Das erste Eis wurde vor 2.500 Jahren in Persien serviert – dank spezieller Kühlhäuser. - Foto: TanyaSid/iStock
In Kürze:
Das älteste Eis entstand vor 2.500 Jahren zusammen mit großen, bienenkorbförmigen Kühlhäusern in Persien.
Die Süßspeise, wie wir sie heute kennen, entstand im 17. Jahrhundert: entweder in Frankreich oder in Italien.
Rekordkonsumenten weltweit sind die Neuseeländer mit über 28 Litern Eis pro Jahr – Deutschland schafft hingegen nur rund 3,5 Kilogramm pro Person pro Jahr.
Wir alle sehnen uns nach Eis, besonders wenn die Temperaturen im Sommer steigen. Schon die alten Zivilisationen hatten das gleiche Verlangen nach einer erfrischenden, süßen Leckerei, um cool zu bleiben.
Es gibt zahlreiche Anwärter auf die Erfindung des ersten gefrorenen Desserts, darunter Italien und Frankreich im 17. Jahrhundert und sogar China im 1. Jahrhundert. Doch bevor man Eiscreme herstellen kann, benötigt man eine zuverlässige Quelle für Eis. Die Technologie zur Herstellung und Lagerung dessen wurde bereits um 550 v. Chr. in Persien entwickelt.
Eis in der Antike
Die alten Perser errichteten große, bienenkorbförmige Bauten aus Stein oder Lehm, die „Yach-tschāl“ (zu Deutsch: „Eisgrube“) hießen. Meist in der Wüste gebaut, verfügten diese über bis zu 15 Meter tiefe Speicherräume. Mit ihnen war es möglich, Eis das ganze Jahr über unterirdisch zu lagern.
Hohe Kuppeln leiteten heiße Luft nach oben und durch ein Loch nach außen, während Windfänger kühlere Luft zuführten. Doch ein persischer Yach-tschāl war nicht nur ein antikes Kühlhaus, sondern auch eine Eismaschine.
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Die antiken Kühlhäuser im Iran sind aus Stein oder Lehm gebaut und haben die Form eines Bienenstocks.
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Über das Loch in der Kuppel wird warme Luft ausgeleitet.
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Türme an den Seiten, sogenannte Badgire oder Windfänger, leiteten kalte Luft in das Kühlhaus.
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Im Winter füllten Kanäle flache, vor der Sonne geschützte Teiche mit frischem Wasser. Nachts sanken die Temperaturen und in der trockenen Wüstenluft kühlte das Wasser durch Verdunstung ab.
Einige dieser Yach-tschāls haben Jahrhunderte der Wüstenerosion überstanden und sind fast im gesamten Iran zu finden. Für den perfekten Standort gibt es praktisch nur zwei Bedingungen:
Es muss im Winter kalt genug sein, um dort Eis zu produzieren,
oder in der Nähe von Bergen liegen, wo Eis gewonnen werden kann.
Forscher schätzen die jährliche Produktion eines 400 Jahre alten Yach-tschāls in Meybod auf 50 Kubikmeter, was rund 3 Millionen Eiswürfeln entspricht.
In dem Yach-tschāl in Meybod können jährlich rund 50 Kubikmeter Eis oder rund 3 Millionen Eiswürfel produziert werden.
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Frühe gefrorene Desserts
Das gelagerte Eis wurde zur Herstellung von mit Honigsirup gesüßten kalten Desserts wie Fruchtsorbets, Scharbat und Faloodeh verwendet. Scharbat ist ein traditionelles gefrorenes Fruchtgetränk, während Faloodeh eine aus dünnen Nudeln hergestellte Süßspeise ist.
Nach der arabischen Eroberung Persiens um 650 n. Chr. verbreitete sich die persische Methode zur Eisgewinnung und -lagerung im gesamten Nahen Osten. Dadurch entstanden in der Folgezeit zahlreiche neue Kreationen.
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Das traditionelle Faloodeh: eine arabische Süßspeise aus dünnen Nudeln.
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Häufige Zutaten für Scharbat (auch Sherbet, Schärbät oder şərbət) sind Früchte wie Ananas, Mango, Orange und Zitrone, aber auch Basilikum, Minze und Rosenblüten aber auch Sandelholz, Hibiskus und Chiasamen.
Neben Scharbat und Faloodeh gab es schon früh klassisches Sorbet aus verschiedenen Früchten.
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So nutzten die Syrer beispielsweise die neue Technologie, um Eiscreme wie Booza und Bastani Sonati herzustellen. Als Zutaten fanden Milch, Zucker, Salep (Mehl aus pulverisierten Orchideenwurzeln) und Mastix (getrockneter Saft eines immergrünen Strauchs) Verwendung.
Etwa zeitgleich entstand in China während der Tang-Dynastie (618–907) ein gefrorenes Dessert namens Sushan (wörtlich „knuspriger Berg“). Hierzu wurde Ziegenmilchquark geschmolzen, gesiebt und in metallene Formen gegossen. Der Dichter Wang Lingran beschrieb die endgültige Konsistenz als etwas zwischen flüssig und fest, das im Mund schmilzt.
Die Wissenschaft des Gefrierens entdecken
Die Techniken des Gefrierens änderten sich im Jahr 1558, als der italienische Universalgelehrte Giambattista della Porta (1535–1615) in Neapel ein populäres Buch über Naturmagie veröffentlichte. Mit Naturmagie war alles von den Naturwissenschaften bis hin zur Astrologie und Alchemie gemeint. In seinem Buch „Magia Naturalis“ beschrieb della Porta unter anderem, wie Salpeter (Kaliumnitrat) und Eis im Sommer zum schnellen Kühlen von Wein verwendet wurden.
„Gießt Wein in eine Flasche und gebt ein wenig Wasser hinzu, damit er schneller zu Eis wird. Dann schüttet Schnee in ein Holzgefäß und streut pulverisierten Salpeter […] hinein. Stellt die Flasche in den Schnee, und der Wein wird nach und nach gefrieren.“
In seinem Buch „Magia Naturalis“ (zu Deutsch: Naturmagie) beschrieb der italienische Universalgelehrte Giambattista della Porta (1535–1615) wie Wein im Sommer mittels Salpeter und Schnee schneller gekühlt werden konnte.
Dadurch war das Einfrieren von Flüssigkeiten erheblich leichter, denn chemisch betrachtet entzieht das in Wasser gelöste Kaliumnitrat seiner Umgebung Wärme. Experimente im 17. Jahrhundert zeigten, dass eine ähnliche Reaktion bei einer Mischung aus gewöhnlichem Salz, Wasser und Eis auftritt. Nun konnten kleinere Mengen an gelagertem Eis verwendet werden, um Mischungen einzufrieren und zu kühlen oder auf Wunsch gefrorene Desserts herzustellen.
Kombiniert und verbessert wurde diese Technologie durch die einheimische Produktion von Zucker. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil von gefrorenen Desserts, da er verhindert, dass die Mischungen zu undurchdringlichen Eisblöcken gefrieren.
Frankreich und Italien im Streit um das erste Eis
In den 1690er-Jahren tauchten in Frankreich und Italien fast zeitgleich die „ersten“ Rezepte für Eiscreme auf. Frühere Süßspeisen waren oft körnig und matschig. Das Eis, wie wir es heute kennen, führte ein Mann ein, der im Dienste adeliger Gönner stand.
Alberto Latini arbeitete für Kardinal Barberini, den Neffen von Papst Urban VIII., und hatte somit Zugang zu teuren und neuartigen Zutaten wie Schokolade und Tomaten. Sein Rezept für ein „Milchsorbet“, das den modernsten Zubereitungsmethoden seiner Zeit entsprach, ist in seinem 1964 erschienenen Buch „Lo Scalco alla Moderna“ von 1694 überliefert. Demnach verwendete Latini neben Milch und Zucker auch Wasser und kandierte Früchte. Damit gilt das Latini-Eis als Vorläufer des italienischen Gelato.
Heute ist das italienische Gelato weltberühmt, doch es könnte auch ein Franzose der Erfinder des ersten Eises gewesen sein.
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Ein weiterer Anwärter auf den Titel des Erfinders des Eises ist Nicolas Audiger. Er arbeitete für Jean-Baptiste Colbert, den Finanzminister von König Ludwig XIV., und half bei der Vorbereitung von Festessen in Versailles. In seinem 1692 veröffentlichten „Handbuch zur Führung adeliger Haushalte“ („La maison réglée“) notierte er zahlreiche Rezepte für Fruchtsorbets und für ein mit Zucker gesüßtes und mit Orangenblütenwasser aromatisiertes Eis.
Obwohl beide Behauptungen ihre Berechtigung haben, enthält Audigers Rezept detaillierte Beschreibungen der Techniken zum Rühren und Schaben. Diese gewährleisten eine bessere Konsistenz und eine gleichmäßige Verteilung des Zuckers in der Masse. Audiger verfasste sein Werk jedoch, nachdem er 18 Monate in Italien verbracht hatte. Es ist also wahrscheinlich, dass er auf seiner Reise italienische Techniken erlernt hat. Vielleicht verfeinerte er diese, was zu der cremigen Köstlichkeit führte, die wir heute genießen.
Doch welche Nation isst das meiste Eis? Man könnte meinen, dass Menschen in wärmeren Klimazonen mehr von den kühlenden Süßspeisen essen. Doch das ist nicht ganz richtig. Weltweit betrachtet wird der höchste Pro-Kopf-Verbrauch in Neuseeland verzeichnet (28,4 Liter), gefolgt von den USA (20,8 Liter) und Australien (18,0 Liter).
Rekordverbraucher in Europa sind dagegen die Polen, die pro Person und Jahr 15,92 Kilogramm Eis essen (Stand: 2021). Auf den weiteren Plätzen liegen Schweden (10,87 Kilogramm), Spanien (9,65 Kilogramm), Dänemark (8,31 Kilogramm) und Finnland (7,22 Kilogramm). Deutschland liegt mit 3,44 Kilogramm Eis pro Person und Jahr auf Platz 9.
Zumindest im europäischen Vergleich sind die „kalten“ Länder damit markant vertreten. Vielleicht liegt die Antwort auf dieses scheinbare Paradoxon darin, dass man bei Hitze Eis benötigt, um sich abzukühlen, und im Winter, wenn man friert, um sich aufzumuntern.
Wer sein Eis selbst macht, kann über Zutaten und Geschmack bestimmen. - Foto: Sergii Kolesnikov/iStock
Eis gehört für viele Menschen zum Sommer wie Sonne, Strand und Meer. Doch steigende Preise und ausgefallene Sorten sorgen häufig dafür, dass der einst geliebte Weg zur Eisdiele ausfällt.
Stattdessen greifen immer mehr Menschen zu Fertigem aus dem Supermarkt – oder machen ihr Eis selbst, sofern die Zeit und eine Anleitung vorhanden sind. Zwar gelingt nicht immer die perfekte Konsistenz wie beim Italiener des Vertrauens, doch dafür können Geschmacksrichtungen und Zutaten ganz einfach selbst ausgewählt werden.
Und: Der Geschmack überzeugt – sowohl bei einem gesunden Fruchtsorbet, als auch bei einem klassischen Sahneeis.
Fruchtsorbet ohne Zucker
Wer kalorienarmes und gesundes Eis möchte, sollte zu selbst gemachtem Fruchtsorbet greifen. Hier können nicht nur die Obstsorten je nach Geschmack gewählt werden, sondern auch die Menge an Zucker nach Belieben gemindert oder gänzlich weggelassen werden. Tierische Produkte wie Sahne und Milch können zudem einfach durch vegane Alternativen wie Hafer-, Mandel- oder Kokosmilch ersetzt werden.
350 g gefrorene Früchte nach Wahl (z. B. Beeren, Mango oder Äpfel)
50 g Sahne oder Milch
Zubereitung:
Bananen schälen, in kleine Stücke schneiden und über Nacht einfrieren.
Am nächsten Tag die Bananen und restlichen gefrorenen Früchte leicht antauen lassen.
Obst zusammen mit Sahne fein pürieren und frisch servieren.
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Das fertige Sorbet sofort frisch servieren.
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Für das Fruchtsorbet werden Bananen, weitere Früchte nach Wahl und etwas Sahne benötigt.
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Die Bananen klein schneiden und einfrieren.
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Die angetauten Früchte fein pürieren.
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Klassisches Schoko-Sahne-Eis
Alle, die sich das klassische Sahneeis von Oma gönnen wollen, können auf dieses Rezept zurückgreifen. Bei diesem ist der Zucker jedoch Pflicht, wenn eine cremige Konsistenz des Eises gewünscht wird. Auch hier können Sahne und Milch entsprechend durch vegane Alternativen ersetzt werden.
Sahne, Milch und Zucker verrühren und leicht erwärmen. Anschließend die Schokolade unterrühren, bis eine glatte Masse entsteht, und abkühlen lassen.
Eiscreme in eine frostfeste Dose füllen und ins Gefrierfach stellen. Alle 30 bis 60 Minuten umrühren, bis die Masse vollständig gefroren ist. Kleiner Tipp: Lieber einmal mehr umrühren, als einmal zu wenig.
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Das fertige Schoko-Sahne-Eis.
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Für das Schoko-Sahneeis wird Sahne, Milch, Puderzucker und Schokolade benötigt.
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Als Erstes die Schokolade schmelzen.
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Alle Zutaten miteinander verrühren, bis eine glatte Masse entsteht.
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Die Eismasse in eine frostsichere Box füllen und ins Gefrierfach stellen. Alle 30 bis 60 Minuten umrühren.
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Wer statt Schokolade sein Eis lieber mit einer fruchtigen Geschmacksnote genießt, kann diese problemlos mit 500 Gramm pürierten Früchten nach Wahl erreichen.
Fast 2 Euro pro Kugel. Wird Eisessen zum Luxus? - Foto: iStock Sandra Albinger
In Kürze:
Durchschnittspreis steigt auf 1,92 Euro pro Kugel
Kosten für Energie, Miete und Personal als Haupttreiber
Große Preisunterschiede je nach Region
Die ersten warmen Tage des Jahres haben etwas Verlässliches: Kaum steigen die Temperaturen über 20 Grad, bilden sich vor Eisdielen die typischen Schlangen. Kinder drücken sich die Nase an der Theke platt, Erwachsene diskutieren über Sorten und irgendwo fällt fast immer der gleiche Satz: „Ganz schön teuer geworden.“ Der Preis für eine Kugel Eis ist längst mehr als eine beiläufige Randnotiz, er ist zum Indikator für ein größeres Thema geworden – die spürbare Verteuerung des Alltags.
Während im Frühjahr 2025 der durchschnittliche Kugelpreis 1,81 Euro betrug, wird die Kugel Eis in diesem Jahr laut der aktuellen Coupon-Umfrage für einen Durchschnittspreis von 1,92 Euro pro Kugel serviert. Die günstigste Kugel Eis bei den Befragten kostete 1 Euro, die teuerste mit 3,80 Euro fast das Vierfache. Für Familien summieren sich diese Unterschiede schnell. Während acht Kugeln Eis in günstigen Regionen für unter 12 Euro zu haben sind, werden auf Sylt für dieselbe Bestellung schnell mehr als 22 Euro fällig.
Die Steigerungen sind nicht neu, sondern eher ein Kontinuum in den letzten Jahren. Im Jahr 2024 belief sich der Durchschnittspreis für eine Kugel Eis auf 1,72 Euro, im Jahr davor, 2023, waren es noch 1,62 Euro. Zum Vergleich: In der ersten Coupon-Befragung aus dem Jahr 2022 gab es die günstigsten Eiskugeln noch für 1,20 Euro im Schnitt, seinerzeit in Wuppertal.
Auch in der Innengastronomie kletterten die Preise zuletzt nach oben. In Eisdielen und Cafés sind Klassiker wie Spaghetti-Eis besonders beliebt und inzwischen auch deutlich teurer geworden. Laut einer Umfrage von „Chip“ ist die beliebte Vanille-Erdbeer-Kombi im Pasta-Style kaum noch unter 10 Euro in der Gastronomie zu bekommen. Am teuersten ist Eis auf Sylt und Norderney. Auch München liegt bei den Preisen weit vorn. Am günstigsten ist die kalte Köstlichkeit dagegen in Chemnitz, Nürnberg, Stralsund, Flensburg und Greifswald.
Die Union italienischer Speiseeishersteller benennt steigende Kosten als Preistreiber hinter den sich ständig erhöhenden Kugelpreisen. Betroffen seien vorwiegend Eisdielen in Großstädten wegen hoher Mieten und wachsender Personalkosten. Nicht zu vergessen sind steigende Energiepreise: Kühltruhen, Gefriertechnik und Klimaanlagen laufen in der Saison oft rund um die Uhr und treiben die Betriebskosten in die Höhe.
Interessant ist, dass sich der Preisanstieg nicht überall gleich ausprägt. Während in kleineren Städten oder ländlichen Regionen die Preise oft moderater steigen, reagieren Anbieter in Großstädten schneller und deutlicher. Das liegt nicht nur an den höheren Kosten, sondern auch an der Zahlungsbereitschaft der Kundschaft. Eis ist ein emotionales Produkt, ein kleines Stück Genuss, der den Alltag versüßt, und viele sind bereit, dafür mehr auszugeben als noch vor wenigen Jahren.
Familienbetrieb setzt auf stabile Preise
Für Jan-Helge H. aus dem Sauerland, der in einem Ort mit 6.000 Einwohnern eine Familieneisdiele betreibt, ist vielmehr die Frage: „Was verträgt der Markt?“ Deshalb hat der Unternehmer in diesem Jahr die Preise nicht erhöht. „Unsere Devise ist: Was können wir den Menschen zumuten?“, sagt er im Gespräch mit der Epoch Times.
Der Bestseller Spaghetti-Eis kostet bei ihm im Eiscafé, wohin viele aus der Region zum Familienausflug kommen, weiterhin 7,60 Euro. Die gestiegenen Personal- und Rohstoffpreise gibt der 56-Jährige nicht an seine Kunden weiter.
Sein Konzept ist ein anderes: „Statt 19 Prozent sind es jetzt seit dem 1. Januar 2026 7 Prozent Mehrwertsteuer. Das fängt die Lohnkosten auf und gleicht es etwas aus. Man lebt nur vom Umsatz. Jedes nicht verkaufte Eis ist das Schlimmste.“
Für den Geschäftsmann ist die Entwicklung der Eispreise mehr als nur ein saisonales Phänomen. Sie zeigt, wie sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Alltag widerspiegeln – sichtbar, nachvollziehbar und konkret. Die Kugel Eis ist für ihn nur ein kleiner Indikator für größere Zusammenhänge.