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Das Ozempic-Geheimnis unseres Körpers: Wie Sie das Abnehm-Hormon selbst aktivieren

Olivia war Ende 30 und übergewichtig. Ein GLP-1-Präparat half ihr zwar beim Abnehmen, doch die Nebenwirkungen wie Übelkeit und Verstopfung wollte sie nicht länger in Kauf nehmen. Sie entschied sich, in Absprache mit ihrem Arzt, das Medikament abzusetzen.

Dass sie danach nicht, wie so viele andere, in die Jo-Jo-Falle tappte, verdankt sie einer Ernährungsumstellung: mehr Ballaststoffe, mehr Eiweiß, feste Mahlzeiten-Routinen. Olivias Fall ist kein Aufruf zum blinden Absetzen von Medikamenten. Aber ihre Geschichte zeigt etwas, das wir in der Ernährungsmedizin schon lange wissen: Das Hormon, das von Medikamenten wie Ozempic oder Wegovy imitiert wird, kann unser Körper selbst herstellen.

Die entscheidende Frage lautet: Lässt sich diese körpereigene Produktion durch die richtige Ernährung so gezielt ankurbeln, dass der Appetit spürbar sinkt? Und taugt das Ganze als echte Alternative oder zumindest als Ergänzung zu Medikamenten?

Das Hormon, das der Darm bereits produziert

GLP-1 ist kein künstlicher Wirkstoff, sondern ein körpereigenes Hormon. Es wird von den sogenannten L-Zellen vorwiegend im hinteren Dünndarm und im Dickdarm ausgeschüttet, sobald wir Nahrung aufnehmen. Die Wirkung: Es verlangsamt die Verdauung, reguliert den Blutzuckerspiegel und signalisiert dem Gehirn: „Satt!“

„In Lebensmitteln selbst steckt kein GLP-1“, sagt Lisa Young, Ernährungsberaterin und Professorin an der New York University. „Aber bestimmte Nährstoffe, wie Ballaststoffe, Proteine und gesunde Fette, geben dem Körper das Signal, dieses Hormon eigenständig zu produzieren.“

Vor allem fermentierbare Ballaststoffe und Eiweiß regen die L-Zellen nachweislich am stärksten an.

Die besten GLP-1-Booster für den Speiseplan

Es geht dabei nicht um das eine exotische Superfood. Das Ziel ist eine Ernährung, die die nützlichen Darmbakterien füttert und so die Hormonausschüttung dauerhaft anregt.

Studien zeigen, dass präbiotische Ballaststoffe und eine pflanzenreiche Ernährung schon innerhalb weniger Wochen die Menge kurzkettiger Fettsäuren (SCFA) im Darm erhöht. Diese Fettsäuren versorgen die Zellen der Darmwand und kurbeln die GLP-1-Produktion an.

Genaue Mengen lassen sich nur schwer festlegen, denn es gibt keine Tabelle, die beispielsweise angibt, wie viel Knoblauch wie viel Butyrat (ein Beispiel für eine kurzkettige Fettsäure, welche die GLP-1-Produktion anregt) erzeugt. Entscheidend ist jedoch die kumulative Wirkung einer pflanzenreichen Ernährung, die gut dokumentiert ist:

  • Präbiotika-Klassiker: Zichorienwurzel, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Spargel. Sie liefern Ballaststoffe, die von den Mikroben in Butyrat umgewandelt werden.
  • Kreuzblütler: Brokkoli, Rosenkohl, Weiß- und Rotkohl, Blumenkohl und Grünkohl unterstützen die Darmflora. Leicht gegart sind sie besonders bekömmlich.
  • Hülsenfrüchte: Linsen und Bohnen stecken voller fermentierbarer Ballaststoffe (wie Galacto-Oligosaccharide) und fördern nachweislich das Sättigungsgefühl.
  • Resistente Stärke: Ein echter Geheimtipp. Sie entsteht, wenn Kartoffeln oder Reis nach dem Kochen abkühlen. Sie wird im Dünndarm nicht verdaut, wandert direkt in den Dickdarm und dient dort den guten Bakterien als Treibstoff.
  • Proteine und Fette: Hochwertiges Eiweiß aus Rind, Schwein, Fisch, Geflügel, Eiern, griechischem Joghurt, Hüttenkäse oder Tofu fördert die GLP-1-Stimulation. Gesunde Fette (Avocados, fetter Fisch, Olivenöl) unterstützen den Sättigungseffekt zusätzlich.
Ein biologischer Unterschied im Detail: Auch wenn eine gezielte Ernährung die körpereigene GLP-1-Ausschüttung nachweislich ankurbelt, gibt es einen wesentlichen Unterschied zu Medikamenten wie Ozempic oder Wegovy. Deren Wirkstoffe (sogenannte GLP-1-Rezeptor-Agonisten) wurden künstlich so verändert, dass sie tagelang im Körper zirkulieren. Das natürliche, durch Nahrung stimulierte GLP-1 hingegen erfüllt seine Aufgabe direkt beim Essen und wird vom Körper innerhalb weniger Minuten wieder abgebaut.
Eine gesunde Ernährung zielt daher nicht auf einen dauerhaften, künstlich hohen Hormonspiegel ab, sondern auf das Wiedererlernen natürlicher, biologischer, individueller Sättigungssignale. Und genau das macht sie für den langfristigen Erfolg so unverzichtbar.

Mahlzeiten zusammenstellen, die die richtigen Signale senden

Das Ziel ist nicht eine einzelne ballaststoffreiche Mahlzeit, sondern ein gleichmäßiger Rhythmus über den Tag, bei dem möglichst viele Mahlzeiten Sättigungshormone wie GLP-1 anregen.
„Die Kombination aus Eiweiß, gesunden Fetten und Ballaststoffen ist entscheidend – das ist die Grundlage für echtes Sättigungsgefühl“, sagt Young.
Eine gute Orientierung sind etwa 20 bis 30 Gramm Eiweiß pro Mahlzeit, wobei der genaue Bedarf je nach Alter, Aktivität und Stoffwechselgesundheit variiert.
In der Praxis könnte ein typischer Tag so aussehen:
  • Frühstück: Omelett aus drei Eiern mit frischen Kräutern, dazu gekochter Kohl und Kürbiskerne
  • Mittagessen: Linsen-Gemüse-Suppe mit Knoblauch und Zwiebeln
  • Abendessen: Lachs mit geröstetem Brokkoli und abgekühlten Kartoffeln oder Reis (für resistente Stärke)
Diese Ernährungsweise unterstützt gleich mehrere Sättigungsmechanismen auf einmal. Sie verlangsamt die Verdauung, stabilisiert den Blutzucker, erhält die Muskelmasse und versorgt die Darmbakterien, die langfristig die GLP-1-Produktion verbessern.
Gleichzeitig hilft es, hochverarbeitete Kohlenhydrate und raffinierten Zucker zu reduzieren. Diese Lebensmittel werden sehr schnell verdaut, lösen Blutzuckerspitzen und anschließende Abstürze aus, sorgen kaum für anhaltende Sättigung und verleiten durch ihre weiche Konsistenz sowie hohe Schmackhaftigkeit außerdem dazu, leicht zu viel zu essen.
„Meine Priorität ist es, ausgewogene Mahlzeiten und Snacks über den ganzen Tag zu verteilen – niemals Mahlzeiten auszulassen und ballaststoffreiche Kohlenhydrate immer mit Eiweiß zu kombinieren“, sagt die Ernährungsberaterin Samina Qureshi gegenüber der Epoch Times.

Warum Gewohnheiten trotzdem entscheidend bleiben

Ernährungsstrategien können die natürlichen Hungersignale des Körpers gut unterstützen, ersetzen aber keine GLP-1-Medikamente. Bei starker Adipositas oder schweren Stoffwechselproblemen wirken Lebensstiländerungen meist am besten in Kombination mit medizinischer Behandlung – nicht als reiner Ersatz.
Umgekehrt reichen Medikamente allein selten für dauerhafte Erfolge aus.
„Diese Medikamente können sehr wirksam sein, aber der größte Fehler, den ich immer wieder sehe, ist, dass die Menschen ihre Essgewohnheiten nicht ändern – egal ob sie das Medikament nehmen oder nicht“, sagt Qureshi.
„Sobald die Spritzen abgesetzt werden, fallen viele in alte Muster zurück und nehmen einen Großteil des Gewichts wieder zu.“
Deshalb sind langfristige Gewohnheiten so wichtig, unabhängig davon, ob jemand Medikamente dieser Art nimmt oder nicht.
Olivias Erfolg kam nicht durch Perfektion, sondern durch Beständigkeit: regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß, genug Ballaststoffe und Routinen, die das alles über einen längeren Zeitraum tragen.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „How Protein and Fiber Help Trigger Your Body’s GLP-1“. (Deutsche Bearbeitung vm, kr)
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Wenn das Gehirn wieder Rhythmus findet: Wie Tanzen das Leben mit Parkinson verändert

Parkinson schleicht sich in das Leben der Betroffenen. Es beginnt mit einem leisen Zittern, führt zu steifen Muskeln und lässt oft mitten in der Bewegung die Füße wie am Boden festfrieren. Doch auf der Tanzfläche passiert manchmal ein kleines Wunder: Wenn die Musik einsetzt, finden verloren geglaubte Bewegungen plötzlich ihren Fluss wieder.

Neurologen empfehlen das Tanzen heute als „Neurorehabilitation“. Der Grund ist simpel, aber genial: Tanz fordert uns ganzheitlich.

„Er verbindet gleichzeitig körperliche Bewegung, kognitive Herausforderungen, Musikwahrnehmung, Rhythmus, emotionale Beteiligung und soziale Interaktion auf eine Weise, wie es allgemeine Übungen wie das Gehen auf dem Laufband einfach nicht können“, sagte die Neurologin Dr. Fiona Gupta aus New York.

Der Takt, der die Blockade bricht

Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in der Musik. Das menschliche Gehirn liebt Rhythmus. Bei Parkinson-Patienten sind die Basalganglien – jene tief im Gehirn liegenden Nervenknoten, die für die automatische Bewegungssteuerung zuständig sind – beschädigt. Die Musik wirkt hier wie ein externer Taktgeber. Eine Studie zeigt, dass Melodien weitaus besser helfen als das monotone Klicken eines Metronoms, weil sie zusätzlich Emotionen wecken.

  • Tango trainiert gezielt das Gleichgewicht und die Schrittlänge.
  • Gemischte Tanzprogramme reduzieren das gefürchtete „Freezing“, das plötzliche Einfrieren mitten im Gehen.
Das Beste daran: Das Gehirn lernt um. Durch das Einstudieren neuer Choreografien werden neue Nervenbahnen geknüpft. Das Gehirn umgeht die beschädigten Areale mittel Neuroplastizität – ein Effekt, den keine Tablette der Welt nachahmen kann.

Geschichten von der Tanzfläche

David Leventhal ist einer der Gründer von „Dance for PD“ bei der Mark Morris Dance Group in Brooklyn. Sein Programm, das Tanz als Hilfsmittel für Menschen mit Parkinson einsetzt, begann nicht in einem Labor, sondern mit einem Gespräch.
„Es rührt eigentlich daher, dass Parkinson uns gewissermaßen ausgewählt hat“, erzählte er der englischsprachigen Epoch Times.
Das Programm startete im Jahr 2001, als Olie Westheimer, Gründer der Brooklyn Parkinson Group, mit einer Idee an die Mark Morris Dance Group herantrat: einen echten Tanzkurs für Menschen mit Parkinson zu schaffen.
Westheimer war überzeugt, dass das Verständnis von Tänzern für Gleichgewicht, Rhythmus, Koordination, Bewegungsabläufe und ausdrucksstarke Bewegung Menschen mit motorischen Herausforderungen auf eine Weise helfen könnte, wie es Medizinern nicht möglich ist.
„Ich habe nach dem ersten Kurs miterlebt, wie die Kombination aus Tanz und Musik die körperliche und emotionale Erfahrung unserer Parkinson-Tänzer im Laufe von nur einer Stunde verändern konnte“, bemerkte Leventhal. „Es war beeindruckend.“

Mehr als nur Bewegung

Fragt man Menschen mit Parkinson, warum sie immer wieder zum Kurs kommen, geht das Gespräch schnell über Mobilität und Gleichgewicht hinaus.
Ein Teilnehmer, ein ehemaliger Marine und New Yorker Prozessanwalt, von dem man auf den ersten Blick kaum angenommen hätte, dass er sich in den Tanz verlieben würde, kam nach seiner Parkinson-Diagnose in den Kurs und entdeckte den Stepptanz.
Er führte schließlich ein Solo auf, an dem er monatelang gearbeitet hatte. „Der Stolz und die Freude in seinem Gesicht waren unvergesslich“, sagte Leventhal.
Eine andere Teilnehmerin fand das Selbstvertrauen und die Ausdauer, um auf einer Familienhochzeit zu tanzen – etwas, das sie sich sehnlichst gewünscht hatte.
„Das mag für viele vielleicht nichts Besonderes sein, aber für Menschen, die mit Parkinson leben, kann es von enormer Bedeutung sein, diese Art von Selbstvertrauen, Freude und Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen“, fügte er hinzu.
Parkinson beeinträchtigt oft weit mehr als nur die Bewegung: Selbstvertrauen, Identität, Sprache und soziale Bindungen werden häufig gestört. Die sogenannte „Gesichtsmaske“ – die Tendenz der Krankheit, den sichtbaren emotionalen Ausdruck zu verringern – kann enge Beziehungen belasten.
In diesem Zusammenhang bietet der Tanz etwas, was die Medizin nicht leisten kann: einen Raum für Kreativität, Selbstentfaltung und echte zwischenmenschliche Verbundenheit.
„Wir wollten etwas schaffen, das den Menschen als Ganzes anspricht, anstatt uns nur auf die Symptome zu konzentrieren“, dies sagte Elaine Harvey, Leiterin von Moving Minds und Hauptmoderatorin von „Finding Flow“, dem Parkinson-Tanzprogramm der Organisation, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
Die Vorteile erstrecken sich auch auf Pflegekräfte und Familienangehörige. Gemeinsame kreative Erlebnisse können Beziehungen über reine Pflegerollen hinaus erweitern und Momente der Freude und Partnerschaft ermöglichen, die die Krankheit sonst verdrängen würde, fügte Harvey hinzu.
Viele Teilnehmer kommen mit ihren Partnern, was durch die gemeinsamen Aktivitäten und die erlebte Verbundenheit zusätzliche positive Effekte hat.
In Großbritannien beschreibt Keith Wilson, der mit Parkinson lebt und sich für andere Betroffene einsetzt, seinen wöchentlichen Tanzkurs als ein echtes Highlight: „Vor meiner Diagnose habe ich gern Gesellschaftstanz getanzt, aber meine Körperhaltung ist nicht mehr so stabil“, sagte er. „Trotzdem ist der Parkinson-Tanzkurs für mich einer der schönsten Momente der Woche“.

So sieht ein Kurs aus

Zwar können Tanzkurse je nach Lehrer und Umgebung leicht variieren, doch folgen sie in der Regel einem ähnlichen Ablauf und sind so konzipiert, dass sie für Menschen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus zugänglich sind.
Ein typischer „Dance for PD“-Kurs beginnt im Sitzen, damit sich alle aufwärmen und bewegen können, ohne sich Gedanken um das Gleichgewicht machen zu müssen.
Von dort aus können die Teilnehmer je nach ihren Fähigkeiten und ihrem Wohlbefinden zu Übungen im Stehen, Bewegungen mit Stuhlunterstützung, Barre-Übungen oder Schrittfolgen und Gruppentänzen übergehen. Dabei stehen stets Optionen im Sitzen zur Verfügung.
Einzigartige Einheiten kombinieren ausdrucksstarke Bewegung, Rhythmus und Improvisation – alles begleitet von sorgfältig ausgewählter Musik. Die Atmosphäre ist genauso wichtig wie die Bewegung. In den Einheiten herrscht ein Gefühl der Verbundenheit und gegenseitigen Unterstützung.
„Wo auch immer die Einheiten stattfinden, das Ziel ist niemals Perfektion; es geht darum, den Menschen zu helfen, sich mit mehr Selbstvertrauen, Fantasie, Musikalität und Freude zu bewegen und dabei starke soziale Bindungen aufzubauen“, sagte Leventhal.
Kreative Gesundheitsansätze werden manchmal unterschätzt, weil sie nicht immer nahtlos in klassische medizinische Modelle passen, so Harvey. Doch die wachsende Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen deutet darauf hin, dass sie genau dort hingehören.
„Tanz bietet gleichzeitig körperliche, kognitive, emotionale und soziale Stimulation auf eine Weise, die motivierend und zutiefst menschlich wirkt“, sagte sie. „Die Wirkung kann unglaublich groß sein.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Dance Does Something Parkinson’s Medication Cannot“. (deutsche Bearbeitung: vm)  
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CDC-Studie zu COVID-19-Impfung nach interner Ablehnung im JAMA veröffentlicht

Eine Studie mit Beteiligung von Wissenschaftlern der US-Gesundheitsbehörde CDC, die zuvor aus der hauseigenen Publikationsreihe der CDC ausgeschlossen wurde, ist nun im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht worden.
Die Forscher schätzen in der am 23. Juni erschienenen Studie, dass die COVID-19-Impfung zu 55 Prozent vor COVID-19-bedingten Krankenhausaufenthalten und zu 50 Prozent vor der Notwendigkeit von Notaufnahmen schützt.
„Erwachsene können ihr Risiko für schwere COVID-19-Verläufe senken, indem sie sich im Zeitraum 2025–2026 gegen COVID-19 impfen lassen“, schreiben die CDC-Epidemiologin Ruth Link-Gelles und ihre Mitautoren.

Stellungnahme des Ministeriums

Ein Sprecher des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, der übergeordneten Behörde der CDC, erklärte gegenüber der englischsprachigen Epoch Times in einer E-Mail:
„Die CDC schützt die öffentliche Gesundheit, indem sie genaue, transparente und vertrauenswürdige Informationen bereitstellt. Dies erfordert die Anwendung höchster Standards wissenschaftlicher Genauigkeit, insbesondere wenn Ergebnisse klinische Entscheidungen wie Impfungen beeinflussen können. Wir führen in allen Veröffentlichungen der CDC einen wissenschaftlichen Diskurs darüber, wie sich die Wirksamkeit von Impfstoffen am besten messen lässt.“

Ablehnung durch CDC-Direktor Bhattacharya

Dr. Jay Bhattacharya, der amtierende Direktor der CDC, lehnte es Anfang des Jahres ab, den Artikel im „Morbidity and Mortality Weekly Report“ – einer von der CDC herausgegebenen Quasi-Fachzeitschrift – zu veröffentlichen.
„Die Studie verwendet ein ‚Test-Negative-Design‘, das keine unverzerrte Schätzung der Wirksamkeit liefert (und es ist unmöglich zu sagen, in welche Richtung die Verzerrung gehen wird)“, sagte Bhattacharya damals.
Im Gegensatz zum sogenannten Goldstandard der randomisierten kontrollierten klinischen Studien wird beim Test-Negative-Design nicht nach dem Zufallsprinzip in Impf- und Kontrollgruppen eingeteilt. Stattdessen nutzt man Beobachtungsdaten von erkrankten Personen mit ähnlichen Symptomen, die in Krankenhäusern, Arztpraxen oder Notaufnahmen getestet wurden. Danach vergleicht man, ob sie geimpft oder ungeimpft sind und ob sie tatsächlich positiv oder negativ auf die entsprechende Krankheit (im Fall der Studie COVID-19) getestet wurden oder ob die Symptome von einer anderen Infektion stammen.

Aufbau der Beobachtungsstudie

Die Beobachtungsstudie untersuchte Personen, die in medizinische Einrichtungen des „Virtual SARS-CoV-2, Influenza, and Other Respiratory Viruses Network“ aufgenommen wurden – einer Kooperation zwischen der CDC, dem Datenunternehmen Westat und verschiedenen Gesundheitssystemen wie Kaiser Permanente.
Die Studie bezog Personen ein, die vom 3. September 2025 bis zum 31. Dezember 2025 Notaufnahmen, Notfallambulanzen oder Krankenhäuser des Netzwerks aufsuchten, und teilte sie in zwei Gruppen ein: Eine Gruppe bestand aus Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, die andere aus negativ getesteten.

„Test-Negative-Design“ und geschätzte Impfwirksamkeit

In der Studie zeigte sich, dass 4,5 Prozent der 85.725 Personen, die Ende 2025 Notaufnahmen oder Notfallambulanzen aufsuchten, positiv auf COVID-19 getestet wurden. Von diesen hatten 206 Personen (5 Prozent) Ende 2025 eine COVID-19-Impfung erhalten. Im Vergleich dazu hatten 12 Prozent der negativ getesteten Personen kürzlich eine COVID-19-Impfung erhalten.
Das bedeutet für die Berechnung, dass die COVID-19-Impfung einen Schutz von 50 Prozent vor Besuchen in Notaufnahmen und Notfallambulanzen im Zusammenhang mit COVID-19 bot.
Die Forscher wandten dieselbe Methode zur Schätzung der Wirksamkeit gegen COVID-19-bedingte Krankenhausaufenthalte an.
Da ein höherer Prozentsatz der negativ getesteten Personen eine Impfung erhalten hatte, bezifferten sie die Wirksamkeit gegen Krankenhausaufenthalte auf 55 Prozent.

Einschränkungen und Interessenkonflikte

Die Studie führt vier Einschränkungen an, darunter eine mögliche Fehlklassifizierung des Impfstatus der Patienten.
Mehrere Autoren gaben an, Fördermittel von COVID-19-Impfstoffherstellern wie Pfizer und Moderna erhalten zu haben. Die Studie wurde von der CDC und den Kaiser Foundation Hospitals finanziert.

Bewertung durch Expertin Natalie Dean

In einem begleitenden Leitartikel erklärte Natalie Dean, außerordentliche Professorin am Institut für Biostatistik und Bioinformatik der Rollins School of Public Health der Emory University, dass das „Test-Negative“-Design zwar Einschränkungen aufweise, aber dennoch genaue Schätzungen der Wirksamkeit liefern könne.
Grund dafür sei laut Dean, dass Patienten mit negativem COVID-19-Testergebnis „die zugrunde liegende Ausgangspopulation, aus der die COVID-19-Fälle hervorgingen, annähernd repräsentieren“. Dies ermögliche es den Forschern, die Impfstoffwirksamkeit zu schätzen, ohne einen vollständigen Nenner zu ermitteln.
Sie wies darauf hin, dass dieses Studiendesign seit Jahrzehnten zur Abschätzung der Wirksamkeit von Grippeimpfstoffen verwendet wird.
Dean gehörte zu den Befürwortern von „Test-Negative“-Studien, die sich während einer von Bhattacharya organisierten CDC-Veranstaltung zur Diskussion dieser Methode zu Wort meldeten.

Kritik von Martin Kulldorff

Martin Kulldorff, ein Berater des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, erklärte während der Veranstaltung, dass die Verwendung einer Kontrollgruppe für eine „Test-Negativ“-Studie zu COVID-19-Impfstoffen bei Personen, die mit einer Nicht-COVID-19-Infektion ins Krankenhaus kamen, nicht funktionieren würde.
„Es könnte sein, dass sie aus einer gebrechlicheren Bevölkerungsgruppe stammen“, sagte er. „Sie reagieren empfindlicher auf Infektionen, und das wissen sie auch; aus diesem Grund wird ihnen die Impfung besonders dringend empfohlen.“
Das hat nichts damit zu tun, ob der Impfstoff vor COVID schützt oder nicht. Es führt lediglich zu einer Verzerrung. Und diese Verzerrung kann in beide Richtungen gehen“, so die Einschätzung von Kulldorff.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „COVID-19 Vaccine Study, Blocked From CDC Journal, Now Published“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Frisch, tiefgekühlt oder aus der Dose: Nährstoffe in Obst und Gemüse


In Kürze:

  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen.
  • Nicht nur frische und saisonale Lebensmittel sind nährstoffreich, auch in Tiefkühlprodukten, Konserven und Trockenware stecken gesundheitsfördernde Vitalstoffe, manchmal mehr als in frisch gekauften Früchten.
  • Welche Lebensmittel eignen sich für welche Lagerung und Verarbeitung am besten als Alternative zu frischen, saisonalen Produkten?

 
Gemüse und Obst liefern wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Der regelmäßige Verzehr von Obst und Gemüse wird mit einem verminderten Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Demenz und verschiedene Krebserkrankungen sowie einer frühzeitigen Sterblichkeit in Verbindung gebracht. Wer regelmäßig auf eine ausreichende Zufuhr achtet, kann damit seine Gesundheit langfristig fördern.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher im Rahmen ihrer 10 Regeln für vollwertiges Essen und Trinken, fünf Portionen Gemüse und Obst täglich zu essen. Dies entspricht rund 400 Gramm (drei Portionen) Gemüse und 250 Gramm (zwei Portionen) Obst pro Tag.
Laut Robert Koch-Institut (RKI) konsumierte im Jahr 2019 jedoch lediglich ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland überhaupt täglich Gemüse und Obst, geschweige denn in den empfohlenen Mengen.
Es stellt sich daher die Frage, wie sich diese fünf Portionen am besten in den Alltag integrieren lassen. Sollte ausschließlich frisches Obst und Gemüse verzehrt werden oder sind auch Tiefkühlprodukte, Konserven und Trockenprodukte eine sinnvolle Alternative? Und wie unterscheiden sich diese Varianten hinsichtlich ihres Nährstoffgehalts?

Obst und Gemüse – frisch, reif und saisonal am besten

Grundsätzlich gilt: Frisch, reif und saisonal geerntetes Gemüse und Obst aus ökologischem Anbau weist den höchsten Gehalt an Vitaminen, sekundären Pflanzen- und Aromastoffen auf. Ideal sind Lebensmittel aus dem eigenen Garten, der Einkauf auf einem Wochenmarkt, direkt beim Erzeuger oder im Hofladen eines Bio-Landwirtes. Oft werden die Lebensmittel am Vorabend oder am Morgen des Verkaufstags geerntet. Werden sie anschließend im Kühlschrank gelagert, bleiben die Nährstoffverluste auch nach einigen Tagen gering.
Anders sieht es häufig bei Obst und Gemüse aus dem Supermarkt aus. Durch lange Transportwege, Zwischenlagerung im Handel und zu Hause im Kühlschrank können zwischen Ernte und Verbrauch ein bis zwei Wochen vergehen. In dieser Zeit nimmt vor allem der Gehalt an licht- und sauerstoffempfindlichen Vitaminen, wie Vitamin C, B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe ab, wobei die Menge des Verlusts stark vom jeweiligen Lebensmittel selbst sowie von der Lagertemperatur und -umgebung abhängig ist.
Gut lagerfähige Lebensmittel wie Äpfel, Birnen, Wurzel- oder Kohlgemüse verlieren bei sachgerechter Lagerung deutlich weniger Nährstoffe als empfindliche Sorten wie Spinat, Blattsalate oder Beeren. So beträgt der Vitamin-C-Verlust bei Spinat nach einer Woche Lagerung im Kühlschrank bis zu 50 Prozent und bei Karotten nur etwa 10 Prozent.
Hinzu kommt, dass insbesondere exotische Früchte häufig unreif geerntet werden. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf den Geschmack, sondern auch auf den Gehalt an wertvollen Nähr- und Vitalstoffen aus.

Tiefkühlprodukte – oft eine gute Alternative

Tiefgekühltes Obst und Gemüse stellt in vielen Fällen eine gute Alternative zu Frischware aus dem Supermarkt dar – in manchen Fällen kann es sogar eine bessere Wahl sein. Der Nährstoffgehalt entspricht meist dem von frischem Gemüse oder Obst, das eine Woche im Kühlschrank gelagert wurde. Da tiefgekühlte Lebensmittel in der Regel direkt nach der Ernte verarbeitet und schockgefrostet werden, bleiben viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe weitgehend erhalten.
Vor dem Einfrieren wird Gemüse jedoch oft blanchiert, um Enzyme zu deaktivieren und die Haltbarkeit zu verbessern. Dabei gehen hitze- und wasserempfindliche Vitamine wie Vitamin C und Folat, aber auch die Vitamine B1, B5 und B6 teilweise verloren. Zudem können wasserlösliche Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium teilweise in das Blanchierwasser über- und verloren gehen.
Dennoch entspricht beispielsweise der Nährstoffgehalt von Tiefkühlspinat meist dem von frischem Spinat aus dem Supermarkt und kann ihn sogar übertreffen. Sein Vorteil besteht darin, dass die verbleibenden Nährstoffe nach dem Einfrieren über einen langen Zeitraum relativ gut erhalten bleiben, während frischer Spinat durch Transport und Lagerung kontinuierlich an Nährstoffen verliert.
Auch bei exotischen Früchten wie Mango, Maracuja und Ananas sowie bei Beeren kann das Einfrieren Vorteile bringen. Die Früchte werden reif geerntet und direkt im Ernteland schockgefrostet. Dadurch bleiben Aroma, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane, die vorwiegend in Beeren vorkommen, besser erhalten. Ein weiterer Vorteil von Tiefgekühltem ist eine lange Haltbarkeit, schnelle Verfügbarkeit und häufig auch ein günstiger Preis.
Zwar entstehen durch den Gefrierprozess höhere Energiekosten – diese können sich aber durch weniger Lebensmittelverschwendung teilweise ausgleichen. Die Lagerung duldet keine lückenhafte Kühlung und erfordert daher die ständige Verfügbarkeit von Strom.
Nachteilig beim Einfrieren wirkt sich die Bildung von Eiskristallen aus. Sie beschädigen die Zellstruktur von Lebensmitteln und lassen sie nach dem Auftauen matschig werden. Dabei können Zellsaft und darin enthaltene wasserlösliche Nährstoffe austreten, wodurch es zu gewissen Nährstoffverlusten kommen kann.

Konserven und Eingemachtes – lange haltbar und kostengünstig

Beim Einmachen werden Lebensmittel je nach Säuregehalt auf etwa 80 °C bis 120 °C erhitzt. Dabei werden insbesondere hitzeempfindliche Vitamine (C, B1, B5, B6) und sekundäre Pflanzenstoffe teilweise abgebaut. Je kürzer die Erhitzungsdauer und je niedriger die Temperatur, desto mehr dieser Stoffe bleiben erhalten, was heute bei industriellen Konservierungstechniken häufig beachtet wird.
Obst und säurehaltige Früchte können beispielsweise bereits bei Temperaturen um 80 °C sicher konserviert werden. Hülsenfrüchte und säurearmes Gemüse müssen dagegen deutlich stärker erhitzt werden, um gesundheitsschädliche oder tödliche Bakterien wie Clostridium botulinum zuverlässig abzutöten.
Der ernährungsphysiologische Wert von Hülsenfrüchten beruht vor allem auf ihrem hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalt. Beide bleiben durch das Einkochen nahezu vollständig erhalten. Auch Mineralstoffe und Spurenelemente sind weitgehend hitzestabil. Ein Teil kann jedoch in die Einmach- oder Kochflüssigkeit übergehen.
Abgesehen vom Verlust der hitzeempfindlichen Vitalstoffe sprechen mehrere Vorteile für Konserven: Sie sind bei Raumtemperatur für längere Zeit haltbar, preisgünstig, jederzeit verfügbar und schnell zubereitet. Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe sowie das Eiweiß von Hülsenfrüchten bleiben größtenteils erhalten. Und sie lassen sich selbst herstellen.
Beim Kauf von Obst- und Gemüsekonserven sollten einige Aspekte beachtet werden: Obstkonserven enthalten oft zugesetzten Zucker. Um diesen zu reduzieren, ist es besser, Produkte zu wählen, die im eigenen Saft und ohne Zuckerzusatz eingemacht sind. Gemüsekonserven weisen häufig einen hohen Salzgehalt auf. Auch hier ist es besser, zu Produkten ohne Salzzusatz zu greifen. Durch das Abspülen des Gemüses vor dem Essen kann der Salzgehalt ebenfalls reduziert werden.

Getrocknetes Obst- und Gemüse

Beim Trocknen geht ein Großteil des sauerstoffempfindlichen Vitamin C verloren, ebenso ein Teil der B-Vitamine und Folat sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Mineralien und Spurenelemente sowie Ballaststoffe bleiben hingegen erhalten.
Durch den Wasserentzug sind getrocknete Lebensmittel zwar sehr lange haltbar, allerdings konzentriert sich dadurch auch der Zucker- und Kaloriengehalt. Daher sollten Trockenfrüchte nur in kleinen Portionen genossen werden.
Getrocknete Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sind getrocknet ebenso sehr lange haltbar und im Vergleich zu Konserven sehr preisgünstig. Beachtet werden sollte jedoch ihre längere Einweich- und Zubereitungszeit.

Die richtige Mischung

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass nicht nur frisch geerntetes und saisonales Obst und Gemüse den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Auch Tiefkühl-, Dosen- und Trockenprodukte sowie gelagerte Lebensmittel enthalten zahlreiche Vitalstoffe, die die Gesundheit fördern.
Denn während hitze-, licht- und sauerstoffempfindliche Vitamine wie Vitamin C, Folat und einige B-Vitamine sowie ein Teil der sekundären Pflanzenstoffe zwar je nach Verarbeitung teilweise verloren gehen, bleiben Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß weitgehend erhalten. Auch fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, Vitamin E und Vitamin K sowie Beta-Carotin sind vergleichsweise stabil.
Entscheidend ist vor allem, täglich eine bunte Vielfalt an Obst und Gemüse in die Ernährung zu integrieren – sowohl frisch als Rohkost als auch in schmackhaften Gerichten, die mit frischen, tiefgekühlten, konservierten oder getrockneten Zutaten zubereitet werden können.
Welche Lebensmittel sind für welche Lagerung oder Verarbeitung am besten geeignet? Die nachfolgende Aufstellung gibt einen Überblick:
Am besten frisch verzehren, nur kurz lagern:

Gurken, Blattsalate, Zucchini, Melonen

Gut geeignet für eine längere Lagerung als Frischware (Kühlschrank oder kühler Keller):

Karotten, Rote Bete, Knollensellerie, Pastinaken, Kürbis, Rotkohl, Weißkohl, Äpfel, Birnen, Kohlrabi, aber auch Zitronen und Orangen

Besser tiefgefroren als längere Zeit frisch gelagert:

Spinat, Mangold, Brokkoli, Blumenkohl, Erbsen, Grüne Bohnen, Paprika, Beeren, Kirschen, Aprikosen, Pflaumen, exotische Früchte wie Ananas, Maracuja, Papaya, Mango

Geeignet zum Einkochen, Fermentieren:

Hülsenfrüchte, Tomaten (die Verfügbarkeit von Lycopin erhöht sich dabei), Quitte, Beeren, Aprikosen, Pflaumen, Weißkohl (Sauerkraut)

Ideal zum Trocknen:

Hülsenfrüchte, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Feigen, Datteln, Weintrauben (Rosinen)

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Die Sorge vor Borreliose nach dem Zeckenstich – und eine Methode die dagegen hilft

Als die 36-jährige Büroangestellte Julia R. am Morgen nach einem Zeckenstich meine Praxis aufsuchte, war sie sichtlich verunsichert. Sie wirkte angespannt, sprach schneller als gewöhnlich und
beschrieb eine innere Unruhe, die sie seit der vergangenen Nacht nicht mehr losgelassen hatte. An Schlafen war nicht zu denken: Beim Duschen hatte sie eine festgesaugte Zecke entdeckt, sie sachgemäß entfernt und zunächst versucht, den Vorfall zu vergessen.
Doch später, beim Recherchieren im Internet, wuchs die Sorge, dass sich eine Infektion entwickelt haben könnte. Ihre 42-jährige Freundin berichtete ihr vor einigen Wochen von einer Borrelioseinfektion, die bei dieser schleichend begann. Sie war plötzlich erschöpft, klagte über wandernde Gelenkschmerzen, einen drückenden Kopf, Konzentrationsstörungen und eine innere Unruhe, die sie ernst nicht einordnen konnte.
Ihr Arzt bestätigte zunächst, dass immer öfter Patienten mit solchen allgemeinen Symptomen kommen, deren Ursache aber oft nicht nachhaltig genug nachgegangen wird. Erst auf intensives
Nachfragen hätte sich Ihre Freundin dann erinnert, sechs Wochen zuvor eine kleine Zecke an ihrem Oberschenkel entdeckt zu haben, sie entfernt und – wie so viele – entsorgt zu haben.
Zunächst hatte sie keine Symptome beobachtet, auch kein typisches Exanthem (Wanderröte). Erst später stellten sich Gelenkschmerzen, Kopfdruck und eine lähmende Müdigkeit ein.
Aufgrund der Erfahrung ihrer Freundin, hatte Julia R. nun umso größere Angst, dass es ihr genauso ergehen würde. Nicht, weil bereits  Symptome spürbar oder eine Infektion nachweisbar gewesen wäre, sondern weil die Unsicherheit nach einem Zeckenstich für viele Betroffene zur größten Belastung wird.

Zecken in Deutschland

Dass sich die Risikogebiete in Deutschland ausbreiten, wie Epoch Times berichtete, und Zecken ein Infektionsrisiko darstellen, ist wissenschaftlich gut belegt.
Zecken sind bekannt dafür, Überträger von zwei Krankheiten zu sein: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), ausgelöst durch Viren, und Borreliose, die durch Bakterien – sogenannte Borrelien – verursacht wird.
Während laut einer Studie in Deutschland im Durchschnitt weniger als 1 Prozent der Zecken positiv auf das FSME-Virus getestet wurden, sind Borrelien wesentlich häufiger.
Eine Untersuchung der Universität Hohenheim aus dem Jahr 2022  analysierte über 2.000 Zecken und zeigte, dass je nach Region zwischen 10 und 35 Prozent mit Borrelien infiziert waren, in manchen städtischen Parks sogar über 30 Prozent.
Diese Zahlen sind nicht nur statistische Werte, sondern ein Hinweis darauf, dass jeder Zeckenstich ernst genommen werden sollte. Denn Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die chronisch verlaufen kann, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Allerdings ist eine frühzeitige Diagnose oftmals mit einigen Herausforderungen verbunden.

Labordiagnostik hilft in den ersten Wochen meist nicht

Die schulmedizinische Diagnostik ist in der Frühphase einer möglichen Borreliose oft unzuverlässig. Eine Studie an dem das Charité Berlin beteiligt war zeigt, dass bis zu 50 Prozent der Bluttests in den ersten drei Wochen falsch-negativ ausfallen. Das bedeutet: Ein Patient kann bereits infiziert sein, während die Laborwerte noch Entwarnung geben.
Genau diese Lücke zwischen klinischer Realität und diagnostischer Messbarkeit ist es, die Beachtung finden sollte. Müdigkeit, diffuse Schmerzen, Schlafstörungen oder Konzentrationsprobleme gelten hier nicht als „unspezifisch“, sondern als Ausdruck einer Infektion, die sich bereits im Körper ausbreitet.

Nicht jede Borreliose zeigt auch eine Wanderröte

Auch das klassische Symptom der Wanderröte ist weit weniger zuverlässig, als viele glauben. Eine Untersuchung der Universität Ljubljana aus dem Jahr 2018  zeigt, dass nur etwa 67 Prozent der Patienten die für Borreliose typische Wanderröte entwickeln. Ein Drittel zeigt lediglich allgemeine Beschwerden, die leicht übersehen oder fehlinterpretiert werden können. Viele Patienten fühlen sich zunächst „irgendwie krank“, ohne dass ein einzelnes Symptom dominiert.
Eine weitere wichtige Frage ist, wie zuverlässig Antibiotika im Falle einer Infektion wirken. Eine Metaanalyse der Johns Hopkins University aus dem Jahr 2021 zeigt, dass 10 bis 20 Prozent der Patienten trotz einer Behandlung über Monate oder Jahre weiterhin unter Symptomen leiden.
Diese Zahlen sind nicht nur für die Ganzheitsmedizin relevant, sondern auch für die Schulmedizin – denn sie belegen, dass Borreliose trotz Antibiotikatherapie persistieren kann. Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte beispielsweise , dass bei einem Teil der Patienten  Borrelien-DNA weiterhin nachweisbar war, obwohl die klassische Antibiotikatherapie abgeschlossen war. Die Autoren betonen, dass der Nachweis von DNA zwar nicht zwingend bedeutet, dass die Bakterien lebendig sind – aber er ist ein Hinweis darauf, dass Erregerreste im Körper verbleiben, die das Immunsystem weiter stimulieren könnten.
Weitere Forschungen stützen diese Beobachtung. Wissenschaftler zeigten, dass Borrelien in der Lage sind, Biofilme zu bilden und sich damit in einen Zustand umzuwandeln, der gegenüber Antibiotika weniger empfindlich ist. Und eine weitere vielzitierte Studie ergab in einem Primatenmodell, dass Borrelien selbst nach intensiver Antibiotikatherapie in Geweben nachweisbar bleiben können. Was diese Ergebnisse für infizierte Menschen bedeuten, ist bisher in Fachkreisen umstritten, aber die Studienergebnisse spiegeln eine klinische Realität wider: Antibiotika helfen – aber eben nicht immer.

Der entscheidende Hinweis, den viele erst zu spät erfahren

Erst am Ende der diagnostischen Überlegungen kommt ein Aspekt ins Spiel, der eigentlich am Anfang stehen sollte und in der ganzheitsmedizinischen Praxis auch gerade bei Angstpatienten wichtig ist – und der im Fall von Julia R. entscheidend war: die Untersuchung auf Borrelien der Zecke selbst. Denn wo keine Borrelien sind, können auch keine übertragen werden. Vorausgesetzt für die Entwarnung bei einem negativen Ergebnis, ist natürlich dass der Test von einem Speziallabor korrekt durchgeführt und ausgewertet wurde und beim Patienten beispielsweise kein zweiter umbemerkter Zeckenstich vorliegt.
Laut Universität Zürich sind ungefähr 70 Prozent der von ihnen untersuchten Zecken negativ auf Borrelien getestet worden. Im Falle eines positiven Nachweises auf Borrelien in der Zecke bedeutet es jedoch auch nicht automatisch, dass sich der Betroffene durch den Stich immer ansteckt. Jedoch gibt es den Patienten Klarheit darüber, dass das Risiko einer Infektion gegeben ist und sie umso genauer auf entsprechende Symptome achten sollen.
Meine eigenen Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass bei meinen Patienten in Niedersachsen in den letzten fünf Jahren bisher ungefähr 20 Prozent der Zecken Überträger von Borrelien waren. Eine frühzeitige Entwarnung für die Patienten ist also in vielen Fällen möglich. Der Zeckentest, dessen Kosten von den Krankenversicherungen nicht übernommen werden, schafft Orientierung, nimmt Druck aus der Situation und ermöglicht es, individuell und differenziert zu handeln. Für Julia R. bedeutete die Untersuchung der Zecke, früh zu wissen, wie groß das Risiko für Borreliose in ihrem Fall war. Der Test war negativ und schon nach zwei Tagen war die Angst, die ihr schlaflose Nächte bescherte, deutlich gemindert.

Fazit

Insgesamt ist es wichtig, einen Zeckenstich nicht zu bagatellisieren, sondern ihn als möglichen Auslöser einer Infektion zu betrachten, die – wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird – chronisch verlaufen kann. Die Forschung belegt, dass Zecken Borrelien übertragen, frühe Bluttests unzuverlässig sind, die Wanderröte nicht immer auftritt, Antibiotika nicht immer ausreichen und Spätfolgen real sind. Diese Erkenntnisse sollten ergänzt werden um eine entscheidende Perspektive: Manchmal beginnt der Weg zu Klarheit und Heilung mit einer winzigen Zecke, die man nicht wegwirft, sondern aufbewahrt und untersucht.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Stickstoffmonoxid: Warum Bluthochdruck auch im Mund beginnt


In Kürze:

  • Stickstoffmonoxid spielt im Körper eine größere Rolle, als viele annehmen: Es hilft Blutgefäßen, sich zu entspannen und zu weiten.
  • Die Mundflora arbeitet in diesem Zusammenhang offenbar an einem System mit, das Blutdruck und Durchblutung beeinflusst.
  • Unser Gesundheitssystem ist in einzelne Bereiche unterteilt, doch unser Organismus arbeitet als großes Ganzes.
  • 7 Tipps – von Ernährung über Zahnpasta bis Schnarchen – helfen den Gefäßen.

 
Nach fast 30 Jahren in der Naturheilkunde passiert mir das immer noch: Ich stoße auf einen Zusammenhang und denke erst einmal, das könne doch nicht ernsthaft so einfach sein? Beim Thema Stickstoffmonoxid (abgekürzt NO), passierte mir aber genau das.
Bevor Sie jetzt denken: „Stickstoffmonoxid? Brauche ich nicht …“, halten Sie kurz inne. Es geht nämlich um Blutdruck, Durchblutung, Gefäßelastizität und die Sauerstoffversorgung von Herz, Gehirn und Muskulatur. Also um Themen, die spätestens ab der Lebensmitte nicht mehr ganz nebensächlich sind.
Einige Kraftsportler, Ausdauerathleten und Trainer kennen NO bereits seit Jahren. Es geht bei diesem Thema um bessere Durchblutung, mehr Sauerstoff in der Muskulatur und bessere Leistungsfähigkeit. Arginin, Citrullin und Rote-Bete-Konzentrate werden in diesem Bereich schon lange verwendet. Rote Bete färbt bei manchen Menschen sogar den Urin rötlich, weshalb im Sport allerlei Anekdoten kursieren.
Die 10 gesunden Vorteile von Rote Bete

Rote Bete wird von Profisportlern für die Förderung der Durchblutung geschätzt.

Foto: dianazh/iStock

Ob bei großen Wettkämpfen wie den Olympischen Spielen tatsächlich reihenweise rot-violette Urinproben auftauchten, sei dahingestellt. Dass Rote Bete im Leistungssport wegen der Nitrate aber genutzt wird, ist jedoch kein Geheimnis.
Der Punkt ist aber folgender: Was im Sportbereich zur Leistungssteigerung verwendet wird, spielt für die allgemeine Gesundheit sehr wahrscheinlich eine viel größere Rolle, als bisher gedacht.

Wenn die Gefäße enger werden

Stickstoffmonoxid ist ein kleines, kurzlebiges Molekül mit großer Wirkung. Es hilft Blutgefäßen, sich zu entspannen und zu weiten. Verbessert die Mikrozirkulation und damit die Durchblutung der kleinen Gefäße. Und beeinflusst auch den Blutdruck, Sauerstoffversorgung, Mitochondrien und sogar immunologische Prozesse.
Wenn die NO-Bildung nachlässt, wird der Körper im übertragenen Sinn enger: Die Gefäße verlieren an Elastizität, die Durchblutung wird schlechter, der Blutdruck steigt leichter. Letzteres ist Physik. Damit  eine bestimmte Menge Flüssigkeit durch einen kleineren Querschnitt fließen kann, muss die Fließgeschwindigkeit steigen, dafür ist höherer Druck nötig.

Der Unterschied zwischen gesunden und ungesunden Blutdruck schematisch dargestellt.

Foto: blueringmedia/iStock

Lange dachte man bei NO vor allem an die Aminosäure Arginin. Aus ihr kann der Körper über bestimmte Enzyme Stickstoffmonoxid bilden. Deshalb steckt Arginin in vielen Sportpräparaten.
Später kam Citrullin hinzu, weil es im Körper zu Arginin umgebaut wird und etwas zuverlässiger wirkt. Das ist alles schon ziemlich interessant, aber noch nicht der spannendste Teil. Denn es gibt einen zweiten Weg: den Nitrat-Nitrit-NO Weg – und dieser beginnt im Mund.

Die Mundflora als Gefäßhelfer

Nitrat aus der Nahrung, vor allem aus Gemüse, wird im Speichel konzentriert. Bestimmte Bakterien im Mundraum, besonders auf der Zunge, wandeln dieses Nitrat in Nitrit um. Aus Nitrit kann der Körper wiederum Stickstoffmonoxid bilden. Anders gesagt: Die Mundflora ist an der Gefäßregulation beteiligt.
Die Bakterien im Mund sind nicht nur „Keime“, die man möglichst entschlossen beseitigt, damit der Atem nach Minze riecht. Ein Teil dieser Bakterien arbeitet offenbar an einem System mit, das Blutdruck, Gefäßweite und Durchblutung beeinflusst.
Die Bedeutung der Darmflora hat sich inzwischen herumgesprochen. Was wir Naturheilkundler in den 1990er-Jahren noch erklären mussten, ist heute fast Allgemeinwissen. Bei der Mundflora stehen wir an einem ähnlichen Punkt. Nur, dass es dieses Mal nicht um Verdauung geht, sondern um die Gefäße.
Besonders nitratreiche Lebensmittel sind Rucola, Rote Bete, Spinat, Mangold, Feldsalat, Radieschen, Staudensellerie, Kohlrabi, Petersilie und grüne Blattgemüse. In Kurzform sieht der Zusammenhang wie folgt aus: Nitrat aus Gemüse, Mundflora, Nitrit, Stickstoffmonoxid, Gefäßerweiterung, bessere Durchblutung. So einfach kann Biochemie manchmal sein. Und so schnell kann man sie stören.

Nitratreiche Lebensmittel wie Rucola, Spinat, Mangold, Petersilie und grünes Blattgemüse helfen den Blutgefäßen.

Foto: Svetl/iStock

Mundspülung: Hygiene oder Dauerangriff?

Wenn bestimmte Mundbakterien für diesen Weg wichtig sind, stellt sich sofort die Frage, was mit Menschen passiert, die ihre Mundflora täglich mit aggressiven Mundspülungen bearbeiten? Viele Mundspülungen werden als moderne Hygiene verkauft: frischer Atem, weniger Keime. Das klingt logisch und überzeugend. Aber was geschieht, wenn dabei genau jene Bakterien reduziert werden, die Nitrat in Nitrit umwandeln?
Vor allem stark antiseptische Mundspülungen mit Chlorhexidin können die Mundflora massiv verändern. Nach bestimmten zahnärztlichen Eingriffen kann dies zeitlich begrenzt sinnvoll sein. Als tägliche Dauerlösung halte ich es für extrem fragwürdig. Wer seine Mundflora „chemisch niedermäht“, greift möglicherweise auch in seine körpereigene NO-Regulation ein.
Und es lohnt sich auch ein Blick auf die Zahnpasta. Viele Produkte sind geradezu kleine Chemiebaukästen: Schaumbildner, aggressive Tenside, künstliche Aromen, Süßstoffe, Titandioxid, Mikroplastik, Fluoride und weitere Zusätze.
Nicht jede Zahnpasta ist ein Problem, aber die Vorstellung, man könne zweimal täglich einen industriellen Cocktail in den Mundraum bringen und das habe mit dem restlichen Körper nichts zu tun, halte ich für ziemlich naiv.

Die falsche Mundspülung oder Zahnpasta kann die guten Bakterien im Mund töten und könnte Bluthochdruck begünstigen.

Foto: Inna Dodor/iStock

Die Sache mit den Zahnherden

Noch wichtiger wird der Mundraum beim Thema Parodontitis, Zahnherde, wurzelbehandelte Zähne und chronische Entzündungen. Aus naturheilkundlicher Sicht können solche Herde systemisch wirken. Nicht bei jedem und nicht immer. Ich weiß auch, dass viele Zahnärzte dieses Thema sehr kontrovers betrachten.
Klar ist jedoch, dass chronische Entzündungen oxidativen Stress fördern. Oxidativer Stress kann Stickstoffmonoxid abfangen und dessen Bioverfügbarkeit verschlechtern. Wer Blutdruck, Mikrozirkulation und Mitochondrien verbessern möchte, sollte deshalb auch den Mundraum beachten.
Damit wären wir beim hohen Blutdruck. Meist wird in diesem Zusammen über Salz, Stress, Cholesterin, Übergewicht oder Medikamente gesprochen. Das ist nicht falsch, aber unvollständig.
Wenn Gefäße sich nicht mehr ausreichend entspannen, steigt der Druck leichter. Wenn die Gefäßinnenwand (das Endothel), schlechter arbeitet, wird die Regulation träger. Kommen Bewegungsmangel, Insulinresistenz, schlechter Schlaf, Entzündungen und oxidativer Stress hinzu, wird aus einem Messwert schließlich ein Regulationsproblem.

Schnarchen ist kein Eheproblem

Ein weiterer, oft übersehener Punkt ist die Nasenatmung. Auch in den Nasennebenhöhlen wird anscheinend Stickstoffmonoxid gebildet. Dauerhafte Mundatmung ist deshalb ungünstig. Wer ständig durch den Mund atmet, chronisch verstopfte Nasenwege hat oder nachts schnarcht, sollte aufhorchen.
Schnarchen gilt vielen als akustisches Eheproblem. Der eine sägt, der andere zieht genervt ins Gästezimmer. Leider kann dahinter zusätzlich eine Schlafapnoe stecken, also nächtliche Atemaussetzer.
Dabei fällt der Sauerstoff ab, der Körper schlägt Alarm, Stresshormone steigen, Herz und Gefäße geraten unter Druck. Schlafapnoe wird mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Insulinresistenz, Diabetes Typ 2, Fettleber, Tagesmüdigkeit und erhöhtem Unfallrisiko in Verbindung gebracht.
Schnarchen raubt nicht nur den Schlaf – sondern auch die Gesundheit

Schätzungen zufolge schnarchen mehr als 60 Prozent der über 50-jährigen Männer.

Foto: monkeybusinessimages/iStock

Was Sie tun können

Was folgt daraus praktisch?
  1. Essen Sie regelmäßig nitratreiches Gemüse wie Rucola, Rote Bete, Spinat, Mangold, Feldsalat, Staudensellerie, Radieschen, Petersilie.
  2. Seien Sie zurückhaltend mit antiseptischen Mundspülungen.
  3. Prüfen Sie Ihre Zahnpasta. Nicht alles, was schäumt und nach Minze riecht, dient automatisch dem Milieu im Mund.
  4. Denken Sie bei Bluthochdruck auch an den Mundraum: Zahnfleisch, Zahnherde, wurzelbehandelte Zähne, Kieferentzündungen.
  5. Nehmen Sie Nasenatmung und Schnarchen ernst. Wer nachts schlecht atmet, stresst Herz, Gehirn, Gefäße und Stoffwechsel.
  6. Bewegen Sie sich. Bewegung erzeugt Scherkräfte an der Gefäßwand. Diese Reize fördern die NO Bildung im Endothel. Dreimal täglich zehn Minuten Gehen wären für viele bereits ein guter Anfang.
  7. Senken Sie oxidativen Stress und verbessern Sie Ihren Blutzucker. Polyphenole aus Beeren, Granatapfel, grünem Tee, Kräutern, Olivenöl und Gemüse können helfen, NO indirekt zu schützen. Insulinresistenz und chronisch erhöhte Blutzuckerwerte dagegen schädigen das Endothel.

Lebensmittel, die oxidativen Stress senken können, sind Beeren, Granatapfel, grüner Tee, Kräuter, Olivenöl und Gemüse.

Foto: YelenaYemchuk/iStock

Der Körper denkt nicht in Fachabteilungen

Für mich zeigt dieses Thema wieder einmal, warum der Körper nicht in Fachabteilungen denkt. Zahnmedizin hier, Kardiologie dort, Schlafmedizin in der nächsten Tür – so organisieren wir das Gesundheitssystem. Der Organismus arbeitet aber anders. Er verbindet Mundflora, Nasennebenhöhlen, Gefäße, Bakterien, Sauerstoff, Entzündung, Bewegung und Stoffwechsel zu einem großen Ganzen.
Stickstoffmonoxid ist dabei nicht der einzige Schlüssel, aber ein bemerkenswerter. Gute Durchblutung beginnt nicht erst beim Medikament und auch nicht im Supplementregal. Sie beginnt im Mund, auf dem Teller, in der Nase, in der Bewegung und in der Frage, ob wir den Körper noch als zusammenhängendes System begreifen. Genau dort beginnt aus meiner Sicht wirkliche Naturheilkunde.
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Wie die Natur unser Gehirn neu vernetzt – auf eine messbare Weise


In Kürze:

  • Umfassende neurologische Studien zeigen, dass die Natur das Gehirn ruhiger und ausgeglichener macht.
  • Die Wirkung beginnt über die Augen und weitet sich über das Nervensystem auf den ganzen Körper aus.
  • Selbst Zimmerpflanzen, Pflanzenwände, natürliches Licht oder Bilder mit Naturmotiven haben eine positive Wirkung auf das Gehirn.
  • Es könnte der Gehirngesundheit der Bevölkerung zugute kommen, wenn Städteplaner die Natur in den städtischen Alltag integrieren.

 
Dass die Natur eine beruhigende Wirkung hat, merkt jeder, der ein bisschen Zeit in ihr verbringt. Doch erst jetzt beginnen Wissenschaftler, genau zu erfassen – bis ins neurologische Detail –, was während einer solchen Auszeit im Grünen im Gehirn vor sich geht.
Eine Metaanalyse von 108 begutachteten Studien zur Gehirnbildgebung, veröffentlicht in „Neuroscience & Biobehavioral Reviews“, liefert eines der bislang umfassendsten neurologischen Bilder darüber, wie die Natur das menschliche Gehirn beeinflusst.

Eine schrittweise Abfolge hin zur Ruhe

Dafür stützt sich die Übersichtsarbeit auf Studien, die von realen Aufenthalten im Freien über Laborfotos und -videos bis hin zu immersiver virtueller Realität und Grünpflanzen in Innenräumen reichten. Sie ergab ein einheitliches Muster über alle Methoden und bildgebenden Verfahren hinweg: Natürliche Umgebungen versetzen das Gehirn in einen ruhigeren, ausgeglicheneren Zustand.
Ihre Auswirkungen auf das Gehirn würden sich in einer Kaskade über mehrere miteinander verbundene Ebenen hinweg entfalten. Das erklärte Constanza Baquedano, korrespondierende Autorin der Studie und Assistenzprofessorin für Psychologie an der Universidad Adolfo Ibáñez in Chile.
„Diese Ebenen interagieren dynamisch miteinander: Sensorische Merkmale der Natur lösen die Kaskade aus, die sich dann über Stressregulation, Aufmerksamkeit und letztendlich darüber, wie wir uns selbst erleben, ausbreitet“, sagte sie gegenüber Epoch Times.
Allerdings betrachtet Baquedano dies eher als Arbeitsmodell denn als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis.

Erste Ebene: Was unsere Augen tun

Die erste Stufe der Kaskade beginnt damit, wie das Gehirn das Gesehene verarbeitet. Natürliche Umgebungen enthalten Muster wie Fraktale – selbstähnliche Strukturen, die in Blättern, Ästen und Küstenlinien zu finden sind –, die das Gehirn effizient verarbeiten kann. 
Da diese Strukturen mit der Art und Weise übereinstimmen, wie das visuelle System Informationen organisiert, muss das Gehirn weniger arbeiten, um sie zu interpretieren. „Dies verringert die Wahrnehmungslast in frühen sensorischen Bereichen wie dem visuellen Kortex“, so Baquedano.
Darüber hinaus ruft der Aufenthalt in der Natur Gehirnaktivitätsmuster hervor, die denen bei der Meditation ähneln. Das war immer wieder das Ergebnis von Studien in der Übersichtsarbeit, die mithilfe der Elektroenzephalografie die elektrische Aktivität des Gehirns aufzeichneten.
Dabei nehmen frontale Alpha-Wellen zu, die mit ruhigem Wachsein und nach innen gerichteter Aufmerksamkeit verbunden sind. Auch gibt es eine verstärkte Theta-Wellen-Aktivität, die mit tiefer Entspannung und anhaltender Konzentration einhergeht. Zudem zeigte sich eine verminderte Aktivität in stressbezogenen Schaltkreisen.
Einigen Studien zufolge, die in der Übersichtsarbeit berücksichtigt wurden, können diese Effekte nach etwa 30 bis 90 Minuten in ruhigen Naturumgebungen wie Wäldern oder Parks auftreten. Andere Untersuchungen sprachen von messbaren Veränderungen bereits innerhalb von drei bis zehn Minuten in der Natur.

Zweite Stufe: Was unsere Stressreaktion tut

Da das Gehirn natürliche Szenen mit weniger Aufwand verarbeitet, lässt die Aktivität in den Stress- und Bedrohungserkennungssystemen allmählich nach.
Gehirnscan-Studien zeigten durchweg, dass die Aktivität in limbischen Regionen abnahm. Diese sind an der Stress- und Bedrohungserkennung beteiligt. Auch waren Teile des präfrontalen Kortex weniger aktiv, die mit Grübeln und kognitiver Belastung in Verbindung stehen.
Diese Veränderungen im Gehirn spiegeln sich im Körper wider. Laut Studien steigt die parasympathische Aktivität – das „Ruhe- und Verdauungssystem“ des Körpers. Dies gleicht die „Kampf-oder-Flucht“-Stressreaktion aus.
Dies deutet darauf hin, dass natürliche Umgebungen die Stresskreisläufe des Gehirns beruhigen und den Körper gleichzeitig in Richtung physiologischer Erholung lenken.

Dritte Ebene: Was unsere Aufmerksamkeit und innere Stimme tun

Anhaltende geistige Anforderungen über den Tag hinweg ermüden die Systeme der gerichteten Aufmerksamkeit des Gehirns. Zu den geistigen Anforderungen gehören unter anderem
  • lang andauernde Konzentration, 
  • das Lösen von Problemen,
  • das Fällen von Entscheidungen,
  • das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit.
Die Natur hilft dabei, diese wieder aufzuladen.
Wie oben erwähnt, zeigten die EEG-Messungen, dass die Alpha-Theta-Aktivität zunahm. Das sind Muster, die mit entspannter, nach innen gerichteter Aufmerksamkeit und einer verringerten kognitiven Belastung in Verbindung stehen.
„Die Natur neigt dazu, das auszulösen, was Psychologen als ‚sanfte Faszination‘ bezeichnen – eine sanfte, unbewusste Form der Aufmerksamkeit. Diese ermöglicht es den Systemen für gezielte Aufmerksamkeit im präfrontalen Kortex, sich zu erholen“, sagte Baquedano.
Diese Art der mentalen Erholung trägt dazu bei, das sogenannte Ruhezustandsnetzwerk (Default Mode Network) des Gehirns zu regulieren. Ist dieses Netzwerk überaktiv, führt es oft zu negativen Gedankenspiralen und Grübeln.

Echte Natur schlägt virtuelle Realität

Selbst simulierte oder in Innenräumen geschaffene Formen der Natur können messbare kognitive und emotionale Vorteile bewirken. Im Vergleich zu herkömmlichen gebauten Umgebungen senkten Pflanzenwände, natürliches Licht oder Bilder mit Naturmotiven Stress. Diese Erkenntnisse könnten hilfreich für die Gestaltung von Büros, Krankenhäusern und Schulen sein.
Die Forscher führen dies auf den multisensorischen Reichtum realer Umgebungen zurück. Dabei wirken taktile Empfindungen, natürliche Düfte, dynamische visuelle Muster und Umgebungsgeräusche auf eine Weise zusammen, die sich in Innenräumen oder durch digitale Simulationen noch nicht vollständig nachbilden lässt.

Natur: Mehr als nur ein Wellness-Trend

Eine authentische Naturumgebung wirkt sich also auf das Gehirn aus. Dies unterstreiche die Notwendigkeit, den Zugang zur Natur als grundlegenden Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur zu betrachten, so Baquedano.
Ihr zufolge seien natürliche Umgebungen, aus neurowissenschaftlicher Sicht, nicht bloß ästhetische Annehmlichkeiten. „Sie sind Kontexte, die dazu beitragen, Stress zu regulieren, die Aufmerksamkeit wiederherzustellen und das psychische Wohlbefinden auf Bevölkerungsebene zu fördern.“
Das bedeutet, den Kontakt mit der Natur in den städtischen Alltag zu integrieren. Baquedano macht einige Vorschläge, unter anderem: 
  • von Bäumen gesäumte Straßen, 
  • grüne Korridore, 
  • Stadtparks,
  • natürliche Elemente, die in die Wege eingebunden sind, die Menschen auf dem Weg von zu Hause zur Arbeit, zur Schule oder zu anderen täglichen Aktivitäten zurücklegen. 
Dadurch würden die regenerativen Wirkungen der Natur nicht nur denjenigen vorbehalten bleiben, die über die Zeit und die Mittel verfügen, sie aufzusuchen, sondern jedem täglich als Selbstverständlichkeit zur Verfügung stehen, fügte die Assistenzprofessorin für Psychologie hinzu.
In städtische Natur zu investieren, sei auch eine Investition in die kollektive Gesundheit des Gehirns, merkte sie an.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How Nature Rewires Your Brain–in Measurable Ways“. (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Migränemedikamente senken möglicherweise das Glaukomrisiko

In Kürze:

  • Moderne CGRP-Migränemittel könnten nicht nur Migräneanfälle reduzieren, sondern auch das Risiko für Glaukom senken – eine der häufigsten Ursachen für Erblindung.
  • Eine große Studie mit über 36.800 Personen ergab ein 25 Prozent geringeres Glaukomrisiko bei Patienten unter CGRP-Hemmern im Vergleich zur klassischen Therapie.
  • Der Effekt ist biologisch plausibel, muss aber durch weitere Studien bestätigt werden – eine vorbeugende Verschreibung gegen Glaukom ist derzeit nicht empfohlen.

Forscher sagen, dass moderne Migränemedikamente aus der CGRP-Gruppe nicht nur Anfälle verhindern, sondern möglicherweise auch das Risiko für Glaukom senken könnten. Für Deutschland ist dieser Befund besonders relevant, weil das Glaukom zu den wichtigsten Ursachen irreversibler Sehschäden zählt.
Eine groß angelegte Studie, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Patienten, die Calcitonin-Gen-Related-Peptid (CGRP)-Hemmer zur Migräneprophylaxe einnahmen, ein um 25 Prozent geringeres Risiko für ein Glaukom hatten als Patienten, die mit klassischer Migräneprophylaxe therapiert wurden.
Das Glaukom ist eine der Hauptursachen für Erblindung. Die beiden Erkrankungen Migräne und Glaukom haben gewisse Gemeinsamkeiten in ihrer Entstehung.
„Es gibt Hinweise darauf, dass Migräne mit einem erhöhten Glaukomrisiko verbunden ist, da beide Erkrankungen die Fähigkeit der Blutgefäße im Gehirn, den Blutfluss als Reaktion auf Reize anzupassen, beeinträchtigen“, sagt der Studienautor Dr. Chien-Hsiang Weng von der Brown University in einer Erklärung.
Die Forscher analysierten Daten von mehr als 36.800 Personen aus den Jahren 2018 bis 2024. Dabei verglichen sie Patienten, die CGRP-Hemmer einnahmen (Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab), mit Patienten, die andere Medikamente zur Migränevorbeugung erhielten.
Ergebnis: 0,42 Prozent der Personen unter CGRP-Hemmern entwickelten ein Glaukom – im Vergleich zu 0,61 Prozent in der anderen Gruppe. Das entspricht einem um 25 Prozent verringerten Risiko.
Dieser positive Effekt zeigte sich besonders deutlich bei den monoklonalen Antikörperformulierungen der Wirkstoffe.

Was sind CGRP-Hemmer?

CGRP ist ein Protein, das an der Regulierung des Blutdrucks, der Gewebereparatur, der Wundheilung und von Entzündungen beteiligt ist.
Während einer Migräne wird CGRP im Gehirn freigesetzt und wirkt auf den Trigeminusnerv, der Schmerzsignale überträgt. Erhöhte CGRP-Spiegel können Entzündungen verursachen und die Kopfschmerzen verschlimmern, wodurch Migräneanfälle verlängert werden.
CGRP-Hemmer sind Medikamente, die verhindern, dass das Protein an seine Rezeptoren bindet, und so diese Effekte abschwächen.
CGRP-Hemmer werden als Erstlinientherapie zur Vorbeugung von episodischer Migräne (bis zu 14 Kopfschmerztage pro Monat) und chronischer Migräne (15 oder mehr Kopfschmerztage pro Monat) empfohlen.
Die CGRP-Hemmer wurden 2018 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. In der Europäischen Union – und damit auch in Deutschland – sind sie ebenfalls seit 2018 verfügbar.

Präventive Maßnahmen gegen Glaukom sollten vor allem systemische Gesundheitsprobleme behandeln, unnötige Kortisonanwendungen vermeiden und vaskuläre Risikofaktoren wie nächtliche Hypotonie (niedriger Blutdruck) oder unbehandelte Schlafapnoe berücksichtigen, betont Dr. Karen Allison.

Foto: Panuwat Dangsungnoen/iStock

Die Medikamente werden monatlich oder vierteljährlich verabreicht, im Falle der monoklonalen Antikörperformulierungen entweder als Selbstinjektion oder als Infusion, während andere CGRP-Hemmer auch in Tablettenform verfügbar sind. Sie kommen nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Akutbehandlung von Migräneanfällen zum Einsatz.

Warum es wirken könnte

Unabhängige Experten halten den Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen für biologisch plausibel. Sowohl bei Migräne als auch beim Glaukom treten Probleme mit den Blutgefäßen auf, die die Durchblutung des Gehirns und des Sehnervs beeinträchtigen.
„Beim Glaukom kann eine chronische Entzündung zur Degeneration der Ganglienzellen der Netzhaut führen“, sagte Dr. Andrew Lee, Professor für Augenheilkunde, Neurologie und Neurochirurgie am Houston Methodist Research Institute, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Forscher gehen davon aus, dass CGRP-Hemmer dazu beitragen könnten, den Gefäßtonus zu stabilisieren, wodurch eine gleichmäßige Blutversorgung des Sehnervs gewährleistet und ein ‚Aushungern‘ der Netzhautzellen verhindert wird.“
Tierversuche hätten gezeigt, dass erhöhte CGRP-Spiegel den Augeninnendruck steigern können, was darauf hindeutet, dass CGRP-Hemmer dazu beitragen könnten, die Entstehung eines Glaukoms zu verhindern, fügte er hinzu.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, könne sie nicht beweisen, dass CGRP-Hemmer direkt für das verringerte Glaukomrisiko verantwortlich sind, sagte Weng gegenüber der englischsprachigen Epoch Times. Sie zeige lediglich einen Zusammenhang auf.
Wie alle Beobachtungsstudien, die auf großen Gesundheitsdatenbanken basieren, weist auch diese Studie einige Einschränkungen auf.
Die Forscher stützten sich auf Diagnosecodes aus Krankenakten und nicht auf direkte klinische Untersuchungen wie die Messung des Augendrucks oder bildgebende Verfahren des Sehnervs.
Zudem konnten sie nicht alle möglichen Einflussfaktoren vollständig ausschließen, wie etwa den Schweregrad der Migräne oder eine familiäre Vorbelastung für Glaukom.
„Diese offenen Fragen verdeutlichen, warum prospektive und detailliertere klinische Studien erforderlich sind“, sagte er.
Experten betonen, dass weitere Studien erforderlich sind, um die potenzielle schützende Wirkung von CGRP-Hemmern gegen das Glaukom zu bestätigen. Weng fügte zudem hinzu, dass die Ergebnisse nicht bedeuten, dass diese Medikamente zur Vorbeugung eines Glaukoms verschrieben werden sollten.

Vorbeugung des Glaukoms

Unbehandelt kann ein Glaukom das Sehvermögen irreversibel schädigen.
Präventive Maßnahmen sollten sich auf die Behandlung systemischer Gesundheitsprobleme, die Vermeidung unnötiger Kortikosteroidanwendungen und die Berücksichtigung vaskulärer Faktoren „wie nächtliche Hypotonie [niedriger Blutdruck] oder unbehandelte Schlafapnoe“ konzentrieren, so die Einschätzung von Dr. Karen Allison, außerordentliche Professorin für klinische Augenheilkunde an der University of Rochester Medicine, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
Die Früherkennung durch proaktive Vorsorgeuntersuchungen sei das wirksamste Mittel, um das Sehvermögen zu erhalten, bevor Symptome auftreten, sagte sie.
Zu den Personen mit erhöhtem Glaukomrisiko zählen vor allem:
  • Menschen mit Glaukom in der Familie,
  • Personen afrikanischer oder hispanischer Abstammung,
  • Menschen mit dünner Hornhaut,
  • Personen mit erhöhtem Augeninnendruck,
  • Patienten mit bestimmten Gefäßerkrankungen wie Migräne, Raynaud-Syndrom (einer Verengung der Blutgefäße in den Extremitäten) oder Schlafapnoe.
„Auch das Alter ist ein entscheidender Faktor, wobei die Inzidenz ab dem 60. Lebensjahr deutlich ansteigt“, fügte sie hinzu.
Derzeit gibt es keine Heilung für das Glaukom, und seine Ursache ist noch nicht vollständig geklärt.
Was CGRP-Hemmer als Mittel zur Vorbeugung des Glaukoms angeht, sagte Weng, es sei noch „zu früh“, um eine Aussage zu treffen. Sollten künftige Forschungsergebnisse die Erkenntnisse der Studie jedoch bestätigen, hält er es für möglich, dass diese Wirkstoffklasse zu neuen Präventionsstrategien führen wird.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Migraine Drugs May Cut Glaucoma Risk, New Study Finds“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Blasenkrebs wird oft spät erkannt – diese Warnzeichen können früh auftreten

Blasenkrebs zählt in Deutschland zu den relevanten Krebserkrankungen des Harnsystems. Besonders bedeutsam ist, dass die Heilungschancen stark davon abhängen, wie früh der Tumor erkannt wird.
Viele Menschen nehmen an, Blasenkrebs beginne ohne erkennbare Zeichen. Tatsächlich kündigt er sich häufig durch unspezifische Beschwerden an, vor allem durch Blut im Urin, häufigen Harndrang oder Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen.

Was sind die Symptome und Frühzeichen von Blasenkrebs?

Das häufigste – und oft erste – Symptom von Blasenkrebs ist Blut im Urin (Hämaturie). Die Farbe des Urins kann von blassrosa bis rauchig, rostfarben, leuchtend rot oder dunkelrot reichen.
Blut kann nur ein- oder zweimal auftreten, sodass es leicht übersehen oder auf andere häufige Erkrankungen zurückgeführt wird, wie beispielsweise eine Harnwegsinfektion oder postmenopausale Blutungen bei Frauen.
Diese Verwechslung verzögert oft die Diagnose, wodurch der Krebs in ein Stadium fortschreiten kann, in dem er schwieriger zu behandeln ist.
Weitere häufige Symptome sind unter anderem:
  • Schmerzen, Brennen oder Reizungen beim Wasserlassen
  • Plötzlicher Harndrang, auch wenn die Blase nicht voll ist
  • Häufigeres Wasserlassen als gewöhnlich
  • Nächtliches Aufwachen mit starkem Harndrang

Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung

Wenn der Blasenkrebs an Größe zunimmt oder sich über die Blase hinaus ausbreitet, kann er weitreichendere Symptome verursachen, darunter die folgenden:
  • Flankenschmerzen (Schmerzen an der Seite des Rückens, unterhalb der Rippen und oberhalb der Taille)
  • Bauchschmerzen
  • Knochenschmerzen oder Druckempfindlichkeit
  • Appetitlosigkeit oder unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Schwellungen in den Füßen
  • Anhaltende Müdigkeit
  • Unfähigkeit, Wasser zu lassen

Was verursacht Blasenkrebs?

Die Blase ist ein ballonförmiges Organ im Unterbauch, das Urin speichert, bis er ausgeschieden wird. Sie gehört zum Harnsystem, das außerdem die Nieren, die Harnleiter und die Harnröhre umfasst.
Blasenkrebs entsteht, wenn Zellen in der Blase unkontrolliert zu wachsen beginnen. Rund 90 Prozent der Fälle sind laut Untersuchungen sogenannte Urothelkarzinome, die aus den Zellen der Blasenschleimhaut hervorgehen. Da diese Zellen auch das Nierenbecken, die Harnleiter und die Harnröhre auskleiden, können Tumore auch in anderen Bereichen der Harnwege auftreten.
Seltener sind andere Formen wie das Plattenepithelkarzinom oder das Adenokarzinom.
Die genauen Ursachen von Blasenkrebs sind noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass bestimmte genetische Veränderungen das Risiko erhöhen können. Meist entstehen diese Mutationen (FGFR3, PIK3CA, KDM6A und TP53) im Laufe des Lebens und werden nicht vererbt. Auch Umweltfaktoren und krebserregende Stoffe können dazu beitragen.
Darüber hinaus können laut Studien einige vererbte Genvarianten (GSTM1, NAT2) sowie erbliche Erkrankungen wie das Lynch-Syndrom oder das Cowden-Syndrom das Risiko erhöhen.
Neben genetischen Faktoren spielen laut Untersuchungen auch Umwelt-, Gesundheits- und Lebensstilfaktoren eine Rolle, da sie die Blasenschleimhaut langfristig schädigen oder reizen können.

Diese Faktoren erhöhen das Blasenkrebsrisiko

Rauchen: Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für Blasenkrebs. Es erhöht das Erkrankungsrisiko um mindestens das Dreifache und ist möglicherweise für etwa die Hälfte aller Fälle verantwortlich. Die im Tabak enthaltenen Schadstoffe gelangen über das Blut in die Nieren, werden mit dem Urin ausgeschieden und kommen dabei direkt mit der Blasenschleimhaut in Kontakt. Nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko allmählich.
Chemische Belastung: Bestimmte Industriechemikalien können das Risiko für Blasenkrebs erhöhen. Betroffen sind vor allem Menschen, die beruflich über viele Jahre mit chemischen Farbstoffen, Dämpfen oder Dieselabgasen in Kontakt kommen, etwa Maler, Drucker, Friseure, Feuerwehrleute oder Lkw-Fahrer. Da sich Blasenkrebs oft langsam entwickelt, können die Folgen einer solchen Belastung erst nach 30 bis 40 Jahren auftreten.
Arsenbelastung: Die Exposition gegenüber Arsen – aus natürlichen Quellen oder durch industrielle Kontamination – kann das Risiko für Blasenkrebs erhöhen. Arsen ist ein bekanntes Karzinogen, das die DNA schädigen, zelluläre Reparaturmechanismen beeinträchtigen und die Genexpression verändern kann.
Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel: Das Diabetesmedikament Pioglitazon wurde mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht, insbesondere bei höheren Dosierungen. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Aristolochiasäure, die in einigen traditionellen Heilpflanzen vorkommt, können das Risiko für Urothelkarzinome erhöhen, da sie DNA-Schäden in den Zellen verursachen können.
Chronische Blasenreizung und Infektionen: Lang anhaltende Harnwegsinfektionen, Nieren- oder Blasensteine, ein längerer Kathetergebrauch sowie parasitäre Infektionen wie Bilharziose wurden mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht, insbesondere mit Plattenepithelkarzinomen. Es wird angenommen, dass chronische Reizungen und Entzündungen der Blasenschleimhaut – sei es durch Infektionen, Steine oder Verletzungen – dazu beitragen.
Strahlenexposition: Die Exposition gegenüber Strahlung – einschließlich Strahlentherapie im Bauch- oder Beckenbereich, berufsbedingter Strahlenexposition oder Exposition durch nukleare Unfälle – erhöht das Risiko für Blasenkrebs.
Hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch: Ein hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch wird mit einem um etwa 20 Prozent erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Unverarbeitetes rotes Fleisch kann in Maßen jedoch wertvolle Nährstoffe wie Eiweiß, Eisen und Vitamin B12 liefern.
Geringe Wasseraufnahme: Eine zu geringe Wasseraufnahme kann das Risiko erhöhen, da regelmäßige Flüssigkeitszufuhr dazu beiträgt, die Blase zu spülen, und die Zeit verkürzt, in der schädliche Chemikalien mit der Blasenschleimhaut in Kontakt bleiben.
Entkoffeinierter Kaffee: Eine Studie aus dem Jahr 2025 mit mehr als 120.000 Teilnehmern ergab, dass Männer, die entkoffeinierten Kaffee tranken, ein signifikant höheres Risiko für Blasenkrebs hatten als diejenigen, die keinen tranken.
Opiumkonsum: Opium findet zwar medizinische Anwendungen zur Schmerzlinderung, wird aber auch illegal konsumiert und steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken.
Frühere Krebserkrankungen: Wer bereits an einem Urothelkarzinom, etwa Blasenkrebs, erkrankt war, hat ein erhöhtes Risiko für weitere Tumoren im Harntrakt. Zudem tritt Blasenkrebs laut Studien nach der Behandlung häufig erneut auf. Das Rückfallrisiko liegt bei 50 bis 80 Prozent.
Vorherige Chemotherapie: Bestimmte Chemotherapeutika, darunter Cyclophosphamid oder Ifosfamid, können die Blase reizen und das Blasenkrebsrisiko erhöhen.
Bestimmte angeborene Fehlbildungen: Seltene angeborene Fehlbildungen wie Urachusdefekte oder eine Blasenekstrophie können das Risiko für Blasenkrebs im späteren Leben erhöhen. Bei Urachusdefekten bleibt eine Verbindung zwischen Blase und Nabel bestehen, in der sich Zysten bilden oder bösartige Veränderungen entwickeln können. Bei einer Blasenekstrophie schließt sich die Blase während der Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig. Dadurch liegt sie teilweise frei, was chronische Infektionen und langfristig auch das Krebsrisiko begünstigen kann.
Organtransplantation: Empfänger von Organtransplantaten benötigen immunsuppressive Medikamente, was zu häufigeren Blasenentzündungen führen kann, die mit einem höheren Risiko für Blasenkrebs verbunden sind.
Bestimmte demografische und nicht veränderbare Faktoren können das Blasenkrebsrisiko ebenfalls beeinflussen:
Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, wobei die meisten Fälle bei Menschen über 55 Jahren auftreten.
Geschlecht: Männer erkranken etwa dreimal häufiger an Blasenkrebs als Frauen.

Wie wird Blasenkrebs diagnostiziert?

Die Sterblichkeit durch Blasenkrebs sinkt seit Jahren. Experten führen dies vor allem auf eine frühere Erkennung und bessere Behandlungsmöglichkeiten zurück.
Vorsorge nur bei erhöhtem Risiko
Für Menschen mit durchschnittlichem Risiko werden routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen ohne Symptome in der Regel nicht empfohlen. Bei Personen mit erhöhtem Risiko können dagegen Urinuntersuchungen, Urinzytologie oder in Einzelfällen eine Zystoskopie sinnvoll sein.
Wie die Diagnose gestellt wird
Am Anfang stehen meist die Beschwerden des Patienten, eine körperliche Untersuchung sowie weitere gezielte Tests. Anschließend kommen je nach Verdacht bildgebende Verfahren und Gewebeuntersuchungen zum Einsatz.
Wichtige Untersuchungen
  • Zystoskopie: Untersuchung von Blase und Harnröhre mit einem dünnen, beleuchteten Schlauch; dabei können auch Gewebeproben entnommen werden.
  • Biopsie/TURBT: Entnahme und Analyse von Tumorgewebe, oft gleichzeitig erste Behandlung bei frühen Tumoren.
  • CT, MRT und Ultraschall: Dienen dazu, Tumore sichtbar zu machen und eine mögliche Ausbreitung des Krebses zu beurteilen.
  • Ureteroskopie: Untersuchung der oberen Harnwege, einschließlich Harnleiter und Nierenbecken.
Blut- und Urintests
Blutuntersuchungen liefern Hinweise auf die Funktion von Nieren und Leber. Urintests können Blut, Entzündungen, Krebszellen oder bestimmte Tumormarker nachweisen und helfen, andere Ursachen wie Harnwegsinfektionen auszuschließen.
Genetische Untersuchungen
Genetische Tests werden nur in ausgewählten Fällen empfohlen, etwa bei jüngeren Patienten oder wenn in der Familie gehäuft Blasen-, Darm- oder andere verwandte Krebsarten auftreten. Sie können vererbte Veränderungen aufdecken, die das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Was bedeuten Grad und Stadium?

Nach der Diagnose wird Blasenkrebs nach Grad und Stadium eingeteilt. Diese Einteilung hilft Ärzten, die passende Behandlung zu wählen und die Prognose abzuschätzen.
Der Grad beschreibt, wie stark sich die Krebszellen von gesunden Zellen unterscheiden. Niedriggradige Tumoren wachsen meist langsamer und breiten sich seltener aus.
Hochgradige Tumoren sind aggressiver, wachsen schneller und neigen eher zu Rückfällen oder Metastasen. Die meisten invasiven Blasentumoren sind bereits bei der Diagnose hochgradig.
Das Stadium zeigt, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. In Stadium 0 ist er auf die Blasenschleimhaut beschränkt, in Stadium 1 wächst er in das darunterliegende Gewebe ein.
Stadium 2 bedeutet, dass die Blasenmuskulatur betroffen ist, Stadium 3 eine Ausbreitung in umliegendes Fettgewebe oder benachbarte Organe. In Stadium 4 hat der Krebs entfernte Organe wie Lunge, Leber oder Knochen erreicht.
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verschlechtert sich die Prognose deutlich: Die 5-Jahres-Überlebensrate sinkt von ungefähr 73 Prozent in Stadium 2 auf 9 Prozent in Stadium 4.

Was sind die möglichen Komplikationen bei Blasenkrebs?

Komplikationen bei Blasenkrebs können durch das Tumorwachstum selbst oder als Folge der Behandlung entstehen. Dazu gehören ein blockierter Harnabfluss, Blutungen, die Ausbreitung des Krebses auf andere Organe, wiederkehrende Infektionen sowie Nebenwirkungen von Operationen, Chemotherapie oder Bestrahlung. Zu den möglichen Komplikationen gehören:
  • Anämie
  • Schwellung der Harnleiter aufgrund von Harnstau
  • Verengung der Harnröhre
  • Verlust der Blasenkontrolle
  • Erektionsstörungen bei Männern
  • Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen

Natürliche Maßnahmen und Lebensstil bei Blasenkrebs

Lebensstilentscheidungen können die allgemeine Gesundheit fördern, Behandlungsnebenwirkungen lindern und das Risiko eines Rückfalls verringern.

1. Ernährung

Eine spezielle Diät gegen Blasenkrebs gibt es nicht. Eine ausgewogene Ernährung kann den Körper jedoch während der Behandlung und der Genesung unterstützen.
Eine Studie zeigte zudem, dass Menschen, die häufiger rohen Brokkoli verzehrten, seltener an Blasenkrebs oder anderen Ursachen starben. Für andere Obst- und Gemüsesorten wurde ein vergleichbarer Zusammenhang nicht beobachtet.
Bei Beschwerden während der Behandlung können folgende Maßnahmen helfen:
  • Verstopfung: Magnesiumoxid, magnesiumreiches Mineralwasser oder Flohsamen.
  • Muskelabbau (z. B. während einer Chemotherapie): ausreichend mageres Eiweiß.
  • Ausreichend trinken: Wasser und Kräutertees; die empfohlene Trinkmenge sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
  • Übelkeit und Durchfall: mehrere kleine Mahlzeiten, leicht verdauliche und ballaststoffarme Lebensmittel sowie vorübergehend der Verzicht auf Milchprodukte, fettreiche und scharf gewürzte Speisen, Zucker, Koffein und Alkohol. Bananen, Brühe und Nüsse helfen, den Elektrolythaushalt zu unterstützen.
  • Ein metallischer Geschmack im Mund lässt sich oft durch Zitronen- oder Limettensaft beim Würzen der Speisen lindern.
Zur Vorbeugung von Blasenkrebs wird empfohlen:
  • viel Gemüse, insbesondere Blattgemüse, Brokkoli und Paprika
  • Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Lebensmittel
  • Fisch und Kreuzblütler
  • Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an den Vitaminen E, C und D
  • ausreichend trinken
Verarbeitete Fleischprodukte sollten möglichst gemieden und rotes Fleisch nur in Maßen verzehrt werden.

Lebensstil und Umwelt

Weitere Maßnahmen, die das Blasenkrebsrisiko verringern können:
  • mit dem Rauchen aufhören
  • ein gesundes Körpergewicht halten
  • beim Umgang mit schädlichen Chemikalien Schutzkleidung und Atemschutz tragen
  • Arzneimittel und pflanzliche Präparate mit Aristolochiasäure vermeiden
  • auf den Konsum von Opium verzichten
  • Harnwegsinfektionen frühzeitig behandeln und bei Nieren- oder Blasensteinen
  • ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
  • unnötige Strahlenbelastungen möglichst vermeiden

Verringerung des Rezidivrisikos

Einige Hinweise deuten darauf hin, dass die Einnahme hoher Dosen bestimmter Vitamine und Mineralstoffe – darunter die Vitamine A, B6, C und E sowie Selen und Zink – dazu beitragen kann, das Rezidivrisiko zu senken.
Gleichzeitig kann eine hohe Zufuhr von synthetischer Folsäure das Rezidivrisiko bei nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs erhöhen, was darauf hindeutet, dass Patienten vorsichtig sein und sich bezüglich der Folsäurezufuhr von ihrem Arzt beraten lassen sollten.

2. Meditation und Achtsamkeit

Eine Studie aus dem Jahr 2025 ergab, dass die Kombination einer Epirubicin-Chemotherapie mit achtsamkeitsbasierten Interventionen die Krebsversorgung verbessern kann, indem sie behandlungsbedingte Nebenwirkungen und psychische Belastungen bei Menschen mit Tumoren des Harnsystems verringert.
Meditation und Yoga können laut einer Studie die Lebensqualität von weiblichen Krebsüberlebenden verbessern, indem sie Stress abbauen und körperliche Symptome wie Müdigkeit und Schmerzen lindern.

3. Bewegung

Regelmäßige Bewegung kann die Lebensqualität von Menschen mit Blasenkrebs verbessern. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021, die 23 Studien auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität das Risiko für Blasenkrebs senken und zugleich die Überlebenschancen sowie die Lebensqualität verbessern kann.

4. Musik

Eine Studie aus dem Jahr 2024 mit 160 Männern mit Blasenkrebs, die sich einer nachsorgeflexiblen Zystoskopie unterzogen, ergab, dass Teilnehmer, die mit geräuschunterdrückenden Kopfhörern Musik hörten, nach dem Eingriff deutlich weniger Angst verspürten und zufriedener waren und eine höhere Zufriedenheit sowie Bereitschaft zur Wiederholung des Eingriffs zeigten als diejenigen, die keine Musik hörten.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Bladder Cancer: Most Common Cancer of the Urinary System–Here Are the Warning Signs“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Neue Erkenntnisse: Was bei Hämorrhoiden wirklich hilft

In Kürze:

  • Hämorrhoiden treten häufig auf, werden aber oft falsch behandelt. Viele Betroffene greifen zunächst zur Selbstbehandlung – häufig werden dabei jedoch nur die Symptome gelindert.
  • Was nachhaltig hilft: Neue Leitlinien empfehlen einfache Maßnahmen wie eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und die Vermeidung von Verstopfung.
  • Wichtig: Anhaltende Beschwerden, Blutungen oder Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden, da auch andere Ursachen möglich sind. Eine frühe Behandlung kann aufwendigere Eingriffe vermeiden.

 
Cremes können Beschwerden lindern, und Sitzbäder wirken kurzfristig beruhigend. Die eigentliche Ursache von Hämorrhoiden beseitigen sie jedoch nicht.
Hämorrhoiden gehören zu den häufigsten, aber auch am wenigsten besprochenen Erkrankungen. Mehr als die Hälfte aller Menschen über 50 sind davon betroffen.
Neue klinische Leitlinien der American Gastroenterological Association zeigen: Viele der ersten Maßnahmen, zu denen Betroffene greifen, behandeln vor allem die Symptome – nicht die Ursache.

Die Erstlinienbehandlung

Die in der Fachzeitschrift „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ veröffentlichte Expertenübersicht enthält 11 Empfehlungen zur Diagnose und Behandlung von Hämorrhoiden.
Sie basiert auf der Auswertung wissenschaftlicher Literatur und dem Konsens von Ärzten, die täglich mit der Erkrankung arbeiten. Die Empfehlungen aktualisieren die bisherigen klinischen Leitlinien der American Gastroenterological Association.
Hämorrhoiden sind vergrößerte Gefäßpolster im Analkanal, die eigentlich eine wichtige Funktion erfüllen.
Werden sie jedoch vergrößert oder verschieben sich nach unten, können Beschwerden wie Blutungen, Juckreiz, Schmerzen oder ein sogenannter Prolaps auftreten – wenn Gewebe aus dem After hervortritt. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Veränderungen auftreten.
  • Innere Hämorrhoiden im Enddarm verursachen häufig keine Schmerzen, können aber Blutungen auslösen.
  • Äußere Hämorrhoiden unter der Haut rund um den After führen dagegen eher zu Juckreiz, Reizungen oder Beschwerden.
Die aktualisierten Empfehlungen setzen zunächst auf einfache Veränderungen des Lebensstils.
Dr. Waqar Qureshi, Gastroenterologe am Baylor College of Medicine und Mitautor der Übersicht, erklärt: Eine häufige Ursache sei eine ballaststoffarme Ernährung, die Verstopfung begünstigt.
Starkes Pressen beim Stuhlgang erhöht den Druck im Analkanal und kann dadurch die Entstehung oder Verschlimmerung von Hämorrhoiden fördern.
„Grundsätzlich sollte man auch nicht länger als fünf Minuten auf der Toilette sitzen“, so Dr. Qureshi.
Langes Sitzen auf der Toilette – etwa während man presst oder am Handy scrollt – kann den Druck im Analkanal erhöhen und dadurch Hämorrhoiden begünstigen oder bestehende Beschwerden verschlimmern.
Viele Betroffene greifen zunächst zu frei verkäuflichen Salben. Diese enthalten häufig betäubende Wirkstoffe, zusammenziehende Substanzen wie Hamamelis oder gefäßverengende Mittel.
Die aktualisierten Empfehlungen weisen jedoch darauf hin, dass die wissenschaftliche Evidenz für diese Behandlungen begrenzt ist.
„Die meisten rezeptfreien Salben sorgen lediglich für eine vorübergehende Linderung der Beschwerden“, sagte Qureshi.
Die Leitlinien raten außerdem davon ab, kortisonhaltige Salben länger als zwei Wochen anzuwenden. Eine längere Nutzung kann die Haut verdünnen und sie empfindlicher machen.

Wann eine intensivere Behandlung erforderlich ist

Hämorrhoiden werden häufig mit Schmerzen beim Stuhlgang in Verbindung gebracht. Die aktualisierten Empfehlungen weisen jedoch darauf hin, dass sie normalerweise erst dann starke Schmerzen verursachen, wenn sich ein Blutgerinnsel darin bildet. Dieses kann das umliegende Gewebe dehnen und eine Entzündungsreaktion auslösen.
In solchen Fällen kann ein kleiner Eingriff mit Öffnung und Entlastung des Gerinnsels schneller Linderung bringen als eine rein abwartende Behandlung.
Starke, stechende Schmerzen beim Stuhlgang haben dagegen häufig eine andere Ursache: eine Analfissur. Dabei handelt es sich um einen kleinen Riss in der Schleimhaut des Analkanals.
Dr. Carmen Fong, Kolorektalchirurgin, medizinische Co-Direktorin der „Hemorrhoid Centers of America“ und Chief Medical Officer des Digital-Health-Unternehmens „Bummed“, weist darauf hin, dass Analfissuren häufig mit Hämorrhoiden verwechselt werden.
„Was ich häufig beobachte, nachdem ich jährlich 3.000 Patienten behandle, ist, dass Menschen eine Analfissur wie eine Hämorrhoide mit frei verkäuflichen Medikamenten behandeln – und dadurch die Beschwerden verschlimmern“, erklärte sie.
Innere Hämorrhoiden werden nach dem Ausmaß ihres Vorfalls in vier Grade eingeteilt. Die Skala reicht von Hämorrhoiden, die im Enddarm verbleiben, bis zu solchen, die dauerhaft aus dem After austreten und sich nicht mehr zurückschieben lassen.
Wenn Beschwerden anhalten, empfehlen die Leitlinien ambulante Verfahren wie die Gummibandligatur. Dabei wird die Blutversorgung der Hämorrhoide unterbrochen, sodass sie schrumpft und schließlich abfällt. Eine weitere Möglichkeit ist die Infrarotkoagulation, bei der durch Wärme ein ähnlicher Effekt erzielt wird.
Beide Verfahren gelten als sicher und wirksam, wobei die Gummibandligatur häufig länger anhaltende Ergebnisse erzielt – besonders bei Hämorrhoiden der Grade eins bis drei.
„Die meisten Hämorrhoidenerkrankungen lassen sich schnell und schmerzfrei in der Praxis behandeln, ohne dass eine Anästhesie erforderlich ist“, sagte Qureshi.
Eine Operation kommt in der Regel erst bei schwereren Fällen infrage – etwa bei Hämorrhoiden des Grades vier oder wenn andere Behandlungen keine ausreichende Wirkung zeigen.
Für bestimmte Patientengruppen gelten jedoch besondere Empfehlungen. Bei Schwangeren werden Hämorrhoiden meist zunächst konservativ behandelt, etwa mit einer ballaststoffreichen Ernährung und Maßnahmen gegen Verstopfung.
Menschen mit einer aktiven entzündlichen Darmerkrankung sollten Eingriffe möglichst verschieben, bis die Entzündung abgeklungen ist. Eine aktive Entzündung kann das Risiko für Komplikationen erhöhen und die Wundheilung nach einem Eingriff erschweren.
Obwohl Hämorrhoiden sehr häufig sind, behandeln viele Betroffene die Beschwerden selbst oder warten lange ab. Eine zu späte Behandlung kann jedoch dazu führen, dass später aufwendigere Eingriffe notwendig werden.
„Je länger Sie Ihre Hämorrhoiden-Symptome ertragen, bevor Sie einen Arzt aufsuchen, desto wahrscheinlicher wird eine Operation notwendig – statt einer vergleichsweise einfachen ambulanten Behandlung, bei der Hämorrhoiden abgebunden werden können“, sagte Qureshi.
Mediziner betonen außerdem: Blutungen aus dem Enddarm sollten grundsätzlich ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.
„Rektale Blutungen können ein Anzeichen für eine schwerwiegendere Erkrankung sein, wie zum Beispiel Darmkrebs“, fügte er hinzu.
Vor Beginn einer Behandlung ist eine gründliche ärztliche Untersuchung entscheidend. Dazu gehört häufig auch eine Anoskopie – eine einfache Untersuchung in der Praxis, bei der ein kleines, beleuchtetes Untersuchungsrohr verwendet wird, um den Analkanal zu untersuchen.
So lassen sich Hämorrhoiden sicher feststellen und andere mögliche Ursachen der Beschwerden ausschließen, erklärt Fong.

Der Schweregrad richtet sich danach, ob Hämorrhoiden im Enddarm bleiben oder nach außen treten.

Foto: Pakawadee Wongjinda / iStock

„Wer Symptome ignoriert, riskiert, dass Hämorrhoiden weiter fortschreiten und später ein größerer Eingriff notwendig wird. Noch wichtiger: Es besteht die Gefahr, ernsthafte Erkrankungen wie Analkrebs zu übersehen“, sagte sie.

So beugt man Hämorrhoiden vor

Auch wenn sich die aktualisierten Empfehlungen vor allem mit der Behandlung von Hämorrhoiden beschäftigen, betonen Experten:
Die beste Vorbeugung besteht darin, Verstopfung zu vermeiden und den Druck im Analkanal möglichst gering zu halten.
Genau diese Faktoren spielen auch bei der Entstehung und Verschlimmerung von Beschwerden eine zentrale Rolle.
„Achten Sie darauf, dass der Stuhl weich ist und sich leicht ausscheiden lässt“, empfiehlt Qureshi.
„Wenn das nicht der Fall ist, helfen zusätzliche Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit. Außerdem sollte man nicht länger als fünf Minuten auf der Toilette sitzen – und dort weder lesen noch das Smartphone benutzen.“
Auch Fong betont die Bedeutung der Vorbeugung: Entscheidend seien eine ausgewogene Ernährung mit etwa 25 bis 35 Gramm Ballaststoffen täglich, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung.
Diese Maßnahmen helfen, Verstopfung zu vermeiden und den Druck im Analkanal zu reduzieren.
Zudem sollte übermäßiges Reiben oder Reinigen vermieden werden.

Die Bedeutung von Ballaststoffen

Ballaststoffe erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Lösliche Ballaststoffe, wie sie etwa in Hafer, Bohnen und Obst vorkommen, binden Wasser und machen den Stuhl weicher.
Unlösliche Ballaststoffe aus Vollkornprodukten und Gemüse erhöhen das Stuhlvolumen und unterstützen die Darmbewegung.
Um täglich 25 bis 35 Gramm Ballaststoffe aufzunehmen, sind in der Regel mehrere Portionen ballaststoffreicher Lebensmittel über den Tag verteilt notwendig.
Auch wenn viele Hämorrhoiden-Beschwerden zunächst selbst behandelt werden können, bleibt eine richtige Diagnose entscheidend.
Am wirksamsten zur Vorbeugung und Linderung leichter Beschwerden sind jedoch einfache Alltagsgewohnheiten: ein weicher Stuhl, wenig Pressen und ein gesunder Lebensstil.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „New Review Reveals Best Practices for Hemorrhoid Treatment“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Studien zeigen: Homeoffice kann die Psyche belasten

In Kürze:

  • Homeoffice bietet Flexibilität und spart Pendelzeit, kann bei dauerhaftem Arbeiten aus der Distanz aber auch psychisch belasten.
  • Weniger soziale Kontakte und verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit können das Wohlbefinden beeinträchtigen – besonders bei Menschen mit wenig sozialer Unterstützung.
  • Klare Arbeitszeiten, Pausen, Bewegung und regelmäßiger Austausch helfen, die Vorteile des Homeoffice zu nutzen und Belastungen zu reduzieren.

 
Millionen Beschäftigte in Deutschland haben ihren Arbeitsweg gegen den Küchentisch eingetauscht. Homeoffice und mobiles Arbeiten gelten für viele als Gewinn an Flexibilität und Vereinbarkeit.
Gleichzeitig mehren sich Hinweise darauf, dass die vollständige Verlagerung der Arbeit ins eigene Zuhause langfristige Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden haben kann.
Aktuelle Studien, darunter eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Science“, zeigen: Wer dauerhaft im Homeoffice arbeitet, verbringt häufiger Zeit allein, pflegt nach Feierabend weniger soziale Kontakte und berichtet öfter von psychischen Belastungen als Beschäftigte, die regelmäßig vor Ort arbeiten.
Besonders ausgeprägt waren diese Effekte bei Personen, die allein leben. Dort nahmen sowohl psychische Belastungssymptome als auch die Nutzung psychologischer und psychiatrischer Unterstützungsangebote stärker zu.
Für die Untersuchung wurden Daten von 588.322 Beschäftigten aus fünf repräsentativen US-amerikanischen Bevölkerungsstudien ausgewertet.
Die Analyse umfasst den Zeitraum von 2011 bis 2024. Die pandemiegeprägten Jahre 2020 und 2021 wurden bewusst ausgeschlossen, um langfristige Entwicklungen unabhängig von den unmittelbaren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betrachten zu können.
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Vorteile des Homeoffice – etwa größere zeitliche Flexibilität und der Wegfall von Pendelzeiten – mit potenziellen sozialen und psychischen Kosten verbunden sein können.
Dies ist auch für Deutschland relevant: Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) weist darauf hin, dass mobiles Arbeiten gesundheitsförderlich gestaltet werden muss und soziale Einbindung, Austausch im Team sowie eine ausgewogene Arbeitsorganisation wichtige Voraussetzungen für langfristiges Wohlbefinden sind.

Isolation fordert ihren Tribut

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift „Science“ erschien, verglichen die Forscher die psychische Gesundheit von Beschäftigten in Berufen, die sich vollständig oder überwiegend aus der Ferne ausüben lassen – etwa in der Softwareentwicklung oder im Marketing –, mit der von Beschäftigten in Berufen, die eine physische Anwesenheit erfordern, beispielsweise in der Pflege oder im Maschinenbau.
Das Ergebnis: Der Anstieg psychischer Belastungen fiel bei Arbeitnehmern in den sogenannten „remotable“ Berufen etwa doppelt so hoch aus wie bei Beschäftigten in „nonremotable“ Berufen.
Seit Beginn der Pandemie verbrachten Arbeitnehmer in den „remotable“ Berufen an jedem Arbeitstag durchschnittlich etwa eine Stunde mehr allein.
Gleichzeitig pflegten sie nach Feierabend weniger soziale Kontakte und berichteten häufiger von Tagen, die sie vollständig isoliert verbrachten.
Die Wahrscheinlichkeit, einen ganzen Tag ohne persönlichen Kontakt zu verbringen, stieg in dieser Gruppe auf 83 Prozent – ein Zuwachs von sieben Prozentpunkten.
„Diese Isolation ist besonders gravierend angesichts der Erkenntnisse, dass selbst die kürzesten sozialen Interaktionen das psychische Wohlbefinden verbessern können – oft stärker, als Menschen erwarten“, schreiben die Autoren der Studie.
„Menschen, die aufgrund von Introvertiertheit, Ängsten oder ihres Persönlichkeitsstils ohnehin dazu neigen, sich zurückzuziehen, empfinden Remote-Arbeit möglicherweise als angenehm oder beruhigend“, sagte Dr. Alex Dimitriu, Facharzt für Psychiatrie und Schlafmedizin sowie Gründer von Menlo Park Psychiatry & Sleep Medicine, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Aber langfristig ist sie möglicherweise nicht die beste Lösung für sie.“
Die Beschäftigten, die ihre Berufe überwiegend von zu Hause ausüben, berichteten zudem häufiger von Gefühlen der Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Nervosität und Traurigkeit.
Gleichzeitig nahmen sie häufiger psychologische Unterstützung in Anspruch und erhielten öfter verschreibungspflichtige Medikamente gegen Angstzustände oder Depressionen.
Nach Schätzung der Forscher könnte Telearbeit rund ein Drittel des seit Beginn der Pandemie beobachteten Anstiegs psychischer Probleme erklären.

Die Arbeitnehmer, die am stärksten gefährdet sind

Sanam Hafeez, Neuropsychologin und Leiterin von „Comprehend the Mind“ in New York, identifizierte vier Gruppen, die sie als besonders gefährdet ansieht:
  • Menschen, die allein leben oder nur über begrenzte soziale Unterstützung verfügen
  • Jüngere Mitarbeiter und Berufseinsteiger, denen Mentoren und Beziehungen am Arbeitsplatz fehlen
  • Menschen mit Angstzuständen, Depressionen oder einem starken Bedürfnis nach sozialer Interaktion
  • Menschen, denen es schwerfällt, Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen
„Sie pflegen ohnehin schon kaum soziale Kontakte“, so Hafeez, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times über die vier aufgelisteten Gruppen.
„Daher könnte es hilfreich sein, dass sie physisch zur Arbeit gehen sollten. Auf diese Weise sind sie von anderen umgeben und haben die Chance, Freundschaften zu schließen.“
Neben der zunehmenden sozialen Isolation kann Homeoffice auch die Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben erschweren.
Anders als im Büro fehlen zu Hause häufig die räumlichen und visuellen Grenzen, die den Arbeitstag klar vom Feierabend trennen. Wenn der Küchentisch gleichzeitig Arbeitsplatz ist, verschwimmen die Übergänge zwischen Arbeits- und Freizeit schnell.
Diese Entgrenzung kann dazu führen, dass Beschäftigte gedanklich länger bei der Arbeit bleiben und sich nach Feierabend schwerer erholen. Das Gehirn erhält weniger Signale dafür, dass der Arbeitstag beendet ist und nun eine Phase der Erholung beginnt.
Hinzu kommt, dass die tägliche Pendelzeit als natürlicher Übergang zwischen Berufs- und Privatleben entfällt.
Der Arbeitsweg bietet vielen Menschen die Möglichkeit, gedanklich abzuschalten, Erlebnisse des Arbeitstags zu verarbeiten und sich auf die nächste Rolle im privaten Umfeld einzustellen.
Auch die dauerhafte Präsenz von Arbeitsmitteln im Wohnraum kann die mentale Distanz zur Arbeit erschweren.
Sichtbare Erinnerungen an unerledigte Aufgaben – etwa der Laptop auf dem Esstisch oder Unterlagen im Wohnzimmer – können dazu beitragen, dass Beschäftigte gedanklich im Arbeitsmodus bleiben und sich weniger gut erholen.

Praktische Schritte für Remote-Mitarbeiter

Für Menschen, die überwiegend im Homeoffice arbeiten, gibt es praktische Möglichkeiten, potenzielle Belastungen für die psychische Gesundheit zu reduzieren.
Der Psychiater und Schlafmediziner Dr. Alex Dimitriu empfiehlt, das Haus regelmäßig zu verlassen und soziale Kontakte zu pflegen – idealerweise ein- bis zweimal pro Woche. Ebenso wichtig sei es, klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu ziehen.
„Gehen Sie aus dem Haus und schaffen Sie klare Übergänge zwischen Arbeit und Erholung“, sagte Dimitriu.
Während der Pandemie, als vermehrt Menschen ihre Arbeit nach Hause verlegen mussten, habe sich gezeigt, wie leicht die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen können. Viele Menschen telefonierten während der Hausarbeit, beantworteten E-Mails nebenbei oder wechselten ständig zwischen beruflichen und privaten Aufgaben.
Dadurch seien sie oft weder bei der Arbeit noch in ihrer Freizeit vollständig präsent gewesen.
„Sie fühlen sich ständig schuldig, weil sie beides nicht gut hinbekommen haben“, so Dimitriu.
Seiner Ansicht nach liegt die Lösung darin, bewusste Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zu setzen und Eingriffe der Arbeit in die Freizeit möglichst zu begrenzen.
Dazu gehört, Ablenkungen während der Arbeitszeit zu reduzieren und zwischen Arbeitsende und Freizeit einen klaren Übergang zu schaffen – etwa durch Bewegung oder einen Spaziergang im Freien.
Klare Grenzen und regelmäßige Erholungsphasen können dazu beitragen, Stress zu reduzieren, einem Burnout vorzubeugen und die nötige Energie für soziale Kontakte und andere Aktivitäten bereitzustellen.
„Grenzen und ein gewisses Maß an Disziplin können das Arbeiten von zu Hause aus gut bewältigbar machen“, so Dimitrius’ Einschätzung.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Your Mental Health May Be Paying the Price of Working From Home“. (deutsche Bearbeitung: vm)  
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Sommerhit: Maiskolben aus der Heißluftfritteuse – lecker, schnell und einfach zubereitet!

Und um es kurz zu machen: Maiskolben aus der Heißluftfritteuse haben mich absolut begeistert. Diese Zubereitungsmethode ist sehr zeitsparend und das Ergebnis ist überraschend gut. Man muss nicht warten, bis der Topf mit Wasser kocht oder der Grill vorgeheizt ist, denn das Ergebnis aus der Heißluftfritteuse – oder Airfryer – vereint das Beste aus beiden Welten: zartknusprige Körner, dazu leicht gebräunte Stellen und dezent angebrannte Ränder. Von allen Zubereitungsmethoden für Maiskolben ist die Heißluftfritteuse mein neuer Favorit.

Doch was macht sie so besonders?

Maiskolben aus der Heißluftfritteuse lassen sich kinderleicht und blitzschnell zubereiten. Da Maiskolben in der Heißluftfritteuse so schnell gar sind, empfiehlt es sich, sie als letztes Gericht Ihres Abendessens anzurichten. Ich lasse sie gern garen, während ich die restlichen Speisen auf den Tisch stelle und anrichte. So sind die Maiskolben noch dampfend heiß, wenn das Essen beginnt.
Und das Beste ist: Sie passen eigentlich zu jedem Abendessen. Ob pur serviert oder mit ausgelassener Butter und einer Prise Salz bestreut – Maiskolben sind eine klassische Sommerbeilage, die sich vielseitig kombinieren lässt. Man kann die Körner auch vom Kolben trennen und für Salate, Pasta oder andere Beilagen verwenden.

Frisch gekauft und gekonnt ausgewählt

Wenn ich Maiskolben kaufe, achte ich darauf, dass sie sich für ihre Größe schwer anfühlen. Das bedeutet in der Regel, dass die Körner saftig und frisch sind. Kolben mit blassen, trockenen oder lose daliegenden Hüllblättern sollte man meiden.
Fühlt sich die Spitze des Maiskolbens weich an oder hat er gar matschige Stellen, lasse ich ihn liegen. Ideal ist es, wenn man im Hochsommer direkt beim Bauern einkaufen kann. Frisch geernteter Mais ist deutlich süßer.
Hier ist das Rezept für vier Portionen:
Vorbereitungszeit: 5 Minuten
Garzeit: 6 bis 8 Minuten
Zutaten: 
4 Maiskolben ​
1 bis 2 Esslöffel ungesalzene Butter
1 Teelöffel Olivenöl
1 Teelöffel grobes Meersalz (oder etwas weniger Tafelsalz), plus etwas Salz zum Servieren
Butter schmilzt auf einem heißen Maiskolben dahin. Foto: phasinphoto/iStock

Nicht nur Butter schmilzt auf einem heißen Maiskolben dahin.

Foto: phasinphoto/iStock

Zubereitung:
  • Zerteilen Sie die Butter in vier gleich große Stücke und lassen Sie sie auf Zimmertemperatur abkühlen, während Sie den Mais vorbereiten.
  • Heizen Sie die Heißluftfritteuse auf 200 °C vor.
  • Halbieren Sie die Maiskolben gegebenenfalls, wenn sie nicht im Ganzen in die Fritteuse passen.
  • Reiben Sie die Maiskörner rundherum mit dem Olivenöl ein und bestreuen Sie sie mit jeweils einem Viertel des Meersalzes.
  • Legen Sie die Kolben ohne Überlappung in die Fritteuse.
  • Nach der Hälfte der Garzeit (3 bis 4 Minuten) wenden Sie die Kolben.
  • Garen Sie die Maiskolben, bis die Körner zart und die Ränder leicht gebräunt sind.
  • Anschließend herausnehmen, rundherum mit Butter einreiben und nach Belieben noch mit etwas Salz bestreuen.
Rezeptnotiz:
Die Reste können bis zu vier Tage im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden.
Und nun: Gutes Gelingen und guten Appetit!
Maiskolben in der Grill-Version. Foto: Shaiith/iStock

Maiskolben in der Grillversion.

Foto: Shaiith/iStock

Dieser Artikel erschien auf theepochtimes.com unter dem Titel „Corn on the Cob Is the Best Thing to Cook in the Air Fryer This Summer“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Spielplätze gesperrt, Parks geschlossen: Jetzt hat der Eichenprozessionsspinner Hochsaison


In Kürze:

  • Sperrungen in vielen Regionen: Wegen des Eichenprozessionsspinners werden derzeit Spielplätze, Parks und Waldwege vorübergehend gesperrt oder abgesichert.
  • Gesundheitsgefahr durch Brennhaare: Die feinen Haare der Raupen können Juckreiz, Hautausschläge, Augenreizungen und Atembeschwerden verursachen – auch ohne direkten Kontakt mit den Raupen.
  • Abstand halten: Es empfiehlt sich, Nester nicht zu berühren, Warnschilder zu beachten und bei Beschwerden nach Kontakt Haut und Kleidung gründlich zu reinigen sowie bei stärkeren Symptomen ärztliche Hilfe zu suchen.

 
Der Spielplatz ist geschlossen, der Lieblingspark nur eingeschränkt nutzbar oder der Waldweg plötzlich abgesperrt – der Grund ist derzeit in vielen Regionen Deutschlands derselbe: der Eichenprozessionsspinner.
Die unscheinbare Raupe sorgt in diesem Sommer wieder aufgrund ihrer Gefahren für Augen, Haut und Atemwege für zahlreiche Sperrungen und Bekämpfungsmaßnahmen. Der ursprünglich aus Südosteuropa kommende Falter profitiert von langen Trockenperioden und milden Frühjahren. Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist von April bis Juli unterwegs, wie es beim Umweltbundesamt heißt.
In vielen Städten und Gemeinden werden zurzeit Spielplätze, Parks, Friedhöfe, Sportanlagen oder Waldwege vorsorglich gesperrt. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurde vom Hubschrauber aus bakterienbasiertes Insektizid über viele Hundert Hektar Fläche versprüht. In anderen Regionen wurden vorbeugend gezielt Eichen, etwa in Kindergärten sowie auf Friedhöfen und an Sportplätzen, besprüht. In Leipzig kommen in diesem Jahr Fadenwürmer als Gegenmittel in Grünanlagen zum Einsatz, andernorts werden die Nester von befallenen Bäumen gesaugt.

Warum sind die Raupen so gefährlich?

Gefährlich für Mensch und Tier ist nicht der spätere Nachtfalter, sondern die Raupe. Ab dem dritten Larvenstadium entwickelt sie hunderttausende winzige Brennhaare mit Widerhaken. Diese enthalten ein Nesselgift und können durch den Wind über weite Strecken verteilt werden – selbst wenn die Raupen längst verschwunden sind.
Die Folgen bei Kontakt können erheblich sein. So können Juckreiz, Schwellungen, Brennen und Hautausschläge sowie Quaddeln entstehen. Bei Kontakt mit den Augen können Rötungen und Reizungen bis zu Bindehautentzündungen die Folge sein. Husten und Atemwegsbeschwerden bis zu Bronchitis, Asthma und Atemnot können nach Kontakt auftreten.
Besonders problematisch: Mit jedem weiteren Kontakt kann die Empfindlichkeit des Körpers zunehmen. Der Wirkstoff in den Brennhaaren bleibt zudem über Monate oder sogar Jahre in alten Nestern oder im Unterholz aktiv.

Woran erkennt man den Eichenprozessionsspinner?

Die Raupen leben fast ausschließlich auf Eichen und bewegen sich oft in großen Gruppen in langen Reihen über Stamm und Äste hintereinander – daher stammt auch ihr Name „Prozessionsspinner“.
Typische Merkmale der graubraunen Raupen ab dem dritten Stadium sind die langen, feinen Haare. Erkennbar sind sie an kompakten Gespinsten am Stamm oder in Astgabeln von Eichen.
Wer solche Nester entdeckt, sollte ausreichend Abstand halten und sie keinesfalls selbst entfernen.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen zur Verteidigung giftige Härchen (Brennhaare) ausbilden.

Foto: Ben-Schonewille/iStock

Achtung: Nicht jedes Gespinst ist gefährlich

Immer wieder werden harmlose Gespinste mit denen des Eichenprozessionsspinners verwechselt. Häufig handelt es sich aber um Gespinstmotten. Deren Raupen sind weißlich, nahezu haarlos und besitzen schwarze Punkte. Sie spinnen ganze Zweige oder Sträucher ein, stellen für Menschen aber keine Gesundheitsgefahr dar.
Der entscheidende Unterschied: Während Gespinstmotten viele Baum- und Straucharten befallen, lebt der Eichenprozessionsspinner fast ausschließlich auf Eichen. Seine Nester befinden sich meist direkt am Stamm oder in Astgabeln und wirken deutlich kompakter.

Was sollte man tun?

Wer Warnschilder oder Absperrungen sieht, sollte diese unbedingt beachten. Befallene Bereiche sollten möglichst gemieden werden. Wer dennoch mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, sollte seine Kleidung wechseln und bei 60 Grad waschen sowie gründlich duschen. Auch Autos, die in der Nähe eines befallenen Baums standen, sollten sorgfältig von innen und außen gereinigt werden,
Aponet.net empfiehlt, bei Beschwerden kühlende Umschläge zur Linderung auf die betroffene Hautstelle aufzutragen. Bei starken Hautreaktionen, Atemproblemen oder allergischen Beschwerden ist ärztliche Hilfe ratsam.
Wer wissen möchte, ob in seiner Region aktuell mit dem Eichenprozessionsspinner zu rechnen ist, kann die Prognosekarte des Deutschen Wetterdienstes nutzen. Sie zeigt den Entwicklungsstand der Raupen und das potenzielle Befallsrisiko.
Das brandenburgische Gesundheitsministerium empfiehlt, bei Entdeckung eines Befalls diesen dem zuständigen Amt oder der betroffenen Gemeinde zu melden.
(Mit Material von dpa)
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Bericht: Lufthansa erwägt Grounding von bis zu 40 Maschinen

Die Lufthansa bereitet sich wegen der sich zuspitzenden Treibstofflage offenbar auf das Grounding von bis zu 40 Flugzeugen vor. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf interne Äußerungen von Konzernchef Carsten Spohr.
Bei einer Mitarbeiterveranstaltung am Freitag sagte Spohr demnach, binnen 72 Stunden sei aus dem teuren Kerosin ein Verfügbarkeitsproblem geworden.
An immer mehr Flughäfen drohe der Treibstoff knapp zu werden. Erste Airports in Asien verweigerten bereits zusätzliche Flüge, um ihre Reserven für den laufenden Flugplan zu schonen.
Der Vorstand habe am Freitagmorgen zwei Krisenpakete in Auftrag gegeben, hieß es. Paket eins kürzt das Sitzplatzangebot um 2,5 Prozent – rund 20 Maschinen. Vorsorglich werde ein zweites Paket über fünf Prozent vorbereitet, welches etwa 40 Flugzeugen entsprechen würde.
Treffen würde es zuerst die ältesten Spritschlucker wie den Airbus A340 und die Boeing 747-400. Entschieden sei das Grounding noch nicht, hieß es. Mögliche Streichungen würden frühestens im dritten Quartal greifen, womöglich erst im Winter.
Obwohl die Fluglinie rund 80 Prozent des Treibstoffs zu Festpreisen abgesichert hat, beziffert Spohr die kriegsbedingte Mehrbelastung laut „Spiegel“ auf etwa 1,5 Milliarden Euro.
Das für dieses Jahr geplante Wachstum von vier Prozent sei wahrscheinlich nicht mehr zu halten, hieß es weiter. (dts/red)
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Warum wir wieder lernen müssen, richtig in die Sonne zu gehen


In Kürze:

  • Zwischen April und September steht die Sonne in unseren Breiten hoch genug, damit der Körper Vitamin D bilden kann.
  • Ausgiebiges Sonnenbaden und regelmäßiger Sonnenbrand erhöhen das Risiko für Hautalterung und Hautkrebs.
  • Vor allem Menschen mit sensibler Haut – Kinder und helle Hauttypen – benötigen mehr Sonnenschutz.
  • Der älteste Sonnenschutz der Welt hat den Vorteil, dass er nicht über die Haut aufgenommen wird.
  • Wer jedoch in der Sonne schnell errötet, sollte vielleicht nicht nur über Cremes nachdenken.

 
Die amerikanische Arzneibehörde FDA hat einen neuen Sonnenschutzfilter zugelassen. Bemotrizinol heißt der Stoff. Er schützt gegen UVA und UVB, gilt als fotostabil und wird in Europa und Asien schon länger verwendet. In den USA ist das tatsächlich eine kleine Sensation, weil dort seit vielen Jahren kaum neue UV-Filter für frei verkäufliche Sonnenschutzmittel dazukamen. Man kann das begrüßen. Besser ein guter Filter als ein schlechter.
Nur löst dieser Fortschritt nicht unser eigentliches Problem. Viele Menschen haben nicht zu wenig Sonnencreme, sondern zu wenig „Sonnenverstand“. Manche sagen auch: Die meisten haben in Physik einfach nicht aufgepasst.
Ich beobachte jedenfalls inzwischen Menschen, die sich bereits eincremen, bevor sie überhaupt vor die Tür gehen, gerade so, als sei die Sonne eine meldepflichtige Gefahrstoffwolke. Kinder werden mit Lichtschutzfaktor 50 behandelt, bevor die Haut einen einzigen vernünftigen Lichtreiz bekommen hat.

Viele Menschen cremen sich aus Angst vor Sonnenbrand bereits früh am Morgen ein.

Foto: Tverdohlib/iStock

Erwachsene verbringen elf Monate im Kunstlicht, sitzen vor flimmernden Bildschirmen, schlafen schlecht, haben niedrige Vitamin-D-Werte und bekommen zu alledem im Sommer plötzlich Angst vor der Sonne? Das muss man erst einmal hinbekommen.
Dabei war Sonne früher nicht der Feind. In Sanatorien wurden Patienten bewusst an Luft und Licht gebracht. Krankenhäuser hatten zum Teil Sonnendächer, „Liegehallen“ und Balkone. Man fuhr Kranke nach draußen, weil man beobachtete, dass Licht, Luft, Ruhe und Ernährung den Menschen verändern können. Die Sonne war in erster Linie ein Heilreiz.
Heute hat sich das völlig verkehrt. Heilreiz, Licht, Natur, Dosis, Anpassung – solche Begriffe passen nicht mehr gut in eine Welt, in der „Gesundheit“ über Warnhinweise und Grenzwerte verwaltet wird. Dabei ist die Sache biologisch eigentlich ziemlich einfach – und dennoch anspruchsvoll. Denn die Sonne ist weder harmlos noch böse. Sie ist einfach nur Reiz. Und jeder Reiz benötigt das richtige Maß.

Sonnenbrand ist kein Gesundheitsprogramm

Damit kein Missverständnis entsteht: Sonnenbrand ist kein „Training“ und keine Abhärtung. Wer seine Haut regelmäßig verbrennt, erhöht sein Risiko für Hautalterung und Hautkrebs. Die Haut vergisst nicht.
Besonders Kinderhaut sollte man schützen, denn schwere Sonnenbrände in jungen Jahren zählen quasi doppelt. Diese Tatsachen verkehren zahlreiche Experten derart, sodass wir heute bei vielen Menschen geradezu eine Sonnenpanik haben.
Die Sonne kann auch viel mehr als bräunen oder verbrennen. Über UVB-Strahlung bildet die Haut Vitamin D. Licht beeinflusst den Tag-Nacht-Rhythmus, die Stimmung, die Gefäßregulation und wahrscheinlich noch weitere Vorgänge, die wir längst nicht vollständig verstanden haben. Wir sind auf die Sonne und das Licht angewiesen.

Wann bildet die Haut überhaupt Vitamin D?

Beim Vitamin D zählt nicht einfach Sonne, sondern die UVB-Strahlung. Und die erreicht die Haut nur dann in ausreichender Menge, wenn die Sonne hoch genug steht. In unseren Breiten ist das grob gesagt zwischen April und September der Fall. Im Winter wird praktisch kein Vitamin D über die Haut gebildet, auch wenn der Spaziergang in der tief stehenden Sonne natürlich trotzdem wertvoll ist, und zwar für den Kopf, den Rhythmus, die Stimmung und das Nervensystem.
Eine einfache Faustregel ist der Schattentest. Ist Ihr Schatten kürzer als Sie selbst, steht die Sonne hoch genug, damit Vitamin-D-Bildung möglich wird. Wer es noch anschaulicher möchte, nimmt einen Bleistift, stellt sich senkrecht hin und sieht den Schatten an. Ist der Schatten kürzer als der Stift, passt der Sonnenstand. Ist er länger, bekommen Sie Licht, aber kaum den UVB-Anteil, den die Haut für Vitamin D benötigt.
Damit ist nicht gemeint, sich mittags braten zu lassen. Für viele hellhäutige Menschen reichen im Sommer wenige Minuten bis vielleicht 15 oder 20 Minuten auf Armen und Beinen. Dunklere Hauttypen benötigen etwas länger. Entscheidend ist, vor der Rötung aus der Sonne zu gehen.
Beim Vitamin D zählt nicht einfach „Sonne“, sondern die UVB Strahlung

In unseren Breiten können wir nur zwischen April und September Vitamin D über die Haut bilden.

Foto: anyaberkut/iStock

Kleidung schlägt Creme

Nach der kurzen Aufladung von Vitamin D geht man am besten aus der prallen Sonne. Der älteste Sonnenschutz der Welt hat dabei den kleinen Vorteil, dass er nicht über die Haut aufgenommen wird. Wer das nicht kann, zieht sich etwas an.
Ein Hemd muss nicht fotostabil sein. Ein Hut benötigt keine INCI-Liste. Schatten kommt ohne Konservierungsstoffe aus. Vielleicht ist das der Grund, warum diese Dinge in der Werbung für Sonnenschutz eher selten die Hauptrolle spielen.
Ich habe nichts gegen Sonnencreme. Bei Kindern, sehr heller Haut, am Meer, in den Bergen oder bei längeren Aufenthalten in der Sonne kann sie sinnvoll sein. Nur sollte sie nicht der erste Reflex sein. Erst kommt die Dosis, dann Kleidung und Schatten. Und wenn das nicht reicht, Creme.

Welche Sonnencreme?

Jetzt stellt sich die Frage: Welche Sonnencreme? Einige chemische UV-Filter stehen seit Jahren in der Kritik, darunter Octocrylen, Homosalat, Benzophenone 3 und Ethylhexyl Methoxycinnamate. Wer solche Stoffe meiden will, liest die INCI-Liste.
Bei ÖKO-TEST schnitten zuletzt zum Beispiel Sun D’Or Sonnenmilch LSF 50 von Edeka und Sundance Sonnenmilch LSF 50 von dm sehr gut ab. Bei Kinderprodukten wurden unter anderem Lacura Sun Kids, Lavozon Kids und Sundance Kids gut bewertet. Das gilt natürlich immer für die getestete Rezeptur. Hersteller ändern Formeln schneller, als manche Menschen ihre Meinung. Deshalb bleibt ein Blick auf den aktuellen Test sinnvoll.

Bei Kindern, sehr heller Haut, am Meer, in den Bergen oder bei längeren Aufenthalten in der Sonne kann Sonnencreme sinnvoll sein. Nur sollte sie nicht der erste Reflex sein.

Foto: O_Lypa/iStock

Mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid sind für viele eine Alternative. Sprays und Öle sehe ich deutlich kritischer. Feine Partikel (Spray) gehören nicht in die Lunge, auch wenn sie vorher in einer hübschen Verpackung waren.
Und noch etwas: Lichtschutzfaktor 50 ist kein Tagespass für die Sonne. Viele tragen zu wenig auf, cremen zu selten nach und wundern sich später über rote Schultern. Das ist so, als würde man sich den Sicherheitsgurt anlegen und anschließend mit geschlossenen Augen fahren.

Freie Radikale – wie der Bösewicht im Märchen

Der wichtigste Sonnenschutz beginnt jedoch nicht erst auf der Haut, sondern im Stoffwechsel. UV-Licht erzeugt freie Radikale. Und damit sind wir bei einem jener Begriffe, die in Gesundheitsartikeln meist auftreten wie der Bösewicht im Märchen.
Freie Radikale können zwar Schaden anrichten, gewiss, sie sind aber auch Signale, anhand derer der Körper lernt, seine Schutzsysteme hochzufahren. Der Reiz ist also nicht das Problem. Das Problem beginnt, wenn der Reiz größer ist als die Reserve. Dann wird aus einer möglichen Anpassung eine Verletzung, aus einem UV-Reiz wird Zellstress und aus Sonne wird Sonnenbrand.
Genau hier sehe ich in der Praxis viele Menschen, die auffallend schnell verbrennen. Natürlich gibt es verschiedene Hauttypen. Ein hellhäutiger Mensch mit rötlichem Haar wird nie reagieren wie jemand mit dunklerer Haut. Aber wenn jemand nach kürzester Zeit regelrecht „explodiert“, denke ich nicht nur an den Hauttyp. Ich denke vor allem an erschöpfte antioxidative Kapazitäten.

Je nach Hauttyp sind Menschen gegenüber Sonneneinstrahlung mehr oder weniger empfindlich, was natur-geografische Gründe hat.

Foto: IRYNA NASKOVA/iStock

Die Sache mit dem „inneren Lichtschutz“

Für diese Kapazitäten benötigt der Körper Eiweiß, gute Fette, Vitamin C, Zink, Selen, sekundäre Pflanzenstoffe, Carotinoide und eine Ernährung, die nicht hauptsächlich aus Weißmehl, Zucker, Sonnenblumenöl und Industrieprodukten besteht. Das ist zwar weniger aufregend als ein neuer UV-Filter, hat aber den Vorteil, dass der Körper damit arbeiten kann.
Astaxanthin ist hier aus meiner Sicht eines der interessantesten Mittel. Dieses Carotinoid stammt aus Algen und wirkt stark antioxidativ. Ich setze es gern einige Wochen vor intensiver Sonnenzeit ein, meist 4 bis 8 Milligramm täglich zu einer fetthaltigen Mahlzeit, bei sehr empfindlicher Haut eher am oberen Ende dieser Spanne. Es ist keine Sonnencreme zum Schlucken. Wer das glaubt, hat wieder nur die Tube gegen die Kapsel ausgetauscht.
Auch Selen spielt eine Rolle, weil selenabhängige Enzyme an der Kontrolle oxidativer Prozesse beteiligt sind. In der Praxis setze ich dazu Selenomethionin ein, kein Natriumselenit. Natriumselenit ist kein Bonbon. Bei falscher Anwendung kann Selen problematisch werden, und pauschale Hochdosen gehören nicht in die Selbstmedikation. Für die allgemeine Anwendung denke ich eher an moderate Dosierungen im Bereich von 50 bis 100 Mikrogramm Selen täglich, je nach Ernährung, Laborwerten und Gesamtsituation.

Fazit: Die Sonne ist kein Feind

Die Sache ist eigentlich relativ einfach. Die Sonne ist kein Feind, vor dem man sich von April bis Oktober chemisch versiegeln muss. Sie ist aber auch kein harmloses Spielzeug, bei dem man stundenlang beweisen will, wie naturverbunden man ist. Beides ist Unsinn, nur in unterschiedlicher Verpackung.
Vernünftiger Umgang mit Sonne heißt: kurz genug, um keinen Sonnenbrand zu bekommen, lang genug, um dem Körper einen echten Lichtreiz zu geben. Wenn der Schatten kürzer ist als der Körper, kann Vitamin D gebildet werden. Danach kommen Hemd, Hut und Schatten. Und wenn das nicht reicht, verwendet man eine gute Sonnencreme ohne problematische Filter und Zusätze.
Wer extrem schnell verbrennt, sollte die Sonne nicht herausfordern. Er sollte sich aber auch fragen, warum seine Haut so wenig Reserve hat. Sie ist lebendiges Gewebe, abhängig von Ernährung, Mikronährstoffen, antioxidativer Kapazität und dem Zustand des gesamten Stoffwechsels.
Wer Sonne gezielt nutzt, kann seiner Gesundheit gutes tun

Wer die Sonne gezielt nutzt, kann seiner Gesundheit Gutes tun.

Foto: David Petrus Ibars/iStock

Vielleicht wäre das die eigentliche kleine Revolution im Sonnenschutz, nämlich weniger Angst vor der Sonne, weniger blindes Vertrauen in die Tube, mehr Verständnis für Dosis, Hauttyp, Jahreszeit und vor allem für den eigenen Stoffwechsel zu haben.
Naturheilkunde kann so betrachtet wieder einmal glänzen: mit einem Blick auf den eigenen Schatten, Respekt vor der Dosis und dem alten Gedanken, dass der Körper nicht nur geschützt, sondern auch befähigt werden sollte. Die Cremehersteller und Apotheken dürfen trotzdem weiter verkaufen. Nur sollten sie in dieser Frage nicht als die alleinigen Hohepriester des Lichts gelten.
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5 Tipps für einen guten Schlaf bei heißem Wetter


In Kürze

  • Sommerliche Wärme erschwert dem Körper die natürliche Abkühlung, die er für guten Schlaf braucht.
  • Die wirksamsten Maßnahmen beginnen bereits tagsüber: Räume kühl halten, ausreichend trinken und zusätzliche Wärme vermeiden.
  • Atmungsaktive Bettwäsche und ein kühler Schlafplatz verbessern den Schlafkomfort.

 
Wenn die Temperaturen an heißen Sommertagen selbst nach Sonnenuntergang kaum sinken, kann das Schlafzimmer schnell zur Sauna werden. Viele Menschen wälzen sich dann stundenlang im Bett, schlafen unruhig oder wachen mehrfach in der Nacht auf.
Das ist kein Zufall, denn für einen gesunden Schlaf muss der Körper seine Temperatur leicht absenken. Heiße Schlafzimmer erschweren dies und führen zu einer schlechteren Schlafqualität. Am Morgen kommt dann die Quittung: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, kaum zur Ruhe gekommen zu sein.

Warum Wärme den Schlaf stört

Der Grund für Schlafprobleme bei hohen Temperaturen liegt in der Biologie des Menschen. Damit Schlaf überhaupt entstehen kann, senkt der Körper seine Temperatur leicht ab. Dieser Prozess funktioniert umso besser, je größer der Temperaturunterschied zwischen Körper und Umgebung ist. Bleibt die Luft jedoch auch nachts warm, wird die körpereigene Kühlung erschwert. Der Organismus arbeitet weiterhin gegen die Wärme an, anstatt in einen tiefen und erholsamen Schlaf zu sinken.
Kommt zusätzlich eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, kann dies die Belastung weiter verstärken. Der Körper kühlt sich durch Schwitzen ab. Verdunstet der Schweiß auf der Haut, wird Wärme abgeführt. Ist die Luft jedoch bereits feucht, verläuft die Verdunstung weniger effizient.
Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Unser Körper verfügt über verschiedene Methoden, um die Temperatur zu regulieren.

Foto: ts/Epoch Times nach ttsz/iStock

Eine Klimaanlage kann hier Abhilfe schaffen. In Deutschland sind Klimaanlagen im Vergleich zu vielen anderen Ländern jedoch selten. So verfügten im Jahr 2024 nur rund 19 Prozent der Haushalte hierzulande über eine Klimaanlage, während der Anteil in den USA bereits im Jahr 2020 bei rund 90 Prozent lag.
Der Einsatz von Ventilatoren kann ebenfalls Erleichterung verschaffen. Allerdings kühlen Ventilatoren die Luft nicht aktiv ab. Sie bewegen Luft über die Haut, fördern dadurch die Verdunstung von Schweiß und erzeugen ein subjektives Kühlempfinden.

Vorsorgen ist besser als kühlen

Wie kann man also bei heißem Wetter auch ohne Klimaanlage besser schlafen?
Beschattung und Belüftung gehören zu den wichtigsten passiven Kühlstrategien, um die Wärme in Innenräumen zu reduzieren. Bevor man die Raumluft kühlt, sollte man zunächst verhindern, dass sich die Wohnung überhaupt aufheizt. Eine Überhitzung der Räume entsteht vor allem durch Sonneneinstrahlung durch Fenster sowie durch warme Außenluft.
Wer erst am Abend versucht, ein aufgeheiztes Schlafzimmer herunterzukühlen, kommt oft zu spät. Entscheidend sind die Stunden zuvor. Fenster auf der Sonnenseite sollten tagsüber möglichst verschattet werden. Vorhänge, Rollläden oder Jalousien verhindern, dass Sonnenstrahlen die Böden, Wände und Möbel aufheizen.
Auch beim Lüften gilt eine einfache Regel: Frische Luft hilft nur dann, wenn sie tatsächlich kühler ist als die Raumluft. Deshalb sind die frühen Morgenstunden und der späte Abend meist die beste Zeit zum Lüften. Ist es draußen wärmer als drinnen, sollten die Fenster geschlossen bleiben.
Wenn über mehrere Tage hinweg hohe Temperaturen herrschen, empfiehlt es sich, die Wohnung morgens gründlich durchzulüften und anschließend Fenster sowie Sonnenschutz weitgehend geschlossen zu halten.

Auf Durchzug schalten

Nutzen Sie Querlüftung, wenn die Außenluft kühler ist. Dabei werden Fenster oder Türen auf gegenüberliegenden Seiten einer Wohnung oder eines Hauses geöffnet, sodass die Luft hindurchströmen kann. Auf diese Weise lässt sich angestaute Wärme besonders effektiv aus den Innenräumen abführen. Ein leichter Temperaturunterschied zwischen den Seiten oder leichter Wind unterstützen dies zusätzlich.
Falls Sie einen Wintergarten haben, sollten Sie diesen besonders im Blick behalten. Wintergärten können sich stark aufheizen, da Sonnenlicht durch die Glasflächen eindringt und Oberflächen im Inneren erwärmt. Tagsüber helfen eine gute Belüftung des Wintergartens sowie das Schließen der Innentüren zu anderen Räumen des Hauses. Auch bei stark besonnten Zimmern kann das Schließen der Türen verhindern, dass sich die Wärme in der gesamten Wohnung ausbreitet.
Generell können Jalousien, Rollläden, Markisen und andere Beschattungssysteme die Aufwärmung der Wohnung deutlich verringern.
Auch Dachböden und Räume im obersten Stockwerk werden im Sommer häufig besonders warm, da Dächer große Mengen Sonnenenergie aufnehmen. Langfristig können bauliche Maßnahmen wie eine bessere Dachdämmung, eine Dachbegrünung oder Solarmodule, die mit etwas Abstand zum Dach montiert sind, dazu beitragen, die Aufheizung von Gebäuden zu reduzieren.

Umziehen in kühlere Gefilde

Befindet sich das Schlafzimmer in einem oberen Stockwerk oder ist es nach Süden oder Westen ausgerichtet, gehört es oft zu den heißesten Räumen im Haus. Wärme steigt im Gebäude nach oben, während sonnenzugewandte Wände und Dächer die tagsüber gespeicherte Wärme noch lange nach Sonnenuntergang abgeben.
Warum also nicht mit dem Bettzeug umziehen und während einer Hitzewelle im Erdgeschoss oder auf der Nordseite des Hauses schlafen?

Luftfeuchtigkeit in Innenräumen reduzieren

Backöfen, Kochfelder, Wäschetrockner, Waschmaschinen und Geschirrspüler erzeugen zusätzliche Wärme und können die Temperatur in Innenräumen weiter erhöhen. An besonders heißen Tagen sollten solche Geräte möglichst früh am Morgen oder erst am Abend genutzt werden.
Kochen oder auch das Trocknen von Wäsche in Innenräumen erhöhen außerdem die Luftfeuchtigkeit. Dadurch verdunstet Schweiß schlechter und die körpereigene Kühlung wird erschwert. Hilfreich ist es, beim Kochen die Dunstabzugshaube einzuschalten, damit warme und feuchte Luft direkt nach außen abgeführt wird.
Wasser hilft beim Abkühlen und ist der Grund, warum wir schwitzen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Verdunstet Wasser, entzieht es der Umgebung Wärme und hilft so beim Abkühlen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Foto: awalby/iStock

Atmungsaktive Stoffe gegen Wärmestau

Die Wahl der richtigen Materialien kann den Schlafkomfort in warmen Nächten verbessern. Leinen, oft auch als „natürliche Klimaanlage“ bezeichnet, gilt als besonders luftdurchlässig und feuchtigkeitsregulierend. Auch andere Naturmaterialien wie Baumwolle können Feuchtigkeit aufnehmen und die Luftzirkulation unterstützen.
Das gilt sowohl für Bettwäsche als auch für Nachtkleidung. Leichte, locker sitzende Schlafbekleidung erleichtert die Wärmeabgabe des Körpers. Synthetische Stoffe  können Wärme und Feuchtigkeit hingegen stärker speichern; eng anliegend sorgen sie gar für einen „Wärmestau“.

Kühle Nächte beginnen bereits tagsüber

Auch wiederverwendbare Kühlakkus, Kühlkissen oder Gefrierblöcke können das Wohlbefinden verbessern. Wichtig ist jedoch, sie niemals direkt auf die Haut zu legen. Wickeln Sie Kühlakkus stets in ein Tuch ein, um Kältereizungen und Feuchtigkeit durch Kondenswasser zu vermeiden. Kühlende Matratzenauflagen oder Bettwäsche mit speziellen temperaturregulierenden Materialien können ebenfalls zur Linderung beitragen. Solche Produkte sollen Wärme und Feuchtigkeit besser vom Körper ableiten und können insbesondere für Menschen hilfreich sein, die nachts stark schwitzen.
Am effektivsten ist meist eine Kombination verschiedener Maßnahmen: Halten Sie tagsüber das Sonnenlicht fern, lüften Sie dann, wenn die Außenluft kühler ist, reduzieren Sie zusätzliche Wärmequellen in der Wohnung, schlafen Sie möglichst im kühlsten verfügbaren Raum und setzen Sie auf atmungsaktive Bettwäsche und Kleidung. So lassen sich auch warme Sommernächte deutlich angenehmer gestalten.
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Diese Personen kamen nach dem Tod zurück – sie alle hatten eine ähnliche Botschaft

Es passierte, als ich gerade an dem Dokumentarfilm „Final Hours“ arbeitete. Dafür interviewte ich Menschen, die aus dem klinischen Tod erwacht waren, also solche, die eine sogenannte Nahtoderfahrung (NTE) durchgemacht hatten. Beim dritten solchen Gespräch merkte ich: Sie sagen alle dasselbe.
Damit meine ich nicht die Schilderungen über das Jenseits, die sich in fast jedem Detail unterschieden. Die Gemeinsamkeiten waren vielmehr subtiler: Während sie von ihren Erlebnissen berichteten, lag eine gewisse Sanftheit in ihren Augen sowie eine gelassene Zuversicht hinsichtlich des Wesens des Todes und des Sinns des Lebens.
Sie alle trugen ein Gefühl der Sinnhaftigkeit in sich, das auch nach Jahrzehnten nicht verblasst war. Und das ist ihre Botschaft.

Der Neurochirurg, der nicht glaubte

Nahtod

Dr. Eber Alexander, ehemaliger Neurochirurg.

Foto: The Epoch Times

Dr. Eben Alexander wurde im Alter von elf Tagen zur Adoption freigegeben. Sein Adoptivvater war einer der angesehensten Neurochirurgen seiner Generation. Alexander trat in seine Fußstapfen und unterrichtete schließlich fünfzehn Jahre lang Neurochirurgie an der Harvard Medical School. Er war überzeugter Materialist. „Das Gehirn erzeugt das Bewusstsein. Punkt“, war seine Meinung.
Im November 2008 kam er jedoch mit Krampfanfällen aufgrund einer seltenen bakteriellen Meningitis, einer Infektion im Gehirn, in die Notaufnahme. 
Eine Woche später schätzten die Ärzte seine Überlebenschance auf 2 Prozent und die Chance auf eine Genesung auf 0 Prozent. Sie empfahlen seiner Familie, ihn vom Beatmungsgerät zu nehmen. Doch er erholte sich auf wundersame Weise.
An einem kühlen Februarmorgen saß ich bei ihm zu Hause in Virginia und hörte zu, wie er von diesem Erlebnis berichtete. Er ist mittlerweile in den Siebzigern und wechselt in ein und demselben Satz fließend zwischen medizinischer Neurowissenschaft und Spiritualität hin und her.
Was er von den sieben Tagen in Erinnerung hat, in denen sein Gehirn „offline“ war, bildet den roten Faden des Dokumentarfilms – ich werde das meiste davon dort belassen. Als er jedoch er aus dem Koma erwachte, hatte er eine Erinnerung, die er – als praktizierender Neurochirurg – nicht mit seinem Wissen in Einklang bringen konnte. Sein gesamter Neokortex war ausgeschaltet, sodass kein Teil seines Gehirns einen Traum hätte erzeugen können.
Nach seiner Rückkehr wurde ihm klar, dass die materialistische Weltanschauung, die er in Harvard lehrte, eine geringere Bedeutung hatte als das, worauf er zufällig gestoßen war. „Sei vorsichtig mit deinen Überzeugungen“, sagte er zu mir.
Der Neurochirurg, der früher lehrte, dass das Bewusstsein am Schädelknochen endet, lehrt nun das Gegenteil. Er vermittelt den Menschen, dass das menschliche Leben nicht rein materialistisch sei. Das Leben sei unbegrenzt, sogar nach dem Tod.

Der Teenager, der voller Reue starb

Nahtoderfahrung

Bubba Herrick, Performance Coach.

Foto: The Epoch Times

An einem schwülen Nachmittag saß ich in einer Sporthalle in Zentralflorida einem jungen Mann gegenüber, dessen Herz auf dem Operationstisch während einer eigentlich einfachen Ellenbogenoperation stehen geblieben war.
Bubba Herrick war neunzehn, der Pitcher, also Werfer in seinem Baseballteam, auf dem besten Weg in die Major League. Am Tag vor seiner Operation fragte eine Krankenschwester, ob er Allergien habe, die den Eingriff erschweren könnten. Da er noch nie unter Narkose gestanden hatte, verneinte er dies und ging mit einem unguten Gefühl im Magen, das er sich nicht erklären konnte, nach Hause.
Am nächsten Morgen reagierte er negativ auf die Narkose und starb auf dem Operationstisch.
Sein Besuch im Jenseits begann mit einem Rückblick auf jeden einzelnen Moment seines Lebens. Er sah so etwa Naheliegendes wie das erste Mal, als er einen Baseball in die Hand nahm, oder eine Eins in einem Test. 
Doch er sah auch Dinge, die er nicht erwartet hatte: Jedes Mal, als er „Ich liebe dich“ oder „Es tut mir leid“ hätte sagen können, es aber nicht tat. „Ich starb voller Reue“, erzählte er mir.
Doch auch eine Gestalt sprach ihn an. Sie sagte ihm, er könne eine zweite Chance erhalten – unter einer Bedingung. „Wenn du das nächste Mal stirbst, musst du dafür bereit sein.“
Herrick ist mittlerweile Anfang zwanzig. Er strahlt eine ruhige Sanftmut aus, die normalerweise erst mit dem Alter kommt – oder wenn man einen Blick ins Jenseits geworfen hatte. Das Erste, was er tat, sobald er das, was ihm widerfahren war, in Worte fassen konnte, war, alle seine Kontakte im Telefon anzurufen, denen er unrecht getan hatte.
„Ich stellte sicher, alle Fehler wiedergutzumachen, die ich wiedergutmachen musste“, so der junge Mann.

Eine Botschaft aus dem Licht

Nahtoderfahrung

Tricia Barker, Englischprofessorin.

Foto: The Epoch Times

Die dritte Person, die ich interviewte, war Tricia Barker aus Houston, Texas. Im Jahr 1995 studierte die damals 21-Jährige Anglistik an der University of Texas (UT) in Austin. Eines Tages rammte ein Autofahrer, der bei Gelb über die Ampel gefahren war, sie frontal.
Ihr Rücken brach an drei Stellen. In der Einverständniserklärung, die sie im Krankenhaus erhielt, war eine Sterblichkeitswahrscheinlichkeit von 17 Prozent vermerkt.
Auf dem Operationstisch zählte sie von 100 herunter und wartete darauf, dass die Narkose wirkte, als plötzlich ihr Bewusstsein den Körper verließ. Sie beobachtete die Operation von oberhalb des Tisches aus und bemerkte, dass die Chirurgen nicht allein im Raum waren. Engel wirkten um sie herum und durch sie hindurch. 
Später stieg sie höher, über das Krankenhaus hinaus, in eine Sternenlandschaft, wo sie auf das traf, was sie als göttliche Intelligenz bezeichnet. Sie hörte eine Stimme, die sie ganz klar anwies: „Du wirst zurückgehen, und du wirst unterrichten.“
Vor dem Unfall war Barker agnostisch gestimmt, kam aus einer zerrütteten Familie und hatte erst wenige Jahre davor versucht, sich das Leben zu nehmen.
Nach dem Unfall kehrte sie an die UT zurück, schloss ihr Studium ab und wurde Lehrerin. Dreißig Jahre später unterrichtet sie immer noch.
Was sie mitgebracht habe, sei eine Stellenbeschreibung, eine Mission und ein Wertesystem gewesen. „Ich war ein Produkt dieser Kultur. Ich dachte, Geld und Erfolg und ein Haus und ein Auto – all diese Dinge seien alles, was zähle. Dann habe ich gesehen, dass es wirklich darauf ankommt, wie man Menschen behandelt.“
Man könne keine Dogmen und keinen Hass ins Jenseits mitnehmen. Auch die Ansicht, im Recht zu sein, lasse sich nicht mitnehmen, sagte sie. „Das Einzige, was man mitnehmen kann – die einzige Energie, die leicht genug ist, um einen zu begleiten –, ist Liebe.“

Eine Frage, eine Antwort

Am Ende jedes Interviews schaute ich der Person gegenüber direkt in die Augen und fragte: „Hast du Angst vor dem Tod?“
Ihre Antworten kamen so schnell, dass man sie für spontane Reaktionen hätte halten können. „Absolut nicht“, sagten sie unisono.
Dass sie keine Angst verspürten, beeindruckte mich zutiefst. Ihre Gelassenheit spiegelte eine tiefere Einsicht wider: die Erkenntnis, dass der Tod keineswegs das Ende sei.
Diese drei Personen hatten ihr Leben neu ausgerichtet an etwas, das sie mitgebracht hatten. Für Alexander war es die Lehre, dass wir spirituelle Wesen in einem spirituellen Universum sind. Herrick brachte das Bestreben mit, so zu leben, dass der nächste Tod – wann immer er kommen möge – ihn vorfindet, ohne dass etwas ungesagt bleibt. Für Barker war es das Begleiten ihrer Schüler im Klassenzimmer.

Eine Botschaft für dieses Leben

Ich sprach auch mit Experten, die dieses Phänomen wissenschaftlich untersuchen.
Beispielsweise besuchte ich Dr. Jeffrey Long in seinem Haus in Kentucky. Er ist praktizierender Strahlentherapeut und Forscher und betreibt die weltweit größte öffentlich zugängliche Datenbank zu Nahtoderfahrungen. Das tut er bereits seit mehr als dreißig Jahren. Ich fragte ihn, ob das, was ich auf meinen drei Reisen beobachtet hatte, in seinen Daten vorkam.
Er antwortete darauf so, wie es ein Forscher tun würde: mit Zahlen. Im Jahr 2024 veröffentlichte er die bislang größte Studie zu den Nachwirkungen von Nahtoderfahrungen. Darin verglich er 834 Menschen, die ein Nahtoderlebnis gehabt hatten, mit einer Kontrollgruppe, in der die Teilnehmer zwar dem Tod nahegekommen waren, aber keine Nahtoderfahrung erlebt hatten. 
Die Unterschiede, so erzählte er mir, seien alles andere als subtil. Die Gruppe mit Nahtoderfahrungen berichtete überwältigend und durchweg von gesteigertem Mitgefühl, einem verstärkten Sinnempfinden und einer verminderten Angst vor dem Tod.
„Letztendlich“, sagte Long mir gegen Ende unseres Gesprächs, „ist die Botschaft, die sie immer wieder über alle Kulturen hinweg mitbringen, dieselbe. Ich würde sagen, es ist die tiefgreifendste Botschaft, die für die gesamte Menschheit überhaupt vorstellbar ist.“
Was ist diese Botschaft? Dr. Janice Holden, ehemalige Präsidentin der International Association for Near-Death Studies, sagte mir während unseres Interviews:
„Unser Leben hat einen Sinn. Wir sind dazu bestimmt, einander mit so viel Mitgefühl und Fürsorge und Großzügigkeit zu begegnen, wie wir nur können … und die Chancen, die das Leben bietet, als Gelegenheit zur spirituellen Entwicklung zu nutzen.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „I Interviewed People Who Came Back From Death. They All Had a Similar Message.“. (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Reisekrankheit: Blick auf Horizont heften und mit Musik ablenken

Viele Familie kennen es: Das Kind auf der Rückbank im Auto wird stiller und blasser und löst mit der Bemerkung „mir ist schlecht“ eine hektische Parkplatzsuche aus. Die Reisekrankheit ist gerade in der Urlaubszeit ein häufiger Begleiter. Es gibt aber Möglichkeiten, dem abzuhelfen.

Was ist die Reisekrankheit?

Typische Symptome der Reisekrankheit, auch Kinetose genannt, sind Übelkeit und Erbrechen. Vor allem bei kurvenreichen Strecken im Auto, einem unruhigen Flug oder Wellengang auf Gewässern kann das Gleichgewichtsorgan im Innenohr stark gereizt werden. Wenn die gesamte Umgebung in Bewegung ist, haben auch die Augen keinen Fixpunkt mehr.
Die Reize, die dann im Nervensystem ankommen und weitergeleitet werden, können das Brechzentrum aktivieren und Übelkeit auslösen. Vor allem Kinder ab dem zweiten Lebensjahr leiden darunter.
Typisch für Reisekrankheit ist, dass sie sich durch Erbrechen nicht bessert. Erst wenn wieder fester Boden unter den Füßen ist, legt sich die Übelkeit langsam.

Kann ein Positionswechsel Abhilfe schaffen?

Das Mitfahren auf dem Beifahrersitz im Auto kann der Übelkeit vorbeugen. Kinder sollten aus Sicherheitsgründen aber angeschnallt hinten sitzen. Unter Umständen hilft nach Angaben von Kinderärzten ein Wechsel auf den hinteren mittleren Platz.
Dort kann das Kind durch die Frontscheibe gucken, so dass die durch den Gleichgewichtssinn wahrgenommene Bewegung und die Eindrücke der Augen in Einklang kommen.
Kindern wird im Auto seltener übel, wenn sie den Horizont fixieren. Am einfachsten ist es übrigens, über Nacht zu fahren. Während des Schlafs tritt die Reisekrankheit in der Regel nicht auf.

Gibt es auch Tricks für Schiff, Bus und Flugzeug?

In der Mitte von Schiffen ist am wenigsten Bewegung. Gleiches gilt im Bus für den Bereich direkt hinter den Vorderachsen. Im Flugzeug ist ein Sitz am Fenster über den Tragflächen der beste Platz, um nicht reisekrank zu werden.

Was ist beim Essen zu beachten?

Fachleute empfehlen leichte, fettarme Speisen vor und während der Reise. Kaubewegungen scheinen die Überreaktion des Magens zu mildern. Auch pulverisierter Ingwer soll den Brechreiz reduzieren und gegen kalte Schweißausbrüche helfen.
Studien legen nahe, eine halbe Stunde vor Reiseantritt etwa ein Gramm Ingwerpulver einzunehmen. Hilfreich sind auch Hörspiele, Musikhören und regelmäßige Pausen.

Welche Medikamente gibt es?

Zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen gibt es rezeptfreie Mittel mit dem Wirkstoff Diphenhydramin aus der Gruppe der Antihistaminika. Die Arzneien sind rechtzeitig vor Reiseantritt einzunehmen. Diphenhydramin macht allerdings müde.
Der Wirkstoff Dimenhydrinat – eine Verbindung aus Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin – ist laut Stiftung Warentest nur eingeschränkt geeignet. 8-Chlortheophyllin kann demnach das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöhen.
Bei Kindern sollten die Mittel wegen möglicher Nebenwirkungen zurückhaltend und möglichst in Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden. Oft helfen auch medizinische Kaugummis.
Als Vorbeugung gegen die Reisekrankheit gibt es zudem rezeptpflichtige Mittel mit dem Wirkstoff Scopolamin. Dabei wird fünf bis sechs Stunden vor Reiseantritt ein wirkstoffhaltiges Pflaster hinter das Ohr geklebt. Die Wirkung kann bis zu drei Tage anhalten, es können aber auch Nebenwirkungen auftreten. Für Kinder und Ältere werden sie daher nicht empfohlen. (afp/red)
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Mehr Junge sterben an Rektumkrebs – Symptome werden unterschätzt

Bryce Ramsey war erst 33 Jahre alt, frischgebackene Mutter und arbeitete als Krankenschwester. Tag für Tag kümmerte sie sich aufmerksam um ihre Patienten. Bei der Arbeit konnte sie verschiedene Krankheitssymptome – auch Krebssymptome – ihrer Patienten ausgiebig studieren. Doch bei ihrem eigenen Körper achtet sie nicht darauf.
Als sie Blut im Stuhl bemerkte, schob sie es auf Hämorrhoiden. Die Erschöpfung nach der Geburt, der Schlafmangel, der Alltagsstress – für alles fand sie eine harmlose Erklärung. Bis der Tag kam, an dem die Ausreden nicht mehr ausreichten.
Bei der ersten Darmspiegelung entdeckten die Ärzte einen über 6 Zentimeter großen Polypen. Fünf Tage später stand die Diagnose fest: Darmkrebs. Zehn Tage danach lag sie bereits im OP.
„Ich habe bei anderen immer auf die Warnsignale geachtet – und meine eigenen ignoriert“, sagt Bryce heute. „Zu viele junge Menschen machen denselben Fehler. Darmkrebs ist eine stille Krankheit. Sie wartet nicht, bis man älter ist.“
Ihre Geschichte ist längst keine Ausnahme mehr. Was früher als Krankheit der Großelterngeneration galt, fordert zunehmend junge Erwachsene – und die Zahl der Betroffenen unter 45 Jahren steigt.

Besonders betroffen sind die 35- bis 44-Jährigen

In Deutschland und anderen westlichen Ländern ist ein zunehmender Trend zu beobachten: Darmkrebs tritt immer häufiger bei jungen Erwachsenen auf.
Während die Erkrankungs- und Sterberaten bei älteren Menschen aufgrund effektiver Vorsorgeprogramme sinken, steigt die Häufigkeit bei Personen unter 50 Jahren an – insbesondere bei Rektumkrebs.
In Deutschland liegt der Anteil der unter 50-Jährigen mittlerweile bei etwa 5 Prozent aller Darmkrebspatienten, mit weiter steigender Tendenz. Kliniken wie das Universitätsklinikum Leipzig melden einen deutlichen Anstieg junger Patienten in ihren Ambulanzen.
Internationale Studiendaten aus den USA (1999–2023) zeigen steigende Sterberaten bei 20- bis 44-Jährigen, mit dem stärksten Anstieg in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen. Der Anstieg bei Rektumkrebs fällt dabei besonders deutlich aus.
Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und deutscher Universitätskliniken beobachten diesen Trend seit Jahren. Als wesentliche Ursachen werden veränderte Lebensgewohnheiten genannt, darunter Übergewicht, ungünstige Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel und Umweltfaktoren.

Darmkrebsanstieg bei Generationen nach 1950

„Die Inzidenz und Sterblichkeit bei Darmkrebs steigen nicht bei jungen Menschen an sich, sondern bei den Generationen, die nach den 1950er-Jahren geboren wurden“, sagte Rebecca Siegel, Krebsepidemiologin und leitende wissenschaftliche Direktorin für Überwachungsforschung bei der American Cancer Society, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Die Zunahme früh auftretender Erkrankungen ist ein Warnsignal für die künftige Krankheitslast“, fügt sie hinzu. Das Risiko steige mit jeder nachfolgenden Generation. Dieses Muster zeigt sich auch in den Prognosen der amerikanischen Studie.
Die Forscher nutzten das maschinelle Lernmodell ARIMA, um die Entwicklung bis zum Jahr 2035 vorherzusagen. Sollten die aktuellen Trends anhalten, ist mit einem weiteren Anstieg der Todesfälle durch Dickdarm- und Enddarmkrebs zu rechnen.
Dabei wird die Zahl der Todesfälle durch Enddarmkrebs laut den Forschern voraussichtlich um etwa ein Viertel steigen, während beim Dickdarmkrebs nur ein moderater Anstieg erwartet wird.
„Enddarmkrebs wird nicht tödlicher, aber die Erkrankungshäufigkeit nimmt zu, was letztendlich zu mehr Todesfällen führt“, so Siegels Einschätzung der Studiendaten.

Warum Rektumkrebs möglicherweise schneller zunimmt

Der schnellere Anstieg bei Rektumkrebs könnte teilweise darauf zurückzuführen sein, wie leicht seine Symptome übersehen werden.
„Rektumkrebs kann besonders tückisch sein, da die Symptome oft subtil sind oder leichter abgetan werden“, erklärte Dr. Abraham El-Sedfy, Kolorektalchirurg, Vorsitzender der Abteilung für Chirurgie und Chefarzt am St. Joseph’s Health, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Blutungen aus dem Enddarm werden beispielsweise häufig auf Hämorrhoiden zurückgeführt, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen, was eine weitere Abklärung verzögern kann.“
Biologische Unterschiede zwischen dem Enddarm und dem restlichen Dickdarm könnten ebenfalls zur Erklärung des Anstiegs von Enddarmkrebs beitragen, fügte er hinzu.
Der Enddarm (Rektum) unterscheidet sich vom Dickdarm durch ein eigenes lokales Milieu. Dazu gehören Unterschiede in der Zusammensetzung des Mikrobioms sowie eine längere Exposition gegenüber Stuhl und entzündungsfördernden Stoffen. All diese Faktoren können die Entstehung von Krebs begünstigen.
Allerdings ist es schwierig, Rektumkrebs in den Sterblichkeitsstatistiken eindeutig vom Dickdarmkrebs zu trennen, wie Rebecca Siegel anmerkt.
Eine Studie mit Daten aus Kalifornien zeigte beispielsweise, dass 39 Prozent der Todesfälle durch Rektumkrebs in den Sterbeurkunden falsch erfasst wurden – meist als Dickdarmkrebs. Dadurch könnte die tatsächliche Belastung durch Rektumkrebs sogar noch höher liegen als bisher angenommen.
Die genauen Ursachen für diesen Anstieg sind noch nicht vollständig geklärt. Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken.
„Etablierte Risikofaktoren wurden vor allem anhand von Krebserkrankungen bei älteren Erwachsenen ermittelt. Diese waren jedoch anderen Einflüssen ausgesetzt als die heutigen jüngeren Generationen“, erklärt Rebecca Siegel.
Als Beispiel nennt sie das Rauchen: Insgesamt werden etwa 14 Prozent der Darmkrebsfälle darauf zurückgeführt. Bei jungen Erwachsenen, die durchschnittlich seltener rauchen, dürfte dieser Anteil jedoch niedriger liegen.
Forscher untersuchen zudem neue biologische Mechanismen, die diesen Anstieg erklären könnten.
El-Sedfy verwies dabei auf aktuelle Erkenntnisse, wonach bestimmte Stämme des Bakteriums E. coli, die DNA-schädigende Toxine produzieren, mit früh auftretendem Darmkrebs in Verbindung stehen – einer Form, die besonders häufig bei jüngeren Patienten auftritt.
„Dies lässt die Möglichkeit offen, dass Expositionen in jungen Jahren, sogar bereits in der Kindheit, eine Rolle dabei spielen könnten, die Voraussetzungen für eine Krebserkrankung Jahre später zu schaffen“, sagte er.

Frühe Symptome

Obwohl der Anstieg bedenklich ist, betonen Experten: Viele dieser Todesfälle sind vermeidbar.
Wird Darmkrebs früh erkannt, ist er in den meisten Fällen heilbar. Die Behandlungsergebnisse sind bei jüngeren und älteren Erwachsenen vergleichbar, und viele junge Patienten sprechen gut auf moderne Therapien an.
„Das größere Problem, mit dem wir konfrontiert sind, ist oft eine verzögerte Diagnose und nicht eine von Natur aus aggressivere Erkrankung“, erklärt El-Sedfy.
Tatsächlich werden drei von vier Darmkrebserkrankungen bei Menschen unter 50 Jahren erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Auch der Anstieg bei 50- bis 64-Jährigen beschränkt sich weitgehend auf späte Diagnosen.
„Junge Patienten mit rektalen Blutungen warten möglicherweise mehrere Monate, bevor sie einen Arzt aufsuchen, oft in der Überzeugung, sie seien ‚zu jung für Krebs‘“, sagt Mythili Menon Pathiyil, Assistenzärztin für Gastroenterologie und Hauptautorin der Studie.
Bryce Ramsey kennt das aus eigener Erfahrung. Als bei ihr die Diagnose gestellt wurde, war der Krebs bereits im Stadium 3. Heute ist sie krebsfrei. Rückblickend sagt sie: „Ich hatte bereits Symptome, aber wie so viele Menschen fand ich Wege, sie wegzuerklären.“
Experten und Betroffene sind sich einig: Das Stadium zum Zeitpunkt der Diagnose ist einer der wichtigsten Faktoren für die Überlebenschancen. Deshalb raten sie dringend, mögliche Warnsignale nicht zu ignorieren – auch unter 45 Jahren.
In den USA wird für Personen mit durchschnittlichem Risiko die Darmkrebsvorsorge ab 45 Jahren, in Deutschland ab 50 Jahren empfohlen. Bei Symptomen sollte jedoch unabhängig vom Alter eine Abklärung erfolgen.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „More Young Adults Are Dying From Rectal Cancer–Early Signs Often Go Unnoticed“. (deutsche Bearbeitung: vm) 
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Forscher entdecken Zusammenhang: Fehlender Blinddarm könnte Alzheimer begünstigen

Der Blinddarm wurde lange Zeit als weitgehend rudimentäres Organ abgetan, doch tatsächlich könnte er eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gehirngesundheit und beim Schutz vor kognitivem Verfall spielen.
Bei einer Analyse von Daten von fast 10.000 Personen stellten die Forscher fest, dass die Antworten auf grundlegende Gesundheitsfragebögen es ermöglichten, Menschen mit Alzheimer mit relativ hoher Genauigkeit von denen ohne Alzheimer zu unterscheiden.
Die Forscher nutzten dabei maschinelles Lernen, um 120 verschiedene Variablen zu analysieren, darunter Ernährung, Schlaf, Vitaminaufnahme, Krankengeschichte und allgemeine Lebensstilfaktoren.
Einige der stärksten Signale im Modell kamen aus unerwarteten Richtungen.
Die Blinddarmoperation stach dabei als stärkster einzelner Risikofaktor hervor – noch vor Lebensstil und Krankengeschichte.

Blinddarm – ein unterschätztes Organ?

Die Forscher vermuten, dass der Blinddarm als Reservoir für nützliche Darmbakterien dient und dem Mikrobiom hilft, sich nach Krankheiten, Infektionen oder der Einnahme von Antibiotika zu erholen.
„Wenn er entfernt wird, verliert das Mikrobiom einen wichtigen Regenerationsmechanismus, nämlich seine Fähigkeit, gesunde mikrobielle Gemeinschaften nach einer Krankheit, einer Infektion oder der Einnahme von Antibiotika wiederherzustellen“, sagte Kaveh Khalilpour, Co-Leiter der Studie und außerordentlicher Professor an der University of Technology Sydney, in einer Erklärung.

Welche Gesundheitsfaktoren noch hervorstachen

Die in der Fachzeitschrift „Alzheimer’s & Dementia: Diagnosis, Assessment & Disease Monitoring“ veröffentlichte Studie ergab, dass alltägliche Gesundheitsinformationen, insbesondere Ernährung und Krankengeschichte, dabei helfen könnten, Muster zu identifizieren, die mit dem Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen.
Abgesehen von dem überraschenden Risikofaktor Blinddarmoperation erwiesen sich die Krankengeschichte und die Ernährung als die stärksten Risikoprädiktoren. Häufige chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Depressionen gehörten zu den stärksten Indikatoren.
Beim Faktor Ernährung zeigte sich: Es war nicht ein einzelnes Lebensmittel oder ein Nährstoff, die die Ergebnisse bestimmten, sondern langfristige Ernährungsgewohnheiten waren am wichtigsten, wobei Milchprodukte und andere Laktosequellen eine besonders schützende Wirkung zu haben schienen.
Eine Ernährung, die reich an Vollwertkost, pflanzlichem Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren war, stand ebenfalls mit einem geringeren Alzheimer-Risiko in Verbindung, während verarbeitete Lebensmittel, raffinierter Zucker und gesättigte Fette mit einem höheren Risiko assoziiert wurden.
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass das Alzheimer-Risiko das Ergebnis einer Anhäufung vieler kleiner Faktoren im Laufe der Zeit ist, so Karimi.
„Unsere Studie untermauert die wachsenden Hinweise darauf, dass die Pflege der Darmgesundheit durch gesunde Ernährung, die Behandlung chronischer Erkrankungen und die Verringerung von Entzündungen ein wichtiger Teil der Senkung des langfristigen Risikos sein könnte“, sagte Khalilpour.

Die Darm-Hirn-Verbindung

Die Forscher untersuchten zudem die Darm-Hirn-Achse – ein bidirektionales Kommunikationssystem, das das Verdauungs- und das Immunsystem mit dem Gehirn verbindet.
„Wenn wir darmbezogene Muster beobachten, die mit dem Alzheimer-Risiko in Verbindung stehen, glauben wir, dass diese möglicherweise als Frühwarnsignal fungieren und uns zeigen, wie sich allgemeine Gesundheits- und Lebensstilfaktoren im Laufe der Zeit auf das Gehirn auswirken“, sagte Khalilpour.
In einer kleineren explorativen Analyse von Darmmikrobiomdaten aus etwa 2.000 Proben zeigten Menschen, die unter Alzheimer litten, Anzeichen, die mit einer Dysbiose, also einem Ungleichgewicht der Darmbakterien, übereinstimmten.
Dazu gehörten eine geringere mikrobielle Vielfalt und deutlich reduzierte Konzentrationen nützlicher Bakterien wie Roseburia und Faecalibacterium – Bakteriengattungen, die kurzkettige Fettsäuren produzieren, Substanzen, die helfen, Entzündungen im Körper zu kontrollieren.
„Die mikrobielle Vielfalt war verringert und es hatte sich ein entzündungsförderndes mikrobielles Milieu etabliert, das offenbar in der Lage ist, über die Darm-Hirn-Achse schädliche Signale an das Gehirn zu senden“, sagte Karimi.
Wenn er gut funktioniert, unterstützt ein gesunder Darm das Immunsystem und hält Entzündungen im Gehirn in Schach.
„Der Darm hilft bei der Regulierung von Entzündungen, unterstützt das Immunsystem und produziert wichtige Chemikalien, die die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen“, sagte Khalilpour.
Diese Signale existierten nicht isoliert, merkte er an. Die Darmgesundheit spiegele viele Aspekte des täglichen Lebens wider, die im Laufe der Zeit zusammenwirkten.

Ausblick: Ein neuer Weg für das Screening

Sollten sich die Ergebnisse in zukünftigen Studien bestätigen, könnten sie zu einfacheren und kostengünstigeren Methoden, das Alzheimer-Risiko früher zu erkennen, beitragen.
„Im Gegensatz zu genetischen Risikofaktoren liegen diese auf einer Zeitachse, in die eingegriffen werden kann“, so Faezeh Karimi, Dozentin an der University of Technology Sydney, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times per E-Mail. Das mache sie potenziell umsetzbar. Mit der Zeit, so sagte sie, könne es möglich werden, Risiken nicht nur früher zu erkennen, sondern auch einzugreifen, bevor sich Krankheitsprozesse vollständig etabliert hätten.
Die Forscherin wies darauf hin, dass, obwohl das Modell kein diagnostisches Instrument sei, es auf eine Zukunft hindeute, in der einfache Gesundheitsfragebögen dazu beitragen könnten, Risikomuster früher und kostengünstiger zu erkennen.
Khalilpour sagte: „Das Ziel ist nicht nur, intelligentere Vorhersageinstrumente zu entwickeln, sondern auch, bessere öffentliche Gesundheitssysteme aufzubauen, die Risiken früher erkennen, Präventionsstrategien lenken und ein gesünderes Altern auf Bevölkerungsebene unterstützen können.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Removing the Appendix Linked to Higher Alzheimer’s Risks“. (deutsche Bearbeitung: vm)