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Reiche füllt Speicher über Sefe – Grüne kritisieren „letzte Sekunde“

Angesichts der aktuell niedrigen Füllstände deutscher Gasspeicher hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das bundeseigene Energieunternehmen Sefe zur vermehrten Einspeicherung angewiesen. Der zentrale Grund dafür liege „in den weiter andauernden geopolitischen Risiken“, erklärte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch in Berlin. Aus Sicht der Krisenvorsorge sei dieser Schritt „ein wichtiger zusätzlicher Beitrag, um die Resilienz der deutschen Gasversorgung zu erhöhen“.

Speicherstände deutlich unter früheren Jahren

Die Füllstände deutscher Gasspeicher sind derzeit deutlich geringer als in den Vergleichszeiträumen früherer Jahre. Nach Angaben der Bundesnetzagentur vom Dienstag lagen sie zuletzt bei 57,6 Prozent, wobei die täglichen Einspeicherungen in den vergangenen Tagen „zum Teil weiterhin recht niedrig“ gewesen seien. Grund dafür ist insbesondere, dass sich Import und Speicherung von Erdgas derzeit wegen der hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Kriegs kaum lohnen.

Sefe soll zusätzliche Mengen beschaffen

Wie die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ausführte, entschied Reiche nun in Absprache mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), „dass die bundeseigene Sefe Securing Energy for Europe GmbH angewiesen wird, vermehrt Erdgas einzuspeichern“. Sefe wird demnach „selber entscheiden, welche Mengen zu welchem Zeitpunkt eingespeichert werden und die Mengen durch zusätzliche Lieferungen beschaffen, um die Einspeicherungen der anderen Marktteilnehmer nicht zu beeinträchtigen“.
Klar müsse zugleich sein, dass die Erwartung an alle anderen Marktakteure, ihrer Verpflichtung nachzukommen, Gas für den Winter einzuspeichern, „ohne Wenn und Aber bestehen“ bleibe, erklärte die Ministeriumssprecherin weiter. „Die von Sefe einzuleitenden Schritte sollen daher auch ein klares Signal an weitere Unternehmen sein.“

Vorbereitetes Instrument kommt zum Einsatz

Reiche habe „stets deutlich gemacht, dass wir die Entwicklung am Gasmarkt eng verfolgen und für unterschiedliche Szenarien Instrumente vorbereitet haben, die bei Bedarf eingesetzt werden können – gerade mit Blick auf die geopolitische Lage“. Dieser Bedarf sei nun eingetreten. Die Beauftragung von Sefe mit zusätzlicher Beschaffung sei eines dieser vorbereiteten Instrumente und komme jetzt zur Anwendung.
Für die Zukunft werde die Bundesregierung zudem „eine strategische Gasreserve zur Abdeckung der genannten Risiken einrichten“, führte die Sprecherin aus. „Der Aufbau der Gasreserve wird nach der entsprechenden Gesetzesänderung im Jahr 2027 beginnen.“

BDEW begrüßt Schritt

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßte die Anweisung zur vermehrten Einspeicherung. „Mit der angekündigten Maßnahme schafft die Bundesregierung eine zusätzliche Absicherung der Gasversorgung für den kommenden Winter“, erklärte BDEW-Chefin Kerstin Andreae. „Das ist vor dem Hintergrund der sehr unsicheren geopolitischen Lage und der noch fehlenden strategischen Gasreserve sinnvoll.“
Zugleich hob sie hervor, dass die Gasversorgung in Deutschland „zuverlässig“ sei und dies auch bleibe. Mit dem Aufbau der inländischen LNG-Terminals und diversifizierten Importen sei eine „weitere tragende Säule der Versorgung gestärkt“ worden, erläuterte sie.

Grüne werfen Reiche Planlosigkeit vor

Die Vizechefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, kritisierte hingegen, dass Wirtschaftsministerin Reiche genug Zeit gehabt habe, „sich auf den Winter vorzubereiten und Deutschlands Abhängigkeit von teuren Gasimporten zu verringern“, wie sie den Zeitungen der Funke Medien sagte.
„Dass sie jetzt in letzter Sekunde zu hohen Preisen die Gasspeicher füllen will, zeigt wie planlos und ideologiegetrieben sie agiert.“ Reiche müsse die „dramatische Abhängigkeit“ von fossilen Energien verringern, forderte Verlinden. Dazu gehörten auch der Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie die Elektrifizierung von Verkehr, Wärmesektor und Wirtschaft.

Kommunen fordern Absicherung möglicher Mehrkosten

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) begrüßte den staatlichen Eingriff zur Befüllung der deutschen Gasspeicher indes ebenfalls – mahnte aber auch eine gezielte Unterstützung der Kommunen an, falls die Kosten bei der Wärmeversorgung künftig steigen sollten.
„Eine staatliche Befüllung der Gasspeicher führt nicht unmittelbar zu höheren Gaspreisen für die Bürgerinnen und Bürger und die Kommunen“, sagte DStGB-Präsident Ralph Spiegler der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe). Ob und in welchem Umfang sich solche Maßnahmen auf die kommunalen Energiekosten auswirken würden, hänge maßgeblich von den jeweiligen Beschaffungsverträgen der Kommunen ab.
„Gleichwohl kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich höhere Kosten auch bei der Wärmeversorgung von Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäuden bemerkbar machen“, fügte er hinzu. Für die Städte und Gemeinden sei deshalb entscheidend, „dass Eingriffe in den Markt sorgfältig abgewogen werden und mögliche Mehrkosten für die kommunalen Haushalte erfasst und berücksichtigt werden“, mahnte der DStGB-Präsident. Wo es tatsächlich zu zusätzlichen Belastungen komme, brauche es „gezielte Unterstützung für die betroffenen Kommunen“. (afp/red)
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Deutschland beschließt Fahrplan für fossilen Ausstieg

Deutschland hat als drittes Land weltweit einen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien. Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch die sogenannte TAFF-Roadmap, die auf den Beschlüssen der Weltklimakonferenzen aufbaut, wie ein Sprecher des Bundesumweltministeriums mitteilte.
TAFF steht für Transitioning Away from Fossil Fuels. „Wir wollen mit diesem Fahrplan weitere Dynamik in dem Prozess erzeugen“, schrittweise von den fossilen Brennstoffen wegzukommen, sagte der Sprecher weiter.
Demnach sind es „bekannte Maßnahmen“, mit denen Deutschland bis 2045 klimaneutral werden will. „Da geht es um erneuerbare Energien, die Elektrifizierung von Mobilität, Wärmeerzeugung und industriellen Prozessen.“

Vorstellung in New York

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will den Fahrplan laut dem Portal Politico bei der UN-Generalversammlung in New York vorstellen. Neben Deutschland haben laut „Spiegel“ erst Frankreich und die Niederlande eine TAFF-Roadmap beschlossen. (afp/red)
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Gefragtes Brennmaterial: So viel Kohle wie noch nie verbrannt


In Kürze:

  • In diesem Jahr ist die Kohlenachfrage laut dem neuen Halbjahresbericht zur Kohle der IEA gestiegen.
  • Grund sind die gestiegenen Öl- und Gaspreise durch die Blockade der Straße von Hormus.
  • Wie sich die Kohlenachfrage 2027 entwickelt hängt von der Entwicklung an der Straße von Hormus ab.
  • Die weltweite Kohleproduktion ist zudem rückläufig.

 
Der bereits seit Ende Februar andauernde Konflikt im Nahen Osten hat zu Störungen bei Lieferketten und Versorgungsengpässen auf den Energiemärkten geführt. Das hat die weltweite Kohlenachfrage in diesem Jahr in die Höhe getrieben, wie die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet.
Die Organisation prognostiziert, dass die weltweite Kohlenachfrage im Jahr 2026 um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen werde. Dadurch dürfte der weltweite Verbrauch auf einen Rekordwert von insgesamt 8,94 Milliarden Tonnen ansteigen. Im Zuge der Dekarbonisierungspläne vieler Staaten war ursprünglich ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr erwartet.

Anstieg im Osten, Rückgang im Westen

Chinas Kohlenachfrage werde nach dem Aufwärtstrend früherer Prognosen im Jahr 2026 voraussichtlich um ein Prozent auf fünf Milliarden Tonnen steigen, so der neue Halbjahresbericht zur Kohle von der IEA. Das Land in Fernost sei damit der mit Abstand größte Kohlekonsument weltweit. Ebenso sei ein Anstieg in Indien, dem zweitgrößten Konsumenten, zu erwarten.
Anders im Westen: In den USA dürfte die Kohlenachfrage dem Bericht zufolge dieses Jahr um sieben Prozent auf 381,8 Millionen Tonnen zurückgehen. Ebenso setzte die EU voraussichtlich den Rückgang ihres Kohlebedarfs fort. Für dieses Jahr hat die IEA für die Europäische Union einen Bedarf von 276,4 Millionen Tonnen prognostiziert. Das wären 15,4 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr.

Weltweiter Kohleverbrauch von 2024 bis 2027 nach Ländern und Staatenbündnissen im Megatonnen.

Starker Preisanstieg bei Gas und Öl

Ebenso habe der starke Anstieg der Erdgas- und Ölpreise die Länder dazu veranlasst, auf alternative Energiequellen zurückzugreifen – darunter auch die Kohle.
Im Zentrum des Konflikts liege die Sperrung der Straße von Hormus. Die Meerenge gilt als wichtige Handelsroute für Container- und Frachtschiffe, die im Normalfall auch Öl oder Gas in die ganze Welt transportieren. Seit Monaten passiert kaum ein Schiff diese wichtige Handelsroute. Kohlelieferungen seien laut der IEA von dieser Blockade praktisch nicht betroffen, da der Nahe Osten weder ein bedeutender Kohleproduzent noch -verbraucher sei.
Die Blockade habe dennoch die Kohlemärkte beeinflusst, indem sie die Erdgaspreise aufgrund des massiven Rückgangs der Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) durch die Straße in die Höhe getrieben hätten. Das wiederum hat laut der IEA Länder, die über Gaskraftwerke und freie Kohlekraftwerkskapazitäten verfügen, veranlasst, ihren Strom verstärkt durch Kohle zu erzeugen.
Die Folge sei ein gestiegener Kohleverbrauch in Europa, Japan, Korea, China und anderen Märkten, als zuvor erwartet. Zudem habe China wegen der gestiegenen Ölpreise seinen Kohleverbrauch zur Herstellung chemischer Produkte gesteigert.

Erhebliche Unsicherheiten für 2027

Die Energieagentur hält es für möglich, dass die gestiegene Kohlenachfrage im kommenden Jahr wieder abebbt. In dem Bericht ist jedoch die Rede von „erheblichen Unsicherheiten“ hinsichtlich der Aussichten.
Ein möglicher Nachfragerückgang sei primär abhängig von der Situation an der Straße von Hormus. Sollten die LNG-Lieferungen durch die Meerenge wieder anziehen und die Erdgaspreise auf das Vorkriegsniveau fallen, könne die weltweite Kohlenachfrage 2027 zurückgehen. In diesem Szenario nimmt die Energieagentur für 2027 einen Rückgang um 0,4 Prozent auf 8,91 Milliarden Tonnen Kohle an. Das wäre somit jedoch immer noch mehr als 2025.
Bleibt die Meerenge für LNG-Transporte weiterhin vollständig oder größtenteils gesperrt, könne die Kohlenachfrage weiter in Richtung 9 Milliarden Tonnen ansteigen.

Kohleproduktion nimmt ab

Im vergangenen Jahr erreichte die weltweite Kohleproduktion mit 9,1 Milliarden Tonnen einen Rekordwert. Für 2026 erwartet die Energiebehörde ein Rückgang, auch wenn sie voraussichtlich das dritte Jahr in Folge über 9 Milliarden Tonnen liegen wird. Dafür sei maßgeblich ein Produktionsrückgang in China, dem weltweit größten Kohleproduzenten, verantwortlich, der auf einen Bergbauunfall im Mai zurückzuführen ist.
Demzufolge verringert sich der Vorsprung zwischen der Produktionsmenge und der Verbrauchsmenge. In der Folge dürfte sich der in den vergangenen Jahren zu beobachtende, starke weltweite Aufbau von Kohlevorräten abschwächen. Allerdings rechnet die IEA damit, dass die weltweite Kohleproduktion 2027 wieder leicht ansteigen wird, da China seine Produktion erneut hochfahren dürfte.
Gleichzeitig geht der Bericht davon aus, dass die Nachfrage nach Kohle auf den internationalen Märkten stärker steigen wird als bisher erwartet. Dies begründet sich mit einer geringeren Produktion in China und der höheren Nachfrage aus importabhängigen Ländern wie Japan und Korea, wo der Kohleverbrauch infolge des Anstiegs der Erdgaspreise zugenommen hat.
Zusammen mit der angespannten Versorgungslage würden diese Faktoren weltweit zu höheren Kohlepreisen beitragen. Kostete die Tonne Kohle Mitte April noch rund 89 Euro, stieg der Preis inzwischen auf aktuell rund 121 Euro an.
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Gefragtes Brennmaterial: So viel Kohle wie noch nie verbrannt


In Kürze:

  • In diesem Jahr ist die Kohlenachfrage laut dem neuen Halbjahresbericht zur Kohle der IEA gestiegen.
  • Grund sind die gestiegenen Öl- und Gaspreise durch die Blockade der Straße von Hormus.
  • Wie sich die Kohlenachfrage 2027 entwickelt hängt von der Entwicklung an der Straße von Hormus ab.
  • Die weltweite Kohleproduktion ist zudem rückläufig.

 
Der bereits seit Ende Februar andauernde Konflikt im Nahen Osten hat zu Störungen bei Lieferketten und Versorgungsengpässen auf den Energiemärkten geführt. Das hat die weltweite Kohlenachfrage in diesem Jahr in die Höhe getrieben, wie die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet.
Die Organisation prognostiziert, dass die weltweite Kohlenachfrage im Jahr 2026 um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen werde. Dadurch dürfte der weltweite Verbrauch auf einen Rekordwert von insgesamt 8,94 Milliarden Tonnen ansteigen. Im Zuge der Dekarbonisierungspläne vieler Staaten war ursprünglich ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr erwartet.

Anstieg im Osten, Rückgang im Westen

Chinas Kohlenachfrage werde nach dem Aufwärtstrend früherer Prognosen im Jahr 2026 voraussichtlich um ein Prozent auf fünf Milliarden Tonnen steigen, so der neue Halbjahresbericht zur Kohle von der IEA. Das Land in Fernost sei damit der mit Abstand größte Kohlekonsument weltweit. Ebenso sei ein Anstieg in Indien, dem zweitgrößten Konsumenten, zu erwarten.
Anders im Westen: In den USA dürfte die Kohlenachfrage dem Bericht zufolge dieses Jahr um sieben Prozent auf 381,8 Millionen Tonnen zurückgehen. Ebenso setzte die EU voraussichtlich den Rückgang ihres Kohlebedarfs fort. Für dieses Jahr hat die IEA für die Europäische Union einen Bedarf von 276,4 Millionen Tonnen prognostiziert. Das wären 15,4 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr.

Weltweiter Kohleverbrauch von 2024 bis 2027 nach Ländern und Staatenbündnissen im Megatonnen.

Starker Preisanstieg bei Gas und Öl

Ebenso habe der starke Anstieg der Erdgas- und Ölpreise die Länder dazu veranlasst, auf alternative Energiequellen zurückzugreifen – darunter auch die Kohle.
Im Zentrum des Konflikts liege die Sperrung der Straße von Hormus. Die Meerenge gilt als wichtige Handelsroute für Container- und Frachtschiffe, die im Normalfall auch Öl oder Gas in die ganze Welt transportieren. Seit Monaten passiert kaum ein Schiff diese wichtige Handelsroute. Kohlelieferungen seien laut der IEA von dieser Blockade praktisch nicht betroffen, da der Nahe Osten weder ein bedeutender Kohleproduzent noch -verbraucher sei.
Die Blockade habe dennoch die Kohlemärkte beeinflusst, indem sie die Erdgaspreise aufgrund des massiven Rückgangs der Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) durch die Straße in die Höhe getrieben hätten. Das wiederum hat laut der IEA Länder, die über Gaskraftwerke und freie Kohlekraftwerkskapazitäten verfügen, veranlasst, ihren Strom verstärkt durch Kohle zu erzeugen.
Die Folge sei ein gestiegener Kohleverbrauch in Europa, Japan, Korea, China und anderen Märkten, als zuvor erwartet. Zudem habe China wegen der gestiegenen Ölpreise seinen Kohleverbrauch zur Herstellung chemischer Produkte gesteigert.

Erhebliche Unsicherheiten für 2027

Die Energieagentur hält es für möglich, dass die gestiegene Kohlenachfrage im kommenden Jahr wieder abebbt. In dem Bericht ist jedoch die Rede von „erheblichen Unsicherheiten“ hinsichtlich der Aussichten.
Ein möglicher Nachfragerückgang sei primär abhängig von der Situation an der Straße von Hormus. Sollten die LNG-Lieferungen durch die Meerenge wieder anziehen und die Erdgaspreise auf das Vorkriegsniveau fallen, könne die weltweite Kohlenachfrage 2027 zurückgehen. In diesem Szenario nimmt die Energieagentur für 2027 einen Rückgang um 0,4 Prozent auf 8,91 Milliarden Tonnen Kohle an. Das wäre somit jedoch immer noch mehr als 2025.
Bleibt die Meerenge für LNG-Transporte weiterhin vollständig oder größtenteils gesperrt, könne die Kohlenachfrage weiter in Richtung 9 Milliarden Tonnen ansteigen.

Kohleproduktion nimmt ab

Im vergangenen Jahr erreichte die weltweite Kohleproduktion mit 9,1 Milliarden Tonnen einen Rekordwert. Für 2026 erwartet die Energiebehörde ein Rückgang, auch wenn sie voraussichtlich das dritte Jahr in Folge über 9 Milliarden Tonnen liegen wird. Dafür sei maßgeblich ein Produktionsrückgang in China, dem weltweit größten Kohleproduzenten, verantwortlich, der auf einen Bergbauunfall im Mai zurückzuführen ist.
Demzufolge verringert sich der Vorsprung zwischen der Produktionsmenge und der Verbrauchsmenge. In der Folge dürfte sich der in den vergangenen Jahren zu beobachtende, starke weltweite Aufbau von Kohlevorräten abschwächen. Allerdings rechnet die IEA damit, dass die weltweite Kohleproduktion 2027 wieder leicht ansteigen wird, da China seine Produktion erneut hochfahren dürfte.
Gleichzeitig geht der Bericht davon aus, dass die Nachfrage nach Kohle auf den internationalen Märkten stärker steigen wird als bisher erwartet. Dies begründet sich mit einer geringeren Produktion in China und der höheren Nachfrage aus importabhängigen Ländern wie Japan und Korea, wo der Kohleverbrauch infolge des Anstiegs der Erdgaspreise zugenommen hat.
Zusammen mit der angespannten Versorgungslage würden diese Faktoren weltweit zu höheren Kohlepreisen beitragen. Kostete die Tonne Kohle Mitte April noch rund 89 Euro, stieg der Preis inzwischen auf aktuell rund 121 Euro an.
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15. September: Merz vor Vertrauensfrage | Mehr russisches Gas | Spritwahlkampf

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Merz vor Vertrauensfrage

Vor den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern beruft Kanzler Merz für Sonntag eine Sitzung des CDU-Präsidiums ein. Er stellt die Parteispitze vor die Alternative „stützen oder stürzen“: Entweder sie unterstützen einen strikten Reformkurs, oder sie schlagen einen Nachfolger vor. Schlechte Umfragen und das Ergebnis in Sachsen-Anhalt erhöhen den Druck.

Mehr russisches Gas

Trotz des geplanten EU-Verbots ab 2027 steigen Europas Importe von russischem LNG im Jahr 2026 deutlich – voraussichtlich um mindestens 10 % – und der Umsatz wird mehr als 7,2 Milliarden Euro betragen. Gleichzeitig treiben die Nahost-Konflikte die Gaspreise auf das Niveau von Ende 2022, während die europäischen Speicher schlecht gefüllt sind.

Spritwahlkampf

Kurz vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin werden die Rufe nach niedrigeren Spritpreisen lauter. Die SPD fordert einen staatlichen Preisdeckel nach belgischem Vorbild. Wirtschaftsministerin Reiche will bestimmte Bevölkerungsgruppen über Direktzahlungen entlasten. Kanzler Merz kündigt schnelle Entlastungen für Autofahrer an. Das genaue Instrument steht noch nicht fest.

Organisierte Kriminalität

Laut dem BKA-Lagebild 2025 ist die organisierte Kriminalität in Deutschland auf dem Vormarsch: Es gab 683 Verfahren mit fast 8.000 Tatverdächtigen. Das ist der Höchstwert seit fünf Jahren. Sie wird brutaler, digitaler und internationaler. Die sogenannte „Generation-Z-Mafia“ inszeniert sich in den sozialen Medien. Der Schwerpunkt bleibt Rauschgift.

Regierungswechsel in Schweden

Nach der Reichstagswahl in Schweden verfügt das Mitte-Links-Lager um Magdalena Andersson über eine hauchdünne Mehrheit. Eine neue Regierung würde vor allem Klima- und Energiepolitik ambitionierter gestalten, während Migration und Sicherheit weitgehend restriktiv blieben. Das schwedische Modell der Einbindung der Rechten könnte für Deutschland lehrreich sein.

 
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Speicherbetreiber fordern Vergünstigungen für mehr Gaseinspeicherung

Die Betreiber von Gasspeichern in Deutschland haben Vergünstigungen für ihr Geschäft gefordert, um die Speicherstände zu erhöhen.
„Die aktuellen Marktbedingungen setzen keine ausreichenden wirtschaftlichen Anreize für die Gasspeicherbefüllung“, sagte die Initiative Energien Speichern (INES). Kurzfristig könnten daher die Konvertierungsumlage und die Netzentgelte an Speicheranschlusspunkten abgeschafft werden.
„Die Preisdifferenzen zwischen Ein- und Ausspeicherung reichen derzeit nicht aus, um die damit verbundenen Kosten zu decken.“

Speicher zu rund 53 Prozent gefüllt

Wegen der hohen Preise am Weltmarkt infolge des Irankriegs und der Sperrung der Straße von Hormus wird kaum Gas für den Winter eingespeichert. Im Schnitt waren die deutschen Speicher zuletzt zu gut 53 Prozent gefüllt.
Neben Kostensenkungen über die Abschaffung von Gebühren könnten laut INES auch „vergünstigte staatliche Kredite“ helfen, um die Finanzierungskosten für einzuspeicherndes Gas zu reduzieren.
„Versorgungssicherheit braucht wirtschaftlich tragfähige Gasspeicher“, erklärte INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. „Deshalb müssen wir jetzt vermeidbare Kosten senken und gezielt Anreize für zusätzliche Befüllung schaffen.“
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht wegen der geringen Speicherstände unter Druck. Einen staatlichen Eingriff lehnt sie ab. Ihr Ministerium sieht keine Anzeichen für eine Gasmangellage im Winter.
Insbesondere auch, weil Deutschland anders als in der Gaskrise 2022 inzwischen über eigene Flüssigerdgasimportterminals verfügt, um laufend Gas zu importieren. Allerdings steht zu befürchten, dass die Preise im Winter steigen. (afp/red)
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EU-Kommission genehmigt Reiches Pläne für neue Gaskraftwerke

In Deutschland sollen in den nächsten fünf Jahren zahlreiche neue Gaskraftwerke gebaut werden – das war bereits beschlossen worden. Nun hat die EU-Kommission die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) genehmigt.
Die neuen Anlagen sollen in diesem und im nächsten Jahr ausgeschrieben werden, wie die Kommission in Brüssel mitteilte. Das Wirtschaftsministerium plante, mit der Ausschreibung noch in diesem Monat zu beginnen.
Ziel ist es, die Stromversorgung auch in Dunkelflauten zu sichern, wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht. Die neuen Kraftwerke benötigen staatliche Förderung, da sie als Back-up vorgesehen sind und mit begrenzten Betriebszeiten andernfalls nicht wirtschaftlich zu betreiben wären.
Die nun genehmigten Pläne kosten nach Einschätzung der EU-Kommission insgesamt zwischen 15,6 und 35,2 Milliarden Euro. Wie teuer die staatliche Förderung für die Kraftwerke pro Jahr wird, hängt von den Auktionsergebnissen und den Gaspreisen ab. Bezahlt werden soll dies von allen Stromnutzern über eine neue Umlage ab 2031.

EU-Kommission fordert langfristig Umstellung auf Wasserstoff

Es geht um insgesamt 11 Gigawatt neuer Kapazitäten, die spätestens Ende 2031 am Netz sein sollen. Kraftwerksbetreiber können sich in einer Auktion darum bewerben. Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen. Spätestens 2045 sollen die Gaskraftwerke dann aber „klimaneutral“ mit Wasserstoff laufen. Dafür sollen sie schon beim Bau ausgelegt sein.
Die Ausschreibung ist theoretisch für alle Technologien offen, es gilt laut Bundeswirtschaftsministerium allerdings ein „Langzeitkriterium“, das Alternativen zu Gaskraftwerken wie etwa Großspeicher de facto ausschließt.
Die Kraftwerke sollen 2031 in Betrieb gehen und mindestens 15 Jahre laufen. Dafür soll ab 2032 ein sogenannter Kapazitätsmarkt entstehen. Das heißt, Kraftwerksbetreiber werden dafür bezahlt, dass sie Kapazitäten vorhalten, die gerade nicht gebraucht werden.
Ab 2027 folgen den Angaben nach weitere Ausschreibungen für zwei Gigawatt, für die auch andere Lösungen als Gaskraftwerke infrage kommen.
Später soll es nach Reiches Willen weitere Ausschreibungen geben. Diese müssten aber noch einmal von der EU-Kommission genehmigt werden. Außerdem sollen Hilfen für die Umrüstung auf Wasserstoff vergeben werden.

Das plant Deutschland außerdem

Daneben soll der Ökostromausbau weitergehen. Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energien kommen. Bis 2038 soll Deutschland aus der Stromerzeugung mit Kohle aussteigen.
In der EU gelten strenge Regeln, wenn ein Staat heimische Unternehmen mit Finanzspritzen unterstützen möchte. Damit soll verhindert werden, dass beispielsweise ein finanzstarkes Land wie Deutschland seinen Firmen einen unverhältnismäßigen Vorteil verschafft und so etwa Konkurrenz aus dem Markt gedrängt wird. Deswegen müssen Vorhaben wie die nun genehmigten von der EU-Kommission geprüft und freigegeben werden. (afp/dpa/red)
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Reiche: EU-Lockerungen bei Methanregeln reichen nicht aus

Die von der EU-Kommission geplanten Lockerungen bei den Regeln für Gas- und Ölimporte gehen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nicht weit genug. „Die jetzt vorgeschlagene Lösung überzeugt nicht“, erklärte Reiche am Dienstag in Berlin.
Sie kritisierte, dass die EU an den rechtlichen Vorgaben der sogenannten Methanverordnung festhalten und lediglich auf Bußgelder bei Verstößen zunächst verzichten wolle.
Sorge vor Rechtsunsicherheit und Problemen bei der Versorgung
Konkret werde den Mitgliedstaaten empfohlen, Verstöße in den Jahren 2027 bis 2029 nicht zu sanktionieren. „Damit bleiben die Verpflichtungen bestehen – und mit ihnen das rechtliche Risiko für die Unternehmen“, erklärte Reiche.
Die Regeln der Methanverordnung könnten damit jedoch „zu erheblicher Rechtsunsicherheit führen“ und „in der gegenwärtigen Lage auch die Versorgungssicherheit beeinträchtigen“.

Ministerin fordert Verschiebung um drei Jahre

Reiche forderte, „die betreffenden Importregelungen der Methanverordnung um drei Jahre zu verschieben“. Die Ministerin räumte ein, dass die Verordnung „grundsätzlich ein wichtiges Instrument für den Klimaschutz im Energiesektor“ sei.
„Ihre Vorgaben müssen aber praktisch erfüllbar, rechtssicher und mit unserer Versorgungssicherheit vereinbar sein“, erklärte sie. Dies sei noch nicht der Fall. Reiche verwies dabei auch auf den Iran-Krieg und den verschärften internationalen Wettbewerb um Lieferungen von Flüssiggas.

Methanverordnung soll Emissionen senken

Die EU-Methanverordnung soll verhindern, dass klimaschädlich geförderte fossile Brennstoffe nach Europa eingeführt werden. Bei der Gas- und Ölförderung wird häufig das Treibhausgas Methan freigesetzt.
Seit August 2024 müssen Unternehmen entlang der Lieferkette auf Methanemissionen achten. Die Verordnung ist Teil der EU-Bemühungen, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken.

Schneider weist Reiches Kritik an Methanregeln zurück

Ab 2027 sollen die verschärften Importregeln gelten. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat eine Verschiebung der Vorgaben bisher abgelehnt.
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) kritisiert die Forderung von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nach einer Verschiebung der EU-Methanverordnung.
„Die Methanverordnung ist geltendes EU-Recht, das von den Mitgliedstaaten umzusetzen ist“, sagte Schneider. Deutschland unterstütze keine Änderung der Regeln. Auch Reiches abweichende Position ändere nichts an der Haltung der Bundesregierung. Zudem warf er dem Kanzleramt vor, durch Verzögerungen bei der Umsetzung für „Rechtsunsicherheit“ zu sorgen. (afp/dts/red)
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21. Juli: Lagebild zu Sexualdelikten | Reiche plant Pachtdeckelung | Alkoholfreie Bahnhöfe

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Lagebild zu Sexualdelikten

Die Zahl der registrierten Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland ist weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei über 17.000 Fälle – rund 1.600 mehr als fünf Jahre zuvor. Das geht aus dem neuen Bundeslagebild des Bundeskriminalamts hervor. Das BKA weist darauf hin, dass die Statistik nur die bekannt gewordenen Fälle abbildet. Von einer erheblichen Dunkelziffer ist auszugehen.

Reiche plant Pachtdeckelung

Der Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht Änderungen bei Windenergie, Agri-PV und Biogas vor. Geplant sind unter anderem Begrenzungen bei Pachtzahlungen und Kürzungen von Förderzuschlägen. Verbände aus Land-, Forst- und Energiewirtschaft kritisieren die Pläne und fordern Nachbesserungen.

Verdächtiger von Stade tot in Zelle gefunden

Rund drei Wochen nach der Bluttat mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat der in Untersuchungshaft sitzende Tatverdächtige Suizid begangen. Er wurde heute morgen im Rahmen der Vollzähligkeitskontrolle in seiner Einzelzelle in Bremervörde leblos aufgefunden. Ein Notarzt stellte den Tod durch Strangulation fest. Hinweise auf Fremdverschulden liegen derzeit nicht vor.

Alkoholfreie Bahnhöfe

Auf allen Bahnhöfen Deutschlands soll ab dem 15. Oktober ein Alkoholverbot gelten. Bier, Wein, Schnaps oder anderer Alkohol dürfen dann dort nicht mehr getrunken werden. Die Bahn erhofft sich davon mehr Ordnung und Sicherheit. Die Gewerkschaft der Polizei bezweifelt, dass das Verbot konsequent umgesetzt werden kann.

Mehr Gas und Öl aus Aserbaidschan

Deutschland will künftig mehr Gas aus Aserbaidschan beziehen. Bundeskanzler Merz sieht das Land als interessanten Partner, wenn es darum geht, die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen. Besonders der Süden Deutschlands könne von den Lieferungen profitieren, da die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden sei oder ausgebaut werden könne.
 
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Merz: Deutschland setzt auf mehr Gas aus Aserbaidschan

Deutschland will künftig mehr Gas aus dem Kaukasusstaat Aserbaidschan beziehen. „Seitdem wir vor viereinhalb Jahren die Gaslieferungen aus Russland gestoppt haben, suchen wir natürlich nach neuen Bezugsquellen – und hier spielt Aserbaidschan eine wichtige Rolle“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Treffen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew am Dienstag in Berlin.
Aserbaidschan sei eines der wenigen Länder in der Region, das mehr Energie produziere als es selbst verbrauche, sagte Merz.
„Insofern ist Aserbaidschan für uns ein interessantes Partnerland, wenn es darum geht, die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen.
“ Dies betreffe insbesondere den Süden Deutschlands, weil die Infrastruktur bis dorthin bereits ausgebaut sei oder ausgebaut werden könne.

Auch Wasserstoff als Teil der Zusammenarbeit

Grundsätzlich sollen die Energieimporte aus Aserbaidschan diversifiziert werden und auch Wasserstoff umfassen, betonte der Bundeskanzler.
Deutschland und Aserbaidschan bekräftigten in einer am Dienstag unterzeichneten Erklärung ihren Wunsch nach einer vertieften Partnerschaft.

Merz würdigt Friedensvertrag mit Armenien

Merz beglückwünschte Alijew zu dem Friedensvertrag, den Aserbaidschan und Armenien 2025 in Anwesenheit von US-Präsident Donald Trump geschlossen hatten.
„Dieser historische Vertrag eröffnet die Chance, einen Jahrzehnte währenden Konflikt zu überwinden“, sagte der Kanzler. Eine größere Stabilität in der Region ermögliche auch eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Alijew war am Vormittag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen worden. Steinmeier hatte 2005 als erstes deutsches Staatsoberhaupt den Kaukasusstaat besucht.

Treffen mit russischen Vertretern sorgt für Aufmerksamkeit

Alijew bestätigte Medienberichte, nach denen sich kürzlich deutsche Politiker in Baku mit russischen Vertretern getroffen haben.
Dabei handle es sich um den früheren Ministerpräsidenten von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD) und Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU). Auf russischer Seite habe der russische Ex-Regierungschef Viktor Subkow teilgenommen. Die sogenannte „Baku-Connection“ trifft sich nach Medienberichten regelmäßig seit 2024.

Aserbaidschan zwischen Energiepartner und Kritik

Aserbaidschan bezieht einen Großteil seiner Staatseinnahmen aus dem Verkauf von Erdöl und Erdgas, auch in die EU. Das Land streitet mit dem benachbarten Armenien seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion um die Region Bergkarabach.
Baku hatte das mehrheitlich von Armeniern bewohnte, völkerrechtlich aber zu Aserbaidschan gehörende Gebiet im September 2023 in einer Militäroffensive komplett unter seine Kontrolle gebracht.
2025 verständigten sich beide Länder zwar auf ein Ende der bewaffneten Konfrontationen, ihr Verhältnis bleibt aber angespannt. Aserbaidschan steht zudem in der Kritik wegen seines Umgangs mit Oppositionellen und kritischen Journalisten. (afp/red)
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Proteste gegen den Bau von Gaskraftwerken

Tausende Menschen haben am Samstag in Hamm gegen die Energiepolitik der Bundesregierung und den Bau neuer Gaskraftwerke protestiert. Rund 2.000 von ihnen formten laut Organisatoren in der Nähe des Gaskraftwerks Gersteinwerk ein Windrad und stellten demnach einen Weltrekord auf.
Greenpeace sprach von insgesamt 5.000 Teilnehmern an den Kundgebungen unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“, die Polizei von 2.700.

Polizei: „Überwiegend friedlich“

Eine Polizei-Sprecherin sagte, die Proteste seien „überwiegend friedlich“ verlaufen. Die Polizei hatte im Vorfeld Kräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammengezogen.
Zu den Protestaktionen hatten die Organisationen Greenpeace, Campact, Fridays for Future und BUND aufgerufen. Anlass waren die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), neue Gaskraftwerke zu bauen.
Die Organisatoren forderten einen sofortigen Kurswechsel in der aktuellen Energiepolitik, „weg von fossilem Gas und hin zu einer konsequenten, sozial gerechten Energiewende“, wie Greenpeace mitteilte.
Nach Ansicht des Bündnisses setzt Reiche „falsche energiepolitische Prioritäten“. Statt den Ausbau erneuerbarer Energien entschlossen voranzutreiben, würden zentrale Fortschritte der Energiewende ausgebremst und Milliardenbeträge in klimaschädliche fossile Infrastruktur investiert.

„Klimacamp“ in Hamm

Seit mehreren Tagen gibt es in Hamm auch ein „Klimacamp“, das noch bis zum 2. Juni im Lippepark stattfindet.
Die Organisation Ende Gelände berichtete am Samstagmorgen, ein Teil der Protestteilnehmer werde von der Polizei festgehalten und warf dieser vor, repressiv gegen friedlichen Protest vorzugehen.
An weiteren Orten in Nordrhein-Westfalen kam es am Freitag zu Blockaden. Rund 200 Aktivisten drangen auf das Gelände des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen ein. (afp/red)
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AccelerateEU: So will die EU die Energiekrise bewältigen


In Kürze:

  • Mit AccelerateEU setzt Brüssel auf Zentralisierung und Elektrifizierung in der Energiepolitik.
  • Die Einfuhr von russischem Gas wird ab Herbst 2027 verboten.
  • Deutschland erreichte am 1. Mai nicht die Mindestforderung der EU an die eingelagerten Gasvorräte.

 
Am 22. April legte die EU-Kommission vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise mit AccelerateEU einen neuen Aktionsplan vor, der den Umbau der Energiepolitik innerhalb der EU beschleunigen soll.
Der Plan kommt vier Jahre nach der Veröffentlichung des REPowerEU-Pakets, das Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland in die Wege leitete.
Beide Programme dienen laut der Kommission dazu, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaneutralität miteinander zu verbinden. Ein zentrales Element bleibt dabei die Reduktion der Importe von fossilen Energieträgern aus Russland. Laut Eurostat entfallen 57 Prozent des Energieverbrauchs in der EU auf importierte fossile Brennstoffe.

Die fünf Säulen von „AccelerateEU“

Die Kommission schreibt, dass diese „Verbrauchern, die mit steigenden Energiepreisen konfrontiert sind, sofortige Erleichterung verschaffen“ würden. Fünf Säulen des Programms sollen „den Übergang zu sauberer, sicherer und bezahlbarer Energie beschleunigen“.

Ausstieg aus russischem Erdgas bis Herbst 2027

Seit dem Beginn des Ukrainekriegs Anfang 2022 plant die EU, den Import von Erdgas in jeglicher Form aus Russland schrittweise zu beenden. Ein Verbot der Einfuhr von Flüssigerdgas (LNG) aus Russland beginnt im Januar 2027 und ein vollständiges Verbot von russischen Gasimporten soll spätestens im Herbst desselben Jahres in Kraft treten.
Als Reaktion auf die Beschlüsse aus Brüssel drohte der russische Präsident Wladimir Putin Anfang März damit, alle Gaslieferungen an EU-Länder schon davor einzufrieren.
EU-Länder importieren nach wie vor große Mengen LNG aus der russischen Yamal-Anlage in der Arktis. So gingen im ersten Quartal 2026 rund 98 Prozent des von der Jamal-Halbinsel verschifften LNG in die EU.
Statistiken des US-Thinktanks IEEFA zeigen auch, dass im gleichen Zeitraum die EU-Importe von russischem LNG im ersten Quartal den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht haben.

Kriege, Corona, Dekarbonisierung

Werden die vergangenen fünf Jahre betrachtet, dann lassen sich mehrere Ursachen für die Preisentwicklung bei Energie finden. Der Ukraine- und Irankrieg, die Corona-Zeit, die Dekarbonisierung sowie die energiepolitischen Maßnahmen der EU sind einige davon.
Mit dem Aktionsplan AccelerateEU plant die EU-Kommission, die Umsetzung bestehender energiepolitischer Strategien wie den Europäischen Green Deal und REpowerEU zu beschleunigen.
Dass diese auch zu zeitweiligem Energiemangel in verschiedenen Regionen und stark schwankenden Preisen geführt haben, wird in dem 16-seitigen Dokument der Kommission nicht erwähnt.

Saubere Energie

Die EU-Exekutive verweist auf Länder, die „einen hohen Anteil an sauberer Energie – in erster Linie erneuerbare Energien und Kernkraft – in ihrem Strommix aufweisen, in Kombination mit einem flexiblen Stromnetz“. Diese Staaten hätten „im Allgemeinen“ niedrigere Strompreise, die unter dem EU-Durchschnitt liegen, und seien „weniger von der aktuellen Energiekrise betroffen“.
Eines der Länder, das lange Zeit einen stabilen Strommarkt mit niedrigen Strompreisen hatte, ist Schweden. Nach der Stilllegung von sechs Kernkraftwerken und hohen Investitionen in Windkraft erlebte das Land einen sehr raschen Preisanstieg und die Gefahr von Stromengpässen.
Spanien hat auch einen hohen Anteil an Solar- und Windenergie, was 2025 zu einem größeren Stromausfall führte. Auch Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie und der umfangreiche Ausbau von Wind- und Solarstrom haben zu großen Problemen im Stromnetz geführt.
Daher sei es laut der EU-Kommission notwendig, „die Elektrifizierung, den Ausbau weiterer heimischer Erzeugung sauberer Energie und die Energiewende zu beschleunigen“.

Gasverbrauch in Deutschland

Im Jahr 2024 hat Deutschland laut der Bundesnetzagentur insgesamt 844 Terawattstunden (TWh) Erdgas verbraucht. Davon entfielen rund 61 Prozent auf die Industrie und 39 Prozent auf Haushalts- und Gewerbekunden.
Im Vergleich mit dem Durchschnittsverbrauch der Jahre 2018 bis 2021 ist der deutsche Gasverbrauch um 14 Prozent zurückgegangen. Das meiste Erdgas wurde mit 48 Prozent aus Norwegen importiert. Ein Viertel stammt aus den Niederlanden, rund 18 Prozent aus Belgien.
Durch inländische Förderstätten wurden im Jahr 2024 36 TWh erzeugt. Deutschland sei in der Lage, das EU-Verbot von russischem Erdgas ab 2027 zu kompensieren, so die Behörde. Die fehlenden Gasmengen hätten keine unmittelbaren Auswirkungen auf die deutsche Gasversorgung.
Aktuell stammen LNG-Lieferungen im Wesentlichen aus den USA. Weitere Importmöglichkeiten über Frankreich und Belgien wurden erschlossen.

Gasvorräte unter den Zwischenzielen

Die Auswirkungen der hohen Energiepreise sind in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich. Gleichzeitig wird die aktuelle Lage als Hinweis auf potenzielle Probleme bei der Gasversorgung in der Wintersaison 2026/27 gesehen.
In mehreren EU-Ländern, die stark vom Erdgas abhängig sind, liegen die Gasvorräte derzeit unter dem vorgesehenen Mindestniveau von 30 Prozent. Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu 29 Prozent gefüllt.
Die 30-Prozent-Vorgabe ist Teil der EU-Verordnung zur Gasspeicherung aus dem Jahr 2022, die später bis 2027 verlängert wurde. Spätestens am 1. November jedes Jahres muss der Füllstand dann mindestens 95 Prozent betragen.
Mehrere EU-Länder wie die Binnenstaaten Slowakei und Ungarn beziehen weiterhin Gas und Öl über Pipelines aus Russland. Alternative Bezugsquellen sind mit umfangreichen Investitionen in neue Infrastruktur verbunden.