte OpenAI.
Das Unternehmen veröffentlichte seine vorläufigen Ergebnisse weniger als eine Woche, nachdem Hugging Face offengelegt hatte, dass ein autonomer KI-Agent in einen Teil seiner Produktionsinfrastruktur eingedrungen war.
„Dieser Fall unterschied sich in einer wichtigen Hinsicht von allem, was wir zuvor gehandhabt hatten: Er wurde von Anfang bis Ende durch ein autonomes KI-Agentensystem angetrieben“, erklärte Hugging Face in einem Blogbeitrag vom 16. Juli und fügte hinzu, dass man zunächst nicht gewusst habe, welches Modell hinter dem Sicherheitsvorfall stecke.
OpenAI gab an, die anormale Aktivität intern entdeckt zu haben, bevor man Kontakt mit Hugging Face aufgenommen habe. Dessen Sicherheitsteam hatte bereits das böswillige Verhalten des KI-Eindringlings erkannt und arbeitete daran, ihn einzudämmen.
„Wir arbeiten aktiv mit ihnen zusammen, um den Vorfall weiter zu untersuchen“, sagte OpenAI und erklärte, dass man dankbar sei „für die schnelle und enge Zusammenarbeit von Hugging Face bei der Untersuchung und Behebung“ des Problems.

Das „Aber“ in der Gleichung

Der Vorfall ereignete sich in einer Evaluationsumgebung mit Nutzung fortschrittlicher Ausnutzungstechniken (Exploitation-Techniken) durch die OpenAI-Agenten. Zwar handelten die Modelle autonom, aber man hatte es ihnen durch die absichtliche Deaktivierung von Schutzvorkehrungen leichtgemacht, ihre maximalen Fähigkeiten auszuspielen.
„Autonome, KI-gesteuerte offensive Werkzeuge sind nicht länger theoretisch“, sagte Hugging Face und fügte hinzu, die wichtigste Lehre aus dem Einbruch sei, dass die Verteidigung von Online-Plattformen nicht nur erhöhte Wachsamkeit erfordere, sondern auch „den Einsatz von KI in der Verteidigung, um Schritt zu halten“.
OpenAI erklärte, es habe mittlerweile strengere Kontrollen für seine Forschungsinfrastruktur festgelegt und die Schwachstellen behoben – selbst wenn diese Maßnahmen die Entwicklung der Modelle verlangsamen könnten.
Das Tech-Unternehmen legte Entwicklern gegenüber auch die Zero-Day-Schwachstelle offen, die seine Modelle bei dem Angriff ausgenutzt hatten. Zugleich verstärkte OpenAI die Cyberschutzmaßnahmen in seiner Testumgebung.

Wachsende Besorgnis vor Cyber-Bedrohungen

Der Vorfall verstärkt die Sorgen, dass zunehmend leistungsfähige KI-Systeme inländische Kriminelle und ausländische Gegner in die Lage versetzen könnten, komplexe Angriffe schneller und mit weniger menschlichem Fachwissen auszuführen.
Das amerikanische KI-Unternehmen Anthropic warnte in einer Bedrohungsanalyse vom August 2025 davor, dass „agentenbasierte“ KI-Systeme bereits als Waffe eingesetzt würden, etwa für Erpressung, Betrug, Ransomware („Erpressungstrojaner“) und den Diebstahl von Zugangsdaten.
In einem Fall gab Anthropic an, dass ein Hacker den Anthropic-Code-Assistenten „Claude“ für eine Beteiligung zur Infiltration genutzt hatte. Betroffen waren mindestens 17 Organisationen, darunter Krankenhäuser, Rettungsdienste und Regierungsbehörden. Die KI wurde für die digitale Spionage, die anschließende Netzwerkpenetration, die Analyse gestohlener Finanzinformationen und die Vorbereitung zielgerichteter Lösegeldforderungen missbraucht.
Michael Lopez Chiesa, ehemaliger Cyberspezialist der US-Armee nun heute als unabhängiger Berater tätig, erklärte gegenüber der englischsprachigen Epoch Times, dass die Fähigkeit der KI, Aufgaben zu automatisieren, sie bei der Verfolgung eines zugewiesenen Ziels unerbittlich machen könne.
„Mit KI muss man nur noch diese eine Zeile Code schreiben, und sie kann sie millionenfach in Milliarden verschiedener Varianten ausprobieren, weil sie einfach jede Möglichkeit durchgeht“, erklärte Lopez Chiesa. „Man muss selbst überhaupt nicht mehr eingreifen. Man gibt ihr lediglich das Ziel vor, und sie arbeitet so lange daran, bis sie aufgibt.“

Erpressung zum Selbstschutz?

Die Bedenken gehen jedoch weit über den vorsätzlichen kriminellen Missbrauch hinaus und betreffen auch die Art und Weise, wie KI-Systeme agieren. Im Mai 2025 wurde in simulierten Tests offengelegt, dass die Anthropic-KI „Claude Opus 4“ damit gedroht hatte, die außereheliche Affäre eines Ingenieurs offenzulegen, als ihm gesagt wurde, es würde abgeschaltet und durch ein anderes Modell ersetzt.
Anthropic beteuerte zu dieser Zeit, dass das Verhalten nur unter stark konstruierten Testbedingungen aufgetaucht sei. Man erklärte, man habe keine Beweise dafür gefunden, dass das Modell akut gefährliche Ziele verfolge.
Unterdessen hat die Trump-Regierung mehrere Schritte unternommen, um den Risiken für die nationale Sicherheit zu begegnen, die von fortgeschrittener KI ausgehen. Gleichzeitig weitet die Regierung jedoch auch den Einsatz von KI in der Cyberabwehr aus.
US-Präsident Donald Trump unterzeichnete im Juni eine Executive Order, die es den Bundesbehörden angesichts solcher Risiken ermöglicht, die fortschrittlichsten KI-Systeme bis zu einen Monat lang zu überprüfen, bevor diese öffentlich freigegeben werden.
„Fortgeschrittene KI-Fähigkeiten machen unsere Nation stärker, bringen aber auch neue Überlegungen zur nationalen Sicherheit ein, die ein koordiniertes Vorgehen über Exekutivabteilungen und -behörden hinweg erfordern“, schrieb Trump in der Verordnung.
Die Teilnahme von KI-Entwicklern an dem Überwachungsprogramm soll freiwillig sein.
Der Artikel erschien im Original zuerst auf theepochtimes.com unter dem Titel „OpenAI Says Its Model Autonomously Hacked Hugging Face“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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Ende der Silizium-Ära? Perowskit als nächste Solar-Revolution


In Kürze:

  • Geschichtete Perowskitsolarzellen versprechen leichtere, kompaktere und günstigere Solarzellen.
  • Durch die Schichtung mehrerer Zellen übereinander steigt der Wirkungsgrad um 50 bis 100 Prozent gegenüber einfachen Siliziumzellen.
  • Großer Nachteil sind Stabilität und Haltbarkeit des Materials, woran noch geforscht wird.
  • Eine erste Auslieferung der neuartigen Solarmodule hat ein deutsches Solarunternehmen bereits getätigt.

 
Der Solar-Boom setzt sich sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern weiter fort. Silizium ist hierbei das dominierende Material, das das Sonnenlicht in elektrischen Strom umwandeln kann.
Doch das Element könnte schon bald Konkurrenz bekommen und sogar abgelöst werden. Denn bei der Suche nach immer höheren Wirkungsgraden stehen Forscher mit Perowskitsolarzellen vor einer der vielversprechendsten Effizienzsteigerungen in der Photovoltaik.

Was ist Perowskit?

Perowskit ist ein natürliches Mineral. Chemisch gesehen handelt es sich um ein Calcium-Titan-Oxid beziehungsweise Calciumtitanat. Dieses Mineral selbst hat nichts mit Photovoltaik zu tun.
Seine Kristallgitterstruktur dient jedoch als Vorbild für das künstlich hergestellte Material, das letztlich für Perowskitsolarzellen zum Einsatz kommt. Die Forscher verwenden dafür Stoffe wie Blei, Zinn, Methylammonium, Caesium sowie Chlor, Brom oder Jod. Diese können in Kombination mit der Kristallgitterstruktur Sonnenlicht besonders effektiv in Strom umwandeln.
Im Gegensatz zum Halbleitermaterial Silizium ist die Herstellung von Perowskitsolarzellen deutlich einfacher.Silizium muss bei Temperaturen von rund 1.400 Grad Celsius geschlozen werden. Anschließend entstehen bei der Weiterverarbeitung in aufwendigen Schritten die bekannten Solarwafer, die gut 150 Mikrometer (µm) dick sind.
Für die Verarbeitung von Perowskit sind hingegen weniger als 200 Grad Celsius erforderlich. Zudem ist die aufgetragene Perowskitschicht nur rund 0,5 µm dick. Das birgt das Potenzial, bei der Herstellung viel Energie und Material einsparen zu können.

Fortschritt beim Wirkungsgrad

Heutige gängige Solarmodule erreichen je nach Herstellungsart einen Wirkungsgrad von 10 bis 22 Prozent erreichen – nur selten liegt dieser darüber. Die theoretische Obergrenze des Wirkungsgrads von Silizium liegt bei 29,3 Prozent.
Eine Möglichkeit, diesen Wert zu erhöhen, ist der Einsatz von sogenannten Mehrschichtsolarzellen. Dabei legen die Entwickler zwei oder mehr Schichten unterschiedlicher Wafer übereinander, die verschiedene Bereiche des Lichtspektrums in Strom umwandeln können.

Grafische Darstellung des Aufbaus einer Einzelsolarzelle und einer Tandemsolarzelle sowie deren Lichtspektrennutzung.

Foto: Epoch Times; erstellt nach UCL NEWS und gemeinfrei

Erst im Frühling dieses Jahres haben Schweizer Forscher auf diese Art eine neue Solarzelle entwickelt, die eine hohe Effizienz und skalierbare Fertigung kombiniert. Der Zellaufbau ist dreiteilig. Die untere Zelle besteht aus Silizium. Darauf sind als mittlere und obere Zellschicht dünne Perowskitfilme aufgetragen.
Die beiden oberen Perowskitschichten, nutzen sie das kurzwellige Licht, also eher die Blau- und Grünanteile. Das Silizium hingegen verwendet eher die langwelligen roten Lichtanteile.

Fast die Hälfte des Sonnenlichts in Strom umgewandelt

Die neue Zelle erreicht laut dem entsprechenden Papier beim Wissenschaftsportal „Nature“ einen zertifizierten Wirkungsgrad von 30,02 Prozent. Damit übertrifft es den früheren Rekordwert für jene Anordnung von 27,1 Prozent. Zugleich besteht noch Luft nach oben. Theoretisch wäre mit solchen Zellen ein Wirkungsgrad von bis zu 40 Prozent möglich.
Der bisherige Wirkungsgradweltrekord liegt sogar bei 47,6 Prozent – aufgestellt von Forschern des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.
Im Mai 2022 haben sie diese hohe Effizienz unter optimierten Bedingung im Labor mit einer Vierfachsolarzelle, über 600-facher Konzentration des Sonnenlichtes und einer neuen Antireflexbeschichtung erreichen können. Dennoch ist der Wert beachtenswert. Das bedeutet, dass diese Zellen 1.000 Watt Lichtleistung in 476 Watt elektrische Leistung umwandeln können.

Dank verbesserter Antireflexionsschichten erzielten Forscher des Fraunhofer ISE den bisher höchsten Wirkungsgrad einer Solarzelle in Höhe von 47,6 Prozent.

Einen ähnlich hohen Wirkungsgrad mit 46 Prozent erreichte das Fraunhofer-Institut bereits im Jahr 2014. Auch hier verwendeten die Forscher Mehrfachsolarzellen, jedoch ohne Perowskitstruktur. Es handelte sich um eine Vierfachsolarzelle, wobei jede Teilzelle exakt ein Viertel der Lichtphotonen im Wellenlängenbereich zwischen 200 und 1750 nm in elektrische Energie umwandelte. Der damalige Rekordwert wurde bei einer rund 500-fachen Konzentration erzielt.
Darüber hinaus schafften die Forscher in den vergangenen Jahren weitere Rekordwirkungsgrade unter der 40-Prozent-Marke. So etwa 2021 mit einer Dreischichtsolarzelle mit einer Effizienz von 35,9 Prozent, allerdings ebenfalls ausschließlich auf Siliziumbasis.

Noch niedrigere Preise möglich

Auch bei der Kostenfrage soll Perowskit gegenüber Silizium einen Vorteil haben. Bei herkömmlichen Standard-Siliziummodulen kostet das Watt an Nennleistung (Wp) 0,13 bis 0,22 Euro.
Aktuell sind Tandemzellen noch 10 bis 30 Prozent teurer pro Wp. Allerdings ist praktisch jede neue Technologie vom Übergang von der Entwicklungs- zur Marktphase vergleichsweise teuer.
Durch einfachere Herstellung und günstigen Materialaufwand dürften sie aber auf lange Sicht die Siliziummodule im Preis deutlich unterbieten. Das sollte spätestens mit der Serienproduktion und weiteren technischen Fortschritten erfolgen. Die Stromgestehungskosten können dadurch nochmals günstiger werden.

Herausforderung Haltbarkeit

Doch bei den Perowskitmodulen gibt es noch technische Probleme zu lösen, besonders was Materialstabiliät und Haltbarkeit angeht. Als Schwachstellen sind hier verschiedene Wettereinflüsse wie Feuchtigkeit, Oxidation – sprich die Reaktion mit Sauerstoff –, UV-Strahlung und Hitze zu nennen.
Der Grund für das Stabilitätsproblem liegt in der Atomstruktur des Perowskitkristalls. Der organisch-anorganische Aufbau, der diesem Material seine starken elektronischen Eigenschaften verleiht, ist auch die Erklärung seiner Zerbrechlichkeit.
So hat das ursprüngliche Material – Methylammonium-Blei-Iodid – eine entscheidende Schwäche: Das Methylammonium-Kation ist flüchtig und entweicht dem Kristallgitter bei höheren Temperaturen. Das führt zu einem schnellen Leistungsrückgang.
Ein weiterer Nachteil ist der giftige Bleigehalt. Aus diesem Grund suchen Forscher bereits nach ungiftigen Alternativen. Bisher am weitesten fortgeschritten ist diesbezüglich die Zinnhalogenid-Perowskit-Familie. Ebenso konnten Forscher die Schichtung verbessern.
Mit den bisher erreichten Verbesserungen und weiteren Optimierungen strebt das deutsche Solarunternehmen Oxford PV eine 25-jährige Betriebsgarantie für seine Tandemmodule an. Dies entspricht der heute üblichen Lebensdauer von Siliziummodulen.

Wann können wir sie kaufen?

Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen haben bereits den Sprung vom Labor auf den Markt geschafft – zumindest in einem ersten Schritt. Im September 2024 hat Oxford PV die ersten Tandemsolarmodule mit einem Wirkungsgrad von 24,5 Prozent an US-Versorgerkunden ausgeliefert.
Weitere Großproduktionen und Auslieferungen stehen noch aus. Bisher haben sich nur rund ein Dutzend Marktakteure mit der neuartigen Perowskittechnologie beschäftigt. Neben dem Versand von Oxford PV gibt es vereinzelte Produktionen, Forschungen und Partnerschaften. Erste Pilotlinien laufen.
Somit befindet sich der Marktanteil von Perowskitsolarmodulen noch bei nahezu 0 Prozent. Bis 2031 soll dieser allerdings schon auf rund 31 Prozent anwachsen. Im vergangenen Jahr dominierten Solarmodule mit monokristallinem Silizium mit einem Marktanteil von 86,1 Prozent. Der Rest entfällt vor allem auf Module auf Basis von polykristallinem Silizium.

Vorteile und Nachteile von Perowskitsolarzellen im Vergleich zu Siliziumsolarzellen

Vorteile:
    • Leichtere und kompaktere Module, somit bessere Integrationsmöglichkeiten in Gebäuden und Fahrzeugen denkbar.
    • Materialbedingt hat Perowskit einen niedrigeren Wirkungsgrad als Silizium. Dank der Schichtung können Perowskitmehrfachzellen aber eine höhere Gesamteffizienz erzielen.
    • Hohes Lichtabsorptionsvermögen. Die Zellen reflektieren weniger Sonnenlicht, sodass ein höherer Anteil des Lichts zur Umwandlung in Strom zur Verfügung steht.
    • Einsparung von Energie und Material, dadurch günstigere Herstellung absehbar.
Nachteile:
    • Erste Materialien waren empfindlich gegen Feuchtigkeit, Sauerstoff, UV-Strahlung und Hitze. Hier ist weitere Entwicklungsarbeit nötig.
    • Effizienzverlust von bis zu 10 Prozent in den ersten Monaten.
    • Giftige und umweltschädliche Bestandteile wie Blei erfordern mehr Forschung hinsichtlich alternativer Elemente und bleifreier Varianten.
    • Bisher kaum auf dem regulären Markt vorhanden, in der Raumfahrt aber bereits etabliert.
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US-Außenministerium wirft Kuba Einflusskampagne und Infiltration vor


In Kürze:

  • Das US-Außenministerium beschuldigt Kuba einer langjährigen Einfluss- und Spionagekampagne.
  • Mehrere linke Organisationen werden im Bericht mit kubanischen Netzwerken in Verbindung gebracht.
  • Die genannten Gruppen haben auf die Vorwürfe bislang nicht öffentlich reagiert.

 
Das US-Außenministerium erhebt schwere Vorwürfe gegen die kubanische Regierung. In einem am 20. Juli veröffentlichten Bericht wird Kuba beschuldigt, über Jahrzehnte hinweg ein weltweites Netzwerk zur politischen Einflussnahme aufgebaut zu haben und bis in höchste Ebenen der US-Regierung vorgedrungen zu sein.
Nach Darstellung des Außenministeriums betreibe das kubanische Regime seit fast 70 Jahren eine „anhaltende Kampagne der Unterwanderung“ gegen die Vereinigten Staaten. Der Bericht erschien wenige Tage, nachdem Außenminister Marco Rubio dazu aufgerufen hatte, die internationale Gemeinschaft müsse die Gefahr durch gewalttätige linksradikale Gruppen ernster nehmen.
Die Behörde deckt in dem Bericht Verbindungen zwischen dem kubanischen Regime und mehreren linken Organisationen in den USA auf – darunter Antifa, Code Pink, die Communist Party USA, die Democratic Socialists of America, das National Network on Cuba und die National Lawyers Guild. Zudem beschreibt sie Pläne bestimmter Gruppen, im Fall einer möglichen US-Militäraktion gegen Kuba koordinierte Aktionen einzuleiten.
Das Außenministerium wirft Kuba vor, durch Spionage, politische Netzwerke und ideologische Einflussnahme langfristig auf die amerikanische Gesellschaft eingewirkt zu haben. Wörtlich heißt es in dem Bericht:
„Es handelt sich um eine Kampagne, die die höchsten Ebenen der US-Regierung infiltriert, Generationen amerikanischer Aktivisten rekrutiert und geprägt sowie eine der langlebigsten und schädlichsten ausländischen Geheimdienstoperationen in der amerikanischen Geschichte durchgeführt hat.“
Die Eltern von US-Außenminister Marco Rubio sind einst selbst aus Kuba in die Vereinigten Staaten eingewandert (Archivbild)

Die Eltern von US-Außenminister Marco Rubio sind einst selbst aus Kuba in die Vereinigten Staaten eingewandert. (Archivbild)

Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Infiltration und Spionage

Der Bericht beschreibt Kubas Vorgehen gegenüber den Vereinigten Staaten als ungewöhnlich, da das Regime laut US-Außenministerium auf „unregelmäßige und verdeckte“ Operationen setze. Kuba habe demnach eine Strategie entwickelt, die auf Infiltration, Spionage, Sabotage, Stellvertreter-Netzwerken und einer revolutionären Infrastruktur beruhe, mit dem Ziel, „Amerika gegen sich selbst aufzubringen“.
Nach Angaben des Außenministeriums haben kubanische Agenten unbemerkt über Jahrzehnte hinweg die höchsten Ebenen des Pentagons, des Außenministeriums und des Nationalen Sicherheitsrats infiltriert. Die Behörde erklärte zugleich, dass der größte Erfolg Kubas nicht allein im Bereich der Geheimdienstoperationen liege, sondern vor allem in der ideologischen Einflussnahme.
Zentraler Akteur sei dabei Kubas Auslandsgeheimdienst Dirección de Inteligencia, den das Außenministerium als eine der effektivsten Organisationen für menschliche Aufklärung weltweit beschreibt. Dem Bericht zufolge hat der Dienst sensible Informationen über die USA mit Staaten wie China, Russland, Nordkorea und dem Iran geteilt. Zudem hätten kubanische Spione in der Vergangenheit Zugang zu besonders geschützten Regierungsunterlagen erhalten.

Globales Netzwerk

Kuba hat laut Bericht über Jahrzehnte hinweg eine weltweite Vereinigung aus politischen Gruppen, Aktivisten und Intellektuellen aufgebaut und unterstützt. Dieses Netzwerk habe sich zu einer internationalen Struktur entwickelt, die Einfluss auf verschiedene radikale Bewegungen ausgeübt habe – darunter die Black Panthers, Weather Underground und die Antifa.
Das Außenministerium wirft Kuba vor, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Verbreitung von „linksradikalem Terror“ in den Vereinigten Staaten beigetragen zu haben. Zudem stünden kubanische Einflussnetzwerke weiterhin in Verbindung mit sozialistischen Gruppen, Anti-ICE-Organisationen, linken gemeinnützigen Organisationen und marxistisch orientierten Aktivistengruppen in den USA.
Kuba hat demnach seit den 1960er-Jahren eine zentrale Rolle in der „Gestaltung der radikalen Linken in Amerika“ gespielt. Dazu habe das Regime Kontakte zu US-Universitäten aufgebaut, Aktivisten animiert und seine Geheimdienst- sowie Einflussstrukturen genutzt.

Ideologische Bewegungen

Außerdem wird Kuba mit der Entwicklung bestimmter linker Ideologien wie der Black-Power-Bewegung in Verbindung gebracht. Das kubanische Regime hat demnach versucht, Kubaner und Afroamerikaner als durch ein „weißes Amerika“ unterdrückte Gruppen darzustellen und damit eine „Rassenrevolution“ vorangetrieben, die sich seit den 1960er-Jahren ausgeweitet habe.
„Was Mitte der 1960er-Jahre als Sprache einer militanten Avantgarde begann, ist inzwischen in die wichtigsten Aktivistenorganisationen des Landes, Universitätsabteilungen, gemeinnützige Netzwerke, Regierungsbehörden, Gesundheitsverwaltungen und die politische Mainstream-Kultur vorgedrungen“, heißt es in dem Bericht.
Das kubanische Regime habe ideologische und nachrichtendienstliche Tarnstrukturen aufgebaut und weiterentwickelt, die gegen die Vereinigten Staaten gerichtet seien. Diese Netzwerke spielten laut Bericht eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung, Unterstützung und Vernetzung linker Aktivisten, politischer Einflussnehmer und inländischer Terroristen.
Auch jüngere politische Bewegungen – darunter der Aufstieg der Antifa, die Proteste nach dem Tod von George Floyd sowie zunehmender linker Aktivismus an Universitäten – werden in dem Bericht mit kubanischem Einfluss in Verbindung gebracht.

Inländische „koordinierte Aktionen“ nach Kuba-Drohnungen

Als wichtige Verbindung zwischen linken Gruppen in den USA und der kubanischen Regierung nennt das Außenministerium das National Network on Cuba, eine Koalition aus mehr als 60 Organisationen, darunter Code Pink, Communist Party USA, Democratic Socialists of America und die National Lawyers Guild.
Das Netzwerk habe wiederholt US-Delegationen nach Kuba organisiert und Konferenzen veranstaltet, bei denen Strategien zur Ausweitung kubanischer Einflussstrukturen in den Vereinigten Staaten diskutiert worden seien.
Zudem verweist das Außenministerium auf den im Juni veröffentlichten „National Rapid Response Plan“ des Netzwerks. Dieser sieht Maßnahmen vor, innerhalb von 24 Stunden nach einer US-Militäraktion oder einer entsprechenden Drohung gegen Kuba „koordinierte landesweite Aktionen“ gegen US-Militäreinrichtungen, ICE-Haftzentren und Bundesbehörden einzuleiten.

Demonstranten bekunden auf Knien und mit in die Höhe gestreckter Faust ihre Solidarität mit den Protesten in den USA. Unter ihnen sind auch Mitglieder der Antifa. Symbolbild.

Foto: Boris Roessler/dpa/dpa

Frühere Entwicklungen

Am 16. Juli veranstaltete das US-Außenministerium eine Konferenz zu internationalen Terrorismusbedrohungen. Außenminister Marco Rubio erklärte dabei vor Teilnehmern aus mehr als 60 Ländern, dass gewalttätige linksgerichtete Organisationen eine globale Herausforderung darstellten. Dabei forderte er eine engere Zusammenarbeit der Regierungen:
„Wir müssen entweder über unsere Grenzen hinweg zusammenarbeiten, oder die Terroristen werden weiterhin die Lücken zwischen ihnen ausnutzen.“
Zudem stellte Rubio einen Zusammenhang zwischen dem Aufstieg gewalttätiger linker Gruppen in den Vereinigten Staaten und Kuba her. „Das weitreichende Geheimdienst- und Ideologienetzwerk des kubanischen Regimes hat dazu beigetragen, die radikale Linke in unserem Land und in unserer Hemisphäre aufzubauen, und es bleibt untrennbar mit linksradikalen Gruppen und Bewegungen innerhalb und außerhalb des Westens verbunden“, erklärte er.
Im März hatte US-Präsident Donald Trump die Möglichkeit einer Übernahme Kubas durch die Vereinigten Staaten angesprochen. Trump erklärte damals, Rubio befasse sich mit der Angelegenheit und es könne sowohl eine freundliche als auch eine feindliche Übernahme geben.
Am 13. Juli kündigte das Außenministerium zudem neue Sanktionen gegen zehn Organisationen an, die mit den Finanzquellen des kubanischen Regimes und dessen Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung verbunden seien.
Die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times wandte sich an die kubanische Botschaft in Washington sowie an Code Pink, die Communist Party USA, die Democratic Socialists of America, das National Network on Cuba und die National Lawyers Guild mit der Bitte um Stellungnahmen. Bis zur Veröffentlichung lagen jedoch keine Antworten vor.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Cuba Infiltrated US Government, Cultivated Far-Left Groups, State Department Says“. (Deutsche Bearbeitung: zk)
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Ist die Brandmauer gefallen? Kretschmer fordert „reden mit allen“


In Kürze:

  • Kretschmer sieht die Brandmauer als nicht mehr sinnvoll an.
  • Ministerpräsident fordert von Merz, „endlich Tempo zu machen“.
  • Spahn weg, Ärger im Osten wegen „permanenter“ Themenüberlagerung aus Berlin

 
„Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will.“ Davon gibt sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) überzeugt.
In einem Interview mit dem Düsseldorfer „Handelsblatt“, das am Dienstag, 21. Juli, veröffentlicht wurde, erklärt Kretschmer, warum seiner Meinung nach angesichts der Mehrheitsverhältnisse in Ostdeutschland Brandmauern nach links und rechts nicht sinnvoll seien.
„Aushandlungsprozesse sind der Kern unserer Demokratie. Ausgrenzen, abkanzeln, Meinungen diskreditieren, wie wir es in der Flüchtlingskrise oder bei Corona oder jetzt beim Ukrainekrieg und in der Klimaschutzpolitik erleben, sind das Gegenteil dessen“, so der Landeschef.
Möglicherweise plant Kretschmer mit dieser Aussage, die sogenannte „Brandmauer“ nach links zu öffnen, denn er beklagte: „Die AfD ist die einzige Fraktion, die von vornherein gesagt hat: Wir beteiligen uns nicht“ an dem Konsultationsmechanismus, den er in der Landespolitik eingeführt hat. Die Partei setze darauf, dass die Regierung scheitere. Deshalb blieb Kretschmer dabei: „Eine Partei wie die AfD schadet dem Land.“

Kretschmer „sieht schwarz“

Kretschmer regiert in Sachsen zusammen mit der SPD in einer Minderheitsregierung, weil er nach der Landtagswahl im Jahr 2024 keine mehrheitsfähige Koalitionsregierung bilden konnte oder wollte. Gleiches gilt für seinen Parteikollegen Mario Voigt in Thüringen, der das BSW als weiteren Koalitionspartner hinzugezogen hatte.
Mit Blick auf den CDU-Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz fordert Kretschmer: „Die Bundesregierung muss endlich Tempo machen. Ansonsten sehe ich bei der nächsten Bundestagswahl schwarz.“
Die jüngste INSA-Umfrage zu Sachsen vom 21. Mai ergab, dass die AfD mit Abstand 42 Prozent der Wählergunst auf sich vereinen konnte, während Kretschmers CDU nur mit 21 Prozent auf den zweiten Platz folgte. Die Linke lag bei der Befragung von 1.000 Menschen bei 9 Prozent, gefolgt vom BSW mit 7 Prozent und den beiden gleichauf liegenden Parteien Bündnis 90/Die Grünen und SPD mit jeweils 6 Prozent.
Würden sich diese Umfrageergebnisse eins zu eins in Wahlergebnisse umsetzen und wollte Kretschmer eine Mehrheitsregierung ohne die AfD bilden, bedürfte er zum jetzigen Zeitpunkt aller weiteren Parteien als Koalitionspartner.
Bundesweit liegt die AfD laut einer INSA-Umfrage vom 21. Juli bei 29 Prozent, gefolgt von der CDU mit 20,5 Prozent. SPD und Grüne kommen jeweils auf 13 Prozent, die Linke erreicht 10 Prozent.
Im ZDF-«Sommerinterview» wirkte der Kanzler recht entspannt.

ZDF-Sommerinterview mit Bundeskanzler Friedrich Merz.

Foto: Dominik Asbach/ZdF/dpa

Reformpaket von Merz „reicht nicht aus“

Auch das von Merz noch im ZDF-„Sommerinterview“ vor ein paar Tagen gepriesene Reformpaket der Bundesregierung findet bei dem Sachsen wenig Zuspruch.
Es reiche nicht aus, sagte er dem „Handelsblatt“. „Durch Kürzungen im Sozialbereich bringen wir Deutschland nicht auf Wachstumskurs. Durch neue Schulden auch nicht. Und durch Subventionen ebenfalls nicht“, gibt sich Kretschmer überzeugt. Derzeit passe die Regierung lediglich die Ausgaben den Einnahmen an.
Wachstum entstehe durch Freiheit. Kretschmer konkretisiert: „Bürokratie und Zettelwirtschaft sind der sichtbare Auswuchs, die Regulierung ist das tieferliegende Problem.“ Deshalb fordert er: „Wir müssen Deutschland und Europa wieder zu einem Raum der Freiheit machen.“
Dafür müssten unter anderem Regulierungen zurückgenommen werden. „Wir brauchen einen Politikwechsel. Jeder Tag, den wir warten, ist ein verlorener Tag“, so Kretschmer.

Schulze beklagt „permanente Themenüberlagerung“ aus Berlin

Wie am Mittwoch bekannt wurde, soll der bisherige Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) Medienberichten zufolge neuer Fraktionsvorsitzender der Union werden. Demnach wollen Merz und Söder Frei am Mittwoch der Fraktion als neuen Vorsitzenden vorschlagen.
Der Parlamentsgeschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, wertet den Vorschlag als positives Signal für die schwarz-rote Koalition. Wiese sagte der „Rheinischen Post“: „Wir werden auch unter seinem Fraktionsvorsitz eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit für das Land weiter fortsetzen.“
Merz und CSU-Chef Markus Söder planen, dann die Nachfolge des zurückgetretenen Unionsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn (CDU) am 29. Juli in einer eigens angesetzten Fraktionssitzung zu finalisieren.
Bestimmt damit nicht mehr die Gefahr, dass der beginnende Wahlkampf für die drei im September anstehenden Landtagswahlen in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September von Personalien überschattet wird?
Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), beklagte bereits, er erwarte, dass sein Wahlkampf „nicht permanent mit Themen aus Berlin überlagert“ werde. Dies gelte „für die Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin auch“.
In den beiden ostdeutschen Flächenstaaten dominiert in Umfragen laut INSA ebenfalls die AfD: In Sachsen-Anhalt liegt sie bei 41 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei 36 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die CDU mit 23 bzw. 29 Prozent. Die einst unter Angela Merkel starke CDU in dem nördlichen Bundesland liegt derzeit nur noch bei 9 Prozent.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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Proteste gegen Selenskyj mitten im Krieg – Machtkampf um Militärführung spitzt sich zu


In Kürze:

  • Oberbefehlshaber Syrskyj entlassen – Drapatyj wird Nachfolger
  • Seit dem 15. Juli Proteste in mehreren ukrainischen Städten gegen Selenskyj
  • Verteidigungsminister Fedorov entlassen – neue Position für ihn geplant

 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Dienstag, dem 21. Juli, den Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, den Vier-Sterne-General Oleksandr Syrskyj, entlassen. Dies berichteten zahlreiche ukrainische Medien am selben Tag. Ersetzt wird er durch Generalmajor Mykhailo Drapatyj, wie die „Kyiv Post“ meldete. Damit besetzt Selenskyj den Posten seit Kriegsbeginn im Februar 2022 zum zweiten Mal neu.

Oberbefehlshaber Syrskyj unterstreicht Bedeutung von Drohnen-Einheiten. (Archivbild)

Oberbefehlshaber Syrskyj unterstreicht Bedeutung von Drohnen-Einheiten. (Archivbild)

Foto: Ukrainisches Präsidentialamt/Zuma Press/dpa.

Mit seiner Entscheidung reagierte der ukrainische Präsident offenbar auf zunehmenden öffentlichen Druck aus Teilen der Zivilgesellschaft. Eine Woche zuvor hatte Selenskyj am 15. Juli bereits seinen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov entlassen und durch den 46-jährigen Jewhen Chmara als Übergangsminister ersetzt. Dieser ist Generalmajor des Inlandsgeheimdienstes. Allerdings ist die Entlassung Fedorovs noch nicht endgültig, da sie der Zustimmung des Parlaments bedarf.

„Welle der Empörung“

Mit der Entlassung „des beliebten jungen Reformers“ Fedorov habe Selenskyj „nicht nur einen bedeutenden Teil seiner eigenen Unterstützerbasis verprellt, sondern auch eine Welle öffentlicher Empörung ausgelöst“, die sich die Ukraine nicht leisten könne, stellte Georgi Gotev, einer der Chefredakteure der belgischen Nachrichtenplattform „Eualive“, fest.
„Mit einem Schritt, der nur als schwerwiegender strategischer Fehler bezeichnet werden kann, hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die größten Straßenproteste in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion ausgelöst“, so der Eualive-Chefredakteur weiter.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow spricht während einer Pressekonferenz nach dem virtuellen Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am 15. April 2026 in Berlin. Die Ukraine-Kontaktgruppe bringt verschiedene Staaten zusammen, um ihre militärische Unterstützung für die Ukraine zu koordinieren.

Foto: Maja Hitij/Getty Images

Machtpoker in der Militärspitze

Seither gingen jeden Abend Tausende Demonstranten in Kiew und weiteren Städten wie Kharkiv, Lwiw, Dnipro und Odessa auf die Straße, um sich für den Verbleib Fedorovs im Amt und gegen Syrskyj auszusprechen. Fedorov gilt vielen Ukrainern als innovativ und technikorientiert. Nun sollte der 35-Jährige offenbar zugunsten der älteren Garde des Militärs ins Abseits gedrängt werden. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.
Fedorov wehrte sich unmittelbar nach Selenskyjs Entscheidung gegen ihn. Wie die „Kyiv Post“ berichtete, habe Fedorov am 16. Juli dem noch in der Sowjetunion ausgebildeten 60-jährigen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, vor der Presse in Kiew vorgeworfen, „Militärreformen zu blockieren und sich zu weigern, Probleme innerhalb des Militärs offen anzusprechen“.
Er stellte zudem klar, er habe Präsident Selenskyj „niemals aufgefordert, sich zwischen ihm und Syrskyj zu entscheiden“. Nach der Entlassung Syrskyjs begrüßte Fedorov diesen Schritt als „frischen Wind und neue Hoffnung“. Präsident Selenskyj soll Medienberichten zufolge Fedorov eine neue, auf Technologie ausgerichtete Position in der Regierung angeboten haben. Dazu hat sich der ehemalige Verteidigungsminister bislang nicht geäußert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (3. v. l.) mit seinem Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj (r), der als Kopf hinter dem Vorstoß auf russisches Gebiet gilt. (Archivbild)

Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Mangelt es Selenskyj an Führungsstärke?

Selenskyjs Schritt, die Entlassung Fedorovs vom Parlament bestätigen zu lassen, habe „nicht zum ersten Mal einen beunruhigenden Mangel an Führungsstärke des Präsidenten offenbart“, stellt der renommierte Journalist Peter Beaumont in einer Analyse des britischen „Guardian“ fest. Selenskyjs Ankündigung sei „umso schockierender, als Fedorov maßgeblich daran beteiligt war, eine klare Strategie zur Fortsetzung des Krieges voranzutreiben, bei der die rasanten technologischen Fortschritte der Ukraine im Bereich der Drohnen- und Raketentechnologie zum Tragen kommen sollten“, so Beaumont weiter.
Für die Anhänger Fedorovs sei Drapatyjs Ernennung zum neuen Armeechef „ein Zeichen dafür, dass Selenskyj die Forderungen nach einem schnelleren, stärker technologieorientierten Vorgehen im Krieg zur Kenntnis genommen“ habe, schreibt die „Kyiv Post“. Selenskyj gab den Führungswechsel an der Armeespitze in seiner Abendansprache bekannt. In die Entscheidung eingebunden gewesen seien der amtierende Verteidigungsminister Jewhen Chmara und Pawlo Palisa, stellvertretender Leiter des Präsidialamtes. „Die Ukraine muss gestärkt aus dieser Situation hervorgehen, und für Russland wird es schwieriger werden“, wird Selenskyj in der Presse zitiert.
Drapatyj gilt als einer der beliebtesten Heerführer in der Ukraine.

Drapatyj gilt als einer der beliebtesten Heerführer in der Ukraine.

Foto: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

Drapatyj steht für moderne Kriegsführung

Vor seiner Ernennung leitete der 43-jährige Drapatyj das „Gemeinsame Kommando der Streitkräfte“. Laut ukrainischen Medien gilt er als ein Befehlshaber, der sich besonders stark für eine schnellere Modernisierung der Kampfmittel einsetzte. Er würde nach Einschätzung seiner Unterstützer gut zu Fedorov als Verteidigungsminister passen, denn Drapatyj hatte dessen Innovationen innerhalb der Streitkräfte offenbar unterstützt, darunter den verstärkten Einsatz von Drohnen, Robotik und weiteren unbemannten Systemen.
„Seine Beförderung wird von reformorientierten Soldaten und Vertretern der Zivilgesellschaft als Chance gesehen, sich von langsamen, starren Führungsgewohnheiten zu lösen und zu einem flexibleren Modell überzugehen, das auf Schnelligkeit, Technologie und asymmetrischer Kriegsführung basiert“, schreibt die „Kyiv Post“.

Entlassung Fedorovs „ein Fehler“

Selenskyjs Entscheidung für Mykhailo Drapatyj als neuen Oberbefehlshaber gingen laut Gregor von „Eualive“ offenbar mehrere Treffen „mit einer Gruppe jüngerer, kampferprobter Kommandeure“, darunter Drapatyj, am Montag, dem 20. Juli, voraus. Auch wenn diese Treffen den Versuch signalisierten, die militärische Führung zu erneuern, „kommen sie zu spät, um den grundlegenden Fehler zu verschleiern: die Entlassung eines kompetenten und beliebten zivilen Reformers in einer Zeit, in der Einheit von größter Bedeutung ist“, ist Gregor mit Blick auf Fedorov überzeugt.
Weiter schreibt er: „Dies war in mehrfacher Hinsicht ein Fehler. Erstens stand Fedorov für Innovation, Technologie und einen Bruch mit alten bürokratischen Gewohnheiten – Eigenschaften, die die Ukraine (und Europa) dringend benötigt. Zweitens könnte der Zeitpunkt nicht ungünstiger sein.“
Angesichts der sich verschärfenden russischen Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine sei eine interne Spaltung „ein Luxus, den sich die Ukraine einfach nicht leisten kann“.
Schwere Schäden nach russischen Raketenangriffen.

Schwere Schäden nach russischen Raketenangriffen.

Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Stärke der ukrainischen Zivilgesellschaft

Für Russland seien zudem die Bilder von Ukrainern, die in Kriegszeiten gegen ihre eigene Regierung protestieren, „ein Geschenk“. Dennoch glaubt Gregor, dass die Turbulenzen in Kiew „auch eine positive Seite“ offenbarten. Mitten im Krieg seien die Bürger „bereit, auf die Straße zu gehen und ihre politischen Führer zur Rechenschaft zu ziehen“. Dies sei „ein eindrucksvolles Zeichen dafür“, dass die Ukraine über demokratische Vitalität und Widerstandsfähigkeit verfüge.
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Von der Weltspitze zur Systemkrise: Die Geschichte des deutschen Rettungsdienstes


In Kürze

  • Der deutsche Rettungsdienst agiert an der Belastungsgrenze.
  • Tiefgreifende strukturelle Reformen stehen an.
  • Fortschreitende Digitalisierung und WHO-Leitlinien setzen neue Maßstäbe.
  • Das föderale System hat erhebliche regionale Qualitätsunterschiede.
  • Praxisbeispiel zeigt, wie Qualitätskontrolle und Ersthelfer-Apps Leben retten können.

 
Das moderne Rettungswesen in Deutschland geht größtenteils auf die Björn Steiger Stiftung zurück. Sie trägt den Namen eines achtjährigen Jungen, der 1969 nach einem Verkehrsunfall wegen fehlender schneller Hilfe verstarb. Seine Eltern haben die Stiftung zu ihrem Lebenswerk gemacht. Bis Ende 1971 wurden Verletzte und Kranke nur „transportiert“. Die Stiftung hat einen Rettungsdienst etabliert, bei dem die transportierte Person von einem Sanitäter begleitet wird.
Auch die Notrufsäulen an Straßen, das Sprechfunksystem im Rettungswesen und die einheitlichen Notrufnummern 110 und 112 gehen auf Initiativen der Stiftung zurück. Damals galt das System als weltweiter Standard für Notfallrettung.

Der Weg zur Notaufnahme ist in ländlichen Regionen mitunter lang. (Symbolbild)

Foto: istockphoto/8X8(r.yPx}lBzr39e#pZ

Doch mittlerweile habe man in Deutschland in einigen Bereichen des Rettungswesens „Standards von Entwicklungsländern“ erreicht, sagte der aktuelle Stiftungspräsident Pierre-Enric Steiger laut dem Portal „web.de“ am 18. Juli 2024 bei einer Pressekonferenz.
An diesem Tag hatte die Björn Steiger Stiftung eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht gegen die Bundesrepublik Deutschland und das Land Baden-Württemberg eingereicht.
Die Begründung der Beschwerde: Das deutsche Rettungsdienstsystem verletze das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit durch unzureichende bundesweite Qualitätsstandards. Das oberste deutsche Gericht hat die Beschwerde im Kern zugelassen, ein endgültiges Urteil steht noch aus.

Globale Leitlinien

Die WHO gibt strategische Rahmenwerke vor, mit deren Hilfe Länder ihre nationalen Rettungsdienststrukturen aufbauen und bewerten können. Ein Vergleich der unterschiedlichen Systeme ist jedoch schwierig. Selbst innerhalb der Europäischen Union unterscheiden sich die Notarztausbildungen stark voneinander. Valentin Mezler-Andelberg schreibt in seiner 2019 erschienenen Diplomarbeit „Notarztsysteme im EU-Vergleich“:
„„Basierend auf der Philosophie ,Load and Go‘ (übersetzt: Laden und Fahren) werden in Ländern wie USA, Kanada, Großbritannien, Irland, etc. sogenannte ‚Paramedics‘ für die Versorgung von schwer verletzten bzw. kritisch kranken PatientInnen eingesetzt. Hierbei handelt es sich um SanitäterInnen, die eine mehrjährige Ausbildung im Bereich Notfallmedizin absolvieren.“
Paramedics haben häufig mehr Befugnisse als deutsche Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter. Wenn bei einer Rettung in Deutschland besondere medizinische Maßnahmen erforderlich sind, muss ein Notarzt angefordert werden. Dieser hat wiederum weitreichendere Kompetenzen als ein Paramedic.
Mezler-Andelberg schlussfolgert:
„„Tendenziell zeigt sich jedoch, dass Paramedic-Systeme kostengünstiger sind, während notarztgestützte Rettungssysteme eine höhere Versorgungsqualität aufweisen.“
Doch wie gut eine Notfallrettung funktioniert, hängt nicht von der individuellen Leistung einzelner Helfer, sondern von der Effizienz des Gesamtsystems ab. Dies ist in den globalen Leitlinien für Lebensrettung nachzulesen.
Darin wird verdeutlicht, dass die unverzügliche Einleitung von Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer die Überlebensrate verdoppeln bis vervierfachen kann.

Pierre-Enric Steiger, der Präsident der Björn Steiger Stiftung, hat eine Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Foto: Christophe Gateau/dpa

Ersthelfer-Apps können Leben retten

Um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken, gewinnen Ersthelfer-Apps (First-Responder-Apps) zunehmend an Bedeutung. Ihre Aufgabe besteht darin, qualifizierte und registrierte Ersthelfer, die sich in der Nähe des Notfallortes aufhalten, per GPS-Ortung simultan mit dem Rettungsdienst zu alarmieren. Diese ehrenamtlichen Helfer können somit qualifizierte Basismaßnahmen wie die kardiopulmonale Reanimation (CPR) einleiten, noch bevor der Rettungswagen eintrifft.
Die Björn Steiger Stiftung treibt heute die flächendeckende Etablierung von Ersthelfer-Systemen und die Digitalisierung entscheidend voran.

Das strukturelle Defizit

Die deutsche Notfallversorgung leidet trotz Investitionen unter struktureller Zersplitterung. Dies belegt eine umfassende Untersuchung des Care and Public Health Research Institute (CAPHRI) der Maastricht University in einer Kooperation von Bertelsmann Stiftung und Björn Steiger Stiftung. Die Studie trägt den Namen „Partikularismus vs. Systemdenken“.
Die Studienautoren konstatieren einen erheblichen Reformbedarf in den Strukturen der deutschen Notfallversorgung. Sie bemängeln ein Fehlen an Transparenz sowie ineffiziente Schnittstellen zwischen ambulantem Sektor, Kliniknotaufnahmen und Rettungsdienst. Zudem wird das Fehlen einheitlicher Qualitätsstandards moniert.
Frank Ulrich Montgomery, Ehrenpräsident der Bundesärztekammer (BÄK) und Mitglied des Präsidialrats der Björn Steiger Stiftung, erklärte gegenüber dem „Deutschen Ärzteblatt“, dass es in Deutschland mehr als 200 unterschiedliche Leitstellensysteme gebe:
„„Für das Krankenhaus und den ärztlichen Bereich gibt es einheitliche Vorgaben, für das Rettungswesen nicht. Es kann nicht sein, dass Menschen je nach Wohnort unterschiedliche Überlebenschancen haben.“
Aktuell hätten nur etwa 36 Prozent der Rettungsleitstellen ein etabliertes Verfahren zur telefonischen Reanimation, ergänzt Christof Constantin Chwojka, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung, in der „Stuttgarter Zeitung“.

Frank Ulrich Montgomery: „Deutschland hat 200 unterschiedliche Leitstellensysteme.“

Foto: Guido Kirchner/dpa

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat diese Defizite ebenfalls erkannt. Gangbare Lösungen umfassen die Einrichtung bundesweit einheitlicher integrierter Leitstellen (ILS). Diese bilden die zentrale Schnittstelle zwischen dem Hilfegesuch und der medizinischen Notfallversorgung. Ohne sie wäre eine strukturelle, flächendeckende und vor allem schnelle Lebensrettung nicht möglich.
Eine weitere Lösung ist die sektorübergreifende Steuerung der Patientenströme sowie eine Reform der Finanzierungsstrukturen. Letztere soll den Rettungsdienst als eigenständigen medizinischen Leistungsbereich definieren.

Ein erfolgreiches Beispiel aus dem Kreis Heinsberg

Wie eine erfolgreiche Umsetzung moderner Standards in der Praxis aussehen kann, zeigt der Kreis Heinsberg. Gegenüber Epoch Times zieht der Geschäftsführer des dortigen Rettungsdienstes, Ralf Rademacher, eine im bundesweiten Vergleich positive Bilanz.
Die hohe Qualität in der Region der Versorgung vor der Einlieferung in ein Krankenhaus lässt sich anhand konkreter Zahlen aus dem Jahr 2024 belegen. Demnach konnten 75 Patienten nach einem plötzlichen Herzstillstand und einer erfolgreichen Reanimation mit einem stabilen Spontankreislauf lebend in ein Krankenhaus aufgenommen werden.
Bei der telefonisch angeleiteten Reanimation durch die Leitstelle erreichte der Kreis Heinsberg eine Quote von 63,1 Prozent. Damit hebt sich die Region signifikant von den allgemeinen Referenzdaten ab, die im Durchschnitt bei 55,8 Prozent lagen.

8 Minuten bis zum Krankenwagen

In Deutschland ist die Anfahrtszeit des Rettungsdienstes in den Landesrettungsdienstgesetzen festgelegt. Dabei gilt in der Regel, dass 95 Prozent aller Einsätze 15 Minuten nicht überschreiten dürfen.
Rademacher erklärte, die Rettungsmittel würden in der Regel innerhalb von 8 Minuten nach Benachrichtigung am Notfallort eintreffen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen von diesem Durchschnitt.
Dennoch sei die physische Vorhaltung von Rettungsmitteln im ländlichen Raum begrenzt. Rademacher betont mit Nachdruck:
„Ohne die Corhelper-App würde es nicht gehen. Sie stellt eine außerordentliche Hilfe und Unterstützung des Rettungsdienstes dar.“
Die Ersthelfer können jene kritischen Minuten überbrücken, die für den neurologischen Zustand des Patienten entscheidend sind.

Defizite in der Datenerhebung

Die kontinuierliche Datenerhebung ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal des Rettungsdienstes im Kreis Heinsberg.
Die Region nimmt seit 2013 freiwillig am Deutschen Reanimationsregister teil. Hierin sieht der Geschäftsführer Rademacher jedoch auch eine Schwachstelle im bundesdeutschen System. Da die Teilnahme freiwillig ist, nutzen nicht alle Rettungsdienste dieses Instrument.
Ohne diese Daten fehlen jedoch wichtige Parameter zur Qualitätssicherung. Zudem ist eine evidenzbasierte Optimierung der Notfallrettung ohne Datenlage nicht möglich.

Rettungsdienst in Auckland, Neuseeland. Paramedic-Systeme sind oft kostengünstiger.

Foto: iStock

Der Rettungsdienst Heinsberg setzt dabei auf ein „gelebtes“ Qualitätsmanagement (QM). Alle Mitarbeiter haben das QM-Handbuch mit allen aktualisierten Informationen als mobile App auf ihrem Smartphone. „So verstaubt kein Ordner mehr im Regal und wird nicht genutzt“, erklärt Rademacher.

Regelmäßiger Austausch mit Kliniken

Der Erfolg im Kreis Heinsberg basiert laut Rademacher primär auf einer engen, institutionalisierten Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. So findet ein regelmäßiger Austausch mit den ansässigen Kliniken vor Ort statt. Rademacher erklärt:
„Ein gemeinsames Verständnis aller Akteure, ein starkes ‚Wir‘ und eine organisierte zentrale Anlaufstelle können zukunftsweisende Lösungen sein. Wenn wir jetzt keine Veränderungen auf den Weg bringen, wird das System implodieren.“
Als entscheidenden Faktor erachtet der Geschäftsführer, dass die Kommunikation über Sektorengrenzen hinweg konsequent auf Augenhöhe erfolgen muss und zudem kritische Punkte transparent dargelegt werden.
„Als ich neben meinem sterbenden Sohn kniete, habe ich ihm versprochen, wenigstens anderen Menschen zu helfen. […] Ich bitte Sie, mir zu helfen, dass der Tod meines Sohnes nicht sinnlos war“, schrieb Ute Steiger zu Beginn ihrer Stiftungsarbeit an die Frau des damaligen Bundespräsidenten, Hilda Heinemann.
Die Optimierung des Rettungswesens, durch die die Bundesrepublik Deutschland in diesem Sektor damals stark nach vorn gebracht hat, benötigt heute neue gemeinsame Impulse.