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100 Euro pro Liter Fruchtsaft: Verbraucher-Negativpreis für Nahrungsergänzungsmittel

Eine Umfrage der Verbraucherorganisation Foodwatch hat ein Nahrungsergänzungsmittel der Marke LaVita zur „dreistesten Werbelüge“ des Jahres gekürt. 39 Prozent der gut 66.000 Teilnehmer an der Online-Umfrage stimmten für das „Mikronährstoffkonzentrat“ als Kandidat für den Negativpreis „Goldener Windbeutel“, wie Foodwatch am Dienstag, den 14. Juli mitteilte.
Nach Angaben der Organisation besteht das Produkt größtenteils aus Fruchtsaftkonzentrat und kostet dennoch umgerechnet 100 Euro pro Liter.

Foodwatch kritisiert irreführende Gesundheitsversprechen

„LaVita kassiert Verbraucher mit dem Wunsch nach Gesundheit kräftig ab“, erklärte Alina Nitsche von Foodwatch. „Der Saft steht beispielhaft für die Abzocke mit irreführenden Gesundheitsversprechen.“
Das als „Saubertrank“ beworbene Produkt besteht zu 70 Prozent aus Fruchtsaftkonzentrat sowie aus zugesetzten Vitaminen und Nährstoffen – „teilweise überdosiert“, wie Foodwatch ergänzt.
„Der Markt für Lebensmittel mit Vitaminzusatz und Supplements boomt, kontrolliert wird er kaum“, kritisiert Nitsche. „Bund und Länder müssen die Lebensmittelüberwachung endlich so ausstatten, dass sie Verbrauchertäuschung stoppen kann.“

Auch Backpulver und Joghurt auf der Negativliste

Auf Platz zwei im Negativranking landete mit 21,9 Prozent der abgegebenen Stimmen das „Airfryer Backin Backpulver“ von Dr. Oetker. Es wird als Innovation für die Heißluftfritteuse beworben, unterscheidet sich laut Foodwatch aber nicht vom „deutlich günstigeren“ Standardbackpulver. Der Preis ist demnach mindestens doppelt so hoch.
Knapp dahinter mit 20,8 Prozent landete der Joghurt Matcha Mango von Andechser Natur. Die vermeintlich zentrale Zutat Matcha macht laut Foodwatch nur 0,1 Prozent des Joghurts aus. Für die grünliche Farbe sorgt demnach auch das Algenpulver Spirulina.
Die Organisation verleiht den „Goldenen Windbeutel“ seit 2009, um auf das Problem der Verbrauchertäuschung im Lebensmittelbereich hinzuweisen. (afp/red)
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Warum Knochen- und Muskelschwund nicht nur eine Folge des Alterns sind


In Kürze:

  • Osteoporose und Sarkopenie – also Knochen- und Muskelschwund – nehmen bereits in jüngeren Jahren ihren Anfang.
  • Knochen und Muskeln wachsen durch Belastung. Fehlt diese, verkümmern sie.
  • Auch die Biochemie von Knochen und Muskeln bestimmt, ob sie schwinden oder wachsen.
  • Doch gesunde Knochen und Muskeln brauchen nicht nur Sport und eine gute Ernährung, sondern auch Energie in den Zellen.

 
Der Abbau von Knochen, Muskeln und Kraft gehört zu den folgenschwersten Aspekten des Alterns. Denn Gebrechlichkeit ist einer der stärksten Prädiktoren für Pflegebedürftigkeit und Tod nach dem 65. Lebensjahr. 
Doch glücklicherweise kann man diesem Abbau sehr gut entgegenwirken und ihn sogar umkehren. Personen, die ihre muskuloskelettale Kraft erhalten, sind laut Studien weitaus besser in der Lage, auch vieles andere länger zu bewahren: Unabhängigkeit, Gleichgewicht, Stoffwechsel und sogar die kognitive Widerstandsfähigkeit, die sich aus körperlicher Leistungsfähigkeit ergibt.
Um diesen Verfall umzukehren, bedarf es einer umfassenderen Perspektive. In meiner Praxis prüfe ich jeden Patienten anhand des ACES-Modells für Gesundheit und Medizin. Dieses Modell beschreibt vier Dimensionen, die beeinflussen, wie der Körper im Laufe der Zeit seine Struktur bewahrt oder verliert – Anatomie, Chemie, Energie und Seele.
Knochen- und Muskelschwund ist selten auf ein Versagen in nur einer dieser Dimensionen zurückzuführen. Die Behandlung von nur einer oder zwei Dimensionen – hier ein Rezept, dort ein Nahrungsergänzungsmittel – kann oftmals nicht verhindern, dass viele ältere Patienten immer wieder stürzen und Belastungen des Alltags nicht mehr gewachsen sind.

Anatomie: Der Körper wird durch das geformt, was man von ihm verlangt

Knochen und Muskeln sind lebendes Gewebe und reagieren direkt auf Belastung: Widerstand, Stöße und Gewicht, die das Gewebe wirklich herausfordern.
Nimmt man das weg, erhalten die Osteoblasten – die Zellen, die Knochen aufbauen – einfach keinen Befehl mehr, zu arbeiten.
Für die Muskeln gilt dieselbe Regel, mit einer gravierenden Ergänzung: Der Körper baut aktiv Gewebe ab, das er als entbehrlich einstuft. Ab etwa dem 40. Lebensjahr werden die Muskeln zunehmend unempfänglich für die Signale, die sie einst aufgebaut haben, wie etwa Bewegung oder Protein aus der Nahrung. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache als anabole Resistenz beschrieben. 
Das bedeutet vereinfacht, dass dasselbe Protein und Training, die mit 30 noch zum Muskelaufbau führten, mit 60 nicht mehr ausreichen. Wer den Reiz nicht verstärkt, verliert jedes Jahr ein wenig mehr an Muskelmasse.
Das moderne Leben beschleunigt all diese physiologischen Veränderungen. Der durchschnittliche Erwachsene sitzt heute ungefähr zehn Stunden pro Tag. Die Hüftbeuger verkürzen sich, die Gesäßmuskeln werden inaktiv, der obere Rücken rundet sich nach vorne und die hintere Muskelkette, also die gesamte Muskulatur der Körperrückseite – das strukturelle Rückgrat der menschlichen Bewegung sozusagen –, verkümmert.

Tipps, was Sie tun können

Geben Sie Ihrem Skelett und Ihren Muskeln einen Anreiz, zu bleiben. Für die meisten Erwachsenen heißt das: Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche. Das bedeutet,  große Muskelgruppen mit einem sinnvollen Gewicht, gepaart mit einer leichten Stoßbelastung, zu trainieren. Selbst etwas so Einfaches wie auf den Zehenspitzen oder Fersen stehen, kann den Knochen dazu anregt, sich zu erneuern. 
Sie müssen die Belastung im Laufe der Zeit steigern, denn Muskeln und Knochen passen sich an den Reiz an, nicht an Wiederholungen. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Krafttraining haben, beginnen Sie unter Anleitung eines Trainers oder Physiotherapeuten, der Ihnen sichere Übungen empfehlen kann.

Chemie: Was Ihr Blut Ihnen verrät

Die Biochemie von Knochen und Muskeln wird selten eingehend untersucht – da sie normalerweise über die Standard-Laboruntersuchungen hinausgeht.

Vitamin D

Der optimale Serumspiegel von Vitamin D liegt zwischen 30 und 50 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Unterhalb dieses Wertes stockt die Kalziumaufnahme. Um die Funktion des Bewegungsapparats aufrechtzuerhalten, empfehle ich allerdings 50 bis 80 ng/ml.
Schnell zuckende Fasern brauchen Vitamin D. Mit ihm sind sie schnell und stark genug, um uns aufzufangen, wenn wir stolpern. Deshalb äußert sich ein Vitamin-D-Mangel nicht nur in Knochenschwund, sondern auch in echter Muskelschwäche und -unsicherheit, was zu einem deutlich höheren Sturzrisiko führt.

Vitamin K2 

Vitamin K2 leitet Kalzium in die Knochen und weg von den Blutgefäßen. Ein Patient, der Kalzium und Vitamin D ohne K2 einnimmt, baut möglicherweise schwache Knochen auf und lässt gleichzeitig seine Arterien verkalken.

Magnesium

Der Körper benötigt Magnesium, um Vitamin D zu aktivieren und Muskeln anzuspannen. Gleichzeitig hilft Magnesium, den Spiegel des Hormons Parathormon zu regulieren, der den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel steuert. 
Ein subtiler Mangel äußert sich in Krämpfen, unruhigem Schlaf und unerklärlicher Müdigkeit.

Protein

Protein brauchen wir, um die Muskelmasse zu erhalten. Erwachsene über 40 benötigen etwa 1,2 bis 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Dabei ist nicht nur die Gesamtzufuhr wichtig, sondern auch, dass wir das Protein über den Tag verteilt und nicht in einer großen Mahlzeit aufnehmen.

Hormone

Hormone sind für den Erhalt von Knochen und Muskeln unerlässlich, nehmen aber im mittleren Alter ab. Dazu gehören unter anderem IGF-1 (insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1), Wachstumshormon, DHEA (Baustein für die Produktion wichtiger männlicher und weiblicher Sexualhormone, darunter Testosteron und Östrogen) sowie Schilddrüsenhormone.
Den Hormonhaushalt zu bestimmen und – sofern klinisch angebracht – wiederherzustellen, kann zu Ergebnissen führen, die kein Trainingsprogramm allein erreichen kann.

Tipps, was Sie tun können

Bitten Sie Ihren Arzt um eine Untersuchung, die über das Wesentliche hinausgeht: Vitamin D, Magnesium (idealerweise Magnesium in den roten Blutkörperchen) und, je nach Ihrer Krankengeschichte, die relevanten Hormone. 
Beziehen Sie den Großteil Ihres Proteins aus proteinreichen Vollwertnahrungsmitteln. Eine gute Quelle sind unter anderem
  • Eier,
  • Geflügel, 
  • Rinderfleisch, 
  • frischer oder konservierter Thunfisch oder Lachs,
  • griechischer Joghurt. 
Essen Sie bei jeder Mahlzeit proteinreiche Lebensmittel und versuchen Sie nicht, die benötigte tägliche Proteinmenge nur bei einer Mahlzeit zu sich zu nehmen.
Betrachten Sie Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D und K2 sowie Magnesium als gezielte Korrektur gemessener Mangelzustände und nicht als wahlloses Einnehmen von Tabletten. Gehen Sie eine Hormontherapie als eine sorgfältige Entscheidung an, die Sie gemeinsam mit einem sachkundigen Arzt treffen.

Energie: Die Kraft zum Wiederaufbau

Selbst ein makelloses Training und eine perfekte Ernährung können scheitern, wenn dem Körper die zelluläre Energie fehlt, um darauf zu reagieren. Der Aufbau von Knochen und Muskeln ist stoffwechseltechnisch aufwendig und hängt von gesunden Mitochondrien ab – den Kraftwerken unserer Zellen.
Personen mit chronischer Müdigkeit, anhaltenden postviralen Syndromen oder erheblicher toxischer Belastung verlieren laut Untersuchungen schneller an Muskel- und Knochenmasse. Das kommt dadurch, dass die zelluläre Energie für deren Wiederaufbau beeinträchtigt ist.
Der Wiederaufbau findet im Schlaf statt, denn der Körper schüttet Wachstumshormone vor allem im Tiefschlaf aus. Genau während dieser Zeit baut der Körper Muskelproteine auf, baut altes Knochengewebe ab und ersetzt es durch neues.
Sechs Stunden Schlaf können nicht das leisten, was acht Stunden ermöglichen, ganz gleich, wie diszipliniert Ihr Training auch sein mag.

Tipps, was Sie tun können

Stellen Sie sicher, dass sie ausreichend schlafen: 
  • Halten Sie regelmäßige Schlafenszeiten ein, 
  • sorgen Sie für ein dunkles und kühles Schlafzimmer,
  • verzichten Sie spätabends auf Bildschirme und auf Alkohol, da beides den Tiefschlaf beeinträchtigt. 
Wenn Ihre Müdigkeit in keinem Verhältnis zu Ihrem Leben zu stehen scheint, nehmen Sie sie ernst, anstatt sie einfach zu ignorieren. Fragen Sie Ihren Arzt zusätzlich nach Schilddrüsen-, Eisen- und B12-Werten sowie – sofern Ihre Vorgeschichte dies nahelegt – nach umweltbedingten und stoffwechselbedingten Faktoren.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Why Bone and Muscle Loss Is More Than Just Aging“ (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Die Wirkung von Astaxanthin: Was die aktuelle Forschung tatsächlich belegt

Das Pigment, das Wildlachs seine rote Farbe verleiht, wird heute in Flaschen abgefüllt und als eines der stärksten Antioxidantien der Welt vermarktet. Die Aussage ist bemerkenswert, doch die wissenschaftliche Beweislage ist deutlich differenzierter.
Astaxanthin ist ein marines Carotinoid, das von Mikroalgen wie Haematococcus pluvialis gebildet wird und über die Nahrungskette von Krill und Garnelen bis hin zu Fischen wie Forellen und Lachs gelangt.
Die Wellnessbranche hat es aufgegriffen und bewirbt es als Antioxidans, das in Labortests angeblich 6.000-mal stärker als Vitamin C sein soll, verbunden mit Vorteilen wie glatterer Haut, besserem Sehvermögen, weniger Entzündungen und verbesserter Gehirngesundheit.
Als Wissenschaftlerin für klinische Ernährung halte ich die Forschungsergebnisse für interessant, sehe aber zugleich, dass Marketing die wissenschaftlichen Nuancen und die tatsächliche Datenlage beim Menschen häufig vereinfacht darstellt.
Die Wirkung hängt stark von der Aufnahme ab und variiert je nach Dosierung, Darreichungsform und der Frage, ob Astaxanthin über natürliche Lebensmittel oder als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wird.

Lachs vs. Nahrungsergänzungsmittel

Die grundlegende Frage: Ist Wildlachs besser als ein Nahrungsergänzungsmittel für Astaxanthin?
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist eine hochwertige Vollwertnahrungsquelle für den menschlichen Körper überlegen.
Wildlachs, insbesondere Rotlachs, liefert Astaxanthin in einer synergistischen Matrix, die unsere Zellen erkennen, zusammen mit Omega-3-Fettsäuren, Eiweiß, Selen und anderen Nährstoffcofaktoren, die die Aufnahme unterstützen.
Omega-3-Fettsäuren helfen dabei, Astaxanthin besser aufzunehmen, da es fettlöslich ist, Protein unterstützt den Transport im Körper und Selen wirkt zusammen mit Astaxanthin für einen stärkeren antioxidativen Schutz.
Zuchtlachs aus dem Atlantik enthält in der Regel deutlich weniger Astaxanthin, was auf Unterschiede bei Futtermitteln und algenbasierten Zusatzstoffen zurückzuführen ist.
Weitere nützliche Nahrungsquellen sind Regenbogenforelle, Rotbrasse und Schalentiere wie Garnelen, Krill, Krabben und Krebse, wobei sich das Pigment bei Schalentieren hauptsächlich in der Schale und nicht im essbaren Fleisch konzentriert.

Natürliche Astaxanthinquellen: Regenbogenforelle, Rotbrasse und Schalentiere wie Garnelen, Krill und Krabben. Das Pigment steckt bei Schalentieren vor allem in der Schale.

Foto: ahirao_photo/iStock

Nahrungsergänzungsmittel hingegen können viel höhere und gezieltere Dosen liefern, oft 4 bis 12 Milligramm pro Tag, was über dem liegt, was die meisten Menschen aus ein paar Portionen Lachs erhalten. Doch die Aufnahme variiert erheblich von Person zu Person.
Astaxanthin ist eine fettlösliche Verbindung, daher hängt die Aufnahme von der Produktform und davon ab, ob man es zusammen mit Nahrungsfett einnimmt.
Forschungsergebnisse zeigen, dass ölbasierte Kapseln, die zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden, effektiver aufgenommen werden als trockene Tabletten auf nüchternen Magen.
Die Qualität der Marke und die Zusammensetzung sind wichtiger als das Wort „natürlich“ auf dem Etikett, obwohl das meiste Astaxanthin in Nahrungsergänzungsmitteln tatsächlich aus Haematococcus pluvialis, einer für den menschlichen Verzehr zugelassenen Mikroalge, gewonnen wird.
Wildlachs, eine der reichhaltigsten natürlichen Quellen für Astaxanthin, kann in einer typischen Portion mehrere Milligramm des Pigments liefern, was einer mittleren Dosis in Nahrungsergänzungsmitteln entspricht.
Der Verzehr von Wildlachs mehrmals pro Woche ist der ideale Weg, Astaxanthin aufzunehmen, da er reich an Proteinen und gesunden Fetten ist, was aber in der täglichen Ernährung schwer umzusetzen ist.
Nahrungsergänzungsmittel eignen sich am besten als praktische Ergänzung für diejenigen, die selten Fisch essen, und nicht als Ersatz für eine gute Mahlzeit.
Für den täglichen Gebrauch kosten hochwertige Astaxanthin-Nahrungsergänzungsmittel in der Regel etwa 20 bis 50 US-Dollar pro Monat für 4 bis 12 Milligramm pro Tag.

Unterstützung für Haut und Augen

Eine der am häufigsten geäußerten Behauptungen, die ich in meiner Arbeit höre, ist, dass Astaxanthin Falten glättet und der Haut einen strahlenden Teint verleiht.
Eine kontrollierte Studie am Menschen ergab, dass die Einnahme von 4 bis 12 Milligramm Astaxanthin pro Tag über acht bis 16 Wochen Hautrötungen durch UV-Sonneneinstrahlung reduziert, die Hautfeuchtigkeit verbessert und dazu beitragen kann, die Schutzbarriere der Haut zu stärken, obwohl es bei tiefen Falten kaum einen Unterschied macht.
Astaxanthin ist kein „Botox in Tablettenform“. Im besten Fall ist Astaxanthin ein unterstützendes Nahrungsergänzungsmittel, das zusätzlich zu Sonnenschutz, einer ausgewogenen Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr eingenommen werden sollte.
Es wird tiefe Falten nicht beseitigen, kann aber dazu beitragen, die Hautgesundheit in eine bessere Richtung zu lenken.
Astaxanthin kann die Hautverjüngung unterstützen und bei Sonnenschäden helfen, ist jedoch kein kosmetischer Eingriff und kein Ersatz für grundlegende Hautpflege und eine gesunde Lebensweise.
Ähnlich bescheiden, aber realistisch, ist das Bild für die Augengesundheit.
Eine Übersichtsarbeit zu den Anwendungen von Astaxanthin in der Augenheilkunde zeigt, dass die tägliche Einnahme von etwa 4 bis 9 Milligramm in Form eines Nahrungsergänzungsmittels die Augen vor oxidativem Stress schützen und den Sehkomfort verbessern kann.
Besonders bei Erwachsenen, die viele Stunden vor Bildschirmen verbringen, konnte Astaxanthin die Symptome von Augenermüdung spürbar verringern.
Man kann es sich wie eine Schutzhülle oder eine Art von Komfort für die Netzhaut vorstellen, die gleichzeitig hilft, die Ermüdung der Augen zu verringern.
Es kann helfen, den Stress durch das ständige Starren auf Bildschirme den ganzen Tag über abzufedern, ersetzt jedoch keine angemessenen Bildschirmpausen, das Blinzeln oder eine Augenuntersuchung, wenn man unter Sehproblemen leidet.

Entzündungen und Herzgesundheit

Laborstudien zeigen, dass Astaxanthin schädliche freie Radikale wirksam neutralisiert, insbesondere im Fettgewebe, und seine antioxidative Wirkung in Reagenzglasversuchen kann weitaus höher erscheinen als die klassischer Antioxidantien wie Vitamin C.
Doch die vermarkteten Zahlen, wonach es „tausendmal stärker als Vitamin C“ sei, stammen aus chemischen Tests im Reagenzglas und lassen sich nicht direkt auf eine tausendfach stärkere Wirkung beim Menschen übertragen.
In Studien am Menschen sind die Belege bescheiden. Astaxanthin kann helfen, oxidativen Stress zu senken – was Antioxidantien tun – und Entzündungen zu reduzieren, aber die tatsächlich nachgewiesenen Vorteile sind meist gering und hängen von der Dosis, der Ernährung und dem Lebensstil ab.
Diese Studien deuten darauf hin, dass es hilft, wichtige Entzündungsmarker zu senken, mit kleinen Verbesserungen bei HDL-Cholesterin, Triglyceriden und dem diastolischen Blutdruck. Die Veränderungen bei LDL- und Gesamtcholesterin sind gering und nicht in allen Studien konsistent.
Es ist keine entzündungshemmende Pille und kein Statin zur Senkung des Cholesterinspiegels. Es mag helfen, Hintergrundentzündungen zu dämpfen und einige herzbezogene Marker in die richtige Richtung zu lenken, aber niemand sollte es anstelle von Medikamenten einnehmen, und es beseitigt nicht die Risiken einer ungesunden Ernährung oder chronischer Belastungen.
Eine Übersichtsarbeit zu marinen Carotinoiden stellte fest, dass die Form von Astaxanthin in Algen und Schalentieren dessen Stabilität und Resorption beeinflusst.
Für Nutzer von Nahrungsergänzungsmitteln kommt es vor allem darauf an, wie das Produkt hergestellt wird und ob es zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen wird. Denn Fett verbessert die Resorption erheblich, genau wie bei der natürlichen Aufnahme von Astaxanthin über den Verzehr von Meeresfrüchten, die im Allgemeinen reich an gesunden Fetten sind.

Gehirngesundheit

Der vielleicht überzeugendste neue Forschungsbereich bei Astaxanthin ist der der Neuroprotektion.
Eine Übersichtsarbeit zur Gehirnforschung zeigt, dass Astaxanthin eines der wenigen Antioxidantien ist, das die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann und dabei hilft, Gehirnzellen vor Schäden durch oxidativen Stress zu schützen.
Deshalb untersuchen Wissenschaftler es im Hinblick auf Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.
Kleine Studien am Menschen mit einer Dosierung von 6 bis 12 Milligramm pro Tag über acht bis zwölf Wochen ergaben leichte Verbesserungen des Gedächtnisses und der Hand-Augen-Koordination, oft verbunden mit einem geringeren Stresslevel im Körper.
Es gibt jedoch keine groß angelegten Langzeitstudien, die belegen, dass Astaxanthin Alzheimer oder einen starken kognitiven Verfall verhindert.
Derzeit ist es eher ein unterstützender, neuroprotektiver Nährstoff, der als Teil eines umfassenderen Behandlungsplans in Betracht gezogen werden sollte.
Der Hype um die antioxidative Wirkung von Astaxanthin ist real, aber ebenso real ist die Kluft zwischen dem, was die Wissenschaft belegt, und dem, was das Marketing suggeriert.
Das eigentliche Urteil hängt von der Qualität des Lachsfilets, der Dosierung und der Marke des Nahrungsergänzungsmittels sowie davon ab, wie Ihr Körper es aufnehmen kann – abhängig von Ihrem aktuellen Gesundheitszustand.
Lassen Sie sich nicht von übertriebenen Wirksamkeitsversprechen täuschen. Es handelt sich laut derzeitigen Erkenntnissen lediglich um einen unterstützenden Nährstoff als Teil einer gesunden Ernährung und Lebensweise.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Astaxanthin Benefits: What the Science Really Shows“. (deutsche Bearbeitung: vm)