Nach einem Regentag erschien am 31. Mai 2026 im Yellowstone-Nationalpark ein doppelter Regenbogen durch eine Wolkenlücke. Das Wetter im Park ist im Mai und Juni oft sehr unbeständig, die Sommer hingegen sind in der Regel warm und trocken. - Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
YELLOWSTONE, Wyoming – Das gleichmäßige „Wisch-Wisch“ der Scheibenwischer war trotz des unaufhörlichen Prasselregens auf der Windschutzscheibe zu hören, während sich das Auto langsam dem Eingang des Yellowstone-Nationalpark näherte.
Das Erreichen der Parkgrenze war nur ein kurzlebiger Erfolg.
Schon wenige Meilen innerhalb des Parks staute sich der Verkehr erneut auf der zweispurigen Straße, weil die Besucher neugierig am Straßenrand nach Bisons Ausschau hielten. Auch Sichtungen von Elchen und Bären führten im gesamten Park zu ähnlichen Verkehrsbehinderungen.
Ganz schön gefährlich …
Der Westeingang verläuft parallel zum Madison River, der bei jedem Wetter herrlich anzusehen ist. Riesige Felsbrocken liegen malersich an seinen Ufern verstreut, sodass man sich leicht vorstellen kann, wie legendäre Riesen aus alter Zeit sie genau so angeordnet haben.
Hier ist es kurz vor Sommeranfang kalt, die Temperaturen liegen unter zehn Grad Celsius, der Himmel ist regenschwer. Nebel verhüllt saftig grünes Gras und einen rauschenden, indigoblauen Fluss – erhaben in seiner traumhaften Schönheit.
Doch diese wilde Landschaft kann ebenso gefährlich wie schön sein. Berichte über Angriffe von Bären und Bisons sowie über Besucher, die durch Geysire, Schlammtöpfe oder heiße Quellen starben oder schwere Verbrennungen erlitten, unterstreichen die Gefahren des Parks.
Yellowstone, eine zeitlose Kathedrale der Natur, flüstert den Besuchern zu: So war es einst. So sollte es bleiben.
Während Amerika sein 250-jähriges Bestehen feiert, erinnert Yellowstone an den Pioniergeist der Nation.
Daniel Williams, ein Parkbesucher aus Arizona, erklärte dies gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times folgendermaßen: „Das Nationalparksystem passt wirklich gut zu der Freiheit, die wir in Amerika haben, zu reisen, Abenteuer zu erleben, dieses Land frei zu durchqueren und all das zu sehen, was es zu bieten hat.“
Vor etwa 150 Jahren beflügelte die Pracht des Yellowstone die Fantasie der Nation.
(Links) Autos fahren am 31. Mai 2026 auf der Panoramastraße zwischen Canyon Village und Tower-Roosevelt im Yellowstone-Nationalpark. (Mitte) Ein Regenbogen erscheint am 31. Mai 2026 durch eine Wolkenlücke im Yellowstone-Nationalpark. (Rechts) Ein Bison überquert am 31. Mai 2026 die US 212 im Yellowstone-Nationalpark.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
„Go West, young man“ war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein beliebter Spruch. Die Amerikaner glaubten an das „Manifest Destiny“, dass sich ihre Nation von Meer zu Meer erstrecken sollte.
Im Jahr 1872 wurde der Yellowstone zum ersten Nationalpark Amerikas und der Welt, nachdem Präsident Ulysses S. Grant den „Yellowstone National Park Protection Act“ unterzeichnet hatte.
Doch es war Präsident Teddy Roosevelt, der den Park 1903 bekannt machte. Der als Großwildjäger bekannte Präsident ließ Reporter und den Großteil seines Gefolges zurück, um zwei Wochen lang im Park zu zelten. Eine kleine Abteilung von Soldaten der US-Kavallerie begleitete ihn, zusammen mit Parkführern, einem Naturforscher und dem Parkleiter.
Roosevelt staunte über den Reichtum an Wildtieren und bestand einmal darauf, allein wandern zu gehen, um eine Elchherde, die er am Vortag gesichtet hatte, aus nächster Nähe zu betrachten. Es gelang ihm, bis auf 50 Yards (etwa 46 Meter) an sie heranzukommen; anschließend kehrte er zum Lager zurück und hatte damit eine 18-Meilen-Solo-Wanderung (rund 29 Kilometer) durch die Wildnis absolviert.
Das Nationalparksystem nimmt in der amerikanischen Seele einen besonderen Platz ein. Diese weiten, offenen Landschaften stehen für den ungebrochenen Individualismus der amerikanischen Vorfahren.
Heute umfasst der Park rund 8.900 Quadratkilometer Fläche und ist damit fast halb so groß wie das Bundesland Sachsen. Er nimmt einen beträchtlichen Teil des Nordwestens von Wyoming ein und erstreckt sich von dort bis nach Montana und Idaho.
Eine Karte zeigt den Yellowstone-Nationalpark und seine Umgebung. Der Park umfasst mehr als 3.400 Quadratmeilen.
Foto: jldeines/iStock
Seit 2015 besuchen jährlich mehr als vier Millionen Menschen aus aller Welt den Park – mit Ausnahme des Pandemie-Jahres 2020 während COVID-19. In den besucherstärksten Monaten – Juli und August – können bis zu eine Million Besucher gezählt werden.
Das amerikanische Nationalparksystem, das mit dem Yellowstone begann, umfasst mittlerweile insgesamt 63 Parks im ganzen Land. Zuletzt kam der New River Gorge National Park in West Virginia hinzu.
Der Roosevelt-Bogen ragt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark majestätisch empor. Das 15 Meter hohe Denkmal am Nordeingang wurde 1903 von Präsident Theodore Roosevelt eingeweiht.
Foto: Bobby Sanchez /Epoch Times
„Feuer und Schwefel“
Amerika war gerade erst etwas mehr als 30 Jahre alt, als sich „Mountain Man“ John Colter in die Wildnis wagte, um Pelze zu jagen. Schließlich erreichte das einstige Mitglied der Lewis-und-Clark-Expedition die Yellowstone-Region.
Colters Abenteuer könnten direkt aus dem Drehbuch des Films „The Revenant – Der Rückkehrer“ aus dem Jahr 2015 stammen. Einmal, nachdem er von einer Gruppe der Blackfeet gefangen genommen worden war, wurde er nackt ausgezogen und musste um sein Leben rennen, während Krieger ihn verfolgten. Er schaffte es zu überleben, indem er sich unter einem Floß aus Treibholz im Fluss versteckte.
Im Winter 1807–1808 machte er sich allein auf den Weg, um Handelsbeziehungen mit dem Stamm der Crow aufzubauen. Sein Weg führte ihn zum Yellowstone-See, wo es heiße Quellen und Geysire gibt. Wissenschaftler stufen den Yellowstone heute als Supervulkan ein, der bei einem Ausbruch genug Partikel in die Atmosphäre schleudern könnte, um einen vulkanischen Winter auszulösen.
Für frühe Besucher wirkte es surreal, ein Land aus „Feuer und Schwefel“, so Colter, der erste Weiße, der das Gebiet erkundete. Zeitgenossen spotteten über seine Beschreibung und taten sie als Lügengeschichte ab.
Ein Schild warnt Besucher im Yellowstone-Nationalpark am 31. Mai 2026 davor, auf den Wegen zu bleiben, wenn sie hydrothermale Stätten besichtigen. Berichte über Bären- und Bisonangriffe sowie über Besucher, die an Geysiren, Schlammtöpfen oder heißen Quellen starben oder schwere Verbrennungen erlitten, unterstreichen die Gefahren des Parks.
Foto: Darlene McCormick Sanchez/Epoch Times
Andere folgten Colter. Im Jahr 1869 war die Cook–Folsom–Peterson-Expedition die erste organisierte, privat finanzierte Gruppe, die das Gebiet kartografierte.
Doch viele blieben skeptisch.
Charles Cook schickte einen Bericht über die Reise an das „Lippincott’s Magazine“ in Philadelphia, das antwortete: „Vielen Dank, aber wir drucken keine Fiktion.“
Cooks Expedition führte 1870 zur Washburn-Langford-Doane-Expedition und ein Jahr später zur Hayden-Geologischen Vermessung. Die Hayden-Expedition von 1871 war die erste staatlich finanzierte Erkundung und wissenschaftliche Vermessung des Yellowstone.
Die Route der Expedition führte das 32-köpfige Team zum Yellowstone River, dem sie bis zu den Tower Falls folgten. Sie reisten auch ins Lamar Valley, bevor sie nach Westen in Richtung des Grand Canyon of the Yellowstone abbogen, der von dem gleichnamigen Fluss geformt wurde.
Der Geologe Ferdinand Hayden nahm Fotografen und Maler mit, um die Region zu dokumentieren und die Bundesregierung von ihrer Legitimität und Einzigartigkeit zu überzeugen. Dies führte dazu, dass der Yellowstone zum ersten Nationalpark wurde.
Mitglieder des US-amerikanischen Hayden Geological Survey essen am 24. August 1870 in ihrem Lager in Red Buttes, Wyoming-Territorium, zu Mittag. Am Tisch, dem Betrachter zugewandt, sitzt der Geologe Ferdinand Vandeveer Hayden; rechts daneben der offizielle Fotograf des Surveys, William Henry Jackson. Die von Hayden geleitete Gruppe erkundete die Region im Nordwesten Wyomings, die später zum Yellowstone-Nationalpark wurde.
Foto: ACME / AFP via Getty Images
Wintervergnügen Ende Mai
Unterhalb des Mount Washburn tobte die Schlacht. Die Kinder schrien vor Freude, als sie am letzten Tag im Mai auf dem Parkplatz nahe dem Dunraven Pass herumtollten und lachende Erwachsene mit Schneebällen bewarfen.
Der Winter lacht den Sommer im Yellowstone aus, wohl wissend, dass die Wärme der Sonne bald schwinden wird. Am Fuß des Wanderwegs lag die Temperatur um vier Grad Celsius. Der Gipfel des Mount Washburn ragt noch mehr als 600 Meter höher empor.
Als Kevin Silvestrini-Cordero und Michelle O’Keeffe im späten Frühling auf einem Wanderweg den Berg hinaufgingen, begann es zu schneien.
Reste des Winterschnees lagen noch auf dem Weg und machten ihn stellenweise tückisch. Dann klärte der Himmel wieder auf, während noch einige große Flocken die Wipfel der Kiefern küssten – ein wunderschöner Anblick.
Es war der erste Ausflug des Paares in den Park. Sie befanden sich auf einer Reise, bei der sie mehr von Amerika sehen wollten.
„Ich habe das Gefühl, dass der Yellowstone-Nationalpark wirklich alles vereint“, sagte Silvestrini-Cordero gegenüber der Epoch Times und fügte hinzu, dass es einer der schönsten Orte der Welt sei.
Silvestrini-Cordero sagte, ihr Besuch im ersten Nationalpark der Nation habe sie beide noch stolzer gemacht, Amerikaner zu sein.
Als sie etwa eine Meile vom Ausgangspunkt des Wanderwegs entfernt fuhren, glaubte das Paar aus New Jersey, einen schwarzen Wolf gesehen zu haben. Als sie umdrehten, um genauer hinzuschauen, war er verschwunden – in den Schatten versunken.
In dieser Höhe erfüllt der Duft frischer Kiefern die kühle Luft, und der Wald ist so tief und dunkel wie in einem Märchen.
Die Stille des Waldes weckt Erinnerungen an Lagerfeuergeschichten von Ungeheuern mit lodernden gelben Augen und fernem Heulen in der Nacht.
Ganz in der Nähe des Aussichtspunkts der Washburn Hot Springs hielt der Pensionär Michael Melton aus Georgia an. Ein schneidender Wind fegte über die Ausflügler hinweg, was Melton zu der Bemerkung veranlasste, es sei ein schöner Ort für einen Besuch, während er sich nach den 27 Grad Wärme zu Hause sehnte.
„Wunderschön. Es ist einfach ein wunderschöner Ort für einen Besuch“, sagte er gegenüber der Epoch Times.
Der 67-jährige Michael Melton aus Georgia lacht, als er am 31. Mai 2026 im Yellowstone-Nationalpark eine Geschichte erzählt. Melton durchquerte Yellowstone im Rahmen einer großen Rundreise durch die USA, die ihn über Branson (Missouri), den Nordwesten der USA, den Grand Canyon und das Monument Valley an der Grenze zwischen Arizona und Utah führte.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
Yellowstone stand auf seiner Wunschliste, als er quer durch Amerika reiste. Er machte eine große Rundreise durch das Land – über Branson in Missouri, den Nordwesten, den Grand Canyon und das Monument Valley – all die Orte, die er schon als Kind sehen wollte.
Ebenso freute er sich darauf, Orte wie Tombstone zu sehen, „wo John Wayne all die alten Schwarzweißfilme gedreht hat“.
Die heißen Quellen und Schlammgruben, die er im Yellowstone sah, beeindruckten ihn sehr.
„Ich habe mich immer gefragt, was der erste Mensch wohl über diese Schlammgruben hier gedacht hat“, sagte er.
Melton vermutete, dass der erste Mensch, der diese nach Schwefel riechenden heißen Quellen erblickte, vielleicht befürchtet hatte, der Teufel sei hinter ihm her.
„Der hat wohl gedacht, er ist gestorben und in der Hölle gelandet oder so“, scherzte Melton.
Melton war froh, dass die amerikanischen Gründerväter es für angebracht hielten, Teile des Landes zu erhalten, damit sich jeder daran erfreuen kann. Er wies darauf hin, dass das Okefenokee National Wildlife Refuge nicht allzu weit von seinem Zuhause in Georgia entfernt sei.
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Dampf steigt am 31. Mai 2026 aus der Silex-Quelle im Yellowstone-Nationalpark auf. Für frühe Entdecker wirkte der Park surreal, ein Land aus „Feuer und Schwefel“.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
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Besucher verlassen den Dampf nach einer Tour durch das Lower Geyser Basin im Yellowstone-Nationalpark am 31. Mai 2026. Der Park beherbergt über 500 aktive Geysire.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
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Ein Besucher fotografiert am 31. Mai 2026 den Morning Geyser im Yellowstone-Nationalpark. Obwohl er selten aktiv ist, schießt der Morning Geyser bei einem Ausbruch Wasser 45 bis 60 Meter hoch in die Luft.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
Die amerikanische Serengeti
Die Straße ins Lamar Valley schlängelte sich in die Ferne, ein dunkles Band vor sanften, grünen Hügeln, die denen in J.R.R. Tolkiens Mittelerde in nichts nachstanden.
Der Abstieg in das weitläufige Tal, das sich bis in die Ferne erstreckte und in dem Hunderte von Bisons auf den Frühlingswiesen grasten, war atemberaubend.
Ausflügler sprangen aus ihren Fahrzeugen, um das grandioses Schauspiel zu bewundern. Kälber saugten an den Eutern ihrer Mütter und schienen die gaffenden Menschen kaum zu bemerken. Es fiel nicht schwer, sich vorzustellen, wie es vor mehr als 150 Jahren gewesen sein musste, als der Westen noch wild war und die Stämme der amerikanischen Ureinwohner diese Gebiete noch beherrschten.
Das Lamar Valley im Nordosten und das zentraler gelegene Hayden Valley gelten als die besten Orte, um Bären und Wölfe zu beobachten – und Bisons, die man auch amerikanische Büffel nennt.
Im Lamar Valley berichteten Silvestrini-Cordero und O’Keeffe von dem Nervenkitzel, eine der begehrtesten Sehenswürdigkeiten des Yellowstone-Nationalpark zu sehen – Bären in ihrem natürlichen Lebensraum. Ein Tierkadaver lockte mehrere Raubtiere an, darunter einen Grizzlybären und später einen Schwarzbären.
Eine Karte zeigt die Eingänge zum Yellowstone-Nationalpark sowie die ungefähre Lage von Naturwundern und Gebieten, in denen häufig Wildtiere beobachtet werden.
Foto: National Park Service
Artenschutz im Yellowstone
Doch es gab auch eine Zeit, in der einige Großtiere im Park fast bis an den Rand des Aussterbens getrieben wurden.
Einst durchstreiften 30 Millionen Bisons Nordamerika, doch die meisten wurden bis zur Wende zum 20. Jahrhundert ausgerottet. Auch innerhalb des Parks waren die Büffel fast vollständig ausgerottet. Bis Ende der 1880er Jahre hatten nur noch zwei Dutzend überlebt.
Die heutige Bisonpopulation von etwa 5.400 Tieren im Yellowstone gilt als Nachkomme der letzten wilden Herde des Westens.
Bisons grasen am 31. Mai 2026 im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Yellowstone ist der einzige Ort in den Vereinigten Staaten, an dem Bisons seit prähistorischen Zeiten ununterbrochen leben.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
Umstrittener war jedoch die Wiederansiedlung von Grauwölfen im Yellowstone, nachdem diese durch die Jagd fast vollständig ausgerottet worden waren.
Grauwölfe, die schwarz, grau und hellbraun sein können, wurden 1995 in den Yellowstone-Nationalpark gebracht. Bis 2017 wurden sie in Montana, Idaho und Wyoming aus dem Artenschutzgesetz gestrichen. Mittlerweile leben etwa 84 Wölfe im Park.
Da es jedoch keine Zäune gibt, die sie im Park halten, jagen Wölfe, die in die Umgebung streifen, häufig Vieh und Haustiere der Rancher.
Während Wölfe im Park geschützt sind, dürfen sie in Montana, Wyoming und Idaho legal geschossen und gefangen werden.
(Links) Ein Schwarzbär schnüffelt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Zwei Bärenarten leben im Yellowstone: Schwarzbären und Grizzlybären. (Mitte) Ein Kojote erkundet am 1. Juni 2026 ein Camp im Yellowstone-Nationalpark. Kojoten sind häufige Raubtiere im Yellowstone und werden oft in den Wiesen und Tälern des Parks beobachtet. (Rechts) Ein Bison säugt am 31. Mai 2026 sein Kalb im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Das Tal in der nordöstlichen Ecke des Parks gilt als einer der besten Orte, um Bären, Wölfe und Bisons zu beobachten.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
Roosevelt-Bogen
Am Ende des Campingausflugs von Roosevelts – um die Wende zum 20. Jahrhundert hin – hielt er eine Rede bei der Freimaurerzeremonie zur Grundsteinlegung für das, was später der steinerne Torbogen am nördlichen Eingang des Parks werden sollte. Heute ist das ein beliebtes Touristenziel.
Die Ehrfurcht des Präsidenten vor der einzigartigen Schönheit des Parks war während seiner Rede deutlich zu spüren. „Die Geysire, die außergewöhnlichen heißen Quellen, die Seen, die Berge, die Canyons und die Wasserfälle vereinen sich und machen diese Region zu etwas, das weltweit seinesgleichen sucht“, sagte Roosevelt. „Sie muss zum Wohle und zur Freude von uns allen erhalten bleiben.“
Richard Feltes, ein 77-jähriger Rentner aus Nashville, besuchte den Park mit Familienangehörigen. Für ihn war es etwas Besonderes, den Park aufzusuchen, während Amerika einen bedeutenden historischen Meilenstein erreichte.
„Was für ein Nervenkitzel, zum 250. Jubiläum hier zu sein“, sagte er gegenüber der Epoch Times.
Feltes’ ältere Brüder und sein Vater dienten beide im Zweiten Weltkrieg. Er selbst erkrankte kurz vor der Einführung eines Impfstoffs im Jahr 1955 an Kinderlähmung. Später vertrat er dennoch sein Land als Mitglied der US-amerikanischen Rollstuhl-Olympiamannschaft.
Er reiste um die ganze Welt und nahm an Wettkämpfen in Europa, im Nahen Osten und in Südamerika teil. Allerdings, so sagte er, gebe es keinen anderen Ort wie Amerika.
„Wir schätzen alles, was unser Land zu bieten hat“, sagte er.
Er lobte die Barrierefreiheit des Parks für Rollstuhlfahrer und erklärte, er habe die Attraktionen und historischen Stätten besuchen können.
„Roosevelt war hier, um das Bewusstsein der Führungsebene für den Park und alles, was er den Amerikanern zu bieten hat, wirklich zu unterstreichen“, sagte er am Torbogen.
Richard und seine Frau Anita schauen sich abends gerne gemeinsam mit ihren Enkelkindern Sonderbeiträge über den Yellowstone-Nationalpark an. Dann befragen sie sie zu dem, was sie während ihrer Reise gelernt haben.
Sein Enkel Jonathan (9) erklärte der Epoch Times freudig, Old Faithful (ein bekannter Geysir) – „hat gestern funktioniert“ und die Schluchten, Wasserfälle und bunten heißen Quellen seien „cool“.
Vor dem Park konnten sie „America 250“-Medaillen kaufen, die später an der Kühlschranktür ihren Platz finden sollten.
Im Park wurden Flaggen zu Ehren von America 250 gehisst, und online gab es Fanartikel zum Nationalfeiertag – doch eine beiläufige Suche in den Parkläden nach Gedenk-Souvenirs blieb erfolglos. Ein Parkranger erklärte gegenüber der Epoch Times, dass die meisten Feierlichkeiten des Parksystems an der Ostküste geplant seien.
Am 1. Juni 2026 wehte im Yellowstone Tower General Store im Yellowstone-Nationalpark eine Flagge zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten. Der Park wurde 1872 als erster Nationalpark Amerikas gegründet.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
Staunende Menschen am Old Faithful-Geysir
Hunderte von Menschen warteten Anfang Juni geduldig auf den Ausbruch von Old Faithful. Sie plauderten in allen möglichen Fremdsprachen miteinander, während sie gespannt auf die Show warteten, die sich etwa alle 90 Minuten ereignet.
Studien zufolge kommen jedes Jahr etwa 600.000 bis 700.000 Besucher, hauptsächlich aus Deutschland, China, den Niederlanden und Kanada. Das sind etwa 15 Prozent der Gesamtbesucherzahl des weltweit ersten Nationalparks.
Als der berühmte Geysir dann plötzlich in den Himmel schoss, applaudierte die Menschenmenge und rief staunend „Ooh“ und „Aah“.
Kanzul Fatima, eine pakistanische Dokumentarfilmerin und Expertin für Extended Reality, lebte in Los Angeles, bevor sie nach Deutschland zog. Sie besuchte den Park zum ersten Mal und war mit ihrer Schwester und ihren Eltern extra für diesen Moment 13 Stunden lang mit dem Auto aus Colorado angereist.
(Links) Der Kegelgeysir Old Faithful bricht am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark aus. Er ist der aktivste große Geysir des Parks. (Oben rechts) Zuschauer beobachten den Ausbruch des Kegelgeysirs Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Ein Ausbruch kann bis zu fünf Minuten dauern. (Mitte rechts) Ein Zuschauer fotografiert Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Die Mitglieder der Washburn-Expedition von 1870, die die Region kartierten, nannten den Geysir „Uhr der Ewigkeit“. (Unten rechts) Kanzul Fatima (rechts) und ihre Schwester dokumentieren den Ausbruch des Geysirs Old Faithful im Yellowstone-Nationalpark am 2. Juni 2026. Der Geysir schleudert bei seinem Ausbruch Wasser 27 bis 56 Meter hoch in die Luft.
Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times
„Yellowstone, die Redwoods und Yosemite stehen alle für den amerikanischen Westen“, bemerkte sie und fügte hinzu, dass ihre Mutter gesagt habe, diese Orte erinnerten sie an Hollywood-Filme, die sie in ihrer Kindheit gesehen habe.
„Ich würde sagen, es ist ziemlich ikonisch“, erklärte sie gegenüber der Epoch Times. „Die Weite dieses Parks kommt mir geradezu unwirklich vor.“
Auf die Frage, was sie davon halte, dass die Nation ihr 250-jähriges Jubiläum feiere, sagte Fatima, Amerika stehe für die Chance, dass sich jeder verwirklichen könne.
„Ich glaube, man kann erkennen, was Amerika so lange bestehen lässt“, sagte sie. „Weil es ein Schmelztiegel der Kulturen ist, aber auch so ein Ort, an dem man so groß träumen kann, wie man nur träumen kann.“
„Ich schätze, deshalb wandern immer noch so viele Menschen hierher ein. Ich will nicht sagen, dass es keine Herausforderungen gibt und keine Bruchpunkte, wie die meisten Demokratien sie haben – aber es hat länger gehalten als viele andere.“
Der Firehole River schlängelt sich am Mittleren Geysir-Becken (Midway Geyser Basin) vorbei, der Heimat der Grand Prismatic Spring einer der größten Thermalquellen der Welt. Der Fluss wurde so wegen des aufsteigenden Dampfes benannt, der aufgrund thermischer Abflüsse von seiner Oberfläche aufsteigt.
Heißer Nebel wehte über sprudelnde, türkisfarbene Becken, die von leuchtendem Gelb, Orange und Grün umrandet waren. Der Dampf zischte und war zeitweise so dicht, dass er die Menge der Besucher verdeckte, die eine Landschaft bestaunten, die die Zeit vergessen hatte.
Williams, ein Besucher aus Arizona, der mit einer Gruppe unterwegs war, sagte, Yellowstone und die Nationalparks stünden für den amerikanischen Geist, der auch nach 250 Jahren weiterlebe.
„Er symbolisiert diese Idee von Freiheit, die wir in diesem Land haben“, sagte er.
Roosevelt sei einzigartig gewesen, meinte Williams. „Er galt als liberal, wissen Sie, und ich denke, ehrlich gesagt könnten beide Parteien viel von ihm lernen, denn er hatte die Fähigkeit, beide Seiten zu betrachten und zu erkennen, dass beide notwendig waren“, fügte er hinzu.
Roosevelt war nicht nur ein bekannter Jäger, sondern auch ein Naturschützer, der fünf neue Nationalparks gründete: Crater Lake in Oregon, Wind Cave in South Dakota, Mesa Verde in Colorado und Platt in Oklahoma, das heute Teil der Chickasaw National Recreation Area ist. Ebenso wurde Sullys Hill in North Dakota zunächst in das Parksystem aufgenommen, später jedoch in ein Wildschutzgebiet umgewandelt.
Williams zeigte sich optimistisch, dass die USA trotz aller Herausforderungen „die freieste Gesellschaft der Welt“ bleiben würden.
„250 Jahre freie Gesellschaft, freie Regierung, eine Nation, die auf biblischen Prinzipien gegründet wurde … Ich denke, das hat einen sehr starken Einfluss darauf gehabt, wo wir heute stehen und warum wir immer noch eine Regierung haben, die so funktioniert, wie sie es tut“, sagte er.
Am 13. August 2026 evakuieren Bootsführer Menschen während eines Waldbrands mit kleinen Booten, während in der Nähe des Dorfes Siviri in Nordgriechenland eine Rauchwolke in den Himmel aufsteigt (Symbolbild). - Foto: Vasilis Ververidis/AFP via Getty Images
Griechenland baut ein landesweites Netz zur Früherkennung von Waldbränden an wichtigen archäologischen Stätten.
Diese Anlagen sollen mögliche Brände frühzeitig erkennen und der Feuerwehr in Echtzeit Bilder und Daten liefern. Dies berichtet die Athener Zeitung „Kathimerini“ unter Berufung auf das Umwelt- und Bürgerschutzministerium.
Acht der Systeme sind bereits in Betrieb. Sie überwachen unter anderem die berühmten archäologischen Stätten von Olympia, Mykene und Epidauros.
Touristen in Athen bei ihrem Besuch des Parthenon-Tempels auf dem Akropolis-Hügel.
Foto: Angelos Tzortzinis/dpa
Wie hilfreich die Technik sein kann, zeigte sich am 31. Juli: Damals wurde ein Brand bei Mykene von dem Überwachungssystem erkannt. Um 9:44 Uhr löste es nach Angaben der Behörden automatisch Alarm aus und übermittelte Bilder und weitere Informationen an das zuständige Kontrollzentrum.
Der Brand konnte daraufhin rasch gelöscht werden, berichtete das Nachrichtenportal Flash.gr. In den kommenden Wochen sollen sechs weitere Anlagen in Betrieb gehen, unter anderem in der archäologischen Stätte rund um die Akropolis von Athen sowie in Knossos auf Kreta.
Die Anlagen verfügen über optische und Wärmebildkameras, teilweise mit einem Rundumblick von 360 Grad. Schwenk- und neigbare Kameras ermöglichen eine gezielte Überwachung verdächtiger Bereiche. An ausgewählten Standorten sollen zudem mobile Löschkanonen eine erste Brandbekämpfung ermöglichen.
Das Projekt ist Teil des griechischen Zivilschutzprogramms „Aigis“ und wird aus Mitteln des EU-Aufbau- und Resilienzfonds finanziert. Ziel ist es, Brände an besonders wertvollen Kultur- und Naturstätten möglichst früh zu erkennen und dadurch die Reaktionszeit der Einsatzkräfte zu verkürzen. (dpa/red)
So idyllisch: Der „Nyhavn“ in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist bei Touristen beliebt. (Archivbild) - Foto: Francoise Hauser/dpa-tmn
Dänemark ist als Reiseziel beliebt wie nie und besonders bei Deutschen weiter hoch im Kurs. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten etwa Hotels, Ferienhäuser und Campingplätze eine Rekordzahl an Übernachtungen von Touristen.
Während knapp die Hälfte der rund 26 Millionen Übernachtungen (2025: rund 25,5 Mio) auf Dänen entfällt, halten unter den ausländischen Gästen besonders die Deutschen Dänemark die Treue.
Mehr Deutsche, Norweger, Schweden
Mehr als 7,5 Millionen Übernachtungen zwischen Januar und Juni wurden laut Zahlen des dänischen Statistikamts von deutschen Urlaubern gebucht – ein leichter Anstieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 (rund 7,4 Millionen).
„Neben den deutschen Gästen, die für den weit größten Anteil der ausländischen Übernachtungen stehen, können wir sehen, dass auch Gäste aus Norwegen und Schweden nach schwächeren Jahren wieder zurück nach Dänemark finden“, sagte Lars Bertolt Winther.
Winther ist Tourismus-Chef beim Wirtschaftsverband Dansk Industri, der Nachrichtenagentur Ritzau. Auch aus den USA kommen demnach mehr Touristen in das skandinavische Land.
Deutsche Sommerferien wirken sich auf Übernachtungen aus
Für das zweite Halbjahr rechnen die Statistiker bislang mit einem ähnlichen Niveau wie 2025. Die Buchungen für Juli seien aber im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, hieß es.
„Dieser Anstieg ist vor allem auf ein Plus von 12 Prozent bei den Buchungen deutscher Touristen zurückzuführen, da in vielen deutschen Bundesländern die Sommerferien früher begonnen haben“, berichtete das dänische Statistikamt. „Aus demselben Grund dürften die Buchungen für August zurückgegangen sein.“ (dpa/red)
Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan – der aktuelle Ausbruch gilt als vergleichsweise klein. (Archivbild) - Foto: Giuseppe Distefano / Etna Walk / AFP via Getty Images
Auch knapp eine Woche nach Beginn des jüngsten Ausbruchs des Ätna ist offen, wie lange der Vulkan noch aktiv bleibt. Der Betrieb am Flughafen von Catania bleibt wegen der anhaltenden Aktivität beeinträchtigt. Die Sperrung für Ankünfte wurde am Donnerstagnachmittag bis Freitag 8.00 Uhr verlängert.
Für Abflüge wurde keine entsprechende Verlängerung mitgeteilt. Zuvor war der Flugbetrieb bis 2.00 Uhr komplett ausgesetzt worden.
Die Folgen für den Tourismus auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien sind bereits deutlich zu spüren: Nach Schätzungen des Handelsverbands Assoesercenti belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden infolge der Flugausfälle und Behinderungen auf rund 12 bis 24 Millionen Euro.
Wie lange der Airport, unter anderem mit Verbindungen von und nach Deutschland, noch beeinträchtigt bleibt, ist nicht absehbar. Dies hängt von der weiteren Aktivität des Vulkans ab.
„Wir können nicht wissen, wie lange die Aktivität des Ätna andauern wird“, sagte Stefano Branca, Direktor der Vulkanabteilung des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV), der Zeitung „Corriere della Sera“.
Ein Ende der Eruption lasse sich nicht vorhersehen.
Nach den Worten von Branca sei die eruptive Aktivität „leicht rückläufig“. Doch der Vulkan-Experte merkte auch an: „Die einzige Gewissheit ist, dass es keine Gewissheiten gibt.“
Die Betreibergesellschaft des Airports und das INGV stehen in engem Kontakt – die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Asche-Konzentration in der Luft über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig.
Vulkan-Experten kaum überrascht
In den vergangenen Tagen musste der Betreiber des Flughafens die Sperre entsprechend mehrfach verlängern. Die Sperre gilt aus Sicherheitsgründen wegen des starken Ausstoßes von Asche.
Seit Beginn des Ausbruchs vergangenen Freitag waren Hunderte Flüge von Streichungen, Verspätungen und Umleitungen betroffen. Zehntausende Urlauber mussten umplanen.
Vor Ort am Flughafen von Catania hat sich die Lage inzwischen im Vergleich zu den chaotischen Zuständen der vergangenen Tage etwas beruhigt. Viele Passagiere prüfen ihren Flugstatus vor der Anreise zum Airport. Außerdem werden Transfers zu anderen Flughäfen auf der Insel organisiert.
Dennoch bilden sich immer wieder längere Warteschlangen vor Infoschaltern. Einige Menschen übernachten vor Ort und warten auf Informationen.
Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan. Immer wieder rumort es dort. Für Branca ist deswegen die aktuelle Aktivität kaum überraschend. „Der Ätna verhält sich immer so. Dies ist ein kleiner Ausbruch, kleiner als andere, die noch vor sechs Monaten stattfanden“, sagte er der Zeitung „Quotidiano Nazionale“.
Der Ausbruch an sich sei also nichts Ungewöhnliches. Diesmal stehe jedoch der Wind so ungünstig, dass der Flughafen stark von der Asche betroffen ist.
Der aktive Ätna zieht trotz Warnungen zahlreiche Touristen an – die Nachfrage nach Führungen ist groß. (Archivbid)
Foto: Giuseppe Distefano/Etna Walk/AFP via Getty Images
Großer Andrang für Ätna-Touren
Seit jeher gilt der Vulkan als Touristenmagnet in der Region. Täglich werden Führungen angeboten, um den Ätna zu besteigen. Auch jetzt: Nach Angaben des „Corriere della Sera“ sind Bergführer überlastet und können die Anfragen von Schaulustigen nicht mehr bedienen.
Es wird jedoch davor gewarnt, sich zu nah an die heiße Lava zu bewegen. Videos der Lavaströme haben sich in den sozialen Medien aber rasant verbreitet und ziehen viele Leute an.
Zuletzt sorgte die in Italien bekannte Moderatorin und Ehefrau von Schalke-Torwart Loris Karius Diletta Leotta für Kritik in den sozialen Medien, weil sie bei Instagram Fotos ganz nah an der glühenden Lava aufnahm.
„Etna is on fire“ schrieb sie zu den Fotos, auf denen sie bauchfrei posierte. User warfen ihr vor, die Gefahr am Vulkan zu unterschätzen und ein schlechtes Vorbild abzugeben. (dpa/red)
Während eines Ausbruchs am 30. Juli 2026 steigt eine Aschewolke aus einem Krater des Vulkans Ätna auf. - Foto: Giuseppe Distefano/Etna Walk/AFP via Getty Images
Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien sitzen wegen des jüngsten Ausbruchs des Vulkans Ätna mitten in der Hauptreisezeit mehrere Tausend Urlauber fest.
Infolge der Aschewolken können auf dem größten Flughafen der Insel im nahegelegenen Catania deutlich weniger Flugzeuge starten und landen. Am Morgen konnte nur eine einzige Maschine für einen Inlandsflug abheben. Alle Landungen wurden vorsorglich bis 19:00 Uhr ausgesetzt.
Neuer Schlot hat sich über Nacht geöffnet
Europas aktivster Vulkan stößt bereits seit 7. August große Mengen Asche und glühende Gesteinsbrocken aus.
Aus zwei Schloten in 2.360 Metern und 2.750 Metern Höhe dringen nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie dicke Lavaströme nach draußen.
In der Nacht öffnete sich auf einer Höhe von etwa 1.900 Metern Höhe ein neuer Schlot. Der mehr als 3.300 Meter hohe Ätna wird wegen seiner häufigen Ausbrüche sehr aufmerksam überwacht.
6. Juli 2026: Während eines Ausbruchs des Ätna auf Sizilien steigt Lava und Rauch aus dem Krater auf.
Foto: Etna Walk/AFP via Getty Images
Urlauber müssen Nacht am Flughafen verbringen
Der Flugbetrieb ist inzwischen schon den fünften Tag in Folge beeinträchtigt. Die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Aschekonzentration über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig.
Aktuell gilt für den Flughafen Catania die höchste Warnstufe Rot. Das bedeutet, dass eine Eruption mit erheblichem Ausstoß von Asche unmittelbar bevorsteht oder bereits in Gang ist.
Bei der Abreise versuchen nun viele, auf den Flughafen der Inselhauptstadt Palermo oder auf den Zug auszuweichen. Nach Schätzungen sind aktuell etwa 30.000 Menschen betroffen. Viele Sizilien-Touristen mussten ihren Aufenthalt verlängern.
Allerdings sind die Unterkünfte auf der Insel voll, weshalb manche die Nacht auch am Flughafen verbringen mussten. Dort kommt es zu chaotischen Szenen.
Viele Passagiere berichteten, dass das Personal überfordert sei. Ein Urlauber sagte der Tageszeitung „La Repubblica“: „Man hat uns unserem Schicksal überlassen. Wäre ich in ein Schlauchboot gestiegen, wäre ich mit Sicherheit früher angekommen.“
Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan.
Foto: Archiv
700 Euro für 200 Kilometer Busfahrt nach Palermo
Hinzu kommt, dass die Not der Touristen von Geschäftemachern ausgenutzt wird. Der italienische Schauspieler Filippo Laganà berichtete auf Instagram, dass für die Fahrt in einem Shuttle-Bus von Catania nach Palermo 700 Euro verlangt würden – und das für eine Strecke von etwa 200 Kilometern.
Laganà kam schließlich mit einem Mietwagen zurück nach Rom. Die Fernzüge in die Hauptstadt, von wo aus internationale Flüge leichter zu bekommen sind, sind überfüllt.
Auf dem Rollfeld in Catania stehen inzwischen zahlreiche Flugzeuge, die mit Abdeckungen vor dem Ascheregen geschützt werden. Insbesondere die Triebwerke werden geschützt.
Die Start- und Landebahnen müssen immer wieder von Vulkanasche gereinigt werden. Pro Jahr werden am Flughafen Catania mehr als zwölf Millionen Passagiere abgefertigt. (dpa/red)
Forscher des Exploratoriums in San Francisco treffen am 10. August 2026 im verlassenen Dorf Villalibado in der Nähe von Burgos in Nordspanien Vorbereitungen für die weltweite Live-Übertragung der totalen Sonnenfinsternis am 12. August. Rund 30 Wissenschaftler des Exploratoriums – dem offiziellen Partner der NASA für die Live-Berichterstattung über astronomische Ereignisse – haben in Villalibado drei leistungsstarke Teleskope aufgestellt. - Foto: Cesar Manso/AFP via Getty Images
Schon als Kind betrachtete Enrique Bordallo voller Staunen den Sternenhimmel über seiner spanischen Heimat. Bis heute begeistert er sich für Gestirne; seine Vorfreude auf die bevorstehende totale Sonnenfinsternis am Mittwoch kommender Woche ist riesig.
„Wir sind völlig aus dem Häuschen!“, sagt Bordallo, der den Astronomieverein in Burgos leitet. In dieser Stadt in Nordspanien wird das astronomische Spektakel besonders gut zu beobachten sein.
„Wir können es kaum erwarten, dass es endlich soweit ist, und hoffen auf gutes Wetter“, sagt Bordallo. Dann erklärt er einer Gruppe, die zur Sternenbeobachtung ins Dorf Belorado gekommen ist, das seltene Himmelsphänomen: Ab etwa 19.30 Uhr am 12. August wird sich der Mond langsam vor die Sonne schieben, bis er sie knapp eine Stunde später für gut eineinhalb Minuten komplett verdeckt und die Beobachter in Dunkelheit hüllt.
Deutschland erlebt nur eine teilweise Sonnenfinsternis
Der Norden Spaniens gehört neben Island und Grönland zu den wenigen Regionen weltweit, in denen die totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein wird.
In Deutschland etwa wird nur eine teilweise Sonnenfinsternis zu sehen sein – auch wenn die Sonne hier zu bis etwa 90 Prozent vom Mond verdeckt sein wird. Ihren Höhepunkt wird die „Sofi“ in Deutschland je nach Standort des Beobachters zwischen etwa 20:07 Uhr und 20:18 Uhr erreichen.
In Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Das astronomische Ereignis verschafft der Gegend große Aufmerksamkeit: Hunderttausende Touristen werden erwartet, zahlreiche Medien werden berichten.
Die Region Kastilien und León erhofft sich davon langfristig wirtschaftliche Vorteile, denn sie gehört zum sogenannten leeren Spanien – jenen ländlichen Gegenden im Landesinneren, die stark unter Bevölkerungsschwund leiden.
„Kastilien und León macht nicht immer Schlagzeilen, und Ausländer halten sich leider eher an der Küste auf“, sagt die Anthropologin Belén Molinuevo Puras, deren Familie aus Belorado stammt. „Wir freuen uns daher sehr, dass die Sonnenfinsternis hier zu sehen ist.“
10. August 2026: Bei Burgos werden Vorbereitungen für die weltweite Live-Übertragung der totalen Sonnenfinsternis getroffen. Rund 30 Wissenschaftler des Exploratoriums – dem offiziellen Partner der NASA für die Live-Berichterstattung – haben in Villalibado drei leistungsstarke Teleskope aufgestellt. Sie wählten das Dorf aufgrund seines freien Horizonts, der guten Kommunikationsinfrastruktur und seiner Lage innerhalb der Totalitätszone aus.
Foto: Cesar Mamso/AFP via Getty Images
Spanien hat drei Sonnenfinsternisse in drei Jahren
Über mangelnden Tourismus kann sich Spanien allgemein eigenlich nicht beklagen, es ist nach Frankreich das meistbesuchte Land der Welt. Doch die Regierung möchte die Besuchermassen zu neuen Zielen lenken – weg vom Strandurlaub und vom Übertourismus wie in Barcelona.
Drei Sonnenfinsternisse – nach dem 12. August wird es 2027 und 2028 weitere geben – könnten dazu beitragen. Sie seien „eine beispiellose Gelegenheit, die Touristenströme in Spanien in ein neues Gleichgewicht zu bringen“, heißt es in einem von der Buchungsplattform Airbnb in Auftrag gegebenen Bericht. Besonders ländliche Regionen könnten wirtschaftlich davon profitieren.
Praktisch alle Zimmer zu hohen Preisen ausgebucht
Die Regionalhauptstadt Burgos, die hervorragende Aussichtspunkte für die Sonnenfinsternis bietet, profitiert jetzt schon. Vor allem Touristen aus den USA, Südamerika und Japan werden rund um das Ereignis nach Burgos kommen, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Ballesteros vor der Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert.
Die Stadtverwaltung möchte auch langfristig „Touristen aus dem Ausland anziehen, und zwar nicht nur im Sommer“, sagt die Vize-Bürgermeisterin und erhofft sich „einen Schub für Tourismus und Kultur“ infolge der Sonnenfinsternis.
Wer die totale Sonnenfinsternis in Spanien am kommenden Mittwoch beobachten will, muss unbedingt eine dafür zertifizierte Spezialbrille aufsetzen. Anderenfalls drohen irreparable Augenschäden.
Foto: Marijan Murat/dpa
In dem Hotel, in dem Lucía Molina arbeitet, haben die ersten Sonnenfinsternis-Besucher bereits vor eineinhalb Jahren gebucht, die meisten Gäste reisen aus China an. „Praktisch alle Zimmer sind zu sehr hohen Preisen ausgebucht – nicht nur hier, sondern in allen Hotels in Burgos“, berichtet die Rezeptionistin.
Eine halbe Million Touristen erwartet
In Kastilien und León werden eine halbe Million Touristen zur Sonnenfinsternis erwartet, davon 40.000 in der 175.000-Einwohner-Stadt Burgos. Zehntausende Touristen, die in der Sommerhitze anreisen und über die Felder laufen, sind eine Herausforderung in Sachen Logistik, Gesundheit und Sicherheit.
Optikerin Marta Serrano aus Burgos macht sich vor allem Sorgen um die Augen der Besucher. Denn ein Blick ohne Schutzbrille in die sich verfinsternde Sonne kann die Netzhaut dauerhaft schädigen.
Bei Enrique Bordallo hingegen überwiegt die Vorfreude: „Es ist ein einzigartiges Ereignis, etwas Wunderbares, ein für alle zugängliches kostenloses Spektakel“, schwärmt er. „Es wird die Menschen in Staunen versetzen.“ (afp/red)
Forscher des Exploratoriums in San Francisco treffen am 10. August 2026 im verlassenen Dorf Villalibado in der Nähe von Burgos in Nordspanien Vorbereitungen für die weltweite Live-Übertragung der totalen Sonnenfinsternis am 12. August. Rund 30 Wissenschaftler des Exploratoriums – dem offiziellen Partner der NASA für die Live-Berichterstattung über astronomische Ereignisse – haben in Villalibado drei leistungsstarke Teleskope aufgestellt. - Foto: Cesar Manso/AFP via Getty Images
Schon als Kind betrachtete Enrique Bordallo voller Staunen den Sternenhimmel über seiner spanischen Heimat. Bis heute begeistert er sich für Gestirne; seine Vorfreude auf die bevorstehende totale Sonnenfinsternis am Mittwoch kommender Woche ist riesig.
„Wir sind völlig aus dem Häuschen!“, sagt Bordallo, der den Astronomieverein in Burgos leitet. In dieser Stadt in Nordspanien wird das astronomische Spektakel besonders gut zu beobachten sein.
„Wir können es kaum erwarten, dass es endlich soweit ist, und hoffen auf gutes Wetter“, sagt Bordallo. Dann erklärt er einer Gruppe, die zur Sternenbeobachtung ins Dorf Belorado gekommen ist, das seltene Himmelsphänomen: Ab etwa 19.30 Uhr am 12. August wird sich der Mond langsam vor die Sonne schieben, bis er sie knapp eine Stunde später für gut eineinhalb Minuten komplett verdeckt und die Beobachter in Dunkelheit hüllt.
Deutschland erlebt nur eine teilweise Sonnenfinsternis
Der Norden Spaniens gehört neben Island und Grönland zu den wenigen Regionen weltweit, in denen die totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein wird.
In Deutschland etwa wird nur eine teilweise Sonnenfinsternis zu sehen sein – auch wenn die Sonne hier zu bis etwa 90 Prozent vom Mond verdeckt sein wird. Ihren Höhepunkt wird die „SoFi“ in Deutschland je nach Standort des Beobachters zwischen etwa 20:07 Uhr und 20:18 Uhr erreichen.
In Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Das astronomische Ereignis verschafft der Gegend große Aufmerksamkeit: Hunderttausende Touristen werden erwartet, zahlreiche Medien werden berichten.
Die Region Kastilien und León erhofft sich davon langfristig wirtschaftliche Vorteile, denn sie gehört zum sogenannten leeren Spanien – jenen ländlichen Gegenden im Landesinneren, die stark unter Bevölkerungsschwund leiden.
„Kastilien und León macht nicht immer Schlagzeilen, und Ausländer halten sich leider eher an der Küste auf“, sagt die Anthropologin Belén Molinuevo Puras, deren Familie aus Belorado stammt. „Wir freuen uns daher sehr, dass die Sonnenfinsternis hier zu sehen ist.“
10. August 2026: Bei Burgos werden Vorbereitungen für die weltweite Live-Übertragung der totalen Sonnenfinsternis getroffen. Rund 30 Wissenschaftler des Exploratoriums – dem offiziellen Partner der NASA für die Live-Berichterstattung – haben in Villalibado drei leistungsstarke Teleskope aufgestellt. Sie wählten das Dorf aufgrund seines freien Horizonts, der guten Kommunikationsinfrastruktur und seiner Lage innerhalb der Totalitätszone aus.
Foto: Cesar Mamso/AFP via Getty Images
Spanien hat drei Sonnenfinsternisse in drei Jahren
Über mangelnden Tourismus kann sich Spanien allgemein eigentlich nicht beklagen, es ist nach Frankreich das meistbesuchte Land der Welt. Doch die Regierung möchte die Besuchermassen zu neuen Zielen lenken – weg vom Strandurlaub und vom Übertourismus wie in Barcelona.
Drei Sonnenfinsternisse – nach dem 12. August wird es 2027 und 2028 weitere geben – könnten dazu beitragen. Sie seien „eine beispiellose Gelegenheit, die Touristenströme in Spanien in ein neues Gleichgewicht zu bringen“, heißt es in einem von der Buchungsplattform Airbnb in Auftrag gegebenen Bericht. Besonders ländliche Regionen könnten wirtschaftlich davon profitieren.
Praktisch alle Zimmer zu hohen Preisen ausgebucht
Die Regionalhauptstadt Burgos, die hervorragende Aussichtspunkte für die Sonnenfinsternis bietet, profitiert jetzt schon. Vor allem Touristen aus den USA, Südamerika und Japan werden rund um das Ereignis nach Burgos kommen, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Ballesteros vor der Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert.
Die Stadtverwaltung möchte auch langfristig „Touristen aus dem Ausland anziehen, und zwar nicht nur im Sommer“, sagt die Vize-Bürgermeisterin und erhofft sich „einen Schub für Tourismus und Kultur“ infolge der Sonnenfinsternis.
Wer die totale Sonnenfinsternis in Spanien am kommenden Mittwoch beobachten will, muss unbedingt eine dafür zertifizierte Spezialbrille aufsetzen. Anderenfalls drohen irreparable Augenschäden.
Foto: Marijan Murat/dpa
In dem Hotel, in dem Lucía Molina arbeitet, haben die ersten Sonnenfinsternis-Besucher bereits vor eineinhalb Jahren gebucht, die meisten Gäste reisen aus China an. „Praktisch alle Zimmer sind zu sehr hohen Preisen ausgebucht – nicht nur hier, sondern in allen Hotels in Burgos“, berichtet die Rezeptionistin.
Eine halbe Million Touristen erwartet
In Kastilien und León werden eine halbe Million Touristen zur Sonnenfinsternis erwartet, davon 40.000 in der 175.000-Einwohner-Stadt Burgos. Zehntausende Touristen, die in der Sommerhitze anreisen und über die Felder laufen, sind eine Herausforderung in Sachen Logistik, Gesundheit und Sicherheit.
Optikerin Marta Serrano aus Burgos macht sich vor allem Sorgen um die Augen der Besucher. Denn ein Blick ohne Schutzbrille in die sich verfinsternde Sonne kann die Netzhaut dauerhaft schädigen.
Bei Enrique Bordallo hingegen überwiegt die Vorfreude: „Es ist ein einzigartiges Ereignis, etwas Wunderbares, ein für alle zugängliches kostenloses Spektakel“, schwärmt er. „Es wird die Menschen in Staunen versetzen.“ (AFP/red)
Der Feuervulkan in Guatemala schleudert Asche und Gase in die Höhe. Die Behörden ordneten Evakuierungen an. - Foto: Johan Ordonez / AFP via Getty Images
Ein neuer Ausbruch des hochaktiven Feuervulkans (Volcán de Fuego) in Guatemala hält die Menschen in der Region in Atem. Der Vulkan rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt spuckt eine Säule aus Asche, Gasen und Lavafragmenten aus, die vier bis fünf Kilometer hoch in den Himmel steigt.
Das teilte der nationale Katastrophenschutz Conred in einem Post auf der Plattform X mit. Die Behörde rief die zweithöchste Alarmstufe Orange aus.
Erste Evakuierungen angelaufen
Erste Dörfer nahe dem Vulkan in dem mittelamerikanischen Land mussten evakuiert werden. Mehr als 600 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, sagte die Sprecherin von Conred, Valeria Urízar, im Radiosender Libertópolis.
Anwohner suchten Schutz in Notunterkünften. Der Schulunterricht wurde abgesagt. Vom Ausbruch betroffen sind laut Urízar rund 29.000 Menschen in verschiedenen Ortschaften – etwa durch den Ascheregen.
Die Aschewolken dehnen sich aktuell etwa 120 Kilometer in westlicher und nordwestlicher Richtung aus und könnten den Flugverkehr in den Verwaltungsbezirken Chimaltenango und Suchitepéquez beeinträchtigen.
Conred rief die Bevölkerung auf, sich nicht dem Vulkan oder den Schluchten zu nähern, die sich an seiner südöstlichen Flanke befinden. Heiße Ströme aus Gas, Asche und Gesteinsbrocken, sogenannte pyroklastische Ströme, fließen die Hänge des Vulkans hinunter.
Das Institut für Seismologie und Vulkanologie betonte in einem Post auf X, dass sich der Vulkan derzeit in seiner „intensivsten Phase“ befinde. Für Orte im Umkreis von zehn Kilometern sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
The Fuego volcano in Guatemala has erupted. Authorities declared a nationwide orange alert and started evacuating nearby villages. pic.twitter.com/fXmrU7j8dy
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Berichte über Schaulustige auf Nachbarvulkan
Medienberichten zufolge sollen sich Touristen trotz eines Aufstiegsverbots auf den nahe gelegenen Vulkan Acatenango begeben haben, um von dort aus die Aktivität des Feuerbergs zu beobachten und Videos davon in sozialen Medien wie TikTok zu veröffentlichen.
Der knapp 3.800 Meter hohe Feuervulkan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der seismisch aktivsten Zone der Erde, die Länder von Asien bis Lateinamerika umspannt.
Der Vulkan gehört zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas. Im vergangenen Jahr gab es zwei größere Ausbrüche. Bei einer heftigen Eruption im Jahr 2018 kamen rund 200 Menschen ums Leben. (dpa/red)
Abrissbagger statt Strandbesucher: In Ostia wird abgerissen. - Foto: Christoph Sator/dpa
August also. Der heilige Ferienmonat der Italiener. Normalerweise würden sie hier in Ostia, dem Stadtstrand von Rom, jetzt wieder dicht an dicht liegen. Körper an Körper, Liege an Liege, Schirm an Schirm. So wie jedes Jahr, wenn die Sonne wochenlang herunterbrennt. Nichts davon. Stattdessen sind im „Shilling“, einem der bekanntesten Strandbäder der 90.000-Einwohner-Gemeinde, die Abrissbagger an der Arbeit. Gerade werden die Toilettenhäuschen plattgemacht. Abgesehen davon ist hier kein Mensch.
Das „Shilling“ ist ein gutes Beispiel für den Sinneswandel an Italiens Stränden. Entlang der 7.500 Kilometer Mittelmeerküste gibt es Tausende privat betriebene Bäder, die Liegen und Schirme vermieten, eine über Jahrzehnte gewachsene italienische Tradition. Jetzt jedoch gehen die Behörden in Ostia und anderswo dagegen vor, dass man nur ans Meer gelassen wird, wenn man dafür bezahlt. Das hat mit einer 20 Jahre alten EU-Richtlinie zu tun, die nun endlich umgesetzt werden soll. Aber nicht nur.
Strand ist auch in Italien gratis – eigentlich
Offiziell gibt es in Italien mehr als 7.300 Stabilimenti Balneari, tatsächlich wohl einige Tausend mehr. Die meisten sind Familienbetriebe – zumal man den Begriff Familie in Italien großzügig auslegen kann. Auch die Mafia ist mancherorts dabei. Viele sind durch die Vermietung von Strandliege (Lettino) und Sonnenschirm (Ombrellone) reich geworden. In dieser Saison liegt die Durchschnittsmiete für zwei Liegen und Schirm bei etwa 40 Euro pro Tag. In einigen Regionen wie der Toskana kann es deutlich teurer werden.
Dabei gehört die Küste – so wie anderswo in Europa – auch in Italien eigentlich dem Staat. Von Gesetzes wegen müsste das Ufer überall für jedermann frei und kostenlos zugänglich sein. Mehr als die Hälfte der Strände ist jedoch privat verpachtet, oft unter der Hand und oft auch zu Spottpreisen. Im Durchschnitt kostet die Konzession 8.200 Euro pro Jahr. Durchschnittlicher Umsatz, ermittelt vom Centrum für Europäische Politik (CEP): 260.000 Euro. Andere Schätzungen reichen weit darüber hinaus.
Zäune und Mauern versperren Zugang zum Meer
Bei Touristen aus dem Ausland sorgt die Liegegebühr immer wieder für Ärger. Die Italiener haben sich über die Jahrzehnte daran gewöhnt. Allerdings wird es inzwischen auch einigen von ihnen zu viel. Die Römerin Isabella Pedrelli, die mit ihren beiden Kindern nach Ostia gekommen ist, sagt: „Eine Normalfamilie kann sich das überhaupt nicht mehr leisten.“ In Neapel besetzten Aktivisten kürzlich mit eigenen Handtüchern und Sonnenschirmen die Bezahlbereiche. Zudem sorgt für Unmut, dass vielerorts die Stabilimenti den Zugang zum Meer durch hohe Zäune und Mauern versperren.
In Ostia sieht man über kilometerlang kaum etwas davon. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Stadtverwaltung von Rom – wozu der Vorort immer noch gehört – geht seit einiger Zeit rigoros gegen illegale Bauten und Machenschaften vor. Das „Shilling“ wurde wegen Bauvergehen und anderer Vorwürfe gegen den Betreiber beschlagnahmt. Im Winter nahm es durch Stürme so schweren Schaden, dass es zur Ruine zu verfallen drohte.
Auch anderswo in Italien gehen die Behörden vor
Nun wird es abgerissen, ebenso wie das „Sporting Beach“ daneben. Roms sozialdemokratischer Bürgermeister Roberto Gualtieri will dort nun eine Spiaggia Libera ansiedeln, einen „freien Strand“. Einem anderen Club, dem „Village“, entzog die Stadt im Zuge von Mafia-Ermittlungen die Konzession und vergab sie an eine Genossenschaft. Ziel ist es, aus bislang nur 1,2 Kilometern Gratis-Strand (von insgesamt 11,3 Kilometern) 6,5 Kilometer zu machen. Statt 70 Stabilimenti soll es in Ostia künftig nur noch 35 geben.
Auch anderswo, wie an der italienischen Riviera in Ligurien oder in Apulien, unten im Süden, haben Bürgermeister damit begonnen, die Strände wieder kostenlos zu machen. Das hängt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen. Demnach müssen die staatlichen Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden, weil es sich um öffentlichen Grund handelt.
EU-Richtlinie soll nun endlich umgesetzt werden
Die Umsetzung der Richtlinie wurde von den verschiedensten Regierungen in Rom immer wieder hinausgeschoben. Nun soll 2027 doch damit begonnen werden. Viele hoffen, dass größere Konkurrenz zu niedrigeren Preisen führt. Sicher ist das nicht.
Umso mehr gibt es von Bürgerinitiativen wie der Vereinigung Mare Libero (Freies Meer) Lob für die Rückwandlung von Stränden in kostenlose Bereiche. „Wir müssen deutlich machen, dass Strand, Meer und Luft öffentliche Güter sind – und nichts, das man einfach verkaufen oder abtreten kann“, sagt deren Rom-Statthalter Danilo Ruggeri. „Aber da ist noch einiges zu tun.“
Neuer Ärger um mitgebrachte Speisen und Getränke
Tatsächlich gab es eben erst neue Aufregung, weil einige Strandbad-Betreiber in Apulien ihren Gästen auch noch verbieten wollten, mitgebrachte Speisen und Getränke zu konsumieren. Begründet wurde dies mit einem möglichen „Imageschaden“.
Der Präsident der Region, Antonio Decaro, las den Pächtern daraufhin die Leviten. Angesichts der ohnehin extrem hohen Preise für Schirme und Liegen sei es absurd, den Leuten auch noch vorzuschreiben, teures Essen kaufen zu müssen. „Das Meer ist ein Allgemeingut. Es darf nicht zum Luxusgut werden.“ (dpa/red)
Am Rhein in Duisburg sind breite Sandbänke sichtbar. (Archivbild) - Foto: Christoph Reichwein/dpa
Deutschlands großen Flüssen Rhein, Elbe und Donau fehlt Wasser, ebenso wie vielen anderen Wasserläufen. Am Wochenende werden neue Tiefststände erwartet. Besserung ist vorerst nicht in Sicht – und die Folgen belasten bereits die Wirtschaft. Ein Überblick:
Wie ist die aktuelle Lage?
Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) führen deutsche Flüsse derzeit an vielen Stellen Niedrigwasser. Regenschauer lassen die Wasserstände nur kurz steigen. „Insgesamt überwiegt die weiterhin sinkende Tendenz“, heißt es in einem Bericht. Laut dem Informationssystem Niwis wiesen zuletzt rund 44 Prozent der Messstellen im Rhein extrem niedriges Wasser aus, 16 Prozent in der Elbe und circa 78 Prozent der Donau-Messstellen.
In Köln erwarten die Behörden an diesem Wochenende einen historischen Niedrigwasserstand von 67 Zentimetern – zwei Zentimeter weniger als im Oktober 2018. „Die Wasserstände am Rhein sind auf einem sehr niedrigen Niveau und sind in den letzten Tagen weiter gefallen“, sagt Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB).
Niedrigwasserphasen sind Experten zufolge nicht ungewöhnlich, treten aber normalerweise erst im Spätsommer und Herbst auf. Wenig Regen und hohe Temperaturen lassen unter anderem Wasserstände sinken. Laut BfG führt der Klimawandel langfristig dazu, dass Niedrigwasserereignisse intensiver werden, weil mehr Wasser verdunstet.
Der niedrige Wasserstand der Donau legt Sandbänke frei.
Foto: Armin Weigel/dpa
Welche Auswirkungen gibt es auf die Güterschifffahrt?
Ein Fahrverbot gibt es bei Niedrigwasser nicht, wie Spieß berichtet. Anders als bei Hochwasser entscheide jeder Schiffsführer selbst, wann es sich nicht mehr lohne, zu fahren. „Die Schifffahrt fährt, solange es physikalisch und sicher möglich ist.“ Allerdings sinke die Lademenge, weshalb mehr Schiffe eingesetzt werden müssten. Moritz Axt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein sagt, Fahrten würden bei sinkenden Pegelständen weniger wirtschaftlich.
Die Binnenschifffahrtsgesellschaft HGK Shipping unterhält eine Flotte von mehr als 300 Schiffen, die vor allem auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen unterwegs sind. Sollte der August ähnlich warm und trocken sein, sei es möglich, dass die Güterschifffahrt auf Rheinabschnitten zeitweise eingeschränkt werde, sagt der Chef der HGK-Gruppe, Steffen Bauer.
Welche Folgen hat das Niedrigwasser für die Wirtschaft?
„Die Lage ist ernst. Der Rhein ist eine zentrale Schlagader für den Güterverkehr in Deutschland“, sagt Thilo Schaefer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Höhere Transportkosten seien die Folge. Der Druck auf Straße und Schiene nehme zu, wobei nur begrenzt ausgewichen werden könne. Deshalb drohten Engpässe in Lieferketten.
Betroffen sind Experten zufolge vor allem Branchen, die auf große Mengen an Rohstoffen und Vorprodukten angewiesen sind – etwa Chemie, Stahl und Mineralöl. „Dort lässt sich der Ausfall des Rheintransports kurzfristig nur sehr begrenzt kompensieren“, sagt Schaefer.
Drei Verbände der Recycling- und Rohstoffwirtschaft warnen gemeinsam, die Versorgung der Stahlindustrie sei gefährdet. Binnenschiffe könnten nur noch ein Drittel bis die Hälfte der üblichen Ladung transportieren. Frachtkosten auf einzelnen Verbindungen hätten sich verdrei- bis vervierfacht. Hinzu kämen Kosten wegen Verzögerungen und Umplanungen.
Ausgetrocknet ist eine Sandbank an der Niedrigwasser führenden Donau.
Foto: Armin Weigel/dpa
Was bedeutet das für Verbraucher?
Schaefer hält für möglich, dass sich Verbraucher auf höhere Preise einstellen müssen – etwa bei Baustoffen und Energieprodukten. Der Geschäftsführer des Tankstellenverbands ZTG, Jürgen Ziegner, warnte jüngst im „Handelsblatt“ vor möglichen Engpässen in der Spritversorgung, sollten Wasserstände des Rheins an wichtigen Stellen weiter sinken. Sollte die Niedrigwassersituation länger anhalten, könnten Spritpreise vor allem im Süden steigen.
Kreuzfahrtanbieter müssen zudem Touren umplanen oder absagen. Die Reederei Phoenix Reisen aus Bonn bietet Kunden bereits an, Reisen über Donau, Mosel und Rhein umzubuchen. Nicko Cruises aus Stuttgart und A-Rosa aus Rostock sagten bereits mehrere Donau-Reisen ab, wie sie mitteilten. Das hat Folgen für Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel entlang der Flüsse.
Wie groß ist der gesamtwirtschaftliche Schaden?
Das Niedrigwasser könne das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,1 bis 0,2 Prozent dämpfen, sagt Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kiel Institut für Weltwirtschaft. „Man kann den Wertschöpfungsausfall grob auf 1 bis 2 Milliarden Euro im dritten Quartal beziffern.“ IW-Ökonom Schaefer nennt keine Zahlen. „Eine Schadenssumme lässt sich erst dann seriös abschätzen, wenn klarer ist, wie lange die Einschränkungen andauern.“
Der Rhein bei Köln
Foto: Oliver Berg/dpa
Wie wird auf das Niedrigwasser reagiert?
Unternehmen wie HGK Shipping setzen spezielle Schiffe ein, die auch bei niedrigen Wasserständen fahren können. Angedacht sind mancherorts Fahrrinnenvertiefungen – etwa im Rhein zwischen St. Goar und Mainz. Der Bundesverband Spedition und Logistik fordert den Bund anlässlich der Entwicklung auf, in die Wasserstraßen zu investieren. Auch die anderen Verkehrsträger müssten wegen begrenzter Kapazitäten gestärkt werden.
Wie sind die Aussichten?
In den nächsten Tagen sei an den großen Flüssen überwiegend mit weiter fallenden Wasserständen zu rechnen, teilt die BfG mit. Die Niedrigwassersituation werde voraussichtlich weiter anhalten, sich räumlich ausweiten und bei ausbleibenden Niederschlägen weiter verschärfen. Moritz Axt vom WSA Rhein sagte: „Entspannung kann es erst geben, wenn großflächige, langanhaltende Niederschläge im Einzugsgebiet fallen.“ (dpa/red)
Schon 2022 kündigte Qantas mit «Project Sunrise» die längsten Nonstop-Flüge der Welt an. (Archivbild) - Foto: Bianca De Marchi/AAP/dpa
Ein speziell für Ultralangstrecken gebauter Airbus A350 der australischen Fluggesellschaft Qantas hat mit einem mehr als eintägigen Nonstop-Flug einen Langstreckenrekord aufgestellt.
Die in Melbourne gestartete Maschine landete am Dienstag nach 24 Stunden und 24 Minuten Flugzeit im südfranzösischen Toulouse, nachdem sie ohne Zwischenlandung mehr als 23.000 Kilometer zurückgelegt hatte.
„Für die Crew hieß das: vom Winter in den Sommer zu fliegen, zwei Ozeane und drei Kontinente zu überqueren – und auf einem einzigen Flug gleich zwei Sonnenaufgänge und zwei Sonnenuntergänge zu erleben“, teilte Airbus mit.
Das „Project Sunrise“
Der Testflug war Teil des von Qantas seit Jahren geplanten „Project Sunrise“. Die Fluggesellschaft will ab Oktober 2027 erstmals Nonstop-Flüge von Sydney nach London anbieten, später soll auch New York ohne Zwischenstopp angeflogen werden. Je nach Wetterlage sollen die Maschinen rund 19 bis 21 Stunden unterwegs sein.
Für das Projekt hat Qantas zwölf speziell angepasste Airbus A350-1000 ULR bestellt – das Kürzel ULR steht für Ultra Long Range. Die Maschinen verfügen über einen zusätzlichen Treibstofftank mit 20.000 Litern Fassungsvermögen und bieten Platz für 238 Passagiere.
Die erste Maschine soll im April 2027 ausgeliefert werden. Um der Ermüdung während der Ultralangstreckenflüge entgegenzuwirken, werden die Piloten in Vier-Stunden-Schichten arbeiten.
Zusätzliche Piloten und Ingenieure an Bord
An Bord waren acht Mitglieder aus dem Team des Flugzeugbauers für Testflüge, zwei Qantas-Piloten und zwei Airbus-Ingenieure. Sie überprüften während des Flugs die nötigen Anpassungen für den zusätzlichen Tank, das Belüftungssystem der Maschine und Änderungen, die den Lärmpegel für die Passagiere senken sollen.
Qantas plant seit neun Jahren Direktflüge nach Europa, hat das Vorhaben aber immer wieder verschoben. Die längste kommerzielle Flugroute der Welt verbindet derzeit Singapur und New York.
Eine andere A350-Variante der Fluggesellschaft Singapore Airlines legt die Strecke von 15.350 Kilometern in mehr als 18 Stunden zurück.
Ein A350-1000ULR der Qantas landet am 24. Juli 2026 auf dem Flughafen Tullamarine in Melbourne nach einem 19 Stunden und 13 Minuten dauernden Auslieferungsflug vom Airbus-Werk in Toulouse, Frankreich.
Foto: William West/AFP via Getty Images
Einer der meistverfolgten Flüge der Geschichte
Die Maschine übertraf die bisherige Rekorddauer eines Demonstrationsflugs von Hongkong nach London aus dem Jahr 2005 um fast zwei Stunden. Ob der Qantas-Flug offiziell ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wird, war aber zunächst unklar.
Großes Interesse weckte der Flug auch im Internet: Nach Angaben des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 verfolgten ihn mehr als 3,6 Millionen Menschen. Damit war der Test einer der meistbeobachteten Flüge aller Zeiten.
Unter den Opfern in Spanien befinden sich auch Briten und Belgier. - Foto: -/EUROPA PRESS/dpa
Bei dem verheerenden Waldbrand im Süden Spaniens haben sowohl die Löscharbeiten als auch die Suche nach zahlreichen Vermissten die Einsatzkräfte in Atem gehalten. Die Tragödie forderte nach Angaben der Regionalregierung Andalusiens mindestens zwölf Menschenleben – 23 Personen galten am Abend in dem betroffenen Gebiet um die Gemeinden Los Gallardos und Bédar in der Provinz Almería noch als vermisst. Vor dem Anpfiff des WM-Viertelfinalspiels in Los Angeles, bei dem Europameister Spanien Belgien besiegte, wurde eine halbe Schweigeminute für die Opfer abgehalten. Unter den Toten dürften laut Behörden auch Belgier sein.
„Was uns derzeit Sorgen bereitet, sind diese 23 Menschen, die als vermisst gelten. Das bedeutet aber nicht, dass sie tot sind“, sagte Regionalpräsident Juanma Moreno vor Journalisten. Luis Ortega, der Regionalchef der Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde), versicherte, man suche die Vermissten „von Haus zu Haus“. Der Beamte gab sich hoffnungsvoll: „Ich glaube nicht, dass wir noch viele Leichen entdecken werden.“
Die Löscharbeiten wurden unterdessen durch hohe Temperaturen, die am frühen Abend noch bei rund 35 Grad lagen, sowie durch einen starken Wind mit Böen von etwa 40 Kilometern pro Stunde erschwert. Mehr als 500 Einsatzkräfte wurden am Abend unter anderem von 30 Löschflugzeugen und -Hubschraubern sowie von Drohnen unterstützt.
Die Einsatzkräfte werden von Löschflugzeugen und Drohnen unterstützt.
Foto: —/Plan Infoca/Europapress/dpa
Briten und Belgier mutmaßlich unter den Todesopfern
Viele der Todesopfer seien in der Nacht zum Freitag in einem Fahrzeug sowie auf den Straßen von den Flammen eingeschlossen worden und verbrannt, hieß es. Es handelt sich laut den Behörden um Personen, die vor den Flammen fliehen wollten, dabei jedoch eine falsche Fluchtroute gewählt hätten. Acht Menschen seien ernster verletzt worden, vier davon schwer, hieß es.
Aufgrund verschiedener Indizien vermute man, dass unter den Toten Ausländer seien, möglicherweise Briten und Belgier, aber man müsse die Identifizierung der Opfer abwarten, erklärte der andalusische Gesundheitsminister Antonio Sanz. Moreno und Bürgermeister betroffener Ortschaften betonten, die Missachtung von Aufrufen zum Verlassen der Häuser vor allem durch Ausländer habe wahrscheinlich zum Ausmaß der Tragödie beigetragen. Das Feuer brannte unweit beliebter Mittelmeerstrände.
Der Brand war am Donnerstagabend in der im Küstenhinterland nordöstlich der Provinzhauptstadt Almería gelegenen 3.000-Einwohner-Gemeinde Los Gallardos ausgebrochen. Als Ursache des Brandes wird der Einsturz einer Stromleitung vermutet. Bis Freitagabend erfassten die Flammen laut Behörden fast 4.000 Hektar. Eine Autobahn und mehrere Landstraßen wurden gesperrt.
Ausgebrannte Autos nach einem Waldbrand in Bei in Los Gallardos in Spanien.
Foto: Javi Carrión/EUROPA PRESS/dpa
Evakuierungen retteten „viele Menschenleben“
Mehr als 1.400 Menschen mehrerer Ortschaften wurden evakuiert und in Notzelte gebracht. Auch ein Campingplatz, der bislang von den Flammen verschont blieb, wurde vorsorglich geräumt. 400 teils ältere Menschen seien an sichere Orte gebracht worden. „Durch die Evakuierungen wurden viele Menschenleben gerettet“, sagte Gesundheitsminister Sanz.
Auch wenn die betroffene Region nicht zu den bekanntesten Touristen-Hotspots Spaniens zählt: Strände wie die Playa de Mojácar werden im Sommer vorwiegend von Spaniern, nach Behördenangaben aber auch von Zehntausenden ausländischen Touristen vor allem aus Großbritannien, Belgien und Frankreich besucht. Tausende Briten wohnen zudem in Almería.
Spanien, aber auch der iberische Nachbar Portugal und andere europäische Länder werden schon seit Wochen von einer ganzen Serie von Waldbränden heimgesucht. Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer allein in Spanien bereits mehr als 57.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen. (dpa/red)
Bei einem Ryanair-Flug brach unterwegs eine Scheibe, Passagieren zufolge geriet ein Passagier in Not. (Archivbild) - Foto: Jörg Carstensen/dpa
Eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Thessaloniki nach München ist nach einem Zwischenfall kurz nach dem Start zum Flughafen zurückgekehrt. Während des Fluges sei ein Knall zu hören gewesen, dann sei eine Fensterscheibe zerbrochen, sagte eine Passagierin der Deutschen Presse-Agentur. Mitreisende hätten den neben der beschädigten Scheibe sitzenden Passagier festgehalten.
„Sein Kopf und seine Schultern ragten aus dem zerbrochenen Fenster heraus“, sagte eine weitere Augenzeugin im griechischen Rundfunk ERT. Andere Passagiere hätten den Mann zurückziehen können. In der Kabine fielen Sauerstoffmasken herab, wie auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerk zu sehen ist.
Der Pilot habe daraufhin den Flug abgebrochen und sei zum Flughafen Thessaloniki zurückgekehrt, berichtete die Passagierin. Der Rückflug habe nach dem Zwischenfall noch etwa 20 Minuten gedauert.
Der Passagier, der neben der beschädigten Scheibe gesessen haben soll, sei vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus in Thessaloniki gebracht worden, berichtete der griechische Rundfunk. Den Informationen zufolge stammt der Mann aus Serbien.
Eine offizielle Stellungnahme von Ryanair oder den zuständigen Behörden zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor. Ermittlungen seien aufgenommen worden, berichtete ERT. (dpa/red)
Zur Urlaubszeit wird nun weniger Ticketsteuer fällig. (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn
Während die Uhr für die diesjährige Steuererklärung tickt, könnte deren Abgabe für manche Menschen einfacher werden. Zwei Gruppen können sich zudem auf mehr Geld auf dem Konto freuen. Was sich im Juli alles ändert:
Renten steigen
Die mehr als 21 Millionen Rentner bekommen höhere Bezüge. Diese steigen um 4,24 Prozent. Eine Beispielrechnung: Wer eine monatliche Rente von rund 1.000 bezieht, bekommt etwa 42,40 Euro mehr. Die Rente wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst.
Steuererklärung mit einem Klick
Statt langem Brüten über der Steuererklärung könnte es für bestimmte Gruppen schneller gehen: Ab 1. Juli soll die Steuererklärung per App auf dem Smartphone oder Tablet mit nur einem Klick für die ersten Anwendergruppen bundesweit verfügbar sein. In der ersten Runde dabei sein können rund 11,5 Millionen Menschen. Zu dieser Gruppe gehören ledige, kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentner und Pensionäre.
Wer sich in der „MeinElster+“-App angemeldet hat, bekommt vom Finanzamt eine fertige Steuererklärung und eine Vorschau auf den Steuerbescheid mit den bei den Finanzbehörden bereits vorhandenen Steuerdaten für das Steuerjahr 2025. Diese Erklärung kann bei Einverständnis mit nur einem Klick abgesendet werden oder noch angepasst werden.
Frist für die Abgabe der Steuererklärung
Apropos Steuererklärung, die für das Kalenderjahr 2025 muss bis zum 31. Juli 2026 abgegeben werden. Für Menschen, die sich steuerlich beraten lassen, verlängert sich die Frist auf den 30. April 2027.
Aus Bürgergeld wird Grundsicherung
Für die Menschen, die Bürgergeld beziehen, gelten schärfere Regeln bis hin zu möglichen Total-Sanktionen. Neu ist auch der Name Grundsicherungsgeld, die Höhe der Sozialleistung ändert sich aber nicht.
Außerdem wird die sogenannte Karenzzeit abgeschafft, in der Leistungsbezieher mehr Vermögen behalten durften. Wer Vermögen oberhalb festgelegter Freibeträge hat, muss dieses für seinen Lebensunterhalt einsetzen, bevor es Grundsicherungsgeld gibt.
Ticketsteuer
Bei Flügen aus Deutschland wird ab Juli weniger Ticketsteuer fällig. Mit der Gesetzesänderung, die der Bundestag im Mai verabschiedet hat, sinkt die Abgabe je nach Strecke um einen Betrag zwischen 2,50 Euro und 11,40 Euro pro Flug. Ob Flugtickets dadurch günstiger werden, hängt allerdings davon ab, ob die Airlines die Ersparnis an die Kunden weiterreichen. Angesichts stark gestiegener Kerosinpreise gilt das zumindest als zweifelhaft.
Wie stark die Ticketsteuer sinkt, hängt vom Zielort des jeweiligen Flugs ab: Bei Kurzstrecken geht sie von derzeit 15,53 Euro auf 13,03 Euro zurück, bei Mittelstrecken von 39,34 Euro auf 33,01 Euro und bei Langstreckenflügen von 70,83 Euro auf 59,43 Euro.
Onlineshopping in Nicht-EU-Ländern wird teurer
Vom Kopfhörer bis zur Handyhülle, vom T-Shirt bis zu Modeschmuck: Wer im Netz Waren aus Ländern außerhalb der EU bestellt, muss ab dem 1. Juli mit höheren Kosten rechnen. Denn von diesem Zeitpunkt an wird für Sendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenkategorie erhoben – zusätzlich zur bereits bestehenden Einfuhrumsatzsteuer, wie die Verbraucherzentrale Berlin erklärt.
Darüber hinaus verlangen einige Versanddienstleister eine Servicepauschale für die Zollanmeldung, wenn der Absender dies nicht schon erledigt hat. So kommt man gerade bei niedrigpreisigen Artikeln schnell in einen Bereich, wo sich die Bestellung bei einem Händler aus einem Nicht-EU-Land eigentlich nicht mehr lohnt: Eine Handyhülle im Wert von 7 Euro könne so am Ende knapp 20 Euro kosten, nennen die Verbraucherschützer ein Beispiel.
Innerhalb der EU fallen Steuern und Zölle grundsätzlich weg – Ausnahmen gelten lediglich für Kaffee, Alkohol sowie Tabakwaren und deren Ersatzprodukte.
Kölner Dom kostet Eintritt
Der Kölner Dom kostet für Besucher ab dem 1. Juli zwölf Euro Eintritt. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden. Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen. So soll der Dom jährlich an bestimmten Tagen kostenfrei für alle sein. Zudem soll das Weltkulturerbe für Gottesdienstbesucher und Betende kostenfrei bleiben.
Punktehandel wird strafbar
Zu schnell oder bei Rot gefahren? Bei Verkehrsverstößen füllt sich schnell das Punktekonto in Flensburg. Doch die Punkte auf jemand anderen abzuwälzen, klappt ab 1. Juli nicht mehr. Paragraf 4c im Straßenverkehrsgesetz verbietet das nun ausdrücklich. Verstöße und Versuche können mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 30.000 Euro geahndet werden.
Leichterer Abschuss von Wölfen
Mehr Schutz von Weidetieren – durch eine Aufnahme als jagdbare Tierart im Bundesjagdgesetz können Wölfe in Deutschland leichter abgeschossen werden. Die Länder können damit die Jagd in Regionen erlauben, in denen sich der Wolf in einem günstigen „Erhaltungszustand“ befindet, wo er also gute Chancen auf einen langfristigen Fortbestand hat. Als Jagdzeit ist dann der Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Oktober vorgesehen.
Wenn ein Wolf Weidetiere getötet oder verletzt hat, darf er unabhängig von Erhaltungszustand und Jagdzeit geschossen werden. Zudem können die Länder Gebiete bestimmen, in denen die Jagd auf den Wolf erforderlich ist, weil Weidetiere dort schwer vor ihm zu schützen sind.
Pflege-Mindestlöhne steigen in erstem Schritt
Die Mindestlöhne für Beschäftigte in der Altenpflege sollen weiter steigen. Für Pflegehilfskräfte kommt eine erste Anhebung zum 1. Juli von derzeit 16,10 Euro auf 16,52 Euro pro Stunde, wie die Bundesregierung in einer Verordnung festgelegt hat. (dpa/red)
Im Prozess nach dem Tod einer vierköpfigen Familie aus Hamburg gab es mehrere mehrjährige Haftstrafen. (Symbolbild) - Foto: Marius Becker/dpa
Im Prozess um den tragischen Tod einer vierköpfigen Familie aus Deutschland in Istanbul sind am Freitag hohe Haftstrafen verhängt worden. Zwei Vertreter einer Schädlingsbekämpfungsfirma müssen für 18 Jahre ins Gefängnis, der Besitzer des Hotels, in dem die Familie durch ein Insektengift starb, muss 13 Jahre in Haft, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.
Die in Deutschland lebende türkische Familie hatte in Istanbul Urlaub gemacht, als am 12. November die Eltern und ihre Kinder im Alter von drei und sechs Jahren erkrankten. Die Familie wurde ins Krankenhaus gebracht, doch wenige Tage nach den Kindern Kadir und Masal sowie der Mutter starb auch der Vater.
Laut Obduktionsbericht wurde bei den Toten eine „starke Konzentration von Phosphingas“ festgestellt. Dies deutete darauf hin, dass die Familie starb, weil sie dem giftigen Insektizid ausgesetzt gewesen war. Zuvor hatte es in ihrem Hotel einen Einsatz zur Schädlingsbekämpfung gegeben.
Der Prozess hatte am 21. April vor dem Gericht in Istanbul begonnen. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen „mehrfachen Totschlags durch grobe Fahrlässigkeit“ Haftstrafen von bis zu 22 Jahren gefordert.
Nach dem Tod der Familie hatten die Ermittler zunächst eine Lebensmittelvergiftung vermutet. Dieser Verdacht wurde ausgeräumt, nachdem türkische Medien berichteten, dass das Hotel der Familie mit einem Bettwanzen-Befall zu kämpfen hatte. Das eingesetzte Insektizid gelangte mutmaßlich über einen Lüftungsschacht des Badezimmers in das Hotelzimmer der Familie.(afp/red)
Strand in Griechenland. (Archivbild) - Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa
In Griechenland sind Beschäftigte aus dem Tourismus-, Gaststätten- und Baugewerbe in den Streik getreten. Sie fordern unter anderem bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.
Etwa 1500 Demonstranten versammelten sich am Mittwoch, 24. Juni, vor dem Arbeitsministerium in Athen und protestierten gegen die „Hungerlöhne“ in den wirtschaftlichen Schlüsselbranchen des Landes.
Tourismus auf Rekordkurs
Griechenlands Tourismussektor hatte 2025 mit fast 38 Millionen Übernachtungen das dritte Rekordjahr in Folge verzeichnet.
Der Arbeitnehmervertreter der Hotel-Kette Marriott in Griechenland, Giorgos Chatzousas, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Zahl der Mitarbeiter im Tourismus schrumpfe Jahr für Jahr, während die Zahl der Besucher steige.
„Die Arbeit wird immer mehr und die Gehälter kommen nicht nach. Eine Reinigungskraft, die hunderte Zimmer putzt, die für 250 Euro die Nacht vermietet werden, verdient nicht mehr als 1000 Euro im Monat.“ Mit diesen Gehältern sei angesichts stetig steigender Kosten kein würdevolles Leben möglich, sagte Chatzousas. Der Mindestlohn beträgt in Griechenland derzeit 910 Euro im Monat.
Auch Bauarbeiter legen Arbeit nieder
Neben Mitarbeitern in der Tourismusbranche sind auch Beschäftigte in der Baubranche in den Ausstand getreten, insbesondere auf der großen Ellinikon-Baustelle in einem Athener Vorort, wo auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens ein Luxus-Komplex mit Wohnungen, Hotels und einem Geschäftszentrum entsteht.
Die Gewerkschaft der Arbeiter fordert bessere Sicherheitsstandards auf der Baustelle und wehrt sich gegen steigenden Druck zur Fertigstellung des umstrittene Bauvorhabens. (afp/red)
Die Polizei sucht noch nach der Beute. (Archivbild) - Foto: Guardia Civil/Europapress/dpa
Ein deutsches Paar ist auf Mallorca auf offener Straße Opfer eines gewaltsamen Raubüberfalls geworden, bei dem den beiden unter anderem Luxusuhren im Wert von insgesamt mehr als 200.000 Euro entwendet wurden. Zwei Verdächtige seien nun festgenommen worden, teilte die Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) auf der spanischen Urlaubsinsel mit.
Der Überfall habe sich am Freitag im beliebten Badeort Palmanova im Westen der Insel ereignet, hieß es. Der Mann und die Frau seien demnach „gerade im Begriff gewesen, ein Lokal zu verlassen, als sie von mehreren Unbekannten von hinten angegriffen wurden“. Die Opfer stürzten zu Boden und konnten nicht verhindern, dass die Täter mit mehreren Wertgegenständen entkamen, darunter zwei Uhren mit einem Gesamtwert von mehr als 200.000 Euro.
Verdächtige wollten die Insel verlassen
Die Verdächtigen sind laut den Behörden 28 und 39 Jahre alt. Sie hätten sich im Rahmen der Ermittlungen unter falscher Identität ausgewiesen und seien offenbar kurz davor gewesen, die Insel zu verlassen. Ihnen werde unter anderem Raub mit Gewaltanwendung, Urkundenfälschung sowie Zugehörigkeit zu einer kriminellen Gruppe zur Last gelegt. Sie seien einem Richter vorgeführt worden, der für beide Untersuchungshaft ohne Kaution angeordnet habe.
Nach der Beute wird unterdessen weiterhin gesucht. Weitere Festnahmen seien nicht ausgeschlossen, hieß es in der Mitteilung. Die Polizei gab nicht bekannt, ob es sich bei den Opfern um Touristen handelt oder ob sie auf Mallorca leben. Ebenso wurde nicht mitgeteilt, aus welchem Teil Deutschlands sie stammen. (dpa/red)
Tui fordert eine Reform des Reisesicherungsfonds. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Europas größter Reisekonzern Tui fordert vom Bund eine spürbare Entlastung beim Reisesicherungsfonds, in den alle Veranstalter einzahlen.
„Die Gebühren für den seit 2022 bestehenden Sicherungsfonds (DRSF) gehören jetzt auf null festgesetzt und die Sicherheiten spürbar gesenkt“, heißt es in einer Erklärung des Konzerns. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.
„Staatliche Auflagen verteuern ohne Not die Pauschalreise und den Urlaub der Deutschen“, heißt es in dem Papier. „Der Staat ist ein echter Kostentreiber für die Urlauber, insbesondere für die sichere Pauschalreise.“
Konkret fordert der Konzern eine Reform des 2019 eingeführten Reisesicherungsfonds, der Pauschalreisen gegen Insolvenzen absichert.
Bereits eine Milliarde Euro eingezahlt
Absicherung sei gut und richtig, erklärte Tui. Doch die Umsetzung funktioniere nicht. „Der Fonds verteuert Reisen, bindet Kapital und schwächt die Investitionskraft der Branche“, schreibt Tui.
Inzwischen hätten deutsche Veranstalter rund eine Milliarde Euro im Sicherungsfonds hinterlegt. Damit, so Tui, werde ausreichend Geld für alle denkbaren Risiken vorgehalten.
Weitere Einzahlungen sind nach Einschätzung des Branchenriesen daher vorerst nicht nötig. „Deshalb appelliert Tui an die Politik, die Gebühren des DRSF sofort auf null zu reduzieren, die Sicherheiten spürbar zu senken und die vorhandenen Mittel endlich professionell und wertschaffend anzulegen.“
FTI-Pleite als größter Schadensfall
Der Deutsche Reisesicherungsfonds war 2019 nach der Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook gegründet worden.
Er soll sich bei einer Pleite eines Reiseanbieters um die Erstattung der Vorauszahlungen der Kunden, gegebenenfalls den Rücktransport gestrandeter Urlauber sowie deren Unterbringung bis zum Rücktransport kümmern. Größter Schadensfall war bisher die Insolvenz von FTI 2024.
Der Fonds speist sich aus Einzahlungen der Reiseveranstalter. Große Veranstalter müssen Jahr für Jahr einen prozentualen Anteil ihres Umsatzes in den Fonds einzahlen.
Tui vermisst Anlagestrategie
Bisher würden die eingezahlten Gelder von rund einer Milliarde Euro aber nicht einmal angemessen angelegt, kritisiert Tui. „Bei anhaltender Inflation verliert das Geld der Unternehmen real an Wert“, schreibt das Unternehmen.
„Der Fond legt es unter Aufsicht des Staates unter die Matratze und verhindert damit, dass es produktiv eingesetzt wird und Wachstum generiert. Das ist kein verantwortungsvoller Umgang mit Geld.“ (dpa/red)
Der Parthenon auf der Athener Akropolis – eines der berühmtesten Bauwerke der Antike und mit über vier Millionen Besuchern pro Jahr eine der größten Touristenattraktionen Griechenlands. (Archivbild). - Foto: tomasz3d2 / iStock
Nach langer Restaurierung erstrahlt die Westfassade des Parthenon-Tempels in Athen wieder wie zuletzt Anfang des 19. Jahrhunderts: „Der Anblick ist wirklich überwältigend“, erklärte die griechische Kulturministerin Lina Mendoni am Donnerstag.
Der vor rund 2500 Jahren zu Ehren der Göttin Athene errichtete Tempel gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Griechenlands und zieht pro Jahr mehr als vier Millionen Touristen an.
Parthenon-Westfront wiederhergestellt
Archäologen, Ingenieure und Handwerker hatten die Westfront des Tempels laut Ministerium mit alten Bruchstücken und neuem Marmor ergänzt, um Lücken zu füllen und die Gebäudestruktur zu stärken.
Dem Ministerium zufolge sieht das Gebäude nun weitestgehend wieder so aus wie vor rund 220 Jahren, direkt nachdem auf Anweisung des damaligen britischen Botschafters im Osmanischen Reich, Lord Elgin, die Hälfte der noch vorhandenen Statuen und Friese des Tempels entfernt worden war.
Offener Konflikt um die Parthenon-Skulpturen
Griechenland fordert seit Jahrzehnten die Rückgabe der auch als Elgin Marbles bekannten Skulpturen. Elgin verkaufte die Friese an die britische Regierung, die sie 1817 an das British Museum weitergab. Dort gehören sie zu den wertvollsten Ausstellungsstücken.
Athen sieht die Skulpturen und Friese als gestohlen an und fordert ihre Rückgabe. Nach Ansicht Londons wurden die Skulpturen hingegen auf legale Art und Weise erworben.
Die Parthenon-Skulpturen im British Museum in London, Vereinigtes Königreich. (Archiv).
Foto: Dimitris Kapantais / SOOC / SOOC via AFP
Seit Jahren laufen Verhandlungen zwischen dem Chef des British Museum – dem früheren britischen Finanzminister George Osborne – und der griechischen Regierung über eine Lösung in dem Streit.
Skulpturenfragmente des Parthenon-Tempels sind auch in Museen in Paris, Kopenhagen, München, Wien und Würzburg zu sehen. (afp/red)
Der Münchner Flughafen wächst - im Bild der Erweiterungsbau des Terminals 1. Die Fernverkehrsanbindung aber fehlt weiter. (Archiv) - Foto: Peter Kneffel/dpa
Der Münchner Flughafen bleibt für Fernzüge weiter unerreichbar: Die Hoffnungen auf eine Behelfslösung haben sich zerschlagen. Eine Prüfung der Deutschen Bahn hat ergeben, dass ICE-Züge nicht auf der bestehenden Trasse für S-Bahnen und Regionalzüge fahren können.
Auf den aktuellen, schon stark ausgelasteten Gleisen sei eine Fernverkehrsverbindung zum Flughafen nicht sinnvoll umsetzbar, teilt eine DB-Sprecherin mit. Zuerst hatte der „Münchner Merkur“ berichtet.
Ohne neue Bahnstrecke geht es laut DB nicht
Die Bahn hofft nun weiter auf den seit Jahrzehnten angedachten Bau einer neuen Trasse, auf der ICE-Züge den zweitgrößten deutschen Flughafen erreichen könnten.
Für eine stabile Anbindung sei dies unerlässlich, teilte die Sprecherin mit. „DB Fernverkehr befürwortet dies ausdrücklich, zum Beispiel im Kontext eines Ausbaus der Achse München–Ingolstadt.“
Vier Jahrzehnte Diskussion
Über die Fernverkehrsanbindung des Flughafens wird seit mittlerweile vierzig Jahren ergebnislos diskutiert. Ursprünglich wurde der Flughafen in den 1980er Jahren zwar mit Fernbahnhof – und vier Startbahnen – geplant, doch gebaut wurden schlussendlich zwei Startbahnen und eine S-Bahn-Verbindung.
Ende der 1980er Jahre fiel auch die Entscheidung für die 2006 eröffnete Schnellstrecke München-Nürnberg – ohne Stopp am Flughafen.
Das Nachsehen haben die Franken und nördlichen Oberbayern
Unpraktisch und zeitraubend ist der fehlende Fernbahnanschluss vor allem für Passagiere, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem nördlichen Oberbayern oder Franken anreisen: Obwohl der Flughafen 30 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt gelegen ist, müssen sie entweder gleich Bus fahren oder mit dem Zug bis zum Münchner Hauptbahnhof, um dort in Bus oder S-Bahn umsteigen. (dpa/red)