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Warum mehrere Kernkraftwerke in Europa drosseln müssen


In Kürze:

  • Mehrere Kernkraftwerke in der EU schalten wegen zu hoher Flusstemperaturen ab.
  • In Ungarn bricht fast die Hälfte der gesicherten Leistung weg.
  • Wegen befürchteten Strommangels hat Rumänien den Notstand ausgerufen.
  • In Frankreich sind 18 von 57 Reaktoren nicht in Betrieb.

 
In mehreren Ländern Europas drosseln aktuell die Betreiber von Kernkraftwerken (KKW) ihre Reaktoren. Grund dafür sind die anhaltenden sommerlichen Temperaturen sowie zu niedrige Flusspegelstände.
Die Leistung aller Atommeiler in der Europäischen Union lag zu Wochenbeginn am 27. Juli noch bei rund 70 Gigawatt (GW, oder 70.000 Megawatt). Am Sonntagmorgen zeigen die Leistungsdaten des Stromportals „Energy Charts“ nur noch knapp 53 GW an. Das ist ein Rückgang um 24,5 Prozent, also um fast ein Viertel.
Kernkraftwerke

Öffentliche Stromerzeugungsdaten der Kernkraft und die Verbrauchskurve (Last) in der Europäischen Union vom 27. Juli bis 2. August 2026.

Foto: Bildschirmfoto  /energy-charts.info/Fraunhofer ISE

Nur begrenzte Aufheizung der Flüsse erlaubt

Wärmeres Flusswasser ist rein aus technischer Sicht nicht unbrauchbar für ein KKW. Es kann die Anlage ebenfalls ausreichend abkühlen. Hintergrund ist vielmehr, dass die Meiler die Flüsse nicht zusätzlich aufheizen dürfen.
Die Brennstäbe im Kernreaktor geben Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius ab. Diese Wärmeenergie können die Anlagen zu rund einem Drittel in Strom umwandeln. Die übrige Abwärme muss abgeführt werden. KKW, die an Flüssen liegen, entnehmen dazu Flusswasser und fügen diesem die Abwärme zu. Anschließend leitet der Kühlkreislauf das erwärmte Wasser in den Fluss zurück.
Im Sommer kann diese zusätzliche Wassererwärmung für manche Lebewesen in den Flüssen problematisch sein. Im schlimmsten Fall kann es zu erhöhtem Fischsterben kommen.
Daher gibt es in den EU-Ländern bestimmte Regelungen. Sie schreiben vor, wie warm das Flusswasser maximal sein darf, um es für die Kühlung der Meiler zu verwenden. Der Energieexperte Leonhard Gandhi erklärte: „Der Grenzwert für die Flusstemperatur liegt an vielen Standorten bei etwa 25 Grad Celsius, wobei je nach Kraftwerk und Genehmigung auch Ausnahmeregelungen möglich sind.“

Ungarn fährt komplett herunter

Im Verhältnis der Stromproduktion eines Landes ist Ungarn am stärksten betroffen. Das osteuropäische Land hat nur ein KKW mit vier Reaktoren am Standort Paks, rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest. Im Normalbetrieb erzeugen diese fast die Hälfte des ungarischen Stroms. Der Anteil der Kernenergie am Strommix lag in diesem Jahr bis dato bei rund 44 Prozent.
Seit Montag, 27. Juli, begann laut den Stromdaten des Portals „Energy Charts“ jedoch die schrittweise Drosselung der Leistung der Anlage. Am Sonntagmorgen speiste sie nur noch rund 173 Megawatt (MW) ins ungarische Netz ein. In der Spitze und vor der Drosselung erbrachte das Kraftwerk noch rund 1.850 MW.
Kernkraftwerke

Öffentliche Stromerzeugungsdaten der Kernkraft und die Verbrauchskurve (Last) in Ungarn vom 27. Juli bis 2. August 2026.

Foto: Bildschirmfoto  /energy-charts.info/Fraunhofer ISE

In Kürze schaltet das KKW Paks dann wegen zu niedriger Pegelstände der Donau komplett ab. „Nach aktuellen Berechnungen (…) könnte das am Dienstag oder Mittwoch geschehen“, sagte Ministerpräsident Peter Magyar am Freitag, 31. Juli, bei einer Pressekonferenz am Kraftwerk. Der Betreiber der Anlage hatte die Abschaltung „unvermeidlich“ genannt. Es ist die erste Komplettabschaltung dieses KKW seit seiner 44-jährigen Existenz.
Der Fluss hat an seinem Unterlauf stellenweise nur ein Drittel des im Juli durchschnittlich gemessenen Wasserstands. Der Wetterdienst Hungaromet sagt Ungarn in den kommenden sechs Tagen eine Hitzeperiode mit Temperaturen von bis zu 41 Grad Celsius voraus.

Minister spricht von drohender Energiekrise

Der ungarische Regierungschef Magyar rief die Industrie auf, ihren Stromverbrauch einzuschränken, um eine Energiekrise zu vermeiden. Zudem soll die Beleuchtung öffentlicher Gebäude eingestellt werden, um Strom zu sparen. Spätestens ab Montag, 3. August, könne es zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen, hatte Magyar angekündigt. Seiner Einschätzung nach könne die Krisensituation wegen des erwarteten heißen Sommers noch Wochen andauern.
Die Bevölkerung in Ungarn ist weiterhin aufgerufen, während der Spitzenverbrauchszeit zwischen 17 und 22 Uhr keinen zusätzlich Strom zu verbrauchen – etwa durch das Aufladen von Elektroautos und den Betrieb von Klimaanlagen.
An einem durchschnittlichen Sommerabend würden 6.000 Megawatt Strom verbraucht, aufgrund der Hitze steige dieser Wert um 20 Prozent, erläuterte Magyar. Man setze nun die Stromreserven des Landes ein und kümmere sich um Importe.

Rumänien schaltet ab – und ruft Notstand aus

Wegen der hohen Temperaturen und des ausbleibenden Regens sind die Pegelstände der Donau mancherorts auf ein Rekordtief gesunken. Die Donau verläuft auch an der rumänisch-bulgarischen Grenze und versorgt das einzige KKW Rumäniens in der Stadt Cernavoda mit Kühlwasser.
Aufgrund der Bedingungen hat der Betreiber am Dienstag, 28. Juli, bereits den ersten der beiden Reaktoren der Anlage heruntergefahren. Ebenso ist die Abschaltung des zweiten Reaktors angekündigt. Von rund 1.185 MW sank die Leistung des KKW somit auf rund 625 MW.
Kernkraftwerke

Öffentliche Stromerzeugungsdaten der Kernkraft und die Verbrauchskurve (Last) in Rumänien vom 27. Juli bis 2. August 2026.

Foto: Bildschirmfoto  /energy-charts.info/Fraunhofer ISE

Aufgrund eines drohenden Strommangels hat das Land für den gesamten August den Notstand ausgerufen. Es laufen bereits Verhandlungen mit ​einigen Nachbarländern wie der Ukraine, Bulgarien, aber auch mit dem etwas weiter entfernten Griechenland, um bei Bedarf zusätzlichen Strom zu importieren.
Eine Komplettabschaltung des rumänischen KKW über rund drei Wochen erlebte die Anlage in Cernavoda in diesem Jahr bereits im Mai. Aufgrund einer technischen Störung wurde der Reaktor 2 am 4. Mai automatisch vom Netz getrennt. Der Reaktor 1 fuhr hingegen für eine planmäßige Wartung am 10. Mai auf null herunter. Die übrigen Stromquellen sowie Kraftwerke aus anderen Ländern hielten das rumänische Stromnetz am Laufen.

Rückgang auch in Frankreich

Das EU-Land mit den meisten Kernreaktoren, Frankreich, kann die meisten seiner Anlagen weiterhin betreiben. Von den 57 vorhandenen Reaktoren sind aktuell 18 außer Betrieb (Stand: 2. August 2026). Manche wurden aufgrund planmäßiger Wartung heruntergefahren, andere wegen der hohen Temperaturen.
Eine hitzebedingte Abschaltung traf das Kernkraftwerk Golfech. Beide Reaktoren stehen still. Die Temperatur des kühlenden Flusses Garonne ist inzwischen auf 28 Grad angestiegen.
Während die Leistung aller französischen KKW am Wochenbeginn noch bei bis zu 45 GW lag, sank sie bis Sonntag auf nur noch rund 37 GW ab. Das sind 17,8 Prozent weniger.
Um die Stromversorgung weiterhin sicherzustellen, müssen die Netzbetreiber vielerorts flexible Kraftwerke hochfahren. Dazu zählen Gas- und Kohlekraftwerke. Stand Sonntagmittag haben die fossilen Kraftwerke in der EU in dieser Woche (KW 31) bereits mehr Strom produziert als in der Woche zuvor.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Bis zu 38 Grad und Unwetter: Hitze breitet sich aus

Die Menschen in Deutschland müssen sich erneut auf ein paar schweißtreibende Tage mit hochsommerlichen Temperaturen bis zu 38 Grad und Gewittern einstellen. Erst in der zweiten Wochenhälfte wird es etwas kühler, erklärt der Meteorologe Nico Bauer vom Deutschen Wetterdienst.
Die Hitze breitet sich am Montag von Süden weiter nach Norden aus. Die Temperaturen steigen im Südwesten auf bis zu 37 Grad. Am Nachmittag drohen einzelne heftige Gewitter, lokal besteht laut DWD auch Unwettergefahr.
Abkühlung wird es in der Nacht auf Dienstag kaum geben. In den Ballungsräumen im Westen Deutschlands wird vielerorts eine Tropennacht mit Tiefsttemperaturen von über 20 Grad erwartet. Zudem treten einzelne Schauer und Gewitter auf.
Am Dienstag wird der Höhepunkt dieser Hitze erwartet. Die Höchstwerte liegen verbreitet zwischen 30 und 38 Grad.
Der Schwerpunkt wird im Südosten Deutschlands liegen. Örtlich besteht erneut Unwettergefahr durch heftigen Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen.
Schwülheiß und gewittrig wird es auch am Mittwoch in Teilen Deutschlands. Im Nordwesten werden vergleichsweise moderate Höchstwerte zwischen 25 und 29 Grad erwartet. „Nach Südosten hin geht das Schwitzen bei Spitzenwerten von bis zu 35 Grad und großer Schwüle aber weiter“, sagt Bauer.
Am Donnerstag ist dem Meteorologen zufolge die größte Hitze erst einmal vorbei. Die Höchsttemperaturen werden bei 24 bis 30 Grad erwartet. (dpa/red)
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Deutscher Städtetag fordert „Milliardensummen“ für Schutz gegen die Hitze


  • Städtetag: Kommunen können Herausforderungen nicht alleine bewältigen.
  • Schuchardt fordert eine dauerhafte Mitfinanzierung von Schutzkonzepten durch Bund und Länder.
  • Bundesumweltminister Schneider sieht mit Blick auf Sondervermögen die Finanzierung von Maßnahmen gesichert.
  • Linksfraktion will Pflegeheime hitzefest machen.

Angesichts des  hochsommerlichen Wetters mit Temperaturen über 35 Grad hat der Deutsche Städtetag Bund und Länder aufgefordert, sogenannte  Klimaanpassungsmaßnahmen der Kommunen stärker finanziell zu unterstützen. Klimaanpassung sei „existenziell für unsere Zukunft“, sagte Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Für die Städte sei dies eine Daueraufgabe für Jahrzehnte. „Unterm Strich reden wir da über Milliardensummen bundesweit, die investiert werden müssen.“

Böden entsiegeln, mehr Grün in Städten

Die Städte könnten die Herausforderungen nicht alleine stemmen, sagte Schuchardt. Mit den herkömmlichen Finanzierungsstrukturen werde dies nicht gelingen. „Deshalb ist klar: Wir müssen uns ganz grundsätzlich anschauen, wie die notwendigen Investitionen für Klimaschutz und Klimaanpassung organisiert werden“, fügte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags hinzu.
Den Kommunen geht es den Angaben zufolge vorwiegend darum, „dass die Umsetzung von kommunalen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten dauerhaft und planbar von Bund und Ländern mitfinanziert wird“. Als Beispiele nannte Schuchardt Hitzevorsorgemaßnahmen wie die Entsiegelung von Böden und mehr Grün in den Städten.
Mehr Hitzeschutz, vor allem in Pflegeheimen, fordert die Linke-Bundestagsfraktion. „Für viele ist Hitze unangenehm. Für pflegebedürftige Menschen kann sie lebensgefährlich sein“, sagte die Linken-Pflegepolitikerin Evelyn Schötz der Nachrichtenagentur AFP. Das Robert Koch-Institut (RKI) gehe von mehr als 5.000 Hitzetoten im vergangenen Monat aus. Besonders betroffen seien Menschen über 75 Jahre. Die Pflegeheime hierzulande seien nicht ausreichend vorbereitet.
„Das Wissen, wie man ältere und pflegebedürftige Menschen besser vor Hitze schützen kann, ist längst da“, betonte Schötz. So gebe es bereits bundeseinheitliche Empfehlungen für Hitzeschutzpläne in Pflegeeinrichtungen. „Woran es mangelt, sind die Voraussetzungen, dieses Wissen auch umzusetzen. Doch der Schutz der Schwächsten darf nicht vom Geldbeutel einer Pflegeeinrichtung abhängen.“

Linke: Bei Hitze weniger Arbeiten

Die Linksfraktion fordert deshalb, Pflegeheime „hitzefest“ zu machen. Die Länder müssten Investitionen in Verschattung, Kühlung und klimaresiliente Gebäude finanzieren. Dabei dürften aber keine zusätzlichen Kosten für die Bewohner entstehen. „Hitzeschutz ist eine öffentliche Aufgabe und darf nicht über höhere Eigenanteile finanziert werden“, erklärt die Fraktion. Zudem soll die Bundesregierung für einen besseren Schutz von im Freien arbeitenden Menschen sorgen. Die Linksfraktion fordert unter anderem auch eine geringere Arbeitszeit bei hohen Temperaturen, schreibt die „Tagesschau“ auf ihrer Internetseite.
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte am Montag, 27. Juli, in einem Interview mit dem „Deutschlandfunk“ die Ansicht vertreten, dass die Finanzierung von Schutzmaßnahmen gesichert sei. Dabei verwies er darauf, dass der Bund den Ländern und Kommunen zu Beginn der Legislaturperiode 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur zur Verfügung gestellt habe. Das wird sukzessive bis 2040 bereitgestellt, jährlich rund 8,3 Milliarden Euro.
Fünf Milliarden Euro sollten nach Auffassung der Bundestagsfraktion der Grünen für Hitzeschutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. „Unser Land ist noch immer nicht ausreichend auf ständig neue und länger andauernde Hitzerekorde vorbereitet“, zitiert die „Tagesschau“ die Fraktionsvizevorsitzende Julia Verlinden. Es könnten “viele grüne Oasen deutschlandweit entstehen“, die „wirksame Abkühlung für Menschen und Tiere ermöglichen“.
Die AfD-Bundestagsfraktion steht den Hitzeschutzplänen des Bundes kritisch gegenüber. Als der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) 2023 einen nationalen Hitzeschutzplan ankündigte, der dann auch kam, sprach der Bundestagsabgeordnete Martin Sichert von einer „ideologisch verblendeten Klimarettungspolitik“. Sie koste die Menschen nur Geld und Freiheit.
(Mit Texten der Nachrichtenagenturen)
 
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28. Juli: CSD-Anschlag – aktueller Stand | Erdbeben in Japan | Sommerwetter in Deutschland

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CSD-Anschlag – aktueller Stand

Die Polizei hat auf dem Handy des CSD-Attentäters ein IS-Bekennervideo gefunden. Ein Vermummter, mutmaßlich Abdul B., leiste darin einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat. Für Diskussionen sorgte zuletzt die Frage, warum Abdul B. nach seiner Verurteilung frei kam. Das zuständige Gericht erklärte, durch die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft sei das Urteil nicht rechtskräftig geworden. Abdul B. erhielt eine Jugendstrafe von 22 Monaten. Die Staatsanwaltschaft forderte hingegen 2 Jahre und 10 Monate.
Derweil werden politische Forderungen nach Konsequenzen laut. CSU-Chef Markus Söder forderte den Entzug der doppelten Staatsbürgerschaft für Gefährder, CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers will islamistische Moscheevereine verbieten. SPD und Grüne fordern eine Stärkung von LGBTQ-Rechten im Grundgesetz und die Linke sieht Rechtsextremisten in der Verantwortung.

Erdbeben in Japan

Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat den Südwesten Japans erschüttert. Mindestens 50 Menschen wurden verletzt, Straßen und Gebäude wurden teilweise schwer beschädigt. Die Polizei berichtet zudem von einer Explosion in einem Einkaufszentrum infolge des Bebens. Das vollständige Ausmaß der Schäden wird noch ermittelt.

Sommerwetter in Deutschland

In Deutschland rollt die nächste Hitzewelle an. Vor allem im Saarland und in Nordrhein-Westfalen werden morgen Temperaturen von über 35 Grad erwartet. Nur im Norden bleibt es etwas kühler. Den Höhepunkt erreicht die Hitze am Donnerstag – dann sind auch kräftige Gewitter möglich.

Börsensturz

Japanische und koreanische Aktien von Chipherstellern sind heute massiv eingebrochen. Auslöser war ein Bericht über einen möglichen chinesischen Technologiesprung für die Chipproduktion, die dem wichtigsten Hersteller ASML Konkurrenz machen könnte.
 
 
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Hitze erreicht Deutschland – Donnerstag bis 39 Grad möglich

Fast im ganzen Land wird heute die 30-Grad-Marke überschritten, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. In einigen Regionen werden es mehr als 35 Grad.
Das sind der Vorhersage zufolge Teile Nordrhein-Westfalens und Hessens sowie Rheinland-Pfalz und das Saarland, weite Teile Baden-Württembergs und Teile Frankens, wie DWD-Meteorologe Thorsten Kaluza sagte.
„Insbesondere am Oberrhein sind Höchstwerte von 38 Grad möglich“, erklärte der Meteorologe. Der DWD gab Warnungen vor starker Wärmebelastung für die Westhälfte und den Süden Deutschlands heraus.

Kühler bleibt es nur ganz im Norden

„Außen vor sind nur der äußerste Norden und Nordosten, das heißt die deutschen Nord- und Ostseeinseln, Teile Schleswig-Holsteins, Vorpommern, und der äußerste Nordosten Brandenburgs“, sagte der Meteorologe.
Tagsüber ist es vielfach heiter bis sonnig und trocken. Es folgt stellenweise eine tropische Nacht, es wird also nicht kühler als 20 Grad – insbesondere im Westen und in städtischen Regionen.

Donnerstag heißester Tag

Den Höhepunkt erwartet der DWD am Donnerstag, es wird in weiten Teilen Deutschlands heiß – über 35 Grad. Werte bis 38 oder 39 Grad seien möglich, teilte der Wetterdienst mit.
Weniger warm wird es demnach im Norden, an der Nordseeküste und in Teilen Schleswig-Holsteins kann die 30-Grad-Marke unterschritten werden.
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland werden voraussichtlich die 35 Grad nicht erreichen, da im Tagesverlauf von Westen Wolken aufziehen, aus denen bis in den Norden teils kräftige Schauer fallen.
Vor allem der Norden muss sich auf kräftigere Gewitter einstellen, die West- und Südwesthälfte auf Sturmböen.

Hitze wird in den Süden gedrängt

Eine Kaltfront drängt die größte Hitze am Freitag in den Süden. „Das bedeutet bei teils dichter Bewölkung in der Nordhälfte von der Küste aus nach Süden zunehmend 21 bis 29 Grad“, teilte Meteorologe Kaluza mit. Im Nordosten müsse mit Schauern und Gewittern gerechnet werden.
In Baden-Württemberg und Bayern werden es dagegen noch um 33 Grad, am östlichen Donauverlauf möglicherweise bis 36 Grad.
Auch im Süden sind kräftige Schauer und Gewitter möglich. Im Süden hält sich die Hitze voraussichtlich auch am Wochenende, wie der DWD vorhersagt. (dpa/red)
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Schneider: Werden ernsthafte Konflikte um Wasser haben

Der Wassermangel in Teilen Europas verschärft sich: Nach Ansicht von Bundesumweltminister Carsten Schneider wird das Thema Wasser unterschätzt.
„Künftig werden wir ernsthafte Konflikte um Wasser haben – auch in Deutschland“, sagte der SPD-Politiker dem „Spiegel“. „Deutschland war bisher ein wasserreiches Land, aber das ändert sich gerade.“ In mehreren Ländern Europas gelten angesichts der Trockenheit bereits Einschränkungen.
In Deutschland müssen rund 80 Kommunen nach Angaben des Deutschen Städtetags inzwischen in jedem Hitzesommer sogenannte Allgemeinverfügungen erlassen. Sie beschränken die Nutzung von Trink- oder Grundwasser oder untersagen zeitweilig die Entnahme aus Flüssen und Seen.
Umweltminister Schneider sieht mit Blick auf Wasserknappheit auch wirtschaftliche Folgen. Er verwies zum Beispiel auf den Halbleiterkonzern Infineon, der sich auch in Dresden niedergelassen habe, was viel mit der Elbe
zu tun habe. „Die brauchen viel Wasser bei der Halbleiterproduktion“, sagte Schneider. „Zum anderen ist es eine Urangst aller Menschen, dass nicht genug Wasser da ist. Es geht hier um unsere Existenzgrundlage.“

Wie ernst ist die Lage?

Die hohen Temperaturen sorgen nun auch im vermeintlich immergrünen Irland für Einschränkungen beim Wasserverbrauch. Seit Donnerstag, den 16. Juli, gilt in Dublin und Teilen Ostirlands eine sechswöchige „Water Conservation Order“ – umgangssprachlich ein „Gartenschlauchverbot“. Ähnliche Maßnahmen gibt es bereits in Bayern, Frankreich, Italien und der Schweiz.
Der staatliche irische Wasserversorger Uisce Éireann nennt als Grund schwindende Vorräte in Flüssen und Speichern. Landesweit liegt der private Wasserverbrauch rund 20 Prozent über dem üblichen Niveau. Im Großraum Dublin wurden zuletzt täglich bis zu 693 Millionen Liter verbraucht – etwa 50 Millionen mehr als im Durchschnitt.
Verboten ist unter anderem, mit dem Gartenschlauch Gärten zu bewässern, Autos zu waschen oder größere Schwimmbecken zu füllen. Auch Zierteiche und Springbrunnen dürfen nicht mit Leitungswasser versorgt werden; Fischteiche sind ausgenommen. Verstöße können geahndet werden.

Verbände fordern bewussteren Umgang mit Wasser

In Deutschland mahnt der Deutsche Städtetag zum Umdenken. „Früher galt Wasser in Deutschland vielen als unbegrenzte Ressource. Dem ist nicht mehr so“, sagte Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Die Wasserversorgung sei zwar weiter sicher. Bund und Länder sollten aber für einheitliche Entnahmeentgelte sorgen. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Privathaushalte, sondern um die kommerzielle Wasserentnahme. Die Entgelte für Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft müssten einen Anreiz zum Sparen setzen.
Auch die Grünen fordern angesichts der Lage mehr Verantwortung von Unternehmen. Fraktionschefin Britta Haßelmann sagte den Funke-Zeitungen: „Unternehmen, die viel abpumpen, müssen auch Verantwortung übernehmen.“ Die Regeln für die Wasserentnahme sollten bundesweit vereinheitlicht werden. „Trinkwasser für Menschen muss immer Vorrang haben. Es ist keine Ware wie jede andere.“
Der Deutsche Landkreistag verteidigte kommunale Einschränkungen. „Hitze- und Trockenperioden nehmen in vielen Regionen zu. In solchen Situationen müssen auch private Komfortverbräuche, etwa das Befüllen von Pools, kritisch hinterfragt werden“, sagte Präsident Achim Brötel den Funke-Zeitungen. Man setze aber zunächst „auf die Einsicht und das verantwortungsbewusste Handeln der Menschen“.

Einschränkungen im Raum München, Frankreich und Italien

In Deutschland hatte die Stadt München zuletzt weitreichende Einschränkungen erlassen. Private Pools dürfen nicht mehr befüllt werden, auch das Rasensprengen und das Abpumpen von Wasser aus Seen und Flüssen sind verboten.
Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 50.000 Euro. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) begründete den Schritt damit, dass „nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling“ die Ressourcen der Münchner Wasserversorgung „derzeit äußerst strapaziert“ seien.
Frankreich ist nach der dritten Hitzewelle großflächig von Trockenheit betroffen. Einschränkungen gibt es nicht nur im Süden, sondern auch im grenznahen Departement Moselle, wo der Präfekt Beschränkungen bis Ende August verhängte. In Italien ist es in Regionen wie der Toskana oder dem Latium untersagt, Trinkwasser aus der Leitung für private Gärten, Pools oder das Abspritzen von Höfen und Autos zu nutzen.

Die Sache mit den Hausnummern

In der Schweiz schrieb die Gemeinde Coldrerio im Kanton Tessin von einer kritischen Lage und Anzeichen einer neuen Wasserkrise. Beim Umgang damit wurde das Nachbarland kreativ:
Anwohner mit geraden Hausnummern dürfen nur montags, mittwochs und freitags Blumenbeete gießen, die mit ungeraden Nummern an drei anderen Tagen. Topfpflanzen und kleine Hausgärten sind ausgenommen. Im Emmental im Kanton Bern ist etwa das Flussbett des Fankhusbachs ausgetrocknet.
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7 Tipps bei Hitze: Fit und gesund durch den Sommer


In Kürze:

  • Hitze erzeugt immer wieder Schlagzeilen und belastet unseren Körper. Panik ist jedoch nicht hilfreich.
  • Verschiedene Personengruppen bedürfen tatsächlich des Schutzes. Für viele andere genügt ein gesunder Menschenverstand.
  • Der Körper ist kein Gerät, das man nur kühlen muss. Er ist ein Regulationssystem.
  • Dieses System kann man überfordern durch zu viel Sonne, unangepasste Ernährung, falsche Medikamenteneinstellung, Alkohol oder Bewegungsmangel.
  • Man kann es aber auch unterstützen, und zwar durch Flüssigkeit, Mineralstoffe, Schatten, Schlaf, leichte Kost und Wasseranwendungen.

 
Kaum steigen in Deutschland die Temperaturen, beginnt ein merkwürdiges Schauspiel. Der Wetterbericht klingt zumindest in weiten Teilen plötzlich wie eine Katastrophenschutzübung, Nachrichtensendungen arbeiten mit dramatischer Kulisse und aus einem heißen Sommertag wird in kürzester Zeit ein gesellschaftlicher Belastungstest.
Man darf sich schon wundern: Dieselben Menschen, die bei 35 Grad in Deutschland den Ausnahmezustand ausrufen, fliegen zwei Wochen später nach Spanien, Griechenland oder in die Türkei, setzen sich mit Sonnenhut und Sangria an den Pool und nennen es Erholung. Dieselbe Hitze, die am Mittelmeer Urlaub heißt, wird hierzulande zur Vorstufe des Jüngsten Gerichts erklärt.
Natürlich: Hitze ist kein Spaß. 35 oder 40 Grad sind für den Organismus eine Herausforderung. Wer draußen arbeitet, alt, krank oder pflegebedürftig ist, braucht Schutz, Aufmerksamkeit und praktische Hilfe. Aber genau hier beginnt das Problem. Zwischen berechtigter Vorsicht und öffentlicher Hitzedramaturgie liegt inzwischen ein erheblicher Unterschied.

Beim Umgang mit Sonnenschein gilt schlicht „gesunder Menschenverstand“, auch im Urlaub.

Foto: Viktor_Gladkov/iStock

Wer wirklich gefährdet ist

Hitze kann gefährlich werden, vor allem für ältere Menschen. Mit zunehmendem Alter lässt das Durstgefühl nach. Die Nieren arbeiten nicht mehr so belastbar wie früher. Viele Ältere trinken ohnehin zu wenig. Dazu kommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Atemwegserkrankungen oder eine eingeschränkte Mobilität.
Das Ergebnis sieht man dann nicht in Schlagzeilen, sondern in Praxen, in Pflegeheimen und in Notaufnahmen: Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit, Kreislaufentgleisungen, Verstopfung, Harnwegsprobleme, Nierenbelastung und Stürze. Bei längeren Hitzewellen kann es auch zu einer Übersterblichkeit kommen.
Das betrifft nicht den gesunden 30-Jährigen, der sich über den heißen Asphalt beschwert, sondern den 82-Jährigen im schlecht gelüfteten Dachgeschoss, der kaum Durst verspürt und „nicht dauernd zur Toilette laufen“ möchte. Gerade deshalb benötigen wir weniger Panik und mehr konkrete Gesundheitskompetenz.

Medikamente und Hitze: Ein unterschätztes Thema

Ein besonders wichtiger Punkt sind Medikamente. Vor allem wer dauerhaft Arzneimittel einnimmt, sollte an heißen Tagen nicht einfach weitermachen wie immer. Besonders beachtet werden sollten Entwässerungsmittel, in der Fachsprache Diuretika genannt. Sie können bei Hitze den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust verstärken. Wer ohnehin zu wenig trinkt, kann dadurch schneller in eine Kreislauf- oder Nierenbelastung geraten.
Auch Blutdruckmedikamente können bei hohen Temperaturen anders wirken. Wärme erweitert die Gefäße, um den Wärmetransport zu maximieren. Der Blutdruck kann dadurch zusätzlich absinken. Dann kommt es leichter zu Schwindel, Schwäche, Benommenheit oder auch zu Stürzen.
Wichtig sind zudem Medikamente mit anticholinerger Wirkung. Dazu zählen manche Mittel gegen Blasenbeschwerden, bestimmte Psychopharmaka, ältere Allergiemittel, Schlafmittel und einige Präparate gegen Übelkeit. Diese können das Schwitzen vermindern oder auch die Temperaturregulation stören.
Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Foto: ts/Epoch Times nach ttsz/iStock

Und auch Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel, Opioide und manche Parkinsonmedikamente oder Psychopharmaka können bei Hitze problematisch werden, weil sie Wachheit, Kreislauf und Reaktionsfähigkeit beeinflussen.
Diabetiker sollten zusätzlich bedenken, dass Insulin und manche Teststreifen hitzeempfindlich sind. Auch der Blutzucker kann bei Hitze unberechenbarer reagieren, besonders wenn weniger gegessen, mehr geschwitzt oder unregelmäßig getrunken wird.
Die einfache Regel lautet: Wer Medikamente nimmt und bei Hitze ungewöhnlich müde, verwirrt, wackelig, kurzatmig, benommen oder auffällig schwach wird, sollte das nicht als „normalen Sommertag“ abtun – also Vorsicht.

Trinken, aber richtig

Der wichtigste Hitzeschutz ist ziemlich banal: trinken, bevor der Durst kommt. Gerade ältere Menschen können sich auf ihr Durstgefühl nicht immer verlassen. Sinnvoll ist es, morgens eine Trinkmenge sichtbar bereitzustellen. Geeignet sind Wasser, Mineralwasser, verdünnte Säfte oder ungesüßte Kräutertees.
Wer stark schwitzt, benötigt nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe. Eine Brühe, mineralstoffreiches Wasser, leicht gesalzene Speisen oder eine Prise Salz in der Mahlzeit sind sinnvoll.
Aber auch hier gilt: nicht blind nach Schema. Wer an schwerer Herz- oder Nierenerkrankung leidet, sollte die Trinkmenge individuell abklären. Zu wenig ist schlecht, aber zu viel kann in bestimmten Fällen ebenfalls problematisch werden.
Alkohol ist bei Hitze dagegen keine gute Idee. Das Glas Bier „gegen den Durst“ gehört zu den alten Klassikern, ist aber nicht sinnvoll. Alkohol fördert letztlich den Flüssigkeitsverlust, belastet Kreislauf und Schlaf und macht den Körper bei Hitze nicht gerade widerstandsfähiger.
Bei Hitze sollte ausreichend Wasser getrunken werden

Besonders Ältere sollten im Sommer darauf achten, dass sie genug Wasser trinken, auch wenn sie nicht durstig sind.

Foto: Photodjo/iStock

Leicht essen, klug lüften, Bewegung dosieren

Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Große, schwere Mahlzeiten zwingen den Körper zur Verdauungsarbeit, während er eigentlich mit Temperaturregulation beschäftigt ist. Besser sind leichte, wasserreiche Lebensmittel: Gurken, Melonen, Beeren, Salate, gedünstetes Gemüse, Suppen, leichte Eiweißquellen.
Auch die Wohnung sollte man nicht gegen den gesunden Menschenverstand behandeln, sondern morgens und spät abends lüften und tagsüber Fenster, Vorhänge und Rollläden schließen. Das klingt banal, wird aber erstaunlich oft falsch gemacht. Wer mittags die heiße Luft hereinlässt, darf sich abends nicht wundern, wenn das Schlafzimmer zur Backstube wird.
Bewegung bleibt wichtig. Der Körper braucht Muskelarbeit, Durchblutung und Kreislaufreize. Aber die Mittagshitze ist nicht der Zeitpunkt für Heldentaten. Spaziergänge früh morgens oder abends, leichte Gymnastik, kurze Wege im Schatten – das reicht oftmals. Gerade ältere Menschen bauen bei längerer Inaktivität schnell ab. Kreislauf, Muskulatur, Stoffwechsel und Stimmung hängen enger zusammen, als viele glauben.

Kneipp im Schnellverfahren: Das kalte Armbad

Und dann gibt es die alten Naturheilverfahren. Ein Klassiker ist das kalte Armbad nach Kneipp. Dafür lässt man kaltes Wasser ins Waschbecken laufen und taucht beide Unterarme ein, von den Händen bis etwa zu den Ellenbogen – so lange, bis es deutlich kalt wird, aber nicht schmerzhaft. Danach die Arme nicht abtrocknen, sondern das Wasser nur abstreifen. Die Hände dürfen abgetrocknet werden.
Wer es noch einfacher möchte, nimmt einen Eiswürfel und reibt damit im Wechsel beide Unterarme ab: von der Hand Richtung Ellenbogen und wieder zurück. Ein Eiswürfel reicht. Danach das Wasser ebenfalls nur abstreifen.
Warum nicht trockenrubbeln? Weil der Kältereiz weiterwirken soll. Der kurze Reiz zieht die Gefäße zunächst zusammen. Danach folgt eine reaktive Durchblutung. Der Körper antwortet. Er reguliert. Genau darum geht es bei Kneipp: nicht unterdrücken, sondern Reaktionsfähigkeit trainieren.
Besonders hilfreich ist das bei schwerem Kopf, müden Augen, innerer Unruhe, geistiger Überhitzung, leichter Kreislaufträgheit oder nach langer Bildschirmarbeit. In der Naturheilkunde spricht man hier auch von Ableitung. Wenn „alles oben sitzt“ – Druck, Gedanken, Hitzegefühl et cetera –, kann der Reiz an den Unterarmen helfen, dies abzuleiten.

Ein Eiswürfel über den Unterarm gerieben hilft, Wärme abzuleiten.

Foto: Tatiana/iStock

Der Reiz muss zum Menschen passen

Heute ist das Eisbaden nach Wim Hof modern. Für manche ist das durchaus reizvoll. Für viele ist es schlicht zu viel. Ein untrainierter Organismus benötigt keinen Kälteschock, sondern einen passenden Reiz. Alles andere ist so, als würde man einem Menschen ohne Lauferfahrung empfehlen, morgen einen Marathon zu laufen.
Kneipp war da klüger. Er wusste, dass man den Patienten nicht mit Härte gewinnt, sondern mit einem Reiz, den der Körper beantworten kann. Man beginnt mild, beobachtet die Reaktion und steigert nur dann, wenn der Organismus gut reagiert.
Das ist überhaupt der entscheidende Punkt beim Thema Hitze: Der Körper ist kein defektes Gerät, das man nur kühlen muss. Er ist ein Regulationssystem. Und dieses System kann man überfordern durch zu viel Sonne, zu wenig Flüssigkeit, falsche Medikamenteneinstellung, Alkohol, schlechte Nächte oder Bewegungsmangel. Man kann es aber auch unterstützen durch Flüssigkeit, Mineralstoffe, Schatten, Schlaf, leichte Kost und Wasseranwendungen.

Fazit

Was wir nicht benötigen, ist betreutes Denken im Halbstundentakt, verbunden mit „Hitzepanik“. Ich erlebe derzeit Menschen, die bereits 26 Grad als Hitze empfinden. Klar: Hitze kann gefährlich sein – aber 26 Grad? Der Körper kann mit Hitze umgehen. Man sollte ihn dabei unterstützen und ihm nicht schon morgens einreden, dass der Tag kaum zu überleben ist.
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Hitzewelle in den USA: Parade zum Unabhängigkeitstag abgesagt

Die für den Samstag geplante alljährliche Unabhängigkeitsparade in Washington wurde wegen „extremer Hitze“ abgesagt, wie die Veranstalter am Freitag (Ortszeit) mitteilten. Die Veranstaltung „Great American State Fair“ auf der National Mall, der Rasenfläche zwischen Kapitol und Washington-Denkmal, wurde vorübergehend geschlossen, nachdem mehrere Menschen kollabiert waren.
In Washington sind für den Samstag Temperaturen von mehr als 38 Grad vorhergesagt, in Zusammenhang mit der hohen Luftfeuchtigkeit könnte die gefühlte Temperatur bis zu 43 Grad betragen. US-Präsident Donald Trump hatte indes bereits angekündigt, sich davon nicht von seiner für den Abend geplanten Rede abhalten zu lassen.
In Philadelphia wurde die Hauptparade zum Unabhängigkeitstag abgesagt. Auch eine Gemeinde in New Jersey beendete ihren jährlichen Umzug und Veranstaltungen im Norden des Bundesstaates New York sowie ein verschobenes Feuerwerk in Boston waren betroffen.
Dem nationalen US-Wetterdienst zufolge sind etwa 160 Millionen Menschen von Hitzewarnungen betroffen. Grund für die Hitzewelle in den USA ist eine sogenannte Hitzekuppel – ein großräumiges Hochdruckgebiet, das über der Region verharrt und wie ein Deckel wirkt, der die heiße Luft am Boden einschließt. (afp/red)
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40 Grad: Was Hitze mit dem deutschen Stromsystem gemacht hat


In Kürze:

  • Die vergangenen Tage haben gezeigt: Hitze ist ein Problem für unsere Stromnetze.
  • Der Energieexperte Stefan Spiegelsperger verrät im Interview, warum das so ist.
  • Gründe sind etwa der höhere Strombedarf und der hinterherhinkende Netzausbau.
  • Laut Spiegelsperger müssen die Menschen mit mehr und längeren Stromausfällen rechnen.

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Das vergangene Wochenende, 27. und 28. Juni, brachte Temperaturen von teilweise rund 40 Grad Celsius mit sich. Eine seltene Belastung – nicht nur für die Menschen.
Auch unsere Strominfrastruktur geriet mancherorts an ihre Grenzen. Im Westen Deutschlands mussten nach Bränden an mehreren Trafostationen viele ohne Strom auskommen.
Für einen tieferen Einblick in die Geschehnisse und zur Frage der Hitzebeständigkeit unserer Netze stand der Energieexperte und YouTuber Stefan Spiegelsperger der Epoch Times Rede und Antwort.
Herr Spiegelsperger, welche nennenswerten Vorfälle gab es jetzt unter diesen heißen Bedingungen?
Es gab sehr viele Stromausfälle, über das ganze Land verteilt. Ich habe gerade die Deutschlandkarte vor mir, mit den Störungen der letzten 24 Stunden. Es kam auch zu Stromausfällen größerer Art, bei denen dann 20.000 oder 30.000 Haushalte betroffen sind, eben wegen Trafos.
In den meisten Fällen lag es daran, dass Stromleitungen kaputtgegangen sind, die in der Erde liegen. Der Grund war meistens eine Überlastung.
Ich nehme gerne das Beispiel Rüsselsheim. Dort gab es letztes Jahr genau um diese Zeit drei Stromausfälle in einer Woche. Jetzt war dort wieder ein Stromausfall, und zwar genau am Donnerstag zum Deutschlandspiel, was natürlich viele nicht sehr gefreut haben dürfte. Das Spiel war zwar nicht so gut, aber trotzdem.
Es ist dort wieder das Gleiche passiert. Mehrere Muffen sind gleichzeitig kaputtgegangen. Das ist die Verbindung von zwei Stromleitungen und das schwächste Glied in der Kette. Die Folge davon waren diese Stromausfälle.

Bildschirmfoto des Störmeldeportals störungsauskunft.de am 29. Juni 2026 um 09:52 Uhr mit den gemeldeten Stromausfällen der vergangenen 24 Stunden in Deutschland.

Foto: Bildschirmfoto störungsauskunft.de

Welche weiteren Orte waren betroffen?
Auf der Deutschlandkarte für die letzten 24 Stunden sehe ich jetzt hier bei Mönchengladbach einen Haufen Ausfälle. Ich sehe in Berlin einen Haufen Ausfälle. Ich sehe in Baden-Württemberg einen Haufen Ausfälle. Wir haben in Köln am Donnerstag einen Ausfall gehabt. Wir haben in Baden-Baden Ausfälle gehabt. Das ging durchs ganze Land.
Es betraf aber nicht nur Deutschland, sondern auch Wien und Zürich. Überall kam es zu diesen Ausfällen, weil die Sicherung eben flog, weil das Stromnetz überlastet war.
Wie kam es zu den Ausfällen?
Das kann man sich so vorstellen: Vielleicht laufen Klimaanlagen, am Donnerstagabend die Fernseher, so berichtet es der Stromversorger von Rüsselsheim. Wenn alle gleichzeitig fernsehen, kommt es doch zu höheren Lasten. Auch die Kühlschränke haben mehr Strom verbraucht als normalerweise. Und das überlastet das Netz.
Wenn das Netz ohnehin bereits am Limit läuft, genügt schon eine Kleinigkeit. Wenn die erste Leitung wegbricht, muss der Strom über die anderen Leitungen umgeleitet werden. Die sind aber vielleicht selbst schon kurz vor dem Limit. Fahren die über ihr Limit, fällt schon mal die Sicherung oder es brennt eine Leitung durch oder es kommt zu Trafobränden.
Unser Stromnetz ist nicht für das gebaut, was wir seit Jahren damit machen. In meiner Lehrzeit habe ich noch gelernt, dass der Staubsauger nicht 1.400 Watt haben darf, sondern nur 950 Watt, um das Stromnetz nicht zu überlasten. Das gleiche Stromnetz haben wir heute immer noch – mit leichten Verbesserungen.
Jetzt will man plötzlich E-Lader fürs E-Auto haben mit 11.000 Watt. Wir wollen eine Wärmepumpe haben, die 4.000 oder 5.000 Watt braucht – dauerhaft. Wir wollen Solaranlagen, wir wollen Windräder bauen. All das sind Dinge, die das Stromnetz vorher nicht kannte und für die das Stromnetz erst mal umgebaut werden müsste.
Nur unser Stromnetz wurde in 60 Jahren gebaut. Wenn ich das jetzt umbauen würde, müsste ich alle Straßen aufreißen. Um beim Beispiel Rüsselsheim zu bleiben, würde das bedeuten: Wir reißen jetzt 50 Straßen gleichzeitig auf und verlegen dort Leitungen. Dann ist das Geschrei groß, wenn die ganze Stadt dadurch im Verkehrschaos versinkt. Das ist nicht so einfach, wie sich viele das vorstellen. Das dauert mindestens 10 bis 15 Jahre, bis dieser Netzumbau dafür geeignet ist, für das, was wir jetzt damit machen.
Das heißt, mit der Energiewende sind die Ströme viel höher geworden als früher. Kann man das so verstehen?
Das ist eine sehr vereinfachte Zusammenfassung. Die stimmt aber genau. Dadurch werden natürlich die Netze mehr belastet. Ein Netz, das früher 40 Jahre hielt, hält jetzt nur noch 30 Jahre, aber turnusmäßig wird es erst nach 40 Jahren erneuert. Ein Problem entsteht, weil wir alle bestehenden Netzausbaukapazitäten nutzen. Einer will Photovoltaik angeschlossen haben, der nächste seinen E-Lader und der nächste die Wärmepumpe.
Für all das sind Kapazitäten nötig, und die fehlen, um das normale Stromnetz umzubauen. Das ist das große Problem, das wir derzeit in Deutschland haben: Unser Stromnetz hinkt mit dem ganzen Ausbau so zehn Jahre hinterher.
Wie kann man diese Netze nun hitzebeständiger machen? Gibt es dazu schon Pläne von den Behörden oder Energieunternehmen?
Man müsste mehr Leitungen verlegen, sodass diese nicht zu überlastet sind. Man müsste die Leitungen teilweise erneuern. Das kostet zum einen sehr viel Geld und zweitens fehlen uns dafür schlichtweg die Kapazitäten.
Das heißt, man müsste sofort jeden Zubau von Solar, von E-Auto-Ladern, von Wärmepumpen und so weiter stoppen, bis das Netz vor Ort richtig ausgebaut ist. Erst dann dürfte man wieder zubauen.
Ich nehme immer gerne ein Beispiel bei mir vor Ort: Wir haben hier vier Häuser, die gemeinsam eine Tiefgarage haben. Das heißt, das sind 24 Wohneinheiten. Und der Erste wollte jetzt für sein E-Auto einen E-Lader in diese Tiefgarage legen. Der Netzbetreiber hat aber gesagt, dass für die Tiefgarage maximal einer möglich ist. Mehr lässt die Leitung einfach nicht zu. Solche Fälle haben wir im ganzen Bundesgebiet, dass die Leitungen dafür nicht gebaut wurden.
Das heißt, wir müssten zuerst den Netzausbau machen und dann erst den Zubau. Das wäre eigentlich Schritt 1 und 2, aber wir machen erst den zweiten Schritt.
Wie wirkt sich die Hitze auf das Stromsystem aus?
Es geht darum, dass mehr Leistung bei dieser Hitze verbraucht wird. Der Kühlschrank hat an so einem Tag das Doppelte verbraucht wie normalerweise. Die Lüfter laufen, Wärmepumpen werden zu Klimaanlagen oder Klimaanlagen laufen zusätzlich.
Ich kenne das mit Klimaanlagen mehr aus dem südländischen Raum. Dort ist es ganz normal, dass das Netz zusammenbricht, weil zu viele Klimaanlagen angeschaltet sind. Aber scheinbar macht das jetzt in Deutschland bei dieser Rekordhitze langsam Schule.
Was bedeutet es für die Menschen, wenn bei Hitze der Strom ausfällt? Wie können sie sich darauf vorbereiten?
Als Erstes müssen wir uns daran gewöhnen, dass in Zukunft öfter mal der Strom für mehrere Stunden weg ist. Das ist mittlerweile fast das neue Normal.
Wir haben ohnehin 170.000 Stromausfälle pro Jahr in Deutschland. Ungefähr 100.000 davon sind geplant, 70.000 ungeplant. Das heißt, damit muss man ohnehin immer rechnen. Wenn bei dieser Hitze der Strom ausfällt, funktionieren der Kühlschrank und die Gefriertruhe nicht mehr. Die Sachen da drin musst du ja dann alle wegwerfen.
Hier wäre es sinnvoll, wenn man sich eine kleine Powerbank zulegt, ein kleines Notstromaggregat, damit ich den Kühlschrank über diese Zeit weiter betreiben kann oder bei der Hitze den Lüfter, dass ich nicht ganz zerfließe. Das wären ein paar Maßnahmen.
Ebenso kann man dafür sorgen, dass man immer Vorräte daheim hat, weil es ja auch mal länger dauern kann. Dann funktioniert kein Supermarkt, keine Tankstelle, nichts. Und was ich dann nicht daheim habe, das bekomme ich auch erst mal nicht.
Vielen Dank für das Interview!
Das Interview führte Maurice Forgeng.
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Der Klimaanlage-Check: Konsequenzen, Nutzen und Kosten


In Kürze:

  • Eine Lösung für heiße Tage ist eine Klimaanlage.
  • Hierbei gibt es unterschiedlich teure und unterschiedlich effektive Arten.
  • Eine Frage ist auch ihr Effekt auf die Umwelt und das Erdklima.

 
In diesen Tagen ist das Thermometer in Deutschland auf über 30 bis teils 40 Grad Celsius geklettert. Millionen Menschen suchen in ihrem Zuhause Möglichkeiten zur Abkühlung. Besonders Bewohner von Dachgeschosswohnungen kämpfen oftmals mit der Hitze, da sich dort die Wärme besonders konzentriert.
Doch auch in anderen Wohnungen sind die Temperaturen deutlich angestiegen. Erleichterung kann da eine Klimaanlage bringen. Doch sollte man dabei einige Dinge beachten.

Welche Arten von Klimaanlagen gibt es?

Eine Klimaanlage arbeitet nach demselben Kältekreislauf wie ein Kühlschrank: Sie entzieht dem Raum Wärme und leitet diese nach draußen ab. Es gibt allerdings nicht die eine Klimaanlage, sondern verschiedene Arten. Es ist zu unterscheiden zwischen zentral oder dezentral, dazu zählen auch Mono- oder Multi-Splitgeräte

Zentrale Klimaanlage

Manche Neubauten besitzen eine zentrale Klimaanlage mit einem Zuluft-Abluft-Gerät, das sich normalerweise im Keller befindet. Über Kanäle entzieht es den Räumen Wärme, die Innentemperatur sinkt durch eine Steuerung auf die individuell gewünschte Temperatur.
Die zentrale Klimaanlage ist weitestgehend unsichtbar und kann mehrere Räume gleichmäßig kühlen. Allerdings ist diese Variante teuer und aufwendig zu installieren. Zudem benötigen die einzelnen Komponenten ausreichend Platz.
Dafür können praktisch beliebig viele Räume klimatisiert werden. Eine zentrale Klimaanlage ist jedoch nicht nur für die wenigen heißen Sommertage geeignet. Sie kann ganzjährig für eine angenehme Klimatisierung der Räume – einschließlich eines Heizeffekts im Winter – sorgen.

Split-Klimaanlage

Am verbreitetsten in deutschen Wohnungen ist die Wand-Split- oder Mono-Split-Klimaanlage. Sie besteht aus einem Wandgerät, das als Kühlgerät fungiert, und einem Außengerät, das einen Kompressor enthält.
Das Wandgerät ist im Wohn- oder Schlafzimmer knapp unter der Decke montiert. Das Außengerät muss sich hingegen stets im Schatten befinden und sollte tiefer installiert sein als das Innengerät.
Ebenso gibt es Multi-Split-Klimaanlagen mit bis zu fünf Innengeräten, die mit einem Außengerät verbunden sind. Sie können mehrere Räume gleichzeitig kühlen.
Der Vorteil von Split-Klimaanlagen: Sie sind vergleichsweise leise im Betrieb und sorgen für eine gute und schnelle Raumkühlung. Dafür sind sie teuer und die Installation muss eine Fachfirma übernehmen.

Mobile Klimaanlage mit Schlauch

Eine weitere und einfachere Variante für den nachträglichen Einbau sind mobile Klimaanlagen. Das sind meist rund 30 bis 80 Zentimeter hohe Geräte auf Rollen mit einem Schlauch. Ein mobiles Klimagerät saugt zunächst die Raumluft an, entzieht ihr die Wärme und leitet die kühlere Luft zurück in den Raum. Über den Schlauch leitet das Gerät die heiße Luft nach außen ab.
Diese Geräte sind meist günstig und man kann den Abluftschlauch mit etwas Geschick selbst am Fenster oder einer Tür anbringen. Dafür sind die Geräte laut und nur bedingt effizient.

Eine mobile Klimaanlage mit Schlauch.

Mobile Klimageräte ohne Schlauch und Ventilator

Darüber hinaus gibt es auch mobile Klimageräte ohne einen Abluftschlauch. Das sind jedoch keine echten Klimaanlagen. Sie besitzen einen Wassertank und versuchen durch Verdunstungskälte den Raum abzukühlen. Die Luftfeuchtigkeit steigt und der Effekt ist eher gering. Es wird nur kurzzeitig das Hitzeempfinden reduziert. Das ist vergleichbar mit einfachen Ventilatoren, die lediglich die stehende Raumluft in Bewegung bringen.

Sind Klimaanlagen Klimasünder?

Eine Frage bei Klimaanlagen ist ihr Effekt auf die Umwelt und das Erdklima. Klassische Klimaanlagen enthalten ein Kältemittel, das in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert und unter bestimmten Umständen, etwa bei Beschädigungen oder Fehlbedienung, in die Umwelt entweichen kann.
Häufig kommt hier R32 beziehungsweise Difluormethan zum Einsatz, das einen rund 675-mal höheren Treibhauseffekt besitzt als Kohlenstoffdioxid (CO₂). Neuere Anlagen verwenden teilweise statt R32 auch natürliche Kältemittel wie Propan (R290). Beim Kauf eines Neugerätes lohnt es sich, darauf zu achten.
Hinzu kommt der Stromverbrauch. Bei hohen Temperaturen kann eine Klimaanlage den Großteil des Stromverbrauchs ausmachen. So kann eine Multi-Split-Klimaanlage in einem Einfamilienhaus im Hochsommer bei hoher Kühlleistung bis zu fünf Kilowattstunden verbrauchen. Kleinere Klimaanlagen kommen mit einem Bruchteil des Strombedarfs aus.
Weniger problematisch ist dieser Strombedarf, wenn auf dem Haus eine Solaranlage Strom erzeugt. Bei Hitze scheint meist entsprechend die Sonne, wodurch der Strom günstig dafür zur Verfügung steht.

Wie teuer ist eine Klimaanlage?

Wirkungsvollere Anlagen sind auch teurer. Am günstigsten sind die mobilen Klimaanlagen mit Schlauch sowie Ventilatoren. Sie sind meist zu einem Preis im zwei- oder dreistelligen Eurobereich erhältlich.

Die Preise für die Split-Geräte sind hingegen deutlich höher. Sie beginnen bei rund 850 Euro, manche Versionen kosten auch rund 2.600 Euro. Dazu kommen die Kosten für eine Montagefirma.

Allerdings verbraucht ein Split-Gerät weniger Strom als ein Kompaktgerät. Pro Sommer liegt der Bedarf der Split-Geräte bei unter 100 Kilowattstunden (kWh). Bei 30 Cent pro kWh bedeutet das Betriebskosten von unter 30 Euro. Dafür fallen Wartungskosten durch Fachpersonal an. Der Verbrauch eines Kompaktgerätes liegt bei 140 bis 250 kWh, was pro Sommer 42 bis 75 Euro ausmacht.

Die Wärmepumpe als Klimaanlage benutzen?

Wer sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe zulegt oder bereits zugelegt hat, kann diese im Sommer als Split-Klimaanlage verwenden. Die Technik ist praktisch die Gleiche. Der Vorteil: Der Staat fördert diese Split-Klimaanlagen als Wärmepumpen wie üblich mit bis zu 70 Prozent Zuschuss.

Die staatlichen Förderungen für Wärmepumpen in der Übersicht.

Foto: mf/Epoch Times

Allerdings ist diese Förderung an bestimmte Bedingungen geknüpft. Der Bauherr muss die Anlage als Wärmepumpe eintragen und sie primär zum Heizen verwenden.
Ebenso muss die Anlage die Anforderungen an die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz (ETAs) einhalten. Bei Anlagen bis 12 Kilowatt (kW) Heizleistung muss die ETAs größer als 181 Prozent betragen, was der Effizienzklasse A++ oder A+++ entspricht. Bei Anlagen mit mehr als 12 kW muss die ETAs größer als 150 Prozent sein.
Zudem muss das Gerät auf der Liste der förderfähigen Wärmepumpen aufgeführt sein und die Anlage muss ein Fachbetrieb einbauen. Wie üblich muss der Bauherr den Förderantrag vor Installationsbeginn stellen.

Luxus oder Gesundheitsvorsorge?

Viele sehen eine Klimaanlage als ein Luxusgut an. Allerdings dient sie auch der Gesundheitsvorsorge. Gerade ältere, pflegebedürftige und erkrankte Menschen sowie Kinder können übermäßig hohe Temperaturen ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Ebenso ist durch Hitze die Arbeitsleistung eingeschränkt. Steigen die Temperaturen auf mehr als 30 Grad Celsius an, bedeutet das in Deutschland Wirtschaftseinbußen von rund 431 Millionen Euro pro Tag.
Eine ausreichende Klimatisierung von Wohn- und Arbeitsräumen kann folglich nicht nur Krankheitsfälle reduzieren, sondern auch die Wirtschaft stärken.
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Spielplätze gesperrt, Parks geschlossen: Jetzt hat der Eichenprozessionsspinner Hochsaison


In Kürze:

  • Sperrungen in vielen Regionen: Wegen des Eichenprozessionsspinners werden derzeit Spielplätze, Parks und Waldwege vorübergehend gesperrt oder abgesichert.
  • Gesundheitsgefahr durch Brennhaare: Die feinen Haare der Raupen können Juckreiz, Hautausschläge, Augenreizungen und Atembeschwerden verursachen – auch ohne direkten Kontakt mit den Raupen.
  • Abstand halten: Es empfiehlt sich, Nester nicht zu berühren, Warnschilder zu beachten und bei Beschwerden nach Kontakt Haut und Kleidung gründlich zu reinigen sowie bei stärkeren Symptomen ärztliche Hilfe zu suchen.

 
Der Spielplatz ist geschlossen, der Lieblingspark nur eingeschränkt nutzbar oder der Waldweg plötzlich abgesperrt – der Grund ist derzeit in vielen Regionen Deutschlands derselbe: der Eichenprozessionsspinner.
Die unscheinbare Raupe sorgt in diesem Sommer wieder aufgrund ihrer Gefahren für Augen, Haut und Atemwege für zahlreiche Sperrungen und Bekämpfungsmaßnahmen. Der ursprünglich aus Südosteuropa kommende Falter profitiert von langen Trockenperioden und milden Frühjahren. Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist von April bis Juli unterwegs, wie es beim Umweltbundesamt heißt.
In vielen Städten und Gemeinden werden zurzeit Spielplätze, Parks, Friedhöfe, Sportanlagen oder Waldwege vorsorglich gesperrt. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurde vom Hubschrauber aus bakterienbasiertes Insektizid über viele Hundert Hektar Fläche versprüht. In anderen Regionen wurden vorbeugend gezielt Eichen, etwa in Kindergärten sowie auf Friedhöfen und an Sportplätzen, besprüht. In Leipzig kommen in diesem Jahr Fadenwürmer als Gegenmittel in Grünanlagen zum Einsatz, andernorts werden die Nester von befallenen Bäumen gesaugt.

Warum sind die Raupen so gefährlich?

Gefährlich für Mensch und Tier ist nicht der spätere Nachtfalter, sondern die Raupe. Ab dem dritten Larvenstadium entwickelt sie hunderttausende winzige Brennhaare mit Widerhaken. Diese enthalten ein Nesselgift und können durch den Wind über weite Strecken verteilt werden – selbst wenn die Raupen längst verschwunden sind.
Die Folgen bei Kontakt können erheblich sein. So können Juckreiz, Schwellungen, Brennen und Hautausschläge sowie Quaddeln entstehen. Bei Kontakt mit den Augen können Rötungen und Reizungen bis zu Bindehautentzündungen die Folge sein. Husten und Atemwegsbeschwerden bis zu Bronchitis, Asthma und Atemnot können nach Kontakt auftreten.
Besonders problematisch: Mit jedem weiteren Kontakt kann die Empfindlichkeit des Körpers zunehmen. Der Wirkstoff in den Brennhaaren bleibt zudem über Monate oder sogar Jahre in alten Nestern oder im Unterholz aktiv.

Woran erkennt man den Eichenprozessionsspinner?

Die Raupen leben fast ausschließlich auf Eichen und bewegen sich oft in großen Gruppen in langen Reihen über Stamm und Äste hintereinander – daher stammt auch ihr Name „Prozessionsspinner“.
Typische Merkmale der graubraunen Raupen ab dem dritten Stadium sind die langen, feinen Haare. Erkennbar sind sie an kompakten Gespinsten am Stamm oder in Astgabeln von Eichen.
Wer solche Nester entdeckt, sollte ausreichend Abstand halten und sie keinesfalls selbst entfernen.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen zur Verteidigung giftige Härchen (Brennhaare) ausbilden.

Foto: Ben-Schonewille/iStock

Achtung: Nicht jedes Gespinst ist gefährlich

Immer wieder werden harmlose Gespinste mit denen des Eichenprozessionsspinners verwechselt. Häufig handelt es sich aber um Gespinstmotten. Deren Raupen sind weißlich, nahezu haarlos und besitzen schwarze Punkte. Sie spinnen ganze Zweige oder Sträucher ein, stellen für Menschen aber keine Gesundheitsgefahr dar.
Der entscheidende Unterschied: Während Gespinstmotten viele Baum- und Straucharten befallen, lebt der Eichenprozessionsspinner fast ausschließlich auf Eichen. Seine Nester befinden sich meist direkt am Stamm oder in Astgabeln und wirken deutlich kompakter.

Was sollte man tun?

Wer Warnschilder oder Absperrungen sieht, sollte diese unbedingt beachten. Befallene Bereiche sollten möglichst gemieden werden. Wer dennoch mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, sollte seine Kleidung wechseln und bei 60 Grad waschen sowie gründlich duschen. Auch Autos, die in der Nähe eines befallenen Baums standen, sollten sorgfältig von innen und außen gereinigt werden,
Aponet.net empfiehlt, bei Beschwerden kühlende Umschläge zur Linderung auf die betroffene Hautstelle aufzutragen. Bei starken Hautreaktionen, Atemproblemen oder allergischen Beschwerden ist ärztliche Hilfe ratsam.
Wer wissen möchte, ob in seiner Region aktuell mit dem Eichenprozessionsspinner zu rechnen ist, kann die Prognosekarte des Deutschen Wetterdienstes nutzen. Sie zeigt den Entwicklungsstand der Raupen und das potenzielle Befallsrisiko.
Das brandenburgische Gesundheitsministerium empfiehlt, bei Entdeckung eines Befalls diesen dem zuständigen Amt oder der betroffenen Gemeinde zu melden.
(Mit Material von dpa)
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Leichen von zwei Männern nach Sprung in Bodensee entdeckt

Nach stundenlanger Suche sind die Leichen von zwei Männern im Bodensee gefunden worden. Taucher der Wasserschutzpolizei haben sie in der Nähe des Unglücksorts geborgen, wie die Polizei mitteilte. Die älteren Männer waren am Donnerstagnachmittag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden.
Eine mehrstündige Suche nach den 71 und 76 Jahre alten Männern war zunächst erfolglos gewesen. Die beiden waren mit den Frauen auf einem Mietboot unterwegs, als sie rund 200 Meter vor dem Hafen Kirchberg bei Immenstaad ins Wasser sprangen und untergingen.
Danach waren Wasserschutzpolizei und Feuerwehr auf dem See unterwegs, auch Taucher der DLRG, Hubschrauber und Mantrailerhunde sowie zwei Sonargeräte wurden eingesetzt – zunächst erfolglos. Die Leichen der Männer wurden demnach erst am Freitag gegen 14.30 Uhr gefunden. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an, hieß es.

Mehrere Badetote in den vergangenen Tagen

In den vergangenen, extrem heißen Tagen sind in mehreren Regionen des Landes Menschen bei Badeunfällen verunglückt, einige kamen auch ums Leben. So starb ein 19-Jähriger beim Schwimmen im Binninger See bei Hilzingen (Kreis Konstanz).
Er hatte sich zunächst mit Freunden auf einer Luftmatratze in der Mitte des Sees aufgehalten und wollte dann allein ans Ufer zurückschwimmen. Dabei dürfte er die Entfernung zum Ufer unterschätzt haben.
Kurz zuvor konnte auch im Badesee in Heddesheim (Rhein-Neckar-Kreis) ein 74-jähriger Schwimmer nur noch tot aus dem Wasser gezogen werden. Im Epplesee bei Karlsruhe ertrank ein 23 Jahre alter Mann, der laut Zeugen beim Baden nicht mehr auftauchte.
Im vergangenen Juni starben laut DLRG sieben Menschen in baden-württembergischen Gewässern. Insgesamt kamen 43 Menschen ums Leben, das waren fünf weniger als im Jahr zuvor. (dpa/red)
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Wird es wärmer als je zuvor? Extremhitze lähmt Deutschland

Schwitzen am Tage – und wenig Abkühlung in der Nacht. Die hartnäckige Hitzewelle soll zum Wochenende ihren Höhepunkt erreichen, es könnte so heiß werden wie nie zuvor. Die Extremtemperaturen bergen Gefahren und wirbeln so manche Pläne durcheinander. Ein Überblick über die Lage in Deutschland und darüber hinaus.

Wie heiß es werden könnte

Für Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) bis zu 42 Grad vorher – damit könnte der Allzeit-Temperaturrekord gebrochen werden. Die bislang höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur lag bei 41,2 Grad Celsius – am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl.
Die Gefahrenkarte zeigt am Sonntag für ganz Deutschland Gefahr für schwere Gewitter. Auch am Samstag sieht der DWD einzelne Hitzegewitter kommen, besonders in der Westhälfte. Die Höchstwerte am Samstag liegen zwischen 36 und 41 Grad, nur an der See bleibt es etwas kühler.

Wer besonders gefährdet ist

Besonders gefährlich ist Hitze für Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen. Dazu gehören oft auch Patienten in Krankenhäusern. Und diese sind nur sehr mangelhaft auf die Temperaturen eingestellt, die mittlerweile in Deutschland vorkommen.
„Die meisten Intensivstationen in Deutschland sind mittlerweile klimatisiert, aber dann hört es auch schon fast auf. Nur ein Drittel der Häuser haben klimatisierte Patientenzimmer“, sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, im ZDF-„Morgenmagazin“. Klare Vorgaben gebe es nur für Operationsbereiche oder die Radiologie, weil die Geräte schlicht die Hitze nicht aushielten.
Für Patienten sei die Hitze sehr belastend und auch eine Gefahr. So heilten etwa Wunden schlechter bei hohen Temperaturen. „Man muss eben realistisch sagen, in solchen Hitzewellen sterben Menschen häufiger. Das ist statistisch eindeutig so, und zwar auch im Krankenhaus“, sagte Johna.
Als Faustregeln für den Schutz vor Hitzegefahren gilt laut Experten: direkte Sonne meiden, viel trinken und keine zu hohe körperliche Belastung in den wärmsten Stunden des Tages.

Wie auch die Infrastruktur ächzt

Auch auf den Straßen und Schienen des Landes herrscht Ausnahmezustand: Auf mehreren Autobahnen mussten Strecken gesperrt werden. Beton dehne sich bei Wärme aus, hieß es von der Autobahn GmbH.
Normalerweise werde das bei der Bauweise berücksichtigt. Auf älteren Fahrbahnen könne es jedoch passieren, dass der Beton sich nicht ausreichend ausdehnen könne. Dann baut sich Spannung auf und entlädt sich nach oben.
Die Folge: Die Fahrbahn wölbt sich oder bricht auf. Auf der A2 mussten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg in dieser Woche zwei Abschnitte wegen Hitzeschäden gesperrt werden. Auch auf der A93 in Bayern wurde ein solcher Hitzeschaden gemeldet.
Die Bahn bietet an, gebuchte Fernverkehrsfahrten für die Tage bis zum 30. Juni kostenfrei zu stornieren – eine sogenannte erstmalige Hitze-Sonderkulanz. „Allen, die in dieser extremen Wetterlage auf ihre Fahrt verzichten können, legen wir die Sonderregelung zur Stornierung nahe“, hieß es von der Bahn.
Weichen sowie Leit- und Sicherheitstechnik können bei den hohen Temperaturen und stundenlanger direkter Sonneneinstrahlung Schaden nehmen. Das kann zu weiteren Problemen auf dem ohnehin stark störanfälligen Netz der Bahn führen.

Etliche Veranstaltungen am Wochenende abgesagt

Angesichts der extremen Hitze in Deutschland haben mehrere Städte geplante große Veranstaltungen abgesagt. Die Stadt Köln teilte am Freitag mit, das am Sonntag im Rheinpark geplante Kinder- und Familienfest müsse abgesagt werden. Eigentlich war ein mehrstündiges Programm inklusive Bühnenauftritte und Bewegungsparcours geplant.
Die Stadt Cottbus sagte das ebenfalls für Sonntag geplante Spreekonzert ab, das Konzert wäre eine Premiere geworden. Die Tickets für das Konzert behalten demnach aber ihre Gültigkeit, es werde ein neuer Termin geprüft. Die Stadt begründete die Verschiebung mit Temperaturprognosen von bis zu 43 Grad für den Sonntag.
In Leipzig sagte die dortige Oper den Premierentermin des musikalischen Märchens „Pit und Paula – frisch versalzen“ am Samstag ab. „Der Auftritt des Kinder- und Jugendchores wäre nicht zu verantworten“, hieß es von der Oper. Die hessische Stadt Hanau sagte sämtliche städtische Veranstaltungen für das gesamte Wochenende ab. Oberbürgermeister Claus Kaminsky rief auch dazu auf, alle nicht-städtischen Veranstaltungen im Freien abzusagen.
In München hielt die Stadt hingegen am Christopher Street Day (CSD) für Samstag fest. Es werde „heiß und voll“, Besucher sollten Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 verwenden, regelmäßig Wasser trinken und eine Kopfbedeckung mitbringen. Außerdem seine Trinkwasserstellen aufgebaut und Wasser-Sprühstationen geplant. (dpa/afp/red)
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5 Tipps für einen guten Schlaf bei heißem Wetter


In Kürze

  • Sommerliche Wärme erschwert dem Körper die natürliche Abkühlung, die er für guten Schlaf braucht.
  • Die wirksamsten Maßnahmen beginnen bereits tagsüber: Räume kühl halten, ausreichend trinken und zusätzliche Wärme vermeiden.
  • Atmungsaktive Bettwäsche und ein kühler Schlafplatz verbessern den Schlafkomfort.

 
Wenn die Temperaturen an heißen Sommertagen selbst nach Sonnenuntergang kaum sinken, kann das Schlafzimmer schnell zur Sauna werden. Viele Menschen wälzen sich dann stundenlang im Bett, schlafen unruhig oder wachen mehrfach in der Nacht auf.
Das ist kein Zufall, denn für einen gesunden Schlaf muss der Körper seine Temperatur leicht absenken. Heiße Schlafzimmer erschweren dies und führen zu einer schlechteren Schlafqualität. Am Morgen kommt dann die Quittung: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, kaum zur Ruhe gekommen zu sein.

Warum Wärme den Schlaf stört

Der Grund für Schlafprobleme bei hohen Temperaturen liegt in der Biologie des Menschen. Damit Schlaf überhaupt entstehen kann, senkt der Körper seine Temperatur leicht ab. Dieser Prozess funktioniert umso besser, je größer der Temperaturunterschied zwischen Körper und Umgebung ist. Bleibt die Luft jedoch auch nachts warm, wird die körpereigene Kühlung erschwert. Der Organismus arbeitet weiterhin gegen die Wärme an, anstatt in einen tiefen und erholsamen Schlaf zu sinken.
Kommt zusätzlich eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, kann dies die Belastung weiter verstärken. Der Körper kühlt sich durch Schwitzen ab. Verdunstet der Schweiß auf der Haut, wird Wärme abgeführt. Ist die Luft jedoch bereits feucht, verläuft die Verdunstung weniger effizient.
Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Unser Körper verfügt über verschiedene Methoden, um die Temperatur zu regulieren.

Foto: ts/Epoch Times nach ttsz/iStock

Eine Klimaanlage kann hier Abhilfe schaffen. In Deutschland sind Klimaanlagen im Vergleich zu vielen anderen Ländern jedoch selten. So verfügten im Jahr 2024 nur rund 19 Prozent der Haushalte hierzulande über eine Klimaanlage, während der Anteil in den USA bereits im Jahr 2020 bei rund 90 Prozent lag.
Der Einsatz von Ventilatoren kann ebenfalls Erleichterung verschaffen. Allerdings kühlen Ventilatoren die Luft nicht aktiv ab. Sie bewegen Luft über die Haut, fördern dadurch die Verdunstung von Schweiß und erzeugen ein subjektives Kühlempfinden.

Vorsorgen ist besser als kühlen

Wie kann man also bei heißem Wetter auch ohne Klimaanlage besser schlafen?
Beschattung und Belüftung gehören zu den wichtigsten passiven Kühlstrategien, um die Wärme in Innenräumen zu reduzieren. Bevor man die Raumluft kühlt, sollte man zunächst verhindern, dass sich die Wohnung überhaupt aufheizt. Eine Überhitzung der Räume entsteht vor allem durch Sonneneinstrahlung durch Fenster sowie durch warme Außenluft.
Wer erst am Abend versucht, ein aufgeheiztes Schlafzimmer herunterzukühlen, kommt oft zu spät. Entscheidend sind die Stunden zuvor. Fenster auf der Sonnenseite sollten tagsüber möglichst verschattet werden. Vorhänge, Rollläden oder Jalousien verhindern, dass Sonnenstrahlen die Böden, Wände und Möbel aufheizen.
Auch beim Lüften gilt eine einfache Regel: Frische Luft hilft nur dann, wenn sie tatsächlich kühler ist als die Raumluft. Deshalb sind die frühen Morgenstunden und der späte Abend meist die beste Zeit zum Lüften. Ist es draußen wärmer als drinnen, sollten die Fenster geschlossen bleiben.
Wenn über mehrere Tage hinweg hohe Temperaturen herrschen, empfiehlt es sich, die Wohnung morgens gründlich durchzulüften und anschließend Fenster sowie Sonnenschutz weitgehend geschlossen zu halten.

Auf Durchzug schalten

Nutzen Sie Querlüftung, wenn die Außenluft kühler ist. Dabei werden Fenster oder Türen auf gegenüberliegenden Seiten einer Wohnung oder eines Hauses geöffnet, sodass die Luft hindurchströmen kann. Auf diese Weise lässt sich angestaute Wärme besonders effektiv aus den Innenräumen abführen. Ein leichter Temperaturunterschied zwischen den Seiten oder leichter Wind unterstützen dies zusätzlich.
Falls Sie einen Wintergarten haben, sollten Sie diesen besonders im Blick behalten. Wintergärten können sich stark aufheizen, da Sonnenlicht durch die Glasflächen eindringt und Oberflächen im Inneren erwärmt. Tagsüber helfen eine gute Belüftung des Wintergartens sowie das Schließen der Innentüren zu anderen Räumen des Hauses. Auch bei stark besonnten Zimmern kann das Schließen der Türen verhindern, dass sich die Wärme in der gesamten Wohnung ausbreitet.
Generell können Jalousien, Rollläden, Markisen und andere Beschattungssysteme die Aufwärmung der Wohnung deutlich verringern.
Auch Dachböden und Räume im obersten Stockwerk werden im Sommer häufig besonders warm, da Dächer große Mengen Sonnenenergie aufnehmen. Langfristig können bauliche Maßnahmen wie eine bessere Dachdämmung, eine Dachbegrünung oder Solarmodule, die mit etwas Abstand zum Dach montiert sind, dazu beitragen, die Aufheizung von Gebäuden zu reduzieren.

Umziehen in kühlere Gefilde

Befindet sich das Schlafzimmer in einem oberen Stockwerk oder ist es nach Süden oder Westen ausgerichtet, gehört es oft zu den heißesten Räumen im Haus. Wärme steigt im Gebäude nach oben, während sonnenzugewandte Wände und Dächer die tagsüber gespeicherte Wärme noch lange nach Sonnenuntergang abgeben.
Warum also nicht mit dem Bettzeug umziehen und während einer Hitzewelle im Erdgeschoss oder auf der Nordseite des Hauses schlafen?

Luftfeuchtigkeit in Innenräumen reduzieren

Backöfen, Kochfelder, Wäschetrockner, Waschmaschinen und Geschirrspüler erzeugen zusätzliche Wärme und können die Temperatur in Innenräumen weiter erhöhen. An besonders heißen Tagen sollten solche Geräte möglichst früh am Morgen oder erst am Abend genutzt werden.
Kochen oder auch das Trocknen von Wäsche in Innenräumen erhöhen außerdem die Luftfeuchtigkeit. Dadurch verdunstet Schweiß schlechter und die körpereigene Kühlung wird erschwert. Hilfreich ist es, beim Kochen die Dunstabzugshaube einzuschalten, damit warme und feuchte Luft direkt nach außen abgeführt wird.
Wasser hilft beim Abkühlen und ist der Grund, warum wir schwitzen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Verdunstet Wasser, entzieht es der Umgebung Wärme und hilft so beim Abkühlen. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Foto: awalby/iStock

Atmungsaktive Stoffe gegen Wärmestau

Die Wahl der richtigen Materialien kann den Schlafkomfort in warmen Nächten verbessern. Leinen, oft auch als „natürliche Klimaanlage“ bezeichnet, gilt als besonders luftdurchlässig und feuchtigkeitsregulierend. Auch andere Naturmaterialien wie Baumwolle können Feuchtigkeit aufnehmen und die Luftzirkulation unterstützen.
Das gilt sowohl für Bettwäsche als auch für Nachtkleidung. Leichte, locker sitzende Schlafbekleidung erleichtert die Wärmeabgabe des Körpers. Synthetische Stoffe  können Wärme und Feuchtigkeit hingegen stärker speichern; eng anliegend sorgen sie gar für einen „Wärmestau“.

Kühle Nächte beginnen bereits tagsüber

Auch wiederverwendbare Kühlakkus, Kühlkissen oder Gefrierblöcke können das Wohlbefinden verbessern. Wichtig ist jedoch, sie niemals direkt auf die Haut zu legen. Wickeln Sie Kühlakkus stets in ein Tuch ein, um Kältereizungen und Feuchtigkeit durch Kondenswasser zu vermeiden. Kühlende Matratzenauflagen oder Bettwäsche mit speziellen temperaturregulierenden Materialien können ebenfalls zur Linderung beitragen. Solche Produkte sollen Wärme und Feuchtigkeit besser vom Körper ableiten und können insbesondere für Menschen hilfreich sein, die nachts stark schwitzen.
Am effektivsten ist meist eine Kombination verschiedener Maßnahmen: Halten Sie tagsüber das Sonnenlicht fern, lüften Sie dann, wenn die Außenluft kühler ist, reduzieren Sie zusätzliche Wärmequellen in der Wohnung, schlafen Sie möglichst im kühlsten verfügbaren Raum und setzen Sie auf atmungsaktive Bettwäsche und Kleidung. So lassen sich auch warme Sommernächte deutlich angenehmer gestalten.
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Gewerkschaften fordern „Abkühlpausen“ bei Hitze – Vorbild Fußball-WM

Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert angesichts der aktuellen Hitzewelle in Westeuropa „Abkühlpausen“ für Arbeitnehmer – nach Vorbild der Trinkpausen bei der Fußball-WM in den USA.
„Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Arbeit an den Klimawandel angepasst werden kann“, sagte EGB-Generalsekretärin Esther Lynch am Donnerstag. Bauarbeiter, Obstpflücker oder Busfahrer bräuchten jedoch deutlich länger als drei Minuten, um sich zu erholen.

Hintergrund aus der WM

Die bei der WM eingeführten Abkühlpausen hätten die Gefahren extremer Hitze für Beschäftigte ins Bewusstsein gerückt, betonte Lynch. Die Fifa schreibt bei dieser WM dreiminütige Trinkpausen zur Mitte jeder Halbzeit vor, um die Gesundheit der Spieler zu schützen.

Steigende Risiken durch Hitze

Nach Angaben des EGB ist die Zahl hitzebedingter Todesfälle am Arbeitsplatz in der EU in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen. Das Risiko erhöht sich demnach um bis zu sieben Prozent bei Temperaturen über 30 Grad und um bis zu 15 Prozent ab 38 Grad.

Forderung an die EU-Kommission

Die Dachorganisation, die 45 Millionen Beschäftigte aus 94 Gewerkschaften in 42 Ländern vertritt, fordert die Europäische Kommission auf, ein „Recht auf Pausen ohne Lohnverlust“ bei hohen Temperaturen einzuführen.

Aktuelle Hitzewelle in Westeuropa

Westeuropa leidet derzeit unter einer außergewöhnlichen Hitzewelle. Besonders betroffen sind Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Belgien. Auch in Deutschland galten am Mittwoch vielerorts amtliche Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes. (dpa/afp/red)
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Wetterdienst warnt nahezu deutschlandweit vor Hitze: Teils drohen starke Gewitter

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitag nahezu deutschlandweit vor starker Hitze gewarnt. In der Nordhälfte gebe es gebietsweise auch eine „extreme“ Hitzebelastung, teilte der DWD mit.
Die Temperaturen liegen demnach schwülheiß bei 30 bis 38 Grad. Zudem drohen in der Folge teils kräftige Gewitter mit Starkregen. Der Umweltverband WWF warnte darüber hinaus vor einem erhöhten Risiko für Waldbrände in Deutschland.
Laut DWD sollte es am Freitagnachmittag und -abend weiterhin zu teils kräftigen Gewittern kommen. In der Osthälfte ziehen diese in Richtung Polen ab. Vor allem über den Mittelgebirgen seien erneut einzelne Gewitter möglich.
Dabei kann es örtlich zu Starkregen, Hagel und Sturmböen kommen. Vor allem in Südbaden und Schwaben seien auch schwere bis orkanartige Böen möglich.
In der Nacht zum Samstag verlagert sich die Gewitterlage zunehmend in mehrere Regionen: Im Südwesten und in der Mitte können erneut kräftige Gewitter auftreten, während aus den Benelux-Ländern im Nordwesten neue Gewitter aufziehen, die sich Richtung Norddeutschland verlagern und teils Unwettercharakter annehmen können. Diese ziehen dann langsam und abschwächend Richtung Osten ab.
In der Nacht sinken die Temperaturen vielerorts kaum unter 20 Grad, bevor die Hitze am Samstag weiter anziehen dürfte. Der Wetterdienst erwartet erneut Temperaturen von 30 bis 38 Grad, mit den höchsten Werten im Südwesten. Am Sonntag werden Höchsttemperaturen von bis zu 39 Grad erwartet.
Wegen Unwetterschäden war es auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Bremen am Freitagmorgen zu Störungen gekommen. Nach Angaben der Deutschen Bahn zogen am frühen Morgen Gewitter über die Region und führten zu Stellwerksstörungen, in der Folge gab es im Fernverkehr auf der Strecke einige Ausfälle und Verspätungen. Nach wenigen Stunden seien die Störungen behoben worden.
Auch im Nahverkehr kam es nach Angaben des Zugbetreibers Metronom wegen der Unwetter zu „massiven Verspätungen“. Witterungsbedingte Einflüsse wie Blitzeinschlag hätten zu Störungen bei Signalen und Weichen geführt. Weil Züge langsamer fahren mussten, sei es zu „erheblichen Verspätungen“ und Ausfällen gekommen.
Angesichts der Hitze mahnte der Umweltverband WWF wegen erhöhter Waldbrandgefahr zu Vorsicht bei Ausflügen in der Natur. Demnach kann bereits eine unbedarft weggeworfene Zigarette oder ein Lagerfeuer zu einem Waldbrand führen. Spaziergänger, Wanderer und Autofahrer sollten besonders an Orten mit trockener Nadelstreu oder ausgedörrtem Gras aufmerksam sein.(afp/red)