Ein Mann hält auf dem Steg am Federsee seinen Regenschirm fest, der von einer Sturmböe erfasst wird. - Foto: Thomas Warnack/dpa
Zwei Stürme kurz hintereinander haben in Deutschland und anderen Teilen Europas zu Stromausfällen in mehr als 150.000 Haushalten und zur Streichung hunderter Flüge geführt.
Von den Stromausfällen am Sonntag waren nicht nur gut 140.000 Haushalte in Großbritannien und Frankreich, sondern auch etwa 10.000 weitere rund um Freiburg im Breisgau betroffen. Hunderte Flüge, unter anderem am Airport Amsterdam Schiphol, einem der meistgenutzten Flughäfen Europas, fielen aus.
Binnen 24 Stunden zogen die beiden Sturmtiefs „Luise“ und „Manja“ über Europa. International tragen sie die Namen „Austen“ und „Boelo“.
In Freiburg und Umgebung hatten etwa 10.000 Haushalte stundenlang keinen Strom, wie der Versorger Badenova mitteilte. Grund für den großflächigen Stromausfall in mehreren Stadtteilen und umliegenden Gemeinden der baden-württembergischen Stadt waren in Leitungen gestürzte Bäume und ein in ein Umspannwerk gewehtes Wellblechdach. Dort kam es zu einem Kurzschluss.
Erst sieben Stunden nach den ersten Störungen war die Versorgung am Sonntagvormittag überall wiederhergestellt. Laut Stadtverwaltung fiel teils auch das örtliche Mobilfunknetz aus. Freiburgs größte Klinik musste wegen der Sturmschäden ihren Betrieb einschränken.
Im benachbarten Frankreich fiel laut dem Versorger in knapp 60.000 Haushalten wegen Sturmschäden der Strom aus. Betroffen waren vor allem die nördlichen Regionen Normandie und Bretagne. Im Norden Großbritanniens waren laut Branchenverband Energy Networks Association mehr als 82.000 Haushalte betroffen.
In Schottland führten umgestürzte Bäume, abgerissene Stromkabel und aufgerissener Boden zu Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr. Laut dem schottischen Bahnbetreiber wurden mehrere Strecken gesperrt.
In Argyll und Bute im Westen Schottlands wurden laut dem nationalen Wetterdienst Met Office Windböen von bis zu 135 Stundenkilometern gemessen. Für Schottland und Nordengland galt die Regenwarnstufe gelb, örtlich wurden bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet.
Das Met Office warnte, von „Boelo“ gehe wegen umherfliegender Gegenstände und hoher Wellen Lebensgefahr aus. Die Menschen sollten daher möglichst drinnen bleiben. Auch Nordirland war von dem Unwetter betroffen.
Laut Netzbetreiber fiel in 7000 Haushalten der Strom aus. In der Hauptstadt Belfast wurden Fährverbindungen nach Nordwestengland sowie einige Flüge auf den beiden Flughäfen der Stadt gestrichen. Auch in Nordengland und Schottland war der Flugverkehr beeinträchtigt.
Belgien und die Niederlande waren ebenfalls von den Stürmen betroffen. Am niederländischen Flughafen Amsterdam Schiphol, einem wichtigen europäischen Verkehrsknotenpunkt, wurden nach Zählung der Nachrichtenagentur AFP 90 Verbindungen auf der Abflugtafel annulliert.
Davon waren insbesondere Flüge in europäische Städte wie Paris, Rom und Dublin betroffen. Außerdem konnten Dutzende Landungen nicht stattfinden oder erfolgten verspätet.
Die Flughafenverwaltung gab „heftigen Wind“ als Ursache für die Beeinträchtigungen an. Wie viele Flüge davon betroffen waren, wurde nicht mitgeteilt. Insgesamt fielen im nördlichen Europa hunderte Flüge aus.
Die Deutsche Bahn meldete am Sonntag Beeinträchtigungen aufgrund von „Unwetterauswirkungen“ auf der Fernstrecke zwischen Münster und Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen. In der Nordsee wurde der Fährverkehr zur Insel Helgoland ausgesetzt.
Am Freitag war in Nastätten in Rheinland-Pfalz auf einem Stadtfest eine Gerüstbrücke umgekippt, zwei Männer im Alter von 58 und 72 Jahren wurden dabei schwer verletzt. Nach Polizeiangaben löste vermutlich eine Windböe das Unglück aus.
Am Sonntag war laut Deutschem Wetterdienst an der Nordsee und in höheren Lagen weiter mit schwerem Sturm oder Orkan samt Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern zu rechnen.
Andernorts wurden stürmische Böen oder Sturm mit bis zu 85 Stundenkilometern gemessen, dazu kam nasses und unbeständiges Wetter. In der Nacht sollte der Wind nachlassen. Nur an den Küsten und im Bergland sollte der Sturm noch weiter anhalten.(afp/red)
Das Reiseportal Booking.com hat seinen Hauptsitz im niederländischen Amsterdam. (Symbolbild) - Foto: Fabian Sommer/dpa
Die Europäische Kommission ermittelt gegen das Reiseportal Booking.com wegen möglicher Verstöße gegen Verbraucherschutzvorschriften. Die Plattform steht unter anderem im Verdacht, nicht genug gegen Betrüger getan zu haben, wie aus einer Mitteilung der Brüsseler Behörde hervorgeht.
Dabei geht es demnach etwa um gefälschte Unterkunftsangebote, Identitätsbetrug und andere Maschen zum Nachteil von Verbrauchern. Konkret will die EU-Kommission prüfen, ob sich das Online-Portal mit niederländischem Firmensitz ausreichend bemüht, diese regelwidrigen Angebote zu entfernen.
Zahl der Betrugsfälle um 500 Prozent gestiegen
Die Ermittlungen kommen zu einer Zeit, in der Verbraucherschützer vor einer wachsenden Zahl von Online-Betrugsfällen warnen. Booking.com selbst berichte von einem Anstieg der Betrugsfälle auf seiner Plattform um 500 Prozent weltweit, hieß es von Kommissionsbeamten.
Im ersten Halbjahr 2026 seien demnach 1.072 Betrugsmeldungen eingegangen, die zu einem Schaden in Höhe von 82.000 Euro geführt hätten. Dies entspreche einer Verzehnfachung im Vergleich zum Vorjahr, so die EU-Kommission.
Im Fokus der Ermittlungen stehen auch Phishing-Versuche auf der Buchungsplattform. Phishing ist eine der häufigsten Betrugsmaschen im Internet. Dabei versuchen Cyberkriminelle, durch Antworten auf gefälschte Nachrichten an sensible Daten wie Passwörter oder Bankinformationen zu gelangen.
Schützt Booking.com sensible Daten ausreichend?
Die EU-Kommission untersucht in den Ermittlungen gegen Booking.com, wie die Plattform Reservierungs- und Gästedaten an Unterkunftsbetreiber weitergibt und wie das Schreiben von Nachrichten auf der Plattform funktioniert. Insbesondere soll dabei geprüft werden, ob das Unternehmen ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat, um zu verhindern, dass Daten der Nutzer missbraucht werden.
Die Brüsseler Behörde teilte mit, dass die Eröffnung des Verfahrens noch nichts darüber aussage, ob Booking.com tatsächlich gegen geltende EU-Regeln verstoßen habe. „Die Europäer sollten ihren Urlaub buchen können, ohne Angst vor Betrug haben zu müssen“, sagte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen.
Transparenz bei bezahlter Werbung
Die EU-Kommission will sich zudem genauer ansehen, wie transparent Booking.com mit bezahlter Werbung umgeht. Konkret geht es darum, welche Suchergebnisse für einen Aufpreis auf der Buchungsplattform weiter oben erscheinen und ob diese klar als Werbung gekennzeichnet sind.
Anbieter von Unterkünften könnten ihre Angebote in den Suchergebnissen von Booking.com besser sichtbar machen, indem sie eine höhere Provision zahlten, teilte die EU-Kommission mit. Nutzer sollten klar erkennen können, dass es sich bei diesen „hervorgehobenen Angeboten“ tatsächlich um Werbung handele. Die Verbraucher müssten nach Ansicht Brüssels zudem ausreichend Informationen dazu haben, wie sie die Einstellungen zur Werbung selbst ändern können.
Brüssel kann Geldstrafen verhängen
Grundlage des Verfahrens der EU-Kommission ist das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA). Der DSA soll das zentrale Instrument der EU gegenüber großen Online-Plattformen sein und gilt seit Februar 2024.
Die EU-Kommission hat auf Grundlage des Gesetzes bereits zahlreiche Verfahren etwa gegen TikTok, Facebook, Instagram, Snapchat oder große Pornoplattformen eröffnet. Gegen Elon Musks soziales Netzwerk X oder die Online-Händler Temu und AliExpress verhängte die EU-Kommission bereits Millionenstrafen, weil sich die Unternehmen nach Ansicht Brüssels trotz Ermahnungen nicht an die Regeln hielten. (dpa/red)
Die Füllstände der Speicher sind niedrig. - Foto: Peter Kneffel/dpa
Der als Referenz für die Großhandelspreise geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden legte am Freitagmittag um 1,69 Prozent auf 87,90 Euro pro Megawattstunde zu. Zuvor hatte er zeitweise 88,24 Euro erreicht.
Am Dienstag war der europäische Gaspreis mit über 86 Euro auf den höchsten Stand seit Dezember 2022 gestiegen und seitdem ging es im Trend weiter aufwärts. Der Analyst Arne Lohmann Rasmussen von Global Risk Management schloss nicht aus, dass der Preis für eine Megawattstunde Gas bei einer weiter angespannten Lage die Marke von 100 Euro überschreiten könnte.
Grund für den Anstieg sind insbesondere die Verwerfungen auf den Energiemärkten infolge des Iran-Krieges. Zudem sind die Gasspeicher in Europa derzeit weniger gefüllt als zum Vorjahrszeitpunkt: Nach Angaben der europäischen Plattform zur Gasspeicherung (Agsi) liegt der Wert bei gut 74 Prozent; das ist deutlich weniger als die 83 Prozent, die 2025 zu diesem Zeitpunkt erreicht wurden.
Vor allem in Deutschland ist die Lage vor dem Winter vergleichsweise schlecht: Die Reserven liegen laut Agsi und der Bundesnetzagentur bei gut 60 Prozent – gegenüber fast 76 Prozent zum selben Zeitpunkt im Jahr 2025.
Der Ölpreis blieb derweil auf hohem Niveau praktisch stabil. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember gab leicht um 0,15 Prozent auf 105,76 Dollar nach. Der Preis für das US-Pendant WTI zur Lieferung im November sank um 0,56 Prozent auf 97,42 Dollar. (afp/red)
Unterschiede zwischen europäischen Ländern und den USA
Im brandenburgischen Schwedt wird Kraftstoff sowohl für Deutschland als auch für Polen raffiniert. Obwohl Benzin und Diesel in derselben Anlage entstehen, zahlen Autofahrer in Deutschland mehr als in Polen. Noch größer wird der Abstand mit Blick über den Atlantik: In den USA kostet 1 Liter Normalbenzin umgerechnet nur etwa halb so viel wie im EU-Durchschnitt, obwohl das Rohöl zu vergleichbaren Preisen auf dem Weltmarkt gehandelt wird. Ein detaillierter Blick auf die Preise an den Zapfsäulen.
Darum geht es:
Woraus setzt sich der Preis an der Zapfsäule zusammen?
Weshalb tanken Autofahrer in den USA so viel günstiger?
Wie schaffen es manche Länder im europäischen Vergleich, günstiger zu bleiben?
Warum ist der gleiche Kraftstoff in Deutschland teurer als in Polen?
Was bringt der Tankrabatt, der seit dem 1. Oktober in Deutschland gilt?
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Die Preisunterschiede
Bestandteile der Zapfsäulenpreise
Zusammensetzung des Benzinpreises, Anteile in Prozent
EuropaEU-Durchschnitt, Super 95 (5. Oktober 2026)27 %Energiesteuerund AbgabenMengensteuer je Liter(geschätzt)18 %MehrwertsteuerSteuersatz Ø 21 % aufNettopreis undEnergiesteuer(geschätzt)27 %RohölBrent: 100 $ je Barrel28 %Raffinerie, Logistikund HandelVerarbeitung, Transport,Tankstelle, Marge(geschätzt)Steueranteil45 %USALandesdurchschnitt, Normalbenzin (Mai 2026)12 %SteuernBundes- undStaatssteuern52 %Rohöl22 %Raffinierung15 %Vertrieb undMarketingSteueranteil12 %
Quellen: EU-Kommission (Weekly Oil Bulletin), Tax Foundation, U.S. Energy Information Administration (EIA); Stand 5.10.2026 (USA-Anteile: Mai 2026). EU-Anteile: eigene Berechnung (geschätzt). Infobox: EIA, Tax Foundation, EU-Energiesteuerrichtlinie 2003/96/EG, Europäische Umweltagentur (EEA). Grafik: Epoch Times
Super 95 je Liter (USA: Normalbenzin):unter 1,50 €1,50 bis 1,79 €1,80 bis 1,99 €2,00 bis 2,19 €ab 2,20 €keine AngabeStand der Preise (inklusive Steuern und Abgaben): beschriftete EU-Staaten Tagesdurchschnitte vom 9.10.2026 aus nationalen Quellen (Deutschland: Super E5; Niederlande: Stand 5.10.2026); Einfärbung der übrigen EU-Staaten nach EU-Kommission, Stand 28.9.2026; USA: Regular 87, Wochendurchschnitte der EIA vom 5.10.2026, umgerechnet mit 1 Gallone = 3,785 Liter und 1 € = 1,1225 $ (EZB, 2.10.2026). Quellen: fuel-prices.eu nach nationalen Quellen, Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, EU-Kommission (Weekly Oil Bulletin), U.S. Energy Information Administration (EIA).Preise: EU-Staaten 9.10.2026 (Niederlande 5.10.), übrige EU 28.9.2026; USA 5.10.2026 (1 € = 1,1225 $, EZB 2.10.2026). Quellen: fuel-prices.eu, Markttransparenzstelle, EU-Kommission, EIA. Grafik: Epoch Times · Weltkarte vollständig ansehen
Am teuersten in der EU tankt man in Dänemark und den Niederlanden. Super kostet dort rund 2,43 Euro je Liter.
Deutschland liegt mit 2,18 Euro für Super E5 (Stand: 9. Oktober) im oberen Feld. Deutlich günstiger sind Schweden mit 1,70 Euro und Kroatien mit 1,75 Euro.
Und in den USA? Normalbenzin kostet im Landesdurchschnitt umgerechnet rund 1 Euro je Liter. Selbst im teuren Kalifornien sind es nur rund 1,47 Euro.
Im EU-Durchschnitt kostete ein Liter Super am 5. Oktober 2,01 Euro, in den USA ein Liter Normalbenzin umgerechnet 1,02 Euro. Diesel kostete in der EU 2,15 Euro, in den USA 1,46 Euro.
Den größten Unterschied bewirken die Steuern. In der EU entfallen 27 Prozent des Preises auf die Energiesteuer und weitere Abgaben und 18 Prozent auf die Mehrwertsteuer – zusammen fast die Hälfte.
Der Mehrwertsteuersatz liegt im Schnitt bei rund 21 Prozent. Weil er auf den Preis aufgeschlagen wird, macht er am Endpreis 18 Prozent aus.
In den USA sind nur 12 Prozent des Benzinpreises Steuern. Mehr als die Hälfte, 52 Prozent, entfällt dort auf das Rohöl selbst.
Fünf Länder im Vergleich
In unserer Übersicht werden anstelle von 27 EU-Staaten fünf ausgewählte Länder dargestellt. Sie bilden die Spannweite der Spritpreise in Europa ab und machen sichtbar, wie stark der Staat den Preis an der Zapfsäule bestimmt: Rohöl und seine Verarbeitung in der Raffinerie kosten überall ungefähr gleich viel, die Besteuerung ist dagegen sehr unterschiedlich. Die angegebenen Preise beziehen sich in der Regel auf den 9. Oktober 2026, abweichende Daten sind entsprechend gekennzeichnet. Da die Preise täglich stark schwanken können, stellen wir einen stichtagbezogenen Vergleich dar.
Super 95 in Euro je Liter
1,60
1,70
1,80
1,90
2,00
2,10
2,20
2,30
2,40
2,50
EU-Schnitt ≈ 2,10
Schweden1,70
Kroatien1,75
Deutschland2,18
Dänemark · Niederlande2,43
Preise: Tagesdurchschnitte vom 9.10.2026, für Deutschland Super E5 inklusive Tankrabatt; Niederlande: Stand 5.10.2026. EU-Schnitt: Weekly Oil Bulletin, 28.9.2026. Rangfolge nach den Preisen aller 27 EU-Staaten vom 28.9.2026.
Quellen: fuel-prices.eu, EU-Kommission (Weekly Oil Bulletin), Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, Tax Foundation nach EU-Steuerdatenbank, Rat der EU. Grafik: Epoch Times. Stand: 9.10.2026.
Europäische Energiesteuern im Vergleich
Super 95
Energiesteuer in Cent je Liter
MwSt.
Preis 9.10.
Niederlande
84,5
regulär 100,21−15,7
21 %
2,43 €*
Dänemark
71,7
25 %
2,43 €
Deutschland
51,41
regulär 65,45−14,04
19 %
2,18 €
Kroatien
39,7
regulär 51,2−11,5
25 %
1,75 €
Schweden
21,4
regulär 42,9−21,5
25 %
1,70 €
EU-Mindestsatz 35,9 Cent
Diesel
Energiesteuer in Cent je Liter
MwSt.
Preis 9.10.
Dänemark
56,9
25 %
2,52 €
Niederlande
55,2
regulär 65,43−10,2
21 %
2,51 €*
Deutschland
33,00
regulär 47,04−14,04
19 %
2,23 €
Kroatien
26,0
regulär 40,6−14,6
25 %
1,85 €
Schweden
14,0
regulär 35,5−21,5
25 %
2,04 €
EU-Mindestsatz 33,0 Cent
geltende Energiesteuer
befristete Senkung (Entlastung)
EU-Mindestsatz (Richtlinie 2003/96/EG)
Deutschland: Tankrabatt vom 1.10. bis 31.12.2026, Energiesteuer −14,04 Cent je Liter (mit MwSt. rund −17 Cent).
Kroatien: EU-Ausnahmegenehmigung vom 1.8.2026 bis 31.1.2027: bis zu 21,95 Cent (Benzin) und 22,5 Cent (Diesel) unter dem EU-Mindestsatz, dazu staatliche Höchstpreise. Stand 6.10.2026: Benzin 3,8 Cent über, Diesel 7 Cent unter dem Mindestsatz.
Schweden: EU-Ausnahmegenehmigung vom 1.7. bis 30.11.2026: bis zu 2,40 Kronen (rund 22 Cent) je Liter unter dem EU-Mindestsatz.
Niederlande: Verbrauchsteuersenkung bis 31.12.2026.
Dänemark: keine befristete Entlastung.
Preise: Tagesdurchschnitte vom 9.10.2026 aus nationalen Quellen, für Deutschland Super E5. *Niederlande: Stand 5.10.2026, keine Tageswerte.
Quellen: fuel-prices.eu (Tagespreise 9.10.2026 nach nationalen Quellen; Steuersätze Schweden nach EU-Kommission, Stand 5.10.2026; Kroatien nach kroatischer Regierungsverordnung, Stand 6.10.2026), Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (Deutschland, 9.10.2026), Rijksoverheid (Niederlande: Verbrauchsteuer regulär und befristet gesenkt, 2026), Tax Foundation nach EU-Steuerdatenbank (übrige und reguläre Steuersätze, Stand 1.1.2026), Deutscher Bundestag, Rat der EU (Kroatien: Dok. 10873/26; Schweden: Durchführungsbeschluss 2026/1295). Nationale CO₂-Steuern sind in den Sätzen enthalten, soweit sie erhoben werden (etwa in Schweden); in Deutschland kommt der CO₂-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz hinzu.
Wie hoch die Spritsteuer ausfällt, entscheidet jedes EU-Land selbst – grundsätzlich jedoch nicht unter den EU-Mindestsätzen von 35,9 Cent (Benzin) und 33,0 Cent (Diesel) je Liter.
Die Niederlande verlangen auf Super 84,5 Cent je Liter, Dänemark 71,7 Cent. In Deutschland sind es derzeit 51,41 Cent – dank Tankrabatt 14,04 Cent weniger als regulär.
Der CO₂-Preis
Zusätzlich verlangen manche Länder einen CO₂-Preis. In Deutschland macht er 14,8 Cent je Liter Super und 16,2 Cent je Liter Diesel aus – mit Mehrwertsteuer rund 18 bzw. 19 Cent.
CO₂-Aufschlag in Cent je Liter, ohne Mehrwertsteuer
Benzin
Diesel
Preis je Tonne CO₂
Erhebung
Dänemark
0
0
ca. 100 €
CO₂-Abgabe, in der Energiesteuer enthalten
Deutschland
0
0
55 – 65 €
Emissionshandel, zusätzlich zur Energiesteuer
Schweden
0
regulär 29,3(−21,5)
0
regulär 25,2(−21,5)
ca. 133 €*
CO₂-Steuer, gesenkt bis 30.11.
Niederlande
keine CO₂-Steuer auf Kraftstoff
–
ab 2028 EU-Emissionshandel
Kroatien
keine CO₂-Steuer auf Kraftstoff
–
ab 2028 EU-Emissionshandel
geltender CO₂-Aufschlag
regulärer Satz vor der befristeten Senkung
Deutschland: nationaler Emissionshandel; 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Mit Mehrwertsteuer rund 18 Cent (Benzin) und 19 Cent (Diesel) je Liter.
Schweden: CO₂-Steuer vom 1.7. bis 30.11.2026 gesenkt: Benzin von 3,27 auf 0,87 Kronen, Diesel von 2,81 auf 0,41 Kronen je Liter. *Regulärer Satz je Tonne; während der Senkung umgerechnet rund 35 € (Benzin) und 19 € (Diesel).
Dänemark: 2,06 Kronen (Benzin) und 2,28 Kronen (Diesel) je Liter; dieser Betrag steckt bereits in der Energiesteuer aus der Grafik „Energiesteuern im Vergleich“.
Quellen: Skatteverket (Schweden), Skatteministeriet (Dänemark, Satz 2026), Deutsche Emissionshandelsstelle/ADAC und fuel-prices.eu (Deutschland), Tax Foundation (Preis je Tonne, Stand 2026), EU-Kommission (ETS2). Umrechnung: 1 € = 7,4751 DKK = 11,1675 SEK. EZB Stand: 9.10.2026.
Dänemark erhebt 27,6 Cent je Liter Benzin; die Abgabe ist dort Teil der Energiesteuer. Schweden hat seine CO₂-Steuer bis Ende November von 29,3 auf 7,8 Cent gesenkt. Die Niederlande und Kroatien erheben keine CO₂-Steuer auf Kraftstoff.
Ein Kraftstoff, zwei Preise
DEUTSCHLANDPOLENOstseeOdernach Berlin undnach Berlin undBrandenburgBrandenburgnach Westpolennach WestpolenBerlinBerlinPosen (Poznań)Posen (Poznań)Stettin (Szczecin)Stettin (Szczecin)Frankfurt (Oder)Frankfurt (Oder)PCK-RaffineriePCK-RaffinerieSchwedtSchwedtTanktourismusViele Deutsche tankenjenseits der Grenze
Berlin/Brandenburg
SUPER 95
2,18
DIESEL
2,23
Euro je Liter
218 ct
35
15
51
117
Polen
SUPER 95
1,58
DIESEL
1,79
Euro je Liter
158 ct
12
28
118¹
Zusammensetzung Super 95 in Cent je Liter
Rohöl, Raffinerie, Transport, Handel¹
Energiesteuer bzw. Akzise
CO₂-Preis
Mehrwertsteuer (19 % bzw. 8 %)
Deutschland: Durchschnitt 9.10.2026, Super E5; inklusive Tankrabatt (Energiesteuer −14,04 Cent bis 31.12.2026). Polen: staatlicher Höchstpreis 9.10.2026 (Pb95 6,90 Zł, Diesel 7,82 Zł; 1 € = 4,377 Zł), viele Tankstellen liegen darunter; bis 31.12.2026 Mehrwertsteuer 8 statt 23 % und gesenkte Akzise. ¹In Polen einschließlich Kraftstoff- und Emissionsabgabe. Werte gerundet.
Quellen: Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, polnisches Energieministerium (Höchstpreise), Finanzministerium/Dziennik Ustaw (Akzise und Mehrwertsteuer ab 3.10.2026), NBP (Wechselkurs), PCK Raffinerie; eigene Berechnung. Stand: 9.10.2026.
Besonders deutlich wird der Steuereffekt an der Oder. Die PCK-Raffinerie in Schwedt versorgt Berlin und Brandenburg und liefert auch nach Westpolen.
An der Zapfsäule kostet Super in Berlin und Brandenburg 2,18 Euro, in Polen höchstens 1,58 Euro. Bei Diesel sind es 2,23 gegenüber 1,79 Euro.
Rohöl, Raffinerie, Transport und Handel kosten auf beiden Seiten fast gleich viel: 117 bzw. 118 Cent je Liter. Den Unterschied machen Energiesteuer, CO₂-Preis und Mehrwertsteuer. Polen hat Mehrwertsteuer und Akzise bis Jahresende deutlich gesenkt.
Stand: 9. Oktober 2026 (Preisvergleich EU/USA: 5. Oktober 2026). Alle Werte gerundet.
Quellen: EU-Kommission (Weekly Oil Bulletin), U.S. Energy Information Administration (EIA), fuel-prices.eu nach nationalen Quellen, Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, Tax Foundation, Rat der EU, Deutscher Bundestag, Skatteverket, Skatteministeriet, Deutsche Emissionshandelsstelle/ADAC, polnisches Energie- und Finanzministerium (Dz.U. 1288, 1289), NBP, PCK Raffinerie; eigene Berechnungen. Grafiken: Epoch Times.
Mit Durchsuchungen ist die Polizei gegen mutmaßliche Goldschmuggler vorgegangen. - Foto: Blaulicht-Solingen/dpa
Mit Durchsuchungen in Deutschland und den Niederlanden ist die Polizei gegen eine international operierende Goldschmuggler-Bande vorgegangen. Drei Hauptverdächtige seien festgenommen und neben Gold auch mehrere zehntausend Euro Bargeld sichergestellt worden, teilten die federführende Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln mit. Es gehe um den Verdacht der Geldwäsche.
Am Morgen durchsuchten Ermittler den Angaben zufolge rund 40 Wohn- und Geschäftsräume, vor allem von Juwelieren. Durchsuchungen gab es in mehreren nordrhein-westfälischen Städten wie Köln, Düsseldorf, Wuppertal und Gelsenkirchen sowie in Berlin und den Niederlanden.
Gold für über 200 Millionen Euro in die Türkei geschmuggelt?
Nach bisherigen Ermittlungen sollen Mitglieder einer Bande mit Geld, das vor allem aus Drogengeschäften stammte, bei involvierten Juwelieren Altgold angekauft haben. Das Gold soll anschließend eingeschmolzen und zu Schmelzgoldbarren verarbeitet worden sein, die dann per Flugzeug oder mit speziell präparierten Fahrzeugen in die Türkei gebracht wurden.
Auf diese Weise sollen in einem Zeitraum von sechs Jahren bis zu vier Tonnen Gold mit einem Wert bis zu 210 Millionen Euro in die Türkei geschmuggelt worden sein.
Geldwäschetaten als Auftragsarbeit
Die Goldbarren sollen in der Türkei weiterverarbeitet oder zum Ankauf hochwertigen Goldschmucks verwendet worden sein. Anschließend wurde die Auszahlung der Vermögenswerte an die Auftraggeber veranlasst, ein Teil des aufbereiteten Goldes soll auch wieder nach Deutschland gebracht und den beteiligten Juwelieren übergeben worden sein. Die Bande soll die Geldwäschehandlungen als Dienstleistungen für Dritte – einem sogenannten Crime-as-a-Service – angeboten haben.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Goldfund im Jahr 2023 in Niederbayern. Bei einer Kontrolle an der Autobahn 3 hatten Polizisten damals den Angaben zufolge in einem Fahrzeug über 55 Kilogramm Gold und knapp eine halbe Million Euro Bargeld entdeckt. Im Zuge der weiteren Ermittlungen geriet dann eine Gruppe von überwiegend türkischstämmigen Männern zwischen 43 und 59 Jahren in den Fokus.
Haftbefehle gegen drei Hauptverdächtige vollstreckt
Bei den heutigen Durchsuchungen wurden laut Kölner Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen drei Hauptverdächtige vollstreckt. Dabei handele es sich um einen 45-Jährigen aus dem Kreis Heinsberg, einen 46-Jährigen aus dem Raum Wuppertal und einen 43-Jährigen aus dem Raum Remscheid. Insgesamt werde in dem Verfahrenskomplex gegen 24 Beschuldigte ermittelt.
Die Ermittler stellten unter anderem 800 Gramm Schmelzgold sowie zwölf Fahrzeuge – teils mit professionell eingebauten Schmuggelverstecken – sicher. An den Durchsuchungen seien insgesamt 450 Beamten von Polizei und Zoll beteiligt gewesen.
Bereits im Februar hatte das Zollfahndungsamt Essen bei mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppe rund fünf Kilo Goldschmuck beschlagnahmt. Im September sei ein Verdächtiger in Hamm festgenommen worden. (dpa/red)
Die Versandapotheke DocMorris macht ihr Geschäft weitgehend in Deutschland. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa
Im Dauerclinch mit alteingesessenen Apothekern hat der Online-Konkurrent DocMorris einen Rückschlag hinnehmen müssen. Wie nach Berichten der „Pharmazeutischen Zeitung“ (PZ) und anderer Medien bekannt wurde, wurde bei DocMorris auf Drängen der Apothekerkammer Nordrhein inzwischen Geld in den Niederlanden gepfändet.
Schon vor Jahren hatte DocMorris Gerichtsverfahren in Stuttgart verloren, in denen es um die Art und Weise von Werbung samt Rabatten ging.
Trotz der Gerichtsniederlagen machte DocMorris nach Ansicht der Kläger weiter, woraufhin die Kläger Ordnungsgelder in Deutschland beantragten – das aber verlief im Sande. Daraufhin setzten die deutschen Apotheker in einem Gerichtsverfahren in den Niederlanden durch, dass dort gepfändet wurde. In erster Instanz waren die deutschen Apotheker erfolgreich.
Kein Nachgeben bei DocMorris
DocMorris teilte auf Anfrage mit, es handele sich „lediglich um die Durchsetzung administrativer Ordnungsgelder in Höhe eines hohen fünfstelligen bis geringen sechsstelligen Euro-Betrages“. Der isolierte Rechtsstreit aus dem Jahr 2020 habe keine strategische Relevanz. „Dies hat keinerlei Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit oder die finanzielle Stabilität von DocMorris.“ Man habe dennoch entschieden, Berufung einzulegen, um die Rechtslage in dieser Angelegenheit abschließend klären zu lassen.
DocMorris sitzt zwar unweit von Aachen kurz hinter der Grenze auf der niederländischen Seite, sein Geschäft macht die Firma aber weitgehend in Deutschland. Dabei profitiert das Unternehmen vom Binnenmarkt, der grenzüberschreitenden Handel ohne Nachteile für ein ausländisches Unternehmen ermöglicht. Als Medikamente verkaufende Kapitalgesellschaft darf DocMorris seinen Sitz nicht in Deutschland haben, dieses Geschäft ist hierzulande Apothekern vorbehalten.
Den alteingesessenen Apothekern, die Kosten für ihre Vor-Ort-Apotheken stemmen müssen, ist der aufstrebende Online-Konkurrent ein Dorn im Auge. Sie monieren unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen und warnen vor Schäden für die Vor-Ort-Versorgung, wenn die stationären Apotheken wegen der Online-Konkurrenz Einbußen haben. DocMorris wiederum argumentiert, dass ein Anbieter aus dem EU-Ausland nicht europarechtswidrig benachteiligt werden dürfe. (dpa/red)
Holzfässer revolutionierten die Schifffahrt und den internationalen Handel im Mittelalter ähnlich wie Seecontainer heute. - Foto: Pixabay | CC0 1.0
In Kürze:
Rund 90 Prozent aller Waren werden zumindest streckenweise in Containern transportiert. Früher übernahmen Holzfässer diese Funktion.
Holzfässer transportierten nicht nur Waren, sondern auch Informationen über ihren Inhalt, Eigentümer und ihre Geschichte.
Allein im 12. und 13. Jahrhundert stammten vier von fünf Fässern von westdeutschen Küfern.
Unter Tausenden Markierungen führen historische Fässer unter anderem zu einem deutschen Plantagenbesitzer – und dem Schiff, dass kurz vor dem Ziel versank.
Holz ist eines der ältesten Materialien, aus denen Menschen Gegenstände für ihren Alltag hergestellt haben. Dazu gehört auch das Fass, welches mindestens seit der Antike im Einsatz war, aber spätestens im Spätmittelalter für den Handel und den Warentransport unverzichtbar wurde.
Sie ermöglichten die Lagerung und Konservierung großer Mengen an Produkten sowie deren Transport über weite Strecken. Bier, Heringe und andere Waren waren so länger lagerbar, wodurch Händler größere und weiter entfernte Märkte bedienen konnten. Dies wiederum förderte die regionale Spezialisierung und den überregionalen Handel mit regionalen Waren. Es ist daher wenig verwunderlich, dass Holzfässer in Städten vor über 700 Jahren ein vertrauter Anblick – waren und bis ins 19. Jahrhundert blieben.
Noch im 19. Jahrhundert prägten Holzfässer das Bild vieler Städte.
Foto: Campwillowlake/iStock
Sie waren so verbreitet und nützlich, dass sie sogar Eingang in die Sprache fanden. So drücken Redewendungen im Niederländischen, Englischen und Deutschen Vorstellungen von Wert, Gefahr und Wandel der Fässer aus:
„wat in het vat zit verzuurt niet“ (Was im Fass ist, wird nicht sauer)
„like shooting fish in a barrel“ (wie Fische im Fass fangen, also ein Kinderspiel)
„an empty barrel makes the most noise“ (Ein leeres Fass macht am meisten Lärm)
ein Fass aufmachen
das schlägt dem Fass den Boden aus
Was zuerst ins Fass kommt, darnach schmeckt alles weitere
„Ich stelle mir das Fass gerne als den Seecontainer des Spätmittelalters vor“, erklärt Jeroen Oosterbaan, Doktorand für Archäologie an der Universität Leiden in den Niederlanden. „Sie machten den Frachttransport in großem Maßstab billiger und effizienter.“
Und als solche mussten die Transportbehälter doch spannende Informationen über die Vergangenheit bergen, oder?
Holzfässer aus deutschen Werkstätten
Trotz ihres häufigen Vorkommens und ihren breiten Nutzungsmöglichkeiten haben Holzfässer bislang überraschend wenig Beachtung von Wissenschaftlern erhalten. Um dies zu ändern, untersuchte Oosterbaan im Rahmen seiner Doktorarbeit sechs Jahre lang zahlreiche niederländische Fässer, die zwischen dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit (1300–1800) im Einsatz waren.
Sein Augenmerk lag dabei auf dem gesamten Lebenszyklus der Transportbehälter: von der Herstellung und Nutzung bis zu den alternativen Wiederverwendungen und ihren aussagekräftigen Markierungen. Dabei berücksichtigte der Archäologe nicht nur den Gegenstand selbst, sondern auch schriftliche Quellen.
So fand er zunächst heraus, dass das Binden eines Fasses durch die sogenannten Küfer geschätzte 9 Stunden dauerte, wobei auf höchste Qualität geachtet werden musste. Denn schlecht gearbeitete Holzfässer konnten bei der finalen Abnahme durchfallen und durften so nicht für den Warentransport verwendet werden.
Handwerker, die Fässer herstellen, werden Küfer, Böttcher oder Fassbinder genannt.
Für den Bau guter Fässer griffen die Handwerker fast ausschließlich auf eine Holzart zurück: die Eiche. Ihr Holz war für gute Spaltbarkeit und Flexibilität bekannt und verlieh gleichzeitig dem Inhalt keinen unerwünschten Geschmack.
Oosterbaan entdeckt, dass das Material für die im Flusshandel verwendeten Eichenbehälter aus dem Maastal und dem Rheinland kamen, während Fässer für den Seehandel aus norddeutschen, baltischen oder polnischen Hölzern gefertigt waren. Allein im 12. und 13. Jahrhundert waren vier von fünf Fässern von westdeutschen Küfern gefertigt worden.
Nach der Fertigung der Behälter folgte ihre Befüllung. Doch ihr Einsatz im nationalen und internationalen Handel war bis ins Detail geregelt. Historische Vorschriften legten unter anderem fest, wie Heringe in einem Fass gelagert werden mussten oder wie viel Bier ein Behälter fassen durfte.
Letzteres kontrollierten spezielle Inspektoren in sogenannten Waaghäusern, welche sich meist neben den Rathäusern oder in den Häfen befanden und die mit den dafür notwendigen Messinstrumente ausgestattet waren.
„Wir lieben unsere Regeln wirklich, nicht wahr? In dieser Hinsicht war es früher nicht viel anders“, sagt Oosterbaan.
Der wachsende Handel hinterließ auch Spuren im Stadtbild, denn große Fässer konnten voll beladen mehr als 300 Kilogramm wiegen. Dieses enorme Gewicht machte sie zu schwer, um von Hand bewegt zu werden. Daher kamen in großen Hafenstädten spezielle Kräne zum Einsatz, die bis heute als „Weinkräne“ bekannt sind.
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Historische Darstellung eines Hafens mit Weinkran in einem flämischen Stundenbuch.
Oosterbaans Forschung wurde durch die wachsende Zahl von Fässern ermöglicht, die Archäologen in den letzten Jahrzehnten entdeckt haben. Grund dafür sind unter anderem Bauarbeiten in historischen Stadtkernen sowie verbesserte Sonartechnologie auf See, wodurch immer mehr Schiffswracks entdeckt werden.
Bei organischen Gegenständen entscheidet zudem das umgebende Milieu über den Erhaltungszustand und den möglichen Informationsgewinn. So konserviert eine dauerhaft feuchte Umgebung, während Holz in normalen Böden verrottet. Im Vergleich zu Deutschland liegen in den Niederlanden damit allgemein günstigere Bedingungen vor.
„Wir leben in einem großen, feuchten Delta. In vielerlei Hinsicht sitzen wir auf einer Goldmine“, sagt Oosterbaan. „Kaum ein Monat vergeht, ohne dass irgendwo in den Niederlanden ein Fass ausgegraben wird.“
Außerdem verdanken viele Fässer ihr Überdauern einem zweiten Leben als Senkgruben oder Brunnen. Indem man mehrere Behälter übereinander stapelte, schuf man stabile Brunnenschächte, die jahrhundertelang im Boden vergraben waren. Zudem waren Holzfässer meist für den einmaligen Gebrauch bestimmt und so nur für einen kurzen Zeitraum in Benutzung.
Ein Holzfass, das in einem römisches Kastell ein zweites Leben als Brunnen bekam.
Mit den Fässern blieben auch unscheinbare, aber sehr interessante Spuren erhalten: eingeritzte Markierungen. Einige von ihnen stammten nachweislich von den Küfern, während andere mit Qualitätskontrolle, Eigentumsverhältnissen oder den darin gelagerten Produkten in Verbindung standen. Nicht selten besaßen Behälter mehrere Markierungen.
Ein anschließender Abgleich mit historischen Quellen wie den Archiven von Küferzünften, Zollregister und anderen Dokumenten brachte Oosterbaan schließlich wertvolle Hinweise auf den Handel vor mehreren hundert Jahren. Zu den tausenden Fassmarkierungen, die er zusammentrug, gehörten:
Konstruktionsmarkierungen: sie wurden von den Küfern angebracht, um den Zusammenbau der Fässer zu erleichtern
Küfermarkierungen: damit konnten die Handwerker identifiziert werden, die das jeweilige Fass bauten
Zulassungs- oder Ablehnungszeichen: vor ihrem Einsatz wurden neue, aber auch wiederverwendete Fässer auf ihre Norm geprüft und entsprechend gekennzeichnet. Abgelehnte Fässer konnten anschließend ausgebessert werden.
Inhaltsmarkierungen: Auf einigen Fässern waren Zeichen angebracht, die Auskunft über den Inhalt gaben. Waren diese mit Fisch befüllt, verwiesen die Markierungen auf das Fangdatum. Auch die Ware wurde von Inspektoren auf die richtige Ladung und Qualität geprüft und mit Zulassungs- oder Ablehnungszeichen versehen.
Identifikationszeichen: sie gaben an, welcher Person oder welchem Unternehmen die gefüllten Fässer gehören – ein Zeichen, das besonders für Biertransporte wichtig war
Zählmarken: diese einfachen Strichlisten dienten der Mengenüberwachung, die für die korrekte Abrechnung und Steuererhebung, zum Beispiel von alkoholischen Getränken, wichtig waren
persönliche Markierungen: sie sind mit heutigen Unterschriften gleichzusetzen und stammen meist von Händlern oder Haushalten
Auswahl von Markierungen die auf Fässern aus dem Schiffswrack „Burgzand Noord 4“ gefunden wurden.
Zusammen mit den archäologischen Funden bieten sie einen lebhaften Einblick in den Handel vor hunderten Jahren. „Schriftliche Quellen zeigen vor allem, wie das auf dem Papier aussah. Die Archäologie ermöglicht es uns, hinzuzufügen, wie es in der Praxis war“, so Oosterbaan.
„Die Vorsteher der Küfer- und Weinhändlerzunft“, gemalt von Gerbrand van den Eeckhout (1621–1674).
Die Untersuchung der Fassmarkierungen brachte jedoch eine Überraschung mit sich.
Eine unerwartete Entdeckung
Die Gewässer der Niederlande sind übersät mit Schiffswracks, was angesichts der dominierenden Stellung des Landes bezüglich Handel und Schifffahrt im 17. und 18. Jahrhundert nicht verwunderlich ist. Dies gilt auch für die Reede von Texel. Schätzungen zufolge gingen in diesem Gebiet vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zwischen 500 und 1.000 Schiffe verloren. Eines davon ist das 1984 entdeckte Wrack „Burgzand Noord 4“.
In dessen Laderaum befanden sich zahlreiche Fässer mit Kaffeebohnen, einem typischen Produkt aus den niederländischen Plantagenkolonien. Auch diese untersuchte Oosterbaan im Rahmen seiner Arbeit und entdeckte dabei vielversprechend Fassmarkierungen. War es möglich, mehr zu der Ladung herauszufinden – etwa ihrem Besitzer oder dem Unglücksschiff, das sie geladen hatte.
„Das war eine dieser Nebenbeschäftigungen, denen ich einfach nicht widerstehen konnte“, sagt Oosterbaan.
Und tatsächlich wurde der Archäologe fündig. Auf vier Holzfässern entdeckte er die Buchstaben „MSP“, die er Matheus Sigismundus Pallak (1709–1767) zuordnen konnte, einem deutschen Kaffeeplantagenbesitzer in Südamerika. Über ihn war bekannt, dass ein Schiff namens „’t Hart“ von Südamerika aus in See stach, um die begehrte Ware von den niederländischen Kolonien nach Europa zu bringen.
Eine ehemalige Kaffeeplantage in Suriname, wo auch Matheus Sigismundus Pallak Abbaugebiete besaß.
Foto: Gert-Jan van Vliet/iStock
Ein Abgleich der Daten von Wrack „Burgzand Noord 4“ mit den historischen Überlieferungen von „’t Hart“ ergab schließlich nicht nur Übereinstimmungen in der Ladung und den Fassmarkierungen, sondern auch der Bauzeit, Bauart und Größe der Schiffe.
Auf diese Entdeckung sollen bald weitere Untersuchungen folgen. So will Oosterbaan künftig das Schiff und dessen Zusammenhang mit der niederländischen Geschichte der Sklaverei weiter erforschen. Was als Untersuchung von Fässern begann, hat zu neuen Geschichten über Handel, Seefahrt und die Menschen hinter dieser Geschichte geführt.
Die internationale Schifffahrt fährt noch weitestgehend mit Schweröl.
Alternative Antriebskonzepte wie E-Antriebe, Dual-Fuel-Motoren und die Windkraft sollen künftig zur Dekarbonisierung beitragen.
Vor allem die größten Schiffe lassen sich mit vorhandener Technik kaum dekarbonisieren.
Ein mittelgroßes Segel-Frachtschiff erreicht hingegen eine fast 90-prozentige CO₂-Reduktion.
In Zukunft soll zudem eine neue Handelsroute durch die Arktis erschlossen werden.
Industriegüter, gewerbliche Waren oder Flüssigprodukte wie Chemikalien und Energieträger: Einen Großteil davon transportieren Fracht- oder Tankschiffe täglich über die Weltmeere. Diese riesigen maritimen Transportfahrzeuge sind ein wichtiges Werkzeug, um die Weltwirtschaft und letztlich auch unsere Zivilisation am Laufen zu halten.
Aktuell fahren praktisch alle dieser Ozeanriesen mit Schweröl oder Diesel. Die Schifffahrt ist daher für rund 2 bis 3 Prozent der weltweiten menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das soll sich ändern: Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) strebt bis 2050 die Klimaneutralität an.
Das große Containerschiff CMA CGM MEXICO durchquert am 14. November 2019 den Suezkanal in Ägypten. Vor allem große Schiffe werden bis heute von Schweröl angetrieben und erzeugen entsprechende Abgase.
Foto: vale_t/iStock
Haben E-Schiffe Zukunftspotenzial?
Um dieses Ziel der Dekarbonisierung zu erreichen, haben Ingenieure in den vergangenen Jahren mehrere alternative Antriebskonzepte für Schiffe entwickelt. Eines davon ist die Elektrifizierung. Nach demselben Prinzip gibt es bereits E-Autos, E-Roller, kleine E-Flugzeuge. Große, vollelektrische Schiffe sucht man auf den Weltmeeren vergeblich. Auch mittelgroße elektrische Kreuzfahrtschiffe existieren bislang nur als Entwurf.
Dazu teilte der Deutsche Bundestag im Januar 2026 in einem Bericht mit:
„Die Schifffahrt gehört – ähnlich wie die Luftfahrt – zu den Sektoren, die sich am schwersten dekarbonisieren lassen. Aufgrund der langen Transportwege und der notwendigen Energiedichte bieten sich hybride oder batterieelektrische Lösungen in den meisten Fällen nicht an.“
Manche Fachleute, wie der Industrie-Influencer Konrad Wolfenstein, sehen dennoch eine Zukunft in der batteriebetriebenen Schifffahrt. Entscheidend seien laut Wolfenstein die immer günstiger werdenden Batterien, wodurch sich diese Antriebsart zunehmend etabliert. „Was gestern physikalische Einschränkung war, ist morgen eine überwundene Hürde. Das lehrt die Geschichte der Lithium-Ionen-Batterie, und es lehrt auch der gerade anlaufende Wandel in der Schifffahrt“, sagte er.
Derzeit beschränkt sich dies vor allem auf kleine Schiffe wie die „Yara Birkeland“. Sie ist das weltweit erste vollelektrische und autonome Containerschiff ohne direkte Emissionen. Für ganz große Schiffe und weltumspannende Seerouten ist dies allerdings aufgrund der zu geringen Energiedichte der Batterien aktuell nicht realisierbar.
Als Hybrid existiert etwa das Frachtschiff „MV Yampu“. Es besitzt ein Batteriesystem mit einer Kapazität von 6.758 Kilowattstunden. Aufgeladen werden sie am Hafen. Den Schiffsdiesel als Haupttreibstoff kann das Batteriesystem aber nicht vollständig ersetzen. In den technischen Daten ist angegeben, dass die MV Yampu rund 40 Prozent ihrer Fahrtzeit batteriebetrieben vorankommen kann. Das soll die direkten CO₂-Emissionen um 40 Prozent senken.
Nicht in der Emissionsrechnung enthalten ist die indirekte CO₂-Bilanz des Ladestroms. Im Vergleich zum Vorgängermodell spart die MV Yampu bei gleicher Fahrleistung mehr als 500.000 Liter Diesel pro Jahr.
Kann Ammoniak fossile Brennstoffe von den Ozeanen verbannen?
Ein großer Hoffnungsträger, um fossile Brennstoffe in der Schifffahrt tatsächlich zu ersetzen, ist Ammoniak. Der südkoreanische Konzern HD Hyundai Heavy Industries (HHI) hat dazu im Frühling dieses Jahres zwei mittelgroße Gastanker eingeweiht und betriebsbereit gemacht. Sie tragen die Namen „Antwerpen“ und „Arlon“. Weitere Schiffe wurden bereits bestellt.
Die Namensgebungszeremonie von HD Hyundai Heavy Industries am 9. April 2026 für zwei mittelgroße Gastanker, die mit Ammoniak-Dual-Fuel-Motoren ausgestattet sind.
Sie sind mit Dual-Fuel-Motoren ausgestattet, die dauerhaft mit CO₂-freiem Ammoniak fahren könnten. Falls kein Ammoniak verfügbar ist, können sie auch mit konventionellem Kraftstoff betrieben werden. HHI zeigt sich in diesem Punkt aber optimistisch: Der Konzern schätzt, dass es in den kommenden Jahren mehr Ammoniak auf dem Weltmarkt geben wird als heute.
Grüner Ammoniak ist dafür noch deutlich teurer als herkömmlicher Schiffstreibstoff. Er kostet zwei- bis dreimal mehr als Schweröl. Zudem birgt Ammoniak gewisse Gefahren mit sich. Ammoniak ist giftig, ätzend und unbekannt für Seeleute, die an Schweröl gewöhnt sind. Das Schiffs- und Hafenpersonal, das damit hantiert, benötigt entsprechende Kenntnisse für eine sichere Handhabung.
Der Luftfahrtkonzern Airbus hat ebenfalls Dual-Fuel-Motoren in einem Schiff erprobt, um die Schiffsemissionen zu reduzieren. Anstatt Ammoniak verbrennen diese grünes Methanol. Daneben läuft der Motor auch mit konventionellem Schiffsdiesel. Trotz der üblichen Bezeichnung können manche Dual-Fuel-Motoren auch mehr als zwei Kraftstoffe verwerten, was die Flexibilität der Reedereien weiter erhöht.
Laut Airbus haben sich durch den Einsatz von Grünem Methanol die CO₂-Emissionen des Schiffs halbiert. Allerdings verfügt das Schiff über eine weitere Antriebshilfe in Form großer Säulen – und einem Aerodynamikeffekt.
Visualisierung des neuen Schiffes, das von Airbus gechartert und von Louis Dreyfus Armateurs betrieben wird.
Foto: Airbus SAS und weitere Unternehmen und Geschäftsbereiche 2017 – Alle Rechte vorbehalten
Windkraft nur als Ergänzung
Neben fossilen oder grünen Treibstoffen machen sich Schiffe – damals wie heute – die Windkraft zunutze. Heutzutage müssen es aber nicht immer die bekannten Stoffsegel sein. Die Ingenieure setzen vielmehr auf moderne Lösungen wie Rotor- oder Flügelsegel, Zugdrachen sowie computerbasierte Steuerungssysteme.
Unter den Windantrieben kommt momentan der sogenannte Flettner-Rotor am häufigsten zum Einsatz. Von außen erscheint er wie eine glatte, hohe Säule. Sobald sie ausreichender Windströmung ausgesetzt ist, wird sie in Drehung versetzt und rotiert mit mehreren Hundert Umdrehungen pro Minute. Anders als beim Windrad generiert sie aber keinen Strom. Die Drehbewegung erzeugt stattdessen durch den sogenannten Magnus-Effekt einen Unterdruck und eine Kraft quer zur Anströmung. Diese zieht das Schiff nach vorn.
Manche Schiffe besitzen zwei, vier oder noch mehr Flettner-Rotoren. Das genannte Schiff von Airbus besitzt sechs. Neu ist diese Erfindung nicht. Sie stammt von dessen Erfinder und Namensgeber Anton Flettner. Er entwickelte den Säulenrotor in den 1920er Jahren.
Bei einem weiteren Konzept erzeugen Windgeneratoren in ausgedienten und teilweise offenen Containern Strom. Unterstützend befinden sich Solarmodule auf dem Containerdach, die weitere Kilowattstunden generieren sollen.
Im Rahmen der laufenden Erprobung erreichte ein Containerschiff mit zwei solchen Windkraft-Solar-Containern, die sich auf gewöhnlichen Warencontainern befanden, am 24. August 2026 Island. Der dabei erzeugte Strom fließt ins Bordnetz und entlastet die Generatoren. Das dahinterstehende europäische Forschungsprojekt WHISPER erhofft sich mit diesem Konzept eine Kraftstoffeinsparung von gut 15 Prozent. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.
Aufsehenerregend war auch die im Jahr 2017 errichtete „Pyxis Ocean“. Dieser Frachter hatte zwei sogenannte WindWings – zu Deutsch: Windflügel. Diese großen, senkrecht in den Himmel ragenden Flügelsegel stellen sich durch Windsensoren automatisch richtig in den Wind und schieben das Schiff bei passenden Windbedingungen in Fahrtrichtung. Der Einsatz dieser 37,5 Meter hohen Segel brachte eine jährliche durchschnittliche Treibstoff- und CO₂-Einsparung von rund 14 Prozent.
Fast 90 Prozent CO₂-Reduktion
Das momentan größte Segelfrachtschiff ist die französische „Neoliner Origin“. Mit einer Länge von 136 Metern besitzt er zwei Masten mit Segeln. Das Schiff kann dabei bis zu 5.000 Tonnen Fracht transportieren. Für ein Segelschiff ist der Neoliner beachtlich groß, in der Kategorie der Frachtschiffe ist er allerdings noch klein. Die ganz großen Kaliber erstrecken sich über eine Länge von rund 400 Metern und können mehrere Hunderttausend Tonnen zuladen.
Ähnliche konventionelle Schiffe verbrauchen 13 bis 15 Tonnen Kraftstoff pro Betriebstag, Neoliner Origin hingegen nur rund 1,5 Tonnen. Das bedeutet eine CO₂-Ersparnis von bis zu 90 Prozent.
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Die Neoliner Origin, das erste segelbetriebene Frachtschiff der neuen Generation, liegt am 6. Oktober 2025 im Hafen von Marseille vor Anker. Dieses transatlantische Schiff kann die Treibhausgasemissionen massiv reduzieren.
Foto: Miguel Medina/AFP via Getty Images
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Der Neoliner Origin mit ausgefahrenen Segeln am 18. Juni 2025.
Doch egal welches Windsystem zum Einsatz kommt: Noch kann keines den fossilen Motor vollständig ersetzen, sondern nur entlasten, zumindest wenn die Reedereien ihre straffen Zeitpläne einhalten wollen.
Zwar kann das Segelschiff mehr als genug Windenergie für den Vortrieb ernten, aber nur, wenn auch der Wind weht. Um bei Flaute möglicherweise nicht stunden- oder tagelang vor sich hinzutreiben, muss ein flexibler, meist fossiler Motor einspringen.
Neue Eis-Route für die Schifffahrt
Die Zukunft der Schifffahrt ist jedoch nicht nur durch CO₂-neutralere Antriebsarten gekennzeichnet. Ein wichtiger Aspekt sind auch neue Handelsrouten. Die See- und Handelsrouten haben sich bereits über den gesamten Globus ausgedehnt und verbinden alle Kontinente miteinander.
Wichtige Abkürzungen sind etwa der Panamakanal in Zentralamerika und der Suezkanal in Ägypten. Fährt ein Schiff von New York nach San Francisco, spart es sich mit dem Panamakanal rund 15.000 km und rund drei Wochen Reisezeit. Bei der Route von Jeddah in Saudi-Arabien zur griechischen Gemeinde Piraeus ist die Ersparnis bei Durchfahrt durch den Suezkanal noch gravierender: statt 11.207 km müssen die Kapitäne nur 1.316 km fahren.
Der Suezkanal ist damit für die asiatisch-europäische Handelsverbindung von zentraler Bedeutung. Diese nutzt unter anderem Südkorea, um Waren nach Europa zu verschiffen. Internationale Konflikte um das Rote Meer herum zeigen jedoch, wie anfällig diese Meerengen sind.
Eine noch nicht etablierte Route erprobt momentan Südkorea: die Nordost-Passage im arktischen Meer entlang der nordrussischen Küste. China hat hier bereits einen Fahrplan mit mindestens acht Fahrten pro Jahr errichtet. Südkoreas Probefahrt soll seinerseits zeigen, wie sicher ein Schiff durch das Eis kommt und ob diese Route überhaupt wirtschaftlich ist.
Das Schiff mit dem Namen „Panstar Acro“ startete am 22. August 2026 in der südkoreanischen Hafenstadt Busan. Es erreicht Rotterdam nach einem Zwischenstopp in Polen Mitte September und startete am 19. September seine Rückfahrt. Die Distanz über die Nordroute beträgt laut Südkoreas Regierung rund 13.000 Kilometer. Das ist rund 35 Prozent kürzer als die übliche südliche, rund 20.000 km lange Verbindung durch den Suezkanal, entlang der maritimen Seidenstraße.
Bis 2030 will Südkorea eine reguläre Verbindung zwischen Südkorea und Europa installieren. Hierfür sammelt die „Panstar Acro“ wichtige Daten wie Fahrtdauer, Entfernungen, Energiebedarf und Betriebskosten. Obwohl die Route über das Arktismeer kürzer ist, können die Eismassen neue Herausforderungen darstellen. Entscheidend ist, welche Schiffe wie gut durch das Eis kommen, ob Spezialausrüstung, begleitende Eisbrecher eine Zusatzversicherung oder für diese Bedingungen ausgebildetes Personal nötig ist.
Fragwürdig ist besonders der Umweltaspekt. Ein erhöhter Schiffsverkehr im arktischen Meer mit konventionellen Treibstoffen kann die Rußablagerung auf den Eisflächen erhöhen. Das senkt die Albedo (Rückstrahlvermögen) und fördert das Schmelzen des Eises. Ebenso können Schiffe die Lebensräume der arktischen Tierwelt stören.
Zudem bestehen Einschränkungen hinsichtlich der erlaubten Kraftstoffe in nordischen Gewässern. Auch das Verbot zur Beförderung von Schweröl ist geplant. Somit wäre eine Durchfahrt mittelfristig ohnehin nur mit alternativen Treibstoffen oder Antrieben wie oben genannt möglich. Vor allem große Reedereien meiden diese Route.
Steigender Arktis-Verkehr?
Dass die Nordroutenverbindung an Bedeutung gewinnt, liegt maßgeblich an den Möglichkeiten durch wärmer werdendes Klima und zurückgehenden Eisflächen. Im Sommer können normale Schiffe sie benutzen. In den Wintermonaten sind allerdings Eisbrecher nötig, um sich einen Weg durch das Eis zu bahnen.
Dadurch sind die Verkehrszahlen im Arktischen Ozean zwar zuletzt deutlich gestiegen, spielen im weltweiten Warenverkehr aber eine untergeordnete Rolle. Nach Daten des Centre for High North Logistics gab es im vergangenen Jahr insgesamt 103 Schiffsfahrten über die Northern Sea Route. 2024 waren es noch 97 und 2022 nur 43. Zum Vergleich, den Suezkanal passierten 2023, vor den Konflikten im Nahen Osten, ebenfalls rund 40 Schiffe – allerdings pro Tag.
Zudem sind die Schiffe, die die Nord-Ost-Passage befahren, klein – und oft wenig beladen. Eines davon ist die „Panstar Acro“. Sie kann normalerweise rund 2.400 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) transportieren. Für die Arktisroute hatte sie jedoch nur rund 800 TEU geladen, ein Teil davon leer. Große Containerschiffe können hingegen bis zu 24.000 TEU laden und sind regelmäßig stark ausgelastet.
Trotz dünnem Eis kann es auf der Arktisroute aber dennoch passieren, dass sich ein Schiff festfährt. Das Risiko einer längeren Verzögerung fährt somit oftmals mit, was massive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben kann.
Jürgen Klopp kann endlich sportlich loslegen. - Foto: Boris Roessler/dpa
Den letzten Form-Check seiner 44 Auserwählten für den spannenden Neubeginn der Nationalmannschaft nahm Jürgen Klopp mit seinem Trainerstab nicht mehr im Stadion vor, sondern vor zig TV-Bildschirmen.
Und was den Bundestrainer in Herzogenaurach an Fußball-Lust, an Toren von frischen DFB-Gesichtern wie Younes Ebnoutalib oder Derry Scherhant sowie Stimmen voller Vorfreude erleben konnte, dürfte ihn nur noch bestärkt haben in seinem mutigen Startansatz. Zwei Kader, vier Länderspiele – los geht’s!
Den WM-Blues scheint Menschenfänger Klopp sogar bei denen verscheucht zu haben, die die bleierne Zeit mit Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann in Amerika miterlebt haben. „Ich habe viel mit ihm geredet. Die Vibes und die Energie sind super“, berichtete etwa Jamal Musiala, der sich nach einem ersten 90-Minuten-Einsatz inklusive Tor für den FC Bayern erwartungsfroh nach Franken aufmacht.
Klopp hatte schon lange vor der im Laufe des Sonntags geplanten Ankunft der ersten Akteure aus dem 24-Mann-Kader für die erste Länderspiel-Woche eines der Holzhäuser auf dem Adidas-Homeground bezogen.
Der 59-Jährige freut sich auf seinen Power-Start als DFB-Chefcoach mit gleich vier Nations-League-Partien in den Niederlanden, zweimal gegen Griechenland und Serbien. „Ich kann sagen: Es bedeutet allen unglaublich viel, für die Nationalmannschaft aufzulaufen“, sagte Klopp hocherfreut nach vielen Vorab-Gesprächen.
Der Klopp-Boost erfasst die Neulinge
Die vielfach unverhoffte Berufung bewirkte bei den Debütanten quasi einen ersten Klopp-Boost schon im Vereinstrikot. „Ich konnte es gar nicht so richtig realisieren. Es fühlt sich einfach sehr, sehr surreal an irgendwie. Ich denke schon, dass mir das noch mal so einen Push gegeben hat heute“, sagte etwa der Freiburger Außenstürmer Scherhant nach seiner Top-Leistung beim 2:2 in Frankfurt zum Umstand plötzlich zur deutschen Fußball-Elite zu gehören.
Etwas leisten, darum geht es Klopp. „Alles hängt von Leistung ab. Es geht darum, für das nächste Spiel bereit zu sein und das Gefühl zu geben, es bedeutet mir alles, jetzt zu spielen“, hatte er bei der Bekanntgabe seines außergewöhnlich großen und zweigeteilten Startaufgebotes gesagt.
Er habe aber auch „für manche, die jetzt nicht dabei sind, die im Moment Probleme haben“, die Tür nicht dauerhaft zugemacht, sagte Klopp.
Deniz Undav ist einer der Prominentesten. Und Deutschlands erfolgreichster Schütze bei der Weltmeisterschaft verhehlte nach dem verlorenen Topspiel mit Stuttgart gegen Dortmund seinen Frust über die (vorübergehende?) Ausbootung nicht.
Undav trotzig und kämpferisch: „Heule jetzt nicht rum“
„Ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich heule jetzt nicht rum. Es geht weiter, und ich werde wieder alles geben“, sagte der 30 Jahre alte Angreifer nach seinem nächsten torlosen Spiel inklusive Auswechslung.
Undav hatte fest mit einer Klopp-Einladung gerechnet angesichts seiner guten DFB-Zahlen (3 WM-Tore, neun Treffer in 13 Länderspielen). Diese empfand er als eine Art „Puffer“.
„Ich muss mich also wieder neu beweisen, es noch einmal einem neuen Trainer beweisen, dass ich dazugehöre“, äußerte Undav so trotzig wie kämpferisch. „Wenn ich hoffentlich im November – wenn ich mich empfehlen kann – wieder dabei bin, dann wird der Bundestrainer wissen, was ich für ein Typ bin.“
Pascal Groß folgt Neuer und Rüdiger
Klopp mag Typen, die für die Nationalelf brennen. Genau dieses Feuer will er mit den vielen erstmals eingeladenen Perspektivspielern Richtung EM 2028 und WM 2030 wieder so stark entfachen, dass Turnier-Erfolge wieder möglich sind.
Einer, der dafür wegen seines Alters nicht mehr infrage kommt, ist Pascal Groß. Nach Weltmeister-Torwart Manuel Neuer (40) und Abwehrrecke Antonio Rüdiger (33) hat der 35-Jährige als dritter WM-Teilnehmer seine DFB-Laufbahn beendet.
„Für mich war’s das nach der WM“, sagte der für Brighton spielende Profi. „Es ist an der Zeit, der neuen Generation nur das Beste zu wünschen.“ (dpa/red)
CDU-Wahlplakat für die Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
HEUTE12:57 Uhr
Leichtathletik-WM 2031 findet in München statt
Der Leichtathletik-Weltverband hat die WM 2031 an München ergeben, die Titelkämpfe 2029 werden in Nairobi ausgetragen werden. Die nächsten Titelkämpfe steigen im September 2027 in Peking. Das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder beteiligt sich zu einem Drittel an den Durchführungskosten, die weiteren Drittel tragen die Stadt und der Bund. Rund 123 Millionen Euro sind vorgesehen.
Die European Championships sorgten 2022 für große Begeisterung im Münchner Olympiastadion. Nun findet 2031 eine WM in der bayerischen Landeshauptstadt statt. (Archivbild)
Foto: Sven Hoppe/dpa
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HEUTE12:34 Uhr
Presse macht Druck: CDU Mecklenburg-Vorpommern verlegt Wahlparty
Die CDU Mecklenburg-Vorpommern verlegt ihre Wahlparty zur Landtagswahl wegen großen Medieninteresses vom Schweriner Café Prag ins Tanzstudio Schleebusch. Dort sollten Journalisten weitgehend draußen bleiben und nur das NDR berichten. Nun können offenbar auch zahlreiche weitere Presseakkreditierungen erteilt werden. In Umfragen für MV liegt die CDU bei 6 bis 8 Prozent, 2021 waren es 13,3 Prozent.
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HEUTE12:11 Uhr
Ministerin Prien: Bildung muss Topthema in Deutschland werden
Nach der neuen Pisa-Studie fordert Bildungsministerin Karin Prien von der Bundesregierung eine deutlich höhere Priorität für Bildung – Bildung müsse Top-Thema auf allen staatlichen Ebenen sein. Zum Schutz vor den Folgen exzessiven Social-Media-Konsums kündigte Prien kurzfristige Maßnahmen an.
Für Pisa 2025 wurden 6.700 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren getestet. (Symbolbild)
US-Bundesrichter Dennis Saylor stoppte die Umsetzung verschärfter Visa-Regeln für ausländische Studenten und Journalisten vorläufig. Eine neue Anhörung ist am 2. Oktober vorgesehen. Studentenvisa sollten auf 4 Jahre, Journalistenvisa auf 240 Tage begrenzt werden. Für Journalisten aus China sollte der Aufenthalt auf 90 Tage mit der Möglichkeit der Verlängerung um weitere 90 Tage begrenzt werden.
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HEUTE11:38 Uhr
ZEW-Konjunkturerwartungen bleiben stabil
Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland verbesserten sich im September 2026 leicht um 0,5 Punkte auf 34,7 Zähler. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage steigt kräftig um 14 Punkte auf -47, 1 Punkten. Die Erwartungen für die Eurozone sinken dagegen im September.
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HEUTE11:23 Uhr
Rendite von Staatsanleihen steigt
Der Ausverkauf bei Staatsanleihen hält an: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg bis auf 5,025 Prozent – der höchste Stand seit der Finanzkrise 2007. Auch die Eurozone und Deutschland sind betroffen: Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg auf 3,57 Prozent, Ende Februar waren es rund 2,6 Prozent. Der Anstieg hat Folgen für Immobilienkäufer und Bauherren in Deutschland, da sich die Bauzinsen an zehnjährigen Bundesanleihen orientieren.
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HEUTE11:06 Uhr
Ätna-Aschewolke behindert Flugverkehr über Sizilien
Auf Sizilien bleibt der Flughafen von Catania wegen einer neuen, 4 Kilometer hohen Aschewolke des Vulkans Ätna weiterhin gesperrt. Alle Starts und Landungen in der Nähe der 300.000-Einwohner-Stadt wurden von den Behörden bis 14:30 Uhr abgesagt. Es fielen bereits mehrere Dutzend Flüge aus, darunter internationale Verbindungen. Für den Flugverkehr gilt Warnstufe rot, die höchste von vier Stufen.
Der Ätna ist der aktivste Vulkan Europas.
Foto: Archiv
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HEUTE10:59 Uhr
Polizei findet Waffenlager nahe Landstraße in Rheinland-Pfalz
Die Polizei hat nahe eines Parkplatzes an einer Landstraße in Speyer (Rheinland-Pfalz) ein Waffen- und Munitionslager gefunden. Der Besitzer ist unklar. Es handelte sich um mehrere Langwaffen, Schrotflinten, Jagdgewehre und mehrere Kurzwaffen. Zudem entdeckten die Ermittler in der Nähe eine Maschinenpistole, eine Signalpistole und mehrere tausend Stück Munition für verschiedene Waffen.
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HEUTE10:43 Uhr
Benzinpreis steigt weiter – erneut Allzeithoch erreicht
Der Spritpreis steigt weiter: Am Montag kostete Super E10 im Tagesdurchschnitt 2,286 Euro. Der Preis für Diesel stieg auf 2,412 Euro pro Liter. Der Öl-Preis liegt für ein Fass der Nordseesorte Brent bei 107,55 US-Dollar.
Erstmals mehr als 100.000 Menschen im Alter von 100 Jahren oder älter in Japan
In Japan leben erstmals mehr als 100.000 Menschen im Alter von 100 Jahren oder älter. Die neueste Regierungsstudie listet 107.677 Menschen in dieser Altersgruppe auf, rund 90 Prozent davon sind Frauen. Mit einem Durchschnittsalter von 49,9 Jahren ist Japan das Land mit der zweitältesten Bevölkerung weltweit. Nur in Monaco liegt der Altersdurchschnitt höher.
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HEUTE10:25 Uhr
Trotz Trump-Ansage: Ukraine greift russische Anlage an
Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Industrieanlage in der Region Samara im Südosten Russlands angegriffen. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich um eine Ölraffinerie. Am 14. September kündigte US-Präsident Donald Trump an, Kiew und Moskau wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb dazu auf X, dass ein deeskalierender Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein könnte.
Die Ukraine beschoss russischen Angaben zufolge eine Industrieanlage. (Archivbild)
Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
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HEUTE10:17 Uhr
Offenbar Reizgas gesprüht: 20 Schüler aus Dresdner Schule in Krankenhaus
Atemnot und Reizhusten: 20 Schüler aus einer Dresdner Oberschule sind mutmaßlich durch Reizstoffe verletzt und in Krankenhäusern behandelt worden. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Einsatzkräfte der Feuerwehr räumten das Schulgebäude und lösten einen „Massenanfall von Verletzten“ aus.
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HEUTE10:12 Uhr
Dänische Armee: Russland feuert Leuchtkugeln auf Hubschrauber der Luftwaffe
Ein russisches Kriegsschiff hat nach dänischen Angaben über der Ostsee zwei Leuchtraketen auf einen Hubschrauber der dänischen Armee abgefeuert. Der Hubschrauber war demnach auf einem „routinemäßigen Fotoeinsatz“. Eine der Raketen sei ganz knapp vorbei geflogen. Außenminister Rasmussen nannte den Vorfall „völlig inakzeptabel“; der russische Botschafter sei einberufen worden.
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HEUTE9:59 Uhr
Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahm
Der Zugverkehr in weiten Teilen der zentralen und nördlichen Niederlande kam durch Sabotage an Gleisanlagen zum Erliegen. Unbekannte legten laut Netzbetreibers ProRail auf verschiedenen Streckenabschnitten vorsätzlich Rohre über die Gleise. Ermittlungen laufen; die Freigabe der Strecken hat zunächst oberste Priorität.
Käse, Aluminium, Stahl: 50-prozentige US-Zölle gegen Kanada in Kraft
Auf verschiedene kanadische Käsesorten, Motorboote, Papier, Aluminium- und Stahlprodukte sowie bestimmte Möbelstücke erheben die USA nun 50 Prozent Zoll. Ausgenommen sind Toilettenpapier, Papiertaschentücher, Angel- und Fischereizubehör, Whisky in Gefäßen von mehr als vier Litern, Streusalz und Zement. Kanada reagierte mit Gegenzöllen.
Der kanadische Finanzminister Francois-Philippe Champagne am 14. September 2026 in Toronto, Ontario. Am 15. September beginnt das „Canada Investment Summit“, bei dem sich weltweit führende CEOs und Wirtschaftsführer treffen. Laut Champagne verfügen die Anwesenden über mehr als 120 Billionen kanadische Dollar (86 Billionen US-Dollar) an globalem Kapital.
Foto: Valerie Macon/AFP via Getty Images
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HEUTE9:37 Uhr
Großhandelspreise legen deutlich zu
Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel stiegen im August 2026 um 6,8 Prozent verglichen mit August 2025. Ausschlaggebend ist weiterhin der Kriege im Nahen Osten und die dadurch erhöhten Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe. Die Preise lagen hier 36,1 Prozent über denen von August 2025. Auch die Kosten für Nicht-Eisen-Erzen, -Metalle und -Metallhalbzeug sowie chemische Erzeugnisse stiegen zweistellig.
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HEUTE8:57 Uhr
Gates-Stiftung will mit Milliarde Dollar KI-Zugang fördern
Die Stiftung von Microsoft-Mitgründer Bill Gates will mit einer Milliarde Dollar binnen zwei Jahren breiteren Zugang zu KI fördern. Jeweils rund 40 Prozent sollen in Bildung und Gesundheitswesen investiert werden, 10 Prozent in die Agrarwirtschaft und 10 Prozent in digitale Grundlagen. Gates fordert eine staatliche Regulierung von KI.
Satellit „Flex“ soll Stress von Pflanzen sichtbar machen
Die Eva hat die Satelliten „Flex“ sowie Sentinel-3C mit einer Vega-C-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana gestartet. „Flex“ misst die Fluoreszenz von Chlorophyll, um den Stress von Pflanzen sowie Kohlenstoff- und Wasserkreisläufe zu untersuchen. Sentinel-3C, ein Satellit des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus, sammelt Daten zu Ökosystemen im Meer wie Temperaturen, die Höhe von Wellen und Meeresströumungen.
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HEUTE8:19 Uhr
Aufwärtstrend bei Stimmung deutscher Einzelhändler gebrochen
Die Geschäftsstimmung deutscher Einzelhändler hat sich im August nicht weiter verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Sektor blieb unverändert bei minus 29,0 Punkten. Händler bewerteten ihre Geschäftslage schlechter, die Erwartungen verbesserten sich leicht. Die privaten Konsumausgaben steigen kaum.
Wenn die Menschen für Energie und Lebensmittel mehr zahlen müssen, halten sie sich beim Konsum zurück. Das bekommt der Einzelhandel zu spüren. (Symbolbild)
Foto: Michael Brandt/dpa
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HEUTE8:07 Uhr
Wadephul wirbt für Sitz im UN-Menschenrechtsrat
Außenminister Johann Wadephul (CDU) reist nach Genf, um für einen deutschen Sitz im UN-Menschenrechtsrat zu werben. Er trifft sich unter anderem mit der WHO und dem nternationalen Komitee des Roten Kreuz. Der Minister verwies darauf, dass der weltweite Bedarf für humanitäre Hilfe steige, die Mittel aber gleichzeitig sinken. Deutschland werde sich weiterhin engagieren.
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HEUTE7:48 Uhr
Viele junge Deutsche wollen Firmen gründen – wenige tun es
40 Prozent der 14- bis 25-Jährigen in Deutschland haben laut einer Befragung der Bertelsmann Stiftung Interesse an einer Firmengründung. Nur 3 Prozent setzten diesen Schritt um. Fast jeder Zehnte will sich bis zu seinem 30. Geburtstag selbstständig machen. Die größte Hürde ist ein sicheres Angestelltenverhältnis, gefolgt von fehlendem Wissen und dem Stress der Selbstständigkeit.
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HEUTE7:30 Uhr
USA bestätigen erstmals Stationierung von Waffen im Weltall
Die US Space Force hat offiziell die Stationierung von Waffen im Weltall bestätigt. Es kämen „kinetische und nicht-kinetische Mittel“ zum Einsatz, die sowohl offensiv als auch defensiv eingesetzt werden könnten. Space Force erklärte, China entwickele und betreibe „Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten als Teil einer Strategie zur Modernisierung des Militärs“. Russland wiederum betrachte „den Weltraum als Kriegsschauplatz“.
Ein Wettersatellit (Symbolbild).
Foto: aapsky/iStock (mit Material der NASA)
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HEUTE7:15 Uhr
Oberstes US-Gericht lehnt Trumps Eilantrag zu Briefwahl-Einschränkung ab
Der Oberste US-Gerichtshof hat den Eilantrag von Präsident Donald Trump zur Einschränkung der Briefwahl vor den Zwischenwahlen im November abgelehnt. Richter Brett Kavanaugh erklärte, Trumps Vorhaben könne langfristig zwar rechtmäßig sein, doch es gebe „nicht genügend Zeit“, um die Regelung „angemessen umzusetzen“. Zuvor hatte ein Berufungsgericht Trumps Dekret blockiert.
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HEUTE7:13 Uhr
Musk lässt Wettbewerbsklage gegen Apple fallen
Elon Musk lässt seine Klage, in der er Apple unfairen Wettbewerb vorwirft, fallen. Laut Gerichtsunterlagen sind die Vorwürfe gegen Apple ausgeräumt, die Details dazu sind unbekannt. Die Klage gegen OpenAI bleibt bestehen.
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HEUTE6:28 Uhr
Pariser Metroticket ändert sich
Das Pariser Metroticket in Form eines Streifens aus festem Papier soll am 15. Dezember aus dem Verkehr gezogen werden. Die Abschaffung war bereits Anfang 2022 angekündigt worden. Wegen praktischer Probleme mit Karten und Apps blieben sie jedoch weiterhin im Einsatz. Eine Fahrt kostet derzeit 2,55 Euro.
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HEUTE6:14 Uhr
Drohne über Litauen von NATO abgeschossen – Präsident lobt „Einsatzbereitschaft“
NATO-Kampfjets haben laut Litauens Präsident Gitanas Nauseda eine Drohne nahe des Kaunas-Sees im Zentrum des Landes abgeschossen. Zur Herkunft der Drohne gibt es bisher keine Angaben. Litauens Außenminister Kestutis Budrys bedankte sich bei den Verbündeten.
Kampfjets der NATO holen über Litauen eine Drohne vom Himmel. (Archivbild)
Foto: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
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HEUTE5:55 Uhr
Berliner Linke will Kampf gegen Organisierte Kriminalität stärken
Die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, Elif Eralp, will die Strafverfolgung im Bereich der organisierten Kriminalität stärken. Sie plädiert für zusätzliches Personal, etwa bei Steuerhinterziehung und Schutzgelderpressung. Eralp lehnt den Begriff „Clankriminalität“ ab. Die Polizei müsse gezielter eingesetzt, Sozialarbeit und Prävention gestärkt werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt am Dienstag den irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi mit militärischen Ehren um 15 Uhr in Berlin. Gesprochen wird danach unter anderem um die bilateralen Beziehungen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Irak und die regionalpolitische Lage. Im Irak sind zahlreiche Milizen aktiv, die vom Iran unterstützt werden.
Sabotage im Bahnverkehr der Niederlande führte zu erheblichen Störungen. - Foto: Vincent Jannink/ANP/dpa
Mutmaßlich aufgrund von Sabotage ist am Dienstag der Zugverkehr in weiten Teilen der Niederlande zum Erliegen gekommen. Im Zentrum und Osten des Landes war Bahnfahren dadurch praktisch unmöglich, auch manche Gebiete im Norden des Landes waren betroffen.
Der Bahnbetreiber ProRail teilte mit, an mehreren Orten seien Gegenstände auf den Gleisen gefunden worden, die offenbar gezielt dort platziert worden seien. „Dies verursacht abschnittsweise Betriebsstörungen“, hieß es in der Mitteilung.
„Es scheint Sabotage im Spiel zu sein.“
Der Betreiber ProRail legte dar, sein Computersystem interpretiere einen Gegenstand auf den Gleisen so, dass das Gleis belegt sei, auch wenn dort gar kein Zug unterwegs sei.
In der Folge stellten sich alle Signale auf diesem Streckenabschnitt auf Rot, so dass dort keine Züge fahren könnten. Ein Zug fuhr allerdings gegen ein auf den Gleisen platziertes Rohr. Dabei sei niemand zu Schaden gekommen, teilte ProRail-Sprecherin Joke van der Cruysen mit.
„Wer dafür verantwortlich ist und was das Motiv ist, ist noch nicht bekannt“, erklärte ProRail. Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet.
Wann der Zugverkehr sich wieder normalisiert, war zunächst unklar. Die Störungen im Bahnverkehr hatten auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr. (afp/red)
„Die Zugbrücke“ von Vincent van Gogh. - Foto: Oliver Berg/dpa
Das niederländische Kröller-Museum, das eine der größten Vincent-Van-Gogh-Sammlungen besitzt, stellt erstmals seit gut 40 Jahren all seine Bilder des berühmten Malers aus.
Es handele sich um „eine der größten Van-Gogh-Ausstellungen dieses Jahrhunderts“, erklärte das Museum anlässlich des Ausstellungsbeginns.
Zu den gezeigten Werken gehören weltberühmte Bilder wie „Caféterrasse am Abend“ aus dem Jahr 1888 oder „Die Kartoffelesser“, eine Darstellung des bäuerlichen Lebens von 1885.
Bilder von „Glaube, Hoffnung und Liebe“
Das Kröller-Museum befindet sich in Otterlo bei Arnheim, etwa hundert Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Eine Gesamtschau seiner Van-Gogh-Werke gab es seit 1984 nicht mehr.
Die aufsehenerregende Ausstellung soll bis Januar zu sehen sein. Alle gezeigten Bilder stünden im Zusammenhang „mit den drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe“, erklärte das Museum.
Vincent van Gogh, Die Kurtisane (nach Eisen), Oktober-November 1987.
Foto: Jeroen Jumelet/dpa
Diese Themen spielten in Van Goghs Leben und Werk eine große Rolle. Durch seine Kunst habe er anderen Menschen „Hoffnung und Trost“ geben wollen.
Im Laufe seiner kurzen Karriere hat Van Gogh etwa 900 Bilder gemalt. Er starb 1890 im Alter von 37 Jahren, zwei Tage nachdem er sich aufgrund seiner psychischen Probleme selbst in die Brust geschossen hatte.
Die meisten Bilder im Kröller-Museum, die nun unter dem Titel „Van Gogh – All unsere Bilder“ gezeigt werden, waren von der Museumsgründerin Helene Kröller-Müller in den Jahren 1908 bis 1930 zusammengetragen worden. (afp/red)
Sabotage im Bahnverkehr der Niederlande führte zu erheblichen Störungen. - Foto: Vincent Jannink/ANP/dpa
HEUTE10:17 Uhr
Offenbar Reizgas gesprüht: 20 Schüler aus Dresdner Schule in Krankenhaus
Atemnot und Reizhusten: 20 Schüler aus einer Dresdner Oberschule sind mutmaßlich durch Reizstoffe verletzt und in Krankenhäusern behandelt worden. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Einsatzkräfte der Feuerwehr räumten das Schulgebäude und lösten einen „Massenanfall von Verletzten“ aus.
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HEUTE10:12 Uhr
Dänische Armee: Russland feuert Leuchtkugeln auf Hubschrauber der Luftwaffe
Ein russisches Kriegsschiff hat nach dänischen Angaben über der Ostsee zwei Leuchtraketen auf einen Hubschrauber der dänischen Armee abgefeuert. Der Hubschrauber war demnach auf einem „routinemäßigen Fotoeinsatz“. Eine der Raketen sei ganz knapp vorbei geflogen. Außenminister Rasmussen nannte den Vorfall „völlig inakzeptabel“; der russische Botschafter sei einberufen worden.
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HEUTE9:59 Uhr
Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahm
Der Zugverkehr in weiten Teilen der zentralen und nördlichen Niederlande kam durch Sabotage an Gleisanlagen zum Erliegen. Unbekannte legten laut Netzbetreibers ProRail auf verschiedenen Streckenabschnitten vorsätzlich Rohre über die Gleise. Ermittlungen laufen; die Freigabe der Strecken hat zunächst oberste Priorität.
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HEUTE9:47 Uhr
Käse, Aluminium, Stahl: 50-prozentige US-Zölle gegen Kanada in Kraft
Auf verschiedene kanadische Käsesorten, Motorboote, Papier, Aluminium- und Stahlprodukte sowie bestimmte Möbelstücke erheben die USA nun 50 Prozent Zoll. Ausgenommen sind Toilettenpapier, Papiertaschentücher, Angel- und Fischereizubehör, Whisky in Gefäßen von mehr als vier Litern, Streusalz und Zement. Kanada reagierte mit Gegenzöllen.
Der kanadische Finanzminister Francois-Philippe Champagne am 14. September 2026 in Toronto, Ontario. Am 15. September beginnt das „Canada Investment Summit“, bei dem sich weltweit führende CEOs und Wirtschaftsführer treffen. Laut Champagne verfügen die Anwesenden über mehr als 120 Billionen kanadische Dollar (86 Billionen US-Dollar) an globalem Kapital.
Foto: Valerie Macon/AFP via Getty Images
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HEUTE9:37 Uhr
Großhandelspreise legen deutlich zu
Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel stiegen im August 2026 um 6,8 Prozent verglichen mit August 2025. Ausschlaggebend ist weiterhin der Kriege im Nahen Osten und die dadurch erhöhten Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe. Die Preise lagen hier 36,1 Prozent über denen von August 2025. Auch die Kosten für Nicht-Eisen-Erzen, -Metalle und -Metallhalbzeug sowie chemische Erzeugnisse stiegen zweistellig.
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HEUTE8:57 Uhr
Gates-Stiftung will mit Milliarde Dollar KI-Zugang fördern
Die Stiftung von Microsoft-Mitgründer Bill Gates will mit einer Milliarde Dollar binnen zwei Jahren breiteren Zugang zu KI fördern. Jeweils rund 40 Prozent sollen in Bildung und Gesundheitswesen investiert werden, 10 Prozent in die Agrarwirtschaft und 10 Prozent in digitale Grundlagen. Gates fordert eine staatliche Regulierung von KI.
Satellit „Flex“ soll Stress von Pflanzen sichtbar machen
Die Eva hat den Erdbeobachtungssatelliten „Flex“ mit einer Vega-C-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Der Satellit misst die Fluoreszenz von Chlorophyll, um den Stress von Pflanzen sowie Kohlenstoff- und Wasserkreisläufe zu untersuchen. Die Mission dauert drei Jahre.
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HEUTE8:19 Uhr
Aufwärtstrend bei Stimmung deutscher Einzelhändler gebrochen
Die Geschäftsstimmung deutscher Einzelhändler hat sich im August nicht weiter verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Sektor blieb unverändert bei minus 29,0 Punkten. Händler bewerteten ihre Geschäftslage schlechter, die Erwartungen verbesserten sich leicht. Die privaten Konsumausgaben steigen kaum.
Wenn die Menschen für Energie und Lebensmittel mehr zahlen müssen, halten sie sich beim Konsum zurück. Das bekommt der Einzelhandel zu spüren. (Symbolbild)
Foto: Michael Brandt/dpa
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HEUTE8:07 Uhr
Wadephul wirbt für Sitz im UN-Menschenrechtsrat
Außenminister Johann Wadephul (CDU) reist nach Genf, um für einen deutschen Sitz im UN-Menschenrechtsrat zu werben. Er trifft sich unter anderem mit der WHO und dem nternationalen Komitee des Roten Kreuz. Der Minister verwies darauf, dass der weltweite Bedarf für humanitäre Hilfe steige, die Mittel aber gleichzeitig sinken. Deutschland werde sich weiterhin engagieren.
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HEUTE7:48 Uhr
Viele junge Deutsche wollen Firmen gründen – wenige tun es
40 Prozent der 14- bis 25-Jährigen in Deutschland haben laut einer Befragung der Bertelsmann Stiftung Interesse an einer Firmengründung. Nur 3 Prozent setzten diesen Schritt um. Fast jeder Zehnte will sich bis zu seinem 30. Geburtstag selbstständig machen. Die größte Hürde ist ein sicheres Angestelltenverhältnis, gefolgt von fehlendem Wissen und dem Stress der Selbstständigkeit.
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HEUTE7:30 Uhr
USA bestätigen erstmals Stationierung von Waffen im Weltall
Die US Space Force hat offiziell die Stationierung von Waffen im Weltall bestätigt. Es kämen „kinetische und nicht-kinetische Mittel“ zum Einsatz, die sowohl offensiv als auch defensiv eingesetzt werden könnten. Space Force erklärte, China entwickele und betreibe „Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten als Teil einer Strategie zur Modernisierung des Militärs“. Russland wiederum betrachte „den Weltraum als Kriegsschauplatz“.
Ein Wettersatellit (Symbolbild).
Foto: aapsky/iStock (mit Material der NASA)
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HEUTE7:15 Uhr
Oberstes US-Gericht lehnt Trumps Eilantrag zu Briefwahl-Einschränkung ab
Der Oberste US-Gerichtshof hat den Eilantrag von Präsident Donald Trump zur Einschränkung der Briefwahl vor den Zwischenwahlen im November abgelehnt. Richter Brett Kavanaugh erklärte, Trumps Vorhaben könne langfristig zwar rechtmäßig sein, doch es gebe „nicht genügend Zeit“, um die Regelung „angemessen umzusetzen“. Zuvor hatte ein Berufungsgericht Trumps Dekret blockiert.
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HEUTE7:13 Uhr
Musk lässt Wettbewerbsklage gegen Apple fallen
Elon Musk lässt seine Klage, in der er Apple unfairen Wettbewerb vorwirft, fallen. Laut Gerichtsunterlagen sind die Vorwürfe gegen Apple ausgeräumt, die Details dazu sind unbekannt. Die Klage gegen OpenAI bleibt bestehen.
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HEUTE6:28 Uhr
Pariser Metroticket ändert sich
Das Pariser Metroticket in Form eines Streifens aus festem Papier soll am 15. Dezember aus dem Verkehr gezogen werden. Die Abschaffung war bereits Anfang 2022 angekündigt worden. Wegen praktischer Probleme mit Karten und Apps blieben sie jedoch weiterhin im Einsatz. Eine Fahrt kostet derzeit 2,55 Euro.
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HEUTE6:14 Uhr
Drohne über Litauen von NATO abgeschossen – Präsident lobt „Einsatzbereitschaft“
NATO-Kampfjets haben laut Litauens Präsident Gitanas Nauseda eine Drohne nahe des Kaunas-Sees im Zentrum des Landes abgeschossen. Zur Herkunft der Drohne gibt es bisher keine Angaben. Litauens Außenminister Kestutis Budrys bedankte sich bei den Verbündeten.
Kampfjets der NATO holen über Litauen eine Drohne vom Himmel. (Archivbild)
Foto: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
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HEUTE5:55 Uhr
Berliner Linke will Kampf gegen Organisierte Kriminalität stärken
Die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, Elif Eralp, will die Strafverfolgung im Bereich der organisierten Kriminalität stärken. Sie plädiert für zusätzliches Personal, etwa bei Steuerhinterziehung und Schutzgelderpressung. Eralp lehnt den Begriff „Clankriminalität“ ab. Die Polizei müsse gezielter eingesetzt, Sozialarbeit und Prävention gestärkt werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt am Dienstag den irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi mit militärischen Ehren um 15 Uhr in Berlin. Gesprochen wird danach unter anderem um die bilateralen Beziehungen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Irak und die regionalpolitische Lage. Im Irak sind zahlreiche Milizen aktiv, die vom Iran unterstützt werden.
Ein niederländischer Reisebus ist im Engadin von der Straße abgekommen und auf die Seite gestürzt. - Foto: Jon Duschletta/Engadiner Post via ANP/dpa
Auch Stunden nach dem tödlichen Busunglück im Osten der Schweiz ist die Zahl der Opfer weiterhin unklar. Die Polizei sprach lediglich von mehreren Toten und Verletzten und verwies darauf, dass die genaue Opferzahl erst heute Vormittag bekanntgegeben werden solle.
Zuvor müssten noch die Angehörigen informiert werden, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht. Die Bergung der Leichen dauerte nach Angaben der Polizei bis in die späten Abendstunden.
Reisebus kommt von Straße ab
An Bord des niederländischen Reisebusses waren nach Polizeiangaben wohl knapp 50 Personen. Eine Sprecherin des niederländischen Reisebranchen-Verbandes ANVR sprach gegenüber der Zeitung „Blick“ von einer 48-köpfigen Reisegruppe.
Das Unglück ereignete sich am späten Nachmittag im Engadin-Tal im Kanton Graubünden. Zwischen den Orten Susch und Zernez sei der Bus gegen eine Leitplanke gestoßen, von der Straße abgekommen und auf die Seite gestürzt, sagte ein Polizeisprecher dem Sender SRF. Schließlich blieb er auf einer niedrigen Böschung neben der Fahrbahn liegen.
Die Ermittler gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass kein weiteres Fahrzeug an dem Unfall beteiligt war. Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr rückten mit zahlreichen Fahrzeugen und einigen Helikoptern zu der Unfallstelle aus.
Aufwändige Bergungsaktion
Der Bus war für die niederländische Reiseorganisation Oad unterwegs. „Wir sind zutiefst schockiert und bestürzt über den tragischen Busunfall in der Schweiz“, hieß es in einer Stellungnahme von Oad. „Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen und ihren Angehörigen.“
Aktuell könnten noch keine weiteren Informationen gegeben werden. „Sobald mehr Klarheit herrscht, werden wir selbstverständlich die Angehörigen der betroffenen Reisenden so schnell wie möglich informieren und unterstützen.“ Die Graubündener Polizei richtete eine Hotline für Verwandte und ausländische Konsulate ein.
Schweizer Präsident verspricht gründliche Unfalluntersuchung
Der Schweizer Präsident Guy Parmelin äußerte sich „zutiefst schockiert und bestürzt“ über das Unglück. Die Behörden würden den Unfall umfassend und gründlich aufklären, kündigte er auf der Plattform X an.
Wie die niederländische Zeitung „Algemeen Dagblad“ berichtete, war der Bus mit der Reisegruppe am Montag Richtung Österreich aufgebrochen. Am Unglückstag habe ein Tagesausflug in die Schweiz auf dem Programm gestanden.
Der Bus trug das Logo des Reisebusunternehmens Hartemink aus Eibergen. Eibergen ist eine Ortschaft in der Provinz Gelderland, die nicht weit von der Grenze zu Nordrhein-Westfalen entfernt liegt. (dpa/red)
Die Schüsse in dem Dorf Overasselt fielen am Dienstag. (Archivbild) - Foto: Avcam/Presseagentur Heitink/ANP/dpa
Nach dem tödlichen Gewaltakt im niederländischen Dorf Overasselt nahe der deutschen Grenze stehen 32 Personen unter Mordverdacht. Sie werden dem Haftrichter vorgeführt. Alle Verdächtigen würden zunächst als Bande beschuldigt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Am Dienstagmorgen gegen 4.00 Uhr waren mehr als 30 vermummte und zum Teil schwer bewaffnete Personen zu einem Haus gezogen. Dort wurde im Anschluss ein Personenschützer ermordet.
Zwei Polizisten erlitten schwere Verletzungen. Spezialeinheiten der Polizei machten anschließend stundenlang Jagd auf die Verdächtigen. Das Dorf bei Nimwegen wurde abgeriegelt.
34 Personen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen und zahlreiche Waffen beschlagnahmt, darunter Kalaschnikows. Zwei Personen wurden vorläufig freigelassen. Die Attacke schockierte die Niederländer und wurde von Politikern verurteilt.
Mutmaßlicher Drogenkrimineller im Visier der Bande
Hintergrund der Gewalt ist nach Medienberichten ein Konflikt von Drogenbanden um eine Lieferung von Kokain. Ziel des Anschlages soll der 28 Jahre alte Jan G. sein, der in dem Haus in dem Dorf gemeinsam mit seiner Familie wohnt.
Er war in diesem Jahr wegen Drogendelikten zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Die Berufung durfte er in Freiheit abwarten.
Das Haus war bereits zweimal Ziel eines Anschlages gewesen. Nun darf auf Behördenanordnung hin ein Jahr lang niemand dort wohnen.
Auch zwei Minderjährige
Die Verdächtigen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen 16 und 32 Jahre alt. 16 kommen aus Frankreich, 11 sind Niederländer, zwei Algerier, einer stammt aus Libyen, einer aus der Ukraine und einer aus Belgien.
Sie stehen auch unter Verdacht des Mordversuches in Bezug auf die beiden Polizisten, beziehungsweise Beihilfe dazu, sowie versuchte Freiheitsberaubung. (dpa/red)
Während seines Strafverfahrens in Den Haag zeigte der Ex-General keine Reue, pöbelte und randalierte sogar im Gerichtssaal. (Archivbild) - Foto: Peter Dejong/AP Pool/dpa
Der wegen Kriegsverbrechen verurteilte bosnisch-serbische Ex-General Ratko Mladic ist tot. Das bestätigte ein hochrangiger UN-Vertreter der Deutschen Presse-Agentur.
In einer Mitteilung der zuständigen UN-Organisation in Den Haag hieß es später, Mladic sei an diesem Donnerstag im Gefängniskrankenhaus gestorben. Mladic verbüßte seine lebenslange Haftstrafe im internationalen Gefängnis in der niederländischen Stadt. Die genaue Todesursache wird noch untersucht.
Für die Opfer des Krieges und ihre Angehörigen stand der „Schlächter von Srebrenica“ für das Böse schlechthin. Sein singulär schlimmstes Verbrechen war das Massaker an 8.000 Bewohnern der ostbosnischen Enklave Srebrenica, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, im Juli 1995.
Dafür wurde er vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. 2021 bestätigte das Nachfolge-Tribunal im Berufungsverfahren das Urteil, womit es rechtskräftig wurde.
Langes Register von grausamen Verbrechen an Zivilisten
Ratko Mladic war während des Bosnien-Kriegs der Oberbefehlshaber der Bosnisch-Serbischen Armee (BSA). Das war eine Bürgerkriegsmiliz, die ohne die Unterstützung der damaligen Führung in der serbischen Hauptstadt Belgrad nicht existiert hätte. Mladic selbst erhielt seinen Sold aus Belgrad und gehörte dem serbischen Generalstab an.
Zusammen mit dem politischen Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, und im Sinne des damaligen serbischen Machthabers Slobodan Milosevic, wollte er den größeren Teil Bosniens erobern, um das Gebiet an Serbien anzuschließen. Karadzic verbüßt gleichfalls eine lebenslange Gefängnisstrafe wegen Kriegsverbrechen. Milosevic starb 2006 im Untersuchungsgefängnis in Den Haag, bevor das Tribunal ein Urteil über ihn fällen konnte.
Schon im ersten Kriegssommer 1992 massakrierten die bosnisch-serbischen Milizen unter dem Kommando von Mladic tausende Muslime (Bosniaken) und Kroaten im Osten und im Norden Bosniens. Sie errichteten Gefangenenlager, in denen sie nicht serbische Zivilsten unter unmenschlichen Bedingungen festhielten und oft zu Tode quälten. Sie betrieben Vergewaltigungslager für nicht serbische Frauen und Mädchen.
Sie belagerten mehr als drei Jahre lang die bosnische Hauptstadt Sarajevo, wo ihre Scharfschützen und Artilleristen Jagd auf die Zivilbevölkerung machten. Allein dort starben mehr als 11.000 Menschen, unter ihnen auch viele Kinder. Die Milizen von Mladic vertrieben hunderttausende nicht serbische Zivilisten, um „ethnisch reine“ Gebiete zu schaffen, in denen nur ethnische Serben leben sollten.
Mladic wurde 1942 in Kalinovik südlich von Sarajevo geboren. Mit knapp über 20 Jahren absolvierte er die Militärakademie in Belgrad mit Auszeichnung. Für die Serben in Serbien und in Bosnien galt er stets als Kriegsheld. Professionell inszenierte Fernsehbilder unterstützten die Mythenbildung. Sie zeigten einen bulligen Mann im Kampfanzug, das Haar millimeterkurz geschoren, stets bei den einfachen Soldaten an irgendeiner Front.
Besonders perfide: Das serbische Fernsehen filmte ihn im Juli 1995 bei Srebrenica, als er Schokolade an Kinder verteilte und weinende Frauen beruhigte. Sobald die Kameras nicht mehr liefen, begann die Vertreibung der Frauen und Kinder aus Srebrenica in eigens dafür vorbereiteten Autobussen. Männer und männliche Jugendliche brachten die Milizionäre von Mladic weg, um sie ein paar Kilometer entfernt in Lagerhallen oder auf Fußballfeldern massenhaft zu erschießen.
Festgenommen wurde Mladic erst viele Jahre später im Mai 2011. Die EU hatte zuvor die Auslieferung aller gesuchten Kriegsverbrecher zur Bedingung für den Beginn für EU-Beitrittsgespräche gemacht. Mladic wurde schließlich in Serbien festgenommen und nach den Haag überstellt. Die Beitrittsgespräche begannen schließlich 2014.
In Serbien wird der Völkermord geleugnet
Das offizielle Serbien unter seinem Präsidenten Aleksandar Vucic leugnet bis heute den vom UN-Tribunal festgestellten Völkermord von Srebrenica. Es sei lediglich ein „Kriegsverbrechen“ gewesen, wie sie auch die andere Seite an Serben in Bosnien verübt hätten. Unter der Hand wird Mladic in Belgrad weiterhin als Kriegsheld und „Retter der Serben“ glorifiziert.
Während seines Strafverfahrens in Den Haag zeigte der Ex-General keine Reue, pöbelte und randalierte sogar im Gerichtssaal. Im Gefängnis war er zuletzt schwer krank. Die Regierung in Belgrad bemühte sich intensiv, seine Freilassung auf humanitärer Basis zu bewirken. Sein Sohn Darko Mladic behauptete sogar noch kürzlich, an seinem Vater werde ein „stiller Mord“ verübt. Das Gericht widersprach dem entschieden.
Zuletzt lehnte es am 20. August seine Freilassung mit der Begründung ab, dass er gar nicht mehr transportfähig sei und sein Tod kurz bevorstünde. Es sei daher humaner, ihn nicht noch einer Überstellung auszusetzen. (dpa/red)
Empfang von "gleichgesinnten" Regierungschefs für Beratung über EU-Finanzrahmen am 27.08.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Nettozahler der Europäischen Union halten den Vorschlag der EU-Kommission für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) von 2028 bis 2034 in Höhe von insgesamt knapp zwei Billionen Euro für zu teuer.
„In einer Zeit, in der praktisch alle Mitgliedstaaten schmerzhafte Haushaltskonsolidierungen vornehmen, kann der EU-Haushalt keine Ausnahme bilden“, schreiben die Staats- und Regierungschefs von Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Finnland und Schweden in einer gemeinsamen Erklärung.
Um zu einem akzeptablen Kompromiss zu gelangen, müsse der Vorschlag der Kommission in ausgewogener Weise um mehrere hundert Milliarden Euro reduziert werden. Der EU-Haushalt solle lediglich moderat wachsen und stärker auf Sicherheit, Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit, Migration und Souveränität ausgerichtet werden.
„Mit einem Haushalt des 20. Jahrhunderts werden wir den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht begegnen können“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz nach den Beratungen mit mehreren der beteiligten Regierungschefs im Kanzleramt. Die sechs Länder finanzieren zusammen rund 40 Prozent des EU-Haushalts. „Wir sind nicht geizig“, so Merz. Es gehe vielmehr darum, den Haushalt zu modernisieren und finanzierbar zu halten.
Der Bundeskanzler Österreichs, Christian Stocker, ergänzte, er könne den Bürgern in seiner Heimat nicht erklären, dass in Brüssel über den größten Haushalt aller Zeiten diskutiert werde, während zu Hause die Budgets gekürzt werden müssten.
Petteri Orpo, Ministerpräsident von Finnland, betonte, man verlange keine kleinere Europäische Union: „Wir möchten, dass Europa Entscheidungen trifft und seine Ressourcen auf die Prioritäten fokussiert, die am wichtigsten sind.“ Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark, erklärte, deswegen müsse der EU-Haushalt eine Priorität auf Sicherheit und Verteidigung legen, weiterhin starke Unterstützung für die Ukraine liefern und die Außengrenzen schützen.
Zu den Beratungen waren Frederiksen, Orpo und Stocker nach Berlin gereist. Die Regierungschefs der Niederlande und Schwedens waren per Video zugeschaltet. Die Gruppe wolle ihre Abstimmung fortsetzen und mit einer gemeinsamen Position in die entscheidenden Verhandlungen im Herbst gehen, sagte Merz.
In ihrer gemeinsamen Erklärung lehnten die sechs Staaten zudem eine neue gemeinsame Schuldenaufnahme der EU ab. Diese sei keine Lösung für die haushaltspolitischen Herausforderungen und keine Alternative zu Strukturreformen.
Darüber hinaus fordern sie, den EU-Haushalt sowohl in seiner Architektur als auch in der Mittelverteilung grundlegend zu reformieren. Zudem erwarten die Geberländer von den EU-Institutionen, dass sie ihre Aufgaben mit dem bestehenden Personalbestand bewältigen.
Gleichzeitig brauche es einen effizienten, sozial verantwortungsvollen und unternehmensfreundlichen Rechts- und Regulierungsrahmen, der den ökologischen Wandel der Volkswirtschaften systematisch priorisiert – insbesondere durch die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.
„Die Achtung der gemeinsamen Werte und der Rechtsstaatlichkeit muss eine grundlegende Voraussetzung für den Zugang zu jeglicher europäischen Finanzierung sein“, heißt es in der Erklärung weiter.
Merz hatte den bisherigen Haushaltsentwurf bereits Ende Juli als „unbezahlbar und unausgewogen“ bezeichnet. Den „Sparsamen“ stehen mehr als 15 sogenannte „Freunde der Kohäsion“ gegenüber, darunter Italien, Spanien und Polen, die für ein größeres Budget und den Erhalt bisheriger Förderschwerpunkte eintreten.
Die nächste wichtige Verhandlungsrunde ist beim EU-Gipfel im Oktober geplant. Irland, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, soll bis dahin einen neuen Vorschlag vorlegen. Eine Einigung über den Finanzrahmen soll möglichst noch in diesem Jahr erzielt werden.(afp/dts/red)
Konkret geht es um das sogenannte E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim. (Archivbild) - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Deutschland und sechs weitere Staaten fordern Israel auf, die Pläne für ein äußerst umstrittenes Siedlungsprojekt im Westjordanland zurückzunehmen. In einem von der Bundesregierung veröffentlichten gemeinsamen Statement der Länder hieß es weiter, die Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland müsse beendet werden.
Durch das Siedlungsprojekt rücke nicht nur eine Friedenslösung in weitere Ferne; auch Israels internationales Ansehen werde weiter beschädigt. Neben Deutschland stehen Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, die Niederlande und Norwegen hinter der Erklärung.
Das israelische Bauministerium hatte am späten Dienstagabend eine Ausschreibung für den Bau von mehr als 1.200 Wohneinheiten für das Projekt veröffentlicht. Konkret geht es um das sogenannte E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim. Das Gebiet gilt als einer der sensibelsten Punkte im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.
Insgesamt geplant sind 3.400 Wohneinheiten. Eine Bebauung in dem Gebiet würde das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil aufspalten. Damit würde die Schaffung eines zusammenhängenden Territoriums für einen künftigen palästinensischen Staat erschwert oder gar unmöglich gemacht.
Unter internationalem Druck hatte Israel die Pläne für E1 in der Vergangenheit immer wieder verschoben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte die Pläne bereits am Mittwoch scharf kritisiert.
Warnung auch an Wirtschaftsunternehmen
Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Norwegen und die Niederlande warnten in ihrem Statement Wirtschaftsunternehmen, sich auf Bauausschreibungen zu bewerben. „Sie sollten sich der rechtlichen und auch der rufschädigenden Folgen bewusst sein, einschließlich des Risikos, sich selbst an schweren Verstößen gegen das Völkerrecht zu beteiligen“, hieß es weiter.
Die Entscheidung der israelischen Regierung, Ausschreibungen für den Bau des E1-Siedlungsprojekts zu veröffentlichen, bezeichneten sie als inakzeptabel.
Das Völkerrecht besage eindeutig, dass israelische Siedlungen im Westjordanland rechtswidrig seien. Dies sei die Haltung der internationalen Gemeinschaft, die auch durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bekräftigt werde, hieß es weiter. (dpa/red)
Bauernproteste. (Archivbild) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
In Kürze:
Niederländische Bauern haben in Amersfoort gegen die Landwirtschafts- und Stickstoffpolitik der Regierung protestiert.
Streit gibt es unter anderem um den geplanten Entzug von Betriebsgenehmigungen für fünf Geflügelhalter in Nordbrabant.
Die Regierung will die landwirtschaftlichen Stickstoffemissionen bis 2035 um 42 bis 46 Prozent gegenüber 2019 senken.
Nach einem tödlichen Unfall auf der A59 kritisierte Ministerpräsident Rob Jetten Traktorfahrten auf Autobahnen scharf.
In den Niederlanden haben in den vergangenen Wochen an mehreren Orten Bauern gegen die Landwirtschaftspolitik der Regierung protestiert.
Zuletzt gab es am Montagabend, 17. August, eine Blockadeaktion in der Stadt Amersfoort. Laut „RTV Utrecht“ zogen etwa 40 Traktoren in einer Prozession durch den Ort. Sie blockierten zudem einen Kreisverkehr und den Eingang zum Milchwirtschaftsbetrieb FrieslandCampina.
Wie der Sender weiter berichtete, verließen die Demonstranten nach rund zwei Stunden und unter Polizeibegleitung die Stadt wieder. Sie hinterließen während ihres Protests an mehreren Stellen Heuballen und Erde.
Bauern solidarisieren sich mit Geflügelhaltern in Den Bosch
Am 14. August versammelten sich zudem Hunderte Landwirte gegen einen geplanten Entzug von Genehmigungen für fünf Geflügelhalter in Den Bosch in der Provinz Nordbrabant. Es geht um Betriebe nahe zwei als besonders stickstoffbelastet geltenden Natura-2000-Schutzgebiete.
Im April 2025 hatte ein Gericht in Oost-Brabant die Provinzregierung dazu verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur dauerhaften Senkung der Stickstoffbelastung in den betroffenen Naturgebieten zu ergreifen. Geklagt hatte zuvor eine Umweltorganisation. Diese wollte die Regierung auf diesem Wege zur Durchsetzung von Naturschutzvorgaben zwingen.
Der Protest in Den Bosch war überschattet von einem schweren Unfall auf der A59 am selben Tag. Bei Heesch kollidierten am Ende eines Staus vier Pkw. Dabei starben zwei Menschen und sechs weitere erlitten schwere Verletzungen. Der Stau hatte sich gebildet, weil die gesamte rechte Fahrspur von Traktoren blockiert war, die zu der Kundgebung vor dem Provinzparlament anreisten.
Obwohl die übrigen Fahrzeuge auf der linken Fahrspur vorbeifahren konnten, entstand eine gefährliche Rückstausituation. Das Befahren von Autobahnen mit Traktoren ist in den Niederlanden nicht gestattet. Die zuständigen Polizeibehörden hatten jedoch im Vorfeld der Kundgebung erklärt, sie würden nur eingreifen, sollten die Traktoren die Autobahn blockieren. Langsames Fahren würden sie tolerieren.
Ministerpräsident Rob Jetten hat in weiterer Folge die Polizei und Staatsanwaltschaft für diese Entscheidung kritisiert. Er bezeichnete Proteste auf der Autobahn als „lebensgefährlich“ und „völlig inakzeptabel“.
Dies gelte nicht nur für Landwirte, sondern auch für Klimaaktivisten. Jetten erklärte, seiner Meinung nach solle jeder, der dagegen verstoße, dafür bestraft werden. Ferner vertrat er die Auffassung, dass die Bauernproteste auf der Autobahn kontraproduktiv sein könnten. Er könne sich „gut vorstellen“, dass die Bevölkerung insbesondere nach diesem Unfall ein negatives Bild von Protesten auf Autobahnen haben werde.
Maßnahmenpaket lässt erhebliche Belastungen für Bauern befürchten
Der Unmut der Bauern richtet sich auch gegen ein im Juni 2026 beschlossenes Maßnahmenpaket. Dieses sieht vor, dass die landwirtschaftlichen Stickstoffemissionen bis 2035 gegenüber 2019 um 42 bis 46 Prozent sinken sollen. Es soll zudem Schutz- und Pufferzonen um besonders belastende Naturgebiete geben.
Betriebe, die als Verursacher von Nitratbelastungen in den betroffenen Gebieten gelten, sollen ihre Emissionen technisch reduzieren. Alternativ steht ihnen noch offen, die Tierhaltung extensiver zu gestalten, umzuziehen oder freiwillig aufzugeben. Vorgesehen sind auch strengere Vorgaben für die Tierhaltung pro Flächeneinheit. Langfristig sollen nur noch 2,6 Kühe je Hektar gehalten werden dürfen.
Die Regierung stellt für die Umsetzung rund 20 Milliarden Euro bereit. Formal sollen Betriebe, die nicht den Vorgaben entsprechend wirtschaften, freiwillige Lösungen mit den Behörden finden. Sollten die Reduktionsziele nicht erreicht werden, seien jedoch auch Zwangsmaßnahmen zur Verringerung des Tierbestandes nicht ausgeschlossen.
Proteste noch deutlich kleiner als 2024 – Fake-News in sozialen Medien
Anfang des Jahres 2024 hatte es in den Niederlanden, Deutschland und anderen EU-Staaten bereits Bauernproteste gegeben. Diese richteten sich gegen als existenzgefährdend wahrgenommene Ökovorgaben oder die Rücknahme von Vergünstigungen für Treibstoffe. Der Abschluss des Freihandelsabkommens der EU mit den Mercosur-Staaten brachte ein Jahr später ebenfalls in mehreren EU-Staaten Bauern auf die Straße.
In beiden Fällen waren die Proteste deutlich größer dimensioniert als die derzeit regional auftretenden Kundgebungen in den Niederlanden. Einige Accounts in sozialen Medien hatten in den vergangenen Tagen auch Inhalte veröffentlicht, die ein größeres Protestgeschehen suggerieren sollen. Unter anderem sollte der Eindruck erweckt werden, Proteste hätten Straßburg oder Brüssel erreicht und es gebe dabei auch Zusammenstöße mit der Polizei. Allerdings handelt es sich dabei teils um KI-generiertes Material oder um Aufnahmen von Protesten aus den Wintermonaten.
IWH-Studie: AfD-Wahlprogramm Sachsen-Anhalt ist nicht finanzierbar
Eine mögliche AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt hätte im Landeshaushalt eine Finanzierungslücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro. Laut einer Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) stünden 1,6 Milliarden Euro Kosten für Maßnahmen des Wahlprogramms und 877 Millionen Neuverschuldung Einsparungen von 243 Millionen gegenüber.
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HEUTE13:41 Uhr
Warschau und Washington sprechen über ständige US-Stützpunkte in Polen
Polen und die USA verhandeln laut dem polnischen Vize-Verteidigungsminister Pawel Zalewski über die Einrichtung ständiger US-Stützpunkte in Polen. Schrittweise sollen mehrere der derzeitigen US-Stützpunkte in permanente umgewandelt werden. Derzeit sind etwa 10.000 US-Soldaten in Polen stationiert.
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HEUTE13:13 Uhr
SpaceX verdoppelt nahezu seinen Umsatz
SpaceX hat im Juni die Erwartungen der Analysten übertroffen, der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar (6,75 Milliarden Euro). Der Nettoverlust sank auf 541 Millionen Dollar (rund 470 Millionen Euro). Anleger bleiben skeptisch.
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HEUTE12:53 Uhr
Zahl unerlaubter Einreisen im Juni gesunken
Die Bundesregierung registrierte im Juli 3650 unerlaubte Einreisen ohne gültige Papiere an deutschen Grenzen. Das waren fast 37 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und der niedrigste Stand seit gut fünf Jahren. Von Januar bis Juli stellte die Bundespolizei 28.479 unerlaubte Einreisen fest, knapp 23 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.
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HEUTE12:49 Uhr
Infantino beruft Krisensitzung ein
FIFA-Chef Gianni Infantino trifft sich mit weiterem Spitzenpersonal des Fußball-Weltverbands zu einer Notfallsitzung. Er beorderte wichtige Mitarbeiter zu einem Treffen nach Rabat. Hintergrund sind die Krise nach dem gescheiterten Verkauf von WM-Rechten und neue Vorwürfe aus Jordanien.
FIFA-Chef Gianni Infantino. (Archivbild)
Foto: Riza Ozel/AP/dpa
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HEUTE12:27 Uhr
Lage von niederländischem Waldbrand stabil – Warnung in NRW
Der Großbrand bei Venray in den Niederlande hat sich laut Behörden nicht ausgedehnt, die Lage ist stabil. Entwarnung gibt es nicht. Munition aus dem Zweiten Weltkrieg behindert die Löscharbeiten, die Armee setzt neben dem Sprengstoffräumdienst auch Löschhubschrauber ein. In NRW, Kreis Kleve, sollen wegen anhaltenden Brandgeruchs Fenster und Türen geschlossen gehalten bleiben.
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HEUTE12:01 Uhr
Ipsos: Union fällt auf niedrigsten Wert seit Januar 2022
Bei Ipsos verlieren CDU/CSU und SPD je einen Punkt aus 21 und 12 Prozent. Zusammen kommen sie auf 33 Prozent in der aktuellen Wahlumfrage. Damit erreicht die Union den niedrigsten Wert seit Januar 2022. Die AfD bleibt bei 28 Prozent. Es folgen die Linken mit 13 Prozent, die Grünen mit 15 Prozent (+1), die FDP 5 Prozent (+1) und das BSW mit 3 Prozent. Befragt wurden 1.000 Wahlberechtigte.
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HEUTE11:43 Uhr
Wetterlage entspannt sich ab Donnerstag
Heute gilt noch eine amtliche Hitzewarnung des Wetterdienstes im Süden und Osten des Landes. Es werden zwischen 30 und 37 Grad erwartet. Die Gewittergefahr steigt vor allem im mittleren Deutschland sowie im Südosten südlich der Donau. Örtlich sind Unwetter möglich. Ab Donnerstag entspannt sich die Lage und es wird kühler.
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HEUTE11:25 Uhr
Niedrigwasser Rhein: Unternehmen weichen auf Schiene und Lkw aus
Angesichts des Niedrigwassers im Rhein weichen Unternehmen auf Schiene und Lkw aus. „Die Lieferungen per Schiff sind stark eingeschränkt und die Schiffe mit deutlich weniger Ladung als üblich unterwegs“, erklärte der Spezialchemie-Konzern Lanxess. „Da einzelne Lade- und Entladestellen nicht mehr erreichbar sind, stellen wir möglichst auf Bahn- und Straßentransporte um.“
Für den Schiffsverkehr wird der niedrige Wasserstand im Rhein zunehmend zum Problem.
Foto: Federico Gambarini/dpa
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HEUTE11:04 Uhr
Bei Athen: Waldbrände unter Kontrolle
Westlich von Athen sind die Waldbrände unter Kontrolle, aber nicht gelöscht. Die Feuerwehr bekämpft weiterhin Glut und neue Kleinbrände. Teilweise können die Bewohner zurückkehren. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat schnelle Hilfe zugesagt und eine Krisensitzung einberufen. Diskutiert wird ein Zuschuss für eine Unterkunft für die, die ihr Heim verloren haben. Für Landwirte, Betriebe und Anlagen gibt es gesonderte Hilfen.
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HEUTE10:30 Uhr
Netanjahu: Israel hat Trumps Plan für Gazastreifen nicht zugestimmt
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnt den Plan von US-Präsident Donald Trump für ein Ende des Kriegs im Gazastreifen erneut ab. Israel ist vor allem gegen einen Abzug seiner Truppen. Netanjahu fordert die vollständige Entwaffnung der Hamas und machte Änderungsvorschläge. Die Hamas hatte den Plänen unter Bedingungen zugestimmt.
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2. Aug.10:09 Uhr
Städtetag: ÖPNV droht Rückgang um über zehn Prozent
Der Deutsche Städtetag rechnet bundesweit 2026/27 mit über zehn Prozent weniger Angeboten im ÖPNV. Das derzeitige Niveau sei nicht zu halten, Fahrpläne werden ausgedünnt, Strecken abbestellt. Grund sind die schwachen Finanzen der Kommunen. In den nächsten fünf Jahren fehlen 14 Milliarden Euro, höhere Trassenpreise für den regionalen Schienenverkehr verschärften die Lage.
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HEUTE9:52 Uhr
Weimer sieht sich als „Kulturkämpfer“ gegen AfD
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer warnt vor einem Abrutschen Deutschlands nach Rechtsaußen und kündigt einen persönlichen „Kulturkampf“ gegen die AfD an. In Sachsen-Anhalt sieht er die Kultur gefährdet, das betreffe beispielsweise das Bauhaus Dessau. Weimer bekräftigte, dass er nur diese eine Legislaturperiode im Amt bleiben will.
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HEUTE9:36 Uhr
CDU-Fraktionschef gegen Zusammenarbeit mit Linke
Unionsfraktionschef Thorsten Frei sieht „überhaupt keine Übereinstimmung“ mit der Linken. Eine Zusammenarbeit in Sachsen-Anhalt schließt er aus. Zuvor hatte Linken-Chef Pantisano die CDU zur Zusammenarbeit aufgerufen, um eine AfD-Regierung zu verhindern.
Thorsten Frei.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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HEUTE9:21 Uhr
Nordkorea reagiert auf Aufrüstung Japans
Nordkorea will nach eigenen Angaben zusätzliche militärische Optionen schaffen. Kim Yo Jong war Japan nach Plänen zum Ausbau der Armee die „Verwandlung in einen Kriegsstaat“ vor. Tokio begründet den Ausbau seiner Streitkräfte mit wachsenden militärischen Aktivitäten Nordkoreas, Chinas und Russlands.
Infineon steigerte im dritten Geschäftsquartal den Umsatz um 13 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zum Vorjahresquartal. Der Gewinn wuchs um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro. Wachstumstreiber sind KI-Rechenzentren, Netzinfrastruktur sowie der Automobilbereich.
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HEUTE8:59 Uhr
Angriff auf Kiew – Ukraine konnte keine Rakete abschießen
Bei einem russischen Angriff auf die Region Kiew in der Nacht starben mindestens 17 Menschen. Die ukrainische Armee konnte nach eigenen Angaben keine Rakete abschießen. Russland setzte 115 Drohnen und 28 Raketen ein, 98 Drohnen wurden abgefangen. Kiew beklagt einen Mangel an Abwehrraketen. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem Angriff gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter.
Ein Lagerhaus, das bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen am Stadtrand von Kiew in den frühen Morgenstunden des 5. August 2026 zerstört wurde.
Foto: Roman Pilipey/AFP via Getty Images
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HEUTE8:38 Uhr
Immer mehr Rentner gehen arbeiten
Laut Mikrozensus 2025 ist fast jeder sechste Rentner zwischen 65 und 74 Jahren erwerbstätig (14 Prozent). Im Vorjahr waren es 13 Prozent. Von den 65- und 66-jährigen Rentenbeziehern arbeiten knapp ein Fünftel (19 Prozent), von den 73- und 74-Jährigen noch 8 Prozent.
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HEUTE8:22 Uhr
Siemens Energy steigert Gewinn auf 1,2 Milliarden Euro
Von April bis Juni verdiente Energietechnikkonzern Siemens Energy nach Steuern 1,2 Milliarden Euro, rund 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erstmals seit 2022 ist das Windgeschäft Siemens Gamesa profitabel und machte 56 Millionen Plus. Das Geschäft mit Gasturbinen und deren Wartung sowie die Netztechnik verbesserte sich.
Der wasserstoffbetriebene Zug Mireo Plus H des Gemeinschaftsprojekts H2goesRail von Siemens Mobility und der Deutschen Bahn bei der Präsentation auf dem Siemens-Testgelände 2022.
Foto: Bernd Lauter/AFP via Getty Images
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HEUTE7:44 Uhr
Linken-Chef Pantisano bietet CDU Zusammenarbeit an
Linken-Chef Luigi Pantisano ruft die CDU trotz früherer scharfer Kritik an der Partei zur Zusammenarbeit auf. Seine Aussage, die CDU mache faschistische Politik sei falsch, er habe sich entschuldigt. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September könnten CDU und Linke auf eine Kooperation angewiesen sein, wenn sie eine parlamentarische Mehrheit ohne die AfD erreichen wollen.
Linken-Chef Luigi Pantisano (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
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HEUTE7:32 Uhr
Drohne und verdächtiger Gegenstand stören Flugverkehr in Leipzig
Am Flughafen Leipzig/Halle führte in der Nacht eine Drohne zu erheblichen Einschränkungen im Frachtflugverkehr. Laut „BILD“ trug sie einen Zünder und ein Päckchen mit Sprengstoff. Nach zwei Stunden lief die Nordbahn wieder; die Südbahn blieb gesperrt. Ein Sprengstoffroboter war im Einsatz. Mehrere Flüge wurden umgeleitet.
Der Wetterdienst erwartet am Mittwoch wechselnde Bewölkung und auch längere sonnige Abschnitte. Gewitter sind weiterhin möglich. Die Temperaturen können in Ostbayern bis 38 Grad steigen. Gegen Abend könnte es vor allem südlich der Donau Schauer und kräftige Gewitter geben mit erhöhtem Unwetterpotential. Ab Donnerstag wird es kühler.
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HEUTE6:40 Uhr
Höchste Warnstufe in Guatemala
Wegen des Ausbruchs des Volcán de Fuego (Feuervulkan) nahe der Hauptstadt Guatemala-Stadt ist drei Provinzen mit insgesamt 1,6 Millionen Einwohnern die höchste Warnstufe Rot ausgerufen worden. Mindestens 29.000 Menschen seien direkt durch herabfallende Asche betroffen. Das Auswärtige Amt in Berlin rief Deutsche in Guatemala auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen.
Der Anfang des heutigen Ausbruchs des Vulkan Fuego in Alotenango, etwa 65 Kilometer südwestlich von Guatemala-Stadt, am 4. August 2026.
Foto: Johan Ordonez/AFP via Getty Images
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HEUTE6:23 Uhr
Sorge um Deutschlands Top-Bonität wächst
Bundesregierung und Ökonomen warnen vor einer Herabstufung Deutschlands AAA-Rating der Kreditwürdigkeit. Bei anhaltend hoher Verschuldung und schwachem Wachstum könnten die Ratingagenturen dies infrage stellen. S&P Global, Moodys und Fitch bestätigten die Top-Bonität im Frühjahr; laut Fitch hat der Druck zugenommen.
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HEUTE6:02 Uhr
Untersuchung: Strommast löste 2025 Brand bei Los Angeles aus
Das Eaton-Feuer im Raum Los Angeles im Januar 2025 ging von einem Hochspannungsmast des kalifornischen Versorgers Southern California Edison aus. Das ergaben Ermittlungen der Feuerwehr des Bezirks. Bei dem Brand nahe Pasadena und Altadena kamen 19 Menschen ums Leben, mehr als 9.000 Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. Im Zusammenhang mit dem Palisades-Feuer wurde ein Mann wegen Brandstiftung angeklagt.
Am 3. Juli 2025 in Altadena, Kalifornien, nach dem Eaton-Feuer.
Foto: Mario Tama/Getty Images
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HEUTE5:31 Uhr
Funktionär wirft FIFA Erpressung vor
Jordaniens Verbandschef Ali bin al-Hussein wirft der FIFA vor, dem Land das Preisgeld von 4,2 Millionen Dollar für den zweiten Platz beim Arab Cups vorzuenthalten. Ihm sei gesagt worden, dass es dem Fußballverband helfen würde, wenn er FIFA-Chef Infantino unterstützen würde. Prinz Al-Hussein war 2016 im Rennen um die Präsidentschaft des Weltverbands gegen Infantino angetreten, hatte aber keine Chance.
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HEUTE4:16 Uhr
Mehr Firmengründungen in Deutschland
2025 stieg die Zahl der Firmengründungen laut Deutschen Industrie- und Handelskammer um mehr als 20.000 auf gut 171.000. 36 Prozent nannten mangels Erwerbsalternativen als Hauptgrund – der höchste Stand seit elf Jahren. einen breiten unternehmerischen Aufbruch sieht die DIHK nicht.