Rooibos ist in Südafrika ein fester Bestandteil des Familienlebens. - Foto: Illustration von The Epoch Times, mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart
In Kürze:
Rooibos ist das koffeinfreie und tanninarme Nationalgetränk Südafrikas.
Er ist reich an antioxidativen Verbindungen, die laut ersten Studien dazu beitragen können Entzündungen zu lindern und Blutgefäße und Gehirnzellen zu schützen.
Es gibt roten und grünen Rooibos, die sich im Geschmack und in ihren Eigenschaften unterscheiden.
Doch nicht nur die Art von Rooibos, sondern auch die Zubereitungsmethode kann Inhaltsstoffe und Geschmack beeinflussen.
In den Cederbergen Südafrikas färbt sich ein spindeldürrer grüner Strauch tief rotbraun, wenn er in der Sonne trocknet.
Dieser Strauch ist Aspalathus linearis, besser bekannt als Rooibos. In freier Natur wächst er nirgendwo sonst auf der Welt. Seit Generationen ist er Südafrikas alltäglicher Tee – koffeinfrei, tanninarm und von Kindheit an ein fester Bestandteil des Familienlebens.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart
Nun untersuchen Wissenschaftler genauer, was tatsächlich in einer Tasse Rooibos-Tee steckt. Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass seine antioxidativen Verbindungen mehr können als nur den Durst zu stillen.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart
Rooibos-Tee gibt es in zwei Varianten: fermentiert (rot) und unfermentiert (grün). Beide sind reich an polyphenolischen Antioxidantien – pflanzlichen Verbindungen, die freie Radikale neutralisieren und dadurch laut Untersuchungen vor Entzündungen und Zellschäden schützen. Dazu gehören unter anderem die Pflanzenstoffe Aspalathin, Nothofagin und Quercetin.
Aspalathin und Nothofagin kommen vorwiegend in grünem Rooibos vor und in der Natur sonst fast nirgendwo. Beide sind starke Antioxidantien und Entzündungshemmer.
In einer Studie reduzierten die beiden Verbindungen zusammen Entzündungen der Blutgefäße in menschlichen Zellen und bei Mäusen, die durch einen hohen Glukosespiegel verursacht wurden. Das ist ein Ergebnis, das laut den Forschern auf zukünftige Behandlungsmöglichkeiten für Diabetesfolgeerkrankungen hindeuten könnte.
Quercetin ist bekannt für seine starken antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen, die die Zellen vor Schäden schützen und die Herzgesundheit unterstützen.
In Studien am Menschen verbesserte Rooibos die Cholesterinwerte und senkte den Blutzucker. Die Wirkungen zeigten sich sowohl bei gesunden Menschen als auch bei Personen mit bestehenden chronischen Erkrankungen.
Studien weisen auf positive Effekte in folgenden Bereichen hin:
Ferner sei Rooibos in Südafrika bei Ausdauersportlern beliebt, da er koffeinfrei und reich an Antioxidantien sei, schrieb Marthane Swart in einer E-Mail an Epoch Times.
„Experimentelle Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass Rooibos körperliche Ermüdung bei wiederholtem, anstrengendem Training verringern und einen gewissen Schutz vor den Auswirkungen großer Höhen bieten könnte“, so das Sekretariat des South African Rooibos Council.
Potential für das Gehirn
Ein weiterer Bereich der Rooibos-Forschung ist die Auswirkung auf das Gehirn. Laut ersten Untersuchungen in Labor-, Zell- und Tiermodellen könnten die in Rooibos enthaltenen Verbindungen das Gehirn schützen.
Forschungsergebnisse zeigen, dass die einzigartigen Polyphenole in Rooibos, wie Aspalathin und Nothofagin, dazu beitragen können,
Entzündungen im Gehirn zu reduzieren,
oxidativen Stress zu verringern
Mechanismen zu modulieren, die mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung stehen.
Wie die medizinische Biochemikerin Taskeen Docrat in ihrer Metaanalyse aus dem Jahr 2024 feststellte, sind die neuroprotektiven Wirkungen von Rooibos nicht auf eine einzelne antioxidative Verbindung zurückzuführen.
„Die neuroprotektiven Wirkungen gehen wahrscheinlich auf das Zusammenspiel der gesamten Mischung der vorhandenen Verbindungen zurück“, schrieb Docrat in einer E-Mail an Epoch Times.
Dieser Mechanismus deutet laut Docrat auf drei Fähigkeiten von Rooibos hin:
Entzündungen im Gehirn zu reduzieren.
Oxidativen Stress zu lindern.
Gesunde Mitochondrien – die energieproduzierenden Strukturen in den Zellen – zu unterstützen.
Der Metaanalyse zufolge weisen Studien darauf hin, dass Rooibos-Verbindungen reaktive Sauerstoffspezies neutralisieren und die Verarbeitung von Amyloid-beta im Gehirn beeinflussen können – jenem Proteinfragment, das als zentraler Auslöser der Alzheimer-Krankheit gilt, so die Biochemikerin.
Die meisten der in Docrats Übersichtsarbeit berücksichtigten Studien basieren jedoch auf Zell- oder Tiermodellen. Es bestehe Bedarf an weiterer klinischer Forschung, die sich speziell auf neurodegenerative Biomarker und kognitive Ergebnisse am Menschen konzentriere, fügte sie hinzu.
Rot oder grün: Was ist der Unterschied?
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart
Sowohl roter als auch grüner Rooibos stammen von derselben Pflanze. Der Unterschied zwischen den beiden Arten liegt in der Verarbeitung nach der Ernte.
Laut Swart wird roter Rooibos traditionell geschnitten, zerkleinert und befeuchtet, um anschließend oxidieren zu können. Durch diesen Prozess verfärben sich die Blätter von grün zu rotbraun, was dem Tee seinen milden, natürlich süßen Geschmack verleiht. Anschließend werden die Blätter in der Sonne getrocknet.
Bei grünem Rooibos entfällt der größte Teil dieser Oxidation. Er bleibt grün und schmeckt leichter und grasiger.
Da er weniger stark verarbeitet ist, enthält grüner Rooibos mehr Aspalathin und weist in Labortests im Allgemeinen eine stärkere antioxidative Wirkung auf. Roter Rooibos enthält jedoch ebenfalls viele nützliche Inhaltsstoffe. Zudem wird er von den meisten Menschen getrunken und ist am besten erforscht.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart
Auch die Zubereitungsmethode kann die Inhaltsstoffe beeinflussen. Docrat empfiehlt, Rooibos fünf bis zehn Minuten in kochendem Wasser ziehen zu lassen, um möglichst viele Polyphenole, darunter auch Aspalathin, freizusetzen. Wie viel davon jedoch vom Körper beim Trinken tatsächlich aufgenommen werden kann, muss erst in weiteren Studien untersucht werden.
Im Gegensatz zu vielen Teesorten ist Rooibos von Natur aus tanninarm, sodass er selbst bei längerer Ziehzeit selten bitter wird. Tatsächlich bringe eine längere Ziehzeit, so Swart, eher seine natürliche Süße und seinen honigartigen Geschmack zur Geltung.
In Südafrika wird er typischerweise pur oder mit Milch, Zitrone, Honig oder Zucker serviert. Auch wird er stark aufgebrüht auf Eis getrunken oder zu Cocktails, Lattes und einem südafrikanischen Favoriten verarbeitet: dem „roten Cappuccino“. Dabei ersetzt man den Kaffee durch Rooibos.
In der Medizin geht es nicht um schöne Laborwerte, sondern um Menschen, die möglichst keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen. - Foto: tonefotografia/iStock
In Kürze:
Lipoprotein(a) ist weitgehend genetisch bestimmt und gilt als Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Gefäßerkrankungen.
Medikamente reduzieren den Lp(a)-Wert teils deutlich, zeigen aber keine signifikante Minderung des Risikos.
Bilder der Blutgefäße und Blutdruck liefern die Ausgangssituation, denn Erkrankungen finden nicht auf dem Papier statt.
Die Behandlung sollte zudem Ursachen berücksichtigen: Welche Faktoren treiben bei genau diesem Menschen die Gefäßerkrankung voran?
„Operation gelungen, Patient tot.“ Natürlich ist das für das folgende Beispiel eine Zuspitzung. In der betreffenden Studie sind selbstverständlich nicht die Patienten gestorben. Aber der bekannte Spruch beschreibt ein Problem ziemlich treffend, welches uns in der Medizin immer wieder begegnet: Man verändert einen Messwert – mit durchaus eindrucksvollem Ergebnis – und stellt anschließend fest, dass der Patient davon gar nicht den erhofften Nutzen hat.
Das jüngste Beispiel betrifft das Lipoprotein(a), kurz Lp(a). Dieser Blutwert ist in den vergangenen Jahren geradezu zum neuen Star der Herz-Kreislauf-Medizin aufgestiegen. Lp(a) ist weitgehend genetisch bestimmt und gilt als Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Gefäßerkrankungen.
Etwa jeder fünfte Mensch weist erhöhte Werte auf. Entsprechend groß ist natürlich das Interesse an Medikamenten, die Lp(a) gezielt senken sollen. Ob das den Geschäftsinteressen von „Big-Pharma“ oder echtem Interesse an Heilung von Patienten geschuldet ist, lasse ich mal dahingestellt. Vermutlich ist es beides.
Das Medikament Pelacarsen im Test
Jedenfalls heißt eines dieser (neuen) Medikamente Pelacarsen. Der Wirkstoff greift direkt in die Bildung des Apolipoprotein(a) ein. In früheren Studien ließ sich der Lp(a)-Wert damit deutlich reduzieren. Das klingt zunächst hervorragend.
Also wurde Pelacarsen in einer großen Studie mit mehr als 8.000 Patienten geprüft, die bereits an Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten. Die entscheidende Frage lautete nun nicht mehr, ob der Laborwert sinkt, sondern ob die Patienten tatsächlich weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle erleiden.
Am 4. September 2026 kam die Antwort: Der primäre Studienendpunkt wurde nicht erreicht. Pelacarsen senkte zwar Lp(a), konnte aber gegenüber dem Placebo keine statistisch signifikante Verminderung des kombinierten Risikos aus Herz-Kreislauf-Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall und dringlichen Eingriffen an den Herzkranzgefäßen zeigen. Die ausführlichen Studiendaten stehen noch aus.
Ich würde aus dieser ersten Meldung deshalb nicht ableiten, Lp(a) spiele überhaupt keine Rolle. Aber das Ergebnis erinnert an eine medizinische Grundregel, die erstaunlich häufig vergessen wird. Ein besserer Laborwert ist nicht automatisch ein „gesünderer Patient“.
Laut RKI sind 40 Prozent der Todesfälle in Deutschland auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.
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Wir behandeln Menschen – keine Laborzettel
Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich halte Lipoprotein(a) durchaus für einen interessanten und sinnvollen Risikomarker. Ein deutlich erhöhter Wert sollte ernst genommen werden. Was ich für problematisch halte, ist etwas anderes, nämlich die Fixierung auf einen einzelnen Messwert.
Heute ist es das Lp(a) – gestern war es LDL. Morgen ist es vielleicht irgendein neuer Entzündungsmarker. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass einige Patienten ihre Herzgesundheit auf einige wenige Zahlen reduzieren. Wenn man länger in der Medizin ist, lernt man, dass der Körper so nicht „funktioniert“.
Also ist ein Risikofaktor zunächst (nur) genau das: ein Risikofaktor. Er ist keine Diagnose und schon gar kein Schicksal. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wie bekomme ich diesen einen Wert möglichst schnell herunter?“, sondern im Fall des Lp(a): Wie sehen die Gefäße dieses Patienten tatsächlich aus? Und: Welche Faktoren treiben bei genau diesem Menschen die Gefäßerkrankung voran?
Dazu passt eine weitere aktuelle Untersuchung, die ich fast noch interessanter finde. Forscher untersuchten mehr als 16.000 Erwachsene ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Und sie machten etwas eigentlich sehr Naheliegendes: Sie schauten nach. Mit Ultraschall wurden Arterien untersucht, zusätzlich wurden die Herzkranzgefäße bildgebend beurteilt.
Das Ergebnis war mehr als interessant. Bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer fanden sich bereits Anzeichen einer sogenannten subklinischen Atherosklerose – also Gefäßveränderungen, obwohl noch keine bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung vorlag.
Genau hier liegt der berühmte Hund begraben. Die Atherosklerose, landläufig als Gefäßverkalkung bekannt, findet nicht auf dem Laborzettel statt. Diese findet in der Gefäßwand statt. Deshalb rate ich Patienten mit entsprechendem Risikoprofil dazu, sich die Gefäße einmal genauer anzusehen.
Ein Ultraschall der Halsschlagadern ist für mich eine der einfachsten Möglichkeiten, sich zunächst ein Bild von der Gefäßsituation zu machen. Moderne Geräte können Plaques und Veränderungen der Gefäßwand heute sehr gut darstellen. Dabei muss noch lange keine hochgradige Verengung von 70 oder 80 Prozent vorliegen. Schon vorhandene Ablagerungen zeigen, dass der Prozess der Arteriosklerose begonnen hat. Und genau diese Information sollte man einmal haben, damit man weiß, woran man ist.
Unter Plaque versteht man Einlagerungen in den Blutgefäßen.
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Blutdruck: banal, aber enorm wichtig
Dann kommt etwas, das sehr viel weniger modern klingt: der Blutdruck. Bluthochdruck gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Und trotzdem sehe ich immer wieder Patienten, die ihren Lp(a)-Wert auf drei Nachkommastellen kennen (ja ich übertreibe), aber nicht wissen, welchen Blutdruck sie morgens zu Hause haben. Dabei interessiert mich auch nicht unbedingt der einzelne Wert in der Arztpraxis.
Wer vorher zehn Minuten einen Parkplatz gesucht hat, zwei Stockwerke hochgelaufen ist und anschließend fünf Minuten im Wartezimmer über seinen nächsten Termin nachdenkt, liefert nicht zwingend seinen normalen Alltagsblutdruck ab. Regelmäßige häusliche Messungen oder gegebenenfalls eine 24-Stunden-Blutdruckmessung ergeben häufig ein wesentlich besseres Bild.
Dann die Blutfette. Auch dort sollte man nicht nur auf LDL starren. Mich interessieren je nach Ausgangslage auch Triglyceride, non-HDL-Cholesterin und das ApoB. ApoB kann einen Hinweis darauf geben, wie viele atherogene Lipoproteinpartikel tatsächlich unterwegs sind. Das ist gerade bei Menschen mit Stoffwechselstörungen oft aufschlussreich.
Was macht der Zuckerstoffwechsel?
Damit sind wir schon beim nächsten Punkt. Wie sieht der Zuckerstoffwechsel aus? Nüchternglukose und HbA1c liefern wichtige Informationen. Bei entsprechenden Hinweisen interessiert mich zusätzlich die Insulinsituation.
Insulinresistenz entsteht häufig Jahre, bevor der klassische Diabetes diagnostiziert wird. Ein Patient kann also noch „normale“ Zuckerwerte haben und trotzdem längst metabolisch in die falsche Richtung laufen. Typischerweise kommen dann Bauchfett, erhöhte Triglyceride, Bluthochdruck und Bewegungsmangel gleich im kompletten Paket daher. Aber genau das ist für die Gefäßgesundheit wesentlich relevanter als die verzweifelte Jagd nach ein paar Prozent weniger Lp(a).
Der Blutzucker ist mehr als ein Laborwert. Er zeigt, wie gut der Körper mit unserem modernen Alltag zurechtkommt.
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Und auch die fortlaufenden Entzündungsprozesse, die in gewisser Weise immer stattfinden müssen, sollte man nicht ignorieren. Ein dauerhaft erhöhtes hochsensitives CRP (hsCRP) kann zusätzliche Hinweise auf das kardiovaskuläre Risiko liefern. Aber auch hier gilt wieder: Ich möchte einen erhöhten Entzündungswert nicht einfach „wegtherapieren“. Ich möchte wissen, warum er erhöht ist.
Liegt Übergewicht vor? Wird geraucht? Besteht eine chronische Zahnfleischzündung? Gibt es eine Stoffwechselstörung? Eine entzündliche Erkrankung? Schlafmangel? Vielleicht sogar eine bislang nicht erkannte Schlafapnoe? „Entzündungen senken“ bedeutet für mich deshalb nicht, irgendeine Heilpflanze gegen Entzündungen einzunehmen. Es bedeutet zunächst, nach den Ursachen zu suchen.
Sie kennen das alles und es ist natürlich weniger aufregend als ein neuer Wirkstoff, der einen Laborwert um 80 oder 90 Prozent reduziert und der einem mit Werbung schmackhaft gemacht werden soll.
Übrigens: bei bestimmten Patienten können auch Fasten, eine bessere Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren oder der gezielte Ausgleich tatsächlicher Vitalstoffmängel wichtige Bausteine sein.
Dabei sollte man allerdings dasselbe Prinzip beachten. Omega-3 muss Lipoprotein(a) nicht senken, um beispielsweise bei stark erhöhten Triglyceriden interessant zu sein. Fasten muss Lp(a) nicht verändern, um bei Übergewicht, Insulinresistenz oder Bluthochdruck sinnvoll zu sein. Auch hier sollte man nicht den Fehler machen, eine sinnvolle Therapie danach zu beurteilen, ob genau jener Laborwert reagiert, auf den gerade alle schauen.
Wer natürliche, unverarbeitete Lebensmittel von guter Qualität wählt, macht bei seiner Ernährung wenig falsch.
Foto: thesomegirl/iStock
Fazit
Erfreulich an dieser Geschichte zum Pelacarsen ist: Man hat es offen gesagt. Der Wirkstoff senkt Lipoprotein(a) deutlich, aber der entscheidende klinische Nutzen ließ sich in dieser großen Studie nicht zeigen. Kein Herumreden, kein „Trend“, der irgendwie noch zum Erfolg umgedeutet wird. Der primäre Endpunkt wurde verfehlt. Das klingt zwar selbstverständlich, ist es aber nicht immer.
Es ist seit Langem bekannt, dass in der medizinischen Forschung Interessenkonflikte, selektive Veröffentlichungen und verschwundene negative Ergebnisse ein sehr reales Problem sind. Welche Studie publiziert wird, welche Daten hervorgehoben werden und was am Ende in einer Pressemitteilung steht, sind Fragen, die immer gestellt werden sollten. Aber das wäre der Stoff für eine eigene Kolumne.
Für heute reicht mir eine andere Erkenntnis. Wenn ein Medikament einen Laborwert eindrucksvoll verbessert, die Patienten aber nicht entsprechend profitieren, dann sollte uns das daran erinnern, worum es in der Medizin eigentlich geht. Nicht um schöne Laborwerte, sondern um Menschen, die möglichst keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen. Oder, um wieder beim alten Spruch vom Anfang zu landen: Die Operation mag gelungen sein, entscheidend ist trotzdem, wie es dem Patienten danach geht.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. Für Informationen zur Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten von Heilpflanzen wird eine Beratung in der Apotheke empfohlen.
Schuhe ausziehen und barfuß übers Feld laufen – bereits 5 Minuten wirken beruhigend. - Foto: Gal-Art/iStock
In Kürze:
Moderne Schuhe sorgen dafür, dass unsere Fußmuskeln weniger beansprucht werden, was sie schwächermacht.
Barfußlaufen kann aber nicht nur die Muskeln direkt am Fußskelett stärken, sondern auch das Gleichgewicht und eine gesunde Körperhaltung fördern.
Da Füße zahlreichen Nervenrezeptoren haben, die ständig mit dem Gehirn kommunizieren, beruhigt das Barfußlaufen das Nervensystem, sorgt für Entspannung und steigert die Konzentration.
Wer immer in Schuhen unterwegs ist, sollte es beim Barfußlaufen langsam angehen lassen und es mit einem weichen Untergrund wie etwa Gras oder Sand anfangen.
Barfußlaufen bietet Vorteile von Kopf bis Fuß. Es verbessert die Fußfunktion und kurbelt zudem die Gehirnaktivität an.
„Unsere Füße sind unsere zentrale Verbindung zum Boden und eine wichtige Informationsquelle für unser Nervensystem“, sagte der Chiropraktiker Mark Morningstar gegenüber Epoch Times.
Stärkere Füße
Die Vorteile des Barfußlaufens zeigen sich am deutlichsten an den Füßen und in der Art und Weise, wie wir uns bewegen. Kinder, die häufig barfuß laufen, können laut Untersuchungen besser springen und entwickeln einen besseren Gleichgewichtssinn.
Laut einer Metaanalyse aus dem Jahr 2025, die 213 Teilnehmer umfasste, verfügen Turner, die barfuß trainieren, über eine größere Stabilität und stärkere Fußmuskeln. Auch zeigte sich bei ihnen eine bessere neuromuskuläre Kontrolle, also eine bessere Signalübertragung zwischen den Muskeln und dem Nervensystem.
„Barfußlaufen ermöglicht es den kleinen intrinsischen Muskeln des Fußes, optimal zu arbeiten“, sagte Morningstar dazu.
Die intrinsischen Muskeln direkt am Fußskelett sind entscheidend für das Gleichgewicht und feinmotorische Bewegungen.
Moderne Schuhe stützen das Fußgewölbe und verringern so tendenziell die Belastung, die auf die kleinen Muskeln in den Füßen einwirkt. Dadurch müssen die intrinsischen Muskeln weniger arbeiten. Das sorgt mit der Zeit dafür, dass sich die Muskeln weniger entwickeln und durch mangelnde Beanspruchung schwächer werden.
Da die Füße die Grundlage für die Bewegung des Körpers bilden, können schwache Füße auch die Gesundheit der Wirbelsäule beeinträchtigen. Morningstar zufolge kann Barfußlaufen „ein wertvolles Mittel sein, um gesündere Bewegung und eine bessere Körperhaltung zu fördern“.
Ein ruhigeres, schärferes Gehirn
Die Vorteile des Barfußlaufens beschränken sich nicht nur auf die Füße. Es unterstützt auch das Gehirn und das Nervensystem.
Das zeigte beispielsweise eine Studie aus dem Jahr 2024. Sie verglich, wie sich das Barfußlaufen und das Laufen in Turnschuhen auf die kognitiven Funktionen bei Teenagern auswirken. Im Rahmen der Studie absolvierten beide Gruppen zwölf Wochen lang viermal pro Woche eine 40-minütige Laufeinheit. Die Forscher maßen vor und nach dem Lauf die Gehirnaktivität mithilfe von EEG-Scans.
Am Ende nahmen bei der Barfußgruppe die Gehirnwellen signifikant ab, die mit Stress und Überaktivität in Verbindung stehen. Wellen, die mit einem ruhigeren, entspannten und dennoch wachen Geisteszustand assoziiert sind, nahmen hingegen zu. Zudem verbesserten sich in dieser Gruppe die kognitive Geschwindigkeit und Konzentration deutlich, was bei der Turnschuhgruppe weniger ausgeprägt war.
Eine Erklärung könnte sein, dass nackte Füße weitaus mehr sensorische Informationen aufnehmen als Füße in Schuhen. Die zahlreichen Nervenrezeptoren in den Füßen senden ständig Rückmeldungen an das Gehirn. Das Bewegen der Zehen erhöht zudem die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns.
Diese sensorischen Reize wirken sich auch auf das autonome Nervensystem aus. Das ist jener Teil des Nervensystems, der weitgehend im Autopilot-Modus arbeitet und Funktionen wie Herzfrequenz und Stressreaktion steuert.
„Die Füße sind ein Bestandteil eines integrierten neurologischen Systems“, sagte Morningstar dazu.
Ein entspannterer Körper und weniger Entzündungen
Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2025 fördert der direkte Kontakt zwischen nackten Füßen und natürlichen Oberflächen, dass sich der Körper entspannt und von Stress erholt und den Serotoninspiegel erhöht.
„Es geht darum, dem Nervensystem eine weitere Gelegenheit zu bieten, Sicherheit, Präsenz und Verbundenheit zu erfahren“, erklärte Sandra Nathan gegenüber Epoch Times. Sie ist integrative Therapeutin und Spezialistin für die Regulierung des Nervensystems.
Anstatt sich in ängstlichen Gedanken über die Vergangenheit zu verstricken oder sich Sorgen um die Zukunft zu machen, richtet man seine Aufmerksamkeit ganz natürlich wieder auf den gegenwärtigen Moment – die Erde unter den Füßen.
„Dieses Umschalten ist wichtig, weil das Nervensystem nicht nur auf unsere Gedanken reagiert, sondern auch darauf, was unser Körper erlebt“, so Nathan.
Ferner kann Barfußlaufen auch dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren. Das geschieht vermutlich durch zwei Mechanismen:
1. Die Reflexzonenmassage, bei der Druck auf die Fußsohlen die Nervenenden stimuliert.
2. Das „Earthing“, also der direkte Hautkontakt mit der Erdoberfläche, bei dem ein Elektronenaustausch stattfinden soll, der freie Radikale im Körper reduziert.
Die Oberfläche unter den Füßen beeinflusst, wie der Körper reagiert.
Gras
Gras bietet eine sanfte Stimulation und die Nervenenden in der Haut nehmen leichte Berührungen wahr.
Wenn wir über Gras laufen, senden diese Rezeptoren einen ständigen Informationsstrom an das Gehirn. Dabei helfen sie den Muskeln in den Füßen, kleine Anpassungen vorzunehmen, die Körperhaltung und Gleichgewicht verbessern.
Sand hilft hingegen dabei, die unteren Gliedmaßen zu stärken. Da die Ferse bei jedem Schritt einsinkt, müssen die Muskeln in den Füßen und Beinen stärker arbeiten, um den Körper vorwärts zu bewegen.
Waldboden
Wege, die mit Erde, Rinde oder kleinen Steinen bedeckt sind, sind eine andere Art Herausforderung. Die unebene Oberfläche erzeugt einen akupressurähnlichen Effekt. Dieser verstärkt den Fluss sensorischer Informationen von den Füßen zum zentralen Nervensystem und trägt so dazu bei, das Gleichgewicht und die Körperhaltung zu verbessern.
Tipps für die ersten Schritte
Wer es mit dem Barfußlaufen probieren möchte, sollte klein anfangen, rät die integrative Therapeutin Nathan. „Man muss nicht stundenlang barfuß laufen, um mögliche Vorteile zu erleben. Schon fünf oder zehn Minuten auf einer sicheren, sauberen Oberfläche wie Gras oder Sand können eine schöne Gelegenheit sein, einen Gang runterzuschalten und wieder zu sich selbst zu finden“, meinte sie.
Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, ob man es „richtig“ mache, ermutigt sie Anfänger dazu, neugierig zu sein. Man sollte auf verschiedene Signale achten:
Barfußlaufen mag viele Vorteile bieten, sei aber nicht für jeden geeignet, sagte der Chiropraktiker Morningstar. „Jemand, der jahrelang in sehr steifen und stark gepolsterten Schuhen unterwegs war, wird nicht plötzlich anfangen können, lange Strecken barfuß zurückzulegen“, erklärte er.
Die Füße brauchen Zeit, um allmählich stärker zu werden. Ihm zufolge sind Menschen mit bestimmten Erkrankungen im Allgemeinen sicherer, wenn sie festes Schuhwerk tragen. Dazu gehören Personen mit Leiden wie
diabetische Neuropathie,
schwere Fußdeformitäten,
schwere Arthritis,
Osteoporose mit hohem Frakturrisiko,
einige Gleichgewichtsstörungen.
Barfußlaufen ist kein Allheilmittel
Die integrative Therapeutin Nathan erläuterte, dass die Menschen ein großes Missverständnis bezüglich des Regulierens des Nervensystems haben. Sie erwarten, dass eine einzige Sache ihr Leben über Nacht verändert. In Wirklichkeit verlaufe die Heilung meist viel sanfter.
„Unser Nervensystem lernt durch Erfahrungen. Jedes Mal, wenn wir Momente der Geborgenheit, Verbundenheit, Ruhe oder Freude erleben, bringen wir ihm etwas Neues bei“, sagte sie.
Für manche sei diese Erfahrung das Barfußlaufen. Für andere sei es Gartenarbeit, in der Natur zu sitzen, achtsames Atmen oder Zeit mit Menschen zu verbringen, die ihnen ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln, meinte sie.
„Heilung geschieht durch kleine Erfahrungen der Geborgenheit, die sich im Laufe der Zeit wiederholen.“
Unter dem Begriff „Rheuma“ werden zahlreiche Erkrankungen zusammengefasst, die außer Schmerzen am Bewegungsapparat teilweise ziemlich wenig miteinander gemeinsam haben. - Foto: AndreyPopov/iStock
In Kürze:
Unter dem Begriff „Rheuma“ werden zahlreiche Erkrankungen zusammengefasst, die außer Schmerzen am Bewegungsapparat teils wenig gemeinsam haben.
So unterschiedlich die Ursachen sind, so unterschiedlichen sollten auch die Behandlungen sein – auch in der Naturheilkunde.
Naturheilverfahren werden zurückhaltend eingesetzt, dabei bedeuten fehlende Studien nicht „Es wirkt nicht“, sondern „Wir wissen es (noch) nicht“.
Kurkuma, Ingwer, Weihrauch, Arnika oder Brennnessel haben alle ihre Berechtigung im Praxisalltag, kommen aber selten an die wahren Probleme heran.
Manchmal erlebe ich sie noch: kleine Wunder in der Medizin. Eines davon besteht darin, dass eine rheumatologische Fachgesellschaft Weihrauch, Kurkuma, Ingwer und sogar Kohlwickel nicht einfach in die Schublade der „Alternativen“ steckt und diese anschließend fest verschließt.
Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie hat sich mit einer ganzen Reihe solcher Verfahren beschäftigt. Das Ergebnis fällt differenzierter aus, als man vielleicht erwarten würde: Für entzündlich-rheumatische Erkrankungen reicht die Studienlage nach Ansicht der Fachgesellschaft nicht aus, um die untersuchten Pflanzenpräparate als „krankheitsverändernde Therapie“ zu empfehlen.
Bei Arthrose, Rückenschmerzen und anderen degenerativen Beschwerden sieht die Sache anders aus. Dort müsse man von verschiedenen Verfahren bei entsprechendem Patientenwunsch keineswegs abraten. Das ist zunächst erfreulich. Aber man sollte die Sache auch nicht größer machen, als sie ist.
Eine Sache fehlt
Die Fachgesellschaft hat vorhandene Studien gesichtet und bewertet. Das ist wichtig und gehört zu ihrer Aufgabe. Studien lesen kann ich allerdings auch, und ich tue das seit Jahrzehnten. Mich würde deshalb der nächste Schritt viel mehr interessieren: Warum setzt man solche Verfahren nicht einmal konsequent in rheumatologischen Kliniken ein und untersucht anschließend, was tatsächlich mit den Patienten geschieht?
Interessant wäre eine vernünftige rheumatologische Behandlung, ergänzt um Ernährung, Fasten, Bewegung, Heilpflanzen und eine gezielte Versorgung mit Vitalstoffen. Und dann prüft man: Was geschieht mit Schmerzen oder Morgensteifigkeit? Wie entwickeln sich geschwollene Gelenke, Entzündungswerte, Beweglichkeit, Medikamentenbedarf und Lebensqualität?
Genau solche Untersuchungen würde ich gerne häufiger sehen. Denn in der Medizin gibt es eine eigentümliche Denkfalle. Für ein Verfahren fehlen angeblich gute Studien. Wissenschaftlich korrekt heißt das zunächst nur: Wir wissen es nicht ausreichend. Im medizinischen Alltag wird daraus jedoch erstaunlich schnell: Es wirkt nicht. Das ist allerdings nicht alles.
Laut dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum leben rund 1,8 Millionen Deutsche mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung.
Foto: seb_ra/iStock
Rheuma ist keine Krankheit
Schon die Frage „Was hilft bei Rheuma?“ führt eigentlich auf Glatteis. Unter dem Begriff werden zahlreiche Erkrankungen zusammengefasst, die jedoch außer Schmerzen am Bewegungsapparat teilweise ziemlich wenig miteinander gemeinsam haben.
Eine Arthrose ist etwas anderes als eine rheumatoide Arthritis. Bei der Arthrose spielen Knorpelveränderungen, Fehlbelastungen, fasziale Strukturen, frühere Verletzungen, Stoffwechsel und lokale Entzündungsprozesse zusammen. Bei der rheumatoiden Arthritis richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen. Gelenke schwellen an, die Morgensteifigkeit nimmt zu und unbehandelt können dauerhafte Schäden entstehen.
Unterschied zwischen einem gesunden Knie sowie ein durch Arthrose oder rheumatoide Arthritis betroffenes Gelenk.
Foto: Epoch Times; nach elenabs/iStock
Wieder anders liegt der Fall bei Fibromyalgie. Hier steht keine klassische Gelenkentzündung im Vordergrund. Viele Betroffene leiden unter Schmerzen am ganzen Körper, Erschöpfung und Schlafstörungen. Das Nervensystem reagiert mitunter wie eine Alarmanlage, deren Empfindlichkeit viel zu hoch eingestellt wurde. Hinzu kommen Psoriasisarthritis, Morbus Bechterew, Gicht, Kollagenosen und Gefäßentzündungen.
Wer all diesen Patienten dasselbe Medikament empfiehlt, behandelt letztlich den Namen einer Erkrankung und nicht den Menschen. Dieser differenzierende Blick ist auch für eine naturheilkundliche Rheumatherapie aber entscheidend.
Was können die Pflanzen?
Kurkuma ist bei Arthrose durchaus interessant. Es gibt Hinweise auf Verbesserungen bei Schmerzen, Steifigkeit und Gelenkfunktion. Auch für Ingwer finden sich positive Signale. Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) kommt vor allem bei degenerativen Gelenk- und Rückenbeschwerden infrage. Beim Weihrauch sind es insbesondere die Boswelliasäuren, die verschiedene Entzündungswege beeinflussen. Selbst äußerliche Anwendungen wie Beinwell, Arnika oder Kohlwickel verdienen mehr Aufmerksamkeit, als ihr etwas altbackenes Image vermuten lässt.
Ich habe nach einer schweren Knieverletzung Mitte der neunziger Jahre übrigens eine erheblich rustikalere Variante gewählt: frische Brennnesseln. Damit habe ich mein Knie täglich behandelt, bis die Haut rot und voller Quaddeln war. Man gewöhnt sich daran. Es gehört allerdings schon zu den heroischeren naturheilkundlichen Maßnahmen.
Würde ich das heute noch einmal machen? Vermutlich ja. Aber genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt: Wir können lange darüber diskutieren, welche Pflanze welchen Entzündungsbotenstoff beeinflusst. Spannender ist doch die Frage, weshalb im Organismus überhaupt ständig ein entzündliches Milieu unterhalten wird.
Pflanzen, die bei Gelenkbeschwerden helfen können: 1 Kurkuma, 2 Ingwer, 3 Teufelskralle, 4 Weihrauch, 5 Beinwell, 6 Arnika, 7 Wickel aus Kohl wie Wirsing oder Weißkohl, 8 Brennnesseln.
Foto: zusammengestellt von Epoch Times; mit Material von iStock
Der größere Hebel liegt auf dem Teller
Seit ich Ende der neunziger Jahre begonnen habe, Rheumapatienten zu behandeln, gehört die Ernährung deshalb zu meinen wichtigsten Ansatzpunkten. Bei entzündlichen Beschwerden streiche ich Schweinefleisch und Wurst konsequent und reduziere tierische Lebensmittel deutlich. Hintergrund ist unter anderem die Arachidonsäure, aus der der Organismus entzündungsfördernde Botenstoffe bilden kann.
Die einzelne Schweinshaxe verursacht natürlich keine rheumatoide Arthritis. Entscheidend ist das Milieu, in das sie hineinkommt. Viel Fleisch und Wurst, Zucker, Alkohol und hochverarbeitete Lebensmittel bei gleichzeitig geringer Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sind für einen chronisch entzündeten Organismus keine glückliche Kombination.
Bei geeigneten Patienten arbeite ich deshalb für einige Wochen mit einer konsequent pflanzenbetonten Ernährung. Sechs Wochen halte ich für einen vernünftigen Zeitraum. Zwei freundliche Salattage sind noch keine Ernährungsumstellung. Danach wird verglichen: Was ist mit der Morgensteifigkeit geschehen? Sind Gelenke weniger geschwollen? Wie haben sich Schmerzen, Verdauung oder Schlaf verändert?
Manche Patienten reagieren auf Milchprodukte, andere auf Alkohol, Zucker oder bestimmte hochverarbeitete Lebensmittel. Pauschale Verbotslisten überzeugen mich dabei weniger als ein sauberer Auslassversuch mit anschließender kontrollierter Wiedereinführung.
Der Hauptlieferant für Arachidonsäure in unserer heutigen Ernährung ist tierisches Fett – vor allem aus Schweinefleisch, Wurst, Eiern, Innereien und bestimmten Milchprodukten.
Foto: bit245/iStock
Fasten ist mehr als Nichtessen
Und dann gibt es eine Maßnahme, die ich bei geeigneten Patienten weiterhin für einen der stärksten naturheilkundlichen Impulse halte: das Heilfasten. Fasten verändert weit mehr als die Kalorienzufuhr. Insulinstoffwechsel, Fettsäurestoffwechsel und verschiedene Entzündungsvorgänge reagieren ebenfalls.
Bei rheumatoider Arthritis gibt es seit Jahrzehnten Untersuchungen, nach denen Fasten mit anschließender pflanzenbetonter Ernährung Beschwerden günstig beeinflussen kann. Dies deckt sich mit meiner Praxiserfahrung. Das ist keine Wunderheilung und erst recht keine Garantie. Aber es ist genügend Grund, Fasten nicht als Wellnessveranstaltung abzutun.
Bei schweren Erkrankungen, Untergewicht oder komplexer Medikation gehört eine solche Therapie selbstverständlich in erfahrene Begleitung. Rheumamedikamente werden übrigens während einer Fastenkur nicht eigenmächtig abgesetzt.
Ähnlich verhält es sich mit Bewegung. Schmerzpatienten hören erstaunlich häufig: „Sie müssen sich mehr bewegen.“ Das ist ungefähr so präzise wie die Empfehlung an einen Schlaflosen, einfach mehr zu schlafen.
Ein entzündetes Gelenk braucht eine andere Belastung als ein steifes Gelenk. Und ein Fibromyalgiepatient, der nach zehn Minuten Training drei Tage lang kaum noch auf die Beine kommt, braucht nicht mehr Ehrgeiz, sondern eine andere Dosis.
Kurze Spaziergänge, sanfte Mobilisation, isometrische Übungen, Beweglichkeitstraining oder Bewegung im warmen Wasser können ein Anfang sein. Eine gute Trainingseinheit sollte Anpassungen erzeugen, keinen Zusammenbruch. Gerade hier wäre eine gute Physiotherapie Gold wert.
Art und Dauer einer Bewegung sollte an die Stärke der Gelenksentzündung angepasst werden, wobei eine gute Physiotherapie hilfreich sein kann.
Foto: SARINYAPINNGAM/iStock
Messen, verstehen, dann ergänzen
Zur naturheilkundlichen Rheumatherapie gehört auch eine vernünftige Labordiagnostik. Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Vitamin B12, Folat und Eisenstatus können je nach Patient relevant sein. Ein Grundsatz bei Vitalstoffen lautet deshalb: messen, verstehen, dann ergänzen.
Ebenso wichtig sind Darmfunktion, Schlaf und Stoffwechsel. Auch der Säure-Basen-Haushalt kann betrachtet werden. Damit meine ich ausdrücklich keine angebliche „Übersäuerung des Blutes“. Der Blut-pH wird innerhalb enger Grenzen reguliert. Interessant sind vielmehr Ernährung, Säurelast, Ausscheidung, Mineralstoffversorgung und Regulationsfähigkeit.
Und dann gibt es jene Fälle, bei denen man lange suchen muss. Ich erinnere mich an einen Patienten mit rheumatoider Arthritis, bei dem ich mir therapeutisch sprichwörtlich einen Wolf arbeitete. Vieles half ein wenig, der entscheidende Durchbruch blieb aus. Erst nachdem zwei auffällige Weisheitszähne saniert worden waren, veränderte sich das Krankheitsbild dramatisch.
Ist das der Beweis, dass rheumatoide Arthritis von den Zähnen kommt? Natürlich nicht. Aber solche Verläufe erinnern daran, nicht mit dem Denken aufzuhören, sobald die üblichen Laborwerte erhoben sind. Chronische Entzündungsherde, Zähne oder auch Narben können bei einzelnen Patienten Teil eines komplexeren Geschehens sein. Das rechtfertigt keine voreiligen Eingriffe, wohl aber sorgfältige Diagnostik.
Und was ist mit Methotrexat, Cortison und Biologika? Bei schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen können solche Medikamente Krankheitsaktivität senken und dauerhafte Gelenk- oder Organschäden verhindern. Wer sie einnimmt, sollte sie deshalb keinesfalls eigenmächtig absetzen.
Aber damit ist die Arbeit nicht beendet. Denn eine unterdrückte Entzündung beantwortet noch nicht automatisch die Frage, unter welchen Bedingungen sie entstanden ist und was der Patient selbst verändern kann.
Vielleicht liegt genau darin das Missverständnis vieler Debatten über Naturheilkunde. Naturheilkunde bedeutet nicht, Methotrexat durch Kurkuma und Ibuprofen durch Weihrauch zu ersetzen. Dann hätten wir lediglich die Farbe der Kapseln gewechselt. Naturheilkunde fragt vielmehr nach dem Menschen, in dem die Krankheit stattfindet.
Wie ernährt er sich? Wie schläft er? Wie bewegt er sich? Wie steht es um Stoffwechsel, Darm und Vitalstoffversorgung? Gibt es dauerhafte Belastungen? Und an welcher Stelle hat der Organismus seine Fähigkeit zur Regulation verloren?
Individuelle und auf den Patienten zugeschnittene Behandlungen können für Schmerzfreiheit und eine glückliche Zukunft sorgen.
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Deshalb begrüße ich es, wenn eine rheumatologische Fachgesellschaft Heilpflanzen nüchtern untersucht, statt sie reflexartig abzutun. Ich wünsche mir nur, dass wir eines Tages den nächsten Schritt gehen.
Nicht noch eine Diskussion darüber, ob Weihrauch nun „alternativ“ oder „wissenschaftlich“ ist. Sondern Kliniken, in denen man verschiedene sinnvolle Verfahren konsequent miteinander verbindet und anschließend ebenso konsequent misst, was dabei herauskommt.
Denn ein entzündeter Organismus braucht manchmal ein verschreibungspflichtiges Medikament. Manchmal eine Heilpflanze. Häufig braucht er mehrere Veränderungen gleichzeitig. Die interessante Frage ist deshalb nicht nur, was gegen Rheuma wirkt. Sondern warum dieser eine Mensch krank geworden ist und was seinem Organismus helfen könnte, wieder in eine „bessere Ordnung“ zu finden.
Thymian kann man auch im Topf kultivieren. - Foto: Rena Lolivier/iStock
In Kürze:
Thymian wird seit Jahrhunderten als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt.
Das mediterrane Kraut wirkt unter anderem schleimlösend, entzündungshemmend und antibakteriell.
Ob bei Husten und Erkältungen, für die Verdauung oder in der Küche – Thymian ist vielseitig einsetzbar.
Thymian zählt neben anderen mediterranen Kräutern wie Rosmarin, Oregano und Salbei zu den stärksten antimikrobiellen Heilkräutern Europas. Trotz seiner winzigen Blätter und geringen Größe zeigt Thymian große Wirkung. Er stärkt die Abwehrkräfte und ist unverzichtbar bei Erkältungen und Husten. Der kräftige, herb-süßliche Duft des Krauts wird auch in Räuchermischungen geschätzt und in reinigenden Ritualen verwendet.
In der Mythologie galt Thymian einst als Schutzpflanze vor negativen Einflüssen. Er wurde Verstorbenen ins Grab beigelegt, um einen sicheren Übergang ins Jenseits zu gewährleisten. Bei den alten Römern und Griechen war Thymian ein Symbol für Mut und Tapferkeit. Auch als Frauenpflanze fand Thymian Verwendung etwa zur Stärkung nach Geburt und Krankheit und als Schutz von jungen Mädchen.
Überdies ist der in Südeuropa heimische Thymian ein beliebtes Gewürz in der mediterranen Küche und insbesondere in der französischen Küche wie etwa der Provence. Er ist traditionell Bestandteil des Bouquet garni, einem Kräuterstrauß, der zum Aromatisieren von Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten mitgekocht wird.
Thymian (Thymus vulgaris) gehört mit seinen über 300 Arten zur Familie der Lippenblütler, wobei der Echte Thymian 10 bis 40 Zentimeter hoch wird. Er ist anspruchslos, gedeiht auf trockenem und durchlässigem Boden an sonnigen Standorten. Seine besondere Heilkraft steckt im blühenden Kraut und beruht vorwiegend auf den enthaltenen ätherischen Ölen, wie Thymol und Carvacrol, sowie sekundären Pflanzenstoffen.
Thymian bei Husten und Erkältungen …
Neben seiner Verwendung in der Küche wird Thymian vor allem zur Behandlung von Husten und Schnupfen verwendet. Die ätherischen Öle im Thymian helfen, festsitzenden Schleim in den Atemwegen zu lösen, sodass dieser abgehustet werden kann. Gleichzeitig wirken sie krampflösend auf die Bronchien und können Reizhusten lindern.
Darüber hinaus besitzen die Inhaltsstoffe des Thymians antibakterielle, antivirale und pilzfeindliche Eigenschaften, die den Körper bei der Abwehr von Krankheitserregern unterstützen.
In wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte das ätherische Thymianöl sogar eine bedeutende Wirkung gegen antibiotikaresistente Bakterienstämme. Im Volksmund wir Thymianöl daher auch als natürliches Antibiotikum bezeichnet.
Die deutsche Kommission E erkennt Thymian für die Behandlung von Bronchitis, Keuchhusten und andere Infektionen der oberen Atemwege an.
Im Bedarfsfall können zwei bis drei Tassen Thymiantee über den Tag verteilt getrunken werden. Für Kinder eignet sich die Anwendung in Form von Hustensaft. Ebenso helfen Inhalationen mit Thymiantee, den Schleim in den Atemwegen zu lösen und die Nase freizubekommen.
… für die Verdauung und gegen Bakterien
Darüber hinaus wirkt Thymian lindernd bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden und fördert die Verdauung von fettreichen Mahlzeiten. Wer seine Speisen mit Thymian würzt, trägt außerdem dazu bei, dass diese länger haltbar sind. Das ätherische Thymianöl hemmt nämlich das Wachstum von verschiedenen Bakterienstämmen, die unter anderem Durchfallerkrankungen auslösen können.
Thymian ist auch häufig Bestandteil von Mundwasser oder Zahnpasten. Seine antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften wirken Bakterien im Mundraum und Zahnfleischentzündungen entgegen.
Reines ätherisches Thymianöl sollte stets mit einem Trägeröl, beispielsweise Oliven- oder Mandelöl, verdünnt werden, da es aufgrund seiner hohen Konzentration die Haut und Schleimhäute reizen kann. Es sollte nur äußerlich verwendet werden.
… bei Schmerzen und Entzündungen
Aufgrund seiner wärmenden und durchblutungsfördernden Wirkung kommt Thymian in der Volksmedizin auch bei Muskelkater, Gelenkschmerzen, Verspannungen und Rheuma zum Einsatz zum Beispiel in Form von Bädern, Einreibungen oder Umschlägen.
Die moderne Wissenschaft untermauert diese Anwendungen. Studien zeigen, das Thymol – der Hauptwirkstoff im Thymian – entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften besitzt. Zudem wurde 2014 in einer Studie festgestellt, dass Thymian bei der Behandlung von Menstruationsschmerzen genauso wirksam war wie Ibuprofen, was die Forscher unter anderem auf die krampflösenden Eigenschaften des Thymian zurückführten.
… und in der Küche
Das warm-würzige Aroma des Thymian harmoniert mit vielen herzhaften Speisen. Er ist eine feste Zutat in mediterranen Kräutermischungen für Pizza und Pasta, passt aber auch zu den verschiedensten Fleischgerichten und macht diese bekömmlicher.
Auch in Gemüsesuppen, Kartoffel- und Pilzgerichten, Bohnen- und Linseneintöpfen bringt Thymian ein schmackhaftes Aroma. Darüber hinaus schmeckt Thymian zu Kräuterbaguettes und Focaccia und harmoniert mit Ziegenkäse oder Camembert und Wein.
Weniger bekannt ist die Verwendung von Thymian in der süßen Küche. Dort verleiht er Gebäck, Obstdesserts und Sorbets eine feine würzige Note und harmoniert besonders gut mit Honig und Zitrusfrüchten wie Zitrone und Orange.
Auch in Marmeladen, Gelees oder Chutneys bringt Thymian ein würziges Aroma und kann überdies ihre Haltbarkeit verlängern. Probieren Sie beispielsweise Himbeermarmelade mit Thymian und Rosmarin oder ein Apfel-Thymian-Gelee. Lassen Sie dafür einige Thymianzweige während des Kochens mitziehen und entfernen Sie diese vor dem Abfüllen.
Tiefer Einklang mit Körper und Geist: Meditieren fördert den Optimismus sowie das Gefühl für Sinn und Zweck. - Foto: Illustriert von Ran/The Epoch Times
In Kürze:
Meditation hilft nicht nur beiStress, sondern hat auch positive Wirkungen auf den ganzen Körper.
Das Gehirn profitiert davon, wobei sich unter anderem Konzentration, Gedächtnis und emotionale Regulation verbessern.
Ähnlich wie Beten erfüllt Meditation einen Menschen mit einem Gefühl der Ehrfurcht und Demut, was eine positive Einstellung zum Leben fördert.
Es gibt einige Tipps, die Anfängern helfen können, sich die heilende Wirkung der Meditation leichter zunutze zu machen.
Ob Sokrates oder Laotse: Seit Jahrtausenden praktizieren Menschen Meditation, um geistige Klarheit zu erlangen.
Die Forschung bestätigt diese Praxis. Täglich ein paar Minuten in Meditation zu sitzen, hilft beim Stressabbau. Doch es gibt noch mehr Vorteile, die auch die moderne Forschung Schritt für Schritt entschlüsselt.
Meditation aktiviert die Kommandozentrale des Gehirns: den Frontallappen, insbesondere den präfrontalen Kortex. Ist dieser Bereich aktiver, verbessern sich unsere Aufmerksamkeit, emotionale Regulierung und Selbstwahrnehmung.
Darüber hinaus führt regelmäßige Meditation zu strukturellen Veränderungen im Gehirn und steht in Zusammenhang mit einem verlangsamten Verfall von Nervenzellen. So war die Hirnrinde bei Personen im Alter von 40 bis 50 Jahren, die regelmäßig meditierten, laut einer Studie aus dem Jahr 2005 ähnlich dick wie die von Nicht-Meditierenden, die 20 Jahre jünger waren. Diese zusätzliche Dicke könnte laut den Forschern als eine Form der kognitiven Reserve dienen.
In einer anderen kleinen Studie mit Personen, die zuvor noch nie meditiert hatten, zeigte sich bereits nach acht Wochen Meditation eine Zunahme der grauen Substanz im Gehirn. Ihr Volumen nimmt normalerweise mit zunehmendem Alter ab. Die graue Substanz nahm insbesondere in Gehirnregionen zu, die fürs Lernen und Gedächtnis sowie für die Selbstwahrnehmung und Empathie zuständig sind.
Ferner wirkt Meditation auf die Neuroplastizität des Gehirns, also seine Fähigkeit, zu wachsen und sich zu verändern, sagte Dr. Andrew Newberg gegenüber Epoch Times. Je mehr man sich der Meditation widme, desto „größer sei die Wirkung“, so Newberg, ein Pionier der spirituellen Neurowissenschaften und Forschungsdirektor am Marcus Institute of Integrative Health am Thomas Jefferson University Hospital in Philadelphia.
Zudem schütte das Gehirn während einer Meditation „Glückshormone“ aus, fügte der Neurologe hinzu. So setzt ein Teil des Belohnungs- und Motivationszentrums im Gehirn bei der tiefen Meditation 65 Prozent mehr Dopamin frei. Bei langjährigen Meditierenden kann der Serotoninspiegel im Blut laut Untersuchungen um etwa 26 Prozent höher sein.
Mit Antidepressiva vergleichbar
Meditation kann außerdem ähnlich wie Medikamente wirken. Das zeigte beispielsweise eine Studie aus dem Jahr 2022 zum Thema Angstzustände. Dabei verglichen die Forscher eine auf Achtsamkeit basierende Behandlung zur Stressreduktion mit dem Medikament Escitalopram, einem Mittel gegen Angstzustände und Depressionen. Demnach war Achtsamkeit bei der Behandlung von Angstzuständen „Escitalopram nicht unterlegen“, hieß es in der Untersuchung.
Das zeige, dass meditative Praktiken eine „Alternative mit weniger Nebenwirkungen“ bei Angststörungen darstellen, sagte Dr. Elizabeth A. Hoge zu Epoch Times. Hoge ist Fachärztin für Psychiatrie und Leiterin des Forschungsprogramms für Angststörungen am Georgetown University Medical Center.
Beruhigt das Herz und lindert Schmerzen
Meditation beruhigt den Körper zusätzlich, indem sie die Herzfrequenz verlangsamt und Schmerzen lindert.
Da Meditation Stresshormone und Entzündungen senke sowie Ruhe und Erholung im Körper fördere, mindere sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sagte Dr. V. S. Prakash gegenüber Epoch Times. Prakash ist leitender interventioneller Kardiologe und Herz-Elektrophysiologe am Manipal Hospital in Bengaluru, Indien.
Eine höhere Herzratenvariabilität verbessert Ihre Reaktion auf Stress, da sie die Fähigkeit unterstützt, von einer Stresssituation schneller wieder den Ruhemodus zu erreichen.
Die beruhigende Wirkung der Meditation auf Körper und Geist lindert zudem Schmerzen. Wie eine Studie aus dem Jahr 2025 ergab, ist Achtsamkeitsmeditation bei starken chronischen Rückenschmerzen mit der kognitiven Verhaltenstherapie vergleichbar.
Achtsamkeit bringe den Menschen bei, innezuhalten und körperliche Empfindungen wahrzunehmen, meinte Dr. Aleksandra Zgierska zu Epoch Times. Achtsamkeit helfe den Menschen zu erkennen, dass Schmerzen oft schwanken und bewältigt werden können – eine Einsicht, die das Leiden verringern könne, so die Hauptautorin der Studie und stellvertretende Vorsitzende für Forschung am Fachbereich Familien- und Gemeindemedizin am Penn State College of Medicine.
„Menschen verfallen oft in eine sogenannte ‚Schmerzkatastrophisierung‘. Sie erwarten, dass sich der Schmerz verschlimmert und vermeiden deshalb bestimmte Aktivitäten“, sagte sie. „Dies kann einen Teufelskreis auslösen. Achtsamkeit hilft, diesen Kreislauf zu durchbrechen.“
Personen, die beten, weisen ähnliche neurophysiologische Mechanismen auf wie Personen, die meditieren. Das zeigten bildgebende Hirnuntersuchungen des Neurologen Newberg.
Sowohl Meditation als auch Gebet steigern die Aufmerksamkeit und Konzentration im Gehirn, während sie gleichzeitig die Aktivität im Parietallappen verringern. Der Parietallappen ist daran beteiligt, uns ein räumliches Selbstbewusstsein zu vermitteln. Ist er weniger aktiv, führt es dazu, dass Menschen, die regelmäßig meditieren oder beten, „ihr Selbstgefühl verlieren oder eine tiefe Verbundenheit mit dem Universum oder Gott empfinden“, so Newberg.
Er fügte hinzu: „Meditieren oder Beten erfüllt einen Menschen zudem mit einem Gefühl der Ehrfurcht und Demut, das mit jeder solchen Erfahrung stärker wird.“
Sich im tiefen Einklang mit dem Universum zu fühlen, führe zu einem tiefen Gefühl innerer Geborgenheit, sagte Margaret Trey, eine Forscherin mit einem Doktortitel in Psychotherapie. Es sei „wohltuend und heilend“, sagte sie zu Epoch Times.
Dies steigere letztendlich den Optimismus sowie das Gefühl für Sinn und Zweck.
Wie können wir die heilende Wirkung der Meditation nutzen? Erst einmal beinhaltet Meditation traditionell
kontrolliertes Atmen,
das schrittweise Ausblenden abschweifender Gedanken,
das Erreichen eines ruhigen, klaren Geisteszustands.
„Meditation ist keine Darbietung – sie ist Übung“, sagte dazu die Psychotherapeutin Trey. Für Meditationsanfänger empfiehlt sie, täglich fünf Minuten lang still zu sitzen und die Dauer schrittweise zu verlängern.
Man sollte sich nicht zwingen, seinen Geist von Anfang an zu leeren. Stattdessen damit beginnen, seine Gedanken wahrzunehmen. Wenn ein negativer oder ängstlicher Gedanke auftauche, könne man ihn beobachten und vorbeiziehen lassen, anstatt sich in ihm zu verstricken.
Wenn der Geist abschweift, könne man ihn einfach zurückbringen – man sitze genau hier, so Trey, die seit mehr als 20 Jahren Forschung zu den Vorteilen der Meditationspraxis Falun Gong betreibt und drei Bücher verfasst hat. Ihr zufolge hat Falun Gong ihr geholfen, das ständige „innere Geschwätz“ ihres Geistes zu beruhigen.
Ihrer Meinung nach werden wir in unserem Alltag von Emotionen getrieben. Emotionen würden oft wie ein Feuer ausbrennen und einen erschöpften Körper und Geist zurücklassen. Im Gegensatz dazu „kann geistige Stille zutiefst erholsam sein“, sagte sie.
„Der ruhende Geist ist ein Geist, der endlich frei ist, das zu empfangen, was das Denken allein niemals erreichen könnte.“
Sardinen stehen am Anfang der Nahrungskette und reichern kaum Schwermetalle wie Quecksilber an. - Foto: bhofack2/iStock
Sowohl preiswert als auch gesund – das sind die typischen Eigenschaften von Sardinen. Tatsächlich zählen diese kleinen Fische zu den nährstoffreichsten Lebensmitteln überhaupt.
„Sardinen sind eine vollständige Proteinquelle, vergleichbar mit Lebensmitteln wie Eiern, Milchprodukten und Fleisch. Sie enthalten alle 20 Aminosäuren und sind reich an Omega-3-Fettsäuren.“ Das schrieb Helen Tieu, staatlich geprüfte Ernährungsberaterin und zertifizierte Diabetologin, in einer E-Mail an Epoch Times.
Vitamin D: Eine Dose Sardinen liefert in der Regel etwa 150 bis 200 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D. Zum Vergleich: Ein Eigelb enthält 20 IE. Die empfohlene tägliche Menge liegt bei 800 IE.
Calcium: 100 Gramm Sardinen (die Menge in einer Standarddose) liefern 382 Milligramm Calcium. Das ist mehr als die Menge in eineinhalb Tassen Milch. Calcium ist für starke Knochen unerlässlich.
Vitamin B12: Eine Dose Sardinen deckt laut Tieu bereits etwa das Drei- bis Vierfache des Bedarfs eines Erwachsenen.
Gut für Herz, Knochen und Gehirn
Neben diesen Nährstoffen sind Sardinen zudem eine kostengünstige und natürliche Quelle für Eisen, Kalium, Magnesium, Zink und Taurin. Diese wirken zusammen, um die Herz-Kreislauf-Funktion zu unterstützen.
Darüber hinaus haben Sardinen einen hohen Phosphorgehalt, der in Kombination mit Vitamin D dem Körper hilft, Calcium effektiver aufzunehmen. Dadurch würden die kleinen Fische helfen, Osteoporose vorzubeugen und zu behandeln, so Tieu.
Außerdem steht ein erhöhter Fischverzehr mit einem langsameren kognitiven Verfall bei älteren Erwachsenen in Verbindung, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2017. Dies betrifft insbesondere jene Hirnregionen, die für das Gedächtnis zuständig sind. Diese positiven Effekte wurden unabhängig von einem genetischen Risiko für Alzheimer beobachtet. Die deutlichsten Effekte zeigten sich bei vier oder mehr Portionen Fisch pro Woche.
Depressionen: Eine höhere Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, wie sie durch den Verzehr von Sardinen erreicht werden kann, unterstützt das Gehirn und reguliert Entzündungen. Das kann dazu beitragen, das Risiko für depressive Episoden zu senken.
Immunabwehr: Neben Omega-3-Fettsäuren liefern Sardinen auch Selen und Zink. Diese Spurenelemente regulieren ebenfalls Entzündungen und unterstützen das Immunsystem.
Entzündungen und ihre Folgen: Der regelmäßige Verzehr von Sardinen kann dazu beitragen, chronische, leichtgradige Entzündungen zu reduzieren. Diese stehen mit vielen Gesundheitsproblemen in Verbindung, darunter Autoimmunerkrankungen, Arthritis und entzündliche Darmerkrankungen.
Gesunde Haut: Omega-3-Fettsäuren fördern zudem die Kollagenbildung, die Elastizität und die Feuchtigkeitsversorgung.
So holen Sie das Beste aus Sardinen heraus
Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren in Sardinen sind fettlöslich, das heißt, sie lösen sich in Fett auf. Daher kann die Kombination von Sardinen mit einem gesunden Fett dem Körper dabei helfen, die nützlichen Fettsäuren effektiver aufzunehmen.
Magnesiumreiche Lebensmittel können die Aufnahme von Vitamin D zusätzlich fördern. Vitamin-C-reiche Lebensmittel können hingegen dazu beitragen, die Calciumwirkung von Sardinen zu maximieren.
Vitamin B12, Folsäure und Eisen wirken zusammen, um den Energiestoffwechsel und die Bildung roter Blutkörperchen zu unterstützen. Der Verzehr von Sardinen zusammen mit Blattgemüse oder anderem Gemüse kann deren Wirksamkeit verbessern.
Empfohlene Lebensmittel in Kombination mit Sardinen:
Fett: Olivenöl, Avocado
Magnesium: Blattgemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte
Vitamin C: Tomaten, Zitronen, Paprika
Ferner kann das Garen bei hohen Temperaturen Omega-3-Fettsäuren zerstören. Sanftere Zubereitungsmethoden wie Backen bei moderaten Temperaturen, Dämpfen oder kurzes Anbraten können dazu beitragen, mehr von den wertvollen Fetten zu erhalten.
„Ich sage den Leuten immer wieder: Lasst euch Sardinen nicht entgehen“, erklärte Kenny Minor, Koch und Kochbuchautor, gegenüber Epoch Times.
Er gibt einige Empfehlungen, um den Sardinen mehr Pep zu verleihen:
Die Sardinen mit Avocado, Zitronenschale, Chili und Kräutern pürieren und die Paste aufs Brot schmieren.
Jede Sardine von Kopf bis Schwanz auf einen Spieß stecken, mit thailändischer süßer Chilisauce bestreichen und so lange grillen, bis sie leicht knusprig ist.
Sardinen unter warme Getreideprodukte wie Quinoa oder Nudeln mischen, um eine einfache, schmackhafte Mahlzeit zuzubereiten.
Frische Sardinen kann man mit etwas Olivenöl beträufeln, mit Mineralsalz bestreuen und je nach Größe 25 bis 30 Minuten bei 150 bis 180 Grad Celsius backen. Dies empfiehlt Ana Bueno, zertifizierte Ernährungsberaterin und ehemalige Chefköchin, gegenüber Epoch Times.
Vorsichtsmaßnahmen
Es ist empfehlenswert, in Olivenöl oder Wasser eingelegte Sardinen zu kaufen. Das kann helfen, ein gesundes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren aufrechtzuerhalten. Denn Sardinen in Soja- oder Sonnenblumenöl haben einen hohen Gehalt an Omega-6-Fettsäuren. Zu große Mengen an Omega-6-Fettsäuren können laut Untersuchungen Entzündungen im Körper begünstigen.
Wer an einer Fischallergie leidet, sollte Sardinen meiden.
Wer große Mengen an Sardinen verzehrt, sollte zudem Vorsicht walten lassen. Laut der Diabetologin Tieu sind die kleinen Fische reich an Purinen. Diese könnten den Harnsäurespiegel erhöhen und möglicherweise Gichtanfälle auslösen oder zur Bildung von Harnsäure-Nierensteinen beitragen.
Zudem haben Konserven oft einen hohen Salzgehalt. Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte auf Dosen mit niedrigem Salzgehalt zurückgreifen oder die Sardinen vor dem Verzehr abspülen.
Fehlt der Blinddarm als Reservoir für nützliche Darmbakterien, verliert das Mikrobiom wichtige Regenerationsmechanismen, so die Überlegung der Forscher. - Foto: Naeblys/iStock
Der Blinddarm wurde lange Zeit als weitgehend rudimentäres Organ abgetan, doch tatsächlich könnte er eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gehirngesundheit und beim Schutz vor kognitivem Verfall spielen.
Bei einer Analyse von Daten von fast 10.000 Personen stellten die Forscher fest, dass die Antworten auf grundlegende Gesundheitsfragebögen es ermöglichten, Menschen mit Alzheimer mit relativ hoher Genauigkeit von denen ohne Alzheimer zu unterscheiden.
Die Forscher nutzten dabei maschinelles Lernen, um 120 verschiedene Variablen zu analysieren, darunter Ernährung, Schlaf, Vitaminaufnahme, Krankengeschichte und allgemeine Lebensstilfaktoren.
Einige der stärksten Signale im Modell kamen aus unerwarteten Richtungen.
Die Blinddarmoperation stach dabei als stärkster einzelner Risikofaktor hervor – noch vor Lebensstil und Krankengeschichte.
Blinddarm – ein unterschätztes Organ?
Die Forscher vermuten, dass der Blinddarm als Reservoir für nützliche Darmbakterien dient und dem Mikrobiom hilft, sich nach Krankheiten, Infektionen oder der Einnahme von Antibiotika zu erholen.
„Wenn er entfernt wird, verliert das Mikrobiom einen wichtigen Regenerationsmechanismus, nämlich seine Fähigkeit, gesunde mikrobielle Gemeinschaften nach einer Krankheit, einer Infektion oder der Einnahme von Antibiotika wiederherzustellen“, sagte Kaveh Khalilpour, Co-Leiter der Studie und außerordentlicher Professor an der University of Technology Sydney, in einer Erklärung.
Welche Gesundheitsfaktoren noch hervorstachen
Die in der Fachzeitschrift „Alzheimer’s & Dementia: Diagnosis, Assessment & Disease Monitoring“ veröffentlichte Studie ergab, dass alltägliche Gesundheitsinformationen, insbesondere Ernährung und Krankengeschichte, dabei helfen könnten, Muster zu identifizieren, die mit dem Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen.
Abgesehen von dem überraschenden Risikofaktor Blinddarmoperation erwiesen sich die Krankengeschichte und die Ernährung als die stärksten Risikoprädiktoren. Häufige chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Depressionen gehörten zu den stärksten Indikatoren.
Beim Faktor Ernährung zeigte sich: Es war nicht ein einzelnes Lebensmittel oder ein Nährstoff, die die Ergebnisse bestimmten, sondern langfristige Ernährungsgewohnheiten waren am wichtigsten, wobei Milchprodukte und andere Laktosequellen eine besonders schützende Wirkung zu haben schienen.
Eine Ernährung, die reich an Vollwertkost, pflanzlichem Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren war, stand ebenfalls mit einem geringeren Alzheimer-Risiko in Verbindung, während verarbeitete Lebensmittel, raffinierter Zucker und gesättigte Fette mit einem höheren Risiko assoziiert wurden.
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass das Alzheimer-Risiko das Ergebnis einer Anhäufung vieler kleiner Faktoren im Laufe der Zeit ist, so Karimi.
„Unsere Studie untermauert die wachsenden Hinweise darauf, dass die Pflege der Darmgesundheit durch gesunde Ernährung, die Behandlung chronischer Erkrankungen und die Verringerung von Entzündungen ein wichtiger Teil der Senkung des langfristigen Risikos sein könnte“, sagte Khalilpour.
Die Darm-Hirn-Verbindung
Die Forscher untersuchten zudem die Darm-Hirn-Achse – ein bidirektionales Kommunikationssystem, das das Verdauungs- und das Immunsystem mit dem Gehirn verbindet.
„Wenn wir darmbezogene Muster beobachten, die mit dem Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen, glauben wir, dass diese möglicherweise als Frühwarnsignal fungieren und uns zeigen, wie sich allgemeine Gesundheits- und Lebensstilfaktoren im Laufe der Zeit auf das Gehirn auswirken“, sagte Khalilpour.
In einer kleineren explorativen Analyse von Darmmikrobiomdaten aus etwa 2.000 Proben zeigten Menschen, die unter Alzheimer litten, Anzeichen, die mit einer Dysbiose, also einem Ungleichgewicht der Darmbakterien, übereinstimmten.
Dazu gehörten eine geringere mikrobielle Vielfalt und deutlich reduzierte Konzentrationen nützlicher Bakterien wie Roseburia und Faecalibacterium – Bakteriengattungen, die kurzkettige Fettsäuren produzieren, Substanzen, die helfen, Entzündungen im Körper zu kontrollieren.
„Die mikrobielle Vielfalt war verringert und es hatte sich ein entzündungsförderndes mikrobielles Milieu etabliert, das offenbar in der Lage ist, über die Darm-Hirn-Achse schädliche Signale an das Gehirn zu senden“, sagte Karimi.
Wenn er gut funktioniert, unterstützt ein gesunder Darm das Immunsystem und hält Entzündungen im Gehirn in Schach.
„Der Darm hilft bei der Regulierung von Entzündungen, unterstützt das Immunsystem und produziert wichtige Chemikalien, die die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen“, sagte Khalilpour.
Diese Signale existierten nicht isoliert, merkte er an. Die Darmgesundheit spiegele viele Aspekte des täglichen Lebens wider, die im Laufe der Zeit zusammenwirkten.
Ausblick: Ein neuer Weg für das Screening
Sollten sich die Ergebnisse in zukünftigen Studien bestätigen, könnten sie zu einfacheren und kostengünstigeren Methoden, das Alzheimer-Risiko früher zu erkennen, beitragen.
„Im Gegensatz zu genetischen Risikofaktoren liegen diese auf einer Zeitachse, in die eingegriffen werden kann“, so Faezeh Karimi, Dozentin an der University of Technology Sydney, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times per E-Mail. Das mache sie potenziell umsetzbar. Mit der Zeit, so sagte sie, könne es möglich werden, Risiken nicht nur früher zu erkennen, sondern auch einzugreifen, bevor sich Krankheitsprozesse vollständig etabliert hätten.
Die Forscherin wies darauf hin, dass, obwohl das Modell kein diagnostisches Instrument sei, es auf eine Zukunft hindeute, in der einfache Gesundheitsfragebögen dazu beitragen könnten, Risikomuster früher und kostengünstiger zu erkennen.
Khalilpour sagte: „Das Ziel ist nicht nur, intelligentere Vorhersageinstrumente zu entwickeln, sondern auch, bessere öffentliche Gesundheitssysteme aufzubauen, die Risiken früher erkennen, Präventionsstrategien lenken und ein gesünderes Altern auf Bevölkerungsebene unterstützen können.“
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Die ketogene Diät folgt meist einem 4:1-Verhältnis von Fett zu Proteinen und Kohlenhydraten. Im Mittelpunkt stehen natürliche Fettquellen wie Fisch, Avocados, Olivenöl, Nüsse und Butter. - Foto: colnihko/iStock
Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sterben im Schnitt zehn bis 25 Jahre früher als die Allgemeinbevölkerung. Die Hauptursachen sind meist nicht die Leiden selbst, sondern Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und Stoffwechselstörungen. Ein neuer, metabolisch-psychiatrischer Forschungsansatz rückt nun eine Ernährungsform in den Fokus, die dieses Zusammenspiel mildern könnte: die ketogene Diät.
Traditionell wurden psychische Erkrankungen als reine Störungen des Gehirns verstanden. Jedoch deuten immer mehr Studien darauf hin, dass ein entgleister Zellstoffwechsel eine Schlüsselrolle spielt. Dazu zählen Insulinresistenz, chronische Entzündungen und eine gestörte Energieproduktion in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien.
Das Dilemma: Antipsychotika sind für viele Patienten überlebensnotwendig, treiben aber laut Studien das Risiko für Gewichtszunahme und Diabetes in die Höhe.
Hier setzt die ketogene Ernährung an. Bei dieser extrem kohlenhydratarmen Kost stellt sich der Stoffwechsel von Glukose auf Fettverbrennung um. Was bei medikamentenresistenter Epilepsie seit Jahrzehnten klinisch bewährt ist, soll dem Gehirn eine alternative, stabile Energiequelle bieten.
Eine ketogene Diät könne helfen, sowohl die zugrunde liegenden Stoffwechselprobleme als auch die metabolischen Nebenwirkungen der Medikamente anzugehen, erklärt Dr. Julien Trokis, ein an der Forschung beteiligter Diabetologe.
Deutliche Effekte bei strikter Disziplin
In einer viermonatigen Pilotstudie der Stanford University unter der Leitung von Dr. Shebani Sethi wurden Patienten mit Schizophrenie oder bipolarer Störung auf eine strikte ketogene Diät gesetzt (maximal 20 Gramm Netto-Kohlenhydrate pro Tag).
Die Ergebnisse waren deutlich: Die psychiatrischen Symptome verbesserten sich im Schnitt um knapp ein Drittel. Bei den bipolaren Patienten zeigten fast 70 Prozent signifikante Fortschritte. Die Rate derer, bei denen eine signifikante Milderung der Schizophrenie-Symptome eintrat, stieg von 38 Prozent zu Beginn der Studie schließlich auf 81 Prozent. Entscheidend war dabei die Disziplin: 91 Prozent der Teilnehmer, die konsequent in Ketose blieben, zeigten deutliche Verbesserungen ihrer mentalen Gesundheit – bei den weniger konsequenten Teilnehmern war es nur die Hälfte. Zudem verbesserten sich Gewicht, Blutdruck und Blutwerte signifikant.
Eine weitere retrospektive Analyse von 31 Erwachsenen mit behandlungsresistenten Psychosen und schweren Depressionen zeigte ähnliche Erfolge: Unter ketogener Kost in der stationären Behandlung sanken die Depressionswerte, teilweise bis zur Remission. Bei schizoaffektiven Störungen nahmen Halluzinationen und Wahnvorstellungen spürbar ab.
Wie gelingt der Start in die ketogene Diät?
Eine der grundlegenden Fragen lautet: Wie lässt sich die ketogene Diät praktisch und nachhaltig in den Alltag integrieren? Die klassische Variante folgt einem strikten 4:1-Verhältnis. Das bedeutet: Das Gewicht der Fettzufuhr ist viermal so hoch wie das von Proteinen und Kohlenhydraten zusammen.
In der Praxis bedeutet die Einhaltung dieses Verhältnisses, dass man natürliche Fettquellen wie Avocados, Olivenöl, Kokosöl, Butter, Ghee, Schmalz, Mandeln, Walnüsse, Chiasamen und Leinsamen bevorzugt.
Protein sollte in moderaten Mengen verzehrt werden, um die Muskelmasse zu erhalten. Ein Überschuss sollte vermieden werden, da dieser in Glukose umgewandelt werden könnte.
Zu den üblichen Proteinquellen für die Keto-Diät gehören fettreiche Fleischstücke, Geflügel, Fisch – insbesondere Lachs, Makrele und Sardinen –, Eier sowie vollfette Milchprodukte wie Käse und griechischer Joghurt, sagte Caroline Susie, eine staatlich geprüfte Ernährungsberaterin, gegenüber Epoch Times.
Die Kohlenhydrataufnahme wird in der Regel niedrig gehalten – bei etwa 20 bis 50 Gramm Netto-Kohlenhydraten pro Tag – und sollte hauptsächlich aus kohlenhydratarmen Gemüsesorten wie Blattgemüse, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Spargel und Paprika bestehen.
Geringe Mengen an zuckerarmen Früchten wie Beeren dürfen ebenfalls verzehrt werden. Ungesüßte Getränke wie Tee, Kaffee und Wasser sind in der Regel erlaubt, so Susie.
Die Sicherheit bleibt ein wichtiger Aspekt, insbesondere bei der therapeutischen Anwendung der Diät. Zu den frühen Nebenwirkungen, die oft als „Keto-Grippe“ bezeichnet werden, können Müdigkeit, Kopfschmerzen und Reizbarkeit während der Anpassungsphase gehören.
Diese Symptome sind in der Regel mild und vorübergehend. Sie lassen sich durch eine schrittweise Reduzierung der Kohlenhydratzufuhr, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt und den Verzehr von ballaststoffreichem, kohlenhydratarmem Gemüse lindern, so Sethi.
Es gibt auch ernährungsphysiologische Aspekte zu beachten. Die Einschränkung von Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten kann die Aufnahme bestimmter Nährstoffe verringern. Das Risiko von Mangelerscheinungen kann sich dadurch im Laufe der Zeit erhöhen, insbesondere ohne sorgfältige Planung.
Eine eingeschränkte Ballaststoffzufuhr kann zudem zu Verstopfung und Verdauungsbeschwerden beitragen, so Susie.
Eine kontinuierliche ärztliche Überwachung, individuelle Anpassungen und strukturierte Unterstützung können dazu beitragen, sowohl die Sicherheit als auch die langfristige Durchführbarkeit zu verbessern.
Trokis rät allen, die eine ketogene Diät in Betracht ziehen, zunächst ihren Arzt auf mögliche Kontraindikationen zu befragen und unter Anleitung eines Ernährungsberaters zu beginnen.
„Die ideale Dauer einer Keto-Diät kann variieren, da manche Patienten von einer längerfristigen Anwendung profitieren können, während andere zu einem flexibleren Ansatz übergehen“, sagte Trokis.
Wann Keto nicht geeignet ist
Obwohl eine ketogene Ernährung für viele Menschen und Erkrankungen von Vorteil sein kann, ist sie nicht für jeden geeignet.
Menschen mit seltenen Stoffwechselerkrankungen, die den Körper daran hindern, Fett effizient in Energie umzuwandeln, sollten sie vermeiden, da dies ihren Zustand verschlimmern könnte.
Dazu gehören Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie, also einem erblich bedingten, hohen Cholesterinspiegel. Sie haben bereits erhöhte LDL-Cholesterinwerte und ihr Blutfettprofil kann sehr unterschiedlich auf eine ketogene Diät reagieren.
Ebenso vorsichtig sollten Menschen mit folgenden Erkrankungen sein: akute Pankreatitis, schweres Leberversagen und fortgeschrittene Nierenerkrankung. Bei ihnen kann eine hohe Fettaufnahme Risiken bergen, erklärte Trokis.
Die Keto-Diät kann Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten, darunter einige Antipsychotika und Diabetesmedikamente, haben und erfordert möglicherweise eine Dosisanpassung sowie andere individuelle Anpassungen.
Schwangere und stillende Frauen, Kinder sowie Menschen mit Typ-1-Diabetes sind ebenfalls keine geeigneten Kandidaten. Menschen mit bestehenden Herzerkrankungen sollten die Diät mit Vorsicht angehen, so Trokis.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Ölbasierte Kapseln mit fettreicher Mahlzeit eingenommen werden deutlich besser aufgenommen als trockene Tabletten auf nüchternen Magen. - Foto: pixura/iStock
Das Pigment, das Wildlachs seine rote Farbe verleiht, wird heute in Flaschen abgefüllt und als eines der stärksten Antioxidantien der Welt vermarktet. Die Aussage ist bemerkenswert, doch die wissenschaftliche Beweislage ist deutlich differenzierter.
Astaxanthin ist ein marines Carotinoid, das von Mikroalgen wie Haematococcus pluvialis gebildet wird und über die Nahrungskette von Krill und Garnelen bis hin zu Fischen wie Forellen und Lachs gelangt.
Die Wellnessbranche hat es aufgegriffen und bewirbt es als Antioxidans, das in Labortests angeblich 6.000-mal stärker als Vitamin C sein soll, verbunden mit Vorteilen wie glatterer Haut, besserem Sehvermögen, weniger Entzündungen und verbesserter Gehirngesundheit.
Als Wissenschaftlerin für klinische Ernährung halte ich die Forschungsergebnisse für interessant, sehe aber zugleich, dass Marketing die wissenschaftlichen Nuancen und die tatsächliche Datenlage beim Menschen häufig vereinfacht darstellt.
Die Wirkung hängt stark von der Aufnahme ab und variiert je nach Dosierung, Darreichungsform und der Frage, ob Astaxanthin über natürliche Lebensmittel oder als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wird.
Lachs vs. Nahrungsergänzungsmittel
Die grundlegende Frage: Ist Wildlachs besser als ein Nahrungsergänzungsmittel für Astaxanthin?
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist eine hochwertige Vollwertnahrungsquelle für den menschlichen Körper überlegen.
Wildlachs, insbesondere Rotlachs, liefert Astaxanthin in einer synergistischen Matrix, die unsere Zellen erkennen, zusammen mit Omega-3-Fettsäuren, Eiweiß, Selen und anderen Nährstoffcofaktoren, die die Aufnahme unterstützen.
Omega-3-Fettsäuren helfen dabei, Astaxanthin besser aufzunehmen, da es fettlöslich ist, Protein unterstützt den Transport im Körper und Selen wirkt zusammen mit Astaxanthin für einen stärkeren antioxidativen Schutz.
Zuchtlachs aus dem Atlantik enthält in der Regel deutlich weniger Astaxanthin, was auf Unterschiede bei Futtermitteln und algenbasierten Zusatzstoffen zurückzuführen ist.
Weitere nützliche Nahrungsquellen sind Regenbogenforelle, Rotbrasse und Schalentiere wie Garnelen, Krill, Krabben und Krebse, wobei sich das Pigment bei Schalentieren hauptsächlich in der Schale und nicht im essbaren Fleisch konzentriert.
Natürliche Astaxanthinquellen: Regenbogenforelle, Rotbrasse und Schalentiere wie Garnelen, Krill und Krabben. Das Pigment steckt bei Schalentieren vor allem in der Schale.
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Nahrungsergänzungsmittel hingegen können viel höhere und gezieltere Dosen liefern, oft 4 bis 12 Milligramm pro Tag, was über dem liegt, was die meisten Menschen aus ein paar Portionen Lachs erhalten. Doch die Aufnahme variiert erheblich von Person zu Person.
Astaxanthin ist eine fettlösliche Verbindung, daher hängt die Aufnahme von der Produktform und davon ab, ob man es zusammen mit Nahrungsfett einnimmt.
Forschungsergebnisse zeigen, dass ölbasierte Kapseln, die zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden, effektiver aufgenommen werden als trockene Tabletten auf nüchternen Magen.
Die Qualität der Marke und die Zusammensetzung sind wichtiger als das Wort „natürlich“ auf dem Etikett, obwohl das meiste Astaxanthin in Nahrungsergänzungsmitteln tatsächlich aus Haematococcus pluvialis, einer für den menschlichen Verzehr zugelassenen Mikroalge, gewonnen wird.
Wildlachs, eine der reichhaltigsten natürlichen Quellen für Astaxanthin, kann in einer typischen Portion mehrere Milligramm des Pigments liefern, was einer mittleren Dosis in Nahrungsergänzungsmitteln entspricht.
Der Verzehr von Wildlachs mehrmals pro Woche ist der ideale Weg, Astaxanthin aufzunehmen, da er reich an Proteinen und gesunden Fetten ist, was aber in der täglichen Ernährung schwer umzusetzen ist.
Nahrungsergänzungsmittel eignen sich am besten als praktische Ergänzung für diejenigen, die selten Fisch essen, und nicht als Ersatz für eine gute Mahlzeit.
Für den täglichen Gebrauch kosten hochwertige Astaxanthin-Nahrungsergänzungsmittel in der Regel etwa 20 bis 50 US-Dollar pro Monat für 4 bis 12 Milligramm pro Tag.
Unterstützung für Haut und Augen
Eine der am häufigsten geäußerten Behauptungen, die ich in meiner Arbeit höre, ist, dass Astaxanthin Falten glättet und der Haut einen strahlenden Teint verleiht.
Eine kontrollierte Studie am Menschen ergab, dass die Einnahme von 4 bis 12 Milligramm Astaxanthin pro Tag über acht bis 16 Wochen Hautrötungen durch UV-Sonneneinstrahlung reduziert, die Hautfeuchtigkeit verbessert und dazu beitragen kann, die Schutzbarriere der Haut zu stärken, obwohl es bei tiefen Falten kaum einen Unterschied macht.
Astaxanthin ist kein „Botox in Tablettenform“. Im besten Fall ist Astaxanthin ein unterstützendes Nahrungsergänzungsmittel, das zusätzlich zu Sonnenschutz, einer ausgewogenen Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr eingenommen werden sollte.
Es wird tiefe Falten nicht beseitigen, kann aber dazu beitragen, die Hautgesundheit in eine bessere Richtung zu lenken.
Astaxanthin kann die Hautverjüngung unterstützen und bei Sonnenschäden helfen, ist jedoch kein kosmetischer Eingriff und kein Ersatz für grundlegende Hautpflege und eine gesunde Lebensweise.
Ähnlich bescheiden, aber realistisch, ist das Bild für die Augengesundheit.
Eine Übersichtsarbeit zu den Anwendungen von Astaxanthin in der Augenheilkunde zeigt, dass die tägliche Einnahme von etwa 4 bis 9 Milligramm in Form eines Nahrungsergänzungsmittels die Augen vor oxidativem Stress schützen und den Sehkomfort verbessern kann.
Besonders bei Erwachsenen, die viele Stunden vor Bildschirmen verbringen, konnte Astaxanthin die Symptome von Augenermüdung spürbar verringern.
Man kann es sich wie eine Schutzhülle oder eine Art von Komfort für die Netzhaut vorstellen, die gleichzeitig hilft, die Ermüdung der Augen zu verringern.
Es kann helfen, den Stress durch das ständige Starren auf Bildschirme den ganzen Tag über abzufedern, ersetzt jedoch keine angemessenen Bildschirmpausen, das Blinzeln oder eine Augenuntersuchung, wenn man unter Sehproblemen leidet.
Entzündungen und Herzgesundheit
Laborstudien zeigen, dass Astaxanthin schädliche freie Radikale wirksam neutralisiert, insbesondere im Fettgewebe, und seine antioxidative Wirkung in Reagenzglasversuchen kann weitaus höher erscheinen als die klassischer Antioxidantien wie Vitamin C.
Doch die vermarkteten Zahlen, wonach es „tausendmal stärker als Vitamin C“ sei, stammen aus chemischen Tests im Reagenzglas und lassen sich nicht direkt auf eine tausendfach stärkere Wirkung beim Menschen übertragen.
In Studien am Menschen sind die Belege bescheiden. Astaxanthin kann helfen, oxidativen Stress zu senken – was Antioxidantien tun – und Entzündungen zu reduzieren, aber die tatsächlich nachgewiesenen Vorteile sind meist gering und hängen von der Dosis, der Ernährung und dem Lebensstil ab.
Diese Studien deuten darauf hin, dass es hilft, wichtige Entzündungsmarker zu senken, mit kleinen Verbesserungen bei HDL-Cholesterin, Triglyceriden und dem diastolischen Blutdruck. Die Veränderungen bei LDL- und Gesamtcholesterin sind gering und nicht in allen Studien konsistent.
Es ist keine entzündungshemmende Pille und kein Statin zur Senkung des Cholesterinspiegels. Es mag helfen, Hintergrundentzündungen zu dämpfen und einige herzbezogene Marker in die richtige Richtung zu lenken, aber niemand sollte es anstelle von Medikamenten einnehmen, und es beseitigt nicht die Risiken einer ungesunden Ernährung oder chronischer Belastungen.
Eine Übersichtsarbeit zu marinen Carotinoiden stellte fest, dass die Form von Astaxanthin in Algen und Schalentieren dessen Stabilität und Resorption beeinflusst.
Für Nutzer von Nahrungsergänzungsmitteln kommt es vor allem darauf an, wie das Produkt hergestellt wird und ob es zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen wird. Denn Fett verbessert die Resorption erheblich, genau wie bei der natürlichen Aufnahme von Astaxanthin über den Verzehr von Meeresfrüchten, die im Allgemeinen reich an gesunden Fetten sind.
Gehirngesundheit
Der vielleicht überzeugendste neue Forschungsbereich bei Astaxanthin ist der der Neuroprotektion.
Eine Übersichtsarbeit zur Gehirnforschung zeigt, dass Astaxanthin eines der wenigen Antioxidantien ist, das die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann und dabei hilft, Gehirnzellen vor Schäden durch oxidativen Stress zu schützen.
Deshalb untersuchen Wissenschaftler es im Hinblick auf Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.
Es gibt jedoch keine groß angelegten Langzeitstudien, die belegen, dass Astaxanthin Alzheimer oder einen starken kognitiven Verfall verhindert.
Derzeit ist es eher ein unterstützender, neuroprotektiver Nährstoff, der als Teil eines umfassenderen Behandlungsplans in Betracht gezogen werden sollte.
Der Hype um die antioxidative Wirkung von Astaxanthin ist real, aber ebenso real ist die Kluft zwischen dem, was die Wissenschaft belegt, und dem, was das Marketing suggeriert.
Das eigentliche Urteil hängt von der Qualität des Lachsfilets, der Dosierung und der Marke des Nahrungsergänzungsmittels sowie davon ab, wie Ihr Körper es aufnehmen kann – abhängig von Ihrem aktuellen Gesundheitszustand.
Lassen Sie sich nicht von übertriebenen Wirksamkeitsversprechen täuschen. Es handelt sich laut derzeitigen Erkenntnissen lediglich um einen unterstützenden Nährstoff als Teil einer gesunden Ernährung und Lebensweise.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Ob man seiner Familie oder seinen Freunden hilft oder formell ehrenamtlich tätig ist, beides tut laut aktuellen Forschungen dem Gehirn gut. - Foto: Choreograph (Konstantin Yuganov)/iStock
Wahrscheinlich kennt jeder die üblichen Empfehlungen, wie man sein Gehirn fit halten kann: regelmäßig Sport treiben, sich gesund ernähren und jede Nacht 7 bis 8 Stunden schlafen. Nun gibt es einen neuen und überraschenden Tipp zur Förderung der kognitiven Gesundheit: anderen Menschen helfen.
Das war zumindest das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2025, die in der Fachzeitschrift „Social Science & Medicine“ erschien. Demnach kann es die kognitiven Funktionen verbessern und den kognitiven Verfall verlangsamen, wenn man anderen Menschen hilft.
Die Forscher untersuchten, wie sich zwei Arten von Hilfsaktivitäten sowie Veränderungen im Zeitaufwand auf die kognitiven Funktionen im Alter auswirken. Dabei betrachteten sie Daten zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit und geistiger Verarbeitungsfähigkeit von mehr als 30.000 Amerikanern im Alter ab 51 Jahren. Die Daten wurden über zwei Jahrzehnte hinweg gesammelt.
Im Rahmen der wiederholten Befragungen sollten die Probanden angeben, ob sie im vorangegangenen Jahr eine der beiden Arten von ehrenamtlicher Aktivität ausgeübt hatten:
formelle Freiwilligenarbeit, beispielsweise für religiöse, bildungsbezogene, gesundheitsbezogene oder andere gemeinnützige Organisationen
informelle Hilfe wie die Unterstützung von Freunden, Nachbarn oder Verwandten, die nicht im selben Haushalt leben
Für beide Arten der Tätigkeit gaben die Befragten zudem ihren jährlichen Zeitaufwand an: gar nicht, 1 bis 99 Stunden, 100 bis 199 Stunden oder mehr als 200 Stunden.
Die Ergebnisse standardisierter kognitiver Tests zeigten, dass, wenn eine Person eine gemeinnützige Tätigkeit aufnahm, in welcher Form auch immer, sich im Allgemeinen ihre kognitiven Funktionen verbesserten und sich der kognitive Verfall verlangsamte. Wenn sie diese Tätigkeit aufgab, hatte das den gegenteiligen Effekt.
Auch Veränderungen im Zeitaufwand spielten eine Rolle. Bei Personen, die eine helfende Aktivität begannen, verbesserte ein steigender Zeitaufwand die kognitiven Funktionen.
Bei Personen, die etwas weniger Zeit für ihre Aktivität aufwendeten, ohne mit ihr aufzuhören, zeigten sich keine negativen Auswirkungen. Negative kognitive Veränderungen waren jedoch in den Fällen ersichtlich, in denen die Probanden die Zeit für formelle Freiwilligenarbeit drastisch, das heißt von mehr als 200 Stunden pro Jahr auf 1 bis 99 Stunden, reduzierten.
Konstantes Engagement und bequeme Zeiteinteilung wichtig
Beharrlichkeit war laut den Untersuchungen besonders wichtig. Teilnehmer, die sich unaufhörlich ehrenamtlich engagierten, verzeichneten einen kumulativen Nutzen. Ihre kognitiven Funktionen hatten eine „um etwa 15 bis 20 Prozent niedrigere Abnahmerate, abhängig von der Art der Tätigkeit und dem Umfang des Zeitaufwands“, sagte der Alterswissenschaftler Sae Hwang Han, Hauptautor der Studie, gegenüber Epoch Times.
Dabei war mehr aber nicht immer besser. Die größten kognitiven Gewinne traten auf, wenn die Probanden einen angenehmen Zeitaufwand beibehielten. Laut der Studie war ein moderates Maß an Engagement – etwa 2 bis 4 Stunden pro Woche – durchweg mit robusten kognitiven Gewinnen verbunden.
Bemerkenswert ist, dass diese kognitiven Trends auch dann anhielten, nachdem die Forscher andere mögliche Erklärungen wie demografische, soziale und gesundheitliche Merkmale ausgeschlossen hatten. Das deutet darauf hin, dass die Vorteile tatsächlich mit der helfenden Aktivität selbst zusammenhingen.
„In meiner laufenden Arbeit finden wir Hinweise darauf, dass Helfen den beschleunigten kognitiven Verfall, der mit dem genetischen Risiko für Alzheimer verbunden ist, abmildern kann. Das weist darauf hin, dass es selbst bei Hochrisikogruppen als schützender Lebensstilfaktor wirken könnte“, sagte Han.
Anderen zu helfen, sei es durch ehrenamtliche Arbeit oder informelle Hilfe, bietet ein sinnvolles gemeinnütziges Engagement. Es unterscheidet sich damit von anderen das Gehirn anregenden Aktivitäten, die man allein machen kann, wie Lesen und Rätseln.
„Es ist nicht nur kognitiv anregend, sondern beinhaltet auch menschliche Interaktion in Echtzeit, emotionalen Austausch und ein Gefühl von Sinnhaftigkeit – alles Elemente, die zusammenwirken, um die kognitive Gesundheit zu fördern“, meinte der Alterswissenschaftler.
Aus neurobiologischer Sicht können helfende Verhaltensweisen miteinander verbundene Systeme aktivieren. Dazu gehören unter anderem
die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, das Stresshormonsystem zur Stressregulation
das sympathische Nervensystem, das den Körper bei Stress und Gefahr auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion vorbereitet und dabei hilft, das innere Gleichgewicht aufrechtzuerhalten
das Immunsystem, das vor Krankheiten und Entzündungen schützt
Werden diese Systeme aktiviert, unterstützt dies sowohl die kognitive als auch die körperliche Gesundheit.
Das stellte Han bereits in seinen früheren Forschungen fest. Ihm zufolge kann ehrenamtliches Engagement chronischen Stress ausgleichen, Entzündungen reduzieren, die Herzgesundheit fördern und den körperlichen Verfall verlangsamen.
Menschen, die anfangen möchten, anderen zu helfen, stehen möglicherweise vor Herausforderungen wie langen Arbeitszeiten und Arbeitswegen sowie Verpflichtungen zu Hause. Das alles macht es schwierig, noch etwas zusätzlich auf sich zu nehmen.
„Ich würde den Menschen raten, klein anzufangen und Formen der Hilfe zu wählen, die sinnvolle zwischenmenschliche Interaktion beinhalten und zudem nachhaltig sind“, sagte Han.
Es gehe weniger um die zeitliche Struktur als vielmehr um ein beständiges Engagement über einen längeren Zeitraum hinweg, erklärte er. Daher könne es für viel beschäftigte Personen eine durchaus vernünftige und wirksame Strategie sein, alle ein bis zwei Wochen einen Nachmittag am Wochenende dafür zu opfern, so der Alterswissenschaftler.
Für ältere Personen können körperliche Einschränkungen zusätzliche Herausforderungen bei der Hilfe für andere darstellen. Han zufolge muss Helfen jedoch nicht körperlich anstrengend sein.
„Aktivitäten wie Mentoring, Nachhilfe und das Sehen nach anderen Menschen können sozial sehr bedeutsam sein“, sagte er.
Ob es darum geht, junge Menschen zu betreuen, in einer örtlichen Bibliothek auszuhelfen oder an einer Reinigungsaktion im Stadtteil teilzunehmen – anderen zu helfen, bietet mehr als nur ein befriedigendes Gefühl. Es kann langfristig dazu beitragen, das Gehirn zu schützen.