Am Rande einer Party waren mehrere Gäste in Streit geraten. - Foto: Michael Weber/WTVnews/dpa
Bei einer nächtlichen Auseinandersetzung am Rande einer Party in Essen ist ein 56 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter gestorben. Der Mann habe im Verlauf des eskalierenden Streits vor einer Eventlocation das Bewusstsein verloren, teilte die Polizei mit.
Drei Männer im Alter zwischen 40 und 48 Jahren erlitten Stichverletzungen. Ein 46-Jähriger, der die drei Männer mutmaßlich mit einem Messer schwer verletzt haben soll, sei festgenommen worden.
Streit zwischen mehreren Gästen
Nach Polizeiangaben waren am Rande der Veranstaltung mit etwa 150 Personen in der Nacht zum Sonntag mehrere Gäste in Streit geraten. Im Laufe der Eskalation verlor der Sicherheitsmitarbeiter das Bewusstsein.
Er sei nicht Teil der ursprünglichen Auseinandersetzung gewesen, erklärte die Polizei. Beamte und Zeugen hätten noch versucht, den Mann zu reanimieren. Die genaue Todesursache müsse nun ermittelt werden.
Die Beamten waren in der Nacht mit vielen Kräften vor Ort und sicherten Spuren.
Foto: Michael Weber/WTVnews/dpa
Die drei verletzten Männer seien ins Krankenhaus gekommen. Laut Polizei sind sie außer Lebensgefahr.
Auch der 46 Jahre alte Tatverdächtige sei verletzt worden und in eine Klinik gekommen. Er sollte am Sonntag vor den Haftrichter kommen. Das Messer sei sichergestellt worden.
Die Beamten waren in der Nacht mit vielen Kräften vor Ort und sicherten Spuren. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. (dpa/red)
Gegrillte Maiskolben, ein beliebtes Sommergericht. - Foto: bhofack2/iStock
Und um es kurz zu machen: Maiskolben aus der Heißluftfritteuse haben mich absolut begeistert. Diese Zubereitungsmethode ist sehr zeitsparend und das Ergebnis ist überraschend gut. Man muss nicht warten, bis der Topf mit Wasser kocht oder der Grill vorgeheizt ist, denn das Ergebnis aus der Heißluftfritteuse – oder Airfryer – vereint das Beste aus beiden Welten: zartknusprige Körner, dazu leicht gebräunte Stellen und dezent angebrannte Ränder. Von allen Zubereitungsmethoden für Maiskolben ist die Heißluftfritteuse mein neuer Favorit.
Doch was macht sie so besonders?
Maiskolben aus der Heißluftfritteuse lassen sich kinderleicht und blitzschnell zubereiten. Da Maiskolben in der Heißluftfritteuse so schnell gar sind, empfiehlt es sich, sie als letztes Gericht Ihres Abendessens anzurichten. Ich lasse sie gern garen, während ich die restlichen Speisen auf den Tisch stelle und anrichte. So sind die Maiskolben noch dampfend heiß, wenn das Essen beginnt.
Und das Beste ist: Sie passen eigentlich zu jedem Abendessen. Ob pur serviert oder mit ausgelassener Butter und einer Prise Salz bestreut – Maiskolben sind eine klassische Sommerbeilage, die sich vielseitig kombinieren lässt. Man kann die Körner auch vom Kolben trennen und für Salate, Pasta oder andere Beilagen verwenden.
Wenn ich Maiskolben kaufe, achte ich darauf, dass sie sich für ihre Größe schwer anfühlen. Das bedeutet in der Regel, dass die Körner saftig und frisch sind. Kolben mit blassen, trockenen oder lose daliegenden Hüllblättern sollte man meiden.
Fühlt sich die Spitze des Maiskolbens weich an oder hat er gar matschige Stellen, lasse ich ihn liegen. Ideal ist es, wenn man im Hochsommer direkt beim Bauern einkaufen kann. Frisch geernteter Mais ist deutlich süßer.
Hier ist das Rezept für vier Portionen:
Vorbereitungszeit: 5 Minuten
Garzeit: 6 bis 8 Minuten
Zutaten:
4 Maiskolben 1 bis 2 Esslöffel ungesalzene Butter 1 Teelöffel Olivenöl 1 Teelöffel grobes Meersalz (oder etwas weniger Tafelsalz), plus etwas Salz zum Servieren
Mehrere Großstädte haben ihre überarbeitete Kommunale Wärmeplanung zur Erreichung der gesetzlichen Klimaziele vorgelegt.
Fast jede fünfte Stadt plant die Stilllegung ihrer Gasnetze bis spätestens 2045.
Mannheim und Stuttgart wollen diesen Schritt schon bis 2035 umsetzen.
Mehrere Akteure befürchten Versorgungsengpässe beim Erdgas.
Bis Dienstag, 30. Juni 2026, müssen alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern ihre Kommunale Wärmeplanung vorlegen. Diese ist verpflichtend für alle deutschen Kommunen. Grundlage ist das Wärmeplanungsgesetz des Bundes, welches Anfang 2024 in Kraft trat. Kleinere Städte haben allerdings zwei Jahre länger Zeit.
Die ersten der insgesamt 80 deutschen Großstädte haben ihre Pläne bereits vorgelegt. Langfristig planen gleich mehrere die Stilllegung ihrer Gasnetze. Ziel ist die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Sie macht nach Angaben des Bundes mehr als 50 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs aus und verursacht einen Großteil des CO2-Ausstoßes. Das liegt daran, dass rund 80 Prozent der Wärmenachfrage momentan durch fossile Brennstoffe wie Gas und Öl gedeckt werden.
Mannheim und Stuttgart wollen 2035 den Gashahn zudrehen
Die mit Abstand erste Stadt, die ihre Wärmeplanung veröffentlicht hat, ist Mannheim. Bereits im November 2024 hatte der Energieversorger MVV mitgeteilt, dass er die Abschaltung des städtischen Gasnetzes bis 2035 anstrebt. MVV wollte dabei den „Umstieg von fossiler Energie auf eine CO₂-freie Wärmeerzeugung“ vorantreiben.
In den vergangenen Jahren hat die baden-württembergische Stadt jedoch Ersatz für die fossilen Heizsysteme auf den Weg gebracht. Laut ihrer Kommunalen Wärmeplanung nutzt sie besonders Technologien wie Flusswärmepumpen, Tiefengeothermie und Fernwärme. Ebenso empfiehlt die Stadt dezentrale Wärmepumpen als künftige Heizoption. Alternative Biogase oder Wasserstoff für eine klimaneutrale Gasheizung in Haushalten seien nicht sinnvoll, auch weil sie „keinesfalls bezahlbar“ seien.
In manchen deutschen Städten sind die Gasleitungen oberirdisch.
Foto: DragonFly/iStock
Bereits vor vier Jahren hat sich die Mannheimer Stadtverwaltung das Ziel gesetzt, schon bis 2030 die Klimaneutralität zu erreichen. Nach ihrer neuesten Einschätzung ist dies aufgrund von fehlenden Finanzmitteln nicht mehr möglich. Die Stadt hat ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Referenzjahr 1990 erst um rund 40 Prozent reduziert.
Laut Oberbürgermeister Christian Specht habe Mannheim bereits die einfach umzusetzenden Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht. Die nächsten Schritte seien nun schwieriger.
Neben Mannheim will auch die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart schon bis 2035 auf ihr Gasnetz verzichten. Fünf Jahre mehr Zeit zur Umstellung haben die Bürger der Städte Augsburg, Hannover, Würzburg und Aalen. Dort soll 2040 das letzte Gas zu den Verbrauchern strömen.
Bereits am 25. März 2026 hat auch die nordrhein-westfälische Stadt Essen ihre Kommunale Wärmeplanung beschlossen. Die Strategie heißt auch hier: weg von fossilen Brennstoffen hin zu saubereren Heizoptionen.
Dazu hat die Stadt für ihre Bürger eine Onlinekartenanwendung bereitgestellt. Diese zeigt an, welche Wärmeoptionen in den jeweiligen Stadtgebieten langfristig möglich sein sollen. Sie zeigt somit, wo zentrale Lösungen wie Wärmenetze ausgebaut werden könnten und wo dezentrale Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen geeigneter scheinen. Solche Karten existieren ebenfalls bereits für manche andere Städte.
Das Fernwärmenetz soll sich vor allem in der Stadtmitte und im Norden weiter ausdehnen. Bis 2045 bleibe die Heizungswahl frei. Ab dann sollen die fossilen Heizanlagen komplett verschwunden sein.
Die Essener Stadtverwaltung überlegt als bislang einzige deutsche Stadt, ob sie ihr Gasnetz teilweise noch für Wasserstoff nutzen möchte. „Wasserstoff kann künftig für einzelne Anwendungsfälle eine Rolle in der Wärmeversorgung im Essener Stadtgebiet spielen, jedoch nicht flächendeckend“, heißt es. „Wasserstoff kommt vor allem dort infrage, wo andere klimafreundliche Lösungen nur schwer umsetzbar sind, zum Beispiel in der Industrie oder in ausgewählten Quartieren.“
Allerdings erfordert dies zunächst entsprechende Prüfungen, „ob eine Umstellung bestehender Gasnetze auf Wasserstoff technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist“. Nach aktuellem Stand dürften künftig nur rund 17 Prozent des bestehenden städtischen Gasnetzes für Wasserstoff infrage kommen.
Die Bundesregierung will bestehende Öl- und Gasheizungen auf lange Sicht aus dem Bestand entfernen.
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Wo das „Gas-Aus“ bis 2045 geplant ist
Einen Plan zur Stilllegung der Gasnetze verfolgen 19 Prozent der bundesweiten Städte. Unter den größeren Städten wollen Hamburg, München und Regensburg ihr Gasversorgungsnetz stilllegen. Auch in den Städten Berlin, Düsseldorf, Leipzig, Köln, Bremen und Hannover sind weitgehende Gasstilllegungen bis 2045 anvisiert.
Ob das tatsächlich gelingt und überall in der Praxis gut umsetzbar sein wird, bleibt abzuwarten. Ebenso sind in den kommenden Jahren Anpassungen bei den Vorhaben der einzelnen Städte nicht ausgeschlossen.
Drohen Versorgungsengpässe beim Gas?
Die Entscheidung vieler Kommunen, ihre Gasnetze in den kommenden Jahren zurückzubauen und teils bis spätestens 2045 oder früher komplett stillzulegen, zwingt Millionen Menschen in der Bundesrepublik zur Umstellung ihrer Heizung. Aktuell befindet sich noch in etwa der Hälfte aller Haushalte eine Gasheizung, in etwa einem Viertel heizen die Bewohner mit Öl.
Im Zuge der Wärmewende ist vorgesehen, dass in den kommenden Jahren immer mehr Immobilienbesitzer auf ein alternatives Heizsystem, idealerweise auf eine Wärmepumpe, umsteigen. Mit immer weniger Verbrauchern am Gasnetz verflüchtigt sich auch dessen Bedarf. Doch dieser baldige Rückbau bringt Herausforderungen mit sich.
„Je näher das Jahr 2045 mit dem Ende der Erdgasversorgung rückt, desto größer ist die Gefahr eines Flickenteppichs und erheblichen Verunsicherungen bei den Verbrauchern“, teilte Ingbert Liebing mit. Er ist Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen.
Zudem drohe eine immer größere Kostenlawine für die Gaskunden, die als Letzte vom Gas auf ein anderes System umsteigen. Aktuell teilen sich noch mehrere Millionen Menschen die Kosten für die Gasnetze über die im Gaspreis enthaltenen Netzentgelte.
Je weniger Teilnehmer die Gasnetze haben, desto mehr müsse der Einzelne dafür bezahlen, ganz nach dem Motto: Den Letzten beißen die Hunde. Die Lösung könnte eine staatlich regulierte und bezahlbare Obergrenze sein.
Was Verbraucher tun können
Wer als Hauseigentümer noch ein fossiles Heizsystem besitzt, sollte sich frühzeitig über die Kommunale Wärmeplanung seiner Stadt oder Gemeinde informieren. Viele Städte bieten auf ihren Websites ausführliche Informationen dazu an. Über grundlegende und dringende Änderungen benachrichtigen die Städte ihre Bürger meist zusätzlich, jedoch nicht immer persönlich.
Ebenso haben die Bürger die Möglichkeit, Stellungnahmen zur Wärmeplanung abzugeben. Je früher dies geschieht, desto höher sind die Chancen auf einen erfolgreichen Einfluss. Hierzu empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der lokalen Stadtverwaltung.
Das erste Eis wurde vor 2.500 Jahren in Persien serviert – dank spezieller Kühlhäuser. - Foto: TanyaSid/iStock
In Kürze:
Das älteste Eis entstand vor 2.500 Jahren zusammen mit großen, bienenkorbförmigen Kühlhäusern in Persien.
Die Süßspeise, wie wir sie heute kennen, entstand im 17. Jahrhundert: entweder in Frankreich oder in Italien.
Rekordkonsumenten weltweit sind die Neuseeländer mit über 28 Litern Eis pro Jahr – Deutschland schafft hingegen nur rund 3,5 Kilogramm pro Person pro Jahr.
Wir alle sehnen uns nach Eis, besonders wenn die Temperaturen im Sommer steigen. Schon die alten Zivilisationen hatten das gleiche Verlangen nach einer erfrischenden, süßen Leckerei, um cool zu bleiben.
Es gibt zahlreiche Anwärter auf die Erfindung des ersten gefrorenen Desserts, darunter Italien und Frankreich im 17. Jahrhundert und sogar China im 1. Jahrhundert. Doch bevor man Eiscreme herstellen kann, benötigt man eine zuverlässige Quelle für Eis. Die Technologie zur Herstellung und Lagerung dessen wurde bereits um 550 v. Chr. in Persien entwickelt.
Eis in der Antike
Die alten Perser errichteten große, bienenkorbförmige Bauten aus Stein oder Lehm, die „Yach-tschāl“ (zu Deutsch: „Eisgrube“) hießen. Meist in der Wüste gebaut, verfügten diese über bis zu 15 Meter tiefe Speicherräume. Mit ihnen war es möglich, Eis das ganze Jahr über unterirdisch zu lagern.
Hohe Kuppeln leiteten heiße Luft nach oben und durch ein Loch nach außen, während Windfänger kühlere Luft zuführten. Doch ein persischer Yach-tschāl war nicht nur ein antikes Kühlhaus, sondern auch eine Eismaschine.
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Die antiken Kühlhäuser im Iran sind aus Stein oder Lehm gebaut und haben die Form eines Bienenstocks.
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Über das Loch in der Kuppel wird warme Luft ausgeleitet.
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Türme an den Seiten, sogenannte Badgire oder Windfänger, leiteten kalte Luft in das Kühlhaus.
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Im Winter füllten Kanäle flache, vor der Sonne geschützte Teiche mit frischem Wasser. Nachts sanken die Temperaturen und in der trockenen Wüstenluft kühlte das Wasser durch Verdunstung ab.
Einige dieser Yach-tschāls haben Jahrhunderte der Wüstenerosion überstanden und sind fast im gesamten Iran zu finden. Für den perfekten Standort gibt es praktisch nur zwei Bedingungen:
Es muss im Winter kalt genug sein, um dort Eis zu produzieren,
oder in der Nähe von Bergen liegen, wo Eis gewonnen werden kann.
Forscher schätzen die jährliche Produktion eines 400 Jahre alten Yach-tschāls in Meybod auf 50 Kubikmeter, was rund 3 Millionen Eiswürfeln entspricht.
In dem Yach-tschāl in Meybod können jährlich rund 50 Kubikmeter Eis oder rund 3 Millionen Eiswürfel produziert werden.
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Frühe gefrorene Desserts
Das gelagerte Eis wurde zur Herstellung von mit Honigsirup gesüßten kalten Desserts wie Fruchtsorbets, Scharbat und Faloodeh verwendet. Scharbat ist ein traditionelles gefrorenes Fruchtgetränk, während Faloodeh eine aus dünnen Nudeln hergestellte Süßspeise ist.
Nach der arabischen Eroberung Persiens um 650 n. Chr. verbreitete sich die persische Methode zur Eisgewinnung und -lagerung im gesamten Nahen Osten. Dadurch entstanden in der Folgezeit zahlreiche neue Kreationen.
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Das traditionelle Faloodeh: eine arabische Süßspeise aus dünnen Nudeln.
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Häufige Zutaten für Scharbat (auch Sherbet, Schärbät oder şərbət) sind Früchte wie Ananas, Mango, Orange und Zitrone, aber auch Basilikum, Minze und Rosenblüten aber auch Sandelholz, Hibiskus und Chiasamen.
Neben Scharbat und Faloodeh gab es schon früh klassisches Sorbet aus verschiedenen Früchten.
Foto: saschanti/iStock
So nutzten die Syrer beispielsweise die neue Technologie, um Eiscreme wie Booza und Bastani Sonati herzustellen. Als Zutaten fanden Milch, Zucker, Salep (Mehl aus pulverisierten Orchideenwurzeln) und Mastix (getrockneter Saft eines immergrünen Strauchs) Verwendung.
Etwa zeitgleich entstand in China während der Tang-Dynastie (618–907) ein gefrorenes Dessert namens Sushan (wörtlich „knuspriger Berg“). Hierzu wurde Ziegenmilchquark geschmolzen, gesiebt und in metallene Formen gegossen. Der Dichter Wang Lingran beschrieb die endgültige Konsistenz als etwas zwischen flüssig und fest, das im Mund schmilzt.
Die Wissenschaft des Gefrierens entdecken
Die Techniken des Gefrierens änderten sich im Jahr 1558, als der italienische Universalgelehrte Giambattista della Porta (1535–1615) in Neapel ein populäres Buch über Naturmagie veröffentlichte. Mit Naturmagie war alles von den Naturwissenschaften bis hin zur Astrologie und Alchemie gemeint. In seinem Buch „Magia Naturalis“ beschrieb della Porta unter anderem, wie Salpeter (Kaliumnitrat) und Eis im Sommer zum schnellen Kühlen von Wein verwendet wurden.
„Gießt Wein in eine Flasche und gebt ein wenig Wasser hinzu, damit er schneller zu Eis wird. Dann schüttet Schnee in ein Holzgefäß und streut pulverisierten Salpeter […] hinein. Stellt die Flasche in den Schnee, und der Wein wird nach und nach gefrieren.“
In seinem Buch „Magia Naturalis“ (zu Deutsch: Naturmagie) beschrieb der italienische Universalgelehrte Giambattista della Porta (1535–1615) wie Wein im Sommer mittels Salpeter und Schnee schneller gekühlt werden konnte.
Dadurch war das Einfrieren von Flüssigkeiten erheblich leichter, denn chemisch betrachtet entzieht das in Wasser gelöste Kaliumnitrat seiner Umgebung Wärme. Experimente im 17. Jahrhundert zeigten, dass eine ähnliche Reaktion bei einer Mischung aus gewöhnlichem Salz, Wasser und Eis auftritt. Nun konnten kleinere Mengen an gelagertem Eis verwendet werden, um Mischungen einzufrieren und zu kühlen oder auf Wunsch gefrorene Desserts herzustellen.
Kombiniert und verbessert wurde diese Technologie durch die einheimische Produktion von Zucker. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil von gefrorenen Desserts, da er verhindert, dass die Mischungen zu undurchdringlichen Eisblöcken gefrieren.
Frankreich und Italien im Streit um das erste Eis
In den 1690er-Jahren tauchten in Frankreich und Italien fast zeitgleich die „ersten“ Rezepte für Eiscreme auf. Frühere Süßspeisen waren oft körnig und matschig. Das Eis, wie wir es heute kennen, führte ein Mann ein, der im Dienste adeliger Gönner stand.
Alberto Latini arbeitete für Kardinal Barberini, den Neffen von Papst Urban VIII., und hatte somit Zugang zu teuren und neuartigen Zutaten wie Schokolade und Tomaten. Sein Rezept für ein „Milchsorbet“, das den modernsten Zubereitungsmethoden seiner Zeit entsprach, ist in seinem 1964 erschienenen Buch „Lo Scalco alla Moderna“ von 1694 überliefert. Demnach verwendete Latini neben Milch und Zucker auch Wasser und kandierte Früchte. Damit gilt das Latini-Eis als Vorläufer des italienischen Gelato.
Heute ist das italienische Gelato weltberühmt, doch es könnte auch ein Franzose der Erfinder des ersten Eises gewesen sein.
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Ein weiterer Anwärter auf den Titel des Erfinders des Eises ist Nicolas Audiger. Er arbeitete für Jean-Baptiste Colbert, den Finanzminister von König Ludwig XIV., und half bei der Vorbereitung von Festessen in Versailles. In seinem 1692 veröffentlichten „Handbuch zur Führung adeliger Haushalte“ („La maison réglée“) notierte er zahlreiche Rezepte für Fruchtsorbets und für ein mit Zucker gesüßtes und mit Orangenblütenwasser aromatisiertes Eis.
Obwohl beide Behauptungen ihre Berechtigung haben, enthält Audigers Rezept detaillierte Beschreibungen der Techniken zum Rühren und Schaben. Diese gewährleisten eine bessere Konsistenz und eine gleichmäßige Verteilung des Zuckers in der Masse. Audiger verfasste sein Werk jedoch, nachdem er 18 Monate in Italien verbracht hatte. Es ist also wahrscheinlich, dass er auf seiner Reise italienische Techniken erlernt hat. Vielleicht verfeinerte er diese, was zu der cremigen Köstlichkeit führte, die wir heute genießen.
Doch welche Nation isst das meiste Eis? Man könnte meinen, dass Menschen in wärmeren Klimazonen mehr von den kühlenden Süßspeisen essen. Doch das ist nicht ganz richtig. Weltweit betrachtet wird der höchste Pro-Kopf-Verbrauch in Neuseeland verzeichnet (28,4 Liter), gefolgt von den USA (20,8 Liter) und Australien (18,0 Liter).
Rekordverbraucher in Europa sind dagegen die Polen, die pro Person und Jahr 15,92 Kilogramm Eis essen (Stand: 2021). Auf den weiteren Plätzen liegen Schweden (10,87 Kilogramm), Spanien (9,65 Kilogramm), Dänemark (8,31 Kilogramm) und Finnland (7,22 Kilogramm). Deutschland liegt mit 3,44 Kilogramm Eis pro Person und Jahr auf Platz 9.
Zumindest im europäischen Vergleich sind die „kalten“ Länder damit markant vertreten. Vielleicht liegt die Antwort auf dieses scheinbare Paradoxon darin, dass man bei Hitze Eis benötigt, um sich abzukühlen, und im Winter, wenn man friert, um sich aufzumuntern.
Die Anklage wirft dem mutmaßlichen Islamisten dreifachen versuchten Mord vor. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa
In Kürze:
Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf beginnt der Prozess gegen den mutmaßlich islamistisch radikalisierten Erjon S.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem versuchtenMord undschwereKörperverletzung vor.
Er soll gezielt nach jüdischenOpfern gesucht haben.
Nach den Taten soll der damals 17-Jährige einen „Märtyrertod“ angestrebt haben.
Offen bleibt bislang, wie und durch wen die Radikalisierung des Jugendlichen erfolgte.
Vor dem 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf hat am Montag, 15. Juni, der Prozess gegen den 18-jährigen Erjon S. begonnen. Die Bundesanwaltschaft wirf dem kosovarischen Staatsangehörigen versuchten Mordes in drei Fällen vor. Dazu kommen Anklagen wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung.
Am 5. September 2025 soll er sich der Anklageschrift zufolge entschieden haben, einen tödlichen Amoklauf in Essen unter religiösem Vorwand zu begehen. Der von einer dschihadistischen Ideologie Beeinflusste habe geplant, einen ihm bekannten Hausmeister einer Grundschule in Essen und seine Lehrerin am Berufskolleg zu töten. Zu diesem Zweck habe der zum Tatzeitpunkt 17-Jährige sich mit einem langen Messer bewaffnet an die Tatorte begeben.
Anklage: Erjon S. wollte Juden an der Synagoge töten
Auf den Hausmeister soll Erjon S. erst mit der Faust eingeschlagen und ihn dann mit Pfefferspray besprüht haben. Der Versuch, ihn durch Messerstiche zu töten, sei an der heftigen Gegenwehr des Hausmeisters gescheitert. Im Berufskolleg, das er erst seit wenigen Wochen besuchte, habe er seiner Lehrerin mehrfach gezielt in den Oberkörper gestochen.
Erjon S. soll sich danach zweimal zur Synagoge in Essen in der Hoffnung begeben zu haben, dort jüdische Mitbürger anzutreffen, die er angreifen könne.
S. soll Passanten angesprochen und gefragt haben, ob es sich bei ihnen um Juden handele. Als er kein geeignetes Opfer fand, habe er einen Obdachlosen, den er nicht kannte, in den Rücken gestochen.
Die Bundesanwaltschaft nimmt sich den Fall vor. (Archivbild)
Foto: Federico Gambarini/dpa
Alle Opfer konnten aufgrund rechtzeitiger medizinischer Versorgung gerettet werden, einige wurden jedoch schwer verletzt.
In der Zwischenzeit war die Polizei auf die Messerangriffe aufmerksam geworden. Als Erjon S. bemerkte, dass diese ihm auf den Fersen war, lief er mit vorgehaltenem Messer auf Beamte zu. Damit soll er laut Anklage durch einen provozierten „Märtyrertod“ seiner Festnahme entgehen wollen.
Die Polizei konnte ihn jedoch durch einen Schuss stoppen, der ihn im Gesicht verletzte.
„Radikalisierung im Kinderzimmer“ – Unklarheit über Abläufe
Hinweise darauf, dass der damals 17-Jährige Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) war und die Angriffe terroristisch motiviert waren, ergaben sich aus der Auswertung von Datenträgern. Dies gab NRW-Innenminister Herbert Reul Mitte September bekannt. So soll Erjon S. ein Bekennervideo gedreht haben.
Eine Erklärung zur Anklage gab bislang weder S. noch sein Anwalt ab. Das Gericht schloss nach Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit für den Rest des Prozesses aus, wie WDR berichtete. Dies ist eine übliche Vorgehensweise im Fall zur Tatzeit noch jugendlicher Angeklagter. Für den Prozess selbst sind 13 Verhandlungstage angesetzt.
Einige Fragen im Vorfeld des Prozesses bleiben für die Öffentlichkeit bislang unbeantwortet. So wurde bis heute noch kein Zeitraum genannt, in dem sich Erjon S. im dschihadistischen Sinne radikalisiert habe. Zudem bleibt bislang unbeantwortet, ob die „Radikalisierung im Kinderzimmer“ in Eigenregie vonstatten gegangen ist oder ob Kontaktpersonen aus dem IS als „Brandbeschleuniger“ in Erscheinung getreten waren.
Polizisten in Spezialausrüstung sind am Tattag Anfang September 2025 in Essen im Einsatz. (Archiv)
Foto: Henning Kaiser/dpa
Nach Auffälligkeiten wurde Erjon S. in Präventionsprogramm untergebracht
Ferner weist der Radikalisierungsprozess einige Parallelen zu jenem anderer als IS-Terroristen in Erscheinung getretener Jugendlicher auf. Erjon S. besuchte eine Hauptschule, verfehlte jedoch einen Schulabschluss und konnte auch an einem Berufskolleg nicht Fuß fassen. Deshalb wechselte er an ein Weiteres – wo sein späteres Opfer tätig war. Schulpflichtig war er nicht mehr.
Der spätere Attentäter war bereits mehrfach durch strafbare Handlungen in Erscheinung getreten. Dem Innenministerium zufolge, wie „Focus“ berichtete, umfasste seine Polizeiakte bereits Auffälligkeiten wegen Bedrohung, Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie gefährlicher Körperverletzung und Besitzes von Kinderpornografie.
Im Frühjahr 2023 hatten die damalige Schule von Erjon S. und das Jugendamt Essen eine Fallkonferenz „im Rahmen von Verhaltensauffälligkeiten“ anberaumt. Eine Lehrerin hatte die Polizei auf psychische Auffälligkeiten mit Hang zur Gewalt hingewiesen. Unter Einbindung von Jugendbehörden wies man S. zur Teilnahme an einem polizeilichen Programm für Personen mit Risikopotenzial an.
Nachdem das zuständige Jugendgericht einer Rückkehr in den elterlichen Haushalt zugestimmt hatte, verhielt sich der damals 17-Jährige laut „Focus“ vorerst unauffällig. Die Familie kooperierte mit dem Jugendamt und polizeilich trat S. nicht mehr in Erscheinung. Deshalb, sagte Reul damals, habe man „das Risiko einer zielgerichteten Gewalttat als unwahrscheinlich eingeschätzt“. Man stufte S. im August 2023 aus dem Programm wieder aus.
Zumal es nach der Ausstufung „noch zwei weitere Vorfälle mit dem jungen Mann“ gegeben habe. Konkret soll es eine Bedrohung im Jahr 2024 und eine wechselseitige gefährliche Körperverletzung im April 2025 gegeben haben. Im zweitgenannten Fall sollen auch bereits dschihadistische Auffassungen zutage getreten sein.
Ameisenkuchen, Leopardenkuchen, Kalter Hund … auf der Suche nach Namen für ihre süßen Kreationen haben Bäcker auch vor der Tierwelt nicht Halt gemacht. Einer der farbenfrohsten ist jedoch der Papageikuchen.
Wie bei den anderen Süßspeisen sorgten zum Glück nicht die Zutaten, sondern das Aussehen für die Namensgebung. Erzeugt werden die Farben des Papageikuchens durch verschiedenfarbige Grütze in Pulverform. Der praktische Nebeneffekt: Die Grütze bringt nicht nur Farbe, sondern gleichzeitig auch unterschiedliche Geschmacksrichtungen mit sich.
Besonders für Kinder ist der bunte Kuchen bestens geeignet – auch ich war in meiner Kindheit verrückt danach. Noch heute ist der tierisch leckere Kuchen bei mir mit zahlreichen Familienfesten und kulinarischen Erinnerungen an die DDR verbunden. Letzteres spiegelt sich in seinen wenigen Zutaten und der einfachen, schnellen Zubereitung wider.
Butter auf niedrigster Stufe in einem Topf schmelzen.
Mehl, Zucker und Backpulver in einer Schüssel mischen. Anschließend Eier, flüssige Butter und saure Sahne zugeben und alles miteinander verrühren, bis ein glatter Teig entsteht.
Den Grundteig in fünf gleichgroße Portionen teilen. In je eine Schüssel den Kakao, den Vanillepudding und die drei verschiedenen Grützen unterrühren.
Backform fetten und die verschiedenfarbigen Teige klecksweise in die Form geben.
Im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad Celsius Ober-/Unterhitze 45 Minuten lang backen. Stäbchenprobe machen.
Den noch heißen Kuchen mit etwas Butter bestreichen. Danach vollständig abkühlen lassen und aus der Form nehmen.
In Deutschland sind seit 2023 etwa 540 Kartoffelarten zugelassen. - Foto: KarepaStock/iStock
Linda, Sieglinde, Heiderose, Laura und Anneliese – die Namensliste der verschiedenen Kartoffelsorten ist lang. Auffällig sind dabei die zahlreichen weiblichen Namen, was vielleicht auf eine alte Praxis zurückgeht. Demnach sollen Bauern ihre Kartoffelsorten nach ihren schönsten und hübschesten Töchtern benannt haben.
In Deutschland sind seit 2023 etwa 540 Arten zugelassen. Liebhaber von Kartoffeln könnten damit fast zwei Jahre lang täglich eine andere Sorte des südamerikanischen Nachtschattengewächses probieren. Weltweit gibt es sogar über 3.000 Sorten der Erdäpfel, ausreichend für mehr als acht Jahre täglicher Kartoffelverkostung.
Damit dies auf die Dauer nicht langweilig wird, gibt es zum Internationalen Tag der Kartoffel am 30. Mai drei traditionelle Rezepte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz:
Kartoffelauflauf deutscher Art
Der deutsche Klassiker: Kartoffelauflauf mit Speck und Petersilie.
Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Pilze putzen und in kleine Stücke schneiden.
Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in einer Pfanne mit ein wenig Butter glasig anbraten. Schinkenwürfel und Champignons zugeben und kurz mit anbraten.
Sahne und Milch in einer Schüssel vermengen und mit Salz, Pfeffer und klein gehackter Petersilie würzen.
Eine Auflaufform mit Butter fetten. In Schichten abwechselnd die Kartoffelscheiben und die Zwiebel-Schinken-Mischung in Schichten hineinlegen. Dazwischen jeweils etwas Sahnesoße zugeben.
Mit Käse bestreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad Celsius Ober-/Unterhitze etwa 40 bis 45 Minuten goldbraun backen.
Zu diesem Gericht kann ergänzend Salat, Fleisch oder Fisch serviert werden.
Petersilienkartoffeln aus Österreich
Der österreichische Klassiker: Petersilienkartoffeln mit Wiener Schnitzel.
Foto: bhofack2/iStock
Zutaten (für 4 Personen)
12 bis 16 mittelgroße, festkochende Kartoffeln
4 EL Butter oder Schmalz
frische Petersilie
Salz und Pfeffer
Zubereitung
Kartoffeln schälen und kochen.
Das Bratfett in einer Pfanne zerlassen, gehackte Petersilie dazugeben und kurz anschwitzen.
Die Kartoffeln grob zerkleinern, zur Petersilie in die Pfanne geben und kurz darin schwenken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Zu diesem Gericht kann ergänzend traditionell Wiener Schnitzel oder Backhendl serviert werden.
Original Schweizer Rösti
Der Klassiker aus der Schweiz: Rösti.
Foto: Mariha-kitchen/iStock
Zutaten (für 4 Personen)
1 kg mehlig kochende Kartoffeln
4 EL Butter
1 Prise Salz
Zubereitung
Am Vortag die Kartoffeln nicht ganz gar kochen, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern.
Die Kartoffeln pellen und längs durch eine Kartoffelreibe geben, damit lange Kartoffelraspel entstehen. Dann salzen.
Einen Esslöffel Butter in der Pfanne auf mittlerer Stufe schmelzen. Dann auf die höchste Stufe stellen, ein Viertel der geraspelten Kartoffel in die Pfanne geben und zu einem Fladen formen.
3 Minuten scharf anbraten, dann auf niedriger Stufe langsam 15 Minuten lang goldbraun braten. Rösti umdrehen und weitere 10 Minuten goldbraun braten.
Schritt 4 wiederholen, um weitere Rösti zu braten.
Zu diesem Gericht kann ergänzend Fleisch oder Spiegelei mit Schnittlauch serviert werden.