Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Wende ihrer China-Politik. „In den Industrieverbänden des BDI wird derzeit intensiv über ein härteres handelspolitisches Vorgehen gegenüber China diskutiert“, sagte Friedolin Strack, Co-Bereichsleiter Internationales beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der „Welt am Sonntag“. „Wir diskutieren derzeit verschiedene Ansätze, wie die handelspolitischen Schutzinstrumente der EU weiterentwickelt werden können.“
Es gehe dabei um „Fragen der Beweisführung“ in Antidumping- und Antisubventionsverfahren, sagte Strack, sowie um deren „Ausgestaltung und Geschwindigkeit“. Zugleich gehe es darum, wie „bestehende Instrumente angesichts aktueller Herausforderungen möglichst wirksam eingesetzt werden können“. Die EU dürfe nicht jahrelang an einem „handelspolitischen Superinstrument“ arbeiten, um es „anschließend in der Schublade liegenzulassen“, sagte Strack. „Stattdessen sollten wir viele kleinere Maßnahmen nutzen. China macht das ähnlich.“
Vor wenigen Tagen hatte bereits der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) als einer der wichtigsten BDI-Mitgliedsverbände bestätigt, dass er seine China-Politik überdenke. Der Maschinenbau-Verband VDMA als zweiter mächtiger Vertreter mit bisher großem China-Geschäft hatte seine Position schon vor mehreren Monaten geändert.
Chinesische Anbieter wie Chery, BYD und Leapmotor machen auf dem europäischen Markt weiter große Sprünge. (Archivbild)
Foto: Uncredited/CHINATOPIX via AP/dpa
Abhängigkeit von China als Risiko
Der VDMA-Abteilungsleiter Außenwirtschaft, Oliver Richtberg, sagte in der „Welt am Sonntag“: „Wir werden aktuell mit unfairen Maßnahmen deindustrialisiert – und das wollen die meisten Unternehmen nicht mehr hinnehmen.“ Und weiter: „Denn wenn wir jetzt nicht handeln, werden in der Zukunft zusätzliche kritische Abhängigkeiten von Maschinen aus China entstehen, denn europäische Hersteller dieser Maschinen geraten zunehmend unter Druck.“
Er forderte schnelles Handeln ohne Furcht vor chinesischer Vergeltung. „Wenn wir aus Angst vor der Abhängigkeit bei Seltenen Erden nun jahrelang nicht handeln, geraten wir in einen Teufelskreis“, sagte Richtberg. Appelle und Dialog hingegen seien nicht zielführend. „China wird sich politisch keinen Millimeter bewegen. Was das Land derzeit wirtschaftlich über Wasser hält, ist der Export. In diesem Bereich wird man rausholen, was geht. Deswegen müssen wir in der EU selbst aktiv werden.“ (dts/red)
Pionier bei E-Autos: Die Autofabrik von Volkswagen in Zwickau. (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa
Schlechte Rahmenbedingungen, Konkurrenz aus China, Jobabbau: Wegen der angespannten Marktlage sind beim Autobauer Volkswagen weitere Einschnitte für die Belegschaft im Gespräch. In der kommenden Woche kommt nun Konzernchef Oliver Blume erstmals zu einer Betriebsversammlung in die E-Auto-Fabrik in Zwickau. „Wir erwarten, dass endlich Klartext gesprochen wird“, sagt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Volkswagen Sachsen, Mike Rösler, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kolleginnen und Kollegen hier bauen mit Leidenschaft Autos und brauchen eine Perspektive, wie es nach 2030 weitergeht.“
Bis Ende 2030 gibt es eine Standortgarantie – doch was kommt danach? Das ist ungewiss. Zwickau wurde zuletzt immer wieder in einer Reihe mit Emden, Hannover und Neckarsulm als die Autofabriken im Konzern genannt, die auf der Kippe stehen.
Pionier bei E-Autos
Konzernchef Blume hatte jedoch wiederholt gesagt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. „Ich hoffe, dass der Vorstand seinen Job macht und uns diese Lösungen endlich präsentiert.“ Und das aus erster Hand. Denn zuletzt hätten die Mitarbeiter neue Pläne meist aus der Zeitung erfahren, kritisiert Rösler. „Das verstärkt die Unsicherheit hochgradig.“
Die Autofabrik in Zwickau gilt als Pionier in der Elektromobilität bei Volkswagen. Dort werden seit 2020 ausschließlich E-Autos gebaut. Doch der Standort hat deutlich Federn gelassen. Rund 11.000 Beschäftigte arbeiteten dort zu Hochzeiten, aktuell sind es noch etwa 8.000 – mehr als 1.000 weitere Jobs werden in den nächsten Jahren planmäßig wegfallen, bedauert Rösler. So soll 2027 eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden.
Betriebsrat: Sparanstrengungen in allen Bereichen
Dafür wird die Demontage von gebrauchten Fahrzeugen als neues Geschäftsfeld hochgefahren. Bis Jahresende werden dort laut Rösler etwa 100 Menschen arbeiten. Auf absehbare Zeit soll die Zahl nach Unternehmensangaben auf bis zu 1.000 steigen. Ziel ist es, ab 2030 jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zu zerlegen und aufzubereiten.
Der Betriebsrat verweist auf Sparanstrengungen in allen Bereichen, neben dem Abbau von Jobs etwa bei Energie- und Beschaffungskosten. Rösler: „Es wird an allen Ecken und Enden mit Hochdruck daran gearbeitet, die Ziele zu erreichen.“
Doch wenn die Auslastung der Fabrik sinkt, verteuert das die Stückkosten. „Unser Werk ist ausgelegt für bis zu 360.000 Fahrzeuge, dieses Jahr werden es voraussichtlich etwa 202.000 sein“, erklärt der 43-Jährige. „Bei voller Auslastung kämen wir auf gleiche Produktionskosten pro Fahrzeug wie in Bratislava.“ In der slowakischen Hauptstadt betreibt VW eine Autofabrik.
Wackelt die 35-Stunden-Woche?
In der Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie wird inzwischen auch die 35-Stunden-Woche infrage gestellt. Die passe nicht mehr in die Zeit, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor etwa einem Monat im Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt. Rösler kontert: „Die Belastung durch Schichtarbeit ist hoch.“ Die Beschäftigten in Zwickau zeigten sich mit Sonderschichten und Schichtverlängerungen flexibel und arbeiteten tatsächlich häufig 39 Stunden pro Woche und mehr. Eine Anhebung der Wochenarbeitszeit würde zudem dazu führen, dass weniger Personal gebraucht werde und mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, betont er.
Eine Option, auf die man in Zwickau für die Zukunft hofft, ist der Bau von Modellen, die Volkswagen bisher nur in China herstellt. Als Beispiele werden die SUV ID.Unyx 08 und ID.Era 9X genannt. Zu Volkswagen Sachsen gehört neben der Autofabrik in Zwickau aber auch die Gläserne Manufaktur, in der die Autoproduktion bereits eingestellt wurde, und das Motorenwerk in Chemnitz. In Chemnitz werden bisher noch Verbrennungsmotoren gebaut und damit ist das Werk gut ausgelastet. Aber auch dort brauche es auf absehbare Zeit Entscheidungen zur künftigen Belegung, mahnt Rösler.
Konzernchef Blume wird in der kommenden Woche an mehreren deutschen Standorten vor die Belegschaft treten. Der Anfang wird am Dienstag im Stammwerk Wolfsburg gemacht, am Mittwoch folgen Emden und Zwickau. (dpa/red)
Reisemobile und Caravans sind am Messestand des Wohnmobilunternehmens Hymer GmbH & Co. KG am Vortag der Reisemesse CMT zu sehen.(Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa/dpa
Nach dem Corona-Boom setzt Deutschlands Caravan-Branche ihre Abwärtsfahrt fort. Wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) im Vorfeld der Düsseldorfer Messe Caravan Salon mitteilte, sank die Anzahl der neu zugelassenen Reisemobile und Wohnwagen (Caravans) in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 in Deutschland um 3 Prozent auf 63.329.
Im kompletten Vorjahr hatte es ein Minus von 2,3 Prozent gegeben. In den Pandemiejahren wiederum waren die Verkäufe steil nach oben geschnellt, weil sich viele Menschen für Caravaning entschieden, etwa aus Angst vor Ansteckungen oder wegen Einschränkungen bei Flugreisen.
Aktuell wirkt sich die schwache Konjunktur negativ auf die Branche aus: Manche Bürger scheuen hohe Ausgaben für einen Wohnwagen oder ein Reisemobil. Einige Hersteller wiederum sitzen noch auf Altbeständen, die sie als Folge des Corona-Booms produziert haben und seither nicht loswerden.
Der größte Teil des Marktes entfällt auf Wohnmobile, auch Reisemobile genannt: In den ersten sieben Monaten 2026 wurden 50.118 Reisemobile neu zugelassen und damit 3,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, bei den Caravans lag das Minus bei 1,9 Prozent auf 13.211.
Branchenverband sieht positive Zukunft
Der Geschäftsführer des Branchenverbandes CIVD, Daniel Onggowinarso, sieht die aktuelle Entwicklung gelassen. Der Markt zeige sich robust, und es sei normal, dass es nach Corona wieder etwas runtergehe.
Hätte es die Pandemie nicht gegeben, wäre man womöglich Jahr für Jahr gewachsen und auf dem jetzigen Niveau angekommen. „Wir machen eine kurze Zwischenpause und atmen durch – und wenn es der Wirtschaft wieder besser geht und der Energieschock vorbei ist, dann wird es wieder besser.“
Der Oberbegriff für Reisemobile und Wohnwagen (Caravans) ist Freizeitfahrzeuge – deren Anzahl hat sich laut CIVD-Angaben von 2015 bis 2025 verdoppelt. Das Wachstum fand allerdings bei Reisemobilen statt, die Anzahl der Caravans stagnierte. Aktuell sind in Deutschland rund 1,8 Millionen Freizeitfahrzeuge zugelassen.
Das Interesse an Caravaning sei weiterhin groß, sagte der Verbandsvertreter. „Wir haben eine emotionale Klientel, die an ihrer Reiseform hängt – wir bauen nur einfach zu gute Produkte, die gehen nicht kaputt, es gibt keinen Bedarf, etwas auszutauschen“, sagte Onggowinarso.
Eine Viertelmillion Menschen werden beim Caravan Salon erwartet
Bei dem am 28. August startenden Caravan Salon präsentieren sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 830 Aussteller. Damit sei der letztjährige Rekordwert von 810 übertroffen, sagte Stefan Koschke von der Messe Düsseldorf. Caravaning sei längst keine Nische mehr, das Thema sei vielmehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Im vergangenen Jahr strömten 269.000 Menschen in die Messehallen – der Besucher-Höchstwert von 2019 wurde damit knapp verfehlt. Für dieses Jahr gab Koschke das Ziel von mindestens 250.000 Besucherinnen und Besuchern aus.
Es gehe gar nicht so sehr um eine möglichst hohe Anzahl von Besuchern, sondern um das echte Kaufinteresse von Besuchern. „Wir wollen Käuferklientel ansprechen – darauf zielt unser ganzes Marketing, unser ganzes Tun.“ Die Besucher sollten zu Konsumenten werden. (dpa/red)
Wegen niedriger Pegelstände ist die Binnenschifffahrt in vielen Flüssen wie hier im Rhein derzeit massiv eingeschränkt. - Foto: Boris Roessler/dpa
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat steigende Preise vorhergesagt als Folge des Niedrigwassers auf deutschen Flüssen und die dadurch verursachten Transportprobleme. „Bei ineffizienter Rationierung kann Niedrigwasser die Preise auch unnötig in die Höhe treiben“, sagte Grimm dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „In der Chemie gibt es Effekte, auch im Energiemarkt.
Der Transport von Öl zu Raffinerien ist von den niedrigen Pegelständen betroffen.“ Wie stark die Preise bei verschiedenen Grundstoffen reagieren, hänge davon ab, welche Lagerkapazitäten die Unternehmen jeweils aufgebaut haben.
Im Hinblick auf Anpassungen an den Klimawandel kritisierte Grimm eine mangelnde Weitsicht in der Politik. Das Sonntagsfahrverbot für Lkw zu lockern, sei zwar eine richtige Maßnahme, „allerdings wäre es gut, wenn man auf solche Situationen vorbereitet wäre, anstatt ad hoc Notmaßnahmen zu diskutieren“, so Grimm.
Diese Auswirkungen des Klimawandels seien vorhersehbar. „Politik macht keinen guten Eindruck, wenn sie sich von Krise zu Krise hangelt und nicht systematisch Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt.“
Die Transportprobleme durch Niedrigwasser ließen sich auch nicht einfach durch eine Vertiefung von Flüssen lösen. Diese Option müsse man sorgfältig evaluieren – und dabei auch ökologische Folgen berücksichtigen. „Vertiefungen an einzelnen Stellen der Fahrrinnen könnten angezeigt sein, aber eine Vertiefung schafft ja kein zusätzliches Wasser.“ Die Politik solle daher auch Pläne zur Priorisierung von Transporten ausarbeiten.
Lage unverändert
Das Niedrigwasser des Rheins hat derweil in Düsseldorf einen historischen Tiefststand erreicht. Der Pegelstand sank erstmals in den Negativbereich, wie aus den aktuellen Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht. Am Sonntagmorgen ist demnach in Düsseldorf der Pegelstand auf minus 1 Zentimeter zurückgegangen. Die Fahrrinne ist deutlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer.
Im Verlauf der neuen Woche wird ein leichter Anstieg des Pegelstandes auf 10 Zentimeter erwartet. Der Wasserstand des Rheins wird damit aber auch weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben. Wie die Behörde mitgeteilt hatte, fahren kaum noch Schiffe.
Das Niedrigwasser setzt nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) vor allem die chemische Industrie unter Druck. Zwar würden über den Rhein häufig geringwertige Massengüter wie Kohle, Sand oder Bergbauprodukte verschifft, sagte eine Sprecherin der „Rheinischen Post“ (Montag).
„Allerdings verbindet der Rhein auch zahlreiche die großen Standorte der Chemischen Industrie, in denen petrochemische Vorprodukte weiterverarbeitet werden.“ Ohne Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz der Wasserstraßen könne die Binnenschifffahrt ihre Vorteile künftig nicht mehr ausspielen.
DB Cargo will alte Güterwaggons reaktivieren
Die Bahn-Tochter DB Cargo will derweil nach Informationen der „Rheinischen Post“ auch alte Güterwaggons reaktivieren, um ausfallende Schiffstransporte zu kompensieren.
In einem der Zeitung vorliegenden Papier heißt es, zusätzlich werde „die Reaktivierung dauerhaft abgestellter Güterwagen geprüft und vorbereitet“. DB Cargo könne „unmittelbar“ 900 Wagen mobilisieren, 300 davon sofort. 900 Wagen könnten laut DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg 200 Binnenschiffe ersetzen.
Der Fahrgastverband Pro Bahn bewertet dies positiv, fürchtet aber, dass das zu Einschränkungen im Personenverkehr führen könnte. „Mehr Güter auf die Schiene: ja. Weniger Züge für Fahrgäste: nein“, sagt Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Verbandes laut einer Mitteilung. „Regional- und Fernverkehr dürfen weder ausgedünnt noch unzuverlässiger werden. Wer Güter- und Personenverkehr um dieselben knappen Trassen kämpfen lässt, hat den Ausbau zu lange verschleppt.“
Iffländer nimmt auch die Unternehmen in die Verantwortung: „Niedrigwasser am Rhein ist kein überraschendes Ereignis. Wer seine Lieferketten trotzdem so aufstellt, dass bei Niedrigwasser hektisch nach zusätzlichen Transportkapazitäten gesucht werden muss, hat nicht ausreichend vorgesorgt“, so der Chef von Pro Bahn. „Hektik im Krisenfall ersetzt keine langfristige Logistikstrategie.“
Der Landesvorsitzende Rheinland-Pfalz/Saarland des Verbandes, Noah Wand, kritisiert zudem die politischen Prioritäten: „Sobald wirtschaftliche Lieferketten unter Druck geraten, findet kurzfristig eine Ministerrunde statt.
Fahrgäste warten dagegen oft vergeblich auf Gehör.“ Was im Güterverkehr kurzfristig möglich gemacht wird, darf im Personenverkehr nicht an fehlender Infrastruktur oder starren Rahmenbedingungen scheitern.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) setzt sich wegen des Niedrigwassers dafür ein, Schiffsfracht auf Schienen und Straßen zu verlagern. (dpa/red)
Das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein stellt nach wie vor eine große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft dar. Welche Lösungsansätze sind praktikabel und was sagen diejenigen, die direkt davon betroffen sind? Darüber sprach Epoch Times mit dem Rheinschiffer und Kapitän Jürgen Collée.
Niedrigwasser am Rheinknie in Düsseldorf. - Foto: Oliver Berg/dpa
Das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein stellt nach wie vor eine große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft dar. Welche Lösungsansätze sind praktikabel und was sagen diejenigen, die direkt davon betroffen sind? Darüber sprach Epoch Times mit dem Rheinschiffer und Kapitän Jürgen Collée.
Herr Collée, wie ist die aktuelle Situation auf dem Rhein?
Das kann ich mit einem Wort beschreiben: trocken. Aber betrachten wir die Fakten: Die Schifffahrt ist behindert, aber nicht ganz eingestellt. Alle Schiffer tun ihr Möglichstes, um noch so viele Transporte wie möglich durchzuführen, allerdings mit verminderter Kapazität. Ich befinde mich beispielsweise gerade auf einem Koppelverband. Das sind zwei Fahrzeuge, die zusammengekoppelt sind. Wir fahren normalerweise Container und sollten eigentlich nach Wörth am Oberrhein fahren. Aber den Schiffen sind aufgrund der Physik Grenzen gesetzt. Deshalb warten wir jetzt auf neue Anweisungen.
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Es gibt Nachrichten, die besagen, dass, wenn sich die Situation weiter verschärft, der Rhein möglicherweise zweigeteilt wird, sodass auf beiden Hälften des Rheins Schifffahrt möglich ist, weil das Wasser dort noch tief genug ist, aber auf dem Mittelstück nicht. Sehen Sie auch dieses Problem?
Ja, wir haben das Problem. Das liegt allerdings eher im Bereich des Mittelrheins. Der Oberrhein bis Iffezheim hat Schleusen, da kann alles fahren, da ist genug Wasser. Genau wie auf dem Neckar, der Mosel und dem Main. Überall, wo gestaut wird, können die Schiffe problemlos fahren. Hier am Niederrhein haben wir Problemstellen. Deswegen ersetzen ja auch so viele normale Motorschiffe die Schubverbände mit ihrem größeren Tiefgang, um die Ruhr zum Beispiel mit Erz und Kohle zu versorgen. Das ist also wirklich existenziell. Es gibt Schiffe, die noch bei sehr geringen Wasserständen fahren können. Allerdings sind auch hier Grenzen gesetzt. Schiffe mit einem Tiefgang von unter 1,20 Metern können beispielsweise nicht mehr fahren, weil die Düse kein Wasser bekommt und somit kein Vortrieb mehr möglich ist. In Holland stauen sich viele Schiffe mit größeren Leertiefgängen. Wenn sie leer sind, liegen sie hinten tiefer, als wenn sie geladen sind. Wenn sie jetzt den Fluss hochfahren und ihre Ladung löschen, dann gehen sie hinten tiefer. Gut, man kann Wasser in die Laderäume pumpen, aber das kostet Zeit und irgendwann ist auch hier eine Grenze erreicht.
Also gibt es schon jetzt massive Einschränkungen für die Industrie aufgrund des Niedrigwassers?
Ja, die Bahn kann nicht alles auffangen, die Straße auch nicht. Das Speditionsgewerbe hat zum Beispiel das Problem, dass ungefähr 30.000 Lastwagenfahrer fehlen. Die Bahn ist auch eingeschränkt. Dummerweise fällt die Gleiserneuerung auf der rechtsrheinischen Strecke mit dem Niedrigwasser zusammen. Daher hat die Bahn im Rheingebiet nur die halbe Kapazität. Neben dem vermehrten Güterverkehr muss zudem auch der Personenverkehr bewältigt werden. Außerdem hat die Bahn schlichtweg zu wenige Güterwaggons. Dabei bekommt die Bahn so viele Zuschüsse. Normalerweise müsste sie damit die Gleise bis nach Australien bauen können. Die Strecken hätten in den vergangenen Jahrzehnten in einen besseren Zustand gebracht werden können. Die Schifffahrt ist immer die Letzte, die mit Zuschüssen oder Investitionen bedacht wird. Jetzt rächt es sich, dass der Ausbau des Mittelrheins, der schon lange stattfinden sollte, um 20 bis 30 Zentimeter mehr Tiefgang zu ermöglichen, immer wieder um 20 bis 30 Jahre aufgeschoben wurde.
Ist die jetzige Krise hausgemacht oder waren solche Probleme mit Niedrigwasser nicht vorhersehbar?
Diese Krise ist teilweise hausgemacht. Der Ausbau des Rheins als Wasserstraße endete am Tag, an dem die letzte Schleuse in Iffezheim am Oberrhein gebaut wurde. Eigentlich war geplant, bis Worms Schleusen zu bauen. Doch die Umweltverbände forderten einen Schleusen-Stopp. Denn die Schleusen würden eine natürliche Sedimentwanderung verhindern. Die durch den Fluss transportierten Sedimente verhindern, dass sich der Rhein tiefer ins Flussbett eingräbt. Daher erfolgte eine Geschiebezugabe. Das heißt, man hat in Mainz Kies ausgebaggert, ihn nach Iffezheim transportiert und dort wieder in den Fluss geschüttet, um die fehlende Sedimentwanderung auszugleichen. Allerdings hat sich der Kies viel weiter als gedacht den Niederrhein hinunterbewegt. Doch am Schleusenausbau führt kein Weg vorbei, wenn der Grundwasserspiegel stabil gehalten werden soll. Gleichzeitig ermöglichen Schleusen über die Installation von Wasserkraftwerken die Stromgewinnung und halten das Hochwasser auf.
Selbst bei geringem Wassernachfluss aufgrund von Trockenheit, wie es aktuell der Fall ist, könnte durch die Stauung des Wassers zumindest die Hälfte des normalen Wasserstandes erhalten bleiben. So wäre ein dauerhafter Schiffsverkehr mit großen Schiffen möglich. Mit daneben liegenden Fischtreppen könnte man auch die normale Fischwanderung gewährleisten. Langfristig wird es daher darauf hinauslaufen, dass wir Schleusen fast bis Koblenz, wenn nicht sogar noch weiter, bauen müssen.
Wie erklären Sie sich, dass die Politik den Rheinausbau nicht gegen die Widerstände durchsetzen konnte?
Das ist ein komplexes Problem. Die Bahnlobby und die Straßenlobby sind groß und auch die Umweltverbände sind nicht klein. Jeder sieht seinen Nutzen darin, wenn die Schifffahrt nicht ausgebaut wird. Ich will ein Beispiel aus dem Rheingebiet nennen. Der Hochrhein sollte hinter Basel bis zum Bodensee weiter kanalisiert werden. Alle 30 Kilometer wurde dazu eine Schleuse gebaut. Dann kamen die Schweizer und die Deutsche Bahn und sagten: „Die Schifffahrt brauchen wir nicht, wir machen das.“ Daraufhin wurden die Schleusen wieder zugeschüttet.
Nehmen wir mal an, ich wäre jetzt Verkehrsminister. Dann würde ich die anderen Verkehrsträger nicht außer Acht lassen, aber ich würde zum Beispiel ein Gesetz erlassen, nach dem jede neu gebaute Schleuse 220 Meter lang und jede neu gebaute Brücke 9,20 Meter hoch sein muss. So wären alle Wasserstraßen für Schiffe mit vier übereinander gestapelten Containern befahrbar. Der Albert-Kanal in Belgien ist das beste Beispiel dafür. Seine 160 Kilometer lange Wasserstraße wurde ausgebaut. Hier gab es dieselben Probleme wie in Deutschland: kleine Schleusen und niedrige Brücken. Die Brücken wurden alle auf eine Höhe von 9,20 Metern ausgebaut und erneuert, und das komplett mit EU-Geldern. Auch die Schleusen wurden ausgebaut. Nun können Koppelverbände mit vier Lagen Containern fahren. Dadurch wurde viel Ladung von der Straße geholt. Mit unserem Koppelverband transportieren wir bei voller Beladung ungefähr 500 Container. Jeder Container entspricht einem Lastwagen. Ich fahre also mit einem 2.000-PS-starken Schiff 500 Container. Auf der Straße wären das 500 Lastwagen mit jeweils 500 PS. Muss ich dazu noch mehr sagen?
Was ist Ihrer Meinung nach jetzt dringend zu tun, um die aktuelle Krise zu meistern?
Zunächst muss die Vertiefung des Mittelrheins erfolgen. Die kritischen Untiefen müssen beseitigt werden. Das lässt sich relativ schnell bewerkstelligen. Die Gelder sind da und die ganzen Formalitäten, wie die Planfeststellung, sind schon erledigt. Man weiß, wo sich die kritischen Stellen befinden. Jetzt, bei dem niedrigen Wasserstand, sollte ein Notprogramm gestartet werden, bei dem links und rechts am Rheinufer Bagger die erreichbaren Untiefen beseitigen. Wir brauchen keine Lippenbekenntnisse von irgendeinem Verkehrsminister. Wir brauchen Menschen, die einfach anfangen.
Das Problem ist also nicht der Mensch, der sich die Natur an seine Bedürfnisse anpasst, sondern wie er es tut?
Ja, mit Maß und Ziel. Man muss abwägen, was man macht. Man kann nicht einfach überall Schleusen bauen. Man muss gewisse Punkte auswählen und das in einer gewissen Frequenz. In Frankreich gibt es Kanäle, an denen direkt 20 Schleusen hintereinander liegen. Da fährt man von einer in die andere hinein. Wir wollen keine Bauwerke wie den Drei-Schluchten-Staudamm in China, der ganze Städte und Landstriche überflutete. Das muss nicht sein.
Aber Schleusen kosten auch Zeit zu durchfahren. Ist das nicht ein Nachteil?
Die Schleusen sind heute in der Lage, relativ schnell zu schleusen. Ich würde überall Doppelschleusen bauen, wie es an der Rhone oder der Seine der Fall ist. Hier haben wir sogar drei oder vier Schleusen nebeneinander. In manchen Schleusen sind die Schiffe in 2 bis 5 Minuten hochgeschleust.
Im Vorfeld des Interviews sagten Sie, dass das Niedrigwasser auch etwas Gutes hat. Was meinten Sie damit?
Einerseits verdeutlicht es, wie wichtig die Binnenschifffahrt für die Wirtschaft ist. Andererseits putzt das Niedrigwasser das Flussbett, wie wir sagen. Schiffsschrauben, vor allem die Schiffe mit Düsen, sind wie Staubsauger. Sie nehmen den Kies und anderes Sediment auf, ziehen es durch und geben es wieder ab. Das sieht man daran, dass Schiffe hinten einen braunen Faden hinter sich herziehen. So wird das Sediment zum Schweben gebracht und durch den Propeller gedrückt. Dadurch wandert auch der Kies. Aber der Kies wandert nicht nur durch die Schifffahrt, sondern auch durch die Eigendynamik der Strömung unter Wasser. Je tiefer und schmaler der Rhein ist, desto stärker ist die Strömung im unteren Bereich. Durch das Niedrigwasser ist der Flusslauf schmaler geworden, sodass mehr Sediment von den Untiefen in tiefere Zonen transportiert wird, wo es dann wieder absinkt. Somit vertieft sich der Rhein an den Untiefen. Das nennen wir: Der Rhein putzt sich.
Der VW-Konzern setzt seinen Kurs zur stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft fort. (Archivbild) - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die EU-Kommission genehmigt dem Volkswagen-Konzern, eine Mehrheit seiner Großmotorentochter Everllence abzugeben. Der Verkauf von 51 Prozent der Anteile an dem Unternehmen an den US-Finanzinvestor Bain Capital werfe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf, teilte die Brüsseler Behörde mit.
Ende Juni hatte VW mitgeteilt, sich mit Bain Capital geeinigt zu haben. Bei großen Übernahmen prüft die EU-Kommission dann, ob dadurch unverhältnismäßig große Einschränkungen des freien Wettbewerbs entstehen können.
Die Transaktion bringt Volkswagen einen Erlös von 7,4 Milliarden Euro ein. Mit dem Verkauf setzen die Wolfsburger ihren Kurs zur stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft fort.
VW: Kündigungen bis 2030 ausgeschlossen
Die fünf deutschen Standorte von Everllence, ehemals unter dem Firmennamen MAN Energy Solutions bekannt, sollen auch unter der neuen Eigentümerstruktur mindestens bis 2030 erhalten bleiben, wie VW mitgeteilt hatte. Betriebsbedingte Kündigungen seien in diesem Zeitraum ausgeschlossen.
Das Unternehmen mit Sitz in Augsburg wurde 2025 in Everllence umbenannt. Nach eigenen Angaben zählt es mit rund 16.000 Beschäftigten und einem Umsatz von etwa 4,9 Milliarden Euro zu den weltweit führenden Herstellern von Großmotoren, Turbomaschinen und Dekarbonisierungslösungen. (dpa/red)
Hühner, Puten und Kühe auf der „Polyface Farm“ in Swoope, Virginia, und dem Bauernhof „The Family Cow“ in Chambersburg, Pennsylvania – Archivfotos. Die regenerativen Landwirtschaftsbetriebe sind Teil einer wachsenden Bewegung der „Lebensmittelbefreiung“ – Nachbarn versorgen Nachbarn. - Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Polyface Farms und The Family Cow.
Joel Salatin möchte die Amerikaner durch den Handel mit Lebensmitteln von Nachbar zu Nachbar von übermäßiger Regulierung befreien. Salatin betreibt die „Polyface Farm“ in den Hügeln des Shenandoah-Tals in Virginia. Er wirbt für das Konzept einer „Erklärung zur Lebensmittelbefreiung“.
Es wäre eine Erklärung auf Bundesebene. Sie würde mündigen Erwachsenen gestatten, selbst hergestellte und bäuerlich erzeugte Lebensmittel direkt zu kaufen und zu verkaufen. Dabei würde man die kostspielige kommerzielle Infrastruktur und die derzeit geltenden schwerfälligen staatlichen Vorschriften umgehen.
Salatins Mission spiegelt das Bestreben von Selbstversorgern und unabhängigen Landwirten wider, lokale Lebensmittelnetzwerke aufzubauen. Es sollen Lebensmittel ohne Chemikalien angebaut und gezüchtet und Verbrauchern ein transparenter Einblick in die Produktionsweise geboten werden.
Im Kern geht es bei der Lebensmittelbefreiung und lokalen Lebensmittelnetzwerken darum, dass Nachbarn Nachbarn versorgen und so ein System umgehen, dem viele nicht mehr vertrauen.
Salatin erklärte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times, dass sich das amerikanische Ernährungssystem an einem historischen Wendepunkt befinde. Er verweist auf alternde Landwirte; der durchschnittliche amerikanische Landwirt ist mittlerweile etwa 60 Jahre alt.
Etwa die Hälfte des landwirtschaftlichen Vermögens in den USA werde voraussichtlich in den nächsten 15 Jahren den Besitzer wechseln. „Das ist ein historisch beispielloser friedlicher Übergang in der modernen Geschichte“, sagte er.
Im Jahr 2025 gaben die Amerikaner 56,3 Prozent ihrer Lebensmittelkosten in Restaurants, bei Fast-Food-Ketten oder Lieferdiensten aus. Insgesamt erreichten die Ausgaben für Außer-Haus-Verpflegung einen Rekordwert von 1,41 Billionen US-Dollar. Landesweit lagen die Lebensmittelausgaben bei insgesamt 2,51 Billionen US-Dollar (rund 2,18 Billionen Euro), so das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) .
Menschen stehen am 12. März 2026 bei „Raising Cane’s Chicken Fingers“ in Washington Schlange. Im Jahr 2025 gaben die Amerikaner rund 55 Prozent ihrer Ausgaben für Lebensmittel für Speisen aus, die sie außer Haus in Restaurants und Fast-Food-Ketten aßen oder über Lieferdienste bezogen.
Foto: Madalina Kilroy/Epoch Times
Unterdessen ist der Anteil der Landwirte am Lebensmittel-Dollar im Einzelhandel nach Abzug der Produktionskosten laut USDA heute auf etwa 5,8 Cent gesunken. Mitte des 20. Jahrhunderts lag dieser Wert noch bei 40 Cent. Die Idee der „Lebensmittelbefreiung“ ist einfach: Kleine Erzeuger sollen legal und frei direkt an die Menschen verkaufen dürfen, die ihre Lebensmittel kaufen möchten. Salatin merkt an, dass das eigentliche Hindernis für junge Menschen, in die Landwirtschaft einzusteigen, nicht allein der Zugang zu Land ist, sondern die Unmöglichkeit, unter den bestehenden Vorschriften mit einer kleinräumigen, wertschöpfenden Lebensmittelproduktion Gewinne zu erzielen.
Er veranschaulicht diese Kluft mit einer einfachen Rechnung.
Auf ein paar Hektar könnte ein Landwirt 1.200 Freilandhühner aufziehen und diese als ganze Tiere oder zerlegt zu einem Durchschnittspreis von etwa 30 Dollar (ca. 26 Euro) pro Tier verkaufen, was ein Bruttoeinkommen von 36.000 Dollar (ca. 31.300 Euro) einbringen würde, sagte er. Könnte derselbe Landwirt diese Hühner legal zu hausgemachten Hühnerpasteten verarbeiten – frei von Farbstoffen, Saatöl und industriellen Zusatzstoffen – und sie als hochwertige Fertiggerichte vermarkten, könnte der durchschnittliche Wert pro Tier auf rund 200 Dollar (ca. 175 Euro) steigen, wodurch dieselbe Herde auf derselben Fläche einen Umsatz von 240.000 Dollar (ca. 208.500 Euro) erzielen würde.
Sobald jedoch ein Landwirt von Rohzutaten auf Fertiggerichte umsteigt, steigen die regulatorischen Anforderungen deutlich an – von einer privaten Küche mit vorhandener Ausstattung hin zu dem, was er als „eine halbe Million Dollar, die man aufbringen muss, um eine Hühnerpastete zu verkaufen“ beschrieb.
Joel Salatin, Inhaber der „Polyface Farm“, setzt sich vehement für eine naturnahe Landwirtschaft ein.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung der „Polyface Farm“
Rettung des Familienbetriebs
Der Milchbauer Edwin Shank aus Pennsylvania berichtete der Epoch Times, dass seine Familie beinahe einen seit vier Generationen bestehenden Betrieb verloren hätte, nachdem sie auf Anraten der Universität, die Quantität über alles gestellt und ihre Herde von 40 auf 300 Kühe vergrößert hatte.
Obwohl sie alle zwei Tage einen Sattelzug mit Milch füllten, standen die Shanks kurz vor dem Bankrott.
Die Milchschecks kamen einmal im Monat – je nachdem, wie viel der Verarbeiter gerade zahlen wollte. Sein Bankberater warnte, dass der Hof verloren sei, wenn sich in drei bis vier Monaten nichts ändere.
Ein Familienporträt aus dieser Zeit, so sagte er, wirke idyllisch – Blumen, sechs Kinder, ein gepflegter Hof – doch hinter dem Lächeln „verloren sie gerade den Hof“.
Edwin Shank, Inhaber von „Family Cow“, und seine Familie auf diesem Archivfoto. Das Unternehmen aus Chambersburg, Pennsylvania, liefert Weidefleisch vom Rind, Schweine- und Geflügelfleisch aus Freilandhaltung, Rohmilchprodukte und andere regenerative Produkte an Tausende von Haushalten. Mit freundlicher Genehmigung von „Family Cow“.
„Innerhalb des Zauns liegt die Hoffnung auf die Welt außerhalb des Zauns“, sagte er und zitierte damit einen konventionellen Milchbauern, der die Situation als „schwere Zeiten für Landwirte heutzutage“ beschrieb.
Die Antwort der Shanks bestand darin, den Zaun zu öffnen.
Sie stellten ihren Betrieb auf zertifizierten Bio-Anbau um; dann begannen sie mit geliehenem Geld und wenig Eigenkapital, Rohmilch direkt vom Hof im Rahmen des Genehmigungssystems von Pennsylvania zu verkaufen. Da sie sich keine moderne Verarbeitungsanlage leisten konnten, kauften sie gebrauchte Kühl-Sattelauflieger – sogenannte „Reefer“ – für jeweils ein paar tausend Dollar und verbanden sie zu einem provisorischen Kühlkomplex.
Das Geschäft begann zu florieren, nachdem ein Anruf aus dem Nachbarstaat New Jersey eingegangen war. Eine Mutter aus Trenton fragte, ob Shank Rohmilch über die Staatsgrenze hinweg liefern könne. Rechtlich gesehen war das nicht erlaubt, aber er nahm sich Salatin als Beispiel.
„Ich sagte ihr: ‚Ich kann nicht nur für Sie allein liefern, aber wenn Sie genug Freunde haben, kann ich Sie an der Staatsgrenze treffen’“, erinnerte sich Shank. Die Kundin organisierte fünf Familien. Das reichte Shank, um seinen Minivan zu beladen und die dreistündige Fahrt anzutreten.
Er fuhr auf der I-95-Autobahn – der großen Nord-Süd-Lebensader der Ostküste – nordwärts und erreichte die Ausfahrt zu dem kleinen Grenzort New Hope.„Genau in diesem Moment ging es mir durch und durch“, sagte er. „Gott, willst du mir damit etwas sagen?“
Aus dieser ersten Abholstelle entwickelte sich ein Netzwerk von 55 Lieferorten. Shanks Unternehmen, „The Family Cow“, liefert an fünf Tagen in der Woche Rohmilchprodukte, grasgefüttertes Rindfleisch, Schweinefleisch und Geflügel aus Weidehaltung sowie weitere Produkte aus regenerativer Landwirtschaft an Tausende Haushalte.
Etwa 90 Prozent des Geschäfts laufen mittlerweile online, erklärte Shank, während etwa zehn Prozent über einen neuen Hofladen und ein Café verkauft werden. Dort gibt es auch Sauerteig-Sandwichs, noch mit echter Butter bestrichen und deftig belegt mit Bio-Fleisch aus Weidehaltung.
Shank gab die Vorstellung auf, dass sein Hof alles selbst produzieren müsse, was er verkauft. Er entschied sich dafür, das zu entwickeln, was er „Überleben der Kooperierenden“ nennt.
Mehrere Familienbetriebe teilen sich die Produktion.
Zwei Milchviehbetriebe liefern Rohmilch, sieben Familien produzieren Eier aus Freilandhaltung und elf Familien ziehen Rinder in Weidehaltung auf. Andere Familien haben sich auf Schweinefleisch aus Freilandhaltung, Puten und Ferkel spezialisiert.
„The Family Cow“ holte drei junge Familien mit ins Boot, um Geflügel aus Freilandhaltung zu züchten. Der Hof stellte den Markt, die Schlachtung und das Marketing-Know-how zur Verfügung, während die Familien die Arbeitskraft und das Land beisteuerten. Im ersten Jahr produzierte die Gruppe 10.000 Hühner.
Shank ist offen für Vorschläge von Unternehmern. Eine Mutter und ihre Tochter kamen auf ihn zu und boten Wasserkefir zum Preis von fünf Dollar pro Einmachglas an. Shank räumte ein, dass er anfangs bezweifelte, dass die Kunden diesen Preis zahlen würden.
Innerhalb von sechs Monaten verkauften sie 10.000 Gläser über das Netzwerk von „The Family Cow“.
Joel Salatin, Inhaber der „Polyface Farm“, hält im Juni 2024 auf dem „Food Independence Summit“ in Walnut Creek, Ohio, einen Kurs zum Thema Hühnerschlachtung ab.
Foto: Everitt Townsend
Gesund durch Rückzug aus dem industriellen Lebensmittelsystem
Max Kane, ein Rohmilch-Aktivist und Landwirt aus Wisconsin, hat durch eine Ernährungsumstellung eine lebensbedrohliche Krankheit überwunden und sich zu einer führenden Stimme im Kampf für Ernährungssouveränität, den Zugang zu Rohmilch und lokale, auf landwirtschaftlichen Betrieben basierende Wirtschaftssysteme entwickelt. Mit 11 Jahren wurde bei ihm eine degenerative Form von Morbus Crohn diagnostiziert; mehr als ein Jahrzehnt lang durchlief er einen Kreislauf aus Operationen, Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten, ohne dass sich sein Zustand nennenswert verbesserte.
Kane lehnte den konventionellen medizinischen Weg ab und stellte auf eine ausschließlich unverarbeitete Ernährung um, die er direkt von lokalen Erzeugern bezog. Seinen Angaben zufolge stellte die Ernährungsumstellung seine Gesundheit wieder her. Sie habe ihm ermöglicht, die staatliche Erwerbsunfähigkeitshilfe aufzugeben und Mitte 20 wieder zu dem zu werden, was er als „ein funktionsfähiges, beitragendes Mitglied der Gesellschaft“ bezeichnet. Heute betreibt Kane einen rund 85 Hektar großen Bauernhof im Südwesten von Wisconsin und einen Rohmilch-Einkaufsclub, der seit rund zwei Jahrzehnten Familien im Großraum seiner Geburtsstadt Chicago versorgt.
Im Jahr 2009, so berichtete er, versuchten das US-Landwirtschaftsministerium (USDA), die Food and Drug Administration (FDA) und staatliche Behörden, ihn wegen seiner Rohmilchlieferungen nach Chicago für 18 Monate ins Gefängnis zu bringen. Diese Erfahrung beflügelte sein Engagement für die Legalisierung von Rohmilch und bestärkte ihn in seiner Ansicht, dass Amerikaner die Freiheit haben müssen, sich aus dem industriellen Lebensmittelsystem zurückzuziehen und private Lebensmittelnetzwerke zwischen Landwirten und Verbrauchern zu bilden.
Er gründete „Farm Match“, einen Online-Marktplatz, den er als „Etsy für lokale Lebensmittel“ bezeichnete. Die Plattform verbindet Verbraucher direkt mit geprüften Bauernhöfen und Einkaufsgemeinschaften.
„Selbstversorgung in jeglicher Form – sei es auf vollständigen ländlichen Gehöften, in Balkongärten in städtischen Hochhäusern oder in Vorstadtgärten – nimmt aufgrund der Versäumnisse des derzeitigen industriellen Lebensmittelsystems zu, das durch hochverarbeitete Lebensmittel und unberechenbare Lieferketten gekennzeichnet ist,“ erklärte Kane gegenüber der Epoch Times. Industriellen Lieferketten mangelt es an echter Transparenz und Rückverfolgbarkeit, was es ermöglicht, Inhaltsstoffe legal auf Etiketten zu verbergen, und es den Verbrauchern erschwert, zu verstehen, was sie essen, oder die Quelle einer Kontamination zurückzuverfolgen, wenn etwas schiefgeht, merkte Kane an.
Wirtschaftlich gesehen „entzieht dies der lokalen Wirtschaft Geld und leitet es weit weg, was ländliche Gemeinden und kleine Erzeuger untergräbt“, sagte er. „Einfach ausgedrückt: Die Lebensmittel, die Menschen zu sich nehmen, sind der wichtigste Einzelfaktor für ihre Lebensfähigkeit, ganz gleich, womit sie ihren Lebensunterhalt verdienen“, sagte Kane. „Wenn Bürger nicht legal private Ernährungssysteme aufbauen können, die Körper und Geist nähren, laufen sie Gefahr, dauerhaft von einer Infrastruktur abhängig zu werden, die sie krank, machtlos und wirtschaftlich an den Rand drängt.“
Basis-Strategie zur Umgehung der Konzern-Lieferketten
Sally Fallon Morell stimmt dem zu. Die Gründungspräsidentin der Weston A. Price Foundation – einer gemeinnützigen Organisation, die traditionelle Ernährungsweisen, Vollwertkost und den Verzehr von tierischen Fetten fördert – stellte in ihrem Gespräch mit der Epoch Times eine einfache Basisstrategie vor, die die Lieferketten der Konzerne umgeht und kleine, auf Weidehaltung setzende Erzeuger stärkt.
„Wenn wir die Menschen dazu auffordern würden, die Hälfte ihres Lebensmittelbudgets für Direktkäufe bei Bauernhöfen auszugeben, würde das alles verändern, und wir würden zu der Art der Landwirtschaft zurückkehren, die wir fördern wollen“, sagte Fallon Morell. Zu ihrer Vision gehört es, Rohmilch, Eier und Fleisch direkt von regenerativ wirtschaftenden Landwirten zu kaufen und lokale Handwerker sowie Kleinproduzenten von Sauerteigbrot, Sauerkraut und anderen traditionell zubereiteten Lebensmitteln zu unterstützen.
Dies fördere gegenseitige Unterstützung und lokale Netzwerke, fügte sie hinzu.
„Das Ziel ist ein widerstandsfähiges lokales Netzwerk aus Erzeugern und Verbrauchern, nicht ein von der Außenwelt abgeschnittener Selbstversorgerhof“, sagte sie.
Im Rahmen ihrer „Campaign for Real Milk“ setzt sich die Weston A. Price Foundation für einen universellen Zugang zu zertifizierter, roher, unverarbeiteter Milch ein.
Fallon Morell ist außerdem Autorin des Ernährungs-Kochbuchs „Nourishing Traditions“. Sie plädiert für eine Rückkehr zu nährstoffreicher Ernährung, die tierische Fette, Knochenbrühen, Innereien, milchsauer vergorene Lebensmittel und Rohmilch umfasst.
Die Stiftung unterhält rund 500 lokale Ortsgruppen, die über aktuelle Listen lokaler Lebensmittelanbieter verfügen.
„Nehmen wir an, Sie sind nach Akron, Ohio, gezogen und möchten Rohmilch, Hähnchen und Eier finden. Dann rufen Sie einfach Ihren Ortsverband an, und der weiß, wo es all das gibt“, sagte sie.
Ruth Ann Zimmerman und ihr Ehemann Elvin leben auf einem Gehöft von rund 8,5 Hektar im Nordosten von Iowa. Als Autorin mehrerer Bücher zum Thema Selbstversorgung, darunter „The Heart of the Homestead“, wuchs sie in einer Kultur auf, in der die Familie mit der Pferdekutsche in die Stadt fuhr und ihre Lebensmittel noch selbst anbaute.
Später verließen die Zimmermans die mennonitische Gemeinschaft und nahmen moderne Annehmlichkeiten wie Auto, Fernsehen und Fertiggerichte an.
Als ihre 5-jährige Tochter krank wurde und der Arzt eine Mandelentfernung empfahl, stellte die Familie ihre Ernährung komplett um und verzichtete auf Fertiggerichte zugunsten dessen, was sie als „echte Lebensmittel“ bezeichnet.
Nach Angaben der Familie verbesserte sich der Gesundheitszustand des Kindes. Seitdem haben sich die Zimmermans gesunder Ernährung und der Selbstversorgung verschrieben.
„Unser Bauernhof dient nicht dem Gewinn, sondern der Ernährung“, erklärte Zimmerman gegenüber der Epoch Times. „Nichts verlässt den Hof, bevor es nicht zuerst die Familie ernährt hat.“
Die Lebensprinzipien der Zimmermans drehen sich darum, „saisonal und regional zu essen, Zeit statt Geld für die Beschaffung von Nährstoffen aufzuwenden und teure Nahrungsergänzungsmittel durch traditionelle Lebensmittel zu ersetzen“.
„Unsere Hauptnahrungsquelle, der Großteil unserer Mahlzeiten, stammt vom Hof, ebenso wie unsere Vitamine und Mineralstoffe, die im Laden viel kosten würden“, sagte Zimmerman.
Selbst eingelegtes Sauerkraut und fermentierte Gurken ersetzen teure probiotische Nahrungsergänzungsmittel, fügte sie hinzu. Geschmorte Hühnerfüße und Knochenbrühe ersetzen Kollagenpeptide. Anstatt Proteinpulver zu bestellen, gewinnt die Familie Molke aus Käse und Joghurt.
Eine Auswahl an Käse und Wurstwaren in der Metzgerei „Main Street Meats“ in Chattanooga, Tennessee. Das Geschäft bezieht seine Produkte von lokalen Bauernhöfen. Das Foto entstand am 23. Juni 2017.
Foto: Crystal Shi/Epoch Times
Eine Kuh als „Lehrer“ des Lebens
Die Kinder der Zimmermans lernen durch das Vorbild und entwickeln eine Mentalität der Selbstversorgung.
Zum Beispiel hält die Familie zwei Milchkühe, vor allem damit die Söhne früh aufstehen und Verantwortung übernehmen.
„Wenn wir nur eine Milchkuh hätten, würde ich sie melken“, sagte Zimmerman. „Die andere Kuh dient einfach dem Zweck, aus unseren Jungen Männer zu machen.“
Neue Selbstversorger seien oft irgendwann mit Burnout konfrontiert, so Zimmerman, weil sie versuchten, zu viel anzubauen. Sie forderte Familien dazu auf, ihre Ernährung zu vereinfachen und weniger auf Fertigprodukte zurückzugreifen.
„Wenn ich in Versuchung gerate, das Unkrautjäten zu überspringen oder fertige Nudelsauce im Laden zu kaufen, schalte ich in den ‚Kein-Plan-B‘-Modus um und stelle mir vor, es gäbe keinen Rückgriff auf den Supermarkt. Mich nicht um den Garten zu kümmern, bedeutet, meiner Familie mit Herbiziden behandelte Kartoffeln und hochverarbeitete Saucen zu servieren“, sagte sie.
„Was wäre, wenn ein Gehalt nicht immer ausreicht, um eine Familie zu ernähren? Was wäre, wenn wir für gesunde Familien die Fähigkeit brauchen, unsere eigenen Lebensmittel anzubauen, mehr noch als die Fähigkeit, ein Gehalt zu verdienen?“
Eine Frau kauft am 7. Januar 2024 in einem Lebensmittelgeschäft in Columbia, Maryland, ein. Die Expertin für Selbstversorgung, Ruth Ann Zimmerman, ermutigt Supermarktkunden, zu fragen: „Wo ist das gewachsen, wer hat es angebaut und wie wurde es angebaut?“
Foto: Madalina Kilroy/Epoch Times
Zimmerman ermutigt Verbraucher im Supermarkt, zu fragen: „Wo ist das gewachsen, wer hat es angebaut und wie wurde es angebaut?“, und jeden Einkauf nicht als Routinekauf im Supermarkt, sondern als Investition in die Ernährung zu betrachten.
Geld, so schlug sie vor, sollte als „Kauf von Ernährung“ betrachtet werden und nicht als „gedankenloses Auf-den-Tisch-Bringen von Essen“. Dieser Mentalitätswandel kann Familien dazu inspirieren, ihre Abhängigkeit von Lieferketten zu minimieren und auf den Anbau sowie die lokale Beschaffung von Lebensmitteln umzusteigen.
„Es ist wichtig zu wissen, wie man seine eigenen Lebensmittel anbaut, und es ist ebenso wichtig, Beziehungen zu lokalen Landwirten und Selbstversorgern aufzubauen, damit man gesunde Lebensmittel bekommt, die man nicht selbst anbaut“, sagte sie.
Chinas Exporte nach Deutschland sind im Juni erneut kräftig gestiegen. (Archivbild) - Foto: XinHua/dpa
Politiker von CDU, SPD und Grünen fordern ein härteres Vorgehen gegen unfaire Handelspraktiken Chinas.
Sie warnen vor den Folgen für die deutsche Wirtschaft und appellieren an die Europäische Union und die Bundesregierung, mehr zu deren Schutz zu tun, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.
CDU und SPD
CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen (CDU) sagte der FAS, die EU müsse endlich etwas gegen die gezielten und massiven unfairen Handelspraktiken Chinas unternehmen.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Außenpolitikerin Siemtje Möller sprach gegenüber der Zeitung von einem klaren aggressiven Plan und einem weltweiten Führungsanspruch Chinas. Die deutsche Politik sei immer noch viel zu lieb zu China.
Wenn chinesische Hersteller bestimmte Industriemaschinen um 50 Prozent billiger anböten als deutsche Konkurrenten und noch Ersatzteile und Service obendrauf legten, sei das nur mit regelwidrigen Subventionen zu erklären. Mit niedrigen Löhnen und selbst Zwangsarbeit allein komme man nicht auf so einen Preis, sagte Möller.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) sagte der Zeitung, man brauche ein konsequentes Vorgehen gegen unfaire Wettbewerbspraktiken.
Das könnten auch Antidumping- und Antisubventionsmaßnahmen, handelspolitische Schutzinstrumente für Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie oder den Maschinenbau sein. Außerdem müsse es endlich eine koordinierte und zielgerichtete europäische Industriepolitik geben.
Wenn, wie bei der E-Auto-Prämie, öffentliche Mittel eingesetzt würden, dann müsse das nach dem Prinzip „Buy European“ gehen und erstmal die europäische Wertschöpfung stärken, so Özdemir. Die Abwehr des unfairen Wettbewerbs und der sogenannte China-Schock 2.0 seien derzeit die schwierigsten Fragen, mit denen sich seine Regierung auseinandersetzen müsse.
Die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, sagte der FAS, die Bundesregierung tue zu wenig, um die Wirtschaft gegen unfairen Wettbewerb aus China zu schützen.
Sie stellte eine Reihe von Forderungen: Wenn China seine Märkte dichtmache, könne man in Europa umgekehrt auch chinesische Unternehmen von der Vergabe und Förderung ausschließen. Außerdem könne eine „Buy European“-Klausel den Marktanteil europäischer Elektroautos steigern.
Die Unterbewertung der chinesischen Währung, kombiniert mit einer Überproduktion in vielen Sektoren, führe zu unfairen Preisen für chinesische Produkte auf dem europäischen Markt, äußerte Brantner. Gleichzeitig würden deutsche Unternehmen bei Ausschreibungen in China nicht mehr zugelassen. (dts/red)
Chinas Exporte nach Deutschland sind im Juni erneut kräftig gestiegen. (Archivbild) - Foto: XinHua/dpa
Politiker von CDU, SPD und Grünen fordern ein härteres Vorgehen gegen unfaire Handelspraktiken Pekings.
Sie warnen vor den Folgen für die deutsche Wirtschaft und appellieren an die Europäische Union und die Bundesregierung, mehr zu deren Schutz zu tun, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.
CDU und SPD
CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen (CDU) sagte der FAS, die EU müsse endlich etwas gegen die gezielten und massiven unfairen Handelspraktiken Chinas unternehmen.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Außenpolitikerin Siemtje Möller sprach gegenüber der Zeitung von einem klaren aggressiven Plan und einem weltweiten Führungsanspruch Chinas. Die deutsche Politik sei immer noch viel zu lieb zu China.
Wenn chinesische Hersteller bestimmte Industriemaschinen um 50 Prozent billiger anböten als deutsche Konkurrenten und noch Ersatzteile und Service obendrauf legten, sei das nur mit regelwidrigen Subventionen zu erklären. Mit niedrigen Löhnen und selbst Zwangsarbeit allein komme man nicht auf so einen Preis, sagte Möller.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) sagte der Zeitung, man brauche ein konsequentes Vorgehen gegen unfaire Wettbewerbspraktiken.
Das könnten auch Antidumping- und Antisubventionsmaßnahmen, handelspolitische Schutzinstrumente für Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie oder den Maschinenbau sein. Außerdem müsse es endlich eine koordinierte und zielgerichtete europäische Industriepolitik geben.
Wenn, wie bei der E-Auto-Prämie, öffentliche Mittel eingesetzt würden, dann müsse das nach dem Prinzip „Buy European“ gehen und erstmal die europäische Wertschöpfung stärken, so Özdemir. Die Abwehr des unfairen Wettbewerbs und der sogenannte China-Schock 2.0 seien derzeit die schwierigsten Fragen, mit denen sich seine Regierung auseinandersetzen müsse.
Die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, sagte der FAS, die Bundesregierung tue zu wenig, um die Wirtschaft gegen unfairen Wettbewerb aus China zu schützen.
Sie stellte eine Reihe von Forderungen: Wenn China seine Märkte dichtmache, könne man in Europa umgekehrt auch chinesische Unternehmen von der Vergabe und Förderung ausschließen. Außerdem könne eine „Buy European“-Klausel den Marktanteil europäischer Elektroautos steigern.
Die Unterbewertung der chinesischen Währung, kombiniert mit einer Überproduktion in vielen Sektoren, führe zu unfairen Preisen für chinesische Produkte auf dem europäischen Markt, äußerte Brantner. Gleichzeitig würden deutsche Unternehmen bei Ausschreibungen in China nicht mehr zugelassen. (dts/red)
Der deutsche Börsen-Leitindex hat erstmals die Marke der 26.000 Punkte geknackt. - Foto: Andreas Arnold/dpa
In Kürze:
Der DAX hat erstmals die Marke von 26.000 Punkten überschritten, trotz einer weiterhin schwachen deutschen Konjunktur.
Starke Unternehmenszahlen, Exportzuwächse und Hoffnungen auf geopolitische Entspannung stützen die Kurse.
Steigende Zinsen, Niedrigwasser, geopolitische Unsicherheit und die schwache Industrie beeinflussen die Entwicklung des DAX.
Am vergangenen Montag überschritt der deutsche Leitindex DAX erstmals in seiner Geschichte die Marke von 26.000 Punkten. Zwei Handelstage später folgte mit rund 26.403 Punkten zum Handelsbeginn die nächste Bestmarke. Zum Börsenschluss am Mittwoch fiel der DAX auf rund 26.144 Punkte. Am Freitag lag er bei etwa 26.300 Punkten.
Der DAX und die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft sind nicht unmittelbar gleichzusetzen. Der Aktienindex bildet die Entwicklung der im DAX enthaltenen Unternehmen und die Erwartungen der Anleger hinsichtlich ihrer künftigen Gewinne ab. Diese werden unter anderem von Zinsentscheidungen, geopolitischen Risiken und der Entwicklung der Industrie beeinflusst.
DAX-Rekord bei steigenden Zinsen und Inflation
Die jüngste Rally wurde unter anderem von der Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran begleitet. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche einen geplanten Großangriff auf den Iran ausgesetzt und Verhandlungen angekündigt. Zudem legten DAX-Unternehmen wie Fresenius und Siemens Energy starke Halbjahreszahlen vor. Beide Aktien stiegen nach der Veröffentlichung der Zahlen.
Im internationalen Vergleich entwickelte sich der DAX weniger stark: Während einzelne asiatische Indizes wie der südkoreanische KOSPI oder der japanische NIKKEI in diesem Jahr zeitweise Zuwächse im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich verzeichneten, bewegte sich der deutsche Leitindex seit Jahresbeginn moderater.
Die Entwicklung des DAX steht auch im Zusammenhang mit dem geldpolitischen Umfeld: Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen nach fast einjähriger Pause im Juni erstmals seit knapp drei Jahren wieder angehoben, um 25 Basispunkte auf einen Einlagesatz von 2,25 Prozent. Nach Darstellung der Notenbank war die Entscheidung eine Reaktion auf neu aufgeflammten Inflationsdruck, den die EZB selbst mit dem Energiepreisschock infolge des Nahost-Kriegs begründet. Die Inflationsrate im Euroraum lag im Juni laut Eurostat bei rund 2,9 Prozent und damit über dem mittelfristigen Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank.
Steigende Zinsen verteuern normalerweise die Finanzierung von Unternehmen und schmälern rechnerisch den Gegenwartswert künftiger Gewinne, was Aktienbewertungen tendenziell belastet. Der Anstieg des DAX lässt sich unter anderem mit unternehmensspezifischen Sondereffekten erklären.
Die Entwicklung von Börse und Realwirtschaft
Das ifo Institut, dessen Geschäftsklimaindex als Frühwarnsystem für die deutsche Konjunktur gilt, meldete für Juli einen Anstieg auf 86,6 Punkte nach 85,6 im Juni. Das war der dritte Zuwachs in Folge seit dem Tiefpunkt von 84,5 im April. Bei Betrachtung der wirtschaftlichen Teilbereiche zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Der gesamte Anstieg speiste sich aus verbesserten Erwartungen der befragten Unternehmen, während die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage im Vergleich zum Vormonat sogar leicht nachgab. Optimismus über die Zukunft bei gleichzeitig schwächerer Einschätzung der Gegenwart ist ein Muster, das sich in der deutschen Konjunkturgeschichte wiederholt und sowohl vor tatsächlichen Trendwenden als auch vor Rückschlägen auftrat.
Mit Blick auf die Realwirtschaft zeigt sich folgendes Bild: Die Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg im Juni 2026 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, im Dreimonatsvergleich lag sie 0,7 Prozent über dem Niveau der drei Vormonate.
Das Bundeswirtschaftsministerium wertete dies als Zeichen dafür, dass sich die Industrieproduktion „ungeachtet der außenwirtschaftlichen Belastungen im vergangenen Quartal als recht widerstandsfähig erwiesen“ habe. Das Ministerium nannte als Erklärung eine „relative Verbesserung der Wettbewerbsposition bei den energieintensiven Industrien in Deutschland im Vergleich zu den asiatischen Konkurrenten“.
Die Entwicklung der deutschen Industrie steht dabei auch im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten. Die relative Wettbewerbsposition der energieintensiven Industrien in Deutschland gegenüber asiatischen Konkurrenten kann sich dabei verbessern, wenn diese stärker von den Auswirkungen des Konflikts betroffen sind.
Exportrekord im Schatten der Straße von Hormus
Eine wichtige Zahl dieser Woche stammt aus der Außenhandelsstatistik: Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 139,3 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert, 0,9 Prozent mehr als im Mai und 6,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das ist der höchste je in einem Monat gemessene Wert seit Beginn der saisonbereinigten Erhebung und liegt über dem bisherigen Rekord vom September 2022. Für das erste Halbjahr 2026 meldet die Behörde insgesamt ein Exportwachstum von 3,7 Prozent auf 816,6 Milliarden Euro, bei einem gleichzeitig überproportionalen Importzuwachs von 4,4 Prozent auf 711,6 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss schrumpfte dadurch im Juni auf 15,4 Milliarden Euro, nach 19,3 Milliarden Euro im Mai.
Der Rekord steht im Zusammenhang mit der Entwicklung des internationalen Handels. Der Schiffsverkehr durch die für den globalen Öltransport zentrale Straße von Hormus war infolge des Kriegs zwischen den USA und dem Iran zeitweise nahezu zum Erliegen gekommen. Der ING-Analyst Carsten Brzeski formulierte im Juli die Vermutung, einige deutsche Branchen und Unternehmen hätten „vom Krieg im Nahen Osten profitiert“, weil asiatische Wettbewerber von der Sperrung stärker betroffen gewesen seien als europäische Exporteure. Diese Einschätzung stammt von einem einzelnen Marktbeobachter und ist keine amtlich bestätigte Analyse. Hinzu kommt, dass die Zahlen nominal ausgewiesen werden und damit die im Juni erneut gestiegenen Importpreise für Energie und Vorleistungsgüter nicht herausrechnen; ein Teil des Anstiegs könnte daher auf höhere Preise und nicht auf größere Liefermengen zurückzuführen sein.
Zwischen Börsenrekord und Niedrigwasser
Während der DAX neue Rekorde erreicht, steht die Industrie vor einem weiteren Problem: dem historischen Niedrigwasser auf dem Rhein. Das Bundeswirtschaftsministerium bezeichnete die niedrigen Pegelstände als „Herausforderung für die regionale Rohstoff- und Materialversorgung von Industrieunternehmen“ und schloss bei anhaltend geringen Transportkapazitäten „temporäre Einschränkungen bei der Produktionstätigkeit von betroffenen Unternehmen“ nicht aus.
Ein anhaltend hoher Exportüberschuss kann kurzfristig Beschäftigung in exportorientierten Branchen sichern. Eine sich aufhellende Erwartungshaltung der Unternehmen kann sich mittelfristig in höheren Investitionen niederschlagen, sofern sie sich verstetigt. Für Anleger mit breit gestreuten Portfolios bedeutet der Rekordstand einen Buchgewinn.
DAX-Rekord und Konjunktur
Das Niedrigwasser am Rhein bleibt ein wetterabhängiges Risiko für die Produktion. Die Konzentration des DAX auf einzelne Schwergewichte bedeutet, dass Kursbewegungen bei Technologie- oder Energiewerten den Gesamtindex überproportional beeinflussen können. Die Entwicklung an der Straße von Hormus sowie die geldpolitischen Entscheidungen der EZB können ebenfalls Einfluss auf die Aktienmärkte haben. Die nächsten Zinsentscheide fallen am 10. September und 29. Oktober 2026.
Die Entwicklung der ifo-Erwartungskomponente sowie die Belastbarkeit des Exportrekords vom Juni hängen unter anderem von der weiteren Entwicklung der deutschen Wirtschaft, der internationalen Handelsbedingungen und der geopolitischen Lage ab. Der DAX bildet die Entwicklung der im Index enthaltenen Unternehmen und nicht die gesamte deutsche Volkswirtschaft ab.
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat auch im zweiten Quartal unter dem Strich einen Rückschlag hinnehmen müssen, schöpft aber Zuversicht für den Rest des Jahres. Der Gewinn brach im zweiten Quartal um 48 Prozent ein. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank das Konzernergebnis von 245 Millionen Euro auf 128 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mitteilte.
Vor allem deutlich anziehende Geschäfte in den USA sowie die Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen und damit einhergehende Verbesserungen bei den Zöllen machen den Schwaben Hoffnung. Der Hersteller von Lkw und Bussen rechnet mit einem beschleunigten Ergebniswachstum in der zweiten Jahreshälfte und hatte erst kürzlich seine Prognose erhöht.
„Die starke Geschäftsentwicklung bei Trucks North America, die Aussicht auf höhere Absatzzahlen und die geringere erwartete Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf bestärken uns darin, unsere Prognose für das Gesamtjahr anzuheben“, sagte Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström laut Mitteilung.
„Die Nachfrage in den USA hat sich seit Anfang des Jahres stark erholt und durch unsere Kundenstruktur profitieren wir besonders davon“, sagte Finanzvorständin Eva Scherer der Deutschen Presse-Agentur. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte sagte Scherer, dass das Produktionsprogramm des Konzerns so gut wie ausgebucht sei. Der Auftragseingang des Konzerns legte im zweiten Quartal – getrieben durch die Bestellungen in Nordamerika – um 27 Prozent zu.
Im zweiten Quartal hatten sich aber weiterhin Zölle belastend auf die Profitabilität ausgewirkt, hieß es laut Mitteilung. Der Umsatz stieg zwar um fünf Prozent auf rund 12,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) jedoch fiel um neun Prozent auf 360 Millionen Euro. Im Industriegeschäft – also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet – fiel der Rückgang beim Ebit mit 20 Prozent noch deutlicher aus.
Daimler Truck hatte im zweiten Quartal wieder mehr Fahrzeuge verkauft. Die Verkäufe legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um acht Prozent zu, auf insgesamt 86.707 Lastwagen und Busse.
Daimler Truck will bis 2030 rund 5.000 Stellen streichen. (Archivbild)
Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Finanzvorständin: Zweites Quartal stellt Wendepunkt dar
„Das zweite Quartal stellt wirklich einen Wendepunkt dar, deshalb haben wir auch unsere Prognose erhöht“, sagte Scherer. Aber die positiven Effekte seien noch nicht im zweiten Quartal reflektiert. „Ab dem dritten Quartal werden sich die Verbesserungen in den Zahlen zeigen“, sagte Scherer.
Am Donnerstagabend hatte Daimler Truck angekündigt, in den USA ein neues Werk bauen zu wollen. Der Bau soll Ende dieses Jahres starten, die Produktion 2029. Genauere Angaben zur Investitionssumme oder der Kapazität der Produktionsstätte machten die Vorstände nicht. Mehrere potenzielle Standorte würden derzeit geprüft, hieß es laut Mitteilung. Das neue Werk solle das größte des Konzerns in den USA werden, sagte Scherer. Bislang sei dieses in Cleveland im Bundesstaat North Carolina.
Gewinneinbrüche und ein Sparprogramm
Beim Nutzfahrzeughersteller lief es zuletzt nicht rund. 2025 sank der Gewinn um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn sogar um satte 80 Prozent ein.
Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm „Cost Down Europe“ aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb ungefähr 5.000 Stellen wegfallen. Betroffen ist insbesondere die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Aber auch in Nordamerika soll gespart werden.
Nach etwa 100 Millionen Euro im vergangenen Jahr will Daimler Truck in diesem Jahr weitere 150 Millionen Euro einsparen, womit der Konzern etwa eineinhalb Jahre nach Start des Programms ein Viertel des anvisierten Sparziels erreicht hätte. „Wir liegen da gut im Plan“, sagte Scherer. (dpa/red)
Massen an Plastikmüll entstehen in Deutschland jedes Jahr - ein großer Teil davon wird recycelt. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
177,8 Kilogramm: So viel Verpackungsmüll kommt pro Jahr im Schnitt auf jeden Menschen in der Europäischen Union. Die EU will den Müllberg verringern und führt dafür ab dem 12. August neue Regeln ein. Sie reichen von Vorgaben für Chemikalien in Verpackungen bis hin zum Verbot von Einwegplastik in der Gastronomie, das 2030 in Kraft tritt. Ein Überblick über die Vorgaben:
Warum neue Regeln?
Im Kampf gegen den Verpackungsmüll hat sich die EU ein Ziel gesetzt: Bis 2040 sollen im Vergleich zum Jahr 2018 mindestens 15 Prozent weniger Verpackungen auf dem Müll landen. Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat zufolge ist die Müllmenge bis 2021 stetig gestiegen und in den zwei Folgejahren gesunken, neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Um den Abwärtstrend fortzusetzen, führt die EU eine Reihe von Verboten ein.
Im Supermarkt
Lebensmittelverpackungen dürfen ab Mittwoch keine PFAS mehr enthalten, das sind die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb in vielen Einwegverpackungen, können aber krebserregend sein und der Fruchtbarkeit schaden. Auch die gesundheitsschädliche Chemikalie Bisphenol A ist bereits verboten, bis Juli 2028 gilt aber noch eine Ausnahme für Beschichtungen, die Obst-, Gemüse- und Fischkonserven haltbar machen.
Ab 2030 sind leichte Plastiktüten an der Kasse verboten. Das gleiche gilt für Plastiknetze, -tüten und -boxen für frisches Obst und Gemüse. Mehrere Getränkedosen oder Flaschen dürfen zudem nicht mehr mit Plastikfolie zusammengehalten werden, es sei denn, es ist für den Transport nötig. Verpackungen aus Papier oder anderen Materialien bleiben erlaubt.
Restaurants und Hotels
Auch Cafés, Restaurants und Hotels sollen sich schrittweise vom Einwegplastik trennen. Beschichtete Papierbecher und -boxen bleiben erlaubt, die EU will aber Alternativen fördern. Ab dem 12. Februar kommenden Jahres müssen alle Café und Restaurants ihren Kunden deshalb anbieten, einen eigenen Kaffeebecher oder eine Brotdose mitzubringen. Ein Jahr später werden Gastronomieketten verpflichtet, eigene Mehrwegbecher anzubieten; kleine Cafés und Restaurants sind ausgenommen.
Ab dem 12. Februar 2029 – ein weiteres Jahr später – werden Plastikbehälter aus Polystyrol für Fast Food und Essen zum Mitnehmen verboten. Das sind die weißen Boxen aus Plastikschaum, die bestelltes Essen warm halten. Andere Plastikbehälter bleiben für Essen zum Mitnehmen oder Bestellungen theoretisch erlaubt, eignen sich bislang aber weniger gut.
Beim Verzehr vor Ort im Restaurant oder auf der Terrasse sind ab 2030 hingegen alle Verpackungen aus Einwegplastik verboten. Dann sollen auch Plastiktütchen für Zucker, Salz, Ketchup und Mayonnaise von den Tischen verschwinden. Essen zum Mitnehmen dürfen sie aber beigelegt sein. Für kleine Cafés und Restaurants sind auch hier Ausnahmen möglich.
In Hotels werden kleine Shampoo- und Seifenpackungen aus Plastik verboten. Eine weitere Änderung gibt es am Flughafen: Ab dem 12. Februar 2029 gibt es in der EU keine Schrumpffolie mehr, mit denen Reisende bisher ihren Koffer umwickeln können.
Ausweitung des Pfandsystems
Jedes EU-Land soll Pfandsysteme für Einweg-Plastikflaschen und Getränkedose einrichten, wie es sie in Deutschland bereits gibt. Die Verpackungsindustrie soll zudem verpflichtende Mehrwegquoten einhalten. Im Getränkesektor können sich bis zu fünf Unternehmen zusammenschließen, um die Ziele gemeinsam zu erfüllen. Das soll dafür sorgen, dass bestehende Systeme weiter funktionieren.
Recycling-Pflichten für die Industrie
Ab 2030 sollen keine Verpackungen mehr verkauft werden dürfen, die zu weniger als 70 Prozent recycelbar sind. Für Plastikflaschen ist die Quote kein Problem. Andere Verpackungen sind schwieriger zu recyceln, weil sie aus verschiedenen Molekülen bestehen, etwa Joghurtbecher.
Die Industrie hofft deshalb, dass die EU-Kommission auch das sogenannte chemische Recycling als Möglichkeit anerkennt. Dabei wird Plastik so hoch erhitzt, dass es in seine Moleküle zerfällt. Die Methode verbraucht jedoch viel Energie und erzeugt mitunter krebserregende Schadstoffe; Umweltschützer kritisieren sie als Scheinlösung. Bisher ist sie – eher symbolisch – nur für die ohnehin leicht recycelbaren Plastikflaschen zugelassen, für andere Verpackungen aber noch nicht.
Es gibt eine Reihe von Ausnahmen von der Recycling-Pflicht, darunter Verpackungen für medizinische Produkte. Außerdem sind auf Drängen aus Frankreich Holz- und Wachsverpackungen ausgenommen, weil sonst die traditionelle Holzschachtel um den Camembert betroffen gewesen wäre. (afp/red)
Das Niedrigwasser legt am Mittelrhein große Kies- und Sandbänke frei. Sinkende Pegel schränken die Transportkapazität der Binnenschifffahrt erheblich ein. - Foto: Oliver Berg/dpa
In Kürze:
Das anhaltende Niedrigwasser schränkt die Schifffahrt auf dem Rhein massiv ein. Der Bund will mit Ausnahmen für Lkw und zusätzlichen Schienentransporten gegensteuern.
Rund 86 Prozent der Güter auf deutschen Binnenwasserstraßen werden über den Rhein transportiert. Besonders Chemie-, Stahl- und Raffinerieunternehmen sind auf den Fluss angewiesen.
Längere Transportzeiten und höhere Logistikkosten könnten sich bei anhaltendem Niedrigwasser auch auf die Verbraucher auswirken, etwa durch steigende Kraftstoffpreise.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat Vertreter der Industrie, der Häfen und der Binnenschifffahrt am Donnerstag, 6. August, zu einem Spitzentreffen nach Bonn eingeladen. Anlass ist die anhaltende Niedrigwasserlage auf den deutschen Bundeswasserstraßen, die den Güterverkehr zunehmend beeinträchtigt.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand dabei der Rhein, Deutschlands wichtigste Binnenwasserstraße, auf der die wirtschaftlichen Folgen der niedrigen Pegelstände derzeit besonders deutlich zu spüren sind. Ziel des Treffens war es, kurzfristige Maßnahmen gegen die Einschränkungen im Güterverkehr zu beraten.
Nach dem Spitzentreffen erläuterte Bilger die Maßnahmen der Bundesregierung. So wolle der Bund zusätzliche Transporte auf Straße und Schiene erleichtern, um die Folgen des Niedrigwassers für die Wirtschaft abzufedern. Konkret kündigte der Minister an, Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für besonders betroffene Güter prüfen zu wollen.
„Wir werden darüber sprechen, dass wir Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für besonders betroffene Güter vornehmen“, sagte Bilger. Er habe dazu bereits mit mehreren Verkehrsministern der Länder gesprochen und dabei „große Bereitschaft“ festgestellt.
Auch für Schwertransporte, die wegen der Einschränkungen auf den Wasserstraßen auf die Straße verlagert werden müssten, seien Erleichterungen geplant. Zugleich habe das Bundesverkehrsministerium die Autobahn GmbH angewiesen, alles daranzusetzen, Ausweichverkehr nicht durch zusätzliche, vermeidbare Baustellen auszubremsen.
Die Deutsche Bahn Bahn-Infrastruktursparte DB InfraGO werde zudem einen „Sonderkoordinator Niedrigwasser“ bereitstellen, der zusätzliche Schienentransporte in den betroffenen Regionen unterstützen soll.
Bilger betonte, die Maßnahmen sollten der Wirtschaft kurzfristig helfen. „Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir können dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft besser durch diese schwierigen Wochen kommt“, sagte der Minister.
Bei den angekündigten Schritten handele es sich um „ganz konkrete Schritte, die Unternehmen jetzt helfen können“.
Der Rhein als Rückgrat der Industrie
Obwohl sich das Spitzentreffen mit der Niedrigwasserlage auf den Bundeswasserstraßen insgesamt befasste, richtete sich der Blick vorwiegend auf den Rhein. Keine andere Wasserstraße ist für die deutsche Wirtschaft so bedeutend. Der Fluss verbindet die Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen mit den Industriezentren im Ruhrgebiet, im Rheinland sowie bis nach Baden-Württemberg und in die Schweiz.
Entlang seines Verlaufs haben sich über Jahrzehnte Chemiewerke, Stahlhütten, Raffinerien und zahlreiche weitere Industriebetriebe angesiedelt. Für viele von ihnen ist der Rhein der wichtigste Transportweg für Rohstoffe und Vorprodukte.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden auf den deutschen Binnenwasserstraßen im Jahr 2025 insgesamt 171,6 Millionen Tonnen Güter transportiert. Das Transportaufkommen lag damit 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert und erreichte den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.
Die Zahlen zeigen jedoch nicht, dass die Binnenschifffahrt an Bedeutung verliert. Vielmehr transportiert sie Güter, die für zentrale Industriezweige unverzichtbar sind und sich nur eingeschränkt auf andere Verkehrsträger verlagern lassen. Dazu gehören Mineralöl und andere Kraftstoffe, Chemikalien, Kohle, Steine und Erden, Eisenerz, Stahl, Sand, Kies sowie Container.
Welche Schlüsselrolle der Rhein dabei einnimmt, verdeutlichen Destatis-Daten aus dem letzten großen Niedrigwasserjahr 2022. Bereits in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 wurden 86,3 Prozent aller Güter, die auf deutschen Binnenwasserstraßen transportiert wurden, ganz oder teilweise über den Rhein befördert.
Keine andere Wasserstraße übernimmt eine vergleichbare Funktion für den Güterverkehr. Gerade die über den Rhein transportierten Massengüter stehen am Beginn vieler industrieller Wertschöpfungsketten.
Chemiewerke benötigen große Mengen flüssiger Rohstoffe, Stahlwerke sind auf Erz und Kohle angewiesen, Raffinerien auf kontinuierliche Öllieferungen. Fällt der Wassertransport aus oder wird erheblich eingeschränkt, geraten deshalb nicht nur Logistikunternehmen unter Druck, sondern ganze Produktionsprozesse.
Niedrigwasserlage kein Einzelfall
Niedrigwasser gehört grundsätzlich zum natürlichen Abflussgeschehen des Rheins. Besonders nach niederschlagsarmen Sommern können die Wasserstände über Wochen deutlich sinken.
In den Trockenjahren 2003, 2018 und 2022 kam es zu erheblichen Einschränkungen der Binnenschifffahrt.
Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) dokumentiert die Wasserstände an zahlreichen Rheinpegeln. Als wichtigste Referenz für die Rheinschifffahrt gilt der Pegel Kaub am Mittelrhein. Er entscheidet maßgeblich darüber, wie tief beladene Güterschiffe den besonders flachen Abschnitt zwischen Mainz und Koblenz passieren können. Deshalb orientieren sich Reedereien, Verlader und Industrieunternehmen regelmäßig an diesem Messpunkt.
Am Pegel Kaub wurde am 22. Oktober 2018 mit 25 Zentimetern der bisherige Niedrigwasserrekord gemessen und galt bis zum aktuellen Niedrigwasser im Sommer 2026 als historischer Tiefststand. Am Mittwoch gab die WSV den Pegelstand Kaub erstmals mit unter 20 Zentimeter an.
Der Ökonom Simon Gerards Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) sieht im aktuellen Niedrigwasser ein strukturelles Problem für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Gerade Unternehmen entlang des Rheins seien in hohem Maße auf die Wasserstraße angewiesen. Als Beispiel nannte er den Chemiekonzern BASF, der nach seinen Angaben rund 40 Prozent seiner Güter über den Rhein transportiert. „Für ein Unternehmen wie BASF ist es lebensnotwendig, dass ein Rhein als Wasserstraße funktioniert“, sagte Iglesias im ZDF-„Morgenmagazin“.
Das Niedrigwasser zeige zugleich die begrenzte Krisenfestigkeit der deutschen Verkehrsinfrastruktur. Ein kurzfristiger Wechsel auf Straße oder Schiene sei nur eingeschränkt möglich.
Nach Ansicht des Ökonomen seien die Wasserstraßen, ähnlich wie Schiene und Straße, über Jahrzehnte vernachlässigt worden. Um die Schiffbarkeit langfristig zu sichern, reichten einzelne Maßnahmen nicht aus. Er forderte eine umfassende Modernisierung der Wasserstraßen sowie deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte.
Auswirkungen könnten Verbraucher nach Einschätzung des IW-Experten schon bald auch an den Tankstellen spüren. Bereits während des Niedrigwassers 2018 hätten die eingeschränkten Liefermöglichkeiten für Mineralöl zu höheren Kraftstoffpreisen entlang des Rheins geführt. Wenn Raffinerien weniger Rohöl per Schiff erhielten oder ihre Produktion drosseln müssten, könne sich dies erneut auf die Preise auswirken.
Foto: via dts Nachrichtenagentur; Montage: Epoch Times
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Anschlag entgangen
Nach dem Drohnenvorfall in Leipzig spricht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einer „hybriden Bedrohung“. Laut der Gewerkschaft der Polizei seien wir einem großen Anschlag entgangen. Die Drohne war so konfiguriert, dass sie die Sicherheitsbehörden umgehen konnte. Der Flugplatz gilt als wichtiges Drehkreuz für Militärtransporte in die Ukraine.
Nach dem Spitzentreffen zum Niedrigwasser auf Bundeswasserstraßen kündigte Verkehrsminister Steffen Bilger verschiedene Hilfsmaßnahmen an. Zusätzliche Transporte auf Straße und Schiene sollen erleichtert werden und Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für besonders betroffene Güter möglich sein. Dies soll die Industrie unterstützen.
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Linke kündigt Enteignung an
Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner hat angekündigt, dass ihre Partei im Falle einer Regierungsbeteiligung im Berliner Senat auf die Enteignung großer Wohnungsunternehmen bestehen werde. Um die Mieten langfristig zu stabilisieren, müsse ein Teil der Wohnungen der Marktlogik entzogen werden. In Berlin finden am 20. September die Landtagswahlen statt.
Im Prozess um den tödlichen Autoanschlag auf eine ver.di-Demonstration in München ist der aus Afghanistan stammende Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Bei dem Anschlag im Februar 2025 wurden eine 37-jährige Mutter und ihr zweijähriges Kind getötet und mehr als 40 Menschen verletzt.
Der Facebook-Konzern Meta hat bestätigt, dass sich seine KI in die Computersysteme eines anderen Unternehmens gehackt hat. Welches Unternehmen betroffen war, ist nicht bekannt. Nach den KI-Firmen OpenAI und Anthropic ist dies bereits der dritte Fall, in dem sich eine KI unerlaubt Zugang zu fremden Systemen verschafft hat.
Am 6. Juli 2026 spazieren Menschen am Rhein in Köln. - Foto: Ina Fassbender/AFP via Getty Images
HEUTE13:00 Uhr
Weltkriegsbombe in Köln entdeckt: RTL-Sendezentrum wird evakuiert
In Köln ist eine US-Weltkriegsbombe im Rhein entdeckt worden, die nun entschärft wird. Ein Evakuierungsradius von 400 Metern wurde eingerichtet, auch das RTL-Sendezentrum ist betroffen. Der Nachrichtensender ntv bezieht ab 15 Uhr ein mobiles Studio vor dem Hyatt-Hotel außerhalb des Evakuierungsbereichs. RTL sendet derweil aus seinem Studio in Berlin.
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HEUTE12:18 Uhr
Insolvenzen auf hohem Niveau
Im Juli gab es in Deutschland 1.689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften, verglichen mit Juli 2025 waren es 7 Prozent mehr. Laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle ging die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze leicht zurück, läge aber weiterhin deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Besonders betroffen waren unternehmensnahe Dienstleistungen sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.
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HEUTE11:32 Uhr
Kiel Institut: schwächerer Preisanstieg bei Wohnimmobilien
Der Preisanstieg von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern hat sich laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft abgeschwächt. Wohnungen verteuerten sich um 0,3 Prozent, Häuser um 1,8 Prozent. In Stuttgart, wo die kriselnde Automobilindustrie wichtiger Arbeitgeber ist, fielen die Preise um 1,6 Prozent. Zahlen für Berlin, Hamburg und München liegen bisher nicht vor.
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HEUTE10:51 Uhr
Frankreich: Post-Angestellte sollen wegen Waldbränden nacharbeiten
Die französische La Poste fordert Mitarbeiter, die wegen der Brände in der Gironde nicht zur Arbeit kommen konnten, auf, nachträglich Urlaub zu nehmen oder ihre Arbeitsstunden nachzuholen. Während der Brände, den Straßensperrungen und Evakuierungen, waren Postämter und Sortierzentren geschlossen, auch die Sortierzentrale in Cestas.
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HEUTE10:37 Uhr
Vermisste Dreijährige aus Schleswig-Holstein tot aufgefunden
Nach einer großangelegten Suchaktion ist eine seit gestern vermisste Dreijährige aus Preetz tot aufgefunden worden. Einsatzkräfte entdeckten in dem Ort im Kreis Plön ein lebloses Kleinkind, bei dem es sich wahrscheinlich um das gesuchte autistische Mädchen handelt. Das Kind war von seinen Eltern als vermisst gemeldet worden.
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HEUTE10:32 Uhr
US-Zölle von 100 Milliarden Dollar an Unternehmen zurückgezahlt
Die US-Regierung hat seit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gegen Trumps Zollpolitik fast 100 Milliarden Dollar an Unternehmen zurückgezahlt. Der US-Zoll schätzt die Rückzahlungsforderungen insgesamt auf knapp 129 Milliarden Dollar, eingenommen wurden rund 166 Milliarden Dollar.
Wegen der von US-Präsident Trump verhängen Zölle verteuerte sich der Export auch zunächst für Deutschland.
Foto: Sina Schuldt/dpa
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HEUTE10:20 Uhr
Regierungs- und Armeechef Pakistans reisen nach Saudi-Arabien
Der pakistanische Regierungschef Shebaz Sharif und Armeechef Asim Munir sind bis Samstag zu Besuch in Saudi-Arabien. Sie sollen unter anderem Gespräche im USA-Iran-Krieg führen. Pakistan vermittelt zwischen den Kriegsparteien. Vor einigen Tagen gab US-Präsident Donald Trump ein Aussetzen der Angriffe bekannt, da sich eine neue Vereinbarung abzeichne.
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HEUTE10:11 Uhr
DLRG: Schon mindestens 261 Badetote in Deutschland
In deutschen Gewässern sind seit Januar 2026 schon 261 Menschen ertrunken – 15 mehr als Vorjahreszeitraum. Allein im Juni waren es über 100. 90 Prozent der Todesfälle ereigneten sich in frei zugänglichen Gewässern im Binnenland. Fast alle Opfer waren Männer oder Jungen – laut DLRG-Präsidentin Vogt wegen leichtsinnigem Verhalten in Verbindung mit Alkohol oder Drogen.
„Je heißer es ist, desto mehr zieht es Menschen ans Wasser“, sagte die DLRG-Präsidentin Ute Vogt.
Foto: Federico Gambarini/dpa
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HEUTE9:55 Uhr
Niedrigwasser: Bilger erwägt Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw
Angesichts des Niedrigwassers erwägt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger laut „BILD“ als Notfallmaßnahme eine vorübergehende Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen. Auch zusätzliche Gütertransporte auf der Schiene werden geprüft – allerdings laufen entlang des Rheins derzeit umfangreiche Bauarbeiten und Streckensanierungen.
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HEUTE9:46 Uhr
Russland greift Schiff im Schwarzen Meer an
Die Ukraine wirft Russland einen neuen Angriff auf einen Getreidefrachter im Schwarzen Meer vor. Demnach kam mindestens ein Mensch ums Leben, drei weitere sind verletzt, die Crew wurde an Land gebracht. Moskau spricht von militärischen Zielen und bestätigt Angriffe auf zwei Schiffe südlich und östlich von Odessa: Kiew nutze Getreidefrachter für den Transport militärischer Gütern.
Im Schwarzen Meer herrscht ein von Kiew so bezeichneter Seekrieg mit Russland. (Archivbild)
Foto: Michael Shtekel/AP/dpa
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HEUTE9:44 Uhr
Russland weist Bericht über Rekrutierung kolumbianischer Söldner zurück
Die russische Botschaft in Kolumbien weist eine mögliche Verwicklung in die Rekrutierung von Söldnern aus dem südamerikanischen Land für den Ukrainekrieg zurück. Die Botschaft habe „weder eine Verbindung zu den im Bericht genannten Rekrutierern noch die geringste Ahnung, wie diese ihre Aktivitäten finanzieren“.
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HEUTE9:23 Uhr
Sprengstofffund auf Norderney: Ermittlungen dauern an
Nach dem Sprengstofffund an einem Strand der Nordseeinsel Norderney gehen die Ermittlungen zur Herkunft weiter. Entschärfer des LKA bargen den angespülten Gegenstand und transportierten ihn ab, alle Sperrungen wurden aufgehoben. Laut Polizei handelte es sich um einen für kommerzielle Sprengungen unter kontrollierten Bedingungen verwendeten Stoff.
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HEUTE9:06 Uhr
US-Arzneimittelbehörde FDA lässt mRNA-Impfstoff von Moderna gegen Grippe zu
Die FDA hat nach Angaben des Pharmakonzerns Moderna einen neuen Grippe-Impfstoff des Unternehmens zugelassen. mFlusiva ist der erste Influenza-Impfstoff des US-Konzerns auf mRNA-Basis und für Menschen ab 50 Jahren zugelassen. Er soll in den USA ab der kommenden Grippesaison verfügbar sein.
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HEUTE8:59 Uhr
Ifo-Institut für Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes
Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent, um die Komplexität des Systems zu reduzieren und Mehreinnahmen für den Staat zu erzielen. Alle Güter mit 7 Prozent Mehrwertsteuer, vor allem Lebensmittel, könnten sich um bis zu 12 Prozent verteuern. Für Haushalte bis 55.000 Euro Bruttoeinkommen schlägt er Gutschriften von je 360 Euro im Jahr vor. Der Staat hätte mehr als 36 Milliarden Euro zusätzlich.
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HEUTE8:43 Uhr
Deutsche Konzerne profitieren von Boom bei US-Rechenzentren
Der Boom von neuen Rechenzentren in den USA treibt auch das Wachstum deutscher Unternehmen. Laut „Handelsblatt“ profitieren neben Siemens, Siemens Energy und RWE auch Hochtief, 2G, Deutz, Pfisterer und Technotrans. Die Aktien der jeweiligen Unternehmen stiegen binnen eines Jahres zwischen 22 und 130 Prozent.
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HEUTE8:36 Uhr
Erneut weniger neue Ausbildungsverträge
2025 wurden in Deutschland 461.900 Ausbildungsverträge neu geschlossen, 2,8 Prozent weniger als 2024. Bei Männern ist die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker am beliebtesten, gefolgt von Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie einer als Elektroniker. Frauen wählten am häufigsten eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Die Zahl deutscher Azubis sank um 6 Prozent, die ausländischer stieg um 18 Prozent.
Ein Mechatroniker bei einem Software-Update.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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HEUTE8:27 Uhr
Auftragseingang der Industrie gestiegen
Das verarbeitende Gewerbe verzeichnet im Juni 3,1 Prozent mehr Aufträge als im Mai. Ohne Großaufträge lag der Auftragseingang um 0,5 Prozent niedriger als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Deutliche Anstiege gäbe es im Maschinenbau (+12,7 Prozent) und in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+22,7 Prozent). Die Auslandsaufträge stiegen im Juni 2026 um 0,2 Prozent.
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HEUTE8:17 Uhr
Frei zu Bundespräsident: Nachfolger sollte „gefestigten Persönlichkeit“ sein
Unionsfraktionschef Thorsten Frei fordert für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier eine gefestigten Persönlichkeit mit möglichst unerschütterlicher Autorität und großen Fachkunde der politischen Abläufe. Sie soll in der Bevölkerung über ein hohes Maß an Zustimmung verfügen. Möglich sei Boris Rhein, persönlich wünscht sich Frei eine Frau als Bundespräsidentin.
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HEUTE7:52 Uhr
Siemens macht mehr Gewinn und erhöht die Prognose
Siemens hat nach Steuern von April bis Juni 2,58 Milliarden Euro Gewinn gemacht, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang stieg um 13 Prozent auf den Rekord von fast 28 Milliarden. Der Konzern profitierte auch von Zollrückerstattungen aus den USA bei Siemens Healthineers. Die zuletzt etwas schwächere Geschäftssparte Digital Industries steigerte sich um 44 Prozent auf 923 Millionen Euro.
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HEUTE7:32 Uhr
Investoren-Affäre: FIFA-Spitze stellt sich voll hinter Infantino
Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa Präsident Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben. Zugleich wurden in der Investoren-Affäre Fehler eingestanden und um Entschuldigung gebeten. Angriffe auf ihre Integrität werde die FIFA nicht dulden.
Mattias Grafström wird als möglicher FIFA-Herausforderer gehandelt.
Foto: Harold Cunningham/FIFA/dpa
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HEUTE7:12 Uhr
Wissenschaftler bestätigen: Schrottteil von SpaceX-Rakete auf Mond eingeschlagen
Ein vier Tonnen schweres Schrottteil einer SpaceX-Rakete ist Wissenschaftlern zufolge auf dem Mond eingeschlagen. Die Europäische Südsternwarte in Chile entdeckte den Aufprall durch entsprechende Spektrallinien mit Hilfe ihres Very Large Telescope. Eine Bestätigung der NASA steht noch aus. Auf dem Mond schlagen zwar regelmäßig Meteoriten ein, Kollisionen mit Raketenteilen oder anderem Weltraumschrott sind aber selten.
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HEUTE6:41 Uhr
Niedrigwasser: Verkehrsminister Bilger lädt zu Spitzentreffen in Bonn
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) berät heute um 13:30 Uhr mit Vertretern von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft in Bonn. Die Schiffe können derzeit deutlich weniger Ladung transportieren, was die Transportkosten für die Wirtschaft und Industriebranchen mit Massenguttransporten belastet.
Der Handelsverband Deutschland (HDE), das Bäckerhandwerk und der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kritisieren Pläne zur geplanten E-Bonpflicht. Das Finanzministerium will digitale Kassenbons ab 2028 zum Standard machen, Papierbelege gebe es dann nur auf Nachfrage. Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD noch die komplette Abschaffung der Bonpflicht angekündigt.
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HEUTE5:25 Uhr
Guatemala: Behörden erklären Vulkanausbruch für beendet
Nach insgesamt 50 Stunden seit Beginn des Ausbruchs des Volcán de Fuego sei dieser abgeschlossen, teilte das Nationale Institut für Vulkanologie mit. Trotz nachlassender Eruptionen seien plötzliche Lavaströme nicht ausgeschlossen. Die Katastrophenschutzbehörde teilte mit, dass einige Bewohner sich auf den Rückweg in ihre Häuser gemacht hätten. Rund 1.700 Menschen waren evakuiert worden.
Der Volcán de Fuego, auch „Feuervulkan“ genannt, bei einem Ausbruch im August 2021 – gesehen von der etwa 70 km entfernten Hauptstadt Ciudad de Guatemala.
Foto: Luis Acosta/AFP via Getty Images
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HEUTE4:45 Uhr
Tanker-Besatzung meldet zwei Explosionen in Straße von Hormus
Nach Angaben der britischen Seefahrtbehörde UKMTO hörte die Besatzung eines Öltankers in der Nacht in der Straße von Hormus zwei Explosionen. Der Vorfall habe sich gut 15 Kilometer vor der Küste Omans ereignet, Tanker und Besatzung waren nicht betroffen.
Ein niedergebranntes Wohngebiet nach einem Waldbrand in Le Porge im Departement Gironde im Südwesten Frankreichs am 25. Juli 2026. - Foto: Florian Plaucheur/AFP via Getty Images
HEUTE10:51 Uhr
Postler sollen wegen Gironde-Waldbränden nacharbeiten oder Urlaub nehmen
Die französische La Poste fordert Mitarbeiter, die wegen der Brände in der Gironde nicht zur Arbeit kommen konnten, auf, Urlaub zu nehmen oder ihre Arbeitsstunden nachzuholen. Während der Brände, den Straßensperrungen und Evakuierungen, waren Postämter und Sortierzentren geschlossen, auch die Sortierzentrale in Cestas. Zustellrunden wurden ausgesetzt, fast 700.000 Sendungen verzögerten sich. Beschäftigte und Gewerkschaften fordern eine Sonderfreistellung und Mitgefühl für die über 500 betroffenen Postmitarbeiter.
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HEUTE10:37 Uhr
Vermisste Dreijährige aus Schleswig-Holstein tot aufgefunden
Nach einer großangelegten Suchaktion ist eine seit gestern vermisste Dreijährige aus Preetz tot aufgefunden worden. Einsatzkräfte entdeckten in dem Ort im Kreis Plön ein lebloses Kleinkind, bei dem es sich wahrscheinlich um das gesuchte autistische Mädchen handelt. Das Kind war von seinen Eltern als vermisst gemeldet worden.
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HEUTE9:55 Uhr
Niedrigwasser: Bilger erwägt Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw
Angesichts des Niedrigwassers erwägt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger laut „BILD“ als Notfallmaßnahme eine vorübergehende Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen. Auch zusätzliche Gütertransporte auf der Schiene werden geprüft – allerdings laufen entlang des Rheins derzeit umfangreiche Bauarbeiten und Streckensanierungen.
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HEUTE9:46 Uhr
Russland greift Schiff im Schwarzen Meer an
Die Ukraine wirft Russland einen neuen Angriff auf einen Getreidefrachter im Schwarzen Meer vor. Demnach kam mindestens ein Mensch ums Leben, drei weitere sind verletzt, die Crew wurde an Land gebracht. Moskau spricht von militärischen Zielen und bestätigt Angriffe auf zwei Schiffe südlich und östlich von Odessa: Kiew nutze Getreidefrachter für den Transport militärischer Gütern.
Im Schwarzen Meer herrscht ein von Kiew so bezeichneter Seekrieg mit Russland. (Archivbild)
Foto: Michael Shtekel/AP/dpa
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HEUTE9:44 Uhr
Russland weist Bericht über Rekrutierung kolumbianischer Söldner zurück
Die russische Botschaft in Kolumbien weist eine mögliche Verwicklung in die Rekrutierung von Söldnern aus dem südamerikanischen Land für den Ukrainekrieg zurück. Die Botschaft habe „weder eine Verbindung zu den im Bericht genannten Rekrutierern noch die geringste Ahnung, wie diese ihre Aktivitäten finanzieren“.
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HEUTE9:23 Uhr
Sprengstofffund auf Norderney: Ermittlungen dauern an
Nach dem Sprengstofffund an einem Strand der Nordseeinsel Norderney gehen die Ermittlungen zur Herkunft weiter. Entschärfer des LKA bargen den angespülten Gegenstand und transportierten ihn ab, alle Sperrungen wurden aufgehoben. Laut Polizei handelte es sich um einen für kommerzielle Sprengungen unter kontrollierten Bedingungen verwendeten Stoff.
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HEUTE9:06 Uhr
US-Arzneimittelbehörde FDA lässt mRNA-Impfstoff von Moderna gegen Grippe zu
Die FDA hat nach Angaben des Pharmakonzerns Moderna einen neuen Grippe-Impfstoff des Unternehmens zugelassen. mFlusiva ist der erste Influenza-Impfstoff des US-Konzerns auf mRNA-Basis und für Menschen ab 50 Jahren zugelassen. Er soll in den USA ab der kommenden Grippesaison verfügbar sein.
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HEUTE8:59 Uhr
Ifo-Institut für Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes
Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent, um die Komplexität des Systems zu reduzieren und Mehreinnahmen für den Staat zu erzielen. Alle Güter mit 7 Prozent Mehrwertsteuer, vor allem Lebensmittel, könnten sich um bis zu 12 Prozent verteuern. Für Haushalte bis 55.000 Euro Bruttoeinkommen schlägt er Gutschriften von je 360 Euro im Jahr vor. Der Staat hätte mehr als 36 Milliarden Euro zusätzlich.
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HEUTE8:43 Uhr
Deutsche Konzerne profitieren von Boom bei US-Rechenzentren
Der Boom von neuen Rechenzentren in den USA treibt auch das Wachstum deutscher Unternehmen. Laut „Handelsblatt“ profitieren neben Siemens, Siemens Energy und RWE auch Hochtief, 2G, Deutz, Pfisterer und Technotrans. Die Aktien der jeweiligen Unternehmen stiegen binnen eines Jahres zwischen 22 und 130 Prozent.
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HEUTE8:36 Uhr
Erneut weniger neue Ausbildungsverträge
2025 wurden in Deutschland 461.900 Ausbildungsverträge neu geschlossen, 2,8 Prozent weniger als 2024. Bei Männern ist die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker am beliebtesten, gefolgt von Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie einer als Elektroniker. Frauen wählten am häufigsten eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Die Zahl deutscher Azubis sank um 6 Prozent, die ausländischer stieg um 18 Prozent.
Ein Mechatroniker bei einem Software-Update.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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HEUTE8:27 Uhr
Auftragseingang der Industrie gestiegen
Das verarbeitende Gewerbe verzeichnet im Juni 3,1 Prozent mehr Aufträge als im Mai. Ohne Großaufträge lag der Auftragseingang um 0,5 Prozent niedriger als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Deutliche Anstiege gäbe es im Maschinenbau (+12,7 Prozent) und in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+22,7 Prozent). Die Auslandsaufträge stiegen im Juni 2026 um 0,2 Prozent.
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HEUTE8:17 Uhr
Frei zu Bundespräsident: Nachfolger sollte „gefestigten Persönlichkeit“ sein
Unionsfraktionschef Thorsten Frei fordert für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier eine gefestigten Persönlichkeit mit möglichst unerschütterlicher Autorität und großen Fachkunde der politischen Abläufe. Sie soll in der Bevölkerung über ein hohes Maß an Zustimmung verfügen. Möglich sei Boris Rhein, persönlich wünscht sich Frei eine Frau als Bundespräsidentin.
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HEUTE7:52 Uhr
Siemens macht mehr Gewinn und erhöht die Prognose
Siemens hat nach Steuern von April bis Juni 2,58 Milliarden Euro Gewinn gemacht, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang stieg um 13 Prozent auf den Rekord von fast 28 Milliarden. Der Konzern profitierte auch von Zollrückerstattungen aus den USA bei Siemens Healthineers. Die zuletzt etwas schwächere Geschäftssparte Digital Industries steigerte sich um 44 Prozent auf 923 Millionen Euro.
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HEUTE7:32 Uhr
Investoren-Affäre: FIFA-Spitze stellt sich voll hinter Infantino
Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa Präsident Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben. Zugleich wurden in der Investoren-Affäre Fehler eingestanden und um Entschuldigung gebeten. Angriffe auf ihre Integrität werde die FIFA nicht dulden.
Mattias Grafström wird als möglicher FIFA-Herausforderer gehandelt.
Foto: Harold Cunningham/FIFA/dpa
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HEUTE7:12 Uhr
Wissenschaftler bestätigen: Schrottteil von SpaceX-Rakete auf Mond eingeschlagen
Ein vier Tonnen schweres Schrottteil einer SpaceX-Rakete ist Wissenschaftlern zufolge auf dem Mond eingeschlagen. Die Europäische Südsternwarte in Chile entdeckte den Aufprall durch entsprechende Spektrallinien mit Hilfe ihres Very Large Telescope. Eine Bestätigung der NASA steht noch aus. Auf dem Mond schlagen zwar regelmäßig Meteoriten ein, Kollisionen mit Raketenteilen oder anderem Weltraumschrott sind aber selten.
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HEUTE6:41 Uhr
Niedrigwasser: Verkehrsminister Bilger lädt zu Spitzentreffen in Bonn
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) berät heute um 13:30 Uhr mit Vertretern von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft in Bonn. Die Schiffe können derzeit deutlich weniger Ladung transportieren, was die Transportkosten für die Wirtschaft und Industriebranchen mit Massenguttransporten belastet.
Der Handelsverband Deutschland (HDE), das Bäckerhandwerk und der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kritisieren Pläne zur geplanten E-Bonpflicht. Das Finanzministerium will digitale Kassenbons ab 2028 zum Standard machen, Papierbelege gebe es dann nur auf Nachfrage. Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD noch die komplette Abschaffung der Bonpflicht angekündigt.
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HEUTE5:25 Uhr
Guatemala: Behörden erklären Vulkanausbruch für beendet
Nach insgesamt 50 Stunden seit Beginn des Ausbruchs des Volcán de Fuego sei dieser abgeschlossen, teilte das Nationale Institut für Vulkanologie mit. Trotz nachlassender Eruptionen seien plötzliche Lavaströme nicht ausgeschlossen. Die Katastrophenschutzbehörde teilte mit, dass einige Bewohner sich auf den Rückweg in ihre Häuser gemacht hätten. Rund 1.700 Menschen waren evakuiert worden.
Der Volcán de Fuego, auch „Feuervulkan“ genannt, bei einem Ausbruch im August 2021 – gesehen von der etwa 70 km entfernten Hauptstadt Ciudad de Guatemala.
Foto: Luis Acosta/AFP via Getty Images
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HEUTE4:45 Uhr
Tanker-Besatzung meldet zwei Explosionen in Straße von Hormus
Nach Angaben der britischen Seefahrtbehörde UKMTO hörte die Besatzung eines Öltankers in der Nacht in der Straße von Hormus zwei Explosionen. Der Vorfall habe sich gut 15 Kilometer vor der Küste Omans ereignet, Tanker und Besatzung waren nicht betroffen.
Das Bundesverkehrsministerium soll laut einer Vorlage der Landesverkehrsminister ein Flottenförderprogramm für niedrigwassergeeignete Schiffe vorlegen. - Foto: Federico Gambarini/dpa
HEUTE8:43 Uhr
Deutsche Konzerne profitieren von Boom bei US-Rechenzentren
Der Boom von neuen Rechenzentren in den USA treibt auch das Wachstum deutscher Unternehmen. Laut „Handelsblatt“ profitieren neben Siemens, Siemens Energy und RWE auch Hochtief, 2G, Deutz, Pfisterer und Technotrans. Die Aktien der jeweiligen Unternehmen stiegen binnen eines Jahres zwischen 22 und 130 Prozent.
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HEUTE8:36 Uhr
Erneut weniger neue Ausbildungsverträge
2025 wurden in Deutschland 461.900 Ausbildungsverträge neu geschlossen, 2,8 Prozent weniger als 2024. Bei Männern ist die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker am beliebtesten, gefolgt von Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie einer als Elektroniker. Frauen wählten am häufigsten eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Die Zahl deutscher Azubis sank um 6 Prozent, die ausländischer stieg um 18 Prozent.
Ein Mechatroniker bei einem Software-Update.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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HEUTE8:27 Uhr
Auftragseingang der Industrie gestiegen
Das verarbeitende Gewerbe verzeichnet im Juni 3,1 Prozent mehr Aufträge als im Mai. Ohne Großaufträge lag der Auftragseingang um 0,5 Prozent niedriger als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Deutliche Anstiege gäbe es im Maschinenbau (+12,7 Prozent) und in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+22,7 Prozent). Die Auslandsaufträge stiegen im Juni 2026 um 0,2 Prozent.
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HEUTE8:17 Uhr
Frei zu Bundespräsident: Nachfolger sollte „gefestigten Persönlichkeit“ sein
Unionsfraktionschef Thorsten Frei fordert für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier eine gefestigten Persönlichkeit mit möglichst unerschütterlicher Autorität und großen Fachkunde der politischen Abläufe. Sie soll in der Bevölkerung über ein hohes Maß an Zustimmung verfügen. Möglich sei Boris Rhein, persönlich wünscht sich Frei eine Frau als Bundespräsidentin.
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HEUTE7:52 Uhr
Siemens macht mehr Gewinn und erhöht die Prognose
Siemens hat nach Steuern von April bis Juni 2,58 Milliarden Euro Gewinn gemacht, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang stieg um 13 Prozent auf den Rekord von fast 28 Milliarden. Der Konzern profitierte auch von Zollrückerstattungen aus den USA bei Siemens Healthineers. Die zuletzt etwas schwächere Geschäftssparte Digital Industries steigerte sich um 44 Prozent auf 923 Millionen Euro.
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HEUTE7:32 Uhr
Investoren-Affäre: FIFA-Spitze stellt sich voll hinter Infantino
Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa Präsident Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben. Zugleich wurden in der Investoren-Affäre Fehler eingestanden und um Entschuldigung gebeten. Angriffe auf ihre Integrität werde die FIFA nicht dulden.
Mattias Grafström wird als möglicher FIFA-Herausforderer gehandelt.
Foto: Harold Cunningham/FIFA/dpa
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HEUTE7:12 Uhr
Wissenschaftler bestätigen: Schrottteil von SpaceX-Rakete auf Mond eingeschlagen
Ein vier Tonnen schweres Schrottteil einer SpaceX-Rakete ist Wissenschaftlern zufolge auf dem Mond eingeschlagen. Die Europäische Südsternwarte in Chile entdeckte den Aufprall durch entsprechende Spektrallinien mit Hilfe ihres Very Large Telescope. Eine Bestätigung der NASA steht noch aus. Auf dem Mond schlagen zwar regelmäßig Meteoriten ein, Kollisionen mit Raketenteilen oder anderem Weltraumschrott sind aber selten.
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HEUTE6:41 Uhr
Niedrigwasser: Verkehrsminister Bilger lädt zu Spitzentreffen in Bonn
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) berät heute um 13:30 Uhr mit Vertretern von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft in Bonn. Die Schiffe können derzeit deutlich weniger Ladung transportieren, was die Transportkosten für die Wirtschaft und Industriebranchen mit Massenguttransporten belastet.
Der Handelsverband Deutschland (HDE), das Bäckerhandwerk und der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kritisieren Pläne zur geplanten E-Bonpflicht. Das Finanzministerium will digitale Kassenbons ab 2028 zum Standard machen, Papierbelege gebe es dann nur auf Nachfrage. Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD noch die komplette Abschaffung der Bonpflicht angekündigt.
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HEUTE5:25 Uhr
Guatemala: Behörden erklären Vulkanausbruch für beendet
Nach insgesamt 50 Stunden seit Beginn des Ausbruchs des Volcán de Fuego sei dieser abgeschlossen, teilte das Nationale Institut für Vulkanologie mit. Trotz nachlassender Eruptionen seien plötzliche Lavaströme nicht ausgeschlossen. Die Katastrophenschutzbehörde teilte mit, dass einige Bewohner sich auf den Rückweg in ihre Häuser gemacht hätten. Rund 1.700 Menschen waren evakuiert worden.
Der Volcán de Fuego, auch „Feuervulkan“ genannt, bei einem Ausbruch im August 2021 – gesehen von der etwa 70 km entfernten Hauptstadt Ciudad de Guatemala.
Foto: Luis Acosta/AFP via Getty Images
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HEUTE4:45 Uhr
Tanker-Besatzung meldet zwei Explosionen in Straße von Hormus
Nach Angaben der britischen Seefahrtbehörde UKMTO hörte die Besatzung eines Öltankers in der Nacht in der Straße von Hormus zwei Explosionen. Der Vorfall habe sich gut 15 Kilometer vor der Küste Omans ereignet, Tanker und Besatzung waren nicht betroffen.
Das Bundesverkehrsministerium soll laut einer Vorlage der Landesverkehrsminister ein Flottenförderprogramm für niedrigwassergeeignete Schiffe vorlegen. - Foto: Federico Gambarini/dpa
HEUTE10:11 Uhr
DLRG: Schon mindestens 261 Badetote in Deutschland
In deutschen Gewässern sind seit Januar 2026 schon 261 Menschen ertrunken – 15 mehr als Vorjahreszeitraum. Allein im Juni waren es über 100. 90 Prozent der Todesfälle ereigneten sich in frei zugänglichen Gewässern im Binnenland. Fast alle Opfer waren Männer oder Jungen – laut DLRG-Präsidentin Vogt wegen leichtsinnigem Verhalten in Verbindung mit Alkohol oder Drogen.
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HEUTE9:55 Uhr
Niedrigwasser: Bilger erwägt Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw
Angesichts des Niedrigwassers erwägt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger laut „BILD“ als Notfallmaßnahme eine vorübergehende Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen. Auch zusätzliche Gütertransporte auf der Schiene werden geprüft – allerdings laufen entlang des Rheins derzeit umfangreiche Bauarbeiten und Streckensanierungen.
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HEUTE9:46 Uhr
Russland greift Schiff im Schwarzen Meer an
Die Ukraine wirft Russland einen neuen Angriff auf einen Getreidefrachter im Schwarzen Meer vor. Demnach kam mindestens ein Mensch ums Leben, drei weitere sind verletzt, die Crew wurde an Land gebracht. Moskau spricht von militärischen Zielen und bestätigt Angriffe auf zwei Schiffe südlich und östlich von Odessa: Kiew nutze Getreidefrachter für den Transport militärischer Gütern.
Im Schwarzen Meer herrscht ein von Kiew so bezeichneter Seekrieg mit Russland. (Archivbild)
Foto: Michael Shtekel/AP/dpa
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HEUTE9:44 Uhr
Russland weist Bericht über Rekrutierung kolumbianischer Söldner zurück
Die russische Botschaft in Kolumbien weist eine mögliche Verwicklung in die Rekrutierung von Söldnern aus dem südamerikanischen Land für den Ukrainekrieg zurück. Die Botschaft habe „weder eine Verbindung zu den im Bericht genannten Rekrutierern noch die geringste Ahnung, wie diese ihre Aktivitäten finanzieren“.
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HEUTE9:23 Uhr
Sprengstofffund auf Norderney: Ermittlungen dauern an
Nach dem Sprengstofffund an einem Strand der Nordseeinsel Norderney gehen die Ermittlungen zur Herkunft weiter. Entschärfer des LKA bargen den angespülten Gegenstand und transportierten ihn ab, alle Sperrungen wurden aufgehoben. Laut Polizei handelte es sich um einen für kommerzielle Sprengungen unter kontrollierten Bedingungen verwendeten Stoff.
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HEUTE9:06 Uhr
US-Arzneimittelbehörde FDA lässt mRNA-Impfstoff von Moderna gegen Grippe zu
Die FDA hat nach Angaben des Pharmakonzerns Moderna einen neuen Grippe-Impfstoff des Unternehmens zugelassen. mFlusiva ist der erste Influenza-Impfstoff des US-Konzerns auf mRNA-Basis und für Menschen ab 50 Jahren zugelassen. Er soll in den USA ab der kommenden Grippesaison verfügbar sein.
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HEUTE8:59 Uhr
Ifo-Institut für Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes
Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent, um die Komplexität des Systems zu reduzieren und Mehreinnahmen für den Staat zu erzielen. Alle Güter mit 7 Prozent Mehrwertsteuer, vor allem Lebensmittel, könnten sich um bis zu 12 Prozent verteuern. Für Haushalte bis 55.000 Euro Bruttoeinkommen schlägt er Gutschriften von je 360 Euro im Jahr vor. Der Staat hätte mehr als 36 Milliarden Euro zusätzlich.
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Deutsche Konzerne profitieren von Boom bei US-Rechenzentren
Der Boom von neuen Rechenzentren in den USA treibt auch das Wachstum deutscher Unternehmen. Laut „Handelsblatt“ profitieren neben Siemens, Siemens Energy und RWE auch Hochtief, 2G, Deutz, Pfisterer und Technotrans. Die Aktien der jeweiligen Unternehmen stiegen binnen eines Jahres zwischen 22 und 130 Prozent.
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Erneut weniger neue Ausbildungsverträge
2025 wurden in Deutschland 461.900 Ausbildungsverträge neu geschlossen, 2,8 Prozent weniger als 2024. Bei Männern ist die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker am beliebtesten, gefolgt von Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie einer als Elektroniker. Frauen wählten am häufigsten eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Die Zahl deutscher Azubis sank um 6 Prozent, die ausländischer stieg um 18 Prozent.
Ein Mechatroniker bei einem Software-Update.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Auftragseingang der Industrie gestiegen
Das verarbeitende Gewerbe verzeichnet im Juni 3,1 Prozent mehr Aufträge als im Mai. Ohne Großaufträge lag der Auftragseingang um 0,5 Prozent niedriger als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Deutliche Anstiege gäbe es im Maschinenbau (+12,7 Prozent) und in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+22,7 Prozent). Die Auslandsaufträge stiegen im Juni 2026 um 0,2 Prozent.
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Frei zu Bundespräsident: Nachfolger sollte „gefestigten Persönlichkeit“ sein
Unionsfraktionschef Thorsten Frei fordert für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier eine gefestigten Persönlichkeit mit möglichst unerschütterlicher Autorität und großen Fachkunde der politischen Abläufe. Sie soll in der Bevölkerung über ein hohes Maß an Zustimmung verfügen. Möglich sei Boris Rhein, persönlich wünscht sich Frei eine Frau als Bundespräsidentin.
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HEUTE7:52 Uhr
Siemens macht mehr Gewinn und erhöht die Prognose
Siemens hat nach Steuern von April bis Juni 2,58 Milliarden Euro Gewinn gemacht, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang stieg um 13 Prozent auf den Rekord von fast 28 Milliarden. Der Konzern profitierte auch von Zollrückerstattungen aus den USA bei Siemens Healthineers. Die zuletzt etwas schwächere Geschäftssparte Digital Industries steigerte sich um 44 Prozent auf 923 Millionen Euro.
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Investoren-Affäre: FIFA-Spitze stellt sich voll hinter Infantino
Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa Präsident Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben. Zugleich wurden in der Investoren-Affäre Fehler eingestanden und um Entschuldigung gebeten. Angriffe auf ihre Integrität werde die FIFA nicht dulden.
Mattias Grafström wird als möglicher FIFA-Herausforderer gehandelt.
Foto: Harold Cunningham/FIFA/dpa
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Wissenschaftler bestätigen: Schrottteil von SpaceX-Rakete auf Mond eingeschlagen
Ein vier Tonnen schweres Schrottteil einer SpaceX-Rakete ist Wissenschaftlern zufolge auf dem Mond eingeschlagen. Die Europäische Südsternwarte in Chile entdeckte den Aufprall durch entsprechende Spektrallinien mit Hilfe ihres Very Large Telescope. Eine Bestätigung der NASA steht noch aus. Auf dem Mond schlagen zwar regelmäßig Meteoriten ein, Kollisionen mit Raketenteilen oder anderem Weltraumschrott sind aber selten.
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Niedrigwasser: Verkehrsminister Bilger lädt zu Spitzentreffen in Bonn
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) berät heute um 13:30 Uhr mit Vertretern von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft in Bonn. Die Schiffe können derzeit deutlich weniger Ladung transportieren, was die Transportkosten für die Wirtschaft und Industriebranchen mit Massenguttransporten belastet.
Der Handelsverband Deutschland (HDE), das Bäckerhandwerk und der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kritisieren Pläne zur geplanten E-Bonpflicht. Das Finanzministerium will digitale Kassenbons ab 2028 zum Standard machen, Papierbelege gebe es dann nur auf Nachfrage. Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD noch die komplette Abschaffung der Bonpflicht angekündigt.
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Guatemala: Behörden erklären Vulkanausbruch für beendet
Nach insgesamt 50 Stunden seit Beginn des Ausbruchs des Volcán de Fuego sei dieser abgeschlossen, teilte das Nationale Institut für Vulkanologie mit. Trotz nachlassender Eruptionen seien plötzliche Lavaströme nicht ausgeschlossen. Die Katastrophenschutzbehörde teilte mit, dass einige Bewohner sich auf den Rückweg in ihre Häuser gemacht hätten. Rund 1.700 Menschen waren evakuiert worden.
Der Volcán de Fuego, auch „Feuervulkan“ genannt, bei einem Ausbruch im August 2021 – gesehen von der etwa 70 km entfernten Hauptstadt Ciudad de Guatemala.
Foto: Luis Acosta/AFP via Getty Images
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Tanker-Besatzung meldet zwei Explosionen in Straße von Hormus
Nach Angaben der britischen Seefahrtbehörde UKMTO hörte die Besatzung eines Öltankers in der Nacht in der Straße von Hormus zwei Explosionen. Der Vorfall habe sich gut 15 Kilometer vor der Küste Omans ereignet, Tanker und Besatzung waren nicht betroffen.