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„Unglaublich“: UK-Trainer Tuchel lobt neuen Rekordnationalspieler Kane nach 3:0 über Tschechien

Englands Trainer Thomas Tuchel hat nach dem 3:0-Sieg gegen Tschechien in der Nations League UK-Fußballstar Harry Kane nach dessen historischem Auftritt in den höchsten Tönen gelobt.
„Unglaublich.“
„Er verdient diese Bühne, er verdient dieses Lob“, sagte Tuchel im Wembley-Stadion. Kane zog in seinem 125. Länderspiel mit der englischen Torwartlegende Peter Shilton als Rekordnationalspieler gleich.
Der Kapitän prägte das Spiel jedoch auch im sportlichen Sinn. Seine Flanke führte zu einem Eigentor der Tschechen. Anschließend erzielte Kane selbst die beiden anderen Treffer der Partie. Als Kane kurz vor dem Ende des Spiels ausgewechselt wurde, verabschiedeten ihn die Fans mit stehenden Ovationen. „Er war erneut entscheidend für uns“, sagte Tuchel.
„An diesem ganz besonderen Tag für ihn, an dem er mit Peter Shilton gleichgezogen hat, befindet er sich damit auf einem ganz besonderen Niveau“, so der deutsche Nationaltrainer der Briten.
6. Oktober 2026, Wembley-Stadion in London – Auf der Stadionleinwand erscheint vor dem Gruppenspiel der UEFA Nations League 2026/27 zwischen England und Tschechien eine Grafik, die darüber informiert, dass Harry Kane nun gemeinsam mit dem ehemaligen Nationalspieler Peter Shilton den Rekord für die meisten Länderspieleinsätze für England hält. Foto: Justin Setterfield/Getty Images

6. Oktober 2026, Wembley-Stadion in London – Auf der Stadionleinwand erscheint vor dem Gruppenspiel der UEFA Nations League 2026/27 zwischen England und Tschechien eine Grafik, die darüber informiert, dass Harry Kane nun gemeinsam mit dem ehemaligen Nationalspieler Peter Shilton den Rekord für die meisten Länderspieleinsätze für England hält.

Foto: Justin Setterfield/Getty Images

Bellingham: Kane bester englischer Spieler

Großes Lob gab es auch von seinem Mitspieler Jude Bellingham:
„Er ist der beste englische Spieler, der jemals das Trikot getragen hat, und es ist eine Ehre, mit ihm zusammenzuspielen.“
Der 23-Jährige betonte: „Er ist nahezu unerreicht. Er schießt Tore am Fließband, geht tief in die Tiefe und räumt die Zweikämpfe ab. Er wird immer besser.“ Er meinte noch, Kane sei „ein unglaublicher Mensch – als Kapitän und als Person“.
Kane selbst stufte den Abend als einen der Höhepunkte seiner Karriere ein:
„Ich denke, das gehört ganz nach oben“, sagte der 33 Jahre alte Stürmer des FC Bayern München.
„Im Laufe einer Karriere gibt es so viele Meilensteine. Das übertrifft selbst meine kühnsten Träume. Mit 125 Länderspielen gemeinsam an der Spitze zu stehen, ist ein enormes Privileg.“ Er liebe es, für die englische Nationalmannschaft zu spielen, und komme immer sehr gerne zu den Lehrgängen.
Mit Material der dpa
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Platz eins weit weg: Das droht Klopp in der Nations League

Die Tabelle lügt nicht. Und sie verheißt für Jürgen Klopp nach zwei Spielen als Bundestrainer in der Nations League nichts Gutes. Die Fußball-Nationalmannschaft ist von ihrem Ziel, als Gruppensieger wie beim letzten Mal ins Viertelfinale einzuziehen, nach dem 0:1 gegen Griechenland im zweiten von sechs Vorrundenspielen weit entfernt.
Mit einem Punkt liegt die DFB-Auswahl in Gruppe 2 der Liga A nach einem Drittel der Vorrunde auf dem dritten Platz. Tabellenführer Griechenland ist nach zwei Siegen schon fünf Zähler voraus.
Die Niederlande haben als erster Verfolger auch schon vier Punkte und damit drei mehr als Deutschland. Der nächste Gegner Serbien ist ohne Zähler Schlusslicht.
„Wir haben leider nur einen Punkt geholt. Dementsprechend sind wir nicht in einer optimalen Position. Wir müssen jetzt gucken, dass wir die nächsten Spiele gewinnen, weil wir natürlich Erster oder Zweiter werden wollen. Bestenfalls wollten wir Erster werden, jetzt ist der Platz weit weg“, sagte Kapitän Joshua Kimmich zur Ausgangslage.
Doch was passiert, wenn die DFB-Elf die ersten beiden Plätze verpasst? Dann ist die Teilnahme am Viertelfinale des UEFA-Wettbewerbs nicht möglich. Und damit wäre auch die Qualifikation für das Final Four im Juni 2027, bei dem der nächste Nations-League-Sieger gekürt wird, passé.

Stattdessen gibt es dann drei andere Optionen

Als einer der besten zwei Gruppendritten würde die DFB-Elf in der A-Liga bleiben. Dann würde sie im März direkt mit der Qualifikationsrunde für die Europameisterschaft 2028 weiter machen.
Als einer der schlechtesten zwei Gruppendritten oder einer der besten zwei Gruppenvierten müsste man im März in Relegationsspiele gegen einen Tabellenzweiten der B-Liga. Nur als Sieger dieser Playoffs bliebe man in der A-Liga, sonst wäre man ein Absteiger in die B-Liga.
Als einer der schlechtesten zwei Gruppenvierten wäre der direkte Abstieg besiegelt. Die neue A-Liga der Nations League mit dann 18 statt 16 Teams fände im Herbst 2028 ohne Deutschland statt. Die DFB-Elf müsste in der zweitklassigen B-Liga ran. (dpa/red)
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Klopp startet mit großem Kader in DFB-Neuanfang

Den letzten Form-Check seiner 44 Auserwählten für den spannenden Neubeginn der Nationalmannschaft nahm Jürgen Klopp mit seinem Trainerstab nicht mehr im Stadion vor, sondern vor zig TV-Bildschirmen.
Und was den Bundestrainer in Herzogenaurach an Fußball-Lust, an Toren von frischen DFB-Gesichtern wie Younes Ebnoutalib oder Derry Scherhant sowie Stimmen voller Vorfreude erleben konnte, dürfte ihn nur noch bestärkt haben in seinem mutigen Startansatz. Zwei Kader, vier Länderspiele – los geht’s!
Den WM-Blues scheint Menschenfänger Klopp sogar bei denen verscheucht zu haben, die die bleierne Zeit mit Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann in Amerika miterlebt haben. „Ich habe viel mit ihm geredet. Die Vibes und die Energie sind super“, berichtete etwa Jamal Musiala, der sich nach einem ersten 90-Minuten-Einsatz inklusive Tor für den FC Bayern erwartungsfroh nach Franken aufmacht.
Klopp hatte schon lange vor der im Laufe des Sonntags geplanten Ankunft der ersten Akteure aus dem 24-Mann-Kader für die erste Länderspiel-Woche eines der Holzhäuser auf dem Adidas-Homeground bezogen.
Der 59-Jährige freut sich auf seinen Power-Start als DFB-Chefcoach mit gleich vier Nations-League-Partien in den Niederlanden, zweimal gegen Griechenland und Serbien. „Ich kann sagen: Es bedeutet allen unglaublich viel, für die Nationalmannschaft aufzulaufen“, sagte Klopp hocherfreut nach vielen Vorab-Gesprächen.

Der Klopp-Boost erfasst die Neulinge

Die vielfach unverhoffte Berufung bewirkte bei den Debütanten quasi einen ersten Klopp-Boost schon im Vereinstrikot. „Ich konnte es gar nicht so richtig realisieren. Es fühlt sich einfach sehr, sehr surreal an irgendwie. Ich denke schon, dass mir das noch mal so einen Push gegeben hat heute“, sagte etwa der Freiburger Außenstürmer Scherhant nach seiner Top-Leistung beim 2:2 in Frankfurt zum Umstand plötzlich zur deutschen Fußball-Elite zu gehören.
Etwas leisten, darum geht es Klopp. „Alles hängt von Leistung ab. Es geht darum, für das nächste Spiel bereit zu sein und das Gefühl zu geben, es bedeutet mir alles, jetzt zu spielen“, hatte er bei der Bekanntgabe seines außergewöhnlich großen und zweigeteilten Startaufgebotes gesagt.
Er habe aber auch „für manche, die jetzt nicht dabei sind, die im Moment Probleme haben“, die Tür nicht dauerhaft zugemacht, sagte Klopp.
Deniz Undav ist einer der Prominentesten. Und Deutschlands erfolgreichster Schütze bei der Weltmeisterschaft verhehlte nach dem verlorenen Topspiel mit Stuttgart gegen Dortmund seinen Frust über die (vorübergehende?) Ausbootung nicht.

Undav trotzig und kämpferisch: „Heule jetzt nicht rum“

„Ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich heule jetzt nicht rum. Es geht weiter, und ich werde wieder alles geben“, sagte der 30 Jahre alte Angreifer nach seinem nächsten torlosen Spiel inklusive Auswechslung.
Undav hatte fest mit einer Klopp-Einladung gerechnet angesichts seiner guten DFB-Zahlen (3 WM-Tore, neun Treffer in 13 Länderspielen). Diese empfand er als eine Art „Puffer“.
„Ich muss mich also wieder neu beweisen, es noch einmal einem neuen Trainer beweisen, dass ich dazugehöre“, äußerte Undav so trotzig wie kämpferisch. „Wenn ich hoffentlich im November – wenn ich mich empfehlen kann – wieder dabei bin, dann wird der Bundestrainer wissen, was ich für ein Typ bin.“

Pascal Groß folgt Neuer und Rüdiger

Klopp mag Typen, die für die Nationalelf brennen. Genau dieses Feuer will er mit den vielen erstmals eingeladenen Perspektivspielern Richtung EM 2028 und WM 2030 wieder so stark entfachen, dass Turnier-Erfolge wieder möglich sind.
Einer, der dafür wegen seines Alters nicht mehr infrage kommt, ist Pascal Groß. Nach Weltmeister-Torwart Manuel Neuer (40) und Abwehrrecke Antonio Rüdiger (33) hat der 35-Jährige als dritter WM-Teilnehmer seine DFB-Laufbahn beendet.
„Für mich war’s das nach der WM“, sagte der für Brighton spielende Profi. „Es ist an der Zeit, der neuen Generation nur das Beste zu wünschen.“ (dpa/red)