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28. Juli: CSD-Anschlag – aktueller Stand | Erdbeben in Japan | Sommerwetter in Deutschland

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CSD-Anschlag – aktueller Stand

Die Polizei hat auf dem Handy des CSD-Attentäters ein IS-Bekennervideo gefunden. Ein Vermummter, mutmaßlich Abdul B., leiste darin einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat. Für Diskussionen sorgte zuletzt die Frage, warum Abdul B. nach seiner Verurteilung frei kam. Das zuständige Gericht erklärte, durch die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft sei das Urteil nicht rechtskräftig geworden. Abdul B. erhielt eine Jugendstrafe von 22 Monaten. Die Staatsanwaltschaft forderte hingegen 2 Jahre und 10 Monate.
Derweil werden politische Forderungen nach Konsequenzen laut. CSU-Chef Markus Söder forderte den Entzug der doppelten Staatsbürgerschaft für Gefährder, CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers will islamistische Moscheevereine verbieten. SPD und Grüne fordern eine Stärkung von LGBTQ-Rechten im Grundgesetz und die Linke sieht Rechtsextremisten in der Verantwortung.

Erdbeben in Japan

Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat den Südwesten Japans erschüttert. Mindestens 50 Menschen wurden verletzt, Straßen und Gebäude wurden teilweise schwer beschädigt. Die Polizei berichtet zudem von einer Explosion in einem Einkaufszentrum infolge des Bebens. Das vollständige Ausmaß der Schäden wird noch ermittelt.

Sommerwetter in Deutschland

In Deutschland rollt die nächste Hitzewelle an. Vor allem im Saarland und in Nordrhein-Westfalen werden morgen Temperaturen von über 35 Grad erwartet. Nur im Norden bleibt es etwas kühler. Den Höhepunkt erreicht die Hitze am Donnerstag – dann sind auch kräftige Gewitter möglich.

Börsensturz

Japanische und koreanische Aktien von Chipherstellern sind heute massiv eingebrochen. Auslöser war ein Bericht über einen möglichen chinesischen Technologiesprung für die Chipproduktion, die dem wichtigsten Hersteller ASML Konkurrenz machen könnte.
 
 
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„KI-Zeitenwende“ in der Bundeswehr – Verteidigungsfähigkeit erhöhen

Angesichts des rasanten technischen Fortschritts und der zunehmenden Automatisierung der Kriegsführung rüstet sich die Bundeswehr für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Ranghohe Offiziere und Vertreter des Verteidigungsministeriums stellten am Dienstag, den 28. Juli, in Berlin die Kernpunkte der neuen KI-Strategie vor.

Technologische Zeitenwende

Die vom damaligen Kanzler Olaf Scholz 2022 ausgerufene sicherheitspolitische Zeitenwende gehe einher mit einer „technologischen Zeitenwende“, sagte Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter Innovation und Cyber im Verteidigungsministerium.
Die Truppe müsse Cloud Computing und Quantentechnologie ebenso beherrschen wie die Automatisierung von Waffensystemen und die systematische Vernetzung innerhalb der Bundeswehr und mit den Nato-Partnern.
KI habe „durchaus disruptiven Charakter“ und verändere die Art der Kriegsführung. Als Beispiel nannte Vetter die Ukraine. „Wir reden nicht mehr über Theorie, wir sind mitten in der Anwendung.“

Informations-, Führungs- und Wirkungsüberlegenheit

Für eine erfolgreiche Abschreckung im KI-Zeitalter nannte Vetter einen „Dreiklang“: Informationsüberlegenheit, Führungsüberlegenheit und Wirkungsüberlegenheit. Dabei gehe es um das Beherrschen riesiger Datenmengen und den technologischen Vorsprung bei KI-gestützten Waffensystemen wie Drohnen oder Fernlenkwaffen.
„Die KI hilft uns schlichtweg, verteidigungsfähiger zu werden“, betonte Flotillenadmiral Christian Bock, Leiter des Innovationszentrums der Bundeswehr.
Der Bundestag bewilligte die Beschaffung im Dezember 2025. Das von der Airbus-Rüstungssparte gemeinsam mit deutschen Start-ups entwickelte System soll die taktische Überwachung großer Räume an der Nato-Ostflanke ermöglichen.
Drohnen und Sensoren sammeln Daten in der Luft und am Boden und fügen sie quasi in Echtzeit zu einem einheitlichen Lagebild zusammen. Zwei Kampfbataillone der Litauen-Brigade sollen spätestens ab Mitte 2027 damit ausgerüstet werden.
Auch als „bürokratische Organisation“ müsse die Bundeswehr schlagkräftiger werden, sagte Vetter – etwa indem Soldatinnen und Soldaten mithilfe von KI von Verwaltungsaufgaben entlastet werden.

Bei KI-Waffensystemen soll stets ein Mensch am Ende der Befehlskette stehen. (Archivbild)

Foto: Ronny Hartmann / AFP via Getty Images

Mensch bleibt am Ende der Befehlskette

Bei allen KI-Anwendungen stehe immer ein Mensch am Ende der Befehlskette, betonte Vetter. Dass Maschinen selbst entscheiden, ob und welche Ziele sie angreifen, solle möglichst ausgeschlossen werden.
In ihrem KI-Konzept gibt sich die Bundeswehr klare Regeln für einen verantwortungsvollen Umgang. Internationale Normen, das Völkerrecht, Nato-Regularien und das Grundgesetz fließen ein.
„Deutschland gehört zu den wenigen Staaten, die eine völkerrechtskonforme Waffenprüfung durchführen, auch für KI-gestützte Waffensysteme“, sagte Jan-Peter Ganschow, zuständig für KI-Governance im Ministerium.
Ein Kriegsgeschehen erfordere eine „nochmalige Betonung von Recht und Ethik“ – etwa bei der Frage, „ob eine Maschine einen minderjährigen Kombattanten bekämpfen darf“. (afp/red)
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Weitere 31 Personen nach Afghanistan abgeschoben

Aus Deutschland ist erstmals wieder ein Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet, bei dem auch ein nicht straffällig gewordener Afghane zurückgeführt wurde. Wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag sagte, befanden sich 31 Menschen an Bord, unter ihnen „überwiegend schwerste und schwere Straftäter“. Es sei aber auch eine Person auf dem Flug nach Kabul gewesen, bei der die Bezeichnung Straftäter nicht zutreffend sei, die aber ausreisepflichtig war.
Dobrindt betonte, er habe in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass er gemäß dem Koalitionsvertrag zwar mit den Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan beginnen werde, aber „ausreisepflichtige Personen auch für Abschiebungen infrage kommen, wenn es keine Integrationsleistungen in Deutschland gibt“.

Demonstrationen am Flughafen

Begleitet wurden die Abschiebungen von Protesten am Flughafen Leipzig. Etwa 260 Menschen sollen sich an den Demonstrationen beteiligt haben. Dazu aufgerufen hatte demnach ein antirassistisches Bündnis.
Im Zentrum der Kritik stand Dobrindts Absprache mit den Taliban. Die in Afghanistan regierenden Taliban werden von der Bundesregierung nicht offiziell anerkannt, und stehen wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen – insbesondere an Frauen – in der Kritik. Um Abschiebungen nach Afghanistan zu ermöglichen, traf der Innenminister dennoch eine Vereinbarung mit den Taliban.
Dobrindt kritisierte die Proteste gegen den Abschiebeflug am Flughafen Leipzig. Demonstrationen seien zwar ein Grundrecht, er habe aber „nur sehr geringes Verständnis dafür, dass man bei Abschiebungen von schwersten Straftätern (…) dann hier zu solchen Aktionen“ greife.
„Es wird zur Kenntnis genommen, ändert aber nichts daran, dass wir konsequent die Migrationspolitik weiter verfolgen, die wir zu Beginn dieser Wahlperiode eingeschlagen haben.“

IOM sieht verbesserte Sicherheitslage in Afghanistan

Die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen (IOM) erklärte eine Rückkehr von Männern nach Afghanistan in Bezug auf die Sicherheitslage grundsätzlich wieder für möglich. „Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich deutlich verbessert, das ist schlicht eine objektive Tatsache“, sagte IOM-Landeschefin Mihyung Park dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die allgemeinen Sicherheitsbedingungen eine Rückkehr nach Afghanistan grundsätzlich ermöglichen.“
Es gebe jedoch Gruppen, denen die IOM eine Rückkehr ausdrücklich nicht empfehle, sagte Park. Dies betreffe insbesondere Frauen: „Afghanistan ist kein Ort, an dem Frauen frei leben oder sich eine Zukunft aufbauen können.“
Unter Dobrindts Taliban-Abkommen wurden damit bisher 118 Personen mit vier Charterflügen nach Afghanistan abgeschoben. Der erste Flieger startete am 26. Februar. (afp/tp)
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Dobrindt will Fußfesseln, Präventivhaft und strengeres Strafrecht für Gefährder

Nach dem islamistischen Anschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin diskutiert die Politik, wie solcher Terror künftig zu verhindern ist. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat drei konkrete Vorschläge ins Gespräch gebracht: verstärkte Überwachung von Gefährdern, Präventivhaft und eine Verschärfung des Jugendstrafrechts. Worum geht es dabei und was würde sich verändern? Die wichtigsten Antworten:

Was ist ein Gefährder?

Das Bundeskriminalamt (BKA) definiert „Gefährder“ als Personen, von denen begründet anzunehmen ist, dass sie „politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung“ begehen werden. Derzeit stuft das BKA 410 Personen als islamistische Gefährder ein, wie ein Sprecher der Behörde bestätigte. Nach Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ war der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul B. als Gefährder eingestuft und wurde von einem BKA-Analysetool sogar als „Hochrisikoperson“ bewertet. Dobrindt betonte in der ARD, dass der Mann auf dem Radar der Behörden war. „In Berlin wurden technische Überwachungen vorgenommen“, sagte der Bundesinnenminister. „Die haben nicht ausgereicht, um jetzt diesen Terroranschlag zu verhindern.“

Was wird nun erwogen?

Dobrindt plädiert deshalb für die stärkere Nutzung einer „Einschränkung von Bewegungsfreiheit“ mittels elektronischer Fußfesseln. Sein zweiter Punkt: „Präventivhaft für Gefährder ist etwas, was aus meiner Sicht zwingend notwendig ist.“ Man müsse dafür sorgen, das deutschlandweit umzusetzen. Ferner fordert Dobrindt: „Wir brauchen Regeln, die dafür sorgen, dass Gefährder nicht mit Jugendstrafrecht behandelt werden und schon gleich gar nicht auf Bewährung in Freiheit kommen.“ Gerade beim Thema Fußfessel scheint auch die SPD mit an Bord: „Das ist eine sinnvolle Ergänzung der Instrumentarien“, sagte deren Innenexperte Sebastian Fiedler in der ARD.

Was würde sich ändern?

Sowohl die Möglichkeit einer Überwachung von Gefährdern per Fußfessel als auch die Option einer Präventivhaft gibt es bereits. Das Gesetz über das Bundeskriminalamt erlaubt die elektronische Aufenthaltsüberwachung für einen bestimmten Zeitraum, sofern eine konkrete Straftat zu erwarten ist oder die Wahrscheinlichkeit dafür hoch. Nötig ist eine richterliche Anordnung. Diese Option im BKA-Gesetz wurde noch nie genutzt, wie ein BKA-Sprecher sagte.
Vorbeugende Überwachung per Fußfessel bei Gefährdern ist nach seinen Worten Ländersache auf Grundlage der Landespolizeigesetze. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ trugen Ende Juni bundesweit 147 Menschen eine elektronische Fußfessel. Bei 18 von ihnen war dies auf Grundlage der Polizeigesetze der Länder angeordnet. 128 waren verurteilte Straftäter, bei denen die Fußfessel einen Rückfall verhindern soll.
Die Maßnahme wird also vergleichsweise selten angewendet. Ähnlich sieht es beim vorsorglichen Gewahrsam aus. Eine längere Präventivhaft ist im BKA-Gesetz nicht vorgesehen, sondern nur sehr kurze Maßnahmen. Laut bayerischem Polizeigesetz ist hingegen auf richterliche Anordnung ein Gewahrsam von bis zu zwei Monaten möglich. Andere Länderpolizeigesetze lassen weniger Spielraum. Dobrindts Ziel ist also vor allem eine einheitlichere Handhabung. Das sagt auch SPD-Mann Fiedler: „Wir haben kein einheitliches Polizeigesetz des Bundes und der Länder. Das Projekt wäre durchaus noch mal sinnvoll, das aufzulegen, weil die Präventivhaftvoraussetzungen in den Ländern total unterschiedlich sind.“

Könnten solche Änderungen Terror verhindern?

Der Tübinger Kriminologe Jörg Kinzig warnt vor zu großen Erwartungen. Mit Blick auf eine ausgeweitete Anwendung der „elektronischen Fußfessel“ sagte der Experte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn eine Person wild entschlossen ist, eine Straftat zu begehen, dann muss man so ehrlich sein, die bloße Fußfessel wird ihn vermutlich nicht davon abhalten.“ Selbst wenn die Fußfessel Alarm auslöse, sei nicht sofort ein Polizeibeamter neben dem Betroffenen, um ihn zu stoppen.
Dass die Überwachungsmaßnahme bisher vergleichsweise selten angewendet wird, erklärt sich aus Kinzigs Sicht so: „Das hat damit zu tun, dass so eine Fußfessel schon ein schwerer Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Person ist.“ Richter hätten dies sehr sorgfältig zu prüfen. Und sie stünden bei der Gefahrenabwehr immer vor einem zentralen Problem: „Hat man valide Hinweise dafür, dass diese Person eine Gefährdung darstellt? Wie gefährlich ist diese Person? Wie hoch ist das Risiko? Im Nachhinein ist es immer wohlfeil zu sagen, das hätte man ja wissen müssen.“
Bei der Präventivhaft sei es ähnlich, sagt der Direktor des Instituts für Kriminologie der Uni Tübingen. „Trotz Gefahrenprognose begehen die meisten Menschen eben doch keine schweren Straftaten. Treffsicher die zu finden, die es tun werden, ist die zentrale Aufgabe oder Schwierigkeit.“
Noch skeptischer sieht Kinzig eine Verschärfung des Jugendstrafrechts, so dass es auf Gefährder grundsätzlich nicht mehr angewendet werden könnte. Gerichte könnten schon heute ab 18 Jahren Erwachsenenstrafrecht anwenden, sagte Kinzig. In der Altersgruppe zwischen 18 und 20 Jahren, den sogenannten Heranwachsenden, prüfen Gerichte laut Kinzig konkret zwei Kriterien: „Ist es eine Jugendverfehlung? Oder liegt eine Reifeverzögerung vor? Dann kann es Jugendstrafrecht anwenden. Hier für eine einzelne Gruppe Veränderungen vorzunehmen, scheint mir nicht sinnvoll.“ (dpa/red)
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Merz für Kürzung des EU-Haushalts um mehrere 100 Milliarden

Bundeskanzler Friedrich Merz will einen um mehrere 100 Milliarden Euro kleineren EU-Haushalt für die nächsten Jahre als von der Europäischen Kommission vorgeschlagen. Bei dem Budgetentwurf müsse in allen Bereichen gekürzt werden, sagte Merz bei einem Treffen mit Irlands Premierminister Micheál Martin in Dublin.
„Diese Kürzungen sind zwingend, unabhängig davon, wie weit wir bei den neuen Eigenmitteln kommen“, so der Kanzler.
Der EU-Haushalt ist eines der politisch sensibelsten Themen in Brüssel. Er wird für sieben Jahre festgelegt, aktuell wird über das Budget für 2028 bis 2034 verhandelt.
Finanziert wird der riesige Topf überwiegend aus einem Anteil des Bruttonationaleinkommens (BNE) der Mitgliedstaaten. Als größte Volkswirtschaft der EU zahlt Deutschland den mit Abstand größten Beitrag.

Merz nennt Kommissionsvorschlag „unausgewogen“

Die Europäische Kommission schlägt inflationsbereinigt (zu Preisen von 2025) rund 1,76 Billionen Euro vor, die für verschiedene EU-Vorhaben genutzt werden sollen – etwa Verteidigungsbeschaffung, Agrarpolitik, Strukturförderung oder das Austauschprogramm Erasmus.
Den Kommissionsvorschlag sowie einen derzeit auf dem Tisch liegenden Kompromissvorschlag mit nur geringen Kürzungen wies Merz vehement zurück. „Eine so weite und große Ausdehnung des europäischen Budgets ist für uns nicht tragbar. Die Zahlen sind nicht ausgewogen.“
Seit Juli hat Irland den rotierenden Vorsitz der EU-Staaten inne und ist damit dafür zuständig, die Haushaltsverhandlungen voranzutreiben.
Es wird erwartet, dass Irland im Oktober einen neuen Kompromissvorschlag präsentiert. „Ich vertraue darauf, dass ihr, lieber Micheál, einen realistischen Vorschlag vorlegen werdet“, sagte Merz an Irlands Regierungschef gewandt.

Kompromiss soll bis Ende des Jahres gefunden werden

Ziel ist es derzeit, bis Ende des Jahres zu einem Kompromiss zu kommen und somit auch vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich.
Eine Verständigung über den Umfang des neuen Gemeinschaftsbudgets unter den EU-Staaten bis Ende des Jahres gilt allerdings als äußerst ambitioniert, da die Vorstellungen der 27 Mitgliedstaaten sehr weit auseinanderliegen.
Neben Deutschland sprechen sich auch weitere Länder, die unter dem Strich mehr einzahlen als sie herausbekommen, für einen kleineren Haushalt aus. Dazu zählen etwa die Niederlande, Schweden und Dänemark.
Sogenannte Nettoempfängerstaaten wollen den bestehenden Vorschlag nicht weiter kürzen. Der Haushalt, der offiziell Mehrjähriger Finanzrahmen (MFR) heißt, muss einstimmig beschlossen werden.
Daneben tragen sogenannte Eigenmittel als Einnahmequelle bei, die direkt nach Brüssel fließen – etwa Zölle auf Einfuhren aus dem außereuropäischen Ausland.
Ob es neue Eigenmittel geben soll und, wenn ja, wie sie aussehen wollen, ist auch Teil der Debatte unter den EU-Staaten. Die Kommission schlägt unter anderem eine Abgabe für große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro vor. (dpa/red)
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Kabinettsumbildung: Steinmeier ernennt Minister – Vereidigung erst im September

Die Amtszeit von Ministern beginnt mit der Ernennung durch den Bundespräsidenten – und endet mit ihrer Entlassung durch ihn. Am Mittwoch um 12 Uhr kommt Frank-Walter Steinmeier dieser im Grundgesetz verankerten Aufgabe nach:
Er händigt mehreren CDU-Politikern die Entlassungs- und Ernennungsurkunden aus und besiegelt damit die Kabinettsumbildung, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) veranlasst hat. Die besonderen Umstände sorgen allerdings für Diskussionen.

Woran entzündet sich der aktuelle Streit?

Die Bundesregierung plant, die am Mittwoch vom Bundespräsidenten ernannten Minister erst im September vor dem Bundestag vereidigen zu lassen – nämlich dann, wenn die sommerliche Sitzungspause vorüber ist und das Parlament zu seiner regulären Plenarsitzung zusammentritt.
Anvisiert ist das Datum 9. September. Sie will damit Kosten sparen, die bei einer Sondersitzung des Bundestagstags im Sommer anfallen würden, zu der die Abgeordneten aus dem Urlaub anreisen müssten.
Der Knackpunkt: Im Grundgesetz steht, der Amtseid vor dem Bundestag sei „bei der Amtsübernahme“ der neuen Minister zu leisten. Erfüllt der geplante sechswöchige Aufschub der Vereidigung diese Vorgabe?
Das Grundgesetz selbst definiert keine genaue Frist, innerhalb derer die Vereidigung zu erfolgen hat. Es handelt sich also um eine verfassungsrechtliche Grauzone.

Welche rechtlichen Vorgaben zur Ernennung von Ministern gibt es?

Nicht viele: Das Verfahren ist im Grundgesetz-Artikel 64 festgeschrieben – in zwei schlichten Sätzen: „Die Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers vom Bundespräsidenten ernannt und entlassen.
Der Bundeskanzler und die Bundesminister leisten bei der Amtsübernahme vor dem Bundestage den in Artikel 56 vorgesehenen Eid.“
Konsens unter Staatsrechtlern ist: Neue Ministerinnen und Minister kommen in genau jenem Moment ins Amt, in dem der Bundespräsident ihnen die Ernennungsurkunde aushändigt – und nicht erst bei der nachträglichen Vereidigung im Bundestag.

Welche Argumente führen Kritiker an?

Einige Staatsrechtler warnen eindringlich davor, dass der Zeitplan der Bundesregierung gegen die Verfassung verstoßen könnte.
„Dieser sechswöchige Aufschub der Eidesleistung neuer Minister, den es in der bundesdeutschen Staatspraxis seit 1949 noch nie gegeben hat, ist eine gefährliche Missachtung des Grundgesetzes und des Parlaments“, schreibt der Kölner Rechtsprofessor Christoph Schönberger in einem Beitrag für die „FAZ“.
„Der Bundeskanzler verstößt daher gegen das Grundgesetz, wenn er einem ernannten Minister dessen Geschäftsbereich tatsächlich überträgt, bevor dieser vor dem Bundestag vereidigt worden ist.“
Auch der ehemalige Chefjurist im Bundespräsidialamt, Stefan Pieper, meldete Bedenken an. „Der saubere Weg wäre, dass die Amts- und Geschäftsübernahme erst dann erfolgt, wenn auch die Vereidigung stattgefunden hat“, sagte Pieper der „Rheinischen Post“.
„Die Amtsgeschäfte ohne Vereidigung zu übernehmen, wäre verfassungsrechtlich unsauber.“ Pieper rät zu einer Sondersitzung des Bundestags.

Welche Bedeutung hat die Vereidigung?

Der Amtseid vor dem Bundestag hat vor allem symbolische Bedeutung: Er soll deutlich machen, dass die demokratische Legitimation der Bundesregierung vom Deutschen Bundestag stammt.
Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags schreibt in einem Gutachten zur Bedeutung des Amtseids: „Das Regierungsmitglied bekundet unter Berufung auf von ihm als bindend empfundene ethisch-moralische Werte vor dem Bundestag, den Willen zu haben, die Pflichten, die ihm die Rechtsordnung auferlegt, zu erfüllen.“
Die „maßgebliche Bedeutung“ des Eides liege somit „außerhalb der rechtlichen Sphäre“.

Wie begründet der Kanzler sein Vorgehen?

Kanzler Merz teilt die Zweifel an dem Verfahren nicht: „Wir halten es für zulässig“, sagte er am Montag. Eine Sondersitzung in der Sommerpause wäre zu teuer: „Das würde die Öffentlichkeit zu Recht im Hinblick auf die Kosten kritisieren“.
Bundespräsident Steinmeier, dem die Ernennung der Minister ja obliegt, äußerte sich nicht selbst zu der Debatte. Aus dem Bundespräsidialamt verlautete, der Zeitplan sei nicht Sache des Staatsoberhaupts.
Mit der Ernennung komme Steinmeier seinen Aufgaben laut Grundgesetz nach. Die Eidesleitung finde dann aber vor dem Bundestag statt, „der selbst entscheidet, wann er sich dazu versammelt“. (afp/red)
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Autoanschlag auf ver.di-Demonstration in München: Anklage fordert lebenslange Haft

Die Menschen flogen wie beim Bowling: Mit Details aus den Zeugenvernehmungen hat die Bundesanwaltschaft heute ihr Plädoyer im Prozess um den Autoanschlag auf die ver.di-Demonstration im Februar 2025 in München untermauert.
Vor dem Oberlandesgericht München forderten die Ankläger für den aus Afghanistan stammenden Farhad N. wegen zweifachen Mordes und 22-fachen versuchten Mordes eine lebenslange Haftstrafe und außerdem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Anschlag im Februar 2025

N. soll im Februar 2025 mit seinem Auto in das Ende einer Demonstration der Gewerkschaft ver.di gefahren sein. Eine 37 Jahre alte Mutter und ihr zwei Jahre altes Kind starben, viele Menschen wurden schwer verletzt.
Ursprünglich wertete die Anklage bei 44 Verletzten die Taten als versuchten Mord – nach der Beweisaufnahme reduzierte die Anklage dies auf 22-fachen versuchten Mord. Dazu kommen 19 Fälle der gefährlichen Körperverletzung und drei Fälle der Körperverletzung.
Ein Kinderwagen liegt nach dem Anschlag auf der Straße, ein zweijähriges Kind starb. (Archivbild)

Ein Kinderwagen liegt nach dem Anschlag auf der Straße, ein zweijähriges Kind starb. (Archivbild)

Foto: Christoph Trost/dpa

„Es war wie beim Bowling: Die Menschen sind links und rechts weggeschleudert worden“, zitierten die Karlsruher Ankläger in ihrem Plädoyer aus einer der zahlreichen Zeugenaussagen in dem Prozess.
Die Tat des zuletzt in München lebenden 25-Jährigen sei „auf die Vernichtung von Menschenleben“ ausgerichtet gewesen.

Zwei Hauptmotive: Religiöse Motive,  Einsamkeit, Ängste und Wut

Der Fall hatte kurz vor der Bundestagswahl 2025 eine scharfe politische Diskussion über die Flüchtlingspolitik ausgelöst. Wie die Bundesanwaltschaft feststellte, ergab die Beweisaufnahme zwei Hauptmotive des Angeklagten.
Das erste Motiv seien religiöse und damit verknüpfte politische Gründe, das zweite Motiv Einsamkeit und diffuse Ängste.
Zu den religiösen Motiven gaben die Ankläger an, N. habe die Tat als Rache für das Leid der Muslime im Gazastreifen und in Afghanistan verübt. Er habe hinterlassen, dass im Fall seiner Tötung bei dem Anschlag seiner Mutter gesagt werden solle, dass US-Präsident Donald Trump das Leid der Muslime verursacht habe. Den Autoanschlag habe N. als „gerechtfertigte Vergeltung“ angesehen.
Die Ankläger stellten bei N. außerdem diffuse Ängste vor Einsamkeit sowie Wut und Kränkung fest. Er habe sich am Tattag allein gefühlt. Außerdem sei er auf seine in Afghanistan lebende Familie wütend gewesen.

Gutachter sehen psychische Probleme

Gutachter stellten bei dem Angeklagten zwar psychische Probleme fest. Diese waren allerdings nicht so ausgeprägt, dass eine Psychose vorlag. Die Schuldfähigkeit war nicht eingeschränkt.
Wie die Bundesanwaltschaft darstellte, leiden bis heute viele der Verletzten unter den Folgen der Attacke. Zu körperlichen Folgen kommen bei vielen Betroffenen psychische Folgen – teilweise sind sie bis heute nicht arbeitsfähig.
Auf das Plädoyer der Bundesanwaltschaft sollten noch das Plädoyer der Nebenklage sowie das Plädoyer der Verteidung folgen. Ein Urteil wird für den 6. August erwartet. (afp/red)
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Moscheevereine oder AfD verbieten? Entzug der Staatsbürgerschaft? Politische Kontroverse nach CSD-Anschlag


In Kürze:

  • Stefan Evers (CDU) will Entscheidungen treffen, gegen die es bislang ideologische Vorbehalte gab.
  • NRW-Innenminister Reul will Sicherheitskonzepte von queeren Demos überprüfen lassen.
  • Die Linke macht die AfD für den Anschlag verantwortlich und kassiert dafür parteiübergreifend Kritik.
  • Dobrindt: Bei bestimmten Taten grundsätzlich Erwachsenenstrafrecht anwenden.

Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers fordert ein Verbot islamistischer Moscheevereine in der Hauptstadt. Das sagte er den Sendern RTL und ntv.
„Wir müssen dafür sorgen, dass Moscheevereine, in denen Verfassungsfeindlichkeit gepredigt wird, verboten werden. Wir müssen die Mittel des Vereinsrechts ausschöpfen“, so Evers. Zugleich verlangt er, das Thema Islam stärker an Schulen zu behandeln und ein Wahlpflichtfach Religion einzuführen, das es in Berlin bislang nicht gebe.

Evers: Das Problem beim Namen nennen

„Wir müssen an ganz verschiedenen Stellen jetzt Entscheidungen treffen, die in den vergangenen Jahren nicht möglich waren, weil es ideologische Vorbehalte gab“, sagte Evers. Insbesondere die politische Linke habe sich massiv dagegen gesperrt und gewehrt. „Wir nennen das Problem beim Namen und packen es bei der Wurzel.“ Der Schutz gelte nicht nur der queeren Community, sondern auch Frauen und Menschen jüdischen Glaubens, die sich in bestimmten Stadtteilen nicht sicher fühlten.
Auf die Frage, wie der Anschlag den bevorstehenden Berliner Wahlkampf verändere, warnte Evers vor einer Instrumentalisierung. „Wir sollten nicht der Versuchung erliegen, den Anschlag jetzt zu Wahlkampfzwecken zu instrumentalisieren“, sagte er. Man dürfe nicht nur über den Anschlag sprechen und Vorbehalte schüren, womöglich gegen ganze Bevölkerungsschichten.
Viele Polizisten, die den Christopher Street Day (CSD) geschützt hätten, seien Muslime gewesen, viele Retter und Pfleger in Krankenhäusern hätten muslimischen Hintergrund. „Wir sollten auf keinen Fall zulassen, dass dieses Thema jetzt genutzt wird, um die Stadt zu spalten. Wir müssen geeint gegen Islamismus stehen“, so Evers. Das beginne damit, dass alle bereit seien, das Problem beim Namen zu nennen – das vermisse er bei einigen Kollegen.
Unterdessen kündigt Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) eine Überprüfung des Sicherheitskonzepts für die anstehenden queeren Demonstrationen in seinem Bundesland an.

Reul: Hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben

„Wir wissen, dass die Gefahr islamistischer Anschläge abstrakt hoch ist“, sagte Reul den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In Berlin sei sie nun ganz konkret geworden. Die Polizei sei darum sensibilisiert worden. Vor allem in Vorbereitung der vielen anstehenden CSDs in Nordrhein-Westfalen würden die Sicherheitskonzepte noch einmal überprüft.
Zugleich hob Reul hervor: „Wir werden nie hundertprozentige Sicherheit garantieren können. Es wird immer Menschen geben, die durchs Raster fallen, weil ihre Radikalisierung im Verborgenen und in kurzer Zeit abläuft.“ Das Risiko sei „Teil jeder Veranstaltung“. Trotzdem dürften sich die Menschen in Deutschland die Feste und die Freiheit „nicht von Terroristen nehmen lassen“, so Reul.
Die Linken machen die AfD für den Anschlag mit verantwortlich und wiederholen die Forderung nach einem Verbot der Partei. Auf der Plattform threads schreibt die Linken-Politikerin Didem Aydurmus: „Der Anschlag ist nur ein weiterer Grund für ein AfD-Verbot! Vor der AfD hatten wir son Scheiss eigentlich nicht. Keine russischen Marionetten, die Terroranschläge verüben, damit die Faschos mehr Stimmen bekommen. AfD Verbot jetzt!“ Die Äußerung sorgte für viel Kritik und zum Teil hämische Kommentare.

Linke Neukölln sieht Erstarken rechter Kräfte als Ursache für Attentat

Auch Äußerungen des Berliner Queerbeauftragten Alfonso Pantisano (SPD) sowie eine Stellungnahme der Linken Neukölln rief Unmut hervor. Wie die „WELT“ berichtet, sagte Pantisano zwei Tage vor dem Anschlag: „Das, was uns am meisten beschäftigt, ist, wir werden gerade politisch angegriffen von rechts und vor allem von konservativen Kräften, von Rechtsextremen, von Neonazis.“
Nach der Amokfahrt  auf diese Aussage angesprochen, bekräftigt er: „Unter konservative Kräfte zähle ich auch alle religiösen Gruppen, die ein Problem mit uns haben. Und die Islamisten gehören da dazu“. Es gebe „ein Problem mit einigen Menschen im Islam, die all das, was wir leben, verteufeln“.
Die Linke Neukölln klammert den mutmaßlich islamistischen Hintergrund aus und schrieb: „Mit dem Erstarken der Rechten und antifeministischer Kräfte nehmen auch Queer- und Transfeindlichkeit massiv zu.“ Man wehre sich dagegen, „dass diese Tat für rassistische, antimuslimische oder sonstige reaktionäre Hetze instrumentalisiert wird.“
Dafür kassierte der Bezirksverband parteiübergreifend und ergänzte am Montag auf Instagram: „Wenn wir vom Erstarken rechter und antifeministischer Kräfte sprechen, dann gehören der IS und andere reaktionäre islamistisch-fundamentalistische Gruppen für uns selbstverständlich dazu, deren frauen-, queer- und transfeindliches und unterdrückerisches Weltbild wir ablehnen und bekämpfen.“ Den Anschlag „verurteilen wir aufs Schärfste. Wir stehen unmissverständlich an der Seite queerer Menschen.“

Schulze: Möchte solche Menschen nicht in Deutschland haben

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU),  fordert Konsequenzen aus dem Attentat. „Wir dürfen das einfach nicht mehr zulassen, dass hier Menschen bei uns leben,  die unsere Kultur nicht akzeptieren (…) “, sagte er gegenüber dem „Deutschlandfunk“ (etwa ab Minute 12:30). Dass Menschen wie der mutmaßliche Attentäter, der zwar in Deutschland geboren und einen deutschen Pass, das Land aber ablehnt, sagte Schulz. „Ich möchte solche Menschen nicht hier in Deutschland leben haben.“
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder fordert für Gefährder mit doppelter Staatsbürgerschaft den Entzug der deutschen. „Für mich ist eindeutig: Jemand, der Gefährder ist, kann nicht auf Dauer zwei Staatsbürgerschaften haben“, zitiert ihn die „BILD“. Auch vertritt der CSU-Politiker, die Ansicht, dass Gefährder keinen Führerschein besitzen sollten: „Gefährder brauchen keinen Führerschein“, schreibt die „WELT“.
Der derzeitige Interims-Vorsitzende der Unionsfraktion, Alexander Hoffmann (CSU), fordert mehr Befugnisse für Bundespolizei und Nachrichtendienste im Kampf gegen Islamisten. Er sieht die Stärkung der Sicherheitsbehörden als dauerhafte Aufgabe eines wehrhaften Rechtsstaats.
Die Rufe nach einem schärferen Vorgehen gegen Gefährder werden lauter. „Ich glaube, alles, was solche Angriffe in Zukunft verhindert, ist eine gute Regelung“, sagte die rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion Susanne Hierl (CSU), im RBB-Inforadio. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuvor ein Drei-Punkte-Sicherheitspaket angekündigt. Dieses bezieht sich auf die Anwendung des Jugendstrafrechts, den Einsatz von elektronischen Fußfesseln sowie das Thema Präventivhaft.

Keine Bewährung mehr für bestimmte Straftaten

Wer sich trotz jungen Alters einer terroristischen Vereinigung anschließe, solle nicht nach Jugend-, sondern Erwachsenenstrafrecht behandelt werden. Für bestimmte Taten könnte zudem die Bestrafung auf Bewährung abgeschafft werden. Der Einsatz von elektronischen Fußfesseln sowie einheitliche Regeln für Präventivhaft wären weitere Möglichkeiten. Bewährungsstrafen könne man angehen, sodass es für bestimmte Taten keine solche Strafe mehr gebe.
Nach dem Anschlag will die SPD-Führung einen neuen Anlauf nehmen, um ein Verbot von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität im Grundgesetz zu verankern. Die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas sowie Generalsekretär Tim Klüssendorf forderten am Dienstag eine entsprechende „Ergänzung des Diskriminierungsverbots in Artikel drei des Grundgesetzes“. Die SPD werde dies „mit Nachdruck wieder auf die politische Tagesordnung setzen“.
Die Grünen schließen sich dem an. „Es ist Zeit, zu handeln“, sagte Fraktionschefin Britta Haßelmann der „Rheinischen Post“. Auch die Queerbeauftragte des Bundes, Sophie Koch (SPD), fordert eine Ergänzung. Dadurch würden zwar keine konkreten Straftaten verhindert: „Aber es würde Schutz bieten, wenn irgendwann vielleicht wieder Kräfte an die Macht kommen, die die Grundrechte von queeren Menschen einschränken wollen. Wenn ein Diskriminierungsverbot im Grundgesetz für queere Menschen klar benannt wäre, hätten solche Vorhaben keine Chance“, fügte sie hinzu.
Über die Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel drei Grundgesetz wird seit Jahren diskutiert. Dieser beinhaltet bereits eine Reihe ausdrücklicher Diskriminierungsverbote – etwa wegen Geschlechts, Ethnie, Sprache, Herkunft oder Glaube. Im September vergangenen Jahres hatte auch der Bundesrat eine entsprechende Änderung gefordert. Nötig wäre dafür eine Zwei-Drittel-Mehrheit sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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Polizei findet IS-Bekennervideo auf Handy des CSD-Attentäters

Nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) haben die Ermittler auf dem Handy des Attentäters Abdul B. offenbar ein IS-Bekennervideo entdeckt. Das berichtet die „BILD“.
Das Video soll demnach am 25. Juli aufgenommen worden sein, dem Tag des Anschlags, und soll B. zeigen, wie er sich zur Terrororganisation Islamischer Staat bekennt. Die Polizei hatte das Handy zuvor im Tatfahrzeug gefunden.
Der Attentäter war am Samstagabend mit einem Kleintransporter in den Berliner Tiergarten gerast, wo CSD-Teilnehmer gerade feierten. Im Anschluss ging er mit einer Machete auf Passanten los.
Insgesamt wurden bei dem Anschlag 29 Menschen verletzt, eine Frau aus Polen wurde getötet. Der Attentäter wurde am Sonntagabend in einer Kleingartenanlage in Spandau lokalisiert und bei einem Polizeieinsatz erschossen. (dts/red)
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Warum wurde Abdul B. aus der Haft entlassen? Wer trägt die Verantwortung?


In Kürze:

  • Gericht erklärt Entscheidung: Die Freilassung von Abdul B. erfolgte durch ein Jugendschöffengericht nach den Regeln des Strafverfahrens.
  • Behörden kannten Abdul B.: Er galt als Gefährder und wurde laut Berichten überwacht, konkrete Anschlagspläne wurden jedoch nicht erkannt.
  • Unterschiedliche Zuständigkeiten: Strafgerichte beurteilen Straftaten, Sicherheitsbehörden sind für Gefahrenabwehr zuständig.

 
Nach der Kritik an der Freilassung von Abdul B. hat die Pressestelle der Berliner Strafgerichte am Dienstag, 28. Juli, die Hintergründe der Entscheidung erläutert. Richterin Lisa Jani, Sprecherin der Berliner Strafgerichte, stellte klar, dass die Entscheidung nicht von einem einzelnen Richter getroffen worden sei, sondern von einem Jugendschöffengericht mit einem Berufsrichter und zwei Jugendschöffen.
Das Gericht erklärte, dass bei Verfahren gegen Heranwachsende zunächst geprüft werde, ob eine Straftat vorliegt, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewendet wird, welche Strafe angemessen ist und ob eine mögliche Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.
Im Fall von Abdul B. seien in der Hauptverhandlung unter anderem ein Kriminalbeamter des Landeskriminalamts sowie eine Islamwissenschaftlerin als Sachverständige gehört worden. Dabei sei auch die mögliche Gefährlichkeit des Angeklagten thematisiert worden. Den Begriff „Gefährder“ könne das Gericht jedoch nicht bestätigen. Dieser Begriff stamme aus dem Bereich der Sicherheitsbehörden und sei für den Straftatbestand der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat „nicht unbedingt relevant“.
Die Strafgerichte könnten nur über die angeklagten Taten entscheiden, erklärte Jani. Der Vorwurf habe unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat betroffen. Die besondere Gefährlichkeit sei diesem Straftatbestand bereits enthalten.
Bei der Entscheidung über eine mögliche Bewährung habe das Gericht eine sogenannte Legalprognose erstellen müssen. Dabei wird geprüft, ob zu erwarten ist, dass ein Verurteilter künftig keine weiteren Straftaten begeht. Diese Prognose sei negativ ausgefallen, weshalb die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Zur Aufhebung des Haftbefehls verwies das Gericht darauf, dass Untersuchungshaft keine Vorbeugehaft sei. Sie diene vor allem der Sicherung des Strafverfahrens. „Die Untersuchungshaft dient nicht nur vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens, sie ist insbesondere keine Präventivhaft“, erklärte die Sprecherin.
Auch nach einer Verurteilung müsse geprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine weitere Untersuchungshaft vorliegen. Die gesetzlichen Anforderungen und die Verhältnismäßigkeit seien dabei entscheidend.
Die Generalstaatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten sowie die Fortdauer der Untersuchungshaft gefordert. Das Gericht verhängte eine Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten und hob den Haftbefehl auf. Gegen das Urteil legte die Generalstaatsanwaltschaft Berufung ein.

Sicherheitsbehörden überwachten Abdul B. bis kurz vor der Tat

Die Entscheidung des Gerichts sorgt vor allem deshalb für Diskussionen, weil Abdul B. nach Medienberichten bereits vor dem mutmaßlichen Anschlag im Fokus der Sicherheitsbehörden stand.
Laut Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ hatten Ermittler des Berliner Landeskriminalamts (LKA) eine verdeckte Kamera am Hauseingang des als Gefährder eingestuften Abdul B. installiert. Die Kamera soll am Samstagabend um 20:58 Uhr aufgezeichnet haben, wie der 21-Jährige seine Wohnung verließ. Wenig später soll er mit einem Transporter in eine Menschenmenge im Berliner Tiergarten gefahren sein. Eine Frau kam dabei ums Leben, über ein Dutzend Menschen wurden verletzt.

Ein Schild mit einem Fahndungsaufruf der Berliner Polizei nach Abdul B., dem mutmaßlichen Täter des Angriffs nahe dem CSD in Berlin am 25. Juli 2026.

Foto: AFP via Getty Images

Dem Bericht zufolge war Abdul B. bereits Wochen vor dem Anschlag vom Risikobewertungssystem RADAR-iTE des Bundeskriminalamts (BKA) als Hochrisikoperson eingestuft worden. Der Berliner Islamist galt seit Januar 2026 offiziell als Gefährder. Sein Mobiltelefon sowie seine Internetkommunikation wurden überwacht, außerdem beobachteten ihn zeitweise Observationsteams.
Nachdem diese jedoch zunächst keine Hinweise auf ein unmittelbar bevorstehendes Attentat festgestellt hatten, wurde die persönliche Überwachung wegen fehlender Auffälligkeiten und begrenzter Ressourcen zurückgefahren. Die technischen Überwachungsmaßnahmen, darunter die Kamera vor seiner Wohnung, blieben jedoch bestehen.
Der Fall wurde demnach mehrfach im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) besprochen. Dort hatten Sicherheitsbehörden aufgrund seiner Radikalisierung, seiner versuchten Ausreise zum Islamischen Staat und seiner kriminellen Vorgeschichte eine erhebliche Wahrscheinlichkeit gesehen, dass er erneut ausreisen oder einen Anschlag begehen könnte. Trotz dieser Einschätzung kam der 21-Jährige im Mai 2026 aus der Untersuchungshaft frei.
Anfang Juli löste Abdul B. laut des Berichts noch einmal einen Polizeieinsatz aus, nachdem Überwachungsmaßnahmen ergeben hatten, dass er einen pistolenähnlichen Gegenstand am Hosenbund trug. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung stellte sich dieser jedoch als Spielzeugwaffe heraus. (dts/red)
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Attentäter war „Hochrisikoperson“: Hintergründe zum CSD-Anschlag des Abdul B.


In Kürze:

  • Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD steht der Umgang mit islamistischen Gefährdern erneut im Mittelpunkt.
  • Der Tatverdächtige Abdul B. war laut Behörden bereits als Gefährder bekannt und wurde überwacht.
  • Politiker diskutieren über schärfere Regeln, während Experten auf rechtsstaatliche Grenzen hinweisen.

 
Die größte islamistische Terrorgefahr in Deutschland geht nach Einschätzung des Thüringer Verfassungsschutzpräsidenten Stephan Kramer derzeit von Einzeltätern oder kleinen, eigenständig handelnden Gruppen aus. „Wahrscheinlich sind vor allem Anschläge durch einzelne Täter oder sehr kleine, eigenständig handelnde Gruppen, die leicht verfügbare Tatmittel wie Fahrzeuge, Messer oder improvisierte Waffen einsetzen“, sagte Kramer dem „Handelsblatt“. Die Bedrohung durch den Islamismus sei weiterhin hoch, zugleich aber nicht flächendeckend akut.
Nach Einschätzung Kramers zeigt der mutmaßlich islamistisch motivierte Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin mehrere typische Risikofaktoren. Dazu zählten eine weit fortgeschrittene dschihadistische Radikalisierung des Täters, ein Ausreiseversuch zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die Einstufung als Gefährder, Haft- und Auslandserfahrungen sowie die erst kurze Zeit zurückliegende Haftentlassung.
Der Anschlag hatte sich am Samstagabend nahe der Abschlussveranstaltung zur Berliner CSD-Demonstration am Brandenburger Tor ereignet. Ein 21-Jähriger fuhr mit einem Auto im Tiergarten in eine Menschenmenge und attackierte weitere Opfer mit einer Stichwaffe. Eine 65-jährige Frau aus Polen starb, 29 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben teils lebensgefährlich verletzt.
Der mutmaßliche Täter mit deutscher Staatsbürger und libanesischen Wurzeln war als Gefährder eingestuft, befand sich aber dennoch auf freien Fuß. Er war mehrfach vorbestraft und hatte 2025 versucht, sich dem IS anzuschließen. Medienberichten zufolge galt der mutmaßliche Attentäter in Sicherheitskreisen als „Hochrisikoperson“. Laut Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ wurde Abdul B. bis kurz vor der Tat überwacht.

Menschen bei einer Gedenkveranstaltung vor dem Brandenburger Tor nach dem mutmaßlichen CSD-Anschlag im Tiergarten. Eine Frau starb, 16 Menschen wurden verletzt.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

Was über Abdul B. bekannt ist

Nach SPIEGEL-Recherchen reicht die Vorgeschichte des Tatverdächtigen mehrere Jahre zurück. Demnach wurde Abdul B. bereits als Jugendlicher auffällig. Er soll 2019 im Alter von 14 Jahren erstmals den Behörden aufgefallen sein. Später folgten weitere Straftaten, unter anderem wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung.
Demnach soll Abdul B., da er als Anhänger des IS aufgefallen ist, als Gefährder eingestuft worden sein. Nach einem mutmaßlichen Versuch, nach Syrien auszureisen und sich der Terrororganisation anzuschließen, wurde er im Libanon festgenommen und später nach Deutschland zurückgebracht.
Nach seiner Rückkehr kam er wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Untersuchungshaft. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft forderte dem Bericht zufolge eine Freiheitsstrafe von knapp drei Jahren. Das Gericht verhängte jedoch eine Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten zur sogenannten Vorbewährung. Nach der Verurteilung kam Abdul B. wieder frei, da das Urteil noch nicht rechtskräftig war.
Ebenfalls berichtete der SPIEGEL über eine geplante Betreuung durch das Violence Prevention Network (VPN). In zwei Gesprächen habe sich Abdul B. nach Angaben der Organisation „freundlich, nichtssagend und angepasst“ gezeigt. Eine endgültige Entscheidung über eine Aufnahme in das Deradikalisierungsprogramm stand demnach noch aus.
Zudem sollen Ermittler wenige Wochen vor der Tat einen Hinweis auf ein von Abdul B. veröffentlichtes Waffenfoto im Internet erhalten haben. Bei einer Durchsuchung der Wohnung sei jedoch nur eine Spielzeugwaffe gefunden worden.

Streit über den Umgang mit Gefährdern

Nach dem Anschlag fordert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nun schärfere Regeln für den Umgang mit Gefährdern. Es brauche Regelungen, „dass Gefährder nicht nach Jugendstrafrecht behandelt werden und schon gleich gar nicht auf Bewährung in Freiheit kommen“, sagte Dobrindt in den ARD-„Tagesthemen“.
Bereits zuvor hatte Dobrindt ein Drei-Punkte-Sicherheitspaket angekündigt. Dazu gehören eine Reform des Jugendstrafrechts, ein stärkerer Einsatz elektronischer Fußfesseln sowie bundesweit einheitliche Regelungen für eine mögliche Präventivhaft.
„Bewegungseinschränkung durch die Fußfessel muss zum Standard gegenüber Gefährdern werden“, sagte der CSU-Politiker. Es sei nicht auszuschließen, dass Personen, die als Gefährder eingestuft wurden, erneut Straftaten begehen könnten.

Polizei steht am Tatfahrzeug des mutmaßlichen CSD-Angreifers Abdul B. in Berlin. Bei dem Angriff starb eine Frau, 16 Menschen wurden verletzt.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

Rechtsstaatliche Grenzen

Mit Blick auf den Umgang mit Gefährdern sprach Verfassungsschutzpräsident Kramer von einem grundsätzlichen Dilemma. Allein aufgrund einer Gefährdungsprognose könne in einem Rechtsstaat niemand unbegrenzt inhaftiert werden. Selbst eine lückenlose Observation binde erhebliche Kräfte und könne spontane Anschläge mit Fahrzeugen oder Messern nicht zuverlässig verhindern.
Kramer sprach sich deshalb für eine frühzeitige Strafverfolgung, eine bessere Betreuung radikalisierter Straftäter in Haft, eine engere Begleitung nach der Entlassung, gerichtsfeste Überwachungsmaßnahmen, elektronische Fußfesseln, regelmäßige Fallkonferenzen und langfristige Deradikalisierungsarbeit aus. „Da gibt es überall noch Luft nach oben.“

Radikalisierung findet häufig in Deutschland statt

Kramer warnte außerdem davor, Islamismus ausschließlich als importiertes Problem zu betrachten. Viele Täter seien in Deutschland geboren oder aufgewachsen und radikalisierten sich erst hier. Die Ideologie könne zwar aus dem Ausland stammen, die Radikalisierung erfolge jedoch häufig innerhalb Deutschlands – etwa über soziale Medien, persönliche Kontakte, lokale Szenen, Messenger-Gruppen, Gefängniskontakte oder Auslandsreisen.
Der Fall des mutmaßlichen CSD-Attentäters wirft damit erneut die Frage auf, wie Behörden mit Personen umgehen sollen, die als gefährlich gelten, aber rechtlich nicht dauerhaft festgehalten werden können. Die Debatte bewegt sich dabei zwischen Forderungen nach mehr Sicherheit und den Grenzen eines Rechtsstaates. (afp/dts/red)
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Terror, Energie, Bildung: So lief das Wahlforum in Magdeburg

Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten von CDU und AfD teils hitzige Wortgefechte über die Migrationspolitik geliefert.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sagte bei einem Wahlforum, den Fachkräftemangel könne man „ganz sicherlich nicht aus dem Ausland decken“, sondern das Land müsse es „aus eigener Kraft“ über eine „vernünftige Familienpolitik“ schaffen. Ministerpräsident Sven Schulze, der CDU-Spitzenkandidat, konterte, der AfD fehle ein Konzept für die nächsten fünf Jahre.
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der Landtagsparteien zur Debatte geladen. Zwei Journalistinnen moderierten die live im Internet übertragene Veranstaltung. Gäste im Publikum durften einige Fragen stellen.
Zunächst trafen Schulze und Siegmund im Duell aufeinander, dann kamen die übrigen Politiker dazu. Die Themen bei der 90-minütigen Veranstaltung: Migration, die Wirtschaft, Energiepolitik, Bildung. Und, aus aktuellem Anlass der mutmaßlich islamistische Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin.

CSD-Anschlag: Fragen zur doppelten Staatsbürgerschaft

In der Debatte über Konsequenzen sagte Schulze: „Ich möchte nicht mehr, dass Menschen, die doppelte Staatsbürgerschaft, die deutsche und ihre eigene dann haben, wenn sie hier als Gefährder leben.“ Er wolle dieses Thema auf die Agenda setzen, wenn Sachsen-Anhalt ab Herbst den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz hat.
Kontrahent Siegmund sagte, die deutsche Staatsbürgerschaft werde aktuell „zum Fenster rausgeworfen, sie wird verschenkt“. Er beklagte einen „Kuschelkurs“, wenn radikalisierten jungen Leuten Beratung angeboten werde. Man müsse „rechtsstaatlich hart durchgreifen“.
Die FDP-Kandidatin Lydia Hüskens sagte, man müsse klären, wie man mit Gefährdern umgehe. Die Grüne Susan Sziborra-Seidlitz erinnerte daran, dass Queerfeindlichkeit das Problem sei, im Islamismus, aber auch im Rechtsextremismus. SPD-Kandidat Armin Willingmann meinte, man solle nicht sofort nach Gesetzesverschärfungen schreien, denn vieles sei noch unklar. Der Linken-Vorsitzende Hendrik Lange sagte, Präventionsprogramme wie Demokratie leben! seien wichtig.

Wirtschaft: AfD sieht Lösung in russischem Gas

In der Wirtschaftspolitik bemängelte Siegmund die hohen Energiepreise in Deutschland. Seine Lösung: Ende von Sanktionen und die Nutzung von Gas aus Russland.
„Wir werden selbstverständlich das Thema der ideologischen Energiepolitik auf die Tagesordnung heben – und zwar so, dass wir uns gegen Sanktionen stark machen, für günstige Energie, egal aus welchem Land, weil wir einfach unsere Wettbewerbsfähigkeit behalten müssen“, sagte Siegmund. Auf die Nachfrage einer Moderatorin, ob er damit auch Gas aus Russland meint, sagte Siegmund: „Ja, selbstverständlich.“
Schulze betonte seinen persönlichen Einsatz in Gesprächen mit Unternehmen wie Volkswagen und dessen Zulieferern, um Arbeitsplätze im Land zu halten. Er sei optimistisch, in Kürze auch eine positive Perspektive bieten zu können.

Bildung: „Kein Selektieren unserer Kinder“

Beim Streitthema Inklusion – dem gemeinsamen Unterrichten von Kindern mit und ohne Behinderung – hielten die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten der AfD vor, das Modell beenden zu wollen. So stehe es im Wahlprogramm, sagte Schulze. „Was Sie machen wollen, ist Selektieren unserer Kinder, das hatten wir mal vor vielen, vielen Jahrzehnten, das will ich nicht“, sagte der CDU-Politiker.
Siegmund hielt entgegen, niemand habe etwas „gegen ein Kind im Rollstuhl“. Man müsse nur jedes Kind individuell anschauen. „Deswegen kann man es nicht pauschal machen“, sagte der AfD-Kandidat. SPD-Mann Willingmann warf Siegmund Vernebelungstaktik vor.
Teilweise einig war sich Siegmund mit den Grünen beim jahrgangsübergreifenden Lernen. Das sei nicht optimal, aber „bevor der Unterricht komplett ausfällt, ist es eine Variante“, sagte der AfD-Politiker. Die Grünen hatten sich in der Vergangenheit für einen Ausbau von jahrgangsübergreifendem Unterricht ausgesprochen, um kleine Schulen im ländlichen Raum zu erhalten.

Die Koalitionsfrage

Alle Parteien von der CDU, über die SPD, FDP, Grüne und Linke schlossen eine Koalition mit der AfD aus. Siegmund erteilte seinerseits den übrigen Parteien eine Absage: „Wir müssen es alleine schaffen.“ Schulze will nach eigenem Bekunden auch nicht mit der Linken koalieren.
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. In der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Focus Online“ kommt die AfD auf 41 Prozent. Auf Platz zwei liegt die CDU mit 24 Prozent, gefolgt von der Linken mit 14 Prozent. Die SPD käme auf 5 Prozent.
Grüne, FDP sowie das BSW liegen demnach mit 4 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die bisherige schwarz-rot-gelbe Koalition hätte nach diesen Zahlen keine Mehrheit mehr. (dpa/red)
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Datenschutzbeauftragte: Durch Geheimdienstreform drohen Grundrechtseinschränkungen

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Louisa Specht-Riemenschneider, sieht in der von der Regierung geplanten Geheimdienstreform massive Risiken für die Bürgerrechte. „Aus meiner Sicht gibt es inakzeptable Einschränkungen der Grundrechte“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“. Nachrichtendienste sollten nicht handeln und eingreifen dürfen wie eine Polizei, mahnte sie.

Verfassungsrechtliche Bedenken

Es spreche viel dafür, dass das Bundesverfassungsgericht die Pläne als zu weitgehend einstufen werde, erklärte Specht-Riemenschneider. Verfassungsschutz und BND sollen künftig auf öffentliche und private Videoüberwachungsanlagen im öffentlichen Raum zugreifen dürfen. Selbst Aufnahmen, die mit Kameras oder Drohnen über das Zulässige hinausgehen, dürften danach weiterverwendet werden. „Der Staat duldet den Rechtsbruch“, kritisierte sie.

Kritik an Datenspeicherung und Kontrolllücke

Auch die geplante unbefristete Speicherung personenbezogener Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen durch den BND hält die Datenschutzbeauftragte für verfassungswidrig. Zudem soll die neue Beschwerde-Instanz, der Unabhängige Kontrollrat, erst ab Anfang 2029 ihre Arbeit aufnehmen. Den Bürgerinnen und Bürgern werde damit für zwei Jahre die Möglichkeit genommen, sich mit einer Beschwerde zu wehren.

Wechsel an der Spitze der Datenschutzbehörde

Bisher ist die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) für solche Beschwerden zuständig – diese Aufgabe soll sie zum Jahreswechsel verlieren. Specht-Riemenschneider selbst gibt ihr Amt im September aus gesundheitlichen Gründen auf. Der Bundestag hat im Juni den Freiburger Rechtswissenschaftler Moritz Hennemann zu ihrem Nachfolger gewählt. (afp/red)
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27. Juli: Merz baut weiter um | Unmut über Schnieder-Umgang | Mieter unter Druck

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Merz baut weiter um

Bundeskanzler Friedrich Merz hat im Rahmen der laufenden Personalrochaden in seiner Partei und im Kabinett weitere Personalentscheidungen bestätigt. Neuer Verkehrsminister soll Steffen Bilger, werden. Außerdem wird Franziska Hoppermann neue CDU-Generalsekretärin. Sie folgt auf Carsten Linnemann, der künftig das Amt des Bundesgesundheitsministers übernehmen soll.

Unmut über Schnieder-Umgang

Bundeskanzler Friedrich Merz hält trotz Kritik an der geplanten Ablösung von Verkehrsminister Patrick Schnieder fest. Innerhalb der CDU wächst der Unmut über den Umgang mit Schnieder. Nun hat die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion einen bereits vereinbarten Besuch im Kanzleramt mit einem deutlichen Schreiben abgesagt. Der Journalist Robin Alexander schreibt, der Unmut nehme „bisher nicht gekannte Formen“ an.

Mieter unter Druck

Miete und Nebenkosten überfordern laut einer YouGov-Umfrage immer mehr Menschen in Deutschland. Knapp die Hälfte der befragten Mieter können sich ihre Wohnkosten „gerade so leisten“. Gleichzeitig wünscht sich fast jeder zweite Mieter Wohneigentum. Die größte Hürde ist dabei jedoch fehlendes Eigenkapital.

Drohnenflotte und Labors im All

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag will vermehrt in Forschung, Innovation und Technologie investieren. Dazu hat die Gruppe konkrete Vorschläge vorgelegt. Unter anderem soll die Bundeswehr ihre Drohnenflotte deutlich ausbauen. Auch der Weltraum soll besser genutzt werden – zum Beispiel für die Forschung und die Herstellung von Medikamenten. Ziel sei es, Deutschlands führende Rolle als Industrie und Exportnation zu erhalten.

Feuer wüten weiter

An der französischen Atlantikküste kämpft die Feuerwehr weiter mit einem Großaufgebot und internationaler Unterstützung gegen den großflächigen Waldbrand. Nach einer Krisensitzung der Regierung erklärte Innenminister Laurent Nuñez, dass der Brand „stabilisiert“ aber „noch nicht unter Kontrolle“ sei. Die Flammen wüteten weiter. 2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten seien im Einsatz.
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Feuer wütet weiter bei Bordeaux – Rauch macht Atmen schwer

An der französischen Atlantikküste kämpft die Feuerwehr weiter mit einem Großaufgebot und internationaler Unterstützung gegen den riesigen Waldbrand, wobei sich die Lage über Nacht stabilisiert hat.
Nach einer Krisensitzung der Regierung erklärte Innenminister Laurent Nuñez, dass der Brand „stabilisiert“ aber „noch nicht unter Kontrolle“ sei. „Er hat sich in der Nacht nicht weiter ausgebreitet“, die Flammen wüteten aber weiter. 2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten seien im Einsatz.
Der Minister rief wie zuvor bereits die Regierungssprecherin dazu auf, nicht in die betroffene Region Gironde zu reisen. Noch habe sich die Lage nicht beruhigt. Sorge bereite den Behörden eine erneute Hitzewelle, die ab Dienstag die Region treffen soll. „Ich möchte niemanden beruhigen“, sagte der Minister.
Für die Brandbekämpfung sei auch die weitere Wetterentwicklung mit dem Aufkommen von Wind und Hitze wichtig, hieß es von den Behörden. Am Nachmittag wurde Präsident Emmanuel Macron in der betroffenen Tourismusregion erwartet, die der Brand mitten in der Hauptsaison trifft.

Feuerwehr: Löscharbeiten können Wochen dauern

Der Großbrand könne noch „mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern“, ehe er vollständig gelöscht sei, sagte Feuerwehroffizier David Annotel vom französischen Feuerwehrverband dem Sender France Info.
Über viele Wochen und Monate hinweg müssten sich Feuerwehreinheiten aus ganz Frankreich zur Brandbekämpfung ablösen. Während an der einen Stelle ein Brand gelöscht werde, breche an anderer Stelle ein neuer aus. „Die bevorstehende Hitzewelle wird die Lage verschärfen und die Zahl der Einsätze erhöhen.“
Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der auch bei Deutschen beliebten Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, auch viele Touristen. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometern der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine Fläche größer als die Stadt Köln.
Rund 240 Wohnhäuser wurden zerstört. In einem weiten Umkreis verdunkeln riesige Rauchwolken den Himmel und der Qualm ist überall zu riechen und macht das Atmen schwer, die Luftqualität sei stark beeinträchtigt, berichtete ein dpa-Reporter aus Bordeaux.

Riesige Rauchwolken hängen über der Region

Schon Dutzende Kilometer vor Bordeaux hängt ein rauchiger Schleier über der Landschaft, der in der Stadt noch einmal intensiver ist. Und der Rauch setzt der Gesundheit zu, schnell fühlen sich viele unwohl. Die Kehle ist plötzlich trocken, die Augen brennen, man ist auf einmal aus der Puste. Über geparkte Autos ziehen sich weiße Rußpartikel.
In Spanien gab es unterdessen bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände Fortschritte, doch Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnte vor verfrühtem Optimismus. „Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam“, sagte Grande-Marlaska vor Journalisten.
Allein das Feuer in der Provinz Ávila, das seit Tagen weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid wütet, habe nach Schätzungen bereits 47.000 Hektar (470 Quadratkilometer) erfasst, so der Minister. Damit wäre es der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens, wie unter anderem der staatliche TV-Sender RTVE hervorhob.

Zehntausende Menschen betroffen

Neben dem Feuer in Ávila bereiten derzeit vor allem auch Waldbrände in der Sierra Oeste im Westen der sogenannten Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in der Provinz Toledo südwestlich der Hauptstadt Sorgen. Zusammen haben diese drei Brände rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet.
Die Zentralregierung rief für diese Regionen den Notstand aus, um schneller Mittel mobilisieren zu können. Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind inzwischen bei den Bränden in Madrid und in den angrenzenden Provinzen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben.
Die Gesamtzahl der dort von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen betroffenen Menschen wurde vom Innenministerium in Madrid zuletzt auf rund 90.000 beziffert. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft und sprachen den Betroffenen Mut zu.
In der Provinz Castellón im Osten des Landes lodert außerdem seit Samstag ein weiteres größeres Feuer, das bereits 6.500 Hektar zerstört hat. Dort wurden rund 16.000 Menschen aus verschiedenen Ortschaften evakuiert.

Brände auch in Italien

In Italien kämpfen Einsatzkräfte seit dem Wochenende gegen verschiedene Brände in mehreren Regionen. Nach dramatischen Bildern von der Halbinsel Gargano in der südlichen Region Apulien dauern die dortigen Einsätze laut Feuerwehr weiter an. Hunderte Touristen mussten dort von Stränden mit Booten vor den sich der Küste nähernden Flammen in Sicherheit gebracht werden. Löschflugzeuge sowie Bodentrupps sind weiter im Einsatz.
In der Region Basilikata wurden in der Gemeinde Maratea Dutzende Menschen sicherheitshalber aus ihren Häusern geholt. Auf den großen Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien sowie in der Region Kalabrien gibt es weiter ebenfalls lodernde Brände.

Waldbrände in Spanien: Lage weiter kritisch

Westlich von Madrid rücken die Waldbrände in verlangsamtem Tempo vor, Entwarnung gibt es jedoch nicht. Bereits 80.000 Hektar sind zerstört. Die Regionalregierung meldete am Montag eine leichte Verbesserung, das Feuer wüte aber weiter. Innenminister Fernando Grande-Marlaska nannte Montag und Dienstag „absolut entscheidende“ Tage – ab Mittwoch werden die Wetterbedingungen „äußerst ungünstig“.
Der spanische Wetterdienst Aemet warnt vor sehr hoher bis extremer Brandgefahr ab Dienstag fast im gesamten Land. Temperaturen von bis zu 40 Grad werden erwartet. Wegen der Brände in der Region Madrid, in Ávila, Toledo und nahe Valencia mussten rund 75.000 Menschen evakuiert werden. Die EU schickte sechs Löschflugzeuge zur Unterstützung.

Feuerwehr spricht von „David-gegen-Goliath-Szenario“

Der Sprecher des französischen Feuerwehrverbandes FNSPF, Eric Brocardi, sprach im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag von einem „David-gegen-Goliath-Szenario“. Bis zum Wochenende waren wegen der Feuer in Frankreich und Spanien mehr als 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Chefin des spanischen Katastrophenschutzes, Virginia Barcones, sprach von einem Feuer-„Monster“. (dpa/(afp/red)
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Verkehrsminister Bilger auf bekanntem Terrain – Neuland für Gesundheitsminister Linnemann


In Kürze:

  • Der neue Verkehrsminister Steffen Bilger gilt als Fachmann des Metiers.
  • Ex-Gesundheitsministerin Nina Warken ist nun Kanzleramtschefin.
  • Die ehemalige Fußballnationalspielerin Nadine Keßler ist neue Staatsministerin für Sport und Ehrenamt.

 
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sein Kabinett umgebaut und drei Ministerämter sowie mehrere weitere Positionen neu besetzt. Für die meiste Diskussion und Kritik – vor allem innerhalb der Union – sorgte der Rücktritt von Patrick Schnieder. Er kam damit einer möglichen Entlassung durch Merz zuvor. Nachdem der vom Kanzler zunächst favorisierte Nachfolger Fritz Güntzler nicht zur Verfügung stand, trat schließlich Steffen Bilger (CDU) die Nachfolge seines Parteikollegen Schnieder an.

Bilger: Erfahrener Verkehrspolitiker mit Einfluss

Der 47-jährige Steffen Bilger gilt als fachlich versierter Politiker, gut vernetzt und erfahrener Verkehrsexperte. Während er in der schwarz-roten Koalition bislang vor allem im Hintergrund wirkte, bringt der Rechtsanwalt aus Baden-Württemberg umfassende Kenntnisse im Verkehrsbereich mit. Anders als der ursprünglich favorisierte Finanz- und Steuerfachmann Fritz Güntzler war Bilger bereits früh im Verkehrsausschuss des Bundestages aktiv.
Nach seinem Einzug in den Bundestag 2009 gehörte Bilger von 2009 bis 2013 dem Verkehrsausschuss an. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel im Jahr 2017 arbeitete er in der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur mit. 2018 wurde er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.
Nach dem Wechsel der Union in die Opposition 2021 übernahm Bilger den Posten des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und wechselte zugleich sein Fachgebiet. Er war für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt zuständig und kritisierte in dieser Rolle unter anderem den damaligen Grünen-Minister Cem Özdemir.
Seit Beginn der schwarz-roten Koalition ist Bilger Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und zählt damit zu den einflussreichen Organisatoren hinter den Kulissen. Nun übernimmt der verheiratete Vater von drei Kindern das Verkehrsministerium mit einem der größten Etats des Bundes. Auf X erklärte Bilger, er freue sich auf die Rückkehr ins Bundesverkehrsministerium. Verkehrspolitik sei viele Jahre sein Schwerpunktthema gewesen.

Gesundheitspolitik als neue Aufgabe für Linnemann

Der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann ist bereits seit 2009 Bundestagsabgeordneter. Der bald 50-jährige CDU-Politiker ist Diplom-Betriebswirt (FH) und promovierter Volkswirt. Vor Beginn seiner politischen Laufbahn arbeitete er als Ökonom bei der Deutschen Bank Research und der IKB. Er gilt als wirtschafts- und finanzpolitisch versiert, das Gesundheitswesen ist hingegen weitgehend Neuland für ihn. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender war er zuletzt unter anderem für Arbeit, Soziales und Ehrenamt zuständig.

Nina Warken wird Kanzleramtschefin

Linnemann folgt auf Nina Warken, die als Chefin des Bundeskanzleramts und Bundesministerin für besondere Aufgaben nun ins Kanzleramt wechselte. Die Juristin ist seit dem Jahr 2000 Mitglied der CDU. Von 2004 bis 2024 war sie Mitglied im Stadtrat Tauberbischofsheim, von 2014 bis 2019 Mitglied im Kreistag des Main-Tauber-Kreises. Mitglied des Bundestages war sie zunächst von 2013 bis 2017, dann wieder ab 2018. Sie ist im Bundesvorstand der Frauenunion Deutschlands und Vorsitzende im Bundesfachausschuss Innere Sicherheit der CDU.  Seit 2023 ist die verheiratete Mutter von drei Kindern zudem  Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg.
Neuer Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt wird Philipp Amthor. Er folgt auf Michael Meister, der seine Regierungsfunktion verliert, aber weiterhin Bundestagsabgeordneter bleibt. Der 33-jährige CDU-Politiker ist seit Mai 2025 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung und war dort unter anderem für Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau zuständig.

Keßler wird Staatsministerin für Sport und Ehrenamt

Seine Aufgaben übernimmt die bisherige Wirtschafts-Staatssekretärin Gitta Connemann (CDU). Sie bleibt nach ihrem Wechsel ins Digitalministerium Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung. Connemann ist Juristin, verheiratet, und gehört der CDU seit 1996 an. Die 62-Jährige ist zugleich Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), des einflussreichen Wirtschaftsflügels. An dieser Doppelrolle – MIT-Chefin und Parlamentarische Staatssekretärin beim Wirtschaftsministerium – gab es in der CDU durchaus Kritik.
Nachfolger Connemanns im Wirtschaftsministerium wird der Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger. Er ist bisher agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz. Der 39-jährige Gymnasiallehrer stammt aus Bad Dürkheim, ist ledig und seit 2013 Mitglied des Bundestages.
Mit Nadine Keßler zieht erstmals eine ehemalige Fußballnationalspielerin in die Bundesregierung ein. Die 38-Jährige übernimmt als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt eine neue Aufgabe. Keßler war Weltfußballerin des Jahres 2014 und zuletzt bei der UEFA für den Frauenfußball verantwortlich.
Keßler folgt auf Christiane Schenderlein (CDU), die als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium wechselt. Die 44-jährige Politikwissenschaftlerin gehörte von 2019 bis 2021 dem sächsischen Landtag an. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Schnieder-Wechsel sorgt für Empörung – CDU-Fraktion Rheinland-Pfalz sagt Treffen mit Merz ab


In Kürze:

  • Friedrich Merz verteidigt die Ablösung von Verkehrsminister Patrick Schnieder.
  • Innerhalb der CDU wächst der Unmut über den Umgang mit Schnieder.
  • Schnieder zieht Konsequenzen und bittet um seine Entlassung.

 
In seiner Pressekonferenz am Montag hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die geplanten Veränderungen innerhalb der Bundesregierung erläutert und seinen Kurs verteidigt. Im Mittelpunkt stand dabei die Neuordnung des Verkehrsministeriums und die Ablösung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).
Merz erklärte, dass es keine persönlichen Differenzen mit Schnieder gebe und würdigte dessen bisherige Arbeit. Gleichzeitig machte er deutlich, dass im Verkehrsministerium eine Veränderung notwendig sei. Als Nachfolger ist der CDU-Verkehrspolitiker Steffen Bilger vorgesehen.
Die Entscheidung sorgt innerhalb der Union für Kritik. Parteimitglieder werfen Merz vor, den Wechsel schlecht vorbereitet und Schnieder durch die offene Nachfolgesuche öffentlich geschwächt zu haben. Besonders die Verzögerung nach der Absage des zunächst vorgesehenen Nachfolgers Fritz Güntzler sorgte für Unmut.
Marodes Schienennetz, marode Brücken: Viele Aufgaben warten auf den Verkehrsminister. (Archiv-Fotos)

Marodes Schienennetz, marode Brücken: Viele Aufgaben warten auf den Verkehrsminister. (Archiv-Fotos)

Foto: Michael Ukas/dpa

CDU-Unmut über Umgang mit Schnieder wächst

„Der Umgang des Kanzlers mit Minister Schnieder ist ein kommunikatives Desaster“, sagte der rheinland-pfälzische CDU-Landtagsabgeordnete Michael Ludwig dem „Tagesspiegel“ (Montagausgabe). Es sei empörend, wenn der designierte CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei die Sache als „Pech“ kleinrede.
„Unser Kreisverband, die CDU Rheinland-Pfalz ist in einer Schockstarre. Bei uns ist die Stimmung weit unter null. Wir verstehen den Kanzler nicht“, sagte Ludwig, in dessen Landtagswahlkreis Schnieder lebt. Ludwig ist zudem Vizechef des CDU-Kreisvorstandes Bitburg-Prüm. „Wir haben einen kompetenten, fleißigen, geschätzten Bundesverkehrsminister, der weiß, dass er entlassen wird – niemand weiß, warum, und wer ihm folgen wird“, sagte Ludwig.
Schon jüngst habe das Thema Spahn „bei unseren Mitgliedern Riesenärger verursacht, nun diese persönliche Demontage ohne Not und Verstand. Wir sind froh, dass wir unsere Landtagswahl hinter uns haben.“
Im März war in Rheinland-Pfalz gewählt worden, kurz darauf wurde Gordon Schnieder (CDU), der Bruder des Bundesverkehrsministers, zum rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten gewählt. Ludwig kritisierte Merz, aber auch den kurzzeitigen Nachfolge-Kandidaten Schnieders, den CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler. „Wer ein Kabinett umbilden will, muss vorher mit allen Beteiligten reden, und zwar mit Zeit. Der Kanzler hat sich etwas eingebrockt, das muss er nun selbst auslöffeln“, sagte Ludwig, der seit 2020 im Mainzer Landtag sitzt. Der Schaden sei „nicht wieder gut zu machen“. Mit Blick auf Güntzler sagte er: „Wer bei einem Ministeramt erst zu- und dann absagt, hat sich für jedes weitere Amt disqualifiziert.“ Ob das wirklich so stattgefunden hat, ist allerdings nicht sicher.
Zuvor hatte schon Gerhard Kauth, Vorsitzender von Schnieders CDU-Gemeindeverband Arzfeld, Kritik an Merz geäußert. „Warum Patrick Schnieder jetzt das Bauernopfer wird, verstehen wir nicht“, sagte Kauth dem „Tagesspiegel“. Weiter sagte er: „Was Merz jetzt mit Patrick Schnieder macht, ist für uns alle unverständlich, ich halte es für skandalös. Vom Stil her ist das das Allerletzte. In ganz Rheinland-Pfalz herrscht Kopfschütteln, versteht das kein Mensch.“

Kritik aus Rheinland-Pfalz verschärft sich

Die Kritik aus Rheinland-Pfalz verschärfte sich noch weiter. Die CDU-Landtagsfraktion sagte einen bereits geplanten Termin mit dem Kanzler im Rahmen ihrer Berlin-Klausur offenbar ab. Das berichten die „Bild“ und weitere Agenturen unter Berufung auf ein Schreiben der Fraktion.
Fraktionschef Christoph Gensch begründete die Entscheidung demnach mit den jüngsten Entwicklungen rund um Schnieders geplante Entlassung. Merz hatte den Minister über seine Ablösung informiert, doch die zunächst vorgesehene Nachfolge durch Güntzler scheiterte kurzfristig. Schnieder bat daraufhin selbst um seine Entlassung, um den aus seiner Sicht „unwürdigen Zustand“ zu beenden und die notwendige politische Arbeit wieder zu ermöglichen.
In dem Schreiben der rheinland-pfälzischen CDU-Fraktion heißt es, der Umgang mit Schnieder habe zu „erheblichem Unverständnis“ geführt und sei „schwer nachvollziehbar“. Schnieder stehe für „hohe fachliche Kompetenz und verlässliche politische Arbeit“. Ein persönlicher Austausch setze aus Sicht der Fraktion „ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung“ voraus, das durch die aktuelle Situation „so leider nicht gegeben“ sei.
Auch innerhalb der Landes-CDU sorgt der Vorgang weiter für Unmut. Nach Medienberichten soll zudem der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder Merz in der CDU-Präsidiumssitzung am Montag wegen der Art und Weise der Ablösung seines Bruders kritisiert haben.
Der Journalist Robin Alexander schrieb dazu auf X, der Unmut über Merz innerhalb der CDU nehme „bisher nicht gekannte Formen“ an. Die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion habe einen bereits vereinbarten Besuch im Kanzleramt mit einem deutlichen Schreiben abgesagt. Als Quelle verwies Alexander auf den „Machtwechsel“-Podcast.

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Unterschiedliche Reaktionen auf den geplanten Ministerwechsel

CSU-Chef Markus Söder hat Merz in der Debatte den Rücken gestärkt. „Ein Bundeskanzler muss Entscheidungen treffen, die sind gar nicht leicht“, sagte Söder am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. „Es ist wie beim Fußballtrainer, er muss ein- und auswechseln.“ Den Umgang des Bundeskanzlers mit der Situation bezeichnete Söder als „angemessen“. Merz sei zu der Überzeugung gekommen, dass „offenkundig eine Veränderung im Verkehrsministerium notwendig“ sei. Dass mit Fritz Güntzler der mutmaßliche Wunschkandidat als Nachfolger erst zu- und dann wieder abgesagt habe könne passieren. Das führe nur zu ein „bisschen Zeitverzögerung“, so der bayerische Ministerpräsident.
Weder der Koalitionspartner SPD noch die Oppositionsfraktionen Grüne und Linke haben bisher offizielle Stellungnahmen veröffentlicht. Die AfD-Fraktion nannte Schnieder „auffallend glücklos“. An den Hauptübeln der Verkehrspolitik werde jedoch keine Minister-Entlassung etwas ändern. „Hauptprobleme sind die ideologischen Vorgaben und politische Blockaden“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion Wolfgang Wiehle. Wolle Schnieders Nachfolger Erfolg haben, „wird er um Änderungen der Politik der Koalition im Ganzen ringen müssen.“
Der bayerische Wirtschaftsminister und Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, würdigte hingegen Schnieders Arbeit: „Ich habe ihn als vernünftigen, zugänglichen Minister kennengelernt, der zuhört und vernünftige Antworten gibt. Ihn entlassen zu wollen, weil er den Zustand der Bahn, die seit 50 Jahren heruntergewirtschaftet wird, nicht innerhalb weniger Monate mit dem Zauberstab verbessert, ist ein schlechter Witz“, schrieb er auf Facebook.

Schnieder zieht Konsequenzen und kündigt Rücktritt an

Schnieder verkündete auf X unterdessen seinen Rücktritt. „Ich werde den Bundeskanzler bitten, dem Bundespräsidenten vorzuschlagen, mich aus dem Amt des Bundesministers für Verkehr zu entlassen.“ Der CDU-Politiker kam Merz damit zuvor. Weiter schrieb Schnieder: „Mit diesem Schritt ziehe ich die Konsequenzen aus den Entwicklungen der vergangenen Tage und will zugleich den unwürdigen Zustand beenden, der die notwendige sachliche Arbeit unmöglich macht.“ (os/afp/dpa)
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Merz’ Personalrochade: Sport-Staatsministerin muss gehen

Inmitten einer großen Spitzensport-Reform und dem deutschen Anlauf auf Olympia besetzt Bundeskanzler Friedrich Merz den Posten der Sport-Staatsministerin neu. Christiane Schenderlein (CDU) muss nach nur 14 Monaten in dem neu geschaffenen Amt gehen und wechselt als parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium. „Ich respektiere diesen Wunsch und freue mich gleichzeitig auf die neue Aufgabe“, sagte Schenderlein laut einer Mitteilung zu ihrer Ablösung, die zu massivem Unmut in den ostdeutschen CDU-Landesverbänden geführt hatte.
Die Nachfolge ließ Merz zunächst offen, erst zu einem späteren Zeitpunkt werde er seine Personallösung präsentieren, sagte er. Es entstehe aber kein Vakuum im Sport-Staatsministerium, versicherte der CDU-Chef. Als Kandidatin für den Posten wurde zuletzt die frühere Fußball-Nationalspielerin Nadine Keßler gehandelt. Die 38-Jährige ist Direktorin Frauenfußball bei der Europäischen Fußball-Union UEFA.
Eine Bestätigung dieser Personalpläne gab es bislang nicht. Die UEFA wollte Medienberichte über einen Wechsel von Keßler ins Kanzleramt nicht kommentieren.

Heikle Phase für deutschen Sport

Für den deutschen Sport kommt der Wechsel an der Spitze des Sport-Staatsministeriums in einer heiklen Phase. Erst kurz vor der Sommerpause hatte der Bundestag nach langen Diskussionen dem neuen Sportfördergesetz zugestimmt. Kern der Reform ist die Gründung einer Spitzensportagentur, die künftig die Sportfördermillionen des Bundes verteilen soll. Umstritten war bis zuletzt, wie viel Mitsprache der Sport selbst dabei haben soll. Hier dürfte auch Schenderleins Nachfolgerin weitere Kämpfe ausfechten müssen.
Zudem läuft gerade die finale Phase der Auswahl des deutschen Olympia-Bewerbers. In Baden-Baden soll am 26. September bei einer Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds verkündet werden, ob Berlin, München oder die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum ins internationale Rennen um Sommerspiele einsteigen. Die Bundesregierung hatte sich zuletzt klar hinter eine deutsche Kandidatur gestellt und mehrere Millionen Euro für den Bewerbungsprozess zugesichert.
Das Amt einer Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt wurde mit dem Antritt der Bundesregierung im vergangenen Jahr neu geschaffen. Der Sport hatte lange für einen solchen Ansprechpartner geworben. Die Berufung von Schenderlein kam damals aber überraschend, weil die Sächsin im Sport davor eher unbekannt war. „Ich blicke mit Stolz und Freude auf das Erreichte zurück“, sagte Schenderlein nun. Sie habe in ihrer kurzen Amtszeit „die zentralen Vorhaben des Koalitionsvertrages“ umgesetzt, erklärte sie. (dpa/red)
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TICKER | Terrorismusexperte: Freilassung von CSD-Attentäter war „tödlicher Fehler“

Bei dem Angriff im Berliner Tiergarten war am Samstag eine Frau getötet worden, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Der 21-jährige Tatverdächtige wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz erschossen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen einer „mutmaßlichen islamistischen Tatbegehung“ und prüft mögliche Hintermänner oder Mitwisser.

 
HEUTE12:14 Uhr

Terrorismusexperte: Freilassung von CSD-Attentäter war „tödlicher Fehler“

Nach dem Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) hat der Terrorismusexperte Rolf Tophoven den zuständigen Justizbehörden schwere Versäumnisse vorgeworfen. „Dieser spezielle Angriff wäre zu vermeiden gewesen“, sagte der Experte vom Institut für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik in Essen am Montag der Nachrichtenagentur AFP. „Der Mann hätte nicht freigelassen werden dürfen.“
HEUTE10:13 Uhr

Bericht: Zweiter Verdächtiger nach CSD-Anschlag frei

Nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) ist ein zweiter Verdächtiger offenbar wieder auf freiem Fuß.
Der Iraner, der wegen einer möglichen Beteiligung am Anschlag vorläufig festgenommen wurde, sei bereits am Sonntagabend aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, berichtet der „Spiegel“ am Montag unter Berufung auf eigene Informationen. Z
wischenzeitlich war der Verdacht aufgekommen, dass er als Beifahrer mit im Auto saß. Den Ermittlern zufolge hat sich der Verdacht gegen den Mann aber nicht erhärtet. Dementsprechend ist es auch weiter unklar, ob der mutmaßliche Täter Abdul B. allein gehandelt hat.
HEUTE9:36 Uhr

MM

In Erfurt kamen nach Polizeiangaben anlässlich des Anschlags am Sonntagabend etwa 400 Menschen zusammen, ebenso viele zählten Beamte in Mainz. Dort wurden den Angaben zufolge Kerzen und Blumen niedergelegt.
In Dresden lud der örtliche CSD-Trägerverein zu einer Mahnwache in der Innenstadt, auch dort wurde mit Kerzen und Blumen gedacht. „Wir bleiben stark und sichtbar“, schrieben die Dresdner Organisatoren im sozialen Netzwerk Instagram.
Auch in Hamburg versammelten sich am Sonntag Berichten zufolge mehrere hundert Menschen, im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern nach Polizeiangaben knapp 50. Für Montagabend waren in zahlreichen Städten weitere Mahnwachen geplant – darunter etwa in München und Bremen.
HEUTE9:12 Uhr

Ermittlungen nach CSD-Anschlag gehen weiter

Die Ermittlungen dauern nach dem Tod des Tatverdächtigen an. Die Bundesanwaltschaft hat mittlerweile die Verantwortung für die Untersuchungen übernommen, mit schnellen Ergebnissen ist allerdings nicht zu rechnen. Unklar ist unter anderem noch, ob eine zweite Person mit im Tatfahrzeug saß.
Zugleich hat auch die politische Aufarbeitung bereits begonnen. Der Tatverdächtige war als islamistischer Gefährder bekannt und auch bereits verurteilt worden. Da er dennoch auf freiem Fuß war, stehen die Behörden in der Kritik. Aus der Politik werden zudem Rufe nach einem schärferen Strafrecht laut.
HEUTE8:32 Uhr

Kriminalbeamten-Bund fordert klare Zuständigkeiten bei Gefährdern

Dirk Peglow, Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, kritisiert Versäumnisse im Umgang mit islamistischen Gefährdern. Die Entlassung aus der Haft dürfe nicht das Ende staatlicher Aufmerksamkeit bedeuten, sagte Peglow dem „Handelsblatt“.
Vor einer Entlassung müsse verbindlich festgelegt werden, „welche Behörde den Fall koordiniert, welche rechtlichen Maßnahmen möglich sind und wie die weitere Entwicklung bewertet wird“. Es müsse klar sein, wer den Fall steuere. Sicherheitsmaßnahmen und Prävention dürften „nicht getrennt voneinander betrachtet werden“, Deradikalisierungs- und Ausstiegsangebote müssten während der Haft beginnen sowie anschließend fortgesetzt werden.
Wenn von den Behörden erwartet werde, besonders gefährliche Menschen über längere Zeit zu überwachen, müssten Staatsschutz und Observationsdienststellen „personell, technisch und organisatorisch entsprechend ausgestattet sein“.
Die Polizei ermittelt vor Ort.

Die Polizei ermittelt vor Ort.

Foto: Fabian Sommer/dpa

HEUTE6:52 Uhr

Henrichmann: Antwort „nicht mit Samthandschuhen“

CDU-Sicherheitspolitiker fordern nach dem Anschlag ein härteres Vorgehen gegen Gefährder und Islamisten. „Freiheitsrechte von gerichtsbekannten Extremisten und Islamisten dürfen spätestens dann nicht länger überhöht werden, wenn Leib und Leben von Menschen gefährdet sind“, sagte der Vorsitzende des Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann, dem „Handelsblatt“.
Die „Kriegserklärung an unsere freiheitliche Demokratie“ dürfe nicht „mit Samthandschuhen“ beantwortet werden, sagte Henrichmann. Bei einer konkreten und erheblichen Gefahr müsse der Schutz der Bevölkerung „allerhöchste Priorität“ haben. Großveranstaltungen stünden im Fokus islamistischer Gefährder. Henrichmann sagte weiter: „Die preußische Pickelhaube gehört abgelegt. Wir müssen vor die Welle kommen.“
Henrichmann verwies auf die geplante Reform der Nachrichtendienstgesetzgebung mit besseren und zeitgemäßen Befugnissen.
„Dazu gehören ein reibungsloser Datenaustausch zwischen Sicherheitsbehörden, eine erstklassige Datenanalyse und eine angemessene Datenbevorratung“, sagte er. Nachrichtendienstliche Erkenntnisse über terroristische Gefährder müssten zudem über einen längeren Zeitraum ausgewertet werden, um Netzwerke besser erkennen zu können.
HEUTE6:45 Uhr

Vereinschef sah zweite Person im Kleingarten

Nach dem Einsatz von Spezialkräften in einer Kleingartenanlage in Spandau, bei dem der Tatverdächtige des CSD-Anschlags ums Leben kam, äußerte der Vorsitzende des Kleingartenvereins gegenüber „T-online“: „Da war noch eine zweite Person auf der Parzelle“. Er habe die Pächterin des Gartens informiert, als der Mann nicht auf ihn reagiert habe.  Abdul B. selbst habe er nicht gesehen.
Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte, dass es sich bei dem erschossenen Mann um den mutmaßlichen Angreifer handeln dürfte. Eine Identifizierung per DNA-Abgleich stehe aber noch aus.
Zur Übernahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft sagte die Sprecherin, der Hintergrund sei die „mutmaßliche islamistische Tatbegehung“. Ermittelt werde nun auch bezüglich möglicher „Hintermänner“ oder „Mitwisser“.
GESTERN22:39 Uhr

Erinnerungen an Breitscheidplatz-Attentat kommen hoch

Die Sprecherin der Hinterbliebenen des islamistischen Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatz und Vorsitzende des Vereins „Victims of Terrorism Germany“, Astrid Passin, fühlt sich durch den Anschlag an das Weihnachtsmarkt-Attentat von 2016 erinnert.
„Die Nachricht hat uns einen Schock versetzt, denn es sind die gleichen Bilder wie damals“, sagte sie dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. „Die Hinterbliebenen haben ein starkes Angstgefühl“, so die Sprecherin. „Und das bewegt uns. Wir wollen jetzt da sein und Angebote schaffen.“
GESTERN21:56 Uhr

Hunderte trauern am Brandenburger Tor

Am Sonntag haben Hunderte Menschen am Brandenburger Tor der Opfer gedacht.
Auf dem Pariser Platz vor dem Tor wurde eine Schweigeminute abgehalten. Menschen legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und spendeten sich gegenseitig Trost.
Das Brandenburger Tor wurde nach dem Anschlag in Regenbogenfarben angestrahlt.

Das Brandenburger Tor wurde nach dem Anschlag in Regenbogenfarben angestrahlt.

Foto: Christoph Soeder/dpa

GESTERN21:31 Uhr

Keine weiteren Einsätze nach Tod des mutmaßlichen CSD-Attentäters

Die Polizei sucht keine weiteren Verdächtigen. Das teilte ein Sprecher der Berliner Polizei am Sonntagabend mit. Zudem hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zum Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) übernommen.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte bereits angekündigt, dass der Generalbundesanwalt den Fall, der als islamistischer Anschlag gehandelt wird, übernehmen soll.
GESTERN19:42 Uhr

Berliner Polizei bestätigt: Mutmaßlicher CSD-Angreifer erschossen

Der mutmaßliche Angreifer ist bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Das bestätigte die Polizei der Bundeshauptstadt am Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst X.
Der Gesuchte sei in einer Kleingartenanlage in Spandau mit einer „Stichwaffe“ auf die Einsatzkräfte zugelaufen und daraufhin erschossen worden. Trotz „sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Einsatzkräfte“ sei er noch am Einsatzort verstorben.
„Der

Der mutmaßliche Täter starb bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Spandau.

Foto: Michael Kappeler/dpa

GESTERN18:48 Uhr

Merz besucht nach CSD-Anschlag Tatort im Berliner Tiergarten

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besuchte am Sonntagnachmittag den Tatort. Er begab sich direkt nach einer Andacht in der Marienkirche weiter in den Tiergarten, wo der 21-jährige Abdul B. am Vortag mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast war.
Merz sagte: „Wir werden alles tun, um den oder die Täter so schnell wie möglich zu fassen“, sagte er. „Wir werden über Konsequenzen nachdenken und mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit entscheiden.“
GESTERN14:45 Uhr

Dobrindt stuft Bluttat als „islamistischen Terroranschlag“ ein

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Bluttat als „islamistischen Terroranschlag“ eingestuft. Auf eine derartige Motivation des Tatverdächtigen deute „alles“ hin, sagte Dobrindt am Sonntag in Berlin. Eine Frau sei getötet worden, zudem gebe es „29 Verletzte und Schwerstverletzte“, sagte der Minister.
Dobrindt kündigte eine Überprüfung der Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen an – etwa für CSD-Kundgebungen in anderen Bundesländern. Dazu sei der Bund bereits in Gesprächen mit den Ländern.
„Man kann nicht ausschließen, dass auch solche schrecklichen Taten, solche terroristischen Anschläge auch Nachahmer finden“, sagte der Minister. Die Sicherheitsmaßnahmen müssten „im Zweifelsfall auch deutlich erhöht werden“.
GESTERN14:39 Uhr

Dobrindt nennt weitere Details zum Täter

Innenminister Dobrindt nannte auch weitere Details zum Täter. Demnach handelt es sich bei dem 21-jährigen Tatverdächtigen um einen deutschen Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund.
Er wurde 2005 in Deutschland geboren, die Mutter wurde im Jahr 2002 eingebürgert. Er sei in der Vergangenheit durch eine „Vielzahl an Straftaten“ aufgefallen, so Dobrindt. In Berlin wurde er zuletzt zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Gegen die Bewährung hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.
GESTERN13:32 Uhr

Bericht: Mutmaßlicher Beifahrer nach CSD-Anschlag festgenommen

Einem Medienbericht zufolge soll es bereits in der Nacht zum Sonntag eine Festnahme gegeben haben. Wie der RBB unter Berufung auf eigene Informationen berichtet, soll es sich um einen Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft handeln. Die Festnahme wurde zunächst nicht offiziell bestätigt.
Nach dem 21-jährigen Tatverdächtigen Abdul B. wird derweil weiter mit Hochdruck gefahndet. Die Behörden sprechen davon, dass „eine oder mehrere Personen“ sich aus dem Fahrzeug entfernt haben sollen.
GESTERN13:11 Uhr

Charité: Die von uns versorgten Patienten sind außer Lebensgefahr

Die Patienten, die in der Berliner Universitätsklinik Charité versorgt worden, außer Lebensgefahr.
Wie das Klinikum am Sonntag mitteilte, wurden in der Nacht acht der verletzten Menschen versorgt. Vier konnten demnach inzwischen entlassen werden.
Vier weitere Patienten werden aktuell noch auf Intensivstationen behandelt – es besteht zum jetzigen Zeitpunkt keine Lebensgefahr. Insgesamt sollen bei dem Anschlag 25 Menschen verletzt worden sein, eine Frau wurde getötet.
GESTERN12:59 Uhr

Mutmaßlicher CSD-Attentäter war bereits verurteilt

Der 21-jährige Abdul B. soll den Behörden bereits als Anhänger des Islamischen Staates (IS) aufgefallen sein. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf eigene Informationen.
Die Berliner Ermittler warfen ihm nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von knapp drei Jahren. Das Gericht habe es jedoch bei einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung belassen.
Die Ermittler sollen dann vor wenigen Wochen einen Hinweis bekommen haben, dass Abdul B. im Netz das Foto einer Waffe gepostet habe. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung habe die Polizei aber nur eine Spielzeugwaffe gefunden.
GESTERN12:43 Uhr

Zahl der Verletzten steigt

Die Zahl der gemeldeten Verletzten ist gestiegen. Wie die „BILD“ unter Berufung auf eigene Informationen schreibt, sollen mindestens 25 Personen verletzt worden sein.
Drei Personen befinden sich weiterhin in Lebensgefahr. Eine Frau war bei der Attacke ums Leben gekommen.
„Der

Der Täter raste bei dem Anschlag auf den CSD mit einem Auto in den Tiergarten.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

GESTERN12:23 Uhr

Gab es noch Messerangriffe?

„Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und die verletzt hat“, sagte noch in der Nacht ein Polizeisprecher.
Nach Zeugenangaben sollen einige Menschen durch Stiche verletzt worden sein, manche wollen einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben. Die Polizei prüft die Angaben. Demnach gibt es auch unterschiedliche Aussagen dazu, ob es einen oder mehrere Täter gab.
Noch ist unklar, ob der Verdächtige wirklich das weiße Auto steuerte und wem es gehört. Es handele sich um ein Privatfahrzeug, nicht um einen Mietwagen, so die Polizei.
GESTERN12:18 Uhr

Ermittlungen an Bahnhöfen laufen auf Hochtouren

Entsprechende Einsätze liefen unter anderem an Bahnhöfen in der Hauptstadt, sagte Polizeisprecher Jan Misselwitz der Nachrichtenagentur AFP. „Natürlich laufen unsere Maßnahmen auf Hochtouren und in alle Richtungen.“
Bei den Einsätzen an Bahnhöfen gingen die Einsatzkräfte unter anderem etwaigen Hinweisen nach, erläuterte der Sprecher. „Wir sind mittendrin in den wirklich umfassenden Maßnahmen.“
GESTERN11:35 Uhr

Erste Rufe nach Konsequenzen

Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, fordert nach dem mutmaßlichen Anschlag in Berlin die sofortige Verabschiedung aller Sicherheitsgesetze nach der Sommerpause.
Er sagte dem „Tagesspiegel“, Schwarz-Rot arbeite die Versäumnisse der Vergangenheit auf, als Datenschutz wichtiger gewesen sei als das Sicherheitsinteresse der Bürger. Genau das werde jetzt umgekehrt. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag ein Sicherheitspaket verabredet.
GESTERN11:17 Uhr

Tatverdächtiger war als islamistischer „Gefährder“ eingestuft

Wie WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichten, soll der 21-jährige Abdul B. als islamistischer „Gefährder“ eingestuft gewesen sein. Die Sicherheitsbehörden schätzten ihn demnach als radikalisiert und gewaltbereit ein.
Er soll versucht haben, nach Syrien auszureisen, um sich dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Demnach soll er Ende 2025 bei einer Rückreise aus dem Libanon am Berliner Flughafen BER festgenommen worden sein.
Wie die drei Medien weiter unter Berufung auf Ermittlerkreise berichten, soll er wegen des Verdachts auf „Vorbereitung einer terroristischen Straftat“ bis Mai 2026 in Untersuchungshaft gesessen haben.
GESTERN11:03 Uhr

Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD gehen die Ermittler offenbar davon aus, dass der Täter ein Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ sein soll. Der Generalbundesanwalt übernimmt die Ermittlungen.
Nach dem mutmaßlichen Täter wird mittlerweile europaweit gefahndet Das BKA soll die Behörden in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und Österreich um Mithilfe ersucht haben, berichtet „Focus Online“.
GESTERN10:17 Uhr

Polizei verbreitet Foto

Die Ermittler verbreiteten ein Foto des 21-jährigen Gesuchten. Sie baten um Hinweise. Demnach handelt es sich um einen mutmaßlichen Islamisten. Laut Polizei ist nicht abschließend klar, ob es weitere Täter geben könnte.
Die Beamten schalteten auch ein Hinweisportal und ein Hinweistelefon frei.
GESTERN9:32 Uhr

Behörden schließen Mittäter nicht aus

Der 21-jährige Abdul B. soll am Samstag gegen 22 Uhr mit einem Kleintransporter in den Berliner Tiergarten gerast sein, wo CSD-Teilnehmer gerade feierten.
Dabei fuhr er schließlich gegen einen Baum und flüchtete. Ob er einen Mittäter hatte, ist noch unklar.
Die Behörden sprechen mittlerweile davon, dass „eine oder mehrere Personen“ sich aus dem Fahrzeug entfernt haben sollen. Des Weiteren sollen mehrere Personen „durch Stichwerkzeuge verletzt“ worden sein.
GESTERN6:43 Uhr

Durchsuchung einer Wohnung in Schöneberg

In den Stunden nach der Attacke gab es nach Angaben des Polizeisprechers mehrere Polizeieinsätze in Berlin, die im Zusammenhang mit der Tat standen.
Dazu gehörte eine Durchsuchung gegen 1:10 Uhr in einer Wohnung im Stadtteil Schöneberg. Da dort niemand angetroffen wurde, habe es auch keine Festnahme gegeben, so die Polizei.
GESTERN7:16 Uhr

Anschlag gegen 22:00 Uhr

Beim Christopher Street Day in der deutschen Hauptstadt war am 25. Juli gegen 22:00 Uhr im Bereich des Tiergartens ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gerast und hatte einen Menschen getötet.
In der Nacht gab die Polizei bekannt, dass sie einen mutmaßlichen Verdächtigen identifiziert hat. „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Polizeisprecher Florian Nath.
Mehrere Menschen sollen zudem durch Stichwerkzeuge verletzt worden sein. Insgesamt wurden 16 weitere Menschen verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich. Das Geschehen löste bundesweit viel Entsetzen und den Ruf nach politischen Konsequenzen aus.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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CSU will mindestens 100.000 Drohnen für Deutschland

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag fordert „eine Drohnenflotte“ mit mindestens 100.000 Drohnen in allen Größenklassen für Deutschland. Dies geht aus einem Beschlussentwurf der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz hervor, der der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag. „Wir wollen die Bundeswehr durch technologische Dominanz zur stärksten konventionellen Armee in Europa machen“, heißt es in dem Dokument. Dazu gehöre eine Drohnenflotte.

„Weltall-Flotte“ für die Bundeswehr

Gefordert wird zudem „eine Weltall-Flotte“ mit mehr als 1000 Satelliten für die Bundeswehr. Diese würden gebraucht „für sichere Kommunikation für vernetzte Informationen, Aufklärung und ein hochpräzises Lagebild“.
Die CSU-Landesgruppe setzt den Fokus in dem sechsseitigen Dokument insgesamt auf „Forschung, Innovation und Technologie“. Hier seien entschlossene Investitionen notwendig, „damit Deutschland führende Industrie- und Exportnation bleibt“.
So will die CSU unter anderem, dass in Deutschland der erste Fusionsreaktor weltweit entsteht sowie eine Startplattform ins Weltall. Außerdem sollen bis 2030 über Förderprogramme eine Million neue Roboter in Betrieb gebracht werden. Diese sollen „keine Arbeitsplätze verdrängen, sondern Lücken schließen und Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer entlasten“.
Gefordert werden auch die Entwicklung europäischer KI-Modelle und der Ausbau von Mikrochip-Fertigung innerhalb Europas. „Europäische Souveränität bei Mikrochips und KI sichern“, heißt es dazu im Beschlussentwurf. Dieser trägt den passenden Titel „Zukunft wird in Banz gemacht“.
Im dortigen Kloster kamen die Bundestagsabgeordneten der CSU am Montag zu ihrer Sommerklausur zusammen. Diese dauert noch bis Dienstag, an den Beratungen nimmt auch CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder teil.
(afp/red)