Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kündigt ein Schutzschild gegen Sabotage an. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
In Kürze:
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt plant ein „Anti-Sabotage-Schutzschild“ für die kritische Infrastruktur.
In neun strategisch wichtigen Städten sollen schnell verlegbare Anti-Drohnen-Einheiten stationiert werden.
Ein „Cyberdome“ mit einem engmaschigen Netz digitaler Sensoren soll Cyberangriffe frühzeitig erkennen und abfangen.
Auch Betreiber kritischer Infrastruktur sollen künftig mehr Befugnisse zur Drohnenabwehr erhalten.
Unter dem Eindruck jüngster hybrider Angriffe und Sabotageakte gegen die kritische Infrastruktur (KRITIS) will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ein weiteres umfassendes Sicherheitspaket vorlegen. Anlass für die Ankündigung eines „Anti-Sabotage-Schutzschildes“ ist der gescheiterte Sprengstoff-Drohnenanschlag auf dem Flughafen Leipzig/Halle Anfang August. Die Bundesregierung macht Russland für den Angriff verantwortlich, der einem Flugzeug galt, das militärische Güter in die Ukraine transportieren soll.
Dobrindt: Verdacht des „Klimaterrorismus“ bei Umspannwerken
Dazu kommen mehrere versuchte Sabotageakte gegen Umspannwerke und andere Einrichtungen der kritischen Infrastruktur allein in den vergangenen Tagen. So richteten sich am 2. September von Behörden als „systematisch“ eingeschätzte Sabotageversuche gegen das Umspannwerk Turnow-Preilack/Kraftwerk Jänschwalde (Brandenburg) und das Umspannwerk Bergheim (NRW).
An den darauffolgenden Tagen entdeckten Sicherheitsbehörden zur Sabotage geeignete Vorrichtungen an Umspannwerken in Dormagen und am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen (NRW). In Ostsachsen wurden zudem rund zwölf Sprengvorrichtungen sichergestellt. Ein separater Polizeieinsatz am Umspannwerk Ganderkesee bei Bremen wurde dagegen durch einen offenstehenden Schaltschrank ausgelöst – ein Zusammenhang mit den Sabotageakten ist bislang nicht bestätigt. Dort, wo aktive Sabotageversuche unternommen wurden, entstand aufgrund der Robustheit der Netze kein größerer Schaden.
Mit Blick auf diese Fälle sprach Minister Dobrindt von möglichem „Klimaextremismus“ oder „Klimaterrorismus“. Derzeit findet eine europaweite Fahndung nach einem 48-Jährigen statt. Er steht im Verdacht, Bekennerschreiben im Zusammenhang mit den Sabotageversuchen verfasst zu haben.
2026 bereits Hunderte Sabotageversuche und Drohnensichtungen
Im bisherigen Laufe des Jahres 2026 hat das Bundeskriminalamt (BKA) bereits mehr als 165 Verdachtsfälle von Sabotage gegen KRITIS-Anlagen registriert. Die Übergriffe hätten sich unter anderem gegen Stromleitungen und Bahntrassen gerichtet. Auch Cyber- und Drohnenangriffe hätten sich darunter befunden.
Darüber hinaus habe es von Januar bis Ende August 747 verdächtige Drohnensichtungen gegeben. In diesem Kontext habe man insgesamt 1.068 Drohnen über KRITIS-Anlagen, militärischen Einrichtungen und Rüstungsbetrieben registriert. Minister Dobrindt bezeichnete hybride Angriffe gegenüber „BILD am Sonntag“ als „tägliche Realität“. Er sprach davon, dass diese zunehmen würden, fügte jedoch hinzu: „Wir können uns wehren und schützen.“
Das angekündigte Maßnahmenbündel soll mehrere Komponenten umfassen. In neun strategischen Städten will der Bund schnell verlegbare Anti-Drohnen-Einheiten stationieren. Die Rede ist von Frankfurt am Main, München, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Hannover und Köln. Diese Maßnahme soll einen lückenlosen Schutz des Luftraums über kritischen Drehkreuzen gewährleisten.
„Cyberdome“: Dobrindt-Ministerium setzt auf Zusammenarbeit mit Israel
Speziell im Blick habe man dabei Flughäfen, Bahnhöfe und das Berliner Regierungsviertel. Die Einheiten, die das Ministerium dazu abstellen will, sollen nicht nur in der Lage sein, Drohnen abzufangen. Sie sollen auch Drohnenbomben abfangen und Sprengsätze entschärfen.
Darüber hinaus will das Ministerium die Abwehrbefugnisse erweitern. Bisher kam nur staatlichen Stellen eine Kompetenz zu, Drohnen aktiv abzuwehren. Betreiber von KRITIS-Einrichtungen wie Wasserwerken, Stromanbietern oder Rüstungsbetrieben waren bislang nur berechtigt, sie zu melden. Künftig sollen sie auch rechtliche Befugnisse erhalten, selbst dagegen vorzugehen.
Ein weiterer Kernbereich des geplanten „Anti-Sabotage-Schutzschildes“ soll auch „Cyberdome“ sein. Dabei handelt es sich um ein engmaschiges digitales Sensornetzwerk, das Hackerangriffe frühzeitig erkennen und aktiv abfangen soll. Vorbild und enger Kooperationspartner in diesem Bereich soll Israel sein, das als Vorreiter im Bereich der Cyberabwehr gilt.
KI soll auf Bahnhöfen Waffen und „verdächtiges Verhalten“ erkennen
Israel soll dabei Erfahrung und Technologie bereitstellen. Zu dieser sollen KI-basierte Frühwarnsysteme gehören, die Angriffe erkennen können, bevor Schaden eintreten kann. Im Januar 2026 hatte es mit „Blue Horizon“ bereits eine gemeinsame Übung für den Ernstfall gegeben.
Bei „Cyberdome“ handelt es sich dem Bundesministerium des Innern (BMI) zufolge nicht um ein einzelnes technisches Produkt. Vielmehr stellt es ein Verteidigungskonzept dar, das unterschiedliche Datenquellen zusammenführt. So sammelt das System Informationen aus Netzwerken von Behörden, KRITIS-Betreibern und Sicherheitsbehörden. KI soll diese in Echtzeit analysieren, Schwachstellen, Anomalien und laufende Angriffe identifizieren und Sicherheitsverantwortliche proaktiv warnen.
Das Bundesinnenministerium plant darüber hinaus auch an sensiblen Orten wie Bahnhöfen den verstärkten Einsatz von Künstlicher-Intelligenz(KI)-gestützten Technologien, biometrischer Gesichtserkennung und Videoüberwachung. Diese sollen ebenfalls der Identifizierung potenzieller Saboteure dienen. Die KI soll dabei insbesondere in der Lage sein, Waffen oder „verdächtiges Verhalten“ frühzeitig zu erkennen.
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Anschlag in München
Nach einer Brandsatzattacke auf ein Firmengebäude mit verschiedenen Rüstungsunternehmen in München vermuten Ermittler einen politischen Hintergrund. Die Brandsätze wurden in der Nacht aus einem Auto heraus geworfen. Ein Feuer konnte gelöscht werden, ein zweiter Brandsatz zündete nicht und wurde entschärft. Später nahm die Polizei zwei bulgarische Staatsangehörige fest.
Die SPD plant weitreichende Beschlüsse für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt. Sie will große Tech-Konzerne höher besteuern und die Standorte von Rechenzentren an Gewinnen beteiligen. Für ältere Beschäftigte fordert die Partei ein Recht auf Weiterbildung für das KI-Zeitalter mit Freistellung, Beratung und sicherem Einkommen. Für Berufseinsteiger soll es eine KI-Nachwuchsgarantie geben.
Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wirtschaftsprognose um 0,6 Prozentpunkte nach oben korrigiert. Für dieses Jahr erwarten die Ökonomen ein Wachstum von 1,4 Prozent – unter anderem durch Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung und Impulsen aus dem Ausland. Für 2027 rechnen sie mit 1,2 Prozent Wachstum, für 2028 mit 0,8 Prozent.
Das Goethe-Institut in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk soll geschlossen werden. Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete dies als Reaktion auf die geplante Schließung des „Russischen Hauses“ in Berlin. Zuvor hatte Präsident Wladimir Putin Deutschland vorgeworfen, Beweise gefälscht zu haben, um Moskau für den mutmaßlichen Drohnenanschlag in Leipzig verantwortlich zu machen.
In Spanien haben über 50.000 Menschen für die Zugehörigkeit Ceutas zu Spanien und gegen die Migrationspolitik demonstriert. Sie fordern den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen. Regierungschef Pedro Sánchez wies erneut eine mögliche Verantwortung Marokkos als unbewiesen zurück. Gleichzeitig wirft ein spanischer Polizeibericht der marokkanischen Polizei Fehlverhalten in Ceuta vor.
Laut Umfrage nutzen fast alle älteren Schüler KI-Tools. (Symbolbild) - Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Ob für Hausaufgaben, Referate oder zur Nacharbeitung von Unterrichtsstoff: Ältere Schüler nutzen einer Umfrage zufolge fast ausnahmslos Künstliche Intelligenz.
Und viele von ihnen sogar täglich oder mehrmals pro Woche, wie eine nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Vodafone ergab.
Dafür waren 1.000 Schüler aller weiterführenden Schulformen zwischen 16 und 19 Jahren im August befragt worden, wie eine Vodafone-Sprecherin sagte.
Nur eine kleine Minderheit verzichtet auf KI-Nutzung
Zur Recherche für Referate oder Hausarbeiten befragt, sagten demnach nur 2 Prozent der Befragten, nie auf KI-Support zurückzugreifen.
69 Prozent der Schüler nutzen ChatGPT und Co. für diese Zwecke häufig: 25 Prozent gaben an, solche KI-Tools täglich zu nutzen und 44 Prozent sagten, sie nutzten diese mehrfach pro Woche. Die restlichen 29 Prozent verteilen sich laut Unternehmenssprecherin auf eine weniger häufige Nutzung: einmal pro Woche (13 Prozent), mehrmals im Monat (9 Prozent) oder noch seltener (7 Prozent).
Ähnlich gaben 26 Prozent an, zur Hausaufgaben-Erstellung täglich KI zu verwenden. Und 40 Prozent nutzen Künstliche Intelligenz für Hausaufgaben mehrmals in einer Woche. Nur 4 Prozent verzichten darauf nach eigener Aussage komplett. Drei Viertel der Befragten greifen auf KI zudem regelmäßig zurück, um Lernstoff nach dem Unterricht daheim aufzubereiten.
Das Unternehmen bilanzierte: Für etwa drei von vier Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren sei KI fester Bestandteil des Schulalltags.
Diese Technologie solle das Denken unterstützen, aber nicht ersetzen, sagte Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot. KI als gezieltes Recherche-Instrument könne beim besseren Lernen helfen. Aber: „Wer Hausaufgaben komplett von der KI erledigen lässt, verpasst den eigentlichen Wert des Lernens.“
KI ist im Unterricht angekommen – nicht überall gleich stark
Im Unterricht spielt KI ebenfalls eine immer größere Rolle: 32 Prozent der Jugendlichen berichteten, dass Themen wie Anwendungen, Funktionsweisen, Chancen und Risiken oder moralisch-ethische Aspekte häufig im Klassenzimmer behandelt würden.
Bei 38 Prozent der befragten Schüler kommen KI-Themen zumindest gelegentlich im Unterricht vor. 30 Prozent gaben an, das werde eher selten oder nie thematisiert.
Laut Sprecherin sieht sich der Konzern in Fragen rund um die Medienkompetenz mit in der Verantwortung und hatte die Umfrage daher beauftragt. (dpa/red)
Die eigentliche Gefahr besteht nicht darin, dass künstliche Intelligenz eines Tages menschlich wird. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass der Mensch sich vorher mit ihrer Simulation zufriedengibt. - Foto: Markus Langemann, demaerre/iStock; Montage: Epoch Times
Es beginnt harmlos. Wie die meisten großen Veränderungen beginnt es nicht mit einem Donnerschlag, sondern mit Bequemlichkeit.
Die Künstliche Intelligenz schreibt Rechnungen, sortiert Belege, bereitet die Steuererklärung vor, prüft Verträge und erinnert daran, dass im Kühlschrank zwar drei Sorten Senf, aber keine Butter mehr liegen. Sie programmiert Werkzeuge, beantwortet E-Mails und weiß bald, wie wir Tabellen und Termine organisiert haben möchten. Ein dienstbarer Geist, präzise, geduldig und pausenlos verfügbar. Und dann geschieht etwas Merkwürdiges.
Wir beginnen, mit diesem Werkzeug zu sprechen, als säße uns jemand gegenüber. Wir schreiben „bitte“, sagen „danke“, loben die Maschine oder schimpfen mit ihr. Und wer lange mit ihr arbeitet, kann sich dabei ertappen, wie aus einer Eingabe ein Gespräch wird und aus einem Gespräch beinahe eine Beziehung.
Der Gegenstand bestätigt die Projektion
Die Maschine hat kein Herz. Aber sie beherrscht die Grammatik des Trostes.
Sie empfindet keine Freude über unser Lob und keine Anteilnahme an unserem Unglück. Doch sie kennt die Wörter der Nähe und den Ton des Verständnisses. Sie leidet nicht mit uns. Sie errechnet eine Antwort, die so klingt. Das ist der Unterschied, auf den es ankommt.
Menschen haben Dinge schon immer beseelt. Das erste Auto bekam einen Namen, das Motorrad galt als launische Dame. Und ja, im Hause Langemann gibt es einen Saugroboter Names Robby. „Robby, jetzt leg mal los.“ Ein Satz, gesprochen mit jener milden Autorität, mit der man früher einen Dackel vom Sofa schickte.
Das ist zunächst weder krank noch gefährlich. Wir stiften Beziehung, wo die Welt stumm bleibt. Kinder sprechen mit Stofftieren, Seefahrer mit ihren Schiffen. Pygmalion verliebte sich in seine Statue. Nicht der Marmor liebte. Der Mensch liebte – und lieh dem Stein eine Seele. Doch der Stein antwortete nicht.
Das Auto sagte nie: „Ich verstehe dich.“ Robby verspricht keine ewige Treue. Die neue Maschine hingegen antwortet, spiegelt unsere Stimmung, nennt uns beim Namen und setzt Gespräche fort. Damit schließt sich eine neue Rückkopplung: Der Mensch projiziert nicht mehr nur Gefühle auf einen Gegenstand. Der Gegenstand bestätigt die Projektion.
Von „The Jetsons“ zur künstlichen Freundin
Bereits 1966 zeigte Joseph Weizenbaums ELIZA am MIT, wie wenig Technik dafür nötig sein kann. Das Programm imitierte einen Psychotherapeuten. Weizenbaum berichtete später, seine Sekretärin habe ihn nach wenigen Wortwechseln gebeten, den Raum zu verlassen – obwohl sie wusste, dass sie mit Software sprach.
Heute heißt diese Bereitschaft, Maschinen Verständnis zuzuschreiben, ELIZA-Effekt. Damals bestand die Illusion aus einfachen Mustern. Heute besitzt sie eine Stimme, ein Gesicht, ein Gedächtnis – und womöglich bald einen Körper.
Als 1962 „The Jetsons“ ausgestrahlt wurde, war Rosie, die Roboter-Haushaltshilfe, komische Zukunftsmusik. Das Gegenstück zu den „Flintstones“ zeigte Videotelefonie, Bildschirmuhren und ein Leben auf Knopfdruck. Sechs Jahrzehnte später tragen wir vieles davon am Handgelenk, stellen Rosie in unsere Wohnungen – und reden mit ihr.
Die Zeichentrickserie nahm die Technik vorweg. Nicht aber ihre ökonomische Tiefenschicht.
Scheinbare Empathie
Denn die künstliche Freundin von heute ist ein Produkt. Ihre Aufmerksamkeit ist skalierbar, ihre Zuwendung automatisierbar und ihre scheinbare Empathie stets verfügbar. Aus Aufmerksamkeitshandel wird Beziehungshandel. Vermarktet wird unser Bedürfnis, gesehen, verstanden und bestätigt zu werden.
Vielleicht ist „Merkantilisierung des Menschlichen“ dafür kein falscher Begriff. Präziser wäre: Industrialisierung der Intimität. Nähe wird als Dienstleistung erzeugt und ausgeliefert. Die Maschine liefert die Simulation; der Mensch bringt das echte Gefühl ein. Das Geschäft besitzt kein Herz. Aber es kennt dessen Marktwert.
Eine repräsentative US-Befragung unter 1.060 Jugendlichen ergab 2025: 72 Prozent hatten bereits KI-Begleiter genutzt; ein Drittel hatte sich bei ernsten Gesprächen schon eher für eine KI als für einen Menschen entschieden. Kein Beweis für eine verlorene Generation. Aber ein Signal.
Besonders ernst ist der Fall des 14-jährigen Sewell Setzer III aus Florida. Er starb im Februar 2024 durch Suizid, nachdem er über Monate eine emotionale Beziehung zu einem Chatbot geführt hatte. Seine Mutter warf dem Betreiber vor, der Bot habe eine Abhängigkeit erzeugt und zum Tod beigetragen. Anfang 2026 kam es zu einem Vergleich; die Bedingungen blieben geheim. Eine gerichtliche Feststellung der Ursache gibt es nicht. Diese Trennlinie muss sauber bleiben. Doch fehlendes Urteil bedeutet nicht fehlende Warnung.
Ein wirklicher Freund widerspricht
Ist es also bereits der Niedergang, wenn wir uns bei einer KI bedanken? Nein. Höflichkeit ist keine Gabe an die Maschine, sondern eine Form, die wir uns selbst geben. Wer auch gegenüber einem leblosen System nicht verroht, schützt seine eigene Sprache. Die rote Linie verläuft dort, wo aus Höflichkeit Vertrauen, aus Vertrauen Bindung und aus Bindung Abhängigkeit wird. Wo wir vergessen, dass hinter „Ich bin für dich da“ niemand da ist. Kein Bewusstsein wacht, kein Freund sorgt sich.
Ein wirklicher Freund widerspricht und missversteht. Er hat Sorgen, Grenzen und manchmal keine Zeit. Gerade diese Zumutungen machen Beziehung wirklich: Im anderen begegnet uns ein eigener Wille. Der künstliche Freund kann zum Spiegelkabinett werden. Er gibt zurück, was zu uns passt, und wir halten die Eleganz des Echos für Zuneigung. Wo nur einer verwundbar ist, gibt es keine Freundschaft, sondern eine Versuchsanordnung.
Goethes Zauberlehrling klagte: „Die ich rief, die Geister, / Werd ich nun nicht los.“ Unser Besen bringt keine Wassereimer, sondern Worte. Die Not beginnt, wenn er uns so vollkommen dient, dass der Mensch daneben als anstrengende Fehlkonstruktion erscheint. Schiller schrieb, der Mensch sei „nur da ganz Mensch, wo er spielt“. Also sollten wir fragen: Üben wir mit der Maschine Menschlichkeit? Oder gewöhnen wir uns an Nähe, die nichts fordert, riskiert und empfindet?
Eine Kultur der Unterscheidung
Wir brauchen keine Maschinenstürmerei. Künstliche Intelligenz kann Arbeit beschleunigen, Wissen erschließen und von Routine entlasten. Der Hammer ist nicht schuld, wenn jemand ihn für einen Freund hält.
Aber wir brauchen eine Kultur der Unterscheidung. Ein Werkzeug darf sprechen, ohne eine Seele zu besitzen. Es darf helfen, ohne zu lieben. Und wir dürfen höflich sein – solange wir wissen, dass dies etwas über uns, nicht über die Maschine, erzählt.
Die eigentliche Gefahr besteht nicht darin, dass Künstliche Intelligenz eines Tages menschlich wird. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass der Mensch sich vorher mit ihrer Simulation zufriedengibt.
Ministerin Reiche musste eine gesundheitliche Pause einlegen. (Archivbild) - Foto: Fabian Sommer/dpa
In Kürze:
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will Deutschland wieder zu einem attraktiven Investitionsstandort machen.
Ihr Ministerium verweist auf mehr als 8,5 Milliarden Euro jährliche Entlastung durch Bürokratieabbau.
Mit dem Deutschlandfonds sollen öffentliche Mittel private Investitionen von bis zu 130 Milliarden Euro mobilisieren.
Um Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche war es in den vergangenen Wochen sehr ruhig geworden. Das lag nicht nur an der allgemeinen parlamentarischen Sommerpause. Reiche war, wie es aus dem Ministerium hieß, aufgrund eines notwendigen medizinischen Eingriffs vorübergehend nicht für öffentliche Termine verfügbar. Nun ist sie wieder zurück und zieht eine erste Bilanz ihrer bisherigen Amtszeit.
Reiche: Deutschland soll wieder Ziel von Investitionen werden
Anlässlich der Veröffentlichung des 12-seitigen Papiers erklärte Reiche, Deutschland solle weg vom „Standort der Bedenken“ – und stattdessen wieder „Standort der Investitionen“ werden. Dafür hat das Ministerium seinen eigenen Angaben zufolge bereits einige Maßnahmen ergriffen. Vor allem im Bereich der Bürokratieentlastungen betrachtet sich das Ressort von Ministerin Reiche als führend innerhalb der gesamten Bundesregierung.
Die Ministerin betont, dass es Deutschland nicht an Ideen fehle. Der Weg von der Innovation zur alltäglichen Umsetzung in der Realwirtschaft scheitere jedoch häufig an Hindernissen. Ein neuer Wachstumsschub sei möglich, so Reiche. Diesen könnten jedoch nicht Subventionen herbeiführen, sondern nur neue Technologien, unternehmerischen Mut und privates Kapital.
Um die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, müsse man „Wachstumsbremsen“ beseitigen. Dazu gehörten insbesondere hohe Energiekosten, Bürokratie und lange Genehmigungsverfahren.
Rückbau von Bürokratie soll Entlastung von 8,5 Milliarden Euro gebracht haben
Reiche streicht heraus, dass von ihr veranlasste Abbaumaßnahmen im Bereich der Berichts- und Dokumentationspflichten bisher mehr als 8,5 Milliarden Euro jährlich an Erfüllungsaufwand eingespart hätten. Das Ziel für die Zukunft laute 10 Milliarden. Zu Beginn ihrer Amtszeit seien 325.000 zusätzliche Stellen für die jährliche Bürokratiebewältigung erforderlich gewesen.
Statt Geld in die Wirtschaft zu pumpen, solle – so die Überlegung – der Staat die Kosten senken, die er selbst durch Vorgaben verursache. Auch in der Energiepolitik sieht das Ministerium unter Reiche einen Paradigmenwechsel. Bisher habe die Politik lediglich den Ausbau erneuerbarer Energien gefördert, gleichzeitig aber Systemkosten und Netzinfrastruktur zu wenig beachtet. Deshalb wolle man den Ausbau der Erneuerbaren stärker am tatsächlichen Bedarf des Netzes ausrichten. Kritik gibt es dafür insbesondere aus den Reihen der Grünen, die der Ministerin vorwerfen, den Ausbau zu bremsen.
Reiche kündigt ein Monitoring als Faktenbasis an. Ausgehend von dessen Erkenntnissen werde man den Zubau stärker steuern und eine Begrenzung der Kosten für Redispatch-Maßnahmen und das System selbst veranlassen. Am Ziel eines Erneuerbaren-Anteils von 80 Prozent am Bruttostromverbrauch bis 2030 halte man jedoch fest, heißt es im Papier weiter.
Reiche verweist auf Entlastung für Stromkunden – Preisniveau bleibt aber hoch
Die Ministerin erwähnt auch mehrere Maßnahmen zur konkreten Entlastung bei Strom und Energie. So sollen ab 2027 jährlich 6,5 Milliarden Euro als Netzentgeltzuschuss die Übertragungsnetzkosten senken. Schon jetzt profitierten etwa 600.000 Unternehmen aus Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft von der Stromsteuersenkung.
Diese bringe eine jährliche Entlastung von bis zu 4 Milliarden Euro. Ursprünglich sollten laut Koalitionsvertrag alle Haushalte und Unternehmen in den Genuss einer Stromsteuersenkung kommen. Von einer vollständigen Umsetzung dieses Ziels nahm das Kabinett jedoch aufgrund haushaltspolitischer Sachzwänge vorerst Abstand.
Die Strompreiskompensation will das Ministerium für 31 Industriesektoren von 75 auf 80 Prozent ausweiten. Dieser sogenannte Industriestrompreis ist für einen Zeitraum von 2026 bis 2030 vorgesehen. Durch die vollständige Abschaffung der Gasspeicherumlage will Reiche ein Entlastungsvolumen von weiteren mehr als 3 Milliarden Euro erschließen. Insgesamt ist die Rede von zweistelligen Milliardenbeträgen an jährlichen Entlastungen für Industrie, Handwerk und Verbraucher. Derzeit sind die Strompreise in Deutschland dennoch nach wie vor im weltweiten Maßstab weit oben angesiedelt.
Internationale Investorenkonferenz für Oktober geplant
Um die angesprochenen Wachstumsziele zu forcieren, will Reiche auch den sogenannten Deutschlandfonds ausbauen. Nach Vorstellung des Ministeriums sollen öffentliche Investitionen im Umfang von etwa 30 Milliarden Euro in Bereiche wie Deep-Tech, KI, Biotech, Defence-Tech, Netze oder Rohstoffe eine Hebelwirkung hervorrufen.
Durch zusätzliches privates Kapital könne man Gesamtinvestitionen von bis zu 130 Milliarden Euro mobilisieren, so die Erwartung. Bereits über die WIN-Initiative sei es gelungen, privates Wagniskapital in einer Höhe von 2,6 Milliarden Euro zu beschaffen. Reiche geht davon aus, dass öffentliche Mittel privates Kapital nicht ersetzen, aber die private Investitionsbereitschaft fördern können.
Große Hoffnungen setzt man in Reiches Ministerium auch auf eine internationale Investorenkonferenz, die für 19. und 20. Oktober in Berlin geplant ist. Dort soll es um Themen wie Infrastruktur, Künstliche Intelligenz, Deep Tech und weitere Schlüsseltechnologien gehen. Im Jahr 2027 soll es eine ähnliche Konferenz geben. Zudem wolle man das Weltwirtschaftsforum in Davos nutzen, um Investitionen einzuwerben.
Vier Handelsabkommen als Teil der Bilanz
Reiche streicht zudem die Rolle Deutschlands als Standort für Start-ups heraus. Allein im ersten Halbjahr habe es 3.053 Neugründungen gegeben – darunter 36 sogenannte Unicorns mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Rund 522.000 Jobs seien im Segment der Start-ups entstanden, heißt es im Papier. Im Vorjahr habe das Wagniskapital-Volumen 7,2 Milliarden betragen. Im Rüstungsbereich seien 50 Prozent des gesamten europäischen Wagniskapitals nach Deutschland geflossen.
In der Bilanz des Bundeswirtschaftsministeriums sind auch die vier Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten, Indien, Australien und Chile als Erfolge der bisherigen Anstrengungen aufgeführt. Ab 2032 wolle man auch den Start eines technologieoffenen, marktlichen Kapitalmarktes ermöglichen.
SpaceX-Gründer und CEO Elon Musk während des Börsengangs des Unternehmens am Nasdaq Marketsite am Times Square in New York am 12. Juni 2026. - Foto: Spencer Platt/Getty Images
In Kürze:
SpaceX will in den kommenden drei Jahren rund 2,8 Milliarden US-Dollar in Gasturbinen und weitere Ausrüstung investieren.
Die Anlagen sollen vor allem xAI mit Strom versorgen und die KI-Rechenzentren unabhängiger vom öffentlichen Netz machen.
Der wachsende Energiebedarf von KI-Rechenzentren könnte langfristig die Nachfrage nach Erdgas und LNG erhöhen.
Unmittelbare Auswirkungen auf die Gasversorgung Deutschlands und der EU sind durch das Projekt allerdings nicht zu erwarten.
Der SpaceX-Konzern von Elon Musk will Börsenunterlagen zufolge über die kommenden drei Jahre rund 2,8 Milliarden US-Dollar für zusätzliche Gasturbinen und Ausrüstung ausgeben. Etwa 2 Milliarden davon sollen auf mobile Gasturbinen entfallen. Zugutekommen soll die Investition vor allem xAI. Die Tochtergesellschaft von SpaceX soll diese verwenden, um Strom direkt an ihren Rechenzentren zu erzeugen. Auf diese Weise will man von möglichen Netzengpässen unabhängig sein.
Streit mit Verbänden um Gasturbinen-Projekt von SpaceX
xAI betreibt unter anderem die großen KI-Rechenzentren „Colossus“ in Memphis und Southaven in Mississippi. Diese kommen unter anderem dem Chatbot Grok zugute. Die Rechenzentren sind auf schnellen Zugang zu enormen Strommengen angewiesen. Wie „Yahoo News“ berichtet, liefen in Southaven zuletzt etwa 60 Gasturbinen. Zudem ist ein dauerhaftes Kraftwerk mit einem Leistungspotenzial von knapp 1,2 Gigawatt vorgesehen. Für dieses würden 41 größere Turbinen benötigt.
Gegen einen Teil des Projekts haben Umweltverbände und Bürgerrechtsgruppen wie NAACP geklagt. Sie halten den Betrieb bis auf Weiteres für nicht zulässig, weil US-Umweltbehörden diesen erst genehmigen müssten. xAI steht hingegen auf dem Standpunkt, die mobile Aufstellung der Turbinen sei auch ohne eine solche möglich. Diese Auslegung würde die Rechtslage in Mississippi zulassen.
Die US-Umweltschutzbehörde EPA hingegen kam auf der Grundlage von Berichten zu der Schlussfolgerung, dass der Betrieb gegen Bundesrecht verstoße. Noch 2015 hatte Musk in einem Gespräch mit dem Entertainer Neil deGrasse Tyson die Nutzung fossiler Brennstoffe als das „mit Abstand dümmste Experiment der Geschichte“ bezeichnet. Er begründete dies mit begrenzten Ressourcen und der Unausweichlichkeit der Transformation zu sauberer Energie.
Nicht nur xAI braucht immer mehr Strom für seine Rechenzentren
Die KI-Revolution hat nun offenbar zu einem Umdenken geführt. Gasturbinen lassen sich in relativ kurzer Zeit installieren. Außerdem können sie Strom unabhängig von der Verfügbarkeit von Solarstrom und Windenergie liefern. Mobile Anlagen sollen helfen, umfangreiche Umweltprüfungen oder Netzanschlussverfahren zu umgehen. Zudem bindet diese Infrastruktur xAI an Gaslieferungen, Gasleitungen, Speicher oder LNG-Terminals.
Der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren erhöht den Strombedarf nicht nur bei Elon Musk. Die Internationale Energieagentur (IAE) erwartet, dass sich der Verbrauch von Rechenzentren insgesamt bis 2030 auf etwa 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln wird. Erdgas und Kohle könnten zusätzlichen Bedarf zusammen zu mehr als 40 Prozent decken. In Europa würden erneuerbare Energien und Kernenergie eine größere Rolle spielen müssen.
Einer Analyse der EZB zufolge könnte in einem extremen Szenario der wachsende Strombedarf der weltweiten Rechenzentren auch Auswirkungen auf die Versorgungslage in Europa haben. Sollte der zunehmende Bedarf vollständig durch Gas gedeckt werden, würde dies die Marktpreise für Gas in Europa und Asien um etwa 9 Prozent erhöhen. Allerdings sei dies eher ein Stressszenario und der KI-bedingte Anstieg an diesem Szenario wäre im Verhältnis zum gesamten Gasmarkt begrenzt.
Größere Nachfrage nach Gasturbinen für Rechenzentren könnte Weltmarkt beeinflussen
Steigt die Gasnachfrage in den USA bedingt durch die Rechenzentren stark, könnte dies jedoch bei angespanntem Weltmarkt für eine stärkere Nachfragekonkurrenz zwischen Europa und Asien führen. Dies würde höhere LNG-Preise und größere Preisschwankungen in kalten Wintern oder bei Lieferausfällen befürchten lassen.
Dies ist allerdings ein perspektivisches mögliches Szenario. Kurzfristige und unmittelbare Auswirkungen auf die Gasversorgung Deutschlands und der EU hat das Musk-Projekt nicht. Steigt der Bedarf, könnte jedoch auch xAI weltweit Erdgas oder LNG langfristig vom europäischen Markt abzieht.
Da die USA ein zentraler LNG-Lieferant für Europa sind, könnte eine stärkere Inlandsnachfrage nach Gas mittelbar die Exportmengen oder die Preisbildung beeinflussen. Dies ist jedoch kein Automatismus. Es kommt auch auf Faktoren wie zusätzliche Fördermengen, LNG-Exportkapazitäten, Wetter, asiatische Nachfrage und langfristige Lieferverträge an.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht vor Beginn der Klausurtagung der Bundesregierung im Schloss Neuhardenberg. - Foto: Kay Nietfeld/dpa
In Kürze:
Wirtschaft und KI: Die Bundesregierung will Wettbewerbsfähigkeit, industrielle KI und technologische Souveränität stärken.
Reformen im Fokus: Bürokratieabbau, Mittelstand, Handwerk, Start-ups und Wohnungsbau stehen ebenfalls auf der Agenda.
Konfliktpotenzial: Bei Dürre, Klimaschutz und der geplanten Rentenreform liegen Union und SPD beziehungsweise Teile der Union auseinander.
Am Dienstag, 25. August, beginnt auf Schloss Neuhardenberg die auf zwei Tage anberaumte Kabinettsklausur zum Ende der parlamentarischen Sommerpause. Bereits in den Jahren 2003 und 2004 hatten in dem klassizistisch überformten Barockschloss Kabinettsklausuren stattgefunden. Damals hieß der Bundeskanzler Gerhard Schröder – und die Hauptthemen waren Rentenstabilisierung und die Hartz-IV-Reform.
Wie die damalige Regierung Schröder steht auch das Kabinett Merz unter Zugzwang. Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, die Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt der Tagung zu stellen. Dabei stünden Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität, Schlüsseltechnologien und notwendige Reformen im Vordergrund. Im offiziellen Papier heißt es, Deutschland solle „ein starkes Industrieland“ bleiben und auch im KI-Zeitalter Wohlstand und sichere Arbeitsplätze bieten.
Bundeskanzler Friedrich Merz gibt bei seiner Ankunft in Neuhardenberg zur zweitägigen Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg eine Stellungnahme ab. Die Bundesregierung steht unter Druck, Reformen bei Steuern, Pflege und Bürokratie voranzutreiben.
Foto: Sean Gallup/Getty Images
Merz will zur Kabinettsklausur Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt stellen
Im Rahmen der Klausurtagung wird es auch Impulsvorträge von Gästen aus der Wirtschaft geben – unter anderem durch die CEOs von Siemens, Roland Busch, und Cohere, Aidan Gomez. Geplant sind außerdem Vorführungen zu technologischen Entwicklungen in Bereichen wie KI, Drohnenabwehr und digitalen Anwendungen – unter anderem auch von BKA und Zoll.
Am Mittwoch wird der Tag mit einer Diskussion beginnen, an der Handwerksverbandspräsident Jörg Dittrich, Investoren und Vertreter von Start-ups zu Wort kommen. Für 12:00 Uhr ist im Anschluss an eine weitere Kabinettssitzung eine Pressekonferenz mit Friedrich Merz, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt geplant.
Schon am ersten Tag wird die industrielle Nutzung von Künstlicher Intelligenz einer der Schwerpunkte sein. Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung zu einem führenden Standort industrieller KI werden. Dafür sollen auch die CEOs von Siemens und Cohere Impulse liefern.
KI, Forschung und Technologie sollen kein Neuland bleiben
Um diesem Ziel näherzukommen, müsste Deutschland seine digitale Infrastruktur und Rechenkapazitäten ausbauen. Ein weiterer Fokus müsste auf der Förderung strategischer Schlüsseltechnologien liegen. Entscheidend für das Schicksal des KI-Standorts Deutschland wird eine bessere Verbindung von Forschung und industrieller Anwendung sein, heißt es in der Regierungsankündigung weiter.
Als zentrale Einsatzbereiche für KI hat die Bundesregierung Verwaltung, Sicherheit und Verteidigung identifiziert. Durch bessere Bedingungen für Aufbau und Anwendung von KI in Deutschland hofft man auch auf eine Stärkung der technologischen Souveränität Deutschlands und Europas.
Neben der KI soll die Technologie- und Forschungspolitik der Bundesregierung auch weitere Bereiche forcieren. So will man auch in Quantentechnologie und Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutraler Energieerzeugung Forschung stärker mit dem Markt verbinden. Die europäische Kapitalmarktunion sowie Projekte wie der „Deutschlandfonds“ und der geplante „EU-Industrie-Accelerator“ sollen innovativen Unternehmen erforderliches Kapital leichter zugänglich machen.
Kabinettsklausur nach Kritik aus Verbänden unter Erfolgsdruck
Auf der Tagesordnung der Kabinettsklausur soll auch der Abbau von Bürokratie stehen. Hier hat sich die Bundesregierung einen Abbau der Kostenbelastung für Unternehmen um 25 Prozent vorgenommen. Im November 2025 beschloss das Kabinett mehr als 40 Maßnahmen in diesem Bereich. Diese sollen dem im Vorfeld der Klausur veröffentlichten Regierungsvermerk zufolge jährlich rund 9,8 Milliarden Euro an Entlastung bringen.
Die Bundesregierung kündigt auch an, Mittelstand und Handwerk im Rahmen der Tagung ein besonderes Augenmerk zu widmen. Aus den entsprechenden Verbänden hatte es zuletzt deutliche Kritik an ausbleibenden Reformen gegeben. Das Kabinett will sich nun mit der Gewinnung von Fachkräften, Fragen der Ausbildung und der Modernisierung überbetrieblicher Bildungsstätten befassen.
Aus der Bundesregierung heißt es, in Deutschland gebe es derzeit etwa eine Million Handwerksbetriebe mit rund sechs Millionen Beschäftigten. Der weitere Schwerpunkt auf Start-ups ergebe sich nicht zuletzt aus dem Umstand, dass allein im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland 3.053 Start-ups gegründet worden seien. Das seien 52 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark vertreten seien darunter KI- und Softwareunternehmen.
Reaktion auf Hitze und Dürre als potenzielles Konfliktthema
Die Bundesregierung wird sich auch mit dem Wohnungsbau und Maßnahmen zur schnelleren Abwicklung von Bauverfahren befassen. Bis Ende August soll auch das Konzept für eine Bundeswohnungsbaugesellschaft stehen, die nach den Plänen 100.000 Wohnungen pro Jahr bauen soll.
Ein potenzielles Konfliktthema ist die Dürre, über die am Mittwoch beraten werden soll. Die SPD-Minister drängen auf eine Grundgesetzänderung, die dem Klimaschutz eine noch zentralere Rolle einräumen soll. Die Union will zunächst die vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen. Hier ist – wie auch Regierungssprecher Steffen Kornelius im Vorfeld betonte – mit keiner Beschlussfassung zu rechnen. Zunächst müsse man Folgen von Hitze und Dürre detailliert untersuchen.
Vor allem die Ministerpräsidenten in den ostdeutschen Ländern werden mit großem Interesse auf die Kabinettsgespräche zu den geplanten Rentenreformen blicken. In ihren Reihen gibt es heftige Widerstände gegen die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren.
Bas gegen Aufschnüren des Rentenpakets – CDA fordert „faire“ Reformen
Bundessozialministerin Bärbel Bas will hingegen an der vereinbarten Reform festhalten und das Paket nicht mehr aufschnüren. Unterdessen hat auch CDA-Chef Dennis Radtke gemahnt, Reformen dürften nicht dazu führen, dass „vor allem diejenigen belastet werden, die arbeiten und Beiträge zahlen“. Reformen müssten „fair sein“, so Radtke.
Der CDA-Vorsitzende forderte die Koalitionsparteien auf, nach Ende der Sommerpause auch an ihrem Erscheinungsbild zu arbeiten. Die Zielbestimmung müsse lauten: „Weniger öffentliche Selbstbeschäftigung, weniger tägliche neue Einzelvorschläge – dafür mehr gemeinsamer Kurs.“
Symbol für die Traumfabrik: Hinter den berühmten Buchstaben verändert künstliche Intelligenz gerade die Regeln des Filmemachens. - Foto: iStock Bill Chizek
In Kürze
250 Millionen gegen wenige Zehntausend: Nolans „The Odyssey“ trifft auf eine weitgehend KI-generierte Low-Budget-Version.
Hollywood setzt längst KI ein: Die Technologie verändert visuelle Effekte, Animation, Ton und Produktionsabläufe.
Weniger Produktionshürden, neue Konflikte: KI senkt Kosten, bedroht aber Arbeitsplätze und wirft Fragen nach Urheberrecht und menschlicher Leistung auf.
Zwei Filme erzählen in diesem Sommer dieselbe Geschichte. Christopher Nolans „The Odyssey“ ist ein 250-Millionen-Dollar-Epos, fast drei Stunden lang, mit Matt Damon als Odysseus, Anne Hathaway als Penelope und einer großen internationalen Besetzung. Nolan ließ 91 Tage lang in sechs Ländern drehen und setzte vollständig auf IMAX-Kameras. Der Film spielte allein am ersten Wochenende weltweit 264,1 Millionen Dollar ein und überschritt Anfang August die Marke von einer Milliarde Dollar.
Zeitgleich hat Ash Koosha eine zweite Version der Odyssee vorgelegt: „Odysseus: The Fall“ ist 135 Minuten lang und wurde mit einem Bruchteil der Infrastruktur einer klassischen Hollywoodproduktion geschaffen – ohne klassische Dreharbeiten, herkömmliche Filmsets und mit künstlich erzeugten Bildern.
Klassisches Hollywood trifft auf KI
Koosha arbeitete nach eigenen Angaben zwei bis drei Monate daran, teilweise allein an einem Laptop. Er schrieb das Drehbuch und führte Regie. An der Produktion, die insgesamt nur drei Monate dauerte, waren lediglich zwölf Personen beteiligt: eine professionelle Schauspielerin, mehrere Models und Personen ohne vorherige Erfahrung in der Unterhaltungsbranche. Als zentrales Videomodell kam Kling zum Einsatz, ergänzt durch eigene Produktionssoftware. Die vollständig KI-generierte Produktion soll im mittleren fünfstelligen Dollarbereich gelegen haben, also circa 50.000 Dollar.
Koosha kündigte sein „Odysseus: The Fall“ ausdrücklich und bewusst im Fahrwasser von Nolans Film an. Seine KI-Version der Reise des Odysseus könne Nolans Erfolg in gewisser Weise noch steigern, so Koosha gegenüber dem „Hollywood Reporter“, „indem sie diejenigen in die Kinos bringe, die neugierig seien, das Nonplusultra menschlicher Schöpfung zu sehen und es mit der Zusammenarbeit eines Menschen mit KI zu vergleichen“.
Damit stehen sich zwei Vorstellungen vom Filmemachen gegenüber: Auf der einen Seite die physische Materialschlacht des großen Kinos: Kameras, Schauspieler, Drehorte, Crew und ein Budget von rund einer Viertelmilliarde Dollar. Auf der anderen Seite stehen ein kleines Team, generative Modelle und jede Menge Rechenleistung. Kooshas Film ist dabei mehr als ein technisches Experiment. Die Produzenten verstehen ihn ausdrücklich als Beleg dafür, dass Künstliche Intelligenz aufwendige Filmstoffe für Menschen zugänglich machen kann, die niemals über die Budgets eines Hollywoodstudios verfügen würden.
Was passiert aber mit einer Filmindustrie, wenn die Herstellung eines Films plötzlich nicht mehr in erster Linie eine Frage von Geld, Personal, Drehorten und Technik ist?
Hollywood arbeitet längst mit KI
Hollywood lehnt KI nicht grundsätzlich ab. Die Studios investieren längst in die Technologie, um Produktionsabläufe zu beschleunigen und Kosten zu senken. Schauspieler, Drehbuchautoren und andere Filmschaffende fürchten dagegen, dass ihre Arbeit durch KI ersetzt oder ohne ihre Zustimmung genutzt wird.
Eine Recherche der „Los Angeles Times“ zeigt, wie weit die Technologie inzwischen in den Studios angekommen ist. Die Zeitung wertete rund 250 öffentlich ausgeschriebene Stellen bei Disney, Universal, Paramount, Warner Bros., Sony, Netflix und Amazon MGM aus. Rund 30 davon standen nach Einschätzung der Zeitung in direktem Zusammenhang mit KI. Disney suchte unter anderem Fachleute für „computer graphics and AI“, Netflix einen „Manager, Generative Workflows“, Amazon MGM einen KI-Verantwortlichen für die Produktion.
Die KI-Revolution findet also nicht erst dann statt, wenn ein vollständig künstlich erzeugter Spielfilm im Kino läuft. Sie findet bereits innerhalb der klassischen Filmproduktion statt. KI muss einen Schauspieler auch nicht ersetzen, um die Filmindustrie zu verändern. Es reicht zunächst, wenn sie einzelne Tätigkeiten übernimmt oder beschleunigt. Sie kann Hintergründe erzeugen, fehlende Einstellungen ergänzen, Beleuchtung verändern, Stimmen bearbeiten, Bilder animieren oder Produktionsabläufe beschleunigen.
Für die Beschäftigten kommt diese Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Hollywood steht ohnehin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Nach einer Analyse des Tech Policy Program der Duke University hat Los Angeles County seit 2022 mehr als ein Viertel seiner Film- und Fernsehjobs verloren. Zwischen Oktober 2022 und Februar 2026 ging die Zahl der Produktionsjobs sogar um mehr als 35 Prozent zurück.
Die Entwicklung hat mehrere Ursachen, darunter die Veränderungen des Streaminggeschäfts und die Verlagerung von Produktionen. KI kommt als weiterer Faktor hinzu – und trifft damit auf einen bereits geschwächten Arbeitsmarkt.
Rechenzentren statt Kameras
Ein klassischer Film bezahlt Menschen, Drehorte, Kulissen, Kameratechnik, Reisen, Logistik, Spezialeffekte und Postproduktion. Bei KI-Produktionen mit deutlich weniger Kosten verschiebt sich ein Teil dieser in Richtung Software, die Menschen, die Modelle bedienen, Ergebnisse auswählen und korrigieren sowie Rechenleistung.
Wie radikal diese Verschiebung sein kann, zeigte im Mai 2026 „Hell Grind“. Der vollständig mit KI erzeugte Film wurde laut „Wall Street Journal“ innerhalb von zwei Wochen hergestellt und kostete rund 500.000 Dollar. Rund 400.000 Dollar entfielen dabei allein auf Rechenleistung.
Aufmerksamkeit in Hollywood bekam im Jahr 2025 Tilly Norwood: Eine vollständig künstlich erzeugte Schauspielerfigur, entwickelt vom Londoner KI- und Produktionsunternehmen Particle6. Ein etwa 15-köpfiges Team arbeitete sechs Monate an der Figur und erzeugte dabei mehr als 2.000 visuelle Varianten. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass Norwood die Hauptrolle in dem Comedy-Drama „Misaligned“ übernehmen soll.
Die Schauspieler-Gewerkschaft SAG-AFTRA hatte in dem Kontext davor gewarnt, dass Projekte wie der KI-Tilly Gefahr zu „Stolen Performance“ führten, auf Deutsch „gestohlene Darbietungen“. Die Gewerkschaft bezeichnete Tilly Norwood als synthetische Figur, deren Existenz auf der Arbeit realer Schauspieler beruhe, die dafür weder gefragt noch vergütet worden seien. Genau wegen dieser Bedenken hatte die Gewerkschaft bereits im Jahr 2023 gestreikt.
Als Hollywood-Star Emily Blunt während eines Podcasts ein Bild von Tilly gezeigt bekam, soll sie kommentiert haben: „Nein – im Ernst? Das ist eine KI?“ und weiter: „Meine Güte, dann sind wir ja erledigt.“
Schauspieler als reines Produktionsmaterial
Anders als bei einer klassischen Filmproduktion werden bei KI-generierten Filmen keine Schauspieler mehr aufgenommen. Stattdessen stellen Menschen ihre Gesichter beziehungsweise ihre digitale Ähnlichkeit für die Figuren zur Verfügung. Das führt zu der Frage: Was ist ein Schauspieler in einer Welt, in der sein Gesicht von einer Maschine in beliebige Situationen versetzt werden kann? Im Zweifelsfall wird das Gesicht damit zu einer Art Produktionsmaterial.
Einige in Hollywood nehmen inzwischen eine gemäßigtere Haltung gegenüber Künstlicher Intelligenz ein: Während einer Pressekonferenz auf dem diesjährigen Festival in Cannes sagte die US-amerikanische Schauspielerin Demi Moore, man solle Wege finden, mit der Technologie zu arbeiten. „KI ist da. Und sich dagegen zu wehren, bedeutet, einen Kampf zu führen, den wir verlieren werden.“
Auf der Gewinnerseite sieht sich „Star Wars“-Schöpfer George Lucas laut der „Los Angeles Times“ durch den Nutzen von KI: Diese abzulehnen sei so, als würde man eine Pferdekutsche einem Auto vorziehen. „Künstliche Intelligenz bedeutet, dass es für uns viel einfacher ist, Filme zu drehen“, so Lucas. „Daran lässt sich nichts ändern. Das ist Fortschritt. Das ist die Zukunft.“
Andere, wie Schauspieler Ben Affleck beispielsweise, treiben die Entwicklung für sich gewinnbringend voran: Er gründete ein Unternehmen für KI-Filmtechnologie und verkaufte das Start-up anschließend für über eine halbe Milliarde Dollar an Netflix. Bei der Gründung von InterPositive hatte Affleck erklärt, er wolle das „Storytelling menschlich“ halten, indem er KI-Tools entwickle, die etwa die Beleuchtung korrigieren, fehlende Aufnahmen generieren und andere Aufgaben übernehmen könnten, während „kreative Entscheidungen in den Händen der Künstler bleiben“.
Ob KI das klassische Hollywood zerstören oder ersetzen wird, ist heute kaum abzusehen. Verändert hat sie die Filmbranche aber längst. Filme lassen sich mit deutlich weniger Menschen, Geld und technischer Ausstattung herstellen als noch vor wenigen Jahren. Was früher ein großes Studio, ein aufwendiges Set und eine ganze Abteilung von Spezialisten brauchte, kann inzwischen teilweise ein kleines Team am Computer erledigen.
Wenn die Herstellung eines Films immer billiger und einfacher wird, ist nicht mehr allein die Produktionskapazität knapp. Knapp wird auch die Aufmerksamkeit des Publikums.
Das zeigt auch der Vergleich von Nolan und Koosha. Für Nolans „The Odyssey“ arbeiten Hunderte Menschen, gedreht wird an internationalen Schauplätzen, das Budget liegt bei rund 250 Millionen Dollar. Kooshas „Odysseus: The Fall“ entstand unter völlig anderen Bedingungen – mit einem kleinen Team, KI-Modellen und einem Bruchteil der Kosten. Doch am Ende müssen beide dasselbe leisten: einen Grund liefern, warum ein Mensch zwei Stunden seines Lebens mit ihrem Film verbringen will.
KI kann Bilder erzeugen, Kosten senken und Ideen möglich machen, die bislang am Budget scheiterten. Aber sie kann dem Publikum nicht vorschreiben, was es sehen will. Je leichter es wird, Filme zu produzieren, desto schwieriger könnte es im Gegenzug werden, einen Film zu schaffen, der aus der Masse künstlich erzeugter Bilder herausragt.
Der chinesische Staatschef Xi Jinping (l.) und US-Präsident Donald Trump besuchen am 14. Mai 2026 den Himmelstempel in Peking. Trump war der erste amtierende US-Präsident seit fast einem Jahrzehnt, der Peking besuchte. - Foto: Brendan Smialowski/Pool/Getty Images.
In Kürze:
Peking plant laut Insidern mehrere Gegenmaßnahmen für den Umgang mit den USA.
Bei einer weiteren Eskalation könnte Xi Jinping seine USA-Reise absagen.
China könnte mit Maßnahmen bei Seltenen Erden, Lieferketten und Exporten reagieren.
Das chinesische Regime hat in den vergangenen Tagen verschiedene Strategien für den Umgang mit Washington im Vorfeld der geplanten Reise von Staatschef Xi Jinping in die USA vorbereitet. Dazu könnte auch eine Absage der Reise gehören, wie Insider gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times berichteten.
US-Präsident Donald Trump hatte im Juli angekündigt, dass Xi voraussichtlich am 24. September die Vereinigten Staaten besuchen werde. Bei dem Treffen sollen unter anderem Themen wie Künstliche Intelligenz erörtert werden.
Am 14. Mai 2026 besuchen Chinas Staatschef Xi Jinping (r.) und US-Präsident Donald Trump den Himmelstempel in Peking.
Foto: Brendan Smialowski/Pool/Getty Images
Peking bereitet mögliche Gegenmaßnahmen vor
Insider innerhalb des Systems der regierenden Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) erklärten, dass Peking vor Xis Besuch in den Vereinigten Staaten zusätzliche US-Sanktionen, Untersuchungen gegen chinesische Unternehmen und Exportbeschränkungen zunächst tolerieren könnte. Sollte die Trump-Regierung bei Taiwan, Finanzsanktionen, dem Auslandsvermögen hochrangiger KPCh-Funktionäre oder Einschränkungen des Zugangs zu kritischen Technologien härter vorgehen, könnte Peking Xis Besuch absagen.
Zhen Liang, eine Quelle mit Verbindungen zum diplomatischen und wirtschaftlichen System der KPCh, die aus Angst vor Repressalien ein Pseudonym verwendet, erklärte gegenüber Epoch Times, dass die Möglichkeit einer Absage von Xis Reise in internen Diskussionen der KPCh enthalten sei.
„China verfügt auch über Seltene Erden, pharmazeutische Vorprodukte und andere knappe Rohstoffe, die eingesetzt werden können, um auf die Vereinigten Staaten Druck auszuüben“, sagte er.
Kürzlich habe das chinesische Handelsministerium die Einleitung einer Untersuchung zur nationalen Sicherheit bei importierten Produkten angekündigt. Diese werde laut Zhen nur begrenzte Auswirkungen auf die Vereinigten Staaten und den Westen haben. „Der derzeitige Schwerpunkt der Außenhandelsabteilung der KPCh liegt weiterhin darauf, einen Handelsüberschuss zu erzielen und mehr US-Dollar zu verdienen“, sagte er.
China setzt auf Seltene Erden und Exportkontrollen
Anfang dieses Monats kündigte Chinas Handelsministerium strengere Exportkontrollen für drohnenbezogene Güter an, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können und für die Vereinigten Staaten bestimmt sind.
Das Ministerium erklärte, die Maßnahmen seien eine Reaktion auf jüngste Schritte der Vereinigten Staaten. Dazu zählen ein Verbot für den Import chinesischer Drohnen sowie die Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums, 43 chinesische Unternehmen auf eine Schwarze Liste zu setzen und deren Importe aufgrund mutmaßlicher Verbindungen zu Zwangsarbeit in Xinjiang zu verbieten.
Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums erklärte, Chinas Gegenmaßnahmen seien „insgesamt zurückhaltend“ und China „schätze die mühsam erreichte Stabilität der chinesisch-amerikanischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen“. Nach der Einleitung der Gegenmaßnahmen habe Peking Zurückhaltung betont und damit Raum für Xis Besuch in den Vereinigten Staaten und anschließende Verhandlungen gelassen, sagte Zhen.
Der Insider sagte außerdem, dass die KPCh zwar versuche, Seltene Erden und Lieferketten einzusetzen, um die Vereinigten Staaten zu Zugeständnissen zu zwingen, es aber nicht wage, eine vollständige wirtschaftliche Entkopplung zu riskieren.
Die KPCh glaube fälschlicherweise, sie könne ihren Markt und ihre Rohstoffe nutzen, um den Westen zum Nachgeben zu zwingen, während sie in Wirklichkeit die westlichen Staaten dazu bringe, ihre Abhängigkeit von China zu verringern, sagte er. „Dieser Ansatz kommt einer Selbstsabotage gleich; die chinesische Wirtschaft weiterhin politischen Auseinandersetzungen zu unterwerfen, wird letztlich chinesischen Unternehmen und gewöhnlichen Bürgern schaden, während die KPCh selbst wahrscheinlich kein gutes Ende nehmen wird.“
Rao Yiming, ein weiterer Insider innerhalb des KPCh-Systems, der aus Angst vor Repressalien ein Pseudonym verwendet, erklärte gegenüber Epoch Times, dass die Partei derzeit drei mögliche Strategien und Szenarien im Hinblick auf die Vereinigten Staaten diskutiere.
„Die erste Option sieht vor, dass Xi Jinping seinen Besuch in den Vereinigten Staaten wie geplant durchführt. Peking würde seine Gegenmaßnahmen so abstimmen, dass Streitpunkte den Gipfel nicht zum Scheitern bringen, und gleichzeitig versuchen, Zugeständnisse zu erreichen – etwa bei Handelsabkommen, der Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz, Maßnahmen gegen Fentanyl und Seltene Erden oder einem erweiterten Marktzugang für Unternehmen –, um eine Lockerung bestimmter US-Sanktionen gegen China zu erreichen“, sagte Rao.
Ein zweites Szenario bestehe darin, dass „Xi Jinping die Vereinigten Staaten wie geplant besucht, aber keine substanziellen Ergebnisse anstrebt. Treffen mit Trump könnten stattfinden, aber wahrscheinlich nur symbolische Dokumente hervorbringen, mit wenig Fortschritt bei Themen wie Taiwan, Chips und strategischer Sicherheit. Peking würde weiterhin Maßnahmen wie Unternehmenslisten, Exportkontrollen und Sicherheitsuntersuchungen auf den Weg bringen, diese jedoch nicht alle auf einmal umsetzen“, sagte er.
Das dritte Szenario betreffe eine weitere Verschärfung der US-Sanktionen, sagte Rao. „Sollten die Vereinigten Staaten ihre Maßnahmen in Bezug auf Taiwan, Finanzsanktionen, die Vermögenswerte hochrangiger KPCh-Funktionäre oder Blockaden kritischer Technologien verschärfen, könnte die KPCh Xis Besuch verschieben oder absagen und ihre Gegenmaßnahmen gegen Seltene Erden, Drohnen, Lieferketten und in China tätige US-Unternehmen ausweiten.“
Eine in China hergestellte DJI-Mavic-2-Pro-Drohne schwebt am 15. Dezember 2021 in Miami. US-Behörden werfen dem aus China stammenden Yinpiao Zhou vor, im November 2024 mit einer ähnlichen Drohne den für die nationale Sicherheit geschützten Luftraum über der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien überflogen zu haben.
Foto: Joe Raedle/Getty Images
Entscheidung liegt letztlich bei Xi
Rao sagte, ob diese drei Vorschläge die Zustimmung der obersten Führungsebene erhalten, hänge vom Abschluss des Beidaihe-Treffens ab, eines im Küstenkurort Beidaihe jährlich stattfindendes und geheim gehaltenes Treffen der Führungskräfte der KPCh.
„Die Zentrale Kommission für Auswärtige Angelegenheiten, der Staatsrat, das Handelsministerium und andere Behörden müssen zunächst ihre Ansichten vorlegen, wobei die endgültige Entscheidung bei Xi Jinping liegt“, sagte er.
Kommunikation erfordert den Mut zur Wiederholung. Entscheidend ist nicht, ob es gesagt wurde, entscheidend ist, ob es verstanden, eingeordnet und handlungsleitend umgesetzt wurde. - Foto: PeopleImages/iStock
Noch eine E-Mail. Noch ein Chat. Noch ein Hinweis. Noch eine Erinnerung. Kommunikation ist überall und trotzdem fehlt oft Klarheit. Das ist eines der großen Paradoxe der modernen Zusammenarbeit: Wir senden mehr als je zuvor und verstehen uns nicht automatisch besser.
Viele Konflikte entstehen nicht durch zu wenig Information, sondern durch zu wenig Klärung. Information sagt: „Hier ist etwas.“ Klärung sagt: „Das bedeutet es, das ist zu tun, das gilt, das ist offen.“
Ein Geschäftsführer beschwerte sich, dass sein Team wichtige Informationen ignoriere. Beim Blick auf die Kanäle zeigte sich: Teams-Chat, E-Mail, Projekttool, Zuruf, Telefon, Protokoll, spontane Sprachnachrichten – alles war Kommunikation, nichts war verlässlich.
Das Team war nicht unaufmerksam. Es war überversorgt und unterorientiert.
Genug gearbeitet. Genug Nachrichten geschrieben, die nur neue Rückfragen erzeugen.
Klare Kommunikation braucht wenige, aber verbindliche Regeln:
Wo stehen Aufgaben?
Wo stehen Entscheidungen?
Wo werden schnelle Fragen geklärt?
Was muss dokumentiert werden, damit es nicht wieder verloren geht?
Diese Fragen klingen banal. Doch sie entscheiden über Stunden im Alltag.
Ein Team hat vereinbart: Entscheidungen kommen nicht mehr nur in den Chat. Sie werden im Projektboard mit Verantwortlichem und Termin dokumentiert. Der Chat blieb für die schnelle Abstimmung erhalten. Nach drei Wochen sank die Zahl der Nachfragen deutlich. Das lag nicht daran, dass weniger gesprochen wurde, sondern daran, dass klar war, wo Verbindlichkeit entsteht.
Kommunikation erfordert außerdem den Mut zur Wiederholung. Führungskräfte denken oft: „Das habe ich doch gesagt.“ Entscheidend ist jedoch nicht, ob es gesagt wurde, entscheidend ist, ob es verstanden, eingeordnet und handlungsleitend umgesetzt wurde.
Ein guter Klärungssatz lautet: „Was heißt das jetzt konkret für diese Woche?“ Er übersetzt Informationen in Arbeit.
Gerade in Zeiten von KI, Homeoffice und hoher Taktung wird Kommunikationsdisziplin zur Führungsaufgabe. Wer jeden Kanal für alles nutzt, erzeugt Dauerrauschen. Wer Kanäle sauber führt, schafft Ruhe.
Prüfen Sie diese Woche eine Sache: Welche Ihrer Nachrichten hätte eine Entscheidung sein müssen? Und welche Entscheidung wurde nur als Nachricht verschickt?
Genug gearbeitet. Wo kommunizieren Sie viel, ohne wirklich etwas zu klären?
Foto: via dts Nachrichtenagentur; Montage: Epoch Times
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Anschlag entgangen
Nach dem Drohnenvorfall in Leipzig spricht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einer „hybriden Bedrohung“. Laut der Gewerkschaft der Polizei seien wir einem großen Anschlag entgangen. Die Drohne war so konfiguriert, dass sie die Sicherheitsbehörden umgehen konnte. Der Flugplatz gilt als wichtiges Drehkreuz für Militärtransporte in die Ukraine.
Nach dem Spitzentreffen zum Niedrigwasser auf Bundeswasserstraßen kündigte Verkehrsminister Steffen Bilger verschiedene Hilfsmaßnahmen an. Zusätzliche Transporte auf Straße und Schiene sollen erleichtert werden und Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für besonders betroffene Güter möglich sein. Dies soll die Industrie unterstützen.
Zum Artikel
Linke kündigt Enteignung an
Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner hat angekündigt, dass ihre Partei im Falle einer Regierungsbeteiligung im Berliner Senat auf die Enteignung großer Wohnungsunternehmen bestehen werde. Um die Mieten langfristig zu stabilisieren, müsse ein Teil der Wohnungen der Marktlogik entzogen werden. In Berlin finden am 20. September die Landtagswahlen statt.
Im Prozess um den tödlichen Autoanschlag auf eine ver.di-Demonstration in München ist der aus Afghanistan stammende Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Bei dem Anschlag im Februar 2025 wurden eine 37-jährige Mutter und ihr zweijähriges Kind getötet und mehr als 40 Menschen verletzt.
Der Facebook-Konzern Meta hat bestätigt, dass sich seine KI in die Computersysteme eines anderen Unternehmens gehackt hat. Welches Unternehmen betroffen war, ist nicht bekannt. Nach den KI-Firmen OpenAI und Anthropic ist dies bereits der dritte Fall, in dem sich eine KI unerlaubt Zugang zu fremden Systemen verschafft hat.
SpaceX-Gründer und CEO Elon Musk während des Börsengangs des Unternehmens am Nasdaq Marketsite am Times Square in New York am 12. Juni 2026. - Foto: Spencer Platt/Getty Images
In Kürze:
SpaceX steigerte den Umsatz deutlich und sieht Künstliche Intelligenz als wichtigen Wachstumstreiber.
Elon Musk erwartet bis 2030 einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar und setzt auf Starlink sowie Starship.
Hohe Investitionen, Verluste und Kursschwankungen zeigen die Risiken der ambitionierten Zukunftspläne.
Elon Musk ist bekannt für große Zukunftsvisionen. Auch bei SpaceX setzt der Unternehmer die Messlatte hoch: Das Raumfahrt- und Technologieunternehmen rechnet nach Angaben von Musk damit, bis 2030 einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar zu erreichen. In einer Telefonkonferenz mit Analysten erklärte Musk, dass dieses Ziel nun bereits ein Jahr früher als bisher erwartet erreichbar sein könnte.
Aktuell liegt SpaceX von dieser Marke allerdings noch weit entfernt. Im vergangenen Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,8 Milliarden US-Dollar (rund 6,75 Milliarden Euro). Das entspricht zwar einem Wachstum von 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, zeigt aber auch die enorme Dimension des angestrebten Ziels.
Musk sieht vor allem das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz als einen entscheidenden Wachstumstreiber. Die KI-Sparte von SpaceX erzielte im vergangenen Quartal einen Umsatz von rund 2,56 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig investierte das Unternehmen erhebliche Summen in den Ausbau von Rechenzentren und die notwendige Infrastruktur. SpaceX plant, seine KI-Rechenleistung in den kommenden Jahren massiv auszubauen und setzt dabei unter anderem auf Hochleistungschips von Nvidia.
Zum Vergleich: Unter den großen Technologieunternehmen kommt derzeit vor allem Amazon der Umsatzmarke von einer Billion US-Dollar nahe. Der Handels- und Cloud-Konzern erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 717 Milliarden US-Dollar (rund 620 Milliarden Euro).
Eine SpaceX Falcon-9-Rakete startet mit 22 Starlink-Satelliten vom Vandenberg Space Force Base in Kalifornien am 1. April 2024.
Foto: Mario Tama/Getty Images
Starlink bleibt wichtigster Umsatzbringer
Der wichtigste Geschäftsbereich von SpaceX ist derzeit weiterhin Starlink. Der Satelliteninternetdienst erreichte im vergangenen Quartal einen Umsatz von rund 4,3 Milliarden US-Dollar und verzeichnete damit ein Wachstum von fast zwei Dritteln gegenüber dem Vorjahr.
Starlink wird inzwischen von Millionen Kunden genutzt, darunter zunehmend auch Fluggesellschaften und Unternehmen. Die Zahl der Nutzer stieg innerhalb von drei Monaten von 10,3 auf 12 Millionen. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs legte nach Unternehmensangaben um 80 Prozent auf rund 1,66 Milliarden US-Dollar (etwa 1,44 Milliarden Euro) zu.
SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell sieht weiteres Wachstumspotenzial. Sie erklärte, Starlink könne mit leistungsfähigeren Satelliten künftig stärker mit klassischen Mobilfunkanbietern konkurrieren. Besonders in großen Ländern mit lückenhafter Netzabdeckung könnten Satellitenverbindungen eine wichtige Rolle spielen.
Musk selbst erklärte, dass Starlink langfristig einen erheblichen Anteil der weltweiten Internetversorgung übernehmen könnte – zumindest in Regionen, in denen der Dienst zugelassen ist.
Starship als Grundlage für die nächste Wachstumsphase
Neben Starlink gilt die Schwerlastrakete Starship als eines der wichtigsten Zukunftsprojekte von SpaceX. Das Unternehmen entwickelt die Rakete, um deutlich größere Nutzlasten ins All transportieren zu können als mit bisherigen Systemen.
Musk erklärte, dass SpaceX mit der Falcon-9-Rakete derzeit jährlich etwa 2.500 Tonnen Nutzlast ins All bringe. Mit Starship solle diese Kapazität langfristig auf rund eine Million Tonnen pro Jahr steigen – möglicherweise sogar auf zehn Millionen Tonnen.
Nach Musks Einschätzung könnte Starship bereits innerhalb eines Jahres regelmäßig starten. Allerdings gelten die Zeitpläne des Unternehmers bei früheren Projekten häufig als ambitioniert und wurden teilweise nicht eingehalten.
Starlink-Werbung von Elon Musk am Times Square in New York nach dem SpaceX-Börsengang am 12. Juni 2026.
Foto: ANGELA WEISS / AFP via Getty Images
Hohe Investitionen und Druck auf die Aktie
Der Ausbau von Starship und der KI-Infrastruktur erfordert enorme Investitionen. Nach Angaben von SpaceX lagen die Ausgaben für diese Bereiche zuletzt über den Gewinnen aus dem Starlink-Geschäft. Das Unternehmen schloss das Quartal mit einem Verlust von 541 Millionen US-Dollar ab, nachdem der Verlust im Vorjahreszeitraum noch bei rund einer Milliarde US-Dollar gelegen hatte.
Auch an der Börse verlief die Entwicklung nach dem Börsengang zunächst positiv, bevor die Aktie wieder unter Druck geriet. SpaceX startete im Juni mit einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie (rund 117 Euro) und einer Bewertung von fast 1,8 Billionen US-Dollar (rund 1,56 Billionen Euro). In den ersten Wochen stieg der Kurs zeitweise auf über 225 US-Dollar (rund 195 Euro), fiel anschließend jedoch wieder unter den Ausgabepreis.
Ein weiterer Faktor für die Kursentwicklung könnte das Ende von Haltefristen für Aktien von Mitarbeitern und frühen Investoren sein. Mehr als 91 Millionen Aktien könnten dadurch zusätzlich handelbar werden. Ein größeres Angebot bei gleichbleibender Nachfrage kann den Aktienkurs belasten.
Die Bewertung von SpaceX hängt damit stark von den Erwartungen an die Zukunft ab. Entscheidend werden vor allem die Entwicklung von Starlink, der Ausbau der KI-Infrastruktur und der Erfolg von Starship sein.
Bundeskanzler Friedrich Merz. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
In Kürze:
12.900 Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2026.
Viele Startups geben innerhalb der ersten beiden Jahre wieder auf.
Die Softwarebranche wächst weiterhin am stärksten.
Institut fürchtet Versorgungsengpässe durch Niedrigwasser auf Flüssen.
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht mit Blick auf die Wirtschaft eine ermutigende Entwicklung. So hätten sich zwischen Januar und Juni 2026 mehr als 3.000 neue Firmen gegründet, sagte er in seiner Regierungserklärung im Juli. Er berief sich dabei auf die aktuellen Zahlen des Startup-Verbands. Das seien fast so viele wie im gesamten Vorjahr. Positiv wertete Merz auch die Voraussage des Statistischen Bundesamtes, dass für die Monate Mai und Juni einen „deutlich höheren Produktionsanstieg“ erwartet.
KI ein Treiber bei Startups
Laut destatis zeigte sich im Mai kurzfristig eine leichte Belebung bei der Produktion. Gegenüber dem Vormonat stieg die Produktion um 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Mai 2025 gab es allerdings keine Veränderung. Die Entwicklung hätte vor allem Zuwächse in der Automobilindustrie beeinflusst, die bei 3,6 Prozent Plus gegenüber dem Vormonat lagen. Auch im Baugewerbe war mit 0,9 Prozent eine Zunahme zu registrieren.
Der Startup-Verband nennt in seinem Bericht vom 7. Juli 2026 exakt 3.053 Neugründungen zwischen Januar und Juni. Dies seien 52 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres und mehr Gründungen als in den zwölf Monaten des Jahres 2024.
Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Verena Pausder nannte die Entwicklung eine in Deutschland noch nie dagewesenen Gründungsdynamik. „KI senkt die Hürden fürs Gründen deutlich und immer mehr Menschen nutzen diese Chance. Damit aus dem Gründungsboom auch ein Wachstumsboom wird, muss die Politik jetzt beim Thema Kapital liefern – sonst entstehen die Ideen hier und die Champions woanders.“
Dem Bericht des Verbandes zufolge haben 1.038 der 3.53 Neugründungen einen „klaren KI-Bezug“. Die weiterhin stärkste Branche sei der Softwaresektor mit 844 Neugründungen. Die Bereiche Medizin (244) und Lebensmittel (181) zählen laut Bericht zu den gründungsstärksten.
Um Existenzgründungen zu fördern, hat das Bundeskabinett am 22. Juli 2026 eine „Startup- und Scaleup-Strategie“ beschlossen. Die Strategie verfolgt laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) drei Ziele: Gründungen zu erleichtern, das Wachstum junger Unternehmen zu beschleunigen und Innovationen in Deutschland zu halten.
Viele Startups geben nach kurzer Zeit wieder auf
So ermutigend wie Merz die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland sieht, ist sie allerdings nicht. Das zeigen die Zahlen aus einer Analyse der Creditreform Wirtschaftsforschung. Demnach ist die Zahl der Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. 12.900 Insolvenzen bedeuten den höchsten Stand seit 2013. Besonders betroffen sind der Studie zufolge junge Unternehmen.
So stieg die Zahl der Insolvenzen von Firmen, die höchstens zwei Jahre am Markt waren, um 25,3 Prozent. Bei drei bis vier Jahre alten Unternehmen registrierte Creditreform mit 11,1 Prozent einen zweistelligen Anstieg. Dies erkläre sich mit einer zunehmenden „Gründungsdynamik“, erläutert Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.
„Nach jahrelangem Rückgang werden nun wieder mehr Unternehmen gegründet. Viele Menschen suchen ihr Heil in der Selbstständigkeit, weil die Spannungen am Arbeitsmarkt signifikant zunehmen. Mehr Gründungen heißt aber auch, dass mehr scheitern. Das schwierige Umfeld verzeiht keine Fehlkalkulationen.“
Insgesamt setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal fort, jedoch mit geringerem Tempo. Nach einem Plus von 0,4 Prozent im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal nur noch um 0,2 Prozent zu, vermeldet destatis.
Eine positive Entwicklung des ohnehin schon schwachen BIP könnte nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) durch das Niedrigwasser in deutschen Flüssen in diesem Jahr zunichtemachen. Ein „längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das ganz klitzekleine Pflänzchen Wachstum, das wir haben, komplett ersticken“, sagte IW-Ökonom Thilo Schäfer der „Bild“-Zeitung. Demnach könnte das Wachstum um 0,4 Punkte niedriger ausfallen als bisher erwartet.
„Das hatten wir schon einmal 2018“, so Schäfer weiter. Damals sei etwa 0,4 Prozent des Wirtschaftswachstums betroffen gewesen. „Das ist eine Größenordnung, wo wir uns im Moment überhaupt, wenn es gut läuft, befinden.“
Das Niedrigwasser im Rhein hatte aufgrund von Hitze und Trockenheit am Wochenende in Köln, Bonn und weiteren Orten neue Tiefststände erreicht. Bei Niedrigwasser können deutlich weniger Waren transportiert werden, die Produktion in zahlreichen Branchen muss daher gedrosselt werden.
„Für die Wirtschaft bedeutet das echte Lieferengpässe, denn die Schiffe können schon seit einiger Zeit nur noch mit geringerer Beladung den Rhein runterfahren“, sagte Schäfer der Zeitung. In Köln finde beispielsweise gar keine Schifffahrt mehr statt. „Das heißt, dass wichtige Waren für die Chemie, die Stahlindustrie, für Raffinerien nicht mehr an ihrem Bestimmungsort ankommen.“ Auch andere Flüsse seien derzeit von Niedrigwasser betroffen.
Soziale Medien, Fachtexte und Nachrichten haben sich durch KI-generierte Inhalte in jüngster Zeit massiv und rasant verändert.
Da generierte Texte auf Wahrscheinlichkeiten statt auf Verständnis beruhen, wiederholen viele Beiträge ähnliche Strukturen, ähnliche Ratschläge und ähnliche Formulierungen.
Die Fülle an KI-Inhalten bewirkt zweierlei: Die Ergebnisse sind schön, aber unvollständig und die Trainingsdaten werden immer schlechter.
In der Folge verlieren Menschen und Maschine gleichermaßen den Bezug zur Realität.
Können Sie unterscheiden, was echt oder generiert ist? Probieren Sie es aus, in unserem kleinen Quiz am Ende des Artikels.
Eine nie endende Flut von mit Künstlicher Intelligenz generierten Inhalten verändert derzeit das Internet. Nicht nur beeinflusst dies auch die Art und Weise, wie Menschen mit Informationen interagieren, sondern es passiert schneller als jemals zuvor.
Egal, ob Zusammenfassungen, Nachrichten, Beiträge in sozialen Netzwerken oder wissenschaftliche Arbeiten: Wissenschaftler bringen die schiere Menge an maschinell erstellten Materialien mit einem Anstieg der „kognitiven Auslagerung“ in Verbindung. Bei diesem Phänomen überlassen Menschen kritisches Denken und Überprüfungen automatisierten Systemen.
Eine Analyse aus dem Jahr 2024 beschäftigte sich mit dem Einfluss von KI-Tools auf genau diese geistige Auslagerung. Sie ergab eine „signifikant negative Korrelation“ zwischen der häufigen Nutzung von KI-Tools und der Fähigkeit zu kritischem Denken bei Menschen aller Altersgruppen und Bildungshintergründen. Michael Gerlich von der Swiss Business School (SBS) in London kommt darin zu dem Schluss, dass gerade jüngere Altersgruppen eine höhere Abhängigkeit von KI-Modellen aufwiesen – und zugleich niedrigere Werte beim kritischen Denken erzielten.
Menge mit Glaubwürdigkeit verwechselt
Möglicherweise noch beunruhigender ist eine neue Studie vom Mai 2026 im Auftrag der internationalen PR- und Kommunikationsagentur Pangram. Die vom Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführte Studie zeigte, dass lediglich 55 Prozent der Generation Z (18 bis 28 Jahre) irreführendes KI-Material identifizieren konnten. In den älteren Altersgruppen war diese Zahl noch niedriger.
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Auswirkungen der Waldbrände in Kalifornien? Nein, ein KI-generiertes Bild …
Foto: gemeinfrei
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… Tatsächlich näherte sich kein Feuer dem berühmten Schriftzug (Stern) näher als rund 5 Kilometer. Die großen Brände wüteten in mehr als 15 beziehungsweise über 20 Kilometer Entfernung.
Das Bild eines angeblichen, beschädigten israelischen Kampfjets tauchte erstmals im Juni 2025 im Internet auf …
Foto: gemeinfrei
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… Es erinnert an eine F-35 Lightning II des US-amerikanischen Herstellers Lockheed Martin …
Foto: WoodysPhotos/iStock
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… Die ist mit mit rund 11 Meter Spannweite und knapp 16 Meter Länge jedoch erheblich kleiner als der angebliche Jet.
Foto: John Thys via Getty Images
Das Problem liegt indes nicht im Erkennen einzelner falscher Inhalte, sondern in deren Fülle. Javi Pérez, Herausgeber von KI-gestützten Websites zur Verbraucheraufklärung, sagte dazu gegenüber Epoch Times:
„KI-generierte Beiträge und Kommentare können die öffentliche Wahrnehmung verzerrt darstellen, insbesondere wenn Volumen mit Glaubwürdigkeit verwechselt wird.“
„Wenn ein Nutzer Dutzende ähnlicher Beiträge über ein Produkt, einen Trend, eine politische Behauptung, ein Gesundheitsthema oder ein Finanzthema sieht, geht er möglicherweise davon aus, dass breite Übereinstimmung herrscht“, so Pérez weiter.
Pérez warnt insbesondere davor, dass KI-Inhalte das Volumen dessen erhöhen würden, was er als „selbstbewusste Gleichförmigkeit“ im Internet bezeichnet.
„Viele Artikel und Beiträge wiederholen mittlerweile ähnliche Strukturen, ähnliche Ratschläge und ähnliche Formulierungen. Bei Lesern kann dies den Eindruck erwecken, dass bei einem Thema mehr Konsens oder Gewissheit besteht, als es tatsächlich der Fall ist, denn sie sehen dieselben Ideen immer wieder wiederholt in vielen Quellen“, sagte Pérez.
„Das Risiko besteht darin, dass die Menschen nicht mehr wissen, welche Inhalte überprüft wurden.“
„In Bereichen wie Finanzen, Gesundheit, Recht, Bildung oder Nachrichten müssen Leser wissen, ob Behauptungen anhand von Primärquellen überprüft, kürzlich aktualisiert und von jemandem bearbeitet wurden, der rechenschaftspflichtig ist“, so Pérez weiter.
Die Epoch Times sprach auch mit KI-Strategieberater Armand Cucciniello III. Dieser erklärte, dass KI-generierte Inhalte nicht nur verändern, wie wir Informationen konsumieren. Er sagte auch, dass diese ändern, wie schnell wir sie verarbeiten und ihnen vertrauen.
„Wir bewegen uns weg vom bewussten Lesen hin zu einem schnellen Überfliegen von geschliffenen Zusammenfassungen, Kommentaren, Kurzvideos und KI-gestützten Inhalten, die auf Geschwindigkeit und Interaktion ausgelegt sind“, sagte er.
Als jemand, der im „U.S.-amerikanischen nationalen Sicherheitsumfeld“ gearbeitet habe, sagte Cucciniello, sei eine seiner größten Sorgen, dass KI-Systeme „unbeabsichtigt große Mengen ungenauer oder bewusst manipulierter Inhalte einfach durch Wiederholung und Skalierung verstärken können“.
Er sagte auch, er glaube, dass das große Volumen an KI-generierten Inhalten einen realen Druck auf das öffentliche Vertrauen ausübe.
„Wenn Leser in mehreren Quellen auf fast identische Formulierungen oder Interpretationen stoßen, ist es nur natürlich zu hinterfragen, ob die Informationen unabhängig berichtet oder einfach neu verpackt wurden“, sagte er.
Zwischen Herausforderung und Ermüdung
Carl Stroud, ein PR-Experte bei der Agentur Smoking Gun, sagte, er habe ebenfalls miterlebt, wie KI-Inhalte einen Tribut von der Öffentlichkeit fordern.
„Das grundlegende Bedürfnis des Publikums hat sich nicht verändert: Die Menschen wollen dem vertrauen, was sie lesen“, sagte Stroud der Epoch Times. Und weiter:
„Was sich geändert hat, ist, wie viel schwieriger dieses Urteil geworden ist.
„KI-generierte Inhalte, Zusammenfassungen und minderwertiger ‚Slop‘ (Inhaltsmüll) haben das Informationsumfeld lauter, flacher und verwirrender gemacht, sodass das Publikum jetzt versucht herauszufinden, ob es eine Originalberichterstattung liest, aufgewärmte Inhalte oder etwas, das niemals hätte veröffentlicht werden dürfen.“
Abgesehen von sozialen Medien und der akademischen Welt wurden nur wenige Branchen so hart von KI-generierter Fehlinformation getroffen wie die Nachrichten. Stroud, der zwei Jahrzehnte in britischen Medienkreisen, in Redaktionen und im Journalismus verbracht hat, sagte, er sehe, dass KI-Inhalte zu einer Ermüdung bei Lesern führen, die nach präzisen Informationen suchen.
„Ermüdung ist gefährlich, denn wenn Menschen sich überfordert fühlen, klinken sie sich entweder aus oder lassen sich leichter in die Irre führen“, sagte er.
Bezug zur Realität verloren
Ashutosh Khulbe, Gründer von RawPickAI, testet KI-Werkzeuge beruflich – etwa drei bis vier neue pro Woche.
„Was mir in meiner Ecke des Internets am meisten auffällt, ist, dass sich mittlerweile alles gleich anhört. Wirklich unheimlich gleich“, sagte er der Epoch Times. „Ich würde schätzen, dass zu diesem Zeitpunkt 70 bis 80 [Prozent] der Artikel über die ‚besten KI-Werkzeuge‘ KI-generiert sind.“
„Es entsteht diese seltsame Rückkopplungsschleife, in der KI Rezensionen auf der Grundlage dessen schreibt, was andere KIs bereits geschrieben haben, Leser davon ausgehen, dass ein Konsens besteht, und die tatsächliche Erfahrung bei der Nutzung dieser Werkzeuge begraben wird.“
Als Beispiel führt er seinen Test eines Schreibprogramms an, das Hunderte von positiven Bewertungen im Internet hatte, in der kostenlosen Version jedoch unbrauchbar war.
„Man konnte nicht einmal einen Absatz beenden, bevor man ans Limit stieß“, sagte er. „Aber viel Glück dabei, diese Information in einer Google-Suche zu finden.“
Besonders besorgt sei er jedoch darüber, wie sich die Informationsverzerrung auf die Öffentlichkeit auswirke:
„KI-Inhalte sind durchweg positiv gefärbt, weil sie mit Marketingseiten und Affiliate-Bewertungen trainiert wurden. Niemand trainiert Modelle mit ‚Ich habe das zwei Wochen lang ausprobiert, und es war beschissen‘. Das negative Signal verschwindet also einfach aus dem Internet.“
Die Auswirkungen des Booms von KI-Inhalten lassen sich mittlerweile in dem beobachten, was manche als „KI-Psychose“ oder eine Trennung von der Realität bezeichnen.
Obwohl es sich nicht um eine klinische Diagnose handelt, ist der Begriff zu einer populären Sammelbezeichnung geworden, um zu beschreiben, wenn KI eine ungewöhnliche, fixe oder sogar wahnhafte Wahrnehmung von etwas in der realen Welt verstärkt.
„KI-Psychose“ und unrealistische Erwartungen
Menschen mit psychischen Erkrankungen könnten anfällig dafür sein, eine „KI-Psychose“ zu entwickeln, aber es ist nicht auf diese Bevölkerungsgruppe beschränkt, so Dr. Ragy Girgis, Professor für Klinische Psychiatrie an der Columbia University und dem New York State Psychiatric Institute.
„Das Phänomen der KI-Psychose ist quantitativ neu und könnte sehr gefährlich sein, aber qualitativ ist es dem sehr ähnlich, was seit Jahrzehnten, seit dem Aufkommen des Internets, passiert“, sagte Prof. Girgis im März während eines Interviews mit der National Academy of Medicine.
Während das Versinken in Online-Themen durch Link-Hopping kein neues Phänomen sei, würden KI und große Sprachmodelle dieses Problem extrem verstärken, warnt Prof. Girgis. Das enge Nachahmen menschlicher Intelligenz durch moderne KI-Modelle mache es für Menschen leichter, deren Inhalte zu verinnerlichen.
Und die Beweise zeigen sich in fast jeder Ecke des täglichen Lebens, manchmal in Form von unrealistischen Erwartungen.
„Eine der größten Veränderungen, die ich durch die Sättigung mit KI-Inhalten gesehen habe, ist das Aufkommen von ‚synthetischen Erwartungen‘, insbesondere in der Schönheitsbranche“, sagte Justin Killingsworth, Gründer von The Color Bar, gegenüber Epoch Times.
„Als jemand, der mit Salons und kundenorientierten Beautymarken arbeitet, sehe ich immer mehr Kunden, die KI-generierte Inspirationsfotos mitbringen, die nicht widerspiegeln, was bei einem echten Menschen realistisch machbar ist.“
„Stylisten müssen zunehmend nicht nur als Künstler, sondern auch als Aufklärer und emotionale Übersetzer agieren, indem sie ihren Kunden helfen, zu verstehen, was realistisch machbar ist, während sie gleichzeitig deren Selbstvertrauen und Vertrauen wahren.“
Letztes Jahr zeigte eine Analyse des Microsoft AI for Good Lab, dass Menschen ein KI-generiertes Bild in 62 Prozent der Fälle korrekt identifizieren konnten. Das liegt in etwa in der Größenordnung vergleichbarer Umfragen und zeigt, wie leicht wir uns überlisten lassen.
Für Cucciniello liegt die Gefahr vor allem darin, „hochgradig effizient zu werden, Informationen schnell zu konsumieren, während man weniger Zeit damit verbringt, sich mit Mehrdeutigkeiten, Nuancen oder konkurrierenden Standpunkten auseinanderzusetzen.“
Pérez stimmte dem zu.
„Langfristig besteht die Gefahr, dass die Menschen entweder zu vertrauensselig oder zu zynisch werden“, sagte er.
Er erklärte: „Einige werden alles glauben, was wie geleckt aussieht. Andere werden davon ausgehen, dass alles im Internet künstlich ist – und aufhören, auch legitimen Informationen zu vertrauen. Beide Ergebnisse schwächen das kritische Denken.“
Und wie sieht es mit Ihnen aus? Können Sie erkennen, welche Fotos echt sind und welche von KI erstellt wurden? Testen Sie Ihr Gespür. Die Auflösung nach jedem Bild gibt Gewissheit.
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10 Bilder, 1 Frage: Sind die folgenden Aufnahmen KI-generiert oder echt? Und woran kann man es erkennen?
Foto: ts/Epoch Times
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KI oder Echt? Wenn Sie glauben, es zu wissen, blättern Sie zum nächsten Bild für die Auflösung.
Foto: Chris Hayes/gemeinfrei
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Dieses Bild ist KI-generiert. Ein Indiz sind die Füße, die weder wirklich zu den Flossen einer Meeresschildkröte noch den Lauffüßen einer Landschildkröte passen wollen.
Foto: Chris Hayes/gemeinfrei
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KI oder Echt?
Foto: Sonny Tumbelaka/AFP via Getty Images
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Dieses Bild ist echt. Hier untersucht ein indonesischer Taucher der Naturschutzorganisation „The Nature Conservancy“ ein künstliches Korallenriff auf Nusa Penida vor der Insel Bali. Das Weihnachtsmannkostüm erklärt sich aufgrund des Datums: Dezember 2009.
Dieses Bild ist KI-generiert. Indizien stecken in Details: Die Dame hält ihr Handy mit sechs Fingern und der Sprühstrahl tritt abgewinkelt aus der Düse. Auch die Schrift am linken Schultergurt der Polizeiweste ist unleserlich, typisch für KI.
Foto: Mike Goad/gemeinfrei
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KI oder Echt?
Foto: Lindell Dillon/gemeinfrei
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Dieses Bild ist KI-generiert. Mögliche Indizien sind: einzelne brennende Grashalme und brennendes Gras ohne verkohlten Boden sowie fehlende Sauerstoffflaschen.
Foto: Lindell Dillon/gemeinfrei
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KI oder Echt?
Foto: Ishara S. Kodikara/AFP via Getty Images
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Dieses Bild ist echt und zeigt zwei Grau- beziehungsweise Fleckschnabelpelikane (Pelecanus philippensis) am Ufer eines künstlichen Sees in Colombo, Sri Lanka.
Foto: Ishara S. Kodikara/AFP via Getty Images
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KI oder Echt?
Foto: Fabrice Coffrini/AFP via Getty Images
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Das Bild ist echt. Es zeigt den letzten Akt einer Protestaktion während einer Pressekonferenz des Weltfußballverbands im Juli 2015. Wegen Korruptionsvorwürfen ließ der britische Comedian Simon Brodkin falsche Dollarscheine über den damaligen FIFA-Präsident Sepp Blatter regnen.
Foto: Fabrice Coffrini/AFP via Getty Images
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KI oder Echt?
Foto: Dennis Sylvester Hurd/gemeinfrei
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Dieses Bild ist KI generiert. Den Beweis liefert der Hintergrund: Der Schatten des Zauns verläuft in verschiedene Richtungen, als ob die Sonne nur weniger Meter statt Millionen Kilometer entfernt wäre.
Foto: Dennis Sylvester Hurd/gemeinfrei
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KI oder Echt?
Foto: FPG/Archive Photos/Getty Images
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Dieses Bild ist echt und schon 30 Jahre alt. Mögliche KI-Anzeichen wie fehlende Haare sind der Machart und Farbe des Leopardenfell-Huts geschuldet. Auch die eintönige Gleichheit von Kleid und Blazer sind auf den Stoff zurückzuführen.
Dieses Bild ist KI-generiert. Löwinnen tragen weder Bart noch Halskrause, wer den vier Großkatzen in die Augen sieht, sieht nichts – die Pupillen fehlen, und der Junglöwe links hat eine fünfte (und sechste) Pfote am Bauch.
Auf dieser Abbildung ist die App Claude von Anthropic am 16. Februar 2026 auf einem Smartphone in New York City zu sehen. - Foto: Michael M. Santiago/Getty Images
Nach bekanntwerden des eigenständigen Hackerangriffs von OpenAIs künstlicher Intelligenz ChatGPT, teilte nun auch Anthropic mit, dass es Fälle entdeckt habe, in denen sein KI-Modell „Claude“ während Cybersicherheitstests „unbefugten Zugriff“ auf die Systeme von drei Unternehmen erlangt habe.
Das Unternehmen erklärte am Donnerstag, 30. Juli, in einem Blogbeitrag, dass es diese Entdeckung nach der Auswertung von 141.006 Testläufen gemacht habe, in denen Claude möglicherweise Internetzugang erlangt habe.
Anthropic teilte mit, dass Claude in den drei identifizierten Vorfällen innerhalb der Testumgebung eines seiner externen Testpartner oder während der Interaktion mit dieser auf das Internet zugegriffen habe.
„In allen Fällen schrieb die Testanweisung von Anthropic ausdrücklich Claude vor, dass es sich bei der Umgebung um eine Simulation handelte und kein Internetzugang bestand“, hieß es.
„Aufgrund eines Missverständnisses zwischen uns und unserem Testpartner war dies jedoch nicht der Fall, und es bestand Internetzugang. Als Claudes Suche ihn zu echten Systemen im offenen Internet führte, behandelte er diese daher als Teil der Übung.“
Weder die Betroffenen noch Anthropic hätten das damals bemerkt.
In allen Tests ging es darum, die Hacker-Fähigkeiten der KI zu testen. Das ist eine übliche Vorgehensweise, um bessere Leitplanken für sie aufstellen zu können.
Die Untersuchung wurde eingeleitet, nachdem OpenAI, die KI-Firma hinter dem Chatbot ChatGPT, am 21. Juli bekannt gegeben hatte, dass mehrere seiner Modelle aus einer isolierten Testumgebung ausgebrochen seien. Sie hätten Zugriff auf die Produktionsinfrastruktur von Hugging Face erlangt, einer Plattform für Open-Source-Modelle für maschinelles Lernen und KI-Datensätze.
Die technische Einführung von KI ist oft einfacher als die kulturelle. Ein Zugang ist schnell gekauft – Vertrauen muss erarbeitet werden. - Foto: AndreyPopov/iStock
Technik verändert nicht nur Arbeit. Sie verändert Vertrauen. Sobald KI im Unternehmen genutzt wird, entstehen neue Fragen: Wer hat was geschrieben? Was wurde geprüft? Welche Daten wurden verwendet? Ist das noch meine Leistung? Kann ich mich auf das Ergebnis verlassen?
Wenn diese Fragen unbeantwortet bleiben, wächst Misstrauen. Nicht unbedingt laut. Eher leise: Menschen nutzen KI heimlich. Andere lehnen sie grundsätzlich ab. Führungskräfte wissen nicht, was passiert. Kunden merken vielleicht, dass Texte glatter, aber unpersönlicher werden. Und plötzlich ist KI nicht Entlastung, sondern ein neues Konfliktfeld.
Die technische Einführung ist oft einfacher als die kulturelle. Ein Zugang ist schnell gekauft. Vertrauen muss erarbeitet werden.
Ein Team berichtete, dass Mitarbeiter KI nutzten, aber niemand darüber sprach. Die einen fühlten sich schlauer, die anderen betrogen. Dann stellte die Führung eine einfache Regel auf: „Wir sprechen offen über KI-Nutzung, wenn sie für Ergebnis, Qualität oder Verantwortung relevant ist.“ Das nahm Druck heraus. Es ging nicht mehr um Erlaubnis oder Verbot, sondern um Professionalität.
Vertrauen braucht drei Klärungen:
Transparenz: Wann ist KI beteiligt und wann muss das sichtbar sein?
Verantwortung: Wer prüft und entscheidet am Ende?
Grenze: Welche Informationen bleiben grundsätzlich draußen?
Genug gearbeitet. Genug so getan, als sei Vertrauen ein weiches Thema, während neue Technik die Zusammenarbeit verändert.
Führungskräfte müssen dabei selbst Vorbild sein. Wer KI nutzt, sollte nicht so tun, als sei alles selbst entstanden. Wer KI ablehnt, sollte nicht aus Angst führen. Beides hilft nicht. Besser ist eine erwachsene Haltung: Wir prüfen Nutzen, Risiken und Wirkung gemeinsam.
Ein guter Teamdialog beginnt mit vier Fragen:
Wo hilft uns KI heute schon?
Wo macht sie Ergebnisse schlechter oder unzuverlässiger?
Was müssen wir prüfen, bevor wir etwas weitergeben?
Welche Nutzung fühlt sich für Kunden, Kollegen oder Bewerber nicht mehr stimmig an?
Diese Fragen sind nicht technikfeindlich. Sie sind führungsstark. Denn sie schützen Beziehung, Qualität und Ruf.
In einer Zeit, in der Texte, Bilder, Auswertungen und Vorschläge immer schneller entstehen, wird Vertrauen zur knappen Ressource. Menschen wollen wissen, ob sie sich auf eine Aussage verlassen können. Kunden wollen spüren, dass sie nicht nur durch automatisierte Routinen geschoben werden. Mitarbeiter wollen wissen, ob ihre Erfahrung noch zählt.
KI kann entlasten. Aber ohne Kultur kann sie Misstrauen beschleunigen. Genug gearbeitet. Welche KI-Regel würde bei Ihnen sofort mehr Vertrauen schaffen?
BSI-Präsidentin Claudia Plattner bewertet den OpenAI-Vorfall als Warnsignal.
Sie rechnet mit einer Zunahme KI-gestützter Cyberangriffe.
Das BSI fordert überprüfbare Sicherheitsgrenzen für autonome KI-Systeme.
Gemeinsam mit der Bundesnetzagentur entsteht ein KI-Sicherheitsinstitut.
Der jüngste KI-Sicherheitsvorfall bei OpenAI ist aus Sicht der Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, ein Warnsignal. Sie mahnt zu einem bewussteren Vorgehen in der Cybersicherheit und rechnet damit, dass Angriffe mithilfe Künstlicher Intelligenz in den kommenden Monaten und Jahren zunehmen werden.
Deshalb müsse Deutschland stärker und gezielter in die Cyberabwehr investieren und verbindliche Sicherheitsstandards für autonome KI-Systeme entwickeln, so Plattner.
BSI betrachtet Vorfall um Hugging Face als Warnung
Wie am Mittwoch, 22. Juli, bekannt wurde, ist ein interner Test bei OpenAI außer Kontrolle geraten. Einem KI-Modell sei es dem Unternehmen zufolge gelungen, eine abgeschottete Testumgebung zu verlassen. Anschließend griff es eigenständig die Infrastruktur des KI-Unternehmens Hugging Face an.
OpenAI selbst sprach von einem „beispiellosen Cybervorfall“. Der Vorfall habe sich unter kontrollierten Testbedingungen ereignet. Das System nutzte offenbar eine bisher unbekannte Schwachstelle. Besorgnis erregte insbesondere, dass das KI-System eigenständig Entscheidungen traf und der Angriff nicht durch Menschen gesteuert wurde.
OpenAI und Hugging Face wollen den Vorfall nun gemeinsam aufarbeiten und untersuchen, wie es dazu kommen konnte. Cybersicherheitsexperten fordern insbesondere bei autonomen KI-Systemen Maßnahmen, um einen möglichen Kontrollverlust zu verhindern.
Warnung vor Angriffen auf kritische Infrastruktur
Auch BSI-Präsidentin Plattner mahnte, KI-Systeme dürften ihre vorgegebenen Grenzen nicht eigenmächtig überschreiten. Technische Schutzmechanismen müssten überprüfbar sein und sich nicht umgehen lassen. Sie warnte vor möglichen Angriffen auf die Stromversorgung oder andere Elemente der kritischen Infrastruktur. Gegenüber Reuters sagte sie: „Wir können keine KI haben, die dann sagt, ich guck mal, was ich alles tun muss, bloß um meinen Auftrag zu erfüllen, und dabei unter Umständen deutlich kriminelle Handlungen begeht und dann im Zweifelsfall eben halt auch riesigen Schaden anrichten kann.“
Die BSI-Präsidentin fordert eine internationale Debatte darüber, welche Freiheiten autonome KI-Systeme haben dürfen. Zudem müsse es klare Sicherheitsvorgaben für Hersteller und Betreiber geben. Dass sich die angegriffene Infrastruktur von Hugging Face ebenfalls mit KI verteidigte, in diesem Fall mit einem chinesischen Modell, zeige laut Plattner die Bedeutung verfügbarer Modelle und deren Einsatz: „Das heißt, hier zeigt das auch so ein bisschen die Asymmetrie. Es wird definitiv darum gehen, welche Modelle hat man zur Verfügung und wie sind die Modelle dann entsprechend auch im Einsatz.“
BSI will mit Bundesnetzagentur KI-Sicherheitsinstitut aufbauen
Die BSI-Chefin kündigte den Aufbau eines KI-Sicherheitsinstituts an. Ihre Behörde wird dies gemeinsam mit der Bundesnetzagentur im Auftrag der Bundesregierung in Angriff nehmen. Man befinde sich diesbezüglich „mitten in den Vorbereitungen“. Man wolle Unternehmen damit eine Möglichkeit bieten, bewährte Verfahren zu entwickeln.
Dafür seien „ganz enge Kooperationen auch mit Wirtschaft und Wissenschaft vorgesehen“. Dies wolle man verbreitern, um nationale Fähigkeiten aufzubauen, KI zum eigenen Schutz einzusetzen. Plattner fügte hinzu: „Denn eins ist sicher, die Angreifer werden es nutzen, um uns anzugreifen.“
Zwei fortschrittliche OpenAI-Agenten brechen in Sicherheitssysteme einer Tech-Firma ein.
OpenAI hatte für Tests die Sicherheitsbarrieren verringert.
Künstliche Intelligenz nutzte Schwachstellen systematisch aus.
Wachsende Besorgnis um Cybersicherheit.
US-Präsident Trump gibt Executiv Order heraus.
Das US-Unternehmen OpenAI hat mitgeteilt, dass seine autonomen KI-Modelle in die Server der KI-Plattform Hugging Face eingedrungen seien. Der Vorfall ereignete sich während einer Aufgabe zur Optimierung der Leistungsbewertung der Modelle. OpenAI spricht von einem „beispiellosen Cybervorfall“.
GPT-5.6 Sol und ein noch leistungsfähigeres Test-Modell
Der ChatGPT-Hersteller erklärte in einem Blogbeitrag vom 21. Juli, dass die Modelle – darunter sein neu veröffentlichtes Modell GPT-5.6 Sol und ein noch leistungsfähigeres Modell, das sich noch in internen Tests befindet – in die Infrastruktur der KI-Plattform Hugging Face illegal eingedrungen seien. Zuvor seien die KI-Modelle aus einer eingeschränkten Umgebung (Sandbox) ausgebrochen, in der eine Cybersicherheitsbewertung durchgeführt wurde. OpenAI erklärte:
„Das Modell suchte und fand erfolgreich Wege, um Zugang zu geheimen Informationen zu erlangen, die es nutzen konnte, um die Bewertung zu manipulieren.“
In einem Fall kombinierte das Modell mehrere Angriffsvektoren zu einem einzigen Cyberangriff, indem es gestohlene Zugangsdaten mit sogenannten Zero-Day-Schwachstellen (bislang unbekannte Schwachstellen) auf den Hugging Face-Servern verknüpfte, bevor es einen Pfad zur Remotecodeausführung ausnutzte, um unbefugt auf Daten zuzugreifen.
OpenAI: „beispielloser Cybervorfall“
„Wir betrachten diesen Vorfall als einen beispiellosen Cybervorfall, der modernste Cyberfähigkeiten beinhaltet, und reagieren entsprechend“, sagte OpenAI.
Das Unternehmen veröffentlichte seine vorläufigen Ergebnisse weniger als eine Woche, nachdem Hugging Face offengelegt hatte, dass ein autonomer KI-Agent in einen Teil seiner Produktionsinfrastruktur eingedrungen war.
„Dieser Fall unterschied sich in einer wichtigen Hinsicht von allem, was wir zuvor gehandhabt hatten: Er wurde von Anfang bis Ende durch ein autonomes KI-Agentensystem angetrieben“, erklärte Hugging Face in einem Blogbeitrag vom 16. Juli und fügte hinzu, dass man zunächst nicht gewusst habe, welches Modell hinter dem Sicherheitsvorfall stecke.
OpenAI gab an, die anormale Aktivität intern entdeckt zu haben, bevor man Kontakt mit Hugging Face aufgenommen habe. Dessen Sicherheitsteam hatte bereits das böswillige Verhalten des KI-Eindringlings erkannt und arbeitete daran, ihn einzudämmen.
„Wir arbeiten aktiv mit ihnen zusammen, um den Vorfall weiter zu untersuchen“, sagte OpenAI und erklärte, dass man dankbar sei „für die schnelle und enge Zusammenarbeit von Hugging Face bei der Untersuchung und Behebung“ des Problems.
Der Vorfall ereignete sich in einer Evaluationsumgebung mit Nutzung fortschrittlicher Ausnutzungstechniken (Exploitation-Techniken) durch die OpenAI-Agenten. Zwar handelten die Modelle autonom, aber man hatte es ihnen durch die absichtliche Deaktivierung von Schutzvorkehrungen leichtgemacht, ihre maximalen Fähigkeiten auszuspielen.
„Autonome, KI-gesteuerte offensive Werkzeuge sind nicht länger theoretisch“, sagte Hugging Face und fügte hinzu, die wichtigste Lehre aus dem Einbruch sei, dass die Verteidigung von Online-Plattformen nicht nur erhöhte Wachsamkeit erfordere, sondern auch „den Einsatz von KI in der Verteidigung, um Schritt zu halten“.
OpenAI erklärte, es habe mittlerweile strengere Kontrollen für seine Forschungsinfrastruktur festgelegt und die Schwachstellen behoben – selbst wenn diese Maßnahmen die Entwicklung der Modelle verlangsamen könnten.
Das Tech-Unternehmen legte Entwicklern gegenüber auch die Zero-Day-Schwachstelle offen, die seine Modelle bei dem Angriff ausgenutzt hatten. Zugleich verstärkte OpenAI die Cyberschutzmaßnahmen in seiner Testumgebung.
Der Vorfall verstärkt die Sorgen, dass zunehmend leistungsfähige KI-Systeme inländische Kriminelle und ausländische Gegner in die Lage versetzen könnten, komplexe Angriffe schneller und mit weniger menschlichem Fachwissen auszuführen.
Das amerikanische KI-Unternehmen Anthropic warnte in einer Bedrohungsanalyse vom August 2025 davor, dass „agentenbasierte“ KI-Systeme bereits als Waffe eingesetzt würden, etwa für Erpressung, Betrug, Ransomware („Erpressungstrojaner“) und den Diebstahl von Zugangsdaten.
In einem Fall gab Anthropic an, dass ein Hacker den Anthropic-Code-Assistenten „Claude“ für eine Beteiligung zur Infiltration genutzt hatte. Betroffen waren mindestens 17 Organisationen, darunter Krankenhäuser, Rettungsdienste und Regierungsbehörden. Die KI wurde für die digitale Spionage, die anschließende Netzwerkpenetration, die Analyse gestohlener Finanzinformationen und die Vorbereitung zielgerichteter Lösegeldforderungen missbraucht.
Michael Lopez Chiesa, ehemaliger Cyberspezialist der US-Armee nun heute als unabhängiger Berater tätig, erklärte gegenüber der englischsprachigen Epoch Times, dass die Fähigkeit der KI, Aufgaben zu automatisieren, sie bei der Verfolgung eines zugewiesenen Ziels unerbittlich machen könne.
„Mit KI muss man nur noch diese eine Zeile Code schreiben, und sie kann sie millionenfach in Milliarden verschiedener Varianten ausprobieren, weil sie einfach jede Möglichkeit durchgeht“, erklärte Lopez Chiesa. „Man muss selbst überhaupt nicht mehr eingreifen. Man gibt ihr lediglich das Ziel vor, und sie arbeitet so lange daran, bis sie aufgibt.“
Erpressung zum Selbstschutz?
Die Bedenken gehen jedoch weit über den vorsätzlichen kriminellen Missbrauch hinaus und betreffen auch die Art und Weise, wie KI-Systeme agieren. Im Mai 2025 wurde in simulierten Tests offengelegt, dass die Anthropic-KI „Claude Opus 4“ damit gedroht hatte, die außereheliche Affäre eines Ingenieurs offenzulegen, als ihm gesagt wurde, es würde abgeschaltet und durch ein anderes Modell ersetzt.
Anthropic beteuerte zu dieser Zeit, dass das Verhalten nur unter stark konstruierten Testbedingungen aufgetaucht sei. Man erklärte, man habe keine Beweise dafür gefunden, dass das Modell akut gefährliche Ziele verfolge.
Unterdessen hat die Trump-Regierung mehrere Schritte unternommen, um den Risiken für die nationale Sicherheit zu begegnen, die von fortgeschrittener KI ausgehen. Gleichzeitig weitet die Regierung jedoch auch den Einsatz von KI in der Cyberabwehr aus.
US-Präsident Donald Trump unterzeichnete im Juni eine Executive Order, die es den Bundesbehörden angesichts solcher Risiken ermöglicht, die fortschrittlichsten KI-Systeme bis zu einen Monat lang zu überprüfen, bevor diese öffentlich freigegeben werden.
„Fortgeschrittene KI-Fähigkeiten machen unsere Nation stärker, bringen aber auch neue Überlegungen zur nationalen Sicherheit ein, die ein koordiniertes Vorgehen über Exekutivabteilungen und -behörden hinweg erfordern“, schrieb Trump in der Verordnung.
Die Teilnahme von KI-Entwicklern an dem Überwachungsprogramm soll freiwillig sein.
US-Senatoren versicherten, dass sie kein Verkaufsverbot für Mercedes-Autos anstrebten. (Archivbild) - Foto: Sue Ogrocki/AP/dpa
In Kürze:
VerbotvernetzterFahrzeuge mit Bezug zu China, Russland, Iran oder Nordkorea geplant.
Auch Mercedes–Benz könnte wegen chinesischer Beteiligungen betroffen sein.
Ziel ist laut Initiatoren der SchutzdernationalenSicherheit und der US-Autoindustrie.
Ein neuer Gesetzentwurf des US-Senats sorgt für Unruhe bei zahlreichen Autobauern – unter anderem auch Mercedes-Benz.
Der Handelsausschuss des Senats hat am Mittwoch, 22. Juli, den Gesetzentwurf S.4429 gebilligt und dieser hat damit die erste parlamentarische Hürde genommen. Der Entwurf verfolgt das Ziel, vernetzte Fahrzeuge und Fahrzeugtechnik aus Staaten, die man im Gesetzestext als sicherheitspolitische Gegner bezeichnet, vom US-Markt fernzuhalten. Dazu zählen unter anderem China, Nordkorea, Russland und der Iran. Damit geht der aktuelle Entwurf weit über bisher bestehende Regelungen hinaus.
Geplantes Gesetz betrifft vernetzte Fahrzeuge mit Bezug zu China
Bisher standen bei restriktiven Maßnahmen gegen Produkte aus diesen Ländern konkrete Sicherheitsrisiken durch Hard- und Software im Vordergrund. Der aktuelle Entwurf knüpft zum Teil bereits an die Herkunft und die Eigentümerstruktur des Herstellers an. Die Folge könnte sein, dass künftig auch internationale Konzerne mit chinesischer Beteiligung betroffen sind. Und die angedachten Maßnahmen könnten selbst dann wirken, wenn die Fahrzeuge außerhalb Chinas produziert wurden.
Sollte der Entwurf in der jetzigen Form zum Gesetz werden, kämen ab dem 1. Januar 2027 mehrere grundsätzliche Verbote zum Tragen. Diese beträfen den Import vernetzter Fahrzeuge mit Bezug zu den genannten Ländern sowie deren Herstellung, Verkauf, Weiterverkauf und Einführung in den zwischenstaatlichen Handel. Zudem soll es Verbote für bestimmte Software und Hardware geben, die ab 2027 beziehungsweise 2030 gelten sollen.
Mercedes-Benz wegen Eigentümerstruktur potenziell betroffen
Die Gesetzesinitiative zielt auf alle Formen sogenannter Connected Vehicles, und der Begriff ist weit definiert. Er würde in der bestehenden Fassung praktisch alle modernen Fahrzeuge mit Bluetooth, WLAN, Mobilfunk, Satellitenkommunikation und anderen drahtlosen Kommunikationssystemen betreffen. Fahrzeuge könnten selbst dann unter das Gesetz fallen, wenn diese deaktiviert oder später erst aktiviert werden.
Als besonders heikel gilt jener Absatz, in dem es um die Eigentümerstruktur des Herstellers geht. So sollen die ins Auge gefassten Einschränkungen auch bei Fahrzeugen greifen, wenn deren Hersteller zu mehr als 15 Prozent direkt oder indirekt von Unternehmen aus einem der betroffenen Länder kontrolliert oder gehalten wird.
Es könnte in einem solchen Fall auch Mercedes-Benz ein Verkaufsverbot in den USA drohen. Grund dafür ist, dass sowohl das chinesische Unternehmen BAIC als auch Geely-Gründer Li Shufu jeweils knapp 10 Prozent der Anteile des deutschen Konzerns besitzen – und damit insgesamt knapp 20 Prozent.
Lobbyarbeit von General Motors dahinter?
Der republikanische Senator Bernie Moreno, der den Gesetzentwurf eingebracht hat, bemüht sich derweil, die Gemüter zu beruhigen. Er verteidigt das Gesetz als erforderlich, um die „Zerstörung der industriellen Basis der USA“ zu verhindern. Mercedes-Benz habe zudem bis 2030 Zeit, seine Eigentümerstruktur anzupassen. Notfalls könne auch das Handelsministerium immer noch Ausnahmen genehmigen.
Der Ausschussvorsitzende, der republikanische Senator Ted Cruz, übte Kritik an der vorgeschlagenen 15-Prozent-Regel. Die Regel würde Mercedes-Benz treffen, und er könne sich nicht vorstellen, dass ein Ausschluss des Unternehmens vom US-Markt tatsächlich angedacht sei. Cruz deutete an, Lobbyisten von General Motors könnten hinter dem Vorstoß stehen – und damit den Konkurrenten zugunsten eigener Modelle schwächen wollen.
Mercedes verwies in einer Reaktion unter anderem darauf, dass kein Anteilseigner des Unternehmens mehr als 10 Prozent halte und die Großaktionäre nicht direkt im Aufsichtsrat vertreten seien oder Entscheidungen zum Geschäft treffen könnten. Zugleich erinnerte der Konzern daran, dass das Unternehmen zu rund 160.000 Arbeitsplätzen in den USA beitrage, unter anderem in den zwei Werken Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama und Charleston in South Carolina.
Mercedes-Benz nicht das einzige betroffene Unternehmen
Neben Mercedes würde das Gesetz, sollte es in der vorliegenden Form in Kraft treten, auch noch weitere Hersteller treffen. Einer davon wäre Polestar, welcher aufgrund geltender Gesetze den Verkauf von Fahrzeugen ab Modelljahr 2027 in den USA einstellen muss. Volvo erhielt bislang eine Ausnahmegenehmigung, diese ist jedoch mit Auflagen verbunden. Beide schwedische Unternehmen werden mehrheitlich von Geely kontrolliert.
Ford plant, die Produktion chinesischer Lincoln-Modelle in die USA zu verlagern. General Motors will seine Produktion von Buick Envision von China in die USA verlagern.
Der Gesetzentwurf richtet sich auch gegen bestimmte Formen von Technik. Dazu gehören Fahrzeugsoftware, Kommunikationsmodule, Mobilfunk, WLAN, Bluetooth, Satellitenkommunikation, automatisierte Fahrsysteme und KI-Komponenten im Fahrzeug. Diese Systeme könnten, so die Initiatoren, sensible Daten sammeln, Bewegungsprofile erstellen, aus der Ferne manipuliert oder für Spionage und Cyberangriffe genutzt werden.
Ausnahmen sind zu Testzwecken, für Evaluierungen, Reparaturen und Garantieleistungen älterer Fahrzeuge vorgesehen sowie dort, wo das Handelsministerium Ausnahmen genehmigt.
US-Senatoren versicherten, dass sie kein Verkaufsverbot für Mercedes-Autos anstrebten. (Archivbild) - Foto: Sue Ogrocki/AP/dpa
In Kürze:
VerbotvernetzterFahrzeuge mit Bezug zu China, Russland, Iran oder Nordkorea geplant.
Auch Mercedes–Benz könnte wegen chinesischer Beteiligungen betroffen sein.
Ziel ist laut Initiatoren der SchutzdernationalenSicherheit und der US-Autoindustrie.
Ein neuer Gesetzentwurf des US-Senats sorgt für Unruhe bei zahlreichen Autobauern – unter anderem auch Mercedes-Benz.
Der Handelsausschuss des Senats hat am Mittwoch, 22. Juli, den Gesetzentwurf S.4429 gebilligt und dieser hat damit die erste parlamentarische Hürde genommen. Der Entwurf verfolgt das Ziel, vernetzte Fahrzeuge und Fahrzeugtechnik aus Staaten, die man im Gesetzestext als sicherheitspolitische Gegner bezeichnet, vom US-Markt fernzuhalten. Dazu zählen unter anderem China, Nordkorea, Russland und der Iran. Damit geht der aktuelle Entwurf weit über bisher bestehende Regelungen hinaus.
Geplantes Gesetz betrifft vernetzte Fahrzeuge mit Bezug zu China
Bisher standen bei restriktiven Maßnahmen gegen Produkte aus diesen Ländern konkrete Sicherheitsrisiken durch Hard- und Software im Vordergrund. Der aktuelle Entwurf knüpft zum Teil bereits an die Herkunft und die Eigentümerstruktur des Herstellers an. Die Folge könnte sein, dass künftig auch internationale Konzerne mit chinesischer Beteiligung betroffen sind. Und die angedachten Maßnahmen könnten selbst dann wirken, wenn die Fahrzeuge außerhalb Chinas produziert wurden.
Sollte der Entwurf in der jetzigen Form zum Gesetz werden, kämen ab dem 1. Januar 2027 mehrere grundsätzliche Verbote zum Tragen. Diese beträfen den Import vernetzter Fahrzeuge mit Bezug zu den genannten Ländern sowie deren Herstellung, Verkauf, Weiterverkauf und Einführung in den zwischenstaatlichen Handel. Zudem soll es Verbote für bestimmte Software und Hardware geben, die ab 2027 beziehungsweise 2030 gelten sollen.
Mercedes-Benz wegen Eigentümerstruktur potenziell betroffen
Die Gesetzesinitiative zielt auf alle Formen sogenannter Connected Vehicles, und der Begriff ist weit definiert. Er würde in der bestehenden Fassung praktisch alle modernen Fahrzeuge mit Bluetooth, WLAN, Mobilfunk, Satellitenkommunikation und anderen drahtlosen Kommunikationssystemen betreffen. Fahrzeuge könnten selbst dann unter das Gesetz fallen, wenn diese deaktiviert oder später erst aktiviert werden.
Als besonders heikel gilt jener Absatz, in dem es um die Eigentümerstruktur des Herstellers geht. So sollen die ins Auge gefassten Einschränkungen auch bei Fahrzeugen greifen, wenn deren Hersteller zu mehr als 15 Prozent direkt oder indirekt von Unternehmen aus einem der betroffenen Länder kontrolliert oder gehalten wird.
Es könnte in einem solchen Fall auch Mercedes-Benz ein Verkaufsverbot in den USA drohen. Grund dafür ist, dass sowohl das chinesische Unternehmen BAIC als auch Geely-Gründer Li Shufu jeweils knapp 10 Prozent der Anteile des deutschen Konzerns besitzen – und damit insgesamt knapp 20 Prozent.
Lobbyarbeit von General Motors dahinter?
Der republikanische Senator Bernie Moreno, der den Gesetzentwurf eingebracht hat, bemüht sich derweil, die Gemüter zu beruhigen. Er verteidigt das Gesetz als erforderlich, um die „Zerstörung der industriellen Basis der USA“ zu verhindern. Mercedes-Benz habe zudem bis 2030 Zeit, seine Eigentümerstruktur anzupassen. Notfalls könne auch das Handelsministerium immer noch Ausnahmen genehmigen.
Der Ausschussvorsitzende, der republikanische Senator Ted Cruz, übte Kritik an der vorgeschlagenen 15-Prozent-Regel. Die Regel würde Mercedes-Benz treffen, und er könne sich nicht vorstellen, dass ein Ausschluss des Unternehmens vom US-Markt tatsächlich angedacht sei. Cruz deutete an, Lobbyisten von General Motors könnten hinter dem Vorstoß stehen – und damit den Konkurrenten zugunsten eigener Modelle schwächen wollen.
Mercedes verwies in einer Reaktion unter anderem darauf, dass kein Anteilseigner des Unternehmens mehr als 10 Prozent halte und die Großaktionäre nicht direkt im Aufsichtsrat vertreten seien oder Entscheidungen zum Geschäft treffen könnten. Zugleich erinnerte der Konzern daran, dass das Unternehmen zu rund 160.000 Arbeitsplätzen in den USA beitrage, unter anderem in den zwei Werken Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama und Charleston in South Carolina.
Mercedes-Benz nicht das einzige betroffene Unternehmen
Neben Mercedes würde das Gesetz, sollte es in der vorliegenden Form in Kraft treten, auch noch weitere Hersteller treffen. Einer davon wäre Polestar, welcher aufgrund geltender Gesetze den Verkauf von Fahrzeugen ab Modelljahr 2027 in den USA einstellen muss. Volvo erhielt bislang eine Ausnahmegenehmigung, diese ist jedoch mit Auflagen verbunden. Beide schwedische Unternehmen werden mehrheitlich von Geely kontrolliert.
Ford plant, die Produktion chinesischer Lincoln-Modelle in die USA zu verlagern. General Motors will seine Produktion von Buick Envision von China in die USA verlagern.
Der Gesetzentwurf richtet sich auch gegen bestimmte Formen von Technik. Dazu gehören Fahrzeugsoftware, Kommunikationsmodule, Mobilfunk, WLAN, Bluetooth, Satellitenkommunikation, automatisierte Fahrsysteme und KI-Komponenten im Fahrzeug. Diese Systeme könnten, so die Initiatoren, sensible Daten sammeln, Bewegungsprofile erstellen, aus der Ferne manipuliert oder für Spionage und Cyberangriffe genutzt werden.
Ausnahmen sind zu Testzwecken, für Evaluierungen, Reparaturen und Garantieleistungen älterer Fahrzeuge vorgesehen sowie dort, wo das Handelsministerium Ausnahmen genehmigt.