Im September 2025 legte ein Cyberangriff einen IT-Dienstleister lahm und sorgte damit für erhebliche Einschränkungen an mehreren europäischen Flughäfen. Auch am BER kam es zu Verzögerungen. (Archivbild) - Foto: Michael Ukas/dpa
Die EU ist nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs nicht genug auf die Aufdeckung und Abwehr großer Cyberangriffe vorbereitet. Staaten und Institutionen der EU müssten stärker zusammenarbeiten, um Informationen besser auszutauschen und Überschneidungen zu vermeiden, stellen die unabhängigen Prüfer des Rechnungshofs in ihrem Bericht fest.
Unzureichender Informationsaustausch sei dabei die größte Schwachstelle: Dass Informationen nicht weitergegeben werden, bedeute, dass Mitgliedstaaten nicht von dem Wissen und den Erfahrungen anderer profitieren könnten, kritisierte George-Marius Hyzler, Prüfer beim Europäischen Rechnungshof bei einer Pressekonferenz.
Cyberattacke am BER: Deutschland aktivierte EU-Experten nicht
Wie folgenreich IT-Attacken für Bürger in der EU sein können, zeigte sich vor etwa einem Jahr. Im September 2025 legte ein umfangreicher Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister die Passagierabfertigung an mehreren europäischen Flughäfen lahm.
Die Airlines behalfen sich wegen der Attacke damit, etwa das Einchecken der Passagiere zum Teil per Hand oder mit externer Technik zu erledigen. Von den Problemen waren auch Flughäfen in London, Brüssel und Dublin betroffen.
Trotz der erheblichen Auswirkungen des Vorfalls hätten die betroffenen Mitgliedsländer, also Deutschland, Belgien und Irland, den Vorfall weder der EU-Cybersicherheitsagentur Enisa noch den anderen Mitgliedsländern entsprechend gemeldet, kritisiert der Bericht. Dadurch seien Potenziale bei der gemeinsam koordinierten Abwehr des Angriffs ungenutzt geblieben.
Nationale Sicherheitsinteressen bremsen Informationsaustausch
Rechtsvorschriften, etwa zur nationalen Sicherheit aus den Mitgliedstaaten, hindern dem Bericht zufolge den Informationsfluss. Ist ein Land der Auffassung, dass Informationen zu Cyberangriffen auf kritische Einrichtungen als Verschlusssache einzustufen sind oder die Meldung eines Vorfalls der nationalen Sicherheit schaden würde, so müssen die Mitgliedstaaten diese Informationen nicht weitergeben.
Cyberabwehr bleibt vor allem Aufgabe der Mitgliedstaaten
Die Verantwortung für die Bekämpfung von Cyberangriffen liegt bei den Mitgliedstaaten. Kommt es jedoch zu Störungen, die mehrere Länder oder die reibungslose Funktion des Binnenmarktes beeinträchtigen, so können EU-Behörden eingreifen und die Länder unterstützen. Der Europäische Rechnungshof prüft die Ausgaben der EU und kontrolliert, ob die Gelder effektiv verwendet werden. (dpa/red)
Im Frühjahr 2025 eröffnet, nimmt das Naturhotel „Basislager Fichtelberg“ vor allem Aktivtouristen wie Wanderer und Mountainbiker in den Blick. - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Natascha Heinrich hat schon zu Fuß die Alpen überquert, heute ist sie Chefin eines familiengeführten Hotels im Erzgebirge. Als die Sanierung anstand, wurde die alte Baude am Fuße des Fichtelbergs abgerissen und für mehrere Millionen Euro das „Basislager“ errichtet. Mit 13 Zimmern und einem 10-Mann-Wanderlager empfängt sie seit Frühjahr 2025 vor allem sportlich aktive Gäste, darunter viele Wanderer.
Die kommen etwa über den Kammweg Erzgebirge-Vogtland oder nutzen das Hotel als Ausgangspunkt für Touren in der deutsch-tschechischen Grenzregion, wie die 43-Jährige erzählt.
Rund um den Fichtelberg gibt es zahlreiche Wege für Wanderungen. Nun startet ein neues sportliches Angebot für Trailrunner.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Damit sich Wanderer wohlfühlen, brauche man mehr als eine Unterkunft: Vom Schuhtrockner über Insidertipps für Touren bis hin zu einem Wellnessbereich mit Saunen und Infrarotkabinen für die Entspannung nach der Tour reicht das Angebot. „Wer weit wandert, will auch gut essen“, erklärt die Hotelchefin weiter. „Und wer mehrere Tage unterwegs ist, freut sich, wenn er mal seine Wäsche waschen und trocknen kann.“
Das Interesse am Wandern ist Studien zufolge in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. „Heute gehen wieder mehr Menschen wandern“, sagt Bernd Hartmann, Geschäftsführer des Deutschen Wanderverbandes: „Etwa zwei von drei Deutschen ab 16 Jahren.“
Dabei geben sie nicht nur Geld für Schuhe, Outdoor-Kleidung oder Karten aus. Sie sorgen auch für Umsatz in Gaststätten sowie Hotels und Pensionen. Pro Jahr ergebe sich eine Wertschöpfung von etwa 7,8 Milliarden Euro in den Regionen. Davon profitiere der ländliche Raum.
Schuhe, Apps & Co: Wanderer investieren in Ausrüstung
Wandern habe seit den 1990er Jahren einen Imagewandel vollzogen, erklärt Heinz-Dieter Quack, Leiter des Forschungszentrums Wandern an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter: von einer eher betulichen zu einer Lifestyle-orientierten Freizeitaktivität.
Seine Arbeitsgruppe erstellt jedes Jahr den Wandermonitor mit verschiedenen Schwerpunkten – so auch zur Wertschöpfung des Wanderns. Die Erhebung 2025 ergab, dass die Befragten in den beiden Jahren zuvor zusammen im Schnitt etwa 445 Euro für Ausrüstung ausgegeben haben.
Ganz oben stehen Schuhe, Socken und Hosen; gekauft wurden aber auch Rucksäcke, Flaschen, Apps und Karten. Vor allem die 30- bis 49-Jährigen lassen sich Ausrüstung einiges kosten.
Eine Frau schnürt ihre Wanderschuhe. Deutschland gilt mit seinen vielfältigen Landschaften und Regionen als Wanderland.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Pro Tag gaben die befragten Wanderer unterwegs zudem im Schnitt mehr als 60 Euro aus – etwa für Gastronomie, Einkäufe oder Bus und Bahn; wer mehrere Tage auf Tour war, hat inklusive Übernachtung noch 100 Euro draufgelegt.
Dichtes Netz an Wanderwegen
„Wandern ist aber eine vergleichsweise günstige Freizeitbeschäftigung“, betont Quack. „Man braucht gute Schuhe, packt ein Butterbrot ein und dann läuft man los.“ Denn die Nutzung der Wege ist kostenlos. Sie werden von Ehrenamtlichen und Kommunen in Schuss gehalten. Ein erheblicher Aufwand. Der Professor wollte daher wissen, ob Wanderer bereit wären, für die Nutzung zu zahlen. Rund 43 Prozent der Befragten konnte sich das vorstellen.
Ob das der Praxis standhielte, daran setzt er aber ein Fragezeichen. Projekte, bei denen freiwillig um Beiträge gebeten wurden, hätten nur geringen Ertrag gebracht. Vielversprechender seien Serviceangebote entlang der Wege, erklärt Quack. Etwa bei Transfer und Verpflegung oder Gebühren für Parkplätze.
Der Wanderverband spricht von einem Wanderwegenetz von mehr als 300.000 Kilometern hierzulande. Das ist siebeneinhalbmal so lang wie der Äquator. Dabei bietet Deutschland mit seinen unterschiedlichen Regionen einiges an Abwechslung – nicht nur für Wanderer aus dem Inland. Auch im Ausland bewirbt die Deutsche Zentrale für Tourismus die Bundesrepublik als „Wanderland“.
Natascha Heinrich führt das Hotel „Basislager Fichtelberg“ in Oberwiesenthal. Die Region präsentiert sich diese Tage als Mekka für Wanderer.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Wandern wird extremer: die Suche nach dem sportlichen Kick
Die Vielfalt des Wanderns hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Während die einen auf Ruhe in der Natur aus sind oder pilgern gehen, erkunden andere beim Stadtwandern – neudeutsch Urban Hiking – Architektur und Parks in Städten. Wieder andere suchen sportliche Herausforderungen.
Der Wandermarathon im Frankenwald lockt den Organisatoren zufolge Hunderte Teilnehmer aus dem In- und Ausland und ist meist binnen weniger Stunden ausverkauft. Im Harz werden regelmäßig Wandermärsche geboten und in Sachsen laufen Extremwanderer beim Fichtelbergmarsch von Chemnitz zum Fichtelberg an nur einem Tag – mehr als 60 Kilometer und 1.700 Höhenmeter.
Der höchste Gipfel Ostdeutschlands ist überregional als Wintersportgebiet bekannt. Doch wie in anderen Mittelgebirgen macht sich auch dort der Schnee im Winter öfter rar.
Um trotzdem Gäste anzulocken sowie Hotels und Pensionen das ganze Jahr mehr auszulasten, setzt der Tourismus auf andere Aktivitäten – Mountainbiking etwa und Wandern. Dazu gibt es in der als Unesco-Welterbe anerkannten Bergbauregion viele Wege beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze.
Diese Tage kommt ein neues Angebot hinzu: der Stoneman Miriquidi Hike + Trailrun. Dabei können Wanderer eine Tour von 62 (Hike) oder 86 Kilometern (Trailrun) wandern oder laufen – an drei, zwei oder nur einem Tag.
Hotelchefin Natascha Heinrich in Oberwiesenthal ist froh über solche neuen Angebote. Diese Woche ist die Region auch Gastgeber für das europäische Wanderfest Eurorando und den Deutschen Wandertag. Heinrich baut darauf, dass, wer einmal hier war, wiederkommt und dann Familie oder Freunde mitbringt.
„Es gibt ganz viele, die das Erzgebirge noch nicht kennen.“ Und wandern lasse sich auch mit anderen Anlässen verbinden, sagt sie. Mit Tagungen von Firmen etwa oder Kursangeboten wie Yoga. (dpa/red)
Mitorganisatorin Tessa Brancalion (vorne) und ihre Mitstreiter wollen Rumänien erreichen. - Foto: Kai Morschlatt/dpa
Daumen raus und los geht’s per Anhalter ins Abenteuer – etwa 67 Teilnehmer starten aus Weiden in der Oberpfalz und Lüneburg das „Tramprennen“ nach Rumänien. In Grüppchen zu zweit oder dritt geht es auf mehrere Etappen, wer zuerst ankommt, schaut sich nach Übernachtungsmöglichkeiten um.
„Wir sind in Teams unterwegs, allein in ein Auto steigen führt zur Disqualifikation. So sind unsere Regeln“, erzählt Tessa Brancalion von der Organisation über den Wettkampf. Sie startet mit 36 Mitstreitern und Mitstreiterinnen in Lüneburg.
Trampen populärer machen
Geplant ist außer der Reservierung des Campingplatzes am Zielort Pui nicht viel. Alle haben Outdoor-Ausrüstung inklusive Zelt dabei. „Wir sind eine Gruppe von 19 bis 56 Jahren und unser Ziel ist es, dass Trampen populärer wird“, erzählt die 33-Jährige. „Deutschland ist zum Trampen ein einfaches Land, ich bin deutlich schneller als die Deutsche Bahn“, sagt die Studentin.
Seit 2018 gibt es das jährliche Gemeinschaftserlebnis, zuerst ging es nach Spanien, auch Estland und Griechenland waren Zielländer – nur wegen Corona wurde zwei Jahre pausiert. Der Wettkampf führt über mehrere Etappen, die einzeln gewertet werden, erklärt Mitorganisatorin Brancalion.
Philipp Weckesser startet mit seiner Freundin in der Oberpfalz. Er reist seit elf Jahren per Autostopp und wartet im Inland nach eigenen Angaben längstens eine Stunde auf eine Mitfahrgelegenheit. „Es ist ein Hobby, wir machen es gern, weil man immer mit Menschen in Kontakt kommt, die sich vor Ort auskennen“, erzählt der 35-Jährige.
Antonina Eliseeva (l.) freut sich darauf, neue Länder zu entdecken.
Foto: Kai Morschlatt/dpa
Trampen so (un-)gefährlich wie Disco-Besuch
Einmal habe er eine schlechte Erfahrung gemacht, als ein Autofahrer sexuell übergriffig werden wollte. Aber generell, findet Weckesser, sei das kostenlose Mitreisen nicht gefährlich.
Der Student der Sozialen Arbeit schrieb seine Bachelorarbeit zum Thema Sicherheit beim Trampen und fasst seine Erkenntnisse zusammen: „Es ist vergleichsweise so wie in eine Disco zu gehen. Jeder kann auch beim Trampen entscheiden, ob er einsteigt.“
Viele Frauen stiegen nie bei einzelnen Männern ein, auch er werde manches Mal nicht von Autofahrerinnen mitgenommen. „Von der Sicherheit ist es eigentlich tiefenentspannt“, sagt Weckesser, der nach der Ankunft in Pui zu einer dreijährigen Weltreise aufbrechen will, in Etappen immer wieder auch per Anhalter.
Neue Länder entdecken mit Tipps aus erster Hand
Mitorganisatorin Tessa Brancalion sieht den Reiz im Trampen unter anderem darin, von Ortskundigen Informationen zu den bereisten Ländern sowie zu Sehenswürdigkeiten und Kulinarik zu erhalten.
Wenn man lange auf eine Mitfahrgelegenheit warten müsse, könne es aber auch mal anstrengend werden. „Wichtig ist, dass man freundlich bleibt.“ Zwar gehöre zum Trampen auch ein kleines bisschen Können, „vor allem ist es aber Glück.“
Teilnehmerin Antonina Eliseeva ist zum vierten Mal dabei. Bepackt mit einem dicken Rucksack, Isomatten und einem Campingkocher macht sie sich auf die Reise. Sie freue sich „sehr darauf, aus dem Alltag herauszukommen“ und neue Länder zu entdecken, sagt sie.
Ältere erinnern sich wehmütig an viele Anhalter-Abenteuer – junge Leute reisen immer weniger per Autostopp. „Empirisch kann man das nicht nachweisen, aber die These der Zukunftsforschung ist, dass die Sehnsucht nach Sicherheit größer wird als der Durst nach Freiheit“, sagt der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski der Deutschen Presse-Agentur.
Fast könne man sagen, Sicherheit sei für manche die neue Freiheit. „Die große Kunst ist es, sicher zu sein, ohne die Freiheit aufzugeben“, sagt der 85-Jährige. „Und Trampen ist ein Sicherheitsrisikofaktor im Privatleben.“
Seit der Coronakrise breitet sich nach seiner Einschätzung eine pessimistische Grundstimmung in Deutschland aus. „Wir leben in unsicheren Zeiten, da ist kein Ende abzusehen“, sagt Opaschowski, der seit vielen Jahrzehnten die Stimmung mit repräsentativen Umfragen ermittelt.
Junge Leute sind mobiler als früher
Die junge Generation wachse damit auf und müsse sich arrangieren. „Die wilden Touren nach Sri Lanka werden weniger“, sagt er, „die Sehnsucht bleibt, aber vielen ist so etwas zu unsicher“. Work and Travel in sicheren Staaten wie Australien sei relativ risikoarm.
Den besonderen, teuren Auszeiten wie Junggesellenabschieden in fernen Städten wie Palma de Mallorca oder Mailand hat Opaschowski den Titel „Luxese“ gegeben, die Mischung aus Luxus und Askese davor oder danach, um die Extravaganzen zu finanzieren.
Autostopp auf kleineren Strecken sei auch deswegen aus der Mode, weil viele Menschen mobiler geworden seien, sagt Opaschowski. Auch die Bahn-Tarife seien für junge Leute interessanter: „Viele nehmen dann in Kauf, mal zwei Stunden auf dem Bahnsteig auf einer Bank zu schlafen.“ Zudem seien die öffentlichen Verkehrsmittel viel besser ausgebaut worden, führt Tramper Weckesser an. (dpa/red)
So idyllisch: Der „Nyhavn“ in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist bei Touristen beliebt. (Archivbild) - Foto: Francoise Hauser/dpa-tmn
Dänemark ist als Reiseziel beliebt wie nie und besonders bei Deutschen weiter hoch im Kurs. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten etwa Hotels, Ferienhäuser und Campingplätze eine Rekordzahl an Übernachtungen von Touristen.
Während knapp die Hälfte der rund 26 Millionen Übernachtungen (2025: rund 25,5 Mio) auf Dänen entfällt, halten unter den ausländischen Gästen besonders die Deutschen Dänemark die Treue.
Mehr Deutsche, Norweger, Schweden
Mehr als 7,5 Millionen Übernachtungen zwischen Januar und Juni wurden laut Zahlen des dänischen Statistikamts von deutschen Urlaubern gebucht – ein leichter Anstieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 (rund 7,4 Millionen).
„Neben den deutschen Gästen, die für den weit größten Anteil der ausländischen Übernachtungen stehen, können wir sehen, dass auch Gäste aus Norwegen und Schweden nach schwächeren Jahren wieder zurück nach Dänemark finden“, sagte Lars Bertolt Winther.
Winther ist Tourismus-Chef beim Wirtschaftsverband Dansk Industri, der Nachrichtenagentur Ritzau. Auch aus den USA kommen demnach mehr Touristen in das skandinavische Land.
Deutsche Sommerferien wirken sich auf Übernachtungen aus
Für das zweite Halbjahr rechnen die Statistiker bislang mit einem ähnlichen Niveau wie 2025. Die Buchungen für Juli seien aber im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, hieß es.
„Dieser Anstieg ist vor allem auf ein Plus von 12 Prozent bei den Buchungen deutscher Touristen zurückzuführen, da in vielen deutschen Bundesländern die Sommerferien früher begonnen haben“, berichtete das dänische Statistikamt. „Aus demselben Grund dürften die Buchungen für August zurückgegangen sein.“ (dpa/red)
Flughafen BER (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Preise für Flugtickets und Pauschalreisen ins Ausland sind zuletzt stark gestiegen. Tickets für internationale Flüge verteuerten sich im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte.
Betrachtet man die Preise für Auslandsflüge in der Economy-Class, gab es die größten Steigerungen bei Flügen nach Mittelamerika (+12,5 Prozent). Für Flüge ins europäische Ausland zahlten Flugreisende im 1. Halbjahr 2026 rund 11,5 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2025, nach Asien und Australien 4,9 Prozent mehr.
Afrika-Tickets günstiger
Langstreckenflüge nach Nordamerika verteuerten sich um 3,7 Prozent, nach Südamerika um 0,3 Prozent. Günstiger geworden sind hingegen Flugtickets nach Afrika (-12,0 Prozent).
Ebenfalls deutlich stiegen die Ticketpreise für Flüge innerhalb Deutschlands: 9,5 Prozent mehr kosteten Inlandsflüge im 1. Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Pauschalreisen um 3,0 Prozent teurer
Auch für Pauschalreisen mussten Urlauber tiefer in die Tasche greifen: Pauschalreisen ins Ausland waren im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 3,0 Prozent teurer als im Vorjahreszeitraum. Preissteigerungen gab es für Pauschalreisen nach Ägypten (+5,2 Prozent), auf die Kanaren (+4,6 Prozent) und Balearen (+3,6 Prozent).
Die Preise für Pauschalreisen in die Türkei (+1,3 Prozent) stiegen moderat gegenüber dem 1. Halbjahr 2025. Bei Pauschalreisen nach Griechenland veränderten sich die Preise für Verbraucher kaum (+0,2 Prozent).
Bei Pauschalreisen innerhalb Deutschlands fiel der Preisanstieg zuletzt ähnlich wie bei den Auslandsreisen aus: Heimische Pauschalreisen verteuerten sich im 1. Halbjahr 2026 um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. (dts/red)
Im Sommer-Hochbetrieb sorgt das neue EU-Grenzverfahren für zusätzliche Wartezeiten am Flughafen. (Symbolbild) - Foto: Andreas Arnold/dpa
Die europäischen Flughäfen sehen einen kritischen Punkt erreicht. Ihr Verband ACI berichtet von Wartezeiten von bis zu 5 Stunden für Passagiere, Menschenschlangen in Terminalgebäuden und auf dem Flughafenvorfeld, verpassten Anschlussflügen. Ursache soll neben dem starken Passagierandrang im Sommer das neue Grenzsystem der EU sein, das an den Schengen-Außengrenzen zu aufwändigeren Kontrollen einzelner Reisender führt.
Um welche Kontrollen geht es?
Zum besseren Schutz ihrer Außengrenzen hat die EU seit Oktober 2025 schrittweise ein neues digitales Verfahren zur Ein- und Ausreise (Entry-Exit-System – EES) von Bürgern eingeführt, die nicht aus dem Schengenraum kommen. Bei diesen Menschen werden vor jedem Grenzübertritt biometrische Merkmale (Fingerabdruck, Foto) und Passdaten erfasst, was pro Person derzeit länger dauert als das frühere Verfahren. Der Stempel im Pass entfällt hingegen. Schon in den ersten Monaten wurden laut EU-Kommission tausende Einreisen verweigert und hunderte Verdächtige identifiziert.
Das Problem ist vor allem, dass die Schritte des neuen Verfahrens bislang meist am Flughafen stattfinden müssen. Vor dem eigentlichen Grenzübertritt sind sogenannte Self-Service-Kioske eingerichtet, an denen sich die Reisenden selbst vorregistrieren müssen. Die dafür nötige Infrastruktur scheint nicht von allen Mitgliedsländern gleichermaßen gut vorbereitet worden zu sein. Eine entsprechende EU-App, mit der Reisende ihre Daten und Merkmale schon vorab eingeben können, ist bislang nur von Schweden und Portugal übernommen worden. „Die Kontrollen dauern einfach länger“, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Ausreichend Personal stelle man zur Verfügung.
Was gilt für Bürger aus dem Schengenraum?
Zum Schengenraum gehören die Kernterritorien von 25 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Deutsche und Staatsangehörige der anderen Mitgliedsländer müssen bei Ein- und Ausreise nicht durch das neue EU-Grenzsystem. Bei Reisen ins Schengen-Ausland stehen den Menschen andere Kontroll-Verfahren zur Verfügung. Die Bundespolizei Frankfurt empfiehlt die Teilnahme an dem vollautomatischen System Easypass. Hier wird kurz der Pass gescannt und live mit dem Gesicht des oder der Reisenden abgeglichen. Grenzbeamte greifen nur noch bei Zweifelsfällen oder zu Stichproben ein. Zu längeren Wartezeiten komme es dort nicht.
Besonders Flughäfen in klassischen Urlaubsländern wie Griechenland, Portugal und Italien, aber auch Frankreich und Belgien setzten die Erfassung biometrischer Daten immer wieder aus. Wohl auch um Urlauber und Touristen vor allem aus Großbritannien nicht weiter zu verärgern. Britischen Medienberichten zufolge reduzierten etwa griechische und portugiesische Flughäfen die Kontrollen auf das Nötigste, um die Reisenden nicht abzuschrecken.
Die Aussetzung von Teilen der Kontrollen ist nach EU-Regeln erlaubt, wenn etwa die notwendigen Kapazitäten fehlen und sich große Schlangen bilden. Eigentlich nur für sechs Stunden, allerdings kann die temporäre Ausnahme beliebig oft und hintereinander wiederholt werden.
Wie läuft es in Deutschland?
Vergleichsweise gut. Die EU hat Deutschland vor einigen Wochen sogar als Musterschüler bezeichnet. Aber auch hier sind nach Angaben der Bundespolizei die Kontrollen in Einzelfällen schon ausgesetzt worden. Der Frankfurter Flughafen bittet EES-Reisende, mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal zu sein.
Schlangen an der Ausreise bilden sich immer wieder. Der Betreiber Fraport versucht zu verhindern, dass sich EU-Bürger falsch einreihen und so unnötige Wartezeiten erdulden müssten. In den Terminals sind dafür eine größere Zahl von Lotsen und anderen Servicekräften unterwegs. Nach Einschätzung der Berliner Flughafen-Chefin und ADV-Vorsitzenden Aletta von Massenbach sind die Abfertigungszeiten deutlich angestiegen und es komme zu „unzumutbar langen Wartezeiten“.
Trotz immer wieder aufflammender Kritik hält die Europäische Kommission seit Monaten an ihrer Bewertung fest: Grundsätzlich laufe das System gut. In den meisten EU-Staaten seien die Auswirkungen auf Reisende begrenzt, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Wo Mitgliedsländer nicht in der Lage seien, die nötige Infrastruktur und Kapazität bereitzustellen, sei die EU-Kommission bereit zu unterstützen. Zudem soll es im Hinblick auf die Sommerreisezeit in den nächsten Tagen ein Treffen mit Vertretern der Branche geben, fügte er hinzu. Grundsätzlich hatten demnach alle Mitgliedsländer vor Einführung des neuen EU-Grenzsystems ihre Bereitschaft signalisiert.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen räumte am Freitag ein, dass es noch einiges zu tun gebe, um gemeinsam mit den Mitgliedstaaten technische Probleme zu lösen. Das System habe aber nicht die Regeln zur Ein- und Ausreise geändert, sondern sorge für Transparenz.
Was fordern die Flughäfen?
Der europäische Flughafenverband ACI verlangt, dass Mitgliedstaaten zumindest in den Hauptreisemonaten Juli und August die Kontrollen vollständig aussetzen dürfen. Zudem müsse ein vorläufiger Mechanismus eingerichtet werden, der es den Grenzkontrollbehörden erlaubt, das Verfahren bei besonders großem Andrang anzuhalten. Dieser Mechanismus solle erst wieder abgeschafft werden, wenn das EES und die Vorregistrierungs-App überall voll funktionsfähig seien.
Der deutsche Flughafenverband ADV fordert Bundesinnenministerium und Bundespolizei auf, die bestehenden Flexibilitätsmöglichkeiten konsequent zu nutzen. Von Massenbach sagt: „Europas Sicherheitsarchitektur muss hohe Sicherheitsstandards gewährleisten, ohne die Leistungsfähigkeit des Luftverkehrs und die Reisequalität für internationale Passagiere unnötig zu beeinträchtigen.“ (dpa/red)
Vier Prozent der Gepäckstücke gehen auf Nimmerwiedersehen verloren. (Symbolbild) - Foto: Marijan Murat/dpa
Wenn eine Fluggesellschaft Koffer verliert oder beschädigt, kann sie das teuer zu stehen kommen: Im Durchschnitt entstünden Kosten von rund 260 Dollar (knapp 230 Euro) pro Gepäckstück, schreibt der Dienstleister Sita in Genf in seinem neuen Gepäck-Report.
Er macht folgende Rechnung auf: Pro Passagier verdienten Fluggesellschaften nach Abzug aller Kosten nur 8 Dollar. Nach dieser Rechnung mache also ein verlorenes oder beschädigtes Gepäckstück den Profit aus bis zu 30 verkauften Tickets zunichte. Weltweit schätzt Sita die Kosten für die Airlines pro Jahr auf 6,3 Milliarden Dollar. Im Jahr davor waren es allerdings noch 7,9 Milliarden Dollar.
Sita erfasst die fehlgeleiteten und verspätet zugestellten Gepäckstücke, die mehr als 75 Prozent ausmachen, die beschädigten Stücke (21 Prozent) sowie auch die, die auf Nimmerwiedersehen verschwinden (4 Prozent).
Bessere Vernetzung senkt die Fehlerquote
Die Zahl der Gepäckprobleme geht nach Angaben von Sita stetig zurück, im vergangenen Jahr um 19 Prozent im Jahresvergleich. Und es gab auch weniger Probleme mit Gepäckstücken als im letzten Jahr vor der Pandemie, 2019, obwohl 2025 mehr Passagiere befördert wurden.
Der Vergleich: 2019 gingen bei knapp 4,5 Millionen geförderten Passagieren weltweit 26 Millionen Gepäckstücke verloren oder wurden beschädigt, 2025 waren es bei knapp 5 Millionen Passagieren 24 Millionen.
Probleme vorbeugen oder sie schneller lösen könne man durch die bessere Datenvernetzung von Fluggesellschaften, Flughäfen und den dortigen Dienstleistern, um den Standort von jedem Gepäckstück zu jedem Zeitpunkt zu kennen. Dabei könnten auch Programme mit Künstlicher Intelligenz helfen. (dpa/red)
Tui fordert eine Reform des Reisesicherungsfonds. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Europas größter Reisekonzern Tui fordert vom Bund eine spürbare Entlastung beim Reisesicherungsfonds, in den alle Veranstalter einzahlen.
„Die Gebühren für den seit 2022 bestehenden Sicherungsfonds (DRSF) gehören jetzt auf null festgesetzt und die Sicherheiten spürbar gesenkt“, heißt es in einer Erklärung des Konzerns. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.
„Staatliche Auflagen verteuern ohne Not die Pauschalreise und den Urlaub der Deutschen“, heißt es in dem Papier. „Der Staat ist ein echter Kostentreiber für die Urlauber, insbesondere für die sichere Pauschalreise.“
Konkret fordert der Konzern eine Reform des 2019 eingeführten Reisesicherungsfonds, der Pauschalreisen gegen Insolvenzen absichert.
Bereits eine Milliarde Euro eingezahlt
Absicherung sei gut und richtig, erklärte Tui. Doch die Umsetzung funktioniere nicht. „Der Fonds verteuert Reisen, bindet Kapital und schwächt die Investitionskraft der Branche“, schreibt Tui.
Inzwischen hätten deutsche Veranstalter rund eine Milliarde Euro im Sicherungsfonds hinterlegt. Damit, so Tui, werde ausreichend Geld für alle denkbaren Risiken vorgehalten.
Weitere Einzahlungen sind nach Einschätzung des Branchenriesen daher vorerst nicht nötig. „Deshalb appelliert Tui an die Politik, die Gebühren des DRSF sofort auf null zu reduzieren, die Sicherheiten spürbar zu senken und die vorhandenen Mittel endlich professionell und wertschaffend anzulegen.“
FTI-Pleite als größter Schadensfall
Der Deutsche Reisesicherungsfonds war 2019 nach der Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook gegründet worden.
Er soll sich bei einer Pleite eines Reiseanbieters um die Erstattung der Vorauszahlungen der Kunden, gegebenenfalls den Rücktransport gestrandeter Urlauber sowie deren Unterbringung bis zum Rücktransport kümmern. Größter Schadensfall war bisher die Insolvenz von FTI 2024.
Der Fonds speist sich aus Einzahlungen der Reiseveranstalter. Große Veranstalter müssen Jahr für Jahr einen prozentualen Anteil ihres Umsatzes in den Fonds einzahlen.
Tui vermisst Anlagestrategie
Bisher würden die eingezahlten Gelder von rund einer Milliarde Euro aber nicht einmal angemessen angelegt, kritisiert Tui. „Bei anhaltender Inflation verliert das Geld der Unternehmen real an Wert“, schreibt das Unternehmen.
„Der Fond legt es unter Aufsicht des Staates unter die Matratze und verhindert damit, dass es produktiv eingesetzt wird und Wachstum generiert. Das ist kein verantwortungsvoller Umgang mit Geld.“ (dpa/red)
Ein defektes Bauteil sorgte für den Feueralarm im Münchner Tower. - Foto: Sven Hoppe/dpa
Am Flughafen München ist der Flugverkehr am Morgen ohne größere Probleme gestartet. „Der Flugbetrieb ist normal angelaufen und es gibt aktuell keine Störungen“, teilte ein Sprecher des Airports mit.
Nach einem Feueralarm im Tower und einer etwa zweistündigen Einstellung des Flugbetriebs am Sonntagabend gab es laut Webseite des Flughafens am Morgen bereits einige Starts. Es wurden aber auch Annullierungen angezeigt, etwa bei geplanten Ankünften. Ob diese mit dem abendlichen Alarm zusammenhingen, war zunächst unklar.
Am Sonntag hatte der Flughafen mitgeteilt: „Der Tower am Flughafen München wurde um 20:33 Uhr aufgrund von Brandgeruch evakuiert.“ Die Flugsicherung stoppte daraufhin sofort den Flugbetrieb, außerdem wurde die Flughafenfeuerwehr alarmiert.
Rund zwei Stunden später gab es allerdings bereits wieder einzelne Starts am Airport. Als Ursache des Alarms wurde ein Defekt in einem Lüfter entdeckt, ein Bauteil wurde ausgewechselt. Ein offenes Feuer soll es nicht gegeben haben.
Wichtigste Fluggesellschaft in München ist die Lufthansa. Die bayerische Landeshauptstadt ist neben Frankfurt/Main eines der beiden Drehkreuze des Unternehmens für den weltweiten Flugverkehr.
Ob der Zwischenfall vom Sonntagabend noch Auswirkungen auf den Ablauf zu Wochenbeginn hat, war zunächst unbekannt. Auch war am Morgen noch unklar, wie viele Starts und Landungen am Abend ausgefallen waren.
Am Münchner Flughafen gilt ein Nachtflugverbot für den regulären Passagierverkehr zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr morgens. Der Flughafen wollte aber noch in der Nacht möglichst viele Flüge abfertigen. Das Flugverbot wurde dafür speziell bis 1.30 Uhr am Montagmorgen ausgesetzt.
Etliche Maschinen mussten vorübergehend in München am Boden bleiben, Verspätungen gab es auch bei den Flügen nach München. Rund 35 Maschinen wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. (dpa/red)
Reisende bei der Deutschen Bahn (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bahnreisende müssen sich zum Start der Ferienzeit nach Einschätzung von Experten auf deutlich vollere Züge und mehr Verspätungen einstellen.
Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Detlef Neuß, sagte der „Rheinischen Post“: „Ich rate, immer einen Plan B in der Hinterhand zu haben.“ Auch im Sommer gebe es viele Umleitungen, längere Fahrzeiten und ausgefallene Züge, weil die Bahn die Ferienzeit verstärkt für Instandsetzungen nutze.
Fahrgäste sollten Verbindungen daher nicht zu knapp planen und Alternativen parat haben, so Neuss. Zudem sollten Reisende für längere Fahrten vorsorgen, falls das Bordbistro ausfällt: „Reisende sollten sich nicht darauf verlassen, dass es im Zug Essen und Getränke gibt. Eine Notration sollte man dabeihaben.“
Bahn und EVG verweisen auf schwierige Rahmenbedingungen
Auch Carl Waßmuth vom Bündnis „Bahn für Alle“ sagte: „Wir erwarten, dass es in den Sommerferien in den Zügen voller wird – wie jedes Jahr.“ Das Schienennetz sei marode, und die bekannten Probleme würden sich im Sommer nicht in Luft auflösen.
Die Eisenbahngewerkschaft EVG erklärte, die Beschäftigten würden trotz Baustellen und Störungen alles tun, um die Reisenden sicher ans Ziel zu bringen. „Unser Appell an alle Fahrgäste ist, das auch in stressigen Zeiten nicht zu vergessen“, sagte ein Sprecher der „Rheinischen Post“. (dts/red)
Auch das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4" von TUI saß 50 Tage vor der Straße von Hormus fest (Symbolbild). - Foto: olli0815/iStock
Der Kreuzfahrtanbieter TUI Cruises verteidigt die Orientreise mit zwei Schiffen, die nach Ausbruch des Irankriegs über Wochen im Persischen Golfs festsaßen.
„Bis zum Ausbruch des Irankriegs gab es definitiv keinerlei Reisewarnungen für die Region“, sagte Unternehmenschefin Wybcke Meier dem Magazin „Capital“.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte nach Ausbruch des Krieges Ende Februar zunächst wenig Verständnis für Urlauber in der Region gezeigt. Er erklärte damals, es habe schon Wochen vorher Warnungen gegeben.
TUI: Eskalation war nicht absehbar
Auf entsprechende Vorwürfe reagiert die TUI-Cruises-Chefin scharf: „Leichtsinnig sind wir mit Sicherheit nicht, das weise ich entschieden zurück. Wir gefährden doch nicht unsere Passagiere, unsere Crew und unsere Schiffe.“ In der ganzen Region seien jedes Jahr knapp drei Millionen Reisende unterwegs.
„Zwei Wochen vor den Angriffen hatten wir eine Delegation in der Region, diese Eskalation war für uns nicht absehbar“, so Meier. „Hätte es Anzeichen für eine Gefahrenlage gegeben, hätten wir sofort woanders hinfahren können – durchaus ein Vorteil unserer Schiffe gegenüber den Hotels vor Ort“, so Meier.
Die beiden Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ lagen bei Ausbruch des Irankriegs mit 5.000 Passagieren und Crew im Persischen Golf.
Nach 50 Tagen konnten beide Schiffe Mitte April bei einer nur wenige Stunden anhaltenden Waffenruhe und Öffnung aus der Meerenge von Hormus befreit werden. Das ist bislang nur wenigen Schiffen gelungen.
Alle Passagiere wurden auf Kosten von TUI ausgeflogen
In der Spitzenzeit hätten 50 Mitarbeiter im Krisenteam von TUI Cruises gearbeitet, so Meier. Crew und Passagieren sei vom ersten Tag an auch psychologische Betreuung angeboten worden.
„Wir haben versucht, alles möglich zu machen, und letztlich auch alle Passagiere auf unsere Kosten ausgeflogen.“ Neben den regulären Flügen habe das Unternehmen auch eigene Charterkapazitäten organisiert. „Wir haben niemanden stehen lassen.“
Die beiden Schiffe seien letztlich mit einer Minimumbesatzung von jeweils 60 freiwilligen Crewmitgliedern aus der Meerenge von Hormus herausgefahren.
Kein Schutzzoll für die Durchfahrt gefordert oder bezahlt
Zuvor habe es dazu Verhandlungen mit der Internationalen Maritimen Organisation und mit allen Behörden in der Golfregion gegeben. Ziel war, „auszuloten, ob unsere Seeleute aus humanitären Gründen freies Geleit bekommen“, so Meier.
Als die entsprechenden Freigaben vorlagen, konnten die Kapitäne die Leinen losmachen. „Wir sind nicht bedroht und nicht beschossen worden. Für die Passage gab es einen vorgegebenen und geprüften Wasserweg, an den wir uns gehalten haben.“
Mit den iranischen Behörden habe das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt Kontakt gehabt, ein Schutzzoll für die Durchfahrt der Schiffe sei nicht gefordert und nicht gezahlt worden. (dts/red)
Flughafen BER. (Archivbild) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Neue Passagierzahlen deuten auf einen Bedarf für mehr Direktflüge auf Langstrecken vom Hauptstadtflughafen aus hin. Auf Anfrage dreier SPD-Abgeordneter hat der BER erstmals eine Liste der Fernziele vorgelegt, die seine Fluggäste nur durch einen oder mehrere Zwischenstopps erreichen.
Die Liste, über die der „Tagesspiegel“ in seiner Dienstagausgabe berichtet, wird von Bangkok angeführt.
Im Jahr 2025 flogen 64.182 BER-Passagiere über Umwege in die thailändische Hauptstadt. Das entspricht rechnerisch einer Direktverbindung mit einem kleinen Langstreckenjet mit 200 Sitzen sechsmal pro Woche.
Unter den beliebtesten 25 Langstreckenzielen befinden sich zwölf in Asien und neun in den USA.
„Wir fordern von der Bundesregierung als Miteigentümerin des Flughafens, unverzüglich dafür zu sorgen, dass deutlich mehr Non-Stop-Langstreckenverbindungen vom BER angeboten werden können“, teilten die Berliner Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg, Jörg Stroedter und Florian Dörstelmann dem „Tagesspiegel“ mit.
„Das unsägliche Monopol der Lufthansa in München und Frankfurt muss gebrochen werden. 35 Jahre nach der Deutschen Einheit ist es inakzeptabel, dass die Hauptstadt immer noch auf das Niveau der alten West-Berliner Zeiten gedrückt wird.“
Die Lufthansa wickelt ihre Langstreckenverbindungen über die beiden großen Drehkreuze ab. (dts/red)
Vor Beginn der Reisewelle sind die Spritpreise gesunken. (Archivbild) - Foto: Bodo Marks/dpa
Vor dem Start der Reisewelle zum langen Pfingstwochenende beziehungsweise der Pfingstferien ist Tanken wieder billiger geworden.
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags kostete ein Liter Super E10 1,996 Euro, wie der ADAC mitteilt. Das waren 0,8 Cent weniger als am Mittwoch und erstmals seit Montag wieder weniger als 2 Euro.
Diesel verbilligte sich von Mittwoch auf Donnerstag um 1,5 Cent pro Liter. Der Preis von 1,974 Euro war der niedrigste Tagesdurchschnittswert seit Anfang März.
Zuletzt habe es keine größeren Sprünge gegeben, heißt es vom ADAC. Wie es weitergehe, hänge vor allem vom Ölpreis ab. Wer verreise, solle sich vor der Fahrt über die Preise informieren und gezielt dort tanken, wo es günstiger ist, rät der Verkehrsclub.
Vor oder hinter der Grenze tanken?
Auch in Zeiten der Tankrabatte und Spritpreisbremsen lässt sich bei Auslandsreisen oft sparen, wenn man auf der richtigen Seite der Grenze tankt, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht.
Mit Stand vom vergangenen Montag war Superbenzin unter anderem in Österreich, Belgien, Italien, Luxemburg, Polen und Tschechien deutlich billiger als in Deutschland. In Dänemark und den Niederlanden deutlich teurer. Der Unterschied zu Frankreich betrug nur einige Cent.
Diesel war am vergangenen Montag in Tschechien, Luxemburg und Polen deutlich billiger, in Belgien, Frankreich, Dänemark und den Niederlanden deutlich teurer. Die Preisunterschiede zu Österreich und Italien betrugen nur einige Cent.
Zur Schweiz gibt es von der EU-Kommission keine Daten, Informationen des Touring Club Schweiz deuten aber darauf hin, dass sowohl Superbenzin als auch Diesel dort zuletzt klar teurer waren als in Deutschland.
Je nach Tankstelle und Uhrzeit können die Werte teilweise stark abweichen. Auch innerhalb Deutschlands und den Nachbarländern gibt es zudem teils deutliche regionale Unterschiede. (dpa/red)
Ein Bus fährt in Berlin am Zoologischen Garten vorbei. - Foto: Jörg Carstensen/dpa
Fast jeder fünfte bei einem der TÜVs geprüfte Reise- oder Linienbus ist zuletzt bei der Hauptuntersuchung durchgefallen. In den Jahren 2024 und 2025 hatten 19,2 Prozent der untersuchten Fahrzeuge erhebliche oder gefährliche Mängel, wie der TÜV-Verband mitteilte. Das waren 5,1 Prozentpunkte mehr als in den beiden Jahren davor.
„Die Ergebnisse des aktuellen Bus-Reports sind alarmierend“, sagte Richard Goebelt vom TÜV-Verband. „Die Mängelquoten steigen zum zweiten Mal in Folge kräftig.“ In den Jahren 2020 und 2021 hatte die Quote nur bei 11,7 Prozent gelegen.
Dabei dürfte aber auch Corona eine Rolle gespielt haben. Ohne Mangel kamen 2024/2025 nur 69,8 Prozent der Busse durch die Prüfung – 5,6 Punkte weniger als zuvor. Dabei gab es laut TÜV-Verband keine Verschärfung der Kriterien.
Jeder zehnte Bus fällt schon ein Jahr nach der Neuzulassung durch
Auffällig für die Prüfer war, dass nicht nur alte Fahrzeuge durchfallen: „Insbesondere jüngere Fahrzeuge schneiden bei den Prüfungen schlechter ab“, sagte Goebelt. „Bereits ein Jahr nach der Neuzulassung fällt jeder zehnte Bus durch die HU.“
Das sei mehr als das Doppelte des Werts von vor zwei Jahren. Auch bei fünf Jahre alten Bussen verschlechterte sich die Situation: Der Anteil mit mindestens erheblichen Mängeln stieg von 11,9 auf 21 Prozent.
Bei noch älteren Bussen sind die Quoten mit erheblichen Mängeln teilweise etwas höher, teilweise aber auch etwas tiefer. Allerdings steigt der Anteil geringer Mängel mit dem Alter klar an.
Bei 17 bis 20 Jahre alten Fahrzeugen kamen weniger als 60 Prozent ohne Beanstandung durch die Prüfung. Unter anderem machte sich das Alter bei Mängeln wie Ölverlust, schadhafter Beleuchtung hinten oder Rost, Rissen und gebrochenen Teilen bemerkbar.
Mängel wären bei regelmäßiger Wartung „leicht zu entdecken“
„Viele Unternehmen in der Personenbeförderung stehen unter einem erheblichen wirtschaftlichen Druck“, sagte Goebelt. „Das führt offenbar dazu, dass sie der Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge nicht die nötige Aufmerksamkeit widmen. Das geht über kurz oder lang zulasten der Verkehrssicherheit.“
Dabei seien die bei den Prüfungen entdeckten Mängel „bei regelmäßiger Wartung leicht zu entdecken und in der Regel mit geringem Aufwand zu beheben“.
Grundsätzlich gälten Busse als „sehr sichere Verkehrsmittel“, heißt es vom Verband. Dennoch komme es immer wieder zu schweren Unfällen.
In der Regel sei menschliches Fehlverhalten die Ursache, sagte Goebelt, „aber auch technische Mängel können eine Rolle spielen.“ Daher sei es wichtig, dass die Busunternehmen verstärkt in die Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge investierten. (dpa/red)
Familienabteil bei der Deutschen Bahn (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bahn-Chefin Evelyn Palla hat eine besonders günstige Urlaubsfamilienflatrate für die Sommerferien angekündigt. Zum Pauschalpreis von 99,99 Euro soll eine ganze Familie mit bis zu fünf Personen mit Fernverkehrszügen hin und zurück verreisen können, die Sitzplatzreservierung ist in dem Preis inklusive.
Das neue Angebot ist ab Mitte Juni buchbar und gilt dann in ganz Deutschland bis zum Ende der bayerischen Schulferien Mitte September.
Fahrgastverband kritisiert die Regeln
Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ kritisiert die Regeln für das neue Familienticket. „Die Idee ist gut, die Ausführung mangelhaft“, sagte Verbandschef Lukas Iffländer. „Ein Aktionsangebot, das erst Mitte Juni buchbar wird und nur bis Mitte September gilt, kommt für einen großen Teil der Zielgruppe schlicht zu spät.“
Wer seinen Sommerurlaub plane, tue das in der Regel nicht vier Wochen vorher. „Familien planen ihren Sommerurlaub typischerweise im Winter oder spätestens im Frühjahr: Ferienwohnungen, Hotels, Bahnreisen ins Ausland, Mietwagen – all das ist bei Vielen längst gebucht und bezahlt.“
99,99 Euro seien vor allem auf langen Distanzen ein echtes Schnäppchen. „Wer mit der Familie aber gar nicht innerhalb Deutschlands Urlaub machen möchte, sondern etwa aus Süddeutschland ans Mittelmeer fährt, hat von diesem Angebot nichts.“ Es sei dringend ein vergleichbares Familienangebot auch für Verbindungen ins benachbarte Ausland nötig.
Thema Familienreservierung
Der Pro-Bahn-Chef hat auch die abgeschaffte Familienreservierung noch nicht aufgegeben. „Bisher haben wir damit bei der DB auf Granit gebissen. Umso bemerkenswerter ist, dass beim jetzt angekündigten Familienticket die Sitzplatzreservierung wieder inklusive ist.“
Das sei die stillschweigende Bestätigung, dass die gemeinsame Platzbuchung für Familien zentral sei. „Wir werden das Thema gegenüber DB und Bundesverkehrsministerium weiter verfolgen“, sagte Iffländer der dts Nachrichtenagentur. (dts/red)