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Kann Alzheimer im Frühstadium rückgängig gemacht werden? Ein Neurologe gibt Tipps


In Kürze:

  • Alzheimer ist eine vielschichtige Erkrankung, die zurzeit als unheilbar gilt.
  • Der Neurologe Dr. Dale Bredesen ist der Ansicht, dass die Erkrankung im Frühstadium umkehrbar ist.
  • Mithilfe seiner Methode, des ReCODE-Ansatzes, konnte er die Alzheimer-Symptome bei Patienten signifikant verbessern.
  • In der Präzisionsmedizin wird die Behandlung für jede Person maßgeschneidert und umfasst vor allem Veränderungen des Lebensstils.

 
Viele Menschen glauben, dass die Alzheimer-Krankheit lediglich eine Frage schlechter Gene, von Pech oder eine unvermeidliche Folge des Alterns ist – und dass man kaum etwas tun kann, sobald der Verfall einmal eingesetzt hat. Diese Ansicht sei überholt, meinte Dr. Dale Bredesen, ein Neurologe mit dem Spezialgebiet neurodegenerative Erkrankungen.
„Ich wünschte, mehr Menschen würden verstehen, dass die Alzheimer-Krankheit weitaus häufiger auftritt, als es sein müsste“, sagte Bredesen zu Epoch Times. Er ist der Ansicht, dass Präzisionsmedizin der richtige Ansatz zur Behandlung der Erkrankung sei.

Eine vielschichtige Erkrankung

Bredesen beschrieb einen biologischen Schalter. Dieser schalte das Gehirn von einem sogenannten „Verbindungsmodus“ zu einem „Schutzmodus“ und zurück.
Befindet sich das Gehirn im Verbindungsmodus, könne es lernen, sich anpassen und Erinnerungen bilden, so der Neurologe. Alzheimer entwickle sich, wenn das Gehirn in den Schutzmodus wechselt – ein Wechsel, der durch viele verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann. Dazu gehören unter anderem:
  • Insulinresistenz,
  • Schlafapnoe,
  • schlechte Energieproduktion,
  • Bewegungsmangel,
  • chronische Entzündungen,
  • Infektionen,
  • die Belastung durch Giftstoffe wie Luftverschmutzung, Schwermetalle und Mikroplastik.
Bei einer Behandlung verändere man mit seiner Methode mehrere Dinge, damit sie zusammenwirken, so Bredesen weiter. Auf diese Weise bleibe der Körper nicht länger im Schutzmodus und könne in den Verbindungsmodus zurückkehren.
„Ein Grund, warum die Behandlung der Alzheimer-Krankheit bisher nicht besonders erfolgreich war, ist, dass wir Alzheimer in der Vergangenheit zu eng gefasst und zu spät angegangen sind“, so die Einschätzung von Dr. Margarita Mikhaylova, Fachärztin für Neurologie und funktionelle Medizin, gegenüber Epoch Times. 
Der Fokus müsse sich über Eiweißablagerungen hinaus auf eine Vielzahl von Faktoren verlagern, von Insulinresistenz bis hin zu Nährstoffmangel, fügte sie hinzu. „Das sind keine Fragen der Alternativmedizin, sondern gängige Risikofaktoren für Demenz.“

Personalisierte Behandlung von Alzheimer

Die wachsende Erkenntnis, dass Alzheimer eine multifaktorielle Erkrankung ist, führte zu einem personalisierten Behandlungsansatz. Ärzte berücksichtigen die Faktoren, die die Gehirngesundheit einer Person beeinträchtigen könnten und stellen dann einen Plan zusammen, der auf die individuellen Bedürfnisse der Person zugeschnitten ist.
In einer Studie nutzten Forscher einen personalisierten Ansatz bei Menschen mit Alzheimer-Krankheit oder leichter kognitiver Beeinträchtigung. Die Teilnehmer erhielten dabei einen maßgeschneiderten Behandlungsplan. Dieser umfasste Änderungen in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressbewältigung, Nahrungsergänzungsmittel und in einigen Fällen auch Medikamente. 
Bei den meisten Teilnehmern verbesserten sich im Verlauf der Studie die kognitiven Funktionen oder blieben auf dem gleichen Niveau ohne weitere Verschlechterungen. Zudem gab es Verbesserungen bei mehreren Alzheimer-bezogenen Risikofaktoren.

Bredesen und die Ergebnisse seiner Studien

Auch Bredesen ist der Ansicht, dass Alzheimer einen personalisierten Ansatz zur Behandlung erfordert. Zu diesem Zweck entwickelte er seine eigene maßgeschneiderte Methode, den ReCODE-Ansatz (Reversal of Cognitive Decline, „Kognitiven Verfall umkehren“).
In Versuchen aus dem Jahr 2022, die im „Journal of Alzheimer’s Disease“ erschienen, testete er seinen Präzisionsmedizin-Ansatz in einer klinischen Untersuchung an 25 Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz. In seiner jüngsten randomisierten Kontrollstudie, die derzeit noch auf die Begutachtung durch Fachkollegen wartet, verglich er den ReCODE-Ansatz mit der Standardbehandlung bei 73 Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder früher Demenz.
Die Teilnehmer, die einen personalisierten Plan befolgten, zeigten laut den Studienautoren signifikante Verbesserungen der allgemeinen kognitiven Funktion, des Gedächtnisses und des Schweregrads der Alzheimer-Symptome. Auch verbesserten sich ihr Blutdruck, Body-Mass-Index, Blutzucker, Gesamtcholesterin und andere Marker.
Mit diesen Untersuchungen verbesserte Bredesen einige Punkte in der Studiendurchführung, die an älteren Veröffentlichungen von anderen Forschern kritisiert wurden. Zu den Verbesserungen zählen die Verwendung standardisierter kognitiver Tests, MRT-Bilder und genauere Dokumentation.
Andere Bedenken konnten nicht gelöst werden. Dazu zählt beispielsweise, dass es keine Kontrollgruppe gibt und bei dem umfassenden Ansatz der Präzisionstherapie keine Verblindung möglich war.
Da es keine Kontrollgruppe gibt und die Behandlung für jede Person individuell angepasst wurde, kann die Studie nur individuell vergleichen, wie es den gleichen Patienten vor und nach der Behandlung ging. Allgemeine Vergleiche mit einer Placebogruppe, wie es in vielen klinischen Studien üblich ist, können auf diese Weise nicht gezogen werden.
Mikhaylova zufolge ist die Präzisionsmedizin bei der Alzheimer-Krankheit ein Gebiet, das aufstrebend, aber noch in der Entwicklung ist. Bredesens Arbeit biete einen wichtigen Wandel im Verständnis der Krankheit und stelle die Vorstellung in Frage, dass Alzheimer eine Erkrankung mit einem einzigen Krankheitsweg sei.
„Ein mehrdimensionaler Ansatz, der Lebensstil und Stoffwechsel umfasst, kann höchstwahrscheinlich in einem früheren Stadium des Krankheitsverlaufs helfen, wenn noch genügend neuronale Netzwerkfunktionen vorhanden sind, die erhalten oder verbessert werden können“, sagte sie. 
„Bei fortgeschrittener Demenz können wir zwar immer noch die Lebensqualität, den Schlaf, die Gewohnheiten und die Belastung der Pflegepersonen verbessern, sollten aber bei der Erwartung einer kognitiven Umkehrung wesentlich vorsichtiger sein.“

Was ist der ReCODE-Ansatz?

Das Ziel des Ansatzes besteht darin, so viele potenzielle Faktoren für den kognitiven Verfall wie möglich zu ermitteln und diese dann anzugehen. Es ist anspruchsvoll – Bredesen empfiehlt, es als Teilzeitjob zu betrachten –, etwa zwei Stunden pro Tag.

Ernährung

Im Mittelpunkt steht die Ernährung, die pflanzenreich, leicht ketogen und ballaststoffreich sein sollte. Vermieden werden sollten verarbeitete und glutenhaltige Lebensmittel, raffinierte Kohlenhydrate, künstliche Süßstoffe, Milchprodukte und Alkohol. 
Die Betroffenen werden dazu angehalten, über Nacht 12 bis 16 Stunden zu fasten. Dieser Ansatz unterstützt die Darmgesundheit, die Insulinsensitivität, die Stoffwechselflexibilität und die Ketonproduktion.
„Um zu funktionieren, benötigt das Gehirn viel Energie“, so Bredesen. Es könne Glukose oder Ketone verwerten, doch viele Menschen könnten nicht auf diese zugreifen, da sie insulinresistent seien. Ihre Körper würden laut Bredesens Einschätzung Glukose nicht effizient nutzen; und der erhöhte Insulinspiegel hindere die Leber daran, Ketone zu bilden.
Wie jeder andere Aspekt des ReCODE-Ansatzes müsse auch die Ernährung individuell angepasst werden, so Bredesen. Ihm zufolge können Fasten und Ketose für übergewichtige Menschen einfacher sein, da ihr Körper auf Fettreserven zurückgreifen kann, um Ketone zu bilden. Für gebrechliche Menschen sei derselbe Ansatz jedoch möglicherweise nicht geeignet.

Sport

Bewegung ist eine weitere zentrale Komponente. Der Ansatz umfasst Ausdauertraining, Krafttraining, Gleichgewichtsübungen und Dehnübungen für mindestens 45 Minuten pro Tag an sechs Tagen pro Woche.
Jede Art von Bewegung wirkt sich auf unterschiedliche Weise positiv auf das Gehirn aus. Aerobes Training verbessert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung, während Krafttraining die Insulinsensitivität erhöht. Zweimal pro Woche wird hochintensives Intervalltraining empfohlen.

Schlaf, Stress und Hormone

Der Neurologe empfiehlt 7 bis 8 Stunden guten Schlaf, mit ausreichend REM-Schlaf und Tiefschlaf.
Was den Hormonspiegel und Nährstoffstatus betrifft, so sollen diese untersucht und bei Bedarf verbessert werden. Unter anderem die Vitamine D und B, Mineralstoffe, Omega-3-Fettsäuren, die Schilddrüsenfunktion und die Sexualhormone.
Auch Stressbewältigung durch Biofeedback, also das bewusste Wahrnehmen der körperlichen Prozesse, ist Teil des Programms, genauso wie das Training der Herzratenvariabilität. Das ist ein Indikator, der angibt, wie sich das Herz an körperliche und mentale Anforderungen anpasst.
Erst wenn das Gehirn besser versorgt ist, stimuliert man es. „Das Letzte, was man tun sollte, ist, mit Gewichten zu trainieren, wenn man unterernährt ist. Das Gleiche gilt für das Gehirn“, erklärte Bredesen.

Ein Schwachpunkt des Ansatzes

Der Ansatz von Bredesen braucht viel Zeit, deshalb gibt es Fragen zur praktischen Umsetzbarkeit.
Der Ansatz sei „hinsichtlich des Trainingsaufwands so intensiv, dass sich nur sehr wenige Menschen die damit verbundene Zeit oder die Kosten leisten können“. Das meinte Paul Ehren, Fachmann für funktionelle Ernährung und Master Personal Trainer, zu Epoch Times.
Bredesen räumt dies ein. Man müsse nicht alles perfekt machen, sagte er dazu. „Es gibt eine Schwelle, die bei jedem Menschen anders liegt. Das zu tun, was man kann, und sich kontinuierlich zu verbessern, führt in der Regel zu guten Ergebnissen.“
Derzeit gibt es keine anerkannte Heilung für Alzheimer. Laut Bredesens Einschätzung befindet sich die Alzheimerforschung jedoch gerade an einem Wendepunkt.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How a Neurologist Uses Precision Lifestyle Medicine to Reverse Early Alzheimer’s“ (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Schwindel stoppen: Warum ein Zusammenspiel von Blutdruck, Nervensystem und Darmflora der Schlüssel sein können

Schwindel ist ein Symptom, das den Menschen aus seiner Mitte reißen kann. Es ist kein Schmerz, kein Fieber, kein klarer Angriffspunkt – sondern ein Verlust von Selbstverständlichkeit. Genau mit diesem Gefühl kam Frau L., 78 Jahre alt, in meine Praxis. Sie bewegte sich vorsichtig, als wolle sie dem Schwindel keine neue Gelegenheit geben.
„Es ist, als würde mein Kopf kurz leer werden“, sagte sie. Kein Drehen, kein Sturz – nur ein leises, aber beharrliches Wegsacken.
Was mich besonders nachdenklich machte: Sie war bereits bei ärztlichen Kollegen gewesen – beim HNO-Arzt, Neurologen, Kardiologen und sogar in der Radiologie. Alles ohne Befund.
„Alle sagen, ich sei gesund“, sagte sie, „aber ich fühle mich nicht so.“ Dieser Satz ist in der Ganzheitsmedizin ein Schlüssel. Denn wenn alle Fachgebiete einzeln nichts finden, liegt die Ursache nach meiner Erfahrung oft an mehreren Faktoren, die sorgfältig zu einem ganzheitlichen Bild zusammengefügt werden müssen.

Das Innenohr: Wichtig, aber selten der alleinige Schlüssel

In der klassischen Medizin beginnt die Suche nach der Ursache für Schwindel oft im Innenohr, wo sich das sogenannte Gleichgewichtsorgan befindet. Doch moderne Forschungen zeigen, dass Gleichgewicht weit mehr ist als ein vestibuläres Signal, wie man den Nervenimpuls des Gleichgewichtssinns in der medizinischen Fachsprache bezeichnet.
Studien belegen, dass emotionale Stresszustände die Verarbeitung vestibulärer Signale im Gehirn verändern können. Das bedeutet: Selbst ein völlig gesundes Innenohr kann Schwindel erzeugen, wenn das limbische System überlastet ist.
Für die Ganzheitsmedizin ist das ein entscheidender Hinweis. Gleichgewicht entsteht nicht nur im Kopf, sondern im Zusammenspiel von Emotionen, vegetativem Nervensystem und körperlicher Stabilität.
Wenn eine Patientin wie Frau L. sagt: „Ich fühle mich kurz weg“, dann kann das oft ein Ausdruck innerer Dysbalance sein – nicht nur ein lokales Problem im Ohr.
Viele Patienten berichten, dass sie nach einer langen diagnostischen Odyssee hören: „Organisch ist alles in Ordnung.“ Doch Schwindel ist oftmals kein rein organisches Symptom. Er ist ein Systemsignal.
Denn Gleichgewicht ist ein System – und Systeme geraten aus dem Lot, lange bevor ein einzelnes Organ versagt.

Der Kreislauf – wenn niedriger Blutdruck und Flüssigkeitsmangel das Gleichgewicht schwächen

Besonders ältere Menschen trinken oft zu wenig. Das klingt banal, ist aber physiologisch hochrelevant. Dehydration senkt das Blutvolumen, der Blutdruck fällt, und der Fluss in den kleinsten Blutgefäßen, der sogenannten Mikrozirkulation, wird schwächer. Das Gehirn erhält in diesen Momenten nicht genug Sauerstoff und reagiert mit Schwindel.
Untersuchungen zeigen, dass selbst leichte Störungen der Mikrozirkulation Schwindel auslösen können, auch wenn Herz und große Gefäße klinisch unauffällig erscheinen.
Bei Frau L. war genau das der Fall. Ihr Blutdruck war niedrig, ihr Körper unterversorgt. Doch weil bei den zuvor durchgeführten Untersuchungen jeder Facharzt nur den Ausschnitt aus seinem eigenen Fachgebiet betrachtete, blieb der Zusammenhang unentdeckt. Beim Kardiologenbesuch selbst war sie aufgeregt, und der dort gemessene Blutdruck galt mit 125/75 mmHg als normal.
Die ganzheitliche Sicht zeigte jedoch: Der Schwindel war kein unerklärbares Rätsel, sondern ein Warnsignal eines Kreislaufs, der nicht mehr stabil genug war. Aber es gab noch weitere Aspekte.

Die unsichtbaren Mitspieler im Nervensystem

Wenn alle Untersuchungen unauffällig sind, wird oft vorschnell gesagt: „Das ist psychisch.“ Doch die Psyche ist kein Ersatzdiagnosefeld, sondern ein realer Einflussfaktor auf das Gleichgewicht.
Studien zeigen, dass chronischer Stress die Tiefensensorik der Muskeln beeinträchtigt. Diese Sensoren liefern dem Gehirn entscheidende Informationen über die Körperposition im Raum. Wenn sie gestört sind, entsteht ein diffuser Schwindel, der nicht drehend sein muss, um den Alltag zu destabilisieren.
Zudem zeigen Untersuchungen, dass selbst leichte entzündliche Prozesse im Gehirn die Verarbeitung von Gleichgewichtssignalen beeinträchtigen können.
Diese Erkenntnisse zeigen: Schwindel ist oft ein Zusammenspiel aus körperlichen und psychischen Faktoren. Das vegetative Nervensystem reagiert empfindlich auf Stress, Schlafmangel, innere Unruhe und erzeugt Symptome, die organisch nicht immer klar messbar sind, aber real erlebt werden.

Die Achse zwischen Darm und Gehirn

Der Darm spielt ebenfalls eine überraschende Rolle für das Gleichgewicht. Aktuelle Forschungen untersuchen, wie entzündliche Prozesse im Darm über die direkte Nerven-Datenautobahn zum Gehirn, den sogenannten Vagusnerv, die Aktivität des Gleichgewichtszentrums beeinflussen können.
In der Ganzheitsmedizin wird der Darm als zentraler Regulator des vegetativen Nervensystems betrachtet. Wenn dort ein Ungleichgewicht herrscht, kann sich das auf den gesamten Körper auswirken. Bei Frau L. zeigte sich in weiteren Untersuchungen eine deutliche Dysbiose, also ein aus der Balance geratenes Darmmikrobiom, die ihren Zustand zusätzlich destabilisiert hatte.
Ein sogenannter „ungeklärter“ Schwindel kann also ein Ausdruck eines Systems sein, das an mehreren Stellen gleichzeitig die Balance verloren hat.

Das System wieder ins Lot bringen

Der Fall von Frau L. zeigt, wie vielschichtig Schwindel sein kann. Es ist selten das Innenohr alleine. Oft ist es ein Zusammenspiel aus Kreislauf, Flüssigkeitsmangel, Stress, Darmgesundheit, Mikrozirkulation und neuroinflammatorischen Prozessen.
Frau L. fand schließlich ihr Gleichgewicht wieder. Nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch ein ganzes Paket an Veränderungen. Sie trank mehr, stabilisierte ihren Kreislauf, brachte ihren Darm wieder ins Lot und half ihrem gestressten Nervensystem, zur Ruhe zu kommen.
In der Ganzheitsmedizin wird Schwindel oft als Hinweis betrachtet, dass der Körper nach Balance sucht. Wer ihn ernst nimmt, findet nicht nur Stabilität, sondern oft auch ein neues Körperbewusstsein.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Heilpflanze und Küchengemüse – unterschätzte Kraft des Selleries


In Kürze:

  • Sellerie kann vielfältig in Küche und Ernährung verwendet werden.
  • Er ist eine alte Heil- und Kulturpflanze.
  • Sellerie ist reich an Vitalstoffen, die die Gesundheit unterstützen können.
  • In der Volksmedizin kommt Sellerie bei Rheuma, Harnwegsproblemen und nervöser Unruhe zum Einsatz.

 
Sellerie ist weit mehr als nur ein klassisches Suppengemüse. Er schmeckt roh im Salat, püriert oder gebacken als Beilage sowie verarbeitet zu Saft und Smoothies. Ferner enthält das würzige Gemüse zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit leisten können.
Die Wildform des Selleries (Apium graveolens) stammt aus feuchten Regionen des mediterranen Mittelmeerraums und wurde bereits im alten Ägypten und im antiken Griechenland als Heilpflanze verwendet. Erst durch Züchtung ab dem 17. Jahrhundert wurden die Bitterstoffe im Sellerie so weit reduziert, dass er zunehmend als Gemüse an Bedeutung gewann.
Sellerie zählt zur Familie der Doldenblütler und zeichnet sich durch seine leicht salzige, würzige Note aus. Von der Pflanze gibt es drei verschiedene Kulturformen: den Knollensellerie, den Stangensellerie – auch Stauden- oder Bleichsellerie genannt – und den Schnittsellerie. Obwohl sich die Inhaltsstoffe der Sorten größtenteils gleichen, variieren die enthaltenen Mengen sowie ihre Einsatzbereiche.

Wertvolle Inhaltsstoffe und ihre gesundheitliche Wirkung

Vitamine und Mineralien
Sellerie liefert eine Vielzahl an Vitaminen wie Vitamin K, Folsäure, B-Vitamine und Carotinoide. Vitamin K hilft, Calcium in den Knochen einzubauen. Der Vitamin-B-Komplex sorgt für einen aktiven Energiestoffwechsel in unseren Körperzellen und stärkt gleichzeitig Nerven und Gehirn.
Darüber hinaus ist Sellerie reich an Mineralstoffen, vor allem an Kalium und Natrium sowie Calcium, Magnesium und Phosphor. Natrium und Kalium wirken im Körper als Gegenspieler. Während Natrium vorwiegend außerhalb der Zellen vorkommt, ist Kalium der wichtigste Elektrolyt innerhalb der Zelle. Gemeinsam regulieren sie den Flüssigkeitshaushalt und sind für die Weiterleitung von Nervenimpulsen unerlässlich. Kalium hilft außerdem dabei, überschüssiges Wasser auszuscheiden und den Blutdruck zu senken. Das enthaltene Calcium stärkt zusammen mit Magnesium und Phosphor Knochen und Zähne.
Überdies ist Sellerie ballaststoffreich, was die Verdauung und die Darmgesundheit fördert. Als kalorienarmes Gemüse ist der Verzehr von Sellerie zudem ideal, um überschüssige Kilos zu verlieren.
Ätherische Öle
Sellerie enthält einen hohen Anteil an ätherischen Ölen, die dem Gemüse seinen typischen Geschmack und sein Aroma verleihen. Einen wichtigen Anteil daran haben die sogenannten Phthalide, die auf die Muskulatur der Blutgefäße entspannend wirken können und so zur Senkung des Blutdrucks beitragen. Hinzu kommen Terpene, die die Pflanze während des Wachstums anreichert, um sich gegen Bakterien und Pilze zu wehren. Studien zeigen, dass diese ätherischen Öle antibakterielle, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
Studien zeigen, dass Sellerieextrakte antibakterielle Eigenschaften besitzen und insbesondere gegen Erreger von Harnwegsinfekten wirksam sein können. Zudem wurden antimykotische Eigenschaften entdeckt, die das Wachstum von Hefepilzen wie Candida albicans hemmen können. Diese Effekte wurden vor allem in Laboruntersuchungen nachgewiesen.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Sellerie enthält Bitterstoffe und ätherische Öle, die die Bildung von Verdauungssäften und Enzymen anregen und Blähungen sowie Verdauungsbeschwerden entgegenwirken. Bioaktive Substanzen wie die Flavonoide Apigenin und Luteolin wirken antioxidativ und entzündungshemmend und können der Entstehung bestimmter Krebserkrankungen vorbeugen. Besonders große Mengen an Apigenin befinden sich in den Stängeln des Stangenselleries.

Verwendung in der Volksheilkunde

In der Volksheilkunde wurde Sellerie vor allem als harntreibendes und verdauungsförderndes Mittel eingesetzt, aber auch zur Behandlung von Beschwerden wie Rheuma, Gicht und Harnwegsproblemen. Darüber hinaus ist die Verwendung als beruhigendes Mittel bei nervöser Unruhe sowie als allgemeines Mittel zur Blutreinigung überliefert.

Verwendung in der Küche

Mit seinem kräftigen Aroma ist Knollensellerie eine unverzichtbare Zutat in Suppen, Eintöpfen und in Suppenwürzen. Fein geraspelt schmeckt die Knolle als Rohkostsalat, besonders in Kombination mit Obst wie Äpfeln oder Ananas und Walnüssen. Als Püree, häufig gemeinsam mit Kartoffeln, ist das Wurzelgemüse eine schmackhafte Beilage zu Fleisch- oder Gemüsegerichten. Auch im Ofen gebacken oder als veganes „Steak“ in der Pfanne oder auf dem Grill zubereitet, macht die Sellerieknolle eine gute Figur. Knollensellerie ist vor allem ein Herbst- und Wintergemüse.
Stangensellerie ist im Geschmack deutlich milder als Knollensellerie und überzeugt durch seine knackige Frische. Er schmeckt roh, fein gewürfelt im Salat oder in Sticks geschnitten als Snack. Außerdem verleiht er Gemüseeintöpfen und Suppen ein würziges Aroma. Besonders beliebt ist Stangensellerie auch in Form von Saft oder als Bestandteil von Smoothies. Frischer Stangensellerie ist ab Juli regional erhältlich.
Schnittsellerie ist der ursprünglichen Wildform des Selleries am ähnlichsten und wird wie Petersilie verwendet. Seine Blätter enthalten besonders viele ätherische Öle und sind daher sehr aromatisch. Das intensive Aroma bleibt auch nach dem Trocknen erhalten. Er wird vor allem als Suppengrün und zum Würzen von Salaten und Soßen verwendet und kann ab Juni im Garten geerntet werden.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.