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Feuer im Hohen Venn – erster Verdacht zur Brandursache

Die Staatsanwaltschaft in Belgien ermittelt nach dem verheerenden Brandausbruch im Naturschutzgebiet Hohes Venn wegen fahrlässiger Brandstiftung. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Einsatz eines landwirtschaftlichen Geräts das Feuer verursacht haben, wie aus einer Mitteilung der Anklagebehörde von Dienstag hervorgeht.
Diese Hypothese werde derzeit eingehend geprüft, hieß es. Die Staatsanwaltschaft beauftragte demnach zwei Sachverständige – für Brand- und für Fahrzeugtechnik – mit Untersuchungen. Eine endgültige Ursache stehe aber bisher nicht fest. Die Ermittler gingen mehreren Hypothesen nach. Laut Mitteilung wird es mehrere Monate dauern, bevor die finalen Gutachten vorliegen.

Kampf gegen die Flammen geht weiter

Die Löscharbeiten im Hohen Venn dauern indes an. Während das Feuer im westlichen Teil des Brandgebiets als gebändigt gilt, kämpfen Feuerwehrleute im nördlichen und östlichen Teil des Gebietes noch immer mit Glutnestern.
Der Brand gilt als einer der größten in der Geschichte Belgiens. In den vergangenen knapp zwei Wochen zerstörte das Feuer etwa 3.000 Hektar Land und tobte zwischenzeitlich nur wenige hundert Meter von der deutschen Grenze entfernt. (dpa/red)
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Lage in Spanien nach Waldbrand und Starkregen stabilisiert

Die Lage an der spanischen Mittelmeerküste hat sich nach einem Waldbrand und größeren Überschwemmungen durch Starkregen stabilisiert. Das am Donnerstagabend durch einen Blitzeinschlag in der Gemeinde Segorbe ausgelöste Feuer sei in der Nacht unter Kontrolle gebracht worden, teilte der Katastrophenschutz der Autonomen Gemeinschaft Valencia mit.
Rund 1.000 Evakuierte des besonders bedrohten Ortes Gátova dürften zurückkehren, sagte Bürgermeister Jesús Salmerón dem Sender Cope. Sie sollten sich dort aber noch nicht längere Zeit im Freien aufhalten, sondern müssten in ihren Häusern bleiben.
Insgesamt verbrannten in dem unzugänglichen und gebirgigen Naturpark der Sierra Calderona 630 Hektar.

Schwieriges Gelände

Das Feuer war einige Kilometer weiter südlich in der Gemeinde Segorbe ausgebrochen und breitete sich dann im Naturpark der Sierra Calderona Richtung Gátova aus.
An den schwierigen Löscharbeiten in dem unwegsamen Gelände waren die Militärische Kriseneinheit UME, zahlreiche Feuerwehren sowie Löschhubschrauber und Löschflugzeuge im Einsatz.
Nach Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) sind bei 425 Waldbränden in diesem Jahr in Spanien bereits mehr als 297.000 Hektar verbrannt, eine Fläche größer als das Saarland.

Überschwemmungen an der Goldküste

Unterdessen gingen die Aufräumarbeiten nach Überschwemmungen durch Starkregen weiter nordöstlich an der Costa Dorada (Goldküste) weiter. Dort waren nach Angaben der Behörden am Samstagmorgen teilweise fast 200 Liter Regen pro Quadratmeter binnen weniger Stunden gemessen worden. Es habe Dutzende Verletzte gegeben.
Eine Jugendliche sei in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem sie in dem Ort Roda de Berà von einer umstürzenden Mauer getroffen worden sei, teilte die Feuerwehr mit. Dabei habe es einen weiteren Schwerverletzten und einen Leichtverletzten gegeben.
In der katalanischen Region mussten rund 300 Menschen von Campingplätzen in Roda de Berà und anderen Orten sowie etwa 100 Besucher einer Diskothek in Vendrell in Sicherheit gebracht worden.
Viele Straßen in der Region standen zeitweise unter Wasser, Autos steckten in Unterführungen fest. Auch der Zugverkehr war betroffen, wie die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete. Schlamm und umgestürzte Bäume versperrten Straßen. (dpa/red)
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Schweden unter Schock: 17-Jährige stirbt bei Schwert-Angriff an Schule

Nach einem Schwert-Angriff an einer Schule in der schwedischen Kleinstadt Fagersta mit einer Toten und drei Verletzten hat die Polizei am Wochenende weiter zu den Hintergründen der Gewalttat ermittelt.
Bei dem Todesopfer habe es sich um eine 17-jährige Schülerin gehandelt, teilte die schwedische Polizei am Samstag mit. Das Motiv für den Angriff war weiterhin unklar. Der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson gedachte am Tatort der Opfer.
Ein Angreifer verletzte an der Schule mehrere Menschen, eine Person starb.

Ein Angreifer verletzte an der Schule mehrere Menschen, eine Person starb.

Foto: Fredrik Sandberg/TT News Agency/AP/dpa

Die Ermittlungen zum Tathergang liefen auf Hochtouren, erklärte die Polizei. Es gab demnach Durchsuchungen an zwei verschiedenen Adressen, die mit dem Täter in Verbindung stehen.

Angriff am Gymnasium in Fagersta

Am Freitag war ein 18-Jähriger mit einem Schwert in das Gymnasium in Fagersta eingedrungen und hatte eine Schülerin getötet und drei weitere Menschen verletzt. Der Angreifer wurde von der Polizei angeschossen und festgenommen.
Zwei Schüler im Alter von zwölf und 17 Jahren wurden bei dem Angriff schwer verletzt, wie die Region Västmanland mitteilte. Einer von ihnen musste notoperiert werden. Zu dem dritten Verletzten gab es zunächst keine Informationen.
Schwedischen Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem Täter um einen ehemaligen Schüler der Schule, der wegen Körperverletzung vorbestraft war. Er habe einen Helm getragen sowie ein Schwert bei sich gehabt.
Das erinnert an einen rassistisch motivierten Angriff in einer Schule im Jahr 2015 im westschwedischen Trollhättan, bei dem ein 21-Jähriger mit einem Schwert drei Menschen getötet hatte.
Ein Tiktok-Konto, das Berichten zufolge dem Angreifer in Fagersta gehörte, wurde laut Medienangaben von der Polizei untersucht. Das Konto wurde gelöscht. Die Nachrichtenagentur AFP konnte es vor der Löschung einsehen. Es enthielt mehrere Videos, die sich auf Angriffe auf Schulen bezogen. Der letzte Beitrag zeigte das Foto eines Schwertes.
Regierungschef Ulf Kristersson (l) und die Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Magdalena Andersson, gedachten der Opfer.

Regierungschef Ulf Kristersson (l) und die Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Magdalena Andersson, gedachten der Opfer.

Foto: Magnus Lejhall/TT News Agency/AP/dpa

Trauer in der Stadt

In der Nähe der Schule legten Menschen am Samstag Blumen und Kerzen nieder. Dort gedachte Schwedens Regierungschef Kristersson am Morgen gemeinsam mit der sozialdemokratischen Oppositionschefin Magdalena Andersson der Opfer.
Minnea, eine Schülerin des Gymnasiums, sagte dem schwedischen Sender SVT, es sei „schrecklich, sich vorzustellen, dass jemand, mit dem man am selben Tisch saß, mit dem man gesprochen hat, plötzlich tot ist“.
In Schweden hatte es in den vergangenen Jahren mehrere Angriffe auf Schulen gegeben. Im Februar 2025 war ein 35-jähriger ehemaliger Schüler in ein Bildungszentrum für Erwachsene in der Stadt Örebro eingedrungen und hatte zehn Menschen und sich selbst erschossen. Es war der schlimmste Schusswaffenangriff in der Geschichte Schwedens.
Die Polizei teilte damals mit, der Täter habe aufgrund finanzieller und psychischer Probleme seinem Leben ein Ende setzen wollen. 2022 hatte ein 18-jähriger Schüler an einer Schule in Malmö zwei Lehrerinnen erstochen. (afp/red)
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Auto rast durch Fußgängerzone: Weitere Ermittlungen in Hofgeismar

Nach der folgenschweren Autofahrt durch eine Fußgängerzone mit mehreren Verletzten im nordhessischen Hofgeismar laufen die Ermittlungen zu dem Vorfall weiter. Dabei waren am Freitag nach ersten Angaben der Polizei acht Menschen verletzt worden. Die Behörden und Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gehen von einem Unfall aufgrund eines medizinischen Notfalls aus.
Vier der Verletzten waren vorsorglich in Krankenhäuser gebracht worden, sie hatten nach Polizeiangaben Schürfwunden, Prellungen oder Schocks davongetragen. Schwere Verletzungen sollen bei keinem der verletzten Passanten vorgelegen haben.

Wohl keine vorsätzliche Tat

Poseck hatte am Freitag deutlich gemacht, dass er keine vorsätzliche Tat sieht. „Nach allen mir vorliegenden Informationen ist in Hofgeismar von einem tragischen Unfallgeschehen infolge eines medizinischen Notfalls auszugehen“, hatte er laut Mitteilung erklärt. Seine Gedanken seien bei den Verletzten „und denjenigen, die durch den Vorfall in Angst und Schrecken versetzt wurden. Ich wünsche ihnen, dass sie schnell und vollständig genesen“, so der Minister, der sich auch bei den Einsatzkräften bedankte.
Der Vorfall hatte in der Kleinstadt mit knapp 16.000 Einwohnern große Aufregung ausgelöst. Laut Hauptamtsleiter Chris Dworak war sofort die Frage aufgekommen, welchen Hintergrund der Vorfall haben könnte. Das Telefon habe nicht mehr stillgestanden.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) behält die weiteren Ermittlungen gegen 17 Frankfurter Polizisten im Blick.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) behält die weiteren Ermittlungen gegen 17 Frankfurter Polizisten im Blick.

Foto: Andreas Arnold/dpa

Hohe Sicherheitsmaßnahmen in Hessens Innenstädten

Mit Blick auf den Schutz vor solchen und anderen Vorfällen mit Autos erklärte Poseck, die Sicherheitsmaßnahmen seien in den Innenstädten in Hessen bereits allgemein hoch. „Fußgängerzonen sind häufig bereits durch Poller abgesichert“, so der Minister. „Das Unfallgeschehen in Hofgeismar bietet aus meiner Sicht keinen Anlass, weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und noch mehr Poller einzusetzen.“ Es handele sich um einen tragischen Einzelfall. „So etwas lässt sich leider niemals und nirgendwo komplett ausschließen. Innenstädte müssen auch grundsätzlich erreichbar bleiben.“
Das Auto war nach Polizeiangaben nach einer mehrere Hundert Meter langen Irrfahrt gegen ein Kaufhaus-Schaufenster geprallt. Der Fahrer des Wagens, bei dem es sich laut Polizei um einen 68 Jahre alten Mann aus Hofgeismar (Landkreis Kassel) handelt, wurde von einem Notarzt behandelt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und befand sich laut Polizei in einem kritischen Zustand. Passanten hätten zuvor bei dem Mann in seinem Auto Erste Hilfe geleistet.
Offizielle Statistiken, wie häufig es zu medizinischen Notfällen hinter dem Steuer von Autos kommt, gibt es derweil laut Automobilclub ADAC nicht. Im konkreten Fall sei auch nicht bekannt, um welche Art Notfall es sich handelte. Ganz allgemein gelte aber, dass Autofahrer, die gesundheitliche Beeinträchtigungen bei sich feststellen, ihren Wagen möglichst rasch und sicher zum Stillstand bringen und bei Bedarf – sofern ihnen dies möglich ist – den Notruf verständigen sollten, wie ein Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen sagte.
Auf Autobahnen etwa sollte das Fahrzeug möglichst auf den Seitenstreifen oder einen Parkplatz gelenkt werden, sofern der Autofahrer oder die -fahrerin dazu in der Lage ist. Es gehe um den Schutz der eigenen Gesundheit, aber auch den anderer Verkehrsteilnehmer. Medizinische Notfälle könnten letztlich jeden Autofahrenden treffen. (dpa/red)
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Schwert-Attacke an Schule schockt Schweden

Schock kurz nach den Sommerferien: An einer Schule in Schweden hat eine Person mit einem Schwert mindestens zwei Menschen verletzt. Nach Informationen des schwedischen Rundfunks soll es sich um zwei minderjährige Jungen handeln.
Zu dem Vorfall kam es in der Stadt Fagersta nordwestlich von Stockholm. Der mutmaßliche Täter – laut Medien ein Mann – befindet sich nach Angaben der Kommune in Polizeigewahrsam.
Laut Boulevardmedien hat die Polizei dem Angreifer ins Bein geschossen. Informationen des schwedischen Rundfunks zufolge soll es sich bei dem Angreifer um einen 18 Jahre alten früheren Schüler der weiterführenden Schule handeln.
Einen endgültigen Überblick über die Anzahl der Verletzten sowie die Art der Verletzungen gab es am Abend noch nicht. „Wir haben zwei Schwerverletzte aufgenommen“, sagte Jonas Cederberg, Gesundheitsdirektor der Region Västmanland, dem schwedischen Rundfunk. Eine weitere Person werde mit leichten Verletzungen behandelt.

Schüler berichtet von dramatischen Szenen

Ein Schüler erzählte dem schwedischen Fernsehen, er habe gesehen, wie der Angreifer einen Mitschüler in den Arm gestochen habe. „Sein ganzer Arm war voller Blut, er sagte: Ruft die Polizei! Ruft die Polizei!“ Plötzlich seien alle gerannt. „Ich fühle mich nicht sicher“, sagte ein anderer Schüler. „Und ich bin traurig.“
Der Alarm war um 14.00 Uhr eingegangen. Medien berichteten von mehreren Rettungswagen und einem Polizeihubschrauber am Einsatzort. Die Polizei durchsuchte das Gebäude, befragte Zeugen und führte eine technische Untersuchung durch. „Wir werden auch prüfen, ob es möglicherweise Kameraaufnahmen gibt, die für die Ermittlungen hilfreich sein könnten“, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur TT.
Die Schülerinnen und Schüler, die sich nach der Tat noch in der Schule befanden, durften das Gebäude laut Medienberichten stundenlang nicht verlassen. Besorgte Eltern warteten auf dem Schulhof, manche weinten nach Angaben des Fernsehsenders SVT. „Man ist unruhig“, sagte eine Frau, deren Tochter am Nachmittag in der Schule ausharren musste, einer Reporterin.
Das Mädchen habe sehr viel Angst, es gehe ihr schlecht. Gegen 18 Uhr gab die Kommune Entwarnung. Eltern könnten ihre Kinder nun abholen, hieß es in einer Mitteilung. Auch in anderen Kindergärten und Schulen in der Umgebung hatten Kinder aus Sicherheitsgründen zunächst bleiben müssen.

„Schreckliche Nachrichten“: Reaktionen auf den Angriff

Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson schrieb in einer SMS an den Fernsehsender SVT, man wisse noch nicht, was hinter der Tat stecke, „aber wir wissen, dass die Polizei sehr intensiv arbeitet“. Justizminister Gunnar Strömmer sagte dem schwedischen Fernsehen: „Die Regierung steht in engem Kontakt mit der Polizei und verfolgt die Entwicklungen laufend.“
Auch die Chefin der schwedischen Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, kommentierte den Vorfall. Bei der Plattform X schrieb sie: „Schreckliche Nachrichten aus Fagersta. Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und allen, die davon berührt sind.“ Ganz Schweden stehe in dieser schweren Stunde an der Seite von Fagersta.
Bei der Schule handelt es sich den Angaben zufolge um eine weiterführende Schule in der Kommune Fagersta mit rund 500 Schülerinnen und Schülern.(dpa/red)
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Auto rast in Hessen durch Fußgängerzone – Acht Verletzte

Ein Auto ist am Freitagmorgen im hessischen Hofgeismar mit hoher Geschwindigkeit durch eine Fußgängerzone gegen ein Kaufhaus gefahren. Zeugen berichteten, dass der Fahrer zuvor an einem Zebrastreifen medizinische Probleme gehabt haben soll, teilte das Polizeipräsidium Nordhessen mit. Der Vorfall ereignete sich gegen 10:30 Uhr in der Mühlenstraße, als der Mercedes in die Fußgängerzone fuhr und mehrere Passanten erfasste.
Der 68-jährige Fahrer aus Hofgeismar wurde nach notärztlicher Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, sein Zustand soll kritisch sein. Insgesamt wurden acht Personen verletzt, darunter vier, die vorsorglich in Krankenhäuser gebracht wurden. Schwere Verletzungen sollen nach bisherigen Informationen nicht vorliegen.

Gutachter untersucht schweren Unfall

Die Polizei und der Rettungsdienst sind mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Ein Gutachter ist in die Ermittlungen eingebunden, um die Unfallursache zu klären. In der Fußgängerzone entstand ein hoher Sachschaden, der noch nicht genau beziffert werden kann. Die Unfallstelle ist derzeit abgesperrt.
Fotos der „Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) zeigen Tischplatten, Sitzpolster und Regale, die auf der Straße liegen. Dazwischen liegen Eimerchen mit Straßenmalkreiden für Kinder. In einem Video sieht man ein Feuerwehrauto, rot-weiße Absperrbänder und Warnhütchen. Der abgesperrte Bereich liegt in einer Fußgängerzone, die von Fachwerkhäusern gesäumt ist. (dts/dpa/red)
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Auto rast durch Fußgängerzone – Verletzte

Im nordhessischen Hofgeismar ist ein Auto gegen die Hauswand eines Kaufhauses gefahren. „Zuvor hatte der Wagen, der mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone gefahren sein soll, offenbar mehrere Personen erfasst“, teilte das Polizeipräsidium mit. Mindestens ein Mensch soll dadurch am Freitagmorgen verletzt worden sein.
„Laut Zeugen soll der Mann bereits medizinische Probleme gehabt haben, unmittelbar bevor das Fahrzeug in die Fußgängerzone fuhr“, so das Polizeipräsidium Nordhessen. Polizei und Rettungsdienst sind mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Der Fahrer des Pkw werde von einem Notarzt behandelt. Über die Schwere der Verletzungen gibt es laut Polizei noch keine genauen Informationen.
Fotos der „Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) zeigen Tischplatten, Sitzpolster und Regale, die auf der Straße liegen. Dazwischen liegen Eimerchen mit Straßenmalkreiden für Kinder. In einem Video sieht man ein Feuerwehrauto, rot-weiße Absperrbänder und Warnhütchen. Der abgesperrte Bereich liegt in einer Fußgängerzone, die von Fachwerkhäusern gesäumt ist. (dpa/red)
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Feuer im Hohen Venn eingekesselt – Lage bleibt angespannt

Der große Brand im Hohen Venn in Belgien ist nach Behördenangaben von Feuerwehrleuten eingekesselt worden. Es sei eine „positive Entwicklung vor Ort“, teilte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich, Hervé Jamar, mit. Einsatzkräfte kämpfen seit Freitag gegen das Feuer im Naturschutzgebiet nahe der deutschen Grenze.
Nach einer weiteren Lagebeurteilung soll im Laufe des Tages entschieden werden, ob die eingesetzten Mittel reduziert werden können, so der Gouverneur. Ob weiterhin Löscheinsätze aus der Luft erforderlich sein werden, müsse noch bestätigt werden.
Das Feuer, das bislang rund 3.000 Hektar zerstört hat, ist noch nicht unter Kontrolle. „Da sind wir noch nicht“, sagte ein Sprecher des Gouverneurs laut Nachrichtenagentur Belga. In der Nacht seien Brände mehrfach wieder aufgeflammt.
Auch in dem von dem Waldbrand in Deutschland bedrohten Ort Monschau herrschte vorsichtiger Optimismus. Das Feuer weite sich nicht weiter in Richtung deutschen Staatsgebiets aus, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Die aktuelle Wetterlage mit Regen und der intensive Löscheinsatz auf der belgischen Seite hätten die weitere Ausbreitung gestoppt, heißt es weiter.

Evakuierung noch nicht aufgehoben

Derzeit sind noch 30 Bürgerinnen und Bürger aus Monschau-Kalterherberg nicht zurück in ihren Häusern. Die Stadt hatte sie am Sonntag aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Für eine Rücknahme müsse sich zuvor die Lage deutlich entspannen, hatte ein Feuerwehrsprecher gesagt.

Keine Gefahr durch Brandgeruch

Trotz des weithin wahrnehmbaren Brandgeruchs auch auf deutscher Seite wegen des anhaltenden Großfeuers gibt es eine Entwarnung für die angrenzende Städteregion Aachen: Die gemessenen Schadstoffkonzentrationen in der Luft liegen alle unterhalb der Orientierungs- und Grenzwerte für schwere gesundheitliche Auswirkungen, wie die Städteregion mitteilte.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) Nordrhein-Westfalen habe an zahlreichen Orten mit zwei Messfahrzeugen kontrolliert, etwa im Bereich von Kitas, Altenheimen, Arztpraxen und Krankenhäusern.
Allgemein würden bei Waldbränden natürlich Luftschadstoffe freigesetzt, stellte die Behörde fest. Bei den Messungen sei insbesondere eine erhöhte Belastung bei Feinstaub registriert worden.

Reul warnt vor Spekulationen

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat vor Spekulationen über den Auslöser des Waldbrandes im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn gewarnt. „Das hat keinen Sinn“, sagte der CDU-Politiker am Morgen in Monschau. Die Ursache müsse sorgfältig geprüft werden, sagte Reul. Wenn man Täter ermitteln könne, müssten diese auch vor Gericht gestellt werden.
Wenn das nicht gelinge, bleibe nur der grundsätzliche Appell, sich nicht verantwortungslos im Wald zu bewegen, keine Zigarettenkippen wegzuwerfen oder zu grillen, sagte der NRW-Innenminister. Er äußerte sich zu Gerüchten, wonach Wildcamper den Waldbrand im belgischen Nachbarland ausgelöst haben könnten.
Bei einem ersten Besuch im Brandgebiet Hürtgenwald hatte Reul am Samstag gesagt: „Irgendein Idiot hat das Feuer verursacht. Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen.“

WWF: Natur im Hohen Venn braucht Jahrzehnte zur Erholung

Die Umweltorganisation WWF sieht einen enormen ökologischen Schaden durch das Feuer. „Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Natur sich erholt hat“, sagte Corentin Rousseau vom WWF Belgien der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“. „Durch die große Menge Asche ist das Gleichgewicht im Boden gestört.“
Auch ein Wiederansiedlungsprojekt für seltene Auerhühner ist nach Einschätzung von Fachleuten akut gefährdet, wenn nicht gescheitert. 35 der Tiere waren im Frühjahr im Hohen Venn ausgesetzt worden, wie die Zeitung „De Standaard“ berichtete.
Der Biologe Tobias Ceulemans von der Universität Antwerpen sagte, er rechne nicht damit, dass die Kolonie überlebe: „Ihr Lebensraum lag mitten in dem 3.000-Hektar-Gebiet, das im Hohen Venn in Flammen aufgegangen ist.“ (dpa/red)
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Brand im Hohen Venn soll eingedämmt werden

In Belgien hoffen die Einsatzkräfte auf eine Eindämmung des seit Tagen brennenden Feuers im Naturschutzgebiet Hohes Venn.
„Ziel ist, die Brände zurückzudrängen und die Bereiche, die wir bis jetzt gerettet haben, weiterhin feuerfrei zu halten“, sagte Tobias Schell, Feuerwehrsprecher in der Nachbarstadt Monschau. Ein Lichtblick sei der Regen, der auch für Mittwoch angesagt sei. „Das spielt uns auf jeden Fall in die Karten.“

Die nordöstliche Flanke des Feuers ist der kritische Punkt

Die Lage sei aber noch nicht unter Kontrolle. Das größte Problem sei die nordöstliche Flanke des Feuers, die besonders schwer erreichbar sei. „Das ist unser kritischer Punkt“, sagte Schell. Diese Brandlinie sei 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
„Solange wir da noch keine deutliche Entspannung sehen, wird die Evakuierung auch noch nicht aufgehoben“, sagte er mit Blick auf die etwa 30 Bürger aus Monschau-Kalterherberg, die am Sonntagabend ihre Häuser hatten verlassen müssen.
Es gebe dazu anderslautende Gerüchte im Internet, aber die seien falsch, betonte Schell.
Die Geruchsbelästigung reicht bis nach Köln und Wuppertal.

Die Geruchsbelästigung reichte teilweise bis nach Köln und Wuppertal.

Foto: Oliver Berg/dpa

Am Dienstag war die Brandbekämpfung durch Rauchentwicklung behindert worden. Löschhubschrauber konnten deshalb nicht aufsteigen. „Es gab einen Erkundungsflug, der ist aber ziemlich zeitnah abgebrochen worden, weil es einfach keinen Sinn machte“, so Schell.
Der Brandgeruch war am Dienstag noch in mehr als 100 Kilometer Entfernung in Nordrhein-Westfalen wahrnehmbar gewesen.
Am Abend meldete die Feuerwehr Köln, dass die „Geruchslage“ nicht mehr bestehe. Wie sich der Rauch am Mittwoch entwickle, könne man noch nicht absehen, sagte Schell.
Rauchschwaden ziehen über den großen Waldbrand im Hohen Venn hinweg.

Rauchschwaden ziehen über den großen Waldbrand im Hohen Venn hinweg.

Foto: Kevin Schößler/dpa

Im Hohen Venn sind 3.000 Hektar Naturgebiet in Flammen aufgegangen. Seit Anfang der Woche unterstützt Nordrhein-Westfalen die belgischen Einsatzkräfte auch mit einem seiner beiden „Fire Fighter“ – einer Art Mischung zwischen Forstfahrzeug und Löschpanzer.
Diese geländegängigen Fahrzeuge könnten auch dort eingesetzt werden, wo herkömmliche Feuerwehrautos an ihre Grenzen kämen, teilte das NRW-Landwirtschaftsministerium mit.
Pro Stunde könnten sie rund 30.000 Liter Wasser ausbringen. Gerade im schwer zugänglichen Moorgebiet des Hohen Venn seien sie eine wichtige Unterstützung.

WWF: Natur im Hohen Venn braucht Jahrzehnte zur Erholung

Die Umweltorganisation WWF sieht einen enormen ökologischen Schaden durch das Feuer. „Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Natur sich erholt hat“, sagte Corentin Rousseau vom WWF Belgien der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“. „Durch die große Menge Asche ist das Gleichgewicht im Boden gestört.“
Auch ein Wiederansiedlungsprojekt für seltene Auerhühner ist nach Einschätzung von Fachleuten akut gefährdet, wenn nicht gescheitert. 35 der Tiere waren im Frühjahr im Hohen Venn ausgesetzt worden, wie die Zeitung „De Standaard“ berichtete.
Der Biologe Tobias Ceulemans von der Universität Antwerpen sagte, er rechne nicht damit, dass die Kolonie überlebe: „Ihr Lebensraum lag mitten in dem 3.000 Hektar-Gebiet, das im Hohen Venn in Flammen aufgegangen ist.“
Regen hilft, auffrischender Wind ist ungünstig.

Regen hilft, auffrischender Wind ist ungünstig.

Foto: Oliver Berg/dpa

Lage im Hürtgenwald entspannt sich weiter

Der Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel ist dagegen unter Kontrolle. Einsatzkräfte kämpfen dort aber noch gegen Glutnester. „Was hier im Hürtgenwald und in Monschau unter schwierigsten Bedingungen geleistet wird, verdient höchsten Respekt“, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) am Dienstag bei einem Besuch.
„Die aktuellen Waldbrände führen uns mit aller Deutlichkeit vor Augen, wie verletzlich unsere Wälder angesichts von Hitze, Trockenheit, Stürmen und Schädlingen sind. Die Schäden sind immens und werden uns noch lange beschäftigen.“ (dpa/red)
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Wie wird der Wald brandfester? Eichen als Feuerschutz

Kiefernwälder brennen extrem stark, Eichen bremsen das Feuer dagegen. Das Pflanzen von Laubbäumen in einen Nadelwald könne die Feuerintensität deutlich senken, sagt Tanja Sanders vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde. Das habe ein größeres Forschungsprojekt ihres Instituts ganz klar gezeigt.
„Das, was alle Förster und Waldbesitzer sowieso seit Jahren eigentlich vorantreiben, den Waldumbau hin zu einer Mischung mit mehr Laubholz, ist auch etwas, was gegen Feuer gut funktioniert“, sagt die Waldökologin.
„Eichen eignen sich sehr gut, weil sie eben schlechter brennen“, betont Sanders. Das gelte auch für ihr Laub. Trockene Eichenblätter, aber auch Buchenblätter, brennen laut Sanders sehr schlecht.
Das Feuer gehe von allein aus. Weil das Laub von Eichen auch schlecht verrotte, gebe es zudem weniger Unterwuchs. Das bedeute weniger Nahrung für die Flammen. In der DDR habe man Brandschutzriegel aus Eichen angelegt, um Waldbrände zu begrenzen. Laubbäume halten Wasser laut Sanders auch besser im Wald als Nadelbäume.

Kiefernstreu: „Da läuft das Feuer einfach durch“

Die Kiefer sei dagegen „so unsere brennbarste Baumart, die wir hier in Deutschland haben“, sagt Sanders. „Kiefernstreu, wenn man die einmal anzündet, brennt die bis nichts mehr da ist. Also, da läuft das Feuer einfach durch.“
Daher seien reine Kiefernbestände extrem brandgefährdet. „Wir hatten ja auch die großen Brände, Treuenbrietzen zum Beispiel, wo die Brände erst in dem Sinne auch wirklich aufgehört haben, als sie in Mischwaldkulturen reingingen.“
Die Fichte sei zwar nicht ganz so brennbar wie die Kiefer, aber hier gebe es viel trockenes Reisig, also kleine abgebrochene Äste, die sich am Boden sammeln und Brandmaterial bilden. Aus den Wäldern sollte man insgesamt trockenes Totholz ein Stück weit entfernen, aber die großen, auf dem Boden liegenden und meist feuchten Stämme liegen lassen, sagt die Expertin.
Als konkrete Sperre für Brände könnten auch Brachflächen dienen. Ein solcher Schutzstreifen müsse wegen des Funkenflugs etwa 100 bis 300 Meter breit sein.
Neben Straßen in Brandenburg werde ein Streifen gepflügt, sodass offener Sand hervorkomme. Diese schmaleren Schutzstreifen sollten verhindern, dass Brände entstehen, wenn Funken von Fahrzeugen übersprängen oder jemand seine Zigarette wegwerfe.

Eichhörnchen hilft beim Waldumbau

Einige Wälder seien auch noch durch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg oder aus späteren Militärübungen belastet. Wenn es dort brenne, könne die Feuerwehr nur sehr eingeschränkt agieren. Die Munition behindere auch den Umbau des Waldes, weil man nicht einfach hineingehen könne.
Doch auch aus der Luft sei eine Anpflanzung von Laubbäumen oft schwierig. „Wenn ich sowieso schon einen Kiefernbestand habe und dann Saatgut abwerfe, ist halt die Frage, ob und wann das unten am Boden ankommt“, sagt Sanders.
„Deswegen arbeitet man eher mit Saattabletts, wo sich zum Beispiel Eichhörnchen Samen holen und ihn dann im Wald verteilen.“ (dpa/red)
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Waldbrand mit 3.000 Hektar Fläche im Hohen Venn: Lage stabil

Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt nicht mehr auf die deutsche Grenze vor. Leichter Regen, kein Wind und hohe Luftfeuchtigkeit spielten den Einsatzkräften in die Hände. „Das ist gut für uns“, sagte ein Feuerwehrsprecher in der Einsatzleitstelle in Kalterherberg, einem Stadtteil von Monschau. Es handelt sich mit rund 3.000 Hektar Fläche um den größten Waldbrand in der Geschichte Belgiens.

Bewohner mussten Häuser am Abend verlassen

Das Feuer war bis 300 Meter an die deutsche Grenze herangerückt. Zudem war zeitweise befürchtet worden, dass der Wind auffrischt, sich zusätzlich ungünstig dreht und die Flammen Richtung Deutschland treibt. Die Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren am Sonntagabend gegen 22 Uhr evakuiert worden.
Die Brandbekämpfer hoffen, die Häuser retten zu können: „Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben.“
Gegen 16 Uhr sei am Sonntag die Anforderung aus Belgien gekommen, bei der Brandbekämpfung zu helfen. Der Einsatz sei bereits vorbereitet gewesen. „Wir beobachten das Feuer schon seit Freitag.“

Applaus für Einsatzkräfte

Im Minutentakt rauschten in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg ins Einsatzgebiet. Auf der nächsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen, der mal stärker aufleuchtete und dann wieder schwächer wurde und zeitweise gar nicht mehr zu sehen war.
Die Feuerwehr wässert Wiesen vor Wohnbebauung.

Die Feuerwehr wässert Wiesen vor Wohnbebauung.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Der Kampf gegen die Flammen werde die ganze Nacht fortgesetzt. „Wir ziehen durch“, sagte Feuerwehrsprecher Tobias Schell. Auf einem Garagendach beobachteten Schaulustige das Geschehen und applaudierten jedem vorbeifahrenden Einsatzfahrzeug.
Nicht nur die Wiesen würden gewässert, sondern auch große Wassertanks aufgefüllt für die Löschfahrzeuge, die die Flammen direkt bekämpfen. Das Wasser müsse von der Talsperre Perlenbach herbeigeschafft werden.
Von der angeordneten Evakuierung mehrerer Straßenzüge in Kalterherberg sind nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 30 Menschen in 17 Häusern betroffen. Nicht nur das Feuer, auch der Rauch sei gesundheitsgefährdend. In einer Schule in Simmerath wurde eine Notunterkunft für Betroffene eingerichtet.

Waldbrand in Belgien

Der Kampf gegen die Flammenfront im Hohen Venn, der im Osten Belgiens liegt, bereitet den Einsatzkräften weiter große Mühe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend.
Blick auf verbrannte Vegetation und verbrannten Waldboden bei Sourbrodt in Belgien. Weite Teile des Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland sind von den Flammen betroffen.

Blick auf verbrannte Vegetation und verbrannten Waldboden bei Sourbrodt in Belgien. Weite Teile des Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland sind von den Flammen betroffen.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Für die unterirdisch glimmenden Torfschichten im Hochmoor auf belgischem Gebiet prophezeite der Monschauer Feuerwehrsprecher: „Das wird eine wochenlange Aktion werden.“ (dpa/red)
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Angst vor der Feuerfront in der Eifel

Bilder von verheerenden Waldbränden sind bisher weit weg gewesen. Große Feuer wüteten in den vergangenen Monaten etwa in Spanien und Frankreich. Doch plötzlich bangen auch in der Eifel in Nordrhein-Westfalen Tausende Menschen um ihr Zuhause, um ihre Heimat. Die Bedrohung ist quasi vor der Haustür angekommen.
Für Monschau, das idyllische Fachwerkstädtchen mit zahlreichen Touristen, wird ein Waldbrand im Hohen Venn zur Gefahr. Auf belgischer Seite tobt in dem Hochmoor ein riesiges Feuer und auch zieht auch auf die deutsche Seite.
Stunde für Stunde wird genau beobachtet, wie sich die Feuerwalze bewegt. Laut Eifelstadt sind es am Sonntagmittag noch weniger als zwei Kilometer bis zur deutschen Grenze.

Beißender Brandgeruch und gepackte Taschen

In Plattevenn, einem kleinen Fleckchen in Monschau, haben manche in der Nacht neben gepackten Koffern übernachtet. Bauernhöfe und das ein oder andere Haus stehen hier zwischen Feldern. Auch für die Bewohnerinnen und Bewohner zwei weiterer Siedlungen gab es die Empfehlung, wegen der Rauchgase vorübergehend ihr Zuhause zu verlassen.
Die Stadt rät das später weiteren 5.000 Einwohnern, die ebenfalls in den Ortsteilen Mützenich und Kalterherbeg von beißendem Brandgeruch betroffen sind. Eine Evakuierung ordnet die Verwaltung aber zunächst nicht an. Trotzdem weiß niemand so recht, ob es dabei bleibt und wann die Bedrohung vorbei sein wird.
„Wir waren vorbereitet“, sagt ein verunsichertes Paar aus Plattevenn. Sie konnten zwar bleiben, aber die Anspannung nagt an ihnen. „Als wir aufgewacht sind am Morgen, haben wir einen großen Schrecken bekommen. Das Haus lag im Nebel. Wir dachten aber zuerst, es ist Rauch vom immer näher kommenden Waldbrand.“

Man hält zusammen, will keine Panik

Auch Angehörige, Freunde und Bekannte sind besorgt, wollen aber nicht in Panik verfallen. „Ich hatte meine Tasche gepackt, aber im Augenblick ist alles ganz normal. Mach Dir keine Sorgen“, beruhigt am Handy eine Frau ihren Gesprächspartner – und geht mit ihrem Hund spazieren, wie immer.
Die Menschen halten zusammen, erkundigen sich nach anderen. Die Unruhe wächst aber angesichts der anhaltenden Feuerfront und Brandentwicklung. Spaziergänger berichten einem dpa-Reporter in Plattevenn von einem Landwirt, dessen Hof sehr nah an der belgischen Grenze liegt. Er habe in der Nacht seinen Hof vorsorglich immer wieder mit Wasser bespritzt.

Hürtgenwald-Gey ist verschont – aber weit von Normalität entfernt

In Hürtgenwald spürt man dagegen ein Aufatmen. Der größte Waldbrand in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen ist unter Kontrolle, wie Landrat Ralf Nolten (CDU) am Sonntagabend erklärte. Die Zahl der Einsatzkräfte kann deutlich reduziert werden. Auch die Zahl der Löschhubschrauber nimmt deutlich ab.
Am Samstagabend kehrten die ersten der rund 2.000 Bewohner des evakuierten Ortsteils Gey in ihre Wohnungen und Häuser zurück, wie eine Sprecherin des Kreises schilderte. Am Sonntagmorgen waren nach Behördenangaben zwei Drittel der Betroffenen wieder vor Ort.
Nicht alle, die in der Nacht eilig gehen mussten, waren zuversichtlich, dass sie ihre vier Wände jemals wieder heile sehen würden. Und tatsächlich war es wohl knapp – die Flammen näherten sich aus 250 Meter.
Annett und Dirk Conrad sind mit ihrem siebenjährigen Sohn Killien aus einem Hotel in Düsseldorf zurück in Gey. Nachts um vier Uhr am Freitag kam der Alarm. „Hinten raus konnten wir die Flammen sehen, wie die über den Berg auf uns zukamen“, schildert das Paar rückblickend. Bis die Normalität zurückkehre, werde es noch dauern. „Aber wir sind dankbar, dass alles soweit gut gegangen ist.“
Das Feuer im Hürtgenwald wütete auf einer Fläche von 420 Fußballfeldern. Ein Großaufgebot von Hunderten Feuerwehrleuten, die nach zwölf Stunden jeweils von frischen Kräften aus ganz NRW abgewechselt werden, kämpfte tagelang dagegen an, ein Herkules-Auftrag.
Bis zu elf Hubschrauber mit Löschwasser waren gleichzeitig im Hürtgenwald im Einsatz. Bergepanzer der Bundeswehr zogen auch nachts Schneisen, damit sich das Feuer nicht noch weiter ausbreiten könnte. Landwirte karrten mit ihren Traktoren und großen Tanks immer wieder Löschwasser für den Einsatz heran.
Inzwischen wüten keine offenen Flammen mehr im Hürtgenwald, es geht noch um Glutnester. Den Großrand werden sie hier lange nicht vergessen. Auch die Hilfsbereitschaft nicht. Auf den Anfahrtswegen haben Anwohner Schilder aufgestellt als Dankeschön für die große Unterstützung. (dpa/red)
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Waldbrand im Hürtgenwald: Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Hunderte Feuerwehrkräfte kämpfen im Hürtgenwald in der Eifel weiter gegen den großen Waldbrand. In der Nacht wurde in besonders gefährdeten Bereichen der Personaleinsatz am Boden fast verdoppelt, wie der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Düren, Peter Berndgen, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Viele zusätzliche Löschzüge wurden in diese Bereiche geführt.
Die Wetterbedingungen sorgten in der Nacht für vorsichtigen Optimismus. Der Wind habe die Löscharbeiten zuletzt begünstigt, heißt es in einem Beitrag auf X:

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Im Fokus steht die am frühen Freitagmorgen evakuierte Ortschaft Gey, deren rund 2.000 Bewohner bei Verwandten und Freunden unterkamen. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlugen nach Angaben Berndgens auch in der Nacht Schneisen im Bereich des Ortsteils. Damit sollte ein Übergreifen des Feuers möglichst verhindert werden.

Tagelanger Einsatz erwartet

Die Feuerwehr stelle sich auf einen tagelangen Einsatz ein, sagte Berndgen. Alle zwölf Stunden machten sich rund 500 Einsatzkräfte aus NRW auf den Weg zum Schichtwechsel ins Brandgebiet. Die Einsatzplanung reiche derzeit bis Montag.
Der Einsatz der Löschhubschrauber wurde bei Tageslicht wieder aufgenommen. Mit Einbruch der Dunkelheit mussten die Helikopter am Boden bleiben. Heute Nachmittag will sich auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) vor Ort ein Bild von der Lage im Brandgebiet machen.
Der Waldbrand ist nach Einschätzung der Landesregierung wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) ging bei einem Besuch der Einsatzkräfte von einer betroffenen Fläche von 200 Hektar bis 300 Hektar aus.
Bei Tageslicht sollen die Löschhubschrauber wieder fliegen.

Bei Tageslicht sollen die Löschhubschrauber wieder fliegen.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Mehrere Feuerwehrleute verletzt

Bei dem großen Waldbrand gab es bislang fünf Verletzte. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU) Landrat Nolten der dpa. Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt worden. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme.
Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat knapp 9.000 Einwohner.

Bundeswehr und Bundesländer helfen

In Zusammenhang mit mehreren aktuellen Waldbränden in NRW übernahm das Landesinnenministerium die Koordinierung. Die sogenannte Koordinierungsgruppe des Krisenstabs der Landesregierung wurde aktiviert. Sie koordiniert auch die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte und Spezialgeräte. Neben Hubschraubern der NRW-Polizei waren auch Helikopter aus Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Bundespolizei und Bundeswehr zur Brandbekämpfung im Einsatz.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und Gorißen appellierten an die Bevölkerung, Wälder derzeit nicht zu betreten. „Brände können sich rasant schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden“, mahnten sie.
Auch in der Nacht kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Auch in der Nacht kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Weiterer Brand nur 60 Kilometer entfernt

Nur rund 60 Kilometer Luftlinie entfernt von Hürtgenwald brach am Freitag ein größerer Wald- und Wiesenbrand im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz aus. Dort brannten rund 50 Hektar, wie ein Sprecher des Landkreises sagte. Mehrere Häuser eines Ortsteils wurden evakuiert – die Evakuierung zweier anderer Orte wurde aber abgewandt. Bei der Bekämpfung waren etwa 300 Kräfte stundenlang im Einsatz. Nach offiziellen Angaben wurden sieben Feuerwehrleute leicht verletzt.
Auch an anderen Orten in Deutschland waren kleinere Waldbrände aktiv. (dpa/red)
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Munition explodiert, Panzer helfen, 2.000 evakuiert – Anwohner will „Irgendwie die Heimat retten“

Diese Nacht wird Patrick Koch nie vergessen. Ununterbrochen hat er mit einem Traktor Wasser angeliefert, um die Feuerwehr bei der Bekämpfung des Waldbrands im Hürtgenwald zu unterstützen. Das Wasser holte er in einem Fass aus einer Talsperre. Und dann immer auf die Flammenwand zu. Was das für ein Gefühl war? „Das war Wahnsinn“, sagt der 31-Jährige, der für ein Tiefbauunternehmen arbeitet. „Noch nie erlebt so was. Und auch nie damit gerechnet, dass das hier direkt bei uns vor der Tür ist.“
Er habe überall Glutnester gesehen und „sehr viele Flammen“. Durch den Rauch gab es nur eingeschränkte Sicht. Alles, was man gesehen habe, seien die Rauchschwaden und die lodernden Flammen gewesen. „Und dazwischen die Lichter der Traktoren und Feuerwehrautos.“ Seine Freundin habe zu Hause aus dem Fenster beobachten können, wie sich der Brand ausgebreitet habe. „Die hat sich natürlich Sorgen gemacht.“ Und er, wie hat er sich gefühlt? Er zuckt mit den Schultern. „Man macht einfach seine Arbeit und versucht zu helfen. Man will ja auch seine Heimat irgendwie retten.“
Die Lage im Hürtgenwald war in der Nacht dramatisch, und sie ist es auch noch am nächsten Morgen. Gegen 7.30 Uhr fährt ein Radfahrer durch den Ortsteil Großhau. Plötzlich biegt er um eine Ecke – und sieht vor sich einen Panzer durch ein verschlafenes Sträßchen rollen. Sofort bremst der Radler scharf ab und zückt das Handy für ein Video.

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Der Wald ist vermint – Hinterlassenschaft einer Schlacht

Die Panzer seien nötig, um Schneisen in den Wald zu schlagen, erklärt der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU). Der Hürtgenwald ist ein sehr großer und alter Wald. Eine zusätzliche Schwierigkeit ergibt sich dadurch, dass überall Kriegs-Hinterlassenschaften zu finden sind. Im Herbst 1944 tobte hier eine der für die Amerikaner verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Der als Reporter mitreisende Schriftsteller Ernest Hemingway („Der alte Mann und das Meer“) fühlte sich durch die schroffe Landschaft an Illustrationen aus Grimms Märchen erinnert, „nur viel dunkler“.

Archivbild eines eingesetzten Pionierpanzers. Dieser bietet Schutz vor Kriegsaltlasten und unterstützt die Einsatzkräfte beim Kampf gegen den Waldbrand.

Foto: SASCHA SCHUERMANN / AFP über Getty Images

Auf den Gesteinsblöcken der Bunker wachsen heute Farne und Bäume, aber unter der Erde liegen Granaten und Munition. Helfer berichten, dass in der Nacht immer wieder Explosionen aus der Richtung des Brands zu hören waren. „Wir haben auch die Schläge gehört, hier ist Munition in der Nacht auch hochgegangen“, bestätigt Nolten. Dazu seien starke, wechselnde Winde gekommen. „Wir mussten uns streckenweise zurückziehen, damit einzelne Einheiten nicht eingekesselt wurden.“
Das Kernproblem: Zunächst sei die Feuerwalze Richtung Westen gerollt, dann in Richtung Norden, dann Osten. „Und dann wirklich den Hang runter auf die Ortschaft zu“, schildert Nolten. „Und dann mussten wir evakuieren.“ Nur noch etwa 250 Meter sei das Feuer gegen Morgen vom Ortsteil Gey mit 2.300 Bewohnern entfernt gewesen. Deshalb habe unbedingt gehandelt werden müssen.

Mitten in der Nacht stand die Polizei vor der Tür

Mitten in der Nacht klingelte die Polizei die Leute aus dem Bett. Der Landrat weiß von keiner einzigen Person, die den Anweisungen nicht sofort Folge geleistet hätte. Verweigerer, mit denen sich die Behörden bei Evakuierungen für Bombenentschärfungen etwa in Köln regelmäßig herumschlagen müssen, gab es demnach nicht. „Wenn Sie die Feuerwand gesehen haben – die Bäume haben hier schon ihre Höhe, und dann brennt’s nochmal 18 Meter über die Krone – wenn Sie das gesehen haben, dann gehen Sie. Dann fangen Sie nicht an zu diskutieren.“
Die Evakuierten wurden zunächst in einer Schule untergebracht. Manche wandten sich hinterher noch an Polizei und Feuerwehr, um ihre Katze aus dem Haus zu holen oder wichtige Medikamente.
Ein Löschhubschrauber bekämpft am Donnerstagabend die Flammen des Waldbrandes Nahe Hürtgenwald.

Ein Löschhubschrauber bekämpft am Donnerstagabend die Flammen des Waldbrandes Nahe Hürtgenwald.

Foto: Jan Ohmen/dpa

Auch Stephan Cranen, Bürgermeister von Hürtgenwald, bestätigt, dass die Bewohner sehr verständnisvoll gewesen seien. Während hinter ihm die Rauchwolken aufsteigen und ein Löschhubschrauber zu seiner nächsten Runde losfliegt, rekapituliert er kurz die vergangenen Tage: „Es hat sich immer weiter ausgebreitet, dieses Feuer hier.“ Es sei für ihn ein Bild der Erleichterung, dass er nun den Löschhubschrauber sehe. „Ich hoffe, dass wir das jetzt in den Griff kriegen. Es ist wichtig, dass der Ortschaft nichts passiert. Der Wald, das ist ärgerlich, aber die Orte..! Das wäre nochmal eine ganz andere Dimension.“

Das Dumme ist: Es ist „Red Flag Day“ heute

Wie geht es jetzt weiter? Nolten: „Im Laufe des Nachmittags rechnen wir damit, dass aufgrund der steigenden Temperaturen wieder eine gewisse Thermik entsteht, und das kann dazu führen, dass wir wieder ein Anfachen, ein Aufflammen von einzelnen Feuern haben.“
Das Dumme sei, dass das alles an einem „Red Flag Day“ stattfinde, sagt Feuerwehrsprecher Peter Berndgen. Feuerwehrleute hätten nicht gerne Temperaturen von mehr als 30 Grad und starke, wechselnde Winde. „Leider haben wir heute genau einen solchen Tag.“ Deswegen seien Prognosen auch so schwierig. „Wir stellen uns auf alle Szenarien ein.“
Am Vormittag wird die ärztliche Betreuungsstelle für Einwohner aus Gey geräumt – der Ascheregen war zu stark geworden. Zu diesem Zeitpunkt deuten die Zeichen nicht darauf hin, dass der Brand von Hürtgenwald unter Kontrolle ist. (dpa/red)
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Hürtgenwald: Panzer gegen Waldbrand, 1.800 evakuiert – Brandursache unklar

Ein sich ausbreitender Waldbrand bedroht den Ortsteil Gey in Hürtgenwald im Kreis Düren. Rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Inzwischen ist die Evakuierung vollständig abgeschlossen, wie eine Sprecherin des Kreises Düren der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Wegen der zunehmenden Gefahr wurde der Krisenstab des Kreises Düren einberufen. Er soll die aktuelle Lage bewerten und über das weitere Vorgehen beraten.
Die Warn-App NINA zeigt die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Auch der benachbarte Ortsteil Großhau mit rund 500 Einwohnern gilt als gefährdet.

Waldbrand rückt näher

Nach Angaben der Einsatzkräfte waren die Flammen zunächst etwa 500 Meter von Gey entfernt. Durch eine Änderung der Windrichtung verschärfte sich die Situation jedoch. Das Feuer rückte bis auf rund 400 Meter an die Ortschaft heran. Daraufhin wurde die Evakuierung angeordnet.
Insgesamt stehen nach Angaben der Gemeinde rund 25 Hektar Wald in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer Großschadenslage.
Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Foto: Michael Matthey/dpa

Bundeswehr mit Panzer im Einsatz

Auch die Bundeswehr unterstützt die Einsatzkräfte und ist Medienberichten zufolge mit Pionierpanzern vor Ort. Sie sollen Wege für die Einsatzkräfte im Wald freiräumen und so die Löscharbeiten unterstützen.

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Zusätzlich ist ein speziell ausgebildetes Vegetationsbrand-Modul aus Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Nach Angaben des „Westen“ gehören dazu zwölf Spezialfahrzeuge und 32 Einsatzkräfte aus Bonn, Königswinter, Düsseldorf und Leverkusen.
Pionierpanzer der Bundeswehr. (Archivbild). Foto: Bundeswehr/Michael Mandt/flickr

Pionierpanzer der Bundeswehr. (Archivbild).

Foto: Bundeswehr/Michael Mandt/flickr

Auch Pflegeheim evakuiert

Demnach wurde inzwischen auch ein Pflegeheim geräumt. Die Bewohner wurden vorübergehend in einer nahegelegenen Grundschule untergebracht.
Die Evakuierung des Ortsteils Gey selbst ist mittlerweile abgeschlossen. Alle Bewohner hätten ihre Häuser und Wohnungen verlassen, teilte eine Sprecherin des Kreises Düren mit.

Straßen gesperrt

Die B399 und die L25 sind wegen des Waldbrandes gesperrt. Die Gemeinde ruft außerdem dazu auf, die Bereiche um Gey und Kleinhau großräumig zu meiden.
Seit Donnerstagnachmittag sind zahlreiche Feuerwehrkräfte im Einsatz. Unterstützt wurden die Löscharbeiten unter anderem durch einen Löschhubschrauber, der bei Dunkelheit nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die Einsatzkräfte arbeiteten auch während der Nacht weiter.
Die Brandursache ist bislang unklar.

Anlaufstelle für Betroffene

Wegen der Rauchentwicklung sollen Bewohner Mund und Nase gegebenenfalls mit einem Stofftuch, Kleidung oder einer Maske bedecken. Eine Anlaufstelle für Betroffene wird in der Grundschule Straß eingerichtet.
Wer bei der Evakuierung Unterstützung benötigt, kann sich unter 02429 3090 melden. (dpa/afp/red)
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„Extreme Gefahr“: Waldbrand in Hürtgenwald – Krisenstab einberufen, 1.800 evakuiert

Wegen eines sich ausbreitenden Waldbrandes im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald wird der Ortsteil Gey evakuiert. Die Gemeinde forderte die rund 1.800 Einwohner am frühen Morgen auf, den Ortsteil „sofort“ zu verlassen. Das Feuer bewegt sich weiter auf Gey zu.
Weil sich der Waldbrand immer weiter auf die Gemeinde zubewegt, wurde inzwischen der Krisenstab des Kreises Düren einberufen. Eine Sprecherin des Kreises bestätigte dies der Deutschen Presse-Agentur. Der Krisenstab soll nun die aktuelle Lage bewerten und über das weitere Vorgehen beraten.
Die Evakuierung von Gey mit gut 1.800 Einwohnern hat am frühen Morgen begonnen.
Die Warn-App NINA zeigt inzwischen die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.

Flammen rücken näher

Nach Angaben der Einsatzkräfte waren die Flammen zunächst etwa 500 Meter von Gey entfernt. Durch eine Änderung der Windrichtung verschärfte sich die Situation jedoch: Das Feuer rückte bis auf rund 400 Meter an die Ortschaft heran. Daraufhin wurde kurz vor 4 Uhr die Evakuierung angeordnet.
Insgesamt stehen nach Angaben der Gemeinde rund 25 Hektar Wald in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer Großschadenslage.

Rund 1.800 Menschen betroffen

Die Evakuierung von Gey verlief nach Angaben der Polizei zunächst ruhig und ohne Zwischenfälle. Die betroffenen Einwohner sollen nur die nötigsten persönlichen Gegenstände, Ausweisdokumente und Medikamente mitnehmen.
Neben Gey ist auch der Ortsteil Großhau mit rund 500 Einwohnern gefährdet. Die Gemeinde hatte außerdem dazu aufgerufen, die Bereiche Kleinhau und Gey sowie die L25 zu meiden. Die B399 ist gesperrt.

Einsatzkräfte kämpfen gegen den Brand

Seit Donnerstagnachmittag sind zahlreiche Feuerwehrkräfte im Einsatz. Unterstützt wurden die Löscharbeiten unter anderem durch einen Löschhubschrauber, der bei Dunkelheit nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die Einsatzkräfte arbeiteten auch während der Nacht weiter. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.
Die Brandursache ist weiterhin unklar. Wegen der sich zuspitzenden Lage wurde nun zusätzlich der Krisenstab des Kreises Düren einberufen. Dort sollen die weitere Entwicklung und die notwendigen Maßnahmen beraten werden.
Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Foto: Michael Matthey/dpa

Anlaufstelle für Betroffene

Wegen der Rauchentwicklung sollen Bewohner Mund und Nase gegebenenfalls mit einem Stofftuch, Kleidung oder einer Maske bedecken. Eine Anlaufstelle für Betroffene wird in der Grundschule Straß eingerichtet.
Wer bei der Evakuierung Unterstützung benötigt, kann sich unter 02429 3090 melden. (dpa/afp/red)
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„Extreme Gefahr“: Waldbrand bedroht NRW-Ortsteil – 1.800 Menschen evakuiert

Wegen eines sich ausbreitenden Waldbrandes im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald wird der Ortsteil Gey evakuiert. Die Gemeinde forderte die rund 1.800 Einwohner am frühen Morgen auf, den Ortsteil „sofort“ zu verlassen. Das Feuer bewegt sich weiter auf Gey zu.
Die Warn-App NINA zeigt inzwischen die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.

Flammen rücken näher

Nach Angaben der „WELT“ waren die Flammen zunächst etwa 500 Meter von Gey entfernt. Durch eine Änderung der Windrichtung verschärfte sich die Situation jedoch: Das Feuer rückte bis auf rund 400 Meter an die Ortschaft heran. Daraufhin wurde kurz vor 4 Uhr die Evakuierung angeordnet.
Insgesamt stehen nach Angaben der Gemeinde rund 25 Hektar Wald in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer Großschadenslage.

Rund 1.800 Menschen betroffen

Die Evakuierung von Gey verlief nach Angaben der Polizei zunächst ruhig und ohne Zwischenfälle, so die Zeitung. Die betroffenen Einwohner sollen nur die nötigsten persönlichen Gegenstände, Ausweisdokumente und Medikamente mitnehmen.
Neben Gey ist auch der Ortsteil Großhau mit rund 500 Einwohnern gefährdet. Die Gemeinde hatte außerdem dazu aufgerufen, die Bereiche Kleinhau und Gey sowie die L25 zu meiden. Die B399 ist gesperrt.

Einsatzkräfte kämpfen gegen den Brand

Seit Donnerstagnachmittag sind zahlreiche Feuerwehrkräfte im Einsatz. Unterstützt wurden die Löscharbeiten unter anderem durch einen Löschhubschrauber, der bei Dunkelheit nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die Einsatzkräfte arbeiteten auch während der Nacht weiter. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.
Die Brandursache ist weiterhin unklar. Gleichzeitig wurde wegen der sich zuspitzenden Lage der Krisenstab des Kreises Düren einberufen, um die weitere Entwicklung und das Vorgehen zu beraten.
Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Der Waldbrand rückt näher: Seit dem Morgen läuft die Evakuierung in Gey. (Symbolbild)

Foto: Michael Matthey/dpa

Anlaufstelle für Betroffene

Wegen der Rauchentwicklung sollen Bewohner Mund und Nase gegebenenfalls mit einem Stofftuch, Kleidung oder einer Maske bedecken. Eine Anlaufstelle für Betroffene wird in der Grundschule Straß eingerichtet.
Wer bei der Evakuierung Unterstützung benötigt, kann sich unter 02429 3090 melden. (dpa/afp/red)
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Plötzlich wird es still am Trümmerberg in Cali

Cali im Südwesten Kolumbiens ist laut, voll und hektisch. Doch in diesen Tagen nach dem Erdbeben hängen Trauer und Verzweiflung über der Stadt – aber auch Hoffnung. Rund um die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes stehen Helfer und Anwohner dicht gedrängt, immer wieder gibt es Rufe und Anweisungen.
Dann hebt einer plötzlich die Hand – eine andere hält ein Plakat hoch. Sofort wird es still. Kein Rufen mehr, kein Motor, kein Gespräch. Hunderte Augen richten sich auf einen Trümmerhaufen.
Unter den Resten eines eingestürzten achtstöckigen Wohnhauses könnte ein Mensch liegen. Die Rettungskräfte versuchen, zu ihm vorzudringen. Es wird auf jedes Geräusch geachtet – vielleicht kann der Verschüttete etwas hören, vielleicht kann er noch antworten.
Es ist der dritte Tag nach dem schweren Erdbeben. Und damit für die Helfer eine besonders entscheidende Phase. Nach rund 72 Stunden sinken die Chancen erheblich, Menschen lebend aus den Trümmern zu retten. Trotzdem will hier niemand von Aufgeben sprechen.

„Die Hoffnung ist das Letzte, was verloren geht“

„Die Hoffnung ist das Letzte, was verloren geht“, sagt Pastor Jaime Mera der Deutschen Presse-Agentur. Er steht wenige Meter von den Trümmern entfernt. Zusammen mit seiner christlichen Gemeinde hat er einen Pavillon als „Gebetsort“ aufgebaut. Es gibt Wasser und Essen, zugleich kommen Menschen hierher, die nicht wissen, ob ihre Angehörigen noch leben.
Für seine eigene Familie ist das Beben glimpflich ausgegangen. Umso stärker fühlt er sich verpflichtet, zu helfen. „Der Wunsch, zu dienen, anderen zu helfen, ist immer im Herzen“, sagt er.
Auf dem Weg durch Cali ist vom Ausmaß der Katastrophe erst einmal wenig zu sehen. Erst im Süden der Stadt ändert sich das Bild: Beschädigte und eingestürzte Gebäude reihen sich aneinander.
Helfer verweisen auf eine geologische Bruchzone, auf der dieser Teil der Stadt liegt, sowie auf ältere Gebäude, die noch vor den heutigen Erdbebenvorschriften errichtet wurden.
An einer der Unglücksstellen drängen sich Feuerwehrleute, freiwillige Helfer, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen – und Menschen aus der Nachbarschaft, die auf Nachrichten warten. Wie geht es den Verschütteten?

Rettungskräfte und Helfer suchen in den Trümmern nach Verschütteten. (Archivbild)

Foto: Gabriel Aponte/Getty Images

Alle warten auf ein Zeichen

Und dann kommt eine neue Anweisung: Alle sollen sich auf den Boden setzen. Irgendwo in der Ferne habe es ein Nachbeben gegeben, heißt es. Es könnte auch hier zu spüren sein. Die Menschen setzen sich hin oder gehen in die Hocke und warten. Doch diesmal bleibt die Erde ruhig.
Auch die Handys sollen in den Flugmodus gesetzt werden, um Funkstörungen bei der Ortung von Überlebenden zu vermeiden. Aktive Signale stören sensible Suchgeräte und überlagern die leisen Hilferufe von Verschütteten.
Unter den Helfern ist auch Alejandro Ortiz. Für den 22-Jährigen ist der Einsatz besonders persönlich: Er kennt mehrere Menschen, die in dem eingestürzten Gebäude gewohnt haben.
Seit Montag kommt er immer wieder hierher. Inzwischen weiß er, dass einer seiner Bekannten gestorben sei, erzählt er mit glasigen Augen. Trotzdem hilft er, die Trümmer wegzuräumen.
„Es ist eine moralische Verpflichtung“, sagt er. „Auf keinen Fall kann ich angesichts dieser Situation gleichgültig bleiben.“ Er wolle bleiben, solange er gebraucht werde. „Bis sie die letzten Menschen herausholen“, sagt er.

Helfen, solange es noch Hoffnung gibt

Auch Fernando Acosta ist seit dem Beben vom Montag im Einsatz. Eigentlich arbeitet er in einer Firma für Klimaanlagen. Doch als die Erdstöße kamen, meldete er sich bei der Zivilverteidigung.
Seitdem arbeitet er an wechselnden Einsatzstellen, schläft wenig und versucht, Verschüttete zu finden. „Die letzten Stunden sind die wichtigsten, die kritischsten“, sagt er.
Acosta hat selbst erlebt, dass Rettung möglich ist. Zwei Menschen konnten nach dem Beben aus einem der Einsatzbereiche lebend geborgen werden. Jetzt hofft er, dass weitere folgen. „Es gibt Fälle, in denen Menschen viel länger überlebt haben“, sagt er. „Es sind Dinge wie Wunder.“
Während weiter nach Überlebenden gesucht wird, kümmern sich andere Helfer um diejenigen, die hier ausharren und mit anpacken. Diego Rivera gehört dazu. Seine Gemeinde und die Hilfsorganisation ADRA verteilen Essen und Trinken an die Menschen vor Ort – an Helfer, Einsatzkräfte und Anwohner gleichermaßen.
Mehr als 200 Mittagessen haben sie heute bereits verteilt. Doch Rivera sagt, es gehe nicht nur um Nahrung. Manche Menschen kommen völlig aufgelöst zu ihnen, nachdem sie Tote oder Schwerverletzte gesehen hätten. „Die Menschen kommen mit dieser Erschütterung, mit diesem Schmerz, mit dieser Angst“, sagt Rivera. „Wir versuchen, ihnen etwas Ruhe zu geben.“

Bange Stunden nach dem schwersten Beben seit Jahrzehnten

Hinter ihnen laufen die Rettungsarbeiten weiter. Nach dem Beben der Stärke 7,4 sind mindestens 273 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 3.800 wurden verletzt. Offiziell gelten 377 Menschen als vermisst. Angehörige suchen in einer inoffiziellen Datenbank allerdings nach rund 4.200 Vermissten.
Cali, Pereira und Manizales gehören zu den besonders schwer getroffenen Städten. Es ist das schwerste Beben in Kolumbien seit Jahrzehnten.
Rund um die Trümmerberge im Süden Calis geht die Suche weiter. Plötzlich bricht Jubel aus. Ein Mensch sei unter den Trümmern gefunden worden, heißt es. Doch geborgen werden kann er zunächst nicht.
Ein Feuerwehrmann bestätigt, dass die Rettungskräfte weiter versuchen, zu dem Verschütteten vorzudringen. Dann wird es wieder still. Es sind bange Stunden in Cali – am dritten und entscheidenden Tag nach dem Erdbeben. (dpa/red)
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Nach dem Erdbeben: Kolumbien vor kritischen Stunden

Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien stehen die Rettungskräfte bei der Suche nach Überlebenden vor kritischen Stunden: Das entscheidende 72-Stunden-Zeitfenster, um unter Trümmern eingeschlossene Menschen noch lebend bergen zu können, schließt sich heute.
Danach sinken die Erfolgschancen deutlich. Die Regierung des südamerikanischen Landes hat angekündigt, den Einsatz mit Bergungsteams aus den USA und drei weiteren Ländern zu verstärken.
Bei dem Beben der Stärke 7,4 im Westen des Landes vom Montag sind mindestens 265 Menschen ums Leben gekommen und rund 3.500 weitere verletzt worden. Wie Präsident Abelardo de la Espriella mitteilte, gelten offiziell 496 Menschen als vermisst.
Deren Zahl könnte jedoch deutlich höher sein: Angehörige suchen laut einer inoffiziellen Datenbank nach rund 4.200 Menschen.
Helfer machen eine kurze Verschnaufpause.

Helfer machen eine kurze Verschnaufpause.

Foto: Philipp Znidar/dpa

„Das ist zweifellos eine Tragödie großen Ausmaßes“, sagte der Präsident in einer Ansprache. Mehr als 53.000 Menschen seien betroffen, 140 Gebäude seien komplett eingestürzt und Zehntausende Wohnungen beschädigt worden.
De la Espriella kündigte die Ausrufung eines „wirtschaftlichen Notstands“ an, um schneller über Mittel für den Wiederaufbau verfügen zu können.

Präsident ernennt einen neuen Katastrophenmanager

Der Präsident setzte einen neuen Leiter der Katastrophenschutzbehörde (UNGRD) ein. Der Staatschef ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Der bisherige Verantwortliche war von der linken Vorgängerregierung ernannt worden.
Der neue Leiter, David Tamayo, sagte, dass Such- und Rettungsteams aus den USA, Israel, Ecuador und El Salvador die Bergungsarbeiten unterstützen würden.
Die Teams würden die örtlichen Einsatzkräfte nach mehrtägigem Dauereinsatz ablösen, damit diese sich erholen könnten, sagte er.
Unter den Trümmern werden viele Menschen vermutet.

Unter den Trümmern werden viele Menschen vermutet.

Foto: Jorge Orozco/colprensa/dpa

Auslandshilfe „ohne politische Erwägungen“ willkommen

Laut Außenminister Omar Bula sind humanitäre Hilfsgüter aus verschiedenen Staaten unterwegs – und nicht nur aus Ländern, die der Regierung ideologisch verbunden sind wie jene vier, aus denen Suchteams entsendet werden.
„Wir arbeiten mit anderen Ländern zusammen, ohne dabei ideologische oder politische Erwägungen anzustellen, und nehmen ihre Hilfe dankbar an“, sagte Bula. Unter anderem kündigte die linksgerichtete Regierung Mexikos Hilfslieferungen an.
Das Beben ereignete sich am Montagmorgen um 7.34 Uhr Ortszeit nahe San José del Palmar im Westen des Landes in einer Tiefe von rund 103 Kilometern. Im Anschluss wurden zahlreiche Nachbeben registriert. (dpa/red)
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Kolumbien: Verschütteter Vater rettete Baby in seinen Armen

Ein Baby und dessen Vater sind nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens lebend aus einem eingestürzten Haus gerettet worden.
Der Mann schützte das etwa zwei Monate alte Kind mit seinem Körper, als das fünfstöckige Gebäude kollabierte, wie kolumbianische Medien berichten. Die Details der Rettung am 10. August wurden jetzt bekannt.

Rettung durch Polizisten

Zwei Polizisten, die gerade in der Gegend waren, seien auf den Trümmerberg geklettert, berichtete der Sender „Caracol“. „Wir hörten Weinen und Stöhnen“, erzählte einer der Beamten, Ronald García. Es habe auch stark nach Gas gerochen.
„Ich bin selbst Vater und habe eine vierjährige Tochter. Ohne groß nachzudenken, haben wir angefangen, zu graben.“ Anwohner hätten dabei geholfen. Sie hätten schließlich zu dem Vater und seinem Sohn namens Salomón vordringen können.
Der noch halb vergrabene Mann hielt das Baby fest in seinen Armen, um es zu schützen, wie der Polizist weiter berichtete. „Er bat uns nur, sein Kind nicht sterben zu lassen.“ Schließlich konnten beide in ein Krankenhaus gebracht werden.
Ihr Zustand sei stabil, heißt es in den Berichten. Die Mutter und deren Bruder seien aber noch unter den Trümmern. „Möge Gott, dass sie am Leben sind“, sagte der Polizist. Die Suche geht weiter.

Rettungskräfte und Freiwillige suchen am 11. August 2026 in Cali, Kolumbien, in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden.

Foto: Joaquin Sarmiento/AFP via Getty Images

Rettungskräfte bargen derweil auch am 11. August eine 32-jährige Frau lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes. Daniela Largo wurde in eine blaue Decke gehüllt aus den Trümmern getragen, während sich die Rettungskräfte umarmten und Angehörige vor Freude jubelten.

Bisher mindestens 216 Tote und über 2.500 Verletzte

Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte sich am 10. August ereignet. Das Epizentrum lag nahe der westkolumbianischen Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó, einer relativ armen Region an der Pazifikküste. Mehr als hundert Wohn- und Bürogebäude in mehreren Städten und Orten stürzten in sich zusammen.
Soldaten, Feuerwehrleute und Freiwillige durchsuchen weiter eingestürzte Gebäude. In Pereira und in Cali setzten Rettungskräfte Kräne, Spürhunde und schwere Maschinen ein.
Freiwillige bildeten Menschenketten, um die Trümmer von Hand zu räumen, in der Hoffnung, unter den Trümmern verschüttete Menschen zu erreichen.
Bei dem Beben sind nach jüngsten Zahlen der Regierung mindestens 216 Menschen getötet und mehr als 2.500 verletzt worden. Die Behörden hatten die Zahl der Todesopfer zuvor mit 241 angegeben.
Allein in Cali, der Hauptstadt des Departments Valle del Cauca, gab es 95 Tote, mehr als 180 Menschen gelten noch als vermisst. Die Stadt hat rund 2,3 Millionen Einwohner. (dpa/afp/red)