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Hitzeschutz auf altmodische Art: So kühlten die Menschen, bevor es Klimaanlagen gab

Aktuell besitzen 90 Prozent der amerikanischen Haushalte eine zentrale Klimaanlage oder Fensterklimageräte.
Dabei wird leicht vergessen, dass die weitverbreitete Klimatisierung von Haushalten in den USA ein vergleichsweise neues Phänomen ist. Im Jahr 1955 waren weniger als 2 Prozent der Haushalte klimatisiert. Die meisten Babyboomer, die heute gekühlte Häuser und klimatisierte Autos genießen, wuchsen ohne Temperaturregulierung im Sommer auf, selbst in Gegenden wie Florida, Louisiana und Texas. Ihre im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert geborenen Großeltern und Urgroßeltern betrachteten eine flächendeckende Klimatisierung – sofern sie überhaupt daran dachten – wahrscheinlich als Science-Fiction, ähnlich wie die Jules-Verne-Romane, die sie als Kinder gelesen hatten.
Wie gingen diese sonnengeplagten Unglücklichen also mit der Hitze und Feuchtigkeit des Sommers um, da ihnen ja die Möglichkeit fehlte, die Temperatur im Haus mit Thermostaten zu senken? Werfen wir einen Blick zurück ins vergangene Jahrhundert.

Klima & Architektur

Heutige Häuser in den USA werden unter Berücksichtigung eines künstlichen Innenklimasystems entworfen und gebaut. Vor 150 Jahren war das noch anders. Je nachdem, wo man lebte, spielte das Wetter eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung eines Hauses.
In weiten Teilen der Vereinigten Staaten war die Luftzirkulation entscheidend, um die sommerlichen Temperaturen zu regulieren. Der Architekt John Cluver merkt dazu an: „Während Fenster heute in erster Linie als etwas angesehen werden, durch das man hinausschauen kann, waren sie vor der Erfindung der Klimaanlage ein entscheidendes Mittel, um die Hitze im Haus zu reduzieren.“ Doppelschiebefenster, die sich oben und unten öffnen ließen, ließen kühlere Luft ins Haus und drückten die wärmere Luft nach draußen.
Die Luftzirkulation wurde zusätzlich durch Flure verbessert, die die Luft von der Vorderseite des Hauses zur Rückseite leiteten. Selbst die sogenannten kleinen Shotgun-Häuser für die wachsende Bevölkerung in südlichen Städten wie New Orleans fungierten als hervorragende Luftkanäle. Sie wurden so genannt, weil man angeblich mit einer Schrotflinte durch die Vordertür bis zur Hintertür hätte schießen können, ohne etwas zu treffen.
Der lange, gerade Flur eines typischen Shotgun-Hauses ließ die Brise direkt von der Haustür bis nach hinten strömen. Foto: Infrogmation, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons

Der lange, gerade Flur eines typischen Shotgun-Hauses ließ die Brise direkt von der Haustür bis nach hinten strömen.

Weitere architektonische Anpassungen zum Schutz vor hohen Temperaturen waren große Veranden, hohe Decken und Sommerküchen. Die Veranden spendeten den Häusern zusätzlichen Schatten und dienten abends als Treffpunkt für Familie und Freunde. Die Häuser verfügten oft über 3 Meter hohe Decken. Diese verliehen den Räumen nicht nur einen Hauch von Eleganz, sondern hielten sie auch kühler. Einige wohlhabendere Hausbesitzer bauten Sommerküchen – das waren entweder Räume, die sich leicht abschotten ließen, oder kleine, vom Haus völlig getrennte Gebäude –, um in den heißen Monaten separat backen und kochen zu können.

Not macht erfinderisch

Um der lähmenden Schwüle drückend heißer Nächte zu entkommen, hielten sich die Bewohner von Mietshäusern oft auf Feuerleitertreppen oder in Parks auf. Einige Hausbesitzer legten Schlafveranden an. Dabei konnte es sich um mit Fliegengittern versehene Anbauten oder um eine offene Seitenveranda handeln, die gleichzeitig als Sommerschlafzimmer diente.
Auch Präsident William Howard Taft ließ eine mit Fliegengittern versehene Schlafveranda auf dem Dach des Weißen Hauses errichten, um sich vor den drückenden Sommern in Washington zu schützen. Eine Zeit lang arbeitete Woodrow Wilson im Rosengarten in einem mit elektrischem Licht und einem Telefon ausgestatteten Zelt.
Feuerleiter an einem Wohnhaus in Georgetown, Washington, D.C. Foto: Phillip Nelson/iStock

Feuerleiter an einem Wohnhaus in Georgetown, Washington, D.C.

Foto: Phillip Nelson/iStock

Frische Brise dank Fliegengitter

Auch wenn wir es heute kaum noch wahrnehmen: Das gewöhnliche Fliegengitter löste eine Revolution bei der Senkung der Innentemperaturen und der Eindämmung von Krankheiten aus.
Der Amerikanische Bürgerkrieg gab den Anstoß für den flächendeckenden Einsatz von Drahtgittern. Ein Unternehmen aus Connecticut namens Gilbert and Bennett stellte ursprünglich Siebe her, doch mit dem Krieg war die südliche Hälfte seines Geschäfts weggebrochen. Ein Mitarbeiter des Unternehmens schlug vor, zusätzlich zu den Sieben auch Drahtfliegengitter herzustellen und zu vermarkten. Obwohl diese Idee nicht neu war, schlug der Plan diesmal ein.
Die zunächst rahmenlosen Gitter ermöglichten es Hausbesitzern, die kühle Brise am frühen Morgen und in der Abenddämmerung zu genießen, ohne dass Insekten wie Mücken und Fliegen ins Haus gelangten. Im Laufe der Zeit sanken die Krankheitsraten, insbesondere die von Malaria, drastisch.

Markisen spenden Schatten

Markisen erfreuten sich vor und nach der Jahrhundertwende großer Beliebtheit. 
Da Segelschiffe zunehmend von Dampfschiffen abgelöst wurden und mittlerweile mechanische Vorrichtungen das Verstellen der Markisen erleichterten, konnten die Segeltuchhersteller die neue Nachfrage nach Markisen bedienen.
Fortan verliehen dekorative Markisen den Häusern einen Hauch von Farbe und senkten gleichzeitig die Innentemperaturen. Michael Duffy, der Besitzer eines Hauses aus der viktorianischen Zeit, berechnete, dass seine Markisen die Innentemperatur um 10 bis 15 Grad Celcius senken konnten.
Ob einfarbig, gestreift oder mit Blümchenmuster – Markisen schützen zuverlässig vor direkter Sonneneinstrahlung. Foto: Ratchat/iStock

Egal, ob einfarbig, gestreift oder mit Blümchenmuster – Markisen schützen zuverlässig vor direkter Sonneneinstrahlung.

Foto: Ratchat/iStock

Es gab jedoch noch eine andere Möglichkeit, die Hitze erträglicher zu machen. Schließlich war die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts von der „Great American Ice Age“ geprägt. Die Gewinnung von natürlichem Eis hatte bereits vor dem Bürgerkrieg stattgefunden. Mit dem Bau spezieller, isolierter Eisenbahnwaggons, dem langsamen Aufstieg der künstlichen Eisproduktion und der steigenden Nachfrage nach Eis erlebte die Branche jedoch einen Boom. Bald transportierten mehr als 1.500 Wagen Eis zu den Kunden in New York City.
Eislieferung an die Stände, Nationales Reisfest, Crowley, Louisiana, 1938. Foto: Russell Lee, gemeinfrei

Eislieferung an die Stände, Nationales Reisfest, Crowley, Louisiana, 1938.

Foto: Russell Lee, gemeinfrei

Um die Jahrhundertwende verfügten auch andere Städte und Gemeinden im ganzen Land über eigene Eishäuser und lieferten Eis an unzählige Haushalte. Dort dienten Eisboxen als frühe Kühlschränke und zerstoßenes Eis stillte das Verlangen nach gekühlten Getränken.
Infolge der Hitzewelle während der Weltausstellung 1904 in St. Louis kam eine weitere wesentliche Veränderung auf. Eis spielte zunehmend eine Rolle in der Esskultur. Ein englischer Teehändler, der aufgrund der drückenden Hitze seine Ware nicht verkaufen konnte, fügte seinen Aufgüssen Eis hinzu. Und somit wurde Eistee landesweit zum Hit.
Ein kühler Eistee gefällig? Foto: chas53/iStock

Ein kühler Eistee gefällig?

Foto: chas53/iStock

Eine Frage der Kleidung

In einem Onlineartikel mit dem Titel „Don’t You Get Hot?“ (zu Deutsch: Wird euch nicht heiß?) weist der Autor auf Folgendes hin: Die meisten historischen Darsteller, die Kleidung aus dem 18. und 19. Jahrhundert tragen, verneinen diese häufig gestellte Frage. Dabei wirken die Kostüme dieser Epochen im Vergleich zu unserer heutigen Sommerkleidung doch formell und steif – und für heißes Wetter völlig ungeeignet.
Der große Unterschied zwischen der damaligen und der heutigen Kleidung liegt jedoch im Material. Unsere Sommerkleidung besteht aus synthetischen Stoffen, die Körperwärme und Schweiß eher einschließen. Unsere Vorfahren trugen hingegen locker gewebte Stoffe aus Baumwolle und Leinen, die es dem Körper ermöglichten, Wärme leichter abzuleiten. Eine Frau in voller Kleidung, wie wir sie von Gemälden oder Fotos aus den Jahren 1880 bis 1920 kennen, fühlte sich in ihrer Kleidung wahrscheinlich kühler als viele Menschen heute in Jeans und Bluse oder Hemd.
Auch Männer kleideten sich damals formeller, trugen aber ebenfalls leichte Kleidung, die atmungsaktiver war als unsere heutige Kleidung.
„Am Meer“, 1878, von James Tissot. Natürliche, locker gewebte Fasern wie Baumwolle und Leinen ermöglichten es dem Körper, viel besser zu atmen und Wärme abzuleiten als moderne synthetische Stoffe. Foto: Cleveland Museum of Art, CC0, via Wikimedia Commons

„Am Meer“, 1878, von James Tissot. Natürliche, locker gewebte Fasern wie Baumwolle und Leinen ermöglichten es dem Körper, viel besser zu atmen und Wärme abzuleiten als moderne synthetische Stoffe.

Foto: Cleveland Museum of Art, gemeinfrei

Ein Experiment in der Geschichte

Haben diese Techniken funktioniert?
Von meinen 75 Lebensjahren habe ich etwa 40 Jahre in Häusern und Wohnungen ohne Klimaanlage verbracht. Das reichte von einer kleinen Einzimmerwohnung im fünften Stock und ohne Aufzug in der Innenstadt von Boston bis zu dem Bed & Breakfast, das meine Frau und ich 20 Jahre lang in den Smoky Mountains besaßen – bis zu ihrem Tod.
Im vergangenen Winter kostete mich die Beheizung meiner Wohnung allein im Februar 340 US-Dollar (etwa 291 Euro). Angesichts dieser hohen Stromrechnung – und zur Überraschung und Belustigung meiner Freunde und Familie – beschloss ich, eine echte Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen und diesen Sommer auf den Kauf einer Klimaanlage zu verzichten.
Meine Wohnung ist eine von dreien in einem 1900 erbauten Haus in der Innenstadt von Front Royal, Virginia. Das bedeutet, dass das Gebäude so konzipiert wurde, dass es Wärme abweist und ableitet. Noch vor Tagesanbruch – ich stehe früher auf als die Vögel in der Nachbarschaft – habe ich in den letzten drei Monaten jeden Morgen bestimmte Fenster geöffnet. Sobald es im Laufe des Tages heißer wurde, schloss ich sie und ließ die Jalousien herunter, um die späte Nachmittagssonne abzuhalten. Im Laufe des Tages wechselte ich manchmal auch von meinen üblichen langen Khaki-Hosen zu Shorts. Zuhause trug ich im Allgemeinen keine Hausschuhe, da ich festgestellt habe, dass mich die „Nur-Socken-Taktik“ kühler hielt. Ich trank reichlich gekühlte Getränke und vermied es, den Herd zu benutzen. Stattdessen bereitete ich mir Sommergerichte zu wie Salate und Sandwiches.

Ventilatoren: Einfach und effektiv

Ein wesentlicher Unterschied zwischen meinem sommerlichen Lebensstil und dem eines Mannes, der vor 120 Jahren hier lebte, sind Ventilatoren – sozusagen mein „Schummeltipp“. Ihm und seiner Familie standen im Jahr 1900 wohl nur Handfächer zur Verfügung, während meine elektrisch waren und mich ohne jeglichen Aufwand herrlich kühl hielten.
Ohne Steuern belief sich meine Stromrechnung im Juli auf 42,31 Dollar (circa 36 Euro) – und ich bin immer noch hier, um davon zu berichten.
Die Leute früher hatten schon einige Tricks auf Lager.
Last but not least: der gute alte Deckenventilator. Foto: Lindsay Guido/iSTock

Der gute alte Deckenventilator.

Foto: Lindsay Guido/iStock

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Beating the Heat the Old-Fashioned Way: American Homes, 1880 to 1920“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Hmmm – köstliches Zitronen-Buttermilch-Sorbet in der Sommerhitze genießen

Dieses Zitronen-Buttermilch-Sorbet ist ein Dessert, das weit mehr ist als nur die Summe seiner Zutaten. Es ist spritzig, fruchtig und unglaublich erfrischend und erfordert nur wenige Zutaten. Die Buttermilch verleiht ihm eine besondere Cremigkeit und Textur, welche es von herkömmlichem Sorbet abhebt. Es ist der perfekte Abschluss eines sommerlichen Essens.
Eine Eismaschine sorgt für die cremigste Konsistenz. Falls Sie keine haben, kein Problem: Hier finden Sie auch eine Version ohne Rühren.

Zutaten für das Zitronen-Buttermilch-Sorbet

Für die Eismaschine eignet sich am besten fettarme Buttermilch, die darin deutlich fester wird. Ohne Verwendung einer Eismaschine, ergibt Buttermilch aus Vollmilch eine cremigere Konsistenz. Hier kommt die überaus kurze Zutatenliste: 
Für 4 Portionen benötigen wir:
  • 2 Tassen fettarme (oder Vollfett-)Buttermilch
  • 3 Esslöffel Zitronensaft
  • 1 Tasse Zucker
  • 1 Esslöffel Maissirup
  • eine Prise Salz
Nährwertangaben
Kalorien: 261 kcal
Kohlenhydrate: 61 g
davon Zucker: 61 g
Eiweiß: 4 g
Fett: 1 g
davon gesättigte Fettsäuren: 1 g
Cholesterin: 5 mg
Natrium: 222 mg
Zutaten für ein Zitronen-Buttermilch-sorbet, hausgemacht. Foto: Jennifer Segal

Zutaten, um ein Zitronen-Buttermilch-Sorbet selbst herzustellen.

Foto: Jennifer Segal

Schritt für Schritt zum guten Gelingen

Schritt 1 – Die Basis zubereiten: In einer großen Schüssel Buttermilch, Zitronensaft, Zucker, Maissirup und Salz verquirlen. Die Mischung ist anfangs etwas körnig – das ist normal. Die Mischung einige Minuten ruhen lassen und gelegentlich umrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Die Schüssel in den Kühlschrank stellen und die Mischung etwa ein bis zwei Stunden lang gut durchkühlen lassen. Diesen Schritt nicht überstürzen – er sorgt für die richtige Konsistenz des Sorbets.
Profi-Tipp: Um sicherzustellen, dass sich der gesamte Zucker aufgelöst hat, testen Sie die Mischung, indem Sie sie zwischen den Fingern verreiben. Sie sollte sich nicht körnig anfühlen. Wenn der Zucker vor dem Kühlen nicht vollständig aufgelöst ist, erhält das fertige Sorbet eine sandige Konsistenz.
Die Basis des Zitronen-Buttermilch-Sorbets, hausgemacht. Foto: Jennifer Segal

Die Basis des Zitronen-Buttermilch-Sorbets, ob mit oder ohne Eismaschine.

Foto: Jennifer Segal

Schritt 2 – Rühren, mit oder ohne Eismaschine:
Version A: Die gekühlte Masse in eine Eismaschine geben und gemäß der Bedienungsanleitung rühren. Das Eis wird nicht so dickflüssig wie herkömmliches Eis sein, sondern eher die Konsistenz von Softeis haben.
Version B: Keine Eismaschine? Die Mischung in eine flache Schale füllen und 1 bis 2 Stunden einfrieren, bis der Rand fest ist, die Mitte aber noch weich. Gut umrühren und weitere 2 bis 3 Stunden fest werden lassen. Die Konsistenz ist dann etwas eisiger, aber trotzdem lecker.
Gekühlte Grundmasse für ein Zitronen-Buttermilch-Sorbet, hausgemacht. Foto: Jennifer Segal

Gekühlte Grundmasse.

Foto: Jennifer Segal

Schritt 3 – Einfrieren: Die Mischung in einen gefriergeeigneten Behälter füllen und die Oberfläche glatt streichen. Mindestens 3 Stunden einfrieren, oder bis die Masse fest genug zum Portionieren ist.

Portionierfertiges Zitronen-Buttermilch-Sorbet, hausgemacht. Foto: Jennifer Segal

Portionierfertiges Zitronen-Buttermilch-Sorbet. Guten Appetit!

Foto: Jennifer Segal

Lecker-eisiges Finale

Schritt 4 – Jetzt wird serviert: Das Zitronen-Buttermilch-Sorbet kann jetzt in zuvor gekühlte Schüsseln oder Dessertgläser gefüllt und am besten sofort serviert werden. Im Gefrierschrank hält sich das Sorbet etwa eine Woche.
Profi-Tipp: Kühlen Sie Ihre Schüsseln vor dem Servieren 10 Minuten im Gefrierschrank – ein kleiner Schritt mit großer Wirkung. Da Sorbet weniger Fett als Eiscreme enthält, schmilzt es schneller. Eine kalte Schüssel gibt Ihnen mehr Zeit, es zu genießen.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf OnceUponaChef.com veröffentlicht und erschien auch auf theepochtimes.com unter dem Titel „Lemon Buttermilk Sorbet“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Die 2.500-jährige Geschichte von Eis


In Kürze:

  • Das älteste Eis entstand vor 2.500 Jahren zusammen mit großen, bienenkorbförmigen Kühlhäusern in Persien.
  • Die Süßspeise, wie wir sie heute kennen, entstand im 17. Jahrhundert: entweder in Frankreich oder in Italien.
  • Rekordkonsumenten weltweit sind die Neuseeländer mit über 28 Litern Eis pro Jahr – Deutschland schafft hingegen nur rund 3,5 Kilogramm pro Person pro Jahr.

 
Wir alle sehnen uns nach Eis, besonders wenn die Temperaturen im Sommer steigen. Schon die alten Zivilisationen hatten das gleiche Verlangen nach einer erfrischenden, süßen Leckerei, um cool zu bleiben.
Es gibt zahlreiche Anwärter auf die Erfindung des ersten gefrorenen Desserts, darunter Italien und Frankreich im 17. Jahrhundert und sogar China im 1. Jahrhundert. Doch bevor man Eiscreme herstellen kann, benötigt man eine zuverlässige Quelle für Eis. Die Technologie zur Herstellung und Lagerung dessen wurde bereits um 550 v. Chr. in Persien entwickelt.

Eis in der Antike

Die alten Perser errichteten große, bienenkorbförmige Bauten aus Stein oder Lehm, die „Yach-tschāl“ (zu Deutsch: „Eisgrube“) hießen. Meist in der Wüste gebaut, verfügten diese über bis zu 15 Meter tiefe Speicherräume. Mit ihnen war es möglich, Eis das ganze Jahr über unterirdisch zu lagern.
Hohe Kuppeln leiteten heiße Luft nach oben und durch ein Loch nach außen, während Windfänger kühlere Luft zuführten. Doch ein persischer Yach-tschāl war nicht nur ein antikes Kühlhaus, sondern auch eine Eismaschine.
Im Winter füllten Kanäle flache, vor der Sonne geschützte Teiche mit frischem Wasser. Nachts sanken die Temperaturen und in der trockenen Wüstenluft kühlte das Wasser durch Verdunstung ab.
Einige dieser Yach-tschāls haben Jahrhunderte der Wüstenerosion überstanden und sind fast im gesamten Iran zu finden. Für den perfekten Standort gibt es praktisch nur zwei Bedingungen:
  • Es muss im Winter kalt genug sein, um dort Eis zu produzieren,
  • oder in der Nähe von Bergen liegen, wo Eis gewonnen werden kann.
Forscher schätzen die jährliche Produktion eines 400 Jahre alten Yach-tschāls in Meybod auf 50 Kubikmeter, was rund 3 Millionen Eiswürfeln entspricht.
50 Kubikmeter Eis konnten in einem Yach-tschāl in Meybod hergestellt werden

In dem Yach-tschāl in Meybod können jährlich rund 50 Kubikmeter Eis oder rund 3 Millionen Eiswürfel produziert werden.

Foto: erenmotion/iStock

Frühe gefrorene Desserts

Das gelagerte Eis wurde zur Herstellung von mit Honigsirup gesüßten kalten Desserts wie Fruchtsorbets, Scharbat und Faloodeh verwendet. Scharbat ist ein traditionelles gefrorenes Fruchtgetränk, während Faloodeh eine aus dünnen Nudeln hergestellte Süßspeise ist.
Nach der arabischen Eroberung Persiens um 650 n. Chr. verbreitete sich die persische Methode zur Eisgewinnung und -lagerung im gesamten Nahen Osten. Dadurch entstanden in der Folgezeit zahlreiche neue Kreationen.
So nutzten die Syrer beispielsweise die neue Technologie, um Eiscreme wie Booza und Bastani Sonati herzustellen. Als Zutaten fanden Milch, Zucker, Salep (Mehl aus pulverisierten Orchideenwurzeln) und Mastix (getrockneter Saft eines immergrünen Strauchs) Verwendung.
Etwa zeitgleich entstand in China während der Tang-Dynastie (618–907) ein gefrorenes Dessert namens Sushan (wörtlich „knuspriger Berg“). Hierzu wurde Ziegenmilchquark geschmolzen, gesiebt und in metallene Formen gegossen. Der Dichter Wang Lingran beschrieb die endgültige Konsistenz als etwas zwischen flüssig und fest, das im Mund schmilzt.

Die Wissenschaft des Gefrierens entdecken

Die Techniken des Gefrierens änderten sich im Jahr 1558, als der italienische Universalgelehrte Giambattista della Porta (1535–1615) in Neapel ein populäres Buch über Naturmagie veröffentlichte. Mit Naturmagie war alles von den Naturwissenschaften bis hin zur Astrologie und Alchemie gemeint. In seinem Buch „Magia Naturalis“ beschrieb della Porta unter anderem, wie Salpeter (Kaliumnitrat) und Eis im Sommer zum schnellen Kühlen von Wein verwendet wurden.
„Gießt Wein in eine Flasche und gebt ein wenig Wasser hinzu, damit er schneller zu Eis wird. Dann schüttet Schnee in ein Holzgefäß und streut pulverisierten Salpeter […] hinein. Stellt die Flasche in den Schnee, und der Wein wird nach und nach gefrieren.“
Giambattista della Porta (1535–1615) erklärte wie Wein im Sommer mittels Salpeter und Eis schneller gekühlt werden konnte.

In seinem Buch „Magia Naturalis“ (zu Deutsch: Naturmagie) beschrieb der italienische Universalgelehrte Giambattista della Porta (1535–1615) wie Wein im Sommer mittels Salpeter und Schnee schneller gekühlt werden konnte.

Dadurch war das Einfrieren von Flüssigkeiten erheblich leichter, denn chemisch betrachtet entzieht das in Wasser gelöste Kaliumnitrat seiner Umgebung Wärme. Experimente im 17. Jahrhundert zeigten, dass eine ähnliche Reaktion bei einer Mischung aus gewöhnlichem Salz, Wasser und Eis auftritt. Nun konnten kleinere Mengen an gelagertem Eis verwendet werden, um Mischungen einzufrieren und zu kühlen oder auf Wunsch gefrorene Desserts herzustellen.
Kombiniert und verbessert wurde diese Technologie durch die einheimische Produktion von Zucker. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil von gefrorenen Desserts, da er verhindert, dass die Mischungen zu undurchdringlichen Eisblöcken gefrieren.

Frankreich und Italien im Streit um das erste Eis

In den 1690er-Jahren tauchten in Frankreich und Italien fast zeitgleich die „ersten“ Rezepte für Eiscreme auf. Frühere Süßspeisen waren oft körnig und matschig. Das Eis, wie wir es heute kennen, führte ein Mann ein, der im Dienste adeliger Gönner stand.
Alberto Latini arbeitete für Kardinal Barberini, den Neffen von Papst Urban VIII., und hatte somit Zugang zu teuren und neuartigen Zutaten wie Schokolade und Tomaten. Sein Rezept für ein „Milchsorbet“, das den modernsten Zubereitungsmethoden seiner Zeit entsprach, ist in seinem 1964 erschienenen Buch „Lo Scalco alla Moderna“ von 1694 überliefert. Demnach verwendete Latini neben Milch und Zucker auch Wasser und kandierte Früchte. Damit gilt das Latini-Eis als Vorläufer des italienischen Gelato.
Ein Eis in Italien genießen

Heute ist das italienische Gelato weltberühmt, doch es könnte auch ein Franzose der Erfinder des ersten Eises gewesen sein.

Foto: maroznc/iStock

Ein weiterer Anwärter auf den Titel des Erfinders des Eises ist Nicolas Audiger. Er arbeitete für Jean-Baptiste Colbert, den Finanzminister von König Ludwig XIV., und half bei der Vorbereitung von Festessen in Versailles. In seinem 1692 veröffentlichten „Handbuch zur Führung adeliger Haushalte“ („La maison réglée“) notierte er zahlreiche Rezepte für Fruchtsorbets und für ein mit Zucker gesüßtes und mit Orangenblütenwasser aromatisiertes Eis.
Obwohl beide Behauptungen ihre Berechtigung haben, enthält Audigers Rezept detaillierte Beschreibungen der Techniken zum Rühren und Schaben. Diese gewährleisten eine bessere Konsistenz und eine gleichmäßige Verteilung des Zuckers in der Masse. Audiger verfasste sein Werk jedoch, nachdem er 18 Monate in Italien verbracht hatte. Es ist also wahrscheinlich, dass er auf seiner Reise italienische Techniken erlernt hat. Vielleicht verfeinerte er diese, was zu der cremigen Köstlichkeit führte, die wir heute genießen.

Das Eiscreme-Paradoxon?

Doch welche Nation isst das meiste Eis? Man könnte meinen, dass Menschen in wärmeren Klimazonen mehr von den kühlenden Süßspeisen essen. Doch das ist nicht ganz richtig. Weltweit betrachtet wird der höchste Pro-Kopf-Verbrauch in Neuseeland verzeichnet (28,4 Liter), gefolgt von den USA (20,8 Liter) und Australien (18,0 Liter).
Rekordverbraucher in Europa sind dagegen die Polen, die pro Person und Jahr 15,92 Kilogramm Eis essen (Stand: 2021). Auf den weiteren Plätzen liegen Schweden (10,87 Kilogramm), Spanien (9,65 Kilogramm), Dänemark (8,31 Kilogramm) und Finnland (7,22 Kilogramm). Deutschland liegt mit 3,44 Kilogramm Eis pro Person und Jahr auf Platz 9.
Zumindest im europäischen Vergleich sind die „kalten“ Länder damit markant vertreten. Vielleicht liegt die Antwort auf dieses scheinbare Paradoxon darin, dass man bei Hitze Eis benötigt, um sich abzukühlen, und im Winter, wenn man friert, um sich aufzumuntern.
Dieser Artikel erschien im Original auf theconversation.com unter dem Titel „Inside scoop: the 2,500‑year history of ice‑cream“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)The Conversation
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Selbst gemachtes Eis: Zwei Rezepte für alle Geschmäcker

Eis gehört für viele Menschen zum Sommer wie Sonne, Strand und Meer. Doch steigende Preise und ausgefallene Sorten sorgen häufig dafür, dass der einst geliebte Weg zur Eisdiele ausfällt.
Stattdessen greifen immer mehr Menschen zu Fertigem aus dem Supermarkt – oder machen ihr Eis selbst, sofern die Zeit und eine Anleitung vorhanden sind. Zwar gelingt nicht immer die perfekte Konsistenz wie beim Italiener des Vertrauens, doch dafür können Geschmacksrichtungen und Zutaten ganz einfach selbst ausgewählt werden.
Und: Der Geschmack überzeugt – sowohl bei einem gesunden Fruchtsorbet, als auch bei einem klassischen Sahneeis.

Fruchtsorbet ohne Zucker

Wer kalorienarmes und gesundes Eis möchte, sollte zu selbst gemachtem Fruchtsorbet greifen. Hier können nicht nur die Obstsorten je nach Geschmack gewählt werden, sondern auch die Menge an Zucker nach Belieben gemindert oder gänzlich weggelassen werden. Tierische Produkte wie Sahne und Milch können zudem einfach durch vegane Alternativen wie Hafer-, Mandel- oder Kokosmilch ersetzt werden.
Zutaten:
  • 2 reife Bananen
  • 350 g gefrorene Früchte nach Wahl (z. B. Beeren, Mango oder Äpfel)
  • 50 g Sahne oder Milch
Zubereitung:
  1. Bananen schälen, in kleine Stücke schneiden und über Nacht einfrieren.
  2. Am nächsten Tag die Bananen und restlichen gefrorenen Früchte leicht antauen lassen.
  3. Obst zusammen mit Sahne fein pürieren und frisch servieren.
 
 

Klassisches Schoko-Sahne-Eis

Alle, die sich das klassische Sahneeis von Oma gönnen wollen, können auf dieses Rezept zurückgreifen. Bei diesem ist der Zucker jedoch Pflicht, wenn eine cremige Konsistenz des Eises gewünscht wird. Auch hier können Sahne und Milch entsprechend durch vegane Alternativen ersetzt werden.
Zutaten:
  • 500 ml Sahne
  • 240 ml Milch
  • 100 g Puderzucker
  • 100 g geschmolzene Schokolade
Zubereitung:
  1. Schokolade schmelzen und etwas abkühlen lassen.
  2. Sahne, Milch und Zucker verrühren und leicht erwärmen. Anschließend die Schokolade unterrühren, bis eine glatte Masse entsteht, und abkühlen lassen.
  3. Eiscreme in eine frostfeste Dose füllen und ins Gefrierfach stellen. Alle 30 bis 60 Minuten umrühren, bis die Masse vollständig gefroren ist. Kleiner Tipp: Lieber einmal mehr umrühren, als einmal zu wenig.
 
Wer statt Schokolade sein Eis lieber mit einer fruchtigen Geschmacksnote genießt, kann diese problemlos mit 500 Gramm pürierten Früchten nach Wahl erreichen.
Guten Appetit!
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Teurer Sommergenuss: Eispreise klettern weiter nach oben


In Kürze:

  • Durchschnittspreis steigt auf 1,92 Euro pro Kugel
  • Kosten für Energie, Miete und Personal als Haupttreiber
  • Große Preisunterschiede je nach Region

 
Die ersten warmen Tage des Jahres haben etwas Verlässliches: Kaum steigen die Temperaturen über 20 Grad, bilden sich vor Eisdielen die typischen Schlangen. Kinder drücken sich die Nase an der Theke platt, Erwachsene diskutieren über Sorten und irgendwo fällt fast immer der gleiche Satz: „Ganz schön teuer geworden.“ Der Preis für eine Kugel Eis ist längst mehr als eine beiläufige Randnotiz, er ist zum Indikator für ein größeres Thema geworden – die spürbare Verteuerung des Alltags.
Während im Frühjahr 2025 der durchschnittliche Kugelpreis 1,81 Euro betrug, wird die Kugel Eis in diesem Jahr laut der aktuellen Coupon-Umfrage für einen Durchschnittspreis von 1,92 Euro pro Kugel serviert. Die günstigste Kugel Eis bei den Befragten kostete 1 Euro, die teuerste mit 3,80 Euro fast das Vierfache. Für Familien summieren sich diese Unterschiede schnell. Während acht Kugeln Eis in günstigen Regionen für unter 12 Euro zu haben sind, werden auf Sylt für dieselbe Bestellung schnell mehr als 22 Euro fällig.
Die Steigerungen sind nicht neu, sondern eher ein Kontinuum in den letzten Jahren. Im Jahr 2024 belief sich der Durchschnittspreis für eine Kugel Eis auf 1,72 Euro, im Jahr davor, 2023, waren es noch 1,62 Euro. Zum Vergleich: In der ersten Coupon-Befragung aus dem Jahr 2022 gab es die günstigsten Eiskugeln noch für 1,20 Euro im Schnitt, seinerzeit in Wuppertal.

Heiße Preise in der Eisdiele

Auch in der Innengastronomie kletterten die Preise zuletzt nach oben. In Eisdielen und Cafés sind Klassiker wie Spaghetti-Eis besonders beliebt und inzwischen auch deutlich teurer geworden. Laut einer Umfrage von „Chip“  ist die beliebte Vanille-Erdbeer-Kombi im Pasta-Style kaum noch unter 10 Euro in der Gastronomie zu bekommen. Am teuersten ist Eis auf Sylt und Norderney. Auch München liegt bei den Preisen weit vorn. Am günstigsten ist die kalte Köstlichkeit dagegen in Chemnitz, Nürnberg, Stralsund, Flensburg und Greifswald.
Die Union italienischer Speiseeishersteller benennt steigende Kosten als Preistreiber hinter den sich ständig erhöhenden Kugelpreisen. Betroffen seien vorwiegend Eisdielen in Großstädten wegen hoher Mieten und wachsender Personalkosten. Nicht zu vergessen sind steigende Energiepreise: Kühltruhen, Gefriertechnik und Klimaanlagen laufen in der Saison oft rund um die Uhr und treiben die Betriebskosten in die Höhe.
Interessant ist, dass sich der Preisanstieg nicht überall gleich ausprägt. Während in kleineren Städten oder ländlichen Regionen die Preise oft moderater steigen, reagieren Anbieter in Großstädten schneller und deutlicher. Das liegt nicht nur an den höheren Kosten, sondern auch an der Zahlungsbereitschaft der Kundschaft. Eis ist ein emotionales Produkt, ein kleines Stück Genuss, der den Alltag versüßt, und viele sind bereit, dafür mehr auszugeben als noch vor wenigen Jahren.

Familienbetrieb setzt auf stabile Preise

Für Jan-Helge H. aus dem Sauerland, der in einem Ort mit 6.000 Einwohnern eine Familieneisdiele betreibt, ist vielmehr die Frage: „Was verträgt der Markt?“ Deshalb hat der Unternehmer in diesem Jahr die Preise nicht erhöht. „Unsere Devise ist: Was können wir den Menschen zumuten?“, sagt er im Gespräch mit der Epoch Times.
Der Bestseller Spaghetti-Eis kostet bei ihm im Eiscafé, wohin viele aus der Region zum Familienausflug kommen, weiterhin 7,60 Euro. Die gestiegenen Personal- und Rohstoffpreise gibt der 56-Jährige nicht an seine Kunden weiter.
Sein Konzept ist ein anderes: „Statt 19 Prozent sind es jetzt seit dem 1. Januar 2026 7 Prozent Mehrwertsteuer. Das fängt die Lohnkosten auf und gleicht es etwas aus. Man lebt nur vom Umsatz. Jedes nicht verkaufte Eis ist das Schlimmste.“

Für den Geschäftsmann ist die Entwicklung der Eispreise mehr als nur ein saisonales Phänomen. Sie zeigt, wie sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Alltag widerspiegeln – sichtbar, nachvollziehbar und konkret. Die Kugel Eis ist für ihn nur ein kleiner Indikator für größere Zusammenhänge.