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Forscher entdecken Zusammenhang: Fehlender Blinddarm könnte Alzheimer begünstigen

Der Blinddarm wurde lange Zeit als weitgehend rudimentäres Organ abgetan, doch tatsächlich könnte er eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gehirngesundheit und beim Schutz vor kognitivem Verfall spielen.
Bei einer Analyse von Daten von fast 10.000 Personen stellten die Forscher fest, dass die Antworten auf grundlegende Gesundheitsfragebögen es ermöglichten, Menschen mit Alzheimer mit relativ hoher Genauigkeit von denen ohne Alzheimer zu unterscheiden.
Die Forscher nutzten dabei maschinelles Lernen, um 120 verschiedene Variablen zu analysieren, darunter Ernährung, Schlaf, Vitaminaufnahme, Krankengeschichte und allgemeine Lebensstilfaktoren.
Einige der stärksten Signale im Modell kamen aus unerwarteten Richtungen.
Die Blinddarmoperation stach dabei als stärkster einzelner Risikofaktor hervor – noch vor Lebensstil und Krankengeschichte.

Blinddarm – ein unterschätztes Organ?

Die Forscher vermuten, dass der Blinddarm als Reservoir für nützliche Darmbakterien dient und dem Mikrobiom hilft, sich nach Krankheiten, Infektionen oder der Einnahme von Antibiotika zu erholen.
„Wenn er entfernt wird, verliert das Mikrobiom einen wichtigen Regenerationsmechanismus, nämlich seine Fähigkeit, gesunde mikrobielle Gemeinschaften nach einer Krankheit, einer Infektion oder der Einnahme von Antibiotika wiederherzustellen“, sagte Kaveh Khalilpour, Co-Leiter der Studie und außerordentlicher Professor an der University of Technology Sydney, in einer Erklärung.

Welche Gesundheitsfaktoren noch hervorstachen

Die in der Fachzeitschrift „Alzheimer’s & Dementia: Diagnosis, Assessment & Disease Monitoring“ veröffentlichte Studie ergab, dass alltägliche Gesundheitsinformationen, insbesondere Ernährung und Krankengeschichte, dabei helfen könnten, Muster zu identifizieren, die mit dem Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen.
Abgesehen von dem überraschenden Risikofaktor Blinddarmoperation erwiesen sich die Krankengeschichte und die Ernährung als die stärksten Risikoprädiktoren. Häufige chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Depressionen gehörten zu den stärksten Indikatoren.
Beim Faktor Ernährung zeigte sich: Es war nicht ein einzelnes Lebensmittel oder ein Nährstoff, die die Ergebnisse bestimmten, sondern langfristige Ernährungsgewohnheiten waren am wichtigsten, wobei Milchprodukte und andere Laktosequellen eine besonders schützende Wirkung zu haben schienen.
Eine Ernährung, die reich an Vollwertkost, pflanzlichem Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren war, stand ebenfalls mit einem geringeren Alzheimer-Risiko in Verbindung, während verarbeitete Lebensmittel, raffinierter Zucker und gesättigte Fette mit einem höheren Risiko assoziiert wurden.
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass das Alzheimer-Risiko das Ergebnis einer Anhäufung vieler kleiner Faktoren im Laufe der Zeit ist, so Karimi.
„Unsere Studie untermauert die wachsenden Hinweise darauf, dass die Pflege der Darmgesundheit durch gesunde Ernährung, die Behandlung chronischer Erkrankungen und die Verringerung von Entzündungen ein wichtiger Teil der Senkung des langfristigen Risikos sein könnte“, sagte Khalilpour.

Die Darm-Hirn-Verbindung

Die Forscher untersuchten zudem die Darm-Hirn-Achse – ein bidirektionales Kommunikationssystem, das das Verdauungs- und das Immunsystem mit dem Gehirn verbindet.
„Wenn wir darmbezogene Muster beobachten, die mit dem Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen, glauben wir, dass diese möglicherweise als Frühwarnsignal fungieren und uns zeigen, wie sich allgemeine Gesundheits- und Lebensstilfaktoren im Laufe der Zeit auf das Gehirn auswirken“, sagte Khalilpour.
In einer kleineren explorativen Analyse von Darmmikrobiomdaten aus etwa 2.000 Proben zeigten Menschen, die unter Alzheimer litten, Anzeichen, die mit einer Dysbiose, also einem Ungleichgewicht der Darmbakterien, übereinstimmten.
Dazu gehörten eine geringere mikrobielle Vielfalt und deutlich reduzierte Konzentrationen nützlicher Bakterien wie Roseburia und Faecalibacterium – Bakteriengattungen, die kurzkettige Fettsäuren produzieren, Substanzen, die helfen, Entzündungen im Körper zu kontrollieren.
„Die mikrobielle Vielfalt war verringert und es hatte sich ein entzündungsförderndes mikrobielles Milieu etabliert, das offenbar in der Lage ist, über die Darm-Hirn-Achse schädliche Signale an das Gehirn zu senden“, sagte Karimi.
Wenn er gut funktioniert, unterstützt ein gesunder Darm das Immunsystem und hält Entzündungen im Gehirn in Schach.
„Der Darm hilft bei der Regulierung von Entzündungen, unterstützt das Immunsystem und produziert wichtige Chemikalien, die die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen“, sagte Khalilpour.
Diese Signale existierten nicht isoliert, merkte er an. Die Darmgesundheit spiegele viele Aspekte des täglichen Lebens wider, die im Laufe der Zeit zusammenwirkten.

Ausblick: Ein neuer Weg für das Screening

Sollten sich die Ergebnisse in zukünftigen Studien bestätigen, könnten sie zu einfacheren und kostengünstigeren Methoden, das Alzheimer-Risiko früher zu erkennen, beitragen.
„Im Gegensatz zu genetischen Risikofaktoren liegen diese auf einer Zeitachse, in die eingegriffen werden kann“, so Faezeh Karimi, Dozentin an der University of Technology Sydney, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times per E-Mail. Das mache sie potenziell umsetzbar. Mit der Zeit, so sagte sie, könne es möglich werden, Risiken nicht nur früher zu erkennen, sondern auch einzugreifen, bevor sich Krankheitsprozesse vollständig etabliert hätten.
Die Forscherin wies darauf hin, dass, obwohl das Modell kein diagnostisches Instrument sei, es auf eine Zukunft hindeute, in der einfache Gesundheitsfragebögen dazu beitragen könnten, Risikomuster früher und kostengünstiger zu erkennen.
Khalilpour sagte: „Das Ziel ist nicht nur, intelligentere Vorhersageinstrumente zu entwickeln, sondern auch, bessere öffentliche Gesundheitssysteme aufzubauen, die Risiken früher erkennen, Präventionsstrategien lenken und ein gesünderes Altern auf Bevölkerungsebene unterstützen können.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Removing the Appendix Linked to Higher Alzheimer’s Risks“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Die Keto-Diät als Psychotherapie? Warum Fettverbrennung dem Gehirn helfen kann

Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sterben im Schnitt zehn bis 25 Jahre früher als die Allgemeinbevölkerung. Die Hauptursachen sind meist nicht die Leiden selbst, sondern Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und Stoffwechselstörungen. Ein neuer, metabolisch-psychiatrischer Forschungsansatz rückt nun eine Ernährungsform in den Fokus, die dieses Zusammenspiel mildern könnte: die ketogene Diät.
Traditionell wurden psychische Erkrankungen als reine Störungen des Gehirns verstanden. Jedoch deuten immer mehr Studien darauf hin, dass ein entgleister Zellstoffwechsel eine Schlüsselrolle spielt. Dazu zählen Insulinresistenz, chronische Entzündungen und eine gestörte Energieproduktion in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien.
Das Dilemma: Antipsychotika sind für viele Patienten überlebensnotwendig, treiben aber laut Studien das Risiko für Gewichtszunahme und Diabetes in die Höhe.
Hier setzt die ketogene Ernährung an. Bei dieser extrem kohlenhydratarmen Kost stellt sich der Stoffwechsel von Glukose auf Fettverbrennung um. Was bei medikamentenresistenter Epilepsie seit Jahrzehnten klinisch bewährt ist, soll dem Gehirn eine alternative, stabile Energiequelle bieten.
Eine ketogene Diät könne helfen, sowohl die zugrunde liegenden Stoffwechselprobleme als auch die metabolischen Nebenwirkungen der Medikamente anzugehen, erklärt Dr. Julien Trokis, ein an der Forschung beteiligter Diabetologe.

Deutliche Effekte bei strikter Disziplin

In einer viermonatigen Pilotstudie der Stanford University unter der Leitung von Dr. Shebani Sethi wurden Patienten mit Schizophrenie oder bipolarer Störung auf eine strikte ketogene Diät gesetzt (maximal 20 Gramm Netto-Kohlenhydrate pro Tag).
Die Ergebnisse waren deutlich: Die psychiatrischen Symptome verbesserten sich im Schnitt um knapp ein Drittel. Bei den bipolaren Patienten zeigten fast 70 Prozent signifikante Fortschritte. Die Rate derer, bei denen eine signifikante Milderung der Schizophrenie-Symptome eintrat, stieg von 38 Prozent zu Beginn der Studie schließlich auf 81 Prozent. Entscheidend war dabei die Disziplin: 91 Prozent der Teilnehmer, die konsequent in Ketose blieben, zeigten deutliche Verbesserungen ihrer mentalen Gesundheit – bei den weniger konsequenten Teilnehmern war es nur die Hälfte. Zudem verbesserten sich Gewicht, Blutdruck und Blutwerte signifikant.
Eine weitere retrospektive Analyse von 31 Erwachsenen mit behandlungsresistenten Psychosen und schweren Depressionen zeigte ähnliche Erfolge: Unter ketogener Kost in der stationären Behandlung sanken die Depressionswerte, teilweise bis zur Remission. Bei schizoaffektiven Störungen nahmen Halluzinationen und Wahnvorstellungen spürbar ab.

Wie gelingt der Start in die ketogene Diät?

Eine der grundlegenden Fragen lautet: Wie lässt sich die ketogene Diät praktisch und nachhaltig in den Alltag integrieren? Die klassische Variante folgt einem strikten 4:1-Verhältnis. Das bedeutet: Das Gewicht der Fettzufuhr ist viermal so hoch wie das von Proteinen und Kohlenhydraten zusammen.
In der Praxis bedeutet die Einhaltung dieses Verhältnisses, dass man natürliche Fettquellen wie Avocados, Olivenöl, Kokosöl, Butter, Ghee, Schmalz, Mandeln, Walnüsse, Chiasamen und Leinsamen bevorzugt.
Protein sollte in moderaten Mengen verzehrt werden, um die Muskelmasse zu erhalten. Ein Überschuss sollte vermieden werden, da dieser in Glukose umgewandelt werden könnte.
Zu den üblichen Proteinquellen für die Keto-Diät gehören fettreiche Fleischstücke, Geflügel, Fisch – insbesondere Lachs, Makrele und Sardinen –, Eier sowie vollfette Milchprodukte wie Käse und griechischer Joghurt, sagte Caroline Susie, eine staatlich geprüfte Ernährungsberaterin, gegenüber Epoch Times.
Die Kohlenhydrataufnahme wird in der Regel niedrig gehalten – bei etwa 20 bis 50 Gramm Netto-Kohlenhydraten pro Tag – und sollte hauptsächlich aus kohlenhydratarmen Gemüsesorten wie Blattgemüse, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Spargel und Paprika bestehen.
Geringe Mengen an zuckerarmen Früchten wie Beeren dürfen ebenfalls verzehrt werden. Ungesüßte Getränke wie Tee, Kaffee und Wasser sind in der Regel erlaubt, so Susie.
Die Sicherheit bleibt ein wichtiger Aspekt, insbesondere bei der therapeutischen Anwendung der Diät. Zu den frühen Nebenwirkungen, die oft als „Keto-Grippe“ bezeichnet werden, können Müdigkeit, Kopfschmerzen und Reizbarkeit während der Anpassungsphase gehören.
Diese Symptome sind in der Regel mild und vorübergehend. Sie lassen sich durch eine schrittweise Reduzierung der Kohlenhydratzufuhr, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt und den Verzehr von ballaststoffreichem, kohlenhydratarmem Gemüse lindern, so Sethi.
Es gibt auch ernährungsphysiologische Aspekte zu beachten. Die Einschränkung von Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten kann die Aufnahme bestimmter Nährstoffe verringern. Das Risiko von Mangelerscheinungen kann sich dadurch im Laufe der Zeit erhöhen, insbesondere ohne sorgfältige Planung.
Eine eingeschränkte Ballaststoffzufuhr kann zudem zu Verstopfung und Verdauungsbeschwerden beitragen, so Susie.
Eine kontinuierliche ärztliche Überwachung, individuelle Anpassungen und strukturierte Unterstützung können dazu beitragen, sowohl die Sicherheit als auch die langfristige Durchführbarkeit zu verbessern.
Trokis rät allen, die eine ketogene Diät in Betracht ziehen, zunächst ihren Arzt auf mögliche Kontraindikationen zu befragen und unter Anleitung eines Ernährungsberaters zu beginnen.
„Die ideale Dauer einer Keto-Diät kann variieren, da manche Patienten von einer längerfristigen Anwendung profitieren können, während andere zu einem flexibleren Ansatz übergehen“, sagte Trokis.

Wann Keto nicht geeignet ist

Obwohl eine ketogene Ernährung für viele Menschen und Erkrankungen von Vorteil sein kann, ist sie nicht für jeden geeignet.
Menschen mit seltenen Stoffwechselerkrankungen, die den Körper daran hindern, Fett effizient in Energie umzuwandeln, sollten sie vermeiden, da dies ihren Zustand verschlimmern könnte.
Dazu gehören Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie, also einem erblich bedingten, hohen Cholesterinspiegel. Sie haben bereits erhöhte LDL-Cholesterinwerte und ihr Blutfettprofil kann sehr unterschiedlich auf eine ketogene Diät reagieren.
Ebenso vorsichtig sollten Menschen mit folgenden Erkrankungen sein: akute Pankreatitis, schweres Leberversagen und fortgeschrittene Nierenerkrankung. Bei ihnen kann eine hohe Fettaufnahme Risiken bergen, erklärte Trokis.
Die Keto-Diät kann Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten, darunter einige Antipsychotika und Diabetesmedikamente, haben und erfordert möglicherweise eine Dosisanpassung sowie andere individuelle Anpassungen.
Schwangere und stillende Frauen, Kinder sowie Menschen mit Typ-1-Diabetes sind ebenfalls keine geeigneten Kandidaten. Menschen mit bestehenden Herzerkrankungen sollten die Diät mit Vorsicht angehen, so Trokis.
 

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „A Keto Diet May Help Psychiatric Disorders. Here’s Why“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Die Wirkung von Astaxanthin: Was die aktuelle Forschung tatsächlich belegt

Das Pigment, das Wildlachs seine rote Farbe verleiht, wird heute in Flaschen abgefüllt und als eines der stärksten Antioxidantien der Welt vermarktet. Die Aussage ist bemerkenswert, doch die wissenschaftliche Beweislage ist deutlich differenzierter.
Astaxanthin ist ein marines Carotinoid, das von Mikroalgen wie Haematococcus pluvialis gebildet wird und über die Nahrungskette von Krill und Garnelen bis hin zu Fischen wie Forellen und Lachs gelangt.
Die Wellnessbranche hat es aufgegriffen und bewirbt es als Antioxidans, das in Labortests angeblich 6.000-mal stärker als Vitamin C sein soll, verbunden mit Vorteilen wie glatterer Haut, besserem Sehvermögen, weniger Entzündungen und verbesserter Gehirngesundheit.
Als Wissenschaftlerin für klinische Ernährung halte ich die Forschungsergebnisse für interessant, sehe aber zugleich, dass Marketing die wissenschaftlichen Nuancen und die tatsächliche Datenlage beim Menschen häufig vereinfacht darstellt.
Die Wirkung hängt stark von der Aufnahme ab und variiert je nach Dosierung, Darreichungsform und der Frage, ob Astaxanthin über natürliche Lebensmittel oder als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wird.

Lachs vs. Nahrungsergänzungsmittel

Die grundlegende Frage: Ist Wildlachs besser als ein Nahrungsergänzungsmittel für Astaxanthin?
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist eine hochwertige Vollwertnahrungsquelle für den menschlichen Körper überlegen.
Wildlachs, insbesondere Rotlachs, liefert Astaxanthin in einer synergistischen Matrix, die unsere Zellen erkennen, zusammen mit Omega-3-Fettsäuren, Eiweiß, Selen und anderen Nährstoffcofaktoren, die die Aufnahme unterstützen.
Omega-3-Fettsäuren helfen dabei, Astaxanthin besser aufzunehmen, da es fettlöslich ist, Protein unterstützt den Transport im Körper und Selen wirkt zusammen mit Astaxanthin für einen stärkeren antioxidativen Schutz.
Zuchtlachs aus dem Atlantik enthält in der Regel deutlich weniger Astaxanthin, was auf Unterschiede bei Futtermitteln und algenbasierten Zusatzstoffen zurückzuführen ist.
Weitere nützliche Nahrungsquellen sind Regenbogenforelle, Rotbrasse und Schalentiere wie Garnelen, Krill, Krabben und Krebse, wobei sich das Pigment bei Schalentieren hauptsächlich in der Schale und nicht im essbaren Fleisch konzentriert.

Natürliche Astaxanthinquellen: Regenbogenforelle, Rotbrasse und Schalentiere wie Garnelen, Krill und Krabben. Das Pigment steckt bei Schalentieren vor allem in der Schale.

Foto: ahirao_photo/iStock

Nahrungsergänzungsmittel hingegen können viel höhere und gezieltere Dosen liefern, oft 4 bis 12 Milligramm pro Tag, was über dem liegt, was die meisten Menschen aus ein paar Portionen Lachs erhalten. Doch die Aufnahme variiert erheblich von Person zu Person.
Astaxanthin ist eine fettlösliche Verbindung, daher hängt die Aufnahme von der Produktform und davon ab, ob man es zusammen mit Nahrungsfett einnimmt.
Forschungsergebnisse zeigen, dass ölbasierte Kapseln, die zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden, effektiver aufgenommen werden als trockene Tabletten auf nüchternen Magen.
Die Qualität der Marke und die Zusammensetzung sind wichtiger als das Wort „natürlich“ auf dem Etikett, obwohl das meiste Astaxanthin in Nahrungsergänzungsmitteln tatsächlich aus Haematococcus pluvialis, einer für den menschlichen Verzehr zugelassenen Mikroalge, gewonnen wird.
Wildlachs, eine der reichhaltigsten natürlichen Quellen für Astaxanthin, kann in einer typischen Portion mehrere Milligramm des Pigments liefern, was einer mittleren Dosis in Nahrungsergänzungsmitteln entspricht.
Der Verzehr von Wildlachs mehrmals pro Woche ist der ideale Weg, Astaxanthin aufzunehmen, da er reich an Proteinen und gesunden Fetten ist, was aber in der täglichen Ernährung schwer umzusetzen ist.
Nahrungsergänzungsmittel eignen sich am besten als praktische Ergänzung für diejenigen, die selten Fisch essen, und nicht als Ersatz für eine gute Mahlzeit.
Für den täglichen Gebrauch kosten hochwertige Astaxanthin-Nahrungsergänzungsmittel in der Regel etwa 20 bis 50 US-Dollar pro Monat für 4 bis 12 Milligramm pro Tag.

Unterstützung für Haut und Augen

Eine der am häufigsten geäußerten Behauptungen, die ich in meiner Arbeit höre, ist, dass Astaxanthin Falten glättet und der Haut einen strahlenden Teint verleiht.
Eine kontrollierte Studie am Menschen ergab, dass die Einnahme von 4 bis 12 Milligramm Astaxanthin pro Tag über acht bis 16 Wochen Hautrötungen durch UV-Sonneneinstrahlung reduziert, die Hautfeuchtigkeit verbessert und dazu beitragen kann, die Schutzbarriere der Haut zu stärken, obwohl es bei tiefen Falten kaum einen Unterschied macht.
Astaxanthin ist kein „Botox in Tablettenform“. Im besten Fall ist Astaxanthin ein unterstützendes Nahrungsergänzungsmittel, das zusätzlich zu Sonnenschutz, einer ausgewogenen Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr eingenommen werden sollte.
Es wird tiefe Falten nicht beseitigen, kann aber dazu beitragen, die Hautgesundheit in eine bessere Richtung zu lenken.
Astaxanthin kann die Hautverjüngung unterstützen und bei Sonnenschäden helfen, ist jedoch kein kosmetischer Eingriff und kein Ersatz für grundlegende Hautpflege und eine gesunde Lebensweise.
Ähnlich bescheiden, aber realistisch, ist das Bild für die Augengesundheit.
Eine Übersichtsarbeit zu den Anwendungen von Astaxanthin in der Augenheilkunde zeigt, dass die tägliche Einnahme von etwa 4 bis 9 Milligramm in Form eines Nahrungsergänzungsmittels die Augen vor oxidativem Stress schützen und den Sehkomfort verbessern kann.
Besonders bei Erwachsenen, die viele Stunden vor Bildschirmen verbringen, konnte Astaxanthin die Symptome von Augenermüdung spürbar verringern.
Man kann es sich wie eine Schutzhülle oder eine Art von Komfort für die Netzhaut vorstellen, die gleichzeitig hilft, die Ermüdung der Augen zu verringern.
Es kann helfen, den Stress durch das ständige Starren auf Bildschirme den ganzen Tag über abzufedern, ersetzt jedoch keine angemessenen Bildschirmpausen, das Blinzeln oder eine Augenuntersuchung, wenn man unter Sehproblemen leidet.

Entzündungen und Herzgesundheit

Laborstudien zeigen, dass Astaxanthin schädliche freie Radikale wirksam neutralisiert, insbesondere im Fettgewebe, und seine antioxidative Wirkung in Reagenzglasversuchen kann weitaus höher erscheinen als die klassischer Antioxidantien wie Vitamin C.
Doch die vermarkteten Zahlen, wonach es „tausendmal stärker als Vitamin C“ sei, stammen aus chemischen Tests im Reagenzglas und lassen sich nicht direkt auf eine tausendfach stärkere Wirkung beim Menschen übertragen.
In Studien am Menschen sind die Belege bescheiden. Astaxanthin kann helfen, oxidativen Stress zu senken – was Antioxidantien tun – und Entzündungen zu reduzieren, aber die tatsächlich nachgewiesenen Vorteile sind meist gering und hängen von der Dosis, der Ernährung und dem Lebensstil ab.
Diese Studien deuten darauf hin, dass es hilft, wichtige Entzündungsmarker zu senken, mit kleinen Verbesserungen bei HDL-Cholesterin, Triglyceriden und dem diastolischen Blutdruck. Die Veränderungen bei LDL- und Gesamtcholesterin sind gering und nicht in allen Studien konsistent.
Es ist keine entzündungshemmende Pille und kein Statin zur Senkung des Cholesterinspiegels. Es mag helfen, Hintergrundentzündungen zu dämpfen und einige herzbezogene Marker in die richtige Richtung zu lenken, aber niemand sollte es anstelle von Medikamenten einnehmen, und es beseitigt nicht die Risiken einer ungesunden Ernährung oder chronischer Belastungen.
Eine Übersichtsarbeit zu marinen Carotinoiden stellte fest, dass die Form von Astaxanthin in Algen und Schalentieren dessen Stabilität und Resorption beeinflusst.
Für Nutzer von Nahrungsergänzungsmitteln kommt es vor allem darauf an, wie das Produkt hergestellt wird und ob es zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen wird. Denn Fett verbessert die Resorption erheblich, genau wie bei der natürlichen Aufnahme von Astaxanthin über den Verzehr von Meeresfrüchten, die im Allgemeinen reich an gesunden Fetten sind.

Gehirngesundheit

Der vielleicht überzeugendste neue Forschungsbereich bei Astaxanthin ist der der Neuroprotektion.
Eine Übersichtsarbeit zur Gehirnforschung zeigt, dass Astaxanthin eines der wenigen Antioxidantien ist, das die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann und dabei hilft, Gehirnzellen vor Schäden durch oxidativen Stress zu schützen.
Deshalb untersuchen Wissenschaftler es im Hinblick auf Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.
Kleine Studien am Menschen mit einer Dosierung von 6 bis 12 Milligramm pro Tag über acht bis zwölf Wochen ergaben leichte Verbesserungen des Gedächtnisses und der Hand-Augen-Koordination, oft verbunden mit einem geringeren Stresslevel im Körper.
Es gibt jedoch keine groß angelegten Langzeitstudien, die belegen, dass Astaxanthin Alzheimer oder einen starken kognitiven Verfall verhindert.
Derzeit ist es eher ein unterstützender, neuroprotektiver Nährstoff, der als Teil eines umfassenderen Behandlungsplans in Betracht gezogen werden sollte.
Der Hype um die antioxidative Wirkung von Astaxanthin ist real, aber ebenso real ist die Kluft zwischen dem, was die Wissenschaft belegt, und dem, was das Marketing suggeriert.
Das eigentliche Urteil hängt von der Qualität des Lachsfilets, der Dosierung und der Marke des Nahrungsergänzungsmittels sowie davon ab, wie Ihr Körper es aufnehmen kann – abhängig von Ihrem aktuellen Gesundheitszustand.
Lassen Sie sich nicht von übertriebenen Wirksamkeitsversprechen täuschen. Es handelt sich laut derzeitigen Erkenntnissen lediglich um einen unterstützenden Nährstoff als Teil einer gesunden Ernährung und Lebensweise.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Astaxanthin Benefits: What the Science Really Shows“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Wie Hilfsbereitschaft das Altern des Gehirns verlangsamen kann

Wahrscheinlich kennt jeder die üblichen Empfehlungen, wie man sein Gehirn fit halten kann: regelmäßig Sport treiben, sich gesund ernähren und jede Nacht 7 bis 8 Stunden schlafen. Nun gibt es einen neuen und überraschenden Tipp zur Förderung der kognitiven Gesundheit: anderen Menschen helfen.
Das war zumindest das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2025, die in der Fachzeitschrift „Social Science & Medicine“ erschien. Demnach kann es die kognitiven Funktionen verbessern und den kognitiven Verfall verlangsamen, wenn man anderen Menschen hilft.

Helfen und kognitive Funktionen

Die Forscher untersuchten, wie sich zwei Arten von Hilfsaktivitäten sowie Veränderungen im Zeitaufwand auf die kognitiven Funktionen im Alter auswirken. Dabei betrachteten sie Daten zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit und geistiger Verarbeitungsfähigkeit von mehr als 30.000 Amerikanern im Alter ab 51 Jahren. Die Daten wurden über zwei Jahrzehnte hinweg gesammelt.
Im Rahmen der wiederholten Befragungen sollten die Probanden angeben, ob sie im vorangegangenen Jahr eine der beiden Arten von ehrenamtlicher Aktivität ausgeübt hatten: 
  1. formelle Freiwilligenarbeit, beispielsweise für religiöse, bildungsbezogene, gesundheitsbezogene oder andere gemeinnützige Organisationen
  2. informelle Hilfe wie die Unterstützung von Freunden, Nachbarn oder Verwandten, die nicht im selben Haushalt leben
Für beide Arten der Tätigkeit gaben die Befragten zudem ihren jährlichen Zeitaufwand an: gar nicht, 1 bis 99 Stunden, 100 bis 199 Stunden oder mehr als 200 Stunden.
Die Ergebnisse standardisierter kognitiver Tests zeigten, dass, wenn eine Person eine gemeinnützige Tätigkeit aufnahm, in welcher Form auch immer, sich im Allgemeinen ihre kognitiven Funktionen verbesserten und sich der kognitive Verfall verlangsamte. Wenn sie diese Tätigkeit aufgab, hatte das den gegenteiligen Effekt.
Auch Veränderungen im Zeitaufwand spielten eine Rolle. Bei Personen, die eine helfende Aktivität begannen, verbesserte ein steigender Zeitaufwand die kognitiven Funktionen.
Bei Personen, die etwas weniger Zeit für ihre Aktivität aufwendeten, ohne mit ihr aufzuhören, zeigten sich keine negativen Auswirkungen. Negative kognitive Veränderungen waren jedoch in den Fällen ersichtlich, in denen die Probanden die Zeit für formelle Freiwilligenarbeit drastisch, das heißt von mehr als 200 Stunden pro Jahr auf 1 bis 99 Stunden, reduzierten.

Konstantes Engagement und bequeme Zeiteinteilung wichtig

Beharrlichkeit war laut den Untersuchungen besonders wichtig. Teilnehmer, die sich unaufhörlich ehrenamtlich engagierten, verzeichneten einen kumulativen Nutzen. Ihre kognitiven Funktionen hatten eine „um etwa 15 bis 20 Prozent niedrigere Abnahmerate, abhängig von der Art der Tätigkeit und dem Umfang des Zeitaufwands“, sagte der Alterswissenschaftler Sae Hwang Han, Hauptautor der Studie, gegenüber Epoch Times.
Dabei war mehr aber nicht immer besser. Die größten kognitiven Gewinne traten auf, wenn die Probanden einen angenehmen Zeitaufwand beibehielten. Laut der Studie war ein moderates Maß an Engagement – etwa 2 bis 4 Stunden pro Woche – durchweg mit robusten kognitiven Gewinnen verbunden.
Bemerkenswert ist, dass diese kognitiven Trends auch dann anhielten, nachdem die Forscher andere mögliche Erklärungen wie demografische, soziale und gesundheitliche Merkmale ausgeschlossen hatten. Das deutet darauf hin, dass die Vorteile tatsächlich mit der helfenden Aktivität selbst zusammenhingen.
„In meiner laufenden Arbeit finden wir Hinweise darauf, dass Helfen den beschleunigten kognitiven Verfall, der mit dem genetischen Risiko für Alzheimer verbunden ist, abmildern kann. Das weist darauf hin, dass es selbst bei Hochrisikogruppen als schützender Lebensstilfaktor wirken könnte“, sagte Han.

Wie Helfen hilft

Anderen zu helfen, sei es durch ehrenamtliche Arbeit oder informelle Hilfe, bietet ein sinnvolles gemeinnütziges Engagement. Es unterscheidet sich damit von anderen das Gehirn anregenden Aktivitäten, die man allein machen kann, wie Lesen und Rätseln.
„Es ist nicht nur kognitiv anregend, sondern beinhaltet auch menschliche Interaktion in Echtzeit, emotionalen Austausch und ein Gefühl von Sinnhaftigkeit – alles Elemente, die zusammenwirken, um die kognitive Gesundheit zu fördern“, meinte der Alterswissenschaftler.
Aus neurobiologischer Sicht können helfende Verhaltensweisen miteinander verbundene Systeme aktivieren. Dazu gehören unter anderem 
  • die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, das Stresshormonsystem zur Stressregulation
  • das sympathische Nervensystem, das den Körper bei Stress und Gefahr auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion vorbereitet und dabei hilft, das innere Gleichgewicht aufrechtzuerhalten
  • das Immunsystem, das vor Krankheiten und Entzündungen schützt
Werden diese Systeme aktiviert, unterstützt dies sowohl die kognitive als auch die körperliche Gesundheit.
Das stellte Han bereits in seinen früheren Forschungen fest. Ihm zufolge kann ehrenamtliches Engagement chronischen Stress ausgleichen, Entzündungen reduzieren, die Herzgesundheit fördern und den körperlichen Verfall verlangsamen.

Nachhaltiges Helfen: Wie man anfängt

Menschen, die anfangen möchten, anderen zu helfen, stehen möglicherweise vor Herausforderungen wie langen Arbeitszeiten und Arbeitswegen sowie Verpflichtungen zu Hause. Das alles macht es schwierig, noch etwas zusätzlich auf sich zu nehmen.
„Ich würde den Menschen raten, klein anzufangen und Formen der Hilfe zu wählen, die sinnvolle zwischenmenschliche Interaktion beinhalten und zudem nachhaltig sind“, sagte Han.
Es gehe weniger um die zeitliche Struktur als vielmehr um ein beständiges Engagement über einen längeren Zeitraum hinweg, erklärte er. Daher könne es für viel beschäftigte Personen eine durchaus vernünftige und wirksame Strategie sein, alle ein bis zwei Wochen einen Nachmittag am Wochenende dafür zu opfern, so der Alterswissenschaftler.
Für ältere Personen können körperliche Einschränkungen zusätzliche Herausforderungen bei der Hilfe für andere darstellen. Han zufolge muss Helfen jedoch nicht körperlich anstrengend sein.
„Aktivitäten wie Mentoring, Nachhilfe und das Sehen nach anderen Menschen können sozial sehr bedeutsam sein“, sagte er.
Ob es darum geht, junge Menschen zu betreuen, in einer örtlichen Bibliothek auszuhelfen oder an einer Reinigungsaktion im Stadtteil teilzunehmen – anderen zu helfen, bietet mehr als nur ein befriedigendes Gefühl. Es kann langfristig dazu beitragen, das Gehirn zu schützen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How Helping Others May Slow Brain Aging“. (redaktionelle Bearbeitung: as)