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Mehrere Verletzte bei Brand auf Campingplatz

Bei einem Brand auf einem großen Campingplatz am Gardasee sind mehrere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der italienischen Behörden mussten insgesamt 24 Menschen vor Ort behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden.
Einer davon erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen. Die meisten kamen mit Kohlenmonoxidvergiftungen davon. Zur Brandursache gab es zunächst keine genaueren Informationen. Die Polizei ermittelt.
Das Feuer brach den Behörden zufolge in einem Bungalow auf dem Campingplatz „Bella Italia“ in der Gemeinde Peschiera del Garda am Südufer des Sees kurz nach 6.00 Uhr morgens aus, noch in der Dunkelheit.
Die Flammen schlugen viele Meter hoch. Die Rauchsäule ragte weit hinauf den Himmel. Der Brand konnte nach Angaben der Feuerwehr rasch unter Kontrolle gebracht werden.
Nach Angaben der Rettungsdienste wurden sieben Menschen in die Notaufnahme gebracht, darunter eine Familie aus der Schweiz mit drei Kindern. Zusammen mit der Feuerwehr waren zahlreiche Rettungswagen im Einsatz.
Die Löscharbeiten seien durch explodierende Gasflaschen erschwert worden, hieß es. Zur Identität der weiteren Verletzten machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.

Beliebt auch bei deutschen Urlaubern

Der Campingplatz an Italien größtem See wird als Fünf-Sterne-Anlage beworben, die vor allem für Familien geeignet sei. Neben Stellplätzen für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte gibt es dort zahlreiche Apartments.
Etwa 20 Strukturen seien durch die Flammen zerstört worden, hieß es. Der Präsident der Region, Luca Zaia, bedankte sich bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten aus Hessen, die auf dem Campingplatz Urlaub gemacht hatten und dann halfen.
Der Gardasee gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Italiens und ist auch bei Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr beliebt. Die Region rund um den See zieht vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Urlauber an.
Beliebt sind neben den malerischen Orten am Seeufer auch die Campingplätze, Ferienanlagen und Freizeitparks in der Umgebung. (dpa/red)
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Gardasee: Mehrere Verletzte bei Brand auf Campingplatz

Bei einem Brand auf einem großen Campingplatz am Gardasee sind mehrere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der italienischen Behörden mussten insgesamt 24 Menschen vor Ort behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden.
Einer davon erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen. Die meisten kamen mit Kohlenmonoxidvergiftungen davon. Zur Brandursache gab es zunächst keine genaueren Informationen. Die Polizei ermittelt.
Das Feuer brach den Behörden zufolge in einem Bungalow auf dem Campingplatz „Bella Italia“ in der Gemeinde Peschiera del Garda am Südufer des Sees kurz nach 6.00 Uhr morgens aus, noch in der Dunkelheit.
Die Flammen schlugen viele Meter hoch. Die Rauchsäule ragte weit hinauf den Himmel. Der Brand konnte nach Angaben der Feuerwehr rasch unter Kontrolle gebracht werden.
Nach Angaben der Rettungsdienste wurden sieben Menschen in die Notaufnahme gebracht, darunter eine Familie aus der Schweiz mit drei Kindern. Zusammen mit der Feuerwehr waren zahlreiche Rettungswagen im Einsatz.
Die Löscharbeiten seien durch explodierende Gasflaschen erschwert worden, hieß es. Zur Identität der weiteren Verletzten machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.

Beliebt auch bei deutschen Urlaubern

Der Campingplatz an Italien größtem See wird als Fünf-Sterne-Anlage beworben, die vor allem für Familien geeignet sei. Neben Stellplätzen für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte gibt es dort zahlreiche Apartments.
Etwa 20 Strukturen seien durch die Flammen zerstört worden, hieß es. Der Präsident der Region, Luca Zaia, bedankte sich bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten aus Hessen, die auf dem Campingplatz Urlaub gemacht hatten und dann halfen.
Der Gardasee gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Italiens und ist auch bei Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr beliebt. Die Region rund um den See zieht vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Urlauber an.
Beliebt sind neben den malerischen Orten am Seeufer auch die Campingplätze, Ferienanlagen und Freizeitparks in der Umgebung. (dpa/red)
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Bodensee-Schiffsverkehr teils eingestellt

Wegen des niedrigen Wasserstandes ist der Schiffsverkehr in einem Teil des Bodensees eingestellt worden. Bis auf Weiteres hätten die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) im Untersee (Radolfzell, Iznang, Mannenbach und Reichenau) den Verkehr eingestellt, teilten die Stadtwerke Konstanz mit.
„Wir haben die Schifffahrt buchstäblich bis zum letzten Zentimeter aufrechterhalten. Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem die Gefahr, in der Hafeneinfahrt steckenzubleiben, zu groß geworden ist“, sagte BSB-Geschäftsführer Frank Weber laut Mitteilung. Man habe die Schifffahrt zum Schutz der Fahrgäste und der Schiffe einstellen müssen.

Aktueller Wasserstand nur 203 Zentimeter

Der aktuelle Wasserstand des Bodensees in Radolfzell beträgt gerade lediglich 203 Zentimeter, wie eine BSB-Sprecherin mitteilte. Das sei für die Jahreszeit ein sehr niedriges Niveau. „Daran orientieren wir uns, aber nicht nur: Auch die Beschaffenheit des Seegrunds und die Zufahrt zum Hafen spielen eine Rolle.“ Nach Saisonende am 18. Oktober finden im Untersee keine Fahrten mehr statt.
Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) fährt noch im Untersee, allerdings werden die Häfen von Wangen auf der Höri und Mammern nicht angefahren. „Mit unserem geringen Tiefgang bei den Schiffen und den bis zur Seekante hinaus gebauten Landestellen sind die Fahrten weiterhin möglich. Zudem haben wir bauliche Anpassungen an den Landestellen vorgenommen, damit weiterhin ein Zu- und Ausstieg möglich ist“, teilte die URh mit.
Der Bodensee-Pegelstand könnte bald unter die Marke von 2,50 Metern fallen. Zuletzt wurden am Pegel Konstanz noch 2,51 Meter gemessen. Damit fehlt nur noch ein Zentimeter bis zu der Marke. Wegen der andauernden Trockenheit und des natürlichen Jahresverlaufs rechnet die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in den kommenden Wochen tendenziell mit einem weiteren Absinken.
Wegen des trockenen Wetters gab es zuletzt auch in anderen Gewässern in Deutschland Einschränkungen für Touristen- und Cargoschiffe. Vor allem die Schifffahrt auf dem Rhein war betroffen. (dpa/red)
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Mit XXL-Tanks: Qantas fliegt 2028 von Sydney nach New York

Australien und die USA rücken ein gutes Stück näher zusammen: Die australische Fluggesellschaft Qantas will ab Mitte 2028 Flüge ohne Zwischenstopp von Sydney nach New York anbieten. Sie sollen rund 18 Stunden dauern und damit mehr als drei Stunden kürzer sein als die bisherige Verbindung.
Derzeit fliegt Qantas täglich von Sydney über Auckland in Neuseeland nach New York. Mit dem neuen Direktflug will die Airline die etwa 16.000 Kilometer lange Strecke künftig in einem Stück bewältigen.

Zusätzlicher Tank

Zum Einsatz sollen speziell für die Langstrecke umgerüstete Airbus-Flugzeuge kommen. Sie erhalten einen zusätzlichen Tank mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Litern und können damit bis zu 22 Stunden ohne Zwischenlandung in der Luft bleiben. Qantas will insgesamt zwölf dieser Maschinen übernehmen, die Platz für jeweils 238 Passagiere in vier Kabinenklassen bieten.

Ein A350-1000ULR der Qantas landet am 24. Juli 2026 auf dem Flughafen Tullamarine in Melbourne nach einem 19 Stunden und 13 Minuten dauernden Auslieferungsflug vom Airbus-Werk in Toulouse, Frankreich.

Foto: William West/AFP via Getty Images

Qantas-Chefin Vanessa Hudson verwies auf die wachsende Nachfrage nach Reisen zwischen Down Under und den USA. Die Zahl der Fluggäste auf Verbindungen von und nach New York habe sich bei der Airline seit 2023 nahezu verdoppelt.
„New York hat schon immer die Fantasie angeregt“, sagte Hudson. Für Generationen von Australiern habe eine Reise dorthin bedeutet, die Strecke irgendwo unterwegs zu unterbrechen. Nonstop-Flüge seien ein Ziel, an dem Qantas seit vielen Jahren arbeite.

Weitere Ultralangstrecken geplant

Das Projekt trägt den Namen „Sunrise“ und soll einige der längsten kommerziellen Passagierflüge der Welt ermöglichen. Neben New York plant Qantas weitere Nonstop-Verbindungen: Bekannt war bereits, dass im Oktober 2027 Direktflüge von Sydney nach London starten.
Erst im Juli hatte ein speziell für solche Ultralangstrecken gebauter Airbus A350 einen Langstreckenrekord aufgestellt. Die in Melbourne gestartete Maschine landete nach 24 Stunden und 24 Minuten Flugzeit im südfranzösischen Toulouse, nachdem sie ohne Zwischenlandung mehr als 23.000 Kilometer zurückgelegt hatte.
Die Maschine übertraf die bisherige Rekorddauer eines Demonstrationsflugs von Hongkong nach London aus dem Jahr 2005 um fast zwei Stunden. (dpa/red)
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Rechnungshof: EU nicht genug gegen Cyberangriffe gewappnet

Die EU ist nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs nicht genug auf die Aufdeckung und Abwehr großer Cyberangriffe vorbereitet. Staaten und Institutionen der EU müssten stärker zusammenarbeiten, um Informationen besser auszutauschen und Überschneidungen zu vermeiden, stellen die unabhängigen Prüfer des Rechnungshofs in ihrem Bericht fest.
Unzureichender Informationsaustausch sei dabei die größte Schwachstelle: Dass Informationen nicht weitergegeben werden, bedeute, dass Mitgliedstaaten nicht von dem Wissen und den Erfahrungen anderer profitieren könnten, kritisierte George-Marius Hyzler, Prüfer beim Europäischen Rechnungshof bei einer Pressekonferenz.

Cyberattacke am BER: Deutschland aktivierte EU-Experten nicht

Wie folgenreich IT-Attacken für Bürger in der EU sein können, zeigte sich vor etwa einem Jahr. Im September 2025 legte ein umfangreicher Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister die Passagierabfertigung an mehreren europäischen Flughäfen lahm.
Die Airlines behalfen sich wegen der Attacke damit, etwa das Einchecken der Passagiere zum Teil per Hand oder mit externer Technik zu erledigen. Von den Problemen waren auch Flughäfen in London, Brüssel und Dublin betroffen.
Trotz der erheblichen Auswirkungen des Vorfalls hätten die betroffenen Mitgliedsländer, also Deutschland, Belgien und Irland, den Vorfall weder der EU-Cybersicherheitsagentur Enisa noch den anderen Mitgliedsländern entsprechend gemeldet, kritisiert der Bericht. Dadurch seien Potenziale bei der gemeinsam koordinierten Abwehr des Angriffs ungenutzt geblieben.

Nationale Sicherheitsinteressen bremsen Informationsaustausch

Rechtsvorschriften, etwa zur nationalen Sicherheit aus den Mitgliedstaaten, hindern dem Bericht zufolge den Informationsfluss. Ist ein Land der Auffassung, dass Informationen zu Cyberangriffen auf kritische Einrichtungen als Verschlusssache einzustufen sind oder die Meldung eines Vorfalls der nationalen Sicherheit schaden würde, so müssen die Mitgliedstaaten diese Informationen nicht weitergeben.

Cyberabwehr bleibt vor allem Aufgabe der Mitgliedstaaten

Die Verantwortung für die Bekämpfung von Cyberangriffen liegt bei den Mitgliedstaaten. Kommt es jedoch zu Störungen, die mehrere Länder oder die reibungslose Funktion des Binnenmarktes beeinträchtigen, so können EU-Behörden eingreifen und die Länder unterstützen. Der Europäische Rechnungshof prüft die Ausgaben der EU und kontrolliert, ob die Gelder effektiv verwendet werden. (dpa/red)
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Wanderweg als Wirtschaftsmotor: Wie Gäste umworben werden

Natascha Heinrich hat schon zu Fuß die Alpen überquert, heute ist sie Chefin eines familiengeführten Hotels im Erzgebirge. Als die Sanierung anstand, wurde die alte Baude am Fuße des Fichtelbergs abgerissen und für mehrere Millionen Euro das „Basislager“ errichtet. Mit 13 Zimmern und einem 10-Mann-Wanderlager empfängt sie seit Frühjahr 2025 vor allem sportlich aktive Gäste, darunter viele Wanderer.
Die kommen etwa über den Kammweg Erzgebirge-Vogtland oder nutzen das Hotel als Ausgangspunkt für Touren in der deutsch-tschechischen Grenzregion, wie die 43-Jährige erzählt.
Rund um den Fichtelberg gibt es zahlreiche Wege für Wanderungen. Nun startet ein neues sportliches Angebot für Trailrunner.

Rund um den Fichtelberg gibt es zahlreiche Wege für Wanderungen. Nun startet ein neues sportliches Angebot für Trailrunner.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Damit sich Wanderer wohlfühlen, brauche man mehr als eine Unterkunft: Vom Schuhtrockner über Insidertipps für Touren bis hin zu einem Wellnessbereich mit Saunen und Infrarotkabinen für die Entspannung nach der Tour reicht das Angebot. „Wer weit wandert, will auch gut essen“, erklärt die Hotelchefin weiter. „Und wer mehrere Tage unterwegs ist, freut sich, wenn er mal seine Wäsche waschen und trocknen kann.“
Das Interesse am Wandern ist Studien zufolge in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. „Heute gehen wieder mehr Menschen wandern“, sagt Bernd Hartmann, Geschäftsführer des Deutschen Wanderverbandes: „Etwa zwei von drei Deutschen ab 16 Jahren.“
Dabei geben sie nicht nur Geld für Schuhe, Outdoor-Kleidung oder Karten aus. Sie sorgen auch für Umsatz in Gaststätten sowie Hotels und Pensionen. Pro Jahr ergebe sich eine Wertschöpfung von etwa 7,8 Milliarden Euro in den Regionen. Davon profitiere der ländliche Raum.

Schuhe, Apps & Co: Wanderer investieren in Ausrüstung

Wandern habe seit den 1990er Jahren einen Imagewandel vollzogen, erklärt Heinz-Dieter Quack, Leiter des Forschungszentrums Wandern an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter: von einer eher betulichen zu einer Lifestyle-orientierten Freizeitaktivität.
Seine Arbeitsgruppe erstellt jedes Jahr den Wandermonitor mit verschiedenen Schwerpunkten – so auch zur Wertschöpfung des Wanderns. Die Erhebung 2025 ergab, dass die Befragten in den beiden Jahren zuvor zusammen im Schnitt etwa 445 Euro für Ausrüstung ausgegeben haben.
Ganz oben stehen Schuhe, Socken und Hosen; gekauft wurden aber auch Rucksäcke, Flaschen, Apps und Karten. Vor allem die 30- bis 49-Jährigen lassen sich Ausrüstung einiges kosten.
Eine Frau schnürt ihre Wanderschuhe. Deutschland gilt mit seinen vielfältigen Landschaften und Regionen als Wanderland.

Eine Frau schnürt ihre Wanderschuhe. Deutschland gilt mit seinen vielfältigen Landschaften und Regionen als Wanderland.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Pro Tag gaben die befragten Wanderer unterwegs zudem im Schnitt mehr als 60 Euro aus – etwa für Gastronomie, Einkäufe oder Bus und Bahn; wer mehrere Tage auf Tour war, hat inklusive Übernachtung noch 100 Euro draufgelegt.

Dichtes Netz an Wanderwegen

„Wandern ist aber eine vergleichsweise günstige Freizeitbeschäftigung“, betont Quack. „Man braucht gute Schuhe, packt ein Butterbrot ein und dann läuft man los.“ Denn die Nutzung der Wege ist kostenlos. Sie werden von Ehrenamtlichen und Kommunen in Schuss gehalten. Ein erheblicher Aufwand. Der Professor wollte daher wissen, ob Wanderer bereit wären, für die Nutzung zu zahlen. Rund 43 Prozent der Befragten konnte sich das vorstellen.
Ob das der Praxis standhielte, daran setzt er aber ein Fragezeichen. Projekte, bei denen freiwillig um Beiträge gebeten wurden, hätten nur geringen Ertrag gebracht. Vielversprechender seien Serviceangebote entlang der Wege, erklärt Quack. Etwa bei Transfer und Verpflegung oder Gebühren für Parkplätze.
Der Wanderverband spricht von einem Wanderwegenetz von mehr als 300.000 Kilometern hierzulande. Das ist siebeneinhalbmal so lang wie der Äquator. Dabei bietet Deutschland mit seinen unterschiedlichen Regionen einiges an Abwechslung – nicht nur für Wanderer aus dem Inland. Auch im Ausland bewirbt die Deutsche Zentrale für Tourismus die Bundesrepublik als „Wanderland“.
Natascha Heinrich führt das Hotel «Basislager Fichtelberg» in Oberwiesenthal. Die Region präsentiert sich diese Tage als Mekka für Wanderer.

Natascha Heinrich führt das Hotel „Basislager Fichtelberg“ in Oberwiesenthal. Die Region präsentiert sich diese Tage als Mekka für Wanderer.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Wandern wird extremer: die Suche nach dem sportlichen Kick

Die Vielfalt des Wanderns hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Während die einen auf Ruhe in der Natur aus sind oder pilgern gehen, erkunden andere beim Stadtwandern – neudeutsch Urban Hiking – Architektur und Parks in Städten. Wieder andere suchen sportliche Herausforderungen.
Der Wandermarathon im Frankenwald lockt den Organisatoren zufolge Hunderte Teilnehmer aus dem In- und Ausland und ist meist binnen weniger Stunden ausverkauft. Im Harz werden regelmäßig Wandermärsche geboten und in Sachsen laufen Extremwanderer beim Fichtelbergmarsch von Chemnitz zum Fichtelberg an nur einem Tag – mehr als 60 Kilometer und 1.700 Höhenmeter.
Der höchste Gipfel Ostdeutschlands ist überregional als Wintersportgebiet bekannt. Doch wie in anderen Mittelgebirgen macht sich auch dort der Schnee im Winter öfter rar.
Um trotzdem Gäste anzulocken sowie Hotels und Pensionen das ganze Jahr mehr auszulasten, setzt der Tourismus auf andere Aktivitäten – Mountainbiking etwa und Wandern. Dazu gibt es in der als Unesco-Welterbe anerkannten Bergbauregion viele Wege beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze.
Diese Tage kommt ein neues Angebot hinzu: der Stoneman Miriquidi Hike + Trailrun. Dabei können Wanderer eine Tour von 62 (Hike) oder 86 Kilometern (Trailrun) wandern oder laufen – an drei, zwei oder nur einem Tag.
Hotelchefin Natascha Heinrich in Oberwiesenthal ist froh über solche neuen Angebote. Diese Woche ist die Region auch Gastgeber für das europäische Wanderfest Eurorando und den Deutschen Wandertag. Heinrich baut darauf, dass, wer einmal hier war, wiederkommt und dann Familie oder Freunde mitbringt.
„Es gibt ganz viele, die das Erzgebirge noch nicht kennen.“ Und wandern lasse sich auch mit anderen Anlässen verbinden, sagt sie. Mit Tagungen von Firmen etwa oder Kursangeboten wie Yoga. (dpa/red)
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Caravaning: Freiheit auf Rädern für 999 bis 2,2 Millionen Euro

 
„Vertraut, flexibel und frei“ – so beschreiben Yvonne und Marc Hilgers, was sie am Reisen im eigenen Fahrzeug schätzen. Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf, der weltgrößten Messe für Reisemobile, Camper und Caravans, hat die vierköpfige Familie gerade einen neuen Wohnwagen gekauft.
Die Entscheidung fiel nicht spontan. Einen ähnlichen Grundriss hatte die Familie bereits im Urlaub ausprobiert. Wichtig waren eigene Schlafplätze für die Kinder, ein praktischer Innenraum und das Gefühl, unterwegs ein Stück Zuhause dabeizuhaben. Künftig soll der Caravan nicht nur in den großen Ferien zum Einsatz kommen.
Die Hilgers leben nahe der niederländischen Grenze; das Meer ist in etwa zwei Stunden erreichbar. So sind auch spontane Wochenendfahrten möglich.

Gerade den Kaufvertrag unterzeichnet: Familie Hilgers freut sich bereits auf die ersten Ausfahrten im eigenen Wohnwagen.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

„Man kann alles wie zu Hause einrichten, losfahren und im eigenen Bett schlafen“, sagt Yvonne Hilgers. Vieles könne dauerhaft im Fahrzeug bleiben.
Was die Familie gekauft hat, ist deshalb nicht nur ein Wohnwagen. Es ist die Möglichkeit, kurzfristig aufzubrechen.

Der Boom ist vorbei – der Markt bleibt groß

Die außergewöhnlichen Zuwächse in den Corona-Jahren sind inzwischen vorbei. Dennoch hält sich der deutsche Markt für Freizeitfahrzeuge trotz schwacher Konjunktur vergleichsweise stabil. Von Januar bis Juli 2026 wurden nach Angaben des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) 63.329 Reisemobile und Caravans neu zugelassen. Das waren 3 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Auf Reisemobile entfielen 50.118 Neuzulassungen, ein Rückgang um 3,3 Prozent. Bei den Caravans sank die Zahl um 1,9 Prozent auf 13.211. Europaweit bewegte sich der Markt mit mehr als 149.000 Neuzulassungen und einem Minus von 0,1 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.
Langfristig ist der Markt stark gewachsen. In Deutschland sind inzwischen laut CIVD weit mehr als 1,8 Millionen Freizeitfahrzeuge zugelassen.
Auch in Düsseldorf ist das Interesse sichtbar: Mehr als 85.000 Menschen kamen nach Angaben der Messegesellschaft am Preview Day und am ersten Messewochenende auf das Gelände. 834 Aussteller aus 41 Ländern präsentieren vom 28. August bis zum 6. September 2026 in 15 Hallen und auf dem Freigelände ihre Produkte.

80.000 Euro für den Urlaub

In den Messehallen zeigt sich, welche Summen inzwischen auch im mittleren Marktsegment üblich sind. Bei der Marke Weinsberg geben Käufer nach Angaben des Verkäufers Andreas Hens im Durchschnitt etwa 75.000 bis 80.000 Euro für ein Reisemobil aus.
„Wir verkaufen Luxus, Spaß und Urlaub“, sagt Hens. Besonders gefragt sei der teilintegrierte CaraCompact EDITION PEPPER. Der Hersteller bietet das Modell derzeit je nach Grundriss für 66.990 bis 68.990 Euro an. Ein Grund für dessen Erfolg sei die umfangreiche Ausstattung: Viele Käufer wollten ein möglichst vollständiges Fahrzeug, statt später zahlreiche Extras nachzurüsten.

Der Weinsberg CaraCompact gehört zu den gefragten Modellen auf der Messe.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

Auch Messeangebote spielen eine Rolle. Hens zeigt sich nach den ersten Tagen zufrieden und sieht die Branche wieder im Aufwind.
Ähnliches berichtet Philipp Hahn, der Reisemobile der Marken Carthago und Malibu verkauft. Am zweiten Messetag hatte er nach eigenen Angaben bereits drei Fahrzeuge verkauft, die meisten davon in einer Größenordnung um 80.000 Euro.

Auch Malibu bietet Reisemobile in einer ähnlichen Preisklasse an.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

Spontankäufe seien allerdings selten. „Die Kunden sind zu 100 Prozent informiert und haben sich ihr Budget bereits gesetzt“, sagt Hahn. Auf der Messe werde dann über Ausstattung und Preis verhandelt.
Nur wenige seiner Käufer finanzierten den Kauf, berichtet der Händler. Für einen großen Teil der Kundschaft ist das Reisemobil eine langfristig vorbereitete Investition.

Wenn das Reisemobil 2,2 Millionen Euro kostet

Wenige Hallen weiter beginnt eine andere Welt. Das Familienunternehmen VARIOmobil aus Bohmte bei Osnabrück fertigt hochpreisige Reisemobile weitgehend nach den individuellen Vorstellungen seiner Kunden.

Das deutsche Familienunternehmen VARIOmobil setzt auf Manufaktur und individuelle Kundenanfertigungen.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

Auf dem Caravan Salon zeigt die Manufaktur den Vario Perfect 1200 QS Platinum. Das 12 Meter lange und 26 Tonnen schwere Reisemobil auf einem Mercedes-Benz-Actros-Fahrgestell kostet in der ausgestellten Ausführung rund 2,2 Millionen Euro. Vier ausfahrbare Wohnraumerker vergrößern den Innenraum; im Heck befindet sich eine Garage, in der selbst ein Sportwagen Platz findet.

Das deutsche Familienunternehmen VARIOmobil setzt auf Manufaktur und individuelle Kundenanfertigungen.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

VARIOmobil setzt nicht auf große Stückzahlen, sondern auf Einzelanfertigung. Nach Angaben von Nicolas Mix, der zur dritten Generation der Eigentümerfamilie gehört, beschäftigt das Unternehmen rund 75 Mitarbeiter und baut jährlich nur etwa zehn bis zwölf Fahrzeuge. Die Lieferzeit liege derzeit bei etwa zweieinhalb Jahren.
Die Messe diene deshalb weniger dem unmittelbaren Verkauf. „Kontakte werden geknüpft, die Interessenten kommen her und machen sich ein Bild“, sagt Mix. Die eigentliche Planung erfolge später im Werk. Dort würden Grundriss und Ausstattung mit dem Kunden entwickelt.

Der Offroad-Caravan EXP-8 des australischen Herstellers BruderRV kostet in Deutschland ab 275.000 Euro.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

Noch deutlicher tritt der Wunsch nach Unabhängigkeit bei den geländegängigen Wohnwagen des australischen Herstellers BruderRV hervor. Dessen EXP-8 kostet in Deutschland ab 275.000 Euro.
Der Offroad-Caravan verfügt nach Angaben des europäischen Vertriebspartners Camp Impuls über eine 1.680-Watt-Solaranlage, einen Batteriespeicher von bis zu 20 Kilowattstunden und einen 350-Liter-Frischwassertank. Das patentierte Fahrwerk soll bis zu dreimal mehr Federweg als herkömmliche Systeme dieser Art ermöglichen.

Autarkie ist das Stichwort beim geländegängigen Wohnwagen.

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Das Stichwort lautet Autarkie: möglichst lange reisen, ohne auf Strom- und Wasserversorgung eines Campingplatzes angewiesen zu sein. „Die Leute wollen raus, sie wollen in die Natur und weg von den Ballungsräumen“, sagt die Händlerin.
Die schwache Konjunktur spüre sie im hochpreisigen Segment bislang wenig. „Die Leute, die Geld haben, haben es immer noch.“

Freiheit – aber nicht umsonst

Warum Menschen bereit sind, so viel Geld für ihre Freizeit auszugeben, lässt sich auf der Messe bei den Besuchern erfahren.
Lars und Sabine Schöning aus Schleswig-Holstein reisen seit sechs Jahren mit ihrem Sohn Erik im eigenen Reisemobil. Nun sucht die Familie nach einem neuen Fahrzeug. Neue Modelle kosteten häufig bereits in der Grundausstattung zwischen 60.000 und 80.000 Euro, sagt Lars Schöning, Geschäftsführer eines Dienstleistungsunternehmens.
Für die Familie liegt der Wert vor allem in der Unabhängigkeit. „Man hat das Gefühl, frei entscheiden zu können, wo man morgen hinfährt“, sagt Schöning. Route und Aufenthaltsdauer ließen sich ändern, ohne an Flüge oder Hotels gebunden zu sein.

Viele Käufer schätzen die Freiheit und Ungebundenheit, die das mobile Reisen bietet.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

Ganz ohne Planung geht es allerdings nicht mehr. Stell- und Campingplätze seien voller geworden. „Es ist nicht mehr so leicht wie früher, einfach irgendwohin zu fahren“, sagt Schöning.
Dennoch seien längere Reisen ohne feste Reservierungen weiterhin möglich. Die Familie sei etwa die Atlantikküste entlang bis nach Lissabon gefahren, ohne vorher Stellplätze zu buchen. „Es gibt noch ein bisschen Freiheit.“
Dass ein Reisemobil vor allem eine günstige Alternative zum Hotel sei, hält Schöning für überholt. Wer 100.000 Euro für ein Fahrzeug ausgebe, könne für dieses Geld viele andere Reisen unternehmen. Der Reisemobilmarkt richte sich heute vielfach an die gehobene Mittelschicht.
Entscheidend sei etwas anderes: „Ich glaube, das hat damit zu tun, dass wir Menschen Individuen sind und uns individuell ausleben wollen.“

Eine günstigere Alternative bietet das Dachzelt – schon ab 999 Euro.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

Ähnlich ambivalent fällt die Bilanz eines selbstständigen Paares aus Solingen aus. Die beiden besitzen drei Freizeitfahrzeuge: einen selbst ausgebauten VW-Bus für kürzere Fahrten, ein Reisemobil für längere Reisen und einen Wohnwagen, der dauerhaft in den Niederlanden steht.
Sie schätzen das eigene Bett, die Möglichkeit zur Selbstversorgung und die freie Wahl der Route. „Man hat wirklich sein eigenes Haus dabei“, sagt die Frau. Doch die zunehmende Beliebtheit hat aus ihrer Sicht auch Nachteile. Campingplätze seien voller und teurer geworden.
Auf einem Platz in Kroatien, auf dem sie früher rund 100 Euro bezahlt hätten, koste ein Stellplatz in der Hauptsaison inzwischen bis zu 350 Euro. Für diesen Preis könne man auch in einem Hotel übernachten, sagt ihr Mann.

Nicht nur eine Frage des Alters

Dass sich nicht nur Ruheständler für die Urlaubsform interessieren, zeigen Evelien und Jarno aus Belgien. Das junge Paar möchte im kommenden Jahr seinen ersten Campervan kaufen und sieht sich in Düsseldorf ein Fahrzeug für rund 75.000 Euro an.
Entscheidend sind weniger luxuriöse Extras als praktische Fragen: Wegen Jarnos Körpergröße achten beide vor allem auf genügend Stehhöhe und ein ausreichend langes Bett.
Mit dem Camper wollen sie Europa bereisen – mindestens einmal im Monat für ein Wochenende und zusätzlich auf längeren Touren. Gerade die Möglichkeit, kurzfristig aufzubrechen, macht die hohe Investition für sie interessant.

Laut CIVD spricht Caravaning heute eine breitere Interessentengruppe an.

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Auch der Industrieverband CIVD beobachtet nach eigenen Angaben eine breiter gewordene Interessentengruppe. Caravaning spreche heute Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und gesellschaftlicher Schichten an, teilte der Verband auf Anfrage mit.
Der Wunsch nach Flexibilität, Individualität und Freiheit beim Reisen habe bereits vor der Pandemie zugenommen; Corona habe diese Entwicklung verstärkt.
Nicht jeder Interessent will jedoch sofort kaufen. Michael und Kerstin Bialk denken mit Blick auf den bevorstehenden Ruhestand über ein kompaktes Reisemobil oder einen kleinen Wohnwagen nach.
Bevor sie mehrere Zehntausend Euro investieren, wollen sie zunächst ein Fahrzeug mieten und damit längere Reisen unternehmen. Eine Finanzierung kommt für sie nicht infrage.
Denn zum Kaufpreis kommen Stellplatz, Wartung, Prüfungen und Reparaturen. Ein Freizeitfahrzeug müsse regelmäßig und über viele Jahre genutzt werden, damit sich die Anschaffung für sie rechne. „Es ist wirklich die Frage: Wie lange fährt man, wie lange nutzt man das?“, sagt Kerstin Bialk nüchtern.

Das Ehepaar Bialk wägt die Investition nüchtern ab.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

Auch Heinrich und Christian Haider aus Bayern betrachten die Rechnung langfristig. Vater und Sohn betreiben einen Autoglasbetrieb und sind seit Jahren mit Reisemobil beziehungsweise Wohnwagen unterwegs.
Die gestiegenen Anschaffungspreise schrecken sie nicht grundsätzlich ab. Wer ein Fahrzeug zehn oder zwölf Jahre intensiv nutze, bewerte die Kosten anders. Am Ende überwiegt für sie jedoch ebenfalls das Lebensgefühl: „Ein Wohnwagen oder Camper ist einfach Freiheit.“

Ein Wirtschaftsfaktor für die Regionen

Die Ausgaben für die Fahrzeuge sind nur ein Teil des Geschäfts. Nach einer vom CIVD vorgestellten Untersuchung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr wurden 2025 rund 56 Millionen Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen gezählt. Hinzu kamen rund 20 Millionen Übernachtungen auf Reisemobilstellplätzen außerhalb von Campingplätzen.
Caravaning-Urlauber sorgten der Untersuchung zufolge 2025 für einen Umsatz von knapp 23 Milliarden Euro in Deutschland, nach rund 21 Milliarden Euro im Jahr zuvor.
Etwa 7,8 Milliarden Euro ihrer Ausgaben flossen unmittelbar in die jeweiligen Urlaubsregionen – unter anderem in Gastronomie, Einzelhandel, Freizeitangebote und Dienstleistungen.

Trotz unterschiedlicher Budgets ähneln sich die Bedürfnisse: Freiheit, Vertrautheit und das eigene Bett.

Foto: Lynn Wu/Epoch Times

Auch die Infrastruktur ist gewachsen. Die Zahl der Reisemobilstellplätze in Deutschland hat nach Angaben des CIVD innerhalb von 20 Jahren um mehr als 80 Prozent zugenommen.
Damit ist aus dem mobilen Urlaub ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. Zugleich zeigen die Gespräche auf der Messe, dass sich hinter sehr unterschiedlichen Budgets ähnliche Bedürfnisse verbergen: mit dem eigenen Bett und einer vertrauten Umgebung unterwegs zu sein und die Möglichkeit, morgen woandershin zu fahren.
Ganz grenzenlos ist diese Freiheit nicht. Sie kostet beim Kauf mehrere Zehntausend Euro, verlangt Wartung und einen Stellplatz und trifft in der Hochsaison auf zunehmend volle Campingplätze. Für Yvonne und Marc Hilgers überwiegt dennoch das, was sie mit ihrem neuen Caravan verbinden: „vertraut, flexibel und frei“.
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Überschwemmungen in Nepal: Mindestens 19 Tote – Hunderte Touristen vermisst

Nach massiven Überschwemmungen in Nepal werden in dem Himalaya-Staat hunderte Touristen vermisst. Nach vorläufigem Stand gebe es von 384 Touristen kein Lebenszeichen, darunter 291 Ausländer, erklärte die nepalesische Tourismusbehörde am Mittwoch. Die Behörden arbeiteten daran, ihren Aufenthaltsort zu klären.
Videoaufnahmen zeigten Wassermassen, die Häuser mit sich rissen, und in Schlamm versunkene Gebäude. Unter den vermissten Touristen seien 291 Menschen aus den USA, Indien, Malaysia und Großbritannien.

Rettungskräfte tragen am 26. August 2026 in Devghat im nepalesischen Distrikt Nuwakot eine von den Sturzfluten betroffene Person. Die schweren Überschwemmungen forderten in Nepal acht Todesopfer.

Foto: Prakash Mathema / AFP via Getty Images

19 Leichen geborgen

Nach Angaben von Polizeisprecher Abi Narayan Kafle wurden zunächst 19 Leichen geborgen. Auch zahlreiche Polizisten seien nicht erreichbar. Die Such- und Rettungsarbeiten liefen auf Hochtouren.
Der Lehrer Suman Chalise aus dem nepalesischen Bezirk Nuwakot berichtete von der Zerstörung: „Ich habe gesehen, wie die Fluten acht oder neun Lastwagen mit sich rissen, außerdem Häuser und Menschen.“ Es sei „absolut entsetzlich“ gewesen. „So eine Zerstörung habe ich noch nie gesehen.“
Auch der 56-jährige Raju Bhadel berichtete von schweren Schäden. Er habe am Morgen einen Anruf von seinem Schwager erhalten. Dessen gesamtes Haus sei weggespült worden. Drei Familienmitglieder konnten gerettet werden, sein Bruder werde jedoch noch vermisst.

Häuser sind nach Sturzfluten im nepalesischen Distrikt Nuwakot von Schlamm überflutet. Die schweren Überschwemmungen forderten am 26. August in Nepal Todesopfer.

Foto: Prakash Mathema / AFP via Getty Images

Armee schickt Hubschrauber

Die nepalesische Armee entsandte Hubschrauber und Rettungstrupps in die Katastrophenregion. Mehrere Fernstraßen waren blockiert. Zudem wurden Wasserkraft- und Solaranlagen beschädigt.

Erdrutsch im Grenzgebiet zu Nepal

Chinesische Staatsmedien berichteten zudem über einen Erdrutsch im Grenzgebiet zu Nepal mit vielen Opfern.
Das chinesische Staatsfernsehen meldete einen Erdrutsch in Tibet am Grenzübergang Gyirong. Zur Zahl der Toten und Verletzten äußerte sich die Regierung in Peking zunächst nicht. Der Staatssender CCTV zeigte Bilder von Wassermassen, die Äste und Trümmerteile mit sich rissen.
Chinas Staatschef Xi Jinping ordnete wegen des Ausmaßes der Katastrophe an, alle verfügbaren Kräfte und Mittel für den Rettungseinsatz einzusetzen. Die „dringlichste Aufgabe“ sei es nun, „alles Erdenklich zu tun, um die Vermissten zu suchen und zu retten, die Verletzten schnell zu behandeln und die Opferzahl so gering wie möglich zu halten“.  (afp/red)
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Gegen Betrug: USA wollen tausenden Ausländern ihre Visa entziehen

Die USA wollen tausenden Ausländern ihre Visa entziehen. Das Außenministerium erklärte in Washington, die Regierung von Präsident Donald Trump wolle damit gegen „Betrug“ vorgehen.
Betroffen sind Menschen, die mit einem Touristen- oder Geschäftsvisum in die USA eingereist sind und dann vor Ort Asyl beantragt haben. Medien berichteten über bis zu 200.000 Fälle.
Die Visa mit den Bezeichnungen B1 und B2 seien „für Personen bestimmt, die in ihre Heimat zurückkehren wollen“, erklärte der Sprecher von US-Außenminister Marco Rubio, Tommy Pigott.
„Ein Visum zu beantragen, um dann einen Asylantrag zu stellen, ist Betrug – und stellt einen Grund für den Entzug des Visums dar.“
Zur Zahl der womöglich Betroffenen äußerte sich der Sprecher nicht. Der Prozess sei „fortlaufend“, und die Zahl der Betroffenen werde sich „dynamisch“ erhöhen, hieß es lediglich. Visa seien ein Privileg und kein Recht.

B1 und B2-Visa müssen über Botschaften und Konsulate beantragt werden

Deutsche Staatsbürger benötigen für bis zu 90-tägige Aufenthalte in den USA kein Visum. Für sie reicht eine elektronische Einreisegenehmigung (Esta), die vor Reiseantritt über die offizielle Webseite oder App der US-Regierung beantragt werden muss.
Wer länger als 90 Tage bleiben will, braucht ein B1-Visum für Geschäftsreisen oder ein B2-Visum für Tourismus. Diese Visa sind kostenpflichtig und müssen über die US-Konsulate oder die zuständige Botschaft beantragt werden. (afp/red)
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„Geh nach Westen, junger Mann“: Der Ruf des Yellowstone-Nationalpark hallt durch Generationen

YELLOWSTONE, Wyoming – Das gleichmäßige „Wisch-Wisch“ der Scheibenwischer war trotz des unaufhörlichen Prasselregens auf der Windschutzscheibe zu hören, während sich das Auto langsam dem Eingang des Yellowstone-Nationalpark näherte.
Das Erreichen der Parkgrenze war nur ein kurzlebiger Erfolg.
​Schon wenige Meilen innerhalb des Parks staute sich der Verkehr erneut auf der zweispurigen Straße, weil die Besucher neugierig am Straßenrand nach Bisons Ausschau hielten. Auch Sichtungen von Elchen und Bären führten im gesamten Park zu ähnlichen Verkehrsbehinderungen.

Ganz schön gefährlich …

​Der Westeingang verläuft parallel zum Madison River, der bei jedem Wetter herrlich anzusehen ist. Riesige Felsbrocken liegen malersich an seinen Ufern verstreut, sodass man sich leicht vorstellen kann, wie legendäre Riesen aus alter Zeit sie genau so angeordnet haben.
​Hier ist es kurz vor Sommeranfang kalt, die Temperaturen liegen unter zehn Grad Celsius, der Himmel ist regenschwer. Nebel verhüllt saftig grünes Gras und einen rauschenden, indigoblauen Fluss – erhaben in seiner traumhaften Schönheit.
​Doch diese wilde Landschaft kann ebenso gefährlich wie schön sein. Berichte über Angriffe von Bären und Bisons sowie über Besucher, die durch Geysire, Schlammtöpfe oder heiße Quellen starben oder schwere Verbrennungen erlitten, unterstreichen die Gefahren des Parks.
​Yellowstone, eine zeitlose Kathedrale der Natur, flüstert den Besuchern zu: So war es einst. So sollte es bleiben.

Der Pioniergeist einer Nation

​Während Amerika sein 250-jähriges Bestehen feiert, erinnert Yellowstone an den Pioniergeist der Nation.
​Daniel Williams, ein Parkbesucher aus Arizona, erklärte dies gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times folgendermaßen: „Das Nationalparksystem passt wirklich gut zu der Freiheit, die wir in Amerika haben, zu reisen, Abenteuer zu erleben, dieses Land frei zu durchqueren und all das zu sehen, was es zu bieten hat.“
​Vor etwa 150 Jahren beflügelte die Pracht des Yellowstone die Fantasie der Nation.
(Links) Autos fahren am 31. Mai 2026 auf der Panoramastraße zwischen Canyon Village und Tower-Roosevelt im Yellowstone-Nationalpark. (Mitte) Ein Regenbogen erscheint am 31. Mai 2026 durch eine Wolkenlücke im Yellowstone-Nationalpark. (Rechts) Ein Bison überquert am 31. Mai 2026 die US 212 im Yellowstone-Nationalpark. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

(Links) Autos fahren am 31. Mai 2026 auf der Panoramastraße zwischen Canyon Village und Tower-Roosevelt im Yellowstone-Nationalpark. (Mitte) Ein Regenbogen erscheint am 31. Mai 2026 durch eine Wolkenlücke im Yellowstone-Nationalpark. (Rechts) Ein Bison überquert am 31. Mai 2026 die US 212 im Yellowstone-Nationalpark.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

„Go West, young man“ war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein beliebter Spruch. Die Amerikaner glaubten an das „Manifest Destiny“, dass sich ihre Nation von Meer zu Meer erstrecken sollte.
Im Jahr 1872 wurde der Yellowstone zum ersten Nationalpark Amerikas und der Welt, nachdem Präsident Ulysses S. Grant den „Yellowstone National Park Protection Act“ unterzeichnet hatte.

Roosevelts Campingtour im Park

Doch es war Präsident Teddy Roosevelt, der den Park 1903 bekannt machte. Der als Großwildjäger bekannte Präsident ließ Reporter und den Großteil seines Gefolges zurück, um zwei Wochen lang im Park zu zelten. Eine kleine Abteilung von Soldaten der US-Kavallerie begleitete ihn, zusammen mit Parkführern, einem Naturforscher und dem Parkleiter.
Roosevelt staunte über den Reichtum an Wildtieren und bestand einmal darauf, allein wandern zu gehen, um eine Elchherde, die er am Vortag gesichtet hatte, aus nächster Nähe zu betrachten. Es gelang ihm, bis auf 50 Yards (etwa 46 Meter) an sie heranzukommen; anschließend kehrte er zum Lager zurück und hatte damit eine 18-Meilen-Solo-Wanderung (rund 29 Kilometer) durch die Wildnis absolviert.
​Das Nationalparksystem nimmt in der amerikanischen Seele einen besonderen Platz ein. Diese weiten, offenen Landschaften stehen für den ungebrochenen Individualismus der amerikanischen Vorfahren.
Heute umfasst der Park rund 8.900 Quadratkilometer Fläche und ist damit fast halb so groß wie das Bundesland Sachsen. Er nimmt einen beträchtlichen Teil des Nordwestens von Wyoming ein und erstreckt sich von dort bis nach Montana und Idaho.
Eine Karte zeigt den Yellowstone-Nationalpark und seine Umgebung. Der Park umfasst mehr als 3.400 Quadratmeilen. Foto: jldeines/iStock

Eine Karte zeigt den Yellowstone-Nationalpark und seine Umgebung. Der Park umfasst mehr als 3.400 Quadratmeilen.

Foto: jldeines/iStock

Seit 2015 besuchen jährlich mehr als vier Millionen Menschen aus aller Welt den Park – mit Ausnahme des Pandemie-Jahres 2020 während COVID-19. In den besucherstärksten Monaten – Juli und August – können bis zu eine Million Besucher gezählt werden.
Das amerikanische Nationalparksystem, das mit dem Yellowstone begann, umfasst mittlerweile insgesamt 63 Parks im ganzen Land. Zuletzt kam der New River Gorge National Park in West Virginia hinzu.
Der Roosevelt-Bogen ragt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark majestätisch empor. Das 15 Meter hohe Denkmal am Nordeingang wurde 1903 von Präsident Theodore Roosevelt eingeweiht. Foto: Bobby Sanchez /Epoch Times

Der Roosevelt-Bogen ragt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark majestätisch empor. Das 15 Meter hohe Denkmal am Nordeingang wurde 1903 von Präsident Theodore Roosevelt eingeweiht.

Foto: Bobby Sanchez /Epoch Times

„Feuer und Schwefel“

Amerika war gerade erst etwas mehr als 30 Jahre alt, als sich „Mountain Man“ John Colter in die Wildnis wagte, um Pelze zu jagen. Schließlich erreichte das einstige Mitglied der Lewis-und-Clark-Expedition die Yellowstone-Region.
Colters Abenteuer könnten direkt aus dem Drehbuch des Films „The Revenant – Der Rückkehrer“ aus dem Jahr 2015 stammen. Einmal, nachdem er von einer Gruppe der Blackfeet gefangen genommen worden war, wurde er nackt ausgezogen und musste um sein Leben rennen, während Krieger ihn verfolgten. Er schaffte es zu überleben, indem er sich unter einem Floß aus Treibholz im Fluss versteckte.
Im Winter 1807–1808 machte er sich allein auf den Weg, um Handelsbeziehungen mit dem Stamm der Crow aufzubauen. Sein Weg führte ihn zum Yellowstone-See, wo es heiße Quellen und Geysire gibt. Wissenschaftler stufen den Yellowstone heute als Supervulkan ein, der bei einem Ausbruch genug Partikel in die Atmosphäre schleudern könnte, um einen vulkanischen Winter auszulösen.
Für frühe Besucher wirkte es surreal, ein Land aus „Feuer und Schwefel“, so Colter, der erste Weiße, der das Gebiet erkundete. Zeitgenossen spotteten über seine Beschreibung und taten sie als Lügengeschichte ab.
Ein Schild warnt Besucher im Yellowstone-Nationalpark am 31. Mai 2026 davor, auf den Wegen zu bleiben, wenn sie hydrothermale Stätten besichtigen. Berichte über Bären- und Bisonangriffe sowie über Besucher, die an Geysiren, Schlammtöpfen oder heißen Quellen starben oder schwere Verbrennungen erlitten, unterstreichen die Gefahren des Parks. Foto: Darlene McCormick Sanchez/Epoch Times

Ein Schild warnt Besucher im Yellowstone-Nationalpark am 31. Mai 2026 davor, auf den Wegen zu bleiben, wenn sie hydrothermale Stätten besichtigen. Berichte über Bären- und Bisonangriffe sowie über Besucher, die an Geysiren, Schlammtöpfen oder heißen Quellen starben oder schwere Verbrennungen erlitten, unterstreichen die Gefahren des Parks.

Foto: Darlene McCormick Sanchez/Epoch Times

Andere folgten Colter. Im Jahr 1869 war die Cook–Folsom–Peterson-Expedition die erste organisierte, privat finanzierte Gruppe, die das Gebiet kartografierte.
Doch viele blieben skeptisch.
Charles Cook schickte einen Bericht über die Reise an das „Lippincott’s Magazine“ in Philadelphia, das antwortete: „Vielen Dank, aber wir drucken keine Fiktion.“
Cooks Expedition führte 1870 zur Washburn-Langford-Doane-Expedition und ein Jahr später zur Hayden-Geologischen Vermessung. Die Hayden-Expedition von 1871 war die erste staatlich finanzierte Erkundung und wissenschaftliche Vermessung des Yellowstone.
​Die Route der Expedition führte das 32-köpfige Team zum Yellowstone River, dem sie bis zu den Tower Falls folgten. Sie reisten auch ins Lamar Valley, bevor sie nach Westen in Richtung des Grand Canyon of the Yellowstone abbogen, der von dem gleichnamigen Fluss geformt wurde.
​Der Geologe Ferdinand Hayden nahm Fotografen und Maler mit, um die Region zu dokumentieren und die Bundesregierung von ihrer Legitimität und Einzigartigkeit zu überzeugen. Dies führte dazu, dass der Yellowstone zum ersten Nationalpark wurde.
Mitglieder des US-amerikanischen Hayden Geological Survey essen am 24. August 1870 in ihrem Lager in Red Buttes, Wyoming-Territorium, zu Mittag. Am Tisch, dem Betrachter zugewandt, sitzt der Geologe Ferdinand Vandeveer Hayden; rechts daneben der offizielle Fotograf des Surveys, William Henry Jackson. Die von Hayden geleitete Gruppe erkundete die Region im Nordwesten Wyomings, die später zum Yellowstone-Nationalpark wurde. Foto: ACME / AFP via Getty Images

Mitglieder des US-amerikanischen Hayden Geological Survey essen am 24. August 1870 in ihrem Lager in Red Buttes, Wyoming-Territorium, zu Mittag. Am Tisch, dem Betrachter zugewandt, sitzt der Geologe Ferdinand Vandeveer Hayden; rechts daneben der offizielle Fotograf des Surveys, William Henry Jackson. Die von Hayden geleitete Gruppe erkundete die Region im Nordwesten Wyomings, die später zum Yellowstone-Nationalpark wurde.

Foto: ACME / AFP via Getty Images

​Wintervergnügen Ende Mai

​Unterhalb des Mount Washburn tobte die Schlacht. Die Kinder schrien vor Freude, als sie am letzten Tag im Mai auf dem Parkplatz nahe dem Dunraven Pass herumtollten und lachende Erwachsene mit Schneebällen bewarfen.
​Der Winter lacht den Sommer im Yellowstone aus, wohl wissend, dass die Wärme der Sonne bald schwinden wird. Am Fuß des Wanderwegs lag die Temperatur um vier Grad Celsius. Der Gipfel des Mount Washburn ragt noch mehr als 600 Meter höher empor.
​Als Kevin Silvestrini-Cordero und Michelle O’Keeffe im späten Frühling auf einem Wanderweg den Berg hinaufgingen, begann es zu schneien.
​Reste des Winterschnees lagen noch auf dem Weg und machten ihn stellenweise tückisch. Dann klärte der Himmel wieder auf, während noch einige große Flocken die Wipfel der Kiefern küssten  – ein wunderschöner Anblick.
​Es war der erste Ausflug des Paares in den Park. Sie befanden sich auf einer Reise, bei der sie mehr von Amerika sehen wollten.
​„Ich habe das Gefühl, dass der Yellowstone-Nationalpark wirklich alles vereint“, sagte Silvestrini-Cordero gegenüber der Epoch Times und fügte hinzu, dass es einer der schönsten Orte der Welt sei.
Silvestrini-Cordero sagte, ihr Besuch im ersten Nationalpark der Nation habe sie beide noch stolzer gemacht, Amerikaner zu sein.
Als sie etwa eine Meile vom Ausgangspunkt des Wanderwegs entfernt fuhren, glaubte das Paar aus New Jersey, einen schwarzen Wolf gesehen zu haben. Als sie umdrehten, um genauer hinzuschauen, war er verschwunden – in den Schatten versunken.
In dieser Höhe erfüllt der Duft frischer Kiefern die kühle Luft, und der Wald ist so tief und dunkel wie in einem Märchen.
Die Stille des Waldes weckt Erinnerungen an Lagerfeuergeschichten von Ungeheuern mit lodernden gelben Augen und fernem Heulen in der Nacht.
Ganz in der Nähe des Aussichtspunkts der Washburn Hot Springs hielt der Pensionär Michael Melton aus Georgia an. Ein schneidender Wind fegte über die Ausflügler hinweg, was Melton zu der Bemerkung veranlasste, es sei ein schöner Ort für einen Besuch, während er sich nach den 27 Grad Wärme zu Hause sehnte.
„Wunderschön. Es ist einfach ein wunderschöner Ort für einen Besuch“, sagte er gegenüber der Epoch Times.
Der 67-jährige Michael Melton aus Georgia lacht, als er am 31. Mai 2026 im Yellowstone-Nationalpark eine Geschichte erzählt. Melton durchquerte Yellowstone im Rahmen einer großen Rundreise durch die USA, die ihn über Branson (Missouri), den Nordwesten der USA, den Grand Canyon und das Monument Valley an der Grenze zwischen Arizona und Utah führte. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Der 67-jährige Michael Melton aus Georgia lacht, als er am 31. Mai 2026 im Yellowstone-Nationalpark eine Geschichte erzählt. Melton durchquerte Yellowstone im Rahmen einer großen Rundreise durch die USA, die ihn über Branson (Missouri), den Nordwesten der USA, den Grand Canyon und das Monument Valley an der Grenze zwischen Arizona und Utah führte.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Yellowstone stand auf seiner Wunschliste, als er quer durch Amerika reiste. Er machte eine große Rundreise durch das Land – über Branson in Missouri, den Nordwesten, den Grand Canyon und das Monument Valley – all die Orte, die er schon als Kind sehen wollte.
Ebenso freute er sich darauf, Orte wie Tombstone zu sehen, „wo John Wayne all die alten Schwarzweißfilme gedreht hat“.
​Die heißen Quellen und Schlammgruben, die er im Yellowstone sah, beeindruckten ihn sehr.
​„Ich habe mich immer gefragt, was der erste Mensch wohl über diese Schlammgruben hier gedacht hat“, sagte er.
​Melton vermutete, dass der erste Mensch, der diese nach Schwefel riechenden heißen Quellen erblickte, vielleicht befürchtet hatte, der Teufel sei hinter ihm her.
​„Der hat wohl gedacht, er ist gestorben und in der Hölle gelandet oder so“, scherzte Melton.
Melton war froh, dass die amerikanischen Gründerväter es für angebracht hielten, Teile des Landes zu erhalten, damit sich jeder daran erfreuen kann. Er wies darauf hin, dass das Okefenokee National Wildlife Refuge nicht allzu weit von seinem Zuhause in Georgia entfernt sei.

Die amerikanische Serengeti

Die Straße ins Lamar Valley schlängelte sich in die Ferne, ein dunkles Band vor sanften, grünen Hügeln, die denen in J.R.R. Tolkiens Mittelerde in nichts nachstanden.
Der Abstieg in das weitläufige Tal, das sich bis in die Ferne erstreckte und in dem Hunderte von Bisons auf den Frühlingswiesen grasten, war atemberaubend.
Ausflügler sprangen aus ihren Fahrzeugen, um das grandioses Schauspiel zu bewundern. Kälber saugten an den Eutern ihrer Mütter und schienen die gaffenden Menschen kaum zu bemerken. Es fiel nicht schwer, sich vorzustellen, wie es vor mehr als 150 Jahren gewesen sein musste, als der Westen noch wild war und die Stämme der amerikanischen Ureinwohner diese Gebiete noch beherrschten.
Das Lamar Valley im Nordosten und das zentraler gelegene Hayden Valley gelten als die besten Orte, um Bären und Wölfe  zu beobachten – und Bisons, die man auch amerikanische Büffel nennt.
Im Lamar Valley berichteten Silvestrini-Cordero und O’Keeffe von dem Nervenkitzel, eine der begehrtesten Sehenswürdigkeiten des Yellowstone-Nationalpark zu sehen – Bären in ihrem natürlichen Lebensraum. Ein Tierkadaver lockte mehrere Raubtiere an, darunter einen Grizzlybären und später einen Schwarzbären.
Eine Karte zeigt die Eingänge zum Yellowstone-Nationalpark sowie die ungefähre Lage von Naturwundern und Gebieten, in denen häufig Wildtiere beobachtet werden. Foto: National Park Service

Eine Karte zeigt die Eingänge zum Yellowstone-Nationalpark sowie die ungefähre Lage von Naturwundern und Gebieten, in denen häufig Wildtiere beobachtet werden.

Foto: National Park Service

Artenschutz im Yellowstone

Doch es gab auch eine Zeit, in der einige Großtiere im Park fast bis an den Rand des Aussterbens getrieben wurden.
Einst durchstreiften 30 Millionen Bisons Nordamerika, doch die meisten wurden bis zur Wende zum 20. Jahrhundert ausgerottet. Auch innerhalb des Parks waren die Büffel fast vollständig ausgerottet. Bis Ende der 1880er Jahre hatten nur noch zwei Dutzend überlebt.
Die heutige Bisonpopulation von etwa 5.400 Tieren im Yellowstone gilt als Nachkomme der letzten wilden Herde des Westens.
Bisons grasen am 31. Mai 2026 im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Yellowstone ist der einzige Ort in den Vereinigten Staaten, an dem Bisons seit prähistorischen Zeiten ununterbrochen leben. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Bisons grasen am 31. Mai 2026 im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Yellowstone ist der einzige Ort in den Vereinigten Staaten, an dem Bisons seit prähistorischen Zeiten ununterbrochen leben.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

​Umstrittener war jedoch die Wiederansiedlung von Grauwölfen im Yellowstone, nachdem diese durch die Jagd fast vollständig ausgerottet worden waren.
Grauwölfe, die schwarz, grau und hellbraun sein können, wurden 1995 in den Yellowstone-Nationalpark gebracht. Bis 2017 wurden sie in Montana, Idaho und Wyoming aus dem Artenschutzgesetz gestrichen. Mittlerweile leben etwa 84 Wölfe im Park.
Da es jedoch keine Zäune gibt, die sie im Park halten, jagen Wölfe, die in die Umgebung streifen, häufig Vieh und Haustiere der Rancher.
Während Wölfe im Park geschützt sind, dürfen sie in Montana, Wyoming und Idaho legal geschossen und gefangen werden.
(Links) Ein Schwarzbär schnüffelt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Zwei Bärenarten leben im Yellowstone: Schwarzbären und Grizzlybären. (Mitte) Ein Kojote erkundet am 1. Juni 2026 ein Camp im Yellowstone-Nationalpark. Kojoten sind häufige Raubtiere im Yellowstone und werden oft in den Wiesen und Tälern des Parks beobachtet. (Rechts) Ein Bison säugt am 31. Mai 2026 sein Kalb im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Das Tal in der nordöstlichen Ecke des Parks gilt als einer der besten Orte, um Bären, Wölfe und Bisons zu beobachten. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

(Links) Ein Schwarzbär schnüffelt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Zwei Bärenarten leben im Yellowstone: Schwarzbären und Grizzlybären. (Mitte) Ein Kojote erkundet am 1. Juni 2026 ein Camp im Yellowstone-Nationalpark. Kojoten sind häufige Raubtiere im Yellowstone und werden oft in den Wiesen und Tälern des Parks beobachtet. (Rechts) Ein Bison säugt am 31. Mai 2026 sein Kalb im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Das Tal in der nordöstlichen Ecke des Parks gilt als einer der besten Orte, um Bären, Wölfe und Bisons zu beobachten.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Roosevelt-Bogen

Am Ende des Campingausflugs von Roosevelts – um die Wende zum 20. Jahrhundert hin – hielt er eine Rede bei der Freimaurerzeremonie zur Grundsteinlegung für das, was später der steinerne Torbogen am nördlichen Eingang des Parks werden sollte. Heute ist das ein beliebtes Touristenziel.
Die Ehrfurcht des Präsidenten vor der einzigartigen Schönheit des Parks war während seiner Rede deutlich zu spüren. „Die Geysire, die außergewöhnlichen heißen Quellen, die Seen, die Berge, die Canyons und die Wasserfälle vereinen sich und machen diese Region zu etwas, das weltweit seinesgleichen sucht“, sagte Roosevelt. „Sie muss zum Wohle und zur Freude von uns allen erhalten bleiben.“
Richard Feltes, ein 77-jähriger Rentner aus Nashville, besuchte den Park mit Familienangehörigen. Für ihn war es etwas Besonderes, den Park aufzusuchen, während Amerika einen bedeutenden historischen Meilenstein erreichte.
„Was für ein Nervenkitzel, zum 250. Jubiläum hier zu sein“, sagte er gegenüber der Epoch Times.
Feltes’ ältere Brüder und sein Vater dienten beide im Zweiten Weltkrieg. Er selbst erkrankte kurz vor der Einführung eines Impfstoffs im Jahr 1955 an Kinderlähmung. Später vertrat er dennoch sein Land als Mitglied der US-amerikanischen Rollstuhl-Olympiamannschaft.
Er reiste um die ganze Welt und nahm an Wettkämpfen in Europa, im Nahen Osten und in Südamerika teil. Allerdings, so sagte er, gebe es keinen anderen Ort wie Amerika.
„Wir schätzen alles, was unser Land zu bieten hat“, sagte er.
Er lobte die Barrierefreiheit des Parks für Rollstuhlfahrer und erklärte, er habe die Attraktionen und historischen Stätten besuchen können.
„Roosevelt war hier, um das Bewusstsein der Führungsebene für den Park und alles, was er den Amerikanern zu bieten hat, wirklich zu unterstreichen“, sagte er am Torbogen.
Richard und seine Frau Anita schauen sich abends gerne gemeinsam mit ihren Enkelkindern Sonderbeiträge über den Yellowstone-Nationalpark an. Dann befragen sie sie zu dem, was sie während ihrer Reise gelernt haben.
Sein Enkel Jonathan (9) erklärte der Epoch Times freudig, Old Faithful (ein bekannter Geysir) – „hat gestern funktioniert“ und die Schluchten, Wasserfälle und bunten heißen Quellen seien „cool“.
Vor dem Park konnten sie „America 250“-Medaillen kaufen, die später an der Kühlschranktür ihren Platz finden sollten.
Im Park wurden Flaggen zu Ehren von America 250 gehisst, und online gab es Fanartikel zum Nationalfeiertag – doch eine beiläufige Suche in den Parkläden nach Gedenk-Souvenirs blieb erfolglos. Ein Parkranger erklärte gegenüber der Epoch Times, dass die meisten Feierlichkeiten des Parksystems an der Ostküste geplant seien.
Am 1. Juni 2026 wehte im Yellowstone Tower General Store im Yellowstone-Nationalpark eine Flagge zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten. Der Park wurde 1872 als erster Nationalpark Amerikas gegründet. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Am 1. Juni 2026 wehte im Yellowstone Tower General Store im Yellowstone-Nationalpark eine Flagge zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten. Der Park wurde 1872 als erster Nationalpark Amerikas gegründet.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Staunende Menschen am Old Faithful-Geysir

Hunderte von Menschen warteten Anfang Juni geduldig auf den Ausbruch von Old Faithful. Sie plauderten in allen möglichen Fremdsprachen miteinander, während sie gespannt auf die Show warteten, die sich etwa alle 90 Minuten ereignet.
Studien zufolge kommen jedes Jahr etwa 600.000 bis 700.000 Besucher, hauptsächlich aus Deutschland, China, den Niederlanden und Kanada. Das sind etwa 15 Prozent der Gesamtbesucherzahl des weltweit ersten Nationalparks.
Als der berühmte Geysir dann plötzlich in den Himmel schoss, applaudierte die Menschenmenge und rief staunend „Ooh“ und „Aah“.
​Kanzul Fatima, eine pakistanische Dokumentarfilmerin und Expertin für Extended Reality, lebte in Los Angeles, bevor sie nach Deutschland zog. Sie besuchte den Park zum ersten Mal und war mit ihrer Schwester und ihren Eltern extra für diesen Moment 13 Stunden lang mit dem Auto aus Colorado angereist.
(Links) Der Kegelgeysir Old Faithful bricht am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark aus. Er ist der aktivste große Geysir des Parks. (Oben rechts) Zuschauer beobachten den Ausbruch des Kegelgeysirs Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Ein Ausbruch kann bis zu fünf Minuten dauern. (Mitte rechts) Ein Zuschauer fotografiert Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Die Mitglieder der Washburn-Expedition von 1870, die die Region kartierten, nannten den Geysir „Uhr der Ewigkeit“. (Unten rechts) Kanzul Fatima (rechts) und ihre Schwester dokumentieren den Ausbruch des Geysirs Old Faithful im Yellowstone-Nationalpark am 2. Juni 2026. Der Geysir schleudert bei seinem Ausbruch Wasser 27 bis 56 Meter hoch in die Luft. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

(Links) Der Kegelgeysir Old Faithful bricht am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark aus. Er ist der aktivste große Geysir des Parks. (Oben rechts) Zuschauer beobachten den Ausbruch des Kegelgeysirs Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Ein Ausbruch kann bis zu fünf Minuten dauern. (Mitte rechts) Ein Zuschauer fotografiert Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Die Mitglieder der Washburn-Expedition von 1870, die die Region kartierten, nannten den Geysir „Uhr der Ewigkeit“. (Unten rechts) Kanzul Fatima (rechts) und ihre Schwester dokumentieren den Ausbruch des Geysirs Old Faithful im Yellowstone-Nationalpark am 2. Juni 2026. Der Geysir schleudert bei seinem Ausbruch Wasser 27 bis 56 Meter hoch in die Luft.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

„Yellowstone, die Redwoods und Yosemite stehen alle für den amerikanischen Westen“, bemerkte sie und fügte hinzu, dass ihre Mutter gesagt habe, diese Orte erinnerten sie an Hollywood-Filme, die sie in ihrer Kindheit gesehen habe.
„Ich würde sagen, es ist ziemlich ikonisch“, erklärte sie gegenüber der Epoch Times. „Die Weite dieses Parks kommt mir geradezu unwirklich vor.“
Auf die Frage, was sie davon halte, dass die Nation ihr 250-jähriges Jubiläum feiere, sagte Fatima, Amerika stehe für die Chance, dass sich jeder verwirklichen könne.
„Ich glaube, man kann erkennen, was Amerika so lange bestehen lässt“, sagte sie. „Weil es ein Schmelztiegel der Kulturen ist, aber auch so ein Ort, an dem man so groß träumen kann, wie man nur träumen kann.“

„Ich schätze, deshalb wandern immer noch so viele Menschen hierher ein. Ich will nicht sagen, dass es keine Herausforderungen gibt und keine Bruchpunkte, wie die meisten Demokratien sie haben – aber es hat länger gehalten als viele andere.“

Yellowstone, ein Symbol der Freiheit

Der Firehole River schlängelt sich am Mittleren Geysir-Becken (Midway Geyser Basin) vorbei, der Heimat der Grand Prismatic Spring einer der größten Thermalquellen der Welt. Der Fluss wurde so wegen des aufsteigenden Dampfes benannt, der aufgrund thermischer Abflüsse von seiner Oberfläche aufsteigt.
Heißer Nebel wehte über sprudelnde, türkisfarbene Becken, die von leuchtendem Gelb, Orange und Grün umrandet waren. Der Dampf zischte und war zeitweise so dicht, dass er die Menge der Besucher verdeckte, die eine Landschaft bestaunten, die die Zeit vergessen hatte.
Williams, ein Besucher aus Arizona, der mit einer Gruppe unterwegs war, sagte, Yellowstone und die Nationalparks stünden für den amerikanischen Geist, der auch nach 250 Jahren weiterlebe.
„Er symbolisiert diese Idee von Freiheit, die wir in diesem Land haben“, sagte er.
Roosevelt sei einzigartig gewesen, meinte Williams. „Er galt als liberal, wissen Sie, und ich denke, ehrlich gesagt könnten beide Parteien viel von ihm lernen, denn er hatte die Fähigkeit, beide Seiten zu betrachten und zu erkennen, dass beide notwendig waren“, fügte er hinzu.
Roosevelt war nicht nur ein bekannter Jäger, sondern auch ein Naturschützer, der fünf neue Nationalparks gründete: Crater Lake in Oregon, Wind Cave in South Dakota, Mesa Verde in Colorado und Platt in Oklahoma, das heute Teil der Chickasaw National Recreation Area ist. Ebenso wurde Sullys Hill in North Dakota zunächst in das Parksystem aufgenommen, später jedoch in ein Wildschutzgebiet umgewandelt.
Williams zeigte sich optimistisch, dass die USA trotz aller Herausforderungen „die freieste Gesellschaft der Welt“ bleiben würden.
„250 Jahre freie Gesellschaft, freie Regierung, eine Nation, die auf biblischen Prinzipien gegründet wurde … Ich denke, das hat einen sehr starken Einfluss darauf gehabt, wo wir heute stehen und warum wir immer noch eine Regierung haben, die so funktioniert, wie sie es tut“, sagte er.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‘Go West, Young Man’: Yellowstone’s Call Echoes Across the Generations“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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Neue Kameras schützen Griechenlands Kulturerbe vor Bränden

Griechenland baut ein landesweites Netz zur Früherkennung von Waldbränden an wichtigen archäologischen Stätten.
Diese Anlagen sollen mögliche Brände frühzeitig erkennen und der Feuerwehr in Echtzeit Bilder und Daten liefern. Dies berichtet die Athener Zeitung „Kathimerini“ unter Berufung auf das Umwelt- und Bürgerschutzministerium.
Acht der Systeme sind bereits in Betrieb. Sie überwachen unter anderem die berühmten archäologischen Stätten von Olympia, Mykene und Epidauros.
Touristen in Athen gehen an einem heißen Tag bei ihrem Besuch des Parthenon-Tempels auf dem Akropolis-Hügel.

Touristen in Athen bei ihrem Besuch des Parthenon-Tempels auf dem Akropolis-Hügel.

Foto: Angelos Tzortzinis/dpa

Wie hilfreich die Technik sein kann, zeigte sich am 31. Juli: Damals wurde ein Brand bei Mykene von dem Überwachungssystem erkannt. Um 9:44 Uhr löste es nach Angaben der Behörden automatisch Alarm aus und übermittelte Bilder und weitere Informationen an das zuständige Kontrollzentrum.
Der Brand konnte daraufhin rasch gelöscht werden, berichtete das Nachrichtenportal Flash.gr. In den kommenden Wochen sollen sechs weitere Anlagen in Betrieb gehen, unter anderem in der archäologischen Stätte rund um die Akropolis von Athen sowie in Knossos auf Kreta.

Wärmebildkameras und Löschkanonen

Die Anlagen verfügen über optische und Wärmebildkameras, teilweise mit einem Rundumblick von 360 Grad. Schwenk- und neigbare Kameras ermöglichen eine gezielte Überwachung verdächtiger Bereiche. An ausgewählten Standorten sollen zudem mobile Löschkanonen eine erste Brandbekämpfung ermöglichen.
Das Projekt ist Teil des griechischen Zivilschutzprogramms „Aigis“ und wird aus Mitteln des EU-Aufbau- und Resilienzfonds finanziert. Ziel ist es, Brände an besonders wertvollen Kultur- und Naturstätten möglichst früh zu erkennen und dadurch die Reaktionszeit der Einsatzkräfte zu verkürzen. (dpa/red)
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Dänemark boomt als Urlaubsziel – Deutsche lieben es besonders

Dänemark ist als Reiseziel beliebt wie nie und besonders bei Deutschen weiter hoch im Kurs. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten etwa Hotels, Ferienhäuser und Campingplätze eine Rekordzahl an Übernachtungen von Touristen.
Während knapp die Hälfte der rund 26 Millionen Übernachtungen (2025: rund 25,5 Mio) auf Dänen entfällt, halten unter den ausländischen Gästen besonders die Deutschen Dänemark die Treue.

Mehr Deutsche, Norweger, Schweden

Mehr als 7,5 Millionen Übernachtungen zwischen Januar und Juni wurden laut Zahlen des dänischen Statistikamts von deutschen Urlaubern gebucht – ein leichter Anstieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 (rund 7,4 Millionen).
„Neben den deutschen Gästen, die für den weit größten Anteil der ausländischen Übernachtungen stehen, können wir sehen, dass auch Gäste aus Norwegen und Schweden nach schwächeren Jahren wieder zurück nach Dänemark finden“, sagte Lars Bertolt Winther.
Winther ist Tourismus-Chef beim Wirtschaftsverband Dansk Industri, der Nachrichtenagentur Ritzau. Auch aus den USA kommen demnach mehr Touristen in das skandinavische Land.

Deutsche Sommerferien wirken sich auf Übernachtungen aus

Für das zweite Halbjahr rechnen die Statistiker bislang mit einem ähnlichen Niveau wie 2025. Die Buchungen für Juli seien aber im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, hieß es.
„Dieser Anstieg ist vor allem auf ein Plus von 12 Prozent bei den Buchungen deutscher Touristen zurückzuführen, da in vielen deutschen Bundesländern die Sommerferien früher begonnen haben“, berichtete das dänische Statistikamt. „Aus demselben Grund dürften die Buchungen für August zurückgegangen sein.“ (dpa/red)
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Ätna legt Flughafen Catania weiter lahm

Auch knapp eine Woche nach Beginn des jüngsten Ausbruchs des Ätna ist offen, wie lange der Vulkan noch aktiv bleibt. Der Betrieb am Flughafen von Catania bleibt wegen der anhaltenden Aktivität beeinträchtigt. Die Sperrung für Ankünfte wurde am Donnerstagnachmittag bis Freitag 8.00 Uhr verlängert.
Für Abflüge wurde keine entsprechende Verlängerung mitgeteilt. Zuvor war der Flugbetrieb bis 2.00 Uhr komplett ausgesetzt worden.
Die Folgen für den Tourismus auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien sind bereits deutlich zu spüren: Nach Schätzungen des Handelsverbands Assoesercenti belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden infolge der Flugausfälle und Behinderungen auf rund 12 bis 24 Millionen Euro.
Wie lange der Airport, unter anderem mit Verbindungen von und nach Deutschland, noch beeinträchtigt bleibt, ist nicht absehbar. Dies hängt von der weiteren Aktivität des Vulkans ab.
„Wir können nicht wissen, wie lange die Aktivität des Ätna andauern wird“, sagte Stefano Branca, Direktor der Vulkanabteilung des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV), der Zeitung „Corriere della Sera“.
Ein Ende der Eruption lasse sich nicht vorhersehen.
Nach den Worten von Branca sei die eruptive Aktivität „leicht rückläufig“. Doch der Vulkan-Experte merkte auch an: „Die einzige Gewissheit ist, dass es keine Gewissheiten gibt.“
Die Betreibergesellschaft des Airports und das INGV stehen in engem Kontakt – die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Asche-Konzentration in der Luft über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig.

Vulkan-Experten kaum überrascht

In den vergangenen Tagen musste der Betreiber des Flughafens die Sperre entsprechend mehrfach verlängern. Die Sperre gilt aus Sicherheitsgründen wegen des starken Ausstoßes von Asche.
Seit Beginn des Ausbruchs vergangenen Freitag waren Hunderte Flüge von Streichungen, Verspätungen und Umleitungen betroffen. Zehntausende Urlauber mussten umplanen.
Vor Ort am Flughafen von Catania hat sich die Lage inzwischen im Vergleich zu den chaotischen Zuständen der vergangenen Tage etwas beruhigt. Viele Passagiere prüfen ihren Flugstatus vor der Anreise zum Airport. Außerdem werden Transfers zu anderen Flughäfen auf der Insel organisiert.
Dennoch bilden sich immer wieder längere Warteschlangen vor Infoschaltern. Einige Menschen übernachten vor Ort und warten auf Informationen.
Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan. Immer wieder rumort es dort. Für Branca ist deswegen die aktuelle Aktivität kaum überraschend. „Der Ätna verhält sich immer so. Dies ist ein kleiner Ausbruch, kleiner als andere, die noch vor sechs Monaten stattfanden“, sagte er der Zeitung „Quotidiano Nazionale“.
Der Ausbruch an sich sei also nichts Ungewöhnliches. Diesmal stehe jedoch der Wind so ungünstig, dass der Flughafen stark von der Asche betroffen ist.

Der aktive Ätna zieht trotz Warnungen zahlreiche Touristen an – die Nachfrage nach Führungen ist groß. (Archivbid)

Foto: Giuseppe Distefano/Etna Walk/AFP via Getty Images

Großer Andrang für Ätna-Touren

Seit jeher gilt der Vulkan als Touristenmagnet in der Region. Täglich werden Führungen angeboten, um den Ätna zu besteigen. Auch jetzt: Nach Angaben des „Corriere della Sera“ sind Bergführer überlastet und können die Anfragen von Schaulustigen nicht mehr bedienen.
Es wird jedoch davor gewarnt, sich zu nah an die heiße Lava zu bewegen. Videos der Lavaströme haben sich in den sozialen Medien aber rasant verbreitet und ziehen viele Leute an.
Zuletzt sorgte die in Italien bekannte Moderatorin und Ehefrau von Schalke-Torwart Loris Karius Diletta Leotta für Kritik in den sozialen Medien, weil sie bei Instagram Fotos ganz nah an der glühenden Lava aufnahm.
„Etna is on fire“ schrieb sie zu den Fotos, auf denen sie bauchfrei posierte. User warfen ihr vor, die Gefahr am Vulkan zu unterschätzen und ein schlechtes Vorbild abzugeben. (dpa/red)
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Ätna spuckt Asche, Flughafen zu – 700 Euro für 200 Kilometer Busfahrt nach Palermo verlangt

Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien sitzen wegen des jüngsten Ausbruchs des Vulkans Ätna mitten in der Hauptreisezeit mehrere Tausend Urlauber fest.
Infolge der Aschewolken können auf dem größten Flughafen der Insel im nahegelegenen Catania deutlich weniger Flugzeuge starten und landen. Am Morgen konnte nur eine einzige Maschine für einen Inlandsflug abheben. Alle Landungen wurden vorsorglich bis 19:00 Uhr ausgesetzt.

Neuer Schlot hat sich über Nacht geöffnet

Europas aktivster Vulkan stößt bereits seit 7. August große Mengen Asche und glühende Gesteinsbrocken aus.
Aus zwei Schloten in 2.360 Metern und 2.750 Metern Höhe dringen nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie dicke Lavaströme nach draußen.
In der Nacht öffnete sich auf einer Höhe von etwa 1.900 Metern Höhe ein neuer Schlot. Der mehr als 3.300 Meter hohe Ätna wird wegen seiner häufigen Ausbrüche sehr aufmerksam überwacht.

6. Juli 2026: Während eines Ausbruchs des Ätna auf Sizilien steigt Lava und Rauch aus dem Krater auf.

Foto: Etna Walk/AFP via Getty Images

Urlauber müssen Nacht am Flughafen verbringen

Der Flugbetrieb ist inzwischen schon den fünften Tag in Folge beeinträchtigt. Die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Aschekonzentration über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig.
Aktuell gilt für den Flughafen Catania die höchste Warnstufe Rot. Das bedeutet, dass eine Eruption mit erheblichem Ausstoß von Asche unmittelbar bevorsteht oder bereits in Gang ist.
Bei der Abreise versuchen nun viele, auf den Flughafen der Inselhauptstadt Palermo oder auf den Zug auszuweichen. Nach Schätzungen sind aktuell etwa 30.000 Menschen betroffen. Viele Sizilien-Touristen mussten ihren Aufenthalt verlängern.
Allerdings sind die Unterkünfte auf der Insel voll, weshalb manche die Nacht auch am Flughafen verbringen mussten. Dort kommt es zu chaotischen Szenen.
Viele Passagiere berichteten, dass das Personal überfordert sei. Ein Urlauber sagte der Tageszeitung „La Repubblica“: „Man hat uns unserem Schicksal überlassen. Wäre ich in ein Schlauchboot gestiegen, wäre ich mit Sicherheit früher angekommen.“
Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan. (Foto: Archiv)

Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan.

Foto: Archiv

700 Euro für 200 Kilometer Busfahrt nach Palermo

Hinzu kommt, dass die Not der Touristen von Geschäftemachern ausgenutzt wird. Der italienische Schauspieler Filippo Laganà berichtete auf Instagram, dass für die Fahrt in einem Shuttle-Bus von Catania nach Palermo 700 Euro verlangt würden – und das für eine Strecke von etwa 200 Kilometern.
Laganà kam schließlich mit einem Mietwagen zurück nach Rom. Die Fernzüge in die Hauptstadt, von wo aus internationale Flüge leichter zu bekommen sind, sind überfüllt.
Auf dem Rollfeld in Catania stehen inzwischen zahlreiche Flugzeuge, die mit Abdeckungen vor dem Ascheregen geschützt werden. Insbesondere die Triebwerke werden geschützt.
Die Start- und Landebahnen müssen immer wieder von Vulkanasche gereinigt werden. Pro Jahr werden am Flughafen Catania mehr als zwölf Millionen Passagiere abgefertigt. (dpa/red)
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„Einzigartiges Erlebnis“: Live-Übertragung aus dem spanisches Hinterland

Schon als Kind betrachtete Enrique Bordallo voller Staunen den Sternenhimmel über seiner spanischen Heimat. Bis heute begeistert er sich für Gestirne; seine Vorfreude auf die bevorstehende totale Sonnenfinsternis am Mittwoch kommender Woche ist riesig.
„Wir sind völlig aus dem Häuschen!“, sagt Bordallo, der den Astronomieverein in Burgos leitet. In dieser Stadt in Nordspanien wird das astronomische Spektakel besonders gut zu beobachten sein.
„Wir können es kaum erwarten, dass es endlich soweit ist, und hoffen auf gutes Wetter“, sagt Bordallo. Dann erklärt er einer Gruppe, die zur Sternenbeobachtung ins Dorf Belorado gekommen ist, das seltene Himmelsphänomen: Ab etwa 19.30 Uhr am 12. August wird sich der Mond langsam vor die Sonne schieben, bis er sie knapp eine Stunde später für gut eineinhalb Minuten komplett verdeckt und die Beobachter in Dunkelheit hüllt.

Deutschland erlebt nur eine teilweise Sonnenfinsternis

Der Norden Spaniens gehört neben Island und Grönland zu den wenigen Regionen weltweit, in denen die totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein wird.
In Deutschland etwa wird nur eine teilweise Sonnenfinsternis zu sehen sein – auch wenn die Sonne hier zu bis etwa 90 Prozent vom Mond verdeckt sein wird. Ihren Höhepunkt wird die „Sofi“ in Deutschland je nach Standort des Beobachters zwischen etwa 20:07 Uhr und 20:18 Uhr erreichen.
In Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Das astronomische Ereignis verschafft der Gegend große Aufmerksamkeit: Hunderttausende Touristen werden erwartet, zahlreiche Medien werden berichten.
Die Region Kastilien und León erhofft sich davon langfristig wirtschaftliche Vorteile, denn sie gehört zum sogenannten leeren Spanien – jenen ländlichen Gegenden im Landesinneren, die stark unter Bevölkerungsschwund leiden.
„Kastilien und León macht nicht immer Schlagzeilen, und Ausländer halten sich leider eher an der Küste auf“, sagt die Anthropologin Belén Molinuevo Puras, deren Familie aus Belorado stammt. „Wir freuen uns daher sehr, dass die Sonnenfinsternis hier zu sehen ist.“

10. August 2026: Bei Burgos werden Vorbereitungen für die weltweite Live-Übertragung der totalen Sonnenfinsternis getroffen. Rund 30 Wissenschaftler des Exploratoriums – dem offiziellen Partner der NASA für die Live-Berichterstattung – haben in Villalibado drei leistungsstarke Teleskope aufgestellt. Sie wählten das Dorf aufgrund seines freien Horizonts, der guten Kommunikationsinfrastruktur und seiner Lage innerhalb der Totalitätszone aus.

Foto: Cesar Mamso/AFP via Getty Images

Spanien hat drei Sonnenfinsternisse in drei Jahren

Über mangelnden Tourismus kann sich Spanien allgemein eigenlich nicht beklagen, es ist nach Frankreich das meistbesuchte Land der Welt. Doch die Regierung möchte die Besuchermassen zu neuen Zielen lenken – weg vom Strandurlaub und vom Übertourismus wie in Barcelona.
Drei Sonnenfinsternisse – nach dem 12. August wird es 2027 und 2028 weitere geben –  könnten dazu beitragen. Sie seien „eine beispiellose Gelegenheit, die Touristenströme in Spanien in ein neues Gleichgewicht zu bringen“, heißt es in einem von der Buchungsplattform Airbnb in Auftrag gegebenen Bericht. Besonders ländliche Regionen könnten wirtschaftlich davon profitieren.

Praktisch alle Zimmer zu hohen Preisen ausgebucht

Die Regionalhauptstadt Burgos, die hervorragende Aussichtspunkte für die Sonnenfinsternis bietet, profitiert jetzt schon. Vor allem Touristen aus den USA, Südamerika und Japan werden rund um das Ereignis nach Burgos kommen, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Ballesteros vor der Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert.
Die Stadtverwaltung möchte auch langfristig „Touristen aus dem Ausland anziehen, und zwar nicht nur im Sommer“, sagt die Vize-Bürgermeisterin und erhofft sich „einen Schub für Tourismus und Kultur“ infolge der Sonnenfinsternis.
Wer die totale Sonnenfinsternis in Spanien am kommenden Mittwoch beobachten will, muss unbedingt eine dafür zertifizierte Spezialbrille aufsetzen. Anderenfalls drohen irreparable Augenschäden.

Wer die totale Sonnenfinsternis in Spanien am kommenden Mittwoch beobachten will, muss unbedingt eine dafür zertifizierte Spezialbrille aufsetzen. Anderenfalls drohen irreparable Augenschäden.

Foto: Marijan Murat/dpa

In dem Hotel, in dem Lucía Molina arbeitet, haben die ersten Sonnenfinsternis-Besucher bereits vor eineinhalb Jahren gebucht, die meisten Gäste reisen aus China an. „Praktisch alle Zimmer sind zu sehr hohen Preisen ausgebucht – nicht nur hier, sondern in allen Hotels in Burgos“, berichtet die Rezeptionistin.

Eine halbe Million Touristen erwartet

In Kastilien und León werden eine halbe Million Touristen zur Sonnenfinsternis erwartet, davon 40.000 in der 175.000-Einwohner-Stadt Burgos. Zehntausende Touristen, die in der Sommerhitze anreisen und über die Felder laufen, sind eine Herausforderung in Sachen Logistik, Gesundheit und Sicherheit.
Optikerin Marta Serrano aus Burgos macht sich vor allem Sorgen um die Augen der Besucher. Denn ein Blick ohne Schutzbrille in die sich verfinsternde Sonne kann die Netzhaut dauerhaft schädigen.
Bei Enrique Bordallo hingegen überwiegt die Vorfreude: „Es ist ein einzigartiges Ereignis, etwas Wunderbares, ein für alle zugängliches kostenloses Spektakel“, schwärmt er. „Es wird die Menschen in Staunen versetzen.“ (afp/red)
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„Einzigartiges Erlebnis“: Live-Übertragung aus dem spanischen Hinterland

Schon als Kind betrachtete Enrique Bordallo voller Staunen den Sternenhimmel über seiner spanischen Heimat. Bis heute begeistert er sich für Gestirne; seine Vorfreude auf die bevorstehende totale Sonnenfinsternis am Mittwoch kommender Woche ist riesig.
„Wir sind völlig aus dem Häuschen!“, sagt Bordallo, der den Astronomieverein in Burgos leitet. In dieser Stadt in Nordspanien wird das astronomische Spektakel besonders gut zu beobachten sein.
„Wir können es kaum erwarten, dass es endlich soweit ist, und hoffen auf gutes Wetter“, sagt Bordallo. Dann erklärt er einer Gruppe, die zur Sternenbeobachtung ins Dorf Belorado gekommen ist, das seltene Himmelsphänomen: Ab etwa 19.30 Uhr am 12. August wird sich der Mond langsam vor die Sonne schieben, bis er sie knapp eine Stunde später für gut eineinhalb Minuten komplett verdeckt und die Beobachter in Dunkelheit hüllt.

Deutschland erlebt nur eine teilweise Sonnenfinsternis

Der Norden Spaniens gehört neben Island und Grönland zu den wenigen Regionen weltweit, in denen die totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein wird.
In Deutschland etwa wird nur eine teilweise Sonnenfinsternis zu sehen sein – auch wenn die Sonne hier zu bis etwa 90 Prozent vom Mond verdeckt sein wird. Ihren Höhepunkt wird die „SoFi“ in Deutschland je nach Standort des Beobachters zwischen etwa 20:07 Uhr und 20:18 Uhr erreichen.
In Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Das astronomische Ereignis verschafft der Gegend große Aufmerksamkeit: Hunderttausende Touristen werden erwartet, zahlreiche Medien werden berichten.
Die Region Kastilien und León erhofft sich davon langfristig wirtschaftliche Vorteile, denn sie gehört zum sogenannten leeren Spanien – jenen ländlichen Gegenden im Landesinneren, die stark unter Bevölkerungsschwund leiden.
„Kastilien und León macht nicht immer Schlagzeilen, und Ausländer halten sich leider eher an der Küste auf“, sagt die Anthropologin Belén Molinuevo Puras, deren Familie aus Belorado stammt. „Wir freuen uns daher sehr, dass die Sonnenfinsternis hier zu sehen ist.“

10. August 2026: Bei Burgos werden Vorbereitungen für die weltweite Live-Übertragung der totalen Sonnenfinsternis getroffen. Rund 30 Wissenschaftler des Exploratoriums – dem offiziellen Partner der NASA für die Live-Berichterstattung – haben in Villalibado drei leistungsstarke Teleskope aufgestellt. Sie wählten das Dorf aufgrund seines freien Horizonts, der guten Kommunikationsinfrastruktur und seiner Lage innerhalb der Totalitätszone aus.

Foto: Cesar Mamso/AFP via Getty Images

Spanien hat drei Sonnenfinsternisse in drei Jahren

Über mangelnden Tourismus kann sich Spanien allgemein eigentlich nicht beklagen, es ist nach Frankreich das meistbesuchte Land der Welt. Doch die Regierung möchte die Besuchermassen zu neuen Zielen lenken – weg vom Strandurlaub und vom Übertourismus wie in Barcelona.
Drei Sonnenfinsternisse – nach dem 12. August wird es 2027 und 2028 weitere geben – könnten dazu beitragen. Sie seien „eine beispiellose Gelegenheit, die Touristenströme in Spanien in ein neues Gleichgewicht zu bringen“, heißt es in einem von der Buchungsplattform Airbnb in Auftrag gegebenen Bericht. Besonders ländliche Regionen könnten wirtschaftlich davon profitieren.

Praktisch alle Zimmer zu hohen Preisen ausgebucht

Die Regionalhauptstadt Burgos, die hervorragende Aussichtspunkte für die Sonnenfinsternis bietet, profitiert jetzt schon. Vor allem Touristen aus den USA, Südamerika und Japan werden rund um das Ereignis nach Burgos kommen, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Ballesteros vor der Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert.
Die Stadtverwaltung möchte auch langfristig „Touristen aus dem Ausland anziehen, und zwar nicht nur im Sommer“, sagt die Vize-Bürgermeisterin und erhofft sich „einen Schub für Tourismus und Kultur“ infolge der Sonnenfinsternis.
Wer die totale Sonnenfinsternis in Spanien am kommenden Mittwoch beobachten will, muss unbedingt eine dafür zertifizierte Spezialbrille aufsetzen. Anderenfalls drohen irreparable Augenschäden.

Wer die totale Sonnenfinsternis in Spanien am kommenden Mittwoch beobachten will, muss unbedingt eine dafür zertifizierte Spezialbrille aufsetzen. Anderenfalls drohen irreparable Augenschäden.

Foto: Marijan Murat/dpa

In dem Hotel, in dem Lucía Molina arbeitet, haben die ersten Sonnenfinsternis-Besucher bereits vor eineinhalb Jahren gebucht, die meisten Gäste reisen aus China an. „Praktisch alle Zimmer sind zu sehr hohen Preisen ausgebucht – nicht nur hier, sondern in allen Hotels in Burgos“, berichtet die Rezeptionistin.

Eine halbe Million Touristen erwartet

In Kastilien und León werden eine halbe Million Touristen zur Sonnenfinsternis erwartet, davon 40.000 in der 175.000-Einwohner-Stadt Burgos. Zehntausende Touristen, die in der Sommerhitze anreisen und über die Felder laufen, sind eine Herausforderung in Sachen Logistik, Gesundheit und Sicherheit.
Optikerin Marta Serrano aus Burgos macht sich vor allem Sorgen um die Augen der Besucher. Denn ein Blick ohne Schutzbrille in die sich verfinsternde Sonne kann die Netzhaut dauerhaft schädigen.
Bei Enrique Bordallo hingegen überwiegt die Vorfreude: „Es ist ein einzigartiges Ereignis, etwas Wunderbares, ein für alle zugängliches kostenloses Spektakel“, schwärmt er. „Es wird die Menschen in Staunen versetzen.“ (AFP/red)
 
 
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Feuervulkan in Guatemala bricht erneut aus

Ein neuer Ausbruch des hochaktiven Feuervulkans (Volcán de Fuego) in Guatemala hält die Menschen in der Region in Atem. Der Vulkan rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt spuckt eine Säule aus Asche, Gasen und Lavafragmenten aus, die vier bis fünf Kilometer hoch in den Himmel steigt.
Das teilte der nationale Katastrophenschutz Conred in einem Post auf der Plattform X mit. Die Behörde rief die zweithöchste Alarmstufe Orange aus.

Erste Evakuierungen angelaufen

Erste Dörfer nahe dem Vulkan in dem mittelamerikanischen Land mussten evakuiert werden. Mehr als 600 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, sagte die Sprecherin von Conred, Valeria Urízar, im Radiosender Libertópolis.
Anwohner suchten Schutz in Notunterkünften. Der Schulunterricht wurde abgesagt. Vom Ausbruch betroffen sind laut Urízar rund 29.000 Menschen in verschiedenen Ortschaften – etwa durch den Ascheregen.

Aschewolken könnten Flugverkehr beeinträchtigen

Die Aschewolken dehnen sich aktuell etwa 120 Kilometer in westlicher und nordwestlicher Richtung aus und könnten den Flugverkehr in den Verwaltungsbezirken Chimaltenango und Suchitepéquez beeinträchtigen.
Conred rief die Bevölkerung auf, sich nicht dem Vulkan oder den Schluchten zu nähern, die sich an seiner südöstlichen Flanke befinden. Heiße Ströme aus Gas, Asche und Gesteinsbrocken, sogenannte pyroklastische Ströme, fließen die Hänge des Vulkans hinunter.
Das Institut für Seismologie und Vulkanologie betonte in einem Post auf X, dass sich der Vulkan derzeit in seiner „intensivsten Phase“ befinde. Für Orte im Umkreis von zehn Kilometern sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

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Berichte über Schaulustige auf Nachbarvulkan

Medienberichten zufolge sollen sich Touristen trotz eines Aufstiegsverbots auf den nahe gelegenen Vulkan Acatenango begeben haben, um von dort aus die Aktivität des Feuerbergs zu beobachten und Videos davon in sozialen Medien wie TikTok zu veröffentlichen.

Einer der aktivsten Vulkane Mittelamerikas

Der knapp 3.800 Meter hohe Feuervulkan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der seismisch aktivsten Zone der Erde, die Länder von Asien bis Lateinamerika umspannt.
Der Vulkan gehört zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas. Im vergangenen Jahr gab es zwei größere Ausbrüche. Bei einer heftigen Eruption im Jahr 2018 kamen rund 200 Menschen ums Leben. (dpa/red)
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Meer für alle – haben Italiens Strandbäder noch Zukunft?

August also. Der heilige Ferienmonat der Italiener. Normalerweise würden sie hier in Ostia, dem Stadtstrand von Rom, jetzt wieder dicht an dicht liegen. Körper an Körper, Liege an Liege, Schirm an Schirm. So wie jedes Jahr, wenn die Sonne wochenlang herunterbrennt. Nichts davon. Stattdessen sind im „Shilling“, einem der bekanntesten Strandbäder der 90.000-Einwohner-Gemeinde, die Abrissbagger an der Arbeit. Gerade werden die Toilettenhäuschen plattgemacht. Abgesehen davon ist hier kein Mensch.
Das „Shilling“ ist ein gutes Beispiel für den Sinneswandel an Italiens Stränden. Entlang der 7.500 Kilometer Mittelmeerküste gibt es Tausende privat betriebene Bäder, die Liegen und Schirme vermieten, eine über Jahrzehnte gewachsene italienische Tradition. Jetzt jedoch gehen die Behörden in Ostia und anderswo dagegen vor, dass man nur ans Meer gelassen wird, wenn man dafür bezahlt. Das hat mit einer 20 Jahre alten EU-Richtlinie zu tun, die nun endlich umgesetzt werden soll. Aber nicht nur.

Strand ist auch in Italien gratis – eigentlich

Offiziell gibt es in Italien mehr als 7.300 Stabilimenti Balneari, tatsächlich wohl einige Tausend mehr. Die meisten sind Familienbetriebe – zumal man den Begriff Familie in Italien großzügig auslegen kann. Auch die Mafia ist mancherorts dabei. Viele sind durch die Vermietung von Strandliege (Lettino) und Sonnenschirm (Ombrellone) reich geworden. In dieser Saison liegt die Durchschnittsmiete für zwei Liegen und Schirm bei etwa 40 Euro pro Tag. In einigen Regionen wie der Toskana kann es deutlich teurer werden.
Dabei gehört die Küste – so wie anderswo in Europa – auch in Italien eigentlich dem Staat. Von Gesetzes wegen müsste das Ufer überall für jedermann frei und kostenlos zugänglich sein. Mehr als die Hälfte der Strände ist jedoch privat verpachtet, oft unter der Hand und oft auch zu Spottpreisen. Im Durchschnitt kostet die Konzession 8.200 Euro pro Jahr. Durchschnittlicher Umsatz, ermittelt vom Centrum für Europäische Politik (CEP): 260.000 Euro. Andere Schätzungen reichen weit darüber hinaus.

Zäune und Mauern versperren Zugang zum Meer

Bei Touristen aus dem Ausland sorgt die Liegegebühr immer wieder für Ärger. Die Italiener haben sich über die Jahrzehnte daran gewöhnt. Allerdings wird es inzwischen auch einigen von ihnen zu viel. Die Römerin Isabella Pedrelli, die mit ihren beiden Kindern nach Ostia gekommen ist, sagt: „Eine Normalfamilie kann sich das überhaupt nicht mehr leisten.“ In Neapel besetzten Aktivisten kürzlich mit eigenen Handtüchern und Sonnenschirmen die Bezahlbereiche. Zudem sorgt für Unmut, dass vielerorts die Stabilimenti den Zugang zum Meer durch hohe Zäune und Mauern versperren.
In Ostia sieht man über kilometerlang kaum etwas davon. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Stadtverwaltung von Rom – wozu der Vorort immer noch gehört – geht seit einiger Zeit rigoros gegen illegale Bauten und Machenschaften vor. Das „Shilling“ wurde wegen Bauvergehen und anderer Vorwürfe gegen den Betreiber beschlagnahmt. Im Winter nahm es durch Stürme so schweren Schaden, dass es zur Ruine zu verfallen drohte.

Auch anderswo in Italien gehen die Behörden vor

Nun wird es abgerissen, ebenso wie das „Sporting Beach“ daneben. Roms sozialdemokratischer Bürgermeister Roberto Gualtieri will dort nun eine Spiaggia Libera ansiedeln, einen „freien Strand“. Einem anderen Club, dem „Village“, entzog die Stadt im Zuge von Mafia-Ermittlungen die Konzession und vergab sie an eine Genossenschaft. Ziel ist es, aus bislang nur 1,2 Kilometern Gratis-Strand (von insgesamt 11,3 Kilometern) 6,5 Kilometer zu machen. Statt 70 Stabilimenti soll es in Ostia künftig nur noch 35 geben.
Auch anderswo, wie an der italienischen Riviera in Ligurien oder in Apulien, unten im Süden, haben Bürgermeister damit begonnen, die Strände wieder kostenlos zu machen. Das hängt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen. Demnach müssen die staatlichen Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden, weil es sich um öffentlichen Grund handelt.

EU-Richtlinie soll nun endlich umgesetzt werden

Die Umsetzung der Richtlinie wurde von den verschiedensten Regierungen in Rom immer wieder hinausgeschoben. Nun soll 2027 doch damit begonnen werden. Viele hoffen, dass größere Konkurrenz zu niedrigeren Preisen führt. Sicher ist das nicht.
Umso mehr gibt es von Bürgerinitiativen wie der Vereinigung Mare Libero (Freies Meer) Lob für die Rückwandlung von Stränden in kostenlose Bereiche. „Wir müssen deutlich machen, dass Strand, Meer und Luft öffentliche Güter sind – und nichts, das man einfach verkaufen oder abtreten kann“, sagt deren Rom-Statthalter Danilo Ruggeri. „Aber da ist noch einiges zu tun.“

Neuer Ärger um mitgebrachte Speisen und Getränke

Tatsächlich gab es eben erst neue Aufregung, weil einige Strandbad-Betreiber in Apulien ihren Gästen auch noch verbieten wollten, mitgebrachte Speisen und Getränke zu konsumieren. Begründet wurde dies mit einem möglichen „Imageschaden“.
Der Präsident der Region, Antonio Decaro, las den Pächtern daraufhin die Leviten. Angesichts der ohnehin extrem hohen Preise für Schirme und Liegen sei es absurd, den Leuten auch noch vorzuschreiben, teures Essen kaufen zu müssen. „Das Meer ist ein Allgemeingut. Es darf nicht zum Luxusgut werden.“ (dpa/red)
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Niedrigwasser in Deutschland: Rhein, Donau und Elbe steuern auf Rekordtiefs zu

Deutschlands großen Flüssen Rhein, Elbe und Donau fehlt Wasser, ebenso wie vielen anderen Wasserläufen. Am Wochenende werden neue Tiefststände erwartet. Besserung ist vorerst nicht in Sicht – und die Folgen belasten bereits die Wirtschaft. Ein Überblick:

Wie ist die aktuelle Lage?

Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) führen deutsche Flüsse derzeit an vielen Stellen Niedrigwasser. Regenschauer lassen die Wasserstände nur kurz steigen. „Insgesamt überwiegt die weiterhin sinkende Tendenz“, heißt es in einem Bericht. Laut dem Informationssystem Niwis wiesen zuletzt rund 44 Prozent der Messstellen im Rhein extrem niedriges Wasser aus, 16 Prozent in der Elbe und circa 78 Prozent der Donau-Messstellen.
In Köln erwarten die Behörden an diesem Wochenende einen historischen Niedrigwasserstand von 67 Zentimetern – zwei Zentimeter weniger als im Oktober 2018. „Die Wasserstände am Rhein sind auf einem sehr niedrigen Niveau und sind in den letzten Tagen weiter gefallen“, sagt Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB).
Niedrigwasserphasen sind Experten zufolge nicht ungewöhnlich, treten aber normalerweise erst im Spätsommer und Herbst auf. Wenig Regen und hohe Temperaturen lassen unter anderem Wasserstände sinken. Laut BfG führt der Klimawandel langfristig dazu, dass Niedrigwasserereignisse intensiver werden, weil mehr Wasser verdunstet.
Der niedrige Wasserstand der Donau legt Sandbänke frei.

Der niedrige Wasserstand der Donau legt Sandbänke frei.

Foto: Armin Weigel/dpa

Welche Auswirkungen gibt es auf die Güterschifffahrt?

Ein Fahrverbot gibt es bei Niedrigwasser nicht, wie Spieß berichtet. Anders als bei Hochwasser entscheide jeder Schiffsführer selbst, wann es sich nicht mehr lohne, zu fahren. „Die Schifffahrt fährt, solange es physikalisch und sicher möglich ist.“ Allerdings sinke die Lademenge, weshalb mehr Schiffe eingesetzt werden müssten. Moritz Axt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein sagt, Fahrten würden bei sinkenden Pegelständen weniger wirtschaftlich.
Die Binnenschifffahrtsgesellschaft HGK Shipping unterhält eine Flotte von mehr als 300 Schiffen, die vor allem auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen unterwegs sind. Sollte der August ähnlich warm und trocken sein, sei es möglich, dass die Güterschifffahrt auf Rheinabschnitten zeitweise eingeschränkt werde, sagt der Chef der HGK-Gruppe, Steffen Bauer.

Welche Folgen hat das Niedrigwasser für die Wirtschaft?

„Die Lage ist ernst. Der Rhein ist eine zentrale Schlagader für den Güterverkehr in Deutschland“, sagt Thilo Schaefer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Höhere Transportkosten seien die Folge. Der Druck auf Straße und Schiene nehme zu, wobei nur begrenzt ausgewichen werden könne. Deshalb drohten Engpässe in Lieferketten.
Betroffen sind Experten zufolge vor allem Branchen, die auf große Mengen an Rohstoffen und Vorprodukten angewiesen sind – etwa Chemie, Stahl und Mineralöl. „Dort lässt sich der Ausfall des Rheintransports kurzfristig nur sehr begrenzt kompensieren“, sagt Schaefer.
Drei Verbände der Recycling- und Rohstoffwirtschaft warnen gemeinsam, die Versorgung der Stahlindustrie sei gefährdet. Binnenschiffe könnten nur noch ein Drittel bis die Hälfte der üblichen Ladung transportieren. Frachtkosten auf einzelnen Verbindungen hätten sich verdrei- bis vervierfacht. Hinzu kämen Kosten wegen Verzögerungen und Umplanungen.
Ausgetrocknet ist eine Sandbank an der Niedrigwasser führenden Donau.

Ausgetrocknet ist eine Sandbank an der Niedrigwasser führenden Donau.

Foto: Armin Weigel/dpa

Was bedeutet das für Verbraucher?

Schaefer hält für möglich, dass sich Verbraucher auf höhere Preise einstellen müssen – etwa bei Baustoffen und Energieprodukten. Der Geschäftsführer des Tankstellenverbands ZTG, Jürgen Ziegner, warnte jüngst im „Handelsblatt“ vor möglichen Engpässen in der Spritversorgung, sollten Wasserstände des Rheins an wichtigen Stellen weiter sinken. Sollte die Niedrigwassersituation länger anhalten, könnten Spritpreise vor allem im Süden steigen.
Kreuzfahrtanbieter müssen zudem Touren umplanen oder absagen. Die Reederei Phoenix Reisen aus Bonn bietet Kunden bereits an, Reisen über Donau, Mosel und Rhein umzubuchen. Nicko Cruises aus Stuttgart und A-Rosa aus Rostock sagten bereits mehrere Donau-Reisen ab, wie sie mitteilten. Das hat Folgen für Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel entlang der Flüsse.

Wie groß ist der gesamtwirtschaftliche Schaden?

Das Niedrigwasser könne das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,1 bis 0,2 Prozent dämpfen, sagt Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kiel Institut für Weltwirtschaft. „Man kann den Wertschöpfungsausfall grob auf 1 bis 2 Milliarden Euro im dritten Quartal beziffern.“ IW-Ökonom Schaefer nennt keine Zahlen. „Eine Schadenssumme lässt sich erst dann seriös abschätzen, wenn klarer ist, wie lange die Einschränkungen andauern.“
Der Rhein bei Köln

Der Rhein bei Köln

Foto: Oliver Berg/dpa

Wie wird auf das Niedrigwasser reagiert?

Unternehmen wie HGK Shipping setzen spezielle Schiffe ein, die auch bei niedrigen Wasserständen fahren können. Angedacht sind mancherorts Fahrrinnenvertiefungen – etwa im Rhein zwischen St. Goar und Mainz. Der Bundesverband Spedition und Logistik fordert den Bund anlässlich der Entwicklung auf, in die Wasserstraßen zu investieren. Auch die anderen Verkehrsträger müssten wegen begrenzter Kapazitäten gestärkt werden.

Wie sind die Aussichten?

In den nächsten Tagen sei an den großen Flüssen überwiegend mit weiter fallenden Wasserständen zu rechnen, teilt die BfG mit. Die Niedrigwassersituation werde voraussichtlich weiter anhalten, sich räumlich ausweiten und bei ausbleibenden Niederschlägen weiter verschärfen. Moritz Axt vom WSA Rhein sagte: „Entspannung kann es erst geben, wenn großflächige, langanhaltende Niederschläge im Einzugsgebiet fallen.“ (dpa/red)
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Qantas stellt Langstreckenrekord mit 24-Stunden-Flug auf

Ein speziell für Ultralangstrecken gebauter Airbus A350 der australischen Fluggesellschaft Qantas hat mit einem mehr als eintägigen Nonstop-Flug einen Langstreckenrekord aufgestellt.
Die in Melbourne gestartete Maschine landete am Dienstag nach 24 Stunden und 24 Minuten Flugzeit im südfranzösischen Toulouse, nachdem sie ohne Zwischenlandung mehr als 23.000 Kilometer zurückgelegt hatte.
„Für die Crew hieß das: vom Winter in den Sommer zu fliegen, zwei Ozeane und drei Kontinente zu überqueren – und auf einem einzigen Flug gleich zwei Sonnenaufgänge und zwei Sonnenuntergänge zu erleben“, teilte Airbus mit.

Das „Project Sunrise“

Der Testflug war Teil des von Qantas seit Jahren geplanten „Project Sunrise“. Die Fluggesellschaft will ab Oktober 2027 erstmals Nonstop-Flüge von Sydney nach London anbieten, später soll auch New York ohne Zwischenstopp angeflogen werden. Je nach Wetterlage sollen die Maschinen rund 19 bis 21 Stunden unterwegs sein.
Für das Projekt hat Qantas zwölf speziell angepasste Airbus A350-1000 ULR bestellt – das Kürzel ULR steht für Ultra Long Range. Die Maschinen verfügen über einen zusätzlichen Treibstofftank mit 20.000 Litern Fassungsvermögen und bieten Platz für 238 Passagiere.
Die erste Maschine soll im April 2027 ausgeliefert werden. Um der Ermüdung während der Ultralangstreckenflüge entgegenzuwirken, werden die Piloten in Vier-Stunden-Schichten arbeiten.

Zusätzliche Piloten und Ingenieure an Bord

An Bord waren acht Mitglieder aus dem Team des Flugzeugbauers für Testflüge, zwei Qantas-Piloten und zwei Airbus-Ingenieure. Sie überprüften während des Flugs die nötigen Anpassungen für den zusätzlichen Tank, das Belüftungssystem der Maschine und Änderungen, die den Lärmpegel für die Passagiere senken sollen.
Qantas plant seit neun Jahren Direktflüge nach Europa, hat das Vorhaben aber immer wieder verschoben. Die längste kommerzielle Flugroute der Welt verbindet derzeit Singapur und New York.
Eine andere A350-Variante der Fluggesellschaft Singapore Airlines legt die Strecke von 15.350 Kilometern in mehr als 18 Stunden zurück.

Ein A350-1000ULR der Qantas landet am 24. Juli 2026 auf dem Flughafen Tullamarine in Melbourne nach einem 19 Stunden und 13 Minuten dauernden Auslieferungsflug vom Airbus-Werk in Toulouse, Frankreich.

Foto: William West/AFP via Getty Images

Einer der meistverfolgten Flüge der Geschichte

Die Maschine übertraf die bisherige Rekorddauer eines Demonstrationsflugs von Hongkong nach London aus dem Jahr 2005 um fast zwei Stunden. Ob der Qantas-Flug offiziell ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wird, war aber zunächst unklar.
Großes Interesse weckte der Flug auch im Internet: Nach Angaben des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 verfolgten ihn mehr als 3,6 Millionen Menschen. Damit war der Test einer der meistbeobachteten Flüge aller Zeiten.
(dpa/afp/red)