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USA wartet weiter auf Teherans Antwort – VAE und Kuwait mit Drohnen angegriffen

Während die USA weiterhin auf eine Antwort Teherans auf ihren jüngsten Verhandlungsvorschlag warten, hat der Iran vor Angriffen auf seine Öltanker gewarnt und mit Vergeltung gedroht.
„Jeder Angriff auf iranische Öltanker und Handelsschiffe wird einen harten Gegenschlag gegen eine der amerikanischen Einrichtungen in der Region sowie gegen die feindlichen Schiffe nach sich ziehen“, erklärten die Revolutionsgarden am Samstag laut Staatsmedien.

USA blockierte zwei iranische Frachtschiffe

Die USA hatten zuvor zwei iranische Schiffe angegriffen. Irans Außenminister Abbas Araghchi äußerte Zweifel an der Ernsthaftigkeit der US-Diplomatie.
Das für die Golfregion zuständige US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, die beiden iranischen Frachtschiffe seien am Freitag im Golf von Oman von US-Kampfflugzeugen mit „Präzisionsmunition“ angegriffen worden.
Die Schiffe „Sea Star III“ und „Sevda“ hätten versucht, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen. Bereits in der Nacht zuvor hatte es Gefechte in der umkämpften Straße von Hormus gegeben.

Ein Autofahrer am 6. Mai 2026 auf dem Vanak-Platz in Teheran – im Hintergrund die Fassade eines Gebäudes, das die Straße von Hormus zeigt. Auf persisch steht dort „Für immer in der Hand des Iran“.

Foto: AFP via Getty Images

VAE und Kuwait mit Drohnen angegriffen

Das Golfemirat Kuwait ist mit Drohnen angegriffen worden. In den frühen Morgenstunden hätten die Streitkräfte „eine Anzahl feindlicher Drohnen im kuwaitischen Luftraum entdeckt, denen gemäß dem festgelegten Verfahren begegnet wurde“, erklärte der Generalstab der Armee am Sonntag im Onlinedienst X. Woher die Drohnen kamen, wurde nicht mitgeteilt.
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten heute neuen Beschuss. Die Flugabwehr habe zwei iranische Drohnen erfolgreich abgewehrt, teilte das emiratische Verteidigungsministerium mit. Opfer habe es nicht gegeben.
Insgesamt habe der Iran die Emirate im Krieg bisher mit rund 550 Raketen, 30 Marschflugkörpern und 2.200 Drohnen angegriffen.

USA wartet auf Antwort Teherans

Die USA warten nach eigenen Angaben derzeit auf eine Antwort Teherans auf den jüngsten US-Vorschlag für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs.
„Ich erhalte angeblich heute Abend einen Brief, also werden wir sehen, wie das läuft“, sagte US-Präsident Donald Trump am Freitag (Ortszeit) vor Journalisten. Zuvor hatte bereits US-Außenminister Marco Rubio erklärt, Washington erwarte für den Freitag eine iranische Reaktion auf den Vorschlag.
Die iranische Regierung prüfte derweil eigenen Angaben zufolge den neuen Verhandlungsvorschlag. Außenministeriumssprecher Esmail Bakaei zufolge wollte Teheran seinen Standpunkt dem Vermittler Pakistan „nach Abschluss seiner Beratungen“ übermitteln.

Gespräche von USA und Katar

In Washington führte indes US-Außenminister Rubio mit dem katarische Regierungschef Mohammed bin Abdelrahman Al-Thani Gespräche über die Lage in der Golfregion. Rubio habe mit Al-Thani die Bedrohungen und die Sicherheit in der Region erörtert, teilte das US-Außenministerium mit.
Die beiden Politiker hätten über „die Unterstützung der USA zur Verteidigung Katars und die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit, um Bedrohungen abzuwehren und Stabilität und Sicherheit in der Golfregion zu fördern“, gesprochen, hieß es in der Erklärung. Der Irankrieg wurde darin nicht ausdrücklich erwähnt.
Am Freitag hatte Al-Thani katarischen Angaben zufolge bei einem Treffen mit US-Vizepräsident JD Vance in Washington eine Wiederbelebung der diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs gefordert.
Al-Thani habe bei dem Treffen betont, dass sich „alle Parteien an den laufenden Vermittlungsbemühungen beteiligen müssen, um den Weg zu ebnen für die Bekämpfung der Ursachen der Krise durch friedliche Mittel und Dialog“, teilte das katarische Außenministerium auf X mit.

Britische Armee schickt Zerstörer in die Golfregion

Die britische Armee kündigte indes an, den Zerstörer „HMS Dragon“ aus dem Mittelmeer in die Golfregion zu schicken. Dort könne er sich an einer möglichen internationalen Mission zur Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus beteiligen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag mit.
Die Positionierung der „HMS Dragon“ sei „Teil einer umsichtigen Planung, die sicherstellen wird, dass das Vereinigte Königreich als Teil einer multinationalen Koalition unter der gemeinsamen Führung Großbritanniens und Frankreichs bereit ist, die Meerenge zu sichern, wenn die Bedingungen dies zulassen“, sagte ein  Ministeriumssprecher.
Sobald die Kämpfe in der Region beendet seien, könne das Schiff unter anderem bei der Minenräumung helfen. Großbritannien und Frankreich hatten sich bei einem Treffen im April in London zu einer militärischen Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus bereit erklärt.
Zahlreiche weitere Länder hatten den Briten und Franzosen dabei ihre Unterstützung zugesichert, darunter auch Deutschland. Derzeit ist ein Minenjagdboot der deutschen Marine unterwegs in die Region. (afp/red)
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Tankrabatt: Landkreistag für Entlastung der Menschen jenseits der Städte

Nach dem Scheitern der „Entlastungsprämie“ im Bundesrat plädiert Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) für eine Verlängerung des Tankrabatts.
Für ein Flächenland wie Sachsen-Anhalt sei der Tankrabatt enorm wichtig, sagte Schulze der „Rheinischen Post“. Pendler, Pflegedienste, Handwerker oder auch Landwirte müssten täglich weite Strecken fahren – das gehe ins Geld. Schulze ergänzte, man wolle den Tankrabatt an das Ende der Auseinandersetzungen im Nahen Osten koppeln. Dazu habe man bereits einen Antrag in den Bundesrat eingebracht.
Zugleich verteidigte Schulze das Nein des Bundesrats zur „Entlastungsprämie“. Die Länder, genauso wie der Bund, wollten „Entlastungen“ für die Menschen im Land, aber die Prämie in der jetzigen Form funktioniere so nicht und wäre bei zu wenigen angekommen.
Auf die Frage, ob das Bundesrats-Veto an der Autorität von Kanzler Friedrich Merz (CDU) kratze, sagte Schulze, man solle das nicht auf eine Person reduzieren. „Es sind Entscheidungen der Bundesregierung – und bei solchen Themen müssen die Länder zukünftig besser eingebunden werden.“

Flächenländer: Hilfen sind existenziell

Der Deutsche Landkreistag verlangt nach dem Stopp der Einmalzahlung eine rasche Einigung auf eine Anschlusslösung für den Ende Juni auslaufenden Tankrabatt. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“.
Landkreistag-Präsident Achim Brötel sagte der Zeitung, wenn man sich die geopolitische Lage anschaue, sehe es für ihn nicht nach einem baldigen Absinken der Energiepreise aus. Deshalb müsse die Regierung schon jetzt überlegen, wie die Betroffenen auch im Sommer und womöglich darüber hinaus entlastet werden könnten.
Ob das über einen Tankrabatt, über eine Anhebung der Pendlerpauschale oder andere Instrumente erreicht werde, sei für ihn zweitrangig. Wichtig sei, dass die Entlastung am Ende auch bei den Menschen jenseits der Städte ankomme.
„Dafür braucht es rechtzeitig eine Lösung, aber nicht schon wieder den nächsten Streit innerhalb der Koalition“, so Brötel wörtlich.
Weitere Hilfe sei für viele Menschen in ländlichen Räumen existenziell. „Dort sind die Wege zum Arbeitsplatz in der Regel deutlich weiter. Deshalb schlagen die hohen Spritkosten da auch besonders hart zu“, sagte der Präsident der Landkreise. Wenn das Ziel tatsächlich ernst genommen werde, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, müsse es dafür zwingend einen Ausgleich geben. (dts/red)
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Die Eisheiligen kommen: Regen und Gewitter zum Start in die neue Woche

Zum Wochenausklang aufziehende Schauer und Gewitter bleiben auch in der neuen Woche erhalten. Am Montag ist es meist stark bewölkt bis bedeckt, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Teils kräftiger Regen breitet sich im Tagesverlauf vom Südwesten und Westen über die Mitte bis in den Nordosten aus.
Zwischen Alpenrand und Lausitz seien auch teils starke Gewitter möglich, heißt es. Höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad werden dabei im Süden und Osten erwartet, im Rest des Landes bleibt es bei 9 bis 14 Grad kühl.
In der Nacht zum Dienstag fällt im Süden und Südosten zeitweise Regen, der an den Alpen länger anhält. In den Mittelgebirgen sei teils mit leichtem Frost zu rechnen.

Wechselhaftes Wetter zur Wochenmitte

Vereinzelte Graupelgewitter sind am Dienstag möglich. Im Land ist es weiterhin wechselnd bewölkt, gebietsweise kann es Schauer geben. Oberhalb von 700 bis 900 Höhenmetern wird daraus Schnee.
Im Tagesverlauf lässt der Regen von Westen und Südwesten her nach und es lockert auf. Die Meteorologen rechnen mit sehr kühlen Höchsttemperaturen von 8 bis 14 Grad, am Oberrhein bis 16 Grad. In der folgenden Nacht ziehen die Schauer gen Osten ab. Im Nordwesten später erneut Regen.
Zur Wochenmitte wird teils heiteres Wetter erwartet, meist ist es aber wolkig bis stark bewölkt.
Im Süden und Südosten bleibt es weitgehend trocken, in den übrigen Regionen breitet sich von Nordwesten her schauerartiger Regen aus. Auch vereinzelte kurze Gewitter sind bei Temperaturen von 11 bis 17 Grad nicht ausgeschlossen. (dpa/red)
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Cem Özdemir soll am 13. Mai neuer Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden

Rund zwei Monate nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Landesverbände von Grünen und CDU den Weg für eine gemeinsame Landesregierung frei gemacht.
Auf Landesparteitagen der Grünen in Stuttgart und der CDU in Korntal-Münchingen gab es am 9. Mai jeweils eine klare Zustimmung zum ausgehandelten Koalitionsvertrag, wie die Parteien mitteilten.

Designierter Ministerpräsident ist Cem Özdemir

Am 6. Mai hatten der designierte Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und der CDU-Vorsitzende Manuel Hagel das gemeinsam ausgehandelte Papier vorgestellt, das unter anderem die Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft in den Mittelpunkt rückt.
Weitere Schwerpunkte der grün-schwarzen Koalition liegen im Bereich von Bildung und innerer Sicherheit. Unter anderem soll es künftig ein verpflichtendes beitragsfreies drittes Kitajahr für Kinder geben.
Der neue Landtag kommt am 12. Mai zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Tags darauf soll dann Özdemir zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden. Er tritt damit die Nachfolge von Winfried Kretschmann (Grüne) an, der aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antrat.
Die Partei entschied sich für Özdemir als Nachfolgekandidaten. Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister stammt aus Baden-Württemberg.

Pattsituation im Landtag

Die Grünen gewannen die Landtagswahl vom 8. März knapp vor der CDU. Bei den Landtagsmandaten gibt es jedoch eine Pattsituation, Grüne und CDU kommen auf jeweils 56 Sitze. Özdemir ist designierter Ministerpräsident, Hagel soll stellvertretender Regierungschef werden.
Laut Koalitionsvertrag übernehmen die Grünen neben der Staatskanzlei als Regierungszentrale von Özdemir fünf Ministerien – und zwar die Ressorts für Finanzen, Umwelt und Klima, Wissenschaft und Forschung, Soziales und Gesundheit sowie für Landesentwicklung und Wohnen.
Die CDU erhält sechs Ministerien. Es handelt sich um das Innen- und das Justizressort sowie das Kultus-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Landwirtschaftsministerium.
An die CDU geht außerdem das Amt des Landtagspräsidenten. Dafür nominierte die Landtagsfraktion am Dienstag den bisherigen Innenminister und Vizeregierungschef Thomas Strobl, der am Dienstag gewählt werden soll. (afp/red)
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Mehrtägiger DGB-Bundeskongress beginnt in Berlin

In Berlin beginnt am Sonntag der auf vier Tage angesetzte Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds.
Unter dem Motto „Stärker mit uns“ wollen die etwa 400 Delegierten aus den acht Gewerkschaften über die Leitlinien gewerkschaftlicher Arbeit in den kommenden vier Jahren beraten und entscheiden. Außerdem ist die Wahl des hauptamtlichen Geschäftsführenden Bundesvorstands geplant.

Auch Friedrich Merz wird erwartet

Im Laufe der bis Mittwoch andauernden Veranstaltung werden auch die Spitzen der Bundespolitik erwartet. Unter anderem halten Kanzler Friedrich Merz (CDU), Finanzminister Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas (beide SPD) eine Rede.
Erwartet werden zu Diskussionsveranstaltungen auch die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, und die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer.

Abrechnung mit Reformplänen von Union und SPD

Die Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes rechnet mit den Reformplänen von Union und SPD ab. Das berichtet das Magazin „Politico“ unter Berufung auf einen Initiativantrag für den DGB-Bundeskongress, der am Sonntag in Berlin beginnt.
„Die Bundesregierung streitet und spaltet, anstatt Probleme zu lösen und dem Land und seinen Menschen eine Perspektive zu bieten“, heißt es in dem Antrag. Stattdessen verzettele sie sich allzu oft im Klein-Klein und Streit. Dabei verpasse sie immer wieder die Gelegenheit, mit den Sozialpartnern Beschlüsse gut und getragen von einem breiteren Konsens vorzubereiten.
Heraus kämen dabei „Entscheidungen wie die 1.000-Euro-Prämie oder der Tankrabatt, die nie auf einhellige Zustimmung stoßen und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit umstritten sind“. Die bisher beschlossenen und die angekündigten Maßnahmen hätten „massive Schlagseite“. Beklagt wird in dem Antrag jedoch ein falscher Fokus. „Ohne jeden Zweifel sind Entscheidungen notwendig. Die Lasten tragen nun aber einseitig die Beschäftigten, während viele in der Wirtschaft sich aus der Verantwortung stehlen.“

Kritik bei Krankenversicherung und Rente

Bei der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung gebe es eine „erhebliche soziale Schieflage durch einseitige Mehrbelastung der Versicherten“. Als Beispiele werden Zuzahlungen, Leistungskürzungen und die Beschränkung der Familienmitversicherung genannt. Durch die Teilkrankschreibung werde der Druck auf Beschäftigte, krank zur Arbeit zu gehen, enorm steigen.
Auch bei der gesetzlichen Rente warnt der DGB vor Einschnitten. „Die Rentenkommission der Bundesregierung darf nicht zur Kürzungskommission werden“, heißt es im Antrag. „Es geht vielmehr darum, die gesetzliche Rente zu stabilisieren und zu stärken durch ein stabiles und perspektivisch höheres Rentenniveau, die Ablehnung einer weiteren Anhebung der Regelaltersgrenze sowie die Vermeidung zusätzlicher Belastungen durch Verlagerung in die private Vorsorge.“
In dem Text warnt die DGB-Spitze unter anderem vor einem Ende des Acht-Stunden-Arbeitstages, vor einer Streichung gesetzlicher Feiertage und Einschränkungen bei Kündigungsschutz und Teilzeit-Rechtsanspruch.
Der Kongress findet alle vier Jahre statt. Zum DGB gehören unter anderem die IG Bau, die Gewerkschaft der Polizei, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, die IGBCE, die IG Metall, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und ver.di. (afp/dts/red)
 
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Diskussion über 1.000-Euro-Prämie geht weiter

Nach dem Stopp der geplanten 1.000-Euro-Prämie durch den Bundesrat hält die Diskussion über die Zukunft des Gesetzes an. Der SPD-Politiker Sebastian Roloff sagte am Samstag, er halte die Prämie weiterhin für ein gutes Angebot und das Gesetz sei auch „noch nicht tot“.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) sieht in dem Votum hingegen ein Zeichen, dass die Länder stärker eingebunden werden möchten.

Bundesrat lehnte Prämie ab

Am 8. Mai hatte der Bundesrat die Entlastungsprämie abgelehnt, die bereits vom Bundestag beschlossen war. Der Plan der Bundesregierung sah vor, Unternehmen durch die Gesetzesänderung die Möglichkeit zu geben, ihren Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Prämie von 1.000 Euro zu zahlen.
Für die Länder und Kommunen wäre diese Prämie mit Einnahmeausfällen verbunden gewesen. Eine Gegenfinanzierung hatte die Bundesregierung lediglich in Form einer höheren Tabaksteuer geplant, die aber alleine dem Bund zugute kommt. Wie es mit der Prämie nun weitergeht, blieb zunächst unklar, der Vermittlungsausschuss wurde bislang nicht angerufen.
Er halte die Entlastungsprämie weiterhin für einen sinnvollen Vorschlag und es ergebe Sinn, „weiter darüber zu sprechen, ob das Teil einer Paketlösung sein kann“, sagte der Bundestagsabgeordnete Roloff im Deutschlandfunk. Der Länderkammer warf er vor, sie habe die Bundesregierung „auflaufen lassen“.

Schweitzer: Kein erfolgreicher Tag für die Bundesregierung

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Schweitzer sagte wiederum im ZDF, das Votum im Bundesrat sei „ein Zeichen gewesen, dass die Länder gerne eingebunden sein möchten, wenn die Bundesregierung Ideen hat“.
Es sei „für die Bundesregierung kein besonders erfolgreicher Tag“ gewesen. Die Abstimmung sei „der Beweis dafür, dass da noch ein bisschen was geht nach oben“, ergänzte er zur Zusammenarbeit der Bundesregierung mit den Ländern.

CDU: Ablehnung „schwere Hypothek für die geplante Steuerreform“

Der CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler sieht in der Ablehnung eine „schwere Hypothek für die geplante Steuerreform“. Bürger und Unternehmen bräuchten „nichts dringender als echte Entlastung“, sagte er der „Bild“.
„Wer nicht mal bereit ist, mögliche Steuerausfälle von 1,1 Milliarden Euro zu kompensieren, der braucht über eine große Steuerreform gar nicht zu reden“, sagte der Finanzpolitiker.
Der Bund der Steuerzahler forderte die Bundesregierung unterdessen auf, die Pläne endgültig fallen zu lassen. „Der Krisenbonus sollte einkassiert werden – die meisten Betriebe könnten ihnen ohnehin nicht auszahlen“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel am Freitag den Zeitungen des „RedaktionsNetzwerks Deutschland“.
Die Länder hätten für die Ablehnung ihre Gründe gehabt. „In Konsequenz sollte jetzt nicht nach faulen Kompromissen gesucht, sondern die Reißleine gezogen werden“, sagte Holznagel. (afp/red)
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Energiekrise: Sri Lanka erhöht abermals die Strompreise

Angesichts der durch den Irankrieg hervorgerufenen Energiekrise hat die Regierung von Sri Lanka eine deutliche Erhöhung der Strompreise angekündigt.
Stromkunden, die mehr als 180 Kilowattstunden im Monat verbrauchen, müssen ab Montag einen Aufschlag von 18 Prozent zahlen, kündigte die Versorgungskommission des Inselstaates am Sonntag an.
Für Kunden, deren Konsum darunter liegt, soll sich am Preis nichts ändern. Der Schritt folgt auf verschiedene andere Maßnahmen, mit denen der Energieverbrauch in Sri Lanka gesenkt werden soll.

Benzin ist rationiert

„Der Preisanstieg wird auf die Industrie, Hotels, Unternehmen und Regierungsbehörden sowie religiöse Kultstätten angewandt werden, die mehr als 180 Einheiten pro Monat verbrauchen“, hieß es in der Mitteilung der Kommission.
Schon im vergangenen Monat waren die Strompreise um 40 Prozent erhöht worden. Benzin wurde um mehr als 35 Prozent teurer, zudem wurde die Zuteilung rationiert.

Autofahrer stehen am 1. März 2026 an einer Tankstelle in Kegalle in Sri Lanka Schlange, nachdem die Lage im Nahen Osten Panik und Angst vor Versorgungsengpässen unter Verbrauchern ausgelöst hatten.

Foto: Ishara S. Kodikara/AFP via Getty Images

Ende März hatten die Behörden des südasiatischen Inselstaates angeordnet, dass die Lichter von Straßenbeleuchtungen und Reklametafeln ab 21:00 Uhr ausgeschaltet werden. Zudem wurden eine Vier-Tage-Woche eingeführt und Homeoffice-Regelungen wieder in Kraft gesetzt, um das Verkehrsaufkommen und damit den Spritverbrauch zu verringern.
Die hohen Energiepreise haben die Inflation in Sri Lanka mehr als verdoppelt, offiziellen Angaben zufolge lag sie im April bei 5,4 Prozent.
Der Inselstaat hatte sich in den vergangenen Jahren mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds von einem wirtschaftlichen Zusammenbruch im Jahr 2022 erholt, als das Land seine Auslandsschulden nicht mehr begleichen konnte. Die hohen Energiepreise drohen nun, die Konjunktur abzuwürgen. (afp/red)
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Lauterbach sieht keine Gefahr einer Pandemie – Evakuierung von Schiff läuft

Das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff „Hondius“ liegt derzeit im Hafen von Granadilla im Süden der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa. An Bord befinden sich knapp 150 Menschen.
Von Granadilla werden die Menschen zu einem nahegelegenen Flughafen gebracht und in ihre Heimatländer geflogen. Die meisten Menschen an Bord stammen aus EU-Ländern, Großbritannien und den USA. Auch mehrere Deutsche sind darunter.

Lauterbach sieht keine Gefährdung für deutsche Bevölkerung

Der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht derzeit keine Gefahr einer Pandemie durch das auf einem Kreuzfahrtschiff ausgebrochene Hantavirus.
„Die Lage ist für die deutsche Bevölkerung nicht gefährlich“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Eine Pandemie droht nicht, weil die Übertragbarkeit des Virus dafür nicht ausreicht.“
Lauterbach ergänzte, einzelne Fälle werde es immer geben. „Aber eine schnelle Verbreitung ist derzeit nicht zu befürchten.“

WHO-Chef versichert: „Kein neues Covid“

Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García, Innenminister Fernando Grande-Marlaska und der Chef der WHO waren eigens auf die Insel gekommen, um die Aktion zu überwachen.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus versicherte, dass es sich beim Hantavirus nicht um einen mit dem Coronavirus vergleichbaren Erreger handele.
In einer Botschaft direkt an die Bevölkerung von Teneriffa betonte er: „Das ist nicht ein neues Covid.“ Das Risiko für die Menschen auf der Insel sei gering – zumal auf dem Kreuzfahrtschiff kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei.
Zunächst hatte es geheißen, das Schiff werde aus Sicherheitsgründen vor dem Hafen vor Anker gehen. Die spanische Handelsmarine erteilte in der Nacht dann doch die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen.

Ausschiffung mit FFP2-Masken

Medizinisches Personal soll die Menschen an Bord zunächst auf akute Krankheitssymptome untersuchen, wie die spanischen Behörden mitteilten. Liegen keine vor, werden die Passagiere in Gruppen von maximal fünf Personen ausgeschifft. Nach Angaben Garcías müssen sie FFP2-Schutzmasken tragen und dürfen nur leichtes Handgepäck mitnehmen.

Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius, auf dem im vergangenen Monat drei Passagiere an dem Hantavirus starben und acht weitere Fälle gemeldet wurden.

Foto: Chris McGrath/Getty Images

Per Bus geht es dann zum wenige Autominuten entfernten Flughafen. Dort sollen die streng abgeschotteten Menschen mit ihren jeweiligen Landsleuten ohne weitere Abfertigung sofort die für sie bereitgestellten Flugzeuge besteigen und in ihre Heimatländer zurückgebracht werden.
Nach Angaben der WHO sollen alle Flüge am Sonntag und Montag starten, da später eine Schlechtwetterfront aufzieht. Nach der Ankunft dürften alle Ausgeflogenen in Quarantäne müssen, da eine Entwarnung wegen der langen Inkubationszeit erst nach Wochen möglich ist.
Ein Teil der Besatzung soll an Bord bleiben und später mit dem Schiff in die Niederlande fahren.
Die WHO spricht von sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei den Toten handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und die Frau aus Deutschland.
Da bei Zwischenstopps des Schiffes insgesamt mehr als 30 Passagiere und Besatzungsmitglieder ausgestiegen sind, wird weltweit nach potenziellen Verdachtsfällen gesucht.

Reise begann in Argentinien

Das Schiff war am 1. April in Ushuaia in Argentinien zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein erster Passagier aus den Niederlanden starb nach Angaben von Oceanwide Expeditions am 11. April an Bord.
Seine Frau ging am 24. April mit anderen Passagieren auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, flog nach Johannesburg und starb dort am 26. April in einem Krankenhaus. Am 2. Mai starb auf dem Schiff eine Passagierin aus Deutschland.
Die WHO vermutet, dass sich der Niederländer mit dem Hantavirus infizierte, bevor er an Bord ging. Nach Angaben des argentinischen Gesundheitsministeriums hatte er mit seiner Frau seit Ende November Argentinien, Chile und Uruguay bereist. (dpa/afp/red)
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Frontex warnt vor Waffenschmuggel aus Ukraine

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex warnt vor Waffenschmuggel aus der Ukraine nach Europa – besonders nach einem möglichen Waffenstillstand oder Frieden. Er halte das Risiko für „hoch“, sagte Frontex-Vize-Direktor Lars Gerdes der „Welt“.
Mit einem Ende der Kampfhandlungen könnten größere Mengen an Waffen, Munition und Sprengstoff im Land verbleiben. Gleichzeitig gebe es viele Menschen mit finanziellem Bedarf.

Sicherheitsproblem für Europa

„Es könnte zu Waffenschmuggel in einem größeren Ausmaß kommen. Das könnte zu einem Sicherheitsproblem für Europa werden“, sagte Gerdes. Insbesondere sei dies der Fall, wenn Kriegswaffen in kriminelle Netzwerke oder an Terroristen gelangten.
Ein Szenario ähnlich den Entwicklungen nach den Jugoslawienkriegen sei „gut möglich“, jedoch mit Waffen neuerer Generation, sagte Gerdes. Die EU-Grenzschutzagentur sei bereits mit verstärkten Kräften an der Westgrenze der Ukraine präsent und beobachte die Lage genau.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in dieser Woche davon gesprochen, dass sich der Krieg gegen die Ukraine „dem Ende“ zuneige.

Migranten flüchten über Libyen nach Kreta

An der EU-Außengrenze beobachtet Frontex die Instrumentalisierung von Migration durch staatliche Akteure wie Belarus und Russland. Man nehme Fluchtbewegungen von Migranten von den europäischen Ostgrenzen nach Libyen wahr, so Gerdes.
„Es ist unwahrscheinlich, dass die Menschen dies rein aus eigenem Antrieb tun, geschweige denn selbst die finanziellen Mittel dafür aufbringen können.“ Von Libyen versuchten die Menschen nach Europa zu gelangen.
Daraus resultiere ein starker Anstieg bei den Ankünften etwa auf der griechischen Insel Kreta, so Gerdes. Er warnte: „Die nächste Krise wird kommen.“ (dts/red)
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Einblick in Chinas Albtraum der gewaltsamen Organentnahme

Wer sich an Ethan Gutmanns Buch „The Xinjiang Procedure“ herantraut, sei gewarnt: Das darin beschriebene Grauen ist weitaus beklemmender und abgründiger als alles, was Stephen King in seinen düstersten Thrillern zu Papier gebracht hat.
Es liefert zudem die am brillantesten recherchierte und eindringlichste Studie über ein kommunistisches Regime im Krieg gegen seine eigene Bevölkerung seit Alexander Solschenizyns „Der Archipel Gulag“.
Anders als bei Kings Romanen handelt es sich bei „The Xinjiang Procedure“ um eine wahre Horrorgeschichte über inhaftierte und versklavte Menschen, deren Körper für einen lukrativen Organhandel ausgebeutet werden.

Verstörende Handlungen Pekings

Im Geiste von Solschenizyns monumentalem Werk beschreibt Gutmann detailreich die menschenverachtende Kultur der Kommunistischen Partei Chinas. In dieser werden Falun-Gong-Praktizierende, uigurische Muslime in der Region Xinjiang, Tibeter, ethnische Kasachen und Christen, die in nicht genehmigten „Hauskirchen“ beten, systematisch gefoltert und getötet.
Die in diesem Buch beschriebenen Handlungen zeugen von einem abgründigen und verstörenden Umfeld, das mit nichts anderem in der heutigen Welt vergleichbar ist. Gutmann widmete sich diesem eklatanten Menschenrechtsmissbrauch erstmals in seinem Buch „The Slaughter“ aus dem Jahr 2014.

Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann recherchierte sieben Jahre lang für sein Buch „The Slaughter“.

Foto: Florian Godovits

In seinem neuesten Buch interviewt er Flüchtlinge aus Xinjiang, die von den Leiden ihres Volkes unter dem Regime in ihrer Heimat berichten.

Eine Gelddruckmaschine

Das Buch beschreibt detailliert, wie der gewinnorientierte Organhandel Anfang der 1990er-Jahre entstand. Die „Spender“ sind Gefangene aus Bevölkerungsgruppen, die die Kommunistische Partei Chinas als Bedrohung betrachtet. Empfänger von Organen können bis zu 700.000 US-Dollar (597.000 Euro) für Transplantationen bezahlen.
Das chinesische Regime betreibt ein lukratives Geschäft mit dem „Organ-Tourismus“ aus dem Ausland. Chinesische Krankenhäuser, insbesondere solche mit Verbindungen zum Militär, bewerben diese Dienstleistungen auf englisch- und arabischsprachigen Websites und führen mindestens 60.000 Transplantationen pro Jahr durch.

„The Xinjiang Procedure“ von Ethan Gutmann belegt die Gräueltaten in der Provinz Xinjiang.

Foto: Armin Lear Press/Olli Torma

Die Tragödie von „The Xinjiang Procedure“ besteht darin, zu erkennen, dass diese grausame Praxis kein Geheimnis ist – und es auch seit Jahrzehnten nicht war. Gutmann hebt hervor, wie Falun-Gong-Praktizierende die Taten der KP Chinas dokumentiert haben.
Ebenso hebt er die Verdienste des israelischen Arztes Dr. Jacob Lavee hervor: Dieser hat aufgezeigt, wie ein System des „Tötens auf Bestellung“ es chinesischen Krankenhäusern ermöglicht, Notfallorganverpflanzungen innerhalb einer Wartezeit von gerade einmal 4 Stunden zu terminieren.

Zeugen des Wahnsinns

Um aktuelle Informationen für „The Xinjiang Procedure“ zu sammeln, suchte Gutmann den direkten Austausch mit Menschen, die diese Gräueltaten miterlebt hatten. Da ihm jedoch der direkte Zugang zu Xinjiang durch die KP Chinas verwehrt wurde, war Gutmann gezwungen, alternative Informationsquellen zu finden.
Er spürte Flüchtlinge aus Xinjiang unter den ethnischen Kasachen auf, die das Glück hatten, aus China in das benachbarte Kasachstan zu entkommen.
Gutmann beschreibt ausführlich seine Reise nach Kasachstan und seine Bemühungen, Interviewpartner für das Buch zu finden. Dies wird fast zu einem abenteuerlichen Reisebericht mit bizarren Begegnungen und Orientierungsschwierigkeiten, mit der kasachischen Landschaft und Kultur klarzukommen. Wenn das Buch einen Schwachpunkt hat, dann ist es dieser Abschnitt: Er zieht sich zu lange hin und lenkt von seiner Untersuchung ab.
Anschließend dokumentiert Gutmann die Berichte von Flüchtlingen aus Xinjiang. Sie schildern in erschütternder Ausführlichkeit die Demütigungen und Misshandlungen, die ihnen im chinesischen Gefängnissystem sowie durch das medizinische Fachpersonal, das für die Organentnahmen herangezogen wurde, zugefügt wurden.

Ethan Gutmann (M.) im Gespräch mit einem Flüchtling aus Xinjiang in Almaty, Kasachstan.

Foto: Josephine De Haan

Das Leben in Xinjiang sei laut den Flüchtlingen zu einer totalitären Hölle verkommen. Ein in China geborener kasachischer Flüchtling namens Tursynbek Qabi sagte: „Alle 700 Meter gibt es eine Polizeistation mit fünf Autos. Xinjiang ist zu einem perfekten Polizeistaat geworden.“
Andere Interviewpartner berichten von Gewalt, die ihnen aufgezwungen wird, von Vergewaltigungen (sowohl von Frauen als auch von Männern im Gefängnis) bis hin zur würdelosen Beseitigung der Leichen der Opfer der Organentnahmen.
Gutmann interviewt außerdem uigurische Flüchtlinge aus Xinjiang in Tadschikistan und der Türkei, deren schmerzliche Erfahrungen der Untersuchung zusätzliche Tiefe verleihen.

Die Gräueltaten gehen weiter

Gutmann schließt dieses außergewöhnliche Werk mit den Worten: „Bei einer derart düsteren Untersuchung kann es kein Happy End geben. Aber es war das Privileg meines Lebens, mit solch mutigen Menschen zu arbeiten.“
Die Fakten und Zeugenaussagen, die Gutmann zusammenträgt, sind herzzerreißend und beunruhigend. Nach der Lektüre des Buches ist es unmöglich, die Vorstellung aufrechtzuerhalten, dass die KP Chinas einen Platz unter den zivilisierten Regierungen der Welt verdient.
„The Xinjiang Procedure“ sollte Pflichtlektüre für jeden sein, der ein Gewissen hat und sich für Menschenrechte einsetzt.
„The Xinjiang-Procedure“
Autor: Ethan Gutmann
Herausgeber: Armin Lear Press
Erscheinungstermin: 2. März 2026
Sprache: Englisch
Taschenbuch, 446 Seiten
ISBN: 978-1968919207
Über den Autor Ethan Gutmann
In seinem vorherigen Buch „The Slaughter“ (2014) porträtierte Ethan Gutmann mehrere Ärzte, die direkt an der erzwungenen Organentnahme bei lebenden Menschen in China beteiligt waren. Er dokumentierte den Organraub bei Falun-Gong-Praktizierenden auf fundierte Weise und stellte fest, dass auch Uiguren, Tibeter und Hauschristen zu den Opfergruppen gehören. Für seine Berichterstattung erhielt er Morddrohungen. Im Jahr 2017 wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert.
Nun setzt Gutmann seine Arbeit mit unbestreitbaren Belegen für den gewaltsamen Organraub an Uiguren fort. Er ist Senior Research Fellow bei der Victims of Communism Memorial Foundation in Washington, D.C. und hat international vor vielen Parlamenten über die Gräueltaten der KP Chinas ausgesagt.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‚The Xinjiang Procedure‘: Inside China’s Organ Harvesting Nightmare“. (deutsche Bearbeitung: ks)
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Schifffahrtsbehörde: Frachter vor Katars Küste von Geschoss getroffen

Vor der Küste von Katar ist offenbar ein Frachtschiff beschossen worden. Ein Frachter habe gemeldet, dass er am frühen Sonntagmorgen 23 Seemeilen nordöstlich von Doha von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden sei, teilte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mit.
Daraufhin sei ein kleines Feuer ausgebrochen, das aber bereits gelöscht sei. Es gebe keine Verletzten, auch seien keine Umweltschäden entstanden.
Der Vorfall ereignete sich, nachdem die iranischen Revolutionsgarden gedroht hatten, US-Frachter in der Region anzugreifen. „Jeder Angriff auf iranische Öltanker und Handelsschiffe wird einen harten Gegenschlag gegen eine der amerikanischen Einrichtungen in der Region sowie gegen die feindlichen Schiffe nach sich ziehen“, erklärten die Revolutionsgarden am Samstag laut Staatsmedien.
Die USA hatten am 8. Mai zwei iranische Schiffe angegriffen. Nach Angaben des für die Golfregion zuständigen US-Zentralkommandos wurden die beiden iranischen Frachtschiffe im Golf von Oman von US-Kampfflugzeugen mit „Präzisionsmunition“ beschossen. Bereits in der Nacht zuvor hatte es Gefechte in der Straße von Hormus gegeben. (afp/red)
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Muttertag: 30 Millionen Glückwünsche

Blumen, Pralinen, ein paar nette Worte – und das war es dann mit dem Muttertag? Noch immer leisten Frauen mit kleinen Kindern mehr Sorgearbeit und sind deutlich seltener berufstätig als Väter in derselben Familiensituation, konstatiert das Statistische Bundesamt Anfang Mai. Doch darüber wird am Muttertag selten gesprochen. Deutschlandweit gibt es rund 30 Millionen Mütter.
Werbung lässt ihn heute eher als ein Fest des Kommerzes erscheinen. Was bedeutet dieser Brauchtumstag noch in einem Land, in dem es deutlich weniger Mütter gibt als früher? Eine kleine Bestandsaufnahme aus der Sicht eines Kulturwissenschaftlers.

Muttertag: Heute von Kommerz getrieben

„Nicht in dem Sinn, dass durch ihn etwas verändert oder ein anderes Bewusstsein geschaffen werden soll“, sagt Gunther Hirschfelder, Kulturwissenschaftler an der Universität Regensburg.
„Der Tag ist heute vom Kommerz getrieben und füllt wie der Valentinstag eine Leerstelle.“ Denn kirchliche Feste verlören im Jahreskalender an Bedeutung.
„Wenn ich es rein kultur- und konsumkritisch sehen würde, dann hat der Muttertag heute sogar etwas von Respektlosigkeit“, ergänzt Hirschfelder. Denn um die Situation von Müttern gehe es in der Öffentlichkeit selten.
Ihnen falle mit dem Geschenke-Annehmen eine rein passive Rolle zu. Der Tag wirke so wie Deko oder Verniedlichung. In weniger akademischen und urbanen Milieus spiele er heute eine größere Rolle als im klassischen Bürgertum.

Mittlerweile sind rund 20 Prozent der Frauen kinderlos

Vor allem offenbare er ein demografisches Dilemma, meint Hirschfelder. „Mutter zu sein, ist in Deutschland heute keine Selbstverständlichkeit mehr.“ Der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer soll in der Rentendebatte des Jahres 1957 noch gesagt haben: „Kinder kriegen die Leute immer.“ Mit einem Blick auf die Statistik hat er sich mit dieser Einschätzung geirrt.
Blieben unter Frauen der Jahrgänge 1938 bis 1940 in Deutschland tatsächlich nur rund elf Prozent kinderlos, sind es heute nach den Daten des Statistischen Bundesamts recht konstant 20 Prozent – ob gewollt oder ungewollt.
Wachsen kann Deutschland ohne Zuwanderung nur, wenn 80 Prozent der Frauen mehr als zwei Kinder bekämen. Der Schnitt liegt allerdings bundesweit bei 1,35.

Patchwork-Familien und Muttertag

Hirschfelder sieht ihn im zunehmenden Aufweichen der klassischen bürgerlichen Kleinfamilie: „Bei Patchwork kann es für Kinder schon knifflig werden, wer zum Muttertag ein Geschenk bekommen soll“, sagt der Forscher. „Nur die leibliche Mutter oder auch die neue Frau des Vaters?“
Nicht zu vernachlässigen sei heute auch das Mutterbild in Migrantenfamilien. „Dort herrschen manchmal sehr konservative Rollenbilder vor, gerade mit Blick auf Frauenrechte kann das problematisch sein. Aber es gibt dort eben auch eine tiefere Form von Wertschätzung einer Mutter gegenüber als wir ihn hier kennen. Eine ähnliche Form von Respekt beobachte ich auch in Teilen der postsowjetischen Welt, die ich kenne, in Moldau und in der Ukraine.“

Unterschiede zwischen Ost- und West

Hirschfelder sieht vor allem andere Traditionen. Im Westdeutschland der frühen 1960er Jahre sei der Muttertag eine kleine Bühne gewesen, auf der Frauen wenigstens einmal im Jahr öffentlich zum Thema wurden.
„Das war eine Zeit, in der die gesellschaftliche Norm von Frauen verlangte, zu Hause zu bleiben und Kinder zu bekommen. Ein Leben in Pflichterfüllung, als Anhängsel des Mannes, quasi unsichtbar.“
Allein deshalb sei dieser Tag damals wichtig gewesen. Erst in den 1970er Jahren kursierte in der westdeutschen Frauenbewegung der Slogan: „Danke für die Blumen. Rechte wären uns lieber!“
In Ostdeutschland war das anders. Frauen in der DDR waren meist berufstätig. Der gesellschaftliche Fokus mit einem Schwerpunkt auf Gleichberechtigung lag allerdings auf dem Frauentag, der Muttertag war Privatsache.
Wobei Hirschfelder die Situation von Müttern im Osten nicht glorifizieren möchte. „Bei der Traktoristin, der Melkerin oder der Baubrigade-Frau kam die Care-Arbeit für ihre Kinder noch obendrauf.“

Wen interessiert der Muttertag heute?

Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2.122 Männern und Frauen über 18 Jahren im April 2024 knüpfen Mütter an „ihren“ Tag höhere Erwartungen als Väter an den Vatertag. 62 Prozent der interviewten Mütter wünschten sich Geschenke von ihren Kindern, sei es gemeinsam verbrachte Zeit (36 Prozent), Blumen (22 Prozent), Schokolade oder Pralinen (9 Prozent) oder etwas anderes. Bei den Vätern lege nur jeder zweite Wert auf den Vatertag.
Nach Einschätzung des Handelsverbands Deutschland kauft in diesem Jahr rund ein Drittel der Bundesbürger (30 Prozent) Muttertagsgeschenke, im Schnitt für 18,72 Euro pro Person. Der Verband rechnet mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro.
Blumen, so weit das Auge reicht: Der anstehende Muttertag bedeutet für Gärtner und Floristen jede Menge Arbeit. Schon gewusst? Vor 100 Jahren gab es den besonderen Tag erstmals in Deutschland.

Blumen, so weit das Auge reicht: Der Muttertag bedeutet für Gärtner und Floristen jede Menge Arbeit. Schon gewusst? Vor 100 Jahren gab es den besonderen Tag erstmals in Deutschland.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Ursprünglich kommt der Tag aus den USA

In den Vereinigten Staaten gründete Ann Maria Reeves 1865 die Bewegung Mothers Friendships Day, die zum Ziel hatte, Mütter zu vernetzen und ihren Austausch zu fördern.
Am 12. Mai 1907, dem Sonntag nach ihrem zweiten Todestag, veranstaltete ihre Tochter Anna Marie Javis eine Gedenkveranstaltung zu Reeves‘ Ehren. Im Jahr darauf wurde daraus eine allen Müttern gewidmete Veranstaltung. Bereits 1909 wurde der Muttertag landesweit gefeiert. Eine Resolution des US-Kongresses machte ihn 1914 zum nationalen Feiertag.
In Deutschland wurde der Tag auf Initiative des Verbands Deutscher Blumengeschäftsinhaber am 13. Mai 1923 erstmals gefeiert. Die Nationalsozialisten nutzten den Muttertag für ihre Propaganda und machten ihn zum Feiertag, was ihn bis heute teils umstritten macht.
In der DDR wurde der Muttertag nicht offiziell begangen, im Fokus stand der internationale Frauentag am 8. März. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Muttertag in der Bundesrepublik nicht. (dpa/afp/red)
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deutschland

Handwerkspräsident warnt vor Belastung von Gutverdienern bei Steuerreform

Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat vor einer Belastung der Gutverdiener bei der geplanten Steuerreform gewarnt. Viele Unternehmen seien Personenunternehmen, bei denen die Einkommensteuer zugleich die Unternehmenssteuer sei, sagte Dittrich der „Bild am Sonntag“.
Wenn dann gesagt werde, wer sechsstellig verdiene, könne mehr abgeben, treffe das direkt die Leistungsträger.
Während über Entlastungen bei der Körperschaftsteuer gesprochen werde, stünden im Handwerk „drei Viertel der Betriebe“ als Personenunternehmen außen vor. „Und die stehen im Regen und sollen mehr bezahlen. Wir machen es noch schlechter für die.“
Die geplante Steuerreform soll kleinere und mittlere Einkommen entlasten sowie Investitionen fördern. Im Gespräch ist, Unternehmenssteuern zu senken und das Steuersystem zu vereinfachen. Konkrete neue Steuersätze oder Freibeträge wurden bisher noch nicht veröffentlicht.

Dittrich: „Wenn ich mehr arbeite, habe ich nichts davon“

Dittrich sprach sich dafür aus, die Steuerpolitik stärker an Leistungsanreizen auszurichten. Er höre häufig den Vorwurf, nicht nur von Selbstständigen, sondern auch von Vorarbeitern, Leistungsträgern und angestellten Facharbeitern: Wenn ich mehr arbeite, habe ich nichts davon.
Eine Reform müsse daher das Signal setzen, dass sich Leistung wieder lohne. Es könne zwar sein, dass mehr Belastung notwendig sei für jemanden, sagte Dittrich.
„Aber bitte nicht für die Leistungsträger, die unternehmerisch in die Verantwortung gehen und von denen wir hoffen, dass sie investieren. Wie sollen sie das machen, wenn wir ihnen das Geld vorher wegnehmen?“

Arbeit zu stark mit Steuern und Abgaben belastet

Mit Blick auf die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme mahnte Dittrich strukturelle Reformen an. Arbeit sei zu stark mit Steuern und Abgaben belastet. Dadurch würden Leistungen zu teuer und unterblieben. „Und Leistungen, die nicht stattfinden, bringen auch keine Sozialabgaben. Das ist eine Todesspirale.“
In der Arbeitszeitdebatte plädierte Dittrich für mehr Flexibilität. Für Gewerkschaften sei der 8-Stunden-Tag ein zentraler Wert. Der Wunsch nach mehr Flexibilität komme aber oft von den Beschäftigten selbst.
Wenn Mitarbeiter zeitweise länger arbeiten und dafür später mehr Freizeit wollten, „sollte man das ausprobieren dürfen“. Zugleich müsse bei Missbrauch gegengesteuert werden. „Aber in einer stagnierenden Wirtschaft sollten wir neue Wege gehen und mehr Flexibilität zulassen.“ (dts/red)
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meinung

Warum Blockaden im Körper so viele Beschwerden verursachen können

In Kürze:

  • Drei einfache Akupressurpunkte können schnell helfen: Yin Tang (zwischen den Augenbrauen) beruhigt Emotionen, löst Sorgen und verbessert den Schlaf.
  • Nei Guan (am inneren Handgelenk) lindert Übelkeit und Überforderung.
  • Hegu (zwischen Daumen und Zeigefinger) wirkt gegen Schmerzen, Kopfschmerzen, Stress und stärkt das allgemeine Wohlbefinden.
  • Jeden dieser Punkte 1 bis 2 Minuten sanft massieren oder drücken – am besten mit ruhiger, tiefer Atmung.

 
Eines Tages kam eine junge Frau in ihren Zwanzigern in meine Praxis. Sie litt unter starkem Stress und Schlaflosigkeit, ausgelöst durch einen Berufswechsel.
Hätte sie eine westliche Klinik aufgesucht, hätte man ihr wahrscheinlich eine Psychotherapie oder Schlaftabletten verschrieben. Stattdessen kam sie zu mir, einer Ärztin für Traditionelle Chinesische Medizin. Ich bat sie lediglich, ihre Hand zu massieren.
Sie folgte dem Rat und massierte die Mitte ihrer Handfläche immer dann, wenn sie sich gestresst oder ängstlich fühlte. Bereits nach wenigen Tagen berichtete sie, dass ihr Geist klarer wurde, die Ängste nachließen und sie endlich wieder erholsam schlafen konnte.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt jede Form von Krankheit oder Stress – ob körperlich oder seelisch – als Zeichen einer Blockade der Lebensenergie Qi. Sobald der Qi-Fluss wiederhergestellt ist, kehren Gesundheit und Gleichgewicht von selbst zurück.
Solche schnellen und tiefgreifenden Besserungen erlebe ich täglich in meiner Praxis.
Um zu verstehen, warum dieser einfache Massagetrick so wirksam war, lohnt es sich, das Meridiansystem der TCM kennenzulernen – jene feinen Energiekanäle, durch die das Qi im Körper fließt. Sie eröffnen eine ganz neue Sicht auf Gesundheit und Heilung.

Die unsichtbaren Energiekanäle

Im ersten Artikel dieser Reihe wurde beschrieben, dass die TCM den menschlichen Körper als ein intelligentes, dynamisches System betrachtet, das in der Lage ist, sich selbst zu reparieren und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Gesundheit wird durch das Qi aufrechterhalten, das durch die Meridiane des Körpers fließt.
Meridiane sind vergleichbar mit Nebenflüssen und Kanälen und bilden ein riesiges Netzwerk, das den Körper mit dem durch sie fließenden Qi „bewässert“ und so jeden Teil des Körpers nährt.
Genauso wie es an Flüssen Zugangspunkte gibt, gibt es an diesen Meridianen Akupunkturpunkte (auch Akupressurpunkte genannt). Akupunkturpunkte sind bestimmte Stellen entlang der Meridiane, an denen durch sanften Druck oder Massage auf das Qi zugegriffen, es beeinflusst und umgeleitet werden kann.
Der menschliche Körper verfügt laut TCM über zwölf Hauptmeridiane, die in sechs Paaren vorliegen, wobei jedes Paar mit einem bestimmten Organ verbunden ist und seinem eigenen spezifischen Verlauf folgt. Obwohl Meridiane im gesamten Körper vorhanden sind, lassen sich ihre Verläufe oft leichter in den Gliedmaßen wahrnehmen, wo die Empfindungen der Qi-Übertragung deutlicher spürbar sind.
Der Qi-Fluss innerhalb der Meridiane beeinflusst, wie Ihr Körper und sogar Ihre Emotionen funktionieren.
Die westliche Wissenschaft hat begonnen, das Konzept der Meridiane zu erforschen. CT- und MRT-Untersuchungen haben gezeigt, dass die Faszien – das Bindegewebe des Körpers – Muskeln, Knochen, Nerven, Blutgefäße und Organe umgeben und stützen. Dabei bilden sie linienartige Strukturen, die ähnlich verlaufen wie die traditionellen Meridianbahnen.
Einige Forscher haben die Hypothese aufgestellt, dass das Meridiansystem der Faszien des Körpers entsprechen könnte, doch die Forschung dazu ist noch nicht abgeschlossen. Auch wenn der Vergleich zwischen Faszien und Meridianen faszinierend ist, ist das gesamte Meridiansystem komplexer als die Faszien.

Warum Meridiane wichtig sind

In der chinesischen Medizin besteht die Hauptfunktion der Meridiane darin, einen gleichmäßigen und kontinuierlichen Qi-Fluss aufrechtzuerhalten.
Wenn der Qi-Fluss gestört oder aus dem Gleichgewicht gerät, kann dies auf einen Zustand der Disharmonie hindeuten. In solchen Fällen können bei den Betroffenen verschiedene körperliche oder emotionale Symptome auftreten. Zu den häufig beschriebenen Anzeichen, die mit einem Qi-Ungleichgewicht oder einer Qi-Stagnation in Verbindung gebracht werden, gehören:
  • Stress, Angstzustände oder Reizbarkeit
  • Verspannte Muskeln oder schmerzende Gelenke
  • Energielosigkeit, chronische Müdigkeit und Verdauungsprobleme
  • Schlaflosigkeit und wiederkehrende Kopfschmerzen
Um dies weiter zu vereinfachen, kehren wir zu der gestressten Patientin zurück, die ich zuvor erwähnt habe. Was genau geschah, als sie auf die Mitte ihrer Handfläche drückte?
Der Bereich, auf den sie Druck ausübte, ist als Akupunkturpunkt „Palast der Mühen“ (auch Lao Gong genannt) bekannt. Der Lao-Gong-Akupunkturpunkt steht in engem Zusammenhang mit der Regulierung von Emotionen und geistiger Klarheit. Die Stimulation dieses Punktes fördert einen reibungsloseren Fluss von Qi und Blut, insbesondere im Oberkörper und im Kopf.
Praktisch gesehen hilft die Akupressur dabei, den Körper aus einem Zustand von erhöhtem Stress und geistiger Überaktivität in einen ruhigeren, konzentrierteren und ausgeglicheneren Zustand zu versetzen – genau das, was in Zeiten intensiven Lernens oder Leistungsdrucks benötigt wird.

Akupressurpunkte zur Selbstbehandlung

Man kann einfache Akupressurmassagen in die persönliche Selbstfürsorgeroutine integrieren.
Beim Massieren von Akupunkturpunkten ist es normal, leichte Empfindungen wie Schmerzen, Schweregefühl oder leichten Druck zu spüren. Wenn der Druck jedoch unangenehm oder schmerzhaft wird, sollte der Druck verringert oder die Massage gestoppt werden. Akupressur soll dem Körper helfen, sich zu entspannen, und keine zusätzliche Anspannung erzeugen.
Es sollte vermieden werden, Druck auf Bereiche auszuüben, die verletzt, geschwollen oder entzündet sind oder Krampfadern aufweisen, da diese empfindlicher sind und sich durch die Stimulation verschlimmern können.
Die Stimulation sollte auf etwa 1 bis 2 Minuten beschränkt werden und der Druck sollte, sofern möglich, auf beiden Seiten des Körpers ausgeübt werden.
Dies sollte möglichst mit langsamer, entspannter Atmung kombiniert werden. Wichtig ist: Regelmäßigkeit und Sanftheit sind vorteilhafter als eine übermäßige oder zu kräftige Stimulation.

3 leicht zu findende Akupunkturpunkte

1. Bei Schlaflosigkeit, Sorgen und zur Regulierung der Emotionen

Ein leicht zu findender und häufig verwendeter Akupunkturpunkt zwischen den Augenbrauen heißt Yin Tang oder „Halle der Eindrücke“.
Nach alter Überlieferung ist dies der Ort des dritten Auges. Der Yin-Tang-Akupunkturpunkt steht in Verbindung mit der Zirbeldrüse und hilft, die Schlafqualität zu verbessern und emotionale Belastungen zu regulieren, was zu tiefer Entspannung führt.
Dieser Bereich sollte 1 bis 2 Minuten lang sanft mit den Fingern in kreisenden Bewegungen massiert werden.

2. Bei Übelkeit und Überforderung

Es gibt eine weiche Stelle am inneren Handgelenk, etwa drei Finger breit unterhalb der Handgelenksfalte und zwischen zwei hervortretenden Sehnen. Dieser Punkt, bekannt als „inneres Tor“ oder auf Chinesisch „Nei Guan“, wird in der traditionellen Praxis häufig zur Linderung von Symptomen wie Übelkeit und emotionaler Anspannung eingesetzt.
Auf diesen Punkt sollte man sanft Druck ausüben oder diesen Bereich 1 bis 2 Minuten lang mit dem Daumen massieren, während man langsam und gleichmäßig atmet.

3. Zur Schmerzlinderung und für das allgemeine Wohlbefinden

Auf dem Handrücken, zwischen Daumen und Zeigefinger, befindet sich ein sehr vielseitiger Akupunkturpunkt namens Hegu oder „Verbindungstal“. Er wird häufig bei Kopfschmerzen, Migräne und Zahnschmerzen sowie bei Erkältungen und Grippe eingesetzt. Er hilft auch, Stress abzubauen und die Verdauung anzuregen.
Diesen Bereich sollte man 1 bis 2 Minuten lang sanft massieren, und dabei langsam und tief einatmen.
Hinweis: Dieser Punkt sollte während der Schwangerschaft nicht stimuliert werden, da dies Wehen auslösen könnte.
Die Lebensenergie des Körpers liebt den Fluss. Flexibel und anpassungsfähig zu sein, ist das Geheimnis für Gesundheit und Langlebigkeit. Das lebensspendende Qi sollte frei durch den Körper fließen können – und dann wird man sich gesund fühlen und gesund bleiben.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Meridians: How a Myriad of Symptoms Result From Blockages in Your Body“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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deutschland

Umfrage: Verzicht auf Öl, Gas und Kohle eher keine Option

Im Alltag neigen die Menschen zu einfachen Einsparungen angesichts des Irankriegs. Bei der generellen Abkehr von fossilen Brennstoffen bleibt ein Großteil weiterhin zögerlich. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag eines Vergleichsportals, aus der die Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorab zitieren.
Den Ergebnissen zufolge gaben rund zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) an, aufgrund der gestiegenen Kosten bewusster mit Energie umzugehen.

Einfache Maßnahmen im Haushalt

Davon vermieden 56 Prozent den Stand-by-Betrieb technischer Geräte, 52 Prozent reduzierten gezielt ihren Stromverbrauch. 55 Prozent drehten die Heizung herunter, 47 Prozent sparten beim Warmwasser.
Auch beim Verkehr zeigte sich ein Effekt: 48 Prozent ließen laut der Befragung wegen hoher Spritpreise häufiger das Auto stehen. Stattdessen stiegen viele Deutsche öfter aufs Fahrrad um (29 Prozent) oder nutzten häufiger Bus und Bahn (24 Prozent).
Gut ein Viertel (27 Prozent) sparte nach eigenen Angaben hingegen keine Energie ein. Als Hauptgrund nannte die Mehrheit (52 Prozent) dieser Gruppe, bereits zuvor sparsam gewesen zu sein und kein weiteres Einsparpotenzial zu sehen.
Besonders ausgeprägt war diese Haltung bei den 70- bis 79-Jährigen (65 Prozent). Weitere 22 Prozent derjenigen, die keine Energie einsparen, spürten die gestiegenen Energiekosten zwar im Geldbeutel, empfanden das aber als finanziell verkraftbar.
Rund 18 Prozent wollten ihre Alltagsgewohnheiten grundsätzlich nicht ändern; ebenso viele gaben an, die höheren Energiekosten kaum zu bemerken.

Verzicht auf Öl, Gas und Kohle eher keine Option

Sich grundsätzlich von fossilen Brennstoffen abzukehren, ist für viele Deutsche derzeit keine Option.
Zwar hatte knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) bereits Maßnahmen ergriffen und weitere 38 Prozent planten entsprechende Schritte, dennoch blieb mit 40 Prozent eine große Gruppe bislang passiv – trotz steigender Energiekosten und politischer Debatten über Versorgungssicherheit.
Wenn bereits gehandelt wurde, standen Energiesparmaßnahmen (48 Prozent) und die Nutzung von Sonnenenergie (68 Prozent) im Fokus. Deutlich seltener wurden aufwendigere Investitionen wie Gebäudedämmung (26 Prozent), moderne Heizsysteme (19 Prozent) oder der Umstieg auf ein Elektroauto (22 Prozent) umgesetzt.
Ein ähnliches Bild zeigte sich bei denjenigen, die künftig unabhängiger von fossilen Energien werden möchten. Auch hier setzten viele zunächst auf Verbrauchsreduktion (49 Prozent) und Solarlösungen (46 Prozent). Größere strukturelle Veränderungen, wie beispielsweise ein neues Heizsystem (16 Prozent) oder eine Gebäudedämmung (13 Prozent), kamen für viele offenbar weniger in Frage.
Die Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut Innofact im April 2026 online durchgeführt. Befragt wurden 1.013 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren. (dts/red)
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deutschland

Mehrheit widerspricht Migrationsaussagen von Friedrich Merz und Bärbel Bas

Zentrale Aussagen aus der Bundesregierung zur Migrationspolitik stoßen laut einer Umfrage auf breite Skepsis in der Bevölkerung. Das zeigt eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA für die „Bild am Sonntag“.
So teilen nur elf Prozent der Befragten die Einschätzung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), wonach „große Teile“ des Migrationsproblems inzwischen gelöst seien.
78 Prozent widersprechen dieser Aussage, elf Prozent machten keine Angabe. Auch unter Anhängern der Union findet die Einschätzung nur begrenzte Zustimmung: Rund jeder fünfte Unionswähler stimmt ihr zu, 73 Prozent nicht.

Skepsis auch gegenüber Bärbel Bas

Kritisch bewertet wird auch eine Aussage von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Sie hatte erklärt: „Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein.“
Dieser Aussage stimmen 20 Prozent der Befragten zu, während 57 Prozent sie ablehnen. 23 Prozent äußerten sich nicht oder machten keine Angabe. Auch unter SPD-Anhängern überwiegt die Skepsis: 45 Prozent stimmen Bas nicht zu, 35 Prozent unterstützen ihre Aussage.
Für die „Bild am Sonntag“ hat INSA am 7. und 8. Mai 2026 insgesamt 1.003 Personen befragt. (dts/red)
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gesellschaft

Fernglas statt Handy: Warum die Gen Z jetzt Birden geht

Ist das ein Rotmilan? Dahinten fliegt ein Reiher! Hörst du den Gesang der Grauammer? Für die meisten Jugendlichen sind das eher ungewöhnliche Sätze.
Für die zehn jungen Leute, die an einem Sonntagabend auf dem ehemaligen Gelände des Flughafens Tegel in Berlin stehen und mit Ferngläsern in die Luft gucken, nicht. Sie sind zwischen 12 und 26 Jahren alt – und sie sind Vogel-Vollprofis.
„Seit ich im Young Birders Club bin, gehe ich ungefähr jedes Wochenende raus“, sagt Ole, 12 Jahre alt. Birding heißt so viel wie Vogelbeobachtung, klingt aber ein bisschen cooler. Deutschlandweit hat der Nabu etwa fünf dieser Gruppen. In Berlin ist Ole der Jüngste. „Meine Freunde finden mich auch ein bisschen verrückt, weil ich recht früh aufstehe.“
Ole steht fürs Birding manchmal sehr früh auf.

Ole steht fürs Birding manchmal sehr früh auf.

Foto: Fabian Sommer/dpa

Ole und die anderen Jugendliche räumen mit einem weit verbreiteten Klischee auf: Dass Vogelbeobachten etwas für alte Männer in Trekking-Outfits sei.
Auf Instagram und YouTube gibt es immer mehr junge Influencer, die ihre Beobachtungen teilen und über Vögel aufklären. Über Apps vernetzt sich die Szene miteinander, teilt ungewöhnliche Sichtungen, organisiert Treffen.
Laut einer Studie aus Großbritannien, über die die britische Zeitung „Guardian“ berichtet hat, ist Vogelbeobachtung nach dem Schmuckbasteln das am zweitschnellsten wachsende Hobby der Generation Z. Fast 750.000 Angehörige dieser Generation der zwischen 1995 und 2010 Geborenen in Großbritannien beobachten demnach regelmäßig Vögel.

Immer mehr Frauen finden Gefallen an dem Hobby

Vergleichbare Zahlen gibt es für Deutschland nicht, aber: „Auf jeden Fall sinkt das Alter“, sagt Christopher König vom Dachverband Deutscher Avifaunisten. „Lange Zeit hatte das Hobby den Ruf, dass das nur alte Männer in komischen Klamotten machen.“ Doch inzwischen gebe es immer mehr junge Vogel-Enthusiasten. „Auch der Frauenanteil nimmt zu über die Jahre.“
Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel holt Cora ihr Spektiv raus. Die 18-Jährige geht in der Regel mindestens einmal in der Woche Birden, inklusive Kamera, Fernglas und Audiorekorder für Vogelstimmen. Auf ihrem Handy hat sie ein PDF eines sehr detaillierten Handbuchs für europäische Vögel – leider nur auf Holländisch.
Cora ist einmal extra nach Dänemark gereist, um sich an einer Vögel-Zählaktion zu beteiligen.

Cora ist einmal extra nach Dänemark gereist, um sich an einer Vögel-Zählaktion zu beteiligen.

Foto: Fabian Sommer/dpa

„Ich habe mich generell schon viel für Natur interessiert. Dann habe ich irgendwann ein Fernglas geschenkt bekommen. Dann war Corona und ganz ganz viel Zeit, um draußen zu sein“, erzählt Cora. Wenn man die Jugendlichen fragt, wie sie zum Birden kamen, fällt häufig das Stichwort Corona.
Auch die 18-jährige Charlotte ist während der Pandemie aus Langeweile mehr rausgegangen und entdeckte so ihre Begeisterung für Natur und Vögel. „Mir macht es Spaß, weil es ein Weg ist, draußen zu sein.“ Für sie sei es auch ein guter Ausgleich zum Smartphone.
Es ist auffällig, dass die jungen Birder während der dreieinhalbstündigen Exkursion fast gar nicht aufs Handy schauen. Die Unterhaltungen werden höchstens von begeisterten Ausrufen und einem in die Höhe schnellenden Finger unterbrochen, wenn jemand einen Vogel entdeckt.
Manchmal folgt beim näheren Hinsehen Ernüchterung: „Ah, das ist eine Taube.“ Doch es sind auch einige Highlights dabei. „Stopp, eine Weihe!“, ruft Gruppenleiter Manuel Tacke einmal plötzlich. Lauter Ferngläser richten sich zum Himmel.
Teilnehmer Theo hat eine Kamera mit riesigem Objektiv und versucht den Vogel wie ein Paparazzo aufs Bild zu kriegen. Später stellt sich heraus, dass das am Himmel eine Wiesenweihe war, ein sehr seltener Brutvogel, der so gut wie nie in Berlin gesichtet wird.
Einige Jugendliche sind schon seit Jahren mit dabei.

Einige Jugendliche sind schon seit Jahren mit dabei.

Foto: Fabian Sommer/dpa

Analog statt digital

Der Reiz des Analogen zählt zu den Gründen, warum das Hobby gerade bei jungen Menschen Anklang findet. In einer stressigen Welt tue es einfach gut, in der Natur zu sein, sagt Laura Muschiol, Co-Leiterin des Young Birders Clubs.
„In der aktuellen Weltlage ist es, glaube ich, total wohltuend, zu sehen, dass bestimmte Sachen immer wieder kommen. Der Vogel, den ich bei mir im Park habe, der ist auch dieses Jahr wieder da, egal, was in den Nachrichten gerade abgeht. Und das ist auch ein bisschen was Tröstendes, glaube ich“, sagt die 33-Jährige. Die Jugendlichen träfen sich auch abseits der Touren und beteiligten sich an deutschlandweiten Monitoring-Programmen.
Viele nutzen dafür die Plattform ornitho.de, die vom Dachverband Deutscher Avifaunisten betrieben wird. Auch Hobby-Ornithologen können sich dort registrieren und ihre eigenen Beobachtungen eintragen, wenn möglich, mit Foto und Tonaufnahme.
Unterwegs geht das über die App Naturalist. 500 sogenannte Regionalkoordinatoren sichten die eingehenden Beobachtungen und überprüfen sie auf ihre Plausibilität.

Tausende Vogel-Meldung pro Tag

„Wir sind begeistert, wie hoch der Zuspruch ist“, sagt König. Allein vergangenes Jahr hätten sich 6.000 Menschen neu bei Ornitho registriert. „Das ist ein neuer Rekord.“
Bei gutem Wetter würden pro Tag teilweise mehr als 100.000 Meldungen eingehen. „Wir merken in den letzten Jahren auf jeden Fall einen Zustrom.“ In der Pandemie ging es so richtig los. Die Begeisterung für Vögel hielt auch danach an.
Für die Wissenschaft ist das ein Gewinn, sagt König. Zusätzlich zu offiziellen Zählungen helfen die Daten von Hobby-Ornithologen, Bestandsveränderungen zu bemerken, wie der Biogeograph erklärt. Vor allem Vögeln der Agrarlandschaften gehe es in Deutschland schlecht. „Da haben wir Arten, die sehr, sehr stark zurückgegangen sind.“ Beispiele seien das Rebhuhn, die Feldlerche oder der Kiebitz.
Die jungen Hobby-Ornithologen aus Berlin haben bis zum Ende ihres Ausflugs zwei Kiebitze entdeckt. Auch sonst ist ihre Liste beeindruckend: 45 verschiedene Vogelarten stehen darauf, darunter 7 Mauersegler, 150 Nebelkrähen, 5 Braunkehlchen – eine stark gefährdete Art -, 6 Steinschmätzer, 2 Schwarzmilane und ein Girlitz. Selbstverständlich haben sie alle Beobachtungen online gemeldet. (dpa/red)
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meinung

Alte Erkenntnisse über göttliche musikalische Ordnung bestätigt


In Kürze:

  • Dass es eine Verbindung zwischen Musik und Mathematik gibt, ist heute weithin anerkannt – nicht jedoch ein Zusammenhang mit der kosmischen Ordnung.
  • Die Theorie einer „Musica universalis“ ist bereits 2.500 Jahre alt und wurde erstmals von großen Gelehrten wie Pythagoras aufgestellt.
  • Jüngste Entdeckungen der NASA scheinen diese Idee zu bestätigen, was gegen die derzeit anerkannte Theorie vom Zufall spricht.

 
In dem Film „Die rote Violine“ wandert ein von einem italienischen Geigenbauer gefertigtes Instrument im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Hände und gelangt schließlich während der Kulturrevolution nach China. Dort wird dieses Objekt von Schönheit und spiritueller Bedeutung beinahe wegen der dort herrschenden politischen Ideologie zerstört.
„Lasst uns die entartete westliche Kunst bekämpfen!“, sagt ein Sprecher der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) im Film, woraufhin ein Musiklehrer gezwungen wird, eines seiner Instrumente auf den Scheiterhaufen zu werfen. Eine Kultur, die keine göttliche Ordnung anerkennt, hat keinen Platz für Schönheit.
Umgekehrt haben sich große Künstler stets für mehr als nur Erschaffer von Schönem gehalten. Im Falle der großen klassischen Komponisten strahlt ihr Werk ein Gefühl göttlicher Proportionen aus.
Die Unterschriften von Johann Sebastian Bach (1685–1750) trugen etwa zusätzlich Zahlen, und er nutzte mathematische Prinzipien, um in seinen Werken Symmetrie zu schaffen. Die Musik von Mozart (1756–1791) wird mit dem Goldenen Schnitt in Verbindung gebracht. Die Zahl Drei spielt in mehreren Werken von Beethoven (1770–1827), die sich mit dem Thema Schicksal befassen, eine besondere Rolle.
Eine grundlegende Verbindung zwischen Musik und Mathematik macht dies möglich – fernab von akademischen Übungen in Tonleitern und Rhythmen. Stattdessen hat sie vielmehr tiefgreifende Auswirkungen auf die Organisation des Universums und auf die daraus folgende moralische Bedeutung. Und diese Verbindung kannten bereits die alten Griechen.

Pythagoras trifft Schmied

Stellen Sie sich einen bärtigen Mystiker vor, der immer zuerst seinen rechten Schuh anzog, vom Verzehr von Bohnen abriet und behauptete, in einem früheren Leben ein Krieger Trojas gewesen zu sein.
Diese seltsame Gestalt mit dem Namen Pythagoras von Samos (circa 570–510 v. Chr.) gründete im alten Griechenland eine Denkschule. Noch heute ist er jedem Schüler durch den Satz des Pythagoras aus der Geometrie bekannt. Seine Anhänger bezeichneten ihn als „Vater der Mathematik“, aber auch als „Vater der Musik“ und schrieben ihm grundlegende Entdeckungen in beiden Bereichen zu.
Leider ist keine seiner Originalschriften bis heute erhalten geblieben. Der Philosoph Porphyrios (circa 233–301/305 n. Chr.) berichtete über 800 Jahre später, dass „es Pythagoras war, der entdeckte, dass auch musikalische Intervalle zwangsläufig durch Zahlen entstehen“. Außerdem habe er erklärt, welche Faktoren für Harmonie und Disharmonie verantwortlich seien.
Der Legende nach entdeckte er diese harmonischen Verhältnisse, als er hörte, wie Hämmer auf Eisen schlugen. Der Arbeit eines Schmiedes lauschend, bemerkte Pythagoras, dass verschiedene Hämmer je nach ihrem Gewicht unterschiedliche Töne erzeugten.

Die vollkommene Zahl

Ähnlich wie Isaac Newtons Apfel verdeutlicht Pythagoras’ Schmied auf tiefere Weise, wie Inspiration funktioniert – auch wenn die Geschichte selbst vielleicht nicht wahr ist. Von der Harmonie in der Schmiede inspiriert, testete Pythagoras seine Idee mit Saiten.
Einer weiteren Erzählung zufolge schuf er Saiten in verschiedenen Längen, die proportional zu den unterschiedlichen Gewichten der Hämmer waren. Auf diese Weise angeschlagen, erzeugten die Saiten die gleichen musikalischen Intervalle: Ein Verhältnis von zwei zu eins ergab eine Oktave, ein Verhältnis von drei zu zwei eine reine Quinte und ein Verhältnis von vier zu drei eine reine Quarte.
Die Zahlen, die in diese Verhältnisse eingehen – eins, zwei, drei und vier – sind jeweils symbolisch. Für die Pythagoreer war die Eins der Punkt, die Quelle und Einheit aller Dinge. Aus der Zwei entstand die Linie und das Reich der Dualität. Die Drei löste die Dualität in Harmonie auf und bildete die Fläche. Die Vier schließlich stand für den im Raum ausgebreiteten festen Körper.
Eins plus zwei plus drei plus vier ergibt zehn, die vollkommene Zahl und den Abschluss der Zahlenreihe. Um diese Zahl herum bildeten die Pythagoreer eine dreieckige Figur, die sogenannte Tetraktys, die sie als das numerische Symbol des Universums verehrten.

Schema einer Tetraktys (griechisch für „Vierheit“).

Foto: PeterHermesFurian/iStock

Musica Universalis

Es war Pythagoras, der als Erster die „Musica universalis“ (deutsch: Sphärenmusik) konzipierte. Diese Idee besagt, dass dieselben Verhältnisse, die die Musik bestimmen, auch die Bewegung der Himmelskörper beeinflussen.
Im Gegensatz zu dem Philosophen Demokrit (460/459–370 v. Chr.), der sich den Kosmos gefüllt mit Atomen und Leere vorstellte, glaubte Pythagoras, dass die numerische Wahrheit auf eine ewige Struktur des Universums hinweise. Die Sphärenharmonie sollte fortan die westliche Musiktheorie für mehr als 2.000 Jahre prägen.
In der Vorstellung einiger antiker Griechen gab es eine göttliche musikalische Ordnung

Die Vorstellung der pythagoreischen „Sphärenharmonie“ dargestellt von dem englischen Astrologen Ebenezer Sibly (1751–1799).

Im 17. Jahrhundert schrieb Johannes Kepler das Buch „Harmonices mundi“ (deutsch: „Die Harmonie der Welt“), in dem er die These aufstellte, dass die Planeten bei ihrer Bewegung um die Sonne unterschiedliche Töne von sich geben. Er stellte sich vor, dass sie ähnlich wie ein Chor funktionierten, und stellte daher ihre „Stimmen“ in Tonleitern grafisch dar.
Merkur sang demnach einen hohen Sopran und deckte mehr als eine Oktave ab. Venus und Erde waren Altstimmen, deren Tonlage sich jedoch kaum veränderte. Mars war ein Tenor, während Jupiter und Saturn den Bass sangen, wobei Saturn das tiefste Register hatte. Auch wenn uns das heute lächerlich erscheinen mag, führten Keplers Studien ihn direkt zur Entdeckung der Gesetze der Planetenbewegung.

Göttliche Ordnung oder Zufall?

Wie die alten Griechen betrachten wir Zahlen auch heute noch als unverzichtbar für das Verständnis des Universums. In den Augen vieler moderner Wissenschaftler gilt der Kosmos jedoch nicht mehr als unveränderlich und ewig oder als Konstrukt göttlicher Proportionen.
Heute herrscht die Theorie vom Zufall vor – quasi eine neu verpackte Version von Demokrits Ideen über Atome und Leere. Da das Universum zufällig ist, ist es frei von innerem Wert. „Das Universum ist nicht verpflichtet, für dich Sinn zu ergeben“, sagte der US-amerikanische Astrophysiker Neil deGrasse Tyson.
Aber ist das wahr? Ein Universum ohne Sinn mag zwar ein idealer Ort für Gleichungen sein, für den Menschen jedoch ein entmutigender. Ist es da verwunderlich, dass die Selbstmordraten in den vergangenen Jahrzehnten im direkten Verhältnis zum zunehmenden Glauben an den existenziellen Nihilismus gestiegen sind?

Die Wiederbelebung einer alten Theorie

 
Wie sich herausstellt, hält die starre materialistische Sichtweise des Universums einer genauen Prüfung nicht stand. Viele neuere wissenschaftliche Entdeckungen scheinen auf eine spirituelle Dimension hinzudeuten.
Nehmen wir noch einmal die veraltete Vorstellung von der Sphärenmusik. Oberflächlich betrachtet scheint die Tatsache, dass der Weltraum ein Vakuum ist, dieser alten Theorie zu widersprechen.
Interessanterweise verstand Pythagoras die Sphärenmusik jedoch als unhörbar, als etwas, das in einem Bereich jenseits der menschlichen Sinne existiert. Wie Kepler schrieb, ist der Chor der Planeten „vom Verstand wahrzunehmen, nicht vom Ohr“.
Auch der Astronom Kepler schrieb in seinem Werk „Harmonices Mundi“ von einer göttlich-musikalischen Ordnung des Kosmos

Titelblatt von „Harmonices Mundi“ von Johannes Kepler.

Tatsächlich haben Instrumente an Raumfahrzeugen von Himmelskörpern ausgestrahlte Radiowellen aufgefangen. Diese wurden später in hörbare Klänge umgewandelt. Große Sterne erzeugten tiefe, niederfrequente Schwingungen (ähnlich einer Tuba), während kleine Sterne Töne mit kürzeren Wellenlängen (ähnlich einer Flöte) erzeugten. Diese Daten ähneln Keplers Planetentönen, bestehen jedoch aus Instrumenten statt Gesangsstimmen.
Im Jahr 2001 sammelte die NASA-Raumsonde „Cassini“ Radiowellen in der Nähe des Jupiters. Anstatt eines singenden Basses, wie Kepler vermutete, deuten viele Menschen den Klang als „Windspiele am Meer“.

Musik des Kosmos ist kein Zufall

In seinem Buch „Light of the Mind, Light of the World“ schreibt der Gelehrte Spencer A. Klavan: „Die von der Wissenschaft beschriebene Welt ähnelt zunehmend der Welt, die der Glaube offenbart.“
Die alten Modelle des Universums sollten „Darstellungen einer höheren und reineren Realität sein, deren Wesen nur indirekt erkannt werden konnte […] [wie] sinnliche Schimmer einer unsichtbaren Wahrheit“.
Die unsichtbare – und unhörbare – Wahrheit ist, dass die ergreifende Musik des Kosmos kein Zufall ist, sondern auf etwas Größeres hinweist. Wenn Sie einen alltäglichen und monotonen Job haben, denken Sie einfach an den bescheidenen Schmied, der einst Pythagoras inspirierte. Wenn Ihnen das einen Sinn gibt, könnte es Ihnen vielleicht das Leben retten.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Scientists Confirming Ancient Revelations of a Musical Divine Order“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)
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Wegen US-Seeblockade: Iran setzt verstärkt auf Bahnhandel mit China


In Kürze:

  • Iran erhöht Gütertransporte per Bahn aus China deutlich
  • Die Zahl der Züge von Xi’an nach Teheran steigt massiv
  • Transportkosten für Container steigen um rund 40 Prozent
  • Experten halten Bahnverkehr nicht für Ersatz des Seehandels
  • USA befürchten mögliche Lieferung von Dual-Use-Technologie

 
Die Mitte April von den USA ausgerufene Blockade iranischer Häfen setzt den Iran zunehmend unter Druck. Wie „Bloomberg“ berichtet, versucht die Führung in Teheran derzeit, deren Auswirkungen durch eine Steigerung des Güterverkehrs mit China per Bahn entgegenzuwirken.
Statt wie bisher einmal pro Woche verkehren Frachtzüge von Xi’an nach Teheran nun alle drei bis vier Tage. Die Frachtkosten für den Versand eines 40-Fuß-Standardcontainers (mit einem Volumen von 67,7 Kubikmetern) seien um etwa 40 Prozent auf bis zu 7.000 US-Dollar gestiegen. Gleichzeitig könne der Transport von Gütern wie Öl oder Getreide per Bahn durch Kasachstan und Turkmenistan den Seehandel nicht vollständig ausgleichen.

Wirtschaftliche Lage im Iran spitzt sich zu

Schon jetzt kommen die Maßnahmen der USA im Alltag an. Der iranische Rial ist seit Beginn der Blockade auf neue Tiefstände gefallen. Gleichzeitig nehmen Inflation und Versorgungsprobleme zu. Präsident Masoud Pezeshkian warnte bereits vor dem „Horten“ von Gütern des täglichen Bedarfs und Händler, die auf diese Weise Extraprofite aus der Situation schlagen wollen.
Ausgangspunkt der Exporte und Zielort der Importe ist der iranische Inlandshafen Aprin bei Teheran. Die rund 10.400 Kilometer lange Verbindung nach China ist Teil der sogenannten Neuen Seidenstraße, auch bekannt als „Belt and Road“-Initiative.
Dem türkischen Logistikunternehmen Silkroad-Avrasya zufolge sind die Kapazitäten für Mai bereits vollständig ausgebucht. Ein Zug kann etwa 50 Container transportieren. Demgegenüber kann ein großes Containerschiff mehrere Tausend Container gleichzeitig transportieren. Während ein Supertanker zwischen 1,9 und 2,2 Millionen Barrel Öl transportieren kann, schafft selbst ein komplett gefüllter Ölzug nur etwa 70.000 Barrel.

Eisenbahn nach China als „politisches System“

Aus diesem Grund verwirft Steve H. Hanke, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Johns Hopkins University, die „Theorie der Alternative zu Lande“. Gegenüber Epoch Times erklärte er, die Eisenbahn sei derzeit nur ein „politisches Symbol“ – und keine echte wirtschaftliche Alternative.
Zwischen dem Iran und China werden vor allem Industrieprodukte, Autoteile, Generatoren, Elektronik und Konsumgüter gehandelt. Zudem prüft die Führung, künftig auch Petrochemieprodukte, Treibstoffe und Diesel auf diesem Wege zu exportieren.
Weitere Landkorridore, die der Iran auszubauen versucht, gehen über Afghanistan sowie Pakistan und die Türkei. Bereits 2025 hatte Teheran damit begonnen, über die Khaf–Herat-Bahnlinie Diesel nach Afghanistan zu liefern. Über die Straße liefert der Iran Lebensmittel, Sonnenblumenöl und kleinere Versorgungsgüter nach Pakistan und in die Türkei. Allerdings gelten diese als sicherheitspolitisch riskant und kaum skalierbar. Die Infrastruktur für den Transport ist nur schwach ausgebaut.

China wird Iran weiter stützen – ohne Konflikt mit den USA oder den Golfstaaten zu riskieren

Zudem argwöhnen die US-Geheimdienste, dass die Bahnroute nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung haben könnte. So sei nicht auszuschließen, dass Elektronikkomponenten mit Dual-Use-Funktion oder sogar Drohnenteile und Raketentechnik auf diesem Wege in den Iran transportiert werden könnten. Diese wären entsprechend deutlich schwerer zu kontrollieren oder abzufangen als Seefracht.
Für die kommunistische Führung in Peking könnte dies allerdings auch ein Risiko diplomatischer Verwicklungen mit unerwünschten wirtschaftlichen Folgen bedeuten. So könnte China zum Ziel von Sekundärsanktionen der USA werden. Der Analyst Michael Sobolik weist darauf hin, dass China das 2021 angekündigte 400-Milliarden-Dollar-Abkommen mit dem Iran bisher nur teilweise umgesetzt hat. Außerdem seien China die wirtschaftlichen Beziehungen zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten deutlich wichtiger als jene zum Iran.
Peking wird voraussichtlich weiterhin große Mengen iranischen Öls beziehen. Gleichzeitig wird das KP-Regime darauf bedacht sein, Partner wie Saudi-Arabien, die Emirate oder weitere Golfstaaten nicht vor den Kopf zu stoßen. Immerhin hat China dort in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 270 Milliarden US-Dollar investiert. Insofern wird Peking weiter den Iran stützen – ohne einen offenen Konflikt mit den USA oder den arabischen Golfstaaten zu riskieren.
 
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Putin: Referendum über EU-Beitritt in Armenien wäre „logisch“

Nach einem europäischen Gipfeltreffen in Armenien Anfang der Woche hat Russlands Präsident Wladimir Putin sich zu einem möglichen EU-Beitritt der seit Langem mit Russland verbündeten Ex-Sowjetrepublik geäußert.
„Es wäre völlig logisch, ein Referendum abzuhalten und die armenischen Bürger zu fragen, wie ihre Entscheidung ausfallen würde“, sagte Putin am Samstag bei einer Pressekonferenz. „Auf dieser Grundlage würden wir dann auch unsere eigene Entscheidung treffen“, fügte er hinzu.

Putin zieht Parallelen zur Ukraine

Der Präsident sprach von der Möglichkeit einer „sanften, zivilisierten und für beide Seiten vorteilhaften Trennung“.
Er zog auch Parallelen zur Ukraine: „Wir alle sehen gerade alles, was sich in Richtung Ukraine abspielt. Aber wie hat das alles angefangen? Mit dem Versuch der Ukraine, der EU beizutreten“, betonte Putin.
Eriwan hatte 2024 seine Mitgliedschaft im von Russland geführten Militärbündnis OVKS gekündigt, nachdem Moskau Armenien in seinem Konflikt mit Aserbaidschan nicht verteidigt hatte. Armenien bekundete zudem Interesse an einem EU-Beitritt, was den Kreml verärgerte.

Treffen in Eriwan

Am Montag hatte Armenien dutzende Staats- und Regierungschefs anlässlich des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) empfangen, darunter auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Nach dem EPG-Gipfel fand in Eriwan am Dienstag dann ein Gipfeltreffen zwischen der EU und Armenien statt.
Der Besuch Selenskyjs in Eriwan „empörte“ Moskau. Es sei „kategorisch inakzeptabel“, dass Armenien Selenskyj „bei den jüngsten von der EU geförderten Veranstaltungen eine Plattform geboten hat“, erklärte das russische Außenministerium. (afp/red)