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Denkfabrik: Riesige Zinnmine in Myanmar hat Produktion wieder aufgenommen

Im südostasiatischen Myanmar ist die riesige, 2023 geschlossene Zinnmine Man Maw nach Angaben der Denkfabrik International Crisis Group wieder in Betrieb. Der Neustart erfolge „langsam“, die Fördermenge liege „deutlich unter dem Niveau“ von 2023, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Die Zinnexporte nach China nähmen aber bereits wieder zu.

Wichtig für die Elektronikindustrie

Zinn ist als Lötmittel wichtig für die Elektronik- und IT-Industrie; mit Zinn werden Mikrochips auf Leiterplatten befestigt und elektronische Bauteile in Rechenzentren miteinander verbunden. Im Januar hatte der Preis für das Metall einen Rekord erreicht.

Eine der größten Zinnminen der Welt

Die Mine Man Maw ist eine der größten weltweit. Sie liegt im Osten des Landes nahe der Grenze zu China im autonomen Wa-Staat, der von einer Rebellengruppe kontrolliert wird.
2016 wurden auf dem Höhepunkt der Produktion fast 500.000 Tonnen Zinnerz und -konzentrat nach China exportiert. Nach Angaben des chinesischen Zolls waren das damals mehr als 99 Prozent der chinesischen Importe.

Importe aus Myanmar steigen

Im ersten Halbjahr 2026 seien knapp 40.000 Tonnen Zinnerz und -konzentrat aus Myanmar importiert worden und damit bereits mehr als im gesamten Jahr 2025, erklärte die International Crisis Group.
Der Asienexperte der Denkfabrik, Richard Horsey, sagte AFP, es gebe Beweise für eine „stetige, wenn auch unregelmäßige Produktionssteigerung“ in der Mine. Satellitenbilder zeigen laut Bericht der Denkfabrik, dass rund um das Man-Maw-Gelände große neue Gebäude entstehen. Die nächtliche Beleuchtung rund um das Gelände habe wieder ein höheres Niveau erreicht, was ebenfalls auf verstärkte Aktivitäten hindeute.

Rebellen kontrollieren die Mine

Informationen und Zugang zur Mine werden von der Rebellengruppe United Wa State Army (UWSA) kontrolliert. Experten zufolge haben der Schutz Chinas und die wirtschaftlichen Verbindungen in die Volksrepublik der UWSA geholfen, sich aus dem Bürgerkrieg in Myanmar herauszuhalten.

Mine 2023 abrupt geschlossen

Der frühere Junta-Chef und heutige Präsident Min Aung Hlaing hatte 2021 einen Militärputsch in Myanmar angeführt. Dabei wurden die demokratisch gewählte Präsidentin Aung San Suu Kyi und ihre Regierung aus dem Amt getrieben.
In dem durch den Putsch ausgelösten Bürgerkrieg wurden mehr als 100.000 Menschen getötet. Die abrupte Schließung der Zinnmine 2023 war laut International Crisis Group aber wahrscheinlich auf Machtkämpfe innerhalb der UWSA zurückzuführen. (afp/red)
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Protest in Berlin: IG Metall bangt um Zehntausende Stahljobs

Mit Kundgebungen in Berlin und Völklingen machen Beschäftigte der Stahlindustrie Druck auf die Bundesregierung. Unter dem Motto „Stahl hat Zukunft – bei uns!“ marschierten Stahlarbeiter vom Brandenburger Tor zum Bundeswirtschaftsministerium.
Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich rund 1.700 Beschäftigte aus mehr als 40 Betrieben. Im saarländischen Völklingen nahmen zudem an mehreren Demonstrationszügen insgesamt 8.500 Menschen teil, wie die Polizei mitteilte.
Die Gewerkschaft fordert mehr Hilfe der Politik für die kriselnde Stahlindustrie, die unter der Wirtschaftsflaute, hohen US-Zöllen auf Stahl sowie Konkurrenz durch Billigstahl, besonders aus Asien, leidet.
2025 war die Produktion der deutschen Stahlindustrie, die besonders in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Saarland vertreten ist, auf 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl gefallen – ein Tiefstand seit der Finanzkrise 2009.

„Politik muss Möglichkeiten schaffen“

Zudem warnt die IG Metall davor, Klimavorgaben in Europa aufzuweichen und damit den Umbau der Branche zu grünem Stahl zu gefährden. „Wir wollen grünen Stahl produzieren, unsere Stahlwerke werden, soweit es geht, klimaneutral. Doch die Politik muss konsequent die Möglichkeit dafür schaffen“, sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Jürgen Kerner.
Er warnte, den europäischen Emissionshandel, der im Juli auf EU-Ebene auf den Prüfstand kommen soll, infrage zu stellen. Dies treibe „Zehntausende Arbeitsplätze ins Risiko“. Zugleich brauche es Unterstützung für Unternehmen, die die Investitionen in die klimafreundliche Produktion nicht allein stemmen könnten.

Grüne und Linke springen bei

Unterstützung bekamen die Stahl-Beschäftigten in Berlin von der Vorsitzenden der Linken, Ines Schwerdtner. „Stahl ist systemrelevant“, sagte sie.
Die Krise der Branche sei nicht von den Beschäftigten verursacht, sondern Folge einer unzureichenden Unterstützung beim Umbau zu klimafreundlicher Produktion. Auch der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, unterstützte die Stahlarbeiter.
Die Bundesregierung hat bereits einen Industriestrompreis für energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie auf den Weg gebracht. Zudem beschlossen die EU-Staaten Schutzmaßnahmen, um die heimische Stahlbranche vor Konkurrenz zu schützen. Das geht der IG Metall aber nicht weit genug.
Sie kritisiert, dass der Industriestrompreis zeitlich befristet ist, unter Finanzierungsvorbehalt steht und nur „homöopathisch“ gegen teure Energie wirke. (dpa/red)