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Eklat um Ronaldo: CR7 will Portugiesen „zu gegebener Zeit“ die Wahrheit sagen

Einen Tag vor dem dritten Spiel der portugiesischen Nationalmannschaft in der UEFA Nations League am Donnerstag, 1. Oktober, reiste Cristiano Ronaldo überraschend ab. Noch am selben Abend schrieb er auf Instagram:
„Nach der Pressekonferenz des Nationaltrainers und im Nachgang eines Gesprächs mit dem Präsidenten des portugiesischen Fußballverbandes habe ich die Entscheidung getroffen, das Trainingslager der Nationalmannschaft zu verlassen. […]“

Und weiter: „Zu gegebener Zeit werde ich dem gesamten portugiesischen Volk die Wahrheit über die Gründe sagen, die mich zu meinem Abschied aus der Nationalmannschaft veranlasst haben, für die ich mich immer voll eingesetzt habe. Jetzt ist es an der Zeit, Portugal und allen meinen Teamkollegen, ohne Ausnahme, viel Glück zu wünschen.“

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Was war geschehen?

Den Portugiesen liegt das diesjährige WM-Aus im Achtelfinale am 6. Juli gegen den östlichen Nachbarn und großen Rivalen Spanien noch schwer im Magen. Im Zuge des Ausscheidens geriet auch Cristiano Ronaldo, der ewige portugiesische Fußball-Superstar, nach seinem von ihm selbst angekündigten letzten WM-Spiel wegen einer eher glücklosen Leistung in die Kritik.
Doch dann berief ihn Jorge Jesus, seit Juli neuer Nationaltrainer Portugals, wenige Wochen später erneut ins Nationalteam, und Ronaldo spielte am Donnerstag, 24. September, in Lissabon als Mannschaftskapitän der Portugiesen im UEFA-Nations-League-Auftaktspiel gegen Wales. Die Portugiesen konnten das Spiel durch einen Treffer von João Félix nach einem Pass von Nuno Mendes in der 22. Minute mit 1:0 für sich entscheiden. Kein Tor von Ronaldo – und auch keine Superstar-Leistung. Trainer Jesus nahm ihn bereits in der 67. Minute vom Platz.
Beim 2:1-Sieg gegen Norwegen am Sonntag, 27. September, saß er die gesamte Spielzeit auf der Bank. Nach Aussagen des Nationaltrainers sollte Ronaldo auch im kommenden Spiel am 1. Oktober gegen Dänemark nicht in der Startelf sein. „Ronaldo? Ich weiß nicht, was im Spiel passieren wird. Keine Ahnung. Wenn ich ihn brauche, kommt er rein. Wenn ich ihn nicht brauche, kommt er nicht rein“, sagte Jesus portugiesischen Medien zufolge.

Der portugiesische Stürmer Cristiano Ronaldo (links) und der portugiesische Verteidiger Diogo Dalot treffen am 30. September 2026 im Parken-Stadion in Kopenhagen, Dänemark, zu einer Trainingseinheit ein – am Vorabend ihres Nations-League-Spiels der Gruppe A4 gegen Dänemark. Später reiste Ronaldo überraschend ab.

Foto: Liselotte Sabroe / Ritzau Scanpix / AFP via Getty Images

Der große Eklat

Dann kam der Knall. Ronaldo verließ am Mittwoch, 30. September, am Vorabend des Dänemark-Spiels, überraschend das Nationalteam. Die portugiesische Sportzeitung „O Jogo“ meldete noch am selben Abend, Ronaldos Entscheidung sei unumkehrbar: Er werde nicht mehr für Portugal spielen. Das Spiel gegen Wales sei nach 234 Länderspielen und 146 Toren sein letztes gewesen.
Die Nachrichtenagentur dpa titelte: „Flucht im Privatjet: Ronaldos unrühmlicher Abschied“, und die spanische Zeitung AS schrieb: „Der Fall Cristiano schlägt wie eine Bombe in Portugal ein.“ Für die französische „L’Équipe“ ist der Hintergrund des Ganzen ein „Psychodrama“ zwischen Cristiano Ronaldo und Trainer Jorge Jesus. Die beiden hatten in der vergangenen Saison noch beim saudi-arabischen Spitzenclub Al-Nassr zusammengearbeitet, für den Ronaldo seit 2023 spielt.
Ein internes Video aus der Mannschaftskabine einige Tage zuvor zeigte keinerlei Unstimmigkeiten, zumindest nicht zwischen Ronaldo und dem Team.

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Nach dem großen Knall und der Abreise des Fußball-Superstars teilte Ronaldos ältere Schwester Elma Aveiro auf Instagram einen Beitrag eines anderen Nutzers und kommentierte: „Alles gesagt“. In dem Text hieß es: „CR7 hätte mehr Respekt verdient. Die Nationalmannschaft hätte mehr Struktur verdient. Der portugiesische Journalismus hätte mehr Kompetenz und weniger Spekulationen verdient. Was die Portugiesen betrifft, nun ja … Sie verdienen es nicht, in irgendetwas den Besten zu haben. Wir sind neidisch, verächtlich und ignorant und verdienen es, zu der Mittelmäßigkeit zurückzukehren, die wir im Fußball vor CR7 immer hatten. Danke für alles, CR7! Du hättest mehr verdient!“

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Die portugiesische Zeitung „Correio da Manhã“ verweist bereits auf die Disziplinarordnung des portugiesischen Fußballverbands. Danach könnte Ronaldo jetzt eine Sperre von bis zu sechs Monaten drohen. Laut den Statuten kann ein Profi, der ohne Angabe von Gründen bei einem Training, einem Spiel oder einer anderen Aktivität des Teams fehlt, mit einer Geldstrafe und mit einer Sperre von einem bis zu sechs Monaten belegt werden.
Allerdings wäre diese Sperre bei dem von „O Jogo“ gemeldeten Rücktritt aus der Nationalelf ohnehin hinfällig.
Ohne Ronaldo gewann Portugal am Donnerstag in Kopenhagen mit 4:2 gegen Dänemark. Für Trainer Jorge Jesus (72) geht es indes weiter auf dem Weg in Richtung Fußball-Weltmeisterschaft 2030. Dann wird Portugal neben Spanien und Marokko Co-Gastgeber sein.
Mit Material von dpa
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Platz eins weit weg: Das droht Klopp in der Nations League

Die Tabelle lügt nicht. Und sie verheißt für Jürgen Klopp nach zwei Spielen als Bundestrainer in der Nations League nichts Gutes. Die Fußball-Nationalmannschaft ist von ihrem Ziel, als Gruppensieger wie beim letzten Mal ins Viertelfinale einzuziehen, nach dem 0:1 gegen Griechenland im zweiten von sechs Vorrundenspielen weit entfernt.
Mit einem Punkt liegt die DFB-Auswahl in Gruppe 2 der Liga A nach einem Drittel der Vorrunde auf dem dritten Platz. Tabellenführer Griechenland ist nach zwei Siegen schon fünf Zähler voraus.
Die Niederlande haben als erster Verfolger auch schon vier Punkte und damit drei mehr als Deutschland. Der nächste Gegner Serbien ist ohne Zähler Schlusslicht.
„Wir haben leider nur einen Punkt geholt. Dementsprechend sind wir nicht in einer optimalen Position. Wir müssen jetzt gucken, dass wir die nächsten Spiele gewinnen, weil wir natürlich Erster oder Zweiter werden wollen. Bestenfalls wollten wir Erster werden, jetzt ist der Platz weit weg“, sagte Kapitän Joshua Kimmich zur Ausgangslage.
Doch was passiert, wenn die DFB-Elf die ersten beiden Plätze verpasst? Dann ist die Teilnahme am Viertelfinale des UEFA-Wettbewerbs nicht möglich. Und damit wäre auch die Qualifikation für das Final Four im Juni 2027, bei dem der nächste Nations-League-Sieger gekürt wird, passé.

Stattdessen gibt es dann drei andere Optionen

Als einer der besten zwei Gruppendritten würde die DFB-Elf in der A-Liga bleiben. Dann würde sie im März direkt mit der Qualifikationsrunde für die Europameisterschaft 2028 weiter machen.
Als einer der schlechtesten zwei Gruppendritten oder einer der besten zwei Gruppenvierten müsste man im März in Relegationsspiele gegen einen Tabellenzweiten der B-Liga. Nur als Sieger dieser Playoffs bliebe man in der A-Liga, sonst wäre man ein Absteiger in die B-Liga.
Als einer der schlechtesten zwei Gruppenvierten wäre der direkte Abstieg besiegelt. Die neue A-Liga der Nations League mit dann 18 statt 16 Teams fände im Herbst 2028 ohne Deutschland statt. Die DFB-Elf müsste in der zweitklassigen B-Liga ran. (dpa/red)
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Klopp startet mit großem Kader in DFB-Neuanfang

Den letzten Form-Check seiner 44 Auserwählten für den spannenden Neubeginn der Nationalmannschaft nahm Jürgen Klopp mit seinem Trainerstab nicht mehr im Stadion vor, sondern vor zig TV-Bildschirmen.
Und was den Bundestrainer in Herzogenaurach an Fußball-Lust, an Toren von frischen DFB-Gesichtern wie Younes Ebnoutalib oder Derry Scherhant sowie Stimmen voller Vorfreude erleben konnte, dürfte ihn nur noch bestärkt haben in seinem mutigen Startansatz. Zwei Kader, vier Länderspiele – los geht’s!
Den WM-Blues scheint Menschenfänger Klopp sogar bei denen verscheucht zu haben, die die bleierne Zeit mit Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann in Amerika miterlebt haben. „Ich habe viel mit ihm geredet. Die Vibes und die Energie sind super“, berichtete etwa Jamal Musiala, der sich nach einem ersten 90-Minuten-Einsatz inklusive Tor für den FC Bayern erwartungsfroh nach Franken aufmacht.
Klopp hatte schon lange vor der im Laufe des Sonntags geplanten Ankunft der ersten Akteure aus dem 24-Mann-Kader für die erste Länderspiel-Woche eines der Holzhäuser auf dem Adidas-Homeground bezogen.
Der 59-Jährige freut sich auf seinen Power-Start als DFB-Chefcoach mit gleich vier Nations-League-Partien in den Niederlanden, zweimal gegen Griechenland und Serbien. „Ich kann sagen: Es bedeutet allen unglaublich viel, für die Nationalmannschaft aufzulaufen“, sagte Klopp hocherfreut nach vielen Vorab-Gesprächen.

Der Klopp-Boost erfasst die Neulinge

Die vielfach unverhoffte Berufung bewirkte bei den Debütanten quasi einen ersten Klopp-Boost schon im Vereinstrikot. „Ich konnte es gar nicht so richtig realisieren. Es fühlt sich einfach sehr, sehr surreal an irgendwie. Ich denke schon, dass mir das noch mal so einen Push gegeben hat heute“, sagte etwa der Freiburger Außenstürmer Scherhant nach seiner Top-Leistung beim 2:2 in Frankfurt zum Umstand plötzlich zur deutschen Fußball-Elite zu gehören.
Etwas leisten, darum geht es Klopp. „Alles hängt von Leistung ab. Es geht darum, für das nächste Spiel bereit zu sein und das Gefühl zu geben, es bedeutet mir alles, jetzt zu spielen“, hatte er bei der Bekanntgabe seines außergewöhnlich großen und zweigeteilten Startaufgebotes gesagt.
Er habe aber auch „für manche, die jetzt nicht dabei sind, die im Moment Probleme haben“, die Tür nicht dauerhaft zugemacht, sagte Klopp.
Deniz Undav ist einer der Prominentesten. Und Deutschlands erfolgreichster Schütze bei der Weltmeisterschaft verhehlte nach dem verlorenen Topspiel mit Stuttgart gegen Dortmund seinen Frust über die (vorübergehende?) Ausbootung nicht.

Undav trotzig und kämpferisch: „Heule jetzt nicht rum“

„Ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich heule jetzt nicht rum. Es geht weiter, und ich werde wieder alles geben“, sagte der 30 Jahre alte Angreifer nach seinem nächsten torlosen Spiel inklusive Auswechslung.
Undav hatte fest mit einer Klopp-Einladung gerechnet angesichts seiner guten DFB-Zahlen (3 WM-Tore, neun Treffer in 13 Länderspielen). Diese empfand er als eine Art „Puffer“.
„Ich muss mich also wieder neu beweisen, es noch einmal einem neuen Trainer beweisen, dass ich dazugehöre“, äußerte Undav so trotzig wie kämpferisch. „Wenn ich hoffentlich im November – wenn ich mich empfehlen kann – wieder dabei bin, dann wird der Bundestrainer wissen, was ich für ein Typ bin.“

Pascal Groß folgt Neuer und Rüdiger

Klopp mag Typen, die für die Nationalelf brennen. Genau dieses Feuer will er mit den vielen erstmals eingeladenen Perspektivspielern Richtung EM 2028 und WM 2030 wieder so stark entfachen, dass Turnier-Erfolge wieder möglich sind.
Einer, der dafür wegen seines Alters nicht mehr infrage kommt, ist Pascal Groß. Nach Weltmeister-Torwart Manuel Neuer (40) und Abwehrrecke Antonio Rüdiger (33) hat der 35-Jährige als dritter WM-Teilnehmer seine DFB-Laufbahn beendet.
„Für mich war’s das nach der WM“, sagte der für Brighton spielende Profi. „Es ist an der Zeit, der neuen Generation nur das Beste zu wünschen.“ (dpa/red)
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Todesfall überschattet 2:2 zwischen Braunschweig und Dresden

Überschattet vom Todesfall eines Fans hat das Kellerduell in der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden keinen Sieger gefunden. Vor 20.915 Zuschauern gab es ein 2:2 (1:1)-Unentschieden.
Die Treffer erzielten Nicolai Rapp (3. Minute) und Thomas Keller (72.) für Dynamo sowie Maximilian Entrup (5.) und Mehmet Aydin (68., Foulelfmeter) für die Eintracht.

Eintracht trauert um Fan

Der Anpfiff hatte sich wegen des Einsatzes auf der Haupttribüne um 15 Minuten verzögert. Rettungskräfte schirmten den Einsatzort mit großen weißen Planen ab. Per Stadiondurchsage wurde mitgeteilt, dass ein Mensch um sein Leben kämpfe.
In der Halbzeit gab der Stadionsprecher dann bekannt, dass der Fan auf dem Weg in das Krankenhaus gestorben sei. Auf Wunsch der Familie wurde das Spiel mit der Anfeuerung der Fans fortgesetzt.
„Trotz sofort eingeleiteter Maßnahmen ist der betroffene Eintracht-Fan leider auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben“, teilte die Eintracht in den sozialen Medien mit. „Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten seiner Familie und seinen Angehörigen.“

Hektischer Auftakt in die Partie

Auf dem Rasen ging es sofort zur Sache. Schon nach wenigen Sekunden sah Robert Wagner die Gelbe Karte. Der Dresdner Mittelfeldspieler schloss die hektische Anfangsphase mit der Dynamo-Führung durch Rapp und dem Eintracht-Ausgleich durch Entrup mit einem Schuss an die Latte (8.) ab.
Nach der Pause entschied der Unparteiische Lars Erbst nach einem Foul von Tobias Raschl an Andi Hoti auf Elfmeter für Braunschweig. Aydin verwandelte sicher. Keller stellte mit dem zweiten Dresdner Treffer im Anschluss an eine Ecke den Ausgleich her. Durch das Remis bleiben beide Teams im Tabellenkeller.
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DFB macht Weg frei für eigenständige Frauen-Bundesliga

Bei einem außerordentlichen und virtuellen Bundestag am 18. September will der Deutsche Fußball Bund den Weg für eine selbstständige Frauen-Bundesliga frei machen.
„Dort sollen die notwendigen Satzungsänderungen für die Ausgliederung der Google Pixel Frauen-Bundesliga beschlossen und die vertraglichen Grundlagen für die Übertragung der Liga auf den FBL e.V. gebilligt werden“, teilte der Dachverband mit.
Ende vergangenen Jahres hatten die 14 Erstligaclubs den Frauen-Bundesliga FBL e.V. mit der Frankfurter Funktionärin Katharina Kiel an der Spitze gegründet. Von der Saison 2027/28 an werden sich die Vereine selbst organisieren und vermarkten.

Jetzt auch Pachtvertrag ausgehandelt

Im Mai einigten sich DFB und FBL auf den Grundlagenvertrag, der die Finanzströme regelt.
Formal genehmigt werden muss vom Bundestag auch der jetzt ausgehandelte sogenannte Pachtvertrag. Dann kann die Bundesliga die Fernsehrechte selbst ausschreiben und abschließen.
Dies gilt als ein zentraler Punkt beim Ziel, die Liga schneller voranzutreiben und ihr mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.
„Mit der Einigung über den Pachtvertrag haben der DFB und der FBL e.V. einen entscheidenden Schritt für die Zukunft der Frauen-Bundesliga vollzogen. Beide Seiten haben in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, eine tragfähige Grundlage für die neue Struktur zu schaffen“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in einer Mitteilung.
„Wir sind überzeugt, dass die Liga auf dieser Basis ihre positive Entwicklung fortsetzen und ihre sportliche wie wirtschaftliche Attraktivität weiter steigern kann.“

DFB sieht noch große Aufgabenfelder bei sich

Der Verband verweist darauf, dass er sich auch nach dieser Übergangssaison um die Nachwuchsförderung und die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens kümmert.
„Darüber hinaus konzentrieren wir uns zukünftig auf die Weiterentwicklung des Frauenfußballs im Zusammenhang mit den Frauen-Nationalmannschaften, dem DFB-Pokal sowie dem Frauen- und Mädchenfußball in den weiteren Spielklassen“, sagte Generalsekretär Holger Blask. (dpa/red)
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UEFA zieht Boykott-Drohung für FIFA-Turniere zurück

Die Verbände der Europäischen Fußball-Union UEFA werden ihre Boykott-Drohung wegen der inzwischen gescheiterten Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino zurückziehen. Das verlautete aus UEFA-Kreisen kurz vor der Auslosung der Champions League in Monaco. Mit einer offiziellen Verkündung wird am Donnerstag nach einem Treffen der Nationalverbände gerechnet.
Zuvor hatten der britische Sender Sky News und „The Times“ über das Ende der Boykott-Drohung berichtet. Damit kann die in wenigen Tagen beginnende WM der U20-Juniorinnen in Polen mit den Teams aus Europa stattfinden. Der Protest gegen den umstrittenen Führungsstil Infantinos werde aber fortgesetzt, versicherten Personen aus dem UEFA-Umfeld. Ein Gegenkandidat für die Präsidentschaftswahlen wird von der Infantino-Opposition derzeit gesucht.

UEFA spricht von FIFA-Garantien

Zudem wollte sich der Kontinentalverband zusichern lassen, dass es nie wieder zu Versuchen kommen dürfe, den Sport auf diese Weise zu verzerren, wie die UEFA mitgeteilt hatte. Entsprechende Garantien habe man nun erhalten.
Infantino steht seit seinem Alleingang bei dem vor allem in Europa scharf kritisierten Investorenthema massiv unter Druck, vor allem unter den europäischen Verbänden ist der Wunsch nach einer Ablösung des 56-Jährigen bei der Wahl am 18. März 2027 in Marokkos Hauptstadt Rabat groß.

Turnier in Polen ohne DFB-Team

Die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen findet vom 5. bis 27. September statt. Deutschland ist bei der Endrunde mit 24 Teams, darunter sechs aus Europa, nicht dabei. Für das danach nächste FIFA-Turnier, die Frauen-WM im kommenden Sommer in Brasilien, hat sich die DFB-Elf von Bundestrainer Christian Wück bereits qualifiziert.
Nach dem Bekanntwerden der inzwischen zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von privaten Investoren für zukünftige WM-Geschäfte hatten die 55 Mitgliedsverbände der UEFA mit einem Boykott aller Wettbewerbe des Weltverbands FIFA gedroht.

FIFA reagiert erfreut

Schon vor der offiziellen UEFA-Bestätigung reagierte der Weltverband auf die Wendung. „Die FIFA freut sich, dass alle qualifizierten Mannschaften an der bevorstehenden FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft teilnehmen werden.
Die FIFA ist fest davon überzeugt, dass Fußball die Kraft hat, Menschen zu vereinen – selbst unter schwierigen Umständen – und freut sich darauf, alle Mannschaften und Spielerinnen in Polen willkommen zu heißen“, sagte ein Sprecher. (dpa/red)
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Südwest-Derby eskaliert: 35 Polizisten verletzt – DFB droht mit Konsequenzen

Nach den schweren Ausschreitungen beim Südwest-Derby im DFB-Pokal zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern müssen beide Vereine mit Konsequenzen rechnen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle an. Nach Polizeiangaben wurden 35 Beamte verletzt und mehrere Fußballfans vorläufig festgenommen. Insgesamt mussten demnach 85 Personen medizinisch betreut werden und acht von ihnen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Bei den behandelten Blessuren handelte es sich laut einer Polizeisprecherin nach bisherigen Erkenntnissen um leichte Verletzungen.
Der DFB hatte bereits unmittelbar nach dem Spiel auf die Ausschreitungen reagiert. „Der Deutsche Fußball-Bund wird die Berichte auswerten und den zuständigen Gremien zuleiten“, hieß es in einer Stellungnahme auf Instagram. Für sicherheitsgefährdendes Verhalten sei im Fußball kein Platz. „Der Sonderbericht wird entsprechend lang sein“, sagte Referee Robert Schröder bei Sky.
Nach Angaben des Veranstalters hatten rund 23.500 Zuschauer das ausverkaufte Carl-Benz-Stadion in Mannheim am Freitagabend besucht, darunter etwa 3.500 Gästeanhänger. Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet und lieferten sich auch diesmal ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen – inklusive Pyrotechnik, Feuerwerkskörpern und aufwendiger Choreographien.
Kaiserslauterns Fans zündeten Pyrotechnik.

Kaiserslauterns Fans zündeten Pyrotechnik.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Fans stürmen den Rasen

Nach torlosen 90 Minuten eskalierte die Situation, als nach einer Rudelbildung zwischen den Spielern auf dem Rasen einige FCK-Anhänger Feuerwerkskörper in den Sitzplatzbereich schossen. Daraufhin stürmten Mannheimer Fans den Platz. Einsatzkräfte der Polizei – manche von ihnen zu Pferd – mussten einschreiten, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Dabei wurden nach Angaben der Polizei 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizisten aus Baden-Württemberg leicht verletzt. Insgesamt waren rund 1.400 Sicherheitskräfte im Einsatz – darunter Beamte aus Rheinland-Pfalz und Bayern.
Zeitweise drohte ein Abbruch der Partie. Der Anpfiff zur Verlängerung musste infolge der Krawalle kurzzeitig verschoben werden, nach Wiederaufnahme des Spiels blieb es aber ruhig. Danach löschte die Feuerwehr einen von FCK-Anhängern im Gästefanblock gezündeten Brand.
Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz.
Polizisten stehen vor dem Fanblock des SV Waldhof Mannheim.

Polizisten stehen vor dem Fanblock des SV Waldhof Mannheim.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Beide Vereine kritisieren Randalierer

Lauterns Geschäftsführer Thomas Hengen fand deutliche Worte für die Geschehnisse. „Das ist ein Derby, da sind die Emotionen groß, so etwas darf aber nicht ausarten. Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball“, sagte der Ex-Profi bei Sky. Für ihn waren das Einschreiten der Polizei und das umsichtige Agieren des Schiedsrichterteams entscheidend dafür, dass es nicht zum Spielabbruch kam. Auf dem Platz sei es aber ein faires Derby gewesen.
Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber hätte sich auch einen Abbruch der Partie vorstellen können. „Wenn Raketen in den Familienblock geschossen werden, ist das Maß überschritten. Da muss man irgendwann konsequent sein und vielleicht nicht mehr weiterspielen“, sagte er.
Beide Fanlager provozierten sich gegenseitig.

Beide Fanlager provozierten sich gegenseitig.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Innenminister: „Kein normales Derby“

Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU) verurteilte die Szenen. „Das war heute in Mannheim kein normales Derby“, erklärte er. „Wer den Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller. Genau so werden wir diese Typen auch behandeln, um Recht und Ordnung in unseren Stadien durchzusetzen.“
Zugleich lobte Hagel die Einsatzkräfte. Die Polizei habe „Großartiges geleistet“, sei „hochprofessionell vorbereitet“ gewesen und habe seine „volle Rückendeckung“.
Letztlich gewann Kaiserslautern das Spiel 1:0 (0:0) nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer für den Zweitligisten erzielte Ibrahim Kanaté in der 120. Minute, wenige Momente vor einem möglichen Elfmeterschießen. (dpa/red)
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Südwest-Derby eskaliert: 35 Polizisten verletzt – GdP fordert harte Strafen

Nach den schweren Ausschreitungen beim Südwest-Derby im DFB-Pokal zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern müssen beide Vereine mit Konsequenzen rechnen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle an. Nach Polizeiangaben wurden 35 Beamte verletzt und mehrere Fußballfans vorläufig festgenommen. Insgesamt mussten demnach 85 Personen medizinisch betreut werden und acht von ihnen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Bei den behandelten Blessuren handelte es sich laut einer Polizeisprecherin nach bisherigen Erkenntnissen um leichte Verletzungen.
Der DFB hatte bereits unmittelbar nach dem Spiel auf die Ausschreitungen reagiert. „Der Deutsche Fußball-Bund wird die Berichte auswerten und den zuständigen Gremien zuleiten“, hieß es in einer Stellungnahme auf Instagram. Für sicherheitsgefährdendes Verhalten sei im Fußball kein Platz. „Der Sonderbericht wird entsprechend lang sein“, sagte Referee Robert Schröder bei Sky.
Nach Angaben des Veranstalters hatten rund 23.500 Zuschauer das ausverkaufte Carl-Benz-Stadion in Mannheim am Freitagabend besucht, darunter etwa 3.500 Gästeanhänger. Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet und lieferten sich auch diesmal ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen – inklusive Pyrotechnik, Feuerwerkskörpern und aufwendiger Choreographien.
Kaiserslauterns Fans zündeten Pyrotechnik.

Kaiserslauterns Fans zündeten Pyrotechnik.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Fans stürmen den Rasen

Nach torlosen 90 Minuten eskalierte die Situation, als nach einer Rudelbildung zwischen den Spielern auf dem Rasen einige FCK-Anhänger Feuerwerkskörper in den Sitzplatzbereich schossen. Daraufhin stürmten Mannheimer Fans den Platz. Einsatzkräfte der Polizei – manche von ihnen zu Pferd – mussten einschreiten, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Dabei wurden nach Angaben der Polizei 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizisten aus Baden-Württemberg leicht verletzt. Insgesamt waren rund 1.400 Sicherheitskräfte im Einsatz – darunter Beamte aus Rheinland-Pfalz und Bayern.
Zeitweise drohte ein Abbruch der Partie. Der Anpfiff zur Verlängerung musste infolge der Krawalle kurzzeitig verschoben werden, nach Wiederaufnahme des Spiels blieb es aber ruhig. Danach löschte die Feuerwehr einen von FCK-Anhängern im Gästefanblock gezündeten Brand.
Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz.
Polizisten stehen vor dem Fanblock des SV Waldhof Mannheim.

Polizisten stehen vor dem Fanblock des SV Waldhof Mannheim.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Beide Vereine kritisieren Randalierer

Lauterns Geschäftsführer Thomas Hengen fand deutliche Worte für die Geschehnisse. „Das ist ein Derby, da sind die Emotionen groß, so etwas darf aber nicht ausarten. Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball“, sagte der Ex-Profi bei Sky. Für ihn waren das Einschreiten der Polizei und das umsichtige Agieren des Schiedsrichterteams entscheidend dafür, dass es nicht zum Spielabbruch kam. Auf dem Platz sei es aber ein faires Derby gewesen.
Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber hätte sich auch einen Abbruch der Partie vorstellen können. „Wenn Raketen in den Familienblock geschossen werden, ist das Maß überschritten. Da muss man irgendwann konsequent sein und vielleicht nicht mehr weiterspielen“, sagte er.
Beide Fanlager provozierten sich gegenseitig.

Beide Fanlager provozierten sich gegenseitig.

Foto: Uwe Anspach/dpa

GdP fordert harte Strafen

Nach den Ausschreitungen fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) harte Strafen für die Täter und Konsequenzen für die beteiligten Vereine.
„Die Straftäter sind mit aller Konsequenz und Härte zu bestrafen. Die Vereine müssen die Kosten für die Polizeieinsätze zwingend übernehmen“, sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der „Rheinischen Post“.
Die Vorkommnisse seien unerträglich. „Geldstrafen reichen hier nicht mehr aus. Ein Spielabbruch sowie das Disqualifizieren aus dem DFB-Pokal wären aus unserer Sicht die richtige Konsequenz gewesen“, sagte Roßkopf. Das Einschreiten der Polizei habe Schlimmeres verhindert. „Allen verletzten Kollegen beste Genesungswünsche“, sagte der GdP-Vorsitzende.

Innenminister: „Kein normales Derby“

Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU) verurteilte die Szenen. „Das war heute in Mannheim kein normales Derby“, erklärte er. „Wer den Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller. Genau so werden wir diese Typen auch behandeln, um Recht und Ordnung in unseren Stadien durchzusetzen.“
Zugleich lobte Hagel die Einsatzkräfte. Die Polizei habe „Großartiges geleistet“, sei „hochprofessionell vorbereitet“ gewesen und habe seine „volle Rückendeckung“.
Letztlich gewann Kaiserslautern das Spiel 1:0 (0:0) nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer für den Zweitligisten erzielte Ibrahim Kanaté in der 120. Minute, wenige Momente vor einem möglichen Elfmeterschießen. (dpa/red)
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Bayern-Star Kane mit Goldenem Schuh ausgezeichnet

In Anwesenheit seiner stolzen Familie ist Stürmerstar Harry Kane vom FC Bayern München zum zweiten Mal in seiner Fußball-Karriere mit dem Goldenen Schuh für den besten Torschützen Europas ausgezeichnet worden. Der 33-Jährige bekam die Trophäe in einem feierlichen Rahmen im Vereinsmuseum der Bayern in der Allianz Arena überreicht.
Er fühle sich sehr wohl in München, sagte Kane. Es stecke viel Arbeit in so einer Auszeichnung. „Die letzte Saison war herausragend und ich bin sehr stolz. Es war die beste Saison meiner bisherigen Karriere.“
Kanes Frau, seine Kinder, seine Eltern und sein Bruder saßen wie die komplette Bayern-Führungsriege und Trainer Vincent Kompany in den ersten beiden Reihen und applaudierten.

Tonis Laudatio sorgt für Erheiterung

Die Laudatio hielt Luca Toni, Ex-Bayern-Star und 2006 Weltmeister mit Italien. „Lieber Harry, du bist eine Maschine, eine Tormaschine“, sagte der 49-Jährige, der mit seiner Rede auf Englisch und mit starkem italienischem Akzent für mehrere Schmunzler sorgte. Kane hätte es auch verdient, noch den Ballon d’Or für den besten Fußballer der Welt zu bekommen, meinte Toni.
Kane erzielte in der abgelaufenen Saison 36 Bundesliga-Treffer und war damit der erfolgreichste Torschütze in den europäischen Topligen. Bereits 2023/2024, in seiner Premierensaison für die Bayern, hatte er 36 Liga-Tore erzielt und dafür den Goldenen Schuh bekommen.
Auch Gerd Müller (1970 und 1972) und Robert Lewandowski (2021 und 2022) war es einst gelungen, die Trophäe während ihrer Zeit beim deutschen Rekordmeister gleich zweimal zu gewinnen.

Pflichtspielstart am Samstag in Dortmund

Mit dem Supercup bei Vizemeister Borussia Dortmund beginnt für Kane und die Bayern am Samstag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) die neue Pflichtspielsaison.
Der Vertrag des englischen Nationalmannschaftskapitäns bei den Münchnern läuft noch bis zum 30. Juni 2027. Anfang der Woche hatte er bereits zeitnahe Gespräche über eine mögliche Verlängerung angekündigt.
Beim 4:2-Sieg im Testspiel bei Zweitligist 1. FC Heidenheim am Dienstag hatte Kane einen 30-minütigen Einsatz für die Bayern gegeben. Der Angreifer sowie die Franzosen Michael Olise und Dayot Upamecano waren zuvor als letzte WM-Rückkehrer wieder ins Mannschaftstraining der Münchner eingestiegen. (dpa/red)
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Der Musiala-Schock: Wie geht es weiter mit dem Fußball-Star?

Fußball-Deutschland sorgt sich um Bayern-Star Jamal Musiala. Nach seinem zweiten Zusammenbruch auf dem Feld innerhalb von vier Tagen macht der 23-Jährige in einem Instagram-Beitrag eine „neurologische Dysfunktion“ und „temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen“ öffentlich. Fans fragen sich, was diese Diagnose für den Profi selbst, für den FC Bayern und die Nationalmannschaft bedeutet.
Beim Rekordmeister aus München rechnet man fest damit, dass Musiala seine Karriere fortsetzen kann. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Verein erfuhr, gebe es aktuell keine Hinweise, dass Musiala nicht weiter auf Weltklasseniveau Fußball spielen könne. Wie es kurzfristig nach den beiden Vorfällen weitergeht für den Offensivspieler, ist aber zunächst unklar.
Bei vielen überwiegt der Schreck, auf Musialas Beitrag reagierten zahlreiche Kollegen wie Thomas Müller, Manuel Neuer und Dayot Upamecano. Man sei „im Moment ehrlich gesagt ziemlich sprachlos“, sagte Vereinspatron Uli Hoeneß im RTL/Sky-Interview. „Wir haben uns darauf nicht vorbereiten können und wir müssen erst lernen, mit dieser Situation umzugehen.“ Hoeneß betonte, es gebe eine „bedingungslose Unterstützung für Jamal in jeder Hinsicht“.
Immerhin lassen Aussagen von Medizinern hoffen, dass Musialas Erkrankung therapier- und heilbar ist und keine Folgeschäden drohen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Musialas Absencen:

Woran leidet Musiala?

Der Fußballprofi brach sowohl im Testspiel gegen Leipzig am Samstag als auch drei Tage später in Heidenheim zusammen. Nach einer kurzen Behandlung auf dem Platz konnte er alleine vom Feld gehen. Kurz darauf teilte Musiala dann am Dienstagabend mit: „Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind. Diese können zu den zuletzt vorgekommenen Momenten führen, wie gegen Leipzig oder auch jetzt in Heidenheim.“

Was sind Absencen und wie gefährlich sind sie?

Absencen sind eine Form epileptischer Anfälle und treten zumeist im Kindheits- oder Jugendalter auf. Patienten erleben dabei Blackouts von wenigen Sekunden – Musiala wirkte während der beiden Partien kurz weggetreten. Anders als bei anderen epileptischen Anfällen, die mit Stürzen und Muskelzuckungen des ganzen Körpers einhergehen, kommt es bei Absencen nicht zu Folgeschäden des Gehirns, wie der Neurologe Peter Berlit der dpa schilderte. Musiala selbst hatte geschrieben: „Das Wichtigste zuerst – mir geht es gut!“ Über die Anfälle hinaus bestehe kein gesundheitliches Risiko, ergänzte der Fußballer.

Kann man mit Absencen überhaupt Profifußballer sein?

Beim FC Bayern gehen sie zumindest davon aus. Dem Vernehmen nach gibt es aktuell keine Hinweise, dass Musiala ein Karriereende droht. Professor Berlit, der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), macht dem Fußballer ebenfalls Hoffnung. „Man kann ganz allgemein sagen, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Betroffenen durch Medikamente heilbar sind“, sagte er. Dies treffe grundsätzlich auch auf Profifußballer zu. „Da man das in aller Regel medikamentös in den Griff bekommt, gilt das natürlich genauso für Sportler: Wenn keine Anfälle mehr auftreten, ist man voll einsetzbar.“

Wie lange hat Musiala bereits diese Absencen?

Das gaben der Spieler und der Verein zunächst nicht konkret bekannt. „Wir sind ja schon länger über die Probleme informiert“, verriet Ehrenpräsident Hoeneß dann in einem RTL/Sky-Interview. Der Vorfall gegen Leipzig sei der erste gewesen „auf dem Platz und für jeden sichtbar“. Unklar blieb dabei, ob es zuvor schon zu Anfällen abseits der Öffentlichkeit, etwas im Training, gekommen war. Ob Musiala möglicherweise schon seit Jahren Absencen habe, ist nicht bekannt.

Warum kam der Profi überhaupt in den Tests zum Einsatz?

Wie aus dem Verein zu hören war, sei der Einsatz Musialas völlig unbedenklich und ärztlich umfangreich abgesprochen gewesen. Die Münchner scheinen dann aber überrascht worden zu sein davon, dass sich die Absence so schnell wiederholt. „Wir haben mit allem gerechnet, nur nicht mit der Häufung dieser Probleme“, sagte Hoeneß. „Es ist ein Drama, vor allem für den Jamal.“

Kann Musiala dennoch aktuell weiter spielen?

Auch dazu gibt es vorerst keine konkreten Prognosen. „Jetzt mit diesen zwei Vorfällen am Samstag und gestern ist es natürlich schon ein Problem, in erster Linie natürlich für den Menschen Jamal“, sagte Hoeneß. Die Bayern müssen entscheiden, ob sie Musiala zum Start in die Saison aufstellen können. Am Samstag steigt in Dortmund der Supercup, knapp eine Woche später folgt daheim in der Allianz Arena der Bundesliga-Auftakt gegen Stuttgart. Trainer Vincent Kompany sprach noch nicht über seine Pläne für die zwei Partien.

Und was ist mit der Nationalmannschaft?

Der Deutschen Fußball-Bund (DFB) äußerte sich nicht nach den beiden Absencen seines Auswahlspielers. Nach dem WM-Debakel steht das erste Länderspiel der Nations League am 24. September in den Niederlanden an – eine Woche davor wird Bundestrainer Jürgen Klopp seinen Kader nominieren. (dpa/red)
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Torhüterin Johannes patzt doppelt: Supercup für FC Bayern

Die Fußballerinnen des FC Bayern haben zum dritten Mal in Folge den Supercup gegen den VfL Wolfsburg gewonnen – mit unfreiwilliger Mithilfe der gegnerischen Torhüterin.
Beim 3:0 (2:0)-Sieg des Doublegewinners gegen den Vizemeister in Ingolstadt sah die 25-jährige Stina Johannes bei den beiden ersten Toren ganz schlecht aus.
Nach einem Kopfball von Jovana Damnjanovic (32. Minute) verbuchte Johannes ein kurioses Eigentor nach Videobeweis. Beim Freistoßtreffer von Klara Bühl (45.+4) patzte die VfL-Torhüterin ebenfalls.
Vor 8.689 Zuschauern machte Nationalstürmerin Bühl mit dem 3:0 keine Minute nach Wiederanpfiff alles klar für den Favoriten.
Klara Bühl (Mitte) glänzte beim Supercup in Ingolstadt.

Klara Bühl (Mitte) glänzte beim Supercup in Ingolstadt.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Gwinn und Bühl noch nicht im Kader

Zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start saßen bei München die verletzten Nationalspielerinnen Giulia Gwinn, Lena Oberdorf und Franziska Kett draußen.
Das galt auch für DFB-Stürmerin Giovanna Hoffmann, die nach ihrem Wechsel von RB Leipzig zu Wolfsburg noch ihren Kreuzbandriss auskurieren muss. Die erst am Donnerstag verpflichtete Ex-Frankfurterin Lara Prasnikar (zuletzt Utah Royals FC/USA) kam nach einer guten Stunde, als alles gelaufen war. Chelsea-Leihgabe Mara Alber fehlte noch im VfL-Kader.
Erstmals seit vielen Jahren spielten die Wolfsburgerinnen ohne die zu Borussia Dortmund gewechselte Alexandra Popp um einen Titel. Trainer Stephan Lerch hatte die Bayern zum klaren Favoriten erklärt.
Nach zuletzt vier Meisterschaftstriumphen, zwei DFB-Pokalsiegen und zwei Supercup-Erfolgen der Bayern-Frauen in Serie waren die Rollen klar verteilt.
Torhüterin Johannes vom VfL Wolfsburg erwischte keinen guten Tag.

Torhüterin Johannes vom VfL Wolfsburg erwischte keinen guten Tag.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Flügelstürmerin Cora Zicai macht Druck

Doch die VfL-Frauen zeigten schon in den Anfangsminuten, wo der Gegner verwundbar war. Linksaußen Cora Zicai tankte sich mehrfach durch, und die rechte Außenbahn beackerte die inzwischen 35 Jahre alte Kapitänin Svenja Huth hartnäckig.
Vor den Augen von Bundestrainer Christian Wück agierte der FC Bayern im Spielaufbau zunächst zu hektisch und ungenau. Die Offensive mit Linda Dallmann, Klara Bühl, Pernille Harder und Damnjanovic rannte sich immer wieder fest – bekam dann aber unverhofft Unterstützung.
Die fünffache Nationalspielerin Johannes fing zwar einen Kopfball von Damnjanovic, prallte aber gegen Pfosten und stand dann mit dem Ball plötzlich hinter der Linie – wie die Torlinientechnologie ermittelte.
Bei Bühls Freistoß ging der Ball an allem im Strafraum vorbei – auch an Johannes, die zu spät reagierte. So brachte sich Wolfsburg um eine gute Anfangsphase – und praktisch auch um den Titel. Im zweiten Durchgang zeigten sich die Bayern spielerisch und körperlich überlegen. (dpa/red)
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Infantino räumt Fehler ein: UEFA hält an Boykott-Plänen fest

Auch mit dem Eingeständnis eines Fehlers beim gescheiterten Investorendeal hat Gianni Infantino seine Opposition aus Europa nicht von ihrer Androhung eines WM-Boykotts abbringen können.
Das Krisentreffen der FIFA, bei dem der angeschlagene Präsident des Weltverbands die Unterstützung seines Führungszirkels erhielt, habe nichts an ihrer Position geändert, teilte die Europäische Fußball-Union UEFA mit.
Die Drohung, vorerst nicht mehr an FIFA-Wettbewerben teilzunehmen, bleibt damit bestehen. Es seien nicht die Voraussetzungen erfüllt, um sie zurückzunehmen, hieß es vom Kontinentalverband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
„Erstens mussten die Vorschläge zum Verkauf der großen Wettbewerbe zurückgezogen werden. Zweitens mussten Zusicherungen gegeben werden, dass solche Versuche, den Fußball auf diese Weise zu entstellen, nie wieder unternommen werden.“

UEFA: Vertrauen in Infantino ist verloren

Darüber hinaus bekräftigte die UEFA, dass das Vertrauen in Infantino verloren gegangen sei. An dieser Haltung halte man fest, stellte der Verband klar. „Die gestrige Bekanntgabe, dass einige Angestellte des FIFA-Präsidenten (deren Karriere von seiner Gunst abhängt) ihm zustimmen, ändert nichts daran.“
Inmitten seiner schwersten Krise als FIFA-Präsident hatte Infantino zuvor aus dem kleinen Al Medina Stadium von Rabat ein klares Signal in die aufgeregte Fußball-Welt gesendet. Der 56-Jährige verbreitete via Instagram ein Foto mit seinem in der vergangenen Woche noch abtrünnig wirkenden Generalsekretär Mattias Grafström.
Beide grinsen und recken demonstrativ einen Daumen nach oben. Es sollte beim Besuch des Afrika Cups der Frauen unterstreichen, was der Weltverband nach einer Krisensitzung in der marokkanischen Hauptstadt mitgeteilt hatte: Die FIFA-Führung steht geschlossen hinter Infantino. Und der Verbandsboss aus der Schweiz denkt gar nicht daran, von sich aus seinen Rücktritt zu erklären.

FIFA will „keinerlei Angriffe mehr dulden“

Stattdessen schaltete Infantino nur viereinhalb Tage nach dem krachenden Scheitern des Investorendeals, mit dem er die Fußball-Szene zuvor schockiert und empört hatte, wieder in den Angriffsmodus. In einem Schreiben, das an die FIFA-Vizepräsidenten und Councilmitglieder der FIFA adressiert ist und von Sky News in voller Länge veröffentlicht wurde, gestehen die beiden Unterzeichner Infantino und Grafström zwar Fehler ein. Doch nicht nur das.
Sie drohen auch mit Konsequenzen. „Nach der Rücknahme des Projekts wird die FIFA keinerlei Angriffe auf ihre Integrität, ihre gute Unternehmensführung und die Einhaltung ordnungsgemäßer Verfahren mehr dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Namen und ihren Ruf zu schützen und zu wahren“, heißt es wörtlich.

Rückendeckung von Grafström

In den vergangenen Tagen hatte es eine beispiellose Welle der Kritik und viele Rücktrittsforderungen an Infantino wegen des geplanten Investorendeals gegeben. Die UEFA hatte geschlossen mit allen 55 Mitgliedern gedroht, die WM und alle weiteren FIFA-Wettbewerbe zu boykottieren.
Auch aus Nord- und Mittelamerika und Asien gab es deutliche Kritik, damit war klar, dass das Projekt keinerlei Mehrheit haben würde. In der Nacht zu Samstag gab Infantino den Plan auf.
In Marokko versammelte Infantino nun das Top-Management der FIFA um sich und bekam in Rabat das, was er sich erhofft hatte: die volle interne Rückendeckung, die in der vergangenen Woche zu bröckeln drohte.
Der Schwede Grafström hatte zuletzt angesichts des gescheiterten Plans zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren in einer internen Mail an FIFA-Mitarbeiter noch eine „traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“ sowie „Aufruhr“ beklagt.

Was macht die UEFA?

Nun unterzeichnete Grafström einen Brief, der eine Entschuldigung zu einem Vorgang enthielt, der dem Generalsekretär offenbar gar nicht bekannt war. „Zur Vermeidung jeglicher Missverständnisse bekräftigen der FIFA-Generalsekretär und das anwesende Management Board ihre uneingeschränkte Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino als den einzigen offiziellen Repräsentanten, der von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden gewählt wurde“, hieß es von der FIFA.
Im Spiel der machtpolitischen Winkelzüge reagierte die UEFA umgehend. Trotz der Rücknahme der Investorenpläne bleibt der Kontinentalverband seiner Linie treu.

Infantino teilt Unterstützung von Verbänden

Die FIFA räumte ein, kommunikativ Fehler gemacht zu haben. Es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, dem FIFA-Council und den FIFA-Mitgliedsverbänden „das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen“, teilte der Weltverband mit.
Doch dieses Eingeständnis ist aus Sicht der FIFA und vor allem aus Sicht von Infantino längst kein Grund, zur Seite zu treten. Im Gegenteil: Infantino will sich im März 2027 in Marokko für eine weitere Amtszeit bis 2031 wählen lassen und informiert aktuell über jeden Verband, der ihn unterstützt.
In der Nacht nach dem Krisengipfel postete Infantino die Unterstützungsschreiben aus der Mongolei sowie von den Philippinen.
Insgesamt acht asiatische Verbände unterstützen Infantino demnach bislang. Dazu zählt auch der ehemalige WM-Gastgeber Katar. Noch nicht positioniert hat sich dagegen Saudi-Arabien, das 2034 erstmals Ausrichter der WM sein soll und im Nahen Osten als sportpolitisch immer wichtigerer Akteur wahrgenommen wird.

Wie wahrscheinlich ist eine Abwahl?

Auf der anderen Seite haben erste europäische Verbände wie Wales oder Serbien angekündigt, Infantino nicht mehr offiziell unterstützen zu wollen. Offiziell gibt es aber noch keinen Herausforderer für Infantino.
Um den Mann aus dem Wallis zu stürzen, gibt es mehrere Optionen: das aus 37 Mitgliedern bestehenden FIFA-Council, bei dem eine Mehrheit eine Krisensitzung einberufen könnte. Oder eine außerordentliche Sitzung des FIFA-Kongresses, für die 43 von 211 Stimmen nötig wären. (dpa/red)
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UEFA entzieht FIFA-Chef Infantino ihr „Vertrauen“

„Die derzeitige Führung der FIFA hat nicht nur das Vertrauen der UEFA verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußball-Familie“, erklärte der europäische Fußballverband UEFA am Samstag.
Die UEFA begrüßte zwar, dass die FIFA ihre Pläne für den Einstieg privater Investoren in eine neue Gesellschaft zur Vermarktung der Weltmeisterschaft und anderer Turniere aufgegeben hatte. Zugleich rechnete sie jedoch ungewöhnlich scharf mit dem 56-jährigen Schweizer ab.
Infantino habe bei seiner Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten 2016 Transparenz versprochen und den Mitgliedsverbänden versichert, das Geld der FIFA sei „euer Geld“ und nicht das Geld des Präsidenten, erklärte die UEFA. „Beide Versprechen hat er nicht eingehalten.“
Die UEFA warf Infantino vor, er habe den Einstieg von privaten Investoren „ausgeheckt und durchzudrücken versucht“. Sie schrieb von einem „schäbigen, in Hinterzimmern vereinbarten und undurchsichtigen Geschäft“, das alles andere als transparent gewesen sei. Bei Rücklagen von mehr als fünf Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) habe die Fifa-Führung zudem versäumt, das Geld der Mitgliedsverbände zum Nutzen des Fußballs einzusetzen.
Infantinos Pläne sahen die Gründung einer Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) vor. Diese sollte künftig die kommerziellen Rechte an Wettbewerben wie der Fußball-WM und der Klub-WM verwalten. Private Investoren sollten Minderheitsanteile erwerben können. Die Fifa sollte auf Grundlage einer Bewertung der Gesellschaft von 20 Milliarden Dollar bis zu 4,2 Milliarden Dollar einnehmen.
Die UEFA hatte wegen der Pläne mit einem Boykott der WM gedroht. Alle 55 europäischen Mitgliedsverbände lehnten die Pläne nach Angaben des Verbands „unmissverständlich“ ab. Auch die asiatische Konföderation AFC beklagte, nicht konsultiert worden zu sein. Der nord- und mittelamerikanische Verband Concacaf äußerte sich „zutiefst besorgt“ über das fehlende ordnungsgemäße Verfahren.
Am Samstag erklärte Infantino schließlich, der Vorschlag werde „nicht weiterverfolgt“. Die UEFA ließ diesen Rückzieher aber nicht als Wiedergutmachung gelten. Der Vorschlag sei von den Verbänden, „deren Aufgabe es ist, den Fußball zu schützen“, einhellig abgelehnt worden, erklärte sie.
Zuvor war bereits Infantinos führender Berater Carlos Cordeiro zurückgetreten. Er bezeichnete das Vorhaben als „ein schlechtes Geschäft für die Fifa-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft des Sports“.
Als möglicher Großinvestor war die Beteiligungsgesellschaft Thrive Eternal genannt worden. Sie wurde von Joshua Kushner gegründet – er ist der Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Infantinos enge Beziehungen zu Trump hatten bereits während der jüngsten Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko für heftige Kritik gesorgt. (afp)
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FIFA stoppt umstrittene Investorenpläne nach massivem Widerstand

Der Fußball-Weltverband FIFA gibt seine umstrittenen Investorenpläne auf. Der Vorschlag werde nicht weiterverfolgt, erklärte Verbandspräsident Gianni Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme. „Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen“, begründete Infantino seine abrupte Kehrtwende.
Die Pläne der FIFA um den mächtigen Präsidenten Infantino hatten vorgesehen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzuspielen. Für die Umsetzung wollte die FIFA das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. All das ist nun vom Tisch.
Infantino erklärte weiter, Ziel der FIFA sei es, stets zu vereinen und zu verbessern. „Daher wird dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt.“ Es sei seine Absicht, alle interessierten Parteien in den kommenden Tagen und Wochen „im Geiste des gemeinsamen Interesses an unserem Sport wieder zusammenzubringen, mit dem Ziel, den Fußball überall weiter voranzubringen, insbesondere in jenen Ländern, die unsere Unterstützung am dringendsten benötigen“.

UEFA drohte mit WM-Boykott

Die FIFA beugte sich damit dem Druck, der in den vergangenen Tagen immer größer geworden war. So hatte die europäische UEFA nicht nur die Pläne heftig kritisiert, sondern sogar mit einem WM-Boykott gedroht. „Keine Nationalmannschaften aus der UEFA werden an irgendeinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen“, teilte die UEFA nach einem Dringlichkeitstreffen mit.
„Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet“, schrieb die Europäische Fußball-Union.
Auch die für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Concacaf und der asiatische Fußballdachverband AFC gingen deutlich auf Distanz zu Infantino und seinen Plänen. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol bezog dagegen zunächst keine inhaltliche Position. Stattdessen kündigte der Kontinentalverband an, die Pläne weiter zu prüfen und forderte zusätzliche Informationen von der FIFA an.

UEFA-Logo (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Hochrangiger Infantino-Berater zurückgetreten

Zudem bröckelte auch innerhalb der FIFA die Unterstützung für Boss Infantino. Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater des 56-Jährigen, trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück. Dabei wählte er drastische Worte.
„Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“, schrieb der Topfunktionär auf der Plattform LinkedIn.
Der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die FIFA arbeitet, schrieb zudem: „Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.“ Dieses Geschäft wird es nun nicht geben. (dpa/red)
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FIFA nach UEFA-Drohung: „Niemand verkauft den Fußball“

Nach der Boykott-Drohung der UEFA hat die FIFA die Pläne zur Gründung einer Tochtergesellschaft, mit der ein Teil der kommerziellen Rechte an FIFA-Turnieren an Investoren verkauft werden sollte, verteidigt. „Wir respektieren die öffentlich geäußerten Rückmeldungen und Bedenken und bekräftigen unser Bekenntnis zu einer offenen und demokratischen Konsultation“, teilte der Fußballweltverband in einem Statement mit.
Die FIFA gab an, der geplante Konsultationsprozess sei durch fehlerhafte Medienberichte gestört worden. „Niemand verkauft den Fußball“, beteuerte der Weltverband. „Das ist etwas, was die FIFA niemals in Betracht ziehen würde.“ Die FIFA Forward Enterprise (FFE) sei ausschließlich vorgeschlagen worden, um sicherzustellen, dass alle FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen.
Der Weltverband um Präsident Gianni Infantino hatte am Dienstag angekündigt, über die geplante Tochtergesellschaft FFE mehr als vier Milliarden US-Dollar von externen Investoren einwerben zu wollen. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre.

Die scharfen Worte der UEFA in ihrer Boykott-Drohung

Der europäische Fußballdachverband UEFA hatte am Donnerstagabend mit scharfen Worten einen Boykott aller FIFA-Turniere angekündigt, sollte die FIFA an ihrem Investorendeal festhalten. „Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet“, schrieb die UEFA nach einer Dringlichkeitssitzung.
Wenige Stunden später lehnte auch der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Kontinentalverband Concacaf die Investorenpläne geschlossen ab. Ohne die 55 Stimmen der Europäer und die 35 Stimmen aus Nord- und Mittelamerika dürfte es für den FIFA-Boss schwierig werden, unter den 211 Mitgliedsverbänden überhaupt eine Mehrheit zu erreichen.

FIFA verweist auf „demokratische Grundsätze“

Die FIFA verwies in ihrer Reaktion auf ihre „demokratischen Grundsätze“. Jeder habe das Recht, seinen Widerstand zum Ausdruck zu bringen und weitere Klarstellungen einzufordern, „aber keine einzelne Instanz kann für sich beanspruchen, alle 211 Mitgliedsverbände weltweit zu vertreten“, hieß es. „Jedem Mitgliedsverband sollte es gestattet sein, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden.“
Die genauen Investorenpläne, die die FIFA am Dienstag mit einigen Details erläutert hatte, führte der Weltverband in seinem Schreiben nicht erneut auf. (dpa/red)
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UEFA droht Infantino: WM-Boykott bei FIFA-Investorendeal

Der europäische Fußball macht Ernst und hat eine ultimative Drohung an die FIFA und Präsident Gianni Infantino ausgesprochen. Sie lautet: Wenn ihr den Plan mit dem Investorendeal in die Tat umsetzt, werden wir die nächste WM und alle weiteren Wettbewerbe des Weltverbands zusammen boykottieren. Die Drohung gelte so lange, wie die FIFA ihre Pläne für den Verkauf kommerzieller Rechte nicht vollständig verwerfe.
Das gemeinsame Schreiben der europäischen Verbände unter Führung der UEFA und Präsident Aleksander Ceferin wurde von allen 55 Mitgliedern unterzeichnet.
„Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet“, hieß es darin.
Europas Dachverband stellt klar: Selbst wenn unter den 211 Mitgliedsstaaten eine Mehrheit für den Investorendeal votieren sollte, werde man diesen Beschluss nicht mittragen.

Infantino unter Druck wie nie

FIFA-Boss Infantino gerät nicht einmal zwei Wochen nach Ende der XXL-WM in Amerika so stark unter Druck wie noch nie in seinen mehr als zehn Jahren Amtszeit.
Denn: Eine Weltmeisterschaft ohne den amtierenden Titelträger Spanien und die weiteren Fußball-Großnationen wie Frankreich, Deutschland und England ist nicht vorstellbar und würde komplett den sportlichen Reiz verlieren.
Doch die UEFA baut die Drohkulisse nicht erst für die Endrunde 2030, die zu Teilen sogar in Spanien und Portugal ausgetragen werden soll, auf. Sondern für alle FIFA-Wettbewerbe, zum Beispiel auch die WM der Frauen im nächsten Sommer (24. Juni bis 25. Juli) in Brasilien. Und die Playoffs, die bereits in diesem Herbst steigen sollen. Die Drohung gilt ab sofort.

FIFA-Frist für 19. September angekündigt

„Als Folge der heutigen Diskussion werden keine Nationalmannschaften aus der UEFA an einem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge bestehen bleiben, es sei denn, dieser Vorschlag wird vollständig verworfen und es werden verbindliche Zusicherungen gegeben, dass die FIFA ihre Führung oder Wettbewerbe nie wieder für private Eigentümer öffnet“, schrieb der europäische Dachverband zum offenen Bruch mit dem Weltverband.
Die FIFA hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einspielen zu wollen.
Laut übereinstimmenden Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Der Stichtag für die Zustimmung der Verbände soll demnach der 19. September sein. Doch für die UEFA hat dieser Termin keine Bedeutung, die eindeutige Ablehnung ist klar kommuniziert.

Neuendorf: „Nicht zustimmungsfähig“

Infantino hatte den geplanten Einstieg externer Geldgeber zuvor verteidigt. Dieser sei eine „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Die UEFA sieht das komplett anders und hat deshalb von Anfang an massiven Widerstand angekündigt. Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke positionierten sich eindeutig gegen den Plan.
Der Fußball lebe von der Akzeptanz der Gesellschaft, sagte Neuendorf dem ZDF. „Wir dürfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen. Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichte zu machen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig“, fügte der DFB-Präsident an.

Auch Tschechien unterzeichnet Brief

Nicht nur die Idee an sich, sondern auch das Vorgehen der FIFA löste starke Irritationen aus. Die Nationalverbände wurden am Dienstag von dem neuen Plan komplett überrascht.
„Es ist unverantwortlich und nicht zu rechtfertigen, dass ein so bedeutsamer Vorschlag für den Fußball im Geheimen ausgearbeitet und beinahe verabschiedet wurde, ohne die Verantwortlichen des Fußballs auch nur ansatzweise zu konsultieren“, hieß es von der UEFA nun.
Dass die 55 europäischen Mitgliedsstaaten den Brief geschlossen unterzeichneten, ist bemerkenswert, weil sich der tschechische Verband am Vortag noch offen für den FIFA-Plan gezeigt hatte.
„Es gibt Momente, in denen Institutionen nicht danach beurteilt werden, was sie zu akzeptieren bereit sind, sondern danach, wozu sie keine Kompromisse eingehen. Dies ist ein solcher Moment“, schrieb die UEFA im Namen ihrer Mitglieder.
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Empörung aus Europa: Was Infantinos WM-Plan bedeutet

Gewaltige Empörung, Widerworte aus der Politik und ein klares Veto aus Europa: FIFA-Boss Gianni Infantino hat mit seinen Investoren-Plänen einmal mehr für große Kritik gesorgt.
Nicht einmal zwei Wochen nach dem WM-Finale in den USA teilte der Fußball-Weltverband mit, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils seiner kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Infantino aktiv einen vorher nie erlebten Ausverkauf von FIFA-Rechten plant. Im November 2018 warb der Schweizer für einen Investoren-Deal für die Vermarktungsrechte an einer neuen Club-WM mit 24 Teams sowie einer globalen Nations League mit einem Finalturnier kontinentaler Champions. Es ging um die stolze Summe von 25 Milliarden Dollar. Damals scheiterte Infantino.

Wie kann Infantino seine Macht sichern?

Diesmal nannte die FIFA einen Erlös von etwas mehr als vier Milliarden US-Dollar (gut 3,5 Milliarden Euro). Dafür hätte der Schritt einen anderen Effekt: Infantino könnte nach einer weiteren Periode als Präsident ab 2031 zum Geschäftsführer des neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE werden und so nach 15 Jahren Amtszeit weiter mächtig im FIFA-Kosmos wirken.
Es ist mal wieder ein Schachzug à la Infantino, der während der WM wegen der auf Anruf von Donald Trump zurückgezogenen Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun schwer in die Kritik geriet und nun vorwärts verteidigt.
Anfang der Woche wurde publik, dass ein Abgeordneter Infantino für eine Befragung in den Justizausschuss des Repräsentantenhauses zitieren will, wenn er in den USA sei. Dieses Thema wird medial erst einmal verdrängt. Stattdessen fragen sich viele: Wie geht es mit dem geplanten FIFA-Deal weiter?

Was würde sich für Fans ändern?

Konkrete Änderungen für Fans kündigte die FIFA nicht an. Einem Bericht der „Times“ zufolge könnte ein Deal den Druck erhöhen, das Feld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger auszutragen. Hintergrund ist das Modell solcher Beteiligungen: Die Investoren setzen darauf, dass die Erlöse steigen.
Nach Angaben der FIFA sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem Unternehmen erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben gebündelt.
Am Mittwoch berichtete die „Times“, dass die FIFA in einem Brief explizit auf eine Zustimmung innerhalb von 53 Tagen setze und dann eine Summe von 40 Millionen pro Verband aufrufen könne. Bei einer Ablehnung gebe es demnach 10 Millionen US-Dollar.
Dies sei „reine Bestechung“, sagte eine nicht namentlich genannte Person der Zeitung. „Das sagt alles über diesen Plan aus, was man wissen muss“, kritisierte der europäische Dachverband UEFA. Von der FIFA gab es zunächst keine Angaben dazu.
Wachsen Umsatz und Unternehmenswert, steigt auch der Wert ihrer Beteiligung. Mehr Spiele oder mehr Turniere könnten für höhere Einnahmen sorgen.
Die FIFA erklärte in der Mitteilung, „die ausschließliche Zuständigkeit für die Führung des Fußballs, Wettbewerbe, den internationalen Spielkalender und sämtliche regulatorischen und sportlichen Entscheidungen“ zu behalten. Schon zuletzt hatte Infantino verkündet, dass die Einnahmen im aktuellen WM-Zyklus auf 15 Milliarden US-Dollar klettern sollen.

Wer sind die Gegner und was können sie tun?

Der mächtigste Gegner ist die UEFA, die ihre Ablehnung klar kommunizierte. „Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften“, teilte der Dachverband mit. Die Europäische Fußball-Union nehme die Sache sehr ernst.
Einen Bericht, wonach man den Boykott von FIFA-Wettbewerben erwäge, wollte die UEFA am Morgen nicht kommentieren. Es steht im Raum, dass es noch diese Woche eine Dringlichkeitssitzung der europäischen Verbände geben soll.
„Auf Grundlage der begrenzten Informationen sind wir zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens und einer angemessenen Governance“, teilte der englische Fußball-Verband mit. Man habe keine Kenntnis gehabt.

Was sagen die deutschen Vertreter?

Bemerkenswert: Ihr Statement veröffentlichte die UEFA bereits auf Basis eines Berichts der „Times“ und noch bevor die FIFA offiziell die Pläne mitteilte.
Als UEFA-Vizepräsident betonte Hans-Joachim Watzke die große Macht der Europäer. „Bei der WM standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht“, sagte Watzke auf Anfrage.
Bayerns Sportvorstand Max Eberl zeigte sich schockiert. „Ich finde es beschämend. Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Der Fußball – das haben die Fans auch schon gesagt – gehört uns nicht“, sagte Eberl im Trainingslager in Rottach-Egern. Er stellte offen einen Boykott Europas in Aussicht, um der FIFA Contra zu geben.

Was ist die Rolle der UEFA?

Die UEFA präsentiert sich nicht zum ersten Mal als Bollwerk des gegenwärtigen Zustands im Weltfußball. Auch bei Infantinos Milliarden-Plänen 2018 ging der europäische Dachverband mit Präsident Aleksander Ceferin in Frontalopposition zum Weltverband – und setzte sich am Ende durch.
Ceferin war auch bei den Super-League-Plänen europäischer Clubs im Jahr 2021 einer der lautesten und prominentesten Gegner. Er kündigte unter anderem an, Profis könnten nicht mehr bei WM und EM spielen, wenn sie Teil dieser Super League würden.
Diesmal wird sich die Opposition komplizierter gestalten, denn Infantinos FIFA will die Fußball-Welt und vor allem die kleinen Verbände mit zusätzlichem Geld überschütten.

Ist der geplante Deal mehrheitsfähig?

Davon ist auszugehen. Denn abseits der Ablehnung aus Europa dürfte es gerade bei kleineren Mitgliedsstaaten eine Zustimmung für die Idee geben, weil sie schlicht für einen deutlichen Anstieg der Einnahmen sorgen. „Hier geht es um die Demokratisierung des Fußballs weltweit“, sagte Infantino.
„Wir beabsichtigen, auch in die kleinsten oder entlegensten Teile der Fußball-Welt, die zu oft übersehen werden, massiv zu investieren“, fügte Infantino an. Nach FIFA-Angaben könnten sich die Einnahmen pro Jahr für die Mitgliedsstaaten mehr als verdreifachen – auf im Schnitt bis zu mehr als sieben Millionen US-Dollar pro Jahr bis 2038. Das ist vor allem für kleine Verbände ein riesiges Geschäft.
Infantino ließ wissen, jeder FIFA-Mitgliedsverband solle einen fairen Anteil an dem Deal erhalten, um seine eigene Zukunft zu gestalten.
In Kürze werde ein Vorschlag, der derzeit geprüft werde, den 211 Mitgliedsverbänden und dem FIFA-Rat vorgelegt, die die Entscheidungsträger in dieser Angelegenheit seien, sagte ein FIFA-Sprecher auf Anfrage.
Der Verband Concacaf, der die Nationen in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik vertritt, zeigte sich von dem Prozedere enttäuscht. „Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens“, hieß es in einem Statement, über das Sky News berichtete. Man habe erst über die Medien davon erfahren. So ähnlich äußerte sich auch Asiens Kontinentalverband.

Welche Rolle könnte Infantino spielen?

Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte Infantino das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten. Es sei über dieses Szenario aber noch nie konkret gesprochen worden, betonte ein FIFA-Sprecher. Der Präsident und die Verwaltung müssten jedoch – sofern es genehmigt wird – führende Rollen in dieser Einrichtung einnehmen, um gemäß der FIFA-Statuten die Kontrolle über jede Tochtergesellschaft zu behalten.
Die Kritik daran ist enorm. „Die enge Beziehung zwischen dem FIFA-Präsidenten und dem US-Präsidenten hat eine finanzielle Dimension angenommen, die dem Fußball erheblichen Schaden zufügt. Niemand hat das Recht, unseren Sport zu verkaufen“, schrieb der ehemalige FIFA-Boss Joseph Blatter bei X.
Auch Großbritanniens Premier Andy Burnham („Der Fußball gehört nicht den Investoren“) und die britischen Medien („WM zum Verkauf“ und „Rote Karte für FIFA-Plan, die WM zu verkaufen“) übten klare Kritik.
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Jürgen Klopp offiziell als neuer Bundestrainer vorgestellt – Mertesacker wird DFB-Geschäftsführer Sport

Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Männer. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Bernd Neuendorf, sagte am Freitag in Frankfurt am Main bei der Präsentation des 59-Jährigen, die Gremien des DFB hätten der Verpflichtung Klopps einstimmig zugestimmt. Dieser sei die „Wunschlösung“ für die Aufgabe.
Der Vertrag von Klopp beginnt am 15. August und läuft vier Jahre bis zur nächsten Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2030. Als erste Aufgabe muss der Nachfolger von Julian Nagelsmann die Qualifikation für die Europameisterschaft im Jahr 2028 schaffen.
Klopp sagte, es sei „eine große Ehre“ das Amt zu übernehmen. In einer vom DFB verbreiteten Erklärung wird Klopp mit den Worten zitiert, „die Nationalmannschaft kann uns Deutsche verbinden wie kaum etwas anderes. Genau das macht diese Aufgabe für mich so besonders“.
Er freue sich „auf diese besondere Aufgabe im deutschen Fußball, die wir gemeinsam mit Demut und Geduld angehen werden“, erklärte Klopp darin weiter. Er wolle eine Mannschaft entwickeln, „die füreinander kämpft, die Freude am Fußball hat und hinter der sich die Menschen in unserem Land mit voller Überzeugung versammeln können“.
Deutschland war bei der vor wenigen Tagen mit dem Finalsieg Spaniens beendeten WM bereits im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ausgeschieden, in der Folge musste Nagelsmann als Bundestrainer vorzeitig gehen. Ursprüngliches Ziel der deutschen Mannschaft war, um den Titel mitzuspielen.
Klopp war bis 2024 Trainer des englischen Spitzenklubs FC Liverpool, davor hatte er in Deutschland Borussia Dortmund und den FSV Mainz trainiert. Zuletzt arbeitete Klopp für den Red-Bull-Konzern bei dessen internationalen Fußballaktivitäten.
Ende September und Anfang Oktober stehen für Jürgen Klopp und die Nationalmannschaft vier Länderspiele an. Es geht am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande, danach folgen Spiele gegen Griechenland, Serbien und nochmals Griechenland.

Eine Million für Red Bull

Der Deutsche Fußball-Bund wird Red Bull für die Freigabe von Jürgen Klopp eine Million Euro bezahlen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf teilte mit, dass das Geld an die Red-Bull-Stiftung Wings for Life gehe.
Klopp war bis zuletzt Head of Global Soccer bei dem Brausekonzern; er durfte seinen noch laufenden Vertrag auflösen, um die A-Nationalmannschaft zu übernehmen.
Neben der Millionenzahlung verpflichtete sich der DFB als Teil des Deals mit Red Bull zudem, bis ins Jahr 2030 drei Länderspiele in Leipzig zu bestreiten. Dort ist der von Red Bull gegründete und gesponserte Bundesligist RB Leipzig beheimatet.
Neuendorf unterstrich, dass es mit Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff sehr konstruktive Gespräche gegeben habe. Dabei sei auch schnell klar geworden, dass es unmöglich sei, als Bundestrainer zu arbeiten und nebenher noch bei Red Bull angestellt zu sein.

Mertesacker wird neuer DFB-Geschäftsführer Sport

Per Mertesacker wird ab dem 1. Januar 2027 neuer Geschäftsführer Sport des DFB. Der Weltmeister von 2014 tritt die Nachfolge von Andreas Rettig an, dessen Vertrag zum Ende des Jahres 2026 ausläuft. Mertesacker wird die Bereiche Nationalmannschaften und Akademie verantworten, teilte der DFB mit.
Nach dem Ende seiner Spielerkarriere übernahm Mertesacker 2018 die Leitung der Arsenal Academy, wo er Erfahrung in der Talentförderung und Nachwuchsentwicklung sammelte. Als Spieler war er für Hannover 96, Werder Bremen und den Premier-League-Klub Arsenal aktiv.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagte, Mertesacker gehöre zu den „herausragenden Persönlichkeiten“ des deutschen Fußballs. Seine fachliche Kompetenz und Führungsqualitäten machten ihn zu einer „hervorragenden Besetzung“ für die Position des Geschäftsführers Sport. Mertesacker selbst äußerte, er freue sich auf die neue Aufgabe und die Verantwortung, die damit verbunden sei. (afp/dpa/dts/red)
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Großer Jubel in Spanien: Zwei Millionen feiern WM-Titel

Den Weltmeistertitel der spanischen Fußball-Nationalelf haben nach offiziellen Angaben rund zwei Millionen Menschen auf den Straßen der Hauptstadt Madrid gefeiert.
Bei der Parade im offenen Bus durch das Zentrum der Metropole jubelten die begeisterten Menschen den frisch gekrönten Weltmeistern um Rodri und Jungstar Lamine Yamal zu.

Auf Wolke sieben

„Ich schwebe buchstäblich auf Wolke sieben“, sagte Ferran Torres, der Schütze des 1:0-Siegtores im Finale gegen Argentinien, kurz vor Beginn des Korsos.
Die Regierung schätzte die Zahl der Menschen entlang der Busfahrt und bei der Riesenparty am Cibeles-Platz auf insgesamt rund zwei Millionen. Das wären noch mehr als beim Besuch von Papst Leo dem IV. im Juni.

Menschenmengen bei der Parade des FIFA-Weltmeisterschaftspokals 2026 am 20. Juli 2026 in Madrid, Spanien. Das Endspiel der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 fand im New York New Jersey Stadium zwischen Spanien und Argentinien statt.

Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images

Die Spieler tanzten, sangen und stellten immer wieder den gewonnenen WM-Pokal zur Schau. Allein am Cibeles-Platz, wo der Höhepunkt der Riesenparty war, warteten nach Schätzung der Hauptstadt-Behörden rund 120.000 Menschen – meist in roten Hemden – auf den Bus mit „La furia roja“ (der roten Furie), wie die spanische Auswahl genannt wird.

Klare Botschaft von de la Fuente

Nacheinander betraten dort die 26 Spieler des Nationalteams von Trainer Luis de la Fuente die Bühne, tanzten, umarmten sich, winkten der Menge zu und reckten den WM-Pokal in die Höhe.
Als die Moderatoren den Namen Yamals aufriefen, donnerte noch vor seinem Erscheinen schon Applaus los, wie die Zeitung „El País“ schrieb. Auch der Torschütze vom Vortag, Ferran Torres, bekam Riesenapplaus. De la Fuente hatte eine ebenso einfache wie wuchtige Botschaft: „Gemeinsam sind wir stärker“, rief er den Menschen zu.

Die spanischen Spieler feiern oben auf dem Bus, als dieser während der Trophäenparade zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 am 20. Juli 2026 in Madrid, Spanien, an den Fans vorbeifährt.

Foto: Chris McGrath/Getty Images

Die Fans hatten den zweiten WM-Titel Spaniens nach 2010 schon seit dem frühen Abend bei Live-Musik und einer Show gefeiert. Hochsommerliche Temperaturen von weit über 30 Grad auch am Abend hielten sie nicht davon ab, ihren Fußball-Helden so nahe wie möglich zu kommen.
Der Europameister hatte Argentinien mit 1:0 niedergerungen. Der Titelverteidiger um Superstar Lionel Messi verzeichnete erst in den Schlussminuten der Verlängerung seinen ersten Torschuss.
Der 39-jährige Messi ließ seine Zukunft zunächst offen. „Der Schmerz ist unermesslich, und diese Wunde braucht Zeit zum Heilen“, schrieb der langjährige Profi des FC Barcelona in einem Post bei Instagram.

Empfänge beim König und beim Regierungschef

Nach ihrer Rückkehr aus den USA am frühen Nachmittag waren die Mitglieder der spanischen Auswahl zunächst von König Felipe VI., seiner Frau, Königin Letizia, sowie ihren beiden Töchtern, der Prinzessin Leonor und der Infantin Sofía, empfangen worden.

König Felipe VI. von Spanien unterhält sich mit der spanischen Nationalmannschaft im Beisein von Kronprinzessin Leonor von Spanien, Königin Letizia von Spanien und Prinzessin Sofia von Spanien, als die spanische Mannschaft am 20. Juli 2026 in Madrid den Zarzuela-Palast besucht.

Foto: Carlos Alvarez/Getty Images

Die Königsfamilie war schon beim Finale im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York dabei und hatte an der Siegerehrung auf dem Rasen teilgenommen.
Anschließend stattete die Mannschaft Ministerpräsident Pedro Sánchez einen Höflichkeitsbesuch ab. „WIR SIND WELTMEISTER!!“, hatte er in Großbuchstaben auf der Plattform X geschrieben. „Unsere Nationalmannschaft ist einfach großartig! Danke, Team.“, fügte Sánchez hinzu.
Nach dem Feier-Marathon in Madrid verabschieden sich die Nationalspieler in einen mehrwöchigen Sommerurlaub. Beliebte Ziele der spanischen Profis sind traditionell Ibiza, Mallorca oder private Urlaubsdomizile in Übersee. (dpa/red)
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Englands Fußball-Legende Kevin Keegan stirbt im Alter von 75

Die englische Fußball-Legende Kevin Keegan ist tot. Der frühere HSV-Profi starb im Alter von 75 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung, wie die britische Nachrichtenagentur PA mit Verweis auf eine Erklärung seiner Familie mitteilte. Keegan spielte von 1977 bis 1980 für den Hamburger SV und wurde 1979 mit dem Traditionsclub deutscher Meister. Zudem war er lange für den FC Liverpool und später auch für Newcastle United erfolgreich.
Anfang Januar hatte seine Familie öffentlich gemacht, dass Keegan an Krebs erkrankt sei und sich einer Behandlung unterziehen müsse. Einen Tag nach dem WM-Finale gaben seine engsten Angehörigen „in tiefer Trauer“ bekannt: „Kevin kämpfte gegen den Krebs und war in seinen letzten Augenblicken von seiner Frau und seinen Töchtern umgeben.“

Glanzzeit als Spieler

Begonnen hat für Keegan alles als Spieler. Sein großer Durchbruch gelang ihm 1971 mit seinem Wechsel zum FC Liverpool. Mit seinem aggressiven Spielstil und seinem unermüdlichen Willen eroberte der Angreifer die Herzen der Fans. Zudem gab es mit ihm Titel: In sechs Jahren an der Anfield Road holte er drei englische Meisterschaften, den FA Cup und 1977 den Europapokal der Landesmeister.
Später arbeitete Keegan noch als Trainer: Er führte Newcastle United 1996 beinahe zur Meisterschaft und Englands Nationalteam 2000 zur EM. An den Glanz seiner Spielerkarriere knüpfte er als Coach aber nicht an.
„Kevin war mehr als nur ein legendärer Fußballer und Trainer. Für Generationen von Fans war er das schlagende Herz von Newcastle United“, teilte sein Ex-Club in einem Nachruf auf „King Kev“ mit. Auch Liverpool äußerte seine Trauer um die Vereinsikone. (dpa/red)