Süßigkeiten – mit viel Zucker – gibt es in allen Farben und Formen. - Foto: Adam Bartosik/iStock
In Kürze:
Zucker wurde erstmals 510. v. Chr. in persischen Schriften erwähnt. Seine Süße ist weitaus länger bekannt.
Über die islamische Welt gelangte Zucker als Luxusgewürz im Mittelalter nach Europa.
Wirtschaftliche Interessen und internationale Konflikte führten erst zum Entstehen von Zuckerplantagen in Übersee und später der europäischen Zuckerrübenindustrie.
Nachdem Zucker zum Massenprodukt wurde, wurden auch seine Wirkungen auf unsere Gesundheit bekannter – und über Jahrzehnte stark heruntergespielt.
Vor einigen tausend Jahren war Zucker in der westlichen Welt noch unbekannt. Zuckerrohr, ein hohes Gras, das erstmals um 6000 v. Chr. in Neuguinea kultiviert wurde, wurde anfangs wegen seines süßen Saftes gekaut und nicht zu Kristallen verarbeitet. Um 500 v. Chr. entwickelten Menschen in Indien erstmals Verfahren, um Zuckerrohrsaft zu Kristallen einzukochen.
Eine der frühesten uns bekannten Erwähnungen von Zucker stammt aus dem Jahr 510 v. Chr., als Kaiser Darius I. von Persiens in Indien einfiel. Dort fand er „das Schilf, das Honig ohne Bienen gibt“.
Das Wissen über die Zuckerherstellung verbreitete sich nach Westen bis nach Persien und nach dem 7. Jahrhundert n. Chr. weiter in die islamische Welt. Zucker gelangte erst über Handelswege ins mittelalterliche Europa. Er war extrem kostspielig und wurde eher wie ein Gewürz verwendet. Tatsächlich berichteten im 11. Jahrhundert heimkehrende Kreuzritter davon, wie angenehm dieses „neue Gewürz“ sei.
Zuckerrohr wird auf einer Plantage, vermutlich in Westindien, im Jahr 1749 angebaut und verarbeitet. Originalvorlage: Stich für das „Universal Magazine“
Foto: MPI/Getty Images
Vom Luxusgewürz zum Massenprodukt
Das Potenzial dieses „neuen Gewürzes“ im frühen 16. Jahrhundert, ermutigte portugiesische Unternehmer, versklavte Menschen in das neu entdeckte Brasilien zu bringen. Dort begannen sie rasch mit dem Anbau hochprofitabler Zuckerrohrkulturen. In den 1680er Jahren unterhielten die Niederländer, Engländer und Franzosen bereits ihre eigenen Zuckerplantagen mit versklavten Kolonien in der Karibik.
Im 18. Jahrhundert führte die wachsende Beliebtheit von Tee und Kaffee zur weit verbreiteten Verwendung von Zucker als Süßungsmittel. 1874 schaffte Premierminister William Gladstone eine Steuer von 34 Prozent auf Zucker ab. Er senkte damit die Kosten für Grundnahrungsmittel für Arbeiter. Billige Marmelade (ein Drittel Fruchtpüree, zwei Drittel Zucker) fand ihren Weg auf die Tische der Arbeiterhaushalte. Die steigende Nachfrage nach Zucker in Großbritannien und Europa förderte das weitere Wachstum und die Gewinne. Es entstand der Name „weißes Gold“.
Der Zuckerkonsum pro Kopf in Großbritannien stieg von vier Pfund im Jahr 1704 auf 90 Pfund (gut 40 kg) bis 1901. Während die Sklaverei schließlich abgeschafft wurde, wurde das Angebot an billigen Arbeitskräften durch neue Ströme von Vertragsarbeitern aus Indien, Afrika und China aufrechterhalten.
Mit Zuckerrohr beladene Karren werden von den Feldern zur Zuckerraffinerie im Hintergrund transportiert, Barbados, um 1950.
Die britische Seeblockade gegen das napoleonische Frankreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts veranlasste die Franzosen, nach einer Alternative zu den karibischen Zuckerlieferungen zu suchen. Dies führte zur Entstehung der europäischen Zuckerrübenindustrie.
Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Wurzelpflanze, die wegen ihres hohen Zuckergehalts angebaut wird, aus dem Haushaltszucker gewonnen wird. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wuchs diese traditionell stark subventionierte und durch Zölle geschützte Industrie so stark, dass sie mittlerweile etwa 50 Prozent des europäischen Zuckers produziert. Darin enthalten ist auch der Verbrauch Großbritanniens. Dieser beläuft sich mittlerweile auf rund 2 Millionen Tonnen Rüben- (60 Prozent) und Rohrzucker (40 Prozent) pro Jahr.
Zuckerrüben warten auf den Abtransport; Hoeven, Niederlande, Oktober 2016.
Foto: Peter-Braakmann/iStock
Ursprung zweier Giganten
1886 zwangen die Prohibitionsgesetze in Atlanta den Geschäftsmann und Chemiker John Pemberton, sein beliebtes Getränk „Pemberton’s Tonic French Wine Coca“ zu überarbeiten. Er ersetzte den Alkohol durch einen 15-prozentigen Zuckersirup und fügte Zitronensäure hinzu. Sein Buchhalter, Frank Robinson, wählte einen neuen Namen für das Getränk nach seinen Hauptzutaten – Kokablätter und Kolanüsse – und schuf das Coca-Cola-Logo in der geschwungenen Schrift, wie wir es heute kennen.
Im Jahr 1879 erfand der Schweizer Chocolatier Daniel Peter die weltweit erste kommerzielle Milchschokolade unter Verwendung von gesüßter Kondensmilch, die sein Nachbar Henri Nestlé entwickelt hatte. Milchschokolade, die etwa 50–52 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthält, ist heute aufgrund ihres süßen Geschmacks und ihrer cremigen Konsistenz weltweit beliebt.
Schokolade und Cola haben sich seitdem als weltweite Klassiker im Bereich der kohlensäurehaltigen Getränke und Süßigkeiten etabliert und sind für Menschen auf der ganzen Welt zu unverzichtbaren Genüssen geworden.
Im Jahr 1961 erschien der amerikanische Epidemiologe Ancel Keys auf dem Cover des Time-Magazins mit seiner „Ernährungs-Herz-Hypothese“. In seiner „Sieben-Länder-Studie“ stellte er eine Verbindung zwischen der Aufnahme von gesättigten Fetten, Cholesterin im Blut und Herzerkrankungen fest. Keys sagte: „Die Menschen sollten die Fakten kennen. Wenn sie sich dann zu Tode essen wollen, sollen sie es tun.“
Angesichts konkurrierender wissenschaftlicher Meinungen veröffentlichte John Yudkin, Gründer der Ernährungsabteilung am Queen’s College London, einen Artikel in der Fachzeitschrift „The Lancet“. Er argumentierte, dass internationale Vergleiche nicht die Behauptung stützen, dass Gesamt- oder tierisches Fett die Hauptursache für koronare Thrombose sei, und betonte, dass die Zuckeraufnahme eine stärkere Korrelation mit Herzkrankheiten aufweist.
1972 veröffentlichte er sein Buch „Pure, White and Deadly“. Darin präsentierte er Beweise, die den Zuckerkonsum mit einem erhöhten Risiko für Koronarthrombosen in Verbindung bringen, sowie dessen Rolle bei Karies, Fettleibigkeit, Diabetes und Lebererkrankungen. Er bemerkte düster:
„Wenn nur ein kleiner Teil dessen, was über die Auswirkungen von Zucker bekannt ist, über einen anderen Lebensmittelzusatzstoff offenbart würde, würde dieser sofort verboten.“
Das British Sugar Bureau tat Yudkins Aussagen über Zucker als „emotionale Behauptungen“ ab. Die World Sugar Research Organisation bezeichnete sein Buch als „Science-Fiction“. In den 1960er- und 1970er-Jahren bewarb die Zuckerindustrie Zucker als Appetitzügler. Sie finanzierte Forschungsarbeiten, die die Risiken von Saccharose herunterspielten, während sie gleichzeitig Nahrungsfett als Hauptursache für koronare Herzerkrankungen betonten.
Von der Versuchung zur Sucht
Die wissenschaftliche Debatte über die gesundheitlichen Auswirkungen von Zucker und Fett zog sich über Jahrzehnte hin. In der Zwischenzeit begannen Regierungen, Ernährungsempfehlungen zu veröffentlichen, die den Menschen rieten, weniger gesättigte Fette und cholesterinreiche Lebensmittel zu konsumieren. Eine unvermeidliche Folge war, dass die Menschen stattdessen mehr Kohlenhydrate und Zucker aßen.
Eine Gruppe von Konditoren, die im 19. Jahrhundert die ersten österreichischen „Mozart“-Süßigkeiten herstellten – die Mozartkugeln. Ursprünglich waren sie als Mozart-Bonbons bekannt.
Foto: flik47/iStock
Offizielle Ernährungsempfehlungen begannen erst viel später, die Gesundheitsrisiken eines übermäßigen Zuckerkonsums klar zu benennen. Erst Ende des 20. Jahrhunderts häuften sich die Beweise gegen Zucker.
In meinem neuen Buch „Food and Us: the Incredible Story of How Food Shapes Humanity“ gehe ich der Tatsache nach, dass Zucker ein relativ neuer Bestandteil unserer Ernährung ist. In nur 300 Jahren – das entspricht etwa 0,0001 Prozent unserer Ernährungsgeschichte – ist Zucker in unserer Nahrungsversorgung allgegenwärtig geworden. Er hat sogar eigene Kosenamen hervorgebracht, wie „sugar“, „honey“ und „sweetheart“.
Die weltweite Sucht nach Zucker stellt erhebliche und miteinander verflochtene Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit, die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Umwelt dar.
Die allgegenwärtige Präsenz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln, zusammen mit seinen Auswirkungen auf das Belohnungssystem des Gehirns, schafft einen Teufelskreis der Abhängigkeit – der eine weltweite Krise ernährungsbedingter Krankheiten auslöst und die Gesundheitssysteme belastet.
Dieser Artikel erschien im Original auf theconversation.com unter dem Titel „A Brief history of sugar“. (Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors, deutsche Bearbeitung: ts)
Das Virus kann auch durch Kontakt mit Verstorbenen verbreiten (Archivbild) - Foto: Moses Sawasawa/AP/dpa
Das Ebola-Virus breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterhin schnell aus.
Die Lage sei deshalb immer noch „ernst“, sagte die Leiterin der Noteinsätze der WHO in Afrika, Marie-Roseline Bélizaire, am Freitag. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie würden aber „von Tag zu Tag stärker“, sagte sie in einer Videoschalte aus Bunia, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri.
Die WHO hatte wegen der Ebola-Epidemie Mitte Mai eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe.
Nach aktuellen Angaben der WHO wurden in dem zentralafrikanischen Land seitdem 896 Infektionsfälle bestätigt, darunter 232 Todesfälle. 21 Fälle kamen demnach binnen 24 Stunden neu hinzu.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht.
Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Der Ausbruch ist auch schwer einzudämmen, weil die betroffenen Provinzen schwer zugänglich und seit Jahren Schauplatz bewaffneter Konflikte sind.(afp/red)
Ein Arzt in persönlicher Schutzausrüstung versorgt am 12. Juni 2026 einen Patienten in der roten Zone des Ebola-Behandlungszentrums des Rwampara General Reference Hospital in Rwampara, Provinz Ituri, Demokratische Republik Kongo. - Foto: Jospin Mwisha / AFP via Getty Images
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weitet sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf neue Gebiete im Nordosten des Landes aus.
„Der Ausbruch wächst weiter, sowohl in Bezug auf die Fallzahlen als auch auf die geografische Ausdehnung“, sagte der Leiter der Epidemiologie und Analytik der WHO, Olivier le Polain, am Freitag vor Journalisten in Genf. Das wahre Ausmaß des Ausbruchs sei „deutlich größer als das, was derzeit erfasst wird“.
Le Polain zufolge reicht zudem die derzeitige Kapazität von 250 Isolationsbetten in den betroffenen Provinzen „gemessen daran, wohin sich die epidemiologische Lage entwickelt“, nicht aus.
Die WHO hatte wegen der Ebola-Epidemie Mitte Mai eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Das Zentrum der Epidemie ist die Demokratische Republik Kongo, wo inzwischen 676 Infektionsfälle bestätigt wurden, darunter 136 Todesfälle.
Das benachbarte Uganda verzeichnete 19 Infektionsfälle, fast alle bei eingereisten kongolesischen Staatsangehörigen. Zwei der Infizierten starben. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union teilte am Donnerstag mit, die Lage in Uganda sei unter Kontrolle.
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnte derweil vor einem wahrscheinlichen Anstieg der Fälle bei Kindern in den kommenden Wochen durch Übertragungen innerhalb von Haushalten.
In der kongolesischen Provinz Ituri, dem Zentrum des Ausbruchs, seien mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren chronisch mangelernährt, erklärte der globale Einsatzleiter von Unicef für Ebola, Douglas Noble. „Diese Kinder sind bereits sehr verletzlich“, sagte er vor Journalisten in Genf.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.
Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.(afp/red)
Fachleute obduzieren den als "Timmy" bekannten Buckelwal am Strand der Insel Anholt. - Foto: Kai Moorschlatt/dpa
In Kürze:
Pressekonferenz mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus zum Fall Timmy.
Der Tracker am Wal sammelte mehr als 90.000 Daten, die nun ausgewertet werden.
Die Rettungsaktion stand zweimal kurz vor dem Abbruch.
Deutschland ist nicht auf die Strandung eines großen Wals vorbereitet.
Der unter dem Namen Timmy bekannt gewordene Buckelwal hat nach seiner Freilassung im Meer offenbar noch mindestens vier Tage gelebt. Wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Freitag in Schwerin sagte, verendete der Wal laut den Trackerdaten „zwischen dem 6. und 7. Mai“, nachdem er am 2. Mai aus einem Lastkahn in die offene Nordsee entlassen worden war. Insgesamt habe der Tracker zwischen dem 2. bis 7. Mai über 90.000 Daten geliefert, so Backhaus im Verlauf einer Pressekonferenz am Freitag, 12. Juni.
Noch 215 Kilometer geschwommen
„Danach bricht das Signal ab“, sagte Backhaus. Der Buckelwal sei anschließend „mehr oder weniger gedriftet“. Der an der Rückenfinne angebrachte Tracker habe unter Wasser keine Daten mehr geliefert. Insgesamt habe der Wal nach seiner Freilassung noch 215 Kilometer zurückgelegt. Die genaue Todesursache sei weiterhin unklar.
„Die Trackerdaten beantworten nicht alle Fragen“, so Backhaus weiter. Sie zeigten aber, dass der Wal nicht unmittelbar nach der Freilassung verendet sei. „Das ist für mich eine entscheidende Feststellung“, betonte der Minister.
Am 14. Mai war vor der dänischen Insel Anholt im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden ein Walkadaver entdeckt worden. Kurz darauf bestätigten dänische und deutsche Behörden, dass es sich um Timmy handelte.
Backhaus wies zudem darauf hin, dass man in Mecklenburg-Vorpommern – wo Timmy gestrandet war – zweimal kurz vor dem Abbruch der Rettungsaktion gestanden habe. „Das habe ich noch nie öffentlich gesagt“, so der Umweltminister. Einmal habe es die Initiative selbst erwogen, weil sie der Auffassung war, „es sei zu bürokratisch und dauere alles zu lange“. Das konnten wir dann durch Gespräche mit beiden Investoren der Rettung ausräumen, „weil wir in kürzester Zeit Entscheidungen getroffen haben, die rechtssicher waren“.
Auch Backhaus selbst habe ein vorzeitiges Ende in Erwägung gezogen, weil das erste Konzept mit zwei Pontons sowie einer Netz- und Planenkonstruktion nicht umsetzbar war.
Nach Wochen der vergeblichen Versuche sollte der Wal in die Nordsee gebracht werden.
Foto: Philip Dulian/dpa
Untersuchungen gaben bisher keine Erkenntnisse
Der gut zwölf Meter lange Buckelwal tauchte erstmals Anfang März im Hafen von Wismar auf. Er irrte danach wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Zuletzt lag er vor der Insel Poel.
Obwohl Experten das schwer angeschlagene und geschwächte Tier nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen schon aufgegeben hatten, duldete Backhaus Mitte April den Rettungsversuch einer Privatinitiative. Die Aktivisten brachten Timmy in einem Lastkahn aus der Ostsee und entließen ihn am 2. Mai im Kattegat ins offene Meer.
Den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern wurden nun von dem Tracker aufgezeichnete Bewegungsdaten zur Verfügung gestellt, die ausgewertet wurden. Weitere Daten unter anderem zu Wassertemperatur, Tauchtiefe, geschwommenem Radius, Geschwindigkeit und auch Untersuchungen zu den Organen sollen laut Backhaus in einigen Wochen oder Monaten übermittelt und wissenschaftlich ausgewertet werden.
Bei der Untersuchung des Kadavers in Dänemark Anfang Juni sei „nichts Ungewöhnliches“ entdeckt worden – „weder am, noch im Wal“, sagte Backhaus. Es habe keine schwerwiegenden inneren oder äußeren Verletzungen gegeben, auch Reste eines Fischernetzes seien nicht gefunden worden. Auch die Untersuchungen auf Bakterien, Viren oder Krankheiten habe keinen Aufschluss gegeben.
Umweltminister Backhaus stellt Ergebnisse der Senderauswertung vor.
Foto: Jens Büttner/dpa
Aus dem Kadaver soll Biokraftstoff hergestellt werden
Es gebe „nach heutigem Erkenntnisstand keine belastbaren Hinweise“, dass der Transport oder die Freisetzung des Meeressäugers zu seinem Tod oder zur Gefährdung beigetragen hätten, sagte Backhaus. „Der Rettungsversuch war aus unserer Sicht rechtlich und fachlich vertretbar.“
Der Umweltminister betonte auch selbstkritisch, dass Deutschland auf die Strandung eines großen Wals nicht vorbereitet sei. „Es fehlen Standards, es fehlen eingespielte Abläufe“, erläutert er. Auch die Zuständigkeiten auf Bundes- und Länderebene sei nicht „ausreichend definiert“. Das müsse sich ändern, „wir brauchen klare Strukturen“.
Aus dem Kadaver des Buckelwals soll Biokraftstoff hergestellt werden, aus dem restlichen Material soll nach Angaben der dänischen Behörden Fleisch- und Knochenmehl gemacht werden, das ebenfalls als Biokraftstoff genutzt werden kann, etwa bei der Zementherstellung.
Sie sorgen für juckende Quaddeln auf der Haut und werden von vielen Menschen als lästig empfunden: Stechmücken. - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Die tödlichsten Tiere der Welt sind nicht Löwen oder Giftschlangen, sondern Mücken. Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten. Manche Arten sind so gefährlich, dass Wissenschaftler ernsthaft über ihre Ausrottung diskutieren. Laut der Forschungsplattform „Our World in Data“ sterben jährlich rund 760.000 Menschen an den Folgen eines Mückenstichs.
Mücken übertragen rund 17 Prozent aller Infektionskrankheiten, darunter Malaria, Zika, Dengue- und Gelbfieber. Längere und wärmere Sommer könnten die Gefahr durch Mücken vergrößern. Wie kann sich die Menschheit wehren? Ist es möglich, krankheitsübertragende Mücken auszurotten? Und welche Folgen hätte das für die Umwelt?
Tatsächlich müssten nicht alle Mücken vernichtet werden. Von rund 3.500 bekannten Arten stechen nur etwa 100 den Menschen. Und lediglich fünf Arten seien für rund 95 Prozent aller Infektionen verantwortlich, sagt die Biologin Hilary Ranson von der Liverpool School of Tropical Medicine.
Sie hält deren Ausrottung angesichts der verheerenden Folgen der übertragenen Krankheiten für „vertretbar“. Das hätte vermutlich keine gravierenden Auswirkungen auf das Ökosystem, argumentiert die Wissenschaftlerin. Andere, genetisch ähnliche und weniger gefährliche Arten würden ihre ökologische Rolle voraussichtlich rasch übernehmen.
Der Insektenforscher Dan Peach von der University of Georgia teilt diese Einschätzung grundsätzlich, mahnt jedoch zu Vorsicht. Über die ökologische Funktion vieler Mückenarten sei bislang zu wenig bekannt. Mücken transportieren Nährstoffe aus Gewässern in andere Lebensräume und dienen unter anderem Fischen und Insekten als Nahrung. Teilweise bestäuben sie auch Pflanzen.
Natürlich müsse es eine ethische Debatte über das Auslöschen von Arten geben, sagt Biologin Ranson. Sie verweist aber darauf, dass der Mensch bereits jetzt unbeabsichtigt eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten verdrängt oder vernichtet hat.
Wie könnte die Ausrottung in der Praxis funktionieren? Zu den Ansätzen zählt die sogenannte Gene-Drive-Technologie. Dabei werden Tiere genetisch so verändert, dass bestimmte Eigenschaften an nahezu alle Nachkommen weitergegeben werden.
Forscher konnten Weibchen der Malariamücke Anopheles gambiae auf diese Weise unfruchtbar machen. Im Labor verschwand eine Population dadurch innerhalb weniger Generationen.
Das von der Gates-Stiftung finanzierte Projekt „Target Malaria“ plant bis zum Jahr 2030 erste Feldversuche in einem Malariagebiet. In Burkina Faso stoppte die Militärregierung im Jahr 2025 nach Kritik der Zivilgesellschaft einen Test mit gentechnisch veränderten Mücken.
Wolbachia-Bakterie reduziert Denguefieber
Eine weitere vielversprechende Strategie setzt auf das Bakterium Wolbachia. Werden Ägyptische Tigermücken damit infiziert, können sie Krankheiten wie Denguefieber deutlich schlechter übertragen.
Damit stellt sich die Frage, ob die Mücken überhaupt getötet werden müssen. Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie zeigte, dass die Freisetzung von mit Wolbachia infizierten Mücken in der brasilianischen Stadt Niterói die Anzahl der Dengue-Fälle um 89 Prozent senkte.
Mehr als 16 Millionen Menschen in 15 Ländern seien inzwischen durch diese Methode geschützt worden – „ohne negative Folgen“, sagt Scott O’Neill, Gründer des World Mosquito Program.
Parallel arbeitet das Projekt „Transmission Zero“ daran, mithilfe von Gene-Drive-Technologie Anopheles gambiae so zu verändern, dass die Tiere keine Malaria mehr übertragen können. Forschungsergebnisse, die Ende vergangenen Jahres im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass dieses Ziel näher rückt.
Ein Feldversuch dazu soll im Jahr 2030 beginnen. Der Fall Burkina Faso habe jedoch gezeigt, dass solche Projekte politische Unterstützung und gesellschaftliche Akzeptanz benötigen, sagt Studienautor Dickson Wilson Lwetoijera vom Gesundheitsinstitut Ifakara in Tansania.
Statt allein auf technologische „Wunderlösungen“ zu setzen, die meist von der Gates-Stiftung finanziert werden, plädiert Biologin Ranson für einen umfassenderen Ansatz im Kampf gegen durch Mücken übertragene Krankheiten. Dazu gehörten ein besserer Zugang zu medizinischer Versorgung und Impfstoffen. Das wird durch Kürzungen bei der internationalen Hilfe schwieriger. (afp/red)
Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Schutzausrüstung betreten am 26. Mai 2026 im Rahmen von Maßnahmen zur Ebola-Prävention und -Bekämpfung einen Sperrbereich vor einer Isolationsstation im General Referral Hospital von Mongbwalu in Mongbwalu, Demokratische Republik Kongo. (Archivbild) - Foto: Michel Lunanga/Getty Images
Nachdem WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in der Hauptstadt Kinshasa dem zentralafrikanischen Land alles in seiner Macht Stehende zur Ebola-Bekämpfung zugesagt hatte, stand am Freitag sein Besuch in der Region Ituri, dem Epizentrum der Epidemie, auf dem Programm.
Erster Genesungsfall gibt Hoffnung – doch die Krise greift um sich
WHO-Spezialistin Anaïs Legand informierte derweil über den ersten nachgewiesenen Genesungsfall nach einer Ebola-Infektion im Rahmen des aktuellen Ausbruchs.
Die Demokratische Republik Kongo habe mitgeteilt, dass am Mittwoch ein Patient genesen sei und das Krankenhaus verlassen habe, sagte Legand am Freitag in Genf. Es handele sich um die erste Person, die seit Beginn der Epidemie nach zwei negativen Tests aus einem Behandlungszentrum nach Hause geschickt worden sei.
Laut Legand ist von weiteren von Ebola Geheilten auszugehen, die angesichts der begrenzten Kapazitäten in der Demokratischen Republik Kongo aber nicht getestet wurden.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in der Provinz Ituri im Nordosten der DR Kongo erklärt worden. Dort wurde am Freitag WHO-Chef Tedros erwartet.
In der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa hatte er am Donnerstagabend erklärt, der Ebola-Ausbruch könne „gestoppt werden“. Der Bevölkerung des Krisenlandes versprach er, „alles in meiner Macht Stehende zu tun, um Ihnen zu helfen“.
Ausbreitung über Grenzen hinweg
Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) registrierte bis Donnerstag im Rahmen des jüngsten Ausbruchs 1077 Ebola-Verdachtsfälle, darunter 246 Todesfälle. Die WHO hatte zuletzt von 223 mutmaßlichen Ebola-Todesfällen seit Beginn des jüngsten Ausbruchs gesprochen; 17 Todesfälle seien bestätigt. Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs dürfte nach Einschätzung der WHO allerdings größer sein.
Betroffen sind mindestens drei Provinzen in der DR Kongo sowie das Nachbarland Uganda. Dort wurden am Freitag zwei weitere Infektionen bestätigt.
Damit wurden dort mittlerweile neun Fälle gezählt, einer davon endete tödlich. Bei den zwei neuen Fällen handele es sich um zwei Kongolesen, erklärte das ugandische Gesundheitsministerium. Einer von ihnen habe Symptome gezeigt und sei sofort isoliert worden. Bei dem anderen Fall handele es sich um eine Kontaktperson eines zuvor bestätigten Falles.
Zum Schutz vor weiteren Ebola-Infektionen hatte Uganda diese Woche die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo geschlossen. Für alle von dort eingereisten Menschen ordneten die Behörden wegen der Inkubationszeit von Ebola eine 21-tägige Quarantäne an.
Der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba erklärte am Donnerstagabend, derzeit würden 105 mutmaßliche Ebola-Fälle in Gesundheitseinrichtungen des Landes behandelt. „Wir müssen die alarmistischen Aufschreie in die Perspektive setzen“, sagte er vor Journalisten in Ituris Hauptstadt Bunia. „Wir sind nicht in der Situation, wie es die Menschen international annehmen.“ Die Epidemie sei mitnichten außer Kontrolle.
Für den jüngsten Ebola-Ausbruch ist die seltene Bundibugyo-Variante des Virus‘ verantwortlich, gegen die es bisher weder eine Impfung noch Medikamente gibt. Die WHO teilte jedoch am Donnerstag mit, dass ihre Beratungsgremien klinische Studien für vielversprechende Impfstoffe und Behandlungsmethoden empfohlen hätten, die gegen den Bundibugyo-Stamm wirksam sein könnten.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, jedoch nicht über Tröpfchen oder Aerosole in der Luft wie das Coronavirus. Reiseverbote zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie lehnt die WHO ab, da diese „nicht viel bringen“. Die USA haben allerdings Einreisebeschränkungen gegen Menschen aus den von Ebola betroffenen Ländern verhängt.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am Mittwoch erklärt, die USA würden keinen mit Ebola infizierten Patienten auf ihr Staatsgebiet lassen. Ein an Ebola erkrankter US-Bürger wird derzeit auf Bitten der USA in der Berliner Klinik Charité behandelt.
Einem US-Ebola-Quarantänezentrum, das am Freitag in Kenia eröffnet werden sollte, schob ein dortiges Gericht vorerst einen Riegel vor. Katiba, eine kenianische Organisation zur Verteidigung der Verfassungsrechte, hatte ihre Klage gegen das Quarantänezentrum damit begründet, dass die US-Einrichtung „geheim und einseitig“ geplant worden sei.
Das Quarantänezentrum mit 50 Betten sollte auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia rund 200 Kilometer nördlich von Kenias Hauptstadt Nairobi eingerichtet und später noch ausgebaut werden.(afp/red)
Africa CDC rechnet nach dem aktuellen Ebola-Ausbruch mit einem passenden Impfstoff gegen die Bundibugyo-Variante bis Ende des Jahres. (Symbolbild) - Foto: Jospin Mwisha / AFP via Getty Images
Nach dem jüngsten Ebola-Ausbruch in Afrika rechnet die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) mit einem verfügbaren passenden Impfstoff bis Jahresende.
Es gebe bereits „einige Kandidaten“, die in Zukunft gegen die Bundibugyo-Variante des Virus wirksam sein könnten, welche für den aktuellen Ausbruch verantwortlich ist, sagte Africa CDC-Präsident Jean Kaseya am Donnerstag, 28. Mai.
„Mit Sicherheit“ würden bis Ende dieses Jahres ein Impfstoff und ein Medikament verfügbar sein. Africa CDC investiere entsprechend.
Keine Therapie gegen Bundibugyo-Variante
Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo wurde durch die seltene Bundibugyo-Variante des Virus ausgelöst. Auch Uganda ist betroffen.
Gegen die Virusvariante gibt es bislang keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Die Variante wurde bislang nur bei zwei Ausbrüchen 2007 in Uganda und 2012 im Kongo nachgewiesen und ist daher noch nicht gut erforscht.
Kaseya sagte, das russische Gesundheitsministerium habe am Mittwoch angegeben, bereits einen Impfstoff entwickelt zu haben. Von Africa CDC hieß es dazu, dieser ziele auf die Zaire-Variante des Virus ab.
Gespräche mit der russischen Seite sollten Aufschluss darüber geben, inwieweit dieser Impfstoff auch gegen die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus wirksam sein könne.
Laut Kaseya registrierte Africa CDC seit der offiziellen Erklärung des Ebola-Ausbruchs am 15. Mai 1077 Verdachtsfälle, darunter 246 Todesfälle.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt von 223 mutmaßlichen Ebola-Todesfällen seit Beginn des jüngsten Ebola-Ausbruchs gesprochen; zehn Todesfälle seien bestätigt.
Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs dürfte nach Einschätzung der WHO größer sein. (afp/red)
Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch wochenlang unbemerkt blieb. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehr als 900 Verdachtsfälle gemeldet worden.
Wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sonntagabend mitteilte, wurden in dem zentralafrikanischen Land mittlerweile 101 Ebola-Infektionsfälle bestätigt.
Neue Angaben zu Todesfällen machte er nicht. Das kongolesische Gesundheitsministerium hatte am Samstag von 204 Todesfällen bei insgesamt 867 Verdachtsfällen gesprochen.
Uganda: Zwei neue Fälle – Anstieg auf sieben
In Uganda sind nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums zwei weitere Ebola-Fälle nachgewiesen worden. Damit ist die Zahl der bestätigten Fälle in dem ostafrikanischen Land auf sieben gestiegen. Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich bei den neuen Fällen um zwei Mitarbeiter einer privaten Klinik in Kampala. Sie seien in Behandlung, hieß es. Alle Kontaktpersonen würden überwacht und mit Blick auf ihre Kontakte nachverfolgt.
Zuvor hatte das Ministerium über eine Frau aus der Demokratischen Republik Kongo berichtet, die mit einem Flugzeug in die ugandische Hauptstadt Kampala gereist war. Sie wurde dort mit Bauchbeschwerden in einer privaten Klinik behandelt und sei dann zurückgereist. Eine Probe von ihr sei inzwischen positiv auf Ebola getestet worden, hieß es.
Ausbruch erstmals am 15. Mai gemeldet
Der Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in der von bewaffneten Konflikten betroffenen kongolesischen Provinz Ituri gemeldet worden. Nach Einschätzung der WHO hatte sich das Virus zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon seit Monaten unentdeckt ausgebreitet.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.
Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante verursacht, gegen die es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie gibt. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Ebola-Variante liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.
Die WHO hat wegen der Epidemie eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) rief wegen des „hohen Risikos einer regionalen Ausbreitung“ für den gesamten Kontinent den Notstand aus. Auch aus Uganda wurden bereits Infektionsfälle gemeldet. (afp/dpa/red)
Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch wochenlang unbemerkt blieb. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehr als 900 Verdachtsfälle gemeldet worden.
Wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sonntagabend mitteilte, wurden in dem zentralafrikanischen Land mittlerweile 101 Ebola-Infektionsfälle bestätigt.
Neue Angaben zu Todesfällen machte er nicht. Das kongolesische Gesundheitsministerium hatte am Samstag von 204 Todesfällen bei insgesamt 867 Verdachtsfällen gesprochen.
Ausbruch erstmals am 15. Mai gemeldet
Der Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in der von bewaffneten Konflikten betroffenen kongolesischen Provinz Ituri gemeldet worden. Nach Einschätzung der WHO hatte sich das Virus zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon seit Monaten unentdeckt ausgebreitet.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.
Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante verursacht, gegen die es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie gibt. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Ebola-Variante liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.
Die WHO hat wegen der Epidemie eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) rief wegen des „hohen Risikos einer regionalen Ausbreitung“ für den gesamten Kontinent den Notstand aus. Auch aus Uganda wurden bereits Infektionsfälle gemeldet. (afp/red)
Nach der Kreuzfahrt und dem Ausbruch des Hantavirus - die Hondius kehrt endlich nach Rotterdam zurück. - Foto: Patrick Post/AP/dpa
Bei einem weiteren Besatzungsmitglied des Kreuzfahrtschiffes „Hondius“ ist eine Infektion mit dem Hantavirus festgestellt worden. Die Niederlande hätten einen weiteren Fall bei einem Besatzungsmitglied bestätigt, das sich bereits in den Niederlanden in Isolation befunden habe, erklärte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in Genf.
An Bord der „Hondius“ war es während einer mehrwöchigen Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen.
Drei Passagiere starben, darunter eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, bei dem dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion als wahrscheinlich.
Mit dem nun gemeldeten Infektionsfall steigt die Zahl der bestätigten oder vermuteten Ansteckungen mit dem Hantavirus einschließlich der Todesopfer laut WHO auf zwölf.
Vor knapp zwei Wochen waren mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder in Teneriffa von Bord des Kreuzfahrtschiffs gegangen und mit Sondermaschinen in ihre Heimatländer zurückgebracht worden.
Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs von Hantavirus-Infektionen werden die Betroffenen seither isoliert und medizinisch überwacht.
Das jetzt positiv getestete Besatzungsmitglied wurde sicherheitshalber in ein Krankenhaus gebracht, wie die niederländischen Gesundheitsbehörden mitteilten. Dort befindet es sich auf einer Isolierstation.
Hantaviren verursachen schwere Atemwegserkrankungen, eine Impfung gibt es nicht. Üblicherweise verbreiten sich die Viren über Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere.
Bei dem Virusstamm, der sich auf der „Hondius“ verbreitete, handelte es sich um das Andesvirus. Es ist der einzige Hantavirusstamm, der nachweisbar von Mensch zu Mensch übertragbar ist.(afp/red)
Der Eingang zum Campus Virchow Klinikum (Virchow-Krankenhaus) der Berliner Charité. - Foto: Soeren Stache/dpa
Zwei Tage nach der Aufnahme eines mit Ebola infizierten US-Bürgers in der Berliner Charité hat das Krankenhaus erstmals Informationen zum Gesundheitszustand veröffentlicht.
Der Patient zeige deutliche Krankheitssymptome und sei stark geschwächt, er sei momentan aber „nicht kritisch krank“, hieß es am Freitag, 22. Mai, von der Charité. Er benötige daher zur Zeit „keine intensivmedizinischen Maßnahmen oder Organersatzverfahren“.
Der Mann, der als Arzt für eine christliche Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeitete und sich dort mit dem gefährlichen Virus infizierte, wurde auf Bitten der USA am Mittwoch in der Charité aufgenommen.
Einen Tag später folgten seine Frau und die vier Kinder, die sich zuvor ebenfalls im Kongo aufhielten. Alle sechs befinden sich auf der Sonderisolierstation des Krankenhauses.
Während bei dem Mann das Virus mit einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen wurde, war dies bei Frau und Kindern laut Charité bislang nicht der Fall. Sie seien aktuell symptomfrei und befänden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne, hieß es am Freitag.
Sichtkontakt zu ihrem infizierten Mann beziehungsweise Vater ist den Angaben zufolge über eine Glasscheibe möglich. Außerdem können sie über eine Sprechanlage mit ihm kommunizieren.
Zwei Kinder des US-amerikanischen Ebola-Patienten schauen durch ein Fenster zu ihrem Vater in die Isolierstation der Berliner Charité.
Foto: –/Universitätsmedizin Charité/dpa
Neben der bestmöglichen medizinischen Versorgung sei es das Ziel der Charité, die Familie in dieser schwierigen Situation „gesamthaft“ zu unterstützen, hieß es.
So bestehe die Möglichkeit einer psychologischen Betreuung, außerdem wurde ein Patientenzimmer „soweit möglich kindgerecht gestaltet und mit Spielzeug ausgestattet, um den Kindern eine Beschäftigungs- und Ablenkungsmöglichkeit zu schaffen.“
Der Ausbruch der oft tödlich verlaufenden Fieberkrankheit war am vergangenen Freitag im Osten des Kongos gemeldet worden. Das Virus, das durch Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen wird, hatte sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon seit Monaten unentdeckt ausgebreitet.
Inzwischen gibt es fast 600 Verdachtsfälle, darunter 139 Todesfälle. (afp/red)
Neuer Ebola-Fall aus Tshopo: Die M23-Miliz steht vor ihrer ersten großen Epidemie-Herausforderung (Archivbild). - Foto: Hajarah Nalwadda/AP/dpaa
Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo haben die Behörden einen ersten Infektionsfall in der östlichen Provinz Süd-Kivu bestätigt. Die Behörden sprachen am Donnerstag, 21. Mai von einem bestätigten Fall und einem Verdachtsfall in der Provinz.
Ein Sprecher der M23-Miliz sagte, der oder die Infizierte sei bereits an den Folgen der Infektion gestorben. Der Fall sei in der Provinzhauptstadt Bukavu registriert worden, die seit Februar vergangenen Jahres unter Kontrolle der bewaffneten Gruppe steht.
Neuer Fall aus Tshopo: M23 vor Ebola-Herausforderung
Der oder die Infizierte kam den Angaben zufolge aus Kisangani, einer Stadt in der östlichen Provinz Tshopo, in der bislang keine Ebola-Fälle verzeichnet worden waren.
Die von Ruanda unterstützte M23-Miliz hat seit 2021 große Gebiete im Osten der Demokratischen Republik Kongo unter ihre Kontrolle gebracht. Sie hat in den besetzten Gebieten seitdem eigene Behörden aufgebaut.
Mit der Eindämmung einer schwerwiegenden Epidemie wie dem aktuellen Ebola-Ausbruch hat sie bisher keine Erfahrung.
Der Ausbruch war am Freitag vergangener Woche zuerst in der von ebenfalls von bewaffneten Konflikten betroffenen Provinz Ituri gemeldet worden.
Auch in der Provinz Nord-Kivu und im benachbarten Uganda wurden seitdem Fälle registriert, in Süd-Kivu und Tshopo bisher nicht.
Die gewaltsamen Konflikte im Kongo wie die Kämpfe zwischen der M23-Miliz und der kongolesischen Armee erschweren die Eindämmung enorm.
Nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörde INSP vom Donnerstag sind in dem Land bislang 64 Ebola-Fälle und sechs Tote im Zusammenhang mit einer Infektion bestätigt.
Die tatsächliche Zahl dürfte allerdings höher liegen: Die Behörde selbst schätzt die Zahl der Toten im Land auf 160 und die Zahl der Verdachtsfälle auf an die 700.
Eskalierende Wut: Bevölkerung attackiert Ebola-Zelte
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor von fast 600 Verdachtsfällen gesprochen, darunter gebe es 139 Todesfälle.
Vor einem Krankenhaus in Rwampara, einem der Schwerpunkte des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo, zündeten junge Menschen am Donnerstag zwei Zelte für infizierte Patienten an. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP sah die verkohlten Überreste.
Den Angreifern war offenbar der Zugang zu der Klinik verwehrt worden, als sie den Leichnam eines Verstorbenen abholen wollten. Ein Krankenhausmitarbeiter sagte, ein Beschäftigter sei durch Steinwürfe verletzt worden. Anschließend seien Sicherheitskräfte eingeschritten. (afp/red)
Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Schutzanzügen in einem Gesundheitszentrum in Rwampara, Kongo. - Foto: Moses Sawasawa/AP/dpa
Indien und die Afrikanische Union haben wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo einen für kommende Woche geplanten Gipfel verschoben.
Beide Seiten seien angesichts der „sich entwickelnden Gesundheitslage“ auf dem Kontinent übereingekommen, das vierte Indien-Afrika-Forum zu einem späteren Zeitpunkt abzuhalten, erklärte das indische Außenministerium.
Neuer Gipfeltermin noch unbekannt
Der Gipfel sollte vom 28. bis 31. Mai in Neu Delhi stattfinden. Indien erklärte sich bereit, Bemühungen des Afrikanischen Zentrums für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten zur Bewältigung der Ebola-Lage zu unterstützen. Ein neuer Termin für den Gipfel soll später festgelegt werden.
Die WHO hatte am 20. Mai erklärt, das Risiko durch den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sei in Zentralafrika hoch, weltweit aber gering.
Nach WHO-Angaben verbreitete sich das Virus vermutlich bereits seit mehreren Monaten. Die Organisation geht von rund 600 wahrscheinlichen Fällen und 139 mutmaßlichen Todesopfern aus.
Bisher kein Impfstoff
Der Ausbruch der oft tödlich verlaufenden Fieberkrankheit war am vergangenen Freitag im Osten der Demokratischen Republik Kongo erklärt worden. Es ist der 17. Ebola-Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.
Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. (afp/red)
Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hält am 18. Mai 2026 in Genf eine Rede zur Eröffnung der 79. Weltgesundheitsversammlung. - Foto: Fabrice Coffrini/AFP via Getty Images
Wegen anhaltender Differenzen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern werden die Verhandlungen über ein Herzstück des internationalen Pandemie-Abkommens um ein weiteres Jahr verlängert.
„Die Zusage der Mitgliedstaaten, die Verhandlungen fortzusetzen, ist ein klares Signal, dass sie weit davon entfernt sind, es aufzugeben“, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Dienstag bei der Weltgesundheitsversammlung in Genf mit Blick auf das Pandemie-Abkommen.
Er gehe davon aus, dass die WHO-Mitgliedstaaten das Vorhaben „entschieden“ vorantreiben, sagte Tedros. „Ich habe vollständiges Vertrauen in ihren Erfolg.“
Das Ziel: Besser auf Pandemien vorbereitet sein
Die rund 190 Mitgliedstaaten der WHO hatten als Konsequenz aus der Corona-Krise mit der Aushandlung eines internationalen Pandemie-Abkommens begonnen.
Dabei geht es darum, besser für Pandemien gewappnet zu sein, etwa durch die Sicherstellung eines gleichberechtigten Zugangs zu Impfstoffen, Medikament, Tests und Schutzkleidung.
Nach dreijährigen Verhandlungen konnten sich die WHO-Mitglieder jedoch immer noch nicht auf einen zentralen Mechanismus des Abkommens mit der Abkürzung PABS (Pathogen Access and Benefit-Sharing) einigen.
Vorgesehen ist, dass Labore sich freiwillig am PABS beteiligen können und in diesem Rahmen wichtige Daten zu neuen Erregern erhalten. Im Gegenzug verpflichten sie sich, der WHO im Fall einer Pandemie einen „schnellen Zugang“ zu etwa 20 Prozent ihrer Echt-Zeit-Produktion an Impfstoffen, Medikamenten und Diagnosemitteln zu gewähren.
Zehn Prozent sollen demnach der WHO kostenlos zur Verfügung gestellt werden, die anderen zehn Prozent zu einem „erschwinglichen Preis“. (afp/red)
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußert sich „zutiefst besorgt“ zur Ebola-Ausbreitung (Genf, 19. Mai 2026) (Archivbild). - Foto: AFP / Getty Images
Angesichts der schnellen Ausbreitung des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo prüft die Weltgesundheitsorganisation (WHO), ob existierende Impfstoffe oder Medikamente bei der Eindämmung helfen könnten.
„Auf internationaler Ebene schauen wir, welcher Impfstoff-Kandidat oder welche Behandlung verfügbar sind und ob irgendwelche davon bei diesem Ausbruch von Nutzen sein könnten“, sagte die WHO-Repräsentantin für die DR Kongo, Anne Ancia, die am Dienstag, 19. Mai aus der kongolesischen Stadt Bunia zugeschaltet vor Journalisten in Genf sprach.
Bundibugyo-Ebola: Kein Impfstoff, 131 Tote
Die gegenwärtige Ebola-Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Wie der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba in der Nacht zum Dienstag informierte, werden mittlerweile 131 Todesfälle und 513 Erkrankungen mit dem Ebola-Ausbruch in Verbindung gebracht.
Die existierenden Ebola-Impfstoffe schützen vor der häufigeren Zaire-Variante des Virus. Nach derzeitigem Stand gingen Experten davorn aus, dass diese Impfstoffe nicht zur Eindämmung des gegenwärtigen Ebola-Ausbruchs eingesetzt werden können.
Mehr Studien nötig – Notstand für ganz Afrika
„Natürlich sind dazu noch mehr Studien nötig“, fügte die WHO-Vertreterin hinzu. Die technische Beratungsgruppe der WHO werde am Dienstag tagen, „um weitere Empfehlungen abzugeben“, welchem Impfstoff Priorität eingeräumt werden solle.
Das Epizentrum der gegenwärtigen Ebola-Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt.
Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (CDC) rief am Montagabend für den gesamten afrikanischen Kontinent den Notstand aus.
WHO ruft internationale Notlage aus – Tedros „zutiefst besorgt“
Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Epidemie am Wochenende eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Für Dienstag berief die WHO eine Krisensitzung zu der Epidemie ein.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich am Dienstag, 19. Mai in Genf „zutiefst besorgt“ über das „Ausmaß und die Geschwindigkeit“ der Ebola-Ausbreitung. (afp/red)
Bundesgesundheitsministerium (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte am Dienstag, 19. Mai: Ein Ebola-infizierter US-Bürger wird zur Behandlung nach Deutschland verlegt.
Im Kongo stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben derweil auf mehr als 190. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich in Genf „sehr besorgt“ über das „Ausmaß und die Geschwindigkeit“ der Ebola-Ausbreitung.
Infizierter US-Bürger wird in Deutschland behandelt
Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte am Dienstag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP, die US-Behörden hätten „die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung eines US-amerikanischen Staatsbürgers gebeten, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat“.
Dazu würden nun Vorkehrungen getroffen. Weitere Details wollte das Ministerium zunächst nicht nennen, verwies aber darauf, dass Deutschland für die Versorgung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten über ein bundesweites Expertennetzwerk verfüge.
US-Bürger infizierte sich bei Arbeitseinsatz in Kongo mit Ebola
Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte am Montag erklärt, dass ein US-Bürger sich „im Rahmen seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo“ mit dem Ebola-Virus infiziert habe.
Er habe im Laufe des Wochenendes Symptome entwickelt und sei am späten Sonntagabend positiv auf das gefährliche Virus getestet worden, führte Satish Pillai aus, der bei der CDC für den Umgang mit Ebola zuständig ist. Bereits am Wochenende hatte die CDC erklärt, dass sie daran arbeite, eine kleine Zahl von „direkt von dieser Epidemie betroffenen“ US-Bürgern heimzuholen.
WHO ruft internationale Notlage aus
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Epidemie am Wochenende eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe.
Das Epizentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Für Dienstag berief die WHO am Morgen eine Krisensitzung zu der Epidemie ein.
131 Tote und 513 Verdachtsfälle durch Bundibugyo-Ebola
Der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba informierte in der Nacht zu Dienstag über einen deutlichen Anstieg der mutmaßlich durch Ebola verursachten Todesopfer.
131 mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach mittlerweile, insgesamt gebe es 513 Verdachtsfälle. Zuletzt waren aus der DR Kongo 91 Tote und 350 Ansteckungen gemeldet worden.
Die gegenwärtige Ebola-Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.
Lauterbach fordert verstärkte Impfstoffforschung gegen Ebola-Virus
Karl Lauterbach (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angesichts des neuen Ebola-Ausbruchs in Afrika eine verstärkte Impfstoffforschung gegen das Virus gefordert.
„Für die Unternehmen, die hier die Forschung machen, ist das nicht lukrativ“, sagte er in einem Podcast des Magazins „Stern“ laut Mitteilung vom Dienstag. Vor allem die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump habe viel Schaden angerichtet.
Die von den US-Amerikanern finanzierte Impfstoffforschung sei stark eingebrochen. Vor Ort fehlten die amerikanischen Spezialisten. „Die amerikanischen Experten, die werden wirklich weltweit vermisst“, sagte Lauterbach. Die Amerikaner hätten mit die besten Pandemieexperten der Welt.
In Deutschland gebe es eine geringe Gefahr eines Ebola-Ausbruchs. „In Deutschland selbst sehe ich im Moment kein Risiko, aber es muss uns natürlich zu denken geben, wenn solche Zoonosen, also von Tieren auf den Menschen übertragenen Erreger und Krankheiten, zunehmen“, sagte er. Der aktuelle Ausbruch sei für Deutschland und Europa nicht gefährlich. (afp/red)
Die WHO hat wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs in Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. - Foto: Hajarah Nalwadda/AP/dpa
Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte, dass ein Ebola-infizierter US-Bürger zur Behandlung nach Deutschland verlegt wird. Die US-Behörden hätten „die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung eines US-amerikanischen Staatsbürgers gebeten, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat“.
Dazu würden nun Vorkehrungen getroffen. Weitere Details wollte das Ministerium zunächst nicht nennen, verwies aber darauf, dass Deutschland für die Versorgung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten über ein bundesweites Expertennetzwerk verfüge.
Im Kongo stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben derweil auf mehr als 190. Der Chef der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich in Genf „sehr besorgt“ über das „Ausmaß und die Geschwindigkeit“ der Ebola-Ausbreitung.
US-Bürger infizierte sich bei Arbeitseinsatz in Kongo mit Ebola
Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gestern gesagt, dass ein US-Bürger sich „im Rahmen seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo“ mit dem Ebola-Virus infiziert habe.
Er habe im Laufe des Wochenendes Symptome entwickelt und sei am späten Sonntagabend positiv auf das gefährliche Virus getestet worden, führte Satish Pillai aus, der bei der CDC für den Umgang mit Ebola zuständig ist. Bereits am Wochenende hatte die CDC erklärt, dass sie daran arbeite, eine kleine Zahl von „direkt von dieser Epidemie betroffenen“ US-Bürgern heimzuholen.
WHO ruft internationale Notlage aus
Die WHO hat wegen der Epidemie am Wochenende eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe.
Das Epizentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Für Dienstag berief die WHO am Morgen eine Krisensitzung zu der Epidemie ein.
Der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba informierte über einen deutlichen Anstieg der mutmaßlich durch Ebola verursachten Todesopfer.
131 mit dem Virus infizierte Menschen starben mittlerweile, insgesamt gebe es 513 Verdachtsfälle. Zuletzt waren aus der DR Kongo 91 Tote und 350 Ansteckungen gemeldet worden.
Lauterbach fordert verstärkte Impfstoffforschung gegen Ebola-Virus
Karl Lauterbach (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angesichts des neuen Ebola-Ausbruchs in Afrika eine verstärkte Impfstoffforschung gegen das Virus gefordert.
„Für die Unternehmen, die hier die Forschung machen, ist das nicht lukrativ“, sagte er in einem Podcast des Magazins „Stern“ laut Mitteilung vom Dienstag. Vor allem die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump habe viel Schaden angerichtet.
Die von den US-Amerikanern finanzierte Impfstoffforschung sei stark eingebrochen. Vor Ort fehlten die amerikanischen Spezialisten. „Die amerikanischen Experten, die werden wirklich weltweit vermisst“, sagte Lauterbach. Die Amerikaner hätten mit die besten Pandemieexperten der Welt.
In Deutschland gebe es eine geringe Gefahr eines Ebola-Ausbruchs. „In Deutschland selbst sehe ich im Moment kein Risiko, aber es muss uns natürlich zu denken geben, wenn solche Zoonosen, also von Tieren auf den Menschen übertragenen Erreger und Krankheiten, zunehmen“, sagte er. Der aktuelle Ausbruch sei für Deutschland und Europa nicht gefährlich. (afp/red)
Die WHO hat wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs in Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. - Foto: Hajarah Nalwadda/AP/dpa
Deutschland ist nach den Worten von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereit, der Demokratischen Republik Kongo beim Kampf gegen das Ebola-Virus zu helfen. Zwar gebe es noch kein offizielles Ersuchen des Landes, „aber wir wären auf jeden Fall vorbereitet“, sagte Warken am Montag dem Sender rbb.
Das Robert-Koch-Institut stehe ebenso zur Hilfe bereit wie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.
„Dort könnten zum Beispiel mobile Labore gestellt werden, die dann vor Ort eingesetzt werden“, sagte Warken. Das gelte ebenso für geschultes Personal, das „Unterstützung in der Kommunikation darüber, wie man sich vor Ansteckung schützen kann“, leisten könne.
„Wir stehen auf jeden Fall bereit“, betonte die Ministerin. Sie äußerte die Erwartung, dass es in den nächsten Tagen ein Ersuchen um Unterstützung geben könnte.
In der Demokratischen Republik Kongo sind nach offiziellen Angaben bislang mindestens 88 Menschen an der Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gestorben. Von dem Krankheitsausbruch betroffen ist auch das benachbarte Uganda. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Warnstufe.
Warken bezeichnete die Gefahr einer weltweiten Ebola-Pandemie am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“ als „nahezu ausgeschlossen“.
Die von der WHO ausgerufene internationale Gesundheitsnotlage diene vor allem dazu, die Behörden vor Ort zu unterstützen. Für Deutschland sieht die Ministerin derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. „Das Risiko für die deutsche Bevölkerung ist als äußerst gering einzuschätzen“, betonte Warken,
Der Ebola-Ausbruch der Demokratischen Republik Kongo wird wie der Hantavirus-Ausbruch auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff die Debatten bei der Weltgesundheitsversammlung bestimmen. Das wichtigste Entscheidungsgremium der WHO kommt am Montag in Genf zu einer einwöchigen Sitzung zusammen, an der auch Warken teilnimmt. Am Sonntag traf sie in Genf bereits WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. (afp/red)
Die WHO hat wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs in Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. - Foto: Hajarah Nalwadda/AP/dpa
Deutschland ist nach den Worten von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereit, der Demokratischen Republik Kongo beim Kampf gegen das Ebola-Virus zu helfen. Zwar gebe es noch kein offizielles Ersuchen des Landes, „aber wir wären auf jeden Fall vorbereitet“, sagte Warken am Montag dem Sender rbb.
Das Robert-Koch-Institut stehe ebenso zur Hilfe bereit wie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.
„Dort könnten zum Beispiel mobile Labore gestellt werden, die dann vor Ort eingesetzt werden“, sagte Warken. Das gelte ebenso für geschultes Personal, das „Unterstützung in der Kommunikation darüber, wie man sich vor Ansteckung schützen kann“, leisten könne.
„Wir stehen auf jeden Fall bereit“, betonte die Ministerin. Sie äußerte die Erwartung, dass es in den nächsten Tagen ein Ersuchen um Unterstützung geben könnte.
In der Demokratischen Republik Kongo sind nach offiziellen Angaben bislang mindestens 88 Menschen an der Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gestorben. Von dem Krankheitsausbruch betroffen ist auch das benachbarte Uganda. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Warnstufe.
Warken bezeichnete die Gefahr einer weltweiten Ebola-Pandemie am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“ als „nahezu ausgeschlossen“.
Die von der WHO ausgerufene internationale Gesundheitsnotlage diene vor allem dazu, die Behörden vor Ort zu unterstützen. Für Deutschland sieht die Ministerin derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. „Das Risiko für die deutsche Bevölkerung ist als äußerst gering einzuschätzen“, betonte Warken,
Der Ebola-Ausbruch der Demokratischen Republik Kongo wird wie der Hantavirus-Ausbruch auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff die Debatten bei der Weltgesundheitsversammlung bestimmen. Das wichtigste Entscheidungsgremium der WHO kommt am Montag in Genf zu einer einwöchigen Sitzung zusammen, an der auch Warken teilnimmt. Am Sonntag traf sie in Genf bereits WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. (afp/red)
Vorbereitungen im Rotterdamer Hafen für die Ankunft des niederländischen Kreuzfahrtschiffs MV Hondius, das mit dem Hantavirus infiziert war. - Foto: Robin Utrecht / ANP / AFP via Getty Images / Netherlands OUT
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft das Risiko durch den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ weiterhin als niedrig ein. „Das Risiko für die öffentliche Gesundheit wurde auf Grundlage der aktuellsten verfügbaren Informationen neu bewertet und das globale Risiko bleibt gering“, erklärte die WHO am Sonntagabend.
Zwar könnten bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern, die vor der Umsetzung von Eindämmungsmaßnahmen Kontakt mit dem Virus hatten, weitere Fälle auftreten. Das Risiko einer Weiterverbreitung dürfte nach dem Verlassen des Schiffs und der Umsetzung von Kontrollmaßnahmen aber sinken, erklärte die WHO. Die Lage werde weiter genau beobachtet.
Restliche 27 Menschen verlassen Schiff
Die vom niederländischen Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions betriebene „Hondius“ soll nach Behördenangaben am Montagvormittag im niederländischen Hafen Rotterdam anlegen.
Danach sollen die 27 noch an Bord verbliebenen Menschen von Bord gehen: 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Kräfte. Weltweit liegt die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Ausbruch weiter bei drei.
Nach einer AFP-Zählung auf Grundlage offizieller Angaben wurde das Virus bislang bei sieben Patienten bestätigt, zudem gibt es einen wahrscheinlichen Fall.
Kanada bestätigt „vorläufig positiven“ Fall
Kanada bestätigte am Sonntag einen zuvor als „vorläufig positiv“ eingestuften Fall: Einer von vier kanadischen Passagieren der „Hondius“ sei am 16. Mai positiv auf das Andes-Hantavirus getestet worden, erklärte die kanadische Gesundheitsbehörde. Eine mitgereiste Kontaktperson sei negativ getestet worden. Weitere Fälle seien nicht festgestellt worden.
In Großbritannien sollten am Sonntagabend per Flugzeug neun Menschen aus den Überseegebieten St. Helena und Ascension eintreffen, die Kontakt zu einer mit dem Hantavirus infizierten Person hatten. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA zeigten sie keine Symptome und sollten in eine Isoliereinrichtung nahe Liverpool gebracht werden. Rund 20 frühere „Hondius“-Passagiere werden in Großbritannien bereits beobachtet.
Der Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“ hatte sich während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden ereignet. Es handelt sich um das Andesvirus, den einzigen Hantavirusstamm, der nachweislich von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder verließen vor rund einer Woche das Schiff und traten von Teneriffa aus die Heimreise an. Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs werden sie weiterhin medizinisch überwacht. (afp/red)