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5 Tipps für einen guten Schlaf bei heißem Wetter


In Kürze

  • Sommerliche Wärme erschwert dem Körper die natürliche Abkühlung, die er für guten Schlaf braucht.
  • Die wirksamsten Maßnahmen beginnen bereits tagsüber: Räume kühl halten, ausreichend trinken und zusätzliche Wärme vermeiden.
  • Atmungsaktive Bettwäsche und ein kühler Schlafplatz verbessern den Schlafkomfort.

 
Wenn die Temperaturen an heißen Sommertagen selbst nach Sonnenuntergang kaum sinken, kann das Schlafzimmer schnell zur Sauna werden. Viele Menschen wälzen sich dann stundenlang im Bett, schlafen unruhig oder wachen mehrfach in der Nacht auf.
Das ist kein Zufall, denn für einen gesunden Schlaf muss der Körper seine Temperatur leicht absenken. Heiße Schlafzimmer erschweren dies und führen zu einer schlechteren Schlafqualität. Am Morgen kommt dann die Quittung: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, kaum zur Ruhe gekommen zu sein.

Warum Wärme den Schlaf stört

Der Grund für Schlafprobleme bei hohen Temperaturen liegt in der Biologie des Menschen. Damit Schlaf überhaupt entstehen kann, senkt der Körper seine Temperatur leicht ab. Dieser Prozess funktioniert umso besser, je größer der Temperaturunterschied zwischen Körper und Umgebung ist. Bleibt die Luft jedoch auch nachts warm, wird die körpereigene Kühlung erschwert. Der Organismus arbeitet weiterhin gegen die Wärme an, anstatt in einen tiefen und erholsamen Schlaf zu sinken.
Kommt zusätzlich eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, kann dies die Belastung weiter verstärken. Der Körper kühlt sich durch Schwitzen ab. Verdunstet der Schweiß auf der Haut, wird Wärme abgeführt. Ist die Luft jedoch bereits feucht, verläuft die Verdunstung weniger effizient.
Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Unser Körper verfügt über verschiedene Methoden, um die Temperatur zu regulieren.

Foto: ts/Epoch Times nach ttsz/iStock

Eine Klimaanlage kann hier Abhilfe schaffen. In Deutschland sind Klimaanlagen im Vergleich zu vielen anderen Ländern jedoch selten. So verfügten im Jahr 2024 nur rund 19 Prozent der Haushalte hierzulande über eine Klimaanlage, während der Anteil in den USA bereits im Jahr 2020 bei rund 90 Prozent lag.
Der Einsatz von Ventilatoren kann ebenfalls Erleichterung verschaffen. Allerdings kühlen Ventilatoren die Luft nicht aktiv ab. Sie bewegen Luft über die Haut, fördern dadurch die Verdunstung von Schweiß und erzeugen ein subjektives Kühlempfinden.

Vorsorgen ist besser als kühlen

Wie kann man also bei heißem Wetter auch ohne Klimaanlage besser schlafen?
Beschattung und Belüftung gehören zu den wichtigsten passiven Kühlstrategien, um die Wärme in Innenräumen zu reduzieren. Bevor man die Raumluft kühlt, sollte man zunächst verhindern, dass sich die Wohnung überhaupt aufheizt. Eine Überhitzung der Räume entsteht vor allem durch Sonneneinstrahlung durch Fenster sowie durch warme Außenluft.
Wer erst am Abend versucht, ein aufgeheiztes Schlafzimmer herunterzukühlen, kommt oft zu spät. Entscheidend sind die Stunden zuvor. Fenster auf der Sonnenseite sollten tagsüber möglichst verschattet werden. Vorhänge, Rollläden oder Jalousien verhindern, dass Sonnenstrahlen die Böden, Wände und Möbel aufheizen.
Auch beim Lüften gilt eine einfache Regel: Frische Luft hilft nur dann, wenn sie tatsächlich kühler ist als die Raumluft. Deshalb sind die frühen Morgenstunden und der späte Abend meist die beste Zeit zum Lüften. Ist es draußen wärmer als drinnen, sollten die Fenster geschlossen bleiben.
Wenn über mehrere Tage hinweg hohe Temperaturen herrschen, empfiehlt es sich, die Wohnung morgens gründlich durchzulüften und anschließend Fenster sowie Sonnenschutz weitgehend geschlossen zu halten.

Auf Durchzug schalten

Nutzen Sie Querlüftung, wenn die Außenluft kühler ist. Dabei werden Fenster oder Türen auf gegenüberliegenden Seiten einer Wohnung oder eines Hauses geöffnet, sodass die Luft hindurchströmen kann. Auf diese Weise lässt sich angestaute Wärme besonders effektiv aus den Innenräumen abführen. Ein leichter Temperaturunterschied zwischen den Seiten oder leichter Wind unterstützen dies zusätzlich.
Falls Sie einen Wintergarten haben, sollten Sie diesen besonders im Blick behalten. Wintergärten können sich stark aufheizen, da Sonnenlicht durch die Glasflächen eindringt und Oberflächen im Inneren erwärmt. Tagsüber helfen eine gute Belüftung des Wintergartens sowie das Schließen der Innentüren zu anderen Räumen des Hauses. Auch bei stark besonnten Zimmern kann das Schließen der Türen verhindern, dass sich die Wärme in der gesamten Wohnung ausbreitet.
Generell können Jalousien, Rollläden, Markisen und andere Beschattungssysteme die Aufwärmung der Wohnung deutlich verringern.
Auch Dachböden und Räume im obersten Stockwerk werden im Sommer häufig besonders warm, da Dächer große Mengen Sonnenenergie aufnehmen. Langfristig können bauliche Maßnahmen wie eine bessere Dachdämmung, eine Dachbegrünung oder Solarmodule, die mit etwas Abstand zum Dach montiert sind, dazu beitragen, die Aufheizung von Gebäuden zu reduzieren.

Umziehen in kühlere Gefilde

Befindet sich das Schlafzimmer in einem oberen Stockwerk oder ist es nach Süden oder Westen ausgerichtet, gehört es oft zu den heißesten Räumen im Haus. Wärme steigt im Gebäude nach oben, während sonnenzugewandte Wände und Dächer die tagsüber gespeicherte Wärme noch lange nach Sonnenuntergang abgeben.
Warum also nicht mit dem Bettzeug umziehen und während einer Hitzewelle im Erdgeschoss oder auf der Nordseite des Hauses schlafen?

Luftfeuchtigkeit in Innenräumen reduzieren

Backöfen, Kochfelder, Wäschetrockner, Waschmaschinen und Geschirrspüler erzeugen zusätzliche Wärme und können die Temperatur in Innenräumen weiter erhöhen. An besonders heißen Tagen sollten solche Geräte möglichst früh am Morgen oder erst am Abend genutzt werden.
Kochen oder auch das Trocknen von Wäsche in Innenräumen erhöhen außerdem die Luftfeuchtigkeit. Dadurch verdunstet Schweiß schlechter und die körpereigene Kühlung wird erschwert. Hilfreich ist es, beim Kochen die Dunstabzugshaube einzuschalten, damit warme und feuchte Luft direkt nach außen abgeführt wird.
Wasser hilft beim Abkühlen und ist der Grund, warum wir schwitzen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Verdunstet Wasser, entzieht es der Umgebung Wärme und hilft so beim Abkühlen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Foto: awalby/iStock

Atmungsaktive Stoffe gegen Wärmestau

Die Wahl der richtigen Materialien kann den Schlafkomfort in warmen Nächten verbessern. Leinen, oft auch als „natürliche Klimaanlage“ bezeichnet, gilt als besonders luftdurchlässig und feuchtigkeitsregulierend. Auch andere Naturmaterialien wie Baumwolle können Feuchtigkeit aufnehmen und die Luftzirkulation unterstützen.
Das gilt sowohl für Bettwäsche als auch für Nachtkleidung. Leichte, locker sitzende Schlafbekleidung erleichtert die Wärmeabgabe des Körpers. Synthetische Stoffe  können Wärme und Feuchtigkeit hingegen stärker speichern; eng anliegend sorgen sie gar für einen „Wärmestau“.

Kühle Nächte beginnen bereits tagsüber

Auch wiederverwendbare Kühlakkus, Kühlkissen oder Gefrierblöcke können das Wohlbefinden verbessern. Wichtig ist jedoch, sie niemals direkt auf die Haut zu legen. Wickeln Sie Kühlakkus stets in ein Tuch ein, um Kältereizungen und Feuchtigkeit durch Kondenswasser zu vermeiden. Kühlende Matratzenauflagen oder Bettwäsche mit speziellen temperaturregulierenden Materialien können ebenfalls zur Linderung beitragen. Solche Produkte sollen Wärme und Feuchtigkeit besser vom Körper ableiten und können insbesondere für Menschen hilfreich sein, die nachts stark schwitzen.
Am effektivsten ist meist eine Kombination verschiedener Maßnahmen: Halten Sie tagsüber das Sonnenlicht fern, lüften Sie dann, wenn die Außenluft kühler ist, reduzieren Sie zusätzliche Wärmequellen in der Wohnung, schlafen Sie möglichst im kühlsten verfügbaren Raum und setzen Sie auf atmungsaktive Bettwäsche und Kleidung. So lassen sich auch warme Sommernächte deutlich angenehmer gestalten.
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Diese Akupunkturpunkte helfen bei 7 alltäglichen Problemen

Kuo-Pin Wus kleiner Sohn wurde auf dem Rücksitz plötzlich kreidebleich, ihm war schwindelig und übel. Keine Apotheke weit und breit.
Der erfahrene TCM-Arzt drückte einfach einen Punkt am Fuß seines Sohnes – und 3 Minuten später war alles wieder gut.
„Er sagte, ihm sei schlecht“, erzählt Wu, der seit 20 Jahren als Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) arbeitet und die taiwanesische Xinyitang-TCM-Klinik leitet, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Ich beugte mich zu ihm hinunter und drückte auf einen Punkt an seinem Fuß. Der Bereich war sehr verspannt, wie ein Knoten. Nach ein paar Minuten sanfter Massage verschwanden die Übelkeit, der Schwindel und die Blässe wieder.“
„Das Ganze dauerte weniger als drei Minuten.“ Der Punkt, den er drückte, ist einer von vielen Akupunkturpunkten, die in der TCM genutzt werden, um den Magen schnell zu beruhigen und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen.
Doch was genau passiert, wenn man Akupunkturpunkte drückt, und gibt es wissenschaftliche Belege dafür?

Wie Akupressur funktioniert

Aus Sicht der TCM wird der Körper von einem unsichtbaren Netzwerk durchzogen, das als Meridiansystem bezeichnet wird. Das Meridiannetzwerk verbindet die inneren Organe mit der Körperoberfläche und dient als Hauptverkehrsweg für zwei wichtige Substanzen:
Qi, die Lebensenergie und „Antriebskraft“ des Körpers, und Blut, die nährende Substanz, die alle Gewebe und Funktionen versorgt.
Entlang der Meridiane befinden sich spezifische Akupunkturpunkte – winzige funktionelle „Knotenpunkte“, die mit Nadeln (Akupunktur) oder durch Druck (Akupressur) stimuliert werden können, um den Qi- und Blutfluss zu beeinflussen.
Wenn Qi und Blut aus dem Gleichgewicht geraten – sich zu sehr auf einen Bereich konzentrieren oder an anderer Stelle blockiert sind –, treten laut TCM Symptome auf.
Müdigkeit, Schlafstörungen, ein Engegefühl in der Brust oder chronische Schmerzen können allesamt auf ein inneres Ungleichgewicht hindeuten.
Die TCM-Praktikerin Yingta Lee erklärte das Konzept anhand eines einfachen Bildes.
„Es ist wie bei einem Boot mit 100 Passagieren: Wenn 90 von ihnen zum Bug eilen, kippt das Boot nach vorne“, sagte sie. „Wenn sich die Passagiere wieder verteilen, wird das Boot stabil.
Das Grundprinzip der Akupressur funktioniert auf ähnliche Weise, indem sie Qi und Blut neu verteilt, damit der Körper sein Gleichgewicht wiedererlangen kann.“
Akupunkturpunkte befinden sich oft in Bereichen, die reich an Nerven, Blutgefäßen und Faszien sind. Das Drücken dieser Punkte kann laut TCM:
  • das autonome Nervensystem regulieren – den Wechsel von „Kampf oder Flucht“ hin zu „Ruhe und Verdauung“ bewirken
  • die Mikrozirkulation verbessern
  • Schmerzbahnen im Gehirn und Rückenmark beeinflussen
„Aus Sicht der Schulmedizin hilft Akupressur dabei, das autonome Nervensystem zu regulieren“, sagte Grace Zhang, TCM-Praktikerin und zugelassene Akupunkteurin am Northern Medical Center in Middletown, New York, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Wenn bestimmte Akupunkturpunkte gedrückt werden, bemerken Menschen oft, dass sich ihr Körper allmählich entspannt und ihre Stimmung sich hebt. Dies geschieht, weil die Aktivierung des parasympathischen Nervensystems (des Ruhe-und-Verdauungs-Systems) die Durchblutung verbessert und die natürliche Entspannungsreaktion des Körpers auslöst.“

Gibt es Meridiane wirklich?

Meridiane sind nicht so sichtbar wie Arterien und Venen, was zu Skepsis geführt hat. Neue bildgebende Verfahren zeigen jedoch faszinierende Muster.
In einer Studie aus dem Jahr 2021 injizierten Forscher der Harvard Medical School und der China Academy of Chinese Medical Sciences fluoreszierende Farbstoffe in Akupunkturpunkte auf dem Perikardmeridian.
Der Farbstoff wanderte langsam entlang einer Linie, die bei den meisten Teilnehmern dem klassischen Meridianverlauf entsprach – ein Effekt, der nicht zu beobachten war, wenn der Farbstoff in nahegelegene Bereiche ohne Akupunkturpunkte injiziert wurde.

Das unsichtbare Meridiannetzwerk der TCM verbindet Organe und Körperoberfläche, um Qi (Lebensenergie) und Blut zu transportieren. Nadeln oder Druck auf die Akupunkturpunkte entlang dieser Bahnen stimulieren und regulieren diesen Fluss gezielt.

Foto: PeterHermesFurian/iStock

„Diese Linien lassen sich nicht auf Blutgefäße oder Lymphgefäße zurückführen“, schrieben die Forscher.
Stattdessen scheinen sie linearen Bahnen zu folgen, die den Meridianen ähneln.

Akupressur im Alltag

Das Erlernen einiger gut ausgewählter Akupunkturpunkte kann die Hände zu einem einfachen Selbsthilfewerkzeug für häufige, nicht akute Symptome machen.

1. Magen und Darm beruhigen

Übelkeit spricht sehr gut auf Akupressur an. Sowohl die TCM als auch die moderne Forschung zeigen, dass bestimmte Punkte den Magen schnell beruhigen und die Signalübertragung zwischen Darm und Gehirn regulieren können.
Bereiche, die sich ungewöhnlich empfindlich oder verspannt anfühlen, können auf ein Ungleichgewicht hindeuten. In der Regel ist sanfter, gleichmäßiger Druck am wirksamsten.

Großvater-Enkel (Gongsun)

„Großvater-Enkel“ war der Punkt, den Wu auf den Fuß seines Sohnes drückte, als dieser sich unwohl fühlte. Als Wu diesen Punkt drückte, bemerkte er, dass er sich ungewöhnlich angespannt anfühlte, was auf ein inneres Ungleichgewicht hindeutete.
Das sanfte Massieren des Akupunkturpunkts kann helfen, Blockaden zu lösen und den reibungslosen Fluss von Qi und Blut wiederherzustellen, wodurch die Symptome schnell gelindert werden.
Lage: Am inneren Rand des Fußes. Hinter dem Großzehengelenk liegt der Punkt in einer kleinen Vertiefung direkt unterhalb und vor dem Mittelfußknochen.
Hauptwirkungen
  • Lindert Übelkeit, Reisekrankheit und Autokrankheit
  • Lindert Blähungen und Bauchbeschwerden
  • Unterstützt die Verdauungsfunktion

Innerer Durchgang (Neiguan)

Der „Innerer Pass“ ist einer der am besten untersuchten Punkte gegen Übelkeit. Eine randomisierte Studie unter Patientinnen nach gynäkologischen Operationen ergab, dass Akupressur am Inneren Pass postoperative Übelkeit und Erbrechen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduzierte und das Wohlbefinden verbesserte.
Systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen haben ebenfalls gezeigt, dass die Stimulation dieses Punktes durch Chemotherapie verursachte sowie postoperative Übelkeit und Erbrechen lindern kann.
Viele handelsübliche Armbänder zur Linderung von Reisekrankheit zielen auf diesen Punkt ab.
Lage: Am inneren Unterarm, drei Fingerbreit oberhalb der Handgelenksfalte, zwischen zwei hervortretenden Sehnen.
Hauptwirkungen
  • Lindert Übelkeit, Erbrechen und Reisekrankheit
  • Lindert Engegefühl in der Brust und Herzklopfen
  • Beruhigt Angstzustände und stressbedingte Magenbeschwerden

2. Linderung von Kopfschmerzen

Klinische Studien haben gezeigt, dass Akupunkturprotokolle, einschließlich „Hundert Verbindungen“, die Häufigkeit und Schwere von Migräne und Spannungskopfschmerzen im Vergleich zu Scheinakupunktur oder konventioneller Behandlung verringern können.

Hundert Verbindungen (Baihui)

„Hundert Verbindungen“ oder „Hundert Zusammenkünfte“ ist ein entscheidender Punkt am Scheitel, da er der Schnittpunkt der Yang-Meridiane des Körpers ist.
Er wird häufig in Akupunkturprotokollen bei Kopfschmerzen und neurologischen Erkrankungen eingesetzt.
Er ist auch sehr hilfreich, um wachsam und klar im Kopf zu bleiben.
Lage: Auf dem Scheitel, am Schnittpunkt der Körpermittellinie und einer Linie, die zwischen den Ohrspitzen gezogen wird; oft als leichte Vertiefung spürbar.
Hauptwirkungen
  • Hilft bei der Linderung von Kopfschmerzen und Schwindel
  • Stellt die Wachsamkeit wieder her und klärt den Geist

3. Wachsamkeit wiederherstellen

In der TCM bilden „Hundert Verbindungen“ und „Schulterbrunnen“ ein energetisches Paar – eines „oben“, eines „unten“.
„Wenn der Punkt ‚Hundert Verbindungen‘ stimuliert wird, steigt das Qi auf; wenn der Punkt ‚Schulterbrunnen‘ gedrückt wird, sinkt das Qi ab“, sagte Lee gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Beide zu stimulieren ist wie das Öffnen beider Enden eines Stromkreises – dies ermöglicht es der Energie, sich zu bewegen, und dem Bewusstsein, sich zu klären.“

Schulterbrunnen (Jianjing)

Der „Schulterbrunnen“ befindet sich am höchsten Punkt der Schulter, in einer kleinen Vertiefung, die wie ein Brunnen aussieht.
In Kung-Fu-Filmen führt ein „Messerhand“-Schlag auf die Schulter oft dazu, dass eine Figur in Ohnmacht fällt.
Lachend sagte Lee: „Die Idee dahinter ist, dass der ,Schulterbrunnen-Punkt‘ einen Schock erleidet, wodurch das Qi plötzlich absinkt und die Durchblutung des Gehirns kurzzeitig abnimmt, was zu Bewusstlosigkeit führt.“
Lage: In der Mitte der Schulter, auf einer Linie zwischen dem hervorstehenden Halswirbel und der Schulterspitze.
Hauptwirkungen
  • Lindert Verspannungen im Nacken und in den Schultern
  • Hilft, die Wachsamkeit wiederherzustellen und Schläfrigkeit oder Müdigkeit zu bekämpfen
  • Unterstützt die Auflösung von „stagnierendem“ Qi im Oberkörper
Vorsicht: Da eine kräftige Stimulation an diesem Punkt Gebärmutterkontraktionen auslösen kann, raten traditionelle Texte schwangeren Frauen, Druck oder Klopfen an diesem Punkt zu vermeiden.

4. Hilft bei Schlaflosigkeit

Das „Geisttor“ – eine kleine Vertiefung am inneren Handgelenk – ist ein Schlüsselpunkt bei Schlaflosigkeit.
Eine Studie mit Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen ergab, dass Akupressur am Geisttor-Punkt die Schlafqualität verbesserte und Schlaflosigkeit reduzierte, wobei die positiven Effekte noch mehrere Wochen nach Behandlungsende anhielten.
Eine systematische Übersichtsarbeit zu randomisierten Studien kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Stimulation des Geisttors bei der Behandlung von Schlaflosigkeit wirksam und sicher zu sein scheint.

Geistestor (Shenmen)

Das „Geistestor“ dient als „Tor“, durch das das Qi des Herzmeridians ein- und austritt. Da es den Geist beruhigen und den Verstand stabilisieren kann, wurde es „Tor des Geistes“ genannt.
Lage: An der Handgelenksfalte auf der Seite des kleinen Fingers, in der kleinen Vertiefung direkt hinter der Sehne, auf Höhe der Verbindung zwischen kleinem und Ringfinger.
Hauptwirkungen
  • Fördert einen erholsamen Schlaf
  • Lindert Angst und Panik

5. Augenbelastung lindern

Wu merkte an, dass Akupressur im Bereich der Augen sehr wirksam sein kann, um Augenbeschwerden zu lindern.
Augenbelastung geht selten auf einen einzigen Punkt zurück. Längerer Bildschirmgebrauch kann die Muskeln, Nerven und die Durchblutung rund um die gesamte Augenhöhle belasten.
Aus diesem Grund nutzt die TCM mehrere sich ergänzende Bereiche, um die Durchblutung und Entspannung zu fördern. Führt man mit den Fingerkuppen 30 bis 60 Sekunden lang leichte, kreisende Bewegungen an jedem Punkt aus.
„Viele Menschen drücken zu fest“, sagte er. „Das Gewebe um die Augen ist äußerst empfindlich. Übermäßiger Druck kann die Anspannung verstärken, anstatt sie zu lindern. Sanfte, kreisende Bewegungen wirken am besten.“
Wu schlägt einen noch einfacheren Ansatz vor.
„Man muss sich die einzelnen Punkte nicht merken“, sagte er. „Ein langsames Massieren der Augenhöhle in kleinen Kreisen – sowohl im Uhrzeigersinn als auch gegen den Uhrzeigersinn – reicht oft aus, um Ermüdungserscheinungen zu lindern und das Wohlbefinden wiederherzustellen.“

Tränenbehälter (Chengqi)

Lage: Direkt unterhalb der Pupille, in einer kleinen Vertiefung entlang des Augenhöhlenknochens, wenn die Augen geradeaus blicken.
Hauptwirkungen: Fördert die Durchblutung im Bereich der Augen

Strahlende Augen (Jingming)

Lage: Etwas oberhalb des inneren Augenwinkels, in einer kleinen Vertiefung des Augenhöhlenknochens.
Hauptwirkungen
  • Lindert Augenermüdung und -schmerzen
  • Hilft bei verschwommenem Sehen und beginnender Kurzsichtigkeit

Bambusansammlung (Cuanzhu)

Lage: In der Vertiefung am inneren Ende der Augenbraue.
Hauptwirkungen
  • Lindert Augenüberanstrengung und Stirnkopfschmerzen
  • Löst Verspannungen im Stirnbereich

Seidenbambus-Vertiefung (Sizhukong)

Lage: In der Vertiefung am äußeren Ende der Augenbraue.
Hauptwirkungen
  • Lindert trockene Augen, Ermüdung und verschwommenes Sehen
  • Lindert Schläfenkopfschmerzen und Schwindel

6. Ermüdung lindern

In der TCM gilt das Ur-Qi als die tiefste Lebensenergiereserve des Körpers – die Kraftquelle für alle physiologischen Funktionen. Zwei Schlüsselpunkte am Unterbauch werden als „Ladeanschlüsse“ für dieses System angesehen.

Ursprungstor (Guanyuan)

Lage: Etwa vier Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels auf der Mittellinie.
Hauptwirkungen
  • Stärkt das Ur-Qi und die allgemeine Vitalität
  • Wärmt und unterstützt die Verdauungsfunktion

Qi-Meer (Qihai)

Lage: Etwa zwei Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels auf der Mittellinie.
Hauptwirkungen
  • Unterstützt die Energie, insbesondere bei chronischer Müdigkeit
  • Reguliert den Qi-Fluss im Unterleib
Zhang empfiehlt, den Unterleib in langsamen, im Uhrzeigersinn verlaufenden Kreisen zu massieren, wobei der natürlichen Richtung der Darmbewegung gefolgt wird.

7. Müde Beine beruhigen

Nach dem Sport, beim Wandern oder nach langen Spaziergängen greifen viele Menschen instinktiv zu Eispackungen. Der TCM-Praktiker Ye Qi-min sagte gegenüber der englischsprachigen Epoch Times, dass Kälte laut Ansicht der TCM bei Qi- und Blutstauungen die Symptome verschlimmern kann, indem sie die Durchblutung einschränkt und die Stauung im Gewebe festhält.
Stattdessen wendet er Akupressur in Kombination mit sanfter Wärme an, um die Durchblutung anzuregen und Schmerzen zu lindern.

Quellende Quelle (Yongquan)

Lage: An der Fußsohle. Wenn die Zehen leicht gekrümmt sind, liegt der Punkt in einer kleinen Vertiefung an der Verbindungsstelle zwischen dem vorderen Drittel und den hinteren zwei Dritteln der Fußsohle.
Hauptwirkungen
  • Reduziert Müdigkeit und Schweregefühl in den Beinen
  • Lindert Schwellungen und Schmerzen in den unteren Gliedmaßen
  • Beruhigt den Geist und fördert den Schlaf

Stützender Berg (Chengshan)

Lage: Auf der Rückseite des Unterschenkels, in der V-förmigen Vertiefung direkt unterhalb der Wölbung des Wadenmuskels, wenn das Bein gestreckt oder die Ferse angehoben ist.
Hauptwirkungen
  • Lindert Verspannungen und Krämpfe in der Wade
  • Fördert die Blut- und Qi-Zirkulation in den Beinen

Mitte der Kniekehle (Weizhong)

Lage: Am Mittelpunkt der Kniekehle, an der tiefsten Stelle der Falte hinter dem Knie.
Hauptwirkungen
  • Hilft bei der Auflösung von Blutstauungen in den Beinen
  • Lindert Verspannungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur
Ye kombiniert diese Punkte oft mit warmer Luft aus einem Föhn – damit lässt sich ein größerer Bereich abdecken, falls man die genauen Stellen nicht exakt finden kann.
„Ein Föhn kann die wärmende Wirkung der Moxibustion, eine sanfte Wärmetherapie mit getrocknetem Beifuß, nachahmen“, sagte er. „Den Föhn ruhig in der Hand und über den Punkt halten – nicht hin und her schwenken – und die Hitze immer zuerst mit der eigenen Hand prüfen.
Für ältere Erwachsene mit schlechter Durchblutung ist es sicherer, durch die Kleidung zu erwärmen, um Verbrennungen zu vermeiden.“

So wendet man Akupressur an

Akupressur wirkt am besten, wenn man sie als Kommunikation mit dem Körper betrachtet und nicht als kräftigen Druck. Das Ziel ist nicht, den Schmerz zu überwinden, sondern sanft die Durchblutung, Entspannung und das Gleichgewicht des Nervensystems zu fördern.
Bevor man beginnt, sollte man sich in eine bequeme Position setzen oder legen. Dann ein paar Mal langsam ein- und ausatmen und den Körper entspannen lassen. Ein ruhiger Zustand hilft dabei, dass die Wirkung der Akupressur schneller einsetzt.
Die Wahl der richtigen Technik hängt von der Art der Symptome und dem zu behandelnden Bereich ab. Bei Verspannungen, Stress oder empfindlichen Regionen – wie Gesicht, Augen oder Bauch – sind sanftere Methoden in der Regel wirksamer.
Bei tieferen Muskelverspannungen oder lang anhaltender Steifheit können festere Techniken angebracht sein, solange sie angenehm bleiben.
Im Folgenden findet man einige grundlegende Techniken und wann sie anzuwenden sind:
  • Reiben: Einen Finger oder die Handfläche auf den Punkt legen und kleine, langsame Kreise machen. Reiben eignet sich ideal zur Entspannung, zum Stressabbau, bei Überanstrengung der Augen und bei Bauchbeschwerden.
  • Kneten: Mit der Fingerspitze oder dem Fingerknöchel einen tieferen, gleichmäßigen Druck ausüben. Kneten eignet sich gut bei Muskelverspannungen, Verspannungen in Schultern und Nacken oder chronischer Steifheit.
  • Zwicken: Die Stelle sanft mit Daumen und Zeige- oder Mittelfinger zwicken. Zwicken sorgt für eine moderate Stimulation und wird oft bei schleppender Durchblutung oder Müdigkeit angewendet.
  • Schneiden: Die Kante eines Fingernagels für eine kurze, präzise Stimulation verwenden. Die Schneidetechnik wird sparsam eingesetzt, meist zur schnellen Belebung oder bei starker Stagnation, und sollte nicht an empfindlichen Stellen angewendet werden.
Jede Technik sollte etwa 3 bis 5 Sekunden lang angewendet und drei- bis fünfmal wiederholt werden. Dann langsamen, gleichmäßigen Druck ausüben und nach einem Gefühl suchen, das angenehm schmerzt – aber nicht scharf oder stark schmerzhaft ist.
Ein leichtes Gefühl von Schmerz, Wärme, Schwere oder Kribbeln ist normal und oft ein gutes Zeichen. In der TCM deutet Empfindlichkeit an einem Akupunkturpunkt oft darauf hin, dass der Bereich aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Die Atmung sollte natürlich und die umliegenden Muskeln entspannt sein, während man den Druck ausübt.
Wenn sich der Zustand nach einigen Minuten Akupressur nicht bessert, verwendet man möglicherweise den falschen Punkt, oder das Problem erfordert eine professionelle medizinische Untersuchung.
Wenn die Wirkung bei wiederholten Sitzungen nachlässt, kann dies auf eine Überstimulation hindeuten – dann sollte man den Bereich ruhen lassen oder zu anderen Punkten wechseln.

Wann Akupressur vermieden werden sollte

In bestimmten Situationen sollte Akupressur mit Vorsicht angewendet oder ganz vermieden werden:
  • Lokale Hautinfektionen, Entzündungen oder offene Wunden
  • Extreme Schwäche oder längeres Fasten
  • Blutungsneigung oder Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten
  • Schwere systemische Entzündungs- oder Autoimmunerkrankungen – nur unter fachlicher Anleitung anwenden
  • Schwangerschaft – in dieser Lebensphase sollen starke Stimulationen an den Punkten „Schultergrube“, „Ursprungstor“ und „Qi-Meer“ vermieden werden.

Tägliche Selbstfürsorge

„Akupressur ist ein wirkungsvolles Mittel zur täglichen Selbstfürsorge“, sagte Lee.
Die TCM legt Wert darauf, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen, bevor sie entstehen.
„Man muss nicht warten, bis man ernsthaft krank ist – schon wenige Minuten täglich, um Qi und Blut zu regulieren, können helfen, zu verhindern, dass aus vielen kleinen Problemen etwas Größeres wird“, sagte Lee.
Mit ein wenig Übung können die Fingerspitzen zu einer Brücke zwischen alter medizinischer Weisheit und dem modernen Alltag werden.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „Your Body Has a Healing Kit: Acupoints for 7 Everyday Ailments“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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E-Zigaretten: Warum die bunten Vapes das Gehirn von Kindern dauerhaft verändern

Bunte Verpackungen und süße Aromen wie Mango, Vanille oder Erdbeere: E-Zigaretten stehen heute in fast jedem Kiosk und wirken optisch wie Begehrlichkeiten. Das Problem: Die süßen Aromen steigern nicht nur die Attraktivität und das Suchtpotenzial der Vapes. Die inhalierten Aromastoffe selbst bergen unberechenbare Gesundheitsrisiken für den Körper.

Die Gesundheitsrisiken von Aromen

Aromen sind Chemikalien, und jede hat eine eigene chemische Struktur, die zu unterschiedlichen gesundheitlichen Auswirkungen führen kann.
Irfan Rahman, Professor für Umweltmedizin an der Universität von Rochester, erklärte, dass es unter den Hunderten von untersuchten E-Zigaretten-Aromen zwei Hauptwege gibt, wie Aromastoffe giftig werden können:
Zu den giftigen Aldehyden, die in E-Zigaretten-Dämpfen nachgewiesen wurden, gehören Formaldehyd, Acrolein und Acetaldehyd.
Diese Verbindungen können das Lungenepithel entzünden und schädigen, was zu Husten, Keuchen, Brustschmerzen und im Laufe der Zeit zu irreversiblen Lungenschäden führt.
Fruchtaromen setzen besonders häufig Aldehyde frei, so Rahman.
Einige Aromastoffe sind für die Lunge giftig, auch ohne sich in Aldehyde zu zersetzen. Dazu gehören Aromastoffe wie Diacetyl, Acetoin und 2,3-Pentandion, die oft hinzugefügt werden, um buttrige Aromen wie Popcorn und Karamell zu erzeugen.
Andere Aromastoffe, von denen nachgewiesen wurde, dass sie Entzündungen, DNA-Schäden und Stress für die Lungenzellen verursachen, sind laut Studien unter anderem Zimt, Vanille, Erdbeere und Menthol.
Obwohl diese Chemikalien beim Verzehr als sicher gelten und oft ultraverarbeiteten Lebensmitteln wie im Laden gekaufter Margarine und Popcorn zugesetzt werden, können sie nicht sicher eingeatmet werden, sagte Rahman.
Im Gegensatz zur Leber, die Giftstoffe in weniger schädliche Bestandteile zerlegt, können die Lungen Giftstoffe nur entfernen, indem sie diese mit Schleim auffangen und dann zur Ausscheidung in den Verdauungstrakt leiten. Wenn mehr Giftstoffe in die Lungen gelangen, als diese beseitigen können, kann dies zu bleibenden Schäden führen.
Eine Studie an Arbeitern in Popcornfabriken, die Diacetyl ausgesetzt waren, ergab eine erhöhte Häufigkeit einer schweren obstruktiven Lungenerkrankung, die später als „Popcorn-Lunge“ bezeichnet wurde.
Selbst geschmacksneutrale E-Zigaretten bergen Risiken, darunter die Exposition gegenüber Schwermetallen, die manchmal in E-Liquids gelangen.
Die Hauptbestandteile von E-Zigaretten sind Propylenglykol und Glycerin. Obwohl die FDA diese Inhaltsstoffe als „allgemein als sicher anerkannt“ für den Verzehr einstuft, kann Erhitzen dazu führen, dass sie sich zersetzen und giftige Aldehyde freisetzen.

Nikotin und Sucht

Aromen machen E-Zigaretten attraktiver, insbesondere für Jugendliche.
Eine Studie unter der Leitung von Forschern der University of Southern California zeigte, dass Jugendliche, die andere Aromen als Menthol oder Tabak verwendeten, mit höherer Wahrscheinlichkeit weiterdampften und mehr Züge nahmen.
Die größte Sorge im Zusammenhang mit E-Zigaretten ist jedoch die darin enthaltene stark suchterzeugende Chemikalie Nikotin, die bis zu 2 Prozent der Inhaltsstoffe ausmacht.
„Die frühe Adoleszenz ist eine besonders anfällige Phase für die negativen Auswirkungen von Nikotin“, sagte Frances Leslie, Neuropharmakologin und emeritierte Professorin an der Universität von Kalifornien, Irvine, gegenüber Epoch Times in einer E-Mail.
In dieser Phase ist das Gehirn besonders formbar und die Exposition gegenüber Stressoren oder suchterzeugenden Substanzen kann leicht Fuß fassen.
Jugendliche können bereits bei geringerer Exposition als Erwachsene nikotinabhängig werden, was eine in dieser Phase beginnende Sucht laut einer in „Neuroscience & Biobehavioral Reviews“ veröffentlichten Studie schwerer rückgängig macht.

Mehr Züge durch Aromen: Süße Sorten steigern das Suchtrisiko, besonders bei Teenagern.

Foto: pixinoo/iStock

Störungen der Belohnungsbahnen im Gehirn können nicht nur den Substanzkonsum, sondern auch die Motivation, die Selbstkontrolle und die Aufmerksamkeit beeinträchtigen.
Kinder, die Nikotin ausgesetzt sind, weisen nachweislich eine höhere Impulsivität, Unaufmerksamkeit und Depressionen auf, sagte Leslie.

Umfassende Risiken des Vapings

Obwohl Vaping allgemein als weniger schädlich als Rauchen gilt, birgt es dennoch erhebliche Gesundheitsrisiken.
„Vaping hat unmittelbare Auswirkungen wie Hyperreaktivität und das Auslösen von Asthma“, sagte Adam Leventhal, Direktor des Instituts für Suchtforschung an der University of Southern California, gegenüber Epoch Times.
Studien zu den genauen Langzeitauswirkungen sind noch begrenzt.
„Chemikalien in E-Zigaretten haben biologische Wirkungen in vielen verschiedenen Organsystemen“, sagte Leventhal. „Wir wissen einfach nicht, welche Art von Schäden das verursachen kann.“
Giftstoffe wie Schwermetalle und Aldehyde können zudem das Risiko für Lungenschäden und Krebs erhöhen.
Vaping kann auch die Risiken für die Zahn- und Mundgesundheit erhöhen, so Rahman. Menschen, die dampfen, weisen laut Untersuchungen Raten an Zahnfleisch- und Parodontalerkrankungen sowie ein erhöhtes Risiko für Karies auf.
Es gibt zudem immer mehr Hinweise auf Herzrisiken, darunter Bluthochdruck, sowie auf reproduktive Probleme wie erektile Dysfunktion.
Obwohl manche Gesundheitsinfluencer Nikotin als Wellnessprodukt für das Gehirn beworben haben, sind die Erkenntnisse gemischt. Eine kleine Studie mit 18 Erwachsenen zeigte eine kurzfristige Verbesserung des Gedächtnisses.
Andere Studien bringen Nikotinkonsum bei Jugendlichen jedoch mit einem schlechteren Gedächtnis in Verbindung.
Manche Menschen nutzen das Dampfen als vorübergehende Hilfe, um mit dem Rauchen aufzuhören.
„Es ist derzeit sicherlich weniger gefährlich [als Rauchen]“, sagte Leventhal.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen beim Vapen im Allgemeinen weniger Giftstoffen ausgesetzt sind als beim Rauchen.

Sicherheitsvorkehrungen der FDA und anhaltende Bedenken

Die FDA hat mehrere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um den Konsum unter Minderjährigen zu verhindern und Menschen dazu zu ermutigen, das Rauchen aufzugeben.
Das Vape-Gerät muss über Bluetooth mit dem Smartphone des Nutzers verbunden sein, um verwendet werden zu können.
Die Nutzer müssen außerdem bestätigen, dass sie mindestens 21 Jahre alt sind. Das Gerät führt stichprobenartige biometrische Überprüfungen durch, um sicherzustellen, dass der registrierte Nutzer auch derjenige ist, der es benutzt.
Dennoch bleiben einige Experten besorgt.
Leslie sagte, dass die Zulassung von E-Zigaretten mit Fruchtaromen deren Attraktivität für Jugendliche erhöhen könnte.
„Obwohl diese dazu gedacht sind, erwachsenen Rauchern bei der Entwöhnung zu helfen, könnten sie auch von Teenagern missbräuchlich verwendet werden“, sagte Leslie.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „What Flavored Vapes Do to Your Body“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Das Zucker-Paradoxon: Warum Süßes den Geist beruhigt, aber den Körper stresst

In Kürze:

  • Zucker beruhigt nur das Gehirn, lässt den Körper aber unbemerkt unter Stress.
  • Der Blutzuckeranstieg und -abfall löst eine doppelte hormonelle Stressreaktion aus.
  • Das System schaltet fälschlicherweise auf Aktivität statt auf echte Erholung.
  • Dieser Kreislauf führt langfristig zu chronischem Heißhunger und höheren Krankheitsrisiken.

Es ist der weltweit am meisten akzeptierte Bewältigungsmechanismus: Nach einem langen Arbeitstag greifen wir zu heißer Schokolade, brechen eine Stück Schokolade ab oder öffnen ein zuckerhaltiges Getränk – und fühlen uns tatsächlich besser.
Neue Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass sich zwar das Gehirn ruhiger anfühlt, der Körper aber im Hintergrund weiter unter Stress steht.

Die Versuchsanordnung

Wie stark signalisiert Zucker Erholung und was passiert tatsächlich im Körper? Das untersuchte eine neue Studie im International Journal of Psychophysiology an 94 gesunden Erwachsenen.
Die Forscher teilten die Teilnehmer per Zufall in vier Gruppen ein: Glukose plus Massage, Glukose plus Ruhe, Wasser plus Massage oder Wasser plus Ruhe. Als Finale mussten alle eine Aufgabe zur anhaltenden Aufmerksamkeit lösen.

Die Zucker-Dosis

Das verabreichte Glukosegetränk enthielt 75 Gramm in Wasser aufgelöste Glukose – eine massive Zuckermenge, die etwa zwei Dosen Limonade oder etwa 20 Teelöffeln Zucker entspricht.
Während des gesamten Experiments überwachten die Wissenschaftler den Blutzucker, den Blutdruck, die Herzaktivität sowie die körpereigenen Signale aus dem Wachsamkeits- und dem Entspannungssystem.
Die Blutzuckermessung erfolgte vor dem Getränk, vor der Entspannungsphase und direkt vor dem Aufmerksamkeitstest.

Das verblüffende Ergebnis

Zwar wirkten Massage und Ruhephase wie erwartet – die Teilnehmer fühlten sich spürbar gelöster und ihre Körper zeigten klare Entspannungszeichen.
Doch bei der Glukose-Gruppe gab es einen Haken: Ein Teil des körpereigenen Wachsamkeitssystems kam einfach nicht vollständig zur Ruhe. Das eindeutige Signal der Daten: Zucker kann den Körper aktiv daran hindern, sich vollkommen zu entspannen.
„Zucker leiht sich einen Moment der Ruhe vom Dopaminsystem und belastet damit die Stoffwechselgesundheit“, sagte Grant Antoine, Naturheilkundler und klinischer Leiter für Präzisionsernährung bei Viome über die Studienergebnisse, gegenüber Epoch Times.
Während das Gehirn ein Gefühl des Wohlbefindens registriert, kann im Körper im Hintergrund weiterhin eine Stressreaktion ablaufen.

Ruhe ist nicht gleich Ruhe: Die Belohnungs-Illusion

Das empfundene Wohlbefinden nach dem Zuckerkonsum entspringt einer Täuschung: Es wird primär vom Belohnungssystem des Gehirns gesteuert – und eben nicht von einer echten Entspannungsreaktion des gesamten Körpers.
„Die Ruhe, die Menschen durch Zucker empfinden, ist ein neurochemischer Vorgang im Belohnungssystem“, sagte Antoine, der nicht an der Studie beteiligt war.
Dieses Gefühl der Ruhe erstrecke sich jedoch keineswegs auf das Herz-Kreislauf- und Nervensystem oder auf die Stresshormone. Diese blieben im Hintergrund weiterhin aktiv.
„Deshalb kann ein zuckerhaltiger Snack die Wirkung von Atemübungen oder Meditation stillschweigend zunichte machen“, sagt Antoine.
Während das Gehirn im Moment ein Gefühl des Wohlbefindens registriere, „hört der Körper nie auf, sein Stressprogramm ablaufen zu lassen“.

Das physiologische Paradoxon

Glukose kurbelt die Stressaktivität aktiv an und macht es in der Studie dem Körper extrem schwer, herunterzufahren – selbst während einer tiefenentspannenden Maßnahme wie einer Massage.
Kara Seidman, Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin für Partnerschaften bei Resbiotic Nutrition, brachte das Problem gegenüber Epoch Times auf den Punkt: „Dies deutet auf eine Diskrepanz zwischen gefühlter Ruhe und tatsächlichem physiologischem Stress hin.“

Zucker sendet dem Körper ein Stresssignal

Der Körper reagiert auf das, was sich in seinem Blutkreislauf befindet. „Ein Zuckeranstieg an sich ist ein Stressor“, betont Antoine.
Ein steigender Blutzuckerspiegel aktiviert die „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion des Körpers, jagt die Herzfrequenz nach oben und treibt den Blutdruck in die Höhe.
„Normalerweise beobachten wir diese Veränderungen nur in Zeiten erhöhten Stresses, wie zum Beispiel beim Sport, aber die Studie zur menschlichen Reaktion auf Glukose hat gezeigt, dass dies sogar in Ruhe geschieht“, fügte er hinzu.
Doch was auf diesen rasanten Anstieg folgt, ist oft noch schlimmer: Sobald der Blutzucker unter den Ausgangswert fällt, schaltet der Körper auf Notfallmodus.
Zur Kompensation schüttet er massiv Cortisol und Adrenalin aus – beides Stresshormone. Antoines Fazit ist: „Eine einzige Dosis Zucker kann tatsächlich zwei Stressreaktionen auslösen: eine beim Anstieg und eine beim Abfall.“

Der Faktor Kontext

Dabei gibt es keinen universellen Grenzwert, ab wie viel Gramm der Blutzucker wie oben beschrieben eskaliert. Der Effekt ist extrem abhängig von Dosis und Kontext.
Ob und wie stark das System anspringt, bestimmen Faktoren wie die restliche Nahrungsaufnahme, die individuelle Insulinsensitivität, das aktuelle Aktivitätsniveau und bereits vorhandener Stress.
Wer Zucker direkt vor einem ohnehin stressigen Ereignis konsumiert, verstärkt die hormonelle Stressreaktion des Körpers mit großer Wahrscheinlichkeit noch zusätzlich.
Zum Kontext der aktuellen Untersuchung: In der Studie wurde eine Glukosedosis verwendet, die exakt der Menge eines oralen Glukosetoleranztests entspricht – eine große, schnell resorbierte Zuckermenge, die den Blutzuckerspiegel bewusst extrem ansteigen lassen soll. Vergleichsstudien zu Zuckermengen in verschiedenen Snacks und Lebensmitteln sind bisher noch ausständig.

Der Härtetest im Labor

In einer Studie wiesen Personen, die vor einem sozialen Stresstest – wie dem Halten einer Rede oder dem lauten Kopfrechnen – Glukose zu sich nahmen, einen stärkeren Cortisolanstieg auf als diejenigen, die dies nicht taten.
Personen mit bereits belastetem Stresssystem sind von diesem Effekt möglicherweise am stärksten betroffen. Dazu gehören Menschen mit
  • chronischem Stress,
  • Schlafmangel,
  • Burn-out.
Bei diesen Personen steigt der Cortisolspiegel tendenziell noch stärker an und bleibt zudem länger erhöht.

Das biologische Missverständnis

Auf biologischer Ebene signalisiert ein hoher Blutzuckerspiegel dem Organismus, dass sofort Energie verfügbar ist.
Das bedeutet für das System: Die aktuellen Bedingungen laden eher zum Handeln als zur Ruhe ein. Das Gehirn reagiert prompt auf dieses Signal und versetzt den Körper in einen wachen, bereiten Zustand.

Warum wir unter Stress nach Zucker verlangen

Mehrere biologische und psychologische Faktoren treiben uns in Stresssituationen direkt in Richtung Zucker:
  • Cortisol steigert laut Untersuchungen den Appetit und weckt gezielt das Verlangen nach kalorienreichen Lebensmitteln.
  • Stress erhöht den Spiegel von Ghrelin (dem Hungerhormon), was den Drang zu essen verstärkt.
  • Chronischer Stress kann das Gehirn zudem gegenüber Leptin (dem Hormon, das Sättigung signalisiert) laut Untersuchungen „teilweise taub“ machen.
Das bittere Ergebnis der hormonellen Kettenreaktion: „Man ist also hungriger als normal und weniger in der Lage zu erkennen, wann man genug gegessen hat.“

Die kurzfristige Täuschung im Stresssystem

Dabei wirkt Zucker im ersten Moment tatsächlich und sorgt vorübergehend für Linderung. Studien zeigen, dass er die Stressreaktion dämpfen kann, indem er die Aktivität der HPA-Achse unterdrückt. Das ist der Teil des Stresssystems, der uns bei anhaltendem Stress wachsam und voller Energie hält.
Dieser beruhigende Effekt ist jedoch nur von kurzer Dauer. Die Linderung hält nur kurz an, bevor der Kreislauf wieder von vorn beginnt und eine weitere Dosis verlangt, so Antoine.
Zucker wird zudem selten isoliert konsumiert. Er wird oft mit beruhigenden Aktivitäten kombiniert, wie zum Beispiel:
  • Sich hinsetzen
  • Etwas anschauen
  • Zeit mit anderen verbringen
Diese Kombination verstärkt das Gefühl der Erleichterung zusätzlich. Da Zucker den Stress – wenn auch nur kurzzeitig – abschwächt, greift man beim nächsten Mal, wenn man sich überfordert fühlt, eher wieder danach. Dieses Verlangen, sagt Antoine, kehrt jedes Mal stärker zurück.

Die Stressfalle: Kurze Erleichterung durch Zucker verstärkt das Verlangen beim nächsten Mal.

Foto: Doucefleur/iStock

Die langfristigen Folgen: Der hormonelle Push-Pull-Effekt

Mit der Zeit fordert dieser Kreislauf seinen Tribut. Wird Zucker wiederholt zur Stressbewältigung eingesetzt, können sowohl Insulin als auch Cortisol gleichzeitig ansteigen.
Das führt zu einem gefährlichen Push-Pull-Effekt: Ein Hormon versucht, Energie zu speichern, während das andere versucht, sie im Kreislauf zu halten.
Dieses Chaos im Hormonsystem hat langfristig ernste Konsequenzen für den Organismus:
  • Insulinresistenz: Zellen können weniger empfindlich auf Insulin reagieren.
  • Entzündungen: Ein anhaltend erhöhter Blutzuckerspiegel kann zu Entzündungen im Körper beitragen.
  • Krankheitsrisiken: Das Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen steigt.
Dr. Deepak Bhatt, interventioneller Kardiologe und Direktor des Mount Sinai Fuster Heart Hospital, erklärte dazu gegenüber The Epoch Times: Zuckerhaltige Getränke, Fast Food wie Burger und Pommes, Pizza und Desserts enthalten in der Regel leere Kalorien und ungesunde Fette.
Wenn dieses Stressessen zur Gewohnheit wird, kann es zudem zu einer Gewichtszunahme führen – einem weiteren wichtigen Risikofaktor für Diabetes und Herzerkrankungen.

Kein Grund für Schuldgefühle – aber für Bewusstsein

Das bedeutet jedoch nicht, dass man Zucker komplett weglassen muss – oder sich schuldig fühlen sollte, wenn man von Zeit zu Zeit danach greift. Der Trost, den Zucker bietet, ist real, aber eben nur teilweise, und hat einen hohen Preis.
Zu verstehen, wie Zucker sowohl das Gehirn als auch den Körper beeinflusst, kann Menschen helfen, fundiertere Entscheidungen zu treffen – insbesondere in stressigen Zeiten.
Denn sich besser zu fühlen, bedeutet nicht nur momentanen Trost. Es geht vor allem darum, dem Körper zu ermöglichen, vollständig in einen echten Ruhezustand zurückzukehren.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „Why Sugar Makes You Feel Calmer but Your Body More Stressed“. (deutsche Bearbeitung: vm) 
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Warum Blockaden im Körper so viele Beschwerden verursachen können

In Kürze:

  • Drei einfache Akupressurpunkte können schnell helfen: Yin Tang (zwischen den Augenbrauen) beruhigt Emotionen, löst Sorgen und verbessert den Schlaf.
  • Nei Guan (am inneren Handgelenk) lindert Übelkeit und Überforderung.
  • Hegu (zwischen Daumen und Zeigefinger) wirkt gegen Schmerzen, Kopfschmerzen, Stress und stärkt das allgemeine Wohlbefinden.
  • Jeden dieser Punkte 1 bis 2 Minuten sanft massieren oder drücken – am besten mit ruhiger, tiefer Atmung.

 
Eines Tages kam eine junge Frau in ihren Zwanzigern in meine Praxis. Sie litt unter starkem Stress und Schlaflosigkeit, ausgelöst durch einen Berufswechsel.
Hätte sie eine westliche Klinik aufgesucht, hätte man ihr wahrscheinlich eine Psychotherapie oder Schlaftabletten verschrieben. Stattdessen kam sie zu mir, einer Ärztin für Traditionelle Chinesische Medizin. Ich bat sie lediglich, ihre Hand zu massieren.
Sie folgte dem Rat und massierte die Mitte ihrer Handfläche immer dann, wenn sie sich gestresst oder ängstlich fühlte. Bereits nach wenigen Tagen berichtete sie, dass ihr Geist klarer wurde, die Ängste nachließen und sie endlich wieder erholsam schlafen konnte.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt jede Form von Krankheit oder Stress – ob körperlich oder seelisch – als Zeichen einer Blockade der Lebensenergie Qi. Sobald der Qi-Fluss wiederhergestellt ist, kehren Gesundheit und Gleichgewicht von selbst zurück.
Solche schnellen und tiefgreifenden Besserungen erlebe ich täglich in meiner Praxis.
Um zu verstehen, warum dieser einfache Massagetrick so wirksam war, lohnt es sich, das Meridiansystem der TCM kennenzulernen – jene feinen Energiekanäle, durch die das Qi im Körper fließt. Sie eröffnen eine ganz neue Sicht auf Gesundheit und Heilung.

Die unsichtbaren Energiekanäle

Im ersten Artikel dieser Reihe wurde beschrieben, dass die TCM den menschlichen Körper als ein intelligentes, dynamisches System betrachtet, das in der Lage ist, sich selbst zu reparieren und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Gesundheit wird durch das Qi aufrechterhalten, das durch die Meridiane des Körpers fließt.
Meridiane sind vergleichbar mit Nebenflüssen und Kanälen und bilden ein riesiges Netzwerk, das den Körper mit dem durch sie fließenden Qi „bewässert“ und so jeden Teil des Körpers nährt.
Genauso wie es an Flüssen Zugangspunkte gibt, gibt es an diesen Meridianen Akupunkturpunkte (auch Akupressurpunkte genannt). Akupunkturpunkte sind bestimmte Stellen entlang der Meridiane, an denen durch sanften Druck oder Massage auf das Qi zugegriffen, es beeinflusst und umgeleitet werden kann.
Der menschliche Körper verfügt laut TCM über zwölf Hauptmeridiane, die in sechs Paaren vorliegen, wobei jedes Paar mit einem bestimmten Organ verbunden ist und seinem eigenen spezifischen Verlauf folgt. Obwohl Meridiane im gesamten Körper vorhanden sind, lassen sich ihre Verläufe oft leichter in den Gliedmaßen wahrnehmen, wo die Empfindungen der Qi-Übertragung deutlicher spürbar sind.
Der Qi-Fluss innerhalb der Meridiane beeinflusst, wie Ihr Körper und sogar Ihre Emotionen funktionieren.
Die westliche Wissenschaft hat begonnen, das Konzept der Meridiane zu erforschen. CT- und MRT-Untersuchungen haben gezeigt, dass die Faszien – das Bindegewebe des Körpers – Muskeln, Knochen, Nerven, Blutgefäße und Organe umgeben und stützen. Dabei bilden sie linienartige Strukturen, die ähnlich verlaufen wie die traditionellen Meridianbahnen.
Einige Forscher haben die Hypothese aufgestellt, dass das Meridiansystem der Faszien des Körpers entsprechen könnte, doch die Forschung dazu ist noch nicht abgeschlossen. Auch wenn der Vergleich zwischen Faszien und Meridianen faszinierend ist, ist das gesamte Meridiansystem komplexer als die Faszien.

Warum Meridiane wichtig sind

In der chinesischen Medizin besteht die Hauptfunktion der Meridiane darin, einen gleichmäßigen und kontinuierlichen Qi-Fluss aufrechtzuerhalten.
Wenn der Qi-Fluss gestört oder aus dem Gleichgewicht gerät, kann dies auf einen Zustand der Disharmonie hindeuten. In solchen Fällen können bei den Betroffenen verschiedene körperliche oder emotionale Symptome auftreten. Zu den häufig beschriebenen Anzeichen, die mit einem Qi-Ungleichgewicht oder einer Qi-Stagnation in Verbindung gebracht werden, gehören:
  • Stress, Angstzustände oder Reizbarkeit
  • Verspannte Muskeln oder schmerzende Gelenke
  • Energielosigkeit, chronische Müdigkeit und Verdauungsprobleme
  • Schlaflosigkeit und wiederkehrende Kopfschmerzen
Um dies weiter zu vereinfachen, kehren wir zu der gestressten Patientin zurück, die ich zuvor erwähnt habe. Was genau geschah, als sie auf die Mitte ihrer Handfläche drückte?
Der Bereich, auf den sie Druck ausübte, ist als Akupunkturpunkt „Palast der Mühen“ (auch Lao Gong genannt) bekannt. Der Lao-Gong-Akupunkturpunkt steht in engem Zusammenhang mit der Regulierung von Emotionen und geistiger Klarheit. Die Stimulation dieses Punktes fördert einen reibungsloseren Fluss von Qi und Blut, insbesondere im Oberkörper und im Kopf.
Praktisch gesehen hilft die Akupressur dabei, den Körper aus einem Zustand von erhöhtem Stress und geistiger Überaktivität in einen ruhigeren, konzentrierteren und ausgeglicheneren Zustand zu versetzen – genau das, was in Zeiten intensiven Lernens oder Leistungsdrucks benötigt wird.

Akupressurpunkte zur Selbstbehandlung

Man kann einfache Akupressurmassagen in die persönliche Selbstfürsorgeroutine integrieren.
Beim Massieren von Akupunkturpunkten ist es normal, leichte Empfindungen wie Schmerzen, Schweregefühl oder leichten Druck zu spüren. Wenn der Druck jedoch unangenehm oder schmerzhaft wird, sollte der Druck verringert oder die Massage gestoppt werden. Akupressur soll dem Körper helfen, sich zu entspannen, und keine zusätzliche Anspannung erzeugen.
Es sollte vermieden werden, Druck auf Bereiche auszuüben, die verletzt, geschwollen oder entzündet sind oder Krampfadern aufweisen, da diese empfindlicher sind und sich durch die Stimulation verschlimmern können.
Die Stimulation sollte auf etwa 1 bis 2 Minuten beschränkt werden und der Druck sollte, sofern möglich, auf beiden Seiten des Körpers ausgeübt werden.
Dies sollte möglichst mit langsamer, entspannter Atmung kombiniert werden. Wichtig ist: Regelmäßigkeit und Sanftheit sind vorteilhafter als eine übermäßige oder zu kräftige Stimulation.

3 leicht zu findende Akupunkturpunkte

1. Bei Schlaflosigkeit, Sorgen und zur Regulierung der Emotionen

Ein leicht zu findender und häufig verwendeter Akupunkturpunkt zwischen den Augenbrauen heißt Yin Tang oder „Halle der Eindrücke“.
Nach alter Überlieferung ist dies der Ort des dritten Auges. Der Yin-Tang-Akupunkturpunkt steht in Verbindung mit der Zirbeldrüse und hilft, die Schlafqualität zu verbessern und emotionale Belastungen zu regulieren, was zu tiefer Entspannung führt.
Dieser Bereich sollte 1 bis 2 Minuten lang sanft mit den Fingern in kreisenden Bewegungen massiert werden.

2. Bei Übelkeit und Überforderung

Es gibt eine weiche Stelle am inneren Handgelenk, etwa drei Finger breit unterhalb der Handgelenksfalte und zwischen zwei hervortretenden Sehnen. Dieser Punkt, bekannt als „inneres Tor“ oder auf Chinesisch „Nei Guan“, wird in der traditionellen Praxis häufig zur Linderung von Symptomen wie Übelkeit und emotionaler Anspannung eingesetzt.
Auf diesen Punkt sollte man sanft Druck ausüben oder diesen Bereich 1 bis 2 Minuten lang mit dem Daumen massieren, während man langsam und gleichmäßig atmet.

3. Zur Schmerzlinderung und für das allgemeine Wohlbefinden

Auf dem Handrücken, zwischen Daumen und Zeigefinger, befindet sich ein sehr vielseitiger Akupunkturpunkt namens Hegu oder „Verbindungstal“. Er wird häufig bei Kopfschmerzen, Migräne und Zahnschmerzen sowie bei Erkältungen und Grippe eingesetzt. Er hilft auch, Stress abzubauen und die Verdauung anzuregen.
Diesen Bereich sollte man 1 bis 2 Minuten lang sanft massieren, und dabei langsam und tief einatmen.
Hinweis: Dieser Punkt sollte während der Schwangerschaft nicht stimuliert werden, da dies Wehen auslösen könnte.
Die Lebensenergie des Körpers liebt den Fluss. Flexibel und anpassungsfähig zu sein, ist das Geheimnis für Gesundheit und Langlebigkeit. Das lebensspendende Qi sollte frei durch den Körper fließen können – und dann wird man sich gesund fühlen und gesund bleiben.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Meridians: How a Myriad of Symptoms Result From Blockages in Your Body“. (deutsche Bearbeitung: vm)