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Was die Hängepartie im Iran-Krieg für Autofahrer bedeutet

Der von den USA und Israel begonnene Krieg im Iran hält den weltweiten Energiemarkt weiter in der Mangel. Mit einem „Wirtschaftskrieg“ will US-Präsident Donald Trump Teheran nun zum Einlenken bringen. Doch Fachleute zweifeln, ob das schnelle Erfolge zeitigen kann.
Verhandlungen über ein Ende des Krieges finden derweil gar nicht statt, wie Trump mitteilte. Ein dauerhafter Frieden oder eine Öffnung der Straße von Hormus rücken damit erneut in weite Ferne.
Was bedeutet Trumps neuer Aufschlag für den Ölmarkt und für Autofahrer, und warum steht ausgerechnet Diesel im Fokus? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was hat Trump in der Straße von Hormus vor?

Trump will die Führung in Teheran mit einem wirtschaftlichen „D-Day“ zu Zugeständnissen bewegen und sie von ihren Unterstützern etwa in China abschneiden. Viele Details seiner Initiative bleiben derweil unklar.
Allerdings sind bereits weitreichende Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Den aus Sicht der US-Regierung gewünschten Erfolg brachten sie bis dato nicht.
Trump behauptete wiederholt, die Straße von Hormus sei geöffnet. Zuletzt lag der Schiffsverkehr aber in der Regel weit unter dem Niveau von vor dem Krieg.
Anders als Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate können die meisten Exporteure am Golf kaum auf andere Routen ausweichen. Rund ein Viertel des weltweit verschifften Öls passierte vor dem Krieg die Meerenge.

Wie reagiert der Ölpreis auf Trumps Pläne?

Die Referenzsorte Brent legt seit Anfang August kontinuierlich zu – auch nach Trumps Ankündigung zu seinem „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran. Zuletzt kostete ein Barrel wieder rund 94 Dollar. Vor dem Krieg kostete ein entsprechendes Fass noch rund 20 Dollar weniger.

Warum klettert der Ölpreis gerade jetzt?

Als sich der Iran und die USA noch im offenen Krieg befanden, stieg der Preis teils schwächer als Experten es erwartet hätten. Zudem ließ er deutlich nach, als sich die Kriegsparteien Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen einigten. Schon damals habe der Ölmarkt einen Friedensschluss eingepreist, sagt Thomas Puls, Ökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, der Deutschen Presse-Agentur. „Dieser Optimismus ist verflogen.“
Zudem spiegelt der Ölpreis nicht die genaue Lage am Markt wider. Große Abnehmer wie China und die USA federn die Effekte ab, indem sie im großen Stil die eigenen Ölvorräte anzapfen.
Das drosselt die Nachfrage auf dem Weltmarkt. „China hat seine Ölimporte auf das Niveau von etwa 2016 reduziert“, sagte Puls. Dieser Schritt habe eine noch weit größere Wirkung als die Freigabe strategischer Reserven durch die Internationale Energie-Agentur (IEA), an der sich – in geringem Umfang – auch Deutschland beteiligt.
Laut Puls ist der Ölpreis denn auch nicht der entscheidende Gradmesser. „Da es weltweit nicht nur an Öl, sondern noch mehr an verfügbarer Raffineriekapazität fehlt, bietet sich eher ein Blick auf die Börsenpreise von Diesel und Benzin an.“
Hier hätten Händler den Optimismus des Ölmarkts nicht geteilt. Puls zufolge lag der Börsenpreis für Diesel zuletzt fünf Tage lang über einem Euro pro Liter – eine ähnliche Situation gab es zuletzt 2022 nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. „Das bildet eine weitere Verschärfung der Lage ab.“

Wird Diesel im Winter noch teurer?

Dass viele Raffinerien vom Weltmarkt abgeschnitten sind, ist noch aus einem weiteren Grund relevant: der Umstellung auf Winterdiesel. Ab Mitte November müssen Tankstellen in Deutschland den speziell behandelten Kraftstoff anbieten, der auch besonders tiefen Temperaturen trotzt.
Dem Datenanbieter Kpler zufolge könnte das den ohnehin bestehenden Engpass in Europa weiter verschärfen.
Der ADAC rechnet zwar nicht mit einer physischen Knappheit – allerdings könnte es für Autofahrer teuer werden. „Treffen eine ohnehin angespannte Dieselversorgung, eine steigende saisonale Nachfrage und die Umstellung auf Winterqualität zusammen, können sich die Preise deutlich erhöhen.“

Stehen neue Rekorde beim Spritpreis bevor?

„Nach aktuellem Stand zeichnet sich ab, dass 2026 das bislang teuerste Tankjahr überhaupt werden könnte und damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 übertreffen würde“, teilte der ADAC weiter mit. Auch in den vergangenen Tagen und Wochen ging es bei den Spritpreisen bergauf, besonders bei Diesel.
Für Diesel mussten Autofahrer am Samstag im Durchschnitt 2,260 Euro je Liter zahlen, wie der ADAC mitteilte. Hier ist der Abstand zum Höchstwert aus dem April mit rund 20 Cent noch relativ groß. Superbenzin der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt derweil 2,165 je Liter. Damit fehlen nur rund vier Cent zum Allzeithoch aus dem März 2022. (dpa/red)
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Widerspruch gegen Iran-Abkommen: Trump droht dem Oman mit Angriffen

US-Präsident Donald Trump hat dem Oman einem US-Journalisten zufolge mit Angriffen gedroht, falls sich das Land einem möglichen US-Abkommen mit dem Iran zur Zukunft der Straße von Hormus „in den Weg stellt“. In diesem Fall „werden wir sie in Grund und Boden bomben“, sagte Trump dem Fox-News-Journalisten Trey Yingst, wie dieser am Montag im Onlinedienst X berichtete. Trump verlangte demnach außerdem die Kapitulation Teherans.

Gespräche und Verhandlungen

Der US-Präsident erklärte Yingst zufolge weiter, dass Gespräche mit den iranischen Revolutionsgarden über geheime Kanäle liefen. Er habe es aber nicht eilig mit einer Einigung. Zu den iranischen Unterhändlern sagte Trump, diese seien „gute Pokerspieler“, sie „werden aber zugrunde gehen“.

Hintergrund: Straße von Hormus

Kurz nach dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hatte Teheran die für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport wichtige Meerenge de facto geschlossen, was die Energiepreise stark in die Höhe trieb.
In den Verhandlungen mit den USA über eine dauerhafte Friedenslösung hatte der Iran immer wieder eine Maut für die Durchfahrt durch die Meerenge ins Spiel gebracht, was die USA vehement ablehnen. Stattdessen hatte Trump am Freitag angekündigt, die Straße von Hormus zum US-Territorium erklären zu wollen.

Iranische Gespräche mit Oman

Neben den Gesprächen mit den USA verhandelt der Iran seit Wochen mit dem Oman über künftige Regelungen für die Schifffahrt. Zuletzt hatte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärt, diese Gespräche befänden sich in der „Endphase“.
Beide Seiten arbeiteten an einer gemeinsamen Erklärung zu dem Thema, erklärte das iranische Außenministerium am Montag.Vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran galt die Straße von Hormus als offene internationale Wasserstraße, Gebühren für Schiffe wurden nicht erhoben. Ein Großteil der Schifffahrtsrouten verläuft durch omanische Gewässer. (afp/red)
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Höhere Preise und Engpässe: Niedrigwasser trifft Bauherren

Das Rekord-Niedrigwasser im Rhein und an anderen Flüssen hat Folgen auch für Bauherren. Da Transportschiffe deutlich weniger laden können, verzögern sich Lieferungen für die Baubranche, während die ohnehin hohen Materialpreise nochmals Auftrieb bekommen.
„Wir sehen etwa, dass Transporte auf dem Wasser zunehmend schwieriger werden. Das führt auch zu Problemen beim Bau von Mehrfamilienhäusern oder Schulen, da Lieferzeiten sich verlängern“, sagte der Präsident des Verbands Baugewerblicher Unternehmer Hessen, Thomas Reimann, der Deutschen Presse-Agentur. „Sand und Kies, die sonst oft per Schiff in großen Mengen zu den Betonwerken gelangen, werden knapper und somit teurer.“
Noch sei der Preisanstieg eher überschaubar, aber Baumaterialien und insbesondere Transporte hätten sich in den vergangenen Jahren schon stark verteuert. „Wir erleben mit dem Niedrigwasser den dritten Preisanstieg innerhalb weniger Jahre nach der Energiekrise im Ukrainekrieg und dem Iran-Konflikt“, sagte Reimann. „Und erfahrungsgemäß bleiben viele Preisanhebungen dauerhaft.“

Lieferung per Schiff nur schwer ersetzbar

Auch der Bauindustrieverband HDB warnt vor den Folgen des Niedrigwassers. „Lieferengpässe für erste Baustoffe sind von den Lieferanten bereits angekündigt worden für den Fall, dass die Situation noch länger anhält, wovon derzeit auszugehen ist.“ Wegen der niedrigen Wasserstände schrumpften die Transportkapazitäten für wichtige Güter am Bau, die in großen Mengen per Schiff transportiert werden – darunter Bitumen, Split und Natursteine, aber auch Brenn- und Kraftstoffe sowie mineralische Bauabfälle.
„Im Extremfall werden zusätzliche Schiffe benötigt oder Transporte müssen teilweise doch auf Schiene und Straße verlagert werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller der dpa. Das sei aber nur begrenzt möglich und meist deutlich teurer. „Für Bauprojekte kann das zu höheren Material- und Logistikkosten sowie im ungünstigsten Fall zu Verzögerungen im Bauablauf führen.“ So sei der Preis für Bitumen nochmals gestiegen, nachdem das Bindemittel für Asphalt schon mit dem Iran-Krieg teurer geworden war.
Müller erwartet zwar nicht flächendeckend Stillstand auf Baustellen, doch das Risiko für Engpässe, höhere Logistikkosten und Verzögerungen steige, je länger das Niedrigwasser dauere.
Der Anstieg der Baukosten, der sich dem Statistischen Bundesamt zufolge dieses Jahr beschleunigte, ist ein wichtiger Grund, warum gerade der Wohnungsbau stockt. Geschätzt fehlen rund eine Million Wohnungen in Deutschland, was die Mieten besonders in Städten steigen lässt. Die Baukosten seien auf ein „unsägliches Niveau“ gestiegen, kritisierte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) unlängst in Frankfurt und kündigte mehrere Gegenmaßnahmen an.

Mehr Recycling-Baustoffe als Chance?

Reimann, der selbst Bauunternehmer ist, sieht mehr Nachhaltigkeit am Bau als Chance, um auf gestiegene Preise auch wegen des Niedrigwassers zu reagieren. Schon jetzt rechneten sich viele Bauprojekte wegen der gestiegenen Zinsen und teuren Materialien kaum noch. „Eine Lösung wäre, auf den teuren Abriss von Gebäuden zu verzichten, sondern die Hülle stehenzulassen.“ Zudem müssten mehr leere Büros in Wohnraum umgewandelt und mehr recycelte Baustoffe verwendet werden.
Dem stünden aber rechtliche Hürden entgegen. „So lange wir in Deutschland recycelte Baustoffe, etwa aus Bauschutt, als Abfall klassifizieren, werden wir keinen Bauherren überzeugen können, diese in sein Haus einzubauen“. Auch gebe es Betonarten, bei denen Recycling-Material beigemischt werde, doch die Nachfrage sei gering. Die öffentliche Hand müsse mit mehr Ausschreibungen für Recycling-Baustoffe vorangehen, meint Reimann. „Die Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur sind hier eine große Chance.“

Hohe rechtliche Hürden

HDB-Hauptgeschäftsführer Müller sieht nachhaltiges Bauen als wichtigen Hebel, um die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Für die großen Aufgaben wie Wohnraum, Infrastruktur und Energiewende reichten Recycling-Baustoffe aber bei weitem nicht aus. „Darüber hinaus ist es oft die öffentliche Hand, die die Verwendung von Recycling-Baustoffen in ihren Ausschreibungen explizit ausschließt.“
Zudem könnten auch Recycling-Baustoffe wegen des Niedrigwassers derzeit nur teurer und schwieriger befördert werden. Mehr Nachhaltigkeit sei daher keine kurzfristige Antwort auf die aktuellen Probleme. Müller fordert, Engstellen im Mittelrhein müssten endlich gezielt beseitigt werden. Die sogenannte Abladeoptimierung könne extremes Niedrigwasser nicht verhindern. „Sie könnte aber die Transportkapazität und Planbarkeit der Binnenschifffahrt bei niedrigen und mittleren Wasserständen spürbar verbessern.“ (dpa/red)
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Niedrigwasser: Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat steigende Preise vorhergesagt als Folge des Niedrigwassers auf deutschen Flüssen und die dadurch verursachten Transportprobleme. „Bei ineffizienter Rationierung kann Niedrigwasser die Preise auch unnötig in die Höhe treiben“, sagte Grimm dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „In der Chemie gibt es Effekte, auch im Energiemarkt.
Der Transport von Öl zu Raffinerien ist von den niedrigen Pegelständen betroffen.“ Wie stark die Preise bei verschiedenen Grundstoffen reagieren, hänge davon ab, welche Lagerkapazitäten die Unternehmen jeweils aufgebaut haben.
Im Hinblick auf Anpassungen an den Klimawandel kritisierte Grimm eine mangelnde Weitsicht in der Politik. Das Sonntagsfahrverbot für Lkw zu lockern, sei zwar eine richtige Maßnahme, „allerdings wäre es gut, wenn man auf solche Situationen vorbereitet wäre, anstatt ad hoc Notmaßnahmen zu diskutieren“, so Grimm.
Diese Auswirkungen des Klimawandels seien vorhersehbar. „Politik macht keinen guten Eindruck, wenn sie sich von Krise zu Krise hangelt und nicht systematisch Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt.“
Die Transportprobleme durch Niedrigwasser ließen sich auch nicht einfach durch eine Vertiefung von Flüssen lösen. Diese Option müsse man sorgfältig evaluieren – und dabei auch ökologische Folgen berücksichtigen. „Vertiefungen an einzelnen Stellen der Fahrrinnen könnten angezeigt sein, aber eine Vertiefung schafft ja kein zusätzliches Wasser.“ Die Politik solle daher auch Pläne zur Priorisierung von Transporten ausarbeiten.

Lage unverändert

Das Niedrigwasser des Rheins hat derweil in Düsseldorf einen historischen Tiefststand erreicht. Der Pegelstand sank erstmals in den Negativbereich, wie aus den aktuellen Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht. Am Sonntagmorgen ist demnach in Düsseldorf der Pegelstand auf minus 1 Zentimeter zurückgegangen. Die Fahrrinne ist deutlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer.
Im Verlauf der neuen Woche wird ein leichter Anstieg des Pegelstandes auf 10 Zentimeter erwartet. Der Wasserstand des Rheins wird damit aber auch weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben. Wie die Behörde mitgeteilt hatte, fahren kaum noch Schiffe.
Das Niedrigwasser setzt nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) vor allem die chemische Industrie unter Druck. Zwar würden über den Rhein häufig geringwertige Massengüter wie Kohle, Sand oder Bergbauprodukte verschifft, sagte eine Sprecherin der „Rheinischen Post“ (Montag).
„Allerdings verbindet der Rhein auch zahlreiche die großen Standorte der Chemischen Industrie, in denen petrochemische Vorprodukte weiterverarbeitet werden.“ Ohne Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz der Wasserstraßen könne die Binnenschifffahrt ihre Vorteile künftig nicht mehr ausspielen.

DB Cargo will alte Güterwaggons reaktivieren

Die Bahn-Tochter DB Cargo will derweil nach Informationen der „Rheinischen Post“ auch alte Güterwaggons reaktivieren, um ausfallende Schiffstransporte zu kompensieren.
In einem der Zeitung vorliegenden Papier heißt es, zusätzlich werde „die Reaktivierung dauerhaft abgestellter Güterwagen geprüft und vorbereitet“. DB Cargo könne „unmittelbar“ 900 Wagen mobilisieren, 300 davon sofort. 900 Wagen könnten laut DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg 200 Binnenschiffe ersetzen.
Der Fahrgastverband Pro Bahn bewertet dies positiv, fürchtet aber, dass das zu Einschränkungen im Personenverkehr führen könnte. „Mehr Güter auf die Schiene: ja. Weniger Züge für Fahrgäste: nein“, sagt Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Verbandes laut einer Mitteilung. „Regional- und Fernverkehr dürfen weder ausgedünnt noch unzuverlässiger werden. Wer Güter- und Personenverkehr um dieselben knappen Trassen kämpfen lässt, hat den Ausbau zu lange verschleppt.“
Iffländer nimmt auch die Unternehmen in die Verantwortung: „Niedrigwasser am Rhein ist kein überraschendes Ereignis. Wer seine Lieferketten trotzdem so aufstellt, dass bei Niedrigwasser hektisch nach zusätzlichen Transportkapazitäten gesucht werden muss, hat nicht ausreichend vorgesorgt“, so der Chef von Pro Bahn. „Hektik im Krisenfall ersetzt keine langfristige Logistikstrategie.“
Der Landesvorsitzende Rheinland-Pfalz/Saarland des Verbandes, Noah Wand, kritisiert zudem die politischen Prioritäten: „Sobald wirtschaftliche Lieferketten unter Druck geraten, findet kurzfristig eine Ministerrunde statt.
Fahrgäste warten dagegen oft vergeblich auf Gehör.“ Was im Güterverkehr kurzfristig möglich gemacht wird, darf im Personenverkehr nicht an fehlender Infrastruktur oder starren Rahmenbedingungen scheitern.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) setzt sich wegen des Niedrigwassers dafür ein, Schiffsfracht auf Schienen und Straßen zu verlagern. (dpa/red)
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Trump: Straße von Hormus soll „schon bald“ US-Territorium werden – Iran widerspricht

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und spielt eine zentrale Rolle im aktuellen Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die strategisch wichtige Meerenge nach einem Sieg über den Iran zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären zu wollen.
Bei einer politischen Veranstaltung in New York kündigte Trump an, dieser Schritt werde „schon bald“ erfolgen. „Nachdem wir den Iran besiegt haben, der gerade sehr deutlich besiegt wird, werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären“, sagte der US-Präsident.
Trump machte zunächst keine Angaben dazu, wie ein solcher Gebietsanspruch rechtlich oder praktisch umgesetzt werden soll. Die Äußerung dürfte jedoch den Streit um die Kontrolle der Meerenge weiter verschärfen.

Trump beansprucht Kontrolle über wichtige Handelsroute

Trump hatte bereits zuvor erklärt, die USA hätten „vollständige Kontrolle“ über die Meerenge. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Ich denke, wir werden sie behalten.“ Die US-Seeblockade bezeichnete er als „eine Mauer aus Stahl“ und fügte hinzu: „Es gibt nichts, was der Iran dagegen tun kann.“
Bei seiner Rede verteidigte Trump zudem den US-Militäreinsatz gegen den Iran. Washington könne „nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt“. Den Iran bezeichnete er als „den weltweit führenden staatlichen Sponsor des Terrorismus“. Zugleich erklärte Trump, die Amerikaner zahlten „ein winziges bisschen mehr für ihr Benzin“, damit „ein sehr böses Land“ keine Atomwaffe bekomme.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und zählt zu den wichtigsten Transportwegen für Öl und Gas weltweit. Rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots passieren die Meerenge auf dem Weg zu den internationalen Märkten.
Oman und Iran verhandeln über Schifffahrt in der Meerenge. (Archivbild)

Oman und Iran verhandeln über Schifffahrt in der Meerenge. (Archivbild)

Foto: Wen Xinnian/Xinhua/dpa

Iran weist Trumps Anspruch zurück

Die iranische Führung wies Trumps Äußerungen entschieden zurück. Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte: „Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben.“ Die für die Weltwirtschaft wichtige Meerenge werde „nur auf Befehl des Iran geöffnet und geschlossen“.
Teheran betrachtet die Straße von Hormus als Teil seiner Hoheitsgewässer. Nach internationalem Recht gilt die Meerenge jedoch als internationale Wasserstraße, durch die Schiffe grundsätzlich frei passieren können.
Zuletzt versuchte der Iran, Gebühren für die Durchfahrt zu erheben. Zudem drohte Teheran damit, die Meerenge geschlossen zu halten, solange die USA mehrere Forderungen nicht erfüllen. Dazu zählen unter anderem die Beendigung der US-Angriffe, das Ende der Seeblockade und die Aufhebung der Sanktionen.

Schiffsverkehr erheblich beeinträchtigt

Seit Beginn des Krieges zwischen dem Iran sowie den USA und Israel ist der Schiffsverkehr in der Meerenge erheblich gestört. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate wurde zuletzt erneut ein Schiff des staatlichen Ölkonzerns Adnoc angegriffen. Verletzte wurden dabei nicht gemeldet.
Die Störungen haben die Energiepreise weltweit beeinflusst. In den USA lag der durchschnittliche Benzinpreis am 14. August laut dem amerikanischen Automobilverband bei 4,08 Dollar (rund 3,50 Euro) pro Gallone (rund 4 Liter). Vor Beginn des Konflikts Ende Februar waren es demnach 2,98 Dollar (rund 2,55 Euro).

Waffenruhe und Verhandlungen unter Druck

Trumps Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Bemühungen um ein Ende des Konflikts ins Stocken geraten sind. Eine vereinbarte 60-tägige Waffenruhe läuft am Wochenende aus. Ob sie verlängert wird oder eine neue Vereinbarung zustande kommt, ist bislang offen.
Die Straße von Hormus ist an ihrer schmalsten Stelle nur rund 39 Kilometer breit. Iran und Oman beanspruchen jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone. Dadurch überschneiden sich die Hoheitsgewässer der beiden Anrainerstaaten.
Die US-Regierung hat zuletzt signalisiert, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran weiter erhöhen zu wollen. Finanzminister Scott Bessent erklärte, Washington strebe eine „wirtschaftliche Isolation“ des Landes an.
„Wir sind von Epic Fury zu Economic Fury übergegangen. Und auf Anweisung des Präsidenten haben wir das Niveau noch einmal erhöht“, sagte Bessent. Zugleich kündigte er weitere Maßnahmen an: „Wir werden Maßnahmen ergreifen, wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes noch nie gesehen wurden.“
Nach seinen Angaben sollen verstärkter wirtschaftlicher Druck und anhaltende Seebeschränkungen miteinander verbunden werden. Diese sollen den Warenverkehr in den Iran und aus dem Land heraus verhindern.

US-Finanzminister Scott Bessent spricht bei einem Treffen im US-Finanzministerium in Washington, D.C. am 29. Mai 2025. Bessent nahm an einer öffentlichen Sitzung der Kommission für Finanzbildung und -aufklärung teil.

Foto: Anna Moneymaker/Getty Images.

Umsetzung von Trumps Vorstoß unklar

Ob Trump seinen angekündigten Gebietsanspruch tatsächlich umsetzen will, bleibt offen. Bereits zuvor hatte er eine stärkere Kontrolle der Straße von Hormus gefordert und zeitweise eine Maut für die Durchfahrt in Aussicht gestellt. Eine weitere Eskalation könnte den internationalen Schiffsverkehr beeinträchtigen und die Öl- und Energiepreise weltweit weiter steigen lassen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Says He’ll Declare the Hormuz Strait a US Territory ‘Pretty Soon’“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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Iran an Trump: „Die Straße von Hormus bleibt blockiert“

Der Iran hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump widersprochen, wonach die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus hätten.
Die Behauptungen und Posts von US-Amtsträgern zur Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus änderten nichts an der Realität, erklärte Irans neue Behörde für die Meerenge (PGSA) auf der Plattform X. „Die Straße von Hormus bleibt blockiert und wird erst wieder geöffnet, wenn die Bedingungen des Irans akzeptiert werden.“
Trump hatte zuletzt wiederholt erklärt, die USA hätten die volle Kontrolle über die Meerenge. „Sie gehört uns“, sagte er am Dienstagabend. Die Iraner hätten keine Kontrolle. Irgendwann würden die Iraner „vielleicht etwas unternehmen, und dann werden sie hinweggefegt“.

UKMTO: Zahl der Schiffspassagen durch Hormus weiter gering

Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) berichtete zuletzt, Angriffe und Bedrohungen durch Irans Revolutionsgarden in der Meerenge hielten an.
Sie zeigten, dass der Iran seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten behaupten und den Druck auf durchfahrende Schiffe aufrechterhalten wolle. Es bestehe weiterhin das Risiko treibender oder nicht kartierter Minen. Handelsschiffe verkehrten nur auf reduziertem Niveau.
Die Kriegsparteien ringen schon länger um die vollständige Wiedereröffnung der faktisch blockierten Straße von Hormus.
Der Iran verlangte dafür zuletzt neben einem Ende sämtlicher US-Drohungen gegen das Land, einer Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen sowie einem Abzug der US-Streitkräfte aus der Region unter anderem eine vollständige Entschädigung für die Kriegsschäden. (dpa/red)
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Niedrigwasser: Binnenschiffer legen Drei-Punkte-Plan vor

Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers in den Flüssen hat der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) einen Drei-Punkte-Plan vorgelegt.
Es müsse vor allem die Förderung von niedrigwasseroptimierten Schiffen auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden, forderte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen in der „Rheinischen Post“.
Zweitens müssten die Fahrrinnen an Mittel- und Niederrhein in maximal möglichem Tempo ausgebaut werden. Und drittens müsse das Wasser im Rhein stärker gestaut werden können.

Binnenschifffahrt nicht ersetzbar

„In einer Koordinierungsrunde des Bundesverkehrsministeriums zum Niedrigwasser ist am Mittwoch deutlich geworden, dass Binnenschiffe nicht so einfach ersetzt werden können“, sagte Schwanen.
„Weder die Bahn, noch Lkw-Speditionsunternehmen können ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stellen, um die Güter von den Schiffen ohne Einschränkungen transportieren zu können.“
Deshalb habe sein Verband einen Drei-Punkte-Plan vorgeschlagen: „Erstens ist es aus unserer Sicht unerlässlich, dass das Bundesverkehrsministerium die Förderung von niedrigwasseroptimierten Schiffen ab Januar fortsetzt und nicht wie geplant auslaufen lässt.“ Es gebe derzeit in Deutschland lediglich zwölf solcher Schiffe, die aber auch nicht frei verfügbar seien.
Die Pegelstände im Rhein in NRW wie hier in Duisburg fallen weiter

Die Pegelstände im Rhein in NRW wie hier in Duisburg fallen weiter

Foto: Federico Gambarini/dpa

Arbeiten am Rhein notwendig

„Zweitens müssen die Fahrrinnen an Mittel- und Niederrhein in maximal möglichem Tempo ausgebaut werden. Das würde 20 Zentimeter mehr Wasser unterm Kiel bringen“, erklärte Schwanen. „2033 ist als Zieldatum viel zu spät mit Blick auf kommende Sommer.“
„Und drittens müssen die Behörden des Bundesverkehrsministeriums rasch Möglichkeiten finden, das Wasser im Rhein stärker stauen zu können“, sagte der BDB-Geschäftsführer. „Zurzeit rauscht das Wasser im Rhein ab Schleuse Iffezheim ungebremst in Richtung Niederlande.“
Sobald es acht Wochen nicht regne, komme es zu den aktuellen Niedrigwasserständen. „Es müssen Ideen entwickelt werden, das Wasser länger im Fluss zu halten.“

Es geht nicht nur um die Schifffahrt

Schwanen verwies darauf, dass es nicht nur um die Schifffahrt gehe: „Massenhaftes Fischsterben, vertrocknete Auen, hohe Wassertemperaturen und zu wenig Sauerstoff bringen den Rhein als Habitat an seine Grenzen. Das geht uns alle an.“
Die großen deutschen Flüsse haben wegen der anhaltenden Trockenheit an vielen Orten Niedrigwasser. Am Rhein maßen die Pegel am Wochenende in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände.
Die niedrigen Pegelstände stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren oder sogar gar nicht mehr fahren können. (afp/red)
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Küstenwache: Sechs Tote bei Huthi-Angriffen auf Frachter vor der Küste des Jemen

Bei zwei aufeinanderfolgenden Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz auf einen Frachter nahe der Meerenge Bab al-Mandab sind der jemenitischen Küstenwache zufolge mindestens sechs Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden.
Zunächst seien vier Besatzungsmitglieder der „Tihamah“ bei einer ersten Attacke ums Leben gekommen. Anschließend seien bei einem zweiten Angriff zwei Angehörige der Rettungskräfte getötet worden.

Frachter gerät in Brand

Die erste Attacke habe einen Brand auf dem mit Nahrungsmitteln beladenen Frachter ausgelöst, erklärte die Küstenwache. Bei den vier getöteten Besatzungsmitgliedern handelte es sich demnach um drei Pakistaner und einen Indonesier.
Der zweite Angriff traf laut Küstenwache den Ort des Rettungseinsatzes und forderte dort „Tote und Verletzte unter den beteiligten Kräften“.

Widersprüchliche Angaben zur Ladung

Medien der Huthis bestätigten einen Angriff vor der jemenitischen Küste. Demnach transportierte das Schiff saudiarabische Militärausrüstung. Eine offizielle Stellungnahme der Huthi-Miliz lag zunächst nicht vor.
Das jemenitische Verkehrsministerium machte die „Huthi-Terrormilizen“ für die Toten, Verletzten und Schäden an dem Schiff verantwortlich. Das Schiff sei beim Durchqueren der Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden angegriffen worden.

Unterschiedliche Angaben zu den Opferzahlen

Das britische Sicherheitsunternehmen Vanguard nannte unterdessen eine niedrigere Opferzahl von drei Toten. Demnach wurden beim ersten Angriff zwei Besatzungsmitglieder getötet und vier weitere verletzt.
Die zur Unterstützung des Schiffes entsandte Küstenwache sei anschließend unter Beschuss geraten. Dabei sei ein weiterer Mensch getötet worden.

Huthis kündigten Seeblockade gegen Saudi-Arabien an

Die Huthi-Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Seither griff sie nach eigenen Angaben saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich an.
Vergangene Woche waren bei den folgenschwersten Huthi-Angriffen seit Jahren im Jemen Dutzende Menschen getötet worden.
Die Angriffe auf die Schifffahrt und saudiarabische Ölanlagen erfolgen parallel zu Teherans weitgehender Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus. (afp/red)
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Pegel, Kaub, Fahrverbot, Produktionskürzungen: Was zum Niedrigwasser wichtig ist

Niedrigwasser am Rhein, sinkende Pegelstände, weniger Ladung für Schiffe: In diesen Tagen häufen sich Meldungen über die niedrigen Wasserstände. Was bedeuten die Zahlen?
Warum ist ausgerechnet der Pegel in Kaub so wichtig – und ab wann wird Niedrigwasser zum Problem für die Schifffahrt? Stehen nun Produktionskürzungen an? Ein Überblick.

Niedrigwasser, Pegelwert und Fahrrinnentiefe

Wenn ein Fluss einen Wasserstand erreicht, der deutlich unter dem durchschnittlichen Wert liegt, spricht man von Niedrigwasser. Laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sind schwankende Wasserstände im Jahresverlauf nicht ungewöhnlich und abhängig von Regen, Temperaturen, Gletschern und Schneeschmelze.
Der Pegelwert gibt Aufschluss darüber, wie hoch das Wasser an einer bestimmten Stelle steht. Gemessen wird dabei von einem festgelegten Bezugspunkt, dem sogenannten Pegelnullpunkt.
Der Pegelstand gibt deshalb nicht direkt an, wie tief der Fluss ist. Wenn der Pegelstand im rheinland-pfälzischen Kaub bei 16 Zentimetern liegt, bedeutet das, dass der Wert 16 Zentimeter über dem festgelegten Nullpunkt liegt.
Schiffe fahren im Rhein in der vorgesehenen Fahrrinne - solange sie noch tief genug ist.

Schiffe fahren im Rhein in der vorgesehenen Fahrrinne – solange sie noch tief genug ist.

Foto: Christoph Reichwein/dpa

Für die Schifffahrt ist vor allem die Fahrrinnentiefe entscheidend. Die Fahrrinne ist der Bereich des Flusses, in dem im Normalfall bestimmte Breiten und Tiefen für den Schiffverkehr vorhanden sind.
Je nach Abschnitt des Rheins gibt es Unterschiede. In Kaub ist die Fahrrinne bei einem Pegelstand von 16 Zentimetern rechnerisch 129 Zentimeter tief.

Ein 1.500-Tonnen-Binnenschiff ersetzt rund 60 Lkw

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stehen notgedrungen Produktionskürzungen an. „Südlich von Kaub droht jetzt ein komplettes Abschneiden der Transportwege und damit eine Zweiteilung des Rheins“, sagte IW-Verkehrsexperte Thomas Puls der „Rheinischen Post“.
„Da weder Straße noch Schiene in der Lage sind, die anfallenden Güter aufzunehmen, besteht die wahrscheinlichste Reaktion der Grundstoffindustrien in einer Produktionsreduktion.“
Erste Einschränkungen meldet bereits der Chemiekonzern Covestro, wo der „Rohstoff- und Warenverkehr derzeit erheblich eingeschränkt“ ist, wie ein Unternehmenssprecher der „Rheinischen Post“ sagte.
„Schiff-Transporte über den Rhein sind auf der Straße praktisch nicht zu kompensieren, denn ein Binnenschiff mit einer Tragfähigkeit von 1.500 Tonnen ersetzt circa 60 Lkw“, führte der Sprecher an. „Daher lässt sich der Schiffsverkehr nicht vollständig auf die Straße verlagern.“

Landwirtschaft rechnet mit starken Belastungen

Der Bauernverband geht davon aus, dass die Trockenheit die Landwirte finanziell stark belasten wird. Die Auswirkungen der Dürre seien extrem, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er rechne mit erheblichen Ertragseinbußen, nicht nur beim Getreide, sondern auch bei den Herbstkulturen und im Futterbau.
Die unterdurchschnittlichen Erträge in Verbindung mit niedrigen Erzeugerpreisen und hohen Kosten, etwa für Diesel, würden die Liquidität vieler Betriebe enorm belasten. „Nicht wenige Betriebe brauchen Sonder- oder Zwischenfinanzierungen zur Sicherung der Liquidität und zum Fortbestand des Betriebes“, sagte Rukwied.

Kaub ist ein Nadelöhr der Rheinschifffahrt

Sehr oft wird der Pegel Kaub für Meldungen herangezogen. Kaub liegt im Mittelrheinabschnitt zwischen St. Goar und Budenheim bei Mainz. Dieser Flussabschnitt stellt dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt zufolge ein Nadelöhr für die Rheinschifffahrt dar.
Dort sei die Fahrrinne schlechter ausgebaut als stromaufwärts und stromabwärts. Schiffe können diesen Abschnitt jedoch nicht einfach überspringen oder umfahren – sie müssen sich nach den dortigen Gegebenheiten richten.
Auch die Industrie- und Handelskammern für Rheinhessen und Pfalz sehen in Kaub einen Engpass, der die Transportkapazitäten auf dem Rhein begrenzt.
Vor der aktuellen Niedrigwasserphase lag der niedrigste gemessene Wert bei 25 Zentimeter am 22. Oktober 2018. Dieser Tiefstwert ist Geschichte: Nun sank der Wert auf 16 Zentimeter. Sogar einstellige Werte seien möglich.

Schifffahrtsamt warnt vor Unbefahrbarkeit

Der Binnenschifffahrt-Bundesverband warnt, dass die gewerbliche Schifffahrt bei derart niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen könne. Gleiches gelte für die Tagesausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein sieht diesen Punkt für viele Schiffsklassen schon erreicht. Die meisten Schiffe können demnach bei den herrschenden Wasserständen den Mittelrhein schon nicht mehr befahren.
Mit weiter fallenden Wasserständen werde über kurz oder lang der Schiffsverkehr entlang des Mittelrheins ganz zum Erliegen kommen.
Die Wasserstände im Rhein sind wegen der anhaltenden Trockenheit stark gesunken.

Die Wasserstände im Rhein sind wegen der anhaltenden Trockenheit stark gesunken.

Foto: Thomas Frey/dpa

Ein behördliches Fahrverbot gibt es bei Niedrigwasser nicht. Für die sichere Beladung und Fahrt ist der Schiffsführer verantwortlich, wie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung informiert. Wie stark ein Schiff beladen werden kann, hängt unter anderem vom aktuellen Wasserstand und der verfügbaren Fahrrinnentiefe ab.
Anders ist es bei Hochwasser: Wird die sogenannte Hochwassermarke II erreicht oder überschritten, wird die Schifffahrt auf dem jeweiligen Streckenabschnitt eingestellt. (dpa/afp/dts/red)
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Kriegswracks, Minen, Mammutknochen: Die Donau als Asservatenkammer der Geschichte

Der Rekord-Tiefstand der Donau wirft für die Anrainerstaaten erhebliche Probleme auf. Flusskreuzfahrtschiffe kommen nicht mehr weiter, Frachtschiffe fahren mit minimaler Ladung. Die Landwirtschaft muss gestiegene Kosten für die Bewässerung hinnehmen, Ernteverluste drohen.
Zugleich wartet der große Strom mit einem spektakulären Phänomen auf: Dinge, die sonst in den Tiefen des Gewässers verborgen bleiben, werden plötzlich sichtbar. Es ist, als ob der Fluss seine manchmal grausamen, manchmal bizarren Geheimnisse preisgäbe.

Was da alles so zum Vorschein kommt

In der ungarischen Donau-Metropole Budapest exhumierten Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Gebeine zweier Soldaten der deutschen Wehrmacht. Auch ein Motorrad und eine Tellermine aus dem Zweiten Weltkrieg kamen zum Vorschein.
Das Niedrigwasser der Donau legte ein Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg frei - sowie die sterblichen Überreste zweier Wehrmachtssoldaten.

Das Niedrigwasser der Donau legte ein Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg frei – sowie die sterblichen Überreste zweier Wehrmachtssoldaten.

Foto: Gabor-Kohlrusz/Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge/dpa

Das Motorrad und die Erkennungsmarken der beiden toten Soldaten seien gut erhalten, weil der mit Gasöl vermischte Hafenschlamm an der Fundstelle wie ein Konservierungsmittel wirke, teilte die Organisation mit.
Bei Szob nahe der slowakischen Grenze ragte das Rad eines Pkw aus der ungewöhnlich flachen Donau. Nachdem die Feuerwehr das Gefährt aus dem Gewässer gezogen hatte, stellte sich heraus, dass es sich um einen Opel Corsa handelte, der vor 13 Jahren als gestohlen gemeldet worden war.
Die Boulevardzeitung „Blikk“ machte den Besitzer ausfindig, einen Mann in bescheidenen Verhältnissen, inzwischen zum Rentner geworden. Der unaufgeklärte Diebstahl habe ihn damals in seiner wirtschaftlichen Existenz schwer getroffen, sagte er dem Blatt.

Die Wracks der Nazi-Schiffe bei Prahovo

In Serbien zeigen sich derzeit die Wracks von Kriegsschiffen der deutschen Marine aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Phänomen ist schon länger bekannt, weil die Wracks bei Prahovo immer wieder in Sommern mit niedrigen Wasserständen freigelegt werden.
In der flachen Donau werden bei Prahovo in Serbien die Wracks von Nazi-Kriegsschiffen sichtbar.

In der flachen Donau werden bei Prahovo in Serbien die Wracks von Nazi-Kriegsschiffen sichtbar.

Foto: Darko Vojinovic/AP/dpa

Ihre besondere Häufung in dem Donauabschnitt unmittelbar vor dem sogenannten Eisernen Tor – einem Durchbruchstal der Donau an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien – erklärt sich damit, dass die deutsche Marine ihre Schiffe kurz vor Kriegsende dort selbst versenkt hatte.
Die Wracks sollten eine Barriere für die Sowjets bilden, die die auf dem Rückzug befindliche Wehrmacht verfolgten.
Das Niedrigwasser der Donau lüftet aber auch prähistorische Geheimnisse. Bei dem bulgarischen Donaudorf Rjachowo, unweit der Stadt Russe, entdeckte ein Anwohner auf dem Flussboden die Knochen eines Mammuts, wie das Bulgarische Nationale Fernsehen BNT berichtete.
Das Regionale Geschichtsmuseum von Russe bestätigte, bei dem Fund handele es sich um einen Unterkiefer, zwei Stoßzähne und eine Rippe eines Mammuts. Experten würden nun daran arbeiten, um die genaue Herkunft und das Alter des urzeitlichen Tiers festzustellen.
Knochen eines Mammuts tauchten im bulgarischen Abschnitt der Donau auf.

Knochen eines Mammuts tauchten im bulgarischen Abschnitt der Donau auf.

Foto: —/Regionales Geschichtsmuseum Russe an der Donau/dpa

Die Gefahren der Relikte

Manche der Funde weisen ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial auf. Zur Bergung der beiden toten Wehrmachtssoldaten in Budapest rückte auch der Kampfmittelräumdienst aus.
Eine in ihrer Nähe befindliche Tellermine 35, eine Waffe für die Abwehr von Panzern, wurde als potenzieller Gefahrenherd identifiziert. Kriegswaffen dieser Art, die ihre tödliche Wirkung mit Sprengstoffladungen erzielen, bleiben über Jahrzehnte intakt.
Einige Schiffswracks von Prahovo in Serbien bedrohen bei niedrigen Wasserständen die Donau-Schifffahrt. Die Kapitäne müssen geschickt an ihnen vorbei navigieren.
Die EU fördert deshalb ein Programm, um die besonders ungünstig platzierten alten Nazi-Schiffe nach und nach aus dem Wasser zu ziehen. Von 21 dazu ausersehenen Wracks seien bis April dieses Jahres 7 geborgen worden, berichtete die Website des staatlichen Fernsehens RTS.
Nahe der slowakischen Gemeinde Virt östlich von Bratislava lag am letzten Montag an einer ausgetrockneten Stelle des Donau-Flussbetts eine britische Anti-Schiffs-Mine aus dem Zweiten Weltkrieg. Die slowakische Polizei sperrte den Flussabschnitt für die gesamte Schifffahrt. Die Behörde wollte sich auf kein unnötiges Risiko einlassen.

Eine kontrollierte Unterwassersprengung am Flussbett der Donau im Dorf Izvoarele am 3. August 2026. Die Sprengung diente dazu, das Flussbett zu vertiefen und eine größere Wassermenge zu den Kühlsystemen des Kernkraftwerks Cernavoda umzuleiten.

Foto: Daniel Mihalescu/AFP via Getty Images

Was uns die Funde über die Geschichte verraten

Für große Schriftsteller wie den Italiener Claudio Magris (geb. 1939) oder den Ungarn Peter Eszterhazy (1950-2016) ist die Donau nicht bloß ein Fluss, sondern eine Metapher für den gemeinsamen Kultur- und Gedächtnisraum der an ihren Gestaden lebenden europäischen Völker.
Die Funde im ausgetrockneten oder kaum mit Wasser bedeckten Flussbett konfrontieren uns mit der Geschichte dieses ostmitteleuropäischen Raumes.
In seinem Buch „Donau. Biographie eines Flusses“ (1986) hebt Magris das Verbindende des großen Stromes hervor. Er verwehrt sich aber gegen eine Idyllisierung, geht auch auf Kriege, Vertreibungen, Diktaturen ein.
Die toten Soldaten, die Minen, Militärmotorräder und Kriegsschiffe, die der Fluss derzeit freilegt, erzählen von den blutigen Kriegen, die entlang dieser Wasserstraße geführt wurden.

Diese Luftaufnahme zeigt den niedrigen Wasserstand der Donau unterhalb der Vidin-Calafat-Brücke in der Nähe von Vidin, Bulgarien, am 5. August 2026.

Foto: Dimitar Kyosemarliev/AFP via Getty Images

Esterhazy wiederum ging als Meister der Post-Moderne im Roman „Donau abwärts“ (1992) mit dem Objekt seiner Beschreibung spielerisch um. In seiner Prosa verflüchtigen sich alle klaren Festlegungen.
Die Donau steht bei ihm mal für „die Geschichte“, mal für die Literatur, mal für Europa als solches. Wer weiß: Die Story vom gestohlenen Opel Corsa, den das Rinnsal ausspuckte, hätte ihn vielleicht zu neuen Sprachspielen inspiriert. (dpa/red)
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Oman bezeichnet Hormus-Gespräche mit Iran als „positiv“

Oman hat die Gespräche mit dem Iran über die Schifffahrt in der Straße von Hormus als „positiv und konstruktiv“ bezeichnet, zugleich aber vor weiteren Angriffen auf Schiffe gewarnt.
Das Außenministerium in Maskat verurteilte die „wiederholten Angriffe“ auf Schiffe in der Meerenge, ohne den Iran ausdrücklich zu nennen. Die Warnung erfolgte vor dem Hintergrund einer Serie von Angriffen, für die unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate den Iran verantwortlich machen.

Oman-Gespräche nähern sich der „Endphase“

Das omanische Außenministerium rief dazu auf, Handlungen zu unterlassen, die den diplomatischen Prozess gefährden könnten.
Der Iran hält die strategisch wichtige Meerenge, durch die vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte verlief, faktisch blockiert.
Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Samstag, die Gespräche mit Oman näherten sich der „Endphase“. Dies sei jedoch „kein Zeichen für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus“. Dafür müssten weitere Bedingungen erfüllt werden.
Auch die iranischen Revolutionsgarden betonten, die Öffnung der Meerenge sei von den Gesprächen mit Oman getrennt zu betrachten.

Schiffe beschossen

Am Samstag wurde unterdessen ein zweites Schiff in der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen. Das Schiff sei von einem „Geschoss unbekannter Herkunft“ getroffen worden, teilte die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO mit. Ein dadurch ausgelöster Brand sei gelöscht worden. Die Besatzung sei unverletzt.
Wenige Stunden zuvor hatten die Vereinigten Arabischen Emirate den Iran für einen Raketenangriff auf einen Tanker des staatlichen Ölkonzerns ADNOC verantwortlich gemacht.
ADNOC zufolge wurden seit Beginn des Iran-Kriegs 15 Schiffe des Konzerns in der Straße von Hormus angegriffen, drei davon allein in dieser Woche. (afp/red)
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Niedrigwasser: Bilger bringt Aufhebung des Lkw-Fahrverbots ins Spiel

Wegen des Niedrigwassers in deutschen Flüssen hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) als Notfallmaßnahme eine vorübergehende Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für Lastwagen ins Spiel gebracht.
„Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass wir Sonn- und Feiertagsfahrverbote für Lkw aufheben, wenn es nötig sein sollte“, sagte Bilger am Donnerstag, den 6. August, dem Fernsehsender Phoenix. Am frühen Nachmittag begann in Bonn ein Spitzengespräch zum Niedrigwasser.
Die niedrigen Pegelstände sind unter anderem ein Problem für die Binnenschifffahrt. Die Schiffe können derzeit deutlich weniger Ladung transportieren. Das erhöht die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind.

Skepsis aus der Logistikbranche

In der Branche stieß Bilgers Vorschlag zur Aufhebung des Sonntagsfahrverbots auf Skepsis. „Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten“, sagte der Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr und Logistik (BGL), Dirk Engelhardt, der „Rheinischen Post“.
Man könnte allenfalls besonders wichtige Transporte vorziehen. Die verfügbare Lenkzeit erhöhe sich nicht. Zudem fehle es in Deutschland derzeit an mehr als 100.000 Lkw-Fahrern, fügte Engelhardt hinzu.

Zustimmung und Kritik aus der Politik

Der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir nannte eine kurzfristige Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots „sinnvoll“. „In einer akuten Notlage müssen Bund, Länder, Häfen, Bahn und Wirtschaft gemeinsam dafür sorgen, dass wichtige Lieferketten aufrechterhalten werden“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses dem Portal t-online. Zugleich müsse geprüft werden, ob zusätzliche Transportkapazitäten auf der Schiene möglich gemacht werden könnten.
Offen zeigte sich auch die AfD für eine Aufhebung des Verbots. „Es sollte aber nur für die Zeit dieser Niedrigwasserkrise und nur für Transporte bestimmter Güterklassen aufgehoben werden“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Wolfgang Wiehle, t-online.
Die Linke kritisierte den Vorstoß Bilgers scharf. Das Niedrigwasser sei nur ein Vorwand, um das Sonntagsfahrverbot „Stück für Stück auszuhöhlen“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Linken-Fraktion, Jorrit Bosch, zu t-online. „Die Union wollte diese Schutzregel seit Jahren lockern, jetzt wird die Klimakrise dafür instrumentalisiert.“
Das anhaltende Niedrigwasser sei „ein Warnsignal der Klimakrise“. Die Antwort darauf könne nicht sein, noch mehr Lkw auf die Straßen zu schicken, sagte Bosch. Er forderte, Güter auf die Schiene zu verlagern.

Mehr Güter auf die Schiene und Anpassung an Trockenheit

Die Verlagerung zusätzlicher Transporte auf die Schiene wird laut Bilger geprüft. „Wir sind mit der Bahn dazu im Kontakt, wie zusätzlich Güter auf die Schiene verlagert werden können“, sagte er der „Bild“-Zeitung.
Langfristig müsse Deutschland seine Wasserstraßen besser auf die Trockenheit vorbereiten, betonte der Minister. Dazu gehörten der Ausbau von Fahrrinnen sowie Förderprogramme für Binnenschiffe, damit diese auch bei Niedrigwasser mehr Ladung transportieren können. Bilger verwies in der „Bild“ ausdrücklich auf den Klimawandel: „Der Klimawandel findet statt. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass solche Situationen öfter auftreten werden.“

Niedrigwasser am Rhein: Verkehrsminister Bilger fordert Anpassungen der Wasserstraßen an häufigere Trockenperioden. (Archivbild)

Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

Kritik an geplantem Niedrigwasser-Gipfel

In Bonn begann das Spitzengespräch zum Niedrigwasser mit Vertretern von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisierte die fehlende Beteiligung von Umwelt- und Verkehrsverbänden.
Der Verband warnte vor einer weiteren Vertiefung der Fahrrinnen: „Eine solche Maßnahme würde erhebliche finanzielle Mittel binden und die eigentlichen Ursachen nicht lösen – im Gegenteil.“ Tiefere Fahrrinnen beschleunigten den Wasserabfluss und erhöhten die Anfälligkeit der Flusssysteme. Es handele sich daher um eine „Scheinlösung“.
Der verkehrspolitische VCD-Sprecher Michael Müller-Görnert erklärte, es brauche „klimaresiliente Flüsse und einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr“. „Vor allem brauchen wir endlich eine wirksame Klimaschutzpolitik, die den Ausstoß von Treibhausgasen konsequent senkt.“
Die Grünen-Fraktionsvize Julia Verlinden forderte „Notfall-Klimamaßnahmen“, die „sehr kurzfristig die Emissionen von CO2 und Methan senken“. (afp/red)
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5. August: Drohnen am Flughafen Leipzig | Kritik an Wahlkampfauftritten | Festnahmen wegen Großbrand

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Drohnen am Flughafen Leipzig

Zwei Drohnenvorfälle am Flughafen Leipzig/Halle haben die Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Zunächst wurde eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs mit einem unbekannten Sprengsatz gefunden. Spezialkräfte entschärften den Fund. Zudem kollidierte ein zweites unbekanntes Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug, das wegen des Polizeieinsatzes durchstarten musste. Das Flugzeug landete sicher in Hannover.

Kritik an Wahlkampfauftritten

Schauspieler Dieter Hallervorden hat bei mehreren Wahlkampfauftritten für die CDU in Sachsen-Anhalt Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius angegriffen. Dies stößt auf parteiinterne Kritik. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die derzeit regierende CDU liegt in Umfragen deutlich hinter der AfD.

Festnahmen wegen Großbrand

Seit sechs Tagen brennen westlich von Athen Wälder. Tausende Hektar Waldfäche wurden bereits zerstört. Ermittler vermuten Kabelleitungen einer Windkraftanlage als Ursache und nahmen einen Bauunternehmer sowie einen Elektroingenieur fest. Nach dem Betreiber der Windkraftanlage wird gefahndet.

Schifffahrt auf Rhein erschwert

Angesichts des Niedrigwassers im Rhein verlagern viele betroffene Unternehmen der chemischen Industrie ihre Transporte auf die Schiene oder den Lkw. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat für morgen eine Fachkonferenz in Bonn einberufen. Dort will er mit Vertretern der betroffenen Branchen über die aktuelle Lage beraten.

SpaceX auf Billionen-Kurs

SpaceX hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar – rund 6,75 Milliarden Euro. Das Unternehmen setzt auf künstliche Intelligenz, Starlink und Starship. Bis zum Jahr 2030 erwartet Elon Musk einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar. Gleichzeitig bleiben hohe Investitionen und Börsenrisiken.
 
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Niedrigwasser im Rhein: Unternehmen weichen auf Schiene und Lkw aus

Angesichts des Niedrigwassers im Rhein weichen betroffene Unternehmen zunehmend auf Transporte über die Schiene oder per Lkw aus.
Die Bahn-Frachtsparte DB Cargo erklärte, sie stehe „im ständigen Dialog mit Kunden der Branchen, die vom Niedrigwasser auf dem Rhein betroffen sind“. Im Rahmen der Verfügbarkeit der Schienen-Infrastruktur suchten sie mit betroffenen „gemeinsam nach pragmatischen Lösungen“.

Lanxess stellt auf Bahn und Straße um

„Die Lieferungen per Schiff sind stark eingeschränkt und die Schiffe mit deutlich weniger Ladung als üblich unterwegs“, erklärte der in Köln ansässige Spezialchemiekonzern Lanxess. „Da einzelne Lade- und Entladestellen nicht mehr erreichbar sind, stellen wir möglichst auf Bahn- und Straßentransporte um.“
Ein Expertenteam beobachte die Situation kontinuierlich, erklärte Lanxess weiter. Erfolgreich gegengesteuert werde zudem mit einem „flexiblen Logistikmanagement“, sodass die Produktion „bislang ohne größere Einschränkungen laufen kann“.
Niedrigwasser am Rhein in Köln

Niedrigwasser am Rhein in Köln.

Foto: Oliver Berg/dpa

BASF setzt mehr Schiffe ein

Der Chemieriese BASF mit Sitz in Ludwigshafen teilte auf Anfrage mit, der Binnenschifftransport habe „durch den Einsatz einer größeren Anzahl an Niedrigwasser-Schiffen“ weitestgehend aufrechterhalten werden können.
„Durch eine Verlagerung von Mengen auf alternative Transportmittel wie Lkw und Schiene wird die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen gestützt“, fügte der Konzern hinzu. In „Einzelfällen“ komme es angesichts sinkender Pegel zu Lieferengpässen.

ThyssenKrupp: Kundenversorgung nicht gefährdet

Der Stahlproduzent ThyssenKrupp Steel Europe erklärte, dass sich „die anhaltende und sich verschärfende Niedrigwassersituation“ mittlerweile auch auf die Rohstoffversorgung des Duisburger Werks des Konzerns auswirke.
„Unsere eigene Schubschifffahrt wurde aufgrund der niedrigen Pegelstände eingestellt“, teilte das Unternehmen mit. „Derzeit nutzen wir vorsorglich angemietete, externe Schiffe, die wegen ihres niedrigeren Tiefgangs auch bei den aktuellen Wasserständen eingesetzt werden können.“
Die Kundenversorgung sei „aktuell noch nicht gefährdet“, hob der Stahlhersteller hervor. Die weitere Entwicklung und deren Auswirkungen auf Versorgung und Produktion würden fortlaufend bewertet.

Ein Containerschiff fährt am 3. August 2026 auf dem Rhein am Hochofen Schwelgern des Stahlwerks der Thyssenkrupp Steel Europe AG in Duisburg,, vorbei.

Foto: Ina Fassbender/AFP via Getty Images

Evonik: Die meisten Standorte „nicht ernsthaft betroffen“

Der Chemiekonzern Evonik mit Sitz in Essen teilte mit, dass die niedrigen Wasserstände im Rhein die Logistik- und Versorgungsketten vor „große Herausforderungen“ stellten. „Die Transportmengen der Schiffe müssen reduziert werden“, erläuterte das Unternehmen.
„Das hat in einzelnen Fällen auch Auswirkungen auf die Produktion von Evonik im Chemiepark Marl sowie auf andere Unternehmen, die Vorprodukte an Evonik liefern.“
Evonik begegne dieser Entwicklung mit „umfangreichen Vorsorgemaßnahmen“ und verlagere einen Teil der Gütertransporte auf die Schiene oder die Straße. Zudem nutze das Unternehmen Fernleitungen. Die meisten Evonik-Standorte seien vom Niedrigwasser indes „nicht ernsthaft betroffen“.

Konferenz am 6. August in Bonn

Angesichts der niedrigen Pegelstände des Rheins, der ein wichtiger Transportweg für Industrierohstoffe ist, hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für Donnerstag eine Fachkonferenz in Bonn einberufen.
Wie ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin sagte, sind für das für 13:30 Uhr angesetzte Spitzengespräch auch Vertreter der betroffenen Industrien eingeladen. Ziel sei es, „Problemstellungen und Herausforderungen zu identifizieren und dann gemeinsam in eine Umsetzung möglicher Lösungen zu kommen“.

Der Rhein am 4. August 2026 im niederländischen Tolkamer.

Foto: Emiel Muijderman/ANP/AFP via Getty Images

Rheinvertiefung wieder im Gespräch

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) forderte von der Bundesregierung am Mittwoch mehr Tempo bei der Rheinvertiefung am Mittelrhein.
Der Rhein müsse als wichtigste Binnenwasserstraße Deutschlands und zentrale Transportachse für die Belieferung von Unternehmen mit Rohstoffen „auch bei Niedrigwasser verlässlich funktionieren“, erklärte er in Mainz. Ein Schlüsselprojekt wie die Mittelrheinvertiefung müsse daher „jetzt“ angegangen werden, mahnte er.
Bei der Rheinvertiefung gehe es auch um die Versorgung der Bevölkerung, hob Ebling hervor und verwies unter anderem auf die Gefahr höherer Spritpreise an den Zapfsäulen. Zudem sei der Schiffstransport klimafreundlicher als Lkw-Verkehre auf der Straße, erklärte er. (afp/red)
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Niedrigwasser bedroht Wirtschaftswachstum und treibt Spritpreise auseinander

Das anhaltende Niedrigwasser in deutschen Flüssen belastet zunehmend Wirtschaft und Verbraucher. Ökonomen warnen, dass die eingeschränkte Schiffbarkeit des Rheins das ohnehin schwache Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nahezu vollständig zunichtemachen könnte.
Zugleich führt das Niedrigwasser nach Angaben des Bundeskartellamts zu deutlichen regionalen Unterschieden bei den Spritpreisen.

Rhein erreicht neue Rekordtiefstände

Am Rhein wurden am Dienstag, den 4. August neue historische Tiefstwerte gemessen. Am wichtigen Pegel Kaub zwischen Koblenz und Wiesbaden sank der Wasserstand auf 24 Zentimeter und lag damit einen Zentimeter unter dem bisherigen Rekord aus dem Dürrejahr 2018.
Auch in Köln und Duisburg fielen die Pegel unter die bisherigen Tiefststände, in Düsseldorf wurde das Rekordniveau von 2018 erreicht.
Nach Prognosen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung dürften die Wasserstände in den kommenden Tagen weiter sinken. Auch Donau und andere Flüsse führen ungewöhnlich wenig Wasser.

Schifffahrt und Industrie unter Druck

Die niedrigen Wasserstände beeinträchtigen vor allem die Binnenschifffahrt. Schiffe können nur noch mit deutlich reduzierter Ladung fahren, wodurch Transportkosten steigen und Lieferketten unter Druck geraten.
Besonders betroffen sind Industrieunternehmen, die auf den Transport von Massengütern angewiesen sind. Auch Raffinerien spüren die Folgen, da Vorprodukte wie Gasöl oder Naphta häufig per Binnenschiff angeliefert werden.

Ökonomen warnen vor Wachstumsverlusten

Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten könnte das Niedrigwasser die ohnehin schwache Konjunktur erheblich belasten.
IW-Ökonom Thilo Schaefer hält einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um bis zu 0,4 Prozentpunkte für möglich und warnt, ein längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könne „das ganz klitzekleine Pflänzchen Wachstum, das wir haben, komplett ersticken“.
ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski rechnet mit einem Wachstumsverlust von rund 0,3 Prozentpunkten. Die Bundesregierung prognostiziert bislang für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent.

Regionale Unterschiede bei den Spritpreisen

Das Bundeskartellamt beobachtet inzwischen deutliche Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise. Im Juli lagen die regionalen Preisunterschiede bei Super E5 bei bis zu elf Cent je Liter und bei Diesel bei bis zu zehn Cent.

Das Niedrigwasser verteuert den Kraftstofftransport und verstärkt das Nord-Süd-Gefälle bei den Spritpreisen. (Symbolbild)

Foto: Ina Fassbender / AFP via Getty Images

Ursache seien unterschiedliche Beschaffungskosten, die seit Mitte Juli insbesondere im Westen Deutschlands gestiegen seien, weil der Warentransport auf dem Rhein erheblich eingeschränkt ist.
Während Kraftstoffe im Süden und Südwesten vergleichsweise günstig blieben, mussten Autofahrer im Norden, in Nordrhein-Westfalen und in Teilen Ostdeutschlands höhere Preise zahlen.

Politik berät über Gegenmaßnahmen

Angesichts der anhaltenden Hitze und Dürre fordern die Grünen eine stärkere Koordinierung der Maßnahmen im Kanzleramt.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat für Donnerstag eine Fachkonferenz in Bonn einberufen. Vertreter aus Schifffahrt, Wirtschaft und Behörden wollen dort über die Folgen des Niedrigwassers und mögliche Gegenmaßnahmen beraten. (afp/red)
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Merz betont Gründungsboom in Deutschland – doch Firmenpleiten nehmen weiter zu

In Kürze:

  • 12.900 Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2026.
  • Viele Startups geben innerhalb der ersten beiden Jahre wieder auf.
  • Die Softwarebranche wächst weiterhin am stärksten.
  • Institut fürchtet Versorgungsengpässe durch Niedrigwasser auf Flüssen.

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht mit Blick auf die Wirtschaft eine ermutigende Entwicklung. So hätten sich zwischen Januar und Juni 2026 mehr als 3.000 neue Firmen gegründet, sagte er in seiner Regierungserklärung im Juli. Er berief sich dabei auf die aktuellen Zahlen des Startup-Verbands. Das seien fast so viele wie im gesamten Vorjahr. Positiv wertete Merz auch die Voraussage des Statistischen Bundesamtes, dass für die Monate Mai und Juni einen „deutlich höheren Produktionsanstieg“ erwartet.

KI ein Treiber bei Startups

Laut destatis zeigte sich im Mai kurzfristig eine leichte Belebung bei der Produktion. Gegenüber dem Vormonat stieg die Produktion um 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Mai 2025 gab es allerdings keine Veränderung. Die Entwicklung hätte vor allem Zuwächse in der Automobilindustrie beeinflusst, die bei 3,6 Prozent Plus gegenüber dem Vormonat lagen. Auch im Baugewerbe war mit 0,9  Prozent eine Zunahme zu registrieren.
Der Startup-Verband nennt in seinem Bericht vom 7. Juli 2026 exakt 3.053 Neugründungen zwischen Januar und Juni. Dies seien 52 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres und mehr Gründungen als in den zwölf Monaten des Jahres 2024.
Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Verena Pausder nannte die Entwicklung eine in Deutschland noch nie dagewesenen Gründungsdynamik. „KI senkt die Hürden fürs Gründen deutlich und immer mehr Menschen nutzen diese Chance. Damit aus dem Gründungsboom auch ein Wachstumsboom wird, muss die Politik jetzt beim Thema Kapital liefern – sonst entstehen die Ideen hier und die Champions woanders.“
Dem Bericht des Verbandes zufolge haben 1.038 der 3.53 Neugründungen einen „klaren KI-Bezug“. Die weiterhin stärkste Branche sei der Softwaresektor mit 844 Neugründungen. Die Bereiche Medizin (244) und Lebensmittel (181) zählen laut Bericht zu den gründungsstärksten.
Um Existenzgründungen zu fördern, hat das Bundeskabinett am 22. Juli 2026 eine „Startup- und Scaleup-Strategie“ beschlossen. Die Strategie verfolgt laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) drei Ziele: Gründungen zu erleichtern, das Wachstum junger Unternehmen zu beschleunigen und Innovationen in Deutschland zu halten.

Viele Startups geben nach kurzer Zeit wieder auf

So ermutigend wie Merz die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland sieht, ist sie allerdings nicht. Das zeigen die Zahlen aus einer Analyse der Creditreform Wirtschaftsforschung. Demnach ist die Zahl der Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. 12.900 Insolvenzen bedeuten den höchsten Stand seit 2013. Besonders betroffen sind der Studie zufolge junge Unternehmen.
So stieg die Zahl der Insolvenzen von Firmen, die höchstens zwei Jahre am Markt waren, um 25,3 Prozent. Bei drei bis vier Jahre alten Unternehmen registrierte Creditreform mit 11,1 Prozent einen zweistelligen Anstieg. Dies erkläre sich mit einer zunehmenden „Gründungsdynamik“, erläutert Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.
„Nach jahrelangem Rückgang werden nun wieder mehr Unternehmen gegründet. Viele Menschen suchen ihr Heil in der Selbstständigkeit, weil die Spannungen am Arbeitsmarkt signifikant zunehmen. Mehr Gründungen heißt aber auch, dass mehr scheitern. Das schwierige Umfeld verzeiht keine Fehlkalkulationen.“

Niedrigwasser wirkt sich negativ auf Wachstum aus

Insgesamt setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal fort, jedoch mit geringerem Tempo. Nach einem Plus von 0,4 Prozent im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal nur noch um 0,2 Prozent zu, vermeldet destatis.
Eine positive Entwicklung des ohnehin schon schwachen BIP könnte nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) durch das Niedrigwasser in deutschen Flüssen in diesem Jahr zunichtemachen. Ein „längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das ganz klitzekleine Pflänzchen Wachstum, das wir haben, komplett ersticken“, sagte IW-Ökonom Thilo Schäfer der „Bild“-Zeitung. Demnach könnte das Wachstum um 0,4 Punkte niedriger ausfallen als bisher erwartet.
„Das hatten wir schon einmal 2018“, so Schäfer weiter. Damals sei etwa 0,4 Prozent des Wirtschaftswachstums betroffen gewesen. „Das ist eine Größenordnung, wo wir uns im Moment überhaupt, wenn es gut läuft, befinden.“
Das Niedrigwasser im Rhein hatte aufgrund von Hitze und Trockenheit am Wochenende in Köln, Bonn und weiteren Orten neue Tiefststände erreicht. Bei Niedrigwasser können deutlich weniger Waren transportiert werden, die Produktion in zahlreichen Branchen muss daher gedrosselt werden.
„Für die Wirtschaft bedeutet das echte Lieferengpässe, denn die Schiffe können schon seit einiger Zeit nur noch mit geringerer Beladung den Rhein runterfahren“, sagte Schäfer der Zeitung. In Köln finde beispielsweise gar keine Schifffahrt mehr statt. „Das heißt, dass wichtige Waren für die Chemie, die Stahlindustrie, für Raffinerien nicht mehr an ihrem Bestimmungsort ankommen.“ Auch andere Flüsse seien derzeit von Niedrigwasser betroffen.
(Mit Texten der Agenturen)
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Militärschlag in letzter Sekunde gestoppt: Trumps finales Ultimatum an Teheran

US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit dem Iran als „letzte Chance“ für Teheran bezeichnet. Man befinde sich in Gesprächen – und zwar auf Wunsch des Irans, sagte Trump im Weißen Haus. Er bekräftigte, dass verschiedene Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben.
„Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er mit Blick auf den Iran. Einmal mehr untermauerte er seine Worte dabei mit einer martialischen Drohung: „Ich möchte ihnen jede letzte Chance vor der Enthauptung geben“.
Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die „Denuklearisierung“ des Irans gehen – das werde länger dauern, räumte Trump ein.
Der US-Präsident hatte am Sonntag (Ortszeit) für heute neue Gespräche angekündigt. Seiner Darstellung nach sagte er den größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst ab, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai informierte daraufhin allerdings zunächst nur über bilaterale Verhandlungen seines Landes mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus. Trump warf dem Iran auf seiner Plattform Truth Social daraufhin Unehrlichkeit vor.
Im Weißen Haus bekräftigte Trump nun auch, dass eine wie auch immer geartete Lösung in der Straße von Hormus nicht beinhalten dürfe, dass der Iran dort Gebühren erhebe. (dpa/red)
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Trump über Iran-Gespräche: „letzte Chance“ für Teheran

US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit dem Iran als „letzte Chance“ für Teheran bezeichnet. Man befände sich in Gesprächen – und zwar auf Wunsch des Irans, sagte Trump im Weißen Haus.
Er bekräftigte, dass diverse Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben. „Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er mit Blick auf den Iran.
Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus.
Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die „Denuklearisierung“ des Irans gehen – das werde länger dauern, räumte Trump ein.
Der US-Präsident hatte am Sonntag (Ortszeit) für heute neue Gespräche angekündigt. Seiner Darstellung nach sagte er den größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst ab, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.
Aus dem Iran kam zunächst keine Bestätigung neuer Gespräche. „Wir verhandeln derzeit nicht mit den Vereinigten Staaten“, sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei. Gespräche führe sein Land mit dem Oman, um die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu sichern.
Bakaei bezeichnete die Verhandlungen mit dem Oman als „konstruktiv“. Sie zielten auf eine Einigung über eine neue Route durch die Meerenge ab. Solange die „US-Seeblockade“ iranischer Häfen andauere, werde sich an der Lage in der Meerenge jedoch nichts ändern, sagte der Sprecher.
Trump warf dem Iran auf seiner Plattform Truth Social daraufhin Unehrlichkeit vor.

Diplomatisches Tauziehen am Golf und erneute Todesurteile im Iran

Der Iran kontrolliert die für den weltweiten Öl- und Gastransport wichtige Wasserstraße seit Beginn des Krieges Ende Februar. Er verlangt von Schiffen, eine von ihm festgelegte Route zu nutzen, eine Genehmigung einzuholen und Gebühren zu zahlen. Die USA lehnen dies ab.
Trump hatte am Samstag erklärt, die USA und Israel würden vorläufig auf weitere Angriffe auf den Iran verzichten. Der Iran und mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, weil es „Umrisse einer Vereinbarung“ gebe. Iranische Militärvertreter nannten aber die Darstellung, der Iran habe um einen Angriffsstopp gebeten, „nichts als eine neue Lüge“.
Noch am Freitag hatte Trump dem Iran mit neuen massiven Angriffen gedroht. Am Sonntag sagte er, der geplante Angriff wäre „der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg“ gewesen. Neben dem Iran hätten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar ihn gebeten, davon abzusehen.
Die USA und der Iran hatten im Juni ein Rahmenabkommen für den Weg zu einem dauerhaften Frieden geschlossen, das jedoch scheiterte. Mitte Juli nahmen die USA ihre Angriffe wieder auf. Der iranische Abgeordnete Hassan Ghaschghawi sagte am Sonntag, Vermittler bemühten sich um eine Wiederbelebung der Vereinbarung. Hauptstreitpunkt sei die Straße von Hormus.
In der Meerenge meldete unterdessen ein Tanker am Sonntagabend eine Explosion in unmittelbarer Nähe. Das Schiff und seine Besatzung seien in Sicherheit, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO.
Im Iran wurden erneut zwei Männer wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet. Omid Behsad und Pouria Safvat seien am Montagmorgen gehängt worden, teilte das offizielle Justizportal „Misan“ mit. Nach Darstellung der iranischen Justiz sollen sie dem israelischen Geheimdienst Mossad Koordinaten heikler Militär- und Sicherheitsstandorte übermittelt haben. Angaben zu ihrer Festnahme und ihrem Prozess machte das Portal nicht.
Menschenrechtsgruppen zufolge vollstreckt nur China mehr Todesurteile als der Iran. Nach Angaben von Iran Human Rights und Gemeinsam gegen die Todesstrafe wurden im vergangenen Jahr mindestens 1639 Menschen im Iran hingerichtet. Amnesty International hatte zuletzt eine „Eskalation“ der Hinrichtungen beklagt.

Hoffnung auf Iran-Gespräche treibt Dax über 26.000 Punkte

Die Hoffnung auf eine Annäherung der Kriegsparteien USA und Iran hat den Dax erstmals über die 26.000 Punkte getrieben. Der deutsche Leitindex stieg am Montagvormittag knapp über diese Marke.
Bereits kurz nach Handelsauftakt hatte der Dax das Anfang Juli erreichte Rekordhoch von 25.900,10 Punkten überschritten. Am Abend ging er mit einem Plus von 1,45 Prozent auf 26.001 Zähler aus dem Handel. Das Börsenbarometer wurde auch von Kursgewinnen der Schwergewichte SAP und Deutsche Telekom gestützt.
„Innerhalb von nur drei Wochen hat der deutsche Leitindex mehr als 1.300 Punkte gutgemacht. Den unmittelbaren Impuls liefert die geopolitische Entspannung“, sagte Birgit Henseler, Senior Analystin bei der DZ Bank. „Eine große Rolle spielt auch die Berichtssaison zum zweiten Quartal, die in den USA und in Europa bislang besser verläuft als erwartet.“
Dem Dax komme zudem seine Zusammensetzung zugute. Durch seinen Schwerpunkt unter anderem auf Industrie- und Finanzwerte sei der Index von der aktuellen Diskussion über eine mögliche KI-Blase weniger stark betroffen als reine Tech-Indizes.
Die Hoffnung auf weiterhin gute Bilanzen könnten in der neuen Woche zahlreiche Unternehmen erfüllen. Allein aus dem 40 Werte umfassenden deutschen Leitindex Dax stehen bei rund der Hälfte der Unternehmen Quartalszahlen zur Veröffentlichung an. Am Dienstag wollen Bayer, Continental, FMC und Zalando ihre Bücher öffnen.
Für Mittwoch stehen die Resultate von Fresenius, DHL Group, Siemens Energy, Vonovia, Infineon und Beiersdorf auf der Agenda. Am Donnerstag folgen Commerzbank, Deutsche Telekom, Merck KGaA und Siemens mit Informationen zu ihrer Geschäftsentwicklung. Für Freitag sind die Kennziffern von Allianz, Daimler Truck und Munich Re terminiert.
(dpa/afp/red)
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Niedrigwasser in Deutschland: Rhein, Donau und Elbe steuern auf Rekordtiefs zu

Deutschlands großen Flüssen Rhein, Elbe und Donau fehlt Wasser, ebenso wie vielen anderen Wasserläufen. Am Wochenende werden neue Tiefststände erwartet. Besserung ist vorerst nicht in Sicht – und die Folgen belasten bereits die Wirtschaft. Ein Überblick:

Wie ist die aktuelle Lage?

Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) führen deutsche Flüsse derzeit an vielen Stellen Niedrigwasser. Regenschauer lassen die Wasserstände nur kurz steigen. „Insgesamt überwiegt die weiterhin sinkende Tendenz“, heißt es in einem Bericht. Laut dem Informationssystem Niwis wiesen zuletzt rund 44 Prozent der Messstellen im Rhein extrem niedriges Wasser aus, 16 Prozent in der Elbe und circa 78 Prozent der Donau-Messstellen.
In Köln erwarten die Behörden an diesem Wochenende einen historischen Niedrigwasserstand von 67 Zentimetern – zwei Zentimeter weniger als im Oktober 2018. „Die Wasserstände am Rhein sind auf einem sehr niedrigen Niveau und sind in den letzten Tagen weiter gefallen“, sagt Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB).
Niedrigwasserphasen sind Experten zufolge nicht ungewöhnlich, treten aber normalerweise erst im Spätsommer und Herbst auf. Wenig Regen und hohe Temperaturen lassen unter anderem Wasserstände sinken. Laut BfG führt der Klimawandel langfristig dazu, dass Niedrigwasserereignisse intensiver werden, weil mehr Wasser verdunstet.
Der niedrige Wasserstand der Donau legt Sandbänke frei.

Der niedrige Wasserstand der Donau legt Sandbänke frei.

Foto: Armin Weigel/dpa

Welche Auswirkungen gibt es auf die Güterschifffahrt?

Ein Fahrverbot gibt es bei Niedrigwasser nicht, wie Spieß berichtet. Anders als bei Hochwasser entscheide jeder Schiffsführer selbst, wann es sich nicht mehr lohne, zu fahren. „Die Schifffahrt fährt, solange es physikalisch und sicher möglich ist.“ Allerdings sinke die Lademenge, weshalb mehr Schiffe eingesetzt werden müssten. Moritz Axt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein sagt, Fahrten würden bei sinkenden Pegelständen weniger wirtschaftlich.
Die Binnenschifffahrtsgesellschaft HGK Shipping unterhält eine Flotte von mehr als 300 Schiffen, die vor allem auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen unterwegs sind. Sollte der August ähnlich warm und trocken sein, sei es möglich, dass die Güterschifffahrt auf Rheinabschnitten zeitweise eingeschränkt werde, sagt der Chef der HGK-Gruppe, Steffen Bauer.

Welche Folgen hat das Niedrigwasser für die Wirtschaft?

„Die Lage ist ernst. Der Rhein ist eine zentrale Schlagader für den Güterverkehr in Deutschland“, sagt Thilo Schaefer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Höhere Transportkosten seien die Folge. Der Druck auf Straße und Schiene nehme zu, wobei nur begrenzt ausgewichen werden könne. Deshalb drohten Engpässe in Lieferketten.
Betroffen sind Experten zufolge vor allem Branchen, die auf große Mengen an Rohstoffen und Vorprodukten angewiesen sind – etwa Chemie, Stahl und Mineralöl. „Dort lässt sich der Ausfall des Rheintransports kurzfristig nur sehr begrenzt kompensieren“, sagt Schaefer.
Drei Verbände der Recycling- und Rohstoffwirtschaft warnen gemeinsam, die Versorgung der Stahlindustrie sei gefährdet. Binnenschiffe könnten nur noch ein Drittel bis die Hälfte der üblichen Ladung transportieren. Frachtkosten auf einzelnen Verbindungen hätten sich verdrei- bis vervierfacht. Hinzu kämen Kosten wegen Verzögerungen und Umplanungen.
Ausgetrocknet ist eine Sandbank an der Niedrigwasser führenden Donau.

Ausgetrocknet ist eine Sandbank an der Niedrigwasser führenden Donau.

Foto: Armin Weigel/dpa

Was bedeutet das für Verbraucher?

Schaefer hält für möglich, dass sich Verbraucher auf höhere Preise einstellen müssen – etwa bei Baustoffen und Energieprodukten. Der Geschäftsführer des Tankstellenverbands ZTG, Jürgen Ziegner, warnte jüngst im „Handelsblatt“ vor möglichen Engpässen in der Spritversorgung, sollten Wasserstände des Rheins an wichtigen Stellen weiter sinken. Sollte die Niedrigwassersituation länger anhalten, könnten Spritpreise vor allem im Süden steigen.
Kreuzfahrtanbieter müssen zudem Touren umplanen oder absagen. Die Reederei Phoenix Reisen aus Bonn bietet Kunden bereits an, Reisen über Donau, Mosel und Rhein umzubuchen. Nicko Cruises aus Stuttgart und A-Rosa aus Rostock sagten bereits mehrere Donau-Reisen ab, wie sie mitteilten. Das hat Folgen für Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel entlang der Flüsse.

Wie groß ist der gesamtwirtschaftliche Schaden?

Das Niedrigwasser könne das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,1 bis 0,2 Prozent dämpfen, sagt Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kiel Institut für Weltwirtschaft. „Man kann den Wertschöpfungsausfall grob auf 1 bis 2 Milliarden Euro im dritten Quartal beziffern.“ IW-Ökonom Schaefer nennt keine Zahlen. „Eine Schadenssumme lässt sich erst dann seriös abschätzen, wenn klarer ist, wie lange die Einschränkungen andauern.“
Der Rhein bei Köln

Der Rhein bei Köln

Foto: Oliver Berg/dpa

Wie wird auf das Niedrigwasser reagiert?

Unternehmen wie HGK Shipping setzen spezielle Schiffe ein, die auch bei niedrigen Wasserständen fahren können. Angedacht sind mancherorts Fahrrinnenvertiefungen – etwa im Rhein zwischen St. Goar und Mainz. Der Bundesverband Spedition und Logistik fordert den Bund anlässlich der Entwicklung auf, in die Wasserstraßen zu investieren. Auch die anderen Verkehrsträger müssten wegen begrenzter Kapazitäten gestärkt werden.

Wie sind die Aussichten?

In den nächsten Tagen sei an den großen Flüssen überwiegend mit weiter fallenden Wasserständen zu rechnen, teilt die BfG mit. Die Niedrigwassersituation werde voraussichtlich weiter anhalten, sich räumlich ausweiten und bei ausbleibenden Niederschlägen weiter verschärfen. Moritz Axt vom WSA Rhein sagte: „Entspannung kann es erst geben, wenn großflächige, langanhaltende Niederschläge im Einzugsgebiet fallen.“ (dpa/red)
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Zwei Nächte in Folge keine US-Angriffe im Iran: Teheran stoppt seine Attacken

Im Krieg mit dem Iran hat das US-Militär zwei Nächte in Folge keine Ziele mehr in dem Land angegriffen. Die iranische Armee kündigte daraufhin am Sonntag an, ihre Attacken in der Region ebenfalls einzustellen.
Die für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport wichtige Straße von Hormus ist dagegen weiter umkämpft. Auseinandersetzungen gab es auch zwischen der jemenitischen Huthi-Miliz und Saudi-Arabien.
Das Ausbleiben der US-Angriffe auf das iranische Festland kam überraschend, nachdem US-Präsident Donald Trump noch am Freitag neue, massivere Attacken erwogen hatte. Washington spreche allerdings derzeit mit Teheran, das in den Verhandlungen „von Tag zu Tag ernsthafter“ werde, hatte Trump erklärt. Ohne Abkommen werde es aber ein „weitaus höheres Niveau“ der Angriffe geben.
Die „New York Times“ hatte dagegen berichtet, dass es innerhalb der US-Regierung große Sorgen über die schwindenden Bestände an Militärmaterial gebe. Dies betreffe vor allem Ausrüstung der Golfstaaten zur Abwehr iranischer Angriffe, wie zum Beispiel Patriot-Abfangraketen.
Auch der Sender CNN berichtete, dass die USA die Angriffe aus diesem Grund „auf Eis gelegt“ hätten. Insbesondere US-Vizepräsident JD Vance und der US-General Dan Caine hätten dem Sender zufolge Bedenken gegen eine Fortführung der Angriffe geäußert.
Daraufhin kündigte die iranische Armee am Sonntag an, ihre Attacken ebenfalls einzustellen. „Da unsere Strategie im Wesentlichen auf Vergeltung beruhte, haben auch wir unsere Vergeltungsmaßnahmen gestoppt“, erklärte Armeesprecher Mohammed Akraminia. Die USA befänden sich in einer „schwierigen und instabilen“ Lage und suchten wahrscheinlich nach „einer neuen Strategie“, fügte er hinzu.
Entscheidende Bedeutung für das Verhalten der US-Armee könnte ein Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Dienstag in der US-Hauptstadt Washington haben. Die US-Armee hatte die Angriffe auf den Iran Ende Februar zusammen mit Israel begonnen.
Dazu erklärte Akraminia, dass der Iran den Konflikt „geografisch ausweiten“ werde, wenn sich die US-Regierung erneut von Israel „in die Irre führen lasse“ und „auf der Fortsetzung des Krieges beharrt“.
Weitere Auseinandersetzungen gab es in der Straße von Hormus. Hier beschossen die US-Streitkräfte am Freitag einen Tanker, der nach US-Angaben vier Mal versucht hatte, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen.
Am Sonntag erklärten die iranischen Streitkräfte, sie hätten binnen 24 Stunden sechs Schiffe an der Durchfahrt gehindert, die eine „illegale und unsichere Route“ genommen hätten.
Der Iran hatte zuletzt mehrere Tanker angegriffen, die nahe der Küste des Oman durch die Meerenge fuhren. Teheran versucht damit, Schiffe zur Nutzung iranischer Gewässer und zur Zahlung für eine sichere Durchfahrt zu zwingen.
Eine solche Gebühr hatte der Iran im Juni angekündigt und immer wieder auch in den Verhandlungen mit den USA ins Spiel gebracht – nach eigenen Angaben, um die Kriegsschäden zu bezahlen.
Da die Fahrtrouten der Schiffe durch omanische und iranische Gewässer führen, verhandelt Teheran mit Maskat nach eigenen Angaben seit Wochen über eine künftige Maut. Am Sonntag teilte der Iran dazu mit, in den Gesprächen mit dem Oman Fortschritte „zu gemeinsamen Prinzipien und operativen Mechanismen“ der Schifffahrt in der Meerenge gemacht zu haben.
Unterdessen erklärte die mit dem Iran verbündete jemenitische Huthi-Miliz, eine mit Waffen bestückte saudiarabische Drohne abgeschossen zu haben. Die „Aufklärungsdrohne aus türkischer Produktion“ sei auf „feindlicher Mission“ unterwegs gewesen, erkärte Huthi-Sprecher Jahja Saree am Sonntag.
Bereits am Samstag hatten die Huthis nach eigenen Angaben Anlagen des saudiarabischen Ölkonzerns Saudi Aramco in Dschisan und Janbu am Roten Meer mit Drohnen und Raketen angegriffen. Der Militärsprecher der Miliz drohte in einer Videoerklärung mit einer „Eskalation in den kommenden Stunden und Tagen“. Ein von der Nachrichtenagentur AFP überprüftes Video zeigte dunklen Rauch über der Aramco-Raffinerie in Dschisan.
Die Huthi-Attacke folgte wiederum auf saudiarabische Angriffe im Jemen. Nach Angaben einer jemenitischen Sicherheitsquelle trafen die saudiarabischen Angriffe unter anderem einen Marinestützpunkt in der Hafenstadt Hodeida und ein Militärlager auf der Insel Kamaran. Huthi-Medien meldeten zwei Verletzte.
Die von Teheran unterstützte Miliz hatte am Montag eine Blockade gegen saudiarabische Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden angekündigt und anschließend zwei Schiffe angegriffen. Weil die Straße von Hormus ebenfalls weitgehend gesperrt ist, bleiben Riad nur noch wenige Möglichkeiten zum Export von Rohöl und Erdgas.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi rief angesichts der Kämpfe zum Dialog auf. Es gebe „keine militärische Lösung“ für den Konflikt im Jemen und um die Meerenge Bab-al-Mandab zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden, sagte er der staatlichen Zeitung „Iran Daily“.
Die Entwicklung könne nicht dem Iran zugeschrieben werden, sondern wurzele in alten Streitigkeiten zwischen dem Jemen und Saudi-Arabien.
Im Jemen wütet seit über einem Jahrzehnt ein bewaffneter Konflikt. Saudi-Arabien unterstützt seit 2015 die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis.
Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Der Konflikt hatte hunderttausende Todesopfer verursacht und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst.(afp/red)