Mangold bringt Abwechslung ins Beet und auf den Teller. - Foto: iStock/Martin-Hambleton
In Kürze:
Mangold ist eine uralte Kulturpflanze.
Das Gemüse ist nährstoffreich und gesund.
Mangold lässt sich abwechslungsreich zubereiten.
Der Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris) ist eine jahrtausendealte Kulturpflanze und stammt ursprünglich aus Vorderasien. Schon früh verbreitete er sich im gesamten Mittelmeerraum, wo ihn bereits die Griechen und Römer als Lebens- und Heilmittel schätzten – etwa zur Förderung der Verdauung oder äußerlich bei Hautproblemen.
Während Mangold in der mediterranen Küche seit jeher einen festen Platz hat, wurde er hierzulande im Laufe der Zeit weitgehend vom Spinat verdrängt. Allmählich findet das vielseitige Gemüse jedoch wieder seinen Weg zurück in unsere Gärten und Küchen.
Mangold gehört zur Kulturform der Rüben und ist eng mit Roter Rübe und Zuckerrübe verwandt. Botanisch zählt er zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Grundsätzlich unterscheidet man zwei Kulturformen: Stiel- oder Rispenmangold – in der Schweiz auch Krautstiel genannt – sowie Schnitt- oder Blattmangold.
Stielmangold bildet lang gestielte, bis zu 30 Zentimeter lange Blätter aus, die sich je nach Sorte runzelig bis glatt zeigen. Ihre Farbe kann von Hellgelb bis Dunkelgrün variieren. Seine Stiele und Blattadern sind kräftig ausgebildet und beeindrucken mit ihren bunten Farben, die von Gelb, über Orange und Rot bs Grün und Weiß reichen. Schnitt- oder Blattmangold entwickelt hingegen schmalere Stiele und kleinere, spinatähnliche Blätter.
Welche Nährstoffe machen Mangold so gesund?
Ähnlich wie Spinat enthält Mangold große Mengen Betacarotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden kann. Vitamin A trägt nicht nur zu einer guten Sehkraft bei, sondern unterstützt auch die Bildung neuer Hautzellen und der Regeneration der Haut.
Zudem ist Vitamin A ein wichtiges Antioxidans, das unsere Zellen vor den Angriffen freier Radikale, beispielsweise durch UV-Licht, schützt. Studien zeigen, dass eine über einen längeren Zeitraum hinweg an Betacarotin reiche Ernährung den natürlichen Schutz der Haut gegenüber Sonnenstrahlen verbessert – allerdings keinesfalls den Schutz durch Sonnenschutzmittel ersetzt.
Weiterhin ist Mangold mit 80 Milligramm pro 100 Gramm ein guter Magnesiumlieferant. Magnesium ist nicht nur für Muskeln und Knochen essentiell, sondern spielt auch eine zentrale Rolle für unser Nervensystem. Es kann helfen, nervöse Unruhe, Stressresistenz und die Schlafqualität zu verbessern.
Zudem liefert Mangold nennenswerte Mengen an Kalzium für starke Knochen und Eisen für die Blutbildung. Auch Vitamin C, Vitamin E und verschiedene B-Vitamine sind enthalten und unterstützen das Immunsystem, den Zellschutz sowie den Energiestoffwechsel.
Besonders interessant ist Mangold auch für eine kalorienbewusste Ernährung: Eine Portion von etwa 150 Gramm enthält nur rund 20 Kilokalorien und kaum Fett. Gleichzeitig sorgen die enthaltenen Ballaststoffe für eine lang anhaltende Sättigung und unterstützen die Darmgesundheit.
Allerdings enthält Mangold vergleichsweise große Mengen Oxalsäure, die die Bildung von Nierensteinen begünstigen kann. Menschen mit entsprechender Veranlagung sollten ihn daher nur in Maßen genießen. Zudem gilt Mangold als nitratreiches Gemüse und sollte insbesondere für Säuglinge nicht erneut aufgewärmt werden.
Mangold lässt sich einfach im Garten, im Hochbeet oder im Topf auf dem Balkon anbauen und kann zwischen Juli und September geerntet werden. Er bevorzugt tiefgründige humose Böden und einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Damit er gut gedeiht, sind ausreichende und gleichmäßige Wassergaben wichtig.
Beim Stielmangold werden die äußeren Blätter mitsamt Stielen geerntet und verarbeitet. Die jungen inneren Blätter bleiben stehen und wachsen zu größeren Blättern nach. Beim Blattmangold schneidet man dagegen nur die Blätter ab, wodurch die Pflanze kontinuierlich neue Blätter nachbildet.
Mangold lässt sich sehr abwechslungsreich zubereiten. Kurz gebraten oder gedünstet und mit Gewürzen verfeinert, schmeckt das Gemüse als Beilage zu Fleisch und Fisch. Es passt aber auch als Füllung in Omelett oder Quiche sowie zu Nudelgerichten.
Die Blätter können zudem mit Reis, Pilzen oder Hackfleisch gefüllt werden. In südlichen Ländern wird Mangold häufig mit Schafskäse oder Feta serviert. Das Blanchieren vor der Verarbeitung erhält die Farbe der Blätter und verringert den Oxalsäuregehalt.
Mangold kann auch als Ofengemüse zubereitet werden. Dafür die Blätter und Stiele in Streifen schneiden, mit Öl, Zitronensaft und Gewürzen vermengen und im Ofen rösten, bis sie zart sind. Junge, zarte Mangoldblätter eignen sich außerdem hervorragend als frische Zutat für Blattsalate.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Die Restauratorin Susanne Bretzel hält ein in einer mittelalterlichen Latrine in Paderborn gefundenes Notizbuch in der Hand. - Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/E. Daood
In Kürze:
Bei Stadtgrabungen in Paderborn haben Archäologen ein mittelalterliches Notizbuch in einer Latrine entdeckt.
Das zehnseitige Buch aus Wachstafeln ist inklusive Ledereinband und eingeritzten Notizen in lateinischer Sprache erhalten.
Ähnliche Funde – allerdings ohne persönliche Notizen – sind aus Lübeck oder Lüneburg bekannt.
Derzeit wird der Inhalt des Buches transkribiert. Bis der Text übersetzt ist, werden einige Monate vergehen.
Bei Ausgrabungen in Paderborn haben Archäologen einen besonderen Fund gemacht. Im Zuge von Bauarbeiten zum Neubau der Stadtverwaltung entdeckten sie in einer mittelalterlichen Latrine ein außergewöhnlich gut erhaltenes Notizbuch aus dem 13. bis 14. Jahrhundert. Das beschriebene Fundstück aus Leder, Holz und Wachs wird jetzt restauriert und konserviert. Danach soll der Text entschlüsselt werden.
„Dies ist der einzige derartige Fund in ganz Nordrhein-Westfalen. Klingt komisch, aber für uns ist die Latrine fast immer eine Schatzgrube. Vergleichbare mittelalterliche Stücke kennt man aus Lübeck oder Lüneburg, wo ein ähnlich feuchtes Milieu im Boden die Funde erhalten hat. In keinem Fall ist aber wie bei uns das komplette Buch erhalten“, erklärte Archäologin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
Einblick in alte Geschäfte?
Das rund 700 bis 800 Jahre alte Notizbuch ist nicht nur aufgrund seines überraschend guten Erhaltungszustandes von Bedeutung. Die Archäologen versprechen sich vielmehr wertvolle Einblicke in den Alltag und die Lebensverhältnisse im mittelalterlichen Westfalen.
„Nach sorgfältiger Restaurierung wird es möglicherweise gelingen, den Text mit Hightech-Methoden wieder vollständig lesbar zu machen“, so Dr. Rüschoff-Parzinger. Dafür sind die Archäologen bereits mit Schrift- und Materialfachleuten aus ganz Nordrhein-Westfalen im Gespräch.
Die Stadtarchäologin in Paderborn, Dr. Sveva Gai, erhofft sich von dem Text auch ganz konkrete Informationen zum Autor oder zur Autorin. „Wer hat das Buch geschrieben und welchem Zweck diente es? Ersten Vermutungen nach könnte ein Paderborner Kaufmann der Urheber sein, der stichwortartig Geschäfte notierte und Gedanken festhielt.“
In diesem Ledereinband entdeckten Archäologen das Notizbuch.
Foto: LWL/S. Bretzel
Dies wäre laut den Archäologen nicht überraschend. „Kaufleute waren gebildete Leute: Sie konnten im Gegensatz zum Großteil der Menschen sowohl lesen als auch schreiben“, so die Archäologen.
Aber wie sind die für den Besitzer womöglich wichtigen Aufzeichnungen letztlich in der mittelalterlichen Toilette gelandet? Diese Frage wird vermutlich für immer ein Rätsel bleiben. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass es sich bei dem Verlust um ein Missgeschick handelt.
Der Holzrahmen des mittelalterlichen Notizbuchs ist 8,6 × 5,5 Zentimeter groß und umfasst insgesamt zehn Seiten. Von diesen sind acht doppelseitig und zwei – die erste und die letzte – nur einseitig mit Wachs befüllt.
Das mittelalterliche Notizbuch von außen, aus Holz und ohne Ledereinband.
Foto: LWL/S. Brentführer
Versehen ist das Buch mit einem Ledereinband von 10,0 × 7,5 Zentimetern und war zum Schutz zusätzlich in eine kleine Ledertasche gehüllt. Alles in allem eine schlichte Erscheinung. Die LWL-Restauratorin Susanne Bretzel war die Erste, die den Fund nach Jahrhunderten im Boden gesehen hat.
„In einem nassen Erdklumpen verpackt – und zunächst ganz unscheinbar – klärte sich das Objekt erst bei der Reinigung in unserer Restaurierungswerkstatt in Münster. Und tatsächlich haftete dem Latrinenfund auch nach so vielen Jahrhunderten im Boden noch ein recht unangenehmer Geruch an“, erinnerte sich Bretzel.
Die halb ausgegrabene mittelalterliche Latrine, in der das Notizbuch gefunden wurde.
Foto: Denkmal3d/Heike Tausendfreund
Dabei war gerade das feuchte und vor allem luftdichte Milieu des Paderborner Bodens für die Konservierung des Fundes ein Glücksfall. Dieser Boden hat die besten Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der mit einem Griffel – einem Schreibwerkzeug aus Metall, Knochen oder Elfenbein – in Wachs geschriebene Text über 700 bis 800 Jahre hinweg unversehrt geblieben ist.
„Ich musste das Buch nur außen reinigen, da die Innenseiten so fest aneinander saßen, dass dort kein Dreck war. Auch das Holz hat sich nicht verzogen, sodass das Wachs noch intakt und die Schrift an sich gut lesbar ist“, erklärte Bretzel.
Der Text ist in zwei Richtungen geschrieben, je nachdem, wie man das Buch gehalten hat. Geschrieben wurden die Worte aber scheinbar nur von einer Hand. Für die Archäologen spricht dies für die spontane Verwendung als Notizbuch.
Auch das dazugehörige Schreibgerät ist in einem guten Zustand. Wie andere Griffel war auch dieser an einem Ende spitz, um die Buchstaben in das Wachs zu ritzen. Das andere Ende des Griffels war flach wie ein Spatel. Damit konnte das Wachs glattgestrichen und das Geschriebene „gelöscht“ werden, womit die Tafel wiederverwendbar war. Auch der Ledereinband ist noch vollständig erhalten, bis auf die gelösten Fäden.
„Die Oberfläche des Ledereinbandes ist mit einem eingeprägten Muster verziert: kleine, regelmäßige Lilienreihen, die die gesamte Fläche bedecken. Vielleicht können wir daraus zukünftig etwas über die Herkunft des Stückes ableiten oder sogar seinen Herstellungsort nennen“, hoffen die Archäologen.
Der Ledereinband mit Lilienprägung, in dem das Notizbuch – sicher vor Schmutz geschützt – steckte.
Foto: LWL/S. Bretzel
Schon jetzt spricht das Lilienmotiv dafür, dass das Buch aus einem gehobenen Umfeld stammt. So war diese Pflanze im Mittelalter ein Symbol für Reinheit, königliche Macht und göttliche Gunst gewesen und zierte häufig Wappen.
Das Wachs belegt noch immer sämtliche Innenseiten der Tafeln und ist zum großen Teil mit kursiver Schrift versehen. Der Inhalt ist in lateinischer Sprache verfasst, was ebenfalls auf einen Besitzer aus der Oberschicht hinweist. Die charakteristische Kursivschrift datiert das Notizbuch zudem in das 13. bis 14. Jahrhundert.
Aufdecken und Erhalten der Geschichte
Doch das Wachs zeigt nicht nur die zuletzt geschriebenen Seiten. Auch das Abreiben einer älteren Schrift ist noch deutlich lesbar. Mit Hightech-Verfahren könnten zukünftig die verschiedenen, zusammengehörigen Schichten der übereinanderliegenden Schriften getrennt und wieder lesbar gemacht werden. Eine Transkription ist derzeit in Arbeit.
„Der Text ist selbst für Fachleute auf dem Gebiet nicht leicht zu entziffern, einzelne Wörter sind zwar zu erkennen, die Transkription aber wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da einige Wörter durch falsche Schreibweisen auch verfälscht sein können“, erklärte Rüschoff-Parzinger. Erst nach der erfolgreichen Transkription wird der Text vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt.
Deutlich zu sehen ist die in Wachs eingeritzte lateinische Schrift.
Foto: LWL/S. Brentführer
Zunächst wollen die Archäologen das verwendete Material des Buches untersuchen. Aus welcher Wachs- beziehungsweise Harzmischung besteht das Wachs? Wurden Pigmente beigemischt? Wo liegt sein Schmelzpunkt? Um welches Holz handelt es sich? All diese Daten helfen letztlich bei der Konservierung. Denn für die verschiedenen Materialien kommen unterschiedliche Erhaltungsmethoden zum Einsatz.
Die gesamte Konservierung könnte nach derzeitigen Schätzungen bis zu einem Jahr dauern. Im Anschluss ist vorgesehen, das mittelalterliche Notizbuch im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn auszustellen.
Weiteres aus der Schatzgrube
Der Neubau der Stadtverwaltung in Paderborn hat seit Dezember 2024 ausgedehnte archäologische Ausgrabungen mit sich gebracht, da sich das Areal in einem historisch sensiblen Stadtbereich befindet.
Archäologen bei der Arbeit: Sie untersuchen die Verfüllung einer mittelalterlichen Latrine in Paderborn.
Foto: Denkmal3d/Heike Tausendfreund
So stießen Bauarbeiter und Archäologen beim weiteren Ausheben der Baugrube auf insgesamt fünf Latrinen. Aus einer dieser Latrinen stammen nicht nur die Wachstafel, sondern auch Gefäße, Fässer, ein Messer, Stoffreste und Reste von Korbgeflecht aus dem Mittelalter.
Im Zentrum der Stadt Paderborn wohnten vor 800 Jahren höhere Gesellschaftsschichten. Dies zeigt sich auch an den anderen Funden: „Die seidenen Stoffreste aus der Latrine waren teilweise in rechteckige Lappen gerissen“, so die Archäologen.
Die Archäologen vermuten, dass diese edlen Stoffreste zuletzt als Klopapier verwendet wurden.
Foto: LWL/S. Bretzel
Es ist daher gut möglich, dass der edel verzierte Stoff, der vielleicht einst ein teures Kleidungsstück war, als Klopapier seine letzte Verwendung fand. Dies spricht zusammen mit dem Notizbuch für ein gehobenes Stadtviertel.
„Sobald diese Latrine einer bestimmten Parzelle zugeordnet werden kann, könnte man mittels Archivrecherche versuchen, die Bewohner der Parzelle auszumachen. Dann wäre es im besten Fall möglich, die Wachstafel mit dem Namen einer bestimmten Person in Zusammenhang zu bringen“, so die Archäologen abschließend.
(Mit Material des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe)
Es handelt sich um eine Kompositzeichnung des FBI eines nicht identifizierten anomalen Phänomens, das im September 2023 von mehreren Zeugen über einer nicht näher genannten US-Testanlage gemeldet wurde. - Foto: Screenshot, mit freundlicher Genehmigung des Pentagons.
In Kürze:
Pentagon veröffentlicht erste größere UFO-/UAP-Aktensammlung
Trump spricht von der Erfüllung eines Wahlversprechens
Militärvideos zeigen unbekannte Objekte und Infrarotaufnahmen
FBI untersuchte zigarrenförmiges Objekt über US-Testanlage
Dokumente enthalten auch internationale Sichtungen aus Kasachstan und Papua-Neuguinea
Am 8. Mai hat US-Präsident Donald Trump auf Truth Social verkündet, ein für einen Teil seiner Anhängerschaft gewichtiges Versprechen zu erfüllen. Das Pentagon hat an diesem Tag eine erste größere Sammlung von Dokumenten veröffentlicht, die sich mit nicht identifizierten Luftphänomenen befassen. Landläufig sind diese eher als UFOs oder UAPs bekannt.
Auf einer eigens dafür eingerichteten Website können Interessierte Aufnahmen und dazu veröffentlichte Dokumente einsehen. Die bisher publizierten „UFO Files“ umfassen NASA-Protokolle der Apollo-Missionen, FBI-Berichte, interne Regierungsdokumente, diplomatische Telegramme sowie Videos und Infrarotaufnahmen unbekannter Flugobjekte.
Klare Beweise für die Existenz außerirdischen Lebens enthalten die bisherigen Dokumente nicht. Jedoch bieten einige von ihnen Anlass für weitere Fragen und Spekulationen. Donald Trump schrieb selbst dazu auf Truth Social, die Öffentlichkeit solle nun „selbst entscheiden, was es mit all dem auf sich hat“.
Einer der Schwerpunkte der Sammlung betrifft die Apollo-Missionen der NASA. Gleich mehrfach hatten Astronauten in ihrem Umfeld unbekannte Phänomene gemeldet. Buzz Aldrin berichtete demnach auf einer Apollo-11-Mission von einer „hellen Lichtquelle“ nahe dem Monde. Dabei könne es sich um einen möglichen „Laser“ gehandelt haben.
Im Jahr 1969 berichtete auch die Crew der „Apollo 12“ mehrfach über unbekannte Erscheinungen. Die Astronauten beschrieben etwa leuchtende Partikel und Objekte außerhalb der Mondfähre. Diese wirkten, als ob sie „im Weltall wegsegeln“ oder „dem Mond entkommen“.
Auch während der Mission der „Apollo 17“ im Jahr 1972 beschrieben die Teilnehmer mehrere ungewöhnliche Ereignisse. Zu diesen gehörten Lichtblitze über der Mondoberfläche, helle Partikel nahe dem Raumschiff und intensive Lichtphänomene. Besonders auffällig ist dabei ein NASA-Foto, das drei Punkte in Dreiecksformation über dem Mond zeigt. Die NASA erklärte in diesem Kontext explizit, dass es „keinen Konsens über die Natur dieser Anomalie“ gebe.
Ein Archivfoto der NASA von der Apollo-17-Mission, das im Dezember 1972 aufgenommen wurde, zeigt ein unbekanntes und ungewöhnliches Phänomen am Himmel über dem Mond.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung des Pentagons.
„Achtzackiger Stern mit unterschiedlich langen Armen“
Neben den Astronauten und der NASA hat auch das Pentagon selbst mehrere Militärvideos über mögliche UFOs veröffentlicht. So zeigt ein Video des US Central Command von 2013 ein Objekt, das als „achtzackiger Stern mit unterschiedlich langen Armen“ bezeichnet wird. Dieses scheint in der Luft zu schweben. Die Aufnahme erstreckt sich über eine Minute und 46 Sekunden.
Aus den Jahren 2022 und 2024 gibt es weitere Infrarotaufnahmen, darunter schnell bewegte Objekte, die man als mögliche Raketen deutete. Eine weitere Aufnahme zeigt einen scheinbaren Formationsflug zweier heller Objekte. Das Pazifikkommando steuerte wiederum Videos von unbekannten Erscheinungen nahe Windkraftanlagen in Japan und im Pazifikraum bei.
In einem kürzlich vom Pentagon veröffentlichten Video ist ein möglicherweise nicht identifiziertes anomales Phänomen zu sehen. Es zeigt ein Objekt in der Luft, das als „achtzackiger Stern mit unterschiedlich langen Zacken“ beschrieben wurde.
Foto: Screenshot/Mit freundlicher Genehmigung des Pentagons
„Zigarrenförmiges Objekt“ über Testanlage – ein UFO?
Das FBI untersuchte 2023 ein von mehreren Zeugen gesichtetes und übereinstimmend beschriebenes, zigarrenförmiges Objekt. Diese hätten eine Frau und mehrere im Auftrag der Regierung tätige Beschäftigte eines Morgens über einer nicht genannten US-Testanlage gesehen.
Diesem Bericht zufolge hatte es eine metallisch bronzefarbene Erscheinung, sendete extrem helles Licht aus und war zwei bis drei Black-Hawk-Hubschrauber lang. Nach 5 bis 10 Sekunden in der Luft sei es verschwunden, ohne Kondensstreifen zu hinterlassen. Das FBI führte mehrere Zeugenbefragungen durch und fertigte auf Grundlage der Angaben eine Skizze an.
Neben diesen Zeugen sagte auch ein Drohnenpilot, der in der Nähe der Einrichtung im Einsatz war, über den Vorfall aus. Dazu kam ein weiterer Augenzeuge, der von seinem Auto aus eine entsprechende Beobachtung machte.
Rätselhaftes „Kobaltstrahl“-Memo aus dem Jahr 1967
Ein besonders merkwürdiges Dokument stellt ein internes FBI-Memo dar, das im Jahr 1967 der damalige Rechtsattaché des Büros in Mexiko-Stadt an FBI-Direktor J. Edgar Hoover gesendet hatte. Das als „geheim“ eingestufte Dokument reproduziert ein Telegramm, das ein W.R. Hanawalt im Dezember 1966 aus Harlingen, Texas, verschickt habe.
Darin war die Rede von einem „technologischen Objekt“, das als „Laser- oder Kobaltstrahl“ beschrieben war, in den man sich selbst einhüllen könnte und das Nervensystem einer Person manipulieren könne. Das Objekt soll Menschen manipulieren, Sinneswahrnehmungen beeinflussen und „Visionen von Flugobjekten erzeugen können“.
Der Meldungsleger stellte in weiterer Folge Behauptungen auf, wie jene über eine „Unterwanderung“ staatlicher Stellen durch obskure Auftraggeber und angebliche Maulwürfe in den Behörden. Das FBI bestätigte den Eingang des Schreibens. Über die Person des „Hanawalt“ und dessen Glaubwürdigkeit finden sich keine Äußerungen.
Internationale Sichtungen in Kasachstan und Papua-Neuguinea
Die nun freigegebenen Dokumentensammlungen enthalten auch Berichte über Sichtungen in anderen Staaten. Einem Telegramm aus Kasachstan zufolge, das 1994 übermittelt wurde, meldeten Piloten ein „extrem helles Objekt“, das sich vom Horizont auf sie zubewegte. Über etwa 40 Minuten hinweg sei dieses Kreis-, Korkenzieher-Manöver und 90-Grad-Wendungen unter hoher Beschleunigung geflogen. Es soll mit einer Olympus-Taschenkamera angefertigte Fotos dazu geben, die jedoch nicht im Bericht dokumentiert sind.
Im Jahr 1985 wurde einem Telegramm des U.S. State Department zufolge ein „in großer Höhe mit hoher Geschwindigkeit“ fliegendes Objekt über der US-Botschaft in Port Moresby, Papua-Neuguinea, gemeldet. Dazu kamen weitere Berichte über schnelle Flugobjekte mit Lichtern, Geräuschen und Kondensstreifen, die auch Anwohner beunruhigt hätten. Allerdings seien, so die US-Regierung später, keine eigenen Militärmaschinen dort unterwegs gewesen.
In Deutschland gibt es rund 120 Ameisenarten, darunter auch die Rote Waldameise. - Foto: Carine Carnier/iStock
In Kürze:
Alte Annahme: Bislang galt Ameisensäure als alleiniger Bestandteil von Ameisengift.
Neue Erkenntnis: Forscher aus Halle/Saale und Berlin haben jüngst herausgefunden, dass das Toxin auch gesundheitswirksame Eiweiße enthält.
Künftiger Nutzen: Diese Entdeckung könnte dazu beitragen, wirksame Mittel gegen Krankheitserreger wie Pilze zu entwickeln.
Das Gift von Schuppenameisen, zu denen auch die Waldameisen gehören, galt bislang als vergleichsweise einfach zusammengesetzt: Ameisensäure wurde seit ihrer Entdeckung im 17. Jahrhundert als zentraler und nahezu alleiniger Inhaltsstoff dieser Ameisengifte betrachtet.
„Wir sind in unserem Projekt einer jahrzehntealten und weitgehend unbeachteten Publikation nachgegangen, in der erwähnt wurde, dass diese Gifte vielleicht auch eiweißartige Stoffe [Peptide] enthalten“, sagte Timo Niedermeyer, Professor für Pharmazeutische Biologie der Freien Universität Berlin. Er ergänzte:
„Wir haben nun zwei völlig neue Peptid-Familien in den Giften von Schuppenameisen nachgewiesen. Diese sind einzigartig in diesen Ameisen, kommen dort aber weit verbreitet vor. Ihr Gift ist wesentlich komplexer als bisher angenommen.“
Ameisengift schützt Brut vor Pilzerkrankungen
Die im Gift identifizierten Peptide leisten offenbar einen Beitrag zur Nesthygiene. So schmieren die Ameisen ihre Brut mit ihrem Gift ein – die Peptide bleiben nach dem Verdunsten der Ameisensäure auf den Puppen zurück und wirken dort Infektionen entgegen.
„Einige der Peptide zeigen eine ausgeprägte Wirkung gegen Pilze. Das ist interessant vor dem Hintergrund einer Bedrohung sozialer Gemeinschaften durch Umweltmikroben und Krankheitserreger sowie zunehmender Resistenzen dieser Mikroben gegen antimikrobielle Wirkstoffe“, betonte Dr. Simon Tragust, beteiligter Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. „Mit über 3.700 Arten eröffnet die Unterfamilie Formicinae (Schuppenameisen) ein enormes Potenzial für die Entdeckung weiterer bioaktiver Substanzen.“
Die Forschungsergebnisse untermauern, dass das Gift von Schuppenameisen vielfältige Funktionen erfüllt. Die Ameisen verwenden es nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zur Desinfektion, zur Steuerung ihrer Darmflora und zur Kommunikation mit Artgenossen.
Für ihre Arbeit kombinierten die Forscher Methoden aus Biologie, Chemie und Pharmazie. Mithilfe modernster Technik wurden Protein- und RNA-Daten zusammengeführt, um die im Gift enthaltenen Peptide und ihre Gensequenzen zu identifizieren. Ergänzend kamen chemische Analysen, synthetische Verfahren, biophysikalische Experimente und Genomanalysen zum Einsatz.
Durch die interdisziplinäre Herangehensweise und die Untersuchung der Giftsekrete mehrerer Ameisenkolonien verschiedener Ameisenarten zählt die Arbeit zu den bisher umfassendsten vergleichenden Analysen von Ameisengiften.
Die Studie erschien am 13. Mai 2026 im Fachmagazin „Science Advances“.
Die Namenwand und die Fassaden der Opfer am Holocaust-Mahnmal und im Holocaust-Museum, das den Antisemitismus und seine Folgen nachzeichnet, in Paris am 6. Oktober 2025. - Foto: Magali Cohen/Hans Lucas/AFP via Getty Images
Das Papier war grün, der Ton höflich: „Herr Pinkus Eizenberg ist gebeten, sich mit einem Angehörigen oder einem Freund am 14. Mai 1941 um 7.00 Uhr an der Sporthalle von Japy einzufinden.“ Es gehe um die „Klärung seiner Situation“. Mitzubringen seien eine Garnitur Wäsche und Lebensmittel für einen Tag.
Es war der Auftakt zur ersten Massenverhaftung und Deportation ausländischer Juden in Paris – angeordnet von den deutschen Besatzern, ausgeführt von der französischen Polizei. Und minutiös dokumentiert von dem deutschen Fotografen Harry Croner.
Zum ersten Mal zu sehen
Croners Bilder von der Massenfestnahme sind – bis auf wenige Ausnahmen – erst 2020 überraschend aufgetaucht. Sie sind seit dieser Woche zum ersten Mal in der Pariser Shoah-Gedenkstätte zu sehen.
„Die Fotos sind sehr außergewöhnlich“, erklärt Lior Lalieu, die Leiterin der Bilderdatenbank der Gedenkstätte. „Es gibt extrem wenige Bilder von der Shoah in Frankreich“, fügt sie hinzu.
Darüber hinaus fasziniere der „doppelte Blick“ des Fotografen: Croner war damals für die Propagandakommission im Einsatz – machte aber heimlich auch bewegende Aufnahmen der Opfer. „Das hätte er nicht tun dürfen, aber er hat es trotzdem gemacht“, sagt Lalieu. „Die wiedergefundenen Bilder zeigen zum ersten Mal ihre Gesichter.“
Stunde um Stunde, Station um Station dokumentierte Croner, wie die meist polnischen Juden den Nazis in die Falle gingen: Die Ankunft der Männer in der Pariser Sporthalle. Die Frauen, die ihnen noch Sachen bringen durften – wohl um den eigentlichen Zweck der Einbestellung zu verschleiern.
Ein Foto zeigt den Abschiedskuss eines jungen Paares, daneben einen ungeduldig wirkenden französischen Polizisten. Als die Männer in den Bus einsteigen, hält Croner die besorgten Gesichter von einigen fest – was sicher nicht mit seinem Auftrag vereinbar gewesen war.
Massenverhaftung
Etwa 6.500 Familien hatten den „grünen Schein“ erhalten, nachdem die Massenverhaftung später benannt wurde, „dos grine tsetl“ auf Jiddisch. Gut 3.700 begaben sich zu den Sammelorten, viele in der Hoffnung, ihre Papiere in Ordnung zu bringen.
Wenige Stunden später wurden sie in Bussen zum Bahnhof gefahren und per Zug in die Internierungslager von Pithiviers und Beaune-la-Rolande, etwa 100 Kilometer südlich von Paris, gebracht. Auch dorthin reiste Croner, um für die Propagandakommission zu fotografieren. Auch dort machte er heimlich Aufnahmen, die eine Anteilnahme am Schicksal der Opfer erahnen lassen.
Einige wenige Bilder wurden damals veröffentlicht, sie stellen die Festnahme als eine reguläre, administrative Maßnahme dar. Croner wurde wenige Monate später aus der Wehrmacht entlassen, als bekannt wurde, dass sein Vater Jude war. Er kam als Zwangsarbeiter nach Frankreich und am Kriegsende in US-Gefangenschaft.
Nach dem Krieg baute Croner sich in Berlin eine neue Existenz als Promi-Fotograf auf. Er porträtierte Marlene Dietrich, Willy Brandt und die Filmstars der Berlinale. Über seinen Pariser Propaganda-Einsatz schwieg er sich aus. Croner starb 1992, zu seinen letzten großen Reportagen zählte der Fall der Berliner Mauer.
Von der Existenz der Pariser Bilder aus der Besatzungszeit ahnte niemand etwas – bis sich 2020 ein französischer Sammler meldete. Er hatte Jahre zuvor einen Stapel Kontaktabzüge auf einem Flohmarkt in Reims erworben.
Experten der Shoah-Gedenkstätte fanden schnell heraus, dass es sich um einen bedeutenden Fund handelte: Die Ereignisse, die bislang nur durch Schriftstücke und Zeugenaussagen bekannt waren, standen den Betrachtern plötzlich direkt vor Augen.
Von den 3.700 Festgenommenen kamen etwa 800 frei. Alle anderen wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gebracht. Von ihnen überlebten nur sehr wenige.
Renée Sieradzki war fünf Jahre alt, als ihr Vater den grünen Schein erhielt. „Ich saß unter dem Tisch und hörte, wie die Erwachsenen sich unterhielten“, berichtete sie später.
Die Männer seien sich einig gewesen, dass sie zu den Sammelpunkten gehen wollten. „Es geht doch nur um eine Überprüfung der Papiere, das kann nichts Schlimmes bedeuten“, hätten sie gesagt. (afp/red)
Wandern ist fest in der deutschen Kultur verankert und galt lange selbst als Wegweiser im Leben – ein Weg, der heute von Jugendlichen wiederentdeckt wird. - Foto: Socha/iStock
In Kürze:
Wandern wirkt nicht nur körperlich, sondern schafft Abstand vom Alltag und öffnet den Blick für das Wesentliche.
Der deutsche Begriff „Wanderlust“ fand als Lehnwort Eingang in andere Landessprachen, ähnlich wie „Zeitgeist“ oder „Schadenfreude“.
Längere Wanderungen schaffen besondere Erlebnisse und machen das Unterwegssein zum Sinnbild persönlicher Reifung.
Ein wachsender Trend: Jugendliche tauschen Mallorca-Partys gegen gemeinsame Wander- und Naturerlebnisse.
„Das Wandern ist des Müllers Lust“: Kaum eine Zeile aus dem deutschen Volksgut hat sich so tief in das Gedächtnis eingegraben wie diese. Generationen von Schulkindern sangen sie auf Wandertagen, in Jugendherbergen und am Lagerfeuer.
Der Dichter Wilhelm Müller schrieb den Text 1821 als Teil seines Zyklus „Die schöne Müllerin“. Franz Schubert vertonte ihn kunstvoll, ehe Carl Friedrich Zöllner daraus jenes bis heute bekannte Wanderlied machte. Doch das Lied beschreibt kein romantisches Naturidyll. Es spiegelt die uralte Sehnsucht nach Bewegung und Freiheit wider, die die deutsche Kultur seit Jahrhunderten prägt.
Heimat braucht Ferne
Die Deutschen gelten als heimatverbunden und wanderfreudig zugleich. Gerade in dieser besonderen Spannung liegt vielleicht der Kern ihrer Wanderkultur. Heimweh und Fernweh entspringen derselben seelischen Landschaft. Beide setzen voraus, dass es einen Ort gibt, dem man sich verbunden fühlt, den man vermisst oder den man neu entdecken will.
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Burg Drachenfels (r.) thront über dem Rhein. In einer Höhle in der Felswand unterhalb der Burg soll der Drache gelebt haben, den Siegfried ruhmreich tötete. Doch auch Schloss Drachenburg (l., auf halber Höhe) …
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… ist eine Reise wert und bietet einen wunderbaren Blick über Bonn.
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Der Eibsee mit der Zugspitze im Hintergrund zählt zu den idyllischsten Wanderzielen der deutschen Alpen. Oft vergessen …
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… wird der Blick in die andere Richtung: von Deutschlands höchstem Berg auf den Eibsee.
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Die Rakotzbrücke lockt Touristen aus aller Welt nach Sachsen. Neben der „Teufelsbrücke“ …
Foto: DaLiu/iStock
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… gibt es im rund 200 Hektar großen Azaleen- und Rhododendronpark Kromlau nahe Görlitz vieles zu entdecken. Eintritt frei.
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Im Norden Deutschlands können Wanderer im Wikingerdorf Haithabu auf Zeitreise gehen …
Foto: Iryna Shpulak/iStock
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… und die endlose Weite des Wattenmeers erkunden.
Foto: Markus Thoenen/iStock
England kennt seinerseits mit dem „rambling“, einer Wortschöpfung aus dem 19. Jahrhundert, eine lebendige Tradition des gemeinschaftlichen Landschaftswanderns, die stärker auf Geselligkeit und das Recht auf das Betreten setzt. In Spanien prägen lange Pilgerwege wie der Jakobsweg das Bild des Unterwegsseins, oft mit spiritueller Zielsetzung. Jede Form teilt das Naturerlebnis und die körperliche Herausforderung.
„Wanderlust“ jedoch scheint dies zusätzlich zur deutlichen inneren Suche und erlebbaren romantischen Resonanz zu verdichten. Vielleicht erklärt das, warum das altdeutsche Wort als sogenanntes Lehnwort in fremde Sprachen übernommen wurde. Es beinhaltet die besondere Mischung aus Sehnsucht, persönlicher Erneuerung und dem Verlangen, die Welt zu Fuß zu entdecken.
Diese Sehnsucht war es, die in Deutschland bereits früh konkrete Formen annahm und so eine Kultur des Gehens hervorbrachte, die weit über reine Fortbewegung hinausging. Im Mittelalter gingen Handwerksgesellen nach ihrer Lehrzeit „auf Wanderschaft“. Über Jahre hinweg wanderten sie von Stadt zu Stadt, arbeiteten bei verschiedenen Meistern und reiften dabei, sowohl beruflich als auch persönlich. Noch heute begegnet man gelegentlich jungen Zimmerleuten in schwarzer Kluft und mit Wanderstab, die nach alter Tradition für mehrere Jahre unterwegs sind, bevor sie mit ihrem in der Fremde erworbenen Erfahrungsschatz zurückkehren.
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Gesellenzeugnis eines Tischlergesellen, ausgestellt in Bremen 1818. Mittels Kupferstich vorgedrucktes Formular mit handschriftlichen Einträgen.
Die Wanderjahre gehörten früher zur handwerklichen Ausbildung. Dabei verfeinerte der Handwerker seine Künste nach Ende der Lehrzeit bei anderen Meistern. Schuster mit seinen Gesellen in der Werkstatt. Gemälde von David Ryckaert III (1612–1661), Öl auf Holz, 1655.
Wandergesellen gibt es bis heute in verschiedenen Berufen. Zimmermann, Tischler und Holzbildhauer tragen dabei traditionell Schwarz. Grau oder Beige steht für Steinmetze und Maurer, Weiß für Lebensmittelberufe. Bad Kissingen, Bayern, 2010.
Die Vorstellung, dass sich Bildung und Charakter erst in der Fremde weiterentwickeln, prägte auch die deutsche Romantik. Joseph von Eichendorffs Wanderer, getrieben von unbestimmter Sehnsucht, offen für das Ungeplante, wurde zur Schlüsselgestalt einer ganzen Ära. Und als die Industrialisierung die Städte verdichtete und lärmend machte, wurde die Natur zum Gegenentwurf. Sie wurde zu einem begehbaren Ort der Stille, des Schutzes und des Seelenheils.
Kollektives Wandern bewegt bis heute
Eben jene Sehnsucht nach dergleichen trieb um 1900 die Wandervogel-Bewegung an. Tausende Jugendliche verließen an Wochenenden die Städte, um singend durch Wälder und Mittelgebirge zu ziehen. Sie entflohen so dem engen Korsett des wilhelminischen Zeitalters und fanden dabei in Einfachheit, Gemeinschaft und Naturerlebnissen, was ihnen die bürgerliche Gesellschaft verweigerte. In dieser Bewegung wurzeln noch heute der schulische Wandertag ebenso wie große Wallfahrten, etwa die Pilgerfahrten nach Kevelaer.
Dass kollektives Unterwegssein in Deutschland bis heute nicht nur religiöse, sondern auch säkulare und feierliche Ausprägungen hat, zeigt der Brauch an Christi Himmelfahrt. Der sogenannte Vatertag – regional auch Herrentag oder Männertag –, der dieses Jahr mit dem Tag des Wanderns zusammenfällt, verbindet ausgelassene Männerausflüge mit dem Motiv des gemeinsamen Ziehens durch die Landschaft – eine unterhaltsame Fortsetzung der langen Praxis, in Gruppen draußen Erlebnis und Gemeinschaft zu suchen.
Das Wandern steht jedoch nicht nur für Geselligkeit oder Sportliches, es kann auch ausgleichend und meditativ wirken. Rhythmisches Gehen ordnet die Gedanken, entschärft im Erkunden der weitläufigen Landschaft den Blick und verändert das Zeitgefühl. In einer Zeit der permanenten Erreichbarkeit und zunehmenden Reizüberflutung gewinnt genau diese Erfahrung wieder eine neue Bedeutung. Der Weg durch den Wald schafft eine Brücke ins Innere und bewirkt einen heilsamen Ausgleich.
Deshalb pilgern seit Jahrzehnten Menschen aus ganz Europa nach Santiago de Compostela. Viele suchen dabei weniger religiöse Erfüllung als eine Form innerer Klärung und Erkenntnis. Das Gehen über Wochen hinweg schafft einen Zustand zwischen Konzentration und Loslassen. Und am Ende, so berichten viele Pilger, wartet nicht Erschöpfung oder Ermüdung, sondern Klarheit.
Genau das scheinen auch jüngere Generationen (wieder) für sich zu entdecken. Die Trendstudie „Jugend reist 2022“ zeigte, dass Jugendliche verstärkt Interesse an Erlebnisreisen und dem Wandern haben. Das spiegelt sich auch in Angeboten von Veranstaltern und Verbänden wider, die neben Mallorca inzwischen Alpenüberquerungen und mehrtägige Wanderungen als Abschlussfahrt anbieten. Verbirgt sich hier ein leiser kultureller Wandel, auf der Suche nach Ausgleich, Regeneration und einem neuen Gemeinschaftssinn?
Eine Sehnsucht, die erdet
Erfahrene Wanderer wissen: Gute Wege entstehen dort, wo Zeit bleibt für eine Rast, für entspannte Gespräche und für stille Einkehr oder gemeinsame Verbindung. Die Strecke wird nach Rhythmus und Einklang gewählt, nicht nach sportlichem Ehrgeiz.
Genau deshalb wurden Pilgerwege restauriert, Bahntrassen zu Naturpfaden umgebaut und in den Mittelgebirgen wie Eifel, Harz und Schwarzwald Wanderwege neu erschlossen. Was die Menschen dort hinzieht, ist das archetypische Gefühl der stillen und beruhigenden Zuflucht, während sie auf dem Weg zu sich selbst sind – ein Empfinden, das die deutsche Wanderkultur seit Jahrhunderten trägt.
Von den Gesellen auf der Walz über romantische Dichter bis hin zu jungen Menschen, die wieder längere Wege durch die Natur suchen, zieht sich ein Gedanke durch die Zeit: Wandern ist mehr als Fortkommen. Es schafft Abstand, öffnet den Blick und verschiebt die Perspektive auf das eigene Leben.
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Wandern schafft Raum, Neues zu entdecken, egal ob ungewohnte Perspektiven in der Wüste, …
Foto: molchanovdmitry/iStock
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… die eigene Winzigkeit in den Bergen …
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… oder die endlose Weite am Strand. Am kostbarsten …
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… sind jedoch oft die atemberaubenden Ausblicke …
Foto: Oscar Gutierrez Zozulia/iStock
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… und die unvergesslichen Augenblicke mit Freunden oder Familie.
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In dieser Bewegung zwischen Heimweh und Fernweh, Walz und Jakobsweg, Lagerfeuer und Naturpfad spiegelt sich auch eine leise Antwort auf die Unruhe der Gegenwart. Nicht alles muss schneller, lauter oder weiter werden. Manchmal reicht es, mit offener Wahrnehmung und bewusstem Blick zu gehen. Und so kann schon ein langer Fußmarsch genügen, um das Wesentliche wieder zu spüren: die erhellenden Einsichten, die erst entstehen, wenn sich der Mensch auf der erfüllenden Reise zu sich selbst befindet.
Das IPCC hat drei Klimamodelle wegen mangelnder Plausibilität zurückgezogen, darunter jene beiden mit der höchsten erwarteten Erwärmung. Damit brechen zehntausenden Studien und unzähligen klimapolitischen Maßnahmen die Grundlagen weg. - Foto: privat; NicoElNino/iStock; Montage: Epoch Times
In Kürze:
44 IPCC-Autoren haben drei Klimamodelle im Rahmen einer Neubewertung als „unplausibel“ erklärt und zurückgezogen: RCP8.5, SSP5-8.5. und SSP1-1.9.
Erstere Szenarien prognostizierten Erwärmungen von bis über 5 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts.
Sie dienten damit tausenden Wissenschaftlern und Regierungen weltweit als Grundlage für Studien und Klimapolitik.
Mit dem Wegfall der wissenschaftlichen Grundlage müssten diese Arbeiten und Gesetze ebenfalls revidiert oder mindestens grundlegend überarbeitet werden.
Die Abweichung der globalen Mitteltemperatur vom langjährigen Mittel der Satellitenmessungen ist im dritten Monat in Folge praktisch unverändert. Im April 2026 lag sie +0,39 Grad Celsius über dem Mittelwert der vergangenen 30 Jahre. Im März betrug die Abweichung +0,38 °C, im Februar +0,39 °C in Bezug auf den jeweiligen Mittelwert.
Der durchschnittliche Temperaturanstieg seit 1979 beträgt 0,16 Grad Celsius pro Jahrzehnt oder 1,6 °C in einem Jahrhundert. Dieser mäßige Anstieg vertrug sich nie mit den Katastrophenszenarien des sogenannten Weltklimarats, offiziell das Zwischenstaatliche Gremium für Klimawandel (IPCC), der in seinen Szenarien einen Temperaturanstieg von 3 bis 5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 weissagte.
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Die Temperaturen im April 2026 überstiegen das langfristige Mittel um +0,39 Grad Celsius. Der langfristige Trend liegt weiterhin bei +0,16 Grad Celsius pro Jahrzehnt.
32 Computermodelle des IPCC sagten eine durchschnittliche Erwärmung (rot) von +0,44° C pro Jahrzehnt voraus. Lediglich ein Modell (“INM-CM4”, lila) liegt in der Näher der reale Messdaten (+0,16° C, grün) durch Wetterballons.
Foto: John R. Christy, University of Alabama über Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE), Übersetzung ts/Epoch Times
Das ist seit dem 7. April 2026 der Schnee von gestern. Wissenschaftler des IPCC haben an diesem Tag in einer aufsehenerregenden Veröffentlichung die bisherigen Untergangsszenarien kassiert.
In Politik, Medien und Wissenschaft müsste dies als eine große Erleichterung aufgenommen werden und zu einer sofortigen Korrektur der Klimapolitik führen. Doch die Diskussion findet in Deutschland nicht statt. Sondersendung im ARD, Sondersitzung des Deutschen Bundestages, Regierungserklärung der Bundesregierung zu den fehlerhaften Grundlagen des Klimaschutzgesetzes: Alles Fehlanzeige. Der Klimapopanz bleibt aufgebauscht, denn damit konnte man herrlich grüne und linke Politik machen.
IPCC-Autoren verabschieden sich von Katastrophenszenarien
Am 7. April 2026 erschien eine Veröffentlichung von 44 IPCC-Autoren, die mit für die Klimaszenarien des Weltklimarats verantwortlich sind. Unter der Federführung von Prof. Detlef van Vuuren erklärten die Wissenschaftler, dass die bislang in den letzten beiden Klimaberichten von 2013/2014 (AR5) sowie von 2021 bis 2023 (AR6) aufgeführten Szenarien, die zu Temperaturerhöhungen bis über 5 Grad Celsius im Jahre 2100 führen sollten, „implausible“ (unplausibel) sind.
In diesen Szenarien (RCP 8.5) wurde angenommen, dass die CO₂-Emissionen sich im Verlaufe dieses Jahrhunderts mehr als verdreifachen würden. Da das IPCC in seinen Modellen CO₂ als den wesentlichen Klimafaktor zugrunde legt, kam man so auf erschreckende Temperaturanstiege. Im Modell RCP8.5 sollte es nach dem letzten Bericht (AR6) bis zum Jahre 2100 um 4,4 bis 5,7 Grad wärmer werden.
Seit vielen Jahren weisen Wissenschaftler, darunter auch ich in mehreren Beiträgen und in einem eigenen Kapitel in meinem Buch „Unerwünschte Wahrheiten“ darauf hin, dass in diesem Extremszenario schon 2080 der weltweite Kohlenstoff in Form von Öl, Gas und Kohle erschöpft wäre. Mit anderen Worten, wir können nicht so viel CO₂ erzeugen, wie erforderlich.
Trotzdem hielt man an diesem Szenario fest und beschrieb es sogar als „business as usual“. Der Trick ging weitgehend auf: Das Schreckensszenario beherrschte mit Schlagzeilen wie „Bis zu 5 Grad Erwärmung …“ die Medien.
Mit diesem Szenario wurde auch im politischen Raum gearbeitet und damit Gesetze zur Einführung der CO₂-Steuer, Klimaschutzprogramme und Verbrennerverbote begründet. Selbst das Bundesverfassungsgericht stützt sich auf die IPCC-Berichte, die das Gericht als „zuverlässige Zusammenfassung des aktuellen Kenntnisstands zum Klimawandel“ ansieht. Das Gericht begründet seine Entscheidung in den Randnummern 19 und 22 seines Beschlusses vom 21. März 2021 wie folgt:
„Ohne zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels gilt derzeit ein globaler Temperaturanstieg um mehr als 3 °C bis zum Jahr 2100 als wahrscheinlich.“
Das Bundesverfassungsgericht nimmt also als Basis seiner Entscheidung eine Temperaturprognose, die mittlerweile als unplausibel verworfen worden ist. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von den Wissenschaftlern, die für die Szenarien des Weltklimaberichts verantwortlich sind.
Hätte das Bundesverfassungsgericht und nachfolgend die Bundesregierung die damals schon vorhandene Kritik an den Katastrophenszenarien des IPCC zur Kenntnis genommen – wie man es bei einer solch folgenschweren Entscheidung eigentlich voraussetzen sollte–, hätte man einen solch schwerwiegenden Fehler, der Deutschland ins Unglück stürzt, vermeiden können. Die federführende Richterin Britz schrieb lieber in den Beschluss Formulierungen hinein, die auch schon ihr Ehemann, der damalige Vorsitzende der Grünen in Frankfurt, Bastian Bergerhoff, nahezu wortgleich auf seiner persönlichen Webseite Monate vor dem Beschluss veröffentlicht hatte.
Was sind die neuen IPCC-Weissagungen?
Der US-Klimawissenschaftler Roger Pielke Jr. hat die Veröffentlichung der 44 Wissenschaftler vom 7. April 2026 untersucht. Die Veröffentlichung behandelt nur noch sieben Szenarien mit hohen, mittleren und niedrigen CO₂‑Emissionen. Das neue hohe Emissionsszenario („CMIP7 High“) wird von den Autoren selbst als unwahrscheinlich bezeichnet. Darin würden die Emissionen noch einmal um 30 Prozent ansteigen – und im Verlaufe dieses Jahrhunderts auch nicht mehr absinken.
Dieses neue Hoch-Szenario ist auch deswegen absurd, weil es eine Bevölkerungsexplosion von heute 8,2 Milliarden auf 14,5 Milliarden Menschen annimmt. Die heutigen Bevölkerungsprognosen gehen von einer maximalen Bevölkerung von 9 bis 10 Milliarden Menschen in diesem Jahrhundert aus.
Entwicklung der CO₂-Emissionen aus fossilen Kraftstoffen und Industrie (FFI) im 21. Jahrhundert nach Vorhersage verschiedener Klimamodelle. Das Szenario mit den höchsten Emissionen (SSP5-8.5) wurde von den verantwortlichen Autoren revidiert. Das neue „Hoch“-Szenario geht von 40 Prozent geringeren Emissionen aus. Das neue „Sehr-Niedrig“-Szenario repliziert im Wesentlichen das ebenfalls zurückgezogene Szenario SSP1-1.9.
Das mittlere Szenario („CMIP7 Medium“) orientiert sich an den aktuellen Prognosen der Internationalen Energieagentur IEA und ist wohl die wahrscheinlichste Entwicklung. Sie wird beschrieben als Fortsetzung der heutigen Politik „current policies“ und führt bis 2050 und darüber hinaus zu unmerklich höheren Emissionen als heute. Sie belaufen sich damit am Ende des Jahrhunderts auf etwa ein Drittel der RCP8.5-Prognose.
Nach den Berechnungen der 44 Wissenschaftler errechnet sich daraus eine Erwärmung bis zum Jahre 2100 von 2,56 Grad Celsius gegenüber dem Jahre 1860. Da im Jahre 2025 gegenüber dem Basisjahr 1860 bereits eine Erwärmung von 1,45 Grad Celsius festgestellt wurde, geht das mittlere und wahrscheinlichste Szenario von einer Erwärmung um nur 1,1 Grad Celsius bis zum Jahre 2100 aus.
Das wäre alles andere als eine Katastrophe. Wenn man wie das IPCC annimmt, dass die Erwärmung im Wesentlichen vom CO₂ bestimmt wird, dann kann man auch den Anteil Deutschlands an dieser Erwärmung bis 2100 berechnen. Deutschland hat einen Anteil von zuletzt 1,46 Prozent an den globalen, anthropogenen CO₂‑Emissionen. 1,46 Prozent von 1,1 Grad machen 0,016 Grad bis zum Jahre 2100 aus.
Die schlimmste Erfahrung der letzten Wochen ist aber, dass die doch so gute Nachricht, dass die Klimakatastrophe abgesagt werden kann, in Deutschland nicht diskutiert wurde. Wenn man das ernsthaft täte, müssten alle Gesetze, Programme und Subventionen, die den angeblich zu erwartenden Klimanotstand bekämpfen sollen, rigoros abgeschafft werden. Das wäre zwar mehr als peinlich für unsere Klimakämpfer in Regierungen und Medien. Aber es wäre der Beginn eines neuen deutschen Wirtschaftswunders.
Gasspeicher. (Archivbild) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Gasspeicher in Deutschland sind so wenig gefüllt wie seit vier Jahren nicht mehr – und den Energieunternehmen fehlt offenbar jeder Anreiz, daran etwas zu ändern.
Am 1. Mai lag der durchschnittliche Speicherfüllstand in Deutschland lediglich bei rund 26 Prozent – ein Niveau, das zuletzt im Krisenjahr 2021/2022 erreicht wurde, teilte die Initiative Energien Speichern e. V. (INES), ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher, am Dienstag, 12. Mai, mit.
Aufgrund der stark gestiegenen Preise wollen die Marktakteure derzeit kein Gas auf dem Großmarkt kaufen und einspeichern – denn für den Winter kann derzeit in der Theorie viel günstiger eingekauft werden.
Das Problem: Es könnte die Situation eintreten, dass Gasversorger im Winter dann zwar einen Anspruch auf Lieferung haben, das Gas aber physisch nicht vorhanden ist.
„In einem kalten Szenario mit einem Temperaturniveau des Referenzjahres 2010 zeigen die Analysen Versorgungsknappheiten“, teilte INES mit.
In diesem Fall könnte in den Monaten Januar, Februar und März 2027 eine Unterdeckung von insgesamt 20 TWh auftreten. In den Modellrechnungen könnte demnach an einzelnen Tagen sogar über 35 Prozent des Gasverbrauchs nicht mehr gedeckt werden.
Der Markt kauft derzeit Gas auf dem Großmarkt in einem Umfang ein, der eine Befüllung der Gasspeicher von 76 Prozent bis zum 1. November erwarten lässt.
Die Speicherbetreiber sind diesbezüglich weiterhin skeptisch, ob das ausreicht: „Wir wissen bereits aus dem letzten Winter, dass eine Buchungs- und Befüllungssituation in Höhe von 76 Prozent nur reicht, wenn das Wetter mitspielt.“ (dts/red)
Das Luftschiff „Norge“ von Roald Amundsen über Ny-Ålesund auf Spitzbergen. - Foto: Nasjonalbiblioteket, Wikimedia Commons | CC BY 2.0
In Kürze:
Am 12. Mai 2026 jährt sich zum 100. Mal der erste Flug über den Nordpol durch den Polarforscher Roald Amundsen.
Mit diesem Erfolg sicherte sich der damals 54-jährige Norweger seinen zweiten Rekord.
Insgesamt benötigte der Mann, dessen Name „der Ruhmvolle“ bedeutet, drei Anläufe: zu Schiff, per Flugzeug und im Luftschiff.
Der Drang nach Abenteuern und Entdeckungen ist eines der Merkmale der Menschheit. Früher wie heute schrecken Neugierige weder vor Fremdem noch vor Extremem zurück und dringen zu Orten vor, an denen niemand zuvor war. Im 19. Jahrhundert fassten Entdecker besonders die Arktis und Antarktis ins Auge.
Schon bald begann ein Wettlauf um die Rekorde. Wer durchquert als Erstes per Schiff die Nordwestpassage oder erreicht die geografischen Erdpole? Und wer überfliegt erstmals das Ewige Eis oder taucht darunter durch?
Ein Mann, der später als bekanntester Polarforscher in die Geschichte einging, nahm erfolgreich an diesem Wettbewerb teil. Sein Name ist Roald Amundsen.
In Norwegen wird der Polarforscher Roald Amundsen als Nationalheld gefeiert.
Der Norweger Roald Engelbregt Gravning Amundsen erblickte im Juli 1872 als Sohn eines wohlhabenden Schiffskapitäns das Licht der Welt. Geprägt von dem Beruf seines Vaters und den Büchern über Entdeckungsreisen entbrannte in dem jungen Amundsen bereits früh die Faszination für Polarforschungen – sehr zum Leidwesen seiner schulischen Leistungen.
Zwar begann er zunächst ein Studium, brach dieses jedoch bald ab, um Matrose zu werden. Gute soziale und finanzielle Absicherungen reichten nicht aus, um seine Leidenschaft für das Ewige Eis aufzuwiegen.
Mit 24 Jahren heuerte er bei dem Belgier Adrien de Gerlache de Gomery (1866–1934) für eine Antarktisexpedition an. Aufgrund seiner guten Kenntnisse wurde Amundsen bald zum Zweiten Offizier und Co-Leiter der Belgica-Expedition erhoben.
Aufnahme des getakelten Dampfschiffs „Belgica“ vor dem antarktischen Eis.
Fortan unternahm Amundsen zahlreiche weitere Expeditionen und veröffentlichte stets Berichte über seine Reisen. Seine Beliebtheit stieg und seine Landsleute feierten ihn als Nationalheld.
Einen Meilenstein erreichte der Norweger im Dezember 1911, als er als erster Mensch den geografischen Südpol erreichte. Doch das Erlebte reichte dem damals 39-Jährigen nicht, und er setzte Kurs auf die Arktis.
Amundsen wusste sich im Ewigen Eis zu orientieren, zu bewegen und zu überleben.
Zwar erreichte die Welt 1909 die umstrittene Nachricht, dass der US-Amerikaner Robert Edwin Peary bereits den Nordpol erobert habe, doch hielt dies Amundsen nicht davon ab, die Arktis selbst zu bereisen. 1920 startete er deshalb seinen ersten Versuch per Schiff, musste diesen jedoch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.
Da die Luftfahrt zu dieser Zeit enorme Fortschritte machte und Amundsen sie für „die Zukunft des Reisens und Forschens“ hielt, plante er seine nächste Reise mit dem Flugzeug. 1925 startete der Norweger zusammen mit dem US-amerikanischen Piloten Lincoln Ellsworth (1880–1951) seinen zweiten Versuch, die Arktis zu erreichen. Doch auch dieser erste Versuch der Amundsen-Ellsworth-Expedition schlug fehl, da die Flugzeuge 255 Kilometer vor dem Nordpol den Dienst versagten.
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Seinen ersten Versuch, den Nordpol zu überfliegen, startete Roald Amundsen mit dem deutschen Flugboot vom Typ Dornier Wal.
Rund 250 Kilometer vor dem geografischen Nordpol erzwangen technische Defekte eine Notlandung. Das Expeditionsteam soll drei Wochen benötigt haben, um eines der Flugzeuge zu reparieren und es vom Eis freizuschaufeln.
Es heißt „alle guten Dinge sind drei“ und so unternahm Amundsen ein Jahr später erneut einen Anlauf. Dieses Mal sollte die Reise in einem Luftschiff des italienischen Flugpioniers Umberto Nobile (1885–1978) erfolgen.
Amundsen kaufte der italienischen Regierung den fliegenden Giganten „N-1“ ab, benannte es in „Norge“ um und ließ das Luftschiff für seine Expedition umrüsten. Am 10. April 1926 startete Amundsen mit seiner 16-Mann-starken Besatzung das Abenteuer.
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Das Luftschiff „Norge“ bei einem Flug im Jahr 1926.
Datenblatt zum Luftschiff „Norge“, konstruiert von Umberto Nobile.
Foto: kms/Epoch TImes
Von Italien ging es zunächst über England, Oslo und Russland nach Spitzbergen (7. Mai). Kurz vor dem Start am 11. Mai erreichte die Mannschaft die Meldung, dass dem US-Amerikaner Richard Byrd bereits der Überflug über den Nordpol geglückt sei. Diese ist bis heute umstritten, da die Angaben zu seiner Route und zum Wetter Zweifel wecken.
Unbeeindruckt startete Amundsen am 12. Mai 1926 seinen Flug über den geografischen Nordpol. Nach 16 Stunden, 40 Minuten und rund 5.300 Kilometern Luftweg über die Arktis landete das Team erfolgreich in Alaska.
Ein Teil der Besatzung der „Norge“. Auf den Stühlen sitzend v.l.n.r.: Roald Amundsen, Lincoln Ellsworth und Umberto Nobile.
Damit gilt dieser Versuch offiziell als erster Überflug des Nordpols. Roald Amundsen, dessen Name im Nordischen „der Ruhmvolle“ bedeutet, hält damit gleich zwei Rekorde rund um die Pole der Erde.