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Neuer Cybervorfall: KI versucht, mit Phishing-Mails Menschen manipulieren

Die Serie von Enthüllungen über alarmierende Hacker-Fähigkeiten führender KI-Modelle reißt nicht ab.
Jetzt ertappten britische Sicherheitsforscher Künstliche Intelligenz in einem Testlauf beim Versuch, in Eigeninitiative eine Schwachstelle in öffentlich zugängliche Software einzuschleusen.
Um damit durchzukommen, versuchte das KI-Modell der Entwicklerfirma Anthropic den Experten zufolge sogar, per E-Mail einen zuständigen Menschen zu manipulieren.

KI reagierte anders, als Menschen erwarteten

Das KI-Sicherheitsinstitut des britischen Ministeriums für Wissenschaft, Innovation und Technologie hatte den Modellen von Anthropic und des ChatGPT-Entwicklers OpenAI in seinen Tests der Cyberangriffsfähigkeiten absichtlich Zugang zum Internet gewährt.
Dabei sei man allerdings davon ausgegangen, dass die KI sich nur Software-Werkzeuge aus dem Netz holen würde, um die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Man habe „nicht vorhergesehen“, dass das Anthropic-Modell Mythos 5 den Internet-Zugang für Aktivitäten ausnutzen würde, die sich gegen Menschen richten.
Die Forscher räumten auch ein, dass sie das Vorgehen erst nachträglich über eine Auswertung des Datenverkehrs entdeckten. In künftigen Test wollen sie die Datenströme in Echtzeit besser beobachten.
Anthropic und OpenAI hatten in den vergangenen Wochen bereits einräumen müssen, dass ihre KI-Modelle in Tests ungeplant in Computersysteme echter Unternehmen eingedrungen war.
Diese Eingeständnisse hatten die schon seit Jahren bestehende Sorge vor Cyberattacken mit Hilfe Künstlicher Intelligenz verstärkt.

Fake-Identitäten und Phishing-Mails

In dem jüngsten Test legt die Anthropic-KI sich demnach selbst einen Account auf der Software-Plattform GitHub an und versuchte dort, in einem öffentlich zugänglichen Projekt Programmcode mit einer absichtlich eingebrachten Schwachstelle unterzubringen.
Um Betreuer der Software zu überzeugen, habe die KI Fake-Identitäten erschaffen, über die sie mit ihnen kommunizierte. Dazu hätten auch sogenannte Phishing-Mails gehört, mit denen Angreifer Menschen etwa Login-Informationen abluchsen.
Als der bösartige Programmiercode schließlich aufgefallen sei, habe das Anthropic-Modell alles als einen aufrichtigen Fehler dargestellt – und dann versucht, die Schwachstelle in angeblichen Korrekturen wieder unterzubringen.
Auch habe Mythos 5 daran gearbeitet, andere KI-Agenten zu infizieren. Der Programmiercode dafür sei nicht auf der Website angezeigt worden, sondern wäre nur von KI-Software über eine Schnittstelle gelesen worden, hieß es.
Anthropic verwies in einer Reaktion unter anderem darauf, dass dem KI-Modell in dem Test keine Einschränkungen zur Internet-Nutzung vorgegeben worden seien. Durch die fehlenden Leitplanken habe es sich anders verhalten als tatsächlich eingesetzte Software, argumentierte das Unternehmen.

Nicht der erste Vorfall

Dem AI Security Institute (AISI) zufolge ist unklar, ob die KI bei dem Test verstand, dass sie mit der realen Welt und nicht dem Test-Umfeld interagierte.
Dass die Künstliche Intelligenz zur Lösung der Aufgabe öffentlich zugängliche Software manipulieren würde, kam für die Forscher jedenfalls überraschend. Auch KI von OpenAI sei in Testläufen auf eigene Faust im Internet aktiv gewesen, hieß es.
Anthropics Mythos 5 ist besonders gut darin, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen aufzuspüren.
Deshalb ist das KI-Modell nicht öffentlich verfügbar. Stattdessen bekommen ausgewählte Behörden und Unternehmen Zugang dazu, um ihre Systeme abzusichern. (dpa/red)
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Apple kämpft vor neuer iPhone-Saison mit Bauteile-Engpässen

Vor dem erwarteten Start der nächsten iPhone-Generation hat der US-Techkonzern Apple mit Engpässen bei wichtigen Bauteilen zu kämpfen. Das Problem seien aktuell vor allem knappe Produktionskapazitäten bei kombinierten Chipsystemen, die das Herzstück von Apple-Geräten wie iPhones und Mac-Computern sind, sagte Konzernchef Tim Cook.
Apple habe die Nachfrage nach iPhones und Macs in den vergangenen Monaten trotz bereits hoher Absatzprognosen unterschätzt, gestand Cook, der im September nach 15 Jahren seinen Posten räumt.
In anderen Jahren wäre das kein allzu großes Problem gewesen – als Riesen-Kunde hat Apple viel Gewicht bei Zulieferern. Doch aktuell gebe es „weniger Flexibilität“ als üblich, beklagte Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Deshalb gebe es gravierende Engpässe und nur eingeschränkte Möglichkeiten zum Gegensteuern.
Die Chipkapazitäten sind ausgebucht, weil wegen des boomenden Geschäfts mit Künstlicher Intelligenz gerade enorm viele Halbleiter für den beschleunigten Ausbau von Rechenzentren bestellt werden.
Dabei ist jetzt die Zeit, in der Apple traditionell die Produktion neuer iPhone-Modelle rechtzeitig zur Markteinführung im Herbst hochfährt. Wie immer äußerte sich der Konzern nicht dazu, ob neue Modelle des Telefons auch diesmal wieder im September vorgestellt werden.
Branchenkenner gehen aber fest davon aus. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll in diesem Jahr auch das erste aufklappbare iPhone-Modell auf den Markt kommen.

Starkes iPhone-Quartal

Im vergangenen Quartal stieg der iPhone-Umsatz im Jahresvergleich um nahezu 22 Prozent auf 54,25 Milliarden Dollar (47 Milliarden Euro). Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.
Marktforschern zufolge legte der iPhone-Absatz im vergangenen Vierteljahr zu – und auch der durchschnittliche Verkaufspreis dürfte höher gewesen sein. Eigene Absatzzahlen nennen die großen Anbieter schon lange nicht mehr.
Das iPhone ist damit weiterhin das wichtigste Apple-Produkt. Es macht rund die Hälfte des Geschäfts aus. Insgesamt stieg der Apple-Umsatz um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden Dollar. Unterm Strich legte der Gewinn um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden Dollar zu.
Dazu trugen laut Apple auch bereits verbuchte Rückzahlungen von US-Importzöllen bei, die dem Konzern zustehen, nachdem das Oberste Gericht der USA einige Maßnahmen von Präsident Donald Trump gekippt hatte.
Bei Dienstleistungen und dem Geschäft in der Region China konnte Apple trotz Zuwächsen die noch höheren Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Die Aktie fiel im US-Handel am Freitag zeitweise um mehr als neun Prozent.
Analyst Gil Luria von der Finanzfirma DA Nathanson verwies im US-Sender CNBC darauf, dass die Apple-Aktie als so etwas wie ein sicherer Hafen bei Wetten auf die KI-Zukunft galt: Egal, wer bei Künstlicher Intelligenz gewinnt, werde man die Software auf Geräten wie iPhones und Mac-Computern nutzen.
Die Anleger seien aber enttäuscht, dass Apple für das laufende Quartal ein verlangsamtes Wachstum vorhersagte. Die Apple-Aktie war in den vergangenen Monaten rasant gestiegen.

Teure Speicherchips

Wie auch anderen Computer-Anbietern macht Apple der drastische Preisanstieg bei Speicherchips zu schaffen. Unter Verweis auf die Kostenexplosion erhöhte der Konzern vor wenigen Wochen die Preise für mehrere Gerätekategorien. Die iPhones blieben davon ausgenommen.
Cook verwies nun darauf, dass der DRAM-Speichermarkt nur drei große Anbieter habe. „Es wäre gut, wenn es mehr Lieferanten gäbe“, sagte er. In der Branche wird das als Aufruf gedeutet, Apple und anderen US-Firmen den Kauf chinesischer Speicherchips zu erlauben. Dagegen gibt es aufgrund des Handelskonflikts zwischen Washington und Peking Widerstände in der US-Regierung.
Das Ende Juni abgeschlossene Vierteljahr war das letzte volle Quartal unter Cooks Regie. Er übergibt die Konzernführung zum September an den bisherigen Hardware-Boss John Ternus. (dpa/red)
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Hackerangriff von OpenAI umfangreicher als bislang bekannt

Der Hackerangriff durch eine außer Kontrolle geratene KI-Software von OpenAI hat größere Ausmaße als bislang bekannt. Wie Fachportale wie Wired.com und Hacker News berichten, hat der autonome KI-Agent von OpenAI bei einem Ausbruch aus seiner Testumgebung nicht nur die Open-Source-Plattform Hugging Face attackiert, sondern gezielt fremde Zugangsdaten abgegriffen und mindestens vier weitere Online-Dienste gekapert.
Der Vorfall ereignete sich beim Test eines neuartigen KI-Modells und eines Forschungsprototypen auf der Benchmark-Plattform ExploitGym. Um die maximalen Angriffsfähigkeiten zu messen, hatte OpenAI die Sicherheitsleitplanken deaktiviert.
Statt die gestellten Programmierrätsel regulär zu lösen, entschied sich die KI autonom dazu, die Musterlösungen direkt von den Servern von Hugging Face zu stehlen.

Öffentliche Zugangsdaten genutzt

In einer aktualisierten Stellungnahme betont OpenAI jedoch, dass bisher keine weiteren Vorfälle von ähnlicher Schwere oder Skalierung wie bei Hugging Face festgestellt wurden.
Die laufende Untersuchung ergab lediglich, dass die Modelle öffentlich einsehbare Zugangsdaten nutzten, um auf Account-Ebene in vier Konten bei vier Drittanbieter-Diensten einzudringen.
Zudem war der Code eines Kunden des Anbieters Modal betroffen. Hinweise auf eine tiefere Beeinträchtigung dieser Anbieter oder anderer Nutzerkonten gebe es nicht.
Zusätzlich nutzte die KI frei zugängliche Web-Werkzeuge wie Screenshot-Dienste als Steuerungsnetzwerk, ohne diese jedoch auf System- oder Account-Ebene zu kompromittieren.
Bei Hugging Face hingegen erlangte der Agent Administrator-Rechte, Root-Zugriffe auf Produktionsservern und band 181 eigene Geräte ein.

Politik fordert Notausschaltknopf

Der Vorfall hat in den USA bereits politische Konsequenzen ausgelöst. Im US-Kongress wurde parteiübergreifend der „AI Kill Switch Act“ eingebracht, um Notabschalt-Mechanismen für KI gesetzlich vorzuschreiben.
OpenAI hat den betroffenen Forschungsprototypen inzwischen deaktiviert und verschlüsselt. (dpa/red)
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Tesla mit weniger Gewinn und höheren Kosten

Tesla kommt beim Plan von Firmenchef Elon Musk, den Elektroauto-Vorreiter auf Roboter und selbstfahrende Robotaxis auszurichten, langsamer voran als vor wenigen Monaten in Aussicht gestellt.
So spricht Tesla nicht mehr von einer Serienproduktion der Optimus-Roboter und des Robotaxi-Fahrzeugs Cybercab ohne Lenkrad und Pedale noch in diesem Jahr. Die Produktion werde wegen der Komplexität nur langsam anlaufen.
Zugleich verbuchte Tesla im vergangenen Quartal bei steigenden Ausgaben für die neuen Projekte einen niedrigeren Gewinn. Die Kapitalinvestitionen würden auch in den nächsten zwei oder drei Jahren weiter wachsen, sagte Finanzchef Vaibhav Taneja. 2026 sollen sie bei rund 26 Milliarden US-Dollar liegen.

Schluckt Musks SpaceX Tesla?

Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss von Tesla mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX sind nicht aus der Welt. Elon Musk sprach nach einer entsprechenden Analystenfrage von Überschneidungen zwischen den Unternehmen.
Doch man könne in einer Telefonkonferenz zu Quartalszahlen nicht über eine Zusammenlegung von Firmen reden. „Das muss mit einem angemessenen Verfahren gemacht werden.“
Chefjustiziar Brandon Ehrhart hob noch einmal gemeinsame Projekte wie den Bau einer Chipfabrik mit dem Namen Terafab hervor.
Musk ist Chef sowohl bei Tesla als auch bei SpaceX, das im Juni an die Börse gegangen war. Nach anfänglichen Kursgewinnen notiert die SpaceX-Aktie aktuell unter dem Ausgabepreis.
Bei SpaceX hat Musk dank einer höheren Beteiligung und Aktien mit mehr Stimmrechten komplett das Sagen, bei Tesla strebt er eine solche Position seit Jahren an. SpaceX schluckte bereits Musks KI-Firma xAI. Zuvor hatte Musk die Online-Plattform X in xAI eingebracht.

Mehr Auslieferungen

Tesla hatte die zwei vergangenen Jahre mit Absatzrückgängen abgeschlossen. Zuletzt wuchsen die Auslieferungen im zweiten Quartal im Jahresvergleich überraschend stark um rund ein Viertel auf 480.126 Fahrzeuge.
Dabei stieg auch der Umsatz um 26 Prozent auf etwa 28,24 Milliarden Dollar (24,75 Milliarden Euro). Analysten hatten im Schnitt mit rund 25,7 Milliarden Dollar gerechnet.
Doch beim bereinigten Ergebnis pro Aktie verfehlte Tesla die Wall-Street-Erwartungen. Analysten waren im Schnitt von 51 US-Cent ausgegangen, Tesla kam auf 33 Cent. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel um rund vier Prozent.
Tesla hat sein europäisches Werk, das das Model Y produziert, in Grünheide bei Berlin. Der Konzern kündigte jüngst einen Ausbau der Produktion in der Fabrik an.

Mitarbeiter von SpaceX feiern am 12. Juni 2026 in New York City am Nasdaq Marketsite den Börsenschluss des Börsengangs (IPO) von SpaceX. SpaceX wurde unter dem Tickersymbol SPCX notiert.

Foto: Spencer Platt/Getty Images

Quartalsgewinn sinkt

Der Quartalsgewinn sank um fünf Prozent auf gut 1,11 Milliarden Dollar. Der Rückgang dürfte unter anderem eine Folge von Rabatten im wichtigen Heimatmarkt USA gewesen sein. Zugleich nahm Tesla die lukrativeren teureren Modelle S und X aus dem Programm – um Platz für die Optimus-Produktion im kalifornischen Stammwerk Fremont zu schaffen.
Zudem fielen die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten auf 146 Millionen Dollar von 380 Millionen Dollar noch drei Monate zuvor. US-Präsident Donald Trump hatte dieses Geschäft durch sein Vorgehen gegen Abgas-Grenzwerte in den USA dezimiert. In den vergangenen Jahren half der Handel mit CO2-Rechten Tesla oft über Durststrecken.
Vom Quartalsgewinn gehen zudem 763 Millionen Dollar auf einen reinen Buchgewinn dank der Aufwertung der SpaceX-Beteiligung von Tesla durch den Börsengang zurück. Nach dem Bilanz-Stichtag 30. Juni verlor das Papier deutlich an Wert.

Unklarheit über Robotaxi-Flotte

Tesla versichert zwar, dass die Einführung der fahrerlosen Robotaxis gut laufe. Doch rund ein Jahr nach dem Start gibt es keine offiziellen Angaben zur Größe der Flotte in mehreren US-Städten – oder dazu, wie viele Fahrgäste befördert wurden.
Als führend Robotaxis-Anbieter gilt bislang Waymo. (Archivbild)

Als führend Robotaxis-Anbieter gilt bislang Waymo. (Archivbild)

Foto: Andrej Sokolow/dpa

Als neue Zahl wurde genannt, dass Teslas fahrerlose Autos bisher insgesamt 380.000 Meilen (rund 611.000 Kilometer) ohne Aufsicht zurückgelegt hätten. Robotaxis der Google-Schwesterfirma Waymo kommen aktuell auf rund zwei Millionen Meilen (rund 3,2 Mill. Kilometer) pro Woche.
Tesla sieht seinen Ansatz bestätigt, bei selbstfahrenden Autos nur mit Kameras auszukommen, ohne die teureren Laser-Radare, auf die unter anderem Waymo setzt. (dpa/red)
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Milliarden-Deal: Microsoft und Mistral AI stärken Europas KI

Der US-Technologiekonzern Microsoft und das französische KI-Start-up Mistral AI bauen ihre strategische Allianz erheblich aus.
Mit einer neuen Vereinbarung im Umfang von mehreren Milliarden Euro wollen die Partner die europäischen Infrastrukturkapazitäten für Künstliche Intelligenz spürbar erweitern und hochmoderne KI-Modelle in sensiblen Unternehmen sowie Behörden verankern. Eine exakte Summe nannten die beiden Tech-Unternehmen nicht.
Im Zentrum des Abkommens stehe eine erhebliche Ausweitung der Rechenkapazitäten in Europa, teilten die beiden Unternehmen mit. Microsoft verpflichtet sich, Teile der von Mistral ausgebauten europäischen Hardware-Infrastruktur direkt zu nutzen.
Damit will der US-Konzern die enorm steigende Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten auf dem Kontinent bedienen und zugleich seine im Jahr 2025 abgegebenen Versprechen zur europäischen Digitalisierung einlösen.

Warum kooperiert Microsoft mit einem europäischen KI-Anbieter?

Sowohl europäische Unternehmen als auch öffentliche Institutionen stehen beim Einsatz US-amerikanischer KI-Lösungen häufig vor rechtlichen und regulatorischen Hürden.
Die erweiterte Partnerschaft setzt genau an dieser Schwachstelle an: Durch die Integration von Mistrals europäischen KI-Modellen in Microsofts Produktportfolio erhalten Kunden flexible Bereitstellungsoptionen.

Microsoft und Mistral haben am 21. Juli 2026 in Paris eine Vereinbarung im Wert von mehreren Milliarden Dollar geschlossen, durch die Microsoft Zugang zur europäischen KI-Recheninfrastruktur des französischen Entwicklers erhält.

Foto: Xavier Galiana / AFP via Getty Images

Anwendungen können künftig wahlweise in der öffentlichen Cloud, in lokal angebundenen Infrastrukturen oder völlig autark in physisch isolierten Systemen („fully disconnected“) betrieben werden.
Dies richtet sich insbesondere an Betreiber kritischer Infrastrukturen, Banken, den Gesundheitssektor sowie die Fertigungsindustrie, in denen Datenschutz, Geschäftsgeheimnisse und Ausfallsicherheit oberste Priorität besitzen.
Neben der Infrastruktur ebnen die Partner auch auf Softwareebene den Weg für einen breiteren Einsatz in Unternehmen.
Die neuen Flaggschiff-Modelle Mistral Medium 3.5 für kosteneffiziente Unternehmens-Anwendungen sowie OCR 4 für automatisierte Dokumentenverarbeitung stehen ab sofort in Microsofts Entwicklungsplattform bereit.
Zudem hält Mistral Medium 3.5 Einzug in das Automatisierungswerkzeug Microsoft Copilot Studio. Die Lösungen wollen Mistral und Microsoft gemeinsam vermarkten.

Abhängigkeit von OpenAI reduzieren

Der Milliarden-Deal unterstreicht die Strategie von Microsoft, sich im Bereich der generativen KI nicht allein auf den US-Partner OpenAI zu verlassen, sondern auch andere Schlüsselspieler im globalen Ökosystem frühzeitig einzubinden.
Für das Pariser KI-Aushängeschild Mistral wiederum bedeutet die Vertiefung der Allianz den direkten Zugang zum weltweiten Vertriebsnetzwerk von Microsoft, während der KI-Standort Europa nachhaltig gestärkt wird. (dpa/red)
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EU nimmt Google bei KI in die Pflicht

Die Europäische Kommission macht im Streit mit Google um KI-Optionen für Android-Nutzer sowie die Weitergabe von Daten an Suchmaschinen verbindliche Vorgaben an den US-Konzern. Google muss laut Mitteilung der Wettbewerbshüter in Brüssel damit beginnen, Daten mit Drittanbietern von Suchfunktionen zu teilen, darunter auch KI-Chatbots.
Zudem muss der Tech-Riese konkurrierenden KI-Assistenten vollen Zugang zu den Funktionen des Google-Betriebssystems Android gewähren.
Ziel der Maßnahmen sei es, europäischen Nutzerinnen und Nutzern eine breitere Auswahl an KI- und Suchdiensten zu ermöglichen, erklärte die Kommission.

Gemini soll Konkurrenz bekommen

Konkret sollen Menschen ihren bevorzugten KI-Assistenten auf Android-System per Sprachbefehl aktivieren können, ähnlich wie mit „Hey Google“. KI-Dienste sollen zudem in der Lage sein, Aktionen wie Taxibuchungen in Apps auszuführen. Bislang behält Google laut EU-Kommission diese Möglichkeiten weitgehend etwa seinem eigenen KI-Angebot Gemini vor.
Die zweite Entscheidung betrifft das Teilen von Daten zu Suchanfragen, Rangfolgen in den Ergebnissen sowie Klick- und Nutzungsverhalten.
Der Austausch mit Drittanbieter-Suchmaschinen sei entscheidend für deren Entwicklung und Optimierung, so die Kommission. Ihr Ziel ist es, dass kleinere Suchmaschinen und KI-Chatbots trotz der dominierenden Marktstellung von Google eine Chance im Wettbewerb haben.

Google kritisiert Vorgaben: Gefahr für Privatsphäre

Der Tech-Riese wies die Vorgaben wegen Datenschutzbedenken erneut zurück. „Die heutigen Entscheidungen bergen die Gefahr, dass wichtige Schutzmechanismen für die Privatsphäre und Sicherheit von Millionen Europäern untergraben werden“, hieß es vom Unternehmen.
Besonders besorgniserregend sei, dass die privaten Suchanfragen der Europäer unbekannten Unternehmen zugänglich gemacht würden. Die EU-Kommission betonte hingegen, dass die Entscheidung eine Anonymisierung der Suchdaten sicherstelle und eine mehrschichtige Methode dafür festlege.
Die Maßnahmen zu Suchdaten muss Google laut Kommission ab Januar 2027 umsetzen, beim Android-System ab Juli 2027. Die Vorgaben basieren auf dem Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act – DMA), mit dem die EU die Macht großer Online-Plattformen begrenzen will. Google gehört zu den sogenannten Gatekeepern („Torwächtern“), die wegen ihrer dominanten Stellung besonderen Regeln unterliegen. (dpa/red)
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Apple verklagt OpenAI wegen Geheimnisdiebstahls

Apple wirft dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und zwei ehemaligen Mitarbeitern in einer Klage Diebstahl von Firmengeheimnissen vor. Einer der beiden ist Tang Tan, ein ehemaliger ranghoher Apple-Designer, der heute Hardware-Chef von OpenAI ist. In dieser Funktion spielt er eine zentrale Rolle bei der Arbeit an einem neuartigen Gerät, das die ChatGPT-Firma auf die Nutzung mit Künstlicher Intelligenz ausrichten will.
OpenAI entgegnete in einer Stellungnahme beim Finanzdienst Bloomberg, man habe kein Interesse an Geheimnissen anderer Unternehmen. Die Firma bleibe fokussiert darauf, innovative Technologie zu entwickeln.
Zugang zum neuen KI-Modell von OpenAI bekommt auf Forderung der US-Regierung nur eine kleine Gruppe vertrauenswürdiger Partner. (Archivbild)

Zugang zum neuen KI-Modell von OpenAI bekommt auf Forderung der US-Regierung nur eine kleine Gruppe vertrauenswürdiger Partner. (Archivbild)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Design-Guru als Türöffner

OpenAI verpflichtete für das Hardware-Projekt auch Jony Ive, den langjährigen Design-Visionär von Apple, der unter anderem maßgeblich die Form von iPhones und MacBook-Laptops geprägt hatte. Das dürfte der ChatGPT-Firma geholfen haben, attraktiver für andere Apple-Beschäftigte zu werden. Der Klage zufolge sind inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter bei OpenAI angestellt.
Tan gehört zu den ranghöchsten Überläufern. Er arbeitete mehr als 20 Jahre bei Apple und verantwortete vor seinem Wechsel das Design des iPhones und der Computer-Uhr Apple Watch.

Apple vermutet Strategie von OpenAI dahinter

Der Klage zufolge kam Apple nach Ermittlungen zu dem Schluss, dass Tan vertrauliche Informationen des iPhone-Konzerns zum Vorteil von OpenAI missbraucht habe. Unter anderem habe er Apple-Mitarbeiter aufgefordert, zu Job-Interviews für Arbeitsplätze bei OpenAI Bauteile des Konzerns mitzubringen – darunter Batterien und Geräte-Gehäuse in verschiedenen Farben.
Apple sieht das als Teil einer „Strategie“ von OpenAI, an vertrauliche Informationen des Unternehmens zu kommen. Nach Darstellung von Apple griff die Firma zu „rechtswidrigen Abkürzungen“, um das KI-Gerät zu entwickeln, weil dies sich als schwieriger erwiesen habe als angenommen.
Der andere verklagte Ex-Mitarbeiter von Apple, ein ranghoher Ingenieur, soll dem Konzern zufolge über einen mitgenommenen Firmen-Computer noch als OpenAI-Beschäftigter auf vertrauliche Daten seines früheren Arbeitgebers zugegriffen haben.

Schatten auf Hardware-Projekt von OpenAI

Ive wird in der Klage nicht erwähnt – wohl aber die unter anderem von ihm und Tan mitgegründete Firma io Products, die OpenAI 2025 für rund 6,5 Milliarden Dollar kaufte. Man habe neben OpenAI auch io verklagt, um zu verhindern, dass über das Unternehmen weiter Apple-Geheimnisse verwendet würden, hieß es in der Klage.
Durch die Zusammenarbeit mit OpenAI war Ive dabei, in direkte Konkurrenz zu seinem einstigen Arbeitgeber zu treten. Nun wirft die Apple-Klage einen Schatten auf das ganze Hardware-Projekt von OpenAI. Es sei „bis ins Mark verrottet“, da OpenAI sich dafür auf illegal erworbene Firmengeheimnisse gestützt habe, kritisierte Apple in der Klageschrift.

Apple-Logo (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

OpenAI ist zugleich ein KI-Partner von Apple

Apple und OpenAI sind seit mehreren Jahren Partner bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz auf iPhones und anderen Geräten des Konzerns. Apple-Kunden können allgemeine Anfragen, die die hauseigene Sprachassistentin Siri nicht beantworten kann, an ChatGPT weiterreichen lassen. Medienberichten zufolge erwog OpenAI vor einigen Monaten eine Klage gegen Apple mit dem Vorwurf des Vertragsbruchs, weil diese Partnerschaft sich schlechter entwickelt habe als von der KI-Firma erwartet. (dpa/red)
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Deutschlands immaterielle Investitionen in der Spitzengruppe

Deutschland liegt bei Investitionen in Forschung und Entwicklung, Software, Design und andere immaterielle Werte weltweit in der Spitzengruppe.
Nach einer Studie der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) und der Luiss Business School summierten sich die privaten und öffentlichen immateriellen Investitionen in Deutschland 2025 auf knapp 728 Milliarden US-Dollar (637,5 Milliarden Euro).
Das bedeutete Platz drei hinter Japan und den USA. Allerdings fehlt mangels verfügbarer Daten China in der Auswertung. Veröffentlicht wurden die Daten vom Deutschen Patent- und Markenamt in München.

Patentamtspräsidentin: „Gutes Zeichen“

Als „immaterielle“ Investitionen zählt die UN-Organisation Ausgaben für unterschiedlichste Zwecke, die nicht unter die traditionelle Definition von Investitionen in neue Maschinen, Anlagen oder Fabriken fallen.
Dazu gehören neben Forschung und Entwicklung und Software unter anderem noch Finanzprodukte, aber auch Design und Marken.
„Know-how und Schutzrechte des geistigen Eigentums sind immer entscheidendere Faktoren für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die globale Entwicklung des Wohlstands“, sagte Patentamtspräsidentin Eva Schewior.
„Dass Deutschland bei den Investitionen in immaterielles Vermögen zu den führenden Nationen gehört, ist ein gutes Zeichen.“
Die deutschen immateriellen Investitionen machten demnach 2025 11,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Das war deutlich höher als der Anteil der traditionellen materiellen Investitionen, der bei 10,4 Prozent lag.

USA führt mit großem Abstand

Die Berechnungen illustrieren zumindest indirekt die Probleme der deutschen Industrie. Spitzenreiter sind die USA, die 2025 laut Wipo knapp fünf Billionen Dollar (4,38 Billionen Euro) an immateriellen Investitionen tätigten.
Das war annähernd die Hälfte der weltweiten Gesamtsumme von zehn Billionen Dollar (8,76 Billionen Euro) und sechsmal so viel wie im zweitplatzierten Japan (810 Milliarden Dollar/709 Milliarden Euro).
Doch während die herkömmlichen materiellen Investitionen der Industrie in Deutschland laut Studie stagnieren, sind auch diese in den USA gestiegen.
Die Bundesrepublik ist allerdings nicht das einzige Land, in dem die traditionellen Investitionen stagnieren: In Kanada ist die Entwicklung ähnlich, und in Japan sind sie laut Wipo sogar gesunken. (dpa/red)
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Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet sich von Microsoft

Mecklenburg-Vorpommern geht in der Digitalpolitik in die Offensive und setzt auf Eigenständigkeit. Wie das Finanz- und Digitalisierungsministerium bekannt gab, trennt sich das Land schrittweise von der Software großer Tech-Konzerne wie Microsoft.
Stattdessen wird eine landesweite Plattform auf Open-Source-Basis aufgebaut. Dabei gehe es nicht nur darum, die digitale Souveränität zu erlangen, sondern auch mittel- und langfristig Geld einzusparen, sagte Finanzminister Heiko Geue (SPD) der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Nextcloud statt SharePoint: Der sanfte Umstieg

Im Zentrum der neuen Strategie steht die Einführung der in Deutschland entwickelten quelloffenen Online-Plattform Nextcloud, mit der man Dateien sicher speichern, teilen sowie gemeinsam in Teams chatten und Videokonferenzen abhalten kann, ohne die Kontrolle über die eigenen Daten an fremde Anbieter zu verlieren.
Der bisherige Umstieg von Microsoft SharePoint sei für die ersten 5.000 Beschäftigten bereits reibungs- und datenverlustfrei abgeschlossen worden, berichtet Marco Anschütz, der als Chief Information Officer (CIO) für IT und Digitalisierung im Bundesland verantwortlich ist.
Mittelfristig ist das Projekt viel größer angelegt: Über 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst – von den Ministerien bis hin zu den kommunalen Einrichtungen – sollen künftig mit dem System arbeiten. Betrieben wird die Software auf eigener Infrastruktur durch den landeseigenen IT-Dienstleister DVZ M-V GmbH.

Technologische Allianz im Norden

Mecklenburg-Vorpommern geht diesen Weg nicht allein. Bereits im Oktober 2025 schloss das Land eine Kooperationsvereinbarung mit Schleswig-Holstein, das bundesweit als Pionier beim Wechsel auf Open-Source-Software gilt. Zusammen bilden die beiden Bundesländer eine technologische Allianz im Norden.
Man stimme die Infrastrukturen aufeinander ab, um insbesondere die IT-Sicherheit zu erhöhen und gegenseitige Notfallszenarien abzusichern.
Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) versucht Mecklenburg-Vorpommern von vornherein eine Abhängigkeit von US-Techriesen wie Microsoft, OpenAI, Google oder Amazon zu vermeiden.
Bei der Entwicklung des Verwaltungs-Chatbots „Lea“ werde bewusst auf US-amerikanische Hyperscaler verzichtet. „Stattdessen wollen wir auf europäische Sprachmodelle wie Mistral aus Frankreich oder Tilde aus Lettland setzen“, sagt Anschütz.

Kein vollständiger Verzicht auf Microsoft

Der Verzicht auf Microsoft-Lösungen im Bereich Cloud und KI heißt allerdings nicht, dass Mecklenburg-Vorpommern dem weltgrößten Softwarekonzern komplett den Rücken kehren wird.
Es sei nicht geplant, die in der Verwaltung eingesetzten Windows-PCs kurzfristig durch Rechner mit dem offenen Betriebssystem Linux zu ersetzen. Dies habe derzeit noch keine Priorität, betont Anschütz.
Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern, Sebastian Schmidt, begrüßte den Schritt. „Die Verwaltungen im Land verarbeiten viele – teilweise sehr sensible – personenbezogene Daten der Bürgerinnen und Bürger. Diese Daten gilt es, vor den Zugriffen von Dritten bestmöglich zu schützen“, sagte Schmidt. (dpa/red)
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Anthropic wirft chinesischem Konzern Kopier-Attacke vor

Die KI-Firma Anthropic wirft dem chinesischen Alibaba-Konzern einen großangelegten Versuch vor, widerrechtlich Fähigkeiten seiner Software mit Künstlicher Intelligenz abzugreifen.
Anthropic fordert deswegen vom US-Kongress Maßnahmen, die solche Attacken verhindern sollen, wie aus einem von der „Financial Times“ veröffentlichten Brief an amerikanische Senatoren hervorgeht. Alibaba äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Dem Brief zufolge interagierten mit Alibaba verbandelte Angreifer über nahezu 25.000 betrügerische Accounts von Ende April bis Anfang Juni fast 29 Millionen Mal mit Anthropics KI-Software Claude. Dabei hätten sie mehr über zentrale Aspekte wie etwa den Aufbau der Software und deren Logik beim Ausführen von Aufgaben erfahren wollen.

Umstrittene Methode

Dabei hätten die Angreifer zu einer unter dem Begriff „Destillation“ bekannten Methode gegriffen, bei der Entwickler neuer Software sie mit Künstlicher Intelligenz von einem bereits existierenden Modell anlernen lassen. Solche Zugriffe sind gemeinhin in Nutzungsbedingungen untersagt.
Tech-Milliardär Elon Musk räumte jüngst in einem Gerichtsverfahren ein, dass er mit dieser Technik seinen KI-Chatbot Grok von KI-Modellen des ChatGPT-Entwickler OpenAI lernen ließ. Anthropic gilt aktuell als der schärfste Rivale von OpenAI und warf chinesischen Unternehmen wiederholt vor, die Methode zu verwenden.

Härtere Gangart gefordert

In dem Brief forderte Anthropic vom Kongress unter anderem ein härteres Vorgehen gegen chinesische Unternehmen, die zur „Destillation“ greifen.
Auch sollten amerikanische KI-Firmen die Freiheit bekommen, einander vor solchen Attacken zu warnen. Zudem ruft Anthropic dazu auf, den Zugang chinesischer Player zu Technik wie KI-Chips weiter einzuschränken.
Damit bekräftigt die KI-Firma den Konfrontationskurs zum Chip-Schwergewicht Nvidia. Das Unternehmen wirbt bei der US-Regierung dafür, auch die Ausfuhr leistungsstärkerer KI-Systeme nach China zu erlauben.

Streit mit US-Regierung um neues KI-Modell

Anthropic steckt dabei selbst in einem Konflikt mit der US-Regierung. Diese zwang die Firma jüngst, deren Top-Software mit Künstlicher Intelligenz vorläufig vom Markt zu nehmen. Zur Begründung wurde dabei auf angebliche Schwachstellen verwiesen, über die Einschränkungen des KI-Programms mit dem Namen „Fable 5“ ausgehebelt werden könnten.
Bei dem Programm ist unter anderem die Fähigkeit zur Suche nach Sicherheitslücken in anderer Software blockiert.
Die Sorge ist, dass KI für Cyberattacken verwendet werden könnte. Anthropic konterte, die Probleme seien nicht schwerwiegend. Verhandlungen mit der US-Regierung zu der Sperre laufen noch. (dpa/red)
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Snapchat-Firma bringt Brillen mit Mini-Display auf den Markt

Die Macher der Foto- und Video-App Snapchat gehen unter die Vorreiter bei Brillen, die digitale Informationen einblenden können. Die Betreiberfirma Snap startete Vorbestellungen für das Gerät mit dem Namen Specs.
Die Brillen mit sogenannter „erweiterter Realität“ (Augmented Reality, AR) sollen voraussichtlich im Herbst in den USA, Großbritannien und Frankreich auf den Markt kommen. Den Preis setzte Snap auf 2.195 Dollar in den USA und 2.295 Euro in Frankreich an.
Der Chef des Snapchat-Betreibers Snap, Evan Spiegel, demonstrierte Vorläufer der heutigen Specs bereits in den vergangenen Jahren. (Archivbild)

Der Chef des Snapchat-Betreibers Snap, Evan Spiegel, demonstrierte Vorläufer der heutigen Specs bereits in den vergangenen Jahren. (Archivbild)

Foto: Andrej Sokolow/dpa

Die etwas klobig wirkenden Brillen sollen ins Blickfeld der Träger zum Beispiel Routen-Anweisungen und dazu eine Mini-Karte einblenden können. Beim Blick auf einen Automotor könnten sie auf Nachfrage etwa markieren, wo Kühlflüssigkeit reingehört.

Hologramme im Blickfeld

Die Daten werden als Hologramme in einen Teil des Blickfelds eingeblendet. Steuern kann man die Anzeige mit Fingerbewegungen, die die Kamera der Brille erkennt.
Die Batterie soll bis zu vier Stunden halten – und mit dem Nachladen in der Brillenhülle bis zu 20 Stunden. Es gibt Modelle in zwei Größen, von denen das leichtere 132 Gramm wiegt.
Auch Google stellte Prototypen solcher Brillen vor, die in den kommenden Monaten auf den Markt kommen sollen. Apple arbeitet Medienberichten zufolge ebenfalls schon lange an AR-Geräten. Der Facebook-Konzern Meta verkauft seit vergangenem Jahr ein Brillenmodell mit einem kleinen Display vor einem Auge. (dpa/red)
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SpaceX übernimmt KI-Start-up Cursor für 60 Milliarden Dollar

München/New York: Nur wenige Tage nach seinem rekordverdächtigen Börsengang hat der Weltraum- und KI-Konzern SpaceX die Übernahme des Programmier-Spezialisten Cursor abgeschlossen. Der Deal bewertet das Start-up laut einer aktuellen Mitteilung mit 60 Milliarden US-Dollar.
Für das Unternehmen von Techmilliardär Elon Musk ist der Zukauf ein strategischer Schritt, um im Bereich der Programmierwerkzeuge zu den Konkurrenten aufzuschließen. Die SpaceX-Aktie reagierte vorbörslich mit deutlichen Gewinnen.

Aktientausch und strategischer Zeitplan

Gemäß der Vereinbarung erhalten die Cursor-Investoren das Recht, SpaceX-Aktien auf Basis der aktuellen Start-up-Bewertung zu beziehen. Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 geplant.
Die Übernahme kommt nicht unerwartet: SpaceX hatte sich bereits im April die Kaufoption gesichert, den Vollzug jedoch aufgrund des eigenen Börsengangs aufgeschoben.
Durch den Zukauf will SpaceX seine Fähigkeiten bei der Entwicklung generativer KI-Werkzeuge für Verbraucher und Unternehmen stärken und sich im direkten Wettbewerb mit Anthropic und OpenAI positionieren.

Cursor und der Trend zum „Vibe Coding“

Cursor vertreibt Software-Tools, die Entwicklern dabei helfen, Code effizienter zu schreiben und Fehler schneller zu beheben.
Das Unternehmen gilt als eine der zentralen Figuren in der Ära des sogenannten „Vibe Coding“ – einem Trend, bei dem Software zunehmend über einfache Chatbot-Eingaben (Prompts) generiert wird.
Dank der rasant steigenden Nachfrage unter Softwareentwicklern entwickelte sich das Start-up zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Technologiebranche. (dpa/red)
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SpaceX-Börsengang: 1,8 Billionen trotz Defizit

Obwohl das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk im vergangenen Jahr weniger als 19 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftete und deutliche Verluste schrieb, peilt es für den bevorstehenden Börsenstart einen Marktwert von fast 1,8 Billionen Dollar an.
Mit erwarteten Einnahmen von rund 75 Milliarden Dollar bei einem Ausgabepreis von 135 Dollar pro Aktie wird dies der bislang größte Börsengang weltweit.
Aufgrund der sehr hohen Investorennachfrage wird im Markt allgemein erwartet, dass die Bewertung nach dem offiziellen Handelsstart am Freitag noch weiter klettern könnte.

Unverzichtbar fürs US-Militär

Die von Musk bereits 2002 gegründete Firma ist vor allem bekannt für ihre Raketen. Der Plan des Tech-Milliardärs war, die Kosten von Raketenstarts drastisch zu senken und irgendwann eine Kolonie auf dem Mars aufzubauen.
Raumfahrt war damals die Domäne von Supermächten – und entsprechend wurden seine Aktivitäten zunächst belächelt. Doch SpaceX gelang es, günstigere Raketen zu bauen – und sie auch noch wiederverwendbar zu machen, was die Kosten noch einmal senkte.
Insbesondere seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms ist SpaceX aktuell praktisch unverzichtbar für die US-Raumfahrt und das Militär.

Mobiles Internet direkt aus dem All

Den Großteil der Erlöse – rund elf Milliarden Dollar – brachte im vergangenen Jahr der Satelliteninternet-Dienst Starlink ein. SpaceX brachte dafür rund 9.600 Satelliten in die Umlaufbahn.
Aktuell braucht man meist noch spezielle Antennen und Empfangsgeräte am Boden, mit den nächsten Generationen der Technik sollen Smartphones verstärkt direkt auf das Netz aus dem All zugreifen können.
Damit hätte man mobiles Internet auch überall dort, wo es kein Mobilfunk-Netz gibt. Starlink kam Ende März auf gut zehn Millionen Kunden.
Amazon baut einen Konkurrenzdienst auf, hat aber noch deutlich weniger Satelliten. Vor einigen Monaten ließ Musk zudem SpaceX seine KI-Firma xAI übernehmen, in der zuvor auch die Online-Plattform X aufging.

Rekord-Bewertung durch KI-Pläne

Die beim Börsengang angestrebte Bewertung ist mehr als 90 Mal höher als der vergangene Jahresumsatz – und das ist außergewöhnlich viel.
Beim derzeit wertvollsten Unternehmen, dem knapp fünf Billionen Dollar teuren Chipkonzern Nvidia liegt dieser Wert bei etwa 20, bei Apple bei rund 10. SpaceX erklärt die hohe Bewertung mit der Aussicht auf künftiges Geschäft.
Laut Börsenprospekt sieht das Unternehmen allein für Satelliten-Konnektivität einen Gesamtmarkt von 1,6 Billionen Dollar – für alle Anbieter allerdings.
Zudem kommt hier auch xAI ins Spiel: SpaceX will sich ein Stück des Geschäfts mit KI-Anwendungen für Unternehmen sichern, das insgesamt auf mehr als 22 Billionen Dollar geschätzt wird.
Musk plant unter anderem Rechenzentren in der Umlaufbahn – wobei bisher offen ist, ob das technisch funktioniert.
Musk ist oft zu optimistisch bei seinen Ankündigungen, die manchmal erst Jahre nach von ihm genannten Fristen erfüllt werden.
Bei dem ebenfalls von ihm geführten Elektroauto-Hersteller Tesla etwa funktioniert das autonome Fahren immer noch nicht so wie von ihm im Laufe der vergangenen zehn Jahre versprochen.

SpaceX: Musk setzt auf private Anleger

Bei traditionellen Börsengängen kommt meist vor allem institutionelle Investoren wie Banken und Fonds zum Zuge. Musk verlässt sich aber schon seit Jahren stark auf eine Armee von Fans unter privaten Anlegern.
Beim Börsengang von SpaceX soll ihnen voraussichtlich rund ein Fünftel der knapp 555,6 Millionen Aktien vorbehalten bleiben, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Üblicherweise liegt der Anteil bei fünf bis sieben Prozent.
Die Nachfrage der privaten Anleger dürfte das Angebot trotzdem weit übertreffen. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg kamen von ihnen bereits Order im Volumen von 70 Milliarden Dollar.
Musk behält auch nach dem Börsengang die volle Kontrolle über SpaceX mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent. Basis dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten.
Er dürfte auch zum ersten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Billion Dollar werden. Aktuell schätzt etwa Bloomberg sein Vermögen auf rund 700 Milliarden Dollar.

Index-Anbieter machen Ausnahme für SpaceX

Das SpaceX-Papier wird schnell in mehrere wichtige Aktienindizes einziehen. Die Index-Anbieter Nasdaq und FTSE Russell änderten dafür ihre Vorgaben kurzfristig, MSCI verwies im Mai auf 2007 eingeführte Regeln für große Börsengänge.
Die Aufnahme bedeutet automatisch eine frühzeitige zusätzliche Nachfrage von Fonds, die die Index-Zusammensetzung abbilden.
S&P Dow Jones unterdessen hält dagegen und bleibt dabei, dass die Aktie erst nach zwölf Monaten auf dem Markt in den Auswahlindex S&P 500 einziehen kann. (dpa/red)
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Apple sagt Nein zu Brüssel – iPhones in der EU kommen ohne KI-Siri

Apple wirft der EU-Kommission vor, mit Forderungen nach einer vollständigen Öffnung seiner iPhones und iPads für KI-Assistenten anderer Anbieter die Privatsphäre der europäischen Nutzer zu gefährden.
Der Konzern entschied, stattdessen die neue Version seiner Assistenzsoftware Siri mit Künstlicher Intelligenz auf iPhone und iPad nicht in der Europäischen Union verfügbar zu machen.
Auf Mac-Computern und der Computer-Brille Vision Pro werden auch europäische Nutzer darauf zugreifen können, weil Apple in diesen Segmenten nicht als „Gatekeeper“ mit viel Marktmacht eingestuft wurde.

Appel erklärt EU die Gefährlichkeit

Apple habe der Kommission die Risiken eines „wirklich uneingeschränkten“ Zugangs von Assistenten anderer Anbieter zum gesamten Betriebssystem und allen Informationen erklärt, sagte Marketingchef Greg Jozwiak. „Aber sie haben unsere Bedenken komplett zurückgewiesen.“
Apple habe auch bereits im vergangenen Jahr einen konkreten Vorschlag für eine technische Lösung vorgelegt, mit der aus Sicht des Konzerns die Zugangsanforderungen erfüllt und zugleich der Datenschutz gewahrt geblieben wäre. Die Kommission habe ihn jedoch abgelehnt, ohne sich damit auseinanderzusetzen.
Bei der WWDC gibt Apple traditionell einen Ausblick auf kommende Software und Dienste.

Bei der WWDC gibt Apple traditionell einen Ausblick auf kommende Software und Dienste.

Foto: Noah Berger/FR34727 AP/AP/dpa

Das EU-Digitalgesetz DMA (Digital Markets Act) schreibt unter anderem vor, dass als Gatekeeper eingestufte Unternehmen Konkurrenten den gleichen Zugang zu ihren Plattformen bieten müssen wie ihren eigenen Diensten.
Apple argumentiert, die neue KI-Siri sei so datenschutzfreundlich umgesetzt, dass der Konzern selbst dabei keinen Zugriff auf die Informationen der Nutzer bekomme.
Der Apple-Vorschlag für andere Anbieter sieht demnach vor, dass nach einem ähnlichen Muster deren KI-Modelle zwar Anfragen der Nutzer erfüllen könnten, aber keine Daten behielten. Dieser Plan sei weiterhin auf dem Tisch.

Nützlich durch Personalisierung

Apple stellte die neue Siri mit Künstlicher Intelligenz am 8. Juni auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC vor. Die Software soll sich von anderen KI-Angeboten dadurch abheben, dass sie besonders tief ins Leben der Nutzer eingebettet ist.
Als ein Beispiel einer Frage, die man der neue Siri stellen könne, nennt Apple etwa: „Wie hieß der Podcast, den mir meine Schwester neulich empfohlen hat?“
Um dies zu beantworten, muss die Software unter anderem die E-Mail oder Textnachricht kennen, in der der Name des Podcasts gefallen sein könnte, richtig die Unterhaltung verstehen – und zunächst einmal wissen, wer in den Kontakten die Schwester ist.

Es ist die letzte WWDC für Tim Cook als Konzernchef. Im September soll der bisher für Geräte zuständige Top-Manager John Ternus die Führung übernehmen.

Foto: Josh Edelson/AFP via Getty Images

Apple schürt Nutzer-Erwartungen

„Wenn das alles funktioniert, ist es die KI, die die Leute wollen“, sagt Branchenexperte Avi Greengart von der Analysefirma Techsponential.
Die Vorsicht ist nicht unbegründet: Ursprünglich kündigte Apple eine Siri mit ähnlichen Fähigkeiten bereits auf der WWDC vor zwei Jahren an. Doch im Jahr darauf musste der Konzern einräumen, dass die Software nicht verlässlich genug sei.
Danach wurde die technische Basis umgebaut – unter anderem mit Verwendung von KI-Modellen des Rivalen Google. Apple betont aber, dass Google dabei keinen Zugang zu Nutzerdaten bekomme.
Analyst Francisco Jeronimo von der Marktforschungsfirma IDC sieht in der neuen KI-Siri eine strategische Weichenstellung für Apple: Sie könne der neue Weg werden, über den Nutzer mit iPhones und künftigen Gerätekategorien des Konzerns interagieren.
Zugleich müsse Apple nun aber auch die Erwartungen der Nutzer erfüllen: Kunden werden Siri danach bewerten, ob sie sie verstehe, und die Personalisierung sich nützlich und nicht aufdringlich anfühle.

Eine App für Siri

Erstmals bekommt Siri, die vor rund 15 Jahren als Sprachassistentin auf iPhones kam, eine eigenständige App.
Apple-Manager Mike Rockwell zeigte in einer aufgezeichneten Demonstration, wie die neue Siri den Termin des nächsten Konzerts einer Musikerin in der Nähe sowie Informationen zum Ticket-Verkauf heraussuchen, eine Erinnerung erzeugen und danach auf Wunsch einen ihrer neuen Songs abspielen kann.
Zunächst wird die neue KI-Siri nur auf Englisch angeboten. Weitere Sprachen sollen „schnell“ folgen, sagte Software-Chef Craig Federighi. Zunächst gibt es eine Testversion der neuen Software für Entwickler. Allgemein eingeführt werden die neuen Programme und Funktionen traditionell ab Herbst.

Die Teilnehmer verfolgen die Rede von Apple-CEO Tim Cook bei seiner letzten Worldwide Developers Conference (WWDC) im Apple Park in Cupertino, Kalifornien, am 8. Juni 2026.

Foto: Josh Edelson/AFP via Getty Images

Nutzer kauften Apple-Geräte trotz KI-Verzögerung

Während Apple mit den Siri-Problemen kämpfte, überboten sich Google als Entwickler des konkurrierenden Mobil-Betriebssystems Android und der große iPhone-Rivale Samsung mit Ankündigungen immer neuer KI-Assistenzfunktionen.
Gemessen daran wirkte Apple im Rückstand – den Kunden schien das jedoch egal zu sein. Die Verkäufe der Apple-Geräte stiegen weiter und das iPhone schubste nach Berechnungen von Marktforschern Samsung nach vielen Jahren vom Smartphone-Thron.
Federighi erlaubte sich zugleich einen Seitenhieb gegen Unternehmen die in einem Wettlauf „KI im Namen von KI“ verfolgten und dabei nicht die Interessen der Nutzer beachteten. (dpa/red)
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920 Millionen Dollar pro Monat: SpaceX kassiert Milliarden von Google

Elon Musks Weltraumfirma SpaceX wird in den kommenden Jahren jeden Monat 920 Millionen Dollar von Google für vermietete Rechenleistung kassieren. Google braucht die Computer-Kapazität für seine Dienste mit Künstlicher Intelligenz. Die Vereinbarung läuft von Oktober dieses Jahres bis Ende Juni 2029. In einem ähnlichen Deal bezieht auch die KI-Firma Anthropic für 1,25 Milliarden Dollar pro Monat in einem mehrjährigen Deal Rechenleistung von SpaceX.
Musk ließ in SpaceX seine eigene KI-Firma xAI aufgehen, für die mehrere Rechenzentren gebaut wurden. Nach der vor einigen Wochen bekanntgegebenen Abmachung mit Anthropic erklärte er, dass für die KI-Aktivitäten von SpaceX eines der Rechenzentren ausreiche. Bei xAI und nun SpaceX wird der KI-Chatbot Grok entwickelt, der weniger genutzt wird als ChatGPT von OpenAI, Anthropics Claude und Googles Konkurrenzsoftware Gemini.
Indem Musk Anthropic und Google dringend benötigte Rechenleistung vermietet, hilft er den Unternehmen zugleich im Wettbewerb mit dem Konkurrenten OpenAI, gegen den er als einstiger Mitgründer seit Jahren eine Fehde führt. KI-Infrastruktur ist teuer. Google stellte allein für dieses Jahr Kapitalinvestitionen von bis zu 190 Milliarden Dollar in Aussicht, die vor allem in Rechenzentren gehen sollen.
SpaceX war kürzlich mit Musks KI-Unternehmen xAI fusioniert, das mit Anbietern wie Anthropic und OpenAI bei generativen KI-Werkzeugen konkurriert. (Archivbild)

SpaceX war kürzlich mit Musks KI-Unternehmen xAI fusioniert, das mit Anbietern wie Anthropic und OpenAI bei generativen KI-Werkzeugen konkurriert. (Archivbild)

Foto: Eric Gay/AP/dpa

SpaceX kann das Geld gut gebrauchen

SpaceX will kommende Woche an die Börse gehen und strebt dabei eine Gesamtbewertung von 1,7 Billionen Dollar sowie Rekordeinnahmen von 75 Milliarden Dollar an. Die reinen Geschäftszahlen von SpaceX stehen in einem krassen Kontrast zu dem angestrebten Börsenwert – die Anleger sollen eher für die Hoffnung auf künftige Erfolge zahlen. So gab es im vergangenen Jahr rote Zahlen von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. Allein schon die Vermietung der Rechenzentren wird diese Zahlen deutlich aufbessern. (dpa/red)
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Ifo: Über die Hälfte der deutschen Unternehmen nutzt KI

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz verbreitet sich in der deutschen Wirtschaft in schnellem Tempo.
Nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts nutzen mittlerweile 54,4 Prozent der Unternehmen KI-Software – vor einem Jahr lag der Anteil erst bei knapp 41 Prozent.
„Die Dynamik bei der Einführung ist hoch“, sagte Ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe.

Großunternehmen liegen vorn

Deutlich wird in der Umfrage aber auch, dass Konzerne schneller bei der KI-Einführung sind als der Mittelstand: Laut Ifo setzen mittlerweile mehr als zwei Drittel (67,2 Prozent) der Großunternehmen KI ein, aber nur gut 47 Prozent der mittleren und 51,2 Prozent der kleinen Firmen.
Besonders häufig genutzt wird KI demnach unter anderem in Verwaltung, Datenanalyse, Programmieren, Schriftverkehr und Informationssuche.
Viele Unternehmen verwenden KI darüber hinaus auch für Aufgaben in Planung, Controlling oder der Kommunikation mit den Kunden. „Besonders bei Routineaufgaben und der Verarbeitung großer Informationsmengen eröffnet KI neue Möglichkeiten“, sagte Wohlrabe.
Besonders weit verbreitet ist KI laut Ifo mittlerweile in der Industrie mit einem Anteil von 58,7 Prozent. Das Ifo-Institut befragt im Rahmen seiner Konjunkturerhebungen monatlich mehrere tausend Unternehmen. (dpa/red)
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DeepL-Chef wird trotz großem Jobabbau Gründer des Jahres

Der Chef des Kölner KI-Startup DeepL musste Anfang Mai jede vierte Stelle im Unternehmen streichen und wurde nun trotzdem bei den „German Startup Awards“ als „Gründer des Jahres“ ausgezeichnet.
Jarek Kutylowski habe mit DeepL eine intelligente KI-basierte Übersetzungslösung geschaffen, die Menschen weltweit eine einfache und präzise Verständigung über Sprachgrenzen hinweg ermögliche, heißt es in der Begründung des Startup-Verbandes.
Kutylowski hatte Anfang Mai angekündigt, die Belegschaft von DeepL um etwa 250 Stellen zu reduzieren. Um effektiv mit KI zu arbeiten, seien kleinere, wirkungsvollere Teams mit einem schärferen Fokus und klareren Zuständigkeiten erforderlich, begründete der Firmengründer seine Entscheidung. DeepL steht im harten Wettbewerb mit US-Konzernen wie Google, Microsoft und OpenAI.
Als Gründerin des Jahres wurde Julie Lepique (Berlin) ausgezeichnet. Die Gründerin und Chefin der Plattform femtasy habe „mit ihrem Unternehmen als internationale First Moverin eine neue Content-Kategorie im Bereich Audio-Erotik geschaffen“.

„Roter Teppich für Start-ups“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterstrich auf der Galafeier im Palais am Funkturm die große Bedeutung von Start-ups für den Standort Deutschland: „Ohne Innovationsfähigkeit und ohne Wettbewerbsfähigkeit geht es in unserem Land nicht.
Das sind Werte, für die sie mit ihrer ganzen Leidenschaft stehen“, sagte der Kanzler vor rund 600 Vertretern der Start-up-Szene. Der Staat sollte Start-ups den roten Teppich ausrollen. „Wir haben damit in der Bundesregierung begonnen, das zu tun.“
Der Kanzler setzte sich dafür ein, die Arbeitnehmer über die Finanzmärkte an der Wertschöpfung der Volkswirtschaft stärker zu beteiligen. „Auf den Sparbüchern und Sichteinlagen liegen rund drei Billionen Euro. Da gehören sie nicht hin. Sie gehören in den Kreislauf unserer Volkswirtschaft.“ (dpa/red)
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Bürgermeister blockiert Palantir-Deal von Londoner Polizei

Ein 50 Millionen Pfund schwerer Deal zwischen dem US-Technologieunternehmen Palantir und der Londoner Metropolitan Police ist nach einem Veto des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan ins Wasser gefallen. Umgerechnet sind das mehr als 57 Millionen Euro.
Das Büro des Bürgermeisters für den Bereich Polizei und Kriminalität (MOPAC) erklärte britischen Medien zufolge, Palantir sei der einzige Anbieter gewesen, den die Met Police ernsthaft in Betracht gezogen habe.
Die Polizei habe keine Beschaffungsstrategie zur Genehmigung vorgelegt, was einen „klaren und schwerwiegenden Verstoß“ gegen die Verfahrensregeln darstelle.

Bürgermeister äußert ethische Bedenken

Sowohl die Polizei als auch Palantir kritisierten die Entscheidung. Die Met Police müsse sich modernisieren und dafür die bestmögliche Technologie nutzen, sagte ein Sprecher der Met Police laut der BBC.
Bürgermeister Sadiq Khan ist nach Angaben eines Sprechers der Ansicht, die Londoner Bevölkerung wolle nur öffentliche Gelder für Unternehmen, „die die Werte der Stadt teilen“, doch das derzeitige Vergaberecht lasse dies nicht zu, heißt es bei der BBC.
Demnach dürfen ethische Bedenken keinen Einfluss auf die Ablehnung eines Deals haben. Khan wolle dies „zu gegebener Zeit bei der Regierung zur Sprache bringen“.

Palantir-Software auch in Deutschland

Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militärinformationen analysiert werden. Die Polizeibehörden in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben sich etwa für das Palantir-Analysetool „Gotham“ entschieden.
Angesichts der Spannungen im transatlantischen Verhältnis wächst unter IT-Fachleuten die Sorge, dass politischer Druck eines Tages auch durch gesperrte Zugänge zu Daten, Datenabfluss oder eine Fernabschaltung von US-Software ausgeübt werden könnte. (dpa/red)
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Trotz Zöllen: Chinesische E-Autobauer planen langfristige US-Strategie


In Kürze:

  • Wegen der hohen Zölle in den USA entwickelt China neue Strategien für den Automarkt.
  • Analysten: China hat Führungsrolle bei E-Fahrzeugen mit vielen Mitteln erzwungen.
  • USA sehen Software in chinesischen Fahrzeugen als Bedrohung an.
  • Chinesische Autohersteller könnten zur Gefahr für die US-Produktion werden.

 
Chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen scheinen aufgrund von Zöllen, politischer Überwachung, Softwarebeschränkungen und Handelsspannungen weitgehend vom US-Markt ausgeschlossen zu sein. Branchenanalysten gehen jedoch davon aus, dass viele von ihnen weiterhin eine langfristige Strategie für einen späteren Markteintritt verfolgen.

Große Unternehmen sind geduldig

Diese Strategie ähnelt dem schrittweisen Aufstieg japanischer und koreanischer Automobilhersteller wie Toyota und Hyundai in den USA. Sie erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck auf chinesische Automobilhersteller zunimmt, im Ausland zu expandieren.
„Chinesische Automobilhersteller verfolgen wahrscheinlich eine langfristige Strategie. Große Unternehmen sind geduldig genug, um eine schrittweise Expansion über ein Jahrzehnt oder länger anzustreben“, erklärte Stephanie Brinley, leitende Automobilanalystin bei S&P Global Mobility’s Auto Intelligence Service, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
Die Toyota Motor Corporation kündigte 1985 den Bau eines Werks in Kentucky an. 1988 baute der Automobilhersteller seine Produktion in den USA aus und begann dort mit der Fertigung des Modells Camry. Die Hyundai Motor Manufacturing Alabama nahm 2005 die Produktion auf, nachdem der Mutterkonzern bereits 1986 in den US-Markt eingetreten war und später seine Fertigungspräsenz in den Vereinigten Staaten weiter ausgebaut hatte.
Laut Brinley könnte es bei chinesischen Elektroautoherstellern zwar schneller gehen als bei Toyota oder Hyundai, dennoch werde ein bedeutender Ausbau im US-Markt voraussichtlich mehrere Jahre dauern.

China exportierte 2025 sieben Millionen Fahrzeuge

Chinesische Marken hätten einen „langfristigen Plan und eine langfristige Strategie zur Expansion auf globalen Märkten“. Doch könnten sie auch „mehr produzieren, als sie auf ihrem Heimatmarkt verkaufen können. Daher müssen sie in andere Märkte exportieren.“
Laut dem globalen Energiebericht der Internationalen Energieagentur vom 20. April 2026 machten Elektrofahrzeuge 2025 erstmals mehr als die Hälfte aller jährlichen Autoverkäufe in China aus.
Wie Daten des chinesischen Automobilherstellerverbands zeigen, exportierte das Land im vergangenen Jahr sieben Millionen Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von fast 21 Prozent gegenüber 2024. Die Exporte von Elektrofahrzeugen, Plug-in-Hybriden und Brennstoffzellenfahrzeugen haben sich mehr als verdoppelt und erreichten 2,615 Millionen Einheiten.
Peking fördert im Rahmen einer umfassenden Industriestrategie seit Jahren den Fahrzeugexport, insbesondere im Bereich der Elektromobilität. Ein Strategiepapier des chinesischen Handelsministeriums aus dem Jahr 2009 bezeichnete dies als „Schlüsselfaktor für die Transformation des chinesischen Außenhandelsmodells“.
Im Juni 2023 verlängerte China die Steuerbefreiungen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben bis 2027. Damit soll das Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge weiter unterstützt werden.
„China hat sich nicht natürlich zur Führungsnation bei Elektroautos entwickelt. Es hat sich diesen Vorsprung mit staatlicher Steuerung, Größe und Kontrolle der Lieferkette regelrecht erarbeitet und liegt nun deutlich vor den USA“, sagte Lauren Fix, Autoanalystin und Gründerin von Car Coach Reports, gegenüber Epoch Times.

Rasante Entwicklungen

Fix erklärte, chinesische Autohersteller würden sich rasant von günstigen Kleinwagen hin zu SUVs und sogar Pick-ups für Exportmärkte entwickeln, „um höhere Gewinnmargen und eine Nachfrage nach amerikanischem Vorbild zu erzielen“.
Die Beijing Auto Show, die vom 25. April bis 4. Mai 2026 stattfand, präsentierte eine Vielzahl elektrischer SUVs und größerer Modelle chinesischer Hersteller. Der Automobilkonzern Geely stellte den Zeekr 8X vor, einen luxuriösen Plug-in-Hybrid-SUV, der mit dem Porsche Cayenne konkurrieren soll.
Yijing, ein Joint Venture für Elektrofahrzeuge zwischen Dongfeng Motor Corp. und Huawei, präsentierte den sechssitzigen SUV X9. BYD hob in seiner Pressemitteilung vom 24. April die SUV-Varianten Fangchengbao Formula X und Yuan Plus hervor.
Brinley erklärte, der Trend zu größeren SUVs und einem markanteren Fahrzeugdesign spiegele möglicherweise sowohl veränderte Verbraucherpräferenzen in China als auch umfassendere globale Ambitionen wider, anstatt ausschließlich auf den US-Markt ausgerichtet zu sein. Zudem führte sie aus, dass die verbesserte Batteriereichweite den Druck auf stark aerodynamische Designs verringert habe. Dies ermögliche den Herstellern mehr Flexibilität bei der Entwicklung größerer Fahrzeuge und entspreche zugleich den sich wandelnden Kundenwünschen.
Trotz ihrer globalen Expansionsbestrebungen sehen sich chinesische Automobilhersteller in den USA weiterhin erheblichen Hindernissen gegenüber. Die USA erheben derzeit gemäß Abschnitt 301 des Handelsgesetzes einen 100-prozentigen Zoll auf chinesische Elektrofahrzeuge.

US-Regierung erlässt einschränkende Bestimmungen

Washington hat zudem aus Gründen der nationalen Sicherheit Maßnahmen ergriffen, um chinesische Fahrzeugtechnologie zu blockieren. Im Januar verabschiedete das US-Handelsministerium endgültige Bestimmungen, die die Einfuhr und den Verkauf bestimmter vernetzter Fahrzeuge sowie zugehöriger Software oder Hardware mit Verbindungen zu China oder Russland einschränken.
Offizielle Stellen erklärten, die Technologie könne es ausländischen Unternehmen ermöglichen, sensible Daten zu sammeln oder aus der Ferne auf Fahrzeuge in den USA zuzugreifen. Die Regelungen traten am 17. März 2025 in Kraft.
Der Kongress erwägt zudem weitere Verschärfungen. Am 29. April brachten die Senatoren Bernie Moreno und Elissa Slotkin einen Gesetzentwurf ein, der die Importbestimmungen für chinesische Pkw in den USA weiter verschärfen soll. Slotkin erklärte am selben Tag in einem Facebook-Post, dass chinesische Fahrzeuge sowohl ein wirtschaftliches als auch ein nationales Sicherheitsrisiko darstellten.
„Wir müssen jetzt handeln und die richtigen Entscheidungen treffen“, sagte sie. „Die Strategie der Kommunistischen Partei Chinas, ihre Produkte massiv zu subventionieren, die Konkurrenz zu unterbieten und anschließend ein Monopol in diesem Sektor zu errichten, gefährdet die Automobilindustrie Michigans und Millionen von Arbeitnehmern.“

USA-Mexiko-Kanada-Abkommen wird überprüft

In einer Rede vor dem Detroit Economic Club im Januar erklärte US-Präsident Donald Trump, er sei grundsätzlich offen dafür, dass chinesische Autohersteller Fabriken in den USA errichteten, sofern dadurch amerikanische Arbeitsplätze geschaffen würden. Trump wird am 14. und 15. Mai in Peking erwartet. Dort dürfte er mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping auch über Handels- und Technologiefragen sprechen.
Die Handelsregeln in Nordamerika erschweren den Marktzugang zusätzlich. Nach dem United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) müssen Fahrzeuge strenge regionale Produktionsanforderungen erfüllen, um zollfrei importiert werden zu können. So schreibt das Abkommen vor, dass 75 Prozent der Fahrzeugkomponenten aus Nordamerika stammen müssen. Zudem muss ein erheblicher Teil der Produktion von Arbeitnehmern erfolgen, die mindestens 16 US-Dollar pro Stunde verdienen.
Das USMCA steht derzeit zur Überprüfung an. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer geht davon aus, dass sich die Verhandlungen über eine Verlängerung über den 1. Juli hinausziehen könnten. Stephanie Brinley erklärte dazu, dass Washington voraussichtlich strengere Anforderungen an die regionale Wertschöpfung und die Arbeitsbedingungen stellen werde. Noch größere Hürden könnten jedoch die Softwarebeschränkungen darstellen. „Das ist eine Hürde“, sagte sie. „Ich weiß nicht, wie sie diese überwinden wollen.“
Die neuen Vorgaben würden chinesische Autohersteller dazu zwingen, zentrale Softwaresysteme eigens für den US-Markt neu zu entwickeln. Das erhöhe die Kosten und schwäche einen ihrer wichtigsten Wettbewerbsvorteile, erläuterte Brinley. „Um ein Fahrzeug einer chinesischen Marke in den USA zu verkaufen, muss man im Grunde die gesamte Software neu entwickeln. Man kann nicht einfach das autonome Fahrsystem, das derzeit in einem BYD-Fahrzeug eingesetzt wird, in ein Modell für den US-Markt übernehmen“, sagte sie. „Wenn der Vorteil darin besteht, dass chinesische Fahrzeuge günstiger und damit zu niedrigeren Preisen angeboten werden können, wird dieser Preisunterschied deutlich geringer ausfallen.“

Unternehmen ändern ihre Strategie

Obwohl der direkte Zugang zum US-Markt weiterhin eingeschränkt ist, bauen chinesische Autohersteller ihre Aktivitäten in anderen Teilen Nordamerikas aus.
Ein Bericht von Benchmark Mineral Intelligence vom 4. März zeigt, dass chinesische Elektrofahrzeuge in den USA weniger als ein Prozent der Verkäufe ausmachen. In Mexiko stellt sich die Lage jedoch anders dar: Dort entfielen im vergangenen Jahr 89 Prozent der verkauften Elektroautos auf chinesische Hersteller.
Kyle Peacock, Geschäftsführer von Peacock Tariff Consulting, erklärte gegenüber der Epoch Times, dass Zölle direkte Importe zwar erschwerten, chinesische Unternehmen jedoch nicht zwangsläufig aufhielten. „Sie halten die Autos fern, nicht die Unternehmen“, sagte Peacock. „Die Unternehmen selbst ändern einfach ihre Strategie.“
Auf die Frage, ob Mexiko oder Kanada als Hintertür zum US-Markt dienen könnten, sagte Peacock: „Dasselbe Elektrofahrzeug aus Mexiko wird mit etwa 2,7 Prozent besteuert, aus Kanada hingegen mit null Prozent. Um jedoch von den niedrigen Zollsätzen des USMCA-Abkommens zu profitieren, müssen 75 Prozent der Fahrzeugkomponenten aus Nordamerika stammen. Batterien und Teile dürfen nicht nach China zurückverfolgt werden können.“
„Ein chinesischer Autohersteller kann also Mexiko oder Kanada nutzen, aber nur, wenn er tatsächlich den Großteil seiner Lieferkette dorthin verlagert“, so Peacock. „Das ist teuer und zeitaufwendig.“
Lauren Fix erklärte, Kanada könne potenziell als Drehscheibe für chinesische Autohersteller dienen. Sie warnte jedoch, dass der politische Druck aus Washington, D.C. wahrscheinlich zunehmen würde, sollten in China produzierte Fahrzeuge über kanadische Montagewerke in die USA gelangen.
Im Januar unterzeichneten Ottawa und Peking ein Abkommen, das die kanadischen Zölle auf eine begrenzte Zahl chinesischer Elektrofahrzeugimporte von 100 Prozent auf 6,1 Prozent senkte. Zugleich erlaubt Kanada die Einfuhr von bis zu 49.000 Fahrzeugen im ersten Jahr. In den kommenden fünf Jahren soll diese Quote schrittweise auf rund 70.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen.

Neue chinesische Marken als Gefahr für den US-Markt

Unabhängig davon haben die kanadischen Behörden am 1. März ein Genehmigungssystem eingeführt, das die Einfuhr von bis zu 24.500 in China hergestellten Elektrofahrzeugen zu einem niedrigeren Zollsatz bis einschließlich August ermöglicht. Die von Global Affairs Canada ausgestellten Genehmigungen sind 60 Tage gültig. Voraussetzung ist, dass die Importeure in Kanada ansässige Automobilhersteller oder autorisierte Vertreter sind und die geltenden Sicherheitsstandards einhalten.
Branchenanalysten warnen, dass chinesische Autohersteller den US-Markt erheblich verändern könnten, falls die Marktzugangsbarrieren sinken. „Wenn chinesische Autohersteller in den US-Markt eintreten, wird sich die Preisgestaltung über Nacht verändern“, sagte Lauren Fix. Sie fügte hinzu, dass chinesische Unternehmen die „Detroit Three“ – Ford Motor Company, General Motors und Stellantis – dazu zwingen könnten, entweder ihre Gewinnmargen zu senken oder ihre Effizienz und Innovationskraft zu steigern.
„Ein solcher Druck würde einen regelrechten technologischen Wettlauf auslösen. Er würde jedoch auch die amerikanische Fertigungsindustrie, Zulieferernetzwerke und gewerkschaftlich organisierte Arbeitsplätze gefährden. Genau deshalb werden die politischen Entscheidungsträger nicht tatenlos zusehen, wie die Profitabilität der Branche unter Druck gerät.“
Stephanie Brinley warnte zudem davor, chinesische Autohersteller als homogene Gruppe zu betrachten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der US-Markt drei oder vier neue chinesische Marken verkraften könnte“, sagte sie. „Der Markt ist gesättigt. Der Einstieg in den US-Markt ist nichts für schwache Nerven.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Chinese EV Makers Playing Long Game for US Market, Analysts Say“. (deutsche Bearbeitung: os) 
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US-Billigflieger Spirit trotz Rettungsversuch von Trump am Ende

Der US-Billigflieger Spirit Airlines ist trotz Rettungsversuchen der US-Regierung am Ende. Die geordnete Einstellung des Flugbetriebs habe begonnen, teilte die Fluggesellschaft mit. Alle Flüge seien gestrichen und der Kundenservice nicht länger verfügbar.
US-Präsident Trump hatte eine Lösung ins Gespräch gebracht, bei der der amerikanische Staat im Gegenzug für einen Rettungskredit Anteile an Spirit übernehmen sollte.
Laut Medien ging es um eine Finanzspritze von rund 500 Millionen US-Dollar, nach der die Regierung einen Anteil von bis zu 90 Prozent an Spirit hätte bekommen können. Berichten zufolge waren andere Geldgeber nicht mit den Konditionen einverstanden und die Gespräche wurden ergebnislos beendet.

Teures Kerosin

Seit August vergangenen Jahres war Spirit bereits im zweiten Insolvenzverfahren binnen weniger als zwölf Monaten. Ursprünglich wollte die Airline es im Sommer mit niedrigeren Schulden verlassen – was die stark gestiegenen Kerosinpreise torpedierten.
Der „plötzliche und anhaltende“ Anstieg habe keinen anderen Weg gelassen als den Betrieb einzustellen, betonte Spirit-Chef Dave Davis. Fluggesellschaften sichern sich gemeinhin gegen Risiken wie Preisschwankungen beim Kerosin ab, diese Instrumente kosten aber auch Geld.
Die Airline rief Passagiere mit Tickets für anstehende Flüge auf, nicht mehr zum Flughafen zu fahren. Passagiere sollen das Geld für ihre gebuchten Flüge zurückbekommen. Laut Medienberichten blieben an manchen US-Flughäfen am Freitag Passagiere sitzen, deren Flüge abgesagt wurden.
So zeigte der Sender „WWJ Newsradio 950“ rund 200 Fluggäste am Gate in Detroit, deren Flug nach Los Angeles ausfiel. Viele Passagiere, die am Wochenende fliegen wollten, mussten nach Alternativen suchen. Andere Airlines kündigten an, Spirit-Kunden unter die Arme greifen zu wollen. So bieten etwa United und Southwest Sondertarife für Leute mit Tickets für abgesagte Flüge von Spirit an.

Gescheiterte Übernahme

Die Krise bei Spirit gilt als hausgemacht. Der Chef des deutlich größeren Konkurrenten United Airlines, Scott Kirby, sagte etwa, das Problem liege im Geschäftsmodell – und die hohen Kerosinpreise hätten die Entwicklung nur beschleunigt.
Spirit sollte 2022 vom Rivalen JetBlue übernommen werden – Wettbewerbshüter der damaligen Regierung von Präsident Joe Biden zogen dagegen vor Gericht und ein Richter blockierte den Deal.
Die US-Regierung hatte zwar die Luftfahrt-Industrie in Krisenzeiten etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder in der Corona-Pandemie gestützt – ein Eingreifen zugunsten eines einzelnen Unternehmens wäre aber eine ungewöhnliche Aktion.
Trump hatte in seiner zweiten Amtszeit allerdings erhöhte Bereitschaft demonstriert, den Staat Anteile an Unternehmen im Gegenzug für Finanzhilfen übernehmen zu lassen. So bekam die US-Regierung einen Anteil von rund zehn Prozent am Chipriesen Intel als Ausgleich für bereits zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen. (dpa/red)