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Immer mehr Menschen brauchen im Alter staatliche Hilfe

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das berichtet die „Bild-Zeitung“ (Montagsausgabe) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer.
Demnach hätten Ende des ersten Quartals 2026 insgesamt 771.275 Menschen Grundsicherung im Alter bezogen. Ende 2020 seien es noch 564.110 gewesen. Das entspreche einem Anstieg um 36,7 Prozent.
Besonders stark sei die Zahl ausländischer Empfänger gestiegen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Sie habe sich von 152.320 Ende 2020 auf 279.275 Anfang 2026 erhöht. Das entspreche einem Plus von 83,3 Prozent. Damit sei inzwischen mehr als jeder dritte Empfänger Ausländer. Die Zahl deutscher Empfänger sei im gleichen Zeitraum von 411.790 auf 492.000 (+19,5 Prozent) gestiegen, heißt es in der Antwort weiter.
Auch die Ausgaben hätten deutlich zugelegt. Die Nettoausgaben für die Grundsicherung im Alter sei von rund 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf rund 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen, heißt es Antwort der Bundesregierung, über die die „Bild-Zeitung“ berichtet. Springer fordert angesichts der Entwicklung höhere Zugangshürden und längere Wartezeiten für steuerfinanzierte Sozialleistungen.
(dts/red)
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Deutschlands Industrie baut ab – doch die Debatte kreist um Fachkräfte


In Kürze:

  • In der Autoindustrie arbeiteten Mitte 2026 über 40.000 Menschen weniger als ein Jahr zuvor – trotz anhaltender Klagen über Fachkräftemangel.
  • Viele offene Stellen passen nicht automatisch zu den Beschäftigten, die in Autoindustrie, Zulieferbetrieben oder Chemie ihre Stelle k.
  • Wichtig ist eine genaue Diagnose, ob Personal fehlt, Aufträge fehlen oder Standortkosten und Nachfrage nicht mehr stimmen.

 
Deutschland diskutiert seit Jahren über fehlende Fachkräfte. Zugleich streichen große Industriebetriebe Stellen, besonders in der Autoindustrie, bei Zulieferern und in der Chemie. Wie passt das zusammen?
Ende Juni 2026 arbeiteten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nur noch 691.500 Menschen in der Automobilindustrie, 42.300 weniger als ein Jahr zuvor. Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt sank die Beschäftigung in Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten binnen Jahresfrist um 144.100 auf 5,29 Millionen.
Diese Zahlen stehen auf den ersten Blick im Widerspruch zur Klage über fehlendes Personal. Sie widerlegen den Fachkräftemangel aber nicht. Denn der Arbeitsmarkt besteht aus vielen Teilmärkten: Qualifikationen, Berufserfahrung und Wohnort entscheiden darüber, ob ein Arbeitsuchender tatsächlich auf eine offene Stelle passt. Stellen fallen auch in Bereichen weg, deren Produkte weniger gefragt sind oder deren Kosten gestiegen sind.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) stellte für 2025 in 157 Berufsgattungen Engpässe fest, nach 163 im Vorjahr. Betroffen seien insbesondere Gesundheit, Pflege, Bau und Handwerk. In der spannenden Metallbearbeitung, im IT-Vertrieb und in der Softwareentwicklung wurde dagegen kein Engpass mehr festgestellt. Der Begriff Fachkräftemangel beschreibt also keine allgemeine Lage, sondern viele einzelne Teilarbeitsmärkte.

Der Arbeitsmarkt sendet widersprüchliche Signale

Das zur BA gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), ermittelte für das zweite Quartal 2026 rund 1,02 Millionen offene Stellen. Gegenüber dem Höchststand Ende 2022 sei das ein Rückgang um 48 Prozent. Auf eine offene Stelle kämen zuletzt etwa 2,9 registrierte Arbeitslose.
Die Zahlen der BA zeigen jedoch, dass sich daraus kein einfacher Abwärtstrend ableiten lässt. Im August 2026 waren dort 656.000 offene Arbeitsstellen gemeldet, 25.000 mehr als ein Jahr zuvor. Diese Zahlen sagen allerdings nur: So viele offene Stellen sind bei der Bundesagentur gemeldet.
Sie sagen aber nicht, ob diese Stellen zu den Menschen passen, die in der Industrie ihre Arbeit verlieren. Ein Facharbeiter aus einem Autowerk kann nicht automatisch eine Stelle in der Pflege, im Handwerk oder in einer anderen Gegend Deutschlands übernehmen. Entscheidend ist, ob Ausbildung, Erfahrung, Wohnort und Gehalt zusammenpassen.
Der Fachkräftereport 2025/2026 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) von Ende 2025 passt dazu. Von fast 22.000 antwortenden Unternehmen konnten 36 Prozent offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, sieben Prozentpunkte weniger als zuvor. Zugleich meldeten 48 Prozent keinen Personalbedarf. Die DIHK verweist auch auf die schwache Konjunktur.
Damit wird sichtbar, warum der Begriff Fachkräftemangel allein zu wenig erklärt. Manche Unternehmen suchen weniger Personal, weil sie weniger Aufträge haben, weniger produzieren oder Investitionen verschieben. In solchen Fällen hilft es wenig, mehr Fachkräfte zu gewinnen.
Anders ist es, wenn Betriebe eigentlich genug Aufträge haben, diese aber wegen fehlender Meister, Monteure oder Pflegekräfte nicht annehmen können. Dann bremst der Personalmangel tatsächlich das Wachstum.

Unternehmen bauen Kapazitäten ab

Besonders sichtbar ist der Wandel in der Autoindustrie. Volkswagen vereinbarte Ende 2024, die Produktionskapazitäten deutscher Werke um 734.000 Fahrzeuge zu senken, und einigte sich auf einen „sozialverträglichen Abbau der Belegschaft“ an deutschen Standorten bis 2030 um mehr als 35.000. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem den geschrumpften europäischen Automobilmarkt und stärkeren Wettbewerb. Es handelt sich um Planwerte.
Bosch beschrieb im September 2025 für seinen Mobilitätsbereich ebenfalls Überkapazitäten aufgrund einer „stark rückäufiger Nachfrage“. Betroffen seien Entwicklung, Produktion, Verwaltung und Vertrieb. Der zusätzliche „Abbaubedarf“ wurde auf etwa 13.000 Stellen beziffert, vor allem an deutschen Standorten und mit Fristen bis 2030.
In der Chemie ist der Befund ähnlich. BASF berichtete im Juli 2026, zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut zu haben. Bei der BASF SE in Ludwigshafen sank die Beschäftigung in Vollzeitstellen im Mai 2026 unter 30.000.
Für deutsche Unternehmen folgt daraus: Mehr verfügbare Arbeitskräfte lösen keine Absatz- oder Kostenprobleme. Wenn ein Werk wegen geringerer Nachfrage oder zu hoher Kosten verkleinert wird, hilft keine zusätzliche Bewerberliste. Dann geht es um Energiepreise, Investitionen, Produktivität und die Frage, welche Wertschöpfung in Deutschland bleibt.

Warum offene Stellen und freie Arbeitskräfte oft nicht zusammenfinden

Offene Stellen allein sagen wenig darüber aus, ob entlassene Beschäftigte schnell wieder Arbeit finden. Entscheidend ist, ob eine neue Stelle zu ihrer Ausbildung, Erfahrung und ihrem Wohnort passt. Genau das lässt sich aus den verfügbaren Zahlen meist nicht erkennen.
Destatis-Zahlen zeigen, wie viele Menschen in einer Branche arbeiten. Unternehmen wie Volkswagen, Bosch oder BASF nennen, wo Stellen wegfallen. Sie sagen aber meist nicht genau, welche Berufe und Qualifikationen die Betroffenen haben. Deshalb bleibt offen, welche der gemeldeten freien Stellen für sie wirklich infrage kommen.
Die BA lieferte in ihrer Analyse Hinweise auf die Struktur des Problems. Im Jahresdurchschnitt 2025 entfiel etwa die Hälfte der gemeldeten Stellen für qualifizierte Tätigkeiten auf Engpassberufe. Unter den arbeitslosen Fachkräften suchte dagegen nur ungefähr jede fünfte Person Arbeit in einem solchen Beruf. Die BA verweist darauf, dass offene Stellen und arbeitslose Fachkräfte oft nicht im selben Beruf, mit derselben Qualifikation oder in derselben Region zusammenkämen.
Das IAB kommt zu einem ähnlichen Befund. Bei sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen außerhalb der Ausbildung stieg die durchschnittliche Zahl der Bewerbungen von 9 im Jahr 2022 auf 16 im Jahr 2025. Als grundsätzlich geeignet bewerteten die Arbeitgeber jedoch nur 28 Prozent der Bewerbungen. Mehr Bewerbungen garantieren also keine passende Besetzung.
Wer aus einem Industriebetrieb kommt, kann deshalb nicht automatisch in jeden Engpassberuf wechseln. Pflege, Handwerk oder Bildung verlangen häufig andere Abschlüsse, Zulassungen und praktische Erfahrungen als die bisherige Tätigkeit.
Auch die Verschiebung zwischen den Bereichen ist dokumentiert. Für das erste Quartal 2026 meldete Destatis im Bereich öffentlicher Dienst, Erziehung und Gesundheitswesen 181.000 Erwerbstätige mehr als ein Jahr zuvor. Außerhalb der Dienstleistungsbereiche ging die Erwerbstätigkeit zurück. Ob frühere Industriebeschäftigte dorthin wechseln, lässt sich daraus nicht ableiten.

Personalabbau erscheint nicht immer als Arbeitslosigkeit

Ein Teil des Stellenabbaus ist in der Arbeitslosenstatistik nur schwer zu erkennen. Unternehmen streichen Arbeitsplätze nicht immer über Kündigungen. Häufig laufen Stellen aus, weil Beschäftigte in Altersteilzeit gehen, regulär in Rente wechseln oder einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Für die Statistik macht das einen Unterschied: Der Arbeitsplatz fällt weg, aber die betroffene Person taucht nicht zwingend als arbeitslos auf.
Bei Volkswagen lässt sich dieser Weg gut nachvollziehen. Der VW-Vorstand nannte im Juni 2025 rund 20.000 vereinbarte Austritte bis 2030 an den sechs westdeutschen Standorten der Volkswagen AG. Davon sollten etwa 14.000 über Altersteilzeit erfolgen, fast 5.000 über reguläre Renteneintritte und knapp 1.300 über Aufhebungsverträge. So kann ein Unternehmen die Belegschaft verkleinern, ohne dass es zu einer großen Kündigungswelle kommt.
Auch der VW-Geschäftsbericht zeigt, warum Personalzahlen unterschiedlich gelesen werden können. Zum Jahresende 2025 wies der Konzern 628.893 aktive Beschäftigte weltweit aus. Zusätzlich gab es 16.925 Personen in der passiven Phase der Altersteilzeit. Diese Menschen gehören formal noch zur Belegschaft, arbeiten aber nicht mehr aktiv im Betrieb. Für die Produktion ist deshalb entscheidend, wie viele Beschäftigte tatsächlich eingesetzt werden können.
Ähnlich ist es bei BASF. Für die Beschäftigten der BASF SE in Ludwigshafen wurde ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zunächst bis Ende 2028 vereinbart. Das schützt vor Kündigungen aus betrieblichen Gründen. Es heißt aber nicht, dass jede frei werdende Stelle neu besetzt wird. Ein Standort kann also kleiner werden, obwohl betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind.
Für Verbraucher ist ein solcher Industrieabbau oft nicht sofort sichtbar. Die Preise im Supermarkt oder beim Autohändler steigen deshalb nicht automatisch am nächsten Tag.
In den betroffenen Regionen kann der Rückgang aber spürbar werden: Wenn gut bezahlte Industriearbeitsplätze verschwinden, sinkt die Kaufkraft. Zulieferer bekommen weniger Aufträge. Unternehmen investieren vorsichtiger. Für Beschäftigte ist entscheidend, ob frei werdende Stellen wieder besetzt werden oder dauerhaft wegfallen. Investoren schauen dagegen darauf, ob der Personalabbau nur kurzfristig Kosten senkt oder ob das Unternehmen dadurch langfristig wettbewerbsfähiger wird.

Eine genauere Diagnose wäre der erste Schritt

Die Ausgangsfrage legt nahe, dass der Begriff Fachkräftemangel den industriellen Stellenabbau verdecken könnte. Die ausgewerteten Quellen unterstützen diese Deutung nicht. Statistiken, Unternehmensmitteilungen und Verbandsberichte benennen den Rückgang offen. Sie zeigen aber zugleich, dass der Begriff Fachkräftemangel zu grob ist, wenn damit sehr unterschiedliche Entwicklungen erklärt werden sollen.
Manche Unternehmen finden tatsächlich kein geeignetes Personal. Andere bauen Stellen ab, weil Aufträge fehlen, Kosten steigen oder Werke nicht mehr ausgelastet sind. Für die Wirtschaftspolitik macht das einen großen Unterschied. Gegen fehlende Bewerber gelten Ausbildung, Weiterbildung, Zuwanderung und bessere Vermittlung als mögliche Lösungen.
Für den Wirtschaftsstandort Deutschland folgt daraus vor allem ein Diagnoseproblem. Maßnahmen gegen Fachkräftemangel können nur dort wirken, wo tatsächlich geeignetes Personal fehlt. Wo Nachfrage, Kosten oder Auslastung ausschlaggebend sind, reichen sie nicht aus.
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Berufestudie: Viele Menschen arbeiten nur noch fürs Geld

In Deutschland sinkt offenkundig die Identifikation vieler Menschen mit ihrem Job: 59 Prozent arbeiten laut einer YouGov-Umfrage für die neue Ausgabe der alljährlichen Berufestudie des Versicherers HDI nur noch oder hauptsächlich des Geldes wegen.
Das sind 17 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr, zugleich liegt der Wert fast doppelt so hoch wie vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019.
Viele würden lieber heute als morgen das Arbeiten einstellen: In der Altersgruppe von 15 bis 54 Jahren sagte ebenfalls mehr als die Hälfte (54 Prozent), dass sie so schnell wie möglich mit der beruflichen Arbeit aufhören würden, wenn sie es finanziell nicht mehr nötig hätten. Bei den dem Ruhestand näher rückenden Älteren von 55 bis 64 Jahren waren es sogar 63 Prozent.

„Spürbarer Wertewandel“

Im vergangenen Jahr waren sowohl die älteren als auch die jüngeren Befragten noch erheblich motivierter gewesen – die Älteren im Vergleich sogar noch etwas stärker. Der bislang hohe Stellenwert des Berufs in den älteren Jahrgängen schwinde viel stärker als in anderen Altersgruppen, kommentierten die Auftraggeber.
„Die Ergebnisse zeigen einen spürbaren Wertewandel in der Einstellung zur Arbeit“, sagte Holm Diez, Vorstandsmitglied bei HDI Deutschland.
In der noch nicht dem Ruhestand in näherer Zukunft entgegenblickenden Altersgruppe bis 54 sagte zumindest noch eine Mehrheit von 54 Prozent, ein Leben ohne Arbeit sei für sie nicht vorstellbar.

KI ein zweischneidiges Schwert

Ein Hauptthema der Umfrage war die Künstliche Intelligenz, die demnach gemischte Gefühle in der arbeitenden Bevölkerung auslöst.
Jeweils ein mehr oder weniger gutes Viertel erwartet demnach – oder erlebt bereits – in drei Feldern positive Effekte: Entlastung von Routinearbeiten, bessere persönliche Arbeitsergebnisse und höhere Produktivität.
Auf der anderen Seite rechnen 42 Prozent damit, dass der Einsatz von KI Stellenabbau nach sich zieht. Neun Prozent haben diese Erfahrung demnach im eigenen Umfeld bereits gemacht.

IT-Entwickler gefährdet – aber KI kann nicht kochen

Was die durch KI besonders gefährdeten Berufe betrifft, gab es unter den Befragten keinen ganz großen Konsens, aber doch eine klare Richtung: 41 Prozent glauben, dass die Technologie menschliche Entwickler in der Informationstechnologie überflüssig macht.
Es folgen in der Reihe KI-bedrohter Berufe Finanz- und Steuerberater (38 Prozent), Werbung und Marketing (36 Prozent) und Verwaltungsangestellte (35 Prozent). Am wenigsten gefährdet sind demnach Köche und Köchinnen – nur drei Prozent glauben, dass KI Männer oder Frauen am Herd ersetzen kann.
Die Demoskopen befragten vom 10. Juni bis 3. Juli insgesamt 3.844 Erwerbstätige. Die Ergebnisse sind laut HDI repräsentativ sowohl für ganz Deutschland als auch die einzelnen Bundesländer. (dpa/red)
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Arbeitsmarkt: Institute sehen erste Lichtblicke, jedoch zu wenig junges Personal folgt nach

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt tut sich etwas: Bei der Arbeitslosigkeit, seit mehr als drei Jahren kontinuierlich steigend, scheint sich dank einer günstigeren Konjunktur eine Entspannung abzuzeichnen.
Bei der Beschäftigung sieht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung dagegen eine negative Entwicklung: Viele Babyboomer gehen in Rente, zu wenig junges Personal kommt nach. „Der Arbeitsmarkt schrumpft“, sagt der IAB-Forscher Enzo Weber.
Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht eine Auswertung, die jedoch zeigt, dass mehr als ein Viertel (27 Prozent) aller abhängig Beschäftigten im Jahr 2025 Wurzeln im Ausland hatte. Dies teilte das Bundesamt anhand von Daten aus dem Mikrozensus mit.

Beschäftigte mit Migrationshintergrund

In vielen Berufen hierzulande sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte demnach sogar schon in der Mehrheit: Nach Angaben der Wiesbadener Behörde traf dies im vergangenen Jahr auf mehr als die Hälfte der Köchinnen und Köche zu (56 Prozent). Auch in der Lebensmittelherstellung (55 Prozent), in der Bodenverlegung (54 Prozent), im Gerüstbau (51 Prozent) sowie in der Fleischverarbeitung (51 Prozent) war es die Mehrheit der Beschäftigten.
Deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt der Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund auch in weiteren sogenannten Engpassberufen, in denen Fachkräfte knapp sind: bei Berufskraftfahrern (41 Prozent), im Hotelservice (40 Prozent) sowie in der Kranken- und Altenpflege (33 Prozent). Eine Person hat nach Definition des Bundesamtes eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind.
Im Vergleich zur Beschäftigung habe sich die Konjunktur etwas gefestigt. Belastend wirken laut IAB jedoch nach wie vor die hohe Unsicherheit und Strukturprobleme vor allem in der Industrie. Viele Branchen stecken dort in einer tiefgreifenden Transformation – etwa die in Deutschland besonders wichtige Autoindustrie, die den Übergang von Verbrennermotoren zur Elektromobilität gestalten muss.

Bundesagentur legt September-Statistik vor

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein monatlich erhobener Frühindikator für die künftige Situation auf dem Arbeitsmarkt. Befragt werden alle deutschen Arbeitsagenturen nach ihren Erwartungen für die nächsten drei Monate. Die tatsächliche Situation auf dem Arbeitsmarkt im Monat September wird die Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, an diesem Mittwoch in ihrer monatlichen Statistik bekanntgeben.
Das Münchner Ifo-Institut sieht in seinem Beschäftigungsbarometer ebenfalls Licht am Ende des Tunnels. Die Unternehmen in Deutschland träten beim Stellenabbau auf die Bremse. Das Beschäftigungsbarometer ist den dritten Monat in Folge gestiegen und liegt nun bei 95,1 Punkten.
Zuletzt hatte es diesen Wert im August vergangenen Jahres erreicht. Höher lag es zum letzten Mal im Juli 2024. „Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Eine echte Erholung ist aber noch nicht in Sicht“, schränkt er ein. „In der Industrie und im Handel werden weiterhin Stellen abgebaut.“

Dienstleistungssektor baut auf

Laut ifo-Institut sticht derzeit positiv der Dienstleistungssektor hervor: Der Anteil an Unternehmen, die Jobs aufbauen wollen ist dort höher, als der Anteil der Unternehmen, die Jobs abbauen wollen.
Zusätzliche Beschäftigte suchen laut Ifo unter anderem Ingenieurbüros sowie Rechts- und Steuerberatungen und Wirtschaftsprüfer. Auch die Leiharbeitsfirmen schöpften wieder etwas Hoffnung.

Industrie etwas zuversichtlicher

Auf dem Bau ist die Lage bei zuletzt wenig Veränderung noch leicht negativ. Im verarbeitenden Gewerbe ist der Saldo zwar mit minus 9,4 zwar klar negativ, noch vor zwei Monaten waren es aber minus 18,2. Besser als derzeit war der Wert für die Industrie zuletzt im März 2024.
Einstellungen sind laut Ifo vor allem in der Nahrungsmittelindustrie sowie bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen vorgesehen.
Am schlechtesten fällt der Saldo mit minus 12,8 im Handel aus. Auch hier ist dies aber einer der besten Werte der letzten Jahre. Abgesehen vom stagnierenden Handel gab es in der Ifo-Studie in allen Bereichen leichte Verbesserungen.
Dadurch ergibt sich auch für den Gesamtindex eine leichte Verbesserung um 0,3 Punkte. Der Stand von 95,1 wird dabei im Vergleich zum Jahr 2015 errechnet. Dessen Durchschnitt ist als 100 definiert. Die Schwelle von 100 hat darüber hinaus keine Bedeutung. (dpa/red)
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Viele Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte in Mangelberufen

In vielen Engpassberufen sind Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte überdurchschnittlich stark vertreten. So hatten 56 Prozent der Köche im Jahr 2025 eine Einwanderungsgeschichte, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Auf ebenfalls mehr als die Hälfte der Beschäftigten traf dies in der Lebensmittelherstellung (55 Prozent), in der Bodenverlegung (54 Prozent), im Gerüstbau (51 Prozent) sowie in der Fleischverarbeitung (51 Prozent) zu. Überdurchschnittlich hoch war der Anteil auch unter den Fahrern von Bussen und Straßenbahnen sowie unter Servicekräften in der Gastronomie (je 47 Prozent).

Rund ein Viertel hat eine Einwanderungsgeschichte

In der Gesamtwirtschaft hatte gut ein Viertel (27 Prozent) aller abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte. Sie selbst oder beide Elternteile waren also seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert. In sogenannten Engpassberufen herrscht oder droht laut Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein Fachkräftemangel.
Deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt der Anteil der Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte auch in weiteren Mangelberufen.
Dazu gehören etwa die Kunststoff- und Kautschukherstellung (44 Prozent), Berufskraftfahrer im Güterverkehr (41 Prozent), Hotelservice (40 Prozent), Pflegeberufen (33 Prozent), zahnmedizinische Fachangestellte (32 Prozent) oder Bauelektrik (29 Prozent).

Im Rettungsdienst sind die Wenigsten

Der geringste Anteil an Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte in einem Engpassberuf war im Rettungsdienst (7 Prozent), im Verkauf von Fleischwaren (13 Prozent) und in der Landwirtschaft (15 Prozent) zu finden.
Ähnlich stark unterrepräsentiert sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte auch in einigen Berufsgruppen, bei denen es sich nicht um Mangelberufe laut Engpassanalyse der BA handelt.
Das trifft vor allem auf den Polizeivollzugsdienst (8 Prozent), Berufe in der öffentlichen Verwaltung und in der Justizverwaltung (je 9 Prozent) sowie auf Lehrkräfte (berufsbildende Fächer: 9 Prozent; Primarstufe: 10 Prozent) zu.

Eingewanderte aus der EU integrieren sich schneller

Die Integration eingewanderter Menschen in den hiesigen Arbeitsmarkt ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Herkunftsregion sowie die Aufenthaltsdauer in Deutschland spielen eine wichtige Rolle dabei, wie schnell eine Arbeitsmarktintegration gelingt.
Eingewanderte aus EU-Staaten profitieren von der Arbeitnehmerfreizügigkeit und einer oftmals schnelleren Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen und integrieren sich entsprechend früh im Arbeitsmarkt: 89 Prozent der aus der EU eingewanderten Männer und 73 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 59 Jahren, die jeweils weniger als fünf Jahre in Deutschland lebten, waren 2025 erwerbstätig.
Für andere Gruppen ist die Arbeitsmarktmigration teilweise ein längerer Prozess. Aus Afrika eingewanderte Männer in dieser Altersgruppe, die weniger als fünf Jahre in Deutschland lebten, waren zu 79 Prozent erwerbstätig, bei den Frauen waren es 47 Prozent.
Bei Eingewanderten aus dem Nahen und Mittleren Osten waren 57 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen nach kurzem Aufenthalt erwerbstätig.
Ein Grund hierfür dürfte sein, dass Frauen häufiger als Familienangehörige mit nach Deutschland ziehen und wegen familiärer Verpflichtungen dem Arbeitsmarkt länger nicht zur Verfügung stehen.

Erwerbstätigkeit bei denen, die schon länger hier leben

Höher ist der Anteil der Erwerbstätigen bei Menschen, die schon länger in Deutschland waren: Bei Eingewanderten, die 20 bis 25 Jahre in Deutschland lebten, nähern sich die Erwerbstätigenquoten etwas an – auch zwischen Männern und Frauen: Bei eingewanderten Männern aus Afrika lag die Quote bei 82 Prozent, bei Frauen betrug sie 68 Prozent.
Eingewanderte Männer aus dem Nahen und Mittleren Osten waren nach längerem Aufenthalt zu 87 Prozent erwerbstätig, Frauen zu 79 Prozent. Zum Vergleich: Bei allen 25- bis 59-Jährigen – mit oder ohne Einwanderungsgeschichte – waren Männer zu 88 Prozent und Frauen zu 81 Prozent erwerbstätig, so das Bundesamt. (dts/red)
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Metall-Arbeitgeber: Längere Arbeitszeit darf „kein Tabu“ sein

Vor der großen Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie fordern die Arbeitgeber die IG Metall auf, sich Verhandlungen über längere Arbeitszeiten nicht zu verschließen.
„Wir brauchen Kostensenkung, um den Produktionsstandort zu stabilisieren“, sagte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Peter Sebastian Krause, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Längere Arbeitszeiten dürften da „keine Tabuzone sein“.
Der Autohersteller Mercedes fordert von seinen Beschäftigten längere Arbeitszeiten und erwägt, andernfalls Produktion in größerem Umfang nach Ungarn zu verlagern. Bisher war unklar, was dies für die bevorstehende Tarifrunde und die Strategie der Arbeitgeber in den Verhandlungen über den Flächentarifvertrag bedeutet.

IG Metall will bei 35-Stunden-Woche bleiben

Die IG Metall will am Mittwoch ihre Tarifforderung beschließen. Sie lehnt ein Aufweichen der 35-Stunden-Woche ab. In der Metall- und Elektroindustrie, zu der die kriselnde Autoindustrie und weitere Branchen wie der Maschinenbau gehören, zählt bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigte.
Krause, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber im Schlüsselbezirk Baden-Württemberg ist, fordert keine pauschale Abkehr von der 35-Stunden-Woche.
Gewerkschaft und Arbeitgeber müssten aber in ihren Tarifverträgen „Lösungsräume schaffen, die es den Unternehmen erlauben, Kosten zu senken, wo das nötig ist – besonders dann, wenn andernfalls Investitionen in die Fertigung in Deutschland nicht möglich sind“, sagte er.
Außerdem könne es „Situationen geben, in denen ein Lösungsweg über längere Arbeitszeiten ohne Lohneinbußen auch aus Sicht der Beschäftigten zu den weniger schmerzhaften gehört“.
Zugleich sieht der Südwestmetall-Vorsitzende für Lohnerhöhungen wenig Spielraum. „Wir haben den Zielkonflikt, dass sich womöglich schon ein Inflationsausgleich nicht ohne weiteres mit einer Stabilisierung von Arbeitsplätzen und Produktionsstrukturen in Einklang bringen lässt“, sagte Krause. (dts/red)
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Tesla ohne Tarifvertrag – kann Volkswagen ähnlich handeln?


In Kürze:

  • Tesla bleibt in Schweden trotz jahrelangem Arbeitskampf ohne Tarifvertrag.
  • Auch Teslas Werk in Grünheide ist nicht tarifgebunden.
  • Kann Volkswagen einen ähnlichen Weg wie Tesla gehen und sich aus der Tarifbindung lösen?

 
Tesla hat in Schweden erreicht, was die Gewerkschaft IF Metall fast drei Jahre verhindern wollte: Der Autobauer bleibt ohne Tarifvertrag. Im August stellte IF Metall ihre Arbeitskampfmaßnahmen ein. Tesla bleibt ohne Tarifvertrag.
Der Ausgang des Konflikts ist auch für die deutsche Autoindustrie interessant. Volkswagen streicht Zehntausende Stellen und versucht, seine Arbeitskosten um Milliarden zu senken, allerdings gemeinsam mit IG Metall und Betriebsrat. Tesla verfolgt einen anderen Weg: Das Unternehmen hielt am tariflosen Modell fest und nahm dafür einen jahrelangen Arbeitskampf in Kauf.
Damit lohnt der Vergleich zweier sehr unterschiedlicher Wege: Wie viel leichter kann ein Autobauer ohne Tarifvertrag seine Personalkosten senken? Und wäre ein solcher Weg für Volkswagen überhaupt möglich?

Warum Schweden besonders ist

Der Konflikt in Schweden begann am 27. Oktober 2023. IF Metall rief damals die Beschäftigten der schwedischen Tesla-Werkstätten zum Streik auf, nachdem Verhandlungen über einen Kollektivvertrag ohne Ergebnis geblieben waren. Andere Gewerkschaften unterstützten den Arbeitskampf. Dass Tesla den Konflikt so lange durchhielt, fällt in Schweden besonders auf. Nach Angaben der staatlichen Schlichtungsstelle, die dem schwedischen Arbeitsministerium unterstellt ist, waren 2025 insgesamt 88 Prozent der Beschäftigten von Kollektivverträgen erfasst. In der Industrie lag der Anteil sogar bei 96 Prozent.
Ein Kollektivvertrag ist das schwedische Gegenstück zum deutschen Tarifvertrag. Dabei einigen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsam auf feste Regeln für alle Beschäftigten. Der Vertrag regelt wichtige Dinge wie Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Urlaub und Extra-Renten. Da Schweden keinen gesetzlichen Mindestlohn kennt, werden Lohnuntergrenzen weitgehend über Kollektivverträge geregelt. Daneben legen die Verträge weitere Arbeitsbedingungen fest.
Tarifverträge haben daher eine zentrale Funktion bei der Regelung des Arbeitsmarktes. IF Metall beschreibt sie als Grundlage des schwedischen Modells: Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände handeln wesentliche Arbeitsbedingungen aus, statt sie dem Staat und der Politik zu überlassen.
Tesla blieb dennoch außerhalb dieses Systems. Der Fall zeigt damit eine Grenze gewerkschaftlicher Durchsetzungsmacht: Selbst in einem Land mit nahezu flächendeckender Tarifbindung in der Industrie kann ein Unternehmen den Abschluss eines Kollektivvertrags ablehnen und versuchen, den daraus entstehenden Arbeitskampf durchzuhalten. Auch in Deutschland gilt die Tarifautonomie, sodass Unternehmen rechtlich nicht verpflichtet sind, einen Tarifvertrag abzuschließen.

Jeder Zweite arbeitet ohne Tarifbindung

Nach dem Tarifvertragsgesetz entsteht Tarifbindung insbesondere durch die Mitgliedschaft in einem tarifgebundenen Arbeitgeberverband oder dadurch, dass ein Unternehmen selbst einen Tarifvertrag abschließt. Unter bestimmten Voraussetzungen können Tarifverträge allerdings für allgemein verbindlich erklärt werden.
Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen: 2025 arbeiteten lediglich 49 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in einem tarifgebundenen Betrieb. Ein Unternehmen ohne Tarifvertrag kann Vergütung und andere Arbeitsbedingungen grundsätzlich stärker selbst gestalten. Vollkommen freie Hand erhält die Unternehmensleitung dadurch aber nicht. Betriebsräte haben beispielsweise bei Arbeitszeiten und bestimmten Fragen der betrieblichen Lohngestaltung gesetzliche Mitbestimmungsrechte. Bei größeren Umstrukturierungen müssen sie ebenfalls beteiligt werden. Das regelt das Betriebsverfassungsgesetz.
Auch Personalabbau wird ohne Tarifvertrag nicht beliebig einfach. Betriebsbedingte Kündigungen müssen nach dem Kündigungsschutzgesetz durch dringende betriebliche Gründe gerechtfertigt sein und unterliegen einer Sozialauswahl. Tariflosigkeit bedeutet deshalb mehr Gestaltungsspielraum, nicht aber die Abwesenheit arbeitsrechtlicher Grenzen.

Warum VW nicht einfach aussteigen kann

Tesla zeigt, dass ein tarifloses Modell auch in Deutschland möglich ist. Die Gigafactory von Tesla im brandenburgischen Grünheide ist nicht tarifgebunden. Zwar gibt es dort einen Betriebsrat und die IG Metall ist im Werk organisiert, einen Tarifvertrag mit Tesla gibt es jedoch nicht. Die Gewerkschaft versucht seit Jahren, ihre Position im Werk auszubauen und einen Tarifvertrag durchzusetzen.
Für Volkswagen sieht das anders aus. Die Volkswagen AG verhandelt einen eigenen Haustarifvertrag mit der IG Metall. Bestehende Verpflichtungen verschwinden nicht durch eine einseitige Entscheidung des Unternehmens. Das Tarifvertragsgesetz sieht vor, dass eine bestehende Tarifbindung bis zum Ende des Tarifvertrags fortbesteht. Auch danach können Regelungen zunächst weitergelten, bis sie durch andere Vereinbarungen ersetzt werden. Hinzu kommen individuelle Arbeitsverträge, Betriebsvereinbarungen und die gesetzlichen Rechte des Betriebsrats. Volkswagen könnte seine Personalkosten deshalb nicht kurzfristig dadurch frei gestalten, dass der Konzern seine bisherige Tarifstruktur verlässt.
Aufhebungsverträge gegen Abfindungen sind dagegen möglich. Volkswagen nutzt dieses Instrument bereits. 2024 verbuchte der Konzern Belastungen von 900 Millionen Euro im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten in der Verwaltung, darunter Aufhebungsverträge.
Der Unterschied zu Tesla liegt daher hauptsächlich in der Ausgangslage. Volkswagen muss seine Kosten innerhalb bereits bestehender Tarif- und Mitbestimmungsstrukturen verändern.

Wie viel VW trotz Tarifbindung spart

Dass das möglich ist, zeigt Volkswagen selbst. Im Dezember 2024 vereinbarten Volkswagen AG, Arbeitnehmervertretung und IG Metall das Programm „Zukunft Volkswagen“. Bis 2030 sollen an den deutschen Volkswagen-Standorten mehr als 35.000 Stellen wegfallen. Gleichzeitig sollen die technischen Produktionskapazitäten dauerhaft um 734.000 Fahrzeuge sinken.
Volkswagen beziffert die durch den Tarifabschluss vereinbarte Entlastung bei den Arbeitskosten auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Zusammen mit weiteren Struktur- und Produktionsmaßnahmen sollen mittelfristig Einsparungen von mehr als vier Milliarden Euro jährlich entstehen. Im Mai 2026 berichtete Volkswagen über erste Ergebnisse. Tarifeinigungen und Personalabbau hätten 2025 nachhaltige Kosteneffekte von rund einer Milliarde Euro gebracht. Für mehr als 28.000 geplante Abgänge bei der Volkswagen AG bestanden bereits verbindliche Vereinbarungen.

Wie viel ist tarifliche Flexibilität wert?

Die Debatte hat für deutsche Hersteller auch deshalb Gewicht, weil Arbeit hierzulande vergleichsweise teuer ist. Nach Angaben von Destatis kostete eine Arbeitsstunde 2025 durchschnittlich 45 Euro. Bei einem EU-Durchschnitt von 34,90 Euro waren die Arbeitskosten in Deutschland damit rund 29 Prozent höher.
Für einen Autobauer zählt allerdings nicht allein der Stundenlohn. Wirtschaftlich relevant ist auch, wie schnell Schichten verändert, Personalbestände angepasst oder Beschäftigte für neue Aufgaben eingesetzt werden können. Das gewinnt an Bedeutung, wenn gleichzeitig bestehende Werke ausgelastet und hohe Investitionen in Elektroautos, Batterien und Software finanziert werden müssen.
Ein Tarifvertrag kann diesen Spielraum begrenzen, weil er unter anderem Entgelt und Arbeitsbedingungen festlegt. Die schwedische Gewerkschaft IF Metall hält dem ein wirtschaftliches Argument entgegen. Tarifverträge regeln laut der Gewerkschaft neben Löhnen unter anderem Beschäftigungsformen, Betriebsrenten, Arbeitszeiten, Urlaub und Kündigungsfristen. Nach Darstellung von IF Metall entstehen für Arbeitgeber dadurch langfristige und verlässliche Regeln für die jeweilige Branche.
Hinzu komme die Friedenspflicht. Während ein Kollektivvertrag gilt, dürfen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Darstellung von IF Metall keinen Arbeitskampf führen, um bessere Bedingungen als die vereinbarten durchzusetzen. Die Gewerkschaft sieht darin einen Grund dafür, dass es in Schweden vergleichsweise wenige Arbeitskämpfe gibt.
Ob Tesla mit seinem tariflosen Kurs tatsächlich Kosten spart, kann nicht gesagt werden. Dafür müsste man wissen, was der fast dreijährige Arbeitskampf in Schweden das Unternehmen gekostet hat. Solche Zahlen liegen nicht vor. Hinzu kommt: Hohe Personalkosten entstehen nicht allein durch Tarifverträge. Auch Sozialabgaben, Produktivität, Qualifikation und die Auslastung der Werke spielen eine Rolle.
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Rente mit 63: IW Köln gegen lange Übergangsregelung

Die von der SPD vorgeschlagene Übergangsfrist von fünf Jahren bis zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren würde laut Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dazu führen, dass weitere rund zwei Millionen Arbeits- und Fachkräfte frühzeitig in den Ruhestand gehen. Das berichtet das „Handelsblatt“.
„In den kommenden fünf Jahren – von 2027 bis 2031 – erreichen fünf besonders geburtenstarke Jahrgänge die Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte“, erläuterte Stefanie Seele, Arbeitsmarktexpertin am Institut der Deutschen Wirtschaft (IW).

Millionen könnten früher gehen

Schätzungsweise 1,8 Millionen Personen von ihnen wären von einer Übergangsregelung über fünf Jahre begünstigt, sagte sie. Damit gingen viele gut qualifizierte Arbeitskräfte in Rente, was auch das Wirtschaftswachstum hemme. Grundlage für Seeles Schätzung ist das Jahr 2025, als 27 Prozent des Jahrgangs 1958 abschlagsfrei früher in Rente gingen.
Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bernd Fitzenberger, äußerte sich ähnlich. „Eine fünfjährige Übergangsfrist ist politisch verständlich, wäre aber angesichts der starken Altersjahrgänge, die in den nächsten Jahren den Arbeitsmarkt verlassen, sehr problematisch.“

IAB für Reform ohne Übergangsfrist

Der IAB-Chef befürchtet, dass durch eine fünfjährige Übergangsfrist schätzungsweise 1,5 bis 2,5 Millionen Beschäftigte dem Arbeitsmarkt vorzeitig verloren gingen. Diese Menschen gingen zwischen zwei und drei Jahren früher in Rente und arbeiteten vermutlich auch deutlich seltener nach Renteneintritt.
Fitzenberger plädierte daher für eine Rentenreform ohne jede Übergangsfrist bei der „Rente mit 63“. Allerdings würde er die abschlagsfreie Frührente für diejenigen beibehalten, die mindestens 42 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben. Das würde die Zahl der Berechtigten drastisch verkleinern. (dts/red)
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Unternehmensberatung: 200.000 Autojobs in Deutschland gefährdet

Die Unternehmensberatung Roland Berger erwartet für die nächsten fünf Jahre eine weitere Verschärfung der Autokrise in Deutschland.
Die Zahl der Beschäftigten in der Branche werde um gut 200.000 auf nur noch 490.000 sinken, kalkulierte das Unternehmen in einer Analyse für das „Manager Magazin“. Ende 2025 hätten in der Branche noch 692.000 Menschen gearbeitet.
Es könne für die deutsche Autoindustrie aber auch schlimmer kommen, sagte der Berger-Berater Felix Mogge dem Magazin. Die Transformation der Branche sei zum Kostenproblem geworden. Wenn die Unternehmen da jetzt nicht reagierten, dürften sie weiter an Boden verlieren.

Standortkosten zu hoch

In Ländern mit niedrigeren Standortkosten sei die Produktion eines Autos im Schnitt etwa 2.000 Euro billiger als in Deutschland. Das könne man irgendwann nicht mehr ausgleichen, sagte Mogge.
Die deutsche Autoindustrie steckt tief in der Krise. Der Volkswagen-Aufsichtsrat hat jüngst entschieden, dass das Unternehmen bis 2030 zusätzlich rund 60.000 Stellen streichen soll. Auch Mercedes sowie die großen Zulieferer ZF Friedrichshafen und Bosch dürften die Zahl der Jobs in Deutschland um jeweils mehr als 10.000 reduzieren.
Roland Berger geht davon aus, dass in Deutschland bis spätestens 2035 mehr als fünf Autowerke geschlossen werden müssen. (dts/red)
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Forsa Umfrage: 70 Prozent wollen Nachbesserungen am Reformpaket

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa Nachbesserungen am Reformpaket der Bundesregierung.
70 Prozent sind demnach der Auffassung, dass die Bundesregierung an den im Sommer vereinbarten Reformmaßnahmen zu Arbeitsmarkt, Steuern und Rente noch einmal Änderungen vornehmen sollte, berichten die Sender RTL und ntv, für deren „Trendbarometer“ 1.001 Personen am 11. und 14. September befragt wurden. Lediglich 24 Prozent sprechen sich dafür aus, die beschlossenen Reformen weitgehend unverändert im Bundestag zu verabschieden.

Auch Unions-Anhänger mehrheitlich für Änderungen

Auch unter den Anhängern der Union überwiegt der Wunsch nach Änderungen: 50 Prozent sind für Nachbesserungen, 46 Prozent für ein weitgehend unverändertes Festhalten am Reformpaket.
Besonders groß ist der Wunsch nach Änderungen bei den Anhängern der Linken: 85 Prozent sprechen sich für Nachbesserungen aus. Unter den AfD-Anhängern sind es 78 Prozent, bei den Grünen 73 Prozent und bei der SPD 62 Prozent. Auch zwischen Ost- und Westdeutschland zeigen sich kaum Unterschiede: Im Osten wollen 72 Prozent Änderungen am Reformpaket, im Westen sind es 70 Prozent.

Mehrheit für Wiedereinführung des Tankrabatts

Bei den Spritpreisen spricht sich eine Mehrheit der Befragten für eine Entlastung aus. 58 Prozent der Bundesbürger sind dafür, den sogenannten Tankrabatt wieder einzuführen. Dabei handelt es sich um die bis Ende Juni geltende Steuersenkung für Benzin und Diesel von knapp 17 Cent pro Liter, die aus Kostengründen nicht verlängert wurde. 37 Prozent lehnen eine Wiedereinführung ab.

Zustimmung nach Regionen und Parteien

Besonders groß ist die Zustimmung im Osten Deutschlands: Dort sprechen sich 70 Prozent für eine Neuauflage des Tankrabatts aus, im Westen sind es 56 Prozent. Die Unions-Anhänger sind in dieser Frage nahezu gespalten: 48 Prozent befürworten die Wiedereinführung, 49 Prozent lehnen sie ab.
Bei den Anhängern der AfD sind 79 Prozent dafür, bei der Linken 62 Prozent und bei der SPD 54 Prozent. Mehrheitlich gegen eine Rückkehr des Tankrabatts sprechen sich lediglich die Anhänger der Grünen aus: 27 Prozent sind dafür, 68 Prozent dagegen. (dts/red)
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Wer berät die Kunden, wenn 39.000 Verkäufer fehlen?

Bis 2029 könnten bundesweit rund 39.100 Verkäufer fehlen. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Damit dürfte die Fachkräftelücke deutlich wachsen. In keiner anderen Berufsgruppe könnten so viele Stellen unbesetzt bleiben.
Von einer Prognose will Studienautor Alexander Burstedde nicht sprechen. Die Analyse schreibe die Entwicklungen des Arbeitsmarktes bis 2029 fort und zeige, was passieren würde, wenn aktuelle Trends anhielten.

Wie ist die Entwicklung zu erklären?

Die Berufsgruppe „Fachkraft im Verkauf ohne Produktspezialisierung“ umfasst laut IW gut 870.000 Beschäftigte und ist damit die drittgrößte in Deutschland. Noch sei der Fachkräftemangel in diesem Bereich gering, sagt Burstedde. Das dürfte sich jedoch ändern.
Der Experte führt den erwarteten Anstieg unter anderem darauf zurück, dass in den kommenden Jahren viele Menschen in Rente gehen. Zugleich komme voraussichtlich zu wenig Nachwuchs nach – auch, weil weniger Arbeitskräfte aus dem Ausland gewonnen werden könnten. Eine wirtschaftliche Erholung dürfte den Bedarf an Fachkräften zusätzlich erhöhen.
Zu der Berufsgruppe zählen unter anderem Einzelhandelskaufleute und Fachverkäufer. Die meisten von ihnen arbeiten laut IW im stationären Einzelhandel, oft in direktem Kundenkontakt.
Zu ihren Aufgaben gehören neben der Beratung auch kaufmännische Tätigkeiten wie Warenbestellungen oder die Gestaltung von Verkaufsflächen. Ausgenommen sind Verkäufer, die auf eine Warengruppe festgelegt sind, etwa Bäcker, Fleischfachverkäufer, Buchhändler oder Floristen.

Welche Auswirkungen hat der Fachkräftemangel?

„Der Fachkräftemangel im Verkauf führt in erster Linie dazu, dass die Beratungsqualität sinkt“, sagt Burstedde. Viele Menschen würden lieber vor Ort einkaufen. Fühlten sie sich dort nicht gut beraten, könnten sie zum Online-Handel abwandern.
Ulrike Witt vom Handelsforschungsinstitut EHI beobachtet in Geschäften bereits große Unterschiede bei der Qualität der Beratung. Viele Händler hätten Probleme, gutes Personal zu finden. „Die Bewerber bringen oft nicht mehr so viel mit wie vor 20 Jahren.“
Gute Beratung mache viel aus. Andererseits seien Kunden oft schon vor dem Einkauf gut informiert und bräuchten weniger Unterstützung als früher. „Viele kommen ins Geschäft, um Produkte zu sehen oder auszuprobieren.“ In Bereichen wie Baumärkten, im Bekleidungshandel oder beim Küchenkauf bleibe Beratung jedoch wichtig.
Die zunehmenden Personalengpässe treffen den stationären Einzelhandel zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Branche steht wegen der Kaufzurückhaltung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Persönliche Beratung gilt als einer der letzten großen Vorteile stationärer Geschäfte.

Kann KI die persönliche Beratung ersetzen?

In Onlineshops kommen zunehmend KI-Chatbots zum Einsatz, die Kunden beraten. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts IFH Köln bevorzugen Konsumenten vor einem Kauf weiterhin den Austausch mit Menschen.
Wenn Vertrauen, Beratung und echte Entscheidungen gefragt seien, ziehen sie demnach den persönlichen Kontakt vor. Die KI überzeuge als Ersatz deutlich weniger.
„Die zunehmende Verbreitung von KI führt offenbar nicht dazu, dass der Mensch an Bedeutung verliert, sondern macht seinen Wert in vielen Situationen sogar noch sichtbarer“, sagt Studienautor Werner Reinartz von der Universität zu Köln. Für die Studie wurden 1.000 Verbraucher zwischen 16 und 69 Jahren im Juli 2026 repräsentativ befragt.

Wie geht der Handel mit der Situation um?

Der Fachkräftemangel sei eine Herausforderung, sagt Steven Haarke vom Handelsverband Deutschland (HDE). „Gute Kundenberatung ist für viele Geschäfte überlebenswichtig, um sich von der Konkurrenz nebenan oder im Internet zu differenzieren.“
Verbessere sich die Lage nicht spürbar, würden Geschäfte versuchen, den Mangel mit neuen technischen Lösungen auszugleichen. Als Beispiel nennt er Kassen, an denen Kunden Produkte selbst scannen. Bei Warenbestellungen leisteten digitale Werkzeuge vielerorts bereits gute Dienste. Auch Geschäfte ohne Personal breiteten sich zunehmend aus.
Der Verband fordert von der Politik, das Zuwanderungsrecht zu vereinfachen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. So solle es an allen Wochentagen und auch samstags nach 17 Uhr Betreuungsangebote geben.
Die Suche nach Nachwuchs gestaltet sich für viele Händler schwierig. Nach Angaben des HDE konnte 2025 nur etwas mehr als ein Viertel der Unternehmen alle Ausbildungsplätze besetzen. EHI-Expertin Witt sagt: Der Verkäuferberuf müsste attraktiver werden – etwa durch bessere Bezahlung, Gesundheitsangebote und flexiblere Öffnungszeiten.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt insgesamt?

Laut IW könnten 2029 bundesweit rund 723.000 Fachkräfte fehlen – 96 Prozent mehr als 2025. Nach Verkäuferinnen und Verkäufern dürften die Berufsgruppen Kinderbetreuung und -erziehung (29.900), Sozialarbeit und -pädagogik (23.600), Gesundheits- und Krankenpflege (18.700) sowie Bauelektrik (17.400) am stärksten betroffen sein.
„Der Fachkräftemangel wird sich in vielen Bereichen verschärfen, und wir werden das täglich spüren, etwa bei der Suche nach einem Pflegeplatz oder einem Handwerker“, sagt IW-Ökonom Burstedde. Er rät der Politik, die Arbeitsanreize zu erhöhen und die qualifizierte Zuwanderung aus EU-Drittstaaten zu erleichtern. (dpa/red)
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Staat als Wachstumsmotor: Was die neuen Industriezahlen über Deutschlands Wirtschaft verraten


In Kürze:

  • Die deutschen Industrieaufträge stiegen im Juli deutlich, allerdings vor allem durch Großbestellungen und eine stärkere Inlandsnachfrage.
  • Staatliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur stützen die Konjunktur, während Konsum, Arbeitsmarkt und wichtige Industriebranchen weiter Schwächen zeigen.
  • Deutschlands Wirtschaft befindet sich auf Erholungskurs. Für einen breit getragenen Aufschwung müssten jedoch private Investitionen, Beschäftigung und Konsum stärker zulegen.

 
Die deutsche Industrie erhält wieder mehr Aufträge. Im Juli stieg der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 2,5 Prozent. Gegenüber Juli 2025 lag das Ordervolumen sogar 13,1 Prozent höher. Das zeigen die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis).
Für einen breit getragenen Aufschwung reichen die Zahlen allerdings noch nicht. Hinter dem Anstieg stehen vor allem einzelne Großbestellungen. Ohne sie wären die Auftragseingänge im Juli gegenüber Juni um 1,4 Prozent gesunken. Auch Konsum, Arbeitsmarkt und wichtige Industriebranchen zeigen weiterhin Schwäche.
Besonders deutlich ist der Effekt im sonstigen Fahrzeugbau, zu dem unter anderem Flugzeuge, Schiffe und Schienenfahrzeuge gehören. Dort erhöhten sich die Auftragseingänge gegenüber Juni um 126,4 Prozent. Das Statistische Bundesamt führt dies auf ein außergewöhnlich hohes Volumen an Großaufträgen zurück. Die Automobilindustrie verzeichnete dagegen ein Minus von 12,5 Prozent.
Auch der Dreimonatsvergleich relativiert den positiven Monatswert. Von Mai bis Juli lagen die gesamten Auftragseingänge zwar 2,9 Prozent über den vorangegangenen drei Monaten. Ohne Großaufträge ergibt sich jedoch ein Rückgang von 2,2 Prozent.

Staatliche Nachfrage stützt die Industrie

Auffällig ist zudem, woher die Bestellungen kommen. Die Inlandsaufträge stiegen im Juli um 9,1 Prozent, während die Auslandsbestellungen um 2,1 Prozent zurückgingen. Aus der Eurozone kamen 12,1 Prozent mehr Aufträge, aus Ländern außerhalb des Euroraums dagegen 10,1 Prozent weniger. Grundlage sind ebenfalls die Daten von Destatis.
Der jüngste Auftragsschub beruht damit nicht auf einer gleichmäßigen Belebung der weltweiten Nachfrage. Das Bundeswirtschaftsministerium verweist vielmehr auf mögliche Effekte der öffentlichen Beschaffung. Genannt werden die Modernisierung der Bundeswehr sowie Aufträge im Zusammenhang mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Das Ministerium kennzeichnet diesen Zusammenhang selbst als Vermutung.
Die Größenordnung der zusätzlichen Staatsausgaben erklärt, warum diese Einordnung naheliegt. Für die gesetzlich definierten Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind 2026 nach Angaben des Bundesfinanzministeriums aus dem Februar insgesamt 100,9 Milliarden Euro vorgesehen. Darin enthalten sind neben Verteidigung unter anderem Ausgaben für den Zivil- und Bevölkerungsschutz, Nachrichtendienste sowie die Unterstützung völkerrechtswidrig angegriffener Staaten. Gegenüber den tatsächlichen Ausgaben 2025 entspricht das einem Anstieg um 28,7 Milliarden Euro.
Hinzu kommt das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität mit einer Kreditermächtigung von bis zu 500 Milliarden Euro über zwölf Jahre. Bereits 2025 flossen nach Angaben des Finanzministeriums 24 Milliarden Euro ab.
Das Geld soll unter anderem in Verkehrswege, Energieinfrastruktur, Krankenhäuser, Bildung und Digitalisierung fließen. Davon können Bauunternehmen, Ausrüster, Bahn- und Fahrzeughersteller sowie zahlreiche Zulieferer profitieren. Für die Konjunktur bedeutet das: Der Staat wird zu einem stärkeren Nachfrager. Ob daraus dauerhaft mehr Wachstum entsteht, hängt allerdings davon ab, ob diese Investitionen auch private Investitionen anstoßen und die Standortbedingungen verbessern.

Die Gesamtwirtschaft wächst wieder

Die jüngsten Daten zur Wirtschaftsleistung fallen positiver aus als noch zu Jahresbeginn erwartet. Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent. Im ersten Quartal hatte es bereits um 0,4 Prozent zugelegt. Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 lag die Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 1,0 Prozent höher, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Deutschland hat damit die Stagnation der vergangenen Jahre zunächst verlassen.
Die Bundesbank verweist in ihrem August-Monatsbericht auf die zuletzt robustere Wirtschaftsleistung und die nach oben revidierten Daten für die Zeit seit Ende 2023. „Zusammen spricht dies für eine etwas stärkere konjunkturelle Grundtendenz am aktuellen Rand“, schreiben die Ökonomen.
Die Zusammensetzung des Wachstums zeigt allerdings auch, dass die Erholung noch nicht von allen Teilen der Wirtschaft getragen wird. Nach der oben erwähnten Berechnung des Statistischen Bundesamtes entwickelten sich die Exporte stärker als in der ersten Schätzung angenommen. Für einen breiteren Aufschwung wäre jedoch wichtig, dass auch die Nachfrage im Inland stärker anzieht, vor allem der Konsum der privaten Haushalte.
Ein Hinweis darauf ist die Entwicklung im Einzelhandel. Im Juli gingen die realen, also um Preissteigerungen bereinigten Einzelhandelsumsätze gegenüber Juni saison- und kalenderbereinigt um 3,4 Prozent zurück. Gegenüber Juli 2025 lagen sie 2,5 Prozent niedriger. Besonders deutlich war der Rückgang bei Nicht-Lebensmitteln: Hier sanken die realen Umsätze gegenüber Juni um 4,8 Prozent, wie die jüngste Einzelhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt.
Die Einzelhandelszahlen bilden allerdings nur einen Teil des privaten Konsums ab. Ausgaben etwa für Dienstleistungen sind darin nicht enthalten. Auch lässt sich aus einem einzelnen Monat noch kein dauerhafter Trend ableiten. Der Rückgang im Juli spricht aber dafür, dass vom Einzelhandel derzeit noch kein kräftiger zusätzlicher Wachstumsimpuls ausgeht.

Inflation und Arbeitsmarkt bremsen

Zusätzlich belastet die wieder höhere Inflation die Kaufkraft. Nach der vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise im August 2,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Juni hatte die Inflationsrate noch 2,3 Prozent betragen.
Vor allem Energie verteuerte sich. Die Preise lagen im August voraussichtlich 10,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel betrug dagegen 2,4 Prozent. Für Haushalte bedeuten höhere Energiekosten weniger finanziellen Spielraum für andere Ausgaben. Für Unternehmen erhöhen sie zugleich einen Teil der Produktions- und Transportkosten.
Auch vom Arbeitsmarkt kommt bislang kein kräftiger Impuls. Im August waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 3,061 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber August 2025 waren es 36.000 mehr. Im zweiten Quartal waren rund 45,7 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 212.000 oder 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
In einem breit getragenen Aufschwung steigen normalerweise nicht nur Produktion und Investitionen. Auch Beschäftigung und Einkommen ziehen an und stärken wiederum den Konsum. Dieses Muster ist bislang nur teilweise zu erkennen.

Wichtige Industriebranchen bleiben schwach

Auch innerhalb der Industrie zeigt sich kein einheitliches Bild. Neben dem kräftigen Plus im sonstigen Fahrzeugbau meldete das Bundeswirtschaftsministerium im erwähnten Bericht steigende Auftragseingänge bei der Metallerzeugung (plus 9,2 Prozent), bei elektrischen Ausrüstungen (plus 5,1 Prozent) und bei pharmazeutischen Erzeugnissen (plus 1,5 Prozent).
Gleichzeitig gingen die Bestellungen in mehreren wichtigen Branchen zurück. Neben der Autoindustrie verloren Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen 11,3 Prozent. Im Maschinenbau betrug das Minus 8,4 Prozent.
Gerade Automobilindustrie und Maschinenbau sind für Deutschland von besonderer Bedeutung. Beide verfügen über weitverzweigte Lieferketten und sind stark vom Auslandsgeschäft abhängig. Eine Erholung einzelner Großauftragssparten erreicht deshalb nicht automatisch die gesamte Industrie.
Zudem vergeht zwischen Auftrag und Produktion häufig Zeit. Bei Flugzeugen, Schiffen oder Schienenfahrzeugen können Jahre zwischen Bestellung und Auslieferung liegen. Der Auftragseingang ist deshalb ein Frühindikator, aber kein Maß für die aktuelle Wertschöpfung.
Dazu passt, dass der reale Umsatz des Verarbeitenden Gewerbes im Juli gegenüber Juni um 1,5 Prozent sank. Gegenüber Juli 2025 lag er kalenderbereinigt 0,6 Prozent niedriger. Auch diese Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt.
Etwas günstiger entwickelt sich die Stimmung. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im August von 86,7 auf 88,8 Punkte. Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserten sich sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen. Mit ihrer Auftragslage blieben die Unternehmen allerdings unzufrieden.

Staatsausgaben allein reichen nicht

Für Deutschland kommt es nun darauf an, was aus dem staatlichen Nachfrageimpuls folgt. Investitionen in Verkehrswege, digitale Netze oder Energieinfrastruktur schaffen zunächst Aufträge. Sie können aber auch die Bedingungen für Unternehmen verbessern, wenn etwa Transportwege leistungsfähiger oder Strom- und Datennetze zuverlässiger werden. Nicht jede staatliche Ausgabe führt jedoch automatisch zu dauerhaft höherem Wachstum. Entscheidend ist, ob sie die Produktivität erhöht und private Investitionen erleichtert.
Hinzu kommt die Finanzierung. Das Sondervermögen erlaubt bis zu 500 Milliarden Euro zusätzliche kreditfinanzierte Investitionen. Die Europäische Kommission rechnete in ihrer Frühjahrsprognose vom Mai für Deutschland mit einem staatlichen Defizit von 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2026 und 4,1 Prozent 2027.
Die Schuldenquote könnte nach dieser Prognose von 63,5 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf 68,0 Prozent im Jahr 2027 steigen. Höhere Schulden können wirtschaftlich anders wirken, wenn damit produktive Investitionen finanziert werden, als wenn sie lediglich kurzfristige Nachfrage schaffen.
Ob aus den höheren Staatsausgaben mehr als ein vorübergehender Konjunkturimpuls wird, dürfte sich daher erst mit zeitlichem Abstand zeigen. Für den Standort Deutschland wird dabei nicht allein die Höhe der Investitionen entscheidend sein. Maßgeblich ist, ob neue Verkehrswege, Energienetze oder digitale Infrastruktur Unternehmen tatsächlich produktiver machen und zusätzliche private Investitionen auslösen. Die kommenden Konjunkturdaten werden deshalb auch zeigen müssen, ob der Staat lediglich eine Nachfragelücke füllt – oder ob sich daraus eine wirtschaftliche Dynamik entwickelt, die zunehmend ohne diesen Impuls auskommt.
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Ruheständler-Haushalte verfügen im Mittel über 2.330 Euro pro Monat

Haushalte von Ruheständlern ab 65 Jahren in Deutschland haben im Mittel 2.330 Euro pro Monat zur Verfügung.
In den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin verfügen Haushalte von Personen im Ruhestand ab 65 Jahren über ein mittleres Haushaltsnettoeinkommen (Median) von 2.270 Euro im Monat, in den westlichen Ländern sind es 2.350 Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.
Der Median bildet die Mitte der Einkommensverteilung ab, 50 Prozent haben ein höheres und 50 Prozent ein geringeres Einkommen. Betrachtet wurden Haushalte, in denen ausschließlich Rentner sowie Pensionäre ab 65 Jahren leben. Das waren im Jahr 2025 rund 13,6 Millionen Menschen, 10,5 Millionen in den westlichen und 3,1 Millionen in den östlichen Bundesländern.

Renten, Pensionen, Einnahmen aus Vermögen

Das Haushaltseinkommen von Ruheständlern ab 65 Jahren setzt sich überwiegend aus Alterseinkünften wie gesetzlichen Renten, Betriebs- und Privatrenten oder Pensionen zusammen. Im bundesweiten Schnitt waren 93 Prozent des Einkommens von Haushalten, in denen ausschließlich Rentner beziehungsweise Pensionäre lebten, aus Renten und Pensionen.
Knapp vier Prozent des Einkommens stammten aus Einnahmen aus Vermögen wie etwa Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen, zwei Prozent aus Transferzahlungen wie Grundsicherung im Alter und ein Prozent aus Erwerbstätigkeit.
In den östlichen Bundesländern machten Renten und Pensionen durchschnittlich 96 Prozent des Einkommens aus, Einnahmen aus Vermögen lediglich ein Prozent.
In den westlichen Bundesländern bezogen Ruheständler im Schnitt 92 Prozent des Haushaltseinkommens aus Renten und Pensionen, gut vier Prozent stammten aus Einnahmen aus Vermögen.
Mit Blick auf weitere Einkünfte aus Transferzahlungen wie Grundsicherung im Alter (zwei Prozent) oder aus Erwerbstätigkeit (ein Prozent) unterscheidet sich die Einkommensstruktur von Rentnerhaushalten in Ost und West kaum.

Fast jeder Fünfte über 65-Jährige armutsgefährdet

Bundesweit lag die Armutsgefährdungsquote von Personen im Ruhestand ab 65 Jahren laut EU-SILC 2025 bei 18,9 Prozent. In den östlichen (18,5 Prozent) und westlichen (19,0 Prozent) Bundesländern war das Armutsrisiko für Ruheständler ab 65 Jahren in etwa gleich hoch.
Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung waren bundesweit 16,1 Prozent der Personen armutsgefährdet, in den östlichen Ländern waren es 17,6 Prozent und in den westlichen 15,8 Prozent.
Die Armutsgefährdungsquote misst die relative Einkommensarmut. Nach EU-Definition gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Äquivalenzeinkommens (Median) der Gesamtbevölkerung verfügt.
Vermögenswerte wie selbst genutztes Immobilieneigentum fließen nicht in die Betrachtung der Einkommen ein, solange daraus keine Mieteinnahmen oder Kapitalerträge entstehen. Im Jahr 2025 wohnten bundesweit 57 Prozent der Ruheständler ab 65 Jahren im Wohneigentum und 43 Prozent zur Miete.
In den westlichen Bundesländern wohnten 61 Prozent der Ruheständler im Eigentum und 39 Prozent zur Miete. In den östlichen Ländern war das Verhältnis eher umgekehrt: 44 Prozent wohnten im Eigentum, 56 Prozent zur Miete. (dts/red)
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Reiche fordert gebündelten Mittelstandsfonds

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordert eine dauerhafte Senkung der sogenannten Lohnnebenkosten in Deutschland auf unter 40 Prozent. „Ziel sollte sein, die Lohnnebenkosten wieder dauerhaft unter 40 Prozent zu drücken“, schreibt Reiche in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“.
Dafür brauche es eine konsequente Anpassung der Lebensarbeitszeit an die demografischen Gegebenheiten sowie Reformen der sozialen Sicherungssysteme. Auch ein flexibleres Arbeitsrecht sei notwendig, das den Unternehmen mehr Spielraum einräume und zusätzliche Beschäftigung erleichtere, schreibt Reiche.
Zudem fordert die Ministerin, mehr privates Kapital für Unternehmen zu mobilisieren. „Rund 3,5 Billionen Euro liegen auf deutschen Bankkonten. Das entspricht fast sieben Bundeshaushalten“, heißt es in dem Beitrag. Zugleich müssten junge Unternehmen ihr Wachstum im Ausland finanzieren.

Nach Vorbild der US-amerikanischen Small Business Administration

Reiche plädiert deshalb für die Gründung eines Fonds für den deutschen Mittelstand nach dem Vorbild der US-amerikanischen Small Business Administration. „Der Fonds würde die bisherigen Förder- und Absicherungsangebote, die sich auf Bund, Länder, KfW und Bürgschaftsbanken verteilen, bündeln, privates Kapital freisetzen und Betriebsübernahmen vereinfachen“, schreibt die Ministerin.
Deutschland soll nach den Vorstellungen von Reiche bis 2030 dauerhaft auf ein Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent kommen. „Mein Ziel für 2030 ist klar: Deutschland wird dauerhaft wieder mehr als ein Prozent Wirtschaftswachstum generieren, und gehört zur wirtschaftlichen Spitzengruppe in Europa“, schreibt sie.
Für neues Wachstum muss Deutschland nach Reiches Einschätzung vor allem auf Hochtechnologie und technologiebasierte Dienstleistungen setzen. Genannt werden unter anderem Robotik und industrielle Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und Quantentechnologie, Biotechnologie und klimafreundliche Technologien sowie Raumfahrt und neue Kerntechnologien. (dts/red)
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Umfrage: Attestpflicht ab Tag eins könnte Fehlzeiten verlängern

Eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag könnte Fehlzeiten von Arbeitnehmern verlängern, statt sie zu verringern. Das ist das Ergebnis einer Yougov-Umfrage für den Sozialverband VdK, über die der Fachdienst „Tagesspiegel Background“ berichtet.
Darin gaben 21 Prozent der Befragten an, dass sie sich im Falle einer solchen Neuregelung vorsorglich für einen längeren Zeitraum krankschreiben lassen würden als notwendig, um wegen einer neuerlichen Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit nicht erneut zum Arzt zu müssen.

Krank zur Arbeit

Weitere 14 Prozent der Beschäftigten würden bei einer Attestpflicht ab dem ersten Tag nach eigenen Angaben „eher krank zur Arbeit gehen“, um sich den Arztbesuch zu sparen – was ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Kollegen im Betrieb bedeuten würde.
Und drei Prozent nähmen „eher Urlaubstage“, wenn sie sich krank fühlten. 60 Prozent der Beschäftigten würden ihr Verhalten laut Umfrage durch die geplante Neuregelung überhaupt nicht ändern.
„Wer Beschäftigte zwingt, schon am ersten Tag zum Arzt zu gehen, riskiert, dass sich Menschen krank zur Arbeit schleppen oder sich vorsorglich länger krankschreiben lassen“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele.
Das wäre das genaue Gegenteil dessen, was die Reform erreichen soll, warnte sie. Und es schade am Ende allen: den Beschäftigten, den Betrieben und den ohnehin überlasteten Arztpraxen.

Misstrauen gegenüber den Ehrlichen

Zudem widerlege die Umfrage die Unterstellung, Beschäftigte würden sich vielfach krankmelden, obwohl sie gesund sind, so der Sozialverband.
73 Prozent der Befragten nämlich versicherten darin, sich bislang nur krankgemeldet zu haben, wenn sie „eindeutig krank und komplett unfähig zum Arbeiten“ gewesen seien. 21 Prozent räumten ein, dies auch schon bei etwas leichteren Erkrankungen getan zu haben. Und lediglich drei Prozent gaben an, sich bereits krankgemeldet zu haben, obwohl sie komplett gesund gewesen seien.
Wer Beschäftigten massenhaften Missbrauch von Krankmeldungen unterstelle, täusche bewusst, sagte Bentele. Diese Annahme sei Ausdruck eines tief sitzenden Misstrauens gegenüber Millionen ehrlicher Arbeitnehmer. (dts/red)
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22.08.2026 | Merz besucht Hürtgenwald | Putin droht Kiew | Mario Voigt als CDU-Chef Thüringens wiedergewählt

HEUTE19:03 Uhr

„Büchse der Pandora“ geöffnet – Putin droht Kiew

Der russische Präsident Wladimir Putin droht nach den massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren mit einer harten Antwort. Kiew habe die „Büchse der Pandora“ geöffnet und den „Geist aus der Flasche“ gelassen. Russland werde nun selbst die empfindlichsten Bereiche der ukrainischen Wirtschaft ins Visier nehmen, etwa den Export von Agrarprodukten. Eine Friedenslösung sei nur auf Grundlage der Situation an der Front auf dem Boden möglich.

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HEUTE18:51 Uhr

Elf Verletzte bei schweren Unwettern in Nordspanien

Bei Unwettern im Nordosten Spaniens wurden elf Menschen verletzt. In der Hafenstadt Roda de Bera stürzten Mauern ein, rund 300 Menschen wurden von einem Campingplatz in Sicherheit gebracht. In El Vendrell wurden etwa 100 Menschen aus einem Nachtclub gerettet. Laut dem katalanischen Wetterdienst fielen in 24 Stunden 145 Liter Regen pro Quadratmeter. Es gab Überschwemmungen; über 800 Hilferufe gingen bei Rettungsdiensten ein.

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HEUTE18:32 Uhr

Roboter aus China unterbietet Weltrekord über 100 Meter

Bei der Eröffnungsfeier der World Humanoid Robot Games in Peking rannte ein Roboter des chinesischen Teams X-Humanoid 100 Meter in 9,39 Sekunden und unterbot damit Usain Bolts Weltrekord (9,58 Sekunden). Bis zum 26. August treten Roboter bei der zweiten WM in 51 Disziplinen an – auch Weitsprung, Gewichtheben, Tischtennis, Fußball sowie Haushaltsaufgaben, Rettungseinsätze und Fertigungslinien. Die Organisatoren erwarten mehr als 660 Teams mit über 2.000 Robotern aus 16 Ländern.  
China investiert viel Geld in die Entwicklung humanoider Roboter.

China investiert viel Geld in die Entwicklung humanoider Roboter.

Foto: Johannes Neudecker/dpa

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HEUTE17:48 Uhr

Deutsches Kleinflugzeug in Kroatien abgestürzt – Zwei Tote

Ein in Deutschland registriertes Kleinflugzeug ist im kroatischen Velebit-Gebirge nahe der Küstenstadt Zadar abgestürzt. An der Absturzstelle in unwegsamem Gelände seien nach langer Suche Überreste des Motorseglers und die Leichen seiner beiden Passagiere gefunden worden, teilte die kroatische Polizei mit.

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HEUTE17:01 Uhr

Merz besucht das Waldbrandgebiet Hürtgenwald

Rund eine Woche nach dem schweren Waldbrand bei Hürtgenwald hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) heute die Gemeinde in Nordrhein-Westfalen besucht und den Einsatzkräften gedankt. Begleitet wurde seine kurze Ansprache von einem Pfeifkonzert. Dazu sagte Merz, er lasse sich „von denen, die rumschreien, nicht beeindrucken – „ich spreche mit denen, die helfen“.
HEUTE16:02 Uhr

Frau am Flughafen von Skorpion gestochen

Im Flughafen Düsseldorf ist eine Frau von einem Skorpion gestochen worden. Das Tier hatte sich in der Jacke der 52-Jährigen versteckt. Der Rettungsdienst versorgte die Frau und ließ sie zur Behandlung in ein Krankenhaus bringen. Ein hinzugerufener Reptilienexperte fing den Skorpion ein. Zum aktuellen Gesundheitszustand der Patientin gab es keine Angaben.
Europäischer Skorpion

Europäischer Skorpion

Foto: Peter Kneffel/dpa

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HEUTE15:15 Uhr

49-Jähriger getötet – 15-jähriger Sohn unter Tatverdacht

In Dortmund hat die Polizei einen 15-Jährigen festgenommen, der im Verdacht steht, seinen eigenen Vater getötet zu haben. Der 49-Jährige wurde am Morgen tot in seiner Wohnung im Stadtteil Hörde gefunden. Im Zuge erster Ermittlungen hätten sich Anhaltspunkte für ein Tötungsdelikt ergeben. Der Tatverdacht richte sich aktuell gegen den 15 Jahre alten Sohn.

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HEUTE14:28 Uhr

Klinik in Paderborn: Frühchen infiziert sich mit Bakterium und stirbt

In einer Frauen- und Kinderklinik in Paderborn sind vier Kinder mit einem Enterobacter-Bakterium infiziert; ein Frühchen ist an einer Blutvergiftung gestorben. Ein weiteres Frühchen sei in Lebensgefahr. Bei zwei weiteren Kindern sei der Erreger nachgewiesen worden, sie zeigten aktuell aber keine entsprechenden Symptome.

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HEUTE14:18 Uhr

Mario Voigt als Thüringer CDU-Chef wiedergewählt

Mario Voigt ist auf dem Landesparteitag der CDU in Eisenach als Vorsitzender der CDU Thüringen wiedergewählt worden. Er erhielt heute 122 Ja-Stimmen, während 23 Delegierte gegen ihn stimmten und es drei Enthaltungen gab. Damit sicherte er sich ohne Gegenkandidaten 84,41 Prozent der Stimmen. Voigt führt die CDU in Thüringen seit 2022 und ist seit 2024 Ministerpräsident.

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HEUTE13:58 Uhr

Islamisten entführen oder töten dutzende Menschen in Nigeria

Bewaffnete Islamisten haben ein Dorf in Nigeria angegriffen und dutzende Menschen entführt oder getötet. Wie ein Überlebender am Samstag der AFP schilderte, griffen hunderte mit Macheten, Messern und Gewehren bewaffnete Mitglieder der Islamistengruppe Lakuwara nach dem muslimischen Freitagsgebet das Dorf Dikera im Zentrum des Landes an.

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HEUTE13:13 Uhr

Formel 1: Russell gewinnt Sprint-Rennen in den Niederlanden

George Russell hat sich den Sieg im Formel-1-Sprint auf dem Circuit Park Zandvoort in den Niederlanden gesichert. Er setzte sich vor Charles Leclerc, Lando Norris und Andrea Kimi Antonelli durch. Das Rennen verlief ohne große Überraschungen, da Überholmanöver auf dieser Strecke traditionell schwierig sind.
Startplatz drei für den WM-Führenden Kimi Antonelli.

Startplatz drei für den WM-Führenden Kimi Antonelli.

Foto: Darko Bandic/AP/dpa

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HEUTE12:27 Uhr

Sonne und steigende Temperaturen nach Unwettern erwartet

Nach den Unwettern der vergangenen Tage können die Menschen in weiten Teilen Deutschlands ab Montag wieder mit viel Sonne und steigenden Temperaturen rechnen. Am Sonntag ist an den Küsten und im Nordosten weiter mit Schauern zu rechnen. Im Süden dagegen wird das Wetter sonnig, die Temperaturen steigen auf 25 Grad.

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HEUTE11:52 Uhr

Mehrere Menschen bei Verkehrsunfall in England gestorben

Bei einem Unfall mit einem Polizeiwagen nahe dem englischen Middlesbrough sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Zur genauen Anzahl der Todesopfer machte die Polizei am Morgen keine Angaben. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge seien vor Ort und die Straße werde noch einige Zeit gesperrt bleiben, teilte die Cleveland Police mit.

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HEUTE11:15 Uhr

Vater in Japan lässt Siebenjährigen bei Fuji-Wanderung stundenlang allein zurück

Ein Vater ließ seinen siebenjährigen Sohn am Fuji auf über 2000 Metern allein zurück, nachdem das Kind beim Wandern müde geworden war. Der Junge wurde von Hüttenmitarbeitern entdeckt und der Polizei übergeben. Der Vater wurde für sein Verhalten gerügt und entschuldigte sich.

Vor dem Fuji: Der berühmte Tokyo Skytree ist der höchste Fernsehturm der Welt.

Foto: Torsakarin/iStock

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HEUTE11:00 Uhr

Hubig will Prozessrecht wegen KI-Klagenflut reformieren

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will das Prozessrecht wegen der zunehmenden Nutzung von KI reformieren. KI könne den Zugang zum Recht erleichtern und Gerichte entlasten, führe aber auch zu längeren und unstrukturierten Klageschriften. Richter sollen weiterhin selbst entscheiden.

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HEUTE10:30 Uhr

Wagenknecht will über Landtagswahl Merz stürzen

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sieht in der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September auch eine bundespolitische Weichenstellung. Ein Machtverlust von CDU-Ministerpräsident Sven Schulze könne ihrer Ansicht nach Friedrich Merz schwächen und das Ende seiner Regierung beschleunigen. Wagenknecht kritisiert besonders Merz’ Sozial- und Verteidigungspolitik.

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HEUTE9:13 Uhr

GKV kritisiert Kliniken: Kein Verständnis für Klagen trotz Geldern

Die GKV kritisiert Krankenhäuser trotz zusätzlicher Milliarden für ihre Klagen über Kürzungen. 2027 sollen Kliniken mindestens 6,6 Milliarden Euro mehr erhalten, rund 5,5 Prozent. Der Verband fordert einen konstruktiven Reformkurs statt weiterer Proteste.

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HEUTE8:20 Uhr

Bauindustrie senkt Umsatzprognose

Die deutsche Bauindustrie senkt wegen steigender Kosten und schleppender Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen ihre Umsatzprognose für 2026. Statt 2,5 Prozent wird nur noch ein Wachstum von 1 Prozent erwartet. Besonders Energie- und Materialpreise belasten die Unternehmen.

Bauarbeiter auf Baustelle (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE8:10 Uhr

Arbeiterwohlfahrt kritisiert Steuerpläne als ungerecht

Die AWO kritisiert die geplante Einkommensteuerreform von Lars Klingbeil. Sehr einkommensstarke Familien könnten bis 2028 monatlich 151 Euro stärker entlastet werden als normalverdienende Familien. Gleichzeitig soll der Kindersofortzuschlag für arme Haushalte entfallen.

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HEUTE8:00 Uhr

Wadephul bringt neue Sanktionen gegen Israel ins Spiel

Bundesaußenminister Johann Wadephul hält weitere EU-Sanktionen gegen Israel für möglich. Er kritisierte scharf die Äußerungen von Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir sowie neue israelische Siedlungspläne im Westjordanland. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien fordern gemeinsam den Stopp des Siedlungsprojekts E1.

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HEUTE7:54 Uhr

Trump-Sprecherin Leavitt schließt sich Maga-Organisation an

Karoline Leavitt wird nach ihrem Ausscheiden als Sprecherin des Weißen Hauses zu Trumps politischer Organisation Maga Inc. zurückkehren. Die 28-Jährige will sich nach der Geburt ihres zweiten Kindes stärker ihrer Familie widmen. Trump kündigte an, dass sie künftig als externe Beraterin für ihn tätig sein werde.
Trumps Pressesprecherin Leavitt geht. (Archivbild)

Trumps Pressesprecherin Leavitt geht. (Archivbild)

Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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HEUTE7:27 Uhr

Wadephul reist nach Kiew

Bundesaußenminister Johann Wadephul ist angesichts neuer russischer Angriffe in die Ukraine gereist. Bei seinem Besuch zum 35. Unabhängigkeitstag geht es vor allem um militärische Unterstützung, den Schutz vor Angriffen auf zivile Infrastruktur, die Wintersicherung und eine engere Sicherheitskooperation.

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HEUTE6:37 Uhr

SPD fordert Frau als nächste Bundespräsidentin

Die SPD hält an ihrer Forderung fest, dass eine Frau für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nominiert wird. Sie soll parteiübergreifend Vertrauen genießen und für Zusammenhalt stehen. Als mögliche Kandidatin wird CSU-Politikerin Ilse Aigner gehandelt.

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HEUTE6:25 Uhr

Erste 16.000 Ebola-Impfdosen im Kongo eingetroffen

Die Demokratische Republik Kongo hat im Kampf gegen eine schwere Ebola-Epidemie die ersten 16.000 von insgesamt 70.000 geplanten Ervebo-Impfdosen erhalten. Der Impfstoff soll vor allem medizinisches Personal und gefährdete Menschen schützen. Zudem wird seine Wirksamkeit gegen die derzeit verbreitete Bundibugyo-Variante getestet.

Mitarbeiter des Zentrums für Krankheitskontrolle beschreibt die Auswirkungen einer Mutation des Ebola-Virus.

Foto: iStock

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HEUTE6:10 Uhr

Schulze schließt AfD-Mehrheit durch CDU-Überläufer aus

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) schließt aus, dass CDU-Abgeordnete nach der Landtagswahl zur AfD wechseln und ihr so zu einer Mehrheit verhelfen. Die AfD liegt in Umfragen mit rund 41 Prozent deutlich vor der CDU mit etwa 24 Prozent und strebt eine Alleinregierung an.

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HEUTE6:00 Uhr

Deutlicher Lohnunterschied zwischen Deutschen und Ausländern

Ende 2025 verdienten ausländische Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im Median 23,6 Prozent weniger als deutsche. 30,6 Prozent erhielten Niedriglohn, bei Deutschen waren es 12,3 Prozent. Unterschiede hängen laut BA vor allem mit Qualifikation, Berufserfahrung und der Beschäftigung in unterschiedlich bezahlten Branchen zusammen.

Flüchtlinge und Migranten bei der Arbeit.

Foto: Sascha Schuermann/Getty Images

Mit Material der Nachrichtenagenturen.

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22.08.2026 | Deutlicher Lohnunterschied zwischen Deutschen und Ausländern | Schulze schließt AfD-Mehrheit durch CDU-Überläufer aus

HEUTE6:37 Uhr

SPD fordert Frau als nächste Bundespräsidentin

Die SPD hält an ihrer Forderung fest, dass eine Frau für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nominiert wird. Sie soll parteiübergreifend Vertrauen genießen und für Zusammenhalt stehen. Als mögliche Kandidatin wird CSU-Politikerin Ilse Aigner gehandelt.

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HEUTE6:25 Uhr

Erste 16.000 Ebola-Impfdosen im Kongo eingetroffen

Die Demokratische Republik Kongo hat im Kampf gegen eine schwere Ebola-Epidemie die ersten 16.000 von insgesamt 70.000 geplanten Ervebo-Impfdosen erhalten. Der Impfstoff soll vor allem medizinisches Personal und gefährdete Menschen schützen. Zudem wird seine Wirksamkeit gegen die derzeit verbreitete Bundibugyo-Variante getestet.

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HEUTE6:10 Uhr

Schulze schließt AfD-Mehrheit durch CDU-Überläufer aus

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) schließt aus, dass CDU-Abgeordnete nach der Landtagswahl zur AfD wechseln und ihr so zu einer Mehrheit verhelfen. Die AfD liegt in Umfragen mit rund 41 Prozent deutlich vor der CDU mit etwa 24 Prozent und strebt eine Alleinregierung an.

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HEUTE6:00 Uhr

Deutlicher Lohnunterschied zwischen Deutschen und Ausländern

Ende 2025 verdienten ausländische Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im Median 23,6 Prozent weniger als deutsche. 30,6 Prozent erhielten Niedriglohn, bei Deutschen waren es 12,3 Prozent. Unterschiede hängen laut BA vor allem mit Qualifikation, Berufserfahrung und der Beschäftigung in unterschiedlich bezahlten Branchen zusammen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen.
 

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VW-Chef kommt nach Sachsen – Belegschaft erhofft Perspektive

Schlechte Rahmenbedingungen, Konkurrenz aus China, Jobabbau: Wegen der angespannten Marktlage sind beim Autobauer Volkswagen weitere Einschnitte für die Belegschaft im Gespräch. In der kommenden Woche kommt nun Konzernchef Oliver Blume erstmals zu einer Betriebsversammlung in die E-Auto-Fabrik in Zwickau. „Wir erwarten, dass endlich Klartext gesprochen wird“, sagt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Volkswagen Sachsen, Mike Rösler, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kolleginnen und Kollegen hier bauen mit Leidenschaft Autos und brauchen eine Perspektive, wie es nach 2030 weitergeht.“
Bis Ende 2030 gibt es eine Standortgarantie – doch was kommt danach? Das ist ungewiss. Zwickau wurde zuletzt immer wieder in einer Reihe mit Emden, Hannover und Neckarsulm als die Autofabriken im Konzern genannt, die auf der Kippe stehen.

Pionier bei E-Autos

Konzernchef Blume hatte jedoch wiederholt gesagt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. „Ich hoffe, dass der Vorstand seinen Job macht und uns diese Lösungen endlich präsentiert.“ Und das aus erster Hand. Denn zuletzt hätten die Mitarbeiter neue Pläne meist aus der Zeitung erfahren, kritisiert Rösler. „Das verstärkt die Unsicherheit hochgradig.“
Die Autofabrik in Zwickau gilt als Pionier in der Elektromobilität bei Volkswagen. Dort werden seit 2020 ausschließlich E-Autos gebaut. Doch der Standort hat deutlich Federn gelassen. Rund 11.000 Beschäftigte arbeiteten dort zu Hochzeiten, aktuell sind es noch etwa 8.000 – mehr als 1.000 weitere Jobs werden in den nächsten Jahren planmäßig wegfallen, bedauert Rösler. So soll 2027 eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden.

Betriebsrat: Sparanstrengungen in allen Bereichen

Dafür wird die Demontage von gebrauchten Fahrzeugen als neues Geschäftsfeld hochgefahren. Bis Jahresende werden dort laut Rösler etwa 100 Menschen arbeiten. Auf absehbare Zeit soll die Zahl nach Unternehmensangaben auf bis zu 1.000 steigen. Ziel ist es, ab 2030 jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zu zerlegen und aufzubereiten.
Der Betriebsrat verweist auf Sparanstrengungen in allen Bereichen, neben dem Abbau von Jobs etwa bei Energie- und Beschaffungskosten. Rösler: „Es wird an allen Ecken und Enden mit Hochdruck daran gearbeitet, die Ziele zu erreichen.“
Doch wenn die Auslastung der Fabrik sinkt, verteuert das die Stückkosten. „Unser Werk ist ausgelegt für bis zu 360.000 Fahrzeuge, dieses Jahr werden es voraussichtlich etwa 202.000 sein“, erklärt der 43-Jährige. „Bei voller Auslastung kämen wir auf gleiche Produktionskosten pro Fahrzeug wie in Bratislava.“ In der slowakischen Hauptstadt betreibt VW eine Autofabrik.

Wackelt die 35-Stunden-Woche?

In der Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie wird inzwischen auch die 35-Stunden-Woche infrage gestellt. Die passe nicht mehr in die Zeit, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor etwa einem Monat im Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt. Rösler kontert: „Die Belastung durch Schichtarbeit ist hoch.“ Die Beschäftigten in Zwickau zeigten sich mit Sonderschichten und Schichtverlängerungen flexibel und arbeiteten tatsächlich häufig 39 Stunden pro Woche und mehr. Eine Anhebung der Wochenarbeitszeit würde zudem dazu führen, dass weniger Personal gebraucht werde und mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, betont er.
Eine Option, auf die man in Zwickau für die Zukunft hofft, ist der Bau von Modellen, die Volkswagen bisher nur in China herstellt. Als Beispiele werden die SUV ID.Unyx 08 und ID.Era 9X genannt. Zu Volkswagen Sachsen gehört neben der Autofabrik in Zwickau aber auch die Gläserne Manufaktur, in der die Autoproduktion bereits eingestellt wurde, und das Motorenwerk in Chemnitz. In Chemnitz werden bisher noch Verbrennungsmotoren gebaut und damit ist das Werk gut ausgelastet. Aber auch dort brauche es auf absehbare Zeit Entscheidungen zur künftigen Belegung, mahnt Rösler.
Konzernchef Blume wird in der kommenden Woche an mehreren deutschen Standorten vor die Belegschaft treten. Der Anfang wird am Dienstag im Stammwerk Wolfsburg gemacht, am Mittwoch folgen Emden und Zwickau. (dpa/red)
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21,5 Milliarden Euro – Ausgaben für Sozialhilfe deutlich gestiegen

Im Jahr 2025 haben die Sozialhilfeträger in Deutschland 21,5 Milliarden Euro netto für Sozialhilfeleistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) ausgegeben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, stiegen die Ausgaben damit gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent.
Der Großteil der Ausgaben für Sozialhilfeleistungen ging mit 54,9 Prozent wie in den Vorjahren auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zurück: Auf diese Leistungen, die vollständig aus Erstattungsmitteln des Bundes an die Länder finanziert werden, entfielen im Jahr 2025 nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 11,8 Milliarden Euro.
Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zwar um 2,9 Prozent, ihr Anteil an den Gesamtausgaben der Sozialhilfe ging jedoch im dritten Jahr in Folge zurück (2022: 59,0 Prozent).
Niedriger fiel der Anstieg gegenüber dem Vorjahr zuletzt im Jahr 2016 aus (+2,5 Prozent gegenüber 2015).

Keine Erhöhung der Regelsätze in 2026

Zum 1. Januar 2025 blieben die Regelsätze der Sozialhilfe für den monatlichen Lebensunterhalt erstmals seit Inkrafttreten des Regelbedarfs-Ermittlungsgesetzes zum 1. Januar 2011 unverändert. In den Vorjahren 2023 und 2024 hatte es im Rahmen der jährlichen Fortschreibung der Regelbedarfe jeweils starke Erhöhungen der Regelsätze gegeben. Entsprechend stiegen die Ausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in diesen beiden Jahren stark an.

Hilfe zur Pflege stieg um 13,3 Prozent

Die Nettoausgaben für Hilfe zur Pflege stiegen um 13,3 Prozent auf 6 Milliarden Euro. Damit stieg der Anteil der Ausgaben für die Hilfe zur Pflege an den Gesamtausgaben der Sozialhilfe im dritten Jahr in Folge an und beträgt im Jahr 2025 somit 27,8 Prozent. Im Jahr 2022 hatte der Anteil noch 23,6 Prozent betragen.

4,4 Prozent Anstieg bei Hilfen zum Lebensunterhalt

Für die Hilfe zum Lebensunterhalt wurden 1,7 Milliarden Euro ausgegeben, das waren 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil an den Gesamtausgaben der Sozialhilfe ging auch bei der Hilfe zum Lebensunterhalt zum dritten Mal in Folge zurück, auf 8,0 Prozent im Jahr 2025 (2022: 8,5 Prozent). In die Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten sowie die Hilfe in anderen Lebenslagen flossen zusammen 2 Milliarden Euro und damit 6,7 Prozent mehr als im Jahr 2024, so die Statistiker. (dts/red)
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Viele Unternehmen erwarten sinkende Löhne wegen KI

Viele Unternehmen in Deutschland erwarten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) eher sinkende Löhne in den nächsten fünf Jahren. Das ergab eine aktuelle Umfrage des ifo-Instituts.
Vor allem Arbeitskräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung haben mit niedrigeren Löhnen zu rechnen – das gab etwa jedes zweite Unternehmen an, das KI bereits nutzt. Bei Arbeitskräften mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung rechnen rund 40 Prozent mit Lohnkürzungen.

Jedes Dritte Unternehmen sieht die Löhne stabil

Jedoch erwartet gleichzeitig, abhängig von der Qualifikation der Beschäftigten, ein Drittel bis die Hälfte der Unternehmen stabile Löhne.
„Künstliche Intelligenz wird aus Sicht vieler Unternehmen die Löhne nicht für alle Beschäftigten gleichermaßen beeinflussen“, sagte Ifo-Forscherin Anna Ruffert. „Am ehesten rechnen sie bei weniger erfahrenen Arbeitskräften mit sinkenden Löhnen.“

Dienstleister, Handel und Bau sehen das unterschiedlich

Am häufigsten rechnen Dienstleister mit sinkenden Löhnen für ihre Arbeitskräfte. Bei Beschäftigten mit kurzer Berufserfahrung sagen dies 53,3 Prozent, bei Beschäftigten mit längerer Berufserfahrung 44,2 Prozent.
Unter den Händlern sind es 47,9 Prozent beziehungsweise 41,3 Prozent, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe mit 46,5 Prozent und 38,9 Prozent.
Die Bauunternehmen geben seltener an, dass die Löhne wegen KI sinken: 39 Prozent bei kürzerer Berufserfahrung und 31,3 Prozent bei längerer. Diese Angaben beziehen sich auf Beschäftigte ohne (Fach-)Hochschulabschluss.
Ein Arbeiter inspiziert die Baustelle eines Mehrfamilienhauses aus dem 3D-Drucker.

Ein Arbeiter inspiziert die Baustelle eines Mehrfamilienhauses aus dem 3D-Drucker.

Foto: Dieter Menne/dpa

Hochschulabsolventen sehen Chance auf steigenden Lohn

Für Beschäftigte mit einem (Fach-)Hochschulabschluss verändern sich die Erwartungen für einen sinkenden Lohn kaum. Jedoch gibt es für sie öfter die Chance auf einen steigenden Lohn, insbesondere zusammen mit einer längeren Berufserfahrung.
So erwarten 26 Prozent der Unternehmen bei dieser Gruppe einen positiven Effekt des KI-Einsatzes auf die Löhne, bei kurzer Berufserfahrung sehen immer noch 16,3 Prozent eine Verbesserung des Gehalts.
Zum Vergleich: Bei Niedrigqualifizierten mit kurzer Berufserfahrung liegt der Anteil bei nur 5,9 Prozent. „Für Arbeitskräfte mit formalen Abschlüssen – besonders in Kombination mit längerer Berufserfahrung – halten Unternehmen häufiger positive Lohneffekte durch KI für möglich“, so Ruffert.

KI am Bau – Löhne steigen

Insbesondere die KI-nutzenden Unternehmen im Bau erwarten hier steigende Löhne für Höherqualifizierte. Der Anteil liegt mit kurzer Berufserfahrung bei 24,0 Prozent und bei 29,8 Prozent, wenn die Arbeitskraft mehr als fünf Jahre Berufserfahrung hat.
Unter den Dienstleistern sind es 14,9 Prozent und 27,3 Prozent, im Handel 15,9 Prozent und 24,9 Prozent und im Verarbeitenden Gewerbe 15,6 Prozent und 24,2 Prozent. (dts/red)