US-Präsident Donald Trump spricht bei der Auftaktveranstaltung zur „Great American State Fair“ auf der National Mall in Washington am 24. Juni 2026. - Foto: Madalina Kilroy/The Epoch Times
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington die „Great American State Fair“ eröffnet. Damit gab er den Startschuss für die 16-tägigen Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten.
„In zehn Tage lang wird unser Land einen der monumentalsten Meilensteine der Menschheitsgeschichte feiern“, sagte Trump bei der Eröffnung. „Es hat noch nie etwas Vergleichbares wie die Vereinigten Staaten von Amerika gegeben, und gemeinsam machen wir sie größer, besser und außergewöhnlicher als je zuvor.“
Der Präsident sprach kurz nach 20:30 Uhr Ortszeit bei einer Kundgebung auf der National Mall, der grünen Museumsmeile im Zentrum Washingtons. Bei untergehender Sonne und vor der Kulisse des Washington Monuments hatten sich Tausende Besucher versammelt. Mehrere Bundesbehörden waren an den umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen beteiligt.
Die Teilnehmer konnten sich an Live-Musik hochrangiger US-Militärkapellen und eines gemeinsamen Chors der amerikanischen Streitkräfte erfreuen. Kurz vor Trumps Rede traten Opernsänger Christopher Macchio und Country-Musiker Lee Greenwood auf. Greenwood sang seinen bekannten patriotischen Titel „God Bless the USA“.
Auftaktveranstaltung zur „Great American State Fair“ auf der National Mall in Washington am 24. Juni 2026.
Foto: Madalina Kilroy/The Epoch Times
Kampfjets, Country-Sänger und Tenor
Die Veranstaltung war zudem von militärischen Darbietungen geprägt. So flogen F-16-Kampfjets und ein Tarnkappenbomber vom Typ B-2 über das Veranstaltungsgelände.
Zu den weiteren Rednern gehörten unter anderem der US-Verkehrsminister Sean Duffy, US-Innenminister Doug Burgum und US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins.
Überflüge von B-2- und F-16-Kampfjets während der Eröffnungsfeier der „Great American State Fair“ auf der National Mall in Washington am 24. Juni 2026.
Foto: Madalina Kilroy/The Epoch Times
Bereits am 4. Juni hatte Trump auf Truth Social angekündigt, in Washington eine Veranstaltung auszurichten, die er als „größte Kundgebung aller Zeiten“ bezeichnete. Geplant seien Reden, patriotische Musik, Militärkapellen sowie Auftritte des bekannten US-amerikanischen Country-Sängers Lee Greenwood und des amerikanischen Tenors Christopher Macchio.
Die „Great American State Fair“ ist die erste landesweite Ausstellung ihrer Art und orientiert sich am Vorbild historischer Weltausstellungen. Sie findet vom 25. Juni bis zum 10. Juli auf der National Mall statt und soll die Geschichte und Entwicklung der Vereinigten Staaten würdigen.
„Die Great American State Fair ist eine einmalige Gelegenheit, die gesamte Nation zusammenzubringen, um 250 außergewöhnliche Jahre zu feiern“, erklärte Keith Krach, Geschäftsführer von Freedom 250, der gemeinnützigen Organisation hinter der Veranstaltung. Von der National Mall aus wolle man den Erfindungsgeist und das Potenzial Amerikas präsentieren und zugleich einen Ausblick auf die kommenden 250 Jahre geben.
Themen von Weltraumforschung bis Künstlicher Intelligenz
Die Ausstellung umfasst Themen wie Luft- und Raumfahrt, Künstliche Intelligenz, Robotik, Verkehr, Energie, Gesundheitswesen, Fertigung und Weltraumforschung. Zu den Teilnehmern zählen Bundesstaaten, Organisationen und Unternehmen wie Harley-Davidson, John Deere, SpaceX und Meta.
Der Eintritt ist frei, die Veranstalter empfehlen jedoch eine vorherige Anmeldung.
Auftaktveranstaltung zur „Great American State Fair“ auf der National Mall in Washington am 24. Juni 2026.
Foto: Madalina Kilroy/The Epoch Times
Im Vorfeld hatte die Messe Rückschläge hinnehmen müssen, nachdem mehrere ursprünglich angekündigte Künstler ihre Teilnahme mit Verweis auf die politischen Verbindungen der Veranstaltung abgesagt hatten. Trump reagierte darauf mit scharfen Worten. Man brauche keine prominenten Künstler, sondern Unterstützer, Redner und patriotische Musik. Die Veranstaltung werde eine „Kundgebung, die alle anderen Kundgebungen überflüssig macht“.
„Wir wollen keine talentlosen Sänger, die nur für viel Geld auftreten wollen“, schrieb Trump damals auf Truth Social. „Wir wollen nur euch, mich, ein paar Redner und die beste Musik aller Zeiten.“
Auftaktveranstaltung zur „Great American State Fair“ auf der National Mall in Washington am 24. Juni 2026.
Foto: Madalina Kilroy/The Epoch Times
Nach Angaben von Freedom 250 wurden jedem Bundesstaat rund 55 Quadratmeter Ausstellungsfläche zugeteilt.
Vertreter aus Illinois, Maine, Massachusetts und North Carolina erklärten gegenüber der englischsprachigen Epoch Times, aus Kostengründen jedoch keine eigene Delegation zu entsenden. Dennoch sollen alle 50 Bundesstaaten sowie sechs US-Territorien auf der Messe vertreten sein – teils über Tourismusverbände, Kulturstiftungen oder private Partner. Gebühren gebe es keine.
„Jede Gemeinschaft wird gefeiert werden“, sagte ein Sprecher von Freedom 250 gegenüber der Epoch Times. „Jeder Amerikaner wird sich bei dieser Veranstaltung wiedererkennen.“
Chase Smith und Tom Gantert haben zu dem Bericht beigetragen.
SpaceX-CEO Elon Musk. - Foto: Paul Hennessy/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa
Die Aussagen in deutschen Medien über den SpaceX-CEO Elon Musk plant dessen Anwalt Joachim Steinhöfel, zu sammeln. Das kündigte der Medienrechtler im Gespräch mit „Apollo News“ an.
Prüfen, was nicht verjährt ist
In einem auf X veröffentlichen Video sagte Steinhöfel, er habe vor, dem Billionär, nachdem der aktuelle Fall gegen das ZDF abgeschlossen ist, vorzuschlagen, sich die Meldungen der vergangenen drei Jahre „plus dieses Jahr, die nicht verjährt sind, anzugucken und zu prüfen, welche weiteren Rechtsverstöße da gegebenenfalls noch vorliegen“. Er glaube, dass sich da „eine ganze Menge“ finde.
Ausgangspunkt des aktuellen Rechtsstreits war ein Beitrag des ZDF in seiner Nachrichtensendung „ZDF heute live“ vom 12. Juni, in dem behauptet wurde, Musk habe zur „Jagd auf Migranten“ aufgefordert.
Daraufhin hatte der 54-Jährige ein juristisches Vorgehen angekündigt. Steinhöfel hatte den Sender im Namen von Musk abgemahnt und eine Unterlassungserklärung verlangt.
Das ZDF hat daraufhin die umstrittene Passage aus der Anmoderation entfernt und angeblich die geforderte Unterlassungserklärung abgegeben, hieß es am Dienstag, 16. Juni.
Doch offenbar ist Letzteres nicht der Fall gewesen. In einem Interview in der Morgensendung „NiUS Live“ am Mittwoch sagte der Anwalt, dass diese Erklärung des Senders noch nicht bei ihm eingegangen sei.
„Die Unterlassungserklärung ist noch nicht da“, sagte er, obwohl das ZDF das selbst erklärt habe. Dort herrsche „völliges Chaos, völliger Aufruhr. Die wissen nicht einmal mehr, wie der rechtliche Status ist.“ Die Frist für die Einreichung der Erklärung läuft am Donnerstag, 18. Juni, um 16 Uhr ab.
Steinhöfel: „Verdichtung an Fehlleistungen“ beim ZDF
Steinhöfel will eigenen Angaben zufolge aus ZDF-Kreisen erfahren haben, dass dort „gerade richtig was los ist“. Möglicherweise würden dort „demnächst Köpfe rollen“, nicht nur wegen des aktuellen Falls. Er zählte eine Reihe von Verfehlungen aus der jüngeren Vergangenheit auf und sprach von einer „Verdichtung an Fehlleistungen. Die leistet sich ja nicht mal eine Schülerzeitung.“
Der Deutsche Journalisten‑Verband riet dem ZDF, sich von dem „Theaterdonner“ nicht beeindrucken zu lassen. Musk habe wie jede andere Person das Recht, sich gegen aus seiner Sicht fehlerhafte Berichterstattung zu wehren, erklärte der Verband gegenüber dem „Deutschlandfunk“. Das „emotionale Feuerwerk“ zeige, dass er ähnlich wie US-Präsident Donald Trump auf kritische journalistische Arbeit mit juristischen Schritten reagiere.
Space X übernimmt Cursor. Das Start-up vertreibt Software-Tools, die Programmierern dabei helfen sollen, Code effizienter zu schreiben und Fehler schneller zu beheben. - Foto: Eric Gay/AP/dpa
München/New York: Nur wenige Tage nach seinem rekordverdächtigen Börsengang hat der Weltraum- und KI-Konzern SpaceX die Übernahme des Programmier-Spezialisten Cursor abgeschlossen. Der Deal bewertet das Start-up laut einer aktuellen Mitteilung mit 60 Milliarden US-Dollar.
Für das Unternehmen von Techmilliardär Elon Musk ist der Zukauf ein strategischer Schritt, um im Bereich der Programmierwerkzeuge zu den Konkurrenten aufzuschließen. Die SpaceX-Aktie reagierte vorbörslich mit deutlichen Gewinnen.
Aktientausch und strategischer Zeitplan
Gemäß der Vereinbarung erhalten die Cursor-Investoren das Recht, SpaceX-Aktien auf Basis der aktuellen Start-up-Bewertung zu beziehen. Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 geplant.
Die Übernahme kommt nicht unerwartet: SpaceX hatte sich bereits im April die Kaufoption gesichert, den Vollzug jedoch aufgrund des eigenen Börsengangs aufgeschoben.
Durch den Zukauf will SpaceX seine Fähigkeiten bei der Entwicklung generativer KI-Werkzeuge für Verbraucher und Unternehmen stärken und sich im direkten Wettbewerb mit Anthropic und OpenAI positionieren.
Cursor und der Trend zum „Vibe Coding“
Cursor vertreibt Software-Tools, die Entwicklern dabei helfen, Code effizienter zu schreiben und Fehler schneller zu beheben.
Das Unternehmen gilt als eine der zentralen Figuren in der Ära des sogenannten „Vibe Coding“ – einem Trend, bei dem Software zunehmend über einfache Chatbot-Eingaben (Prompts) generiert wird.
Dank der rasant steigenden Nachfrage unter Softwareentwicklern entwickelte sich das Start-up zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Technologiebranche. (dpa/red)
SpaceX-CEO Elon Musk. - Foto: Paul Hennessy/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa
Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX hat mit seinem Börsengang am Freitag rund 86 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro) eingesammelt und damit deutlich mehr als die mindestens erwarteten 75 Milliarden Dollar.
Die beteiligten Banken hätten ihre Option ausgeübt und mehr Aktien verkauft als zunächst geplant, teilte SpaceX am Montag, 15. Juni, mit. Insgesamt wurden so 639 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von je 135 Dollar verkauft.
Die Banken hätten Gebühren in Höhe von 500 Millionen Dollar erhalten. Für SpaceX blieben so 85,7 Milliarden Dollar.
Die Aktie war an ihrem ersten Handelstag um mehr als 19 Prozent nach oben geschossen. Am Montag lag der Kurs rund sieben Prozent über dem Ausgabepreis.
SpaceX stellte mit seinem Börsengang alle bisherigen in den Schatten und machte Unternehmenschef Elon Musk zum ersten Billionär der Welt. Sein Vermögen stieg nach dem Börsenstart über die symbolische Marke von 1.000.000.000.000 Dollar, wie das Magazin „Forbes“ auf seiner Echtzeit-Reichenliste bestätigte.
Bei SpaceX ist Musk Vorstandschef, Technikchef und Verwaltungsratsvorsitzender in einer Person. Seinen Einfluss will er mit dem Börsengang noch ausbauen.
Dem Börsenprospekt zufolge kontrolliert Musk nun rund 85 Prozent der Stimmrechte bei SpaceX und hält 42 Prozent des Aktienkapitals – deutlich mehr als in anderen börsennotierten Unternehmen üblich.
Kritiker halten so viel Vermögen und Einfluss in der Hand eines einzigen Mannes für demokratiegefährdend. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres sagte, der Börsengang unterstreiche „das Problem der Ungleichheit“. Jene, die davon profitierten, müssten „alles in ihrer Macht Stehende tun, um alle anderen zu unterstützen“. (afp/red)
An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.
Trackerdaten zum Buckelwal
Neue Trackerdaten zeigen, dass der unter dem Namen „Timmy“ bekannte Buckelwal nach seiner Freilassung noch mindestens vier Tage gelebt hat. Wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus heute angab, legte das Tier in dieser Zeit rund 215 Kilometer zurück. Die genaue Todesursache bleibt unklar. Bei der Untersuchung des Kadavers wurden keine offensichtlichen Hinweise darauf gefunden.
Nach Kritik an den Kosten für einen sogenannten Kreativraum hat das Jobcenter Bremen seinen Geschäftsführer Thorsten Spinn abberufen. Der Raum mit Designermöbeln kostete rund 906.000 Euro und sorgte bundesweit für Kritik. Zudem stand das Bremer Jobcenter wegen Vorwürfen des Bürgergeld-Betrugs im Fokus der Öffentlichkeit.
Das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) ist heute in Kraft getreten. Vorgesehen sind unter anderem einheitliche Grenzverfahren, schnellere Abschiebungen, die Erfassung von Fingerabdrücken und Grenzlager. Der Unions-Innenexperte Alexander Throm fordert zudem Sanktionen gegen EU-Staaten, die die neuen Regeln nicht umsetzen.
Die dem Iran nahestehende Hackergruppe „Handala“ droht mit Angriffen auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Sie behauptet, die Kontrolle über FBI-Drohnen zu besitzen, die für die Luftraumüberwachung bei den WM-Stadien in den USA eingesetzt werden. Im März reklamierte Handala auch für sich, das private E-Mail-Konto von FBI-Chef Kash Patel gehackt zu haben.
SpaceX von Elon Musk wurde heute um 10 Uhr Ortszeit in New York unter dem Kürzel „SPCX“ an der Nasdaq gehandelt. Dies ist der größte Börsengang der Geschichte. Das Unternehmen plant, durch den Verkauf von 555,6 Millionen Aktien zu je 135 Dollar 75 Milliarden Dollar einzunehmen. Bis zum Ende der Handelssitzung könnte Musk somit der erste Billionär der Welt werden.
SpaceX-Chef Elon Musk, der per Videokonferenz aus dem SpaceX-Hauptquartier in Starbase, Texas, auf einer Leinwand zu sehen ist, hält am 12. Juni 2026 vor dem Börsengang von SpaceX im Nasdaq MarketSite in New York eine Rede. - Foto: TIMOTHY A. CLARY / AFP via Getty Images
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk hat am 12. Juni um 10 Uhr Ortszeit New York unter dem Börsenkürzel SPCX den Handel an der Technologiebörse Nasdaq aufgenommen. Mit einem angestrebten Emissionsvolumen von 75 Milliarden US-Dollar gilt der Börsengang als der größte Initial Public Offering (IPO) der Geschichte.
Das Unternehmen plante, 555,6 Millionen Aktien zu einem Preis von 135 US-Dollar je Anteilsschein zu platzieren. Sollte sich die Bewertung am Markt behaupten, könnte Elon Musk bereits zum Ende des ersten Handelstags zum ersten Billionär der Welt werden.
„Die IPO-Parade, die inzwischen eher wie ein Ansturm wirkt, hat sich schon seit geraumer Zeit angekündigt“, erklärte Mark Klein, Präsident und CEO der Beteiligungsgesellschaft SuRo Capital, in einer Mitteilung an die Epoch Times.
„SpaceX wird zum Gradmesser für den IPO-Markt in diesem Sommer werden. Aus unserer Sicht ist das eine äußerst spannende Entwicklung.“
Investoren richten ihren Blick nun auf zwei weitere milliardenschwere Börsengänge: die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI. Beide Firmen, die langfristig Bewertungen im Billionen-Dollar-Bereich anstreben, haben nach Angaben des Berichts in den vergangenen Wochen vertrauliche IPO-Unterlagen bei den US-Aufsichtsbehörden eingereicht.
Während SpaceX an die Börse ging, gerieten mehrere Raumfahrt- und Satellitenunternehmen unter Druck. Der texanische Satellitenhersteller AST SpaceMobile verlor zum Handelsauftakt acht Prozent. Die Raumfahrtgesellschaft Virgin Galactic Holdings büßte 25 Prozent ein. EchoStar, das rund drei Prozent an SpaceX hält, verzeichnete ein Minus von sieben Prozent.
Der technologielastige Nasdaq Composite Index gab um rund 0,3 Prozent nach. Der breit gefasste S&P 500 zeigte sich nahezu unverändert, während der Dow Jones Industrial Average um mehr als 100 Punkte beziehungsweise knapp 0,3 Prozent zulegte.
Bewertung von 1,77 Billionen Dollar sorgt für Diskussionen
SpaceX-Chefin Gwynne Shotwell (r) feiert gemeinsam mit Mitarbeitern beim Börsengang von SpaceX an der Nasdaq in New York.
Foto: Frank Franklin II/AP/dpa
Marktbeobachter stellen die Frage, ob die angestrebte Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar gerechtfertigt ist.
In den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen verweist SpaceX zur Begründung auf sein Satelliteninternetgeschäft Starlink, die Aktivitäten im Bereich Künstliche Intelligenz über xAI sowie die Entwicklung wiederverwendbarer Raketen.
Darüber hinaus argumentiert das Unternehmen, seine Raumfahrtprojekte könnten weitreichende wirtschaftliche Impulse für zahlreiche Branchen auf der Erde auslösen.
„Wir sind überzeugt, dass unsere gegenwärtigen Aktivitäten im Weltraum transformative Durchbrüche anstoßen werden, die bestehende Industrien auf der Erde verändern und neue Billionen-Dollar-Märkte auf dem Mond, dem Mars und darüber hinaus entstehen lassen könnten“, heißt es in den regulatorischen Unterlagen.
Eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond könne beispielsweise jährliches Wachstum im Terawatt-Maßstab für KI-Rechenkapazitäten ermöglichen, ambitioniertere Tiefraummissionen und industrielle Aktivitäten fördern sowie langfristig den Weg für eine permanente menschliche Gesellschaft auf dem Mars ebnen.
Nancy Tengler, CEO und Chief Investment Officer von Laffer Tengler Investments, sieht in Musks Erfolgsbilanz sowie in der vertikalen Integration des Unternehmens entscheidende Wettbewerbsvorteile.
„Sie verfügen über Kapital, Daten, große Sprachmodelle, Hardware, Fertigungskapazitäten und technisches Spitzenpersonal“, erklärte Tengler gegenüber der Epoch Times.
„Es gibt viele Elon-Musk-Kritiker. Ich kann das nicht vollständig nachvollziehen. Deshalb hört man in den Medien oft mehr über die Risiken als über die Chancen. Aber SpaceX ist eine narrative Aktie. Anleger investieren in eine Vision und in die damit verbundene Begeisterung.“
SpaceX selbst betont, langfristige Ziele über kurzfristige Gewinnziele zu stellen.
In einem Interview mit CNBC sagte SpaceX-COO Gwynne Shotwell, das Unternehmen wolle sich nicht auf Quartalsergebnisse konzentrieren.
„Ich möchte mich nicht auf Quartalsgewinne fokussieren“, erklärte Shotwell. „Das bedeutet nicht, dass wir unsere Investoren nicht fair behandeln werden. Aber wer in SpaceX investiert, muss verstehen, dass wir an Projekten arbeiten, die stark auf die Zukunft ausgerichtet sind.“
SpaceX-Chef Elon Musk, der per Videokonferenz aus dem SpaceX-Hauptquartier in Starbase, Texas, auf einer Leinwand zu sehen ist, hält am 12. Juni 2026 vor dem Börsengang von SpaceX im Nasdaq MarketSite in New York eine Rede. - Foto: TIMOTHY A. CLARY / AFP via Getty Images
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk hat am 12. Juni um 10 Uhr Ortszeit New York unter dem Börsenkürzel SPCX den Handel an der Technologiebörse Nasdaq aufgenommen.
Das Unternehmen plante, 555,6 Millionen Aktien zu einem Preis von 135 US-Dollar je Anteilsschein zu platzieren. „Die IPO-Parade, die inzwischen eher wie ein Ansturm wirkt, hat sich schon seit geraumer Zeit angekündigt“, erklärte Mark Klein, Präsident und CEO der Beteiligungsgesellschaft SuRo Capital, in einer Mitteilung an die Epoch Times.
„SpaceX wird zum Gradmesser für den IPO-Markt in diesem Sommer werden. Aus unserer Sicht ist das eine äußerst spannende Entwicklung.“
SpaceX sammelte an der Technologiebörse Nasdaq mindestens die erwarteten 75 Milliarden Dollar (rund 65 Milliarden Euro) ein. Damit übertraf Musks Konzern den bisher größten Börsengang des saudiarabischen Ölriesen Saudi Aramco Ende 2019 um rund das Dreifache.
Der Kursanstieg katapultierte den Marktwert von SpaceX auf über zwei Billionen US‑Dollar. Der Konzern wurde damit auf einen Schlag zu einem der zehn wertvollsten Konzerne der USA – noch vor Musks Elektroautohersteller Tesla, der Facebook-Mutter Meta und dem Einzelhandelsriesen Walmart.
Musk verfolgte den Börsenstart vom SpaceX-Hauptquartier in Texas aus. Er befeuerte die Erwartungen der Anleger noch. Seine Vision sei es, mit SpaceX ganz normale Menschen zum Mond zu bringen, zum Mars und letztlich auch an andere Orte des Sonnensystems, sagte er vor jubelnden Mitarbeitern.
Sein Ziel sei es, „Star Trek Wirklichkeit werden zu lassen“. Der gebürtige Südafrikaner nennt eine Besiedlung des Weltalls bereits seit Jahren erstrebenswert.
Fast ein Vierteljahrhundert nach Gründung von SpaceX im März 2002 hat Musk seine Stellung als reichster Mann der Welt damit zementiert. Sein Vermögen stieg nach dem Börsenstart über die symbolische Marke von 1.000.000.000.000 Dollar, wie das Magazin „Forbes“ auf seiner Echtzeit-Reichenliste bestätigte.
„Forbes“ gab den Marktwert des 54-Jährigen zwischenzeitlich mit 1,2 Billionen Dollar an. Weit abgeschlagen dahinter liegen die Google-Mitgründer Larry Page und Sergey Brin sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos – sie kommen noch nicht einmal zusammen auf Musks Wert.
Investoren richten ihren Blick nun auf zwei weitere milliardenschwere Börsengänge: die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI. Beide Firmen, die langfristig Bewertungen im Billionen-Dollar-Bereich anstreben, haben nach Angaben des Berichts in den vergangenen Wochen vertrauliche IPO-Unterlagen bei den US-Aufsichtsbehörden eingereicht.
Während SpaceX an die Börse ging, gerieten mehrere Raumfahrt- und Satellitenunternehmen unter Druck. Der texanische Satellitenhersteller AST SpaceMobile verlor zum Handelsauftakt acht Prozent. Die Raumfahrtgesellschaft Virgin Galactic Holdings büßte 25 Prozent ein. EchoStar, das rund drei Prozent an SpaceX hält, verzeichnete ein Minus von sieben Prozent.
Der technologielastige Nasdaq Composite Index gab um rund 0,3 Prozent nach. Der breit gefasste S&P 500 zeigte sich nahezu unverändert, während der Dow Jones Industrial Average um mehr als 100 Punkte beziehungsweise knapp 0,3 Prozent zulegte.
Bewertung von 1,77 Billionen Dollar sorgt für Diskussionen
SpaceX-Chefin Gwynne Shotwell (r) feiert gemeinsam mit Mitarbeitern beim Börsengang von SpaceX an der Nasdaq in New York.
Foto: Frank Franklin II/AP/dpa
Marktbeobachter stellen die Frage, ob die angestrebte Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar gerechtfertigt ist.
In den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen verweist SpaceX zur Begründung auf sein Satelliteninternetgeschäft Starlink, die Aktivitäten im Bereich Künstliche Intelligenz über xAI sowie die Entwicklung wiederverwendbarer Raketen.
Darüber hinaus argumentiert das Unternehmen, seine Raumfahrtprojekte könnten weitreichende wirtschaftliche Impulse für zahlreiche Branchen auf der Erde auslösen.
„Wir sind überzeugt, dass unsere gegenwärtigen Aktivitäten im Weltraum transformative Durchbrüche anstoßen werden, die bestehende Industrien auf der Erde verändern und neue Billionen-Dollar-Märkte auf dem Mond, dem Mars und darüber hinaus entstehen lassen könnten“, heißt es in den regulatorischen Unterlagen.
Eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond könne beispielsweise jährliches Wachstum im Terawatt-Maßstab für KI-Rechenkapazitäten ermöglichen, ambitioniertere Tiefraummissionen und industrielle Aktivitäten fördern sowie langfristig den Weg für eine permanente menschliche Gesellschaft auf dem Mars ebnen.
Nancy Tengler, CEO und Chief Investment Officer von Laffer Tengler Investments, sieht in Musks Erfolgsbilanz sowie in der vertikalen Integration des Unternehmens entscheidende Wettbewerbsvorteile.
„Sie verfügen über Kapital, Daten, große Sprachmodelle, Hardware, Fertigungskapazitäten und technisches Spitzenpersonal“, erklärte Tengler gegenüber der Epoch Times.
„Es gibt viele Elon-Musk-Kritiker. Ich kann das nicht vollständig nachvollziehen. Deshalb hört man in den Medien oft mehr über die Risiken als über die Chancen. Aber SpaceX ist eine narrative Aktie. Anleger investieren in eine Vision und in die damit verbundene Begeisterung.“
SpaceX selbst betont, langfristige Ziele über kurzfristige Gewinnziele zu stellen.
In einem Interview mit CNBC sagte SpaceX-COO Gwynne Shotwell, das Unternehmen wolle sich nicht auf Quartalsergebnisse konzentrieren.
„Ich möchte mich nicht auf Quartalsgewinne fokussieren“, erklärte Shotwell. „Das bedeutet nicht, dass wir unsere Investoren nicht fair behandeln werden. Aber wer in SpaceX investiert, muss verstehen, dass wir an Projekten arbeiten, die stark auf die Zukunft ausgerichtet sind.“
SpaceX-Chef Elon Musk, der per Videokonferenz aus dem SpaceX-Hauptquartier in Starbase, Texas, auf einer Leinwand zu sehen ist, hält am 12. Juni 2026 vor dem Börsengang von SpaceX im Nasdaq MarketSite in New York eine Rede. - Foto: TIMOTHY A. CLARY / AFP via Getty Images
Tech-Milliardär Elon Musk hat zum Börsenstart seines Raumfahrtkonzerns SpaceX eine Mars-Mission in Aussicht gestellt.
SpaceX wolle Menschen zum Mond bringen, „zum Mars und letztlich darüber hinaus“, sagte Musk am Freitag im SpaceX-Hauptquartier in Texas vor jubelnden Mitarbeitern. Sein Ziel sei es, „Star Trek Wirklichkeit werden zu lassen“.
Das Aktiendebüt soll das mit Abstand größte der Welt werden. SpaceX will an der Technologiebörse Nasdaq mindestens 75 Milliarden Dollar (rund 65 Milliarden Euro) einsammeln.
Durch eine Option für Emissionsbanken zum Erwerb von bis zu 83 Millionen zusätzlichen Wertpapieren könnte sich der Erlös sogar auf bis zu 86 Milliarden Dollar erhöhen.
Der bisher größte Börsengang war der des saudiarabischen Ölriesen Saudi Aramco Ende 2019. Er brachte dem Konzern 25,6 Milliarden Dollar ein.
Fast ein Vierteljahrhundert nach Gründung von SpaceX im März 2002 dürfte Musk damit der weltweit erste Billionär werden. SpaceX hat mit seinen Trägerraketen lukrative Verträge mit der US-Raumfahrtagentur Nasa abgeschlossen.
Zu dem Unternehmen gehört unter anderem auch das Satellitennetzwerk Starlink. Wegen der Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz schrieb Musks Konzern zuletzt allerdings rote Zahlen.(afp/red)
Der Börsengang von SpaceX eröffnet erstmals auch vielen Privatanlegern die Möglichkeit, direkt in Elon Musks Raumfahrtunternehmen zu investieren. - Foto: Eric Gay/AP/dpa
In Kürze:
Größter Börsengang aller Zeiten: SpaceX will mehr Geld einsammeln als jedes Unternehmen zuvor.
Hohe Bewertung: Anleger zahlen hauptsächlich für künftiges Wachstum, nicht für heutige Gewinne.
Vorsicht geboten: Viele Börsenneulinge starten stark, bleiben langfristig aber hinter den Erwartungen zurück.
Der Kapitalmarkt liebt große Geschichten. Kaum eine ist derzeit größer als die von SpaceX. Wenn das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk wie angekündigt am kommenden Freitag, 12. Juni, an die Nasdaq geht, könnte dies nicht nur der größte Börsengang der Finanzgeschichte werden. Es wäre zugleich ein Testfall dafür, wie viel Anleger derzeit bereit sind, für Tech-Aktien zu bezahlen.
Mit einer angestrebten Bewertung von bis zu 1,8 Billionen US-Dollar (1,56 Billionen Euro) würde SpaceX auf Anhieb zu den wertvollsten Unternehmen zählen. Die Gesellschaft läge damit in einer Größenordnung von Microsoft, Apple oder Nvidia – alles Unternehmen, die jährlich Hunderte Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaften und seit Jahren hohe Gewinne erzielen.
SpaceX dagegen steht trotz beeindruckender technologischer Fortschritte noch immer am Anfang eines Geschäftsmodells, dessen langfristige Ertragskraft der Markt erst beweisen muss. Die entscheidende Frage für Anleger lautet daher nicht, ob SpaceX ein außergewöhnliches Unternehmen ist. Daran bestehen kaum Zweifel. Die Frage lautet vielmehr: Ist die Aktie zum Börsenstart ein attraktives Investment?
An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.
Die Größenordnung des Börsengangs ist außergewöhnlich. SpaceX plant nach eigenen Angaben, rund 555 Millionen Aktien zu einem Preis von jeweils 135 US-Dollar (117 Euro) zu verkaufen.
Durch den Verkauf dieser Aktien würde SpaceX rund 75 Milliarden Dollar von Investoren einsammeln. Zum Vergleich:Das entspricht etwa dem Gegenwert von mehr als 65 Milliarden Euro. Sollten die beteiligten Banken zusätzlich weitere Aktien verkaufen, könnte die Summe sogar auf knapp 86 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro) steigen.
Die Dimension wird im historischen Vergleich deutlich: Der bisher größte Börsengang der Welt stammt vom saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco, der Ende 2019 rund 29,4 Milliarden Dollar bei Investoren einsammelte. SpaceX würde diesen Rekord mit einem Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar mit mehr als dem Doppelten übertreffen. Selbst die Wall Street hat einen Börsengang dieser Größenordnung bislang nicht erlebt.
Das Kapital soll, laut dem bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Börsenprospekt vorrangig in drei Bereiche fließen: den weiteren Ausbau des Satelliteninternetdienstes Starlink, die Entwicklung der Schwerlastrakete Starship sowie den Aufbau zusätzlicher KI- und Recheninfrastruktur. Weiter plant das Unternehmen, einen Überbrückungskredit über 20 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) zurückzuführen.
Bemerkenswert ist auch die Eigentümerstruktur. CEO und Gründer Elon Musk wird trotz der erstmaligen Aktienausgabe die Kontrolle behalten. Nach dem Börsengang soll er, laut Angaben von SpaceX, weiterhin rund 83,6 Prozent der Stimmrechte halten.
Anleger erwerben somit zwar Anteile an einem börsennotierten Unternehmen, erhalten jedoch kaum Einfluss auf dessen strategische Ausrichtung. Möglich wird das durch eine Aktienstruktur mit unterschiedlichen Stimmrechten, bei der die von Musk gehaltenen Class-B-Aktien jeweils zehn Stimmen verleihen.
Die Lehren früherer Börsengänge
In der öffentlichen Wahrnehmung wird SpaceX häufig mit spektakulären Raketenstarts, Plänen für Marsmissionen und anderen futuristischen Visionen verbunden. Für Investoren ist jedoch ein anderer Geschäftsbereich entscheidend: Starlink.
Das Satellitennetzwerk hat sich innerhalb weniger Jahre vom ambitionierten Nebenprojekt zur wirtschaftlichen Grundlage des Konzerns entwickelt. Über 12 Millionen Kunden weltweit beziehen inzwischen Internetdienste über das Satellitennetzwerk. Anders als das klassische Startgeschäft liefert Starlink wiederkehrende Umsätze und kalkulierbare Zahlungsströme.
Gerade diese wiederkehrenden Einnahmen erklären einen erheblichen Teil der hohen Bewertung. Die Börse ist grundsätzlich bereit, für Infrastruktur- und Plattformgeschäfte hohe Preise zu zahlen – oft ein Vielfaches der aktuellen Umsätze oder Gewinne.
Chipkonzern NVIDIA wird nicht wegen seiner aktuellen Gewinne so hoch bewertet, sondern weil Anleger auf eine langfristige Dominanz im KI-Markt setzen. Bei SpaceX beruht die Hoffnung auf einer ähnlichen Logik. Starlink könnte sich zu einer globalen Kommunikationsplattform entwickeln.
Doch genau an diesem Punkt beginnt die Unsicherheit. Der Markt für satellitengestützte Kommunikation wird zunehmend umkämpft. Neben traditionellen Telekommunikationsunternehmen investieren auch Amazon und andere Technologiekonzerne Milliardenbeträge in vergleichbare Systeme. Gleichzeitig bleibt unklar, wie hoch die langfristigen Margen tatsächlich ausfallen werden.
Die größte Herausforderung für Anleger liegt jedoch weniger im Geschäftsmodell als in der Bewertung. SpaceX erzielte im vergangenen Jahr, laut dem Börsenprospekt, rund 18,7 Milliarden Dollar Umsatz (16,2 Milliarden Euro). Dem steht eine Börsenbewertung von bis zu 1,8 Billionen Dollar (1,56 Billionen Euro) gegenüber. Das entspricht einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von annähernd 100.
Zum Vergleich: Selbst viele der erfolgreichsten Technologieunternehmen der vergangenen Jahre wurden an der Börse deutlich niedriger bewertet. Unternehmen mit einem derart hohen Verhältnis zwischen Unternehmenswert und Umsatz müssen über viele Jahre außergewöhnlich stark wachsen, um die Erwartungen des Marktes zu erfüllen.
Hinzu kommt die Ertragslage. Zwar erwirtschaftete SpaceX zeitweise Gewinne. Insgesamt bleibt das Unternehmen jedoch hochgradig investitionsintensiv. Die Entwicklung neuer Raketensysteme, der Ausbau der Satellitenflotte und die geplanten KI-Investitionen verschlingen enorme Summen.
Für Anleger bedeutet das: Sie kaufen heute nicht die gegenwärtigen Erträge des Unternehmens. Sie kaufen die Hoffnung auf künftige Erträge. Das ist kein ungewöhnliches Phänomen an der Börse. Gerade Wachstumsunternehmen werden häufig auf Basis ihrer Zukunftsaussichten bewertet. Doch je höher die Bewertung bereits zum Börsenstart ausfällt, desto kleiner wird die Fehlertoleranz.
Historisch betrachtet sind Börsengänge für Privatanleger häufig weniger attraktiv, als es die öffentliche Aufmerksamkeit vermuten lässt. Kaum jemand hat Börsengänge so intensiv untersucht wie der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Jay Ritter. Seine Auswertungen zeigen ein wiederkehrendes Muster: Viele Neuemissionen starten mit kräftigen Kursgewinnen. Langfristig können jedoch nur wenige Unternehmen die hohen Erwartungen erfüllen, die Anleger zu Beginn in sie gesetzt haben.
Warum der Börsenhype riskant sein kann
Der Grund liegt in der Mechanik des Börsengangs. Investmentbanken und Altaktionäre bringen Unternehmen meist dann an die Börse, wenn die Marktstimmung günstig ist und hohe Bewertungen durchsetzbar erscheinen. Für die bisherigen Eigentümer ist das rational. Für neue Anleger bedeutet es häufig, dass ein erheblicher Teil der Zukunftserwartungen bereits eingepreist ist.
Beispiele dafür gibt es zahlreiche. Uber galt beim Börsengang 2019 als dominierende Mobilitätsplattform der Zukunft. Dennoch dauerte es Jahre, bis das Unternehmen nachhaltig profitabel wurde. Die Aktie entwickelte sich lange Zeit enttäuschend.
Ähnliches gilt für Uber-Konkurrent Lyft, das Softwareunternehmen UiPath oder zuletzt Zahlungsanbieter Klarna. Viele dieser Unternehmen verfügten zweifellos über innovative Geschäftsmodelle. Die Aktien erwiesen sich dennoch über längere Zeiträume als schlechte Investments, weil die Erwartungen der Anleger zu hoch waren.
Kein anderer Aspekt dürfte die Bewertung von SpaceX so stark beeinflussen wie Musk selbst. Für Befürworter ist Musk der erfolgreichste Technologieunternehmer seiner Generation. Kaum jemand hat so viele Industrien gleichzeitig verändert – von Elektroautos über Raumfahrt bis zu künstlicher Intelligenz.
Musk ist nicht nur Chef von SpaceX, sondern zugleich in zahlreiche weitere Projekte involviert. Seine politischen Aktivitäten und öffentlichen Kontroversen haben bereits mehrfach direkte Auswirkungen auf die Bewertung seiner Unternehmen gehabt.
Der Börsenprospekt weist ausdrücklich darauf hin, dass SpaceX eng mit Musk verbunden bleiben wird. Anleger investieren damit nicht nur in Raketen und Satelliten, sondern auch in die Fähigkeit eines einzelnen Unternehmers, seine ambitionierten Pläne umzusetzen.
Warum Tesla kein Maßstab ist
Viele Privatanleger hoffen auf eine Wiederholung der Tesla-Geschichte. Allerdings ist das eine der großen Ausnahmen der Börsengeschichte. Anleger, die die Aktie beim Börsengang 2010 zeichneten und über Jahre hielten, wurden mit Kursgewinnen belohnt, wie sie selbst im Technologiesektor selten sind. Allerdings startete Tesla damals mit einer Börsenbewertung von 1,7 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro). SpaceX startet mit einer Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar – also mehr als tausendmal höher.
Der Unterschied ist fundamental. Tesla musste seinen Erfolg zunächst beweisen. SpaceX erhält den Vertrauensvorschuss bereits im Voraus. Auch wenn das Unternehmen operativ ähnlich erfolgreich wäre wie Tesla in den vergangenen 16 Jahren, dürfte das Kurspotenzial allein aufgrund der Ausgangsbewertung deutlich geringer ausfallen. Die Mathematik der Kapitalmärkte setzt hier enge Grenzen.
SpaceX ist zweifellos eines der weltweit innovativsten Unternehmen. Mit Starlink verfügt der Konzern über ein wachsendes Infrastrukturgeschäft. Im Raketenmarkt besitzt er eine technologische Führungsposition. Die langfristigen Perspektiven sind beeindruckend.
Für Anleger ergibt sich daraus jedoch nicht automatisch ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Die geplante Bewertung verlangt nahezu perfekte Entwicklung in mehreren Geschäftsbereichen gleichzeitig. Starlink muss seine Marktposition verteidigen, Starship muss technisch und wirtschaftlich funktionieren, und die milliardenschweren Investitionen in neue Technologien müssen sich auszahlen. Schon kleinere Enttäuschungen könnten ausreichen, um die hohen Erwartungen des Marktes zu korrigieren.
Die Geschichte von SpaceX mag erst am Anfang stehen. Für die Aktie gilt das möglicherweise nicht. Ein großer Teil der Zukunft scheint bereits im Ausgabepreis enthalten zu sein. Wer den Börsengang verpasst, verpasst deshalb womöglich nicht die Chance seines Lebens. Er vermeidet vor allem das Risiko, für eine Vision den denkbar höchsten Preis zu bezahlen.
Die Explosion der New-Glenn-Rakete gilt als schwerer Rückschlag für Blue Origin. (Archivbild) - Foto: John Raoux/AP/dpa
Massiver Rückschlag für das Raumfahrtunternehmen von US-Milliardär Jeff Bezos: Eine Rakete von Blue Origin ist bei einem Test auf der Startrampe explodiert.
Gewaltiger Feuerball nach Zündungstest
Auf einem Video des Vorfalls am Donnerstag, 28. Mai, war zu sehen, wie auf dem Raumfahrtstützpunkt Cape Canaveral im Bundesstaat Florida zunächst Rauch unter der 98 Meter hohen Rakete aufsteigt – und diese dann in einem gewaltigen Feuerball explodiert. Bei dem Vorfall wurde nach Behördenangaben niemand verletzt.
„Es ist ein sehr harter Tag“, erklärte Bezos im Onlinedienst X nach der Explosion. „Es ist noch zu früh, um die Ursache zu kennen. Aber wir arbeiten bereits daran, sie zu ermitteln.“
Von Seiten seines Unternehmens hieß es zu dem Test der New-Glenn-Rakete nur knapp: „Wir haben während des Zündungstests eine Anomalie festgestellt.“ Zudem versicherte Blue Origin, dass von dem beteiligten Team niemand vermisst werde.
NASA kündigt Untersuchung des Vorfalls an
„Ich bin dankbar, dass keine Verletzungen gemeldet wurden“, erklärte Floridas Kongressabgeordneter Mike Haridopolos, in dessen Wahlkreis Cape Canaveral liegt. Er habe bereits mit dem Chef der US-Raumfahrtbehörde NASA, Jared Isaacman, wegen der Explosion Kontakt gehabt.
Isaacman schrieb seinerseits auf X: „Die Raumfahrt ist unerbittlich, und die Entwicklung neuer Trägerraketen mit hoher Nutzlastkapazität ist außerordentlich schwierig.“
Die NASA werde nun mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, „um eine gründliche Untersuchung dieser Anomalie zu unterstützen, die kurzfristigen Auswirkungen auf Missionen zu bewerten und wieder Raketen zu starten“.
Die New-Glenn-Rakete spielt eine zentrale Rolle bei den Raumfahrtambitionen von Jeff Bezos. Blue Origin konkurriert mit dem SpaceX-Unternehmen von Elon Musk unter anderem als Dienstleister für die NASA bei ihrem Mondfahrt-Programm Artemis.
Beide Firmen wurden von der US-Raumfahrtagentur etwa mit der Entwicklung von Mondlandefähren beauftragt.
Musk äußerte auf X seine Anteilnahme für den Konkurrenten und nannte die Explosion der New-Glenn-Rakete „höchst bedauerlich“. Für die bemannte Mission Artemis 2, bei der vier Astronauten Anfang April den Mond umrundeten, war eine SLS-Trägerrakete seines SpaceX-Unternehmens genutzt worden.
Eine erneute Mondlandung gut ein halbes Jahrhundert nach den Apollo-Missionen der NASA ist für 2028 geplant. (afp/red)