Julian Nagelsmann und seine Assistenten, Rudi Völler, Andreas Rettig: Der Deutsche Fußballbund muss gleich mehrere Stellen neu besetzen.
Jürgen Klopp würde zwar gern, kann aber nicht einfach so. Neben ihm sind sechs weitere Fußballgrößen im Gespräch.
Der neue Bundestrainer – egal wer es wird –, muss Vollgas-Fußball trotz kurzer Beschleunigung auf den Rasen bringen.
Veränderungen sind womöglich auch an anderer Stelle nötig: Die DFB-Spitze äußerte bislang keinerlei Selbstkritik.
In deutschen Medien wird das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM dramatisiert. Da ist die Rede vom „peinlichen Turnieraus im Sechzehntelfinale“, dass der „deutsche Fußball am Boden“ ist und dies „den Tiefpunkt einer einst großen und stolzen Fußballnation“ markiere.
Das bleibt nicht ohne Folgen. Bundestrainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler sind bereits zurückgetreten. Neben Nagelsmann werden auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB verlassen. Zudem kündigte Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig an, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Und nun?
Jürgen Klopp, eine teure Lösung?
Der Liverpool-Erfolgstrainer Jürgen Klopp soll es nun laut zahlreichen Medien richten. Der „Hansdampf in allen Gassen“, oder neudeutsch Busybody, ist allerdings bis 2030 gebunden durch teure Verträge als Werbeträger bei Adidas und als Berater bei „Red Bull“. Dort unterstützt er mit seinen Erkenntnissen die sechs Vereine, die im direkten Besitz oder unter Mehrheitskontrolle des österreichischen Getränkeherstellers sind, darunter der RB Leipzig.
Der 58-jährige Klopp ist also die Lösung? Für die Zukunft des deutschen Nationalfußballs? Der Vizepräsident des Deutschen Fußballbundes, Hans-Joachim Watzke, sah kürzlich noch „mehrere Hürden“, da Klopp „einen Vertrag hat“.
Abfindung Nagelsmann. Millionenvertrag Klopp. Ablöse an Red Bull. Dazu ein neuer Sport-Geschäftsführer. Womöglich auch ein neuer Sportdirektor. Das wird ein teurer Sommer für den DFB.
Als es vor der WM um die Prämien für die Nationalspieler ging, äußerte Kapitän Joshua Kimmich einen vielsagenden Satz: „Man hat das Gefühl, dem DFB geht es auch wieder ein bisschen besser. Und im nächsten Jahr kommt nochmal ein ganz großer Partner dazu.“ Das wissen auch alle, die nun mit dem DFB über Gehälter verhandeln. Gemeint ist ein 7-Jahres-Vertrag im Wert von 700 Millionen Euro mit dem neuen Ausrüster Nike.
Was ein Bundestrainer können muss: Vollgas-Fußball trotz kurzer Beschleunigung
Die Nationalelf ist definitiv an einem Nullpunkt angelangt und braucht einen kompletten Neustart. Und letztlich auch Aufbruchstimmung und Enthusiasmus. All dies überzeugend zu vermitteln, ist die Hauptaufgabe eines Trainers. Denn, obwohl die Fußball-WM jenseits des Atlantiks noch im vollen Gange ist, muss Deutschland jetzt schon nach vorn blicken. Die nächste Europameisterschaft (EM) wird in zwei Jahren von Großbritannien ausgerichtet.
Die nächste WM wird aufgrund der zunehmenden Gigantomanie des internationalen Fußballbundes FIFA gar auf drei Kontinenten stattfinden: Für die Eröffnungsspiele der WM 2030 sind die südamerikanischen Staaten Argentinien, Uruguay und Paraguay vorgesehen. Alle weiteren Spiele werden im nordafrikanischen Marokko sowie in den europäischen Ländern Spanien und Portugal ausgetragen.
Jeder Trainer einer Nationalmannschaft, egal welcher Nation, steht vor dem grundsätzlichen Problem, dass er selbst keine Spieler trainiert. Dies geschieht in den Vereinen, aus denen sie stammen. Der Bundestrainer muss sich vielmehr Gedanken darüber machen, wie er aus all den hochqualifizierten Einzeltalenten eine Mannschaft schmiedet – und das meist in wenigen Spielen. Viele Möglichkeiten zum Ausprobieren gibt es nicht. Zudem sehen es die Clubs nicht gern, wenn ihre Spieler in der Nationalelf aufgerieben werden. Also spielen die millionenteuren Profis für ihr Land nicht immer am Limit.
Aber genau diese Haltung führte in den vergangenen 12 Jahren dazu, dass die deutschen Nationalmannschaften gegen schwächere Gegner wie jetzt kürzlich gegen Ecuador und Paraguay, die sich bis zum Äußersten aufopferten, verloren haben. Hier, genau hier, muss der neue Trainer der DFB-Auswahl ansetzen und wieder aufopferungsvollen Vollgas-Fußball-Drive vermitteln.
Dafür wäre Jürgen Klopp genau der Richtige. Denn er gehört nicht zu den Laptop-Trainern, die sich aufgrund hunderter Video-Studien über die Spielgegner messerscharfe Taktiken ausdenken. Klopp ist „am Mann“. Am Spielfeldrand führt er sich auf, er schreit, gestikuliert, stets kurz davor, selbst eine Gelbe Karte zu kassieren. Aber genau das nennt man Führungsqualität. Zumindest im Fußball.
Warum tragen die DFB-Funktionäre keine Verantwortung?
Der DFB sieht das jedoch gebremster. Liest man etwa die Ausbildungsziele der DFB-Akademie für die sogenannte Pro-Lizenz, die ein Bundestrainer haben muss, wirkt das Konzept reichlich technokratisch:
Als eines der Ausbildungsziele wird genannt: „Strukturieren, Verfeinern und Adaptieren der eigenen Spielvision nach situativen Gesichtspunkten, unter anderem durch Erarbeitung detaillierter Spielprinzipien, deren Coaching und konkrete Anwendung unter unterschiedlichen spieltaktischen Zielsetzungen“. Verstanden?
Bezogen auf die Spieler soll der Pro-Lizenz-Trainer „Leistungs- und entwicklungsorientiertes Coaching im Profifußball unter motivationalen, taktisch-analytischen und führungsorientierten Gesichtspunkten“ beherrschen. Verstanden?
Und er soll „Leistungsdiagnostik und Monitoring im Mannschafts- und Individualisierungskontext“ durchführen. Und selbstverständlich auch das „Rollen- und Selbstverständnis von Spieler*innen […] unter Berücksichtigung individueller und kultureller Unterschiede und Besonderheiten“ in Betracht ziehen. Vom „Motivieren“ ist nicht die Rede, sondern von „motivationalen Gesichtspunkten“. Ein Jürgen Klopp würde so nie sprechen – und auch nicht handeln.
Als Bundestrainer braucht man die Macht, die Dinge nach seinem Willen zu verändern: Jürgen Klopp, hier mit Thomas Müller beim Vorrundenspiel gegen Curaçao, kündigte „intensive Gespräche“ mit dem DFB an, weil „natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen“. Seinen guten Ruf wolle er nicht aufs Spiel setzen.
Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Ein Wandel für die Deutsche Nationalmannschaft ist deshalb unter Umständen nicht nur bei der Suche nach einem neuen Trainer und jüngeren Talenten angesagt, sondern auch bei den DFB-Funktionären, die möglicherweise zu theoretisch denken, planen und handeln. Sie sind nicht zurückgetreten, obwohl auch sie „mit verloren haben“.
Der 65-jährige DFB-Präsident Bernd Neuendorf, ein ehemaliger Beamter, hat immerhin mitverantwortet, den nun gescholtenen Julian Nagelsmann als Nationaltrainer einzustellen. Gleiches gilt für den 67-jährigen Unternehmer und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke. Von beiden war und ist bislang keine Selbstkritik zu hören. Warum eigentlich nicht?
Welche Rolle spielt der neue DFB-Sportdirektor?
Auch für den zurückgetretenen Rudi Völler muss ein Nachfolger gefunden werden. Nach Angaben des DFB ist der Sportdirektor „die wichtigste Ansprechperson“ für Trainerteam, Staff, Spieler und die medizinische Abteilung. Dabei kümmert er sich intensiv um gute Kontakte zu den Fußballvereinen, aus denen die Nationalspieler stammen, und soll den deutschen Fußball national wie international repräsentieren.
Rudi Völler war dafür als Weltmeister von 1990 sehr gut geeignet. Ihn trifft die Konsequenz aus dem WM-Aus der Nationalelf unverdient. Deshalb wird es für den DFB vermutlich nicht einfach sein, für diese undankbare Aufgabe einen Nachfolger zu finden, der eine herausragende Fußballpersönlichkeit ist und den künftigen Nationaltrainer im Bereich Motivation nachhaltig unterstützen kann.
Der Weltmeister von 2014, Bastian Schweinsteiger, wäre ein solcher Kandidat. Auch Per Mertesacker, Weltmeister von 2014 und jahrelanger Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal, hat sein Interesse an einer DFB-Position bereits bekundet.
Was, wenn es nicht Jürgen Klopp wird?
Wer eignet sich noch zum Bundestrainer? Im Gespräch für Alternativen zu Klopp sind sechs weitere Kandidaten. Einer davon der 44-jährige Sebastian Hoeneß. Er ist derzeit Trainer des VfB Stuttgart und hat dort bewiesen, dass er junge Spieler zu Leistungsträgern entwickeln kann.
Auch Christian Streich, 61, wird in den Medien als geeigneter Kandidat angeführt. Er war lange Trainer des SC Freiburg, gilt als absolute Respektsperson und steht für mannschaftliche Geschlossenheit. Laut dem Fußballmagazin „Kicker“ war auch er „über die Jahre“ lang ein Coach, der „immer wieder begabte oder auch teils übersehene Spieler“ in sein Team holte, „immer mit dem Versprechen, dass er sie besser machen würde“.
Ferner ist der spanische Erfolgs-Coach Pep Guardiola als potenzieller Bundestrainer im Gespräch.
So wird Ex-Weltmeister Mats Hummels von verschiedenen deutschen Medien mit der Aussage zitiert: „Ich glaube, dass sowohl Pep Guardiola als auch Jürgen Klopp überall hinpassen – jede Vereinsmannschaft, jede Nationalmannschaft. Die beiden besten Trainer des vergangenen Jahrzehnts, der letzten 17, 18 Jahre in meinen Augen weltweit. Deswegen könnte ich mir beide sehr gut vorstellen.“
Pep Guardiola war von Juli 2013 bis Juni 2016 Coach des FC Bayern München. Während seiner Trainerzeit dominierte der Verein die Bundesliga und holte jedes Mal die deutsche Meisterschaft sowie zweimal den DFB-Pokal.
Von dem griechischen Philosophen Aristoteles stammt die Weisheit: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
Es besteht also Grund zur Hoffnung für das neue Nationalteam.
Julian Nagelsmann und seine Assistenten, Rudi Völler, Andreas Rettig: Der Deutsche Fußballbund muss gleich mehrere Stellen neu besetzen.
Jürgen Klopp würde zwar gern, kann aber nicht einfach so. Neben ihm sind sechs weitere Fußballgrößen im Gespräch.
Der neue Bundestrainer – egal wer es wird –, muss Vollgas-Fußball trotz kurzer Beschleunigung auf den Rasen bringen.
Veränderungen sind womöglich auch an anderer Stelle nötig: Die DFB-Spitze äußerte bislang keinerlei Selbstkritik.
In deutschen Medien wird das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM dramatisiert. Da ist die Rede vom „peinlichen Turnieraus im Sechzehntelfinale“, dass der „deutsche Fußball am Boden“ ist und dies „den Tiefpunkt einer einst großen und stolzen Fußballnation“ markiere.
Das bleibt nicht ohne Folgen. Bundestrainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler sind bereits zurückgetreten. Neben Nagelsmann werden auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB verlassen. Zudem kündigte Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig an, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Und nun?
Jürgen Klopp, eine teure Lösung?
Der Liverpool-Erfolgstrainer Jürgen Klopp soll es nun laut zahlreichen Medien richten. Der „Hansdampf in allen Gassen“, oder neudeutsch Busybody, ist allerdings bis 2030 gebunden durch teure Verträge als Werbeträger bei Adidas und als Berater bei „Red Bull“. Dort unterstützt er mit seinen Erkenntnissen die sechs Vereine, die im direkten Besitz oder unter Mehrheitskontrolle des österreichischen Getränkeherstellers sind, darunter der RB Leipzig.
Der 58-jährige Klopp ist also die Lösung? Für die Zukunft des deutschen Nationalfußballs? Der Vizepräsident des Deutschen Fußballbundes, Hans-Joachim Watzke, sah kürzlich noch „mehrere Hürden“, da Klopp „einen Vertrag hat“.
Abfindung Nagelsmann. Millionenvertrag Klopp. Ablöse an Red Bull. Dazu ein neuer Sport-Geschäftsführer. Womöglich auch ein neuer Sportdirektor. Das wird ein teurer Sommer für den DFB.
Als es vor der WM um die Prämien für die Nationalspieler ging, äußerte Kapitän Joshua Kimmich einen vielsagenden Satz: „Man hat das Gefühl, dem DFB geht es auch wieder ein bisschen besser. Und im nächsten Jahr kommt nochmal ein ganz großer Partner dazu.“ Das wissen auch alle, die nun mit dem DFB über Gehälter verhandeln. Gemeint ist ein 7-Jahres-Vertrag im Wert von 700 Millionen Euro mit dem neuen Ausrüster Nike.
Was ein Bundestrainer können muss: Vollgas-Fußball trotz kurzer Beschleunigung
Die Nationalelf ist definitiv an einem Nullpunkt angelangt und braucht einen kompletten Neustart. Und letztlich auch Aufbruchstimmung und Enthusiasmus. All dies überzeugend zu vermitteln, ist die Hauptaufgabe eines Trainers. Denn, obwohl die Fußball-WM jenseits des Atlantiks noch im vollen Gange ist, muss Deutschland jetzt schon nach vorn blicken. Die nächste Europameisterschaft (EM) wird in zwei Jahren von Großbritannien ausgerichtet.
Die nächste WM wird aufgrund der zunehmenden Gigantomanie des internationalen Fußballbundes FIFA gar auf drei Kontinenten stattfinden: Für die Eröffnungsspiele der WM 2030 sind die südamerikanischen Staaten Argentinien, Uruguay und Paraguay vorgesehen. Alle weiteren Spiele werden im nordafrikanischen Marokko sowie in den europäischen Ländern Spanien und Portugal ausgetragen.
Jeder Trainer einer Nationalmannschaft, egal welcher Nation, steht vor dem grundsätzlichen Problem, dass er selbst keine Spieler trainiert. Dies geschieht in den Vereinen, aus denen sie stammen. Der Bundestrainer muss sich vielmehr Gedanken darüber machen, wie er aus all den hochqualifizierten Einzeltalenten eine Mannschaft schmiedet – und das meist in wenigen Spielen. Viele Möglichkeiten zum Ausprobieren gibt es nicht. Zudem sehen es die Clubs nicht gern, wenn ihre Spieler in der Nationalelf aufgerieben werden. Also spielen die millionenteuren Profis für ihr Land nicht immer am Limit.
Aber genau diese Haltung führte in den vergangenen 12 Jahren dazu, dass die deutschen Nationalmannschaften gegen schwächere Gegner wie jetzt kürzlich gegen Ecuador und Paraguay, die sich bis zum Äußersten aufopferten, verloren haben. Hier, genau hier, muss der neue Trainer der DFB-Auswahl ansetzen und wieder aufopferungsvollen Vollgas-Fußball-Drive vermitteln.
Dafür wäre Jürgen Klopp genau der Richtige. Denn er gehört nicht zu den Laptop-Trainern, die sich aufgrund hunderter Video-Studien über die Spielgegner messerscharfe Taktiken ausdenken. Klopp ist „am Mann“. Am Spielfeldrand führt er sich auf, er schreit, gestikuliert, stets kurz davor, selbst eine Gelbe Karte zu kassieren. Aber genau das nennt man Führungsqualität. Zumindest im Fußball.
Warum tragen die DFB-Funktionäre keine Verantwortung?
Der DFB sieht das jedoch gebremster. Liest man etwa die Ausbildungsziele der DFB-Akademie für die sogenannte Pro-Lizenz, die ein Bundestrainer haben muss, wirkt das Konzept reichlich technokratisch:
Als eines der Ausbildungsziele wird genannt: „Strukturieren, Verfeinern und Adaptieren der eigenen Spielvision nach situativen Gesichtspunkten, unter anderem durch Erarbeitung detaillierter Spielprinzipien, deren Coaching und konkrete Anwendung unter unterschiedlichen spieltaktischen Zielsetzungen“. Verstanden?
Bezogen auf die Spieler soll der Pro-Lizenz-Trainer „Leistungs- und entwicklungsorientiertes Coaching im Profifußball unter motivationalen, taktisch-analytischen und führungsorientierten Gesichtspunkten“ beherrschen. Verstanden?
Und er soll „Leistungsdiagnostik und Monitoring im Mannschafts- und Individualisierungskontext“ durchführen. Und selbstverständlich auch das „Rollen- und Selbstverständnis von Spieler*innen […] unter Berücksichtigung individueller und kultureller Unterschiede und Besonderheiten“ in Betracht ziehen. Vom „Motivieren“ ist nicht die Rede, sondern von „motivationalen Gesichtspunkten“. Ein Jürgen Klopp würde so nie sprechen – und auch nicht handeln.
Als Bundestrainer braucht man die Macht, die Dinge nach seinem Willen zu verändern: Jürgen Klopp, hier mit Thomas Müller beim Vorrundenspiel gegen Curaçao, kündigte „intensive Gespräche“ mit dem DFB an, weil „natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen“. Seinen guten Ruf wolle er nicht aufs Spiel setzen.
Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Ein Wandel für die Deutsche Nationalmannschaft ist deshalb unter Umständen nicht nur bei der Suche nach einem neuen Trainer und jüngeren Talenten angesagt, sondern auch bei den DFB-Funktionären, die möglicherweise zu theoretisch denken, planen und handeln. Sie sind nicht zurückgetreten, obwohl auch sie „mit verloren haben“.
Der 65-jährige DFB-Präsident Bernd Neuendorf, ein ehemaliger Beamter, hat immerhin mitverantwortet, den nun gescholtenen Julian Nagelsmann als Nationaltrainer einzustellen. Gleiches gilt für den 67-jährigen Unternehmer und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke. Von beiden war und ist bislang keine Selbstkritik zu hören. Warum eigentlich nicht?
Welche Rolle spielt der neue DFB-Sportdirektor?
Auch für den zurückgetretenen Rudi Völler muss ein Nachfolger gefunden werden. Nach Angaben des DFB ist der Sportdirektor „die wichtigste Ansprechperson“ für Trainerteam, Staff, Spieler und die medizinische Abteilung. Dabei kümmert er sich intensiv um gute Kontakte zu den Fußballvereinen, aus denen die Nationalspieler stammen, und soll den deutschen Fußball national wie international repräsentieren.
Rudi Völler war dafür als Weltmeister von 1990 sehr gut geeignet. Ihn trifft die Konsequenz aus dem WM-Aus der Nationalelf unverdient. Deshalb wird es für den DFB vermutlich nicht einfach sein, für diese undankbare Aufgabe einen Nachfolger zu finden, der eine herausragende Fußballpersönlichkeit ist und den künftigen Nationaltrainer im Bereich Motivation nachhaltig unterstützen kann.
Der Weltmeister von 2014, Bastian Schweinsteiger, wäre ein solcher Kandidat. Auch Per Mertesacker, Weltmeister von 2014 und jahrelanger Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal, hat sein Interesse an einer DFB-Position bereits bekundet.
Was, wenn es nicht Jürgen Klopp wird?
Wer eignet sich noch zum Bundestrainer? Im Gespräch für Alternativen zu Klopp sind sechs weitere Kandidaten. Einer davon der 44-jährige Sebastian Hoeneß. Er ist derzeit Trainer des VfB Stuttgart und hat dort bewiesen, dass er junge Spieler zu Leistungsträgern entwickeln kann.
Auch Christian Streich, 61, wird in den Medien als geeigneter Kandidat angeführt. Er war lange Trainer des SC Freiburg, gilt als absolute Respektsperson und steht für mannschaftliche Geschlossenheit. Laut dem Fußballmagazin „Kicker“ war auch er „über die Jahre“ lang ein Coach, der „immer wieder begabte oder auch teils übersehene Spieler“ in sein Team holte, „immer mit dem Versprechen, dass er sie besser machen würde“.
Ferner ist der spanische Erfolgs-Coach Pep Guardiola als potenzieller Bundestrainer im Gespräch.
So wird Ex-Weltmeister Mats Hummels von verschiedenen deutschen Medien mit der Aussage zitiert: „Ich glaube, dass sowohl Pep Guardiola als auch Jürgen Klopp überall hinpassen – jede Vereinsmannschaft, jede Nationalmannschaft. Die beiden besten Trainer des vergangenen Jahrzehnts, der letzten 17, 18 Jahre in meinen Augen weltweit. Deswegen könnte ich mir beide sehr gut vorstellen.“
Pep Guardiola war von Juli 2013 bis Juni 2016 Coach des FC Bayern München. Während seiner Trainerzeit dominierte der Verein die Bundesliga und holte jedes Mal die deutsche Meisterschaft sowie zweimal den DFB-Pokal.
Von dem griechischen Philosophen Aristoteles stammt die Weisheit: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
Es besteht also Grund zur Hoffnung für das neue Nationalteam.
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Gewaltaufruf vor AfD-Parteitag
Vor dem AfD-Parteitag in Erfurt sind auf einer linksextremen Plattform Gewaltaufrufe veröffentlicht worden. Die Gewerkschaft der Polizei wertet solche Aufrufe als Straftat. GdP-Chef Jochen Kopelke betont bei Demonstrationen die Pflicht der Versammlungsleiter, gewaltbereite von friedlichen Teilnehmern zu trennen. Zum Protestwochenende werden mindestens 50.000 Teilnehmer erwartet.
Die Koalitionspläne zur Krankschreibung stoßen auf Kritik. Die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sowie die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag könnten Hausarztpraxen zusätzlich belasten. Die Bundesregierung verteidigt das Vorhaben und kündigt eine praxisnahe Umsetzung an.
Der chinesische Autobauer BYD hat ein ehemaliges Luxusautohaus in Starnberg übernommen. An diesem Standort wurden bisher Modelle der Marken Ferrari, Maserati und Lamborghini verkauft. Künftig will BYD dort Elektroautos anbieten. Zudem prüft das Unternehmen die Übernahme weiterer Werke in Europa.
Der niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Deniz Kurku hatte bekannt gegeben, dass seine Schwiegermutter mutmaßlich als Fahrerin des Fluchtwagens an der Bluttat in Stade beteiligt war. Er erhält Rückendeckung von Ministerpräsident Olaf Lies. Der mutmaßliche Schütze mit türkischer Staatsangehörigkeit sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor.
Wie der Deutsche Fußball-Bund heute mitteilte, hat Julian Nagelsmann bereits am Vortag in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze um seine Entlassung gebeten. Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens werde der DFB das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Dieser habe bereits „seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“.
Foto: Bildschirmfoto/YouTube/ungeskriptet by Ben; Montage: Epoch Times
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Streit um Höcke-Interview
Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen hat den YouTuber Ben Berndt aufgefordert, ein Interview mit dem AfD-Politiker Björn Höcke nachträglich zu ändern. Zudem soll er seine rund 300 Interviews auf journalistische Sorgfalt prüfen. Berndt argumentiert, er arbeite ausdrücklich nicht als Journalist, und lehnt Änderungen ab. Sein Anwalt Joachim Steinhöfel kündigt einen Musterprozess an, der die Befugnisse der Landesmedienanstalten klären soll.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft fährt bei der WM schon nach der ersten K.-o.-Runde nach Hause. Für Ärger sorgt ein aberkanntes Tor von Jonathan Tah wegen eines angeblichen Foulspiels. Mannschaftskapitän Joshua Kimmich schließt nach der dritten enttäuschenden Weltmeisterschaft in Serie einen Rücktritt aus. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann will weitermachen.
Nach zwei Monaten läuft der Tankrabatt aus. Für Kraftstoff, der am 1. Juli aus der Raffinerie oder dem Tanklager kommt, gilt wieder die alte, höhere Steuer. Der Tankstellenverband bft erwartet, dass sich das an den Zapfsäulen morgen Mittag bemerkbar macht. Den Bund kostete der Tankrabatt rund 1,6 Milliarden Euro.
Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff in einer Mutter-Kind-Wohngruppe in Stade ist die Trauer groß. Unter den Opfern sind zwei Mitarbeiter der Einrichtung sowie drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover. Nach ersten Erkenntnissen hatten alle sechs einen Termin mit dem mutmaßlichen Täter. Dabei sollte es um das Sorgerecht für dessen drei Monate alte Tochter gehen.
Großbritannien will sein Einwanderungs- und Asylrecht verschärfen. Ein Gesetzentwurf sieht vor, dass anerkannte Asylbewerber künftig staatliche Unterstützung zurückzahlen müssen, wenn sie genug verdienen. Das kann umgerechnet bis zu rund 12.000 Euro sein.
Treffen am Sonntag aufeinander und hoffentlich für ihre Mannschaften: Die Kapitäne Leandro Bacuna (Curaçao) und Joshua Kimmich (Deutschland). - Foto: William West, Thomas Kienzle/AFP via Getty Images
In Kürze:
WM-Auftakt: Am Sonntagabend, 19:00 Uhr deutscher Zeit, muss sich die DFB-Elf erstmals beweisen.
Hoffnung und Erwartung: Immer wenn die deutsche Nationalmannschaft Weltmeister wurde, siegte sie im ersten Spiel.
Der Gegner: auf dem Papier Curaçao, auf dem Rasen Niederländer mit Bundesliga-Erfahrung.
Die Deutsche Elf: trumpft mit viel Erfahrung und dem schnellsten Tor der Nationalmannschaft.
Auftaktspiele sind immer besonders spannend, da sich historisch gesehen dort schon andeutet, ob die eigene Mannschaft eine erhöhte Chance auf den WM-Titel hat oder nicht. Bei allen vier WM-Titeln, die Deutschland 1954, 1974, 1990 und 2014 holte, gewann die Nationalelf im ersten Spiel.
Insgesamt nahm Deutschland 20 Mal an einer Fußball-WM teil. Und 13 Mal siegte sie im ersten Gruppenspiel. Entsprechend hoch sind die Erwartungen auch dieses Mal wieder.
Was von Curaçao zu erwarten ist
Der Gegner Curaçao ist zwar das kleinste „Land“, das sich jemals für eine Fußball-WM qualifiziert hat. Mit 156.000 Einwohnern entspricht die Bevölkerung der von Heidelberg. Aber die Nationalelf der karibischen Insel hat es in sich.
Denn die meisten Spieler sind in den Niederlanden geboren und stehen dort bei namhaften Vereinen in der höchsten Fußballliga „Eredivisie“ unter Vertrag. Insofern trifft die Deutsche Elf auf einen „holländischen“ Gegner auf hohem Niveau.
V.l.n.r: #11 Jeremy Antonisse, #20 Joshua Brenet, #2 Shurandy Sambo, #14 Kenji Gorre, #15 Ar’jany Martha, #16 Jearl Margaritha, #6 Godfried Roemeratoe, #19 Gervane Kastaneer, #4 Roshon van Eijma, #26 Trevor Doornbusch und #3 Jurien Gaari vor dem Länderspiel Curaçao – Aruba, knapp zwei Wochen vor ihrem WM-Auftakt.
Foto: Pong Pong/AFP via Getty Images
Hintergrund: Curaçao ist nur für die FIFA eine eigene „Nation“. Bei der Insel vor der Küste Venezuelas handelt es sich um einen Teil des ehemaligen Kolonialgebiets der Niederlande, die „Niederländischen Antillen“.
Diese wurden im Jahr 2010 aufgelöst, Curaçao erhielt den Status einer „Autonomieregion“ und blieb damit ein niederländisches Überseegebiet. Allerdings wurde die Insel mit ihrem Autonomiestatus nicht Teil der EU, woraus der Anspruch auf eine eigene Teilnahme an der WM abgeleitet wurde.
Außerdem bemerkenswert: Curaçao bestritt die vorangegangene WM-Qualifikation von Nord-, Zentralamerika und der Karibik ohne eine einzige Niederlage und wurde im dortigen Gruppenspiel Erster. Alleine diese Leistung offenbart: geografisch mag Curaçao ein Zwerg sein; in der Fußballwelt aber hat es sich im Jahr 2025 Achtung und Aufmerksamkeit erspielt.
Einige Fußballprofis spielen mittlerweile nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in der Türkei, der Schweiz, in den USA – und in Deutschland. Zudem sind vier ehemalige Bundesligaprofis Teil der Mannschaft der WM. Am bekanntesten dürfte der Spieler mit dem deutschen Vornamen sein: Jürgen Locadia.
Er kickte in der Saison 2019/2020 bei TSG Hoffenheim. Derzeit steht der 32-jährige Locadia bei „Miami FC“ unter Vertrag. Mit bisher 132 Toren, die der Stürmer Locadia im Laufe seiner Karriere erzielt hat, dürfte er auch im Spiel gegen die deutsche Elf eine Schlüsselposition einnehmen.
Mit Tahith Chong tritt ein weiterer Bundesligabekannter an. Er spielte in der Saison 2020/21 für Werder Bremen und stand dort mit im DFB-Pokal-Halbfinale. Der Offensivmann Chong steht derzeit bei Sheffield United unter Vertrag.
Während der Qualifikationsrunde der Nationalmannschaft von Curaçao für die Fußball-WM hatte Chong mit zwei Toren in einem entscheidenden Spiel gegen Jamaika maßgeblichen Anteil am Weiterkommen des Inselstaates.
Die anderen beiden Spieler der Bundesliga sind die beiden Abwehrspieler Riechedly Bazoer, ehemals VfL Wolfsburg, und Joshua Brenet, der wiederum für die TSG Hoffenheim spielte.
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Jürgen Locadia beim Länderspiel zwischen Schottland und Curaçao im Vorfeld der WM. Sein deutscher Name liefert einen Hinweis auf seine Vergangenheit in der Bundesliga. Er spielte für die TSG Hoffenheim.
Foto: WM Sport Media/Getty Images
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Tahith Chong steht derzeit bei britischen Club Sheffield United unter Vertrag, bei der WM aber für Curaçao auf dem Rasen. Der Mittelfeldspieler blickt auf eine Vergangenheit bei Werder Bremen zurück.
Foto: George Wood/Getty Images
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Riechedly Bazoer spielt seit 2024 für den türkischen Verein Konyaspor, war aber früher Wolfsburger. Bei der WM spielt der gebürtige Niederländer für Curaçao.
Foto: Darrian Traynor/Getty Images
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Joshua Brenet, spielt hauptberuflich in den Niederlanden, früher jedoch bei der TSG Hoffenheim. Zur WM haben beide nichts von ihm, er läuft für Curaçao.
Foto: Darrian Traynor/Getty Images
Ohne Bundesliga-Erfahrung, aber als herausragend in der Verteidigung gilt zudem der 1,85 Meter große Armando Obispo von der PSV Eindhoven. Seine Stärke: Kopfbälle. Sie dürften den deutschen Stürmern Kopfzerbrechen bereiten. Obispo gehörte in früheren Jahren der niederländischen Nachwuchsnationalmannschaft an, entschloss sich dann aber, für Curaçao in der Nationalelf zu spielen.
Trainer mit viel Erfahrung und einer klaren Strategie
Mit dem 78-jährigen Niederländer Dick Advocaat hat Curaçaos Nationalelf eine Trainerlegende für sich gewonnen – und erreicht einen weiteren Superlativ: Dick Advocaat ist der älteste Trainer einer Nationalmannschaft bei einer Fußball-WM.
Advocaat trainierte bereits die niederländische und die belgische Nationalmannschaft. In Deutschland ist der Niederländer auch in der Bundesliga bekannt. In der Saison 2004/2005 trainierte er Borussia Mönchengladbach.
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Dick Advocaat, Cheftrainer der Nationalmannschaft von Curaçao, spricht mit seinem Torwart Tyrick Bodak. Der Altersunterschied zwischen ihnen beträgt 55 Jahre …
Foto: Robin van Lonkhuijsen/ANP/AFP via Getty Images
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… damit ist Advocaat der älteste Nationaltrainer bei einer WM. Er trainierte unter anderem die belgische und niederländische Nationalmannschaft sowie – vor über 20 Jahren – Borussia Mönchengladbach.
Foto: Sport Media/Getty Images
In seiner Rolle als Chef-Coach für Curaçao fiel bisher auf, dass er die Insel-Mannschaft vor allem auf Verteidigung ausrichtet und eher Spieler für die Defensive als für den Sturm aufstellt. Wie die Qualifikationsrunde gezeigt hat, setzt der niederländische Coach mit seiner Mannschaft darauf, den Gegner vor dem eigenen Tor zu entnerven und dann mit einem schnellen Konterspiel über die Außenflügel ein Tor zu erzielen.
Advocaat wird in den Medien mit den Worten zitiert:
„Wir wollen es jedem Gegner so schwer wie möglich machen. Und wir sind sicherlich nicht chancenlos.“
Und weiter: „Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Jeder kann überraschen.“
Die Deutsche Nationalelf: Alte Hasen auf dem Rasen
Die deutschen Kicker sind bekannt für ihr diszipliniertes Spiel. Mit dem erfahrenen 40-jährigen Torwart Manuel Neuer hat die Nationalelf nicht nur einen Weltmeister im Nationalteam, sondern einen extrem erfahrenen dazu. Der Mann mit der Nummer 1 absolvierte bereits über 120 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft.
Ewig in Erinnerung bleibt sein Einsatz bei der WM 2014 in Brasilien. Im Finale glänzte er gegen Argentinien durch seine spektakuläre Strafraumbeherrschung sowie durch angstfrei-riskante Aktionen. Berühmt wurde eine Szene, in der der argentinische Superstar Lionel Messi plötzlich völlig frei vor Neuer auftauchte. Der deutsche Torhüter baute sich extrem groß auf und verleitete Messi so dazu, am Tor vorbeizuschießen.
Bleibt für die Nationalelf zu hoffen, dass Neuer dieses Jahr an seine damalige Form anschließen kann. Dafür, dass der „letzte Mann“ nicht zu häufig gefordert wird, sollen die Defensivspieler Joshua Kimmich, Jonathan Tah (FC Bayern München) und Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund) sorgen.
26 Spieler bilden die Deutsche Nationalmannschaft.
Foto: Epoch Times mit Material von Getty Images
Der aus Baden-Württemberg stammende 31-jährige Kimmich führt die Mannschaft als Kapitän. Seine klassische Rolle ist die Raumbeherrschung des Mittelfelds sowie in der Defensive rechts außen. Seit mehr als zehn Jahren ist Kimmich Stammspieler beim FC Bayern München und mit über 100 Spielen für die Nationalmannschaft ebenfalls einer der alten Hasen auf dem Rasen.
Das schnellste Tor des deutschen Fußballs
Für den Sturm hat Bundestrainer Julian Nagelsmann vor allem vier international erfahrene Spieler mit in die USA genommen: Kai Havertz, der derzeit bei dem Londoner Verein FC Arsenal kickt, und Nick Woltemate, der ebenfalls in England bei Newcastle United spielt. Hinzu kommen die beiden Bundesligaspieler Deniz Undav vom VfB Stuttgart und Maximilian Beier von Borussia Dortmund.
Unterstützung für den Sturm sollen die Asse des Teams bringen, die Offensiv-Mittelfeldspieler und „Flügelstürmer“ wie Jamal Musiala vom FC Bayern München, Florian Wirtz, derzeit beim FC Liverpool, zuvor Bayer Leverkusen, und Leroy Sané der bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht.
Musiala hat für seinen Stammverein bereits 70 Tore und für die Nationalmannschaft 7 Tore erzielt. Florian Wirtz kommt trotz seiner Mittelfeldposition auf 35 Tore, davon 9 für die deutsche Nationalelf. Spektakulär wurde sein Treffer im März 2024, als er nach nur 7,92 Sekunden gegen Frankreich traf und damit den Rekord aufstellte, das schnellste Länderspieltor der deutschen Fußballgeschichte erzielt zu haben.
Leroy Sané hat bisher als Profifußballer mehr als 150 Tore erzielt. Für Deutschland war er 76 Mal im Einsatz und schoss 26 Tore. Seine Fußballkarriere begann er 2015 bei Schalke 04.
DFB dämpft Euphorie
„Bei aller Euphorie, die mit einem Sieg gegen Curaçao einhergeht: Mal so eben hergespielt wird keine Mannschaft bei der WM. Das muss man mal deutlich sagen“, sagte der Chef des Deutschen Fußballbundes, Andreas Rettig
Zwar sei er davon überzeugt, dass die Mannschaft ihr Auftaktspiel gewinnen werde. Aber Rettig warnte davor, schon jetzt einen Spielstand von 5:0 für Deutschland zu prognostizieren.
Bei derart großer DFB-Anti-Euphorie bietet sich die Gelegenheit an, an den legendären Bundestrainer Sepp Herberger zu erinnern, der die deutsche Nationalmannschaft 1954 zum sensationellen WM-Triumph in Bern geführt hatte. Von ihm sind jene tiefgründigen Aussagen überliefert, die auch allen, die keine Fußballkenner sind, erklären, wie man gewinnt:
„Elf Freunde müsst ihr sein.“
und
„Das Runde muss in das Eckige.“
Bezüglich Letzterem bleibt zu ergänzen: am besten öfter ins gegnerische als ins eigene. In diesem Sinne wünschen wir der Deutschen Nationalmannschaft viel Erfolg.