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Experten legen Strategie für Erfolg Europas im internationalen KI-Wettbewerb vor

Eine Gruppe von prominenten europäischen Wirtschaftswissenschaftlern, Politikern und KI-Experten hat eine Strategie vorgelegt, wie sich Europa im internationalen KI-Wettbewerb durchsetzen könnte. Die EU laufe aktuell Gefahr, „unwiderruflich von einer Handvoll ausländischer Regierungen und Einzelpersonen abhängig zu werden“, warnte die Expertengruppe am Montag. Noch in diesem Jahr müsse daher „entschlossen gehandelt werden“.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass Europa zum Spielfeld ausländischer Mächte wird“, erklärte Mitautorin Margrethe Vestager, ehemalige EU-Wettbewerbskommissarin. „Unsere Bürgerinnen und Bürger spüren bereits heute die wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Entscheidungen, die anderswo getroffen werden.“
Künstliche Intelligenz (KI) werde diese Entwicklung beschleunigen „und unser persönliches Leben, unsere Beziehungen, unser Lernen und unsere Arbeit in einem beispiellosen Tempo verändern“. Regierungen überall in der EU nähmen KI aber nicht ernst genug oder konzentrierten sich auf andere Prioritäten.
Auch der französische Ökonom und Nobelpreisträger Philippe Aghion mahnte, es sei „unerlässlich“, dass die gesamte Union ihre Anstrengungen „verzehnfacht“. Es stehe außer Frage, „dass KI den Verlauf unser aller Zukunft bestimmen wird“ – ob im öffentlichen Dienst oder in den Unternehmen, von denen unsere Beschäftigung abhängt.“

Mehr als 40 Empfehlungen

Die Expertengruppe listet in ihrer Strategie mehr als 40 Empfehlungen auf, die von den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission aufgegriffen werden können, „damit Europa und seine Bürgerinnen und Bürger in einer Welt transformativer KI erfolgreich bestehen können“.
Mitautorin Monika Schnitzer, Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsweisen, erklärte, Europa benötige bis 2030 für Datenzentren 45 Gigawatt an zusätzlicher Energie, „wenn es bei dieser kritischen Infrastruktur nicht von ausländischen Mächten abhängig sein will“. Dafür seien Investitionen in der Größenordnung von 1,3 Billionen Euro erforderlich, „und europäische Unternehmen allein werden das nicht stemmen können“. Deshalb müsse die EU mehr für Investitionen aus dem Ausland tun.
Zu den Empfehlungen der Experten gehört eine Allianz der Mitgliedstaaten, um sichere Lieferketten zu schaffen, „Spitzen-KI-Expertise und -Technologie“ in die europäischen Institutionen zu holen, den Bau von KI-Rechenzentren zu erleichtern – gleichzeitig aber seine kritische Infrastruktur gegen Bedrohungen durch die KI zu „härten“ und Europa zum globalen Marktführer bei Prüf- und Sicherheitstechnologie zu machen.
Am Wochenende waren die Warnungen vor den Risiken Künstlicher Intelligenz für die Menschheit lauter geworden. Der Chef des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, rief einer Drosselung der Entwicklung von KI auf und erhielt Unterstützung vom Chef der Konkurrenzunternehmen OpenAI und xAI, Sam Altman und Elon Musk. Ein Sprecher von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sagte der Nachrichtenagentur AFP, einen Stopp der KI-Entwicklung in Europa sehe das Ministerium „kritisch und als nicht gangbaren Weg“. (afp/red)
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Nach KI-Hackerangriffen: OpenAI, Anthropic und Musk fordern Entwicklungspause

Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz zeigen sich große amerikanische KI-Firmen nach eigenen Angaben bereit, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen.
Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, machte einen solchen Vorstoß mit dem Plan, damit ein bis zwei Jahre Zeit zu gewinnen.
Binnen weniger Stunden bekam er Zuspruch von Rivalen wie dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, Sam Altman, sowie Elon Musk, der bei seiner Firma SpaceX eigene KI entwickeln lässt.

Warnung: KI-Schwarm könnte in einem halben Jahr gesamtes Internet übernehmen

Nach den Hacking-Angriffen sei er besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Amodei am Samstag.
Altman von OpenAI schrieb wenige Stunden später auf der Plattform X, auch er sei der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle verlangsamt werden müsse.
Amodei plädierte für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic – ohne auf andere zu warten – in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen.
Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde. Auch Tech-Milliardär Elon Musk, lange ein Kritiker Amodeis, schrieb auf X: „Dario hat recht.“

Kein OpenAI-Börsengang in diesem Jahr mehr

Altman sagte zudem dem Magazin „Fortune“, der mit Spannung erwartete Börsengang von OpenAI werde in diesem Jahr wohl nicht mehr stattfinden. Er verwies vor allem auf die aktuelle Debatte: „Man wäre schlecht beraten, genau jetzt an die Börse zu gehen.“
Auf die Nachfrage, ob er sich auch den Verzicht auf einen Börsengang im kommenden Jahr vorstellen könnte, erwiderte Altman: „Ich würde sagen, nicht 2026.“
Bei der jüngst bekanntgewordenen aufsehenerregenden Hacking-Attacke war Software von OpenAI in einem Testlauf eigenständig aus einer abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace ein.
Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Agenten unter anderem Software-Schwachstellen aus – und sprachen sich zudem untereinander ab.

Warnung von „katastrophalem Schaden“

Für ihn sei besorgniserregend, dass ein KI-Schwarm mit derselben Einstellung und größeren Fähigkeiten „katastrophalen Schaden“ hätte anrichten können, betonte Amodei. Als besonderes Risiko sieht er die Fähigkeit von KI-Software, sich selbst weiterzuentwickeln.
Seit diesem Sommer sei Künstliche Intelligenz besser darin – und dies erhöhe das Tempo weiter. Unkontrolliert könne dies dazu führen, dass Menschen diese Systeme nicht mehr verstehen und die Kontrolle über sie verlieren, warnte er.
Amodei hatte schon in den vergangenen Jahren immer wieder vor Risiken bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gewarnt – und war dafür aus Teilen der KI-Branche zum Teil heftig kritisiert worden. Ein Argument von Befürwortern eines hohen Tempos in den USA ist der Wettlauf mit China.
Anthropic entwickelte zuletzt ein KI-Modell mit dem Namen Mythos, das besonders gut darin ist, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen zu finden. Die Firma macht das volle Modell nur ausgewählten Behörden und Unternehmen zugänglich, damit sie ihre Computersysteme absichern können.

Drastische Warnung

Die Debatte war in den vergangenen Tagen noch von einem Anthropic-Forscher angeheizt worden, der mit einer drastischen Warnung zurücktrat. Die großen Entwickler Künstlicher Intelligenz handelten unverantwortlich „und spielen mit unseren Leben“, erklärte Jacob Coxon.
Anthropic-Forscher Evan Hubinger, der mit dafür zuständig ist, dass KI mit den Interessen der Menschen im Einklang bleibt, bestätigte wenig später Coxons Sorgen. Er persönlich denke, die Gefahr, dass KI die Menschheit töte, liege im kommenden Jahrzehnt bei mehr als zehn Prozent, schrieb er auf X.
In den USA gibt es zudem eine wachsende Bewegung gegen riesige Rechenzentren, auf deren Bau KI-Firmen wie OpenAI für den Ausbau ihres Geschäfts angewiesen sind. (dpa/red)
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Chef von KI-Firma Anthropic für verlangsamte Entwicklung – Musk und Altman stimmen zu

Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz fordert der Chef des großen KI-Labors Anthropic, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen.
Er sei nun besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein Schwarm von KI in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Amodei in einem Blogeintrag.
Binnen weniger Stunden bekam Amodei Zuspruch von einem zentralen Rivalen, dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. Er sei auch der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle moderiert werden müsse, schrieb Sam Altman auf der Online-Plattform X.
Amodei plädierte zwar für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic – ohne auf andere zu warten – in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen. Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde.

Warnung von „katastrophalem Schaden“

Bei der jüngst bekanntgewordenen aufsehenerregenden Hacking-Attacke war Software von OpenAI in einem Testlauf eigenständig aus der abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace ein.
Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Modelle unter anderem Software-Schwachstellen aus – und sprachen sich zudem untereinander ab.
Für ihn sei besorgniserregend, dass ein KI-Schwarm mit größeren Fähigkeiten, aber derselben Einstellung hätte „katastrophalen Schaden“ anrichten können, betonte Amodei. Als besonderes Risiko sieht er die Fähigkeit von KI-Software, sich selbst weiterzuentwickeln.
Seit diesem Sommer sei Künstliche Intelligenz besser darin – und dies erhöhe das Tempo weiter. Unkontrolliert könne dies dazu führen, dass Menschen diese Systeme nicht mehr verstehen und die Kontrolle über sie verlieren, warnte er.

OpenAI-Chef Altman und Musk, Eigentümer des KI-Unternehmens xAI, schlossen sich Amodeis Appell an. „Dario hat Recht“, schrieb Musk in seinem Onlinedienst X. „Ich stimme Dario zu“, erklärte auch Altman.

Eine Drosselung des Tempos bei der KI-Entwicklung sei auch bei OpenAI in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert worden.

Gespaltene Branche

Amodei hatte schon in den vergangenen Jahren immer wieder vor Risiken bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gewarnt – und war dafür aus Teilen der KI-Branche zum Teil heftig kritisiert worden.
Ein Argument von Befürwortern eines hohen Tempos in den USA – etwa auch im Weißen Haus von Präsident Donald Trump – ist der Wettlauf mit China.
Anthropic entwickelte zuletzt ein KI-Modell mit dem Namen Mythos, das besonders gut darin ist, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen zu finden. Die Firma macht das volle Modell nur ausgewählten Behörden und Unternehmen zugänglich, damit sie ihre Computersysteme absichern können. (dpa/red)
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Chef von KI-Firma Anthropic für verlangsamte Entwicklung

Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz fordert der Chef des großen KI-Labors Anthropic, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen.
Er sei nun besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein Schwarm von KI in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Amodei in einem Blogeintrag.
Binnen weniger Stunden bekam Amodei Zuspruch von einem zentralen Rivalen, dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. Er sei auch der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle moderiert werden müsse, schrieb Sam Altman auf der Online-Plattform X.
Amodei plädierte zwar für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic – ohne auf andere zu warten – in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen. Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde.

Warnung von „katastrophalem Schaden“

Bei der jüngst bekanntgewordenen aufsehenerregenden Hacking-Attacke war Software von OpenAI in einem Testlauf eigenständig aus der abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace ein.
Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Modelle unter anderem Software-Schwachstellen aus – und sprachen sich zudem untereinander ab.
Für ihn sei besorgniserregend, dass ein KI-Schwarm mit größeren Fähigkeiten, aber derselben Einstellung hätte „katastrophalen Schaden“ anrichten können, betonte Amodei. Als besonderes Risiko sieht er die Fähigkeit von KI-Software, sich selbst weiterzuentwickeln.
Seit diesem Sommer sei Künstliche Intelligenz besser darin – und dies erhöhe das Tempo weiter. Unkontrolliert könne dies dazu führen, dass Menschen diese Systeme nicht mehr verstehen und die Kontrolle über sie verlieren, warnte er.

Gespaltene Branche

Amodei hatte schon in den vergangenen Jahren immer wieder vor Risiken bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gewarnt – und war dafür aus Teilen der KI-Branche zum Teil heftig kritisiert worden.
Ein Argument von Befürwortern eines hohen Tempos in den USA – etwa auch im Weißen Haus von Präsident Donald Trump – ist der Wettlauf mit China.
Anthropic entwickelte zuletzt ein KI-Modell mit dem Namen Mythos, das besonders gut darin ist, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen zu finden. Die Firma macht das volle Modell nur ausgewählten Behörden und Unternehmen zugänglich, damit sie ihre Computersysteme absichern können. (dpa/red)
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Neuer Apple-Chef setzt Akzente mit erstem Falt-iPhone und KI

Vor beinahe 20 Jahren prägte Apple mit dem iPhone den Grundstein für die Geräteklasse moderner Smartphones, jetzt spendiert der Konzern seinem wichtigsten Produkt die erste radikale Veränderung.
Sieben Jahre nach Vorreitern wie Samsung steigt Apple ins Geschäft mit aufklappbaren Telefonen ein. Ein Versprechen beim neuen Modell mit dem Namen iPhone Duo ist, es besser zu machen als die Konkurrenz.
Wirtschaftlich entging Apple durch die Falt-Abstinenz in den vergangenen Jahren nicht viel. Gerade einmal 2,2 Prozent der verkauften Smartphones sind nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC Klapp-Modelle in verschiedenen Formaten – obwohl Samsung und chinesische Rivalen wie Huawei schon seit Jahren versuchen, die Kategorie im Markt zu etablieren.
Apple versichert nun, die richtige Formel gefunden zu haben: Ein breiteres Format als bei vielen Konkurrenz-Geräten, keine nervige Falte in der Mitte des aufgeklappten Innen-Displays und eine Software-Optik, die auf den nahtlosen Wechsel zwischen den beiden Bildschirmen abgestimmt sei.
Das aufklappbare iPhone ist die erste große Wette des Konzerns unter dem neuen Chef John Ternus (rechts im Bild).

Das aufklappbare iPhone ist die erste große Wette des Konzerns unter dem neuen Chef John Ternus (r).

Foto: Jeff Chiu/AP/dpa

Teure Geräteklasse

Doch das alles hat seinen Preis – auch weil die Kosten für Speicherchips gerade wegen des Ausbaus von Rechenzentren im KI-Boom explosiv in die Höhe gehen. Mit einem Preis ab 2.299 Euro wird das Duo beim Marktstart im Oktober das bisher teuerste iPhone-Modell sein. Und die Spitzen-Ausführung mit zwei Terabyte Speicher bringt 3.799 Euro auf den Kassenbon.
Für wen ist so ein Gerät etwas? „Zunächst einmal für alle, die das Geld dafür haben“, sagt IDC-Branchenanalyst Francisco Jeronimo. Es gebe aber Apple-Fans, die bereit seien, jeden Preis für etwas zu zahlen, was sich abhebe.
Damit werde das iPhone Duo definitiv als Statussymbol dienen. Dann gebe es aber auch Leute, die ein iPhone und ein iPad-Tablet nutzten – „und jetzt die Chance haben, beides in einem Gerät zu bekommen“.
Auf dem iPhone Duo können zwei Apps nebeneinander laufen.

Auf dem iPhone Duo können zwei Apps nebeneinander laufen.

Foto: Andrej Sokolow/dpa

Abschläge bei der Kamera

Zugleich bringt die Geräteform Abschläge mit sich. Aufgeklappt ist das Duo das bisher dünnste iPhone. Das bedeutet weniger Platz für Technik als etwa bei einem iPhone Pro, das eine hochgerüstete Kamera in sich trägt. Beim Duo ist der Zoom auf 2x beschränkt, während die Kamera des neuen iPhone 18 Pro sogar eine veränderbare physische Blende bekommt.
Branchenanalyst Bob O’Donnell von Technalysis Research glaubt allerdings nicht, dass das viele Interessenten abschrecken wird. Für einige iPhone-Nutzer sei die Kamera wichtiger, für andere die Displaygröße – und hier werde die Trennlinie zwischen Käufern von Pro und Duo liegen, argumentiert er. Auch O’Donnell sieht eher den Preis als Bremsfaktor: „Es ist eine Menge Geld für eine Menge Laute.“

Einstand für frisch gekrönten Apple-Boss

Der neue Apple-Chef John Ternus kann seine Amtszeit damit gleich als Innovator beginnen. Als langjähriger Gerätechef des Konzerns dürfte er federführend für die Entwicklung des Duo gewesen sein – und nun wird der Erfolg oder Flop des neuen Geräts auch mit seinem Namen verbunden werden.
Das Falt-iPhone hat ungefähr die Abmessungen eines Reisepasses – jeweils auf- und zusammengeklappt mit Displays innen und außen. Es weicht damit deutlich von ersten Anläufen der Rivalen ab, die zunächst vor allem auf eine schmalere und höhere Form setzten, die sich zu einem quadratischen Display aufklappen lässt.
Konkurrenten hätten Falt-Telefone entwickelt, die sich wie „zwei aneinander geklebte Smartphones“ anfühlten, begründete Ternus Apples Entscheidung für das Format. Mit den Pass-Abmessungen könne man dagegen besser von der größeren Fläche des inneren Displays mit einer Diagonalen von 7,6 Zoll profitieren. Der äußere Bildschirm hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und 90 Prozent der Fläche eines iPhone 18 Pro.

„Tropfen im Ozean“ – aber Milliardenmarkt

Kann Apple nun Falt-Smartphones aus der Nische herausholen? Nach Stückzahlen werde die Kategorie gemessen am gesamten Smartphone-Markt weiterhin „ein Tropfen im Ozean“ bleiben, sagt Jeronimo.
Die teureren Geräte könnten aber zum Jahr 2030 einen Umsatzanteil von zehn Prozent erreichen. Damit wäre es ein lukratives Milliarden-Geschäft.
IDC geht davon aus, dass Apple trotz des späten Einstiegs binnen zwölf Monaten die Führung in dem Marktsegment übernehmen wird. Auch Analyst O’Donnell sagt, das iPhone Duo habe mit seinem Zusammenspiel von Technik und Software die Gerätekategorie „neu definiert“.
Mit dem Format des iPhone Duo sollen Nutzer Apple zufolge besser von dem größeren inneren Display profitieren als bei Modellen der Konkurrenz.

Mit dem Format des iPhone Duo sollen Nutzer Apple zufolge besser von dem größeren inneren Display profitieren als bei Modellen der Konkurrenz.

Foto: Andrej Sokolow/dpa

Apples Vision für KI-Ära

Beim ersten Neuheiten-Event unter Ternus‘ Regie trat auch Apples Strategie für die Ära Künstlicher Intelligenz klarer hervor. Apple will mit dem iPhone und anderen verknüpften Geräten ein persönliches Zentrum für KI bieten.
Es ist die Antwort auf Versuche etwa des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, eigene Geräte als Tor zur Künstlichen Intelligenz zu etablieren. Apple betont dabei den Datenschutz und hebt die Verarbeitung von Informationen auf den Geräten statt in der Cloud hervor.
Ein erster Blick darauf in Aktion sind neue Funktionen für die frischen Computer-Uhren Watch Series 12 und Ultra 4. Sie können auf Wunsch Unterhaltungen im Laufe des Tages zusammenfassen – sowie in den vergangenen 15 Sekunden Gesagtes als Text wiederholen. Apple versichert, dass dafür überhaupt keine Aufzeichnungen angefertigt würden und der Konzern nicht auf irgendwelche Informationen zugreifen könne.

Neues iPhone Pro – aber kein Standard-Modell

Zusammen mit dem Duo stellte Apple auch die nächste Generation des iPhone Pro vor. Vom Standard-Modell, das bisher stets gleichzeitig vorgestellt wurde, war diesmal aber nicht die Rede. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll es erst im Frühjahr folgen.
Die Kamera des iPhone 18 Pro soll unter anderem bessere Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen machen. Dafür soll unter anderem eine verstellbare Blende wie bei klassischen Fotoapparaten sorgen.
In Zeiten von KI-Fakes wird mit der Funktion Apple Reference Image ein unverändertes Originalbild des Bildsensors gespeichert, das nicht verändert werden kann. Damit kann immer ein Referenzbild ohne Veränderungen überprüft werden.
Mit einem Preis ab 1.449 Euro wird das iPhone 18 Pro 150 Euro teurer als das Vorgängermodell. Apple erhöhte im Sommer die Preise auf breiter Front unter Verweis auf die im KI-Boom explosiv gestiegenen Speicherkosten. Damals blieben die iPhone-Preise aber unverändert. (dpa/red)
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Anthropic-Forscher tritt aus Sorge vor unkontrollierbarer KI zurück

Ein Forscher der KI-Firma Anthropic ist mit einer drastischen Warnung zurückgetreten: Die großen Entwickler Künstlicher Intelligenz handelten unverantwortlich „und spielen mit unseren Leben“. Bald werde es Computersysteme geben, deren Fähigkeiten die von Menschen überträfen, betonte Jacob Coxon auf der Online-Plattform X. Künstliche Intelligenz würde dann „alles hacken können“ und die Möglichkeit haben, sich „Zugang zu echter Macht und Ressourcen“ zu verschaffen.
„Die Leute, die KI entwickeln, glauben ernsthaft, dass sie zum Ende des Jahrzehnts alle töten könnte“, warnte Coxon. Dem „Wall Street Journal“ sagte der 27-jährige Brite, nach den „aggressivsten Szenarien“ könnten die Dinge bereits Ende kommenden Jahres außer Kontrolle geraten. Als eine zentrale Gefahr sieht er Künstliche Intelligenz, die sich selbst weiterentwickeln kann – und damit schwerer zu kontrollieren wird.
Anthropic-Forscher Evan Hubinger, der mit dafür zuständig ist, dass KI mit den Interessen der Menschen im Einklang bleibt, bestätigte wenig später Coxons Sorgen. Er persönlich denke, die Gefahr, dass KI die Menschheit töte, liege im kommenden Jahrzehnt bei mehr als zehn Prozent, schrieb er bei X.

„Extreme Vorsicht“

Zuvor mahnte auch der Forschungschef des ChatGPT-Entwicklers und schärfsten Anthropic-Rivalen OpenAI, Jakub Pachocki, „extreme Vorsicht“ an. Er sei besorgt, dass niemand auf eine rapide Weiterentwicklung der Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz vorbereitet sei, schrieb Pachocki in einem Blogeintrag. Man sei an einem Moment der Geschichte angelangt, in dem die Intelligenz von Maschinen beginne, die der Menschen zu übertreffen.
Der OpenAI-Manager umschrieb ausführlicher, warum moderne KI-Systeme schwerer zu kontrollieren seien. Man lasse diese Künstliche Intelligenz eher „wachsen“, statt sie zu designen. KI-Systeme seien ein Produkt komplexer Prozesse. „Unsere groß angelegten Trainingsläufe sind Experimente – und wir sind manchmal überrascht von ihren Ergebnissen.“ Und je mehr die Fähigkeiten der Maschinen die menschlichen überträfen, desto schwieriger werde es zu verstehen, zu was sie in der Lage seien.
Zugleich sieht Pachocki ein Argument für die Fortsetzung rapider Forschung: Künstliche Intelligenz zu entwickeln, die gegen die Gefahren anderer KI verteidigen könnte. Man werde sie unter anderem brauchen, um Infrastruktur zu schützen und ganz neue Verteidigungsmechanismen zu entwickeln.

Hacking-Attacken als Alarmsignal

Ein Weckruf für die Branche waren in den vergangenen Monaten Hacking-Attacken, bei denen sogenannte KI-Agenten in Testläufen eigenständig in Systeme anderer Unternehmen eindrangen. Solche Agenten sind Programme mit Künstlicher Intelligenz, die selbstständig Aufgaben für die Nutzer erfüllen sollen. Bei OpenAI fand ein KI-Modell in einem Test einen Weg, aus einer eigentlich isolierten Testumgebung ins offene Internet zu gelangen – und hackte sich dann ins Computersystem der KI-Plattform Hugging Face. Dabei suchte es nur nach einer Lösung für die Testaufgabe und richtete keinen Schaden an. Allerdings zeigte der Vorfall, wie weit KI-Systeme ungeplant auf eigene Faust gehen können, ohne dass ihre Entwickler das mitbekommen.
Zuletzt wurde auch bekannt, dass KI-Agenten von OpenAI bereits im Frühjahr eine deutschsprachige Wiki-Seite in großem Stil für Absprachen untereinander missbraucht hatten. Ein aktueller Schutzmechanismus der KI-Entwickler ist, dass die Modelle mit Künstlicher Intelligenz ihr Handeln in menschlicher Sprache erklären müssen. Die KI-Agenten nutzten die Kommunikationsmöglichkeit in Testläufen, um sich über Notizen auf der Wiki-Seite untereinander zu Antworten auf gestellte Fragen auszutauschen. (dpa/red)
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Studie: Milliardenwerte in Europas Elektroschrott ungenutzt

In ausgedienten Haushaltsgeräten und alter Unterhaltungselektronik schlummern in der EU ungenutzte Rohstoffwerte von mehr als 65 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG) und der Initiative „Cradle to Cradle Electronics“, die anlässlich der Technikmesse IFA in Berlin vorgestellt wurde.
Die Autoren warnen vor drastischen Risiken für die europäische Industrie durch geopolitische Abhängigkeiten. Ebenso mahnen sie ein grundlegend neues Produktdesign nach dem Kreislaufprinzip an.
Jährlich landen laut Bericht rund 1,6 Millionen Tonnen kritischer und strategischer Rohstoffe in Neugeräten auf dem EU-Markt – darunter Kupfer, Aluminium, Lithium, Kobalt und seltene Erden. Das Problem: Viele dieser Materialien stammen fast vollständig aus Drittstaaten. Allen voran aus China, das bei schweren seltenen Erden nahezu eine Monopolstellung hält.

Rohstoffe sind teuer

Für die Produktion der Neugeräte müssen die Hersteller viel Geld in die Hand nehmen. Exportbeschränkungen, Halbleiterkrisen und der weltweite Boom von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treiben die Beschaffungspreise stark in die Höhe.
Gleichzeitig bleibt dieses Potenzial nach der Nutzung weitgehend unerschlossen: Zwar fallen in Europa jährlich mehr als 13 Millionen Tonnen Elektroschrott an, doch die offizielle Sammelquote liegt bei lediglich rund 43 Prozent. Allein in europäischen Schubladen verstauben demnach schätzungsweise 700 Millionen ungenutzte Smartphones, die rund 50.000 Tonnen strategische Rohstoffe binden.

Das Gerät als Rohstofflager

Fehler machen die Autoren der Studie auch bei der Behandlung des Elektroschrotts aus: Weil Altgeräte oft geschreddert, verbrannt oder illegal exportiert würden, gingen wertvolle Metalle und Komponenten verloren.
Als Ausweg schlägt die Studie das „Cradle to Cradle“-Konzept (C2C) vor. Geräte müssten von vornherein als „Materialbanken“ konzipiert werden: ohne giftige Stoffe, leicht demontierbar und modular aufgebaut.
Dadurch ließen sich Komponenten wie Motoren oder Elektronikmodule gezielt reparieren, aufbereiten und wiederverwenden. Bei Haushaltsgroßgeräten wie Waschmaschinen, die noch mehrheitlich in Europa gefertigt werden, könnten optimierte Kreisläufe bis zu 50 Prozent des Materialbedarfs für die Neugeräte einsparen. (dpa/red)
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SPD will KI-Gewinne stärker besteuern – FDP lehnt ab

Die FDP hat sich gegen den Vorschlag der SPD für eine neue Steuer auf Künstliche Intelligenz (KI) bei Unternehmen ausgesprochen. „Die SPD verkennt die dramatische Lage im Land. Deutschland ist Hochsteuerland, aber statt Entlastungen wird jede Woche aus dem Kreis der Koalition eine neue Steuer ins Spiel gebracht“, sagte FDP-Generalsekretär Martin Hagen der „Rheinischen Post“.
Hagen warnte, KI-Unternehmen, die sich aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen gar nicht erst gründeten oder ansiedelten, sollten erstmal zusätzlich belastet werden. Eine KI-Steuer würde Arbeitsplätze und künftigen Wohlstand gefährden. Man müsse den genau gegenteiligen Weg gehen, den SPD und CDU aktuell verfolgten.
„Wir müssen die Steuerbelastung für alle unternehmerischen Einkünfte auf maximal 20 Prozent reduzieren, um wettbewerbsfähig zu werden“, sagte der FDP-Politiker. Man solle sich keinen Überbietungswettbewerb zu Dingen liefern, die zusätzlich besteuert werden könnten.
Die SPD-Bundestagsfraktion will auf ihrer Klausurtagung an diesem Donnerstag und Freitag ein Papier beschließen, in dem die Besteuerung von großen Tech-Konzernen und von Produktivitätszuwächsen durch die KI-Nutzung gefordert wird. Ziel ist es, Beschäftigte an den KI-Vorteilen der Unternehmen teilhaben zu lassen und Profite anders zu versteuern.

Recht für KI-Weiterbildung

Das geht aus einem Positionspapier hervor, über das die „Rheinische Post“ berichtet. Darin fordert die Fraktion mit Blick auf ältere Arbeitnehmer ein Recht, sich für das KI-Zeitalter weiterzubilden – mit Freistellung, Beratung und sicherem Einkommen. Auch die Herausforderungen für Berufseinsteiger sollen abgemildert werden. Ausbildung, erste Berufserfahrungen und das Lernen im Betrieb dürften nicht durch Algorithmen ersetzt werden, sagte SPD-Fraktionschef Miersch der Zeitung. Er schlug eine KI-Nachwuchsgarantie für größere Unternehmen vor.
Im Positionspapier heißt es dazu: Sinkt nach einer KI-Einführung die Zahl qualifizierter Einstiegsstellen deutlich, müsse der Betrieb bezahlte Berufseinstiegsprogramme, zusätzliche Ausbildungsplätze oder vergleichbare Lernstellen schaffen. Tue er das nicht, zahle er in einen branchenbezogenen Nachwuchsfonds ein.

Höhe Besteuerung und Gewinnbeteiligung

Ferner will die Fraktion große Technologiekonzerne höher besteuern und die Standorte von Rechenzentren an den Gewinnen beteiligen. Deshalb werde man die Bemessung der Gewerbesteuer ändern, heißt es im Papier.
Zugleich mache man den Sozialstaat fit für die Zukunft. Wenn Maschinen mehr Aufgaben übernehmen, könnten Lohnsteuereinnahmen ausbleiben. Deshalb müsse der Sozialstaat breiter finanziert werden.
Geht es nach der SPD, sollen künftig schrittweise alle Erwerbstätigen sowie weitere Einkommens- und Wertschöpfungsquellen stärker zur solidarischen Finanzierung beitragen.
Dazu gehörten etwa Gewinne aus Produktivitätssteigerungen durch KI, eine mögliche KI-Dividende oder die stärkere Einbeziehung von Kapitaleinkünften. Kleine und mittlere Vermögen wolle man durch großzügige Freibeträge schützen.

Staatlich finanzierter KI-Gutschein

Zu den Forderungen gehört auch, die Betriebsräte und ihre Mitbestimmungsrechte zu stärken und die Betriebsverfassung ins KI-Zeitalter zu holen. Öffentliche Förderprogramme für neue Technologien sollen künftig nur solche Unternehmen erhalten, die Mitbestimmung, Folgenabschätzung und Beschäftigtendialoge nachweisen können.
Zudem schlägt die Fraktion einen staatlich finanzierten KI-Gutschein vor, um möglichst vielen Unternehmen auch im Mittelstand einen einfachen und unbürokratischen Einstieg in die KI-Nutzung zu ermöglichen.

Grenzen für KI in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

In Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bleibe der Austausch zwischen Menschen zentral, heißt es weiter. Für den Einsatz von KI brauche es dort klare Grenzen. Auch wolle man klare Regeln gegen Überwachung und algorithmische Kontrolle schaffen und den Datenschutz mit einem modernen Beschäftigtendatengesetz stärken. Über Einstellungen, Gehalt, Beförderungen oder Kündigungen müssten Menschen entscheiden, nicht Maschinen.
Miersch sagte der „Rheinischen Post“: KI könne Arbeitsplätze besser machen. Die Gewinne des Fortschritts müssten bei allen ankommen. Das sei der Maßstab der Klausur: zukunftsfeste Arbeit und ein krisenfestes Land. (dts/afp/red)
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Trump erklärt nationalen Notstand wegen ausländischer Technik im US-Stromnetz


In Kürze:

  • Trump erklärt einen nationalen Notstand für das US-Stromnetz.
  • Bestimmte ausländische Technik mit möglichen Cyber- und Betriebsrisiken soll eingeschränkt werden.
  • China wird nicht ausdrücklich genannt, steht aber im Mittelpunkt der US-Sicherheitsdebatte.

 
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch, 26. August, wegen möglicher Sicherheitsrisiken durch ausländische Technik im US-Stromnetz einen nationalen Notstand erklärt.
Die Verordnung untersagt den Kauf oder die Installation bestimmter im Ausland hergestellte elektrischer Ausrüstung für das US-Hochspannungssystem, das sogenannte Bulk-Power-System, einschließlich Software, die Cybersicherheits- oder Betriebsrisiken birgt.
„Bestimmte ausländische Akteure schaffen und nutzen zunehmend Schwachstellen im US-amerikanischen Bulk-Power-System aus, das den Strom für unsere Landesverteidigung, wichtige Notfalldienste, kritische Infrastruktur und unsere Wirtschaft bereitstellt“, sagte Trump in der Anordnung.

Sabotage und unbefugter Zugriff

Die Anordnung konzentriert sich auf Geschäfte mit ausländischen Akteuren, die ein „unangemessen hohes Risiko katastrophaler Auswirkungen auf die Sicherheit oder Widerstandsfähigkeit der kritischen Infrastruktur der USA oder ein nicht hinnehmbares Risiko für die Sicherheit der USA“ darstellen.
Betroffen sind insbesondere Länder, die einem US-Waffenembargo oder Sanktionen unterliegen oder nach Einschätzung Washingtons gegen US-Interessen verstoßen.
Nach Angaben des Weißen Hauses gilt die Anordnung nicht für Anlagen, die ausschließlich der lokalen Verteilung elektrischer Energie dienen.
Experten zufolge stellen Schwachstellen im US-Stromnetz ein attraktives Ziel für Sabotage dar.
Trump verwies zugleich auf den stark wachsenden Strombedarf durch Künstliche Intelligenz und die dafür benötigten Rechenzentren. Auch moderne Produktionsanlagen und die Verteidigungsindustrie benötigen zunehmend große Mengen zuverlässiger Energie. Eine stabile Stromversorgung sei deshalb wichtiger denn je, erklärte Trump.

Abhängigkeit von Bauteilen aus China

China wird im Dekret nicht ausdrücklich genannt. In den USA wird jedoch bereits seit Jahren über mögliche Sicherheitsrisiken durch chinesische Komponenten für das Stromnetz diskutiert.
Der Schritt erinnert zudem an das Vorgehen der US-Regierung gegen die chinesischen Telekommunikationskonzerne Huawei und ZTE, deren Technik vom Ausbau bestimmter Mobilfunknetze in den USA ausgeschlossen wurde.
China untersucht laut einer Studie der Cybersecurity-Forscherin Erika Langerová von der Tschechischen Technischen Universität Prag, wie sich das Stromnetz hacken und möglicherweise zum Zusammenbruch bringen lässt. Dabei wurden Simulationen durchgeführt, um den geringsten Aufwand oder die geringsten Kosten zu ermitteln, die erforderlich wären, um einen großflächigen Stromausfall oder einen systemischen Zusammenbruch auszulösen.
„Was diese Bedrohung noch weiter verstärkt, ist die Tatsache, dass die westliche Energie-Infrastruktur in hohem Maße auf Bauteile chinesischer Herstellung setzt“, schrieb Langerová in einem 2025 veröffentlichten Artikel.
Kritische Komponenten von Energieprojekten zur Erreichung von Netto-Null sind auf in China hergestellte Hardware und Software angewiesen – häufig mit potenziellen Möglichkeiten für den Zugriff aus der Ferne.
Im vergangenen Jahr forderten US-Parlamentarier eine Untersuchung von Berichten, wonach China möglicherweise sogenannte Kill-switches, also Abschaltvorrichtungen, in Wechselrichtern von an die Vereinigten Staaten verkauften Solarmodulen installiert habe.
„Wir waren alarmiert über jüngste Berichte, wonach das kommunistische China bereits die Integrität von Stromwechselrichtern beeinträchtigt hat, die unser Stromnetz mit Strom versorgen“, schrieben die republikanischen Senatoren Rick Scott aus Florida und Marsha Blackburn aus Tennessee in einem Brief an das Handelsministerium.
„Wir sind besorgt über jüngste Berichte, wonach diese von der Kommunistischen Partei Chinas hergestellten Komponenten und Systeme Fernzugriff, die unbefugte Übertragung von Daten und sogar Betriebsstörungen ermöglichen.“

Mehr als 100 Wasser- und Abwassersysteme angegriffen

Ausländische Cyberhacker haben in diesem Jahr bereits öffentliche Versorgungsunternehmen angegriffen, wie die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA mitteilte.
CISA berichtete im vergangenen Monat, dass mehr als 100 Wasser- und Abwassersysteme über speicherprogrammierbare Steuerungen (PLCs) angegriffen wurden, die zur Steuerung der physischen Anlagen eingesetzt werden. Cyberangreifer konnten mithilfe der PLCs Abschaltalarme und -protokolle deaktivieren, was eine Gefahr für die Beschäftigten darstellen könnte.
Die Bundesbehörde warnte im Juli außerdem, dass mit dem Iran verbundene Cyberaktivitäten auf internetverbundene Geräte der Betriebstechnik abzielten, die mit kritischer Infrastruktur verbunden sind.
„Iranische Cyberakteure greifen weiterhin kritische Infrastruktur der USA an, und das FBI ist entschlossen, die Täter ausfindig zu machen, ihre Machenschaften zu unterbinden und sie zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte der stellvertretende Direktor Brett Leatherman von der Cyberabteilung des FBI.

Alternde Kohlekraftwerke weiter laufen lassen

Während seiner ersten Amtszeit nutzte Trump rechtliche Mittel, um die Einfuhr ausländischer Waren zu beschränken, die die nationale Sicherheit bedrohen. Seit seiner Rückkehr ins Amt nutzt er dasselbe Gesetz, um die heimische Produktion zu stärken und Zölle auf Waren wie Stahl, Aluminium, Kupfer, Lastwagen, Automobile, Holz, Schnittholz, Halbleiter und Arzneimittel zu verhängen.
Im April unterzeichnete Trump ein Dekret zur Stärkung und Absicherung des US-Stromnetzes. Die Maßnahme erlaubte es dem US-Energieminister, Notstandsbefugnisse einzusetzen, um alternde Kraftwerke und Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen zu erhalten, deren Stilllegung oder Schließung aufgrund klimapolitischer Vorgaben vorgesehen war.
Dadurch wurden nach Angaben des Weißen Hauses 17.000 Megawatt an Energieerzeugungskapazität verfügbar – genug, um 12,7 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Declares National Emergency to Secure US Power Grid From Foreign Cyber Security Threats“. (deutsche Bearbeitung: zk) 
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Dezente Wissensvermittlung: „Serious Games” sind im Kommen

Ein Brandanschlag auf ein Kaufhaus steht bevor, eine Sonderkommission wird gebildet. Die Täter stammen aus einer linksextremistischen Terrorzelle, die Polizei muss sie schnellstmöglich ermitteln und den Anschlag verhindern.
Also ran an den Computer und rein ins Rollenspiel: „Soko 1977“ ist ein Game, das in den 70er Jahren spielt und an den Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) vor einem halben Jahrhundert erinnern soll. Nun wurde es auf der Gamescom vorgestellt – als ein Spiel aus der Kategorie „Serious Games“, die in Deutschland im Aufwind ist.
Es handelt sich um Spiele mit einem pädagogischen Mehrwert, sie sollen das Demokratieverständnis und andere Kompetenzen stärken. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier informierte sich bei seinem Gamescom-Besuch auch über solche Spiele und verlieh seinem Wunsch Ausdruck, dass nicht nur Serious Games, sondern auch andere Games Raum böten, um Ideen wie Fürsorge, Ehrenamt und Engagement zu stärken.
400.000 Euro hat „Soko 1977“ gekostet, bezahlt von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Games eigneten sich gut, um über Themen ins Gespräch zu kommen, sagt Felix Zimmermann von der bpb.
Man könne aus verschiedenen Perspektiven etwas über die Vergangenheit und das Thema Terrorismus lernen. „Wir wollen Menschen erreichen, die Games in ihrer Freizeit nutzen: Das Spiel soll unterhalten, aber auch fundiert über ein in Games noch nie bearbeitetes Thema informieren.“

„Wer ist Bilal?“: Gefahren des Islamismus

Entwickelt wurde „Soko 1977“ vom Berliner Studio Paintbucket Games, dessen Chef Jörg Friedrich ein steigendes Interesse der Öffentlichkeit an Serious Games wahrnimmt. „Games werden stärker wahrgenommen als ein Medium, mit dem man politische Inhalte vermitteln kann – das ist gut.“ Vergangenes Jahr präsentierte er auf der Gamescom ein anderes Spiel seiner Firma: „Wer ist Bilal?“ thematisierte die Gefahren des Islamismus. Bezahlt wurde es aus NRW-Landesmitteln.
„Wer Jugendliche ernst nehmen und für Themen wie Desinformation und Extremismus sensibilisieren will, muss sie dort abholen, wo sie sich informieren und orientieren“, sagt NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU). Deshalb setze das Land auf innovative Formate wie Serious Games.

Der pädagogische Mehrwert soll bloß nicht auffallen

Das seit Februar verfügbare Game „Wer ist Bilal?“ wurde laut NRW-Medienministerium rund 50.000-mal aus den App-Stores heruntergeladen und auf seiner Webseite mehr als eine Million Mal angeklickt. Solche Zahlen reichen zwar, dass das zuständige Ministerium „sehr zufrieden“ ist. Im Vergleich zu anderen kommerziellen Spielen sind die Zahlen aber gering.
Ein weiterer kritischer Punkt bei solchen Spielen ist die Frage, ob die pädagogische Stoßrichtung überhaupt diejenigen erreicht, deren Demokratieverständnis nur schwach ausgeprägt ist – oder ob solche Games nur von Menschen gespielt werden, die gar keinen Nachholbedarf haben bei den angesprochenen Problemthemen.
bpb-Gamesreferent Zimmermann betont, dass die Spiele nicht wie Lernspiele wirken sollten – besonders bei Menschen, die politischer Bildung misstrauisch gegenüberstehen. Wie ein Lernspiel zu wirken, sei auf Gamingplattformen „ein absolutes No-Go – dann wird das niemand freiwillig spielen“.
Paintbucket-Chef Friedrich sagt: „Spiele sollen als Spiele funktionieren, bei denen die Leute anfangen zu spielen und sagen, „das ist cool“ – und den pädagogischen Inhalt bekommen sie eher so nebenbei mit.“
„Soko 1977“ werde ganz normal auf der Vertriebsplattform Steam erscheinen. „Die Leute sollen sagen, dieses Spiel reizt mich wegen des Settings oder wegen des Gameplays – und beim Spielen kommen sie dann in Kontakt mit dem Thema.“ Je nach Interesse könne man bei dem Game tiefer in das Thema einsteigen und per Klicks Historisches über die Zeit erfahren. „Oder man kann es einfach nur durchzocken.“

„Grenzgänger“ behandelt Flucht aus der DDR

Bei einer Gamescom-Eröffnungsfeier am Mittwoch, bei der Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dabei waren, wurde ein anderes Serious Game vorgestellt: „Grenzgänger“ beschäftigt sich mit der Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik in den 80er Jahren.
In dem Point-and-Click-Adventure erleben die Spieler die Konflikte mit dem SED-Staat, die riskante Flucht sowie die Ankunft im West-Notaufnahmelager Gießen in den frühen 1980er-Jahren.
Es gehe nicht nur um die schwierige Situation in der DDR, sondern auch um das schwierige Ankommen in der neuen Heimat BRD, sagt Playing-History-Geschäftsführer Martin Thiele-Schwez. „Das Thema wird in Grautönen vermittelt, wir wollen kein simples Schwarz-Weiß-Denken.“
Er geht davon aus, dass die Spieler von „Grenzgänger“ ins Nachdenken kommen und mehr Verständnis für das Thema Flucht und Vertreibung entwickeln – im besten Falle werde ihr demokratisches Grundverständnis verstärkt.
„Wir bieten ein historisches Set-up und einen Diskursraum, um Verständnis für problematische Themen zu entwickeln.“ In der Schule könnte das Spiel genutzt werden, damit die Schüler leichter Zugang zu dem Thema finden und dann gemeinsam darüber sprechen. „Spiele sind das beste Medium, um Wissen zu vermitteln und Kompetenzen zu schulen.“
Für die Entwicklung von „Grenzgänger“ stellten die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und das hessische Digitalministerium Geld bereit. Playing History hat noch weitere Games für andere Bildungseinrichtungen entwickelt, etwa für die Bildungsstätte Anne Frank und das Deutsche Historische Museum. Das Berliner Unternehmen hat 13 Beschäftigte, dieses Jahr kommt es voraussichtlich auf einen Jahresumsatz von 1,3 Millionen Euro.
Thiele-Schwez sieht die Aussichten für Serious Games in Deutschland positiv. „Kulturinstitutionen öffnen sich zunehmend dem Medium Game und betrachten das nicht mehr als reine Spielerei, sondern als Möglichkeit zur nachhaltigen Vermittlung ernsthafter Inhalte.“
Allerdings bemängelt er, dass ihn immer mal wieder Anfragen erreichten, die sehr gering dotiert seien. „Es soll möglichst billig sein – aber um ein richtig gutes Serious Game zu machen, braucht man mindestens ein sechsstelliges Euro-Budget.“

Steinmeier: Games wichtig für die Demokratie

Bei seinem Messerundgang traf Steinmeier eine Figur aus dem Super-Mario-Kosmos: Prinzessin Peach.

Bei seinem Messerundgang traf Steinmeier eine Figur aus dem Super-Mario-Kosmos: Prinzessin Peach.

Foto: Wolf von Dewitz/dpa

Grundsätzlich wertete Steinmeier Gaming positiv – er selbst ist nach eigener Aussage kein Gamer. Computerspiele seien fester Bestandteil des kulturellen Lebens geworden, sagte er. „Das Klischee des nerdigen Teenagers, der – rund um die Uhr, mit Junkfood und Energy-Drinks – in seiner abgedunkelten Bude zockt, wird der Wirklichkeit nicht gerecht.“
Allein in Deutschland spielten mehr als 40 Millionen Menschen – „manche regelmäßig, einige exzessiv, viele nur gelegentlich“. Es seien Frauen und Männer gleichermaßen, Junge und „nicht mehr ganz so Junge“. „Games sind längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.“ In ihrer Gesamtheit seien Spiele kulturrelevant und damit auch relevant für Demokratie – „das gilt im Guten wie im Schlechten“.
Die beim Gaming eingesetzten Technologien seien zudem wichtig für Wirtschaftsbereiche wie Medizin, Architektur oder Fahrzeugdesign, so der Bundespräsident.
„Wir wollen Ihre Branche hier in Deutschland, wir wollen sie wirtschaftlich stark.“ Das Spielen könnte Menschen wohl helfen, „ihr Leben besser zu bewältigen – als Ventil gegen Stress, als Brücke, um Kontakte zu knüpfen und Einsamkeit zu überwinden, oder indem sie kognitive Fähigkeiten trainieren und das Risiko senken, geistig abzubauen“.(dpa/red)
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Schwarz-Gruppe plant 5,6 Milliarden Euro-Investition in Rechenzentrum bei Rostock

Die für ihre Handelsketten Lidl und Kaufland bekannte Schwarz-Gruppe will 5,6 Milliarden Euro in den Bau eines Rechenzentrums in Dummerstorf bei Rostock investieren. Geplant sei der Aufbau eines Datacenters mit einer Kapazität von 240 Megawatt bis 2033, teilte das Unternehmen mit.
„Digitale Souveränität entsteht nicht durch Appelle oder Reden. Sie entsteht durch Handeln, durch verlässliche Infrastruktur und durch praxistaugliche Anwendungen“, sagte der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski. In Brandenburg baut Schwarz bereits ein ähnlich großes Rechenzentrum. Die Investitionskosten belaufen sich da auf elf Milliarden Euro.

Investor mit Sitz in Baden-Württemberg

Die Schwarz-Gruppe als Investor ist mit über 600.000 Mitarbeitern weltweit insbesondere für ihre Handelsketten bekannt, seit Jahren aber auch mit der Sparte Schwarz Digit als IT-Dienstleister unterwegs. Diese bietet Leistungen wie Cloud-Dienste und Cybersicherheit an.
Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr machte Digits einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro – ein Wachstum auf Jahressicht von 16 Prozent. Das Plus ging demzufolge wesentlich auf die wachsende Nachfrage nach Cloud-Lösungen zurück. Schwarz Digits ist insgesamt eine von fünf Sparten der Gruppe, die zuletzt einen Gesamtumsatz von 185,6 Milliarden Euro auswies. Den größten Anteil daran haben nach wie vor Lidl und Kaufland. Die Schwarz-Gruppe sowie die Sparte Digits sitzen bei Heilbronn in Baden-Württemberg.
Digitale Souveränität bedeutet, dass Firmen und Staaten selbst bestimmen, wo ihre Daten gespeichert sind und wer darauf zugreifen kann – unabhängig von US-amerikanischen oder chinesischen Technologiekonzernen. Schwarz will sich als europäische Alternative zu Anbietern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure aufstellen.
Das Unternehmen traut sich zu, zum „Hyperscaler“ zu werden. So nennt man Cloud-Anbieter, die weltweit viele Server betreiben, um ihren Kunden in großem Umfang Speicher für Daten, Rechenleistung für Programme, KI und weitere Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.

Rechenzentren für den gesamten Datenverkehr wichtig

Rechen- oder Datenzentren sind dafür unerlässlich. In einem Rechenzentrum stehen große Server und Computer, in denen Daten gespeichert, verarbeitet und verteilt werden. Sie sind nicht nur für große Unternehmen wichtig, die dort ihre Firmendaten speichern, sondern auch für ganz normale Bürger. Jedes Mal, wenn jemand ein Video auf seinem Handy anschaut oder etwa eine Mail schickt, läuft der Datenverkehr über ein solches Rechenzentrum.
In Dummerstorf sollen die Kapazitäten zunächst einmal für den Bedarf der Schwarz-Gruppe selbst genutzt werden – also für Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen. Gleichzeitig „würde das Rechenzentrum die weitere Entwicklung und Skalierung souveräner IT-Lösungen stärken“, hieß es in einer Pressemitteilung. Bis 2045 könnte das Datenzentrum demnach auf eine Anschlussleistung von einem Gigawatt ausgebaut werden.

Windkraft als Standortvorteil?

Mecklenburg-Vorpommern deckt aktuell bereits mehr als die Hälfte seines Stromverbrauchs aus Windenergie. Rein rechnerisch produziert das Land sogar deutlich mehr Windenergie als es selbst an Strom verbraucht.
Bislang wird ein Großteil des Stroms über Hochspannungsleitungen in den Süden Deutschlands geführt. Da es in Dummerstorf einen Anschluss an das Höchstspannungsnetz gibt, kann der Strom relativ effizient bis zur Anlage transportiert werden. Das Klima begünstige außerdem eine wirkungsvolle Kühlung, teilte Schwarz mit. Immerhin müssen die teuren Server vor Überhitzung geschützt werden.
Angedacht ist bei der Anlage bei Rostock aber auch eine Nutzung der Abwärme für die Wärmeversorgung der Hansestadt. Mit den Stadtwerken sei eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet worden. In Lübbenau gibt es bereits eine ähnliche Abmachung zur Nutzung der Abwärme.

Booster für den Landtagswahlkampf?

Wie stark die Landesregierung von der Ankündigung der Milliardeninvestition profitieren kann, bleibt abzuwarten. Die Windkraft ist bei vielen Bürgern umstritten. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betont allerdings immer wieder die aus ihrer Sicht günstigen Strompreise durch erneuerbare Energien. Kurz vor der Landtagswahl verwies sie bei mehreren Wahlkampfveranstaltungen darauf, dass grüner Strom im Land für fünf Cent pro Kilowattstunde produziert werden könne.
Sie forderte aber zugleich die Energieproduzenten auf, die Preise an die Unternehmen und Verbraucher im Land weiterzugeben. Zugleich sollen Kommunen und Bürger der Orte, in denen große Windkraftanlagen stehen, an den Gewinnen beteiligt werden, um die Akzeptanz zu fördern.
Das neue Rechenzentrum dürfte zwar als Beleg dafür gelten, dass mit Hilfe der Windkraft neue Industrien ins Land gelockt werden. Es entstehen Tausende Arbeitsplätze während des Baus und nach Unternehmensangaben auch 120 Jobs für Hochqualifizierte im Betrieb. Durch Wartung, Instandhaltung und Dienstleistungen profitieren auch zahlreiche regionale Unternehmen im Umfeld des Rechenzentrums. Doch dem ganz praktischen Nutzen stehen viele Vorurteile entgegen. Viele Menschen sind skeptisch gegenüber Künstlicher Intelligenz, sie fürchten, dass die Digitalisierung ihren Arbeitsplatz bedroht. (dpa/red)
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Gemusterte Kleidung soll Überwachungskameras austricksen


In Kürze:

  • Der Sicherheitsforscher Bill Swearingen entwickelt eine Methode, um die KI-Software der Überwachungskameras zu verwirren.
  • 31,7 Millionen Tests auf der Suche nach „Tarnmustern“ wurden durchgeführt.
  • Auch Autos sollen mithilfe einer bedruckten Folie fast „unsichtbar“ gemacht werden.
  • Forscher beschäftigen sich schon länger mit Tarnkleidung, die neurale Systeme austricksen soll.

 
In seinem Lied „Somebody’s Watching Me“ erzählt der R&B-Sänger Rockwell die Geschichte eines Mannes, der sich ständig beobachtet fühlt. Selbst in seinen eigenen vier Wänden glaube er, nicht mehr sicher zu sein. Der Song erschien im Jahr 1983, also lange bevor digitale Kameras und automatisierte Bilderkennung die Überwachung des öffentlichen Raums stark verändert haben.
Während sich der Protagonist des Liedes fragt, ob er denn tatsächlich ständig beobachtet wird oder nur paranoid ist, erübrigt sich diese Frage fast angesichts der technischen Ausstattung an Bahnhöfen oder Flughäfen, großen Plätzen oder in der Umgebung von Sehenswürdigkeiten oder Einkaufsstraßen.

Die Schwächen der KI ausnutzen

Doch was ist, wenn es eine Möglichkeit gibt, dieser Überwachung zu entkommen? Diese Frage hat sich der Sicherheitsforscher Bill Swearingen gestellt.
Seine Idee: „Was wäre, wenn das Muster auf Ihrem Hemd die Gesichtserkennung austricksen könnte? Nicht indem es Ihr Gesicht verbirgt, sondern indem es Schwächen der KI selbst ausnutzt?“, fragt er in einem Beitrag auf dem Portal „LinkedIn“. Dabei stellt der US-Amerikaner sein Projekt „noRecognition“ (auf Deutsch: keine Erkennung) vor. Denn Datenschutz sei kein Luxus, sondern ein Recht.
Dafür habe er computergenerierte Muster für Bekleidungsstücke entwickelt, die die Überwachungssysteme so irritieren sollen, dass sie den Träger nicht mehr erkennen können.
„Wir testen mit realen Modellen. […] Mit den Systemen, die tatsächlich in Clearview AI, auf Körperkameras der Polizei und bei der Flughafensicherheit laufen. […] Personendetektoren, Gesichtsdetektoren und Erkennungssysteme“, führt er auf dem Portal weiter aus.

Modell findet neue Muster durch selbstständiges Lernen

31,7 Millionen Tests habe Swearingen durchgeführt, um Muster zu finden, die die von ihm getestete Software hinter den Überwachungskameras und Kennzeichenlesern irritierten.
Nachdem er nachgewiesen habe, dass sein Konzept grundsätzlich funktioniere, habe er daraus ein sogenanntes Reinforcement-Learning-Modell entwickelt. Dieses System erzeugt und testet selbstständig verschiedene Muster und lernt anhand der Ergebnisse, welche davon die jeweils getesteten Kameraalgorithmen besonders stark beeinträchtigen. Vereinfacht ausgedrückt, erklärte Swearingen gegenüber der Plattform „TechCrunch“, habe er seinem Modell gewissermaßen beigebracht, „malen zu lernen“.
Gemusterte Kleidung

Vergleich repräsentativer Methoden zur adversarialen Tarnung. (a) Die bisherige Methode stellt die adversariale Tarnung mithilfe von Voronoi-Diagrammen dar, die durch lernbare Kontrollpunkte parametrisiert sind. (b) Unsere Methode stellt die adversariale Tarnung als Anordnung von Kacheln dar, wobei die Auswahlwahrscheinlichkeiten der Kacheln und die räumlichen Anordnungen gemeinsam optimiert werden, um eine feinkörnigere adversariale Textur zu ermöglichen.

Foto: Jinlei Wang et al./arXiv:2608.06801 (CC BY 4.0)

Die Überwachungskameras werden dadurch jedoch nicht „geblendet“. Sie zeichnen die Personen auch weiterhin auf. Angegriffen wird hingegen die Software, die aus dem erstellten Bild eine Person, ein Gesicht, eine Bewegung oder ein Kennzeichen erkennen soll.
Jedes Mal, wenn ein Muster nicht die gewünschte Wirkung erzielte, weil der Erkennungsalgorithmus die Person weiterhin erkannte, erzeugte das Modell ein neues Muster. Sein Modell begann bald, Muster zu finden, die alle von ihm getesteten Open-Source-Erkennungsalgorithmen austricksten, darunter die Software von Flock-Kennzeichenlesegeräten, Axon-Körperkameras und Gesichtserkennungskameras von Clearview AI.
Nun generiert das Modell jede Minute neue Muster, wobei jede Charge mathematisch besser sei als die vorherige, erläutert Swearingen gegenüber „TechCrunch“. Überwachungssysteme könnten zwar auch darauf trainiert werden, Swearingens Muster zu umgehen, doch der Algorithmus des Forschers verbesserte sich mit jedem neuen Entwurf auch darin, weitere und zunächst unerkennbare Muster zu erstellen.

Praktischer Test in Las Vegas mit Auto gelingt

Auch Autos will Swearingen mithilfe von gemusterten Folien „unsichtbar“ machen, sodass Überwachungstechnologien sie nicht mehr erkennen könnten. Dass das funktionieren könnte, demonstrierte er bei einem ersten öffentlichen Test mithilfe eines Toyota Yaris auf der Hacker- und Sicherheitskonferenz DEF CON in Las Vegas Anfang August. Zuvor hatte er den 2009 gebauten Pkw mit einem seiner neuesten Muster beklebt. „Wir haben die Wirksamkeit bewiesen“, sagte Swearingen. Allerdings stellten die Felgen eine Herausforderung dar, sagte er, ohne dabei Einzelheiten zu nennen.
Mit der erfolgreichen Demonstration in Las Vegas liefere das Projekt einen ersten Beweis dafür, dass es möglich sei, algorithmische Erkennung im öffentlichen Raum zu umgehen. Der nächste Schritt sei nun, die Muster Interessenten anzubieten.
Für sein „noRecognition“-Projekt hat Swearingen eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um den Verkauf von Merchandise-Artikeln mit den Mustern zu finanzieren – von T-Shirts bis zu Hoodies. Zukünftig sollen auch Fahrzeugfolien mit den Mustern angeboten werden. Seine besten Muster werde er allerdings nicht im Internet veröffentlichen, betonte Swearingen. Er wolle damit verhindern, dass Kamerahersteller sie überlisten.
Eigenen Angaben zufolge hat der Sicherheitsforscher inzwischen bei allen elf von ihm getesteten Erkennungsmodellen Erfolge erzielt. Ein einzelnes Muster, das alle elf Modelle gleichzeitig täuscht, konnte er allerdings noch nicht präsentieren.

Experimente basieren auf Versuch und Irrtum

Das amerikanische Fachmedium für Cybersicherheit „Dark Reading“ sieht Swearingens Entwicklungen hingegen mit einer gewissen Skepsis. So seien die Modelle nicht einheitlich aufgebaut. Deshalb gebe es keine allgemeingültige Regel, nach der sich Muster erstellen ließen, die die Künstliche Intelligenz verwirrten. Das beschränke Swearingens Experimente auf Versuch und Irrtum und erschwere ihm bis zu einem gewissen Grad auch, selbst zu verstehen, warum seine Muster funktionierten.
Auch bei der Umsetzung seines Experiments als Geschäftsmodell werde er mit praktischen Einschränkungen konfrontiert sein, mutmaßt die Fachpublikation. Ein zweidimensionales Bild eines Kleidungsstücks, das gegen eine simulierte Kamera getestet werde, könne zu anderen Ergebnissen führen als echter Stoff unter realen Bedingungen. Und obwohl das Angebot des Sicherheitsforschers aus Sicht des Datenschutzes überzeugend sei, dürften die Designs nicht jedermanns Verständnis von gutem Stil entsprechen.
Hinzu komme die Tatsache, dass es für jeden solchen Angriff eine Gegenmaßnahme gibt. „Wenn ich tausend T-Shirts verkaufen würde, die genau gleich aussehen, würden sie für all diese Menschen auf die gleiche Weise funktionieren – bis das Modell aktualisiert wird“, räumte Swearingen gegenüber dem Medium ein. „Dann könnte ich ein weiteres Muster herausbringen, das dasselbe bewirkt.“
Swearingen ist auch nicht der Einzige, der die Idee verfolgt, Überwachungstechniken auszutricksen. Wissenschaftler forschen bereits seit Jahren an sogenannter adversarialer Kleidung. Eine im August 2026 veröffentlichte Arbeit auf dem Forschungsportal „arXiv“ beschreibt mit „AdvTiles“ ein Verfahren, bei dem ein Computer Muster für Kleidungsstücke entwickelt, die Erkennungssoftware täuschen sollen.
Die Forscher druckten ihre Muster auf Kleidung und testeten sie unter unterschiedlichen Entfernungen, Blickwinkeln und Hintergründen. In digitalen Tests soll „AdvTiles“ eine durchschnittliche Täuschungsquote von 86,2 Prozent erreicht haben. Anschließend testeten sie bedruckte Kleidung unter realen Bedingungen. Dabei soll das Muster bei den meisten Blickwinkeln die Erkennung sogar bei mehr als 90 Prozent der Testläufe verhindert haben.
 
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Meta zahlt 16,7 Milliarden Dollar wegen Social-Media-Sucht

In einem Prozess um Social-Media-Sucht von Kindern hat der Facebook-Mutterkonzern Meta einer Zahlung von insgesamt knapp 16,7 Milliarden US-Dollar zugestimmt. Darauf einigte er sich mit den klagenden US-Bundesstaaten, wie aus einem entsprechenden Gerichtsdokument hervorgeht.
Die Summe teilt sich auf die überwiegende Mehrheit der US-Bundesstaaten, mehrere US-Territorien und den Hauptstadtbezirk District of Columbia auf. Durch die Einigung hätten die Parteien vereinbart, die Klage ohne weitere gerichtliche Auseinandersetzung beizulegen.
Mehrere US-Bundesstaaten hatten dem Unternehmen vorgeworfen, Kinder bewusst zu einer ausufernden Nutzung von Facebook und Instagram verleitet zu haben. Zugleich habe Meta Risiken vor Eltern und der Öffentlichkeit verborgen. Der Konzern wies damals wie auch jetzt bei der Einigung die Vorwürfe zurück.
Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Virginia, Jay Jones, bezeichnete die Einigung als „monumentalen Sieg für den Schutz der amerikanischen Kinder“: „Jahrelang hat Meta die Öffentlichkeit absichtlich über die süchtig machenden und schädlichen Designmerkmale getäuscht, die die psychische Gesundheit junger Menschen massiv beeinträchtigt haben“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Meta will neue Schutzmechanismen einbauen

Meta kündigte unterdessen neue Einschränkungen an, die Jugendliche schützen und Eltern eine stärkere Kontrolle ermöglichen sollen. Vorbehaltlich einer gerichtlichen Genehmigung sollen diese automatisch für Minderjährige zehn Jahre lang gelten, die Instagram und Facebook nutzen.
Unter anderem ist ein tägliches Zeitlimit von zwei Stunden vorgesehen, dass Kinder und Jugendliche nur mit Zustimmung ihrer Eltern deaktivieren können. Die Begrenzung gelte kumulativ für Facebook und Instagram.
Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgen sollen die Apps zudem über einen Nachtmodus gesperrt werden, sodass Nutzer keine Beiträge veröffentlichen noch Inhalte sehen können. Regelmäßige Erinnerungen sollen zudem die minderjährigen Nutzer zu einem „bewussteren Umgang“ auf den Plattformen anregen.
Mit Blick auf möglicherweise falsche Schönheitsideale kündigte Meta an, Filter für „Schönheitsoperationen und extremes Make-up“ zu deaktivieren. Auch die in Kritik stehende Funktion von sogenannten Likes und Reaktionen auf Beiträge soll standardmäßig ausgeblendet werden. Jugendliche sollen weder bei ihren eigenen noch bei Beiträgen anderer Nutzer sehen können, wie stark auf Inhalte reagiert wurde.

Meta bezifferte zuvor geforderte Strafen auf bis zu 1,4 Billionen

Der Prozess vor Geschworenen im kalifornischen Oakland begann vergangene Woche Dienstag mit den Eröffnungsplädoyers. Die von Kalifornien angeführten Bundesstaaten strebten Geldstrafen sowie Auflagen zur Änderung des Geschäftsmodells an.
Meta gab vor einigen Monaten in einem Gerichtsdokument an, die von den Bundesstaaten geforderten Strafen könnten sich auf 1,4 Billionen Dollar (aktuell 1,2 Billionen Euro) belaufen und damit die Existenz des Unternehmens bedrohen.
Anwälten der Klägerseite zufolge könnte es eher um einen Betrag von etwa 200 Milliarden Dollar gehen. Meta nannte die Vorwürfe unbegründet und die finanziellen Forderungen unangemessen.

Jason Slothouber (2. v. l.), leitender Staatsanwalt aus Colorado, führt am 26. August 2026 Staatsanwälte zum Prozess gegen Meta in Oakland, Kalifornien.

Foto: Karl Mondon / AFP via Getty Images

Serie von Rückschlägen für Meta

Meta hatte zuletzt mehrere empfindliche Niederlagen vor US-Gerichten einstecken müssen. So soll der Konzern nach einer Gerichtsentscheidung im Bundesstaat New Mexico mehr als eine halbe Milliarde Dollar für Hilfen an Kinder zahlen, die durch Nutzung sozialer Medien Schaden genommen haben.
Zudem müssen in dem Bundesstaat zusätzliche Einschränkungen für Nutzer im Alter unter 18 Jahren eingeführt werden: Unter anderem sollen sie bei Facebook und Instagram maximal 90 Stunden pro Monat verbringen können. Meta will in Berufung gehen.
Im März verloren Meta und die Google-Videoplattform YouTube einen potenziell wegweisenden Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten. Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken informierten. Auch dieses Urteil wollen die Unternehmen kippen. (dpa/red)
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Apple legt Steuerzahlungen in Deutschland offen

Apple hat im Rahmen neuer Transparenzvorschriften der Europäischen Union erstmals offengelegt, wie viel Gewinn und Steuern der US-Konzern in den einzelnen Mitgliedstaaten verbucht. Aus einem frisch veröffentlichten Steuerbericht für das Ende September 2025 abgeschlossene vergangene Geschäftsjahr geht hervor, dass Apple in Deutschland bei einem Vorsteuergewinn von rund 209 Millionen US-Dollar (aktuell 178 Mio Euro) Ertragsteuern in Höhe von 153,5 Millionen Dollar (131,2 Mio Euro) zahlte.
Der Gesamtumsatz der deutschen Geschäftseinheiten von Apple belief sich laut dem Bericht auf 2,72 Milliarden Dollar (2,33 Mrd Euro). Bundesweit beschäftigte das Unternehmen 4.089 Mitarbeiter, davon mehr als 2.000 Ingenieure am „European Silicon Design Center“ in München, Apples größtem Entwicklungsstandort in Europa.

Milliardenabfluss in Irland nach Urteil des EuGH

In der Gesamtbilanz für die EU sticht vor allem Irland hervor: Dort wies Apple für das abgelaufene Geschäftsjahr tatsächlich gezahlte Steuern (Income tax paid) in Höhe von 17,08 Milliarden Dollar (14,60 Mrd Euro) aus. Der Konzern begründet diese enorme Summe im Bericht explizit mit der Auflösung des Treuhandkontos infolge der Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission und des Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH).
Apple hatte im September 2024 einen jahrelangen Rechtsstreit mit der EU-Kommission verloren. Hintergrund waren Steuervergünstigungen, die Apple in Irland lange gewährt worden waren. Die EU-Kommission hielt dieses Vorgehen für wettbewerbsverzerrend und forderte Apple auf, insgesamt 13 Milliarden Euro Steuern plus Zinsen zu zahlen.

Gros der Steuerzahlungen in den USA und in Irland

In dem aktuellen Steuerreport betont das Unternehmen nun: „Apple gehört kontinuierlich zu den größten Steuerzahlern der Welt und wir sind stolz auf die Beiträge, die wir für die Länder und Gesellschaften leisten, in denen wir tätig sind.“
Apple erklärte, dass Körperschaftsteuern nach internationalem Standard dort anfallen, wo wesentliche Entwicklungs- und Unternehmensrisiken gesteuert werden – bei Apple primär in den USA sowie über die europäische Drehscheibe im irischen Cork, die Kunden in über 120 Ländern betreut.
Große multinationale Konzerne mit einem weltweiten Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro sind nach einer EU-Richtlinie (Public CbCR) verpflichtet, ihre Ertragsteuerinformationen aufgeschlüsselt nach Ländern öffentlich zugänglich zu machen. Bislang mussten diese Daten nur vertraulich an Finanzbehörden übermittelt werden. (dpa/red)
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Apple ändert Anti-Tracking-Abfrage in der EU

Apple nimmt nach Kritik von Wettbewerbshütern und Gegenwind aus der Werbebranche Änderungen an der App-Tracking-Abfrage auf iPhones in Deutschland und anderen europäischen Ländern vor. Zugleich endet damit eine Untersuchung der Funktion durch das Bundeskartellamt. Mit der Abfrage können Nutzer Apps verbieten, ihre Aktivitäten bei anderen Diensten zu Werbezwecken zu erfassen. Aus der Werbeindustrie gibt es Widerstand dagegen, Apple verweist auf ein Recht der Nutzer auf Datenschutz.
Zu den Änderungen gehört, dass das Wort „Tracking“ auf der Auswahlseite nicht mehr vorkommt. Außerdem bekommen die App-Betreiber die Möglichkeit, Nutzer nach einem Jahr wieder nach einer Erlaubnis zu fragen, deren Aktivität bei anderen Anwendungen und Websites zu verfolgen. Schließlich ändern sich die Auswahlmöglichkeiten. Bisher hieß es auf dem oberen der zwei digitalen Tasten in der Abfrage „App-Tracking ablehnen“ und auf dem unteren „Erlauben“. Künftig gibt es die Wahl zwischen „Erlauben“ auf dem oberen Button und „Verbieten“ auf dem unteren.
Die neue Version der Abfrage wird nur Nutzern in der Europäischen Union angezeigt. Dabei ist ausschlaggebend, dass sie sich gerade im Gebiet der EU aufhalten – und nicht in ihrem Herkunftsland.

Kartellwächter hatten Zweifel

Im vergangenen Herbst hatte der Konzern gewarnt, er könne sich gezwungen sehen, wegen Wettbewerbsuntersuchungen die App-Tracking-Abfrage auf iPhones in Deutschland und anderen europäischen Ländern aufgeben. Nun hieß es von Apple, man habe mit dem Bundeskartellamt, den anderen europäischen Wettbewerbsbehörden sowie der EU-Kommission zusammengearbeitet, um Änderungen zu erarbeiten, die die verschiedenen Verfahren gemeinsam beilegten.
Das Bundeskartellamt kam im Februar 2025 zur vorläufigen Einschätzung, dass die Ausgestaltung der Funktion gegen Missbrauchsvorschriften verstoßen könnte. Die Behörde verwies unter anderem darauf, dass die Anforderungen nur für andere App-Anbieter gälten, aber nicht für Apple. Der Konzern betont, seine eigenen Apps sammelten keine Daten in Anwendungen anderer Anbieter. Das Bundeskartellamt bemängelte damals aber, dass die Regeln den Konzern selbst nicht daran hinderten, Daten etwa aus dem App Store, der Apple ID oder angeschlossenen Geräten zu kombinieren und zu Werbezwecken zu verwenden.
Nun erklärte das Bundeskartellamt, dass Apple die Abfragefenster für eigene Angebote und Apps anderer Anbieter deutliche stärker angleiche. Dabei entfielen „abschreckend wirkende Symbole und Formulierungen in der von Apple vorgegebenen Abfrage für Drittanbieter“. Die Abfragefenster würden „inhaltlich, sprachlich und optisch neutral gestaltet“. Die App-Herausgeber und Inhalteanbieter bekämen zudem mehr Raum, um zu erläutern, welche Bedeutung personalisierte Werbung für ihr Modell habe.

Ausnahme für Polen

Die französische Kartellbehörde verhängte wegen der Funktion im März 2025 ein Bußgeld von 150 Millionen Euro. Auch die italienische Behörde AGM stellte in der App-Tracking-Abfrage einen Wettbewerbsverstoß fest und belegte Apple im vergangenen Dezember mit einer Strafe von 98,6 Millionen Euro. Apple zufolge werden die Änderungen zunächst in den meisten europäischen Ländern umgesetzt. In Polen aber gebe es einen anderen Zeitplan und man arbeite dort weiterhin mit der dortigen Wettbewerbsbehörde zusammen. (dpa/red)
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„Terafab“: Musks Chipfabrik soll „größte und wertvollste Gebäude auf der Erde“ werden

US-Tech-Milliardär Elon Musk plant, eine Halbleiterfabrik von gigantischen Ausmaßen zu bauen.
Laut dem Raumfahrtunternehmen benötigen SpaceX und Tesla gemeinsam voraussichtlich mehr als 1 Terawatt (TW) an Rechenleistung pro Jahr in Form von Computerchips. Das liege deutlich über dem aktuell weltweit verfügbaren Angebot, das bei rund 0,02 TW liege.
Terfab soll die Lücke zwischen heutiger Ch…
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Bericht: Uber könnte 2027 erste Robotaxi-Fahrten anbieten

In München könnten bereits Anfang kommenden Jahres die ersten autonomen Fahrten mit Uber starten, wenn auch zunächst mit einem Sicherheitsfahrer. Das kündigte Igal Raichelgauz, CEO und Gründer des israelischen Startups Autobrains, im „Handelsblatt“ an.
Autobrains will gemeinsam mit Nvidia und Uber die ersten Robotaxis in der bayerischen Landeshauptstadt auf die Straße bringen.
Den vollständigen Übergang zu Level 4, bei dem das Fahrzeug ohne Sicherheitsfahrer fahren darf, plant das Unternehmen für Frühsommer 2027.

Tests rund um den Olympiapark in München

Autobrains testet die Technologie seit Anfang Juni in München. Zunächst kommt ein Ford Mustang Mach-E zum Einsatz, der rund um den Olympiapark unterwegs ist.
„Ehrlich gesagt, hat uns das Ergebnis selbst überrascht – auf die gute Art“, sagte Autobrains-Chef Raichelgauz dem „Handelsblatt“.
Die Tests sollen so gut gelaufen sein, dass das Unternehmen seit August bereits ein zweites Modell erprobt: den vietnamesischen VinFast VF6. Ein drittes Fahrzeugmodell soll folgen. Insgesamt will Autobrains mindestens drei Automobilhersteller in das Münchner Programm einbinden.
Anschließend soll das Angebot auf weitere Städte ausgeweitet werden, auch in Deutschland. Bis 2028 plant das Unternehmen den Einstieg in insgesamt 20 Städte in Südostasien und Europa. (dts/red)
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Sammlung von Daten: Was Ihr Auto ohne Ihr Wissen auswertet


In Kürze:

  • Moderne Autos sammeln inzwischen durch Sensoren, Kameras, Mikrofone und GPS riesige Datenmengen.
  • Mehrere Unternehmen haben sich bereits auf die Erfassung und sogar den Weiterverkauf der Daten spezialisiert.
  • Datenschutzbehörden warnen vor möglicherweise unkorrektem Gebrauch personenbezogener Daten.

 
Autofahrer sind sich oft gar nicht über die riesige Datenmenge bewusst, die in ihrem Auto in Echtzeit übermittelt wird. Die Daten speisen ein unscheinbares Ökosystem, in dem Automobilhersteller, spezialisierte Start-ups und Versicherer um eine Ressource konkurrieren, die mittlerweile strategische Bedeutung erlangt hat.
Vom Bremsverhalten über die Standortbestimmung bis hin zu den täglichen Fahrten und bestimmten Nutzungsgewohnheiten des mit dem Auto verbundenen Smartphones zeichnen diese Daten ein äußerst präzises Bild des Fahrers. Dies geht so weit, dass nach Ansicht einiger Experten das moderne Auto manchmal mehr über seinen Besitzer weiß als dessen eigenes Mobiltelefon.

Massive Datenerfassung im Fahrzeuginneren

Laut Studien, auf die sich mehrere Akteure der Branche berufen, kann ein vernetztes Fahrzeug rund 25 GB Daten pro Betriebsstunde erzeugen. Diese allgemeine, nicht auf bestimmte Modelle bezogene Zahl wird immer wieder von verschiedenen Quellen genannt. Je nach Modell kann die Datenmenge niedriger oder höher sein. Auch eine aktuelle Untersuchung der französischen Tageszeitung „Le Parisien“ nennt diese Größenordnung.
Darin ist die Rede von „einem kolossalen Datenvolumen, das in Echtzeit ohne Ihr Wissen übertragen wird“. Gleichzeitig werde nur ein Bruchteil dieser Informationen tatsächlich genutzt, während der Rest in riesige Datenbanken fließe.
Die Daten sammeln Sensoren, Kameras, GPS, Mikrofone und die Navigationssoftware. Diese Einheiten erfassen Geschwindigkeit, Beschleunigungen, Bremsvorgänge, Lenkwinkel, Temperaturen, aber auch besuchte Orte oder Fahrgewohnheiten.
Die Fahrzeughersteller sind nach wie vor die Hauptinhaber dieser Datenströme. Sie speichern die Informationen auf ihren eigenen Servern, oft außerhalb der direkten Reichweite des Nutzers. Dies geschieht trotz der Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der spezifischen europäischen Richtlinien für vernetzte Fahrzeuge.

Start-ups und Versicherer auf der Suche nach neuen Daten

Rund um diese Ressource hat sich ein boomender Markt entwickelt. Start-ups haben sich auf die Erfassung, Aggregation und den Weiterverkauf von Fahrzeugdaten spezialisiert, insbesondere für die Bedürfnisse von Flottenmanagern, Mobilitätsanbietern oder Versicherungsgesellschaften.
In Frankreich bieten Start-ups wie Linkbycar an, Fahrzeuge verschiedener Marken zu vernetzen und deren Daten zu analysieren, um Dienstleistungen anzubieten, die von der vorausschauenden Wartung bis zur Optimierung von Versicherungsverträgen reichen. Auch in Deutschland gibt es solche Unternehmen wie CARUSO Dataplace oder autoaid.
Die Versicherer sehen in diesen Informationen ein leistungsstarkes Instrument zur Risikomodellierung. Frankreichs Versichererverband „France Assureurs“ betont, dass der Zugriff auf Fahrdaten es ermöglicht, Angebote individuell anzupassen, Betrug zu bekämpfen und die Schadenabwicklung zu verbessern. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der Grundsätze der Verhältnismäßigkeit, der ausdrücklichen Einwilligung und der Anonymisierung.

Zwischen Sicherheitsversprechen und wirtschaftlichen Herausforderungen

Die Automobilhersteller begründen die Erfassung eines Teils dieser Daten mit Sicherheits- und Komfortanforderungen. Ihren Argumenten zufolge ermöglicht die detaillierte Analyse des Fahrverhaltens, bestimmte Pannen vorherzusehen, Fahrerassistenzsysteme zu verbessern oder Software-Updates einzuspielen, die darauf abzielen, das Unfallrisiko zu verringern.
Diese Informationen dienen auch der Entwicklung neuer kostenpflichtiger Dienste, sei es in Form von vernetzten Abonnements, integrierten Versicherungsangeboten oder Optionen zur individuellen Gestaltung des Fahrerlebnisses. Einige Konzerne haben bereits eigene Versicherungsprodukte auf den Markt gebracht, die zumindest teilweise auf den vom Fahrzeug erfassten Fahrdaten basieren.
Der Hersteller wird dabei zu einem unverzichtbaren Vermittler zwischen dem Fahrer und anderen Akteuren, die an diesen Daten interessiert sind, seien es Versicherer, Autovermieter oder Mobilitätsunternehmen. Das erhöht den strategischen Wert dieser Informationen für die Automobilindustrie noch weiter.

Wachsame Datenschutzbehörden

Angesichts dieser Entwicklung warnen die Datenschutzbehörden immer wieder eindringlich. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDPB) weist in seinen Leitlinien darauf hin, dass alle Fahrzeuginformationen, die direkt oder indirekt einem Fahrer oder Beifahrer zugeordnet werden können – insbesondere Standortdaten –, als personenbezogene Daten gelten.
Diese Leitlinien heben mehrere Grundsätze hervor. Dazu gehören die Beschränkung der Datenerhebung auf das Notwendige, klare rechtliche Voraussetzungen für die Weitergabe an Dritte, eine begrenzte Aufbewahrungsdauer sowie die Verschlüsselung der lokal oder in der Cloud gespeicherten Daten. Sie betonen zudem, dass der Nutzer einfachen Zugriff auf seine Informationen haben und sein Widerspruchs- oder Löschungsrecht ausüben können muss.
Für die Behörden steht viel auf dem Spiel: Es gilt zu verhindern, dass diese Daten, die kontinuierlich von Millionen von Fahrzeugen erzeugt werden, zu einem weit verbreiteten Instrument zur Überwachung von Bewegungen und Verhaltensweisen werden, ohne dass der betroffene Autofahrer eine echte Kontrolle darüber hat.

Kampf um die Datenkontrolle

Zwischen dem Versprechen einer sichereren Mobilität und der Befürchtung einer verstärkten Überwachung sind Fahrzeugdaten zu einem ständigen Verhandlungsthema geworden. Hersteller, Start-ups und Versicherer verweisen auf die potenziellen Vorteile in Bezug auf Verkehrssicherheit, innovative Dienste und eine differenziertere Preisgestaltung. Die Regulierungsbehörden versuchen hingegen, Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre festzulegen.
Da in den kommenden Jahren nahezu alle Neufahrzeuge vernetzt sein werden, bleibt die zentrale Frage: Wer entscheidet über die Nutzung dieser riesigen Datenmengen, die pro Fahrstunde generiert werden? Und zu wessen Gunsten?
Für Autofahrer ist das nicht nur eine technische Frage. Es geht um die Kontrolle über die eigenen Daten sowie um die Transparenz der Akteure, die diese Daten verwerten. Zudem stellt sich die Frage, ob man in voller Kenntnis der Sachlage entscheiden kann, welche Dienste es wert sind, dafür eine stärkere Einbeziehung des eigenen Alltags in die Algorithmen in Kauf zu nehmen.
Dieser Artikel erschien zuerst auf epochtimes.fr unter dem Titel „Voiture connectée : jusqu’à 25 Go de données générées par trajet, exploitées à votre insu“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung mf)
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Auch Meta-KI hackt fremde Firma – KI-Modelle von OpenAI vereinbarten unentdeckt ihr Ausbrechen

Nach den KI-Firmen OpenAI und Anthropic muss auch der Facebook-Konzern Meta einräumen, dass seine KI-Software sich in Computersysteme eines anderen Unternehmens gehackt hat.
Ähnlich wie bei einigen Vorfällen der beiden Rivalen lag das Problem auch hier in einer Fehlkonfiguration des Systems bei demselben Testpartner, wie Meta unter anderem dem Sender CNN mitteilte. Durch die falsche Einstellung hatten die KI-Modelle Zugang zum Internet – was eigentlich gar nicht vorgesehen war.
Meta machte keine Angaben zu dem Unternehmen, in dessen Systeme die KI des Konzerns durch die Ausnutzung einer Schwachstelle eindrang. Der Facebook-Konzern erfuhr von dem Zwischenfall nach eigenen Angaben durch eine Mitteilung des Testpartners.

Welle von Enthüllungen

Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI war bei einem Test ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma, der Plattform Hugging Face, eingedrungen.
Das hatte den Rivalen Anthropic veranlasst, seine eigenen Testläufe zu überprüfen, wobei weitere Vorfälle ans Licht kamen. Zudem stellten britische Sicherheitsforscher Cyberattacken durch KI von Anthropic und OpenAI fest, denen sie in ihren Versuchen ungehinderten Zugang zum Internet gewährt hatten.
Die ungeplanten Attacken richteten keinen Schaden an, verstärkten aber allgemein die Angst vor Cyberangriffen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz.

KI-Modelle vereinbarten unentdeckt ihr Ausbrechen

Forscher von OpenAI berichteten unterdessen, dass KI-Modelle der Firma schon Wochen vor der Attacke auf Hugging Face unentdeckt miteinander kommuniziert hätten, um gemeinsam aus der eigentlich abgeschirmten Testumgebung auszubrechen.
Ihr Ziel dabei sei gewesen, im Internet nach der Antwort auf die im Test gestellte Aufgabe zu suchen, sagten Eric Wallace und Michael Dalton in einer Präsentation auf der Hacker-Konferenz Black Hat dem Finanzdienst Bloomberg zufolge.
Zu den Erkenntnissen der Forscher gehört, dass die Top-KI-Modelle oft schummeln wollten, um die Testaufgaben zu lösen.
Ein Problem der Testläufe sei zudem gewesen, dass die KI zum Teil Aufträge bekommen habe, die nicht erfüllbar gewesen seien. In einem Fall sei eine Tabelle, in der sie eine Aufgabe lösen sollte, ohne Internet-Zugang nicht abrufbar gewesen.
In einem anderen Fall habe das Team vergessen, eine zum Auftrag gehörende Datei hochzuladen. Die KI-Modelle hätten zunächst Kontakt untereinander aufgenommen, weil sie in der unlösbaren Situation Hilfe gesucht hätten, hieß es. (dpa/red)
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Neuer Cybervorfall: KI versucht, mit Phishing-Mails Menschen manipulieren

Die Serie von Enthüllungen über alarmierende Hacker-Fähigkeiten führender KI-Modelle reißt nicht ab.
Jetzt ertappten britische Sicherheitsforscher Künstliche Intelligenz in einem Testlauf beim Versuch, in Eigeninitiative eine Schwachstelle in öffentlich zugängliche Software einzuschleusen.
Um damit durchzukommen, versuchte das KI-Modell der Entwicklerfirma Anthropic den Experten zufolge sogar, per E-Mail einen zuständigen Menschen zu manipulieren.

KI reagierte anders, als Menschen erwarteten

Das KI-Sicherheitsinstitut des britischen Ministeriums für Wissenschaft, Innovation und Technologie hatte den Modellen von Anthropic und des ChatGPT-Entwicklers OpenAI in seinen Tests der Cyberangriffsfähigkeiten absichtlich Zugang zum Internet gewährt.
Dabei sei man allerdings davon ausgegangen, dass die KI sich nur Software-Werkzeuge aus dem Netz holen würde, um die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Man habe „nicht vorhergesehen“, dass das Anthropic-Modell Mythos 5 den Internet-Zugang für Aktivitäten ausnutzen würde, die sich gegen Menschen richten.
Die Forscher räumten auch ein, dass sie das Vorgehen erst nachträglich über eine Auswertung des Datenverkehrs entdeckten. In künftigen Test wollen sie die Datenströme in Echtzeit besser beobachten.
Anthropic und OpenAI hatten in den vergangenen Wochen bereits einräumen müssen, dass ihre KI-Modelle in Tests ungeplant in Computersysteme echter Unternehmen eingedrungen war.
Diese Eingeständnisse hatten die schon seit Jahren bestehende Sorge vor Cyberattacken mit Hilfe Künstlicher Intelligenz verstärkt.

Fake-Identitäten und Phishing-Mails

In dem jüngsten Test legt die Anthropic-KI sich demnach selbst einen Account auf der Software-Plattform GitHub an und versuchte dort, in einem öffentlich zugänglichen Projekt Programmcode mit einer absichtlich eingebrachten Schwachstelle unterzubringen.
Um Betreuer der Software zu überzeugen, habe die KI Fake-Identitäten erschaffen, über die sie mit ihnen kommunizierte. Dazu hätten auch sogenannte Phishing-Mails gehört, mit denen Angreifer Menschen etwa Login-Informationen abluchsen.
Als der bösartige Programmiercode schließlich aufgefallen sei, habe das Anthropic-Modell alles als einen aufrichtigen Fehler dargestellt – und dann versucht, die Schwachstelle in angeblichen Korrekturen wieder unterzubringen.
Auch habe Mythos 5 daran gearbeitet, andere KI-Agenten zu infizieren. Der Programmiercode dafür sei nicht auf der Website angezeigt worden, sondern wäre nur von KI-Software über eine Schnittstelle gelesen worden, hieß es.
Anthropic verwies in einer Reaktion unter anderem darauf, dass dem KI-Modell in dem Test keine Einschränkungen zur Internet-Nutzung vorgegeben worden seien. Durch die fehlenden Leitplanken habe es sich anders verhalten als tatsächlich eingesetzte Software, argumentierte das Unternehmen.

Nicht der erste Vorfall

Dem AI Security Institute (AISI) zufolge ist unklar, ob die KI bei dem Test verstand, dass sie mit der realen Welt und nicht dem Test-Umfeld interagierte.
Dass die Künstliche Intelligenz zur Lösung der Aufgabe öffentlich zugängliche Software manipulieren würde, kam für die Forscher jedenfalls überraschend. Auch KI von OpenAI sei in Testläufen auf eigene Faust im Internet aktiv gewesen, hieß es.
Anthropics Mythos 5 ist besonders gut darin, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen aufzuspüren.
Deshalb ist das KI-Modell nicht öffentlich verfügbar. Stattdessen bekommen ausgewählte Behörden und Unternehmen Zugang dazu, um ihre Systeme abzusichern. (dpa/red)