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Zwei Straßenbahnen stoßen frontal zusammen – zahlreiche Verletzte

Beim Zusammenstoß zweier Straßenbahnen in Düsseldorf sind am Samstag zahlreiche Menschen verletzt worden.
Die Bahnen kollidierten aus zunächst ungeklärter Ursache frontal an einer Kreuzung in der Düsseldorfer Innenstadt.
Der Rettungsdienst versorgte viele Verletzte: 28 von ihnen wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht, bei 28 weiteren versorgten Fahrgästen war keine weitere Behandlung in einer Klinik erforderlich.
Die Polizei nahm Ermittlungen zur Unfallursache auf. Feuerwehr und Rettungsdienste waren den Angaben zufolge rund zwei Stunden an der Unfallstelle im Einsatz. (afp/red)
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Nur Steine und Vögel: Studentin aus Halle gewinnt schwedische Insel

Sie ist rund 180 Meter lang, etwas mehr als 50 Meter breit, von Kormoranen besiedelt – und liegt an der Westküste von Schweden. Die kleine Insel Marsten wird nun ein Jahr lang von der Studentin Miriam Wiskemann aus Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt verwaltet.
Wie die schwedische Tourismusagentur bekanntgab, ist die 27-Jährige eine der Gewinnerinnen der internationalen Kampagne „Your Swedish Island“.
Schweden hat offiziell 267.570 Inseln – und damit so viele wie kein anderes Land auf der Welt. Fünf Inseln waren bei der Aktion im Angebot; für jeweils ein Jahr.
Es habe 2.242 Bewerbungen aus 100 Ländern gegeben, hieß es. Die anderen Gewinner kommen aus Kanada, den USA, den Niederlanden und der Schweiz.

Keine Unterkünfte auf der Insel – nur Steine und Vögel

„Es gibt keine besonderen Pflichten“, sagte die aus Düsseldorf stammende Miriam Wiskemann. Wichtig sei nur, dass schwedische Jedermannsrecht nicht einzuschränken, das besagt, dass andere Personen das Grundstück weiterhin besuchen oder durchqueren dürfen.
Die 27 Jahre Kunststudentin Miriam Wiskemann aus Halle (Saale) ist für ein Jahr Verwalterin einer schwedischen Insel.

Die 27 Jahre Kunststudentin Miriam Wiskemann aus Halle (Saale) ist für ein Jahr Verwalterin einer schwedischen Insel.

Foto: Privat/-/dpa

Ein Jahr auf der Insel bleiben muss Wiskemann nicht. Auf Marsten gibt es laut Gemeinde ohnehin keine Unterkünfte. Die Insel besteht nur aus Steinen und wurde in den 1990er Jahren von Kormoranen besiedelt.
Sie ist nur per Kajak oder SUP erreichbar und liegt rund sechs Kilometer vor der Westküste Schwedens in einem Schärengarten nahe einem Naturschutzgebiet.
Ende August oder Anfang September will Miriam Wiskemann zusammen mit einer Freundin „ihre“ Insel besuchen. „Der Hauptgewinn ist eigentlich die Reise dahin“, sagt sie.
Neben der Urkunde, die sie als Verwalterin der Insel auszeichnet, gibt es nach Angaben der Veranstalter einen Reisegutschein in Höhe von 20.000 Schwedischen Kronen (rund 1.800 Euro).

Mit einminütigem Instagram-Video zur Insel

Die 27-Jährige ist Illustratorin und studiert an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle (Saale). Den Aufenthalt wolle sie auch für ihre Bachelorarbeit nutzen, berichtete sie.
Vor allem die Natur inspiriere und begeistere sie in Schweden. Daher habe sie nach dem Abitur auch zunächst ein paar Semester Skandinavistik studiert und Schwedisch gelernt. Zuletzt habe sie ein Jahr in Stockholm gelebt.
Wiskemann hatte mit einem einminütigen Instagram-Video an dem Wettbewerb der schwedischen Behörden teilgenommen. (dpa/red)
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Ebola: Wenn Rebellen das Gesundheitswesen kontrollieren

Ein Ausbruch der hochgefährlichen Ebola-Infektionskrankheit würde das Gesundheitssystem in jedem Land vor enorme Herausforderungen stellen.
Bei dem aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo kommen zusätzliche Komplikationen hinzu: Das zweitgrößte afrikanische Land ist riesig – und in weiten Teilen davon ist das Straßennetz sehr dürftig.
Vor allem aber ist das vom Ebola-Ausbruch betroffene Gebiet von Unsicherheit, bewaffneten Rebellengruppen und einer großen Zahl von Binnenflüchtlingen geprägt. Das macht die Lage vor Ort schwierig.

Anhaltende Kämpfe im Ostkongo

Die östlichen Provinzen des Landes werden seit Jahrzehnten von schweren Kämpfen erschüttert. Der Einfluss der Regierung in der fernen Hauptstadt Kinshasa und der Regierungsarmee FARDC erreicht längst nicht alle Gebiete.
Mehr als 100 Milizengruppen sind im Land aktiv – von Warlords, die ihr Heimatdorf kontrollieren, bis hin zur Rebellengruppe M23: Diese hat große Teile der Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu einschließlich der Provinzhauptstädte Goma und Bukavu unter Kontrolle, treibt in den Gebieten Steuern ein und stellt eigene Bürgermeister.
Häufig finanzieren die Milizen ihren Kampf und Waffenkäufe durch den Abbau von Rohstoffen in der Region, die hohe Vorkommen seltener Mineralien und Metalle birgt.
Der jetzige Ebola-Ausbruch betrifft nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC Africa eine Bergbauregion, die durch dichte Besiedlung und hohe Mobilität geprägt ist.
Im Ostkongo leben bis zu vier Millionen Binnenflüchtlinge oft unter sehr beengten Verhältnissen. (Archivbild)

Im Ostkongo leben bis zu vier Millionen Binnenflüchtlinge oft unter sehr beengten Verhältnissen. (Archivbild)

Foto: Moses Sawasawa/AP/dpa

Hunderttausende Binnenflüchtlinge

Allein in der Provinz Ituri, die die Mehrzahl der Krankheitsfälle verzeichnet, leben nach UN-Angaben mehr als 920.000 Binnenflüchtlinge. Mehr als 100.000 Menschen mussten in den ersten drei Monaten des Landes vor wieder aufgeflammten Kämpfen flüchten.
Insgesamt gibt es im Ostkongo bis zu vier Millionen Binnenflüchtlinge, die oft unter sehr beengten Verhältnissen in provisorischen Lagern leben. Ein Ebola-Ausbruch in einem Flüchtlingslager wäre für Experten ein Schreckensszenario.
In Ituri gibt es vier bewaffnete Gruppen, darunter die islamistische Terrorgruppe ADF. Allein im vergangenen Monat wurden dort rund 70 Menschen bei Angriffen der Miliz Codeco getötet. Und während die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs anlief, überfiel die ADF christliche Dörfer und verübte dort Massaker.

Reise zu Gesundheitseinrichtungen kann lebensgefährlich sein

„Die Arbeit findet statt in einem Kontext, wo es ständig Gewalt gibt“, sagt der Berliner Epidemiologe Maximilian Gertler, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) schon mehrfach im Ebola-Einsatz war.
Das gilt aber nicht nur für Helfer, sondern auch für die Menschen vor Ort. „Das Verlassen des Dorfes oder die Reise zur nächsten Stadt mit einer medizinischen Einrichtung kann unter Umständen lebensgefährlich sein“, betont er – abgesehen davon, dass sich viele Menschen das nicht leisten könnten.
In viele abgelegene Orte kommen Helfer nur sehr schwer. Setzt erst die Regenzeit ein, verwandeln sich Straßen häufig in Schlammpisten.
Der Berliner Arzt Maximilian Gertler bei einem Ebola-Einsatz für Ärzte ohne Grenzen (Handout)

Der Berliner Arzt Maximilian Gertler bei einem Ebola-Einsatz für Ärzte ohne Grenzen (Handout)

Foto: Medecins sans Frontieres/dpa

„Ärzte ohne Grenzen verfügt über viele Angestellte in der Region, die wir zum Beispiel mit Motorrädern ausrüsten. Das ist oft eines der besten Mittel, um abgelegene Orte zu erreichen und dort auch neue Cluster aufzuspüren“, erläutert Gertler ein wichtiges Element der Epidemie-Bekämpfung. „Denn nur dort, wo die Übertragung auch entdeckt wird, kann man sie stoppen.“

Rebellen machen Gesundheitsmanagement

Eine besondere Lage besteht in den M23-Gebieten, wo die Rebellen zum Teil seit Jahren eigene Verwaltungsstrukturen haben und nun auch das Gesundheitswesen betreiben.
So gab es in Goma, der Provinzhauptstadt von Nord-Kivu, zwei Ebola-Fälle, ein weiterer Fall wurde in Süd-Kivu bestätigt. Der Sprecher der Miliz informierte in Kommuniqués und über soziale Medien über Fallzahlen.
Die Miliz M23 kontrolliert große Teile der Kivu-Provinzen im Ostkongo. (Archivbild)

Die Miliz M23 kontrolliert große Teile der Kivu-Provinzen im Ostkongo. (Archivbild)

Foto: Brian Inganga/AP/dpa

„Für den ersten Todesfall in Goma hat die M23 189 Kontakte erfasst“, sagt Ursula Langkamp, Leiterin des dortigen Büros der Welthungerhilfe. Allerdings wurde diese Zahl in Lageberichten der Regierung nicht genannt.
„Das wirft die Frage auf, ob die Zusammenarbeit zwischen der kongolesischen Regierung und den M23-Rebellen schon klappt“, meint Langkamp.
Offiziell reden Regierung und Rebellen nicht miteinander, und eine formelle Zusammenarbeit gibt es auch nicht bei Ebola. In einem Statement des politischen Arms der Miliz wurde jedoch betont, Leben und Gesundheit der Kongolesen müssten über allen politischen Gräben stehen.
Eine Epidemie kenne keine Verwaltungsgrenzen, Kampflinien und politischen Zugehörigkeiten, betonte Corneille Nangaa, Chef der Congo River Alliance, dem politischen Flügel der M23. Die Lage erfordere Verantwortung, Zusammenarbeit und Prävention.
Der kongolesische Gesundheitsminister Roger Kamba sagte in Kampala, es gebe zwar keine direkten Gespräche mit der M23, aber Gespräche über die Partner USA und Katar, die bereits als Vermittler in Gesprächen über eine Waffenruhe auftraten.
Wichtig sei eine einheitliche Reaktion auf Ebola, die in der gesamten Region umgesetzt werde, betonte er. Er bemühe sich daher um die Öffnung des Flughafens Goma und Zugang zu Süd-Kivu. (dpa/red)
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Nach Besuch in Grönland: US-Sondergesandter sieht Möglichkeiten, Fehler wieder gutzumachen

In Kürze:

  • US-Sondergesandter Landry hält die Wiederbelegung früherer Stützpunkte für nötig.
  • Während er von einem herzlichen Empfang spricht, gibt es aber auch andere Darstellungen.
  • Die USA bieten Ausbau des Gesundheitswesens an.
  • Gesundheitsministerin verweigert Treffen mit amerikanischem Arzt.

 
Der Gouverneur des US-Bundesstaats Louisiana, Jeff Landry, sagt, die Vereinigten Staaten hätten im Zusammenhang mit Grönland vor einigen Jahrzehnten einen großen Fehler begangen. „Unmittelbar nach dem Ende des Kalten Krieges haben die Vereinigten Staaten Grönland im Grunde im Stich gelassen, weil wir die Stützpunkte faktisch entvölkert haben“, sagte Landry, Sondergesandter von Präsident Donald Trump für Grönland, am 21. Mai gegenüber der Epoch Times. Zuvor war er von seinem ersten Besuch in dem autonomen dänischen Territorium zurückgekehrt.

Beziehungen zwischen Die USA und Grönland stärken

In einem exklusiven Interview berichtete Landry, er sei von den Grönländern überaus freundlich empfangen worden. Ein Treffen zwischen dem ihn begleitenden Arzt Dr. Joseph Griffin und der dortigen Gesundheitsministerin sei jedoch nicht zustande gekommen.
Landry skizzierte zudem mögliche Schritte zur Stärkung der Beziehungen zwischen Grönland und den USA vor dem Hintergrund von Trumps Bestreben, Grönland zu übernehmen. Schifffahrt, Flugverkehr sowie die Wiederbelegung einiger Stützpunkte zählen zu den Möglichkeiten, die er sieht.
„Kurzfristige Erfolge, die greifbare Ergebnisse liefern, könnten bereits in sechs bis acht Monaten erzielt werden“, erläuterte er.
Einst verfügten die Vereinigten Staaten über 17 Stützpunkte sowie weitere Einrichtungen. Mittlerweile beschränkt sich ihre Präsenz auf die weit im Norden gelegene Pituffik Space Base.
Landry erklärte, die massenhafte Schließung dieser Standorte habe zur Entvölkerung vieler kleiner grönländischer Dörfer geführt.
Nun, in einer neuen Ära des Großmachtwettbewerbs mit Russland und China, hätten sich die Dinge verändert. „Ich denke, dass wir nach dem Kalten Krieg das Gefühl hatten: ‚Oh, wir werden uns nie wieder Sorgen um jemanden machen müssen‘ – und doch stehen wir nun wieder genau hier“, sagte Landry.
Trump, so sagte er, habe die Chance, „die Fehler der Vergangenheit wiedergutzumachen“. „Es besteht kein Zweifel daran, dass der Präsident Grönland wieder auf die Weltkarte gesetzt hat“, fügte der Sondergesandte hinzu.

Der Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, spricht in einem exklusiven Interview mit der Epoch Times am 21. Mai 2026 in Washington.

Foto: Madalina Kilroy/The Epoch Times

76 Prozent lehnen Beitritt zu den USA ab

Bei seiner Ankunft in Nuuk, die Hauptstadt Grönlands, hätten ihn die Einheimischen willkommen geheißen, berichtet er. Doch ist das eine Einschätzung, die von einigen Medienberichten über seine Reise dorthin abweicht. Eine im Februar von der „Copenhagen Post“ veröffentlichte Umfrage ergab, dass 76 Prozent der Grönländer einen Beitritt zu den Vereinigten Staaten ablehnen.
Nach seinem Treffen mit Landry am 18. Mai erklärte der grönländische Premierminister Jens-Frederik Nielsen gegenüber Reportern: „Wir sind der Ansicht, dass wir Fortschritte machen. Wir konzentrieren uns von grönländischer Seite darauf, eine Lösung zu finden, die für uns alle gut ist. Vor allem geht es darum, dass es keine Drohungen hinsichtlich einer Annexion, Übernahme oder eines Kaufs Grönlands geben wird.“
Die Eröffnung eines neuen US-Konsulatsgebäudes in Nuuk am 21. Mai, an der Landry nicht teilnahm, stieß auf Proteste. Er habe mit Hunderten Menschen gesprochen, berichtete er. Dabei könne er sich „nur an drei Personen erinnern, die eine antiamerikanische Haltung vertraten“. Die Dänen, so merkte er zudem an, behandelten die Grönländer „ein wenig wie Bürger zweiter Klasse“.
Die meisten Grönländer hätten ihm gegenüber signalisiert, dass sie sich eine engere Beziehung zu den Vereinigten Staaten wünschten. Viele hätten dabei darum gebeten, dass die USA ihre Stützpunkte reaktivieren. „Ich glaube tatsächlich, dass sie sich ein Abkommen über eine freie Assoziierung wünschen würden“, sagte er. Dabei bezog sich Landry auf eine Art von Assoziierungsvertrag, den die Vereinigten Staaten mit mehreren Pazifikstaaten unterhalten, in denen sie militärisch präsent sind.
Während das Interesse der Vereinigten Staaten an Grönland wieder zunimmt, äußerte Landry die Ansicht, dass Nielsen und der grönländische Außenminister Múte B. Egede „bei Amerika an die Tür klopfen“. Die Frage sei nun: „Werden wir sie dieses Mal öffnen?“
Der Sondergesandte skizzierte einige der Schritte, die er nach eigenen Angaben dem Präsidenten sowie hochrangigen Vertretern des Außenministeriums vorlegen wolle.
Der Vollmond steht über der Stadt Nuuk in Grönland.

Der Vollmond steht über der Stadt Nuuk in Grönland.

Foto: Maria Semyonova/TASS via ZUMA Press/dpa

Entscheidungen für eine dauerhafte Veränderung

„Ich bin überzeugt, dass wir nach Wegen suchen sollten, die Bildungschancen zu stärken und den Zugang für Grönländer zu den Vereinigten Staaten zu erleichtern. Es sollte auch Zusagen hinsichtlich des Flugverkehrs zwischen beiden Seiten geben. Eine direkte Schifffahrtsroute zwischen Grönland und den Vereinigten Staaten könnten wir einrichten, die Stützpunkte wieder besetzen“, zählte er auf.
Die Kontinuität in der Grönlandpolitik nach der Ära der Trump-Regierung könne durch Ansätze gewährleistet werden, die „die militärische Komponente mit einer wirtschaftlichen, einer bildungspolitischen sowie einer gesundheitspolitischen Komponente verknüpfen“.
Diese Entscheidungen sollten für eine dauerhafte Veränderung sorgen. Auch seien die Grönländer an der Gewinnung Seltener Erden und Edelmetalle interessiert. US-Energieminister Chris Wright wies auf die logistischen Herausforderungen hin, die mit einem Abbau an einem derart kalten und abgelegenen Ort verbunden sind. „Es gibt sicher weitaus attraktivere Orte für den Abbau Seltener Erden“, sagte Wright auf einer Konferenz im Februar in Frankreich.
Landry schlug einen optimistischeren Ton an. „Wollen wir zulassen, dass uns ein raues Klima daran hindert, das zu beschaffen, was wir benötigen, um unsere Wirtschaft zu fördern?“, sagte er. Zudem brachte er eine Art Verbundenheit mit den grönländischen Inuit zum Ausdruck, indem er seine eigene Cajun-Kultur mit deren Lebensweise verglich. „Hier haben wir ein Volk, das seine eigene Sprache besitzt, das vom Land lebt und seinen Lebensunterhalt durch Jagd und Fischfang bestreitet. Sie versuchen dort, eine Kultur zu bewahren, die absolut einzigartig ist“, sagte er über die Grönländer. Dies sei mit der Geschichte der Cajun-Kultur vergleichbar.

Grönlands Gesundheitsministerin übt Kritik

Während des Krieges zwischen Briten und Franzosen und den Auseinandersetzungen mit den Indianern Mitte des 18. Jahrhunderts hätten die Briten die Cajuns gewaltsam aus der historischen Region Akadien vertrieben. Viele von ihnen gelangten schließlich nach Louisiana, das damals zum spanischen Weltreich gehörte.
Während Landry einige Vertreter von Behörden traf, kam ein erhofftes Treffen zwischen Dr. Joseph Griffin mit dem grönländischen Gesundheitsminister nicht zustande. Der Gefäßchirurg aus Louisiana, der freiwillig mitreiste, konnte nichts über die Gründe sagen. Eine Zusammenkunft sei aber zuvor über das US-Außenministerium und dessen Kontakte zum grönländischen Gesundheitsministerium vereinbart worden.
„Ich weiß offen gesagt nicht, was wir sonst noch hätten tun können“, sagte er im Gespräch mit Epoch Times. Anna Wangenheim, Grönlands Gesundheitsministerin, verurteilte Griffins Besuch in einer Stellungnahme gegenüber den Medien. „Eine Gesellschaft mit großen Entfernungen, einem chronischen Mangel an medizinischem Fachpersonal und einer demografischen Entwicklung, die das System unter Druck setzt, macht uns verwundbar. Und genau deshalb ist es zutiefst problematisch, wenn Personen mit der politischen Mission, Grönland zu einem Teil der Vereinigten Staaten zu machen, einen sogenannten freiwilligen Arzt nach Nuuk entsenden, um ‚unseren Bedarf zu ermitteln‘“, sagte sie.
Griffin sagte hingegen, dass die Grönländer sehr daran interessiert seien, ihre gesundheitlichen Anliegen mit ihm zu teilen. „Ihr nationales Krankenhaus bietet eine grundlegende bis überdurchschnittliche Versorgung“, erläutert er. Für hoch spezialisierte Leistungen wie Dialyse, Herzkatheteruntersuchungen und zahlreiche andere Eingriffe erforderten jedoch Reisen nach Island oder Dänemark. Die USA könnten das bestehende Angebot ergänzen und/oder ausbauen, fuhr Griffin fort.

Von traditionellen Praktiken lernen

Begeistert war der Arzt vom Klima in Nuuk und schwärmte von der frischen Luft und der „gesunden Umgebung“. Er habe zudem von den Grönländern etwas über ihre traditionellen Praktiken lernen wollen, unter anderem darüber, wie sie sich den niedrigen Temperaturen aussetzen. Kälte rege beim Menschen braunes Fett an, das dann Wärme produziere und den Stoffwechsel fördere.
„Das ist eine sehr, sehr gesunde Sache“, sagte der Gefäßchirurg. Griffin merkte an, dass die Gletscher des Landes Wasser mit einem geringen Deuteriumgehalt –  einem Isotop des Wasserstoffs – führen. Wissenschaftler untersuchen derzeit den potenziellen Nutzen dieses Wassers bei der Bekämpfung von Krebs, Diabetes und anderen Krankheiten. Ein Grönländer habe ihm erzählt, dass er als Kind abgekochtes Gletscherwasser getrunken habe, wenn er krank war. „Die Menschen wurden wieder gesund, verstanden aber nicht, warum“, so Griffin.
Abschließend betonte er, sein Besuch sei als gegenseitiger Lernprozess gedacht gewesen. Keineswegs habe es sich um den Versuch gehandelt, das grönländische Gesundheitssystem zu übernehmen. „Das grönländische Gesundheitswesen muss uns entgegenkommen, damit wir die arktische Medizin verstehen können“, sagte der Arzt.
 
 
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Bahn: Brand sorgt auf Strecke Berlin-Leipzig für Probleme

Wegen eines Böschungsbrandes kommt es zu Einschränkungen auf der Bahnstrecke Berlin-Leipzig. In Brandenburg sei die Strecke zwischen Jüterbog und Ludwigsfelde wegen des Feuers derzeit gesperrt, teilte die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit.
Ein ICE nach Hamburg musste in Trebbin südlich von Berlin halten und nach Leipzig zurückfahren, wie eine Sprecherin sagte.
Züge im Fernverkehr werden laut Bahn umgeleitet. Es könne vereinzelt zu Zug- oder Halteausfällen kommen, teilte die Bahnsprecherin mit. Betroffen seien folgende Verbindungen im Fernverkehr:
  • ICE-Züge zwischen Berlin und Halle(S)/Leipzig
  • ICE-Sprinter zwischen Berlin und Erfurt
  • einzelne IC-Züge zwischen Berlin und Riesa/Dresden.

„Die Löscharbeiten sind im Gange“

Die Feuerwehr ist seit dem Nachmittag im Großeinsatz. Der Brand ist nach Angaben der Bahn auf eine heiß gelaufene Achse eines Güterzugs zurückzuführen.
„Die Löscharbeiten sind im Gange. Jedoch können wir derzeit weder den Zeitbedarf für die Löscharbeiten noch die Schäden durch Brandeinwirkung abschätzen“, teilte die Bahnsprecherin mit. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Reisenden.“
Ein Sprecher der Regionalleitstelle der Feuerwehr sagte, die Feuerwehr sei zwischen Thyrow und Trebbin mit 65 Kräften im Einsatz.
Es seien Flammen zu sehen und es qualme sehr stark. Oberste Priorität habe für die Feuerwehr, dass sich der Brand nicht in den Wald bei Trebbin ausbreite. Wo der Brand genau ausbrach, konnte die Regionalleitstelle nicht sagen. (dpa/red)
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Korruptionsverdacht: Zehntausende fordern Rücktritt von Spaniens Regierungschef

Wegen Korruptionsverdachts in seinem Umfeld haben zehntausende Demonstranten in Madrid den Rücktritt des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez gefordert.
Die Demonstranten marschierten am Samstag mit spanischen Flaggen und Bannern wie „Korruption hat ihren Preis. Schluss mit der Straflosigkeit. Rücktritt und Wahlen jetzt!“ durch die Straßen der Hauptstadt.
Zu dem Protest aufgerufen hatte ein Bündnis von mehr als 150 Organisationen. Die Organisatoren gaben die Zahl der Teilnehmer mit 120.000 an, ein Behördenvertreter sprach von 40.000 Demonstranten.

Vox-Parteichef: „Spanien wird von einer korrupten Mafia als Geisel gehalten“

Nach dem Abschluss des Protestmarsches versuchten einige Demonstranten, bis zur offiziellen Residenz des Regierungschefs  vorzudringen, wie Fernsehbilder zeigten. Sie wurden jedoch von Bereitschaftspolizisten zurückgedrängt. Drei Menschen wurden festgenommen, sieben Polizisten wurden nach Behördenangaben leicht verletzt.
Unterstützt wurde der Protest von der konservativen Volkspartei PP und der Vox-Partei.
„In Pedro Sánchez‘ Kreis ist niemand mehr übrig, dem nicht sehr schwere Straftaten vorgeworfen werden. Spanien wird von einer korrupten Mafia als Geisel gehalten“, sagte Vox-Parteichef Santiago Abascal vor Beginn des Demonstrationszugs vor Reportern.
Der Sozialist Sánchez war 2018 nach einem Misstrauensvotum gegen die von einem Korruptionsskandal erschütterte konservative PP an die Macht gekommen.

Verkehrsminister wartet auf sein Urteil in Korruptionsprozess

Sein früherer enger Vertrauter und Verkehrsminister José Luis Ábalos musste sich in den vergangenen Wochen in einem Korruptionsprozess verantworten, das Urteil steht noch aus.
Auch gegen den früheren sozialistischen Ministerpräsidenten und Sánchez-Verbündeten José Luis Rodriguez Zapatero wurden vor wenigen Tagen Ermittlungen wegen Vorteilsgewährung aufgenommen.
Sánchez‘ Bruder David ist wegen Vorteilsgewährung angeklagt. Auch gegen Sánchez‘ Frau Begoña Gomez wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Der Regierungschef weist die Vorwürfe gegen seine Angehörigen als politisch motiviert zurück. (afp/red)
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Uber will Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero übernehmen

Der US-Fahrdienstleister Uber ist an einer Komplettübernahme des Essenslieferdienstes Delivery Hero interessiert. Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte ein Interesse durch den US-Konzern, der bereits ein Fünftel der Anteile hält und Zugriff auf weitere Aktien hat. Uber sei mit einem Angebot von 33 Euro pro Aktie auf die Gesellschaft zugekommen, teilte Delivery Hero am Samstag in Berlin mit. Das wäre weniger als das Papier am Freitag gekostet hatte.
Der Kurs der Delivery-Hero-Anteile zog in den vergangenen Tagen unter anderem wegen der Spekulation über eine mögliche Offerte durch Uber kräftig an. In den vergangenen zwei Wochen verteuerten sich die Anteile um fast 70 Prozent auf 33,59 Euro am Ende des Xetra-Handels am späten Freitagnachmittag. Nachbörslich legte der Kurs auf der Handelsplattform Tradegate auf 35,50 Euro zu. Das Unternehmen kommt damit auf einen Börsenwert von etwas mehr als zehn Milliarden Euro.
Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Das Unternehmen zählt allerdings wegen der starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zu den weltweit größten Essenslieferdiensten. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst – unter anderem auch in vielen Städten Deutschlands.
Am Montag hatte Delivery Hero mitgeteilt, Uber halte nun 19,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals von Delivery Hero, sowie weitere 5,6 Prozent in Form von Optionen. Zuletzt hatte Uber seine Beteiligung schon von gut 7 Prozent auf fast 18 Prozent aufgestockt. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus hatte sich im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway (Lieferando) dazu bereit erklärt, ihre Beteiligung an Delivery Hero zu reduzieren.
Uber spreche nun auch andere Anteilseigner an, hatte es in einem Bloomberg-Bericht vom Freitagabend unter Berufung auf Finanzkreise geheißen. Aktuell halten die Niederländer demnach noch etwa 16,8 Prozent, gefolgt von Aspex Management mit 14,4 Prozent. Die US-Bank Morgan Stanley, die den Kreisen zufolge Uber beim schnellen Ausbau ihres Anteils mittels Derivaten geholfen hat, verfügt einer Pflichtmitteilung vom Freitag zufolge vor allem indirekt durch Finanzinstrumente über 30 Prozent. (dpa/red)
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Walforscher: Timmy könnte explodieren – Backhaus verteidigt Rettung von Buckelwal

Bei dem an der dänischen Küste liegenden toten Buckelwal besteht einem Experten zufolge inzwischen eine hohe Explosionsgefahr. „Der Druck im Innern baut sich immer weiter auf, und irgendwann könnte das Tier mit einem großen Knall in die Luft fliegen“, sagt der Walforscher Fabian Ritter der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Eine solche Situation ist schon fast abzusehen.“
Derartige Fälle seien bereits wiederholt dokumentiert worden – etwa als vor mehreren Jahren in Taiwan ein Pottwal beim Transport zur Obduktion in einer Stadt explodiert sei. „In diesem Regen aus Blut, Partikeln und Fäulnisgasen möchte man nicht gestanden haben“, so Ritter.

Timmys Kehlsack ist ballonartig aufgebläht

Abwenden ließe sich eine solche Explosionsgefahr, wenn man den aufgeblähten Kadaver gezielt punktieren oder aufschneiden würde, meint der Meeresbiologe. Allerdings hätte ein solcher Eingriff früh erfolgen sollen, jetzt wäre er bereits riskant. Und wegen der dicken Haut und der darunterliegenden Speckschicht bräuchte man dazu gewöhnlich eine Lanze oder ein großes scharfes Messer.
Bilder von dem als Timmy bekannten Buckelwal zeigten jedoch, dass hier vor allem der Kehlsack ballonartig aufgebläht sei. Dessen Haut sei wie bei einer Ziehharmonika gefaltet und extrem elastisch und könne sich aufdehnen wie ein Ballon. „Das wäre wahrscheinlich die beste Stelle für einen gezielten Schnitt. Aber auch der wäre nicht ganz ungefährlich.“
Möglicherweise, so Ritter, könnte sich die Lage auch ganz unspektakulär entspannen: In dem Gewebe könnte sich ein natürlicher Riss bilden, so dass die Gase ohne Explosion entweichen könnten.

Backhaus verteidigt Rettungsaktion

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die umstrittene Rettungsaktion für den gestrandeten und inzwischen gestorbenen Buckelwal verteidigt und mit einer persönlichen Bindung begründet. „Ich habe verantwortungsbewusst gehandelt“, sagte er dem „Stern“ laut Meldung vom Samstag. „Was wir in Deutschland versucht haben, war einmalig: einen jungen Wal zu retten, ihm seine Freiheit zu schenken.“
Er habe eine „emotionale Bindung zu dem Wal“ gehabt, sagte Backhaus, er sei mehrfach bei ihm gewesen und habe ihm in die Augen geschaut. „Er hatte Hilfe verdient. Er hatte sein Leben noch vor sich.“ Zugleich habe er sich verantwortlich gefühlt, sagte der Minister: „Gucken Sie mal nach Schleswig-Holstein. Wer von der Regierung war denn da wie oft vor Ort? Wir als Landesregierung haben uns gekümmert. Ich habe mich gekümmert.“
Es ist das Ende einer langen Geschichte: Wal «Timmy» ist tot, wie die Behörden nun mitgeteilt haben.

Es ist das Ende einer langen Geschichte: Wal «Timmy» ist tot, wie die Behörden nun mitgeteilt haben.

Foto: Marcus Golejewski/dpa

Gutachter kritisierten die Rettung

Der als Timmy weltweit bekannt gewordene Wal war wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und mehrfach gestrandet. Nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen gab Backhaus Mitte April grünes Licht für den Rettungsversuch einer Privatinitiative. Das Tier wurde in die Nordsee und schließlich ins offene Meer gebracht. Mitte Mai wurde das Tier dann tot vor Dänemark entdeckt.
Das Verfahren war im Vorfeld kritisiert worden, unter anderem von Gutachtern, die Backhaus zuvor beauftragt hatte. Er sagte dem „Stern“, die Gutachter hätten den Wal letztmalig vor Ostern gesehen, danach habe sich die Lage geändert. „Die Wissenschaft kann sich im Übrigen auch irren. So wurde gesagt, der Wal könnte in fünf Tagen sterben, vielleicht auch in 21.“ Letztlich habe er viel länger gelebt. (afp/red)
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Zwei Safari-Touristen in Südafrika getötet

In Südafrikas berühmtem Krüger-Nationalpark sind zwei Safari-Touristen umgebracht worden. Die Leichen eines 71-jährigen Mannes und einer Frau, deren Identität noch ermittelt werde, wurden am Freitag mit schweren Verletzungen am Oberkörper im Norden des Parks gefunden, wie die Polizei der Provinz Limpopo mitteilte. Beide seien südafrikanische Staatsbürger, teilte die Nationalparkbehörde der Deutschen Presse-Agentur mit.
Die zwei Besucher waren den Angaben nach seit Sonntag im Nationalpark und zuletzt am Mittwoch am Pafuri-Picknickplatz im äußersten Norden des Parks gesehen worden. Dort grenzt der Park an die Nachbarländer Mosambik und Simbabwe. Als das Paar nicht zurückkam, habe eine Suche begonnen. Andere Touristen entdeckten die Leichen am Freitagnachmittag an einem nahegelegenen Flussufer.

Ermittlungen wegen Mordes und Entführung

„Erste Ermittlungen ergaben, dass der männliche Verstorbene Stichwunden am Oberkörper aufwies, während die weibliche Verstorbene ebenfalls schwere Verletzungen am Oberkörper erlitten hatte, die mutmaßlich mit einem scharfen Gegenstand zugefügt worden waren“, teilte die Polizei mit.
Das Fahrzeug der beiden werde vermisst. Die Umstände des Vorfalls seien noch unklar und die Polizei habe zwei Ermittlungsverfahren wegen Mordes und Entführung eingeleitet.
Die südafrikanische Nationalparkbehörde äußerte in einer Mitteilung Schock und Bestürzung. Es sei der erste Vorfall dieser Art in der Geschichte des Nationalparks, teilte Forstminister Willie Aucamp dort mit. Die Angehörigen seien informiert und würden bei der Anreise und der Rückführung der Leichen unterstützt.

2022 wurde ein deutscher Tourist in der Nähe des Parks getötet

Die Sicherheitslage um den Nationalpark mit Hunderttausenden Besuchern im Jahr hatte bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt, nachdem 2022 ein deutscher Urlauber auf dem Weg zu einem Safari-Urlaub bei einem Überfall in der Nähe des Parks erschossen worden war.
Der Mann aus Hessen, seine Frau und zwei weitere Deutsche waren unterwegs zu einer Lodge im Nationalpark. Kurz vor dem Parkeingang im Süden des Parks kam es zu einem Überfall. Die Urlauber sollten aus ihrem Fahrzeug aussteigen, weigerten sich aber und verriegelten stattdessen die Fahrzeugtüren. Schüsse fielen, der 67-Jährige aus Fulda wurde tödlich getroffen.
Ein 38-Jähriger wurde wegen Mordes an dem Mann aus Hessen verurteilt. Südafrika, das zu den beliebtesten Touristenzielen in Afrika gehört, verzeichnet eine hohe Rate an Gewaltverbrechen. 2024 registrierte Südafrikas Polizei 26.232 vorsätzliche Tötungen in dem Land mit rund 65 Millionen Einwohnern – etwa 72 pro Tag. (dpa/red)
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Wenn Hass das Denken übernimmt: Ein Blick ins Gehirn

Wenn man jemanden sieht, den man hasst, reagiert das Gehirn mit einem besonderen neuronalen Muster.
Hass erhöht die Aktivität in Regionen, die für Aggression und strategisches Bewerten zuständig sind, während Empathie gleichzeitig gedämpft wird.
Es wirkt, als würde sich das Gehirn auf Konfrontation vorbereiten. Je stärker der Hass, desto intensiver diese Signale.
„Auch wenn jeder Mensch solche Gefühle vielleicht kennt, widerspricht chronischer Hass unserem innersten Kern“, sagte der Therapeut Steven Stosny, Gründer von Compassion Power, gegenüber The Epoch Times. „Wenn Hass chronisch wird, verlieren wir unsere Menschlichkeit.“

Die Neurowissenschaft des Hasses

Der „Hass-Schalter“ des Gehirns priorisiert aggressives Verhalten und negative Urteile.
Hass deaktiviert laut einer Studie selektiv den rechten superioren frontalen Gyrus – den Bereich, der an der Regulierung impulsiver Reaktionen und dem Verstehen der Gefühle anderer beteiligt ist.
Diese sehr begrenzte Deaktivierung im Gehirn des Hassenden unterbricht die neuronalen „Bremsen“, die aggressive Impulse im Zaum halten, was den Hassenden irrational macht und ihn auf das Ziel fixiert.
Mitchell Landers, Postdoktorand am Institut für Psychologie der University of California, sagte gegenüber The Epoch Times, dass sowohl Liebe als auch Hass eine intensive Bewertung der anderen Person beinhalten, jedoch in entgegengesetzte Richtungen.
Sowohl Liebende als auch Hassende erleben unter intensiven Emotionen eine vorübergehende Beeinträchtigung ihres Urteilsvermögens, was Verhaltensweisen wie „Liebende, die Fehler übersehen, und Hassende, die sie erfinden“ erklärt, so Landers.

Der „Hass-Schalter“ des Gehirns verstärkt Aggression und dämpft Empathie sowie Impulskontrolle.

Foto: Vadym Plysiuk/iStock

Hass aktiviert mehrere Regionen in den äußeren und inneren Schichten des Gehirns – insbesondere das Putamen und die Insula.
Das Putamen bereitet einen auf das Handeln vor, und die Insula fungiert als Sensor. Wenn diese Regionen vom Hass vereinnahmt werden, können sie Vorgehen, wie Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, fördern.
Hass verstärkt sich selbst. Je mehr man hasst, desto mehr ist das Gehirn darauf programmiert, zu hassen – es ist wie ein schwach dosiertes Gift, das still und leise das Einfühlungsvermögen untergräbt.

Wie Hass den Hasser vergiftet

Hass kann die Empathie-Schaltkreise des Gehirns ausschalten. Eine Studie ergab, dass Teilnehmer, die Hassreden über Minderheitengruppen ausgesetzt waren, weniger Einfühlungsvermögen nicht nur für das Leiden der Minderheitengruppe, sondern auch für das anderer Menschen entwickelten, was zeigt, dass sich Hass ausbreiten kann. Das führt mit der Zeit zum Verschwinden des Mitgefühls.
Die bloße Existenz der gehassten Person sei das Kernproblem des Hassenden, sagte Landers.
„Wenn man jemandem einen negativen Assoziationswert zugeschrieben hat – dass sein Wohlergehen im Widerspruch zu deinem steht –, ist es nur logisch, dass die Sorge um sein Leiden nachlässt.“
Eine Person ist dann nicht nur unfähig, sich in den Schmerz einer anderen Person hineinzuversetzen, sondern wird gefühllos oder empfindet sogar ein gutes Gefühl dabei, sagte er.
Die enge Verbindung von Hass mit Aggression und Feindseligkeit setzt den Hassenden langfristig dem Risiko psychischer und physischer Gesundheitsprobleme aus.
Menschen, die über lange Zeit feindselig sind, sind laut einer Untersuchung mit über 3.000 Teilnehmern stärker gestresst und anfälliger für Depressionen.
Körperlich lösen hassgetriebene Verhaltensweisen wie Wut und Aggression die Ausschüttung von Stresshormonen aus, die das Immunsystem beeinträchtigen und Entzündungen fördern.
Ein dauerhaft erhöhter Spiegel an Stresshormonen unterdrückt laut Studien die Aktivität der natürlichen Killerzellen, was die Fähigkeit einer Person beeinträchtigt, Infektionen oder Krebs, zu bekämpfen.
Die mit Wut und Aggression verbundene Stressreaktion beeinträchtigt auch die Fähigkeit der Blutgefäße, sich richtig zu entspannen, was aber für eine gute Durchblutung entscheidend ist. Diese Störung ist eine der Hauptursachen für Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Eine im Journal of the „American College of Cardiology“ veröffentlichte Metaanalyse zeigt einen Zusammenhang zwischen Wut, Feindseligkeit und schlechterer Herzgesundheit.
Bei gesunden Menschen erhöhen diese Emotionen das Risiko für koronare Herzkrankheiten um 19 Prozent. Bei bereits erkrankten Patientinnen und Patienten steigt die Wahrscheinlichkeit für eine schlechte Prognose um 24 Prozent.

Woher kommt Hass?

Hass hat oft seine Wurzeln in ungelöster Wut.
Eine weitere Studie von Landers und Kollegen aus dem Jahr 2025 beleuchtet, wie der Übergang von Wut zu Hass stattfindet.
Wut ist „ein Verhandlungsmechanismus“, so die Einschätzung von Landers. Man ist wütend, wenn man davon ausgeht, dass die Beziehung es wert ist, gerettet zu werden.
Wenn jemandem die Beziehung nicht so wichtig zu sein scheint, wie man es für richtig hält, versucht die Wut durch Druck, andere dazu zu bewegen, ihre Art, einen zu behandeln und zu schätzen, zu ändern.
„Deshalb wollen wütende Menschen reden, wollen Erklärungen, wollen Entschuldigungen“, sagte er.
Wenn Wut wiederholt daran scheitert, die Beziehung zu reparieren, beginnt sie, sich in Hass zu verwandeln.
Hass geht davon aus, dass die Beziehung nicht rettenswert ist, und versucht daher, genau diese Person zu neutralisieren. Aus der Sicht des Hassenden verschlechtert die bloße Existenz der gehassten Person das Leben des Hassenden.
„Kein noch so langes Reden wird die Tatsache ändern, dass es einen romantischen Rivalen gibt, dass ein Konkurrent deine Beförderung bekommen hat oder dass die Anwesenheit einer Person in deiner Gemeinschaft deine Interessen grundlegend bedroht“, sagte Landers.
Hass verschwindet erst, wenn das Zielobjekt ausreichend distanziert oder entmachtet ist, sagte er. Die Herausforderung besteht darin, dass das Erreichen dieser Ergebnisse oft mit Gewalt oder Aggression verbunden ist.
Die aggressiven, feindseligen Handlungen, zu denen der Hass einen treibt, verstärken letztendlich das Gefühl des Hasses, sagte Landers.
Diese sich selbst verstärkende Eigenschaft schafft eine Hassfalle.
Hass entspringt oft aus Hilflosigkeit, sagte Jessica Russo, eine zugelassene klinische Psychologin, gegenüber The Epoch Times.
Wenn man jemanden als Bedrohung wahrnimmt, entsteht ein unbewusstes Gefühl von Schwäche und Hilflosigkeit. Um der Bedrohung entgegenzuwirken, nutzen Menschen möglicherweise einen „Schild aus Hass“, um sich zu schützen.
„Hass ist eine sehr intensive Art von Schutzschild“, so die Ansicht von Russo, „doch indem man Hass nutzt, um sich zu schützen, macht man sich letztlich selbst noch verletzlicher.“
„Wir müssen der Sache auf den Grund gehen, was dahintersteckt, wovor sie sich zu schützen versuchen“, sagte sie.
Russo glaubt, dass Mitgefühl den Schutzschild des Hasses aufbrechen kann, indem es Hoffnung wiederherstellt und die dunklen Gedanken vertreibt. Das Gegenmittel besteht darin, genau das wieder aufzubauen, was der Hass zerstört.

Ein Heilmittel gegen Hass

Menschen besitzen einen Grundwert: ein instinktives Selbstwertgefühl, das in dem Glauben verwurzelt ist, dass jeder Mensch „ein Kind Gottes“ ist. Aus diesem Glauben heraus zu handeln, vermenschlicht das Selbst und andere, während Hass beide entmenschlicht, schrieb Stosny in seinem Buch „Manual of the Core Value Workshop“.
Um Hass zu beseitigen, muss man daher sein Gegenteil kultivieren: Mitgefühl.
„Mitgefühl und Hass sind unvereinbar; je mehr wir das eine tun, desto weniger sind wir in der Lage, das andere zu tun“, sagte Stosny.
Mitgefühl ist ein sehr weit gefasster Begriff, und jeder hat sein eigenes Verständnis davon.
Im Allgemeinen geht es jedoch darum, anzuerkennen, dass Menschen unvollkommen sind und leiden – man selbst und andere eingeschlossen –, was es einem ermöglicht, jeden zu verstehen und ihm Mitgefühl entgegenzubringen.
Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Mitgefühl bedeutet, schlechtes Verhalten zu entschuldigen, sagte Stosny.
Bei Mitgefühl geht es jedoch nicht darum, Verhalten zu verzeihen, sondern darum, die Nöte zu verstehen, die andere dazu bringen, sich schlecht zu verhalten.
„Mitgefühl mildert schlechtes Verhalten, toleriert oder entschuldigt es jedoch niemals – denn Verhalten, das gegen menschliche Werte verstößt, ist selbstzerstörerisch“, sagte er.
Mitgefühl beginnt bei einem selbst – und Mitgefühl für sich selbst und andere geht Hand in Hand.
Wenn jemand es versäumt, Selbstmitgefühl zu praktizieren, indem er seine eigenen emotionalen Verletzungen nicht versteht und heilt, verwandelt sich dieses Unbehagen in Groll und Wut, so Stosny, und die Person beginnt, andere für ihren Schmerz verantwortlich zu machen.
Um unverarbeitete Wut oder Groll aufzufangen, bevor sie zu Hass erstarren, empfiehlt Stosny, auf frühe Warnzeichen zu achten:
  • Unverträglichkeit gegenüber Verletzungen oder emotionalem Unbehagen
  • Bewältigung des inneren Unbehagens, indem man anderen die Schuld gibt
  • Unfähigkeit, andere Perspektiven zu erkennen
Es ist entscheidend, den Hasskreislauf zu durchbrechen – das Gehirn aus einem Zustand der Bedrohung oder Ohnmacht herauszuholen, sagte Russo. Sie empfiehlt, sich zunächst vorzustellen, Mitgefühl für das zu empfinden, was einen bedroht oder beunruhigt.
Dann versuche man, die ungesunde Perspektive aufzubrechen, die den Hass schürt. Man fragt sich selbst: „Okay, wenn ich Hass empfinde, bedeutet das, dass ich mich bedroht fühle. Wovor habe ich solche Angst?“
Grundsätzlich entspringe Hass einer „Ich bin das Opfer“-Mentalität, sagte der Sozialpsychologe Yashpal Jogdand gegenüber The Epoch Times.
Wer glaube, ausschließlich selbst das Opfer zu sein, neige dazu, stärkeren Hass auszudrücken, sagte er. Es sei daher wichtig, zu erkennen, dass „beide Seiten gelitten haben“, um so den Kreislauf der Schuldzuweisungen zu durchbrechen und die Menschen zu Empathie zu führen.
Wenn wir den anderen als Teil von uns selbst annehmen, „beginnen wir, unsere gemeinsame Menschlichkeit in allen um uns herum zu sehen.“

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „What Your Brain Looks Like When You Hate Someone“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Voynich-Manuskript: Ein Blick in das geheimnisvollste Buch der Welt


In Kürze:

  • 1912 erwarb der Antiquar Wilfrid M. Voynich ein namenloses Buch, das heute weltweit als Voynich-Manuskript bekannt ist.
  • Das Werk fasziniert durch seinen unlesbaren Inhalt und einzigartige Zeichnungen, die für die heutige Welt fremd erscheinen.
  • Seit über 400 Jahren versuchten zahlreiche Forscher und Laien, den Inhalt des Buches zu entziffern. Bis heute erfolglos.

 
Auf den ersten Blick wirkt das Buch langweilig, alt und staubig. Es hat keinen kunstvoll mit Gold oder Edelsteinen verzierten Einband und auch keinen Titel, der mehr über den Inhalt verrät. Und doch gilt das Voynich-Manuskript als das geheimnisvollste Buch der Welt. Seit seiner Wiederentdeckung im Jahr 1912 versetzt es die Menschen erneut ins Staunen.
Der Autor des Werkes: unbekannt. Der Originaleinband und somit der mögliche Titel des Buches: entfernt. Sinn und Zweck des Buches: fraglich. Und die Schrift, in der der Inhalt verfasst ist: nie entziffert.
Eine Spurensuche à la Sherlock Holmes führt von den USA über die Ewige Stadt in Italien und Prag, die Stadt der hundert Türme in Tschechien, bis in die Alpen. Je tiefer man in der Vergangenheit gräbt, desto mehr Hinweise, aber auch Fragen, tauchen auf.
Das Voynich-Manuskript von außen

Von außen wirkt das Voynich-Manuskript im Vergleich zu anderen mittelalterlichen Büchern einfach und langweilig.

Die Wiederentdeckung 1912

Das Voynich-Manuskript ist ein Werk, das es in dieser Art nur einmal auf der Welt zu geben scheint. Derzeit wird es in der Beinecke Rare Book and Manuscript Library der US-amerikanischen Universität Yale verwahrt – zusammen mit weiteren extrem seltenen Büchern.
Die Besitzer des Buches beschreiben das Werk auf ihrer Bibliothekswebsite als „wissenschaftlicher oder magischer Text in einer nicht identifizierbaren Sprache, Geheimsprache, anscheinend basierend auf römischen Kleinbuchstaben.“ Weiter heißt es: „Wissenschaftler gehen davon aus, dass es ein Werk von Roger Bacon sein könnte.“
Diese Vermutung wurde 1921 von dem Buchhändler Wilfrid Michael Voynich (1865–1930) geäußert. Er sprach bei einem Philosophentreffen in Philadelphia, USA, über seine Entdeckung des namenlosen Buches, die er einige Jahre zuvor gemacht hatte.

Wilfrid Michael Voynich (1865–1930) bei seiner Arbeit mit alten Büchern.

Glücksfund eines Apothekers

Voynich, geboren im heutigen Weißrussland, studierte zunächst Chemie in Moskau und absolvierte eine Ausbildung als Apotheker. Mit 20 Jahren wurde er von den russischen Behörden wegen der Beteiligung an Aufständen verhaftet.
Nach fünf Jahren gelang ihm die Flucht. Er reiste von Sibirien über Peking nach Hamburg und London, wo er 1898 einen Buchladen eröffnete und sich schnell einen Namen als Antiquar machte.
Der als intelligent, vorbildlich und sprachbegabt geltende Voynich reiste viel durch Europa, um teils seltene Werke für Kunden wie das British Museum zu beschaffen. So führte ihn 1912 der Weg nach Frascati, einer Gemeinde Roms, wo er namhafte Werke kaufte – zusammen mit einem mysteriösen Manuskript.
Damals wie heute gab es jedoch ein Problem: Das Buch war in einer unlesbaren Sprache verfasst. Bereits Voynich glaubte mit dem Manuskript ein Werk von Roger Bacon vorliegen zu haben. Bacon war ein bekannter Franziskanermönch und Universalgelehrter aus dem England des 13. Jahrhunderts. Doch dieser hatte sehr wahrscheinlich nichts mit dem Voynich-Manuskript zu tun, wie spätere Untersuchungen vermuten lassen.

Die Zeichnung des Illustrators Victor Pérard (1870–1957) zeigt den Franziskanermönch Roger Bacon in seinem Studierzimmer.

Ein beiliegender Brief

Statt zu einem Vertreter des Franziskanerordens führt die Spur zu einer anderen katholischen Ordensgemeinschaft: den Jesuiten. Einer ihrer großen Gelehrten war der Deutsche Athanasius Kircher (1601–1680). Er bemühte sich seinerzeit um die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen, beherrschte angeblich „alle Sprachen der Welt“ und war Nachfolger von Johannes Kepler als Mathematiker am Hof des Habsburger Kaisers.
Der deutsche Universalgelehrte Athanasius Kircher sollte das Voynich-Manuskript entziffern

Der deutsche Universalgelehrte Athanasius Kircher sollte das Voynich-Manuskript entziffern.

Kircher erhielt das Manuskript im 17. Jahrhundert zusammen mit einem Brief, in dem er gebeten wurde, den Inhalt des beiliegenden Werkes zu entziffern. Absender des Bittbriefes war Johannes Marcus Marci (1595–1667), ein böhmischer Arzt und Naturwissenschaftler aus Prag. Marci war wie Kircher ein Jesuit und Leibarzt von Kaiser Ferdinand III. (1608–1657) und Leopold I. (1640–1705) sowie Anhänger des berühmten Mediziners Paracelsus (1493/94–1541).
Johannes Marcus Marci bat seinen Glaubenskollegen Athanasius Kircher das Voynich-Manuskript zu übersetzen

In einem Brief bat der Arzt Johannes Marcus Marci seinen Glaubenskollegen Athanasius Kircher um die Übersetzung des mysteriösen Buches.

Inwieweit Kircher der Bitte seines Glaubensbruders Marci nachkam und das sogennte Voynich-Manuskript entzifferte, ist nicht bekannt. Sicher scheint nur, dass das Buch nach Kirchers Tod mitsamt seinem Nachlass in den Besitz eines Jesuitenkollegs nahe Rom überging. Dort entdeckte und kaufte Wilfrid Voynich das Buch im Jahr 1912.
Aus dem Brief an Kircher geht noch etwas hervor: Marci war nicht der offizielle Besitzer des Manuskripts.

Aus königlichem Besitz

Als letzten Käufer des Buches nennt Marci in seinem Brief keinen Geringeren als einen Kaiser des Heiligen Römischen Reichs: Rudolf II. (1552–1612). Rudolf aus dem Hause Habsburg residierte ab 1583 in Prag, wo sein Hof zahlreiche Menschen anzog. Dies machte sich der Kaiser für persönliche Zwecke zunutze, nämlich für den Ausbau seiner Kuriositätensammlung.
Rudolf II. war einer der bedeutendsten Kunst- und Wissenschaftsförderer seiner Zeit und ließ zahlreiche Tiere, Gesteine und wissenschaftliche Schriften aus der ganzen Welt zusammentragen.
Rudolf II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, kaufte das Voynich-Manuskript für 600 Dukaten

Als Sammler von Kuriositäten kaufte Rudolf II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, das Voynich-Manuskript für 600 Dukaten.

So könnte das Voynich-Manuskript in seinen Besitz gelangt sein. Dafür war er nachweislich bereit, 600 Dukaten auszugeben – eine für das 16. Jahrhundert stattliche Summe, die heute mehr als 2 Kilogramm reinem Gold entspricht. Unter welchem Namen das Buch verhandelt wurde, ist jedoch nicht überliefert.
Laut dem Briefwechsel übergab Kaiser Rudolf II. das Manuskript zur weiteren Untersuchung einem Freund von Marci. Heute gehen Forscher davon aus, dass es sich dabei um Georg Baresch (1580/85–1650/55) handelte. Baresch war ein Alchemist und Jurist aus Prag, der ebenfalls vergeblich versuchte, das mysteriöse Manuskript zu entziffern.

Verborgene Notizen

Lange nahm man an, dass Kaiser Rudolf II. das Buch zuerst in die Hände des Alchemisten Georg Baresch gab. Diese Annahme änderte sich jedoch, als bei Laboruntersuchungen eine ausgeblichene oder ausradierte Signatur auf der ersten Buchseite entdeckt wurde. Damit tauchte ein weiterer Name im Zusammenhang mit dem Voynich-Manuskript auf: Jacobi à Tepenecz.
Dieser Mann, der gebürtig Jakub Horčický (1575–1622) hieß, war ein gelernter Kräuterkundler und Jesuit. 1608 erhob ihn Kaiser Rudolf II. in den Adelsstand, nachdem er den Regenten angeblich von einer schweren Krankheit geheilt hatte. Das Vertrauen des Kaisers reichte so weit, dass er dem geadelten Mediziner das teuer erworbene Buch anvertraute.

Der böhmische Mediziner Jacobi à Tepenecz könnte von Kaiser Rudolph II. das Voynich-Manuskript zur Entzifferung erhalten haben.

An dieser Stelle verliert sich die Spur, denn es scheinen keine früheren schriftlichen Aufzeichnungen zu existieren, die weitere Hinweise auf den Ursprung des Voynich-Manuskripts liefern. Bekannt ist im Wesentlichen, dass das Buch das enorme Interesse eines Kaisers weckte, der viel Geld dafür bezahlte und es in die Hände mehrerer medizinkundiger Jesuiten gab – in der Hoffnung, dass es entziffert würde.

Die Besonderheiten des Voynich-Manuskripts

Seit inzwischen über 400 Jahren suchen Interessierte damit nach einer Erklärung für den Zweck des Buches. Die Deutungen reichen dabei von einem Medizinbuch mit Heilkräutern und -verfahren bis zu einem Lexikon einer Fantasiewelt. Ein Blick auf den Inhalt des Manuskripts lässt beides für möglich erscheinen.
Das 23,5 × 16,2 Zentimeter große Voynich-Manuskript mit seinen Seiten aus braunem, fleckigem und leicht durchscheinendem Pergament ist heute unvollständig erhalten, da zu einem unbekannten Zeitpunkt an mehreren Stellen Seiten herausgetrennt wurden. Jede zweite der ursprünglich 232 Seiten ist mit einer arabischen Seitenzahl versehen, wobei einige Seiten zu großen Bögen ausklappbar sind.
Seite 68 vom Voynich-Manuskript mit astronomischen Darstellungen

Die Seite 68 besteht aus vier miteinander verbundenen Blättern und zeigt astronomische Darstellungen.

Ein Großteil der Buchseiten ist mit Zeichnungen und umfließendem Text gefüllt. Da die Schrift unentschlüsselt ist, bleibt offen, ob die Abbildungen im Zusammenhang mit dem Text stehen. Dennoch haben Wissenschaftler das Manuskript aufgrund seiner Bilder in fünf Themenbereiche untergliedert.

Von unbekannten Pflanzen bis zu italienischen Burgen

Nahezu die komplette erste Hälfte des Werkes besteht aus einem botanischen Teil, in dem unbekannte Pflanzen mit ihren Blüten, Blättern, Wurzeln und Fruchtständen dargestellt sind. Mit seinem umfließenden Text erinnert es stilistisch an Kräuterbücher des Mittelalters und der Renaissance.
Die zweite Hälfte des Buches beginnt mit einem astrologischen Teil, in dem Sonne, Mond und Sterne abgebildet sind. Einige dieser Darstellungen lassen sich Tierkreiszeichen oder bekannten Sternbildern wie den Plejaden zuordnen.
Auf die kosmologischen Seiten folgen ein biologischer Teil mit Zeichnungen von badenden Frauen sowie ein pharmazeutischer Teil mit Bildern von Pflanzen und medizinischen Gefäßen. Der letzte Teil besitzt fast ausschließlich Fließtext und erinnert an Aufzählungen oder Rezepte.
Wissenschaftlich interessant ist zudem die sogenannte Rosettenseite im biologischen Teil. Sie ist ausfaltbar, umfasst sechs Blatt Pergament und zeigt neun miteinander verbundene Kreise, in denen unter anderem Gebäude dargestellt sind. Eine dieser architektonischen Darstellungen zeigt eine Burg mit Zinnen in Schwalbenschwanzform, wie sie für norditalienische Burgen aus dem 14. und 15. Jahrhundert typisch sind. Könnte das Manuskript folglich in dieser Zeit im alpinen Raum entstanden sein? Oder entspringen Text und Bilder nur der Fantasie?

Fälschung oder echt?

Weil das Voynich-Manuskript trotz zahlreicher Bemühungen – teils unter Verwendung von Künstlicher Intelligenz und anderen modernen Techniken – noch immer unentschlüsselt ist, sprechen viele Forscher von einer möglichen Fälschung – etwa durch Wilfrid Voynich selbst.
Um endgültige Klarheit zu schaffen, führten Forscher ab 2009 detaillierte Untersuchungen durch. Diese ergaben unter anderem, dass das Pergament des Manuskripts von 15 Kälbern stammt. Zusammen mit der Tinte und den Farbpigmenten entsprechen die verwendeten Materialien denen, die im Spätmittelalter häufig zum Einsatz kamen. Eine Analyse der Handschrift erbrachte außerdem, dass sehr wahrscheinlich mehr als eine Person an der Fertigung des Werkes arbeitete.
Auch das Alter des Buches ließ sich durch eine Radiokarbondatierung ermitteln. Dabei wurde festgestellt, dass die 15 erforderlichen Kälber zwischen 1408 und 1438 geschlachtet wurden. Damit konnte einerseits ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem Voynich-Manuskript um eine moderne Fälschung handelt andererseits aber auch, dass Roger Bacon (circa 1220–1292) dieses Werk in seinen Händen hielt.
Der hohe materielle Aufwand spricht für viele Menschen dafür, dass das Manuskript wichtige oder gar brisante Informationen enthält. Um das mögliche Geheimnis zu wahren, wurde es verschlüsselt – etwa mittels einer fiktiven Sprache, einer seltenen und heute unbekannten natürlichen Sprache oder durch das absichtliche Chiffrieren des Textes.
Die Praxis des Chiffrierens war im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts weit verbreitet, besonders in Italien. Dort wurde nachweislich eigens eine Chiffre zum Austausch politischer Nachrichten  entwickelt. Während einige der mittelalterlichen Verschlüsselungen bis heute entziffert wurden, bleibt das Voynich-Manuskript weiterhin ein Rätsel.

Im 16. Jahrhundert wurden aufwendigere Verschlüsselungsmethoden erfunden wie diese Chiffriermaschine von Heinrich II., König von Frankreich, zeigt.

Versuche der Entschlüsselung

Als Erster seit der Wiederentdeckung im Jahr 1912 versuchte sich William Romaine Newbold, der von Wilfrid Voynich beauftragt worden war, an der Dechiffrierung des Textes. Seiner Überzeugung nach sei der Text in altgriechischer Kurzschrift verfasst – doch lesen konnte er den Inhalt nicht. Im Jahr 1943 waren die Rechtsanwälte um Josesph Martin Feely überzeugt, dass das Manuskript in Latein, in verschlüsseltem Englisch oder Ukrainisch geschrieben sei.
In der Folgezeit kamen weitere Theorien über alte, exotische Sprachen und ein Werk von Außerirdischen hinzu. Ein erneuter Aufschwung von Entschlüsselungsversuchen kam in den 2010er-Jahren mit der Entwicklung neuer Techniken auf. Forscher glaubten zu erkennen, dass das Voynich-Manuskript in einer selten gesprochenen oder unbekannten Sprache, in Hebräisch oder in abgekürztem Latein verfasst sei. Keine dieser Theorien fand bis heute Bestätigung.
2016 veröffentlichte Gordon Rugg eine Studie, in der er das Manuskript als sinnlose Zeichensammlung mit bedeutungslosen Buchstabengruppen bezeichnete. Auch die beiden deutschen Voynich-Fachmänner Thorsten Timm und Jürgen Hermes sind der Meinung, dass dem Text kein Sinn innewohnt.
Auszug aus dem Voynich-Manuskript

Auszug aus dem Voynich-Manuskript, das viele Forscher und Laien bereits zu entschlüsseln versuchten.

Im Jahr 2019 folgte die Theorie von Gerard Cheshire, der behauptet, das Manuskript sei in einer Sprache aus dem Italien des 15. Jahrhunderts verfasst. Ein Jahr später veröffentlichte der deutsche Ägyptologe Rainer Hannig einen Aufsatz, wonach er das Manuskript, welches zu 80 Prozent auf Hebräisch geschrieben sein soll, entziffert habe.
Einer der jüngsten Entschlüsselungsversuche (2025) stammt von dem Wissenschaftsjournalisten Michael Greshko. Dieser glaubt, dass es sich bei dem Voynich-Text um eine ausgeklügelte Chiffre handelt, die mittels Würfeln, Spielkarten und Verschlüsselungstabellen erstellt wurde. Die sogenannte Naibbe-Chiffre entziffert jedoch weder Sprache noch Inhalt, sondern erzeugt mit ihren Beispielen lediglich ähnliche Buchstabenmuster und Erscheinungsformen wie das Voynich-Manuskript.
Ob das Manuskript für immer ein Buch mit sieben Siegeln bleibt, wird die Zeit zeigen. Eines steht jedoch fest: Wenn das Ziel die Geheimhaltung von Informationen war, dann hat der Schöpfer des Werkes sehr gute Arbeit geleistet.
Buchtipp: Das „Voynich Manuskript“
Wenn Sie noch tiefer in das geheimnisvolle Voynich-Manuskript eintauchen möchten, bietet Ihnen der Bildband von Vera Pache und Klaus Schmeh beste Möglichkeiten. Sowohl in der einfachen Ausführung, als auch in der Vorzugsausgabe sind alle Seiten des Buches abgedruckt und mit interessanten Zusatzinformationen versehen.
Verlag: Favoritenpresse
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3-96849-409-8

Das Buch „Voynich-Manuskript“ von Vera Pache und Klaus Schmeh.

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Sternschnuppen am Himmel: Unerklärlich viele Sichtungen


In Kürze:

  • In den USA wurde eine deutliche Zunahme an Feuerkugeln, sprich, sehr hellen Sternschnuppen, registriert.
  • Die American Meteor Society schließt eine Zunahme der Beobachter aus.
  • Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Sichtungen.
  • Laut der NASA treten Meteore sogar „recht häufig auf“. Nur wenige sind auch am Tag sichtbar.

 
Genauso wie es eine jährliche Hurrikan- und Tornadosaison gibt, erlebt Nordamerika laut NASA auch eine jährliche „Feuerkugel-Saison“ oder Sternschnuppen-Saison.
„Von Februar bis April können diese sehr hellen Meteore um bis zu 10 bis 30 Prozent öfter auftreten, insbesondere in den Wochen um die März-Tagundnachtgleiche“, erklärte die NASA Ende März, nachdem im Frühjahr mehrere „Feuerkugelereignisse“ viral gegangen waren. „Der genaue Grund dafür ist nicht bekannt. Einige Astronomen vermuten, dass die Erde zu dieser Jahreszeit auf mehr große Trümmerteile trifft, was zu einem Anstieg der Sichtungen von Sternschnuppen führt.“
Doch die relativ regelmäßige Hochsaison scheint in diesem Jahr ungewöhnlich aktiv gewesen zu sein. Die American Meteor Society, die seit 1911 professionelle und amateurhafte Sichtungen sammelt, gab an, dass in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 insgesamt 41 große Feuerkugelereignisse gemeldet wurden. Das ist fast doppelt so viel wie die durchschnittliche Anzahl gemeldeter Ereignisse für diesen Zeitraum in den vorangegangenen fünf Jahren. „Groß“ bedeutet dabei, dass sie von jeweils mehr als 50 Personen beobachtet wurden.
Mike Hankey, Betriebsleiter der American Meteor Society, teilte der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times mit, dass im ersten Quartal 2021 ebenfalls ein Anstieg großer Feuerkugelereignisse verzeichnet wurde. Damals wurden 30 Ereignisse gemeldet, die jeweils mindestens 50 Personen beobachtet hatten.

Anstieg nicht wegen mehr Beobachtern

Hankey erklärte weiter, dass es sich hierbei speziell um einen Anstieg „sporadischer“ Meteore handele. Diese stünden in keinem Zusammenhang mit größeren Kometen oder Asteroiden oder regelmäßig beobachteten Meteorschauern. Der plötzliche Anstieg sei nicht darauf zurückzuführen, dass mehr Menschen den Himmel beobachteten, sagte er.
Astronomen, die sich der Beobachtung des Himmels auf fallende Weltraumgesteine verschrieben haben, sind sich nicht sicher, was den Anstieg verursacht hat oder ob es sich überhaupt um eine echte Anomalie handelt – ein einmaliges, unvorhersehbares Ereignis.
Auch Hankey will nicht behaupten, dass seine Daten – eine Analyse von Feuerkugelereignissen seit 2011 – schlüssig sind. „Ich würde nicht sagen, dass es etwas Weltbewegendes ist. […] Ohne eine Veröffentlichung, die das belegt, kann ich [aber auch] nicht sagen: ‚Oh, das ist keine statistische Anomalie.‘ Vielleicht ist es das doch.“ Weiter sagte er:
„Es ist nur eine Beobachtung, oder? Es heißt lediglich: ‚Hey, das ist der höchste Verkehr, den wir je in einem einzigen Monat hatten.‘“

Was ist eine „Feuerkugel“?

Der Begriff „Feuerkugel“ ist im Wesentlichen die Bezeichnung der NASA für das, was Kinder als helle Sternschnuppe bezeichnen würden. Dabei handelt es sich um ein mehr oder weniger kleines Bruchstück, dessen selbstzerstörerischer Flug durch die Erdatmosphäre eine Lichtspur erzeugt, die heller erscheint als die Venus.
Alle Weltraumgesteine mit einem Durchmesser von mehr als 1 Meter werden als „Asteroiden“ bezeichnet, alles, was kleiner ist, als „Meteoroiden“. Meteoroiden lösen sich normalerweise von einem Kometen oder Asteroiden. In seltenen Fällen handelt es sich um Teile des Mondes oder anderer Planeten.
Tritt ein Asteroid oder Meteoroid in die Erdatmosphäre ein und hinterlässt eine Leuchtspur am Himmel, wird er zu einem „Meteor“ beziehungsweise einer Sternschnuppe. Wenn mehrere Objekte vom scheinbar selben Ursprungspunkt aus in die Atmosphäre eintreten, wird dieses Ereignis als „Meteorschauer“ bezeichnet. Alle Teile des Meteors, die den Flug durch die Atmosphäre überstehen und die Erdoberfläche erreichen, werden als Meteoriten bezeichnet.
Erreicht ein Meteor eine Helligkeit, die stärker ist als die Leuchtkraft der Venus, wird er als „Feuerkugel“ eingestuft. „Sie treten mit relativ geringer Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein“, erklärte Hankey. „Ein langsamerer Eintritt bedeutet, dass der Meteor länger am Himmel zu sehen ist, über ein größeres Gebiet sichtbar ist, häufiger Überschallknalle erzeugt und mehr Material überlebt, um als Meteorit den Boden zu erreichen.“

Komet, Asteroid oder Meteoroid? Die verschiedenen Arten von Weltraumgesteinen in der Übersicht.

Foto: Epoch Times nach American Meteor Society

Keine seltenen Ereignisse

Ein und derselbe Gesteinsbrocken wird also je nach Situation anders bezeichnet. Ein anschauliches Beispiel lieferte eine Feuerkugel, die am 17. März über Teilen Kanadas und den Vereinigten Staaten gesichtet wurde, über Nord-Ohio auseinanderbrach und dabei die verschiedenen Bezeichnungen für Himmelsgestein durchlief:
Die NASA bestätigte, dass es sich bei dem herabstürzenden Objekt um einen Asteroiden mit einem Durchmesser von etwa 2 Metern und einem Gewicht von etwa 7 Tonnen handelte. Mit dem Eintritt in die Atmosphäre wurde dieser zu einem Meteor. Bei einer Geschwindigkeit von rund 72.000 Kilometern pro Stunde leuchtete er so hell, dass er zu einer Feuerkugel wurde. Schließlich explodierte der Brocken in der Luft, und mehrere Fragmente sind als Meteoriten auf der Erdoberfläche eingeschlagen.
Obwohl dieses Ereignis in den USA landesweit für Aufsehen sorgte, erklärte die NASA, dass es nicht allzu selten sei. „Meteore treten eigentlich recht häufig auf“, so die Weltraumbehörde. „Sie kommen ständig vor, und Feuerbälle sind in jeder beliebigen Nacht zu sehen. Oft finden sie jedoch über dem Meer oder in unbewohnten Gebieten ohne Zeugen statt oder tagsüber, was es schwierig macht, sie zu entdecken.
„Beobachter, die einen klaren Blick auf einen solchen am dunklen Himmel erhaschen, kommen in den Genuss eines spektakulären Himmelsspektakels – das jedoch kaum selten ist.“
Meistens handelt es sich auch bei Feuerkugeln um kleine Objekte, die einen nur wenige Sekunden andauernden Lichtblitz am Himmel erzeugen, erklärte Hankey gegenüber Epoch Times. Manche können jedoch groß genug sein, um einen Überschallknall zu verursachen und Trümmer auf den Boden zu schleudern, was möglicherweise zu Personen- und Sachschäden führen kann. Allein vom Ereignis am 17. März in den USA wurden mehr als 200 Bruchstücke gefunden.
In Deutschland beschädigten Meteoriten im selben Monat mehrere Häuser im Hunsrück, in der Eifel und in Koblenz. Den zugehörigen Meteor meldeten Augenzeugen aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg.

1.000 Augen Richtung Nachthimmel

Augenzeugenberichte sind jedoch nicht die einzigen Quellen für Meteorsichtungen. Die American Meteor Society nutzt das aus 1.000 Kameras bestehende „All Sky 7“-Netzwerk, um den Nachthimmel so genau wie möglich im Blick zu behalten. Durch diese Datenerfassung ist die Gesellschaft in der Lage, die Geschwindigkeit, Größe und Herkunft eines Meteors zu ermitteln.
Die NASA hat unterdessen mit dem „NASA All-Sky Fireball Network“ ihre eigenen Augen am Himmel. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von 17 Kameras, die über die USA verteilt sind und vom NASA Meteoroid Environment Office betrieben werden. Die Forscher versuchen zudem herauszufinden, wie groß das Risiko ist, das diese Himmelsgesteine und ihre offenbar saisonalen Schwankungen für Raumfahrzeuge darstellen, die in und jenseits der Erdumlaufbahn fliegen.
Die meisten Feuerbälle sind jedoch winzig und lassen sich nur sehr schwer verfolgen. „Die Objekte sind ziemlich klein“, sagte Hankey. „Ein Golfball erzeugt eine Feuerkugel. Eine Bowlingkugel erzeugt eine riesige Feuerkugel. Etwas von der Größe eines Stuhls würde eine gigantische Feuerkugel erzeugen. Aber für ein Teleskop, das 1 Million Meilen entfernt ist, ist das nicht einmal ein Fleckchen.“ 1 Million Meilen entsprechen rund 1,6 Millionen Kilometern.
Das planetare Verteidigungsnetzwerk der NASA sucht deshalb gezielt nach Weltraumgesteinen, die 140 Meter oder größer sind. Falls sie in die Erdatmosphäre eindringen, können sie buchstäblich das Antlitz der Erde verändern. Derartige Ereignisse sind zum Glück wirklich selten.

Ist der Anstieg der Feuerkugeln nun eine Anomalie?

Der jüngste, scheinbar zufällige Anstieg sporadischer Feuerkugeln könnte sich letztlich als gar nicht so zufällig herausstellen, schließt Hankey. Sicher ist er sich nicht und verweist auf die im Laufe der Jahre gesammelte Datenmenge:
„Wenn wir denselben Ausschlag im Jahr 2031 beobachten, könnte das Aufschluss geben“, sagte er und ergänzte: „Ich meine, da werde ich wahrscheinlich schon fast 70 sein. So ist das eben in der Astronomie.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Astronomers Tracking Unexplained Spike in Meteor Events“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: mf)
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Nach Millionenverlust: ADAC erhöht Mitgliedsbeitrag

Zum ersten Mal seit sechs Jahren erhöht der ADAC die Jahresbeiträge. Abhängig von der gewählten Mitgliedschaft sollen die Beiträge für Einzelmitglieder zum 1. Januar 2027 um zwischen 10 Euro und 35 Euro im Jahr steigen, beschlossen die Delegierten auf der Hauptversammlung im rheinland-pfälzischen Speyer.
Grund dafür seien höhere Kosten für Energie, Personal, Ersatzteile sowie Abschlepp- und Werkstattleistungen, erklärte der Automobilclub. Das Geschäftsjahr 2025 sei deshalb mit einem Verlust von 17 Millionen Euro abgeschlossen worden. Seit der letzten Erhöhung 2020 seien die Lebenshaltungskosten um 24,4 Prozent gestiegen. „Für eine einzelne Pannenhilfe muss der ADAC inzwischen im Durchschnitt sogar 27 Prozent mehr ausgeben“, hieß es.

ADAC verspricht zusätzliche Leistungen

Im vergangenen Jahr verzeichnete der ADAC nach eigenen Angaben 490.000 Neueintritte. Die nun insgesamt 22,7 Millionen Mitglieder sollen nach der Beitragserhöhung aber auch von erweiterten Leistungen profitieren, hieß es: So würden Leistungen angemessen erweitert und Leistungsgrenzen etwa beim Abschleppen erweitert. Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen solle es keine Abstriche an Leistungsfähigkeit und Qualität geben, sagte der ADAC-Präsident Christian Reinicke laut Mitteilung.
Demnach wurde im vergangenen Jahr in Deutschland durchschnittlich alle 9 Sekunden die Hilfe des ADAC beansprucht, insgesamt über 3,7 Millionen Mal. Und auch für 2026 gehe man von einer hohen Nachfrage aus. (dpa/red)
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gesellschaft

Dramatische Finanzlage: Pflegekassen rechnen 2026 mit einer Milliarde Euro Defizit

Die Finanzlage der gesetzlichen Pflegeversicherung hat sich seit Jahresanfang nach neuen Zahlen weiter verschlechtert. Im ersten Quartal habe die Pflegeversicherung ein Minus von 667 Milliionen Euro verzeichnet, obwohl sie gleichzeitig 800 Millionen Euro aus einem Darlehen bekommen habe, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) mit, der auch die Pflegekassen vertritt. Für dieses Jahr rechnet er nun mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Vor rund drei Monaten hatte der Verband für 2026 noch einen Überschuss von 400 Millionen Euro erwartet.
Eingerechnet ist den Angaben zufolge bereits das Darlehen des Bundes in Höhe von insgesamt 3,2 Milliarden Euro in 2026. Das echte Ergebnis für dieses Jahr sei also ein erwartetes Defizit in Höhe von 4,2 Milliarden Euro, erläuterte der Verband. „Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte und wir müssen uns dringend ans Löschen machen“, sagte GKV-Chef Oliver Blatt dem „Spiegel“.

Bundesregierung arbeitet an Reform

Gesundheitsministerin Nina Warken arbeitet an einer Pflegereform, um die Finanznot der Kassen zu lindern. Eigentlich sollten die Pläne bis Mitte Mai vorgelegt werden. Bislang ist nicht bekannt, wann das Bundeskabinett sich damit befassen wird.
Vor gut zwei Wochen hatte die CDU-Politikerin gewarnt, bereits in diesem Jahr sei die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen gefährdet. „Es werden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, was aber nur zu einem kleinen Teil mit der demografischen Entwicklung zu erklären ist“, sagte sie damals der „Rheinischen Post“. In der Vergangenheit beschlossene Leistungsausweitungen würden sich rächen, argumentierte die Ministerin.

„Pflege in Deutschland lebt auf Pump“

Nach den GKV-Zahlen werden die Mittel der Pflegeversicherung insgesamt am Ende dieses Jahres nur noch bei 4,3 Milliarden Euro liegen, wovon dann 4,2 Milliarden Euro Schulden gegenüber dem Bund seien. „Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump“, warnte Verbandschef Blatt. Die Regierung müsse „jetzt das Ruder herumreißen, denn sonst werden die Finanzprobleme im nächsten Jahr unbeherrschbar“.
Der Verband bezifferte den zusätzlichen Finanzbedarf der Pflegeversicherung für das kommende Jahr auf rund 10 Milliarden Euro. Für die Finanzierung der laufenden Pflegekosten rechne man mit einem zusätzlichen Bedarf von 7,5 Milliarden Euro, hieß es. Damit die Pflegeversicherung auch in einnahmeschwachen Monaten stets voll leistungsfähig sei, brauche es für den sogenannten Ausgleichsfonds außerdem zusätzliche Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. (dpa/red)
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Gesetzliche Pflegeversicherung: Kassen rechnen 2026 mit einer Milliarde Euro Defizit

Die Finanzlage der gesetzlichen Pflegeversicherung hat sich seit Jahresanfang nach neuen Zahlen weiter verschlechtert. Im ersten Quartal habe die Pflegeversicherung ein Minus von 667 Milliionen Euro verzeichnet, obwohl sie gleichzeitig 800 Millionen Euro aus einem Darlehen bekommen habe, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) mit, der auch die Pflegekassen vertritt. Für dieses Jahr rechnet er nun mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Vor rund drei Monaten hatte der Verband für 2026 noch einen Überschuss von 400 Millionen Euro erwartet.
Eingerechnet ist den Angaben zufolge bereits das Darlehen des Bundes in Höhe von insgesamt 3,2 Milliarden Euro in 2026. Das echte Ergebnis für dieses Jahr sei also ein erwartetes Defizit in Höhe von 4,2 Milliarden Euro, erläuterte der Verband. „Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte und wir müssen uns dringend ans Löschen machen“, sagte GKV-Chef Oliver Blatt dem „Spiegel“.

Bundesregierung arbeitet an Reform

Gesundheitsministerin Nina Warken arbeitet an einer Pflegereform, um die Finanznot der Kassen zu lindern. Eigentlich sollten die Pläne bis Mitte Mai vorgelegt werden. Bislang ist nicht bekannt, wann das Bundeskabinett sich damit befassen wird.
Vor gut zwei Wochen hatte die CDU-Politikerin gewarnt, bereits in diesem Jahr sei die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen gefährdet. „Es werden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, was aber nur zu einem kleinen Teil mit der demografischen Entwicklung zu erklären ist“, sagte sie damals der „Rheinischen Post“. In der Vergangenheit beschlossene Leistungsausweitungen würden sich rächen, argumentierte die Ministerin.

„Pflege in Deutschland lebt auf Pump“

Nach den GKV-Zahlen werden die Mittel der Pflegeversicherung insgesamt am Ende dieses Jahres nur noch bei 4,3 Milliarden Euro liegen, wovon dann 4,2 Milliarden Euro Schulden gegenüber dem Bund seien. „Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump“, warnte Verbandschef Blatt. Die Regierung müsse „jetzt das Ruder herumreißen, denn sonst werden die Finanzprobleme im nächsten Jahr unbeherrschbar“.
Der Verband bezifferte den zusätzlichen Finanzbedarf der Pflegeversicherung für das kommende Jahr auf rund 10 Milliarden Euro. Für die Finanzierung der laufenden Pflegekosten rechne man mit einem zusätzlichen Bedarf von 7,5 Milliarden Euro, hieß es. Damit die Pflegeversicherung auch in einnahmeschwachen Monaten stets voll leistungsfähig sei, brauche es für den sogenannten Ausgleichsfonds außerdem zusätzliche Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. (dpa/red)
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Kleinkinder in Portugal ausgesetzt: Französische Mutter und Stiefvater verhaftet

Im Fall der mutmaßlichen Aussetzung zwei französischer Kleinkinder in Portugal hat ein Richter übereinstimmenden Medienberichten zufolge Untersuchungshaft für die Mutter und den Stiefvater angeordnet. Die beiden Franzosen seien dringend der schweren Körperverletzung und Kindesaussetzung verdächtig, habe der zuständige Richter António Fialho am Gericht der Stadt Setúbal mitgeteilt. Mutter und Stiefvater kommen aus Colmar im Elsass nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
Die 41-jährige Mutter der beiden drei und fünf Jahre alten Brüder und der 55-jährige Stiefvater sollen die Kinder am Dienstag an einer abgelegenen Landstraße nahe Alcácer do Sal südöstlich von Lissabon ausgesetzt haben. Einem Autofahrer waren die weinenden und verwirrten Kinder aufgefallen. Er nahm sie in seine Obhut und verständigte die Polizei. Am Donnerstag waren die Mutter und der Stiefvater nach einer landesweiten Fahndung festgenommen worden.
Die Jungen seien inzwischen in einer französischsprachigen Pflegefamilie untergebracht, berichteten mehrere portugiesische Medien übereinstimmend. Dort sollten sie bleiben, bis Portugal über einen Antrag Frankreichs auf Rückkehr der Brüder entschieden habe. Der leibliche Vater soll sich demnach bereits auf die Reise nach Portugal gemacht haben.

Mutter und Stiefvater sollen psychische Probleme behauptet haben

Der staatliche TV-Sender RTP und die Zeitung „Correio da Manha“ berichteten unter Berufung auf Quellen in der portugiesischen Nationalgarde der Republik (GNR), die Mutter und der Stiefvater hätten sich während eines Gefangenentransports abgesprochen, vor Gericht eine psychische Störung geltend zu machen. Das habe ein Polizist gehört, der die beiden Franzosen während der Fahrt am Freitag bewachte. Während die Mutter vor Gericht geschwiegen habe, sei der Stiefvater eher kooperativ aufgetreten. Das Gericht in Setúbal äußerte sich zunächst nicht zu diesen Berichten.
Die Frau firmiert im Internet als Sex-Therapeutin. Bei dem Mann soll es sich portugiesischen Medienberichten zufolge um einen früheren französischen Polizisten handeln, der wegen Depressionen aus dem Dienst ausgeschieden sei. LRTP berichtete, er sei schon 2010 wegen häuslicher Gewalt gegen seine erste Ehefrau verurteilt worden. Die Mutter der Kinder habe er „vor einigen Monaten“ kennengelernt.
Die französische Zeitung „Le Parisien“ schrieb, der ehemalige Gendarm sei damals wegen Belästigung und Gewalt gegen die Mutter seiner Tochter zu neun Monaten Haft mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Auf seiner Facebook-Seite habe er verschwörungstheoretische und antisemitische Inhalte gepostet.

Zwei Haftbefehle aus Frankreich

Der GNR-Sprecher, Oberstleutnant Carlos Canatário, hatte in einem RTP-Interview gesagt, gegen die beiden Franzosen lägen auch zwei europäische Haftbefehle aus Frankreich wegen Kindesentzug und Vernachlässigung eines 16-jährigen weiteren Sohns der Mutter vor.
Die beiden müssten deshalb auch vor einem Berufungsgericht erscheinen, das für solche ausländischen Anträge zuständig sei. Auch dort könnte Haft angeordnet werden. Bei Vernehmungen durch die Polizei hätten sich die beiden bisher nicht kooperationsbereit gezeigt, sagte Canatário, ohne Details zu nennen.

Die Mutter soll die Kinder entführt haben

Bislang hatten die Mutter das Sorgerecht und der Vater ein Besuchsrecht für die Jungen, wie die französische Zeitung „Dernières Nouvelles d’Alsace“ unter Berufung auf den Staatsanwalt von Colmar, Jean Richert, berichtete. Der leibliche Vater habe die Mutter und die Kinder bei der Polizei in Colmar als vermisst gemeldet. Dort hatte man sich schon Sorgen gemacht, weil die Kinder nicht mehr zum Kindergarten gekommen waren. In Frankreich sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Aussetzung Minderjähriger eingeleitet worden, berichtete „Le Parisien“. (dpa/red)
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Drei Rotkreuz-Helfer unter ersten Ebola-Opfern im Kongo

Zu den ersten Todesopfern des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo gehören drei freiwillige Rotkreuz-Helfer. Das berichtet die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf.
Man gehe davon aus, dass die drei sich schon am 27. März infiziert hätten, als sie sich um Leichen kümmerten, teilte die Föderation mit. „Sie gehören zu den ersten bekannten Opfern des Ausbruchs.“ Sie seien in einer anderen humanitären Angelegenheit im Einsatz gewesen, bevor bekannt war, dass das Ebolavirus grassiert. Sie starben den Angaben zufolge am 5., 15. und 16. Mai.

Krankheit wochenlang unentdeckt

Die ersten Ebola-Fälle waren erst am 15. Mai im Labor bestätigt worden. Experten gehen davon aus, dass der Ausbruch zuvor über Wochen unentdeckt blieb. Häufungen von ungeklärten Todesfällen wurden bereits vorher untersucht. Da es sich bei diesem Ausbruch aber um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebolavirus handelt, wurde der Erreger mit herkömmlichen Tests zunächst nicht bestätigt.
Am 17. Mai erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC). Sie betrachtet das Risiko einer Ansteckung im Kongo als sehr hoch, in der Region als hoch, weltweit aber als gering. Ebola überträgt sich anders als etwa das Coronavirus nicht durch Tröpfchen in der Luft, sondern nur durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten. Auch Leichen können noch Tage nach dem Tod eine hohe Virenlast aufweisen. (dpa/red)
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Pakistans Armeechef zu Gesprächen in Teheran – Ausgang offen

Inmitten neuer Verhandlungsbemühungen im Iran-Krieg hat der pakistanische Armeechef Asim Munir in Teheran politische Gespräche mit der iranischen Führung geführt. Am Freitagabend traf er sich nach Angaben des Staatssenders Irib zu einem Austausch mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi.
Inhaltliche Details wurden nicht bekanntgegeben, das Gespräch soll aber bis nach Mitternacht gedauert haben. Munir will sich demnach auch mit Präsident Massud Peseschkian und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf treffen.
Am Freitag hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, Munir sei unterwegs, um den Entwurf für eine Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran zu besprechen. In pakistanischen Sicherheitskreisen war Optimismus verbreitet worden, dass eine Vorvereinbarung zwischen den USA und dem Iran greifbar sei.
Munir hätte demnach eigentlich am Donnerstag nach Teheran reisen sollen. Er habe jedoch auf grünes Licht der iranischen Verhandler gewartet, dass tatsächlich eine erste Einigung erzielt werden kann. Um welche Punkte es dabei gerade genau geht, ist nicht bekannt. Feldmarschall Asim Munir werden gute Kontakte zu US-Präsident Donald Trump nachgesagt und er gilt als Vermittler zwischen den Kriegsparteien.

Iran spricht von Fortsetzung eines diplomatischen Prozesses

Das iranische Außenministerium dämpfte aber die Erwartungen an eine mögliche Annäherung zwischen Teheran und Washington. Ministeriumssprecher Ismail Baghai bezeichnete Munirs Reise am Freitag beim Staatssender Irib als Fortsetzung eines laufenden diplomatischen Prozesses, nicht aber als Hinweis auf eine bevorstehende Einigung mit den USA.
Im Mittelpunkt der aktuellen Gespräche stehe weiterhin ein sofortiges Ende des Krieges, betonte Baghai. Streitpunkte zwischen dem Iran und den USA – insbesondere das Atomprogramm und der Verbleib hochangereicherten Urans – könnten erst nach Kriegsende verhandelt werden. Andernfalls würden die Gespräche wie in früheren Runden erneut ohne konkrete Ergebnisse bleiben, so der Sprecher. (dpa/red)
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wirtschaft

Umfrage: Deutsche Konzerne fordern mehr Präsenz im Büro

Bei deutschen Konzernen schwindet die Toleranz für Homeoffice. Der Anteil der Firmen mit mindestens drei Präsenztagen steigt auf 40 Prozent.
Das geht aus einer Umfrage der „Welt am Sonntag“ und „Business Insider“ bei 35 der größten deutschen Konzerne hervor. Demnach verlangen inzwischen 40 Prozent der Firmen, dass ihre Mitarbeiter drei oder mehr Tage pro Woche im Büro sind. Im Jahr 2023 hatte dieser Wert noch bei 25,7 Prozent gelegen. Nur noch 31 Prozent der befragten Unternehmen haben keine feste Vorgabe, stellen ihren Mitarbeitern also die Anwesenheit frei oder setzen auf individuelle Vereinbarungen in einzelnen Teams. Im Jahr 2023 hatten noch 45,7 Prozent der Firmen keine festen konzernweiten Vorgaben gesetzt.

Hybrides Arbeiten bleibt Standard

Allerdings bleibt das hybride Arbeiten stark verbreitet: Abgesehen vom US-Konzern Amazon, der gleichlautende Regelungen parallel in den USA und Deutschland einführte, ist keines der befragten Unternehmen zur Präsenzpflicht von fünf Tagen pro Woche zurückgekehrt. Für die Erhebung befragte „Business Insider“ seit 2023 jährlich 35 der größten deutschen Unternehmen, darunter mehr als 20 Dax-Konzerne.
Für das Jahr 2026 erweiterten der „Welt am Sonntag“ und „Business Insider“ die Erhebung. Befragt wurden 56 der größten Arbeitgeber in Deutschland, darunter die 40 Dax-Konzerne, zudem Wirtschaftsprüfer und Tech-Firmen. Bis Redaktionsschluss meldeten sich 50 der Unternehmen mit ihren Regeln für mobiles Arbeiten zurück.

Unterschiede zwischen Unternehmen

Auch in der breiteren Betrachtung bleibt die Tendenz erhalten. So erklärten 31 von 50 Unternehmen (62 Prozent), dass ihre Mitarbeiter eine konkrete Anzahl an Tagen vor Ort im Büro oder bei Kunden sein sollen – meist zwei bis drei Tage pro Woche. Nur drei Unternehmen (sechs Prozent) gaben an, ausdrücklich keine Anwesenheitsregeln zu haben. In 16 Unternehmen (32 Prozent) gilt keine generelle Präsenzpflicht, dort ist die Entscheidung den Führungskräften der Teams überlassen. (dts/red)
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wirtschaft

Billig-Versandhändler Shein will US-Modemarke Everlane übernehmen

Diese Verbindung war bis vor kurzem kaum vorstellbar: Der in China gegründete und für seine billigen Produkte bekannte Textil-Versandhändler Shein steht kurz vor der Übernahme der für ihre verantwortungsvolle Mode anerkannten US-Marke Everlane. Dies bestätigte Everlane-Chef Alfred Chang am Freitag (Ortszeit) in einer der Nachrichtenagentur AFP übermittelten Stellungnahme. Shein gilt als einer der Marktführer der von vielen Everlane-Kunden abgelehnten Fast Fashion – in Deutschland als „Wegwerfmode“ bekannt.
Everlane „sieht sich in einem sich rasant wandelnden Einzelhandelssektor zunehmendem Druck ausgesetzt“, erklärte Chang. Dies habe die ohnehin schon schwierige finanzielle Lage des Unternehmens weiter verschärft. Die Vereinbarung mit Shein sehe vor, dass Everlane „eine unabhängige Marke bleibt und dabei seinen Werten sowie seinen Verpflichtungen in puncto Nachhaltigkeit und außergewöhnlicher Qualität treu bleibt“, betonte Chang.

Nachhaltigkeit vs. Fast Fashion

Everlane war 2010 gegründet worden und hatte sich als Marke mit starken Grundsätzen positioniert. Das in San Francisco ansässige Unternehmen setzte es sich zum Ziel, den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung seiner Kleidungsstücke zu begrenzen und möglichst dem Recycling von Materialien Vorrang zu geben. Zudem beanspruchte Everlane für sich, Produkte von überdurchschnittlicher Langlebigkeit entworfen zu haben. Dagegen gilt der Shein-Konzern, der vor allem in China produziert, allgemein als ein Paradebeispiel für extrem billige Fast Fashion.
Everlane lehnte es auf Anfrage ab, den Finanzrahmen der geplanten Transaktion offenzulegen. Die Website Puck News berichtete von einer Bewertung von 100 Millionen Dollar (86 Millionen Euro). (afp/red)