In Kürze:
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Drei einfache Akupressurpunkte können schnell helfen: Yin Tang (zwischen den Augenbrauen) beruhigt Emotionen, löst Sorgen und verbessert den Schlaf.
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Nei Guan (am inneren Handgelenk) lindert Übelkeit und Überforderung.
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Hegu (zwischen Daumen und Zeigefinger) wirkt gegen Schmerzen, Kopfschmerzen, Stress und stärkt das allgemeine Wohlbefinden.
- Jeden dieser Punkte 1 bis 2 Minuten sanft massieren oder drücken – am besten mit ruhiger, tiefer Atmung.
Eines Tages kam eine junge Frau in ihren Zwanzigern in meine Praxis. Sie litt unter starkem Stress und Schlaflosigkeit, ausgelöst durch einen Berufswechsel.
Hätte sie eine westliche Klinik aufgesucht, hätte man ihr wahrscheinlich eine Psychotherapie oder Schlaftabletten verschrieben. Stattdessen kam sie zu mir, einer Ärztin für Traditionelle Chinesische Medizin. Ich bat sie lediglich, ihre Hand zu massieren.
Sie folgte dem Rat und massierte die Mitte ihrer Handfläche immer dann, wenn sie sich gestresst oder ängstlich fühlte. Bereits nach wenigen Tagen berichtete sie, dass ihr Geist klarer wurde, die Ängste nachließen und sie endlich wieder erholsam schlafen konnte.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt jede Form von Krankheit oder Stress – ob körperlich oder seelisch – als Zeichen einer Blockade der Lebensenergie Qi. Sobald der Qi-Fluss wiederhergestellt ist, kehren Gesundheit und Gleichgewicht von selbst zurück.
Solche schnellen und tiefgreifenden Besserungen erlebe ich täglich in meiner Praxis.
Um zu verstehen, warum dieser einfache Massagetrick so wirksam war, lohnt es sich, das Meridiansystem der TCM kennenzulernen – jene feinen Energiekanäle, durch die das Qi im Körper fließt. Sie eröffnen eine ganz neue Sicht auf Gesundheit und Heilung.
Die unsichtbaren Energiekanäle
Im
ersten Artikel dieser Reihe wurde beschrieben, dass die TCM den menschlichen Körper als ein intelligentes, dynamisches System betrachtet, das in der Lage ist, sich selbst zu reparieren und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Gesundheit wird durch das Qi aufrechterhalten, das durch die Meridiane des Körpers fließt.
Meridiane sind vergleichbar mit Nebenflüssen und Kanälen und bilden ein riesiges Netzwerk, das den Körper mit dem durch sie fließenden Qi „bewässert“ und so jeden Teil des Körpers nährt.
Genauso wie es an Flüssen Zugangspunkte gibt, gibt es an diesen Meridianen Akupunkturpunkte (auch Akupressurpunkte genannt). Akupunkturpunkte sind bestimmte Stellen entlang der Meridiane, an denen durch sanften Druck oder Massage auf das Qi zugegriffen, es beeinflusst und umgeleitet werden kann.
Der menschliche Körper verfügt laut TCM über zwölf Hauptmeridiane, die in sechs Paaren vorliegen, wobei jedes Paar mit einem bestimmten Organ verbunden ist und seinem eigenen spezifischen Verlauf folgt. Obwohl Meridiane im gesamten Körper vorhanden sind, lassen sich ihre Verläufe oft leichter in den Gliedmaßen wahrnehmen, wo die Empfindungen der Qi-Übertragung deutlicher spürbar sind.
Der Qi-Fluss innerhalb der Meridiane beeinflusst, wie Ihr Körper und sogar Ihre Emotionen funktionieren.
Die westliche
Wissenschaft hat begonnen, das Konzept der Meridiane zu erforschen. CT- und MRT-Untersuchungen haben gezeigt, dass die Faszien – das Bindegewebe des Körpers – Muskeln, Knochen, Nerven, Blutgefäße und Organe umgeben und stützen. Dabei bilden sie linienartige Strukturen, die ähnlich verlaufen wie die traditionellen Meridianbahnen.
Einige Forscher haben die Hypothese aufgestellt, dass das Meridiansystem der Faszien des Körpers entsprechen könnte, doch die Forschung dazu ist noch nicht abgeschlossen. Auch wenn der Vergleich zwischen Faszien und Meridianen faszinierend ist, ist das gesamte Meridiansystem komplexer als die Faszien.
Warum Meridiane wichtig sind
In der chinesischen Medizin besteht die Hauptfunktion der Meridiane darin, einen gleichmäßigen und kontinuierlichen Qi-Fluss aufrechtzuerhalten.
Wenn der Qi-Fluss gestört oder aus dem Gleichgewicht gerät, kann dies auf einen Zustand der Disharmonie hindeuten. In solchen Fällen können bei den Betroffenen verschiedene körperliche oder emotionale Symptome auftreten. Zu den häufig beschriebenen Anzeichen, die mit einem Qi-Ungleichgewicht oder einer Qi-Stagnation in Verbindung gebracht werden, gehören:
- Stress, Angstzustände oder Reizbarkeit
- Verspannte Muskeln oder schmerzende Gelenke
- Energielosigkeit, chronische Müdigkeit und Verdauungsprobleme
- Schlaflosigkeit und wiederkehrende Kopfschmerzen
Um dies weiter zu vereinfachen, kehren wir zu der gestressten Patientin zurück, die ich zuvor erwähnt habe. Was genau geschah, als sie auf die Mitte ihrer Handfläche drückte?
Der Bereich, auf den sie Druck ausübte, ist als Akupunkturpunkt „Palast der Mühen“ (auch Lao Gong genannt) bekannt. Der Lao-Gong-Akupunkturpunkt steht in engem Zusammenhang mit der Regulierung von Emotionen und geistiger Klarheit. Die Stimulation dieses Punktes fördert einen reibungsloseren Fluss von Qi und Blut, insbesondere im Oberkörper und im Kopf.
Praktisch gesehen hilft die Akupressur dabei, den Körper aus einem Zustand von erhöhtem Stress und geistiger Überaktivität in einen ruhigeren, konzentrierteren und ausgeglicheneren Zustand zu versetzen – genau das, was in Zeiten intensiven Lernens oder Leistungsdrucks benötigt wird.
Akupressurpunkte zur Selbstbehandlung
Man kann einfache Akupressurmassagen in die persönliche Selbstfürsorgeroutine integrieren.
Beim Massieren von Akupunkturpunkten ist es normal, leichte Empfindungen wie Schmerzen, Schweregefühl oder leichten Druck zu spüren. Wenn der Druck jedoch unangenehm oder schmerzhaft wird, sollte der Druck verringert oder die Massage gestoppt werden. Akupressur soll dem Körper helfen, sich zu entspannen, und keine zusätzliche Anspannung erzeugen.
Es sollte vermieden werden, Druck auf Bereiche auszuüben, die verletzt, geschwollen oder entzündet sind oder Krampfadern aufweisen, da diese empfindlicher sind und sich durch die Stimulation verschlimmern können.
Die Stimulation sollte auf etwa 1 bis 2 Minuten beschränkt werden und der Druck sollte, sofern möglich, auf beiden Seiten des Körpers ausgeübt werden.
Dies sollte möglichst mit langsamer, entspannter Atmung kombiniert werden. Wichtig ist: Regelmäßigkeit und Sanftheit sind vorteilhafter als eine übermäßige oder zu kräftige Stimulation.
3 leicht zu findende Akupunkturpunkte
1. Bei Schlaflosigkeit, Sorgen und zur Regulierung der Emotionen
Ein leicht zu findender und häufig verwendeter Akupunkturpunkt zwischen den Augenbrauen heißt Yin Tang oder „Halle der Eindrücke“.
Nach alter Überlieferung ist dies der Ort des dritten Auges. Der Yin-Tang-Akupunkturpunkt steht in Verbindung mit der Zirbeldrüse und hilft, die Schlafqualität zu verbessern und emotionale Belastungen zu regulieren, was zu tiefer Entspannung führt.
Dieser Bereich sollte 1 bis 2 Minuten lang sanft mit den Fingern in kreisenden Bewegungen massiert werden.
2. Bei Übelkeit und Überforderung
Es gibt eine weiche Stelle am inneren Handgelenk, etwa drei Finger breit unterhalb der Handgelenksfalte und zwischen zwei hervortretenden Sehnen. Dieser Punkt, bekannt als „inneres Tor“ oder auf Chinesisch „Nei Guan“, wird in der traditionellen Praxis häufig zur Linderung von Symptomen wie Übelkeit und emotionaler Anspannung eingesetzt.
Auf diesen Punkt sollte man sanft Druck ausüben oder diesen Bereich 1 bis 2 Minuten lang mit dem Daumen massieren, während man langsam und gleichmäßig atmet.
3. Zur Schmerzlinderung und für das allgemeine Wohlbefinden
Auf dem Handrücken, zwischen Daumen und Zeigefinger, befindet sich ein sehr vielseitiger Akupunkturpunkt namens Hegu oder „Verbindungstal“. Er wird häufig bei Kopfschmerzen, Migräne und Zahnschmerzen sowie bei Erkältungen und Grippe eingesetzt. Er hilft auch, Stress abzubauen und die Verdauung anzuregen.
Diesen Bereich sollte man 1 bis 2 Minuten lang sanft massieren, und dabei langsam und tief einatmen.
Hinweis: Dieser Punkt sollte während der Schwangerschaft nicht stimuliert werden, da dies Wehen auslösen könnte.
Die Lebensenergie des Körpers liebt den Fluss. Flexibel und anpassungsfähig zu sein, ist das Geheimnis für Gesundheit und Langlebigkeit. Das lebensspendende Qi sollte frei durch den Körper fließen können – und dann wird man sich gesund fühlen und gesund bleiben.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.