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Zwei Tote in Augsburger Asylunterkunft – Verdächtiger festgenommen

In einer Augsburger Asylunterkunft hat es ein zweifaches Tötungsdelikt gegeben, bei dem ein 39-Jähriger und ein 54-Jähriger ums Leben gekommen sind.
Ein 29-jähriger Tatverdächtiger wurde vorläufig festgenommen, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Nord am Dienstag mit. Die Kriminalpolizei Augsburg hat die Ermittlungen zu den Hintergründen übernommen.
Die Vorfälle ereigneten sich in Haunstetten-Siebenbrunn. Die Absuchemaßnahmen im näheren Umfeld sind derzeit im Gange.
Die Kriminalpolizei ermittelt wegen zweifachen Totschlags. Aufgrund der laufenden Ermittlungen seien momentan keine weiteren Auskünfte möglich.
Der 39-Jährige besaß die syrische und arabische Staatsangehörigkeit, während der 54-Jährige die irakische Staatsangehörigkeit hatte. Auch der Tatverdächtige besitzt die syrische und arabische Staatsangehörigkeit. (dts/red)
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Waldbrände: Bei Madrid unter Kontrolle, bei Athen neue Brandherde

Immer wieder werden Orte evakuiert, brennen Wälder und Häuser, verenden Nutz- und Wildtiere: Westlich der griechischen Hauptstadt Athen sind weiterhin unzählige kleine und große Brandherde aktiv. Auch andere Regionen kommen nicht zur Ruhe.
In den Niederlanden brennt es in einem Naturschutzgebiet, im US-Bundesstaat Washington kämpfen Tausende Feuerwehrleute gegen Großbrände, rund 65.000 Menschen mussten sich dort bislang vor den Flammen in Sicherheit bringen.
In Frankreich bleibt die Alarmbereitschaft hoch – in Spanien entspannt sich die Lage. Ein Überblick:

Griechenland

23 Löschflugzeuge und elf Löschhubschrauber, dazu Hunderte Einsatzkräfte am Boden – und doch sind die Wald- und Buschbrände westlich von Athen bislang nicht in den Griff zu bekommen.
Die sehr starken Winde hatten die Flammen am Wochenende so weit ausgebreitet, dass die Rettungskräfte nun immer wieder auch in Regionen anrücken müssen, wo Glutnester neu entflammen. Satellitenbilder zeigen unzählige Brandherde auf einer Fläche von gut 30 mal 30 Kilometern.
Elf Ortschaften mussten am 3. August evakuiert werden, darunter der Küstenort Psatha am Golf von Korinth, wo die Flammen anschließend auch Häuser erreichten.
Schätzungen zufolge sind bislang 8.000 Hektar verbrannt, also eine Fläche von 80 Quadratkilometern – fast so groß wie die Stadt Weimar. Die Waldbrandgefahr bleibt hoch – auf Stufe vier von fünf in der betroffenen Region.
Ein Löschhubschrauber wirft Wasser über einem Waldbrand nordwestlich von Athen ab.

Ein Löschhubschrauber wirft Wasser über einem Waldbrand nordwestlich von Athen ab.

Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

Niederlande

Im Osten der Niederlande nahe der deutschen Grenze brennt seit Montag in einem Naturschutzgebiet ein Großfeuer. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Brand in De Rosmolen bei der Ortschaft Oostrum zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Drei Löschhubschrauber der Armee sind im Einsatz. Ein Campingplatz mit etwa 300 Urlaubern wurde vorsorglich evakuiert. Der Bahnverkehr zwischen Nimwegen und Venray wurde eingestellt. Anwohner wurden aufgefordert, wegen des starken Rauches Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Frankreich

In Frankreich warnt der Wetterdienst für heute vor einer erhöhten Waldbrandgefahr im Nordwesten des Landes. Die Gefahr dürfte auch im Mittelmeerraum wegen zunehmender Winde im Verlauf der Woche erneut auf die höchste Alarmstufe ansteigen.
Generell sind die meisten Feuer unter Kontrolle, die Lage im Land gilt als stabil. Angespannt bleibt die Situation vor allem im südfranzösischen Département Var, wo 1.500 Feuerwehrleute gegen das Ausbreiten eines wieder aufgeflammten Brandes kämpfen.

Luftaufnahme einer abgebrannten Monokultur aus Seekiefern im Waldgebiet „Landes de Gascogne“ im Südwesten Frankreichs am 1. August 2026.

Foto: Pierre Larrieu/Hans Lucas/AFP via Getty Images

Bei Bordeaux durften Bewohner weiterer Orte zurück nach Hause. Im Ort Le Porge an der Atlantikküste fand zuvor noch ein Einsatz zur Minenräumung statt, da der Kampfmittelräumdienst ein Arsenal von Weltkriegsmunition entdeckt hatte. Nach Angaben der Präfektur vom Montagabend wurden fast 400 Granaten und Munition geborgen.

Spanien

Im Vergleich zu den vergangenen Wochen hat sich die Lage in Spanien weiter entspannt.
Nach Angaben des Waldbrandportals „Incendios Forestales“ waren am Abend landesweit 47 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Es handelte sich überwiegend um kleinere Feuer. Die meisten davon wurden aus den Regionen Kastilien und León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha gemeldet.
Die Großbrände rund um die Hauptstadt Madrid lodern zum Teil noch weiter, sind aber unter Kontrolle.

US-Bundesstaat Washington

Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA haben drei Großbrände ganze Wohngebiete verwüstet. Gent Welsh von der Nationalgarde in dem Westküstenstaat verglich die Zerstörung in der betroffenen Region rund um die Stadt Spokane mit einem „Kriegsgebiet“.
Behördenangaben zufolge brannten dort mehr als 700 Häuser und andere Gebäude ab. Verletzte oder Tote seien bislang nicht gemeldet worden, hieß es am Montag (Ortszeit).
Spokane im US-Bundesstaat Washington nach dem Waldbrand: Nur Schornsteine stehen noch

Spokane im US-Bundesstaat Washington nach dem Waldbrand: Nur Schornsteine stehen noch

Foto: Lindsey Wasson/AP/dpa

Die Feuer seien vermutlich die „schlimmste Naturkatastrophe“ in dieser Region, sagte Washingtons Gouverneur Bob Ferguson. Dave Upthegrove, Beauftragter für staatliche Ländereien, sprach von einer „historischen Waldbrandsaison“, die schon relativ früh im Sommer verheerende Ausmaße erreicht habe.
Seinen Angaben zufolge brennen derzeit in dem Bundesstaat 17 größere Feuer auf einer Fläche von über 100.000 Hektar Land. Rund 5.000 Einsatzkräfte kämpften in dem Bundesstaat gegen die Brände an.
Allein im Raum Spokane waren mehr als 65.000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen – mehr als ein Drittel der Bevölkerung. (dpa/red)
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Wie KI die Musikbranche verändert


In Kürze

  • KI-generierte Musik wächst rasant und erreicht Streamingplattformen in großer Menge.
  • Viele Hörer erkennen den Unterschied zwischen KI- und Menschenmusik kaum.
  • Branchenexperten fordern Kennzeichnung, Schutz von Künstlern und mehr Wertschätzung für echte Musik.

 
Timothy Trudeau, Geschäftsführer von Syntax Creative, kann sich noch gut daran erinnern: Als die ersten Drumcomputer in der Musik eingesetzt wurden, zogen viele Menschen eine klare Grenze. „Als das auf den Markt kam, hatten die Leute ein riesiges Problem damit“, sagte Trudeau der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
Er ist seit fast 30 Jahren in der Musikbranche tätig und kennt die verschiedenen Seiten des Geschäfts. Sein Unternehmen vertritt 150 Plattenlabels und 90.000 Songs.
„Ich erinnere mich, dass die Leute früher sagten, Drumcomputer seien der Teufel. Doch in den 1990er Jahren wurden sie in vielen erfolgreichen Musikproduktionen eingesetzt, obwohl sie damals umstritten waren. Dasselbe galt für Synthesizer“, sagte Trudeau.

KI könnte die gesamte Musikindustrie auf den Kopf stellen

Doch im Gegensatz zu Drumcomputern könnte Künstliche Intelligenz die gesamte Musikindustrie grundlegend verändern, sagen Brancheninsider. Sie markiert einen tiefgreifenden Wandel darin, wie musikalische Inhalte entstehen, konsumiert und vermarktet werden.
KI-generierte Inhalte überschwemmen täglich die Streaming-Dienste, so Trudeau. Dabei waren die Produktionskosten bereits vor dem Aufkommen generativer KI deutlich gesunken. Heute genügt eine einfache Texteingabe – und innerhalb kurzer Zeit entsteht ein kompletter Song.
Branchenexperten sehen die größte Herausforderung daher nicht mehr in der Erstellung von Musik, sondern darin, sicherzustellen, dass menschliche Musiker weiterhin Aufmerksamkeit erhalten und geschützt werden.
„Die Kosten für die Veröffentlichung digitaler Inhalte sind mittlerweile so niedrig, dass Menschen einfach alles hochladen, was sie haben“, sagte Trudeau.

Eine von Human Artistry gesponserte Werbung. Sie protestiert gegen das Start-up Suno während seiner Jahreshauptversammlung am 3. Juni 2026 in Santa Monica, Kalifornien. Suno entwickelt KI-Software zur Erzeugung von Musik aus Texteingaben.

Foto: Anna Webber/Getty Images für die Human Artistry Campaign

KI-generierte Musik hat sich innerhalb weniger Jahre von einem Nischenphänomen zu einem festen Bestandteil der Musiklandschaft entwickelt. Die Streaming-Plattform Deezer schätzte in diesem Jahr, dass 44 Prozent der täglich neu hochgeladenen Titel – rund 75.000 Songs – mithilfe von KI erstellt werden.
„Von KI generierte Musik ist längst kein Randphänomen mehr“, schreibt Deezer-CEO Alexis Lanternier in einer Pressemitteilung.
„Da die Zahl der täglichen Uploads weiter steigt, hoffen wir, dass sich das gesamte Musik-Ökosystem anschließt, um die Rechte von Künstlern zu schützen und mehr Transparenz für Hörer zu schaffen.“

Fast keiner erkennt, ob die Musik KI-generiert ist

Für Hörer bedeutet die Flut digitaler Inhalte eine scheinbar grenzenlose Auswahl. Menschliche Künstler stehen dadurch vor der Herausforderung, sich in der Masse abzuheben – obwohl Musik zu komponieren und zu produzieren so einfach geworden ist wie nie zuvor.

Doch sich in dieser neuen Flut von Musik hervorzuheben, könnte schwieriger sein, als viele denken. Die meisten Hörer können kaum unterscheiden, ob ein Song von einer KI oder von Menschen geschaffen wurde.

Eine Studie von Deezer und Ipsos aus dem Jahr 2025 mit 9.000 Teilnehmern in acht Ländern zeigt: 97 Prozent der Befragten konnten nicht erkennen, ob ein Lied vollständig durch KI erzeugt wurde. 52 Prozent gaben an, sich unwohl zu fühlen, weil sie den Unterschied nicht feststellen konnten.

Bei einer „Headphone-Disco“-auf dem Kennedyplatz in Essen am 9. Juli 2021. Der Platz wurde in 40 Bereiche unterteilt, in denen jeweils bis zu zehn Personen unter Corona-Bedingungen tanzen und feiern konnten. Alle hörten über ihre Kopfhörer die Musik des DJs.

Foto: Ina Fassbender/AFP via Getty Images

„Die Hörer hatten bereits mit dem Einfluss großer Plattenlabels zu kämpfen, die kommerziell erfolgreiche Künstler gegenüber unabhängigen Musikern bevorzugten“, sagte Chad Gerber der Epoch Times.
„Nun überschwemmt eine enorme Flut von KI-Uploads die Streaming-Plattformen. Dadurch wird es für Menschen noch schwieriger, die Musik zu entdecken, die sie tatsächlich hören möchten, statt der Inhalte, die ihnen durch Algorithmen vorgegeben werden.“
Musiker Chad Gerber, der mit Gold- und Platin-Auszeichnungen geehrt wurde, ist der kreative Kopf hinter den Technologieunternehmen ShadowGen und Meloscene. Seiner Einschätzung nach konkurrieren heute im Wesentlichen drei Gruppen um die Aufmerksamkeit des Publikums: etablierte Künstler mit Plattenverträgen, KI-generierte Musik und unabhängige Musiker.
Aus wirtschaftlicher Sicht könnte KI-Musik für digitale Musikdienste „zunehmend attraktiv“ werden, warnte Gerber. Unabhängige Künstler, die bereits mit etablierten Musikern konkurrieren, könnten durch die zusätzliche Konkurrenz von KI-Inhalten zum am stärksten „übersehenen Teil des KI-Musikbooms“ werden.

Verwässerung der Musik

Digitale Musikdienste reagieren unterschiedlich auf die Debatte um KI-generierte Inhalte. Der Streaming-Anbieter Spotify hat Maßnahmen zum Schutz menschlicher Künstler eingeführt, darunter die Bekämpfung von Identitätsbetrug, die Filterung von Spam sowie KI-Kennzeichnungen nach branchenüblichen Urheberangaben. Auch große Plattformen wie Deezer verlangen eine Kennzeichnung von KI-Inhalten und setzen Erkennungstechnologien ein.
In der Deezer-Ipsos-Umfrage sprachen sich 80 Prozent der Teilnehmer dafür aus, dass vollständig durch KI erzeugte Musik klar als solche gekennzeichnet wird.

Die Spotify-Musik-App auf einem Smartphone.

Foto: Wachiwit/iStock

Doch die Erkennung von KI-Einsatz und der Schutz von Künstlern sind nur ein Teil der Debatte. Einige Experten warnen, dass Musik durch die zunehmende Flut an Inhalten künftig immer ähnlicher klingen könnte.
„Ich bin fest davon überzeugt, dass KI-Modelle derzeit mit Musik trainiert werden, die zu niedrigen Lizenzkosten verfügbar ist. Das wird zu einer gewissen Verwässerung des Songwritings führen“, sagte Michael D’Oliveiro, Autor von „The Streaming Media Guide“.
Das Ergebnis dieses Trainings könne im schlimmsten Fall eine Verarmung der Inhalte und im besten Fall eine zunehmende Vereinheitlichung der Musik sein, erklärte D’Oliveiro der Epoch Times.
„Die Hörer könnten sich irgendwann von solchen Inhalten abwenden und nach authentischeren Erlebnissen suchen.“
D’Oliveiro, der seit fast zwei Jahrzehnten im Streaming-Bereich tätig ist, kennt die Auswirkungen digitaler Entwicklungen auf die Branche. Er spricht sich dafür aus, KI-generierte Inhalte zu kennzeichnen und Hörern eine Möglichkeit zum Opt-out zu geben.
„Menschen haben weiterhin starke Vorbehalte gegenüber KI, und die Debatte hat noch zu keinem Konsens geführt. KI-Kennzeichnungen sollten ähnlich betrachtet werden wie Hinweise auf explizite Liedtexte“, sagte D’Oliveiro.

Wie komponiert eine KI?

Die Sorge, dass KI die Musik verwässern könnte, ist nicht neu. Kritiker sehen darin eine mögliche Folge der Funktionsweise von KI-Modellen, da diese mit bereits vorhandener Musik trainiert werden und dadurch häufig bekannte Muster reproduzieren.
„KI kombiniert im Grunde Muster neu, die sie aus bestehender Musik gelernt hat“, sagte Gerber. „Ob Verbraucher daran letztlich Anstoß nehmen, ist eine andere Frage. Ich glaube jedoch, dass weiterhin ein Unterschied besteht zwischen echter Originalität und der bloßen Erzeugung von Variationen bereits vorhandener Werke.“
Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass viele Hörer dieser Entwicklung skeptisch gegenüberstehen. Eine im Januar veröffentlichte Studie von Luminate stellte ein wachsendes „Unbehagen“ gegenüber Musik fest, die ganz oder teilweise durch KI erzeugt wurde.
29 Prozent der Befragten gaben an, deutlich weniger Interesse an KI-generierter Musik zu haben. 35 Prozent erklärten, sie fühlten sich sehr unwohl bei einem KI-Song, der im Stil oder Klang eines menschlichen Künstlers erstellt wurde.

Mit KI kann ohne viel Aufwand jeder Musik erzeugen, wie hier mit Suno. Der Auftrag an die KI lautet: „Schreibe einen Song über einen vereisten Bürgersteig in Boston“ im Blues-Stil.

Foto: Screenshot durch Epoch Times, 03.08.2026

Tantiemenverbot für KI – Fehlanreize für Kreativität

Nathan Green, CEO von New Level Radio, warnt davor, dass auch die Einnahmen menschlicher Künstler durch den KI-Boom unter Druck geraten könnten. Die Entwicklung könne kreative Arbeit entmutigen und die wirtschaftlichen Grundlagen für Musiker schwächen.
„Die schiere Menge maschinell erzeugter Titel droht, die bestehenden Tantiemenpools zu verwässern und die Auszahlungen an menschliche Musiker drastisch zu verringern“, sagte Green der Epoch Times.
„Dadurch entsteht eine algorithmische Kontrollinstanz, bei der sich Kreative mit der effektivsten KI-Optimierung hervorheben, während unentdeckte menschliche Künstler darum kämpfen, den digitalen Lärm zu durchbrechen.“
Beim branchenüblichen Pro-rata-Modell werden sämtliche Streaming-Einnahmen gesammelt und anschließend nach dem Anteil eines Künstlers an den Gesamtstreams verteilt. Durch die wachsende Zahl KI-generierter Titel müssen sich menschliche Urheber denselben begrenzten Einnahmentopf mit Millionen künstlich erzeugter Songs teilen.
Einige Streamingdienste wie Tidal haben inzwischen Maßnahmen gegen rein KI-generierte Musik ergriffen und schließen solche Titel von Tantiemenzahlungen aus, um menschliche Künstler zu schützen. „Wir stehen erst am Anfang des Zeitalters der KI-generierten Musik“, schrieb Tidal in einer Pressemitteilung vom Juni.
Darin erklärte das Unternehmen, die Priorität liege darauf, „sicherzustellen, dass Tantiemen an Originalwerke gehen, die direkt von Menschen produziert, geschrieben und aufgeführt wurden“.

Heute übernimmt eine Musik-KI-App auch das Abmischen der Musik.

Foto: slkoceva/iStock

Da vollständig KI-generierte Musik nach geltendem Urheberrecht nicht als eigenständige menschliche Schöpfung geschützt werden kann, haben sich einige Branchenvertreter wie Trudeau dazu entschieden, ausschließlich mit „echten menschlichen Künstlern, die echte Musik geschrieben haben“, zusammenzuarbeiten.
Während Produzenten und Streaming-Dienste versuchen, Künstler und deren Einnahmen zu schützen, spürt Chad Gerber die Auswirkungen der Entwicklung bereits persönlich.
„Ich habe Aufträge verloren, weil Produzenten und Labels inzwischen Zeit und Geld sparen, indem sie einfach die KI anweisen, ihnen kostenlos das zu liefern, was sie benötigen“, sagte Gerber.

Ein Silberstreif am Horizont

Dennoch sind sich die für diesen Artikel befragten Branchenexperten einig, dass es für etablierte und aufstrebende Musiker weiterhin Hoffnung gibt. Sie gehen davon aus, dass von Menschen geschaffene und gespielte Musik künftig an Wert gewinnen könnte.
„Tatsache ist, dass die Entstehung großartiger Musik menschliche Interaktion, kreative Kontrolle, technische Bearbeitung und eine präzise Abstimmung des Klangs erfordert“, sagte Nathan Green.
„Reinen KI-Stücken fehlen häufig menschliche Dynamik, emotionale Aussagekraft und strukturelle Tiefe.“
Michael D’Oliveiro betonte, dass „die künstlerische Verarbeitung von Erfahrungen den Menschen einzigartig macht – nicht nur unter den Lebewesen, sondern auch unter allem auf diesem Planeten, das zu sinnvollem Schaffen fähig ist“.
Timothy Trudeau ist der Ansicht, dass neben menschlicher Urheberschaft auch Live-Auftritte an Bedeutung gewinnen werden: „Der Vorteil echter Künstler liegt darin, Live-Konzerte zu geben. Das kann man weiterhin nicht nachbilden.“
Auch Chad Gerber teilt diese Einschätzung. „Während des größten Teils der Menschheitsgeschichte war Musik vor allem ein Live-Erlebnis“, sagte er. „Aufgenommene Musik ist eine vergleichsweise junge Entwicklung. KI könnte letztlich dazu führen, dass ein Teil der Branche wieder stärker auf Erlebnisse setzt, die Algorithmen nicht reproduzieren können.“
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How AI Is Changing the Music Industry“. (deutsche Bearbeitung ks)
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Unbekanntes Virus bei Rindern in Süddeutschland nachgewiesen

Ein neues Virus ist nach Europa eingeschleppt worden und breitet sich nun bei Rindern in Süddeutschland aus. Die betroffenen Tiere zeigten Fieber und Durchfall, Milchkühe geben weniger Milch, wie das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) erklärte, das sich als Bundesforschungsinstitut der Tiergesundheit widmet. Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen.
Das FLI bei Greifswald untersuchte vier Proben aus Baden-Württemberg und kam zu dem Schluss, dass es sich um ein bislang nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe handelt. Viren dieser Gruppe kämen vor allem in Afrika, Asien und Australien vor.

Wahrscheinlich kein relevantes Risiko für Menschen

Das neue Virus gehört zu einer Gruppe, zu der auch das Schmallenberg-Virus gehört. Dieses war 2011 nach Deutschland gelangt und sorgte in den darauf folgenden Jahren vor allem bei Schafen für Fehlgeburten und Missbildungen. Mehr als 2.000 Höfe waren damals betroffen.
Infiziert mit Viren dieser Gruppe werden demnach überwiegend Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Außerdem wurden Antikörper bei Alpaka, Bison, Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild nachgewiesen.
Das Schmallenberg-Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar. Das neue Virus stellt laut dem Institut „nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar“. Das müsse nun aber genauer untersucht werden.

Virus wird möglicherweise auch auf Fetus im Mutterleib übertragen

Laut FLI führen Infektionen mit Viren der Gruppe bei erwachsenen Tieren in der Regel lediglich zu milden bis moderaten klinischen Erscheinungen. „Von besonderer Bedeutung ist jedoch die mögliche Übertragung auf den Fetus während der Trächtigkeit. Abhängig vom Zeitpunkt der Infektion können Aborte, Totgeburten und schwere angeborene Fehlbildungen auftreten.“
Inwiefern derartige Probleme infolge des nun nachgewiesenen Virus auftreten, müsse noch untersucht werden, erklärte das Institut. Da die entsprechenden Mücken noch bis November aktiv sind, müsse mit einer weiteren und möglicherweise schnellen Ausbreitung des Virus gerechnet werden.

Potenzial bislang nicht genau bekannt

„Wir wissen noch nicht genau, welches Potenzial das Virus in sich trägt“, sagte eine FLI-Sprecherin. Möglicherweise ginge es darum, jetzt möglichst schnell einen Impfstoff zu entwickeln.
Aufgefallen waren laut FLI erkrankte Rinder in der Schweiz, Frankreich und im Juli auch Rinder in zahlreichen Beständen in Süddeutschland, insbesondere in Baden-Württemberg. Die Symptome entsprachen demnach zunächst dem Schmallenberg-Virus. Untersuchungen auf diesen oder andere bekannte Erreger verliefen demnach jedoch negativ.
Das FLI konnte nach eigenen Angaben schließlich eine große genetische Übereinstimmung mit Shamonda-Viren nachweisen. In der FLI-Mitteilung wird das nun nachgewiesene Virus daher auch als „Shamonda-like“ (englisch für „Shamonda-ähnlich“) bezeichnet.
Nach 2011 sei nun erneut in exotisches Orthobunyavirus eingeschleppt worden, stellte Martin Beer, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts fest. „Die Untersuchungen der kommenden Wochen werden zeigen, wie rasch es sich ausbreitet, welche Tierarten besonders betroffen sind und mit welchen klinischen Folgen zu rechnen ist.“ (dpa/red)
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Großbrand in Sprendlingen gelöscht – Evakuierung aufgehoben

Entwarnung nach dem Großbrand auf einem Industriegelände in Sprendlingen in Rheinhessen: Das Feuer sei mittlerweile gelöscht und die Sicherheitsmaßnahmen seien weitestgehend aufgehoben worden, wie die Kreisverwaltung Mainz-Bingen mitteilte. Zur Sicherheit sei lediglich noch eine Brandwache vor Ort.
Alle sechs evakuierten Bewohner seien seit spätestens heute Morgen zurück in ihren Häusern, erklärte ein Sprecher der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen. Ein Ausbreiten auf die angrenzenden Wohnhäuser konnte demnach verhindert werden. Auch die Bahnstrecke sei seit dem frühen Morgen wieder freigegeben.

Großeinsatz mit erschwerten Bedingungen

Am Sonntagnachmittag war in dem Kunststoffbetrieb aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Gebäude auf dem Betriebsgelände standen daraufhin in Flammen. Rund 250 Kräfte von Feuerwehr, Hilfsdiensten, THW und Polizei aus mehreren Landkreisen und Gemeinden waren laut Kreisverwaltung im Einsatz. Wegen der Hitzeperiode erwies sich zudem die Löschwasserversorgung als anspruchsvoll, sodass auch Wasser aus dem nahegelegenen Wiesbach sowie dem Freibad zum Einsatz kam.
Anwohner wurden zwischenzeitlich vor Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigung gewarnt. Nach wie vor gilt es laut Kreisverwaltung auf Ruß und Verbrennungsrückstände zu achten, insbesondere im Gemeindegebiet Sprendlingen. Eine besondere Gefahr bestehe diesbezüglich nicht. Eine direkte Berührung soll aber vermieden werden, heißt es. Warum das Feuer ausbrach und wie hoch der Schaden ist, konnte die Kreisverwaltung nicht mitteilen. (dpa/red)
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Ferien und Baustellen: Dort sind am Wochenende Staus zu erwarten

Für das kommende Wochenende rechnet der ADAC erneut mit einem sehr hohen Verkehrsaufkommen auf den deutschen Autobahnen. Staus auf den wichtigsten Fernstraßen sind aufgrund der andauernden Ferien nahezu unvermeidlich, wie der Automobilklub am Montag in München mitteilte. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gehen die Sommerferien bereits am Wochenende zu Ende.
In Kombination mit dem Ferienverkehr aus vielen europäischen Nachbarstaaten seien zahlreiche Urlauber gleichzeitig auf Hin- und Rückreisen unterwegs. Vor allem am Freitagnachmittag und -abend seien die Strecken Richtung Süden, Alpen sowie  Küstenregionen stark befahren. Am Sonntagnachmittag und -abend werde der Verkehr dagegen besonders in der entgegengesetzten Richtung dichter sein.

Rund 1.000 Baustellen

Neben Urlaubern seien bei gutem Wetter auch zahlreiche Tagesausflügler unterwegs, die zudem in Richtung des Mittelgebirges sowie verschiedener Seen für ein hohes Verkehrsaufkommen sorgen. Bundesweit wird der Verkehr dem Automobilklub zufolge durch rund 1.000 Baustellen zusätzlich ausgebremst.
Auf viel befahrenen Reiserouten im Ausland müssen Urlauber laut ADAC ebenfalls mit Staus rechnen. In Österreich gilt dies etwa auf der West-, Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn sowie der Fernpassroute, in der Schweiz für die Gotthardroute und San-Bernardino-Route und in Italien für die Verlängerung der Brennerautobahn. (afp/red)
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Ruhe, bitte! Was Menschen im Büro nervt

Ein bisschen Frieden: Wer in Deutschland im Büro arbeitet, hätte es gerne leiser. 95 Prozent nennen eine ruhige Arbeitsumgebung in einer aktuellen Umfrage sehr oder eher wichtig. Und am meisten stören dabei die lieben Kollegen. Die Erhebung, die YouGov im Auftrag von Logitech durchführte, umfasste gut 2.100 Befragte in Deutschland, die zumindest teilweise im Büro arbeiten.
Gefragt, welche Geräusche sie als besonders störend empfinden, nannten 53 Prozent der Teilnehmer Calls und Telefonate der Kollegen, 47 Prozent nannten deren Gespräche und 41 Prozent Videomeetings, die ohne Kopfhörer geführt wurden. Erst mit deutlichem Abstand folgen Hintergrundgeräusche wie Lüftung, Drucker oder Kaffeemaschine, die von 18 Prozent genannt wurden. Tastaturgeräusche stören 7 Prozent, Mausklicks 4 Prozent. Bei der Frage konnten bis zu 3 Geräusche genannt werden.

Das Ruhebedürfnis ist gewachsen

Zudem sagten 68 Prozent, dass das Bedürfnis nach Ruhe im Arbeitsumfeld in den letzten fünf Jahren gestiegen sei. Dass in Büros bewusster auf Lautstärke geachtet werde, konnten aber nur 41 Prozent erkennen. Von sich selbst sagten allerdings 51 Prozent, dass sie sich stärker zu rücksichtsvollem Verhalten verpflichtet fühlten. Der Krach hat zudem Folgen: 70 Prozent sagen, dass Geräusche im Büro ihre Konzentration beeinträchtigen.
„Ein gestiegenes Ruhebedürfnis bedeutet nicht, dass Menschen weniger Austausch wollen. Es zeigt vielmehr, dass Kommunikation im Büro bewusster organisiert werden muss“, sagt Logitech-Deutschlandchef Serkan Ates. „Viele Arbeitsroutinen haben sich verändert, aber die Regeln für das Miteinander im Büro sind nicht überall im gleichen Tempo mitgewachsen. Gerade bei Calls, spontanen Gesprächen und hybriden Meetings braucht es mehr Klarheit darüber, was für andere zumutbar ist.“ Letztlich entscheide Rücksicht mit darüber, „ob Menschen im Arbeitsalltag fokussiert bleiben oder ständig aus ihrer Konzentration gerissen werden“. (dpa/red)
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Nach Rekordbußgeld: Stuttgarter Influencerin meldet Insolvenz an


In Kürze:

  • Rekordbußgeld: Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg verhängte gegen Hanadi Diab ein Bußgeld von 36.000 Euro wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung auf Instagram – nach eigenen Angaben das höchste Bußgeld gegen einen Influencer im Land.
  • Insolvenz eröffnet: Wenige Tage nach Rechtskraft des Bußgelds wurde über das Vermögen der 39-Jährigen ein Regelinsolvenzverfahren eröffnet.
  • Arbeit geht weiter: Trotz der Insolvenz kann Diab ihre Arbeit als Influencerin fortsetzen. Sie ist nicht die erste Prominente, die wegen Schleichwerbung rechtliche Konsequenzen erfahren hat.

 
Die Stuttgarter Beauty-, Mode- und Lifestyle-Influencerin Hanadi Diab hat ein Regelinsolvenzverfahren eröffnet. Das bestätigte das Amtsgericht Stuttgart. Zuvor war bekannt geworden, dass gegen die 39-Jährige wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung auf Instagram ein rechtskräftiges Bußgeld verhängt worden war. Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) setzte die Geldbuße auf 36.000 Euro fest. Einschließlich Gebühren und Auslagen beläuft sich die Forderung auf 37.803,50 Euro. Nach Angaben der Behörde handelt es sich um das bislang höchste Bußgeld, das in Baden-Württemberg gegen eine Influencerin verhängt wurde.
Die LFK teilte mit, dass die Behörde das Internet inzwischen mit einer eigens entwickelten KI nach möglichen Regelverstößen durchsucht. Laut LFK hatte Diab zwischen Mai und Juli 2025 mehrere bezahlte Kooperationen in ihren Instagram-Storys gar nicht oder nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet. Teilweise seien Werbehinweise für Nutzer nicht eindeutig erkennbar gewesen. Die Influencerin wies die Vorwürfe zurück und erklärte in einem TikTok-Video, sie kennzeichne sämtliche Kooperationen.

Strafe nach mehrfacher Ermahnung

Diab war bereits 2020 und 2022 mehrfach auf die gesetzlichen Anforderungen an die Werbekennzeichnung hingewiesen worden. Bei der Höhe der Geldbuße berücksichtigte die LFK laut dem Jura-Portal beck-aktuell.de unter anderem die wiederholten Verstöße, die hohe Reichweite des Instagram-Auftritts, den wirtschaftlichen Wert der Kooperationen sowie die früheren Hinweise der Behörde. Auf Instagram folgen der Influencerin mehr als 760.000 Menschen, auf TikTok knapp 139.000.
Trotz des Insolvenzverfahrens kann Diab ihre Tätigkeit als Influencerin fortführen. Der Geschäftsbetrieb wurde nach Angaben des Insolvenzverwalters aus der Insolvenzmasse freigegeben. Ein Insolvenzverfahren dauert häufig ein bis zwei Jahre, abhängig vom Umfang der Vermögensverhältnisse. Anschließend beginnt die Phase bis zur Restschuldbefreiung. Seit der Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2020 können natürliche Personen bereits nach drei Jahren von ihren restlichen Schulden befreit werden, sofern sie ihre gesetzlichen Pflichten erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Abführung pfändbarer Einkünfte und die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter.

Weitere Influencer betroffen

Der Fall unterscheidet sich von vielen bekannten Verfahren gegen Influencer. Anders als etwa bei Cathy Hummels oder Pamela Reif geht es hier nicht um eine wettbewerbsrechtliche Klage eines Wettbewerbsverbands, sondern um ein Bußgeldverfahren der Medienaufsicht wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung.
Auch andere prominente Influencer mussten sich bereits wegen mutmaßlicher Schleichwerbung rechtlich verantworten.
Im Fall von Cathy Hummels beanstandete der Verband Sozialer Wettbewerb Markenverlinkungen in Instagram-Beiträgen. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied 2021, dass unbezahlte Beiträge mit reinen Markenverlinkungen grundsätzlich nicht als Werbung gekennzeichnet werden müssen. Erhält ein Influencer jedoch eine Gegenleistung, besteht eine Kennzeichnungspflicht. Gemeinsam mit dem Fall Hummels verhandelte der BGH damals auch Verfahren der Influencerinnen Leonie Hanne und Luisa-Maxime Huss.
Als weiterer wichtiger Fall gilt die Fitness-Influencerin Pamela Reif. Der Verband Sozialer Wettbewerb hatte ihr 2019 vorgeworfen, Produkte und Kleidung in Instagram-Beiträgen über sogenannte „Tap Tags“ mit Herstellern zu verlinken, ohne die Beiträge als Werbung zu kennzeichnen. Reif argumentierte, sie habe dafür keine Bezahlung erhalten, sondern lediglich häufige Fragen ihrer Follower beantwortet.
Der Fall landete schließlich vor dem Bundesgerichtshof. Mit seinem Grundsatzurteil vom 9. September 2021 stellte das Gericht klar: Erhält ein Influencer keine Gegenleistung für einen Beitrag, besteht grundsätzlich keine Kennzeichnungspflicht. Fließt dagegen Geld oder ein anderer wirtschaftlicher Vorteil, muss der Beitrag als Werbung gekennzeichnet werden. Das Urteil gilt bis heute als wichtiger Maßstab für Gerichte und Medienaufsichtsbehörden.
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Blitzermarathon startet: Polizei nimmt Raser verstärkt ins Visier

Die Polizei ist in den nächsten Tagen verstärkt Temposündern auf den Straßen auf der Spur. Am Montag beginnt der sogenannte Blitzermarathon, auch Speedweek genannt. Laut dem Autofahrerclub ADAC beteiligen sich daran mehrere Bundesländer, allerdings nicht alle. Die Aktion fällt mitten in die Ferienzeit und trifft diesmal auch viele Urlauber.
Bereits im Frühjahr gab es gezielte Kontrollen über mehrere Tage. Ziel der Aktion bis zum kommenden Sonntag ist es laut Polizei und Innenministerien der beteiligten Länder, die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu reduzieren. 2025 starben bei Unfällen im Straßenverkehr mehr als 2.800 Menschen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren das 62 Getötete mehr als im Jahr zuvor. Das sind deutlich weniger als 1995, als noch 9.500 Menschen starben.

Weshalb kontrolliert wird

Nach Einschätzung von Experten ist zu schnelles Fahren eine häufige Unfallursache. Insbesondere an Unfallschwerpunkten müssten Autofahrer mit Tempokontrollen rechnen. Die Innenministerien von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen teilten zum Beispiel nicht vorab mit, wo genau mobile und stationäre Blitzer in den kommenden Tagen stehen werden.
„Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere Alleen, konzentrieren“, sagte die Leiterin der Verkehrspolizei in der Brandenburger Polizeidirektion West, Peggy Baier. Anders als bei der Aktion im Frühjahr gibt es laut ADAC diesmal keinen Hauptkontrolltag.

Was Automobilclubs zu der Aktion sagen

Der ADAC Nordrhein befürwortet dauerhaft mehr gezielte Kontrollen gerade an Unfallschwerpunkten. Auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) fordert, an Unfallschwerpunkten kontinuierlich zu kontrollieren. Er kritisiert aber den Zeitpunkt der Aktionswoche in der Hauptreisezeit. Kontrollen sollten nicht den Eindruck erwecken, „in erster Linie der Einnahmeerzielung zu dienen“.
Die Speedweek ist eine vom europäischen Polizeinetzwerk Roadpol europaweit abgestimmte Aktion. Jedes Jahr im April und im August finden dabei solche Kontrollwochen statt, bei denen die Polizei die Geschwindigkeit auf den Straßen strenger überwacht.
Allein in Baden-Württemberg wurden bei der europaweit abgestimmten Geschwindigkeitskontrollwoche im April 58.347 Verstöße festgestellt. (dpa/red)
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Was steckt hinter dem überraschenden Comeback der Schallplatte?

Lautlose Rotation, ähnlich der Erde, die ihre Runden im Weltraum dreht. Die Nadel setzt auf – ein plötzliches, alles veränderndes Eintauchen in die Welt der Schallplatte. Ein paar Sekunden Rauschen. Dann Magie: Musik, die vor Monaten, Jahren oder gar Jahrzehnten zum ersten Mal gespielt wurde, erfüllt plötzlich den Raum, als stünden die Musiker direkt neben uns und spielten und wiegten sich im Takt. Der Zuhörer verstummt, entrückt.
Das ist die Freude am Plattenspieler. Eine Freude, die schon unsere Großeltern kannten, und im Gegensatz zu manch anderer Audiotechnologie – ich denke dabei an Musikkassetten – ist sie nicht in Vergessenheit geraten. Im Gegenteil, Vinyl erlebte in den letzten Jahrzehnten ein beachtliches Comeback. Es ist kein Relikt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehr, sondern ein fester Bestandteil der Musikwelt des 21. Jahrhunderts.

Herrliche Ineffizienz

Die Frage ist: Wozu noch einen Plattenspieler? Musik ist heute so zugänglich wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Streamingdienste können jeden jemals aufgenommenen Song mit wenigen Klicks abrufen. Wozu also noch Vinyl, ein umständlicheres und weniger effizientes Mittel zum Musikhören?
Genau darin besteht der Reiz, den „Vinylliebhaber“ so schätzen. Es ist genau diese Ineffizienz bei der Benutzung eines Plattenspielers.
„Das ist irgendwie der Punkt, weil Streaming einfach zu einfach ist“, erklärt Avi Brown, Vinylenthusiast und Gründer von Evergreen Vinyl, gegenüber der Epoch Times. „Streaming kann sich wie die Fast Fashion der Musik anfühlen. Es ist zu leicht zugänglich; wir erleben die Alben nicht mehr so intensiv und schätzen sie nicht im gleichen Maße.“
Im digitalen Zeitalter sind manche Musikliebhaber des reibungslosen Streamingprozesses überdrüssig geworden.
Ein Plattenspieler erzeugt Ton, indem er mit einer Nadel mikroskopisch kleine Rillen in der Vinylplatte abtastet und so physikalische Schwingungen in Musik umwandelt. Foto: gbh007/iStock

Ein Plattenspieler erzeugt Ton, indem er mit einer Nadel mikroskopisch kleine Rillen in der Vinylplatte abtastet und so physikalische Schwingungen in Musik umwandelt.

Foto: gbh007/iStock

„Wir sind in so vielen Bereichen unseres täglichen Lebens auf Effizienz und Vereinfachung fokussiert“, sagt Brown. „Bei Vinyl ist es wie eine Gegenbewegung. Es geht um den Genuss des Rituals, um die Freude am physischen Objekt, das als Kulturgut Bedeutung trägt.“
Menschen, die Plattenspieler benutzen, suchen mehr als nur Effizienz und Bequemlichkeit. Sie wollen ein authentisches Erlebnis, eines, das bewusst nicht reibungslos verläuft. Schließlich erzeugt Reibung Schwingungen. Reibung ist es, die Musik erzeugt.
Sowohl wörtlich als auch metaphorisch gesehen ist es die „Reibung“ bei der Benutzung von Schallplatten und Plattenspielern, die die Intentionalität fördert. Das Abspielen einer Schallplatte erfordert Voraussicht, physische Schritte und Geduld. Sie kann nicht gedankenlos eingeschaltet werden, wie digitale Musik, und das Überspringen von Titeln ist nicht möglich.

Auf der Suche nach der Ruhe

Nathan Green, Mitbegründer und CEO von New Level Radio formuliert es so: „Eine Schallplatte bietet ein haptisches, rituelles und ungestörtes Musikerlebnis. Vinyl erfordert, die Platte aus der Hülle zu ziehen, die Nadel aufzusetzen und die Platte nach 20 Minuten umzudrehen. Es verwandelt passives Musikhören im Hintergrund in eine bewusste, konzentrierte Tätigkeit.“
Ruhe. Konzentration. Bewusstes Handeln: Diese Worte sind im modernen Sprachgebrauch, der von Effizienz, Bequemlichkeit, Produktivität und technologischen Hilfsmitteln, die genau das versprechen, dominiert wird, immer seltener geworden. Vinyl bietet etwas anderes. Vinyl bietet etwas anderes. Es ist eine nostalgische Atempause von dieser zerstreuten, ablenkenden Technologiewelt. Es ist die Entschleunigung, nach der sich Menschen sehnen.
„Heute sind die Menschen mehr denn je vom schnellen Zugriff auf alles erschöpft, und das führt zu Informations- und Optionsüberlastung“, sagt Bob Bradley, PR-Manager der Musikindustrie, gegenüber der Epoch Times. „Jung und Alt sehnen sich nach Nostalgie und nach Erlebnissen, die uns helfen, uns jeweils auf eine Sache zu konzentrieren.“
Diese bewusste Verlangsamung rührt unter anderem von der physischen, haptischen Beschaffenheit des Vinyls. Hand, Plattenspieler und Nadel können sich nur mit begrenzter Geschwindigkeit bewegen. Es ist eine langsame, sinnliche Erfahrung, die neben dem Hören auch den Tastsinn und das Sehen auf intensive Weise einbezieht.
„Das taktile Vergnügen, durch Stapel von Schallplatten zu stöbern, die visuelle Freude am Albumcover – es ist ein multisensorisches Bankett“, heißt es auf dem Blog des Plattenspielerherstellers Fluance.
Albumcover bieten einen visuellen Kontext, der bei digitaler Musik oft verloren geht. Sie enthalten außerdem Songtexte und Angaben zu den Produzenten, die das Hörerlebnis intensivieren. Foto: dimitris_k/iStock

Albumcover bieten einen visuellen Kontext, der bei digitaler Musik oft verloren geht. Zudem enthalten sie Songtexte und Angaben zu den Produzenten, die das Hörerlebnis intensivieren.

Foto: dimitris_k/iStock

Ritual und Intentionalität

Die bewusste Hinwendung, der sinnliche Reiz und die präzisen Handgriffe beim Bedienen des Plattenspielers haben einen besonderen Charakter, der das Musikerlebnis vertieft. „Das Hören einer EP oder LP auf Vinyl schafft ein Ritual“, so Bradley. „Du ziehst sie heraus, schaust dir das Cover an, platzierst sie auf dem Plattenteller, setzt die Nadel auf und hörst zu. Letztlich vermittelt es ein Gefühl von Präsenz, welches Streaming und sogar CDs nicht immer bieten können.“
Rituale – vom Teeaufguss über religiöse Zeremonien bis zum Abspielen von Vinyl – bieten uns vorhersehbare, bedeutungsvolle und stabilisierende Muster. Sie erden uns sowohl in der Tradition als auch im gegenwärtigen Moment und verbinden uns mit Werten, die über den Alltag hinausgehen. Sie helfen uns, als Menschen unseren Platz in einer chaotischen Welt zu finden. Das Ritual des Schallplattenhörens besitzt eine Kraft, die von keiner anderen Art des Musikhörens erreicht wird.
Zudem haben die physischen Einschränkungen von Schallplatten einen künstlerischen Vorteil. Paradoxerweise geben Schallplatten dem Zuhörer die Freiheit, ein Musikalbum so zu erleben, wie es ursprünglich gedacht war.
„Es ist ein Ritual, das einen die Musik viel mehr schätzen lässt, als wenn man 80 Millionen Songs im Autopilotmodus durchhört“, sagt Brown. „Es ist ein langsamerer Prozess, bei dem man sich mit genau einem Album hinsetzt und sich voll darauf fokussiert.“
Bei einer Schallplatte kann der Zuhörer nicht vor- oder zurückspringen. Er muss die Lieder des Albums in der vorgegebenen Reihenfolge hören, so wie es der Künstler ursprünglich beabsichtigt hat. Lieder eines Albums sind bewusst angeordnet, um eine Geschichte zu erzählen oder sich gegenseitig zu ergänzen – wie Kunstwerke an einer Galeriewand. Beim Streaming mit seinem frei kombinierbaren, nicht fortlaufenden Ansatz geht das Erlebnis dieser künstlerischen Entscheidung oft unter.
Obwohl digitale Musik mehr Komfort bietet, schätzen viele Hörer Vinyl weiterhin wegen seiner haptischen Qualitäten. Das Auswählen von Fotoalben fördert auf natürliche Weise Gespräche und die Beteiligung und macht es so zu einem gemeinsamen Erlebnis. Foto: Dejan_Dundjerski/iStock

Obwohl digitale Musik mehr Komfort bietet, schätzen viele Hörer Vinyl weiterhin wegen seiner haptischen Qualitäten. Das Auswählen von Fotoalben fördert auf natürliche Weise Gespräche. Die gegenseitige Beteiligung macht es so zu einem gemeinsamen Erlebnis.

Foto: Dejan_Dundjerski/iStock

Sonorer Klang

Die Authentizität von Vinyl zeigt sich auch in seiner Klangqualität. Rauschen, Mängel und ein wärmerer Ton können die Musik „echter“ klingen lassen. Brown erläutert die Unterschiede zwischen digitalen und analogen Aufnahmen und warum viele Menschen den Klang von Schallplatten als voller empfinden:
„Digitale Dateien bieten einen Schallpegel von über 90 [Dezibel, dB], verglichen mit den 70 dB von Vinyl. Digital ist auch gleichmäßiger. Es gibt keine Tonhöheschwankungen, keine Oberflächengeräusche und keine Abnutzung durch wiederholtes Abspielen.“ Es gibt keine Gleichlaufschwankungen, kein Oberflächengeräusch und keine Abnutzung durch wiederholtes Abspielen.
„Aber Vinyl hat seine Vorteile. Seit Mitte der 90er herrscht ein regelrechter Lautheitskrieg, weil die Plattenfirmen wollten, dass ihre Titel lauter klingen als die der Konkurrenz. Ingenieure wurden beauftragt, das Audiomaterial stark zu komprimieren, was den Dynamikumfang zusammendrückt und eine Menge Nuancen verloren gehen lässt“, so Brown.
Und weiter: „Hier hat Vinyl physische Einschränkungen, die ein Überkomprimieren verhindern und es dynamischer und lebendiger klingen lassen. Vinyl klingt ‚wärmer‘, da seine Verzerrung irgendwo zwischen 0,4 [Prozent] und 3 [Prozent] totaler harmonischer Verzerrung liegt, während digitale DACs [Digital-Analog-Wandler] bei unter 0,001 [Prozent] liegen. Technisch ist das ein Makel, aber viele Ohren finden es angenehm. Es ist eine Unvollkommenheit, die menschlicher wirken kann – besonders in einer Welt, die zunehmend digital und KI-zentriert wird.“
So wie es bei Musik um mehr geht als bloße Effizienz, geht es auch um mehr als bloße technische Perfektion. Vieles von dem, wonach wir uns bei Musik sehnen, ist das menschliche Element, das nicht immer effizient ist und nur selten perfekt. Das macht den Reiz des Plattenspielers aus. Er ist ursprünglicher, intimer und menschlicher – mit all seinen Unvollkommenheiten.

Eingravierte Geschichten

Die Unvollkommenheit einer alten Schallplatte, abgenutzt durch wiederholtes Abspielen, erinnert uns an alles, was sie durchgemacht hat. Schallplatten gibt es seit mehr als einem Jahrhundert. Und jede Schallplatte erzählt ihre eigene Geschichte.
Der erste Phonograph – ein früher Begriff für einen Plattenspieler – wurde 1877 von Thomas Edison entwickelt. Er benutzte Vertiefungen, die von einer vibrierenden Nadel in Stanniol [Zinnfolie] geprägt wurden, das um einen rotierenden Zylinder gewickelt war. Emil Berliner verbesserte dieses Verfahren im Jahr 1887, indem er die Tonrillen nicht mehr in einen Zylinder, sondern spiralförmig in eine flache Scheibe eingravierte. Von dieser Scheibe ließ sich ein Negativ herstellen, das wiederum als Gussform für die Vervielfältigung der Originalaufnahme diente. Die so gefertigten Schallplatten konnten anschließend auf einem Grammophon abgespielt werden.
(Links) Der deutsch-amerikanische Ingenieur Emile Berliner mit dem Modell des ersten von ihm erfundenen Phonographen, um 1920. (Rechts) Thomas Edison und sein Phonograph, um 1877. Fotos: unbekannter Autor und Levin C. Handy (per http://hdl.loc.gov/loc.pnp/cwpbh.04326), gemeinfrei

Der deutsch-amerikanische Ingenieur Emil Berliner

Foto: l.) mit dem Modell des ersten von ihm erfundenen Phonographen, um 1920. Thomas Edison (r.) und sein Phonograph, um 1877. Fotos: unbekannter Autor und Levin C. Handy (per http://hdl.loc.gov/loc.pnp/cwpbh.04326

Die Hersteller verbesserten das Verfahren weiter, sodass die Schallplatten immer längere Audioabschnitte aufnehmen konnten. 1948 brachte Columbia Records die Langspielplatte (LP) mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 33⅓ Umdrehungen pro Minute auf den Markt. Sie bot bis zu 30 Minuten Spielzeit pro Seite.
Vielleicht ist das Unglaublichste an dieser vergleichsweise einfachen Technologie ihre Langlebigkeit. Brown beobachtete: „Die Vinylschallplatte ist ein elegant einfaches und unglaublich langlebiges Medium, das 8-Spur-Kassetten, Musikkassetten, MiniDiscs und jetzt sogar CDs überdauert hat.“

Vor allem bei jungen Leuten beliebt

Obwohl Streaming dominiert, erlebt Vinyl weiterhin eine Renaissance. „Die Verkaufszahlen von Vinyl wachsen Jahr für Jahr, seit über einem Jahrzehnt“, erzählt Brown.
Die größte Käuferschicht? Überraschenderweise sind es junge Leute. Eine aktuelle Umfrage von Vinyl Alliance hat ergeben, dass Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren prozentual die größten Liebhaber physischer Tonträger wie Schallplatten, Kassetten und CDs sind.
Mehr als die Hälfte der Befragten aus der Generation Z (geboren 1997–2012) sammelt Schallplatten. Zum Vergleich: Nur 49 Prozent der Millennials (Jahrgänge 1981–1996) und 34 Prozent der Generation X (Jahrgänge 1965–1980) sammeln Schallplatten.
Das Interesse der jungen Menschen hat auch eine gemeinschaftliche und persönliche Komponente: Mehr als 80 Prozent kaufen ihre Schallplatten im Laden. Mehr als die Hälfte zieht stationäre Geschäfte Online-Käufen vor. Außerdem wünschen sie sich mehr Veranstaltungen für Vinylfans.
Die Vinylgemeinschaft in den USA floriert. Seit 2008 gibt es dort halbjährlich einen „Record Store Day“, um die Vinylsubkultur zu feiern. Epoch Times sprach mit Sydney, einer jungen Mutter, Musikerin und Musikliebhaberin aus der Millenialgeneration.
Sie brachte den Reportern gegenüber eine weit verbreitete Stimmung unter jungen Leuten zum Ausdruck, die gerne ältere Gewohnheiten wiederentdecken möchten. Sie sagte: „Ich denke, es gibt einen kulturellen Wunsch, in gewisser Weise zurückzugehen. Ich glaube, wir fühlen uns zu einer Zeit hingezogen, in der wir die Welt noch nicht mit einem Fingertipp zur Verfügung hatten.“
Die „Unbequemlichkeit“, die Absichtlichkeit und die Rauheit von Vinyl bieten eine Antwort auf diesen Wunsch.

Mehr Zeit durch Entschleunigung?

„Ich glaube, wir sehnen uns alle nach einem langsameren, friedlicheren Leben. Und die Wahrheit ist: Je mehr Technologie wir haben, um Dinge ‚effizient‘ zu machen, desto weniger Zeit und Frieden und Ruhe haben wir“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich glaube, viele Menschen sehnen sich nach einer Zeit, in der unser Verstand in der Lage war, sich ruhig auf die Aufgabe vor uns zu fokussieren, und in der wir keinen Zugriff auf alles die ganze Zeit hatten.“
Als vielbeschäftigte Mutter findet Sydney die beruhigende Qualität von Vinyl besonders wichtig: „Ich habe festgestellt, dass es, wenn man Kinder hat, noch wesentlicher ist, Wege zu finden, um langsamer zu werden und den Moment zu genießen.“
Für Vinylliebhaber ist genau das der Sinn der Sache: tief durchatmen, sich Freiraum schaffen und die Musik auf sich wirken lassen, während sich die Schallplatte immer weiter dreht – wie die sich wiederholenden Rhythmen unserer Tage, Jahre und Jahrzehnte. Trotz aller Veränderungen der letzten Jahrhunderte haben uns Schallplatten bis heute begleitet. Und es sieht nicht so aus, als würden sie bald verschwinden.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Analog Revival: Behind Vinyl’s Surprising Comeback“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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„Genug gearbeitet“ – Kontrolle: Warum mehr Regeln selten mehr Wirkung bringen

Wenn etwas nicht funktioniert, liegt eine Lösung scheinbar nahe: mehr Regeln. Mehr Freigaben. Mehr Nachweise. Mehr Kontrolle.
Der Gedanke ist verständlich. Wer Verantwortung trägt, will Risiken reduzieren. Doch häufig entsteht das Gegenteil: Die Organisation wird langsamer, vorsichtiger und weniger verantwortlich.
Kontrolle kann Sicherheit schaffen. Aber zu viel Kontrolle erzeugt Abhängigkeit. Menschen lernen dann nicht, besser zu entscheiden, sondern sich besser abzusichern. Sie fragen häufiger nach, dokumentieren mehr, vermeiden Risiko und warten auf Freigaben.
Ein Bereichsleiter sagte: „Ich will nicht alles kontrollieren, aber sonst passiert es nicht richtig.“ Wir schauten genauer hin. In Wahrheit fehlten keine Kontrollen. Es fehlten Standards. Es war nicht klar, was „richtig“ bedeutet, wann Rücksprache nötig ist und welche Fehler tolerierbar sind.
Der Unterschied ist groß: Kontrolle prüft nach. Orientierung ermöglicht vorher gutes Handeln.
Drei Dinge ersetzen oft unnötige Kontrolle:
  • Ein klarer Qualitätsmaßstab: Woran erkennen wir gute Arbeit?
  • Ein Entscheidungsrahmen: Was darf selbst entschieden werden?
  • Ein Lernrhythmus: Was schauen wir regelmäßig gemeinsam an?
Genug gearbeitet. Genug Zeit in nachträglicher Kontrolle verloren, weil vorn keine Klarheit geschaffen wurde.
Natürlich gibt es Bereiche, in denen Kontrolle notwendig ist: Sicherheit, Finanzen, Recht, Datenschutz und Qualität. Aber auch dort gilt: Kontrolle muss dienend bleiben. Sie darf nicht das Denken ersetzen.
Eine sinnvolle Kontrollfrage lautet: „Macht diese Regel gute Arbeit wahrscheinlicher – oder nur Absicherung sichtbarer?“ Wenn die Antwort ehrlich ausfällt, wird vieles klar.
In einem Team wurde jede Kundenmail ab einem bestimmten Umfang gegengelesen. Das war aus einem Fehler entstanden. Zwei Jahre später war das Team erfahrener, aber die Regel blieb. Sie kostete Zeit, erzeugte Stau und signalisierte Misstrauen. Nach einer Überarbeitung blieb nur eine Checkliste für kritische Fälle. Die Qualität sank nicht. Die Verantwortung stieg.
Mehr Regeln sind oft der Versuch, fehlendes Vertrauen zu ersetzen. Doch Vertrauen entsteht nicht durch Regelabbau allein. Es entsteht durch verlässliches Verhalten, klare Standards und sauberes Lernen aus Fehlern.
Der praktische Schritt: Nehmen Sie eine Regel, die alle nervt. Prüfen Sie ihren Ursprung, ihren heutigen Nutzen und ihre Nebenwirkungen. Dann entscheiden Sie: behalten, vereinfachen oder beenden.
Genug gearbeitet. Welche Kontrolle ist bei Ihnen längst Gewohnheit, obwohl sie kaum noch Wirkung hat?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
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Bis zu 38 Grad und Unwetter: Hitze breitet sich aus

Die Menschen in Deutschland müssen sich erneut auf ein paar schweißtreibende Tage mit hochsommerlichen Temperaturen bis zu 38 Grad und Gewittern einstellen. Erst in der zweiten Wochenhälfte wird es etwas kühler, erklärt der Meteorologe Nico Bauer vom Deutschen Wetterdienst.
Die Hitze breitet sich am Montag von Süden weiter nach Norden aus. Die Temperaturen steigen im Südwesten auf bis zu 37 Grad. Am Nachmittag drohen einzelne heftige Gewitter, lokal besteht laut DWD auch Unwettergefahr.
Abkühlung wird es in der Nacht auf Dienstag kaum geben. In den Ballungsräumen im Westen Deutschlands wird vielerorts eine Tropennacht mit Tiefsttemperaturen von über 20 Grad erwartet. Zudem treten einzelne Schauer und Gewitter auf.
Am Dienstag wird der Höhepunkt dieser Hitze erwartet. Die Höchstwerte liegen verbreitet zwischen 30 und 38 Grad.
Der Schwerpunkt wird im Südosten Deutschlands liegen. Örtlich besteht erneut Unwettergefahr durch heftigen Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen.
Schwülheiß und gewittrig wird es auch am Mittwoch in Teilen Deutschlands. Im Nordwesten werden vergleichsweise moderate Höchstwerte zwischen 25 und 29 Grad erwartet. „Nach Südosten hin geht das Schwitzen bei Spitzenwerten von bis zu 35 Grad und großer Schwüle aber weiter“, sagt Bauer.
Am Donnerstag ist dem Meteorologen zufolge die größte Hitze erst einmal vorbei. Die Höchsttemperaturen werden bei 24 bis 30 Grad erwartet. (dpa/red)
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Mahjong-Boom in den USA: Wie ein altes Spiel neue Freundschaften schafft

Während viele Menschen im Alter mit Einsamkeit und einem kleiner werdenden sozialen Umfeld kämpfen, entsteht in den USA eine ungewöhnliche Gemeinschaft rund um ein jahrhundertealtes Spiel aus China: Mahjong. In einem Vorort von Memphis treffen sich Frauen regelmäßig zum gemeinsamen Spielen, Lachen und Austauschen – nicht nur wegen der Spielsteine, sondern vor allem wegen der Verbindung untereinander.
Es ist ein Donnerstagnachmittag in einem Barbecue-Restaurant. Dutzende Frauen sitzen an Tischen, vor sich Reihen kleiner Spielsteine, und legen konzentriert Muster. Sie lachen, sprechen miteinander und bleiben ständig in Bewegung. „Lunch and Play“ nennt die Gruppe MahJ Squad 901 dieses gemeinsame Ritual.
Gegründet wurde die Gemeinschaft von den Schwestern Patricia Ford und Sandy Sissom kurz nach der Corona-Pandemie in der Nähe von Memphis. „Wir haben einfach angefangen zu spielen, und die Runde wurde immer größer und größer“, sagt Sissom. Heute bringen sie Mahjong auch anderen Menschen in der gesamten Region Mid-South näher.
Der Anstoß dafür kam aus einer persönlichen Erfahrung innerhalb der eigenen Familie. Die Schwestern beobachteten, wie ihre Mutter im Alter immer mehr Freunde verlor. „Wenn man älter wird, wird der Kreis kleiner“, sagt Sissom. Deshalb wollten sie eine Gemeinschaft schaffen, die groß und vielfältig genug ist, damit niemand das Gefühl hat, am Ende allein zurückzubleiben.
Mahjong ist dabei weniger das eigentliche Ziel als vielmehr das verbindende Element. Das Spiel schafft einen festen Anlass für regelmäßige Treffen, gemeinsame Erlebnisse und neue soziale Kontakte.
Mahjong – ausgesprochen etwa „Ma-dschong“ – entstand im China des 19. Jahrhunderts, vermutlich in der Region um Ningbo und Shanghai gegen Ende der Qing-Dynastie. Der Name bedeutet wörtlich „Sperling“. Einer verbreiteten Erklärung zufolge geht die Bezeichnung auf das Geräusch der Spielsteine beim Mischen zurück, das an das Klappern und Zwitschern einer aufgescheuchten Spatzenschar erinnert.

Mitglieder des MAHJ Squad 901 spielen Mahjong in einem Gemischtwarenladen in Memphis, Tennessee. Die Gruppe wurde von zwei Schwestern nach der COVID-19-Pandemie gegründet, um soziale Kontakte zu etablieren.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Patricia Ford, Jacki Thrapp/The Epoch Times

In Memphis wird allerdings nicht die klassische chinesische Variante gespielt, sondern American Mah Jongg, eine im 20. Jahrhundert in den USA entwickelte Form des Spiels. Sie unterscheidet sich unter anderem durch zusätzliche Jokersteine und eine jährlich wechselnde Spielkarte, auf der die gültigen Gewinnkombinationen festgelegt sind. Gespielt wird in der Regel zu viert. Ziel ist es, eine Hand aus 14 Steinen zusammenzustellen, die exakt einer der vorgegebenen Kombinationen auf der Karte entspricht.
Was zunächst einfach klingt, erfordert viel Übung und Konzentration. Da die Karte jedes Frühjahr erneuert wird, können sich die Spielerinnen nicht dauerhaft auf einmal gelernte Muster verlassen. Mit jeder neuen Saison müssen sie neue Kombinationen verstehen, Strategien anpassen und sich wieder auf die veränderten Regeln einstellen.

Ordnung aus dem Chaos

Am Anfang jeder Partie steht der sogenannte „Charleston“: Dabei geben die Spielerinnen reihum nicht benötigte Steine weiter – drei nach rechts, drei an die gegenüberliegende Spielerin und drei nach links. Dieses kreisförmige Tauschen dient dazu, die eigene Hand zu ordnen und erste Strategien zu entwickeln, bevor der eigentliche Wettkampf mit Ziehen und Ablegen der Steine beginnt.
Wer als Erste eine gültige Kombination vervollständigt, ruft „Mahjong“ und gewinnt die Runde. Spielerinnen vergleichen das Spiel häufig mit einer Mischung aus Schach, Bridge und Rommé – kombiniert mit der sozialen Atmosphäre eines regelmäßigen Treffens, bei dem Strategie, Austausch und Geselligkeit zusammenkommen.
Die Schauspielerin Julia Roberts, die Mahjong bereits lange vor dem aktuellen Trend für sich entdeckte, beschrieb den Reiz des Spiels einmal als den Versuch, aus zufällig gezogenen Steinen Ordnung zu schaffen. Da sich die Spielsituation mit jedem Zug verändert, erfordert jede Runde neue Entscheidungen, Anpassungsfähigkeit und Konzentration.
Mahjong Spielerinnen in einem Restaurant in Memphis, Tennesse im Juni 2026.

Mahjong-Spielerinnen in einem Restaurant in Memphis, Tennesse, am 19.Juni 2026.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Patricia Ford, Jacki Thrapp/The Epoch Times

Mahjong hat Amerika schon einmal erobert

Dass ausgerechnet Mahjong diese Rolle übernimmt, ist in den USA nicht neu. Als das Spiel in den 1920er-Jahren nach Amerika gelangte, löste es eine landesweite Begeisterung aus, die den heutigen Aufschwung noch deutlich übertraf.
Joseph Park Babcock, ein Vertreter des Ölkonzerns Standard Oil, gehörte zu den Personen, die Mahjong in den Vereinigten Staaten populär machten. Er vereinfachte die Regeln für amerikanische Spieler und trug dazu bei, dass das Spiel schnell in wohlhabenden Gesellschaftskreisen Fuß fasste. Selbst im Weißen Haus spielten Präsident Warren G. Harding und seine Frau Mahjong.
Auch in Hollywood fand das Spiel Anhänger. Berichten zufolge gehörten Stummfilmstars wie Mildred Davis und Bessie Love zu den begeisterten Spielerinnen. In Los Angeles veranstaltete ein Gastronom für seine prominenten Gäste sogar eigene „Mahjong-Tees“, für die sie zeitgenössischen Berichten zufolge teilweise ihre Studioverpflichtungen unterbrachen.
Der Import nahm bald enorme Ausmaße an. Im Jahr 1923 waren Mahjong-Sets aus Shanghai das sechstgrößte Exportgut der Stadt in die Vereinigten Staaten. Die Nachfrage war so hoch, dass sogar Rinderknochen aus Kansas und Chicago nach China geliefert wurden, um daraus Spielsteine für den amerikanischen Markt herzustellen.
Der Revenue Act von 1924 belegte Mahjong-Sets mit einer zehnprozentigen Steuer. Diese Maßnahme sorgte für Unmut in der Branche. Die Bostoner Spielefirma Hillson legte sogar eine Petition dagegen ein – jedoch ohne Erfolg.
Doch die große Mahjong-Welle verschwand fast so schnell, wie sie entstanden war. Mit dem Börsencrash von 1929 und der folgenden Weltwirtschaftskrise verlor das Spiel seinen Status als gesellschaftliches Symbol der Wohlhabenden. Teure Spielsets und aufwendige Mahjong-Abende passten nicht mehr in eine Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit.
Mahjong verschwand jedoch nie vollständig. Es überlebte in kleineren Gemeinschaften, besonders unter jüdischen Frauen in New York. Dort wurde es nicht als vorübergehender Trend, sondern als soziales Ritual über Generationen hinweg weitergegeben. Man traf sich regelmäßig, spielte gemeinsam, tauschte sich aus und pflegte Freundschaften.

Die Rückkehr

Nach der Corona-Pandemie nahm die Begeisterung für Mahjong erneut zu. Gruppen wie jene in Memphis trafen offenbar ein Bedürfnis vieler Frauen, ihre sozialen Kontakte wieder auszubauen und regelmäßige persönliche Begegnungen zurück in ihren Alltag zu holen.
Im April 2026 ermittelte die Spieleplattform Bam Good Time anhand öffentlicher Verzeichnisse 1.026 Mahjong-Clubs in den gesamten Vereinigten Staaten. Private Spielrunden und kleinere Gruppen dürften in dieser Zahl allerdings nicht vollständig erfasst sein.
Neben dem sozialen Aspekt bietet Mahjong auch eine geistige Herausforderung. Eine im Jahr 2020 veröffentlichte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass ältere Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung nach zwölf Wochen regelmäßigem Mahjong-Spielen bei Tests zu exekutiven Funktionen bessere Ergebnisse erzielten als eine Vergleichsgruppe.
Mit der wachsenden Popularität entdecken auch Händler und Luxusmarken das Potenzial des Spiels. Marken wie Tiffany & Co., Prada und Coach bieten eigene Mahjong-Sets an. Hermès verkaufte beispielsweise Sets aus Palisanderholz und Kalbsleder für 42.000 US-Dollar. Louis Vuitton bietet ein handgefertigtes „Vanity Mahjong“-Set aus Corian und Holz für rund 63.000 US-Dollar an, das ausschließlich über einen Concierge-Service erhältlich ist.
Für die Freude am Spiel ist solcher Luxus jedoch nicht notwendig. Ein ansprechendes Set für vier Personen ist in den USA bereits ab etwa 50 US-Dollar und in Deutschland ab etwa 40 Euro erhältlich. Der eigentliche Wert von Mahjong liegt ohnehin weniger im Material der Steine als in der Regelmäßigkeit, mit der Menschen zusammenkommen.
„Es ist nicht nur etwas für alte Damen“, sagt Sissom und lacht. „Wir bringen es vielen jungen Frauen bei.“
Jüngere Spielerinnen lernen die Regeln von erfahrenen Mahjong-Spielerinnen, neue Teilnehmerinnen kommen hinzu – und aus einem einfachen Treffen an einem Donnerstagnachmittag entsteht allmählich ein festes Ritual.
Auch in Deutschland gibt es Freunde des chinesischen Gesellschaftsspiels Mahjong (oder auch Mah-Jongg geschrieben).

Auch in Deutschland gibt es Freunde des chinesischen Gesellschaftsspiels Mahjong (oder auch Mah-Jongg geschrieben).

Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Mahjong in Deutschland

Viele Menschen in Deutschland verbinden mit Mahjong vor allem ein Computerspiel, bei dem gleiche Steine paarweise vom Bildschirm entfernt werden. Mit dem traditionellen Mahjong, das von vier Personen mit Spielsteinen gespielt wird, hat diese digitale Variante jedoch nur wenig gemeinsam.
In Deutschland ist Mahjong bislang vor allem durch Vereine, Regionalgruppen und den Turnierbetrieb sichtbar. Seit 2002 gibt es die Deutsche Mah-Jongg Liga, die neue Spielrunden fördern und verschiedene Spielvarianten vermitteln möchte. Eine mit den USA vergleichbare Welle gemeinschaftlicher Mahjong-Treffen ist derzeit zwar nicht erkennbar, aber auch nicht ausgeschlossen – denn private Spielrunden erscheinen in keiner offiziellen Statistik.
Ob die neue amerikanische Begeisterung für Mahjong auch nach Deutschland überspringt, bleibt abzuwarten. Gesellschaftsspiele erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, und für eine Partie braucht es nicht viel: vier Spieler, einen Satz Steine und die Bereitschaft, einige Stunden gemeinsam ohne Bildschirm zu verbringen.
In East Memphis wird derweil weiter gemischt, getauscht und überlegt. Aus den Steinen entstehen neue Kombinationen – und aus einzelnen Spielerinnen wächst eine Gemeinschaft.
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KI-Inhalte überschwemmen das Internet: So verändern sie schon heute unser Denken


In Kürze:

  • Soziale Medien, Fachtexte und Nachrichten haben sich durch KI-generierte Inhalte in jüngster Zeit massiv und rasant verändert.
  • Da generierte Texte auf Wahrscheinlichkeiten statt auf Verständnis beruhen, wiederholen viele Beiträge ähnliche Strukturen, ähnliche Ratschläge und ähnliche Formulierungen.
  • Die Fülle an KI-Inhalten bewirkt zweierlei: Die Ergebnisse sind schön, aber unvollständig und die Trainingsdaten werden immer schlechter.
  • In der Folge verlieren Menschen und Maschine gleichermaßen den Bezug zur Realität.
  • Können Sie unterscheiden, was echt oder generiert ist? Probieren Sie es aus, in unserem kleinen Quiz am Ende des Artikels.

 
Eine nie endende Flut von mit Künstlicher Intelligenz generierten Inhalten verändert derzeit das Internet. Nicht nur beeinflusst dies auch die Art und Weise, wie Menschen mit Informationen interagieren, sondern es passiert schneller als jemals zuvor.
Egal, ob Zusammenfassungen, Nachrichten, Beiträge in sozialen Netzwerken oder wissenschaftliche Arbeiten: Wissenschaftler bringen die schiere Menge an maschinell erstellten Materialien mit einem Anstieg der „kognitiven Auslagerung“ in Verbindung. Bei diesem Phänomen überlassen Menschen kritisches Denken und Überprüfungen automatisierten Systemen.
Eine Analyse aus dem Jahr 2024 beschäftigte sich mit dem Einfluss von KI-Tools auf genau diese geistige Auslagerung. Sie ergab eine „signifikant negative Korrelation“ zwischen der häufigen Nutzung von KI-Tools und der Fähigkeit zu kritischem Denken bei Menschen aller Altersgruppen und Bildungshintergründen. Michael Gerlich von der Swiss Business School (SBS) in London kommt darin zu dem Schluss, dass gerade jüngere Altersgruppen eine höhere Abhängigkeit von KI-Modellen aufwiesen – und zugleich niedrigere Werte beim kritischen Denken erzielten.

Menge mit Glaubwürdigkeit verwechselt

Möglicherweise noch beunruhigender ist eine neue Studie vom Mai 2026 im Auftrag der internationalen PR- und Kommunikationsagentur Pangram. Die vom Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführte Studie zeigte, dass lediglich 55 Prozent der Generation Z (18 bis 28 Jahre) irreführendes KI-Material identifizieren konnten. In den älteren Altersgruppen war diese Zahl noch niedriger.
Das Problem liegt indes nicht im Erkennen einzelner falscher Inhalte, sondern in deren Fülle. Javi Pérez, Herausgeber von KI-gestützten Websites zur Verbraucheraufklärung,  sagte dazu gegenüber Epoch Times:
„KI-generierte Beiträge und Kommentare können die öffentliche Wahrnehmung verzerrt darstellen, insbesondere wenn Volumen mit Glaubwürdigkeit verwechselt wird.“
„Wenn ein Nutzer Dutzende ähnlicher Beiträge über ein Produkt, einen Trend, eine politische Behauptung, ein Gesundheitsthema oder ein Finanzthema sieht, geht er möglicherweise davon aus, dass breite Übereinstimmung herrscht“, so Pérez weiter.

„Selbstbewusste Gleichförmigkeit“

Pérez warnt insbesondere davor, dass KI-Inhalte das Volumen dessen erhöhen würden, was er als „selbstbewusste Gleichförmigkeit“ im Internet bezeichnet.
„Viele Artikel und Beiträge wiederholen mittlerweile ähnliche Strukturen, ähnliche Ratschläge und ähnliche Formulierungen. Bei Lesern kann dies den Eindruck erwecken, dass bei einem Thema mehr Konsens oder Gewissheit besteht, als es tatsächlich der Fall ist, denn sie sehen dieselben Ideen immer wieder wiederholt in vielen Quellen“, sagte Pérez.
„Das Risiko besteht darin, dass die Menschen nicht mehr wissen, welche Inhalte überprüft wurden.“
„In Bereichen wie Finanzen, Gesundheit, Recht, Bildung oder Nachrichten müssen Leser wissen, ob Behauptungen anhand von Primärquellen überprüft, kürzlich aktualisiert und von jemandem bearbeitet wurden, der rechenschaftspflichtig ist“, so Pérez weiter.
Die Epoch Times sprach auch mit KI-Strategieberater Armand Cucciniello III. Dieser erklärte, dass KI-generierte Inhalte nicht nur verändern, wie wir Informationen konsumieren. Er sagte auch, dass diese ändern, wie schnell wir sie verarbeiten und ihnen vertrauen.
„Wir bewegen uns weg vom bewussten Lesen hin zu einem schnellen Überfliegen von geschliffenen Zusammenfassungen, Kommentaren, Kurzvideos und KI-gestützten Inhalten, die auf Geschwindigkeit und Interaktion ausgelegt sind“, sagte er.
Als jemand, der im „U.S.-amerikanischen nationalen Sicherheitsumfeld“ gearbeitet habe, sagte Cucciniello, sei eine seiner größten Sorgen, dass KI-Systeme „unbeabsichtigt große Mengen ungenauer oder bewusst manipulierter Inhalte einfach durch Wiederholung und Skalierung verstärken können“.
Er sagte auch, er glaube, dass das große Volumen an KI-generierten Inhalten einen realen Druck auf das öffentliche Vertrauen ausübe.
„Wenn Leser in mehreren Quellen auf fast identische Formulierungen oder Interpretationen stoßen, ist es nur natürlich zu hinterfragen, ob die Informationen unabhängig berichtet oder einfach neu verpackt wurden“, sagte er.

Zwischen Herausforderung und Ermüdung

Carl Stroud, ein PR-Experte bei der Agentur Smoking Gun, sagte, er habe ebenfalls miterlebt, wie KI-Inhalte einen Tribut von der Öffentlichkeit fordern.
„Das grundlegende Bedürfnis des Publikums hat sich nicht verändert: Die Menschen wollen dem vertrauen, was sie lesen“, sagte Stroud der Epoch Times. Und weiter:
„Was sich geändert hat, ist, wie viel schwieriger dieses Urteil geworden ist.
„KI-generierte Inhalte, Zusammenfassungen und minderwertiger ‚Slop‘ (Inhaltsmüll) haben das Informationsumfeld lauter, flacher und verwirrender gemacht, sodass das Publikum jetzt versucht herauszufinden, ob es eine Originalberichterstattung liest, aufgewärmte Inhalte oder etwas, das niemals hätte veröffentlicht werden dürfen.“
Abgesehen von sozialen Medien und der akademischen Welt wurden nur wenige Branchen so hart von KI-generierter Fehlinformation getroffen wie die Nachrichten. Stroud, der zwei Jahrzehnte in britischen Medienkreisen, in Redaktionen und im Journalismus verbracht hat, sagte, er sehe, dass KI-Inhalte zu einer Ermüdung bei Lesern führen, die nach präzisen Informationen suchen.
„Ermüdung ist gefährlich, denn wenn Menschen sich überfordert fühlen, klinken sie sich entweder aus oder lassen sich leichter in die Irre führen“, sagte er.

Bezug zur Realität verloren

Ashutosh Khulbe, Gründer von RawPickAI, testet KI-Werkzeuge beruflich – etwa drei bis vier neue pro Woche.
„Was mir in meiner Ecke des Internets am meisten auffällt, ist, dass sich mittlerweile alles gleich anhört. Wirklich unheimlich gleich“, sagte er der Epoch Times. „Ich würde schätzen, dass zu diesem Zeitpunkt 70 bis 80 [Prozent] der Artikel über die ‚besten KI-Werkzeuge‘ KI-generiert sind.“
„Es entsteht diese seltsame Rückkopplungsschleife, in der KI Rezensionen auf der Grundlage dessen schreibt, was andere KIs bereits geschrieben haben, Leser davon ausgehen, dass ein Konsens besteht, und die tatsächliche Erfahrung bei der Nutzung dieser Werkzeuge begraben wird.“
Als Beispiel führt er seinen Test eines Schreibprogramms an, das Hunderte von positiven Bewertungen im Internet hatte, in der kostenlosen Version jedoch unbrauchbar war.
„Man konnte nicht einmal einen Absatz beenden, bevor man ans Limit stieß“, sagte er. „Aber viel Glück dabei, diese Information in einer Google-Suche zu finden.“
Besonders besorgt sei er jedoch darüber, wie sich die Informationsverzerrung auf die Öffentlichkeit auswirke:
„KI-Inhalte sind durchweg positiv gefärbt, weil sie mit Marketingseiten und Affiliate-Bewertungen trainiert wurden. Niemand trainiert Modelle mit ‚Ich habe das zwei Wochen lang ausprobiert, und es war beschissen‘. Das negative Signal verschwindet also einfach aus dem Internet.“
Die Auswirkungen des Booms von KI-Inhalten lassen sich mittlerweile in dem beobachten, was manche als „KI-Psychose“ oder eine Trennung von der Realität bezeichnen.
Obwohl es sich nicht um eine klinische Diagnose handelt, ist der Begriff zu einer populären Sammelbezeichnung geworden, um zu beschreiben, wenn KI eine ungewöhnliche, fixe oder sogar wahnhafte Wahrnehmung von etwas in der realen Welt verstärkt.
 

„KI-Psychose“ und unrealistische Erwartungen

Menschen mit psychischen Erkrankungen könnten anfällig dafür sein, eine „KI-Psychose“ zu entwickeln, aber es ist nicht auf diese Bevölkerungsgruppe beschränkt, so Dr. Ragy Girgis, Professor für Klinische Psychiatrie an der Columbia University und dem New York State Psychiatric Institute.
„Das Phänomen der KI-Psychose ist quantitativ neu und könnte sehr gefährlich sein, aber qualitativ ist es dem sehr ähnlich, was seit Jahrzehnten, seit dem Aufkommen des Internets, passiert“, sagte Prof. Girgis im März während eines Interviews mit der National Academy of Medicine.
Während das Versinken in Online-Themen durch Link-Hopping kein neues Phänomen sei, würden KI und große Sprachmodelle dieses Problem extrem verstärken, warnt Prof. Girgis. Das enge Nachahmen menschlicher Intelligenz durch moderne KI-Modelle mache es für Menschen leichter, deren Inhalte zu verinnerlichen.
Und die Beweise zeigen sich in fast jeder Ecke des täglichen Lebens, manchmal in Form von unrealistischen Erwartungen.
„Eine der größten Veränderungen, die ich durch die Sättigung mit KI-Inhalten gesehen habe, ist das Aufkommen von ‚synthetischen Erwartungen‘, insbesondere in der Schönheitsbranche“, sagte Justin Killingsworth, Gründer von The Color Bar, gegenüber Epoch Times.
„Als jemand, der mit Salons und kundenorientierten Beautymarken arbeitet, sehe ich immer mehr Kunden, die KI-generierte Inspirationsfotos mitbringen, die nicht widerspiegeln, was bei einem echten Menschen realistisch machbar ist.“
„Stylisten müssen zunehmend nicht nur als Künstler, sondern auch als Aufklärer und emotionale Übersetzer agieren, indem sie ihren Kunden helfen, zu verstehen, was realistisch machbar ist, während sie gleichzeitig deren Selbstvertrauen und Vertrauen wahren.“

KI oder nicht KI – das ist (k)eine Frage

Letztes Jahr zeigte eine Analyse des Microsoft AI for Good Lab, dass Menschen ein KI-generiertes Bild in 62 Prozent der Fälle korrekt identifizieren konnten. Das liegt in etwa in der Größenordnung vergleichbarer Umfragen und zeigt, wie leicht wir uns überlisten lassen.
Für Cucciniello liegt die Gefahr vor allem darin, „hochgradig effizient zu werden, Informationen schnell zu konsumieren, während man weniger Zeit damit verbringt, sich mit Mehrdeutigkeiten, Nuancen oder konkurrierenden Standpunkten auseinanderzusetzen.“
Pérez stimmte dem zu.
„Langfristig besteht die Gefahr, dass die Menschen entweder zu vertrauensselig oder zu zynisch werden“, sagte er.
Er erklärte: „Einige werden alles glauben, was wie geleckt aussieht. Andere werden davon ausgehen, dass alles im Internet künstlich ist – und aufhören, auch legitimen Informationen zu vertrauen. Beide Ergebnisse schwächen das kritische Denken.“
Und wie sieht es mit Ihnen aus? Können Sie erkennen, welche Fotos echt sind und welche von KI erstellt wurden? Testen Sie Ihr Gespür. Die Auflösung nach jedem Bild gibt Gewissheit.
 
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „AI Content Is Swamping the Internet. Here’s How It’s Changing the Way We Think“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm, ts)
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Schlagerkomponist Siegel bringt ESC-Lied aus Koma mit: „Es ist unschlagbar“

Der Schlagerkomponist Ralph Siegel hatte während seines Komas offenbar eine künstlerische Eingebung für den Eurovision Song Contest. „Ich habe aus dem Koma ein fantastisches Lied mitgebracht. Es ist in meinem Kopf und ich weiß schon jetzt: Es ist unschlagbar“, sagte der 80-Jährige dem „Münchner Merkur“ von Ippen Media. Er wolle den Song beim nächsten ESC einreichen und habe genau so ein Gefühl wie damals mit „Ein bisschen Frieden“. Der Titel war 1982 der Gewinner des Wettbewerbs.

Koma als „immerwährender Alptraum“

Ansonsten erlebte Siegel das künstliche Koma als Horror. „Ich kann mich nicht an Details erinnern, aber ich hatte Angst“, sagte er dem Blatt. „Das war das Schrecklichste, was ich jemals erlebt habe. Fürchterlich. Es war wie ein immerwährender Alptraum. Es war ein Gefühl, als ob ich gefangen und gefoltert wurde.“
Anfang Juli hatten die Ärzte den 80-Jährigen wegen einer Lungenentzündung in ein künstliches Koma versetzt, vor rund zwei Wochen war er daraus wieder erwacht. Nun arbeitet der Münchner an seiner Genesung und machte dem Bericht zufolge auch schon seine ersten Schritte, „langsam natürlich, noch mit einer Gehhilfe, einer Art Rollator. Aber trotzdem: Das hat mir viel Mut gemacht, dass ich bald wieder laufen kann“, sagte er. Und: „Ich hoffe, ich komme Ende nächster Woche nach Hause.“
Ralph Siegel zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Schlagerkomponisten und -produzenten. Er hat rund 3.000 Lieder veröffentlicht, sein bekanntester Hit ist „Ein bisschen Frieden“. (dpa/red)
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Waldbrände in Griechenland außer Kontrolle

Bei starkem Wind breiten sich in Griechenland aktuell mehrere große Wald- und Buschbrände aus. Die größten Fronten liegen rund 60 Kilometer westlich von Athen entfernt, die gewaltigen Rauchwolken sind von der Hauptstadt aus deutlich zu sehen.
Zuletzt wurden in den betroffenen Regionen am Morgen vorsorglich erneut mehrere Ortschaften evakuiert. In der Bucht des Ortes Porto Germeno wurden zwölf Menschen durch die Küstenwache vom Strand aus über das Meer gerettet, wie die Zeitung „Kathimerini“ berichtete. Dort verbrannten auch mindestens zehn Häuser, wie der Sender Ertnews zeigte.
Starker Wind begünstigt, dass sich die Flammen rasend schnell ausbreiten. In der Region sind 325 Feuerwehrleute sowie Freiwillige, 92 Fahrzeuge, 18 Löschflugzeuge und 7 Hubschrauber im Einsatz, wie die Feuerwehr auf der Plattform X mitteilte. Auch die Polizei ist im Dauereinsatz, um den Verkehr in der Region nahe der beliebten Halbinsel Peloponnes zu regeln. Im Norden der Peloponnes brennt es ebenfalls an zwei Fronten.
Von Athen aus sind die Rauchwolken der Brände westlich der griechischen Hauptstadt zu sehen.

Von Athen aus sind die Rauchwolken der Brände westlich der griechischen Hauptstadt zu sehen.

Foto: Lefteris Partsalis/XinHua/dpa

Verbesserte Situation auf Kreta

Den großen Waldbrand im Süden der Urlaubsinsel Kreta hat die Feuerwehr mittlerweile im Griff. Allerdings seien weiterhin rund 220 Feuerwehrleute im Einsatz, berichtete „Kathimerini“. Wegen der starken Winde seien Löscharbeiten aus der Luft immer noch nicht möglich, gleichzeitig heizten die Windböen bestehende Glutnester an, so dass immer neue kleinere Brände aufflammten. Unterdessen laufen die Untersuchungen zur Brandursache; es wird gemutmaßt, dass das Feuer durch Schäden an Strommasten entstanden sein könnte.

Der Ausblick ist kritisch

Für sämtliche Brände im Land können Meteorologen bislang keine Entwarnung geben – es soll weiterhin sehr stark winden. Am Samstag gilt für die Region um Athen und die Südhälfte der Insel Euböa mit Stufe 5 der höchste Grad der Waldbrandgefahr. Die zweithöchste Stufe umfasst Teile Kretas, der Halbinsel Peloponnes und Ägäisinseln wie die Kykladen und Chios sowie Lesbos in der östlichen Ägäis. (dpa/red)
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ING-Chef fordert mehr Finanzbildung und Ausbau der Frühstartrente

Die Frühstartrente darf aus Sicht von ING-Deutschland-Chef Lars Stoy nicht der letzte Schritt zu mehr Finanzierung der Alterssicherung über den Kapitalmarkt sein. „Ich glaube, dass wir als Land eine Finanzbildungsstrategie entwickeln und umsetzen sollten“, sagte Stoy, der das Thema Altersvorsorge im Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) federführend betreut, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.
„Es gibt viele lobenswerte Initiativen. Es braucht aber eine konzertierte Aktion“, forderte Stoy. „Wir müssen dahin kommen, dass Schülerinnen und Schüler nach ihrem Abschluss auch über finanzielle Fragestellungen aufgeklärt sind.“
In den vergangenen Jahren habe auch bei Jüngeren die Bereitschaft, am Kapitalmarkt zu investieren, deutlich zugenommen. „Die neuen Angebote zur privaten Altersvorsorge zahlen genau auf diesen Trend ein.“

Stoy: Förderung für weitere Jahrgänge prüfen

Künftig soll jedes Kind vom 6. bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro vom Staat in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten. Losgehen soll es 2027. Den Anfang macht der Geburtsjahrgang 2020: Für Kinder die 2026 sechs Jahre alt geworden sind oder noch werden, soll es rückwirkend zum 1. Januar 2026 die staatliche Förderung geben. Von 2027 an soll jährlich der Jahrgang der dann Sechsjährigen dazukommen.
„Ich hoffe, dass die Regierung noch Budgetmittel findet, um weitere Jahrgänge in die staatliche Förderung einzubinden“, sagte Stoy. Jeder verstehe, dass der Staat nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung habe. „Aber das wäre schon ein Unikum, wenn man so viele Jahrgänge ausschließt.“

Viele Deutsche scheuen das Investment an der Börse

Insgesamt sei das Altersvorsorgedepot eine Chance. „Es wird aber brauchen, bis das alle merken, weil sich der Kapitalstock natürlich erst aufbauen muss“, sagt Stoy. „Das Beste, was dem Land in Sachen Altersvorsorge passieren könnte, ist, dass sich eine Bewegung in Gang setzt. Es mangelt vielen nicht an der Erkenntnis, dass sie etwas für ihre Altersvorsorge tun müssen. In Deutschland tun wir uns nur manchmal schwer, ins Handeln zu kommen.“
Eltern, Paten und Großeltern können dem Gesetzentwurf zufolge in das Altersvorsorgedepot pro Jahr bis zu 6.840 Euro zusätzlich einzahlen. So könnten über die gesamte Laufzeit sechsstellige Summen zusammenkommen. Ausgezahlt werden soll das geförderte Kapital erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres.

Anbieter warten händeringend auf genaue politische Vorgaben

„Ich kann für unser Haus sagen, dass wir mit Hochdruck daran arbeiten, ein preislich attraktives Angebot in den Markt zu bringen, was sich im Wettbewerb gut positionieren sollte“, sagte der ING-Deutschland-Chef. „Eine dedizierte Beratung für dieses Produkt werden wir nicht anbieten, weil wir glauben, dass es so einfach erfassbar ist, dass eine Selbstbedienung möglich sein wird.“
Damit es 2027 losgehen kann, muss die Politik aber noch die Details festzurren. Stoy hofft, dass bald Klarheit herrscht: „Je schneller alle Details zum Gesetz bekannt sind, umso besser für die Anbieter. Wenn das viel später als Oktober kommt, wird es schwierig: So agil können sie gar nicht sein, dass sie die neuen Produkte dann auch noch in die IT implementieren.“ (dpa/red)
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Unwetter über Deutschland: Toter und schwere Schäden durch Sturm

Schwere Unwetter sind in der Nacht über Deutschland gezogen und haben in der Sächsischen Schweiz ein Menschenleben gefordert. In Rathen wurde ein Mann laut Polizei von einem Baum erschlagen. Drei Menschen seien schwer verletzt worden. Zehn weitere Menschen wurden nach Angaben der zuständigen Rettungsleitstelle verletzt, 40 Menschen in Sicherheit gebracht.
„Es ist vor Ort sehr unübersichtlich“, sagte ein Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur am späten Abend. Die Dunkelheit erschwert die Arbeit der Einsatzkräfte. Es werde vermutlich erst ein klares Lagebild geben, wenn es wieder hell sei, sagte der Polizeisprecher. Nach Angaben der Rettungsleitstelle soll der Einsatz am Morgen weitergehen.
Auch die Bergwacht war im Einsatz und suchte mit der Unterstützung von Drohnen nach Menschen. Ein Sprecher der Bergwacht sagte, er habe den Eindruck, als seien ein Teil des Hanges abgestürzt und mehrere Bäume ins Tal gestürzt. „Es scheint eine sehr lokal begrenzte und sehr starke Unwetterzelle gewesen zu sein“, sagte er.
Für die Einsatzkräfte war die Lage in der Dunkelheit unübersichtlich.

Für die Einsatzkräfte war die Lage in der Dunkelheit unübersichtlich.

Foto: Robert Michael/dpa

Weitere Schäden und Verletzte

Auch im Süden Deutschlands krachte es: Ein schweres Gewitter mit Sturm brachte in Stuttgart eine Reihe von Bäumen zu Sturz. „Bäume fielen auf Pkw, auf Stromleitungen oder auf Straßen“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend. Zudem seien Unterführungen überflutet worden. Es gebe etwa 50 Einsätze. Unter anderem sorgte ein umgestürzter Baum für Unterbrechungen bei der Stadtbahn, ein anderer riss eine Stromleitung ab, wie die Feuerwehr in ihrer Bilanz gegen Mitternacht mitteilte. Mehrere umgestürzte Bäume blockierten zudem vorübergehend den Weg zu einem Klinikgelände.
Zuvor hatte die Hamburger Feuerwehr mitgeteilt, dass es wegen eines Unwetters derzeit viele Einsätze gebe. Ein Mitarbeiter des Feuerwehr-Lagezentrums zählte 85 Einsätze zwischen 18.30 und 21.00 Uhr, die mit Wasser zu tun hatten. Zwölf weitere fasste er unter dem Stichwort „droht zu fallen“ zusammen, damit gemeint waren etwa Zäune oder Dachziegel. Verletzte habe es nicht gegeben. Die vielen Einsätze seien gut zu bewältigen gewesen.
In Oberbayern hat ein Gewitter hingegen für einen Waldbrand gesorgt: Bei Bad Reichenhall schlug laut Polizei am Abend ein Blitz am Berg Hochstaufen ein und entfachte dort ein Feuer. Der Regen habe gegen die Flammen geholfen, aber es seien immer noch Glutnester da, sagte ein Polizeisprecher am frühen Morgen. Hubschrauber könnten erst mit den Löscharbeiten beginnen, wenn es draußen wieder hell ist. In einer Warnmeldung wiesen die Stadt Bad Reichenhall und die Feuerwehr darauf hin, dass „beim Aufenthalt in diesem Bereich Gefahr für Leib und Leben“ bestehe.

Vorstellung an der Felsenbühne abgesagt

Zurück nach Sachsen: Ein Sprecher der Rettungsleitstelle Dresden sagte, das Unglück habe sich in einem Zugangsweg zur Felsenbühne in Rathen ereignet. Die Einsatzkräfte vermuteten, dass mehrere Menschen von Bäumen eingeschlossen waren. Das Gelände dort ist felsig. Weitere Details waren zunächst unklar. Die Vorstellung „Der kleine Horrorladen“, die für Freitagabend dort geplant war, wurde abgesagt. Die Felsenbühne hat Platz für rund 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie zählt zu den größten Freilichttheatern Sachsens.
Ein Baum liegt nach einem Unwetter mit starken Stürmböen umgestürzt im Landkreis Lüneburg

Ein Baum liegt nach einem Unwetter mit starken Stürmböen umgestürzt im Landkreis Lüneburg

Foto: René Schröder/News5/dpa

Warnung vor Gewittern

Der Deutsche Wetterdienst hatte für weite Teile Sachsens vor starken Gewittern gewarnt. Dabei könne es unter anderem zu Blitzschlag kommen, es könnten Bäume umstürzen und Gegenstände herabfallen. Auch für andere Bundesländer gab es Warnungen. (dpa/red)
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Verstoß gegen die Mietpreisbremse: So viel zahlen Mieter im Schnitt zu viel

Private Vermieter überhöhen ihre Mieten fast genauso stark wie gewerbliche Anbieter. Das zeigten neue Daten des Rechtsdienstleisters Conny, über die das „Handelsblatt“ berichtet.
Grundlage der Analyse war ein Datensatz mit 9.350 Fällen, in denen Conny einen Verstoß gegen die Mietpreisbremse festgestellt hatte. Die Vermieter wurden dabei in drei Gruppen unterteilt: gewerbliche und andere Vermieter mit einem Anteil von knapp 80 Prozent, private Vermieter mit einem Anteil von gut 19 Prozent sowie nicht gewinnorientierte Vermieter mit einem Anteil von einem Prozent.
Bei mehr als jedem vierten privaten Vermieter, in 26,9 Prozent der Fälle, lag die Vertragsmiete den Daten zufolge mindestens doppelt so hoch wie die Mietspiegelmiete.

Hunderte Euro zu viel Miete im Monat

Laut „Conny“ verlangten private Vermieter im Schnitt rund 338 Euro monatlich zu viel Miete, gewerbliche Vermieter rund 348 Euro. Aufs Jahr gerechnet zahlten Mieter von Privatvermietern damit im Schnitt 4.061 Euro zu viel, Mieter von gewerblichen Vermietern wie Deutsche Wohnen/Vonovia oder Heimstaden im Schnitt 4.178 Euro.
Conny-Gründer Daniel Halmer widersprach damit der These, private Vermieter verstießen nur aus Unwissenheit oder Versehen gegen die Mietpreisbremse. In mindestens 73 Prozent der Fälle mit privaten Vermietern sei laut Conny eine professionelle Hausverwaltung eingeschaltet gewesen.
„Hausverwaltungen kennen die gesetzlichen Vorgaben der Mietpreisbremse“, sagte Halmer der Zeitung. Vermieter, die gegen die Mietpreisbremse verstießen, täten das nicht aus Versehen. (dts/red)
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Verstoß gegen die Mietpreisbremse: So viel zahlen Mieter im Schnitt mehr

Private Vermieter überhöhen ihre Mieten fast genauso stark wie gewerbliche Anbieter. Das zeigten neue Daten des Rechtsdienstleisters Conny, über die das „Handelsblatt“ berichtet.
Grundlage der Analyse war ein Datensatz mit 9.350 Fällen, in denen Conny einen Verstoß gegen die Mietpreisbremse festgestellt hatte. Die Vermieter wurden dabei in drei Gruppen unterteilt: gewerbliche und andere Vermieter mit einem Anteil von knapp 80 Prozent, private Vermieter mit einem Anteil von gut 19 Prozent sowie nicht gewinnorientierte Vermieter mit einem Anteil von einem Prozent.
Bei mehr als jedem vierten privaten Vermieter, in 26,9 Prozent der Fälle, lag die Vertragsmiete den Daten zufolge mindestens doppelt so hoch wie die Mietspiegelmiete.

Hunderte Euro zu viel Miete im Monat

Laut „Conny“ verlangten private Vermieter im Schnitt rund 338 Euro monatlich zu viel Miete, gewerbliche Vermieter rund 348 Euro. Aufs Jahr gerechnet zahlten Mieter von Privatvermietern damit im Schnitt 4.061 Euro zu viel, Mieter von gewerblichen Vermietern wie Deutsche Wohnen/Vonovia oder Heimstaden im Schnitt 4.178 Euro.
Conny-Gründer Daniel Halmer widersprach damit der These, private Vermieter verstießen nur aus Unwissenheit oder Versehen gegen die Mietpreisbremse. In mindestens 73 Prozent der Fälle mit privaten Vermietern sei laut Conny eine professionelle Hausverwaltung eingeschaltet gewesen.
„Hausverwaltungen kennen die gesetzlichen Vorgaben der Mietpreisbremse“, sagte Halmer der Zeitung. Vermieter, die gegen die Mietpreisbremse verstießen, täten das nicht aus Versehen. (dts/red)