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Goldpreis steigt auf höchsten Stand seit Mai – Anleger warten auf Fed


In Kürze:

  • Der Goldpreis steigt auf den höchsten Stand seit Mai.
  • Anleger erwarten mit Spannung die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh.
  • Aktuell kostet eine Unze Gold rund 4.644 Dollar.

 
Der Goldpreis stieg am Montag auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Dies geschah vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen im Nahen Osten und im Vorfeld einer Rede des Chefs der US-Notenbank in dieser Woche.
Der Spotpreis für Gold lag am 24. August um 11:50 Uhr bei rund 4.644 US-Dollar pro Unze und damit über dem Schlusskurs vom Freitag von rund 4.603 US-Dollar. Dies ist der höchste Stand seit dem 18. Mai.
Seit dem Tiefststand von etwa 3.959 US-Dollar (3.391 Euro) am 17. Juli ist der Goldpreis um mehr als 17 Prozent gestiegen.

Unsicheres Umfeld, Goldpreis steigt

Der Kurssprung am Montag folgte auf Äußerungen der Trump-Regierung, die auf eine aggressivere Haltung im Krieg der Vereinigten Staaten gegen den Iran hindeuten.
Am 23. August sagte Finanzminister Scott Bessent, dass für das iranische Regime ein „wirtschaftlicher D-Day“ bevorstehe, da die Vereinigten Staaten Maßnahmen ergreifen würden, um die wirtschaftlichen Lebensadern des Landes abzuschneiden.
Unterdessen drohte Mohsen Rezaei, der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates des Iran, in den sozialen Medien, dass Teheran im Falle einer wirtschaftlichen Isolierung die Öllieferungen durch die Straße von Hormus und den Persischen Golf blockieren werde.
Die Verschärfung der Spannungen zwischen den beiden Ländern trägt zu einem Umfeld der Unsicherheit bei, was den Aufwärtstrend der Goldpreise begünstigt.
Anleger richten ihr Augenmerk zudem auf die Rede von Kevin Warsh, dem Chef der US-Notenbank (Fed), am kommenden Freitag beim Jackson-Hole-Symposium zur Wirtschaftspolitik 2026 in Wyoming, um die mögliche Richtung der Zinspolitik der Zentralbank einzuschätzen.
Eine Zinserhöhung könnte sich negativ auf Gold auswirken und umgekehrt. Im vergangenen Monat hatte die Fed beschlossen, die Zinsen zum fünften Mal in Folge unverändert zu lassen.
Neben den Zinssätzen warten die Anleger auf den Preisindex für persönliche Konsumausgaben, der diese Woche veröffentlicht werden soll. Dieser Index ist das von der Fed bevorzugte Maß für die Inflation.

Ökonom: Anleger erkennen Bluff der Fed

„Gold stand bei über 4.600 Dollar. Bislang ist der Goldpreis in den ersten drei Augustwochen um 15 Prozent gestiegen. Das passiert nicht, wenn eine restriktiv eingestellte Fed entschlossen ist, alles zu tun, um die Inflation zu senken. Es passiert, wenn Anleger erkennen, dass die Fed blufft und beabsichtigt, die Inflation außer Kontrolle geraten zu lassen“, schrieb Peter Schiff, Chefökonom bei Euro Pacific Asset Management, am 21. August auf X.
In einem Beitrag vom 21. August erklärte Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei der ING Bank, dass sich Gold von seinen Juli-Tiefstständen erholt habe, gestützt durch wachsende Besorgnis über die fiskalischen Aussichten der USA und eine erneute Investitionsnachfrage nach dem Edelmetall.
Angesichts der anhaltenden Inflation und der Möglichkeit, dass die Fed ihre Leitzinsen anhebt, dürfte die Erholung des Goldpreises laut Manthey jedoch „kaum reibungslos verlaufen“.
„Das jährliche Jackson-Hole-Symposium der Fed vom 27. bis 29. August wird aufmerksam verfolgt werden. Jeder Hinweis darauf, dass die Entscheidungsträger zunehmend bereit sind, die Zinsen anzuheben, könnte zu einem Anstieg der Renditen und des Dollars führen. Eine stärkere Betonung von Wachstum oder Finanzstabilität wäre für Gold hingegen eher unterstützend“, sagte Manthey.
ING prognostiziert für das vierte Quartal einen durchschnittlichen Goldpreis von 4.150 US-Dollar pro Unze, unter der Annahme, dass die US-Geldpolitik aufgrund der anhaltenden Inflation restriktiv bleibt und die Renditen von US-Staatsanleihen nicht nachhaltig sinken.
Manthey wies darauf hin, dass die Erholung des Goldpreises aufgrund erneuter ETF-Käufe auf einer solideren Grundlage stehen könnte. Weitere Kursgewinne bei Gold werden jedoch von einer anhaltenden Investitionsnachfrage und der Reaktion der Fed auf die Inflation abhängen.

Anleger stocken Gold-ETFs auf

Laut einem Bericht des World Gold Council vom 6. August verzeichneten Gold-ETFs im Juli Nettozuflüsse in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar (2,57 Milliarden Euro), wobei globale Anleger ihre Portfolios mit Goldbarren aufstockten. Damit wurde der Abfluss der vergangenen beiden Monate umgekehrt.
Der Bericht führte diese Wende darauf zurück, dass Anleger bei niedrigeren Kursen selektiv wieder in den Markt einstiegen und weiterhin eine Diversifizierung ihrer Portfolios anstrebten.
An der Spitze der Zuflüsse standen europäische Fonds. Zwar kehrten im vergangenen Monat auch in Nordamerika wieder Zuflüsse in ETFs zurück, doch fiel der Anstieg mit 71 Millionen US-Dollar (60,8 Millionen Euro) eher bescheiden aus.
Seit Jahresbeginn belaufen sich die weltweiten Nettozuflüsse in Gold-ETFs auf insgesamt 11 Milliarden US-Dollar (9,4 Milliarden Euro), wobei Fonds aus Asien den größten Anteil ausmachen, gefolgt von Europa. In Nordamerika waren in diesem Zeitraum Nettoabflüsse zu verzeichnen, so das World Gold Council.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Gold Prices Surge to Highest Level in Over 3 Months“. (deutsche Bearbeitung ks)
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Erdgas aus Norwegen: Uniper und Equinor schließen Vertrag

Der Energiekonzern Uniper hat mit dem norwegischen Öl- und Gasförderer Equinor einen langfristigen Erdgas-Liefervertrag abgeschlossen. Demnach liefert Equinor von 2027 an jährlich mehr als 30 Terawattstunden Erdgas nach Deutschland, wie Uniper in Düsseldorf mitteilte. Über das finanzielle Volumen machte Uniper keine Angaben.
Das Gas soll über bestehende Pipelines nach Deutschland kommen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Er wurde laut Uniper am Montag im norwegischen Stavanger unterzeichnet.
„Mit dieser Vereinbarung stärken wir die langfristige Gasversorgung Deutschlands und vertiefen zugleich unsere Zusammenarbeit mit Equinor“, erklärte Unternehmenschef Michael Lewis der Mitteilung zufolge.

Uniper ist einer der größten Gasgroßhändler Europas

30 Terawattstunden sind eine große Menge: In Deutschland wurde im vergangenen Jahr laut Bundesnetzagentur Erdgas mit einem Energiegehalt von insgesamt 864 Terawattstunden verbraucht.
Uniper ist einer der größten Gasgroßhändler Europas. Das Unternehmen beliefert unter anderem Stadtwerke, große Industriekunden sowie Kraftwerksbetreiber.
Equinor gehört zu 67 Prozent dem norwegischen Staat. Uniper ist derzeit fast vollständig in deutschem Staatsbesitz. Bis Ende 2028 muss Deutschland seine Anteile aber wieder auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie verringert haben.

Norwegen lieferte 2025 rund 44 Prozent des Gasverbrauchs

Norwegen ist derzeit der größte Erdgaslieferant Deutschlands. Im vergangenen Jahr kamen rund 44 Prozent des nach Deutschland gelieferten Erdgases über Pipelines aus dem skandinavischen Land.
Norwegisches Erdgas erreicht Deutschland auch als Flüssigerdgas (LNG) per Schiff über die deutschen LNG-Terminals.
Im laufenden Jahr belief sich bis Ende Juli der Anteil Norwegens an allen LNG-Lieferungen direkt nach Deutschland laut Energiewirtschaftsverband BDEW auf 4,1 Prozent. Größter LNG-Lieferant sind 2026 weiterhin die USA mit einem Anteil von 87,6 Prozent. (Gesamtjahr 2025: 94,3 Prozent). (dpa/red)
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Shein will mit Börsengang Milliardenbetrag einsammeln

Die Onlineplattform Shein will bei ihrem geplanten Gang an die Hongkonger Börse einen Milliardenbetrag akquirieren. Der Ultra-Fast-Fashion-Verkäufer plant nach eigenen Angaben, knapp 280 Millionen Anteile zwischen 47,60 und 49,50 Hongkong-Dollar je Aktie anzubieten und damit bis zu 13,86 Milliarden Hongkong-Dollar (derzeit etwa 1,5 Milliarden Euro) einzusammeln.
Den finalen Preis will das in China gegründete Unternehmen, das seinen Hauptsitz mittlerweile nach Singapur verlegt hat, am 31. August bekanntgeben. Das Börsendebüt ist laut Mitteilung für den 1. September geplant.
Mit ihrem lange erwarteten Börsengang könnte die für besonders günstige Modeartikel bekannte Plattform nach eigenen Schätzungen eine Marktkapitalisierung von 210,2 Milliarden Hongkong-Dollar (derzeit 22,9 Milliarden Euro) erreichen.
Das wäre deutlich weniger als in der Bewertung von fast 100 Milliarden US-Dollar (derzeit rund 85,6 Milliarden Euro) aus dem Jahr 2022, die sich Berichten von damals zufolge aus privaten Finanzierungsrunden ergeben hatte.

Weltlage belastet Geschäft

Asiatische Shoppingplattformen wie Shein, Temu und AliExpress haben nicht nur in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen in den vergangenen Jahren. Politiker, Handelsvertreter und Verbraucherschützer monieren allerdings fragwürdige Produktqualität, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.
Shein lässt seine Fracht aus China direkt von den Herstellern und in der Regel per Flugzeug in alle Welt verschicken. Die Waren werden zu besonders niedrigen Preisen angeboten.
Neue Zollregelungen in den USA und Europa sowie die Folgen der Krise im Nahen Osten beeinträchtigten das Geschäft der Shoppingplattform jedoch zuletzt.
Ende Juli hatte Shein in einem Börsenprospekt einen Verlust von 99 Millionen US-Dollar in den ersten drei Monaten dieses Jahres publik gemacht. Nach eigenen Angaben hatte das Unternehmen Stand 2025 geschätzt 273 Millionen aktive Kunden in etwa 160 Ländern.
Mit dem Börsengang und dem dadurch eingenommenen Geld will Shein unter anderem seine technologische Infrastruktur verbessern und mehr in die globale Vermarktung investieren. (dpa/red)
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Verbraucherschützer monieren Tricks bei Trinkgeld per Karte

Für Kaffee und Kuchen, zwei Pizzen zum Mitnehmen oder für das Familienessen im Restaurant: Beim Bezahlen in der Gastronomie geben viele gern auch ein kleines oder größeres Trinkgeld dazu.
Wird die Rechnung per Karte beglichen, zeigen Lesegeräte dafür häufiger gleich eine Vorauswahl an Optionen an: 7 Prozent oder 10 Prozent oder heute mal 20 Prozent? Da schnell etwas anzutippen, versetzt manche Gäste leicht in Stress. Verbraucherschützer und die Gewerkschaft warnen auch vor einer unterschwelligen Beeinflussung.
Die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Ramona Pop, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es muss auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können.“ Der Verband setze sich daher für ein Verbot „manipulativer Designtricks“ auf europäischer Ebene ein, wie sie auch von Webseiten oder Apps bekannt seien.

Wo tippt man „Kein Trinkgeld“ an?

„Bei der Kartenzahlung liegen sie vor, wenn die Option, kein Trinkgeld zu geben, versteckt oder schlechter sichtbar ist“, sagte Pop. Das zielt darauf, dass Felder mit voreingestellten Prozent-Vorschlägen auf den Displays teils größer oder farblich auffälliger dargestellt sind als andere Auswahlmöglichkeiten.
So gibt es ein Feld mit Bezeichnungen wie „freie Eingabe“, „benutzerdefiniert“ oder „anderer Betrag“, wenn man ohne Prozentrechnung zum Beispiel einfach direkt um 3,70 Euro bis zum nächsten glatten Betrag aufrunden will. Und ein Feld für „Kein Trinkgeld“ gibt es auf den digitalen Bezahlgeräten natürlich auch.
„Viele Menschen geben gerne und freiwillig Trinkgeld, um guten Service wertzuschätzen“, sagte Pop. Problematisch werde es, wenn Gäste gedrängt oder sogar manipuliert würden. „Niemand ist verpflichtet, Trinkgeld zu geben.“ Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands befürworten es drei Viertel (76 Prozent), dass die Möglichkeit, kein Trinkgeld oder weniger Trinkgeld zu geben, ebenso sichtbar und leicht auswählbar sein sollte wie vorgeschlagene Beträge.

Immer mehr zahlen mit Karte oder Handy

Gezielt gefragt, ob man sich durch auffälliger dargestellte Prozent-Optionen zum Trinkgeldgeben gedrängt fühle, bejahte dies gut die Hälfte – voll und ganz stimmten 36 Prozent zu, eher stimmten 16 Prozent zu. Tendenziell nicht dazu gedrängt sehen sich 42 Prozent. Für die nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage befragte das Institut Forsa den Angaben zufolge vom 3. bis 5. August 1.009 Menschen ab 18 Jahren.
Die Branche weist auf einen Wandel der Zahlungsgewohnheiten vieler Gäste hin. „Immer mehr Menschen sind bargeldlos unterwegs und bezahlen mit der Karte oder dem Handy“, sagte der Rechtsexperte des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (Dehoga), Jürgen Benad. Die Integration von Trinkgeld-Optionen in Kartenterminals biete eine zusätzliche Möglichkeit, Wertschätzung auszudrücken, und erleichtere dies auch ohne Bargeld.

„Freiwilliges Dankeschön des Gastes“

„Ob und in welcher Höhe ein Gast Trinkgeld gibt, bleibt jedoch stets eine persönliche Entscheidung“, betonte Benad. Eine Rolle spielten neben dem Service auch Faktoren wie die Atmosphäre und die Qualität der Speisen. Wer kein Trinkgeld geben möchte, könne selbstverständlich jederzeit die Option dafür wählen. „Trinkgeld ist und bleibt ein freiwilliges Dankeschön des Gastes.“
Eine im Frühjahr vorgestellte Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigte indes viel Skepsis bei voreingestellten Optionen beim Bezahlen mit Karte. Praktisch fanden das in der nach eigenen Angaben repräsentativen Erhebung demnach 29 Prozent der 1.004 Befragten ab 16 Jahren. Und 64 Prozent meinten, vorgeschlagene Beträge führten dazu, dass mehr Trinkgeld gegeben werde als ursprünglich geplant.

Digitales Trinkgeld muss ankommen

Auch aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) führt an digitalen Trinkgeldfunktionen aber künftig kaum ein Weg vorbei, wie der Vorsitzende Guido Zeitler sagte. „Für viele Beschäftigte sind sie auch durchaus hilfreich, weil immer mehr Gäste mit Karte zahlen und sonst teilweise gar kein Trinkgeld geben würden.“
Entscheidend sei aber: „Der Gast muss sicher sein können, dass digital gegebenes Trinkgeld genauso wie Bargeld vollständig, transparent und nachvollziehbar bei den Beschäftigten ankommt.“
Bei der Art und Weise der Umsetzung legt die Gewerkschaft aber Wert auf Transparenz und dass es kein subtiles Drängen gibt. „Auch bei digitaler Bezahlung muss es eine freiwillige Entscheidung der Gäste bleiben. Sie sollten dabei keinen Druck verspüren“, mahnte Zeitler.
„Deutlichen Verbesserungsbedarf sehen wir deshalb dort, wo Bezahlsysteme Kundinnen und Kunden durch ihre Gestaltung in eine bestimmte Richtung lenken.“

Gewerkschaft pocht auf guten Lohn

Daher sollte die Möglichkeit, kein Trinkgeld zu geben oder einen eigenen Betrag einzugeben, so sichtbar und einfach nutzbar sein wie vorgegebene Trinkgeld-Optionen, sagte der Gewerkschaftschef. Und machte auch grundsätzlich klar: „Trinkgeld ist ein Zeichen der Wertschätzung für einen guten Service. In erster Linie ist es aber die Aufgabe des Arbeitgebers, die Arbeit gut zu entlohnen.“ (dpa/red)
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Neue Macht der Käufer: Welche Immobilien unter Druck geraten


In Kürze:

  • Immobilienpreise steigen noch, doch die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten entwickelt sich verhaltener, und Kaufinteressenten bleiben bei ihren Entscheidungen zurückhaltend.
  • Verkäufer korrigieren Angebotspreise häufiger, während Käufer stärker auf Preis, Finanzierung und Zustand einer Immobilie achten.
  • Unsanierte Immobilien geraten besonders unter Druck: 52 Prozent der von Interhyp befragten Kaufplaner schließen solche Objekte grundsätzlich aus.

 
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt im Sommer 2026 ein gemischtes Bild. Die Preise für Wohnimmobilien steigen weiter, die Entwicklung fällt jedoch regional und nach Immobilienart unterschiedlich aus. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung für viele Kaufinteressenten eine Herausforderung.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 durchschnittlich 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 betrug das Plus 0,3 Prozent. Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich. Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser wurden dort dagegen 0,8 Prozent günstiger. In den sieben größten deutschen Städten stiegen die Preise für Häuser um 1,4 Prozent, für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent.
 

Statistisches Bundesamt

 
Die bundesweiten Durchschnittswerte zeigen damit erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Immobilienarten.

Preisdynamik lässt nach

Der German Real Estate Index (GREIX) des Kiel Instituts für Weltwirtschaft liefert bereits Daten für das zweite Quartal 2026. Anders als Statistiken von Immobilienportalen stützt sich der Index auf tatsächlich abgeschlossene Verkäufe. Grundlage sind die Kaufpreise aus den Kaufpreissammlungen der örtlichen Gutachterausschüsse.
Demnach stiegen die Preise für Eigentumswohnungen von April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal um 0,3 Prozent, Einfamilienhäuser verteuerten sich um 1,8 Prozent. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres lagen die Preise um 0,4 beziehungsweise 1,9 Prozent höher. Bei Mehrfamilienhäusern sanken die Preise dagegen um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Berücksichtigt man die allgemeine Inflation, lagen alle drei Marktsegmente im Jahresvergleich real niedriger.
Zusätzlich untersucht das Kiel Institut, wie sich die Preise bereits angebotener Immobilien verändern. Dabei zeigt sich: Angebotspreise werden in Inseraten wieder häufiger nach unten angepasst. Solche Veränderungen können Hinweise darauf geben, wie sich die Kaufpreisdynamik in den folgenden Quartalen entwickelt. Für Eigentumswohnungen zeigt sich für den Zeitraum 2015 bis 2026 ein Zusammenhang zwischen zunehmenden Preisnachlässen in Inseraten und einer später schwächeren Entwicklung der jährlichen Preiswachstumsrate.
Das bedeutet bislang nicht, dass die Immobilienpreise nun generell fallen. Die Daten zeigen zunächst eine nachlassende Preisdynamik. Bei Mehrfamilienhäusern sind die Preise im zweiten Quartal allerdings sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. Ob sich daraus ein breiter Preisrückgang entwickelt, lässt sich anhand der bisherigen Daten noch nicht abschließend beurteilen.

Nachfrage nach Immobilienkrediten sinkt

Auf der Finanzierungsseite zeigt sich die Zurückhaltung deutlicher. Für ihren „Bank Lending Survey“ befragt die Europäische Zentralbank (EZB) viermal im Jahr Banken unter anderem danach, wie sich die Nachfrage nach Krediten entwickelt. Im zweiten Quartal 2026 berichteten deutlich mehr Banken von einer sinkenden als von einer steigenden Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. In Deutschland fiel dieser Unterschied stärker aus als im Durchschnitt des Euroraums.
Die EZB gibt diese Entwicklung als sogenannten Nettosaldo an. Für Deutschland lag er bei minus 30 Prozent, nachdem er im ersten Quartal noch bei minus 4 Prozent gelegen hatte. Das bedeutet allerdings nicht, dass 30 Prozent weniger Kreditanfragen gestellt wurden. Der Wert zeigt lediglich, dass mehr Banken eine sinkende als eine steigende Nachfrage beobachteten. Als Gründe für die schwächere Nachfrage nannten die deutschen Banken vor allem das Verbrauchervertrauen und das Zinsniveau. Auch die Erwartungen für den Immobilienmarkt wirkten nach Einschätzung der Banken dämpfend auf die Nachfrage.
Gleichzeitig verschärften die Banken ihre Kreditstandards für Wohnungsbaukredite. Die EZB-Daten zeigen damit zwar nicht, wie viele potenzielle Hauskäufer sich tatsächlich vom Markt zurückgezogen haben. Sie belegen aber, dass die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten zuletzt deutlich schwächer geworden ist.

Jeder Vierte verschiebt den Kauf

Dass ein Teil der potenziellen Käufer zurückhaltender geworden ist, zeigt auch eine Befragung des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp. Vom 22. bis 30. April 2026 wurden deutschlandweit 1.019 Personen zwischen 25 und 65 Jahren online befragt. 52 Prozent planten einen Immobilienkauf innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre, 48 Prozent hatten in den vergangenen fünf Jahren gekauft. Die Ergebnisse beschreiben damit Einstellungen und Kaufabsichten und keine tatsächlich abgeschlossenen Immobiliengeschäfte.
46 Prozent der Befragten bezeichneten Immobilien in ihrer Region als „kaum leistbar“. Unter den konkreten Kaufplanern waren 34 Prozent unsicher, ob sie derzeit kaufen sollten. 24 Prozent gaben an, ihren Immobilienkauf aufgrund der gegenwärtigen Lage zu verschieben. Dabei ist der Kaufwunsch keineswegs verschwunden. Das durchschnittlich kalkulierte Budget für Kauf oder Bau stieg laut Interhyp von rund 349.000 Euro im vergangenen Jahr auf knapp 384.000 Euro. Der höhere Betrag beschreibt allerdings die Planung der Befragten und nicht tatsächlich gezahlte Kaufpreise.
Interessant ist auch die Wahrnehmung der Verkäuferseite. 83 Prozent der Befragten waren überzeugt, Verkäufer hielten weiterhin an überholten beziehungsweise zu hohen Preisvorstellungen fest. 42 Prozent sahen zugleich größere Verhandlungsspielräume für Käufer als noch ein Jahr zuvor. Beide Angaben beschreiben die Einschätzung der Befragten und keine gemessenen Preisabschläge.

Unsanierte Immobilien stoßen auf geringeres Interesse

Besonders deutlich unterscheiden die Befragten nach dem Zustand einer Immobilie. 90 Prozent würden eine sanierte Bestandsimmobilie in Betracht ziehen, 83 Prozent einen Neubau. Eine unsanierte Bestandsimmobilie schließen dagegen 52 Prozent grundsätzlich aus. Als ein Grund für die Zurückhaltung werden schwer kalkulierbare Zusatzkosten genannt.
Dass Bauleistungen weiterhin teurer werden, zeigt der Baupreisindex von Destatis. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Februar erhöhten sie sich um 2,4 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Destatis-Zahlen lassen sich nicht unmittelbar auf die Kosten einer energetischen Sanierung übertragen. Sie zeigen jedoch, dass die Preise für Bauleistungen insgesamt weiter steigen. Welche zusätzlichen Kosten bei einem Bestandsgebäude tatsächlich entstehen, hängt vom Zustand des Hauses und den erforderlichen Arbeiten ab.
Für Verkäufer unsanierter Immobilien deutet dies auf einen kleineren Kreis potenzieller Interessenten hin: Mehr als die Hälfte der von Interhyp befragten Kaufplaner zieht solche Objekte grundsätzlich nicht in Betracht. Ob sich diese Zurückhaltung bereits in längeren Vermarktungszeiten oder größeren Abschlägen bei tatsächlich vereinbarten Kaufpreisen niederschlägt, lässt sich mit der Befragung nicht beantworten.

Ein Markt mit wählerischeren Käufern

In der Zusammenschau sprechen die Indikatoren derzeit weniger für einen erneuten Einbruch des Immobilienmarktes als für eine verhaltene Nachfrage und eine stärkere Differenzierung auf der Käuferseite. Banken registrieren weniger Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten, ein Teil der Kaufplaner verschiebt seine Entscheidung und GREIX beobachtet wieder häufigere Korrekturen von Angebotspreisen.
Für Verkäufer kann damit stärker ins Gewicht fallen, ob Preis und Zustand einer Immobilie zu den finanziellen Möglichkeiten potenzieller Käufer passen. Besonders bei unsanierten Beständen treffen Kaufpreis, Finanzierung und mögliche Modernisierungskosten zusammen. Wie stark sich dies bereits in tatsächlich erzielten Verkaufspreisen niederschlägt, lässt sich mit den vorliegenden Daten noch nicht bundesweit bestimmen.
Eine allgemeine Preiswende ist daraus bislang nicht abzuleiten. Die kommenden Transaktionsdaten werden zeigen, ob die derzeitigen Anzeichen einer schwächeren Nachfrage lediglich die Erholung bremsen oder in größeren Teilen des Marktes auf die Kaufpreise durchschlagen.
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Weniger Kredite, mehr Preisnachlässe: Der Immobilienmarkt verändert sich


In Kürze:

  • Immobilienpreise steigen noch, doch die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten entwickelt sich verhaltener, und Kaufinteressenten bleiben bei ihren Entscheidungen zurückhaltend.
  • Verkäufer korrigieren Angebotspreise häufiger, während Käufer stärker auf Preis, Finanzierung und Zustand einer Immobilie achten.
  • Unsanierte Immobilien geraten besonders unter Druck: 52 Prozent der von Interhyp befragten Kaufplaner schließen solche Objekte grundsätzlich aus.

 
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt im Sommer 2026 ein gemischtes Bild. Die Preise für Wohnimmobilien steigen weiter, die Entwicklung fällt jedoch regional und nach Immobilienart unterschiedlich aus. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung für viele Kaufinteressenten eine Herausforderung.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 durchschnittlich 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 betrug das Plus 0,3 Prozent. Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich. Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser wurden dort dagegen 0,8 Prozent günstiger. In den sieben größten deutschen Städten stiegen die Preise für Häuser um 1,4 Prozent, für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent.
 

Statistisches Bundesamt

 
Die bundesweiten Durchschnittswerte zeigen damit erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Immobilienarten.

Preisdynamik lässt nach

Der German Real Estate Index (GREIX) des Kiel Instituts für Weltwirtschaft liefert bereits Daten für das zweite Quartal 2026. Anders als Statistiken von Immobilienportalen stützt sich der Index auf tatsächlich abgeschlossene Verkäufe. Grundlage sind die Kaufpreise aus den Kaufpreissammlungen der örtlichen Gutachterausschüsse.
Demnach stiegen die Preise für Eigentumswohnungen von April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal um 0,3 Prozent, Einfamilienhäuser verteuerten sich um 1,8 Prozent. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres lagen die Preise um 0,4 beziehungsweise 1,9 Prozent höher. Bei Mehrfamilienhäusern sanken die Preise dagegen um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Berücksichtigt man die allgemeine Inflation, lagen alle drei Marktsegmente im Jahresvergleich real niedriger.
Zusätzlich untersucht das Kiel Institut, wie sich die Preise bereits angebotener Immobilien verändern. Dabei zeigt sich: Angebotspreise werden in Inseraten wieder häufiger nach unten angepasst. Solche Veränderungen können Hinweise darauf geben, wie sich die Kaufpreisdynamik in den folgenden Quartalen entwickelt. Für Eigentumswohnungen zeigt sich für den Zeitraum 2015 bis 2026 ein Zusammenhang zwischen zunehmenden Preisnachlässen in Inseraten und einer später schwächeren Entwicklung der jährlichen Preiswachstumsrate.
Das bedeutet bislang nicht, dass die Immobilienpreise nun generell fallen. Die Daten zeigen zunächst eine nachlassende Preisdynamik. Bei Mehrfamilienhäusern sind die Preise im zweiten Quartal allerdings sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. Ob sich daraus ein breiter Preisrückgang entwickelt, lässt sich anhand der bisherigen Daten noch nicht abschließend beurteilen.

Nachfrage nach Immobilienkrediten sinkt

Auf der Finanzierungsseite zeigt sich die Zurückhaltung deutlicher. Für ihren „Bank Lending Survey“ befragt die Europäische Zentralbank (EZB) viermal im Jahr Banken unter anderem danach, wie sich die Nachfrage nach Krediten entwickelt. Im zweiten Quartal 2026 berichteten deutlich mehr Banken von einer sinkenden als von einer steigenden Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. In Deutschland fiel dieser Unterschied stärker aus als im Durchschnitt des Euroraums.
Die EZB gibt diese Entwicklung als sogenannten Nettosaldo an. Für Deutschland lag er bei minus 30 Prozent, nachdem er im ersten Quartal noch bei minus 4 Prozent gelegen hatte. Das bedeutet allerdings nicht, dass 30 Prozent weniger Kreditanfragen gestellt wurden. Der Wert zeigt lediglich, dass mehr Banken eine sinkende als eine steigende Nachfrage beobachteten. Als Gründe für die schwächere Nachfrage nannten die deutschen Banken vor allem das Verbrauchervertrauen und das Zinsniveau. Auch die Erwartungen für den Immobilienmarkt wirkten nach Einschätzung der Banken dämpfend auf die Nachfrage.
Gleichzeitig verschärften die Banken ihre Kreditstandards für Wohnungsbaukredite. Die EZB-Daten zeigen damit zwar nicht, wie viele potenzielle Hauskäufer sich tatsächlich vom Markt zurückgezogen haben. Sie belegen aber, dass die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten zuletzt deutlich schwächer geworden ist.

Jeder Vierte verschiebt den Kauf

Dass ein Teil der potenziellen Käufer zurückhaltender geworden ist, zeigt auch eine Befragung des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp. Vom 22. bis 30. April 2026 wurden deutschlandweit 1.019 Personen zwischen 25 und 65 Jahren online befragt. 52 Prozent planten einen Immobilienkauf innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre, 48 Prozent hatten in den vergangenen fünf Jahren gekauft. Die Ergebnisse beschreiben damit Einstellungen und Kaufabsichten und keine tatsächlich abgeschlossenen Immobiliengeschäfte.
46 Prozent der Befragten bezeichneten Immobilien in ihrer Region als „kaum leistbar“. Unter den konkreten Kaufplanern waren 34 Prozent unsicher, ob sie derzeit kaufen sollten. 24 Prozent gaben an, ihren Immobilienkauf aufgrund der gegenwärtigen Lage zu verschieben. Dabei ist der Kaufwunsch keineswegs verschwunden. Das durchschnittlich kalkulierte Budget für Kauf oder Bau stieg laut Interhyp von rund 349.000 Euro im vergangenen Jahr auf knapp 384.000 Euro. Der höhere Betrag beschreibt allerdings die Planung der Befragten und nicht tatsächlich gezahlte Kaufpreise.
Interessant ist auch die Wahrnehmung der Verkäuferseite. 83 Prozent der Befragten waren überzeugt, Verkäufer hielten weiterhin an überholten beziehungsweise zu hohen Preisvorstellungen fest. 42 Prozent sahen zugleich größere Verhandlungsspielräume für Käufer als noch ein Jahr zuvor. Beide Angaben beschreiben die Einschätzung der Befragten und keine gemessenen Preisabschläge.

Unsanierte Immobilien stoßen auf geringeres Interesse

Besonders deutlich unterscheiden die Befragten nach dem Zustand einer Immobilie. 90 Prozent würden eine sanierte Bestandsimmobilie in Betracht ziehen, 83 Prozent einen Neubau. Eine unsanierte Bestandsimmobilie schließen dagegen 52 Prozent grundsätzlich aus. Als ein Grund für die Zurückhaltung werden schwer kalkulierbare Zusatzkosten genannt.
Dass Bauleistungen weiterhin teurer werden, zeigt der Baupreisindex von Destatis. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Februar erhöhten sie sich um 2,4 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Destatis-Zahlen lassen sich nicht unmittelbar auf die Kosten einer energetischen Sanierung übertragen. Sie zeigen jedoch, dass die Preise für Bauleistungen insgesamt weiter steigen. Welche zusätzlichen Kosten bei einem Bestandsgebäude tatsächlich entstehen, hängt vom Zustand des Hauses und den erforderlichen Arbeiten ab.
Für Verkäufer unsanierter Immobilien deutet dies auf einen kleineren Kreis potenzieller Interessenten hin: Mehr als die Hälfte der von Interhyp befragten Kaufplaner zieht solche Objekte grundsätzlich nicht in Betracht. Ob sich diese Zurückhaltung bereits in längeren Vermarktungszeiten oder größeren Abschlägen bei tatsächlich vereinbarten Kaufpreisen niederschlägt, lässt sich mit der Befragung nicht beantworten.

Ein Markt mit wählerischeren Käufern

In der Zusammenschau sprechen die Indikatoren derzeit weniger für einen erneuten Einbruch des Immobilienmarktes als für eine verhaltene Nachfrage und eine stärkere Differenzierung auf der Käuferseite. Banken registrieren weniger Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten, ein Teil der Kaufplaner verschiebt seine Entscheidung und GREIX beobachtet wieder häufigere Korrekturen von Angebotspreisen.
Für Verkäufer kann damit stärker ins Gewicht fallen, ob Preis und Zustand einer Immobilie zu den finanziellen Möglichkeiten potenzieller Käufer passen. Besonders bei unsanierten Beständen treffen Kaufpreis, Finanzierung und mögliche Modernisierungskosten zusammen. Wie stark sich dies bereits in tatsächlich erzielten Verkaufspreisen niederschlägt, lässt sich mit den vorliegenden Daten noch nicht bundesweit bestimmen.
Eine allgemeine Preiswende ist daraus bislang nicht abzuleiten. Die kommenden Transaktionsdaten werden zeigen, ob die derzeitigen Anzeichen einer schwächeren Nachfrage lediglich die Erholung bremsen oder in größeren Teilen des Marktes auf die Kaufpreise durchschlagen.
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Keine Einigung im Handelsstreit – neue US-Zölle für Kanada

Im Handelsstreit zwischen den USA und Kanada ist trotz intensiver Verhandlungen keine Einigung erzielt worden. Kurz vor Ablauf der von US-Präsident Donald Trump gesetzten Frist scheiterten die Gespräche.
Damit traten in der Nacht zum Samstag neue US-Zölle von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Waren in Kraft.
Betroffen sind kanadische Produkte im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Zu den Waren gehören unter anderem Wein, Milchprodukte, Möbel, Hockeyschläger, Zement und weitere Konsumgüter. Die neuen Abgaben treffen damit auch kleinere Hersteller, Einzelhändler und Baustofflieferanten.

USA und Kanada geben sich gegenseitig die Schuld

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer machte Kanada für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Kanada habe Bedingungen abgelehnt, die zuvor bereits vereinbart worden seien. Neue Forderungen der kanadischen Seite hätten das in den vergangenen Tagen erzielte Verhandlungsgleichgewicht wieder verändert.

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer spricht am 16. März 2026 nach Handelsgesprächen mit China in Paris mit Journalisten. Im Hintergrund: US-Finanzminister Scott Bessent.

Foto: Ludovic MARIN/AFP via Getty Images

Kanadas Premierminister Mark Carney wies diese Darstellung zurück. Die zuletzt von den USA vorgelegten Bedingungen seien unfair und wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen. Die kanadischen Unterhändler hätten bis zur letzten Minute an einem Abkommen gearbeitet, Kanada wolle jedoch keinen Vertrag um jeden Preis oder unter dem Druck einer bestimmten Frist abschließen.

Kanada kündigt Gegenzölle an

Als Reaktion auf die neuen US-Zölle kündigte Carney Gegenzölle in gleicher Höhe an. Kanada wolle damit Beschäftigte und Unternehmen im eigenen Land schützen. Die kanadische Regierung hatte bereits bei früheren US-Zöllen mit Gegenmaßnahmen reagiert.
Auch mehrere kanadische Provinzen hatten in der Vergangenheit Maßnahmen gegen US-Produkte ergriffen. Dazu gehörten unter anderem der Verkauf von US-Alkohol aus bestimmten Regalen sowie Aufrufe an Verbraucher, verstärkt heimische Produkte zu kaufen.

Neue Zölle treffen weitere Branchen

Die aktuellen Zölle weiten den Handelskonflikt auf Bereiche aus, die bisher weniger stark betroffen waren. Frühere Zollrunden konzentrierten sich vor allem auf Stahl, Aluminium, Automobile und Holz. Nun geraten auch kleinere Hersteller, Konsumgütermarken, Einzelhändler und Unternehmen aus der Baustoffbranche stärker unter Druck.
Für kanadische Unternehmen wird der Export in die USA dadurch teurer. Experten rechnen damit, dass die zusätzlichen Kosten langfristig dazu führen könnten, dass bestimmte kanadische Waren weniger in die USA verkauft werden.

Freihandelsabkommen unter Druck

Besonders brisant ist, dass erstmals auch Waren betroffen sind, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fallen. Das Abkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko bildet seit Jahren die Grundlage für den engen wirtschaftlichen Austausch zwischen den drei Ländern.
Die USA und Kanada verhandeln gleichzeitig über die Zukunft dieses Abkommens. Ein Scheitern der Gespräche über die aktuellen Zölle könnte die ohnehin schwierigen Verhandlungen zusätzlich belasten.
Trump kündigt neue Zölle gegen Nachbar Kanada an. (Archivbild)

Trump kündigt neue Zölle gegen Nachbar Kanada an. (Archivbild)

Foto: Jonathan Hayward/The Canadian Press/AP/dpa

Handelsbeziehungen zunehmend angespannt

Die Beziehungen zwischen den USA und Kanada haben sich seit Trumps Amtsantritt deutlich verschlechtert. Neben den Zollstreitigkeiten sorgen auch politische Auseinandersetzungen für Spannungen. Trump hatte wiederholt die Idee geäußert, Kanada könne zum 51. Bundesstaat der USA werden. Die kanadische Regierung weist solche Vorstellungen entschieden zurück.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Konflikts ist erheblich, da die beiden Nachbarländer eng miteinander verbunden sind. Die neuen Zölle erhöhen nun den Druck auf beide Regierungen, eine langfristige Lösung zu finden.
Gleichzeitig drohen höhere Preise, steigende Kosten für Unternehmen und weitere Belastungen für den Handel zwischen den USA und Kanada. (dpa/afp/red)
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Verstöße gegen Datenschutz bei Kindern: TikTok zahlt 400 Millionen Dollar

Im Streit mit der US-Justiz um Verstöße gegen die Privatsphäre von Kindern hat sich das Videoportal TikTok zur Zahlung von 400 Millionen Dollar (gut 340 Millionen Euro) bereiterklärt.
Im Gegenzug solle das entsprechende Verfahren eingestellt werden, teilte am Freitag das US-Justizministerium mit. Es handele sich um „eine der höchsten jemals erzielten Zahlungen“ in einem Fall des Datenschutzes für Minderjährige im Internet.
Die Zahlungen sollen von TikTok und seiner Muttergesellschaft ByteDance geleistet werden. Dabei geht es auch um Verstöße des TikTok-Vorgängers Musical.ly.

Nutzerdaten von unter 13-Jährigen

Das Justizministerium und die Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) hatten den Betreibern vorgeworfen, seit 2019 gegen den Children’s Online Privacy Protection Act zum Datenschutz bei Kindern verstoßen zu haben.
Das Gesetz verbietet es Betreibern von Websites, persönliche Daten von Nutzern unter 13 Jahren zu sammeln, ohne dafür die Zustimmung ihrer Eltern einzuholen.
Bei der App TikTok hätten jedoch auch im „Kindermodus“ erstellte Konten für Nutzer unter 13 Jahren E-Mail-Adressen und andere persönliche Informationen gesammelt, kritisierten das Ministerium und die FTC bei der Einreichung der Klage im Jahr 2024.
„TikTok hat wissentlich und wiederholt die Privatsphäre von Kindern verletzt und damit die Sicherheit von Millionen Kindern im ganzen Land gefährdet“, erklärten die Kläger. TikTok hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Klage läuft seit 2024

Das Justizministerium hatte TikTok 2024 in der Amtszeit von Joe Biden im Weißen Haus verklagt. Der Vorwurf war, die Plattform habe zugelassen, dass Kinder im Alter unter 13 Jahren ohne Zustimmung ihrer Eltern Accounts anlegten. Damit habe der Dienst gegen das Gesetz zum Datenschutz bei Kindern verstoßen, argumentierte die Behörde.
Amerikanische Online-Plattformen legten wegen des Gesetzes ein generelles Mindestalter von 13 Jahren fest. Zugleich kommt es immer wieder vor, dass Kinder Profile mit Angabe eines falschen Geburtsdatums einrichten. Kritiker werfen den Unternehmen vor, nicht entschieden genug dagegen vorzugehen.
US-Präsident Trump hatte durchgesetzt, dass das US-Geschäft von TikTok Anfang 2026 mehrheitlich an eine neue Firma mit amerikanischen Investoren ging. Damit wurde die Zukunft des Dienstes in den USA nach einer rund einjährigen Hängepartie gesichert.
Nach einem US-Gesetz musste sich der in China ansässige TikTok-Eigentümer Bytedance zumindest von dem Geschäft in den USA trennen, damit die App in dem Land weiterhin aktiv sein durfte. Im Rest der Welt ist weiterhin Bytedance am Steuer. (afp/dpa/red)
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Hohe Spritpreise: Klingbeil dringt auf Übergewinnsteuer für Ölkonzerne

„Wir müssen das Problem der hohen Energiepreise angehen, indem wir ein EU-weites Rahmenwerk zur Besteuerung von Zufallsgewinnen diskutieren“, fordern Klingbeil und fünf europäische Kollegen in einem Schreiben. In der aktuellen Krise dürfe es keine „Abzocke durch Energiekonzerne“ geben – das habe Klingbeil mehrfach deutlich gemacht, hieß es aus dem Finanzministerium in Berlin.
Die sechs Finanzminister fordern in einem Brief an den irischen Finanzminister Simon Harris, der AFP am Samstag vorlag, das Thema Übergewinnsteuer „so schnell wie möglich“ auf die Tagesordnung zu setzen – am besten beim Treffen der EU-Finanzminister am 18. und 19. September in Dublin.
Hauptfaktor für den Anstieg der Energiepreise sei der anhaltende Konflikt in der Golfregion, heißt es in dem Brief. Doch „die Ölkonzerne verzeichnen insgesamt eine gute Rentabilität und Margen bei Raffinerieprodukten, die – wenn auch möglicherweise beeinflusst durch produktspezifische Engpässe – den Anstieg der Rohölpreise übersteigen.“
Nicht nur in Deutschland und in Europa, sondern „weltweit wächst die Unzufriedenheit über den Anstieg der Lebenshaltungskosten“, schreiben die Finanzminister. Bisherige staatlichen Maßnahmen hätten nicht ausgereicht, um die Preise für Unternehmen und Bürger dauerhaft zu senken oder zu stabilisieren. Nötig sei daher ein „gemeinsamer Ansatz“: Diejenigen, die von der Krise profitieren, müssten „ihren Teil dazu beitragen, die Belastung für die breite Bevölkerung zu mildern“.
Klingbeil und seine Amtskollegen aus Österreich, Italien, Portugal und Spanien machen sich seit Monaten für eine Übergewinnsteuer in der EU stark. Eine solche war schon einmal 2022 als Notfallreaktion auf hohe Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs vorübergehend eingeführt worden; Energiekonzerne mussten sie für außergewöhnliche Gewinne zahlen.
Die 2022 gewonnenen Erkenntnisse könnten helfen herauszufinden, „wie die im Ausland erzielten Gewinne multinationaler Ölkonzerne gezielter einbezogen werden können“, heißt es in dem Brief. Die Finanzminister dringen zudem darauf, „dass uns die Ergebnisse der europäischen Untersuchung zu den Raffineriemargen so bald wie möglich vorliegen“. Diese könnten die „Grundlage“ für Maßnahmen sein um sicherzustellen, dass Raffinerien die derzeitige Lage nicht ausnutzen.
Mehrere große Ölkonzerne hatten im Juli ihre Quartalsbilanzen veröffentlicht. Laut der Hilfsorganisation Oxfam stiegen die Gewinne der sechs größten fossilen Energieunternehmen – BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies – von April bis Juni auf insgesamt knapp 40 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2026 werden sie sich demnach auf 147 Milliarden Euro summieren. Oxfam fordert eine „allgemeine und dauerhafte Übergewinnsteuer von mindestens 50 Prozent“ auf diejenigen Gewinne, die über einer Rendite von zehn Prozent liegen.
Portugal hatte Ende Juli einen Gesetzentwurf für eine Übergewinnsteuer vorgelegt. Die Einnahmen sollen laut Regierung „zur Unterstützung der Familien und Wirtschaftszweige verwendet werden, die am stärksten von den Kraftstoffpreissteigerungen betroffen sind“.
In Deutschland lehnt der Koalitionspartner Union eine Übergewinnsteuer ab. Auch in der EU stießen die sechs Finanzminister mit ihrem Wunsch nach einer solchen Steuer bislang auf Ablehnung. Die EU-Kommission hatte etwa im April klargestellt, dass sie nicht an einer EU-weiten Abschöpfung von Übergewinnen arbeite. Für die Einführung einer Übergewinnsteuer wäre nach Angaben der Kommission zudem ein einstimmiger Beschluss der Mitgliedstaaten notwendig. (afp/red)
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Apple legt Steuerzahlungen in Deutschland offen

Apple hat im Rahmen neuer Transparenzvorschriften der Europäischen Union erstmals offengelegt, wie viel Gewinn und Steuern der US-Konzern in den einzelnen Mitgliedstaaten verbucht. Aus einem frisch veröffentlichten Steuerbericht für das Ende September 2025 abgeschlossene vergangene Geschäftsjahr geht hervor, dass Apple in Deutschland bei einem Vorsteuergewinn von rund 209 Millionen US-Dollar (aktuell 178 Mio Euro) Ertragsteuern in Höhe von 153,5 Millionen Dollar (131,2 Mio Euro) zahlte.
Der Gesamtumsatz der deutschen Geschäftseinheiten von Apple belief sich laut dem Bericht auf 2,72 Milliarden Dollar (2,33 Mrd Euro). Bundesweit beschäftigte das Unternehmen 4.089 Mitarbeiter, davon mehr als 2.000 Ingenieure am „European Silicon Design Center“ in München, Apples größtem Entwicklungsstandort in Europa.

Milliardenabfluss in Irland nach Urteil des EuGH

In der Gesamtbilanz für die EU sticht vor allem Irland hervor: Dort wies Apple für das abgelaufene Geschäftsjahr tatsächlich gezahlte Steuern (Income tax paid) in Höhe von 17,08 Milliarden Dollar (14,60 Mrd Euro) aus. Der Konzern begründet diese enorme Summe im Bericht explizit mit der Auflösung des Treuhandkontos infolge der Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission und des Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH).
Apple hatte im September 2024 einen jahrelangen Rechtsstreit mit der EU-Kommission verloren. Hintergrund waren Steuervergünstigungen, die Apple in Irland lange gewährt worden waren. Die EU-Kommission hielt dieses Vorgehen für wettbewerbsverzerrend und forderte Apple auf, insgesamt 13 Milliarden Euro Steuern plus Zinsen zu zahlen.

Gros der Steuerzahlungen in den USA und in Irland

In dem aktuellen Steuerreport betont das Unternehmen nun: „Apple gehört kontinuierlich zu den größten Steuerzahlern der Welt und wir sind stolz auf die Beiträge, die wir für die Länder und Gesellschaften leisten, in denen wir tätig sind.“
Apple erklärte, dass Körperschaftsteuern nach internationalem Standard dort anfallen, wo wesentliche Entwicklungs- und Unternehmensrisiken gesteuert werden – bei Apple primär in den USA sowie über die europäische Drehscheibe im irischen Cork, die Kunden in über 120 Ländern betreut.
Große multinationale Konzerne mit einem weltweiten Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro sind nach einer EU-Richtlinie (Public CbCR) verpflichtet, ihre Ertragsteuerinformationen aufgeschlüsselt nach Ländern öffentlich zugänglich zu machen. Bislang mussten diese Daten nur vertraulich an Finanzbehörden übermittelt werden. (dpa/red)
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Schlechte Ernte: Welche Lebensmittel teurer werden könnten

Wochenlange Hitze, kaum Regen – das Wetter hat in diesem Jahr die Ernte schrumpfen lassen, so die Prognose des Deutschen Bauernverbands. Drohen nun leere Regale und Preisexplosionen bei bestimmten Produkten?
Nein, sagt Judith Dittrich, Marktanalystin für Verbraucherforschung bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). „Der Markt wird versorgt“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig geht sie davon aus, dass einige Produkte teurer sein werden als zuletzt.
„Salatgurken waren zuletzt zum Beispiel schon deutlich teurer als letztes Jahr“, sagte die Expertin. Auch die Apfelernte falle kleiner aus als im erfolgreichen Jahr 2025. Weil hier große Lagerbestände abverkauft werden, werde sich der zu erwartende Preisanstieg hier erst bald zeigen. Bei Kartoffeln sei dieser dagegen schon jetzt zu erkennen.

Und wie steht’s um Brot und Backwaren?

In den Bäckereien erwartet Dittrich dagegen keine großen Preiserhöhungen, zumindest nicht aufgrund der geringen Erntemengen bei Getreide. „In diesem Bereich gibt es viele Prozesse zwischen der Getreideernte und dem Verkauf von Brot, daher ist der Effekt der Ernte auf die Verbraucherpreise geringer“, betonte sie. Ein wichtiger Faktor seien etwa die Energiekosten bei der Verarbeitung der geernteten Mengen.

Bauernverband: Enttäuschende Ernte

Der Deutsche Bauenverband hatte am Dienstag von einer enttäuschenden Ernte in diesem Jahr berichtet. „Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt“, so Bauernpräsident Joachim Rukwied.
Einbußen zeigten sich demnach etwa bei Winterweizen als wichtigster Getreideart und Winterraps, bei dem Schäden durch Schädlinge hinzukamen. Bei Kartoffeln zeichne sich ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab, erläuterte der Bauernverband.
Heu und anderes Tierfutter sind durch die Dürre knapp geworden. (Archivbild)

Heu und anderes Tierfutter sind durch die Dürre knapp geworden. (Archivbild)

Foto: Kathrin Zeilmann/dpa

Nahrungsmittel wurden in fünf Jahren rund ein Drittel teurer

Selbst auf Flächen mit künstlicher Bewässerung seien kaum durchschnittliche Erträge zu erwarten. Im Süden und andernorts mit zu wenig Regen gibt es auch Probleme beim Nachschub fürs Tierfutter, denn auf trockenen Wiesen wächst nach dem ersten Mähen kein Gras mehr nach.
Die Preise für Nahrungsmittel sind in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen. Zwischen Juli 2021 und Juli 2026 gingen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke dem Statistischen Bundesamt zufolge um 32,6 Prozent nach oben. Zum Vergleich: Die allgemeine Preissteigerung in Deutschland lag in diesem Zeitraum bei 21,5 Prozent.

Verbraucher kaufen weiterhin sehr preisbewusst ein

Barbara Kopske vom Marktforscher Nielsen IQ betont, dass es neben den Erntemengen viele Faktoren gibt, die sich auf die Preise etwa von Nahrungsmitteln auswirken. Grundsätzlich geht sie aber davon aus, dass die Preise in verschiedenen Warengruppen weiter steigen werden. „Wir sehen beispielsweise, dass die Preise für Tiefkühlkost zuletzt bereits gestiegen sind. Geringere Erntemengen könnten diese Entwicklung zusätzlich verstärken“, sagte Kopske der dpa. Die Preise für Molkereiprodukte seien dagegen gesunken.
„In der Summe liegen die Preise für Nahrungsmittel derzeit leicht unter dem Vorjahresniveau“, erklärte die Expertin. „Dazu tragen unter anderem der weiterhin hohe Anteil von Promotions und damit Käufen zu reduzierten Preisen, die verstärkte Nachfrage nach günstigeren Eigenmarken sowie die anhaltend hohe Bedeutung der Discounter als Einkaufsstätte bei.“ Nielsen IQ beobachte darüber hinaus, dass die Verbraucher weiterhin ein ausgeprägtes Preisbewusstsein bei Nahrungsmitteln und Konsumgütern des täglichen Bedarfs hätten. Die Preise würden hier am Regal genau verglichen. (dpa/red)
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VW-Chef Blume: „Die Lage ist mehr als kritisch“

Kaum sind die Werksferien beendet, ist es mit der Ruhe bei Volkswagen vorbei: Konzernchef Oliver Blume hat kurz vor einer Serie von Betriebsversammlungen eine angespannte Situation für den größten Autobauer Europas beschrieben. „Die Lage ist mehr als kritisch“, sagte der Konzernchef in einem Interview, das im Intranet des Unternehmens veröffentlicht wurde und der dpa vorliegt.
Der Konzern sei zwar handlungsfähig, habe aber auch akuten Handlungsbedarf, sagte Blume. Der Vorstandschef verwies etwa auf 3,8 Prozent operative Rendite, die in dieser anspruchsvollen Situation zwar solide seien. „Aber sie reichen bei weitem nicht aus, um dauerhaft ausreichende Mittel zu erwirtschaften für neue Technologien, neue Produkte und unsere Standorte“.

Blume: „Wir sind überdimensioniert“

Bisherige Einsparungen, etwa um durchschnittlich 20 Prozent gesenkte Fabrikkosten in deutschen Autofabriken im vergangenen Jahr, seien noch nicht ausreichend. „Wir sind überdimensioniert. Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert“, beschrieb der VW-Boss das Problem.
Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen „Zielbild 2030“ für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Noch vor der Sommerpause machte er klar, sein Maßnahmenpaket noch in diesem Jahr verabschieden zu wollen. Seitdem wird in der VW-Welt um vier Werke und bis zu 50.000 Stellen zusätzlich Stellen gebangt.
Insgesamt sind in den nächsten Tagen bis Ende August neun Betriebsversammlungen etwa in Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal geplant, bei denen der Vorstand der Belegschaft Rede und Antwort stehen soll. Den Auftakt macht am 25. August Wolfsburg, Tags darauf folgen Emden und Zwickau, den Abschluss macht am 31. August Hannover.

VW-Chef: Keine Entscheidungen über konkrete Werksschließungen

Mit Blick auf die als bedroht bezeichneten Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm wiederholte Blume im Interview, dass es für diese Standorte heute keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre gebe. „Eine Entscheidung über konkrete Werksschließungen ist nicht getroffen“, sagte er. Denn eine fehlende Nachfolgebelegung sei noch keine Werksschließung.
Für den Fall, dass für einen Standort keine Lösung gefunden werde, ende die Verantwortung von VW aber nicht. „Werksschließungen sind immer die teuerste und letzte Lösung“, sagte Blume. Sollten alle Anstrengungen nicht ausreichend gehe es darum, neue Perspektiven zu schaffen – mit Partnern, Investoren, neuen industriellen Lösungen.
Die häufig genannte Zahl von 50.000 bedrohten Stellen bezeichnete Blume als „keine fixe Zielgröße“. Sie errechne sich aus dem Kostenziel im Vergleich zum Wettbewerb und gebe eine Orientierung, wie groß der Handlungsbedarf sei. (dpa/red)
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Altersvorsorge 2027: Was sich für ETF-Sparer und Riester-Kunden ändert


In Kürze:

  • ETFs haben sich in Deutschland zu einem wichtigen Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau entwickelt.
  • Niedrige Kosten und die breite Streuung machen ETF-Sparpläne für viele Anleger attraktiv.
  • Ab 2027 soll ein neues staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot Investitionen in Aktienfonds und ETFs erleichtern.
  • Bestehende Riesterverträge werden nicht automatisch umgewandelt und sollten vor einem Wechsel individuell geprüft werden.

 
Über lange Jahre galt die Aktien- und Geldanlagekultur in Deutschland als chronisch unterentwickelt. Ein großer Teil der Bevölkerung war in seinem Sparverhalten risikoscheu. Sichere, aber renditearme Anlagen wie Sparbücher oder Kapitallebensversicherungen dominierten den Markt. Vor allem in politischen Kreisen, bei Gewerkschaften oder Verbänden werden Aktien nach wie vor mit „Spekulation“ oder „Zockerei“ in Verbindung gebracht. In den vergangenen Jahren hat sich der Wind jedoch in der Bevölkerung zunehmend gedreht. Vor allem die Möglichkeit, mit ETFs Vermögen aufzubauen, erscheint immer mehr Menschen in Zeiten von Rentenunsicherheit und Wirtschaftskrise attraktiv.
Seit 2010 hat sich die Anzahl der in Deutschland erhältlichen ETFs von 759 auf 2.804 fast vervierfacht. Das verwaltete Vermögen in ETFs stieg im gleichen Zeitraum auf mehr als das Vierzehnfache. Im Vorjahr erreichte es 2,27 Billionen Euro. Das Phänomen des Sparens mit ETFs ist kein isoliert deutsches, sondern ein weltweites.

ETF als Alternative zu Sparbuch und gemanagten Fonds

Zu den entscheidenden Vorteilen von ETFs gehört, dass sie preisgünstig sind, Sparpläne jederzeit geändert, pausiert oder beendet werden können und die Wertentwicklung transparent ist. Üblicherweise bildet ein ETF einen börsen­gehandelten Index 1:1 ab. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Aktienindizes wie DAX, Dow Jones oder NASDAQ. Mittlerweile gibt es ETFs aber auch in Nischenbereichen oder zu speziellen Themen.
Die Wertentwicklung von ETFs ist jederzeit einfach mitzuverfolgen. Sie entspricht den Bewegungen des jeweiligen Referenzindex. Auch die Kosten sind gering, da kein aktives Management erfolgt. Das ist in den meisten Fällen kein Nachteil: Schon vor 20 Jahren hieß es in Fachzeitschriften, dass nur die wenigsten aktiv gemanagten Fonds ihren Benchmarkindex übertreffen. Als Benchmarks gelten meist etablierte Indizes, die ein repräsentatives Bild der Entwicklung der Wirtschaft im jeweiligen Anlagegebiet geben. Eine beliebte Benchmark ist etwa der S&P 500, der die Wertentwicklung von 500 großen, an Börsen in den USA notierten Unternehmen abbildet. Ein anderer, der beispielsweise als Referenzbenchmark des legendären Templeton Growth dient, ist der MSCI ACWI (All Country World Index). Dieser ist globaler ausgerichtet.
Im Fall von krisenhaften Entwicklungen könnten Manager aktiv betreuter Fonds Abwärtsbewegungen kurzfristig gegensteuern. ETFs folgen hingegen dem Referenzindex: Stürzt beispielsweise der DAX ab, geht der Kurs des ETFs mit. Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Potenziale gemanagter Fonds auch in solchen Fällen nicht überschätzt werden sollten.

Nur wenige aktiv betreute Fonds schlagen ihre Benchmark

Eine Erhebung aus jüngerer Zeit ergab, dass langfristig nach wie vor nur knapp ein Fünftel aller aktiv gemanagten Fonds besser abschneidet als der Index, der ihrem Schwerpunkt entspricht. Die verhältnismäßig beste Performance erzielen dabei Schwellenländerfonds. Am schlechtesten sind die Vergleichswerte bei deutschen Aktienfonds. Hier schlagen nur 2 Prozent die Benchmarks – wobei aktiv betreute Fonds oft Ausgabeaufschläge von 5 Prozent und mehr verlangen.
Demgegenüber liegen die laufenden Kosten breit gestreuter ETFs im Null-Komma-Bereich – regelmäßig zwischen 0,07 und 0,3 Prozent. Zusätzlich können Gebühren für die Sparplanausführung, Depotgebühren, den sogenannten Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs), Verkaufskosten oder enthaltene Fondskosten (TER) anfallen. Die Gesamtkosten können dadurch steigen, allerdings müssen Anbieter ausweisen, welche Gebühren für welche Leistungen in welchem Zeitraum anfallen.
Auch die Wahl des Anbieters kann die Höhe der Kosten – und damit in weiterer Folge die Rendite – beeinflussen. Diese Wahl sollte aber nicht nur nach den Kosten getroffen werden, sondern auch danach, wie man insgesamt mit seiner Sparanlage verfahren möchte.

Wo lässt sich ein ETF-Sparplan abschließen?

Der Weg zur Hausbank ist vor allem dann sinnvoll, wenn man Wert auf persönliche Ansprechpartner, eine vertraute Infrastruktur und die Einbindung in bestehende Geschäftsbeziehungen legt. Allerdings sind die Depot- und Orderkosten dort erfahrungsgemäß etwas höher. Bei kleineren Sparraten kann das ins Gewicht fallen.
Außerdem kann die Auswahl der zur Verfügung stehenden ETFs eingeschränkt sein. Zudem ist es denkbar, dass provisionsgesteuerte Beratung Verkaufsdruck zugunsten bestimmter Produkte erzeugt.
Eine weitere Option ist die Betreuung durch einen Vermögensmanager. Das könnte vor allem bei einer größeren und umfassenderen Vermögensstruktur sinnvoll sein. Wer eine Vertrauensperson hat, die auch schon mit anderen Fragen wie Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Erbschaftsplanung, mehreren Depots oder komplexen steuerlichen Fragen befasst ist, wird sinnvollerweise auch ETF-Sparpläne dort platzieren.
Demgegenüber erscheint diese Option als unverhältnismäßig teuer, wenn es um einen simplen monatlichen Sparplan geht. In diesen Fällen kann die regelmäßige Vermögensverwaltungsgebühr den Kostenvorteil günstiger ETFs konterkarieren. Zu dieser kommen noch laufende Verwaltungsgebühren, zusätzliche ETF-Kosten, manchmal auch erfolgsabhängige Vergütungen, Ausgabe- und Abschlusskosten oder Kosten für Umschichtungen.

Sparen als Frage von Disziplin und langem Atem

Online-Broker oder Direktbanken bieten, wenn es speziell um ETF-Sparpläne geht, häufig kostenfreie Depots an. Viele Anbieter verlangen auch für Sparplanausführungen kein separates Entgelt. Allerdings gibt es auch Anbieter, die für Produkte aus bestimmten ETF-Listen oder Standardtarifen Gebühren verlangen. Zudem sind die kostenlosen Leistungen manchmal nur befristet – bei Inaktivität kann auch eine Depotgebühr anfallen.
Außerdem stellt sich auch hier die Frage nach Details wie Verkaufsgebühren, Einschränkungen bei Bruchstücken und Unwägbarkeiten bei einem Depotübertrag. Auch kann es eine Rolle spielen, an welchen Handelsplätzen und zu welchen Ausführungskosten gekauft wird. Von Bedeutung könnte zudem die Frage der Abwicklung von Freistellungsaufträgen und Steuerbescheinigungen sein.
Eine risikofreie Geldanlage sind ETFs nicht – wer sie wählt, sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass es sich um eine langfristige Anlage handeln sollte. Vorteile wie der Cost-Average-Effekt kommen regelmäßig erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten in vollem Umfang zum Tragen. Kurzfristige Kurseinbrüche wie 2008 infolge der Weltfinanzkrise oder 2020 wegen der Corona-Pandemie sollten kein Anlass für Panikverkäufe sein. Langfristig kann die Marktentwicklung solche Rückgänge wieder ausgleichen. Erfolg bei der Geldanlage ist auch eine Frage der Disziplin, der Nervenstärke und des langen Atems.

Stets eine hinreichende Liquiditätsreserve sicherstellen

Auch sollen Anleger in der Lage sein zu erklären, welches Produkt sie erworben haben und wie es funktioniert. Eine Identifikation mit dem Titel und ein Vertrauen in dessen Erfolg sind ebenfalls unabdingbar. Warren Buffett äußerte einst, man solle einen Titel, den man nicht bereit ist, zehn Jahre zu halten, auch keinen einzigen Tag besitzen. Entscheidend ist auch, ETFs nicht mit Geld zu bezahlen, das man in absehbarer Zeit benötigen könnte. Es sollte zu jeder Zeit eine hinreichende Liquiditätsreserve vorhanden sein.
Mit dem neuen geförderten Altersvorsorgedepot soll im Übrigen ab 2027 eine deutlich renditeorientiertere Form der privaten Altersvorsorge möglich werden. Statt einer vollständigen Beitragsgarantie wie bei der klassischen Riester-Rente können Anleger stärker in Aktienfonds und ETFs investieren. Dafür gibt es eine staatliche Grundzulage von bis zu 540 Euro jährlich, ergänzt um mögliche Kinder- und Berufseinsteigerzulagen.
Die Erträge bleiben während der Ansparphase steuerfrei und werden erst bei der späteren Auszahlung nachgelagert besteuert. Für Menschen, die sich nicht selbst um die Auswahl und Umschichtung ihrer Anlagen kümmern wollen, ist zudem ein standardisiertes Depot mit breit gestreuter Anlage und einer vorgesehenen Effektivkostenobergrenze von 1 Prozent geplant.

Was mit alten Riesterverträgen geschieht

Für bestehende Riesterverträge bedeutet die Reform allerdings keinen automatischen Wechsel. Sie werden nicht gekündigt oder zwangsweise in das neue Modell übertragen. Grundsätzlich können sie sogar nach den bisherigen Regeln weiterbespart werden. Dies macht allerdings nur dort Sinn, wo in älteren Verträgen bereits erhebliche Guthaben angespart oder Garantien erworben wurden.
Eine Kündigung ist im Regelfall nicht zu empfehlen, da diese mit einer Rückzahlungspflicht für staatliche Zulagen und Steuervorteile verbunden sein kann. Sinnvoller ist es, Riester-Altverträge, die man nicht mehr weiterbesparen will, beitragsfrei zu stellen. Bei kurzer Laufzeit, hohen Kosten, langem Anlagehorizont und einer die Rendite stark begrenzenden Garantie lässt sich bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen das vorhandene Kapital auch in ein neues gefördertes Produkt übertragen. In jedem Fall sollte gerade in solchen Fällen eine fachliche Beratung oder ein umfangreicher Vergleich erfolgen.
Einer der Unterschiede zwischen der ab 2027 verfügbaren geförderten Altersvorsorge und einem herkömmlichen ETF-Sparplan, wie er bereits jetzt jederzeit verfügbar ist, besteht neben der Förderung auch in der Auszahlungsphase. Sparer können bei der geförderten Vorsorge künftig zu Beginn der Auszahlungsphase zwischen zwei Möglichkeiten wählen: Eine Option ist eine lebenslange Leibrente. Die andere ist ein befristeter Auszahlungsplan, der allerdings mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr laufen muss. Demgegenüber sind angesparte Mittel im nicht geförderten Sparplan jederzeit in vollem Umfang verfügbar.
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VW-Chef kommt nach Sachsen – Belegschaft erhofft Perspektive

Schlechte Rahmenbedingungen, Konkurrenz aus China, Jobabbau: Wegen der angespannten Marktlage sind beim Autobauer Volkswagen weitere Einschnitte für die Belegschaft im Gespräch. In der kommenden Woche kommt nun Konzernchef Oliver Blume erstmals zu einer Betriebsversammlung in die E-Auto-Fabrik in Zwickau. „Wir erwarten, dass endlich Klartext gesprochen wird“, sagt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Volkswagen Sachsen, Mike Rösler, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kolleginnen und Kollegen hier bauen mit Leidenschaft Autos und brauchen eine Perspektive, wie es nach 2030 weitergeht.“
Bis Ende 2030 gibt es eine Standortgarantie – doch was kommt danach? Das ist ungewiss. Zwickau wurde zuletzt immer wieder in einer Reihe mit Emden, Hannover und Neckarsulm als die Autofabriken im Konzern genannt, die auf der Kippe stehen.

Pionier bei E-Autos

Konzernchef Blume hatte jedoch wiederholt gesagt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. „Ich hoffe, dass der Vorstand seinen Job macht und uns diese Lösungen endlich präsentiert.“ Und das aus erster Hand. Denn zuletzt hätten die Mitarbeiter neue Pläne meist aus der Zeitung erfahren, kritisiert Rösler. „Das verstärkt die Unsicherheit hochgradig.“
Die Autofabrik in Zwickau gilt als Pionier in der Elektromobilität bei Volkswagen. Dort werden seit 2020 ausschließlich E-Autos gebaut. Doch der Standort hat deutlich Federn gelassen. Rund 11.000 Beschäftigte arbeiteten dort zu Hochzeiten, aktuell sind es noch etwa 8.000 – mehr als 1.000 weitere Jobs werden in den nächsten Jahren planmäßig wegfallen, bedauert Rösler. So soll 2027 eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden.

Betriebsrat: Sparanstrengungen in allen Bereichen

Dafür wird die Demontage von gebrauchten Fahrzeugen als neues Geschäftsfeld hochgefahren. Bis Jahresende werden dort laut Rösler etwa 100 Menschen arbeiten. Auf absehbare Zeit soll die Zahl nach Unternehmensangaben auf bis zu 1.000 steigen. Ziel ist es, ab 2030 jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zu zerlegen und aufzubereiten.
Der Betriebsrat verweist auf Sparanstrengungen in allen Bereichen, neben dem Abbau von Jobs etwa bei Energie- und Beschaffungskosten. Rösler: „Es wird an allen Ecken und Enden mit Hochdruck daran gearbeitet, die Ziele zu erreichen.“
Doch wenn die Auslastung der Fabrik sinkt, verteuert das die Stückkosten. „Unser Werk ist ausgelegt für bis zu 360.000 Fahrzeuge, dieses Jahr werden es voraussichtlich etwa 202.000 sein“, erklärt der 43-Jährige. „Bei voller Auslastung kämen wir auf gleiche Produktionskosten pro Fahrzeug wie in Bratislava.“ In der slowakischen Hauptstadt betreibt VW eine Autofabrik.

Wackelt die 35-Stunden-Woche?

In der Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie wird inzwischen auch die 35-Stunden-Woche infrage gestellt. Die passe nicht mehr in die Zeit, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor etwa einem Monat im Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt. Rösler kontert: „Die Belastung durch Schichtarbeit ist hoch.“ Die Beschäftigten in Zwickau zeigten sich mit Sonderschichten und Schichtverlängerungen flexibel und arbeiteten tatsächlich häufig 39 Stunden pro Woche und mehr. Eine Anhebung der Wochenarbeitszeit würde zudem dazu führen, dass weniger Personal gebraucht werde und mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, betont er.
Eine Option, auf die man in Zwickau für die Zukunft hofft, ist der Bau von Modellen, die Volkswagen bisher nur in China herstellt. Als Beispiele werden die SUV ID.Unyx 08 und ID.Era 9X genannt. Zu Volkswagen Sachsen gehört neben der Autofabrik in Zwickau aber auch die Gläserne Manufaktur, in der die Autoproduktion bereits eingestellt wurde, und das Motorenwerk in Chemnitz. In Chemnitz werden bisher noch Verbrennungsmotoren gebaut und damit ist das Werk gut ausgelastet. Aber auch dort brauche es auf absehbare Zeit Entscheidungen zur künftigen Belegung, mahnt Rösler.
Konzernchef Blume wird in der kommenden Woche an mehreren deutschen Standorten vor die Belegschaft treten. Der Anfang wird am Dienstag im Stammwerk Wolfsburg gemacht, am Mittwoch folgen Emden und Zwickau. (dpa/red)
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Handelsverband Deutschland warnt vor Fake-Shops aus China mit deutscher Tarnung


In Kürze:

  • Fake-Shops aus China treten zunehmend mit deutschen Namen, Domains und EU-Adressen auf.
  • HDE und Sparkasse warnen vor minderwertiger Ware und teuren Rücksendungen.
  • Verbraucher sollten unbekannte Shops vor dem Kauf auf Erfahrungsberichte und Impressumsangaben prüfen.
  • Bei Kreditkartenzahlungen kann 3-D Secure zusätzlichen Schutz bieten.

 
Der Handelsverband Deutschland (HDE) und die Sparkasse warnen vor einer neuen Form von Fake-Shops, die von Betreibern aus China geführt werden. Diese täuschen einen Ursprung in Deutschland vor – und erwecken den Eindruck, dass ihre Produkte den hierzulande geltenden Qualitätsstandards entsprechen.
Tatsächlich stünden jedoch Shop-Betreiber aus China dahinter, heißt es in einer Erklärung des HDE. Diese beachteten oft die europäischen Vorgaben nicht, vertrieben häufig minderwertige Ware, und Rücksendungen seien vielfach mit hohen Kosten verbunden.

Fake-Shops bauen auf Verzicht auf das Widerrufsrecht

Die Verbraucherzentralen führten Buch über bekannte Fake-Shops und verzeichneten diese auf Warnlisten. Konsumenten könnten über deren Webseiten checken, ob sie es mit einem solchen zu tun haben. Der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp weist darauf hin, dass die Fake-Shops meist deutsche Namen, deutsche Domains und sogar eine Adresse in der EU angeben.
Dadurch führten sie die Nutzer gezielt in die Irre, erklärte der Verbandsfunktionär weiter. Die Kunden glaubten, bei einem deutschen Shop zu bestellen: „Das böse Erwachen folgt häufig erst, wenn die gelieferte Ware nicht dem entspricht, was auf der Internetseite versprochen wurde. Eine Rücksendung ist dann oft mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten verbunden.“
Zwar hätten die Kunden aufgrund von EU-Bestimmungen ein Widerrufsrecht. Dafür müssten sie die Ware zurückschicken. Allerdings könnten die Kosten für den Rückversand den Warenwert deutlich übersteigen.

Vorsicht bei Billigpreisen und chinesischen Rücksendeadressen

Darauf beruhe auch das Geschäftsmodell der Fake-Shops, so der HDE. Die meisten Käufer verzichten auf ihr Widerrufsrecht aufgrund der Kosten und Mühen, die mit der Rücksendung verbunden wären.
Es sei schwer, die Fake-Shops auf den ersten Blick zu erkennen, weil die Internetauftritte professionell gestaltet seien. Die Inhalte seien in deutscher Sprache gehalten, nur bei genauem Hinsehen seien mögliche Unwägbarkeiten zu erkennen. Dann, so Tromp, sollten potenzielle Kunden jedoch aufhorchen: „Befindet sich der Unternehmenssitz oder die Rücksendeadresse in China, sollten Verbraucher misstrauisch werden.“
Der HDE rät Kunden, vor ihrem ersten Einkauf bei unbekannten Shops nach Erfahrungsberichten zu suchen. Außerdem sei es hilfreich, den Namen des Shops zusammen mit Begriffen wie „Erfahrungen“ oder „Rücksendung“ in eine Suchmaschine einzugeben. Die Sparkasse betont, dass Verbraucher auch bei unrealistisch niedrigen Preisen und fehlenden Impressumsangaben vorsichtig sein sollen. Zudem empfehle es sich, 3-D Secure zu aktivieren, um Kreditkartentransaktionen zusätzlich abzusichern.
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China droht EU im Streit um JD.com

China hat der Europäischen Union wegen ihrer Untersuchung zur geplanten Übernahme der MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Onlinehändler JD.com mit Gegenmaßnahmen gedroht. Sollte die EU an ihrem Vorgehen festhalten, werde Peking entschlossen reagieren, teilte das chinesische Justizministerium mit.
Zugleich verbot Peking Organisationen und Einzelpersonen, die EU bei bestimmten Auskunftsersuchen in China zu unterstützen. Das Justizministerium warf Brüssel vor, umfangreiche und unnötige Informationen aus China verlangt zu haben.

EU prüft mögliche Subventionen

Die EU-Kommission prüft die geplante Übernahme seit Mai genauer. Sie untersucht, ob JD.com Subventionen aus China erhalten hat, die den Wettbewerb verzerren könnten. Dabei geht es unter anderem um günstige Finanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse. JD.com weist die Bedenken zurück.
Die Zustimmung der Brüsseler Behörde ist eine der Voraussetzungen für den Eigentümerwechsel. Staatshilfe unterliegt in der EU strengen Regeln, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden.
Ein Sprecher der EU-Kommission verwies am Donnerstag, den 20. August, auf die Bedeutung gleicher Wettbewerbsbedingungen. Während früher nur Subventionen europäischer Staaten geprüft worden seien, würden mittlerweile auch ausländische Subventionen geprüft.
Das Ziel sei, „dass alle in der EU tätigen Unternehmen, einschließlich chinesischer Unternehmen, gleich behandelt werden und unter gleichen Bedingungen konkurrieren“.

EU-Kommission: Unternehmen können Akten einsehen

Vorschriften sollen ein ordnungsgemäßes Verfahren gewährleisten, wie der Sprecher sagte. Unternehmen, die untersucht werden, könnten Informationen vorlegen und Stellungnahmen einreichen.
So könnten sie auch Einsicht in die Akten nehmen und Vorwürfe bewerten. Die endgültige Entscheidung könne zudem durch EU-Gerichte überprüft werden.
Das Angebot des chinesischen Onlinehändlers bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro. Zu dem Düsseldorfer Konzern gehören MediaMarkt und Saturn. Das Bundeskartellamt hat die Übernahme bereits freigegeben. Die Prüfung der EU läuft davon getrennt. (dpa/red)
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dm bereitet neues Angebot vor: Herz-Kreislauf-Check in der Drogerie

Trotz anstehender Prozesse zu Gesundheitsdienstleistungen möchte die Drogeriemarktkette dm ihr Angebot ausbauen – und auf den Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausweiten.
„Das ist die häufigste Todesursache in Deutschland“, sagte Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing + Beschaffung.
Mittlerweile sei die technologische Entwicklung so weit, dass man mit Sensorik viele Vitaldaten und Parameter ohne größeren Aufwand zuverlässig erfassen könne. Dafür reiche es beispielsweise, sich angezogen in eine Kabine zu stellen.
Einen genauen Termin für die Einführung eines solchen Angebots nannte Bayer nicht. „Ich gehe aber davon aus, dass wir noch in diesem Kalenderjahr an den Start gehen.“ Unklar blieb zunächst auch, mit welchen Partner das Karlsruher Unternehmen hierbei zusammenarbeiten möchte.

Mehr Filialen mit Augenscreening-Angebot

Vor rund einem Jahr hatte dm angefangen, in ausgewählten Pilotfilialen Haut- und Blutanalysen oder Augenscreenings anzubieten.
Bei den Augenscreenings geht Bayer zufolge schon bald eine zweite Testphase los: Sowohl in ländlichen Regionen in Schleswig-Holstein, in denen es vergleichsweise wenige Augenärzte gebe, als auch in Großstädten wolle dm schauen, wie das Angebot dort jeweils angenommen wird.
Die Zahl der Filialen, die ein solches Augenscreening anbieten, solle von derzeit 8 auf 30 steigen. Die Umbauarbeiten seien für Ende August und September geplant.
Die Analyse von Blutwerten sei im Moment ausgesetzt, habe sich aber als ein relevantes Angebot für Kunden erwiesen, sagte Bayer. „Das will dm stärker selbst in die Hand nehmen.“ Mit Blick auf die Hautuntersuchungen gehe es aktuell vor allem darum, die Vermittlung an einen Online-Hautarzt zu verbessern.

Gerichtsprozess im September

Verbände von Haut- und Augenärzten hatten die Angebote kritisiert. Die Wettbewerbszentrale ist sogar wegen des Augenscreenings vor Gericht gezogen.
Der Verein, der unter anderem Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vertritt, verlangt unter anderem, dass dm in den Filialen kein Augenscreening zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Menschen durchführen lässt, die keine Ärzte sind, und solche Angebote nicht bewirbt.
Am 9. September will hierzu das Landesgericht Karlsruhe verhandeln. Am Düsseldorfer Landgericht ist im November ein weiterer Prozess angesetzt. Dort geht es um den Kooperationspartner von dm. (dpa/red)
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dm plant Herz-Kreislauf-Checks in der Drogerie

Trotz anstehender Prozesse zu Gesundheitsdienstleistungen möchte die Drogeriemarktkette dm ihr Angebot ausbauen – und auf den Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausweiten.
„Das ist die häufigste Todesursache in Deutschland“, sagte Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing + Beschaffung.
Mittlerweile sei die technologische Entwicklung so weit, dass man mit Sensorik viele Vitaldaten und Parameter ohne größeren Aufwand zuverlässig erfassen könne. Dafür reiche es beispielsweise, sich angezogen in eine Kabine zu stellen.
Einen genauen Termin für die Einführung eines solchen Angebots nannte Bayer nicht. „Ich gehe aber davon aus, dass wir noch in diesem Kalenderjahr an den Start gehen.“ Unklar blieb zunächst auch, mit welchen Partner das Karlsruher Unternehmen hierbei zusammenarbeiten möchte.

Mehr Filialen mit Augenscreening-Angebot

Vor rund einem Jahr hatte dm angefangen, in ausgewählten Pilotfilialen Haut- und Blutanalysen oder Augenscreenings anzubieten.
Bei den Augenscreenings geht Bayer zufolge schon bald eine zweite Testphase los: Sowohl in ländlichen Regionen in Schleswig-Holstein, in denen es vergleichsweise wenige Augenärzte gebe, als auch in Großstädten wolle dm schauen, wie das Angebot dort jeweils angenommen wird.
Die Zahl der Filialen, die ein solches Augenscreening anbieten, solle von derzeit 8 auf 30 steigen. Die Umbauarbeiten seien für Ende August und September geplant.
Die Analyse von Blutwerten sei im Moment ausgesetzt, habe sich aber als ein relevantes Angebot für Kunden erwiesen, sagte Bayer. „Das will dm stärker selbst in die Hand nehmen.“ Mit Blick auf die Hautuntersuchungen gehe es aktuell vor allem darum, die Vermittlung an einen Online-Hautarzt zu verbessern.

Gerichtsprozess im September

Verbände von Haut- und Augenärzten hatten die Angebote kritisiert. Die Wettbewerbszentrale ist sogar wegen des Augenscreenings vor Gericht gezogen.
Der Verein, der unter anderem Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vertritt, verlangt unter anderem, dass dm in den Filialen kein Augenscreening zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Menschen durchführen lässt, die keine Ärzte sind, und solche Angebote nicht bewirbt.
Am 9. September will hierzu das Landesgericht Karlsruhe verhandeln. Am Düsseldorfer Landgericht ist im November ein weiterer Prozess angesetzt. Dort geht es um den Kooperationspartner von dm. (dpa/red)
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Es werden weniger Reisemobile und Wohnwagen verkauft

Nach dem Corona-Boom setzt Deutschlands Caravan-Branche ihre Abwärtsfahrt fort. Wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) im Vorfeld der Düsseldorfer Messe Caravan Salon mitteilte, sank die Anzahl der neu zugelassenen Reisemobile und Wohnwagen (Caravans) in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 in Deutschland um 3 Prozent auf 63.329.
Im kompletten Vorjahr hatte es ein Minus von 2,3 Prozent gegeben. In den Pandemiejahren wiederum waren die Verkäufe steil nach oben geschnellt, weil sich viele Menschen für Caravaning entschieden, etwa aus Angst vor Ansteckungen oder wegen Einschränkungen bei Flugreisen.
Aktuell wirkt sich die schwache Konjunktur negativ auf die Branche aus: Manche Bürger scheuen hohe Ausgaben für einen Wohnwagen oder ein Reisemobil. Einige Hersteller wiederum sitzen noch auf Altbeständen, die sie als Folge des Corona-Booms produziert haben und seither nicht loswerden.
Der größte Teil des Marktes entfällt auf Wohnmobile, auch Reisemobile genannt: In den ersten sieben Monaten 2026 wurden 50.118 Reisemobile neu zugelassen und damit 3,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, bei den Caravans lag das Minus bei 1,9 Prozent auf 13.211.

Branchenverband sieht positive Zukunft

Der Geschäftsführer des Branchenverbandes CIVD, Daniel Onggowinarso, sieht die aktuelle Entwicklung gelassen. Der Markt zeige sich robust, und es sei normal, dass es nach Corona wieder etwas runtergehe.
Hätte es die Pandemie nicht gegeben, wäre man womöglich Jahr für Jahr gewachsen und auf dem jetzigen Niveau angekommen. „Wir machen eine kurze Zwischenpause und atmen durch – und wenn es der Wirtschaft wieder besser geht und der Energieschock vorbei ist, dann wird es wieder besser.“
Der Oberbegriff für Reisemobile und Wohnwagen (Caravans) ist Freizeitfahrzeuge – deren Anzahl hat sich laut CIVD-Angaben von 2015 bis 2025 verdoppelt. Das Wachstum fand allerdings bei Reisemobilen statt, die Anzahl der Caravans stagnierte. Aktuell sind in Deutschland rund 1,8 Millionen Freizeitfahrzeuge zugelassen.
Das Interesse an Caravaning sei weiterhin groß, sagte der Verbandsvertreter. „Wir haben eine emotionale Klientel, die an ihrer Reiseform hängt – wir bauen nur einfach zu gute Produkte, die gehen nicht kaputt, es gibt keinen Bedarf, etwas auszutauschen“, sagte Onggowinarso.

Eine Viertelmillion Menschen werden beim Caravan Salon erwartet

Bei dem am 28. August startenden Caravan Salon präsentieren sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 830 Aussteller. Damit sei der letztjährige Rekordwert von 810 übertroffen, sagte Stefan Koschke von der Messe Düsseldorf. Caravaning sei längst keine Nische mehr, das Thema sei vielmehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Im vergangenen Jahr strömten 269.000 Menschen in die Messehallen – der Besucher-Höchstwert von 2019 wurde damit knapp verfehlt. Für dieses Jahr gab Koschke das Ziel von mindestens 250.000 Besucherinnen und Besuchern aus.
Es gehe gar nicht so sehr um eine möglichst hohe Anzahl von Besuchern, sondern um das echte Kaufinteresse von Besuchern. „Wir wollen Käuferklientel ansprechen – darauf zielt unser ganzes Marketing, unser ganzes Tun.“ Die Besucher sollten zu Konsumenten werden. (dpa/red)
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Kritische Gesellschafter gegen Adlon-Verkauf

Aus dem Kreis der Gesellschafter des legendären Berliner Hotels Adlon gibt es Kritik an dem geplanten Verkauf der Nobel-Unterkunft. Für Unmut sorgt dabei vor allem die Erfolgsbeteiligung für die Immobiliengesellschaft Jagdfeld.
Das Unternehmen erhält nach übereinstimmenden Angaben unter anderem 20 Prozent des Mehrerlöses, sollte der Kaufpreis höher als 310 Millionen Euro ausfallen. Angesetzt für die Immobilie ist ein Mindestpreis von 280 Millionen Euro.
„Es ist marktüblich, dass bei Überschreiten des Mindestverkaufspreises nicht nur die Gesellschafter profitieren, sondern auch der persönlich haftende Gesellschafter (phG)“, teilte Jagdfeld auf Anfrage mit. „Damit gibt es einen Interessengleichlauf zwischen den Anlegern, die am Mehrerlös partizipieren, und dem phG, dessen außerordentliche Leistung, die zu einem hohen Verkaufspreis geführt hat, honoriert wird.“

75 Prozent der Anleger müssen zustimmen

Das Luxushotel am Pariser Platz ist Teil eines Fonds, dem Fundus-Fonds 31, der von Jagdfeld gemanagt wird. Der Fonds – und damit das Adlon – gehört dem Unternehmen zufolge rund 4.000 Eigentümern, dabei handelt es sich überwiegend um Privatanleger.
Weil diese inzwischen in einem Alter seien, in dem sie sich von ihren Anteilen trennen wollten, will Jagdfeld die Immobilie eigenen Angaben zufolge verkaufen.
„Mit dem angestrebten Verkauf kommen wir dem Wunsch der Anlegerinnen und Anleger am besten nach und sind so in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen“, hatte die Jagdfeld-Gruppe jüngst mitgeteilt.
Die Fondsgesellschaft sei in der komfortablen Position, „frei und aus eigenen Stücken diesen Weg gehen und Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können“. Für den Verkauf müssen mindestens 75 Prozent der Anlegerinnen und Anleger zustimmen. Die Frist dafür läuft bis 27. August.

Erfolgsbeteiligung im zweistelligen Millionenbereich

Die kritischen Gesellschafter, die namentlich nicht genannt werden wollen, halten eigenen Angaben zufolge zusammen mehrere Hunderttausend Euro an dem Fonds. Sie halten einen Kaufpreis für das Adlon zwischen 350 Millionen und 400 Millionen Euro für realistisch.
Die Erfolgsbeteiligung für Jagdfeld könnte sich dann auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen – zu viel aus Sicht der Anleger. Sie wollen dem Verkauf daher nicht zustimmen. Es brauche aber weitere größere Gesellschafter, um diesen noch zu verhindern, hieß es.
Von Jagdfeld hieß es, man nehme eine „sehr positive Stimmung“ unter den Gesellschaftern wahr und sei zuversichtlich, dass die erforderliche Mehrheit zustande komme.

Adlon-Ururenkel von Verkaufsplänen überrascht

Das prachtvolle Hotel in Ostberlin, das vor fast 120 Jahren von Lorenz Adlon gegründet wurde, war 1945 bis auf einen Seitenflügel abgebrannt und 1984 vollständig abgerissen worden.
In den 1990er Jahren wurde das Hotel nach Originalplänen wieder aufgebaut und am 23. August 1997 neu eröffnet. Betrieben wird es heute von der Luxushotelgruppe Kempinski.
Adlons Ururenkel Felix Adlon äußerte sich jüngst überrascht über den angekündigten Verkauf. Mit den derzeitigen Pächtern ist der 59-Jährige zufrieden, wie er kürzlich der „Süddeutschen Zeitung“ sagte. „Kempinski führt das Hotel gut.
Jagdfeld hat das neue Adlon mit Stil und Klasse wieder aufgebaut.“, lobte der Gründer-Nachfahre. Am liebsten aber würde er das Adlon und seinen Namen zurückkaufen. „Ich kann kein Stück Seife mit meinem Namen verkaufen“, sagte Adlon mit Blick auf die Namensrechte. (dpa/red)