Palästinenser am 26. Mai 2026 in Khan Yunis im Süden des Gazastreifens. - Foto: Bashar Taleb/AFP via Getty Images
Etwa anderthalb Wochen nach dem tödlichen Angriff auf den Chef des bewaffneten Arms der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas hat Israel nach offiziellen Angaben auch dessen mutmaßlichen Nachfolger im Gazastreifen getötet.
Mohammed Odeh, Kommandeur der Essedin-al-Kassam-Brigaden in dem Palästinensergebiet, sei „eliminiert“ worden, erklärte Verteidigungsminister Israel Katz am Mittwoch. Die Hamas bestätigte Odehs Tod zunächst nicht.
Verteidigungsminister Katz gratulierte auch im Namen von Regierungschef Benjamin Netanjahu der Armee und dem Geheimdienst Shin Bet zu der „brillanten Ausführung“. Katz fügte hinzu: „Wir haben uns verpflichtet, jeden auszuschalten, der das Massaker vom 7. Oktober angeführt hat, und genau das werden wir tun.“
Bereits am 26. Mai hatten Netanjahu und Katz gemeinsam erklärt, die Armee habe im Gazastreifen einen Angriff ausgeführt, der Odeh gegolten habe, „einem der Architekten des Massakers vom 7. Oktober“.
Bei dem Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation und ihrer Verbündeten am 7. Oktober 2023 war Odeh demnach Chef des Hamas-Geheimdienstes und verantwortlich „für die Ermordung, Entführung und Verletzung zahlreicher israelischer Zivilisten und Soldaten“.
Vor gut einer Woche war Odeh laut israelischer Armee und Shin Bet zum Nachfolger von Essedin al-Haddad ernannt worden, der wenige Tage zuvor bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen getötet worden war.
Die Hamas bestätigte bislang nicht, das Odeh neuer Chef der Essedin-al-Kassam-Brigaden sei.
Auch Odehs Tod bestätigte die Hamas zunächst nicht. Aus Hamas-nahen Kreisen hieß es am späten Dienstag, nach einem israelischen Beschuss im Westen der Stadt Gaza gebe es „keine Informationen über das Ziel“.
Doch „das Ausmaß und die Intensität des Angriffs“ hätten Spekulationen genährt, dass das Ziel Odeh gewesen sei. Die der Hamas unterstehende Zivilschutzbehörde im Gazastreifen sprach von drei Toten und 20 Verletzten bei einem israelischen Luftangriff im Viertel Rimal im Westen der Stadt Gaza. (afp/red)
Kommt der E-Traktor für die Landwirte? - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der frühere VW -Chef Herbert Diess will im kommenden Jahr mit einem neuen Unternehmen einen Elektro‑Traktor auf den Markt bringen. Es soll sich um einen Mittelklasse-Traktor für Landwirte und kommunale Dienste handeln, wie der 67-Jährige auf der Plattform LinkedIn schrieb.
Die Landmaschine soll mit einem Wechsel-Akkusystem ausgestattet sein, das einen „24/7-Betrieb“ ermögliche. Außerdem sollen an den Traktor alle gängigen Geräte wie Mähwerke und Schneeschilder angebaut werden können.
Von den ersten Auslieferungen 2027 an will das Unternehmen Diess zufolge mit vergleichbaren Diesel-Fahrzeugen wettbewerbsfähig sein.
„Wir möchten unsere Wettbewerbsfähigkeit schnell an möglichst viele Betriebe weitergeben“, schrieb er. Gelingen solle das durch attraktive Preise, höchste Qualität und die Möglichkeit, den in der Landwirtschaft selbst produzierten Solarstroms für die tägliche Arbeit einzusetzen.
Herbert Diess: Neuer E-Traktor geplant.
Foto: Sven Hoppe/dpa
„Wir sind voll im Zeitplan“
Die Diess E-Agrartechnik AG sei bei der Produktentwicklung „voll im Zeitplan“. Ein kompetentes Kernteam treibe das Unternehmen an.
Die Firma mit Sitz in München arbeitet demzufolge mit einem in Deutschland, Österreich und der Schweiz etablierten Landmaschinenunternehmen sowie Zulieferern zusammen. Die Namen der Partnerfirmen nannte Diess nicht.
Im Unternehmensregister des Bundes ist Diess‘ Firma bislang nicht aufgeführt. Neben Traktoren will das Unternehmen unter anderem auch Ladestationen und elektrische Anbaugeräte anbieten. Perspektivisch seien außerdem autonome Landmaschinen vorgesehen.
Diess war von 2018 bis 2022 Konzernchef von Volkswagen. Auch nach seiner Absetzung erhielt er ein Vorstandsgehalt in Millionenhöhe.
2025 waren es einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung gut neun Millionen Euro – mehr als sein Nachfolger Oliver Blume. Endgültig bei den Wolfsburgern in den Ruhestand ging Diess an seinem 67. Geburtstag im Herbst 2025.
Seit 2023 ist der gebürtige Münchner Aufsichtsratschef beim Chiphersteller Infineon. Er engagiert sich überdies bei mehreren Start-ups – und ist nach früheren Angaben oft in Spanien, wo er ein kleines Hotel betreibt, samt Rinderzucht und Birnenplantage. (dpa/red)
Ein zwei Meter großer und 200 kg schwerer weiblicher Delfin schwimmt am 24. April 2026 in der Bucht von Saint-Jean-de-Luz im Südwesten Frankreichs zwischen Badegästen in Strandnähe. - Foto: Gaizka Iroz/AFP via Getty Images
Während hochsommerliche Temperaturen in weiten Teilen Europas die Menschen in Scharen an die Strände locken, erregt ein neugieriger Delfin im französischen Baskenland große Aufmerksamkeit bei Einheimischen und Touristen.
Das über zwei Meter lange Delfin-Weibchen hält sich seit Mitte Oktober in der Badebucht von Saint-Jean-de-Luz auf und sucht regelmäßig die Nähe zu Schwimmern und Stand-up-Paddlern.
Während diese von der ungewöhnlichen Zutraulichkeit des Tieres fasziniert sind, sorgen sich Tierschützer um dessen Wohlergehen.
Meeresforscherin warnt
„Das Verhalten vieler Menschen ist leider problematisch. Es kommt immer wieder zu Ansammlungen, bei denen der Delfin umzingelt wird“, berichtet die Meeresforscherin und städtische Umweltbeauftragte Pascale Fossecave. Dies könne zu gefährlichen Situationen führen.
Das größte Problem bestehe darin, dass das Tier sich an den Umgang mit Menschen gewöhne und seine Fluchtreflexe verliere, etwa mit Blick auf Boote und Jetskis. Deshalb solle der Delfin nicht zur Interaktion ermutigt werden, selbst wenn er sich von selbst nähere.
Tatsächlich kommt dies häufig vor: Zahlreiche im Internet verbreitete Fotos und Videos zeigen, wie der Delfin sich in aller Ruhe zwischen Schwimmern bewegt oder den Rand eines Stand-up-Paddleboards streift.
„Erstaunlich, bewegend, verrückt“, schreibt eine Besucherin auf Instagram: „Auf Korsika haben wir einen Tag auf dem Boot verbracht, um Delfine zu sehen, und hier kommen sie direkt zu uns geschwommen, als wollten sie ‚Guten Tag‘ sagen“, kommentiert sie unter einem Video, auf dem sich das Tier inmitten von Badegästen tummelt.
Der zwei Meter große und 200 kg schwere weibliche Delfin schwimmt am 24. April 2026 im Südwesten Frankreichs zwischen Badegästen.
Foto: Gaizka Iroz/AFP via Getty Images
Wie „Flipper“
Bei dem gut 200 Kilo schweren Tier handelt es sich um ein Weibchen der Art Großer Tümmler, die einst durch die Fernsehserie „Flipper“ bekannt wurde. Die Form ihres Mauls verleiht ihnen einen lächelnden Ausdruck.
Lange Zeit wurden Große Tümmler in Freizeitparks gehalten, bis diese wegen nicht artgerechter Haltung in die Kritik gerieten und an vielen Orten schließen mussten.
In Frankreich ist das Halten von Walen und Delfinen seit Jahresanfang verboten. Die beiden letzten Orcas Wikie und Keijo aus dem ehemaligen „Marineland“ in Antibes sollen im Juni in einen Freizeitpark nach Teneriffa gebracht werden – was heftige Kritik von Tierschützern ausgelöst hat.
Das Delfinweibchen von Saint-Jean-de-Luz ist nach Einschätzung von Experten sechs bis acht Jahre alt und damit noch nicht ausgewachsen. Warum das Tier sich allein in der Bucht aufhält, ist bislang unklar. Große Tümmler leben üblicherweise in sozialen Verbänden von bis zu 15 Tieren, die Schulen genannt werden.
Möglicherweise sei das junge Weibchen aus seiner Gruppe ausgeschlossen worden, glaubt Ozean-Forscherin Fossecave. Sie schließt aus, dass der Delfin sich verirrt haben könne. „Die Tiere verirren sich nicht, sie können über eine Entfernung von 20 Kilometern miteinander kommunizieren“, erklärt sie.
Der Delfin kommt von selbst
Die Stadtverwaltung von Saint-Jean-de-Luz hat inzwischen Hinweisschilder am Strand aufgestellt und ruft Badegäste zur Zurückhaltung auf.
„Auch wenn das Tier sich von allein nähert, bleibt es ein Wildtier“, heißt es dort. „Wiederholte Interaktion mit Menschen kann sein natürliches Verhalten stören und seine Überlebensfähigkeit gefährden“, mahnen die Behörden.
Konkret ist es verboten, sich dem Tier auf weniger als 100 Meter zu nähern, mit ihm zu schwimmen, es einzukreisen, es anzufassen, zu füttern oder ihm mit einem Boot den Weg abzuschneiden. Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Geldstrafe in Höhe von 750 Euro.
Fossecave hofft, dass das Tier die Bucht irgendwann von selbst verlässt. Idealerweise sollte das noch vor den Sommerferien gelingen, denn dann wird der breite Sandstrand von Saint-Jean-de-Luz täglich von tausenden Urlaubern bevölkert werden. (afp/red)
Börsengewinne haben die Vermögen kräftig steigen lassen - Reiche profitieren besonders. (Symbolbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
Rund 5.000 Superreiche besitzen nach Berechnungen der Unternehmensberatung BCG mehr als ein Viertel des Finanzvermögens in Deutschland.
Demnach ist die Zahl der Menschen in Deutschland, die mehr als 100 Millionen Dollar (rund 86 Mio. Euro) besitzen, 2025 um rund 1.100 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Ihnen gehören 27,3 Prozent des Finanzvermögens von 12,4 Billionen Dollar, also knapp 3,4 Billionen, wie die 26. Ausgabe des „Global Wealth Report“ der Boston Consutling Group zeigt.
Laut BCG profitierten Superreiche im vergangenen Jahr vor allem von Gewinnen an den Aktienmärkten. Bis 2030 werde ihr Anteil am deutschen Finanzvermögen auf 29 Prozent steigen, prognostiziert die Unternehmensberatung.
„Die Konzentration des Vermögens an der Spitze nimmt weiter zu – wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren“, sagte Michael Kahlich, BCG-Partner in Zürich und Co-Autor der Studie.
700.000 Multimillionäre
Den Superreichen gegenüber stehen rund 66 Millionen Menschen in Deutschland mit einem Finanzvermögen von unter 250.000 Dollar.
Dieser großen Mehrheit gehört ein Drittel (35,9 Prozent) des Finanzvermögens. Dazwischen: rund 3,2 Millionen Menschen mit einem Vermögen zwischen einer Viertelmillion und einer Million Dollar, auf die 11,3 Prozent entfällt.
Mehr als 700.000 Multimillionäre halten zusammen mit den rund 5.000 Superreichen über die Hälfte (52,8 Prozent) des Finanzvermögens.
BCG analysiert jährlich die weltweite Entwicklung privater Vermögen. Die Studie umfasst 97 Märkte, auf die 98 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung entfallen, und berücksichtigt Daten von mehr als 100 Banken und Vermögensverwaltern.
Zum Finanzvermögen zählen Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Anleihen, Lebensversicherungen, Fonds und Pensionen. Zudem werden Sachwerte wie Immobilien und Edelmetalle sowie Verbindlichkeiten betrachtet.
Scheu vor Aktien bremst Vermögensaufbau
Das Nettovermögen der Deutschen stieg 2025 laut Studie um rund 15 Prozent auf 23,3 Billionen Dollar. Dabei legten die Finanzvermögen dank starker Börsen um fast 18 Prozent zu. Sachwerte – vor allem Immobilien – wuchsen auf 13,4 Billionen Dollar und machten mehr als die Hälfte der Vermögen aus. Die Schulden stiegen leicht auf 2,5 Billionen Dollar.
„Die Deutschen bleiben vorsichtige Anleger. Einlagen und Bargeld dominieren weiterhin die Vermögensstruktur privater Haushalte. Gleichzeitig sehen wir, dass ETFs, Aktien und kapitalmarktorientierte Anlagen stetig an Bedeutung gewinnen“, sagt Kahlich.
Die schwächelnde Wirtschaft, die alternde Bevölkerung und die relativ schwache Aktienkultur dämpften den Vermögensaufbau.
Weltweit legten die Nettovermögen laut BCG 2025 kräftig zu, um gut 9 Prozent auf 550 Billionen Dollar.
Dabei stiegen besonders die Finanzvermögen 2025 um fast 11 Prozent – das stärkste Plus seit 2021. Im globalen Vergleich liegen die USA mit 147 Billionen Dollar Finanzvermögen unangefochten vorn. Es folgen China (41,5 Billionen), Japan (15,6) und Deutschland (12,4). (dpa/red)
Das neue Rathaus in Hannover, der Landeshauptstadt von Niedersachsen. - Foto: saiko3p/iStock
Der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Marco Trips, warnt vor einer finanziellen Überlastung der Kommunen. „Der Staat insgesamt lebt über seine Verhältnisse. Und das auf Kosten der Kommunen“, sagte Trips der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Etwa jede fünfte niedersächsische Kommune könne ihre Haushalte bereits nicht mehr ausgleichen. „Nach unseren Einschätzungen wird sich die Zahl der Kommunen mit echten Problemen in den nächsten Jahren verdoppeln“, so Trips.
„Und irgendwann muss Politik eben auch mal bereit sein, den Leuten ehrlich zu sagen: Jetzt müssen wir konsolidieren.“
Gleichzeitig warnte Trips die Kommunen, bei den freiwilligen Leistungen zu sparen. „Schwimmbäder, Kultur, Sportförderung, Zuschüsse für Vereine. Genau diese Dinge machen das Leben vor Ort lebenswert. Wenn man da noch mehr wegkürzt, kriegt man noch mehr Unzufriedenheit. Das ist demokratiegefährdend.“
Stattdessen müssten die Aufgaben der Kommunen neu verhandelt werden. „Weniger Berichtspflichten, weniger Bürokratie, weniger zusätzliche Vorgaben“, forderte Trips. „Da muss man wirklich mal mit der Säge durchgehen.“
Bei einem kommunalen Aktionstag protestiert der Niedersächsische Städtebund heute vor dem Landtag in Hannover. „Wir versuchen mit unserer Aktion heute, die Kommunalfinanzen stärker in den Vordergrund zu rücken, denn viele niedersächsische Kommunen geraten gerade in Schieflage“, so Trips. (dts/red)
EU lockert Gentechnik-Regeln: Fortschritt oder Angriff auf die Wahlfreiheit? Foto iStock AlexRaths
In Kürze:
Entscheidung im Juni erwartet: Die EU will Pflanzen aus neuen Genomtechniken künftig teilweise wie konventionelle Züchtungen behandeln.
Für viele dieser Pflanzen könnte die bisherige Kennzeichnungspflicht im Supermarkt entfallen.
Kritiker warnen vor weniger Transparenz für Verbraucher; Befürworter hoffen auf klimaresistentere und robustere Nutzpflanzen.
Die Europäische Union steht vor der größten Reform ihres Gentechnikrechts seit mehr als 20 Jahren. Pflanzen aus neuen Genomtechniken wie CRISPR/Cas sollen künftig teilweise nicht mehr als Gentechnik gekennzeichnet werden müssen. Befürworter aus Politik und Industrie versprechen klimaresistentere Pflanzen, weniger Pestizide und höhere Erträge. Die EU selbst – vertreten durch Maria Panayiotou – wirbt vor der Verabschiedung mit den Worten: „Unsere Landwirte brauchen praktische Lösungen, um sich an den Klimawandel anpassen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Die neuen Vorschriften gäben ihnen Zugang zu Innovationen.
Kritiker warnen dagegen vor einem Verlust an Transparenz, wachsender Konzernmacht und unkalkulierbaren Folgen für Landwirtschaft und Umwelt. Am Ende dieser Nahrungskette steht der Verbraucher. Für ihn stellt sich eine einfache Frage: Was bedeutet das künftig konkret auf dem Teller?
Bald Realität? Die Lockerung der Gentechnik-Regeln in der EU
Die Entscheidung könnte Europas Lebensmittelmarkt grundlegend verändern. Nach jahrelangen Verhandlungen steht die Europäische Union kurz davor, ihre bisherigen Gentechnikregeln deutlich zu lockern. Im Zentrum steht eine neue Verordnung zu sogenannten „Neuen Genomtechniken“ (NGT).
Gemeint sind Verfahren wie CRISPR/Cas, mit denen sich DNA gezielt verändern lässt. Der Kern der Verordnung: Pflanzen, die mithilfe neuer genomischer Verfahren verändert wurden und kein fremdes Erbgut enthalten, sollen künftig weitgehend herkömmlichen Pflanzen gleichgestellt werden.
Ein zentraler Unterschied zur klassischen Gentechnik liegt darin, wie stark in das Erbgut eingegriffen wird. Bei herkömmlicher Gentechnik werden häufig Gene anderer Arten in eine Pflanze eingebaut – etwa ein Bakteriengen in Mais. Verfahren wie CRISPR/Cas arbeiten dagegen meist präziser: Vorhandene DNA wird gezielt verändert, entfernt oder „umgeschrieben“, ohne zwingend fremdes Erbgut einzusetzen.
Seit Jahrzehnten in Arbeit
Der bisherige Rechtsrahmen stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 2001. Seitdem gelten in der EU strenge Regeln für gentechnisch veränderte Organismen: umfassende Risikoprüfungen, Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette und eine verpflichtende Kennzeichnung im Supermarkt. Genau diese Vorgaben sollen nun teilweise entfallen.
Die EU-Kommission hatte ihren Reformvorschlag bereits 2023 vorgelegt. Im April 2024 verabschiedete das Europäische Parlament seine erste Position. Ende 2025 erzielten Parlament, EU-Kommission und Mitgliedstaaten im sogenannten Trilog eine politische Einigung. Der Rat der EU-Mitgliedstaaten nahm die Verordnung am 21. April 2026 formal an.
Damit fehlt im Wesentlichen nur noch die endgültige Zustimmung des Europäischen Parlaments. Nach aktuellem Stand wird die Schlussabstimmung für Juni 2026 erwartet. Stimmt das Parlament zu, könnte die neue Verordnung ab etwa 2028 gelten.
Und das, obwohl sich viele Verbraucher weiterhin eine klare Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte wünschen. Selbst unter Befürwortern der Gentechnik gibt es laut der Initiative Save Our Seeds breite Unterstützung für transparente Kennzeichnungspflichten. Auch in Deutschland zeigen Umfragen von Organisationen wie Foodwatch, dass viele Menschen Gentechnik in Lebensmitteln kritisch sehen – ebenso den Einsatz auf Feldern oder in der Tierhaltung. Statt Lockerungen wünschen sich viele strengere Sicherheits- und Risikoprüfungen sowie eine eindeutige Kennzeichnung. Für den Verbraucherzentrale Bundesverband ist genau diese Transparenz die Grundlage für Wahlfreiheit und Vertrauen der Verbraucher.
Das neue Zwei-Klassen-System
Die Reform teilt gentechnisch veränderte Pflanzen künftig in zwei Gruppen ein. Dabei geht es um sogenannte GVO – also „gentechnisch veränderte Organismen“. Gemeint sind Pflanzen, deren Erbgut gezielt im Labor verändert wurde. Bislang galten in der EU für solche Pflanzen strenge Regeln: Sicherheitsprüfungen, Zulassungsverfahren, Rückverfolgbarkeit und eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln. Genau das soll sich nun ändern.
Künftig will die EU zwischen zwei Arten moderner Gentechnik unterscheiden. Zur ersten Gruppe, „NGT-1“, sollen Pflanzen gehören, deren Erbgut gezielt verändert wurde, ohne fremde Gene anderer Arten einzubauen. Die EU argumentiert: Solche Veränderungen könnten theoretisch auch durch natürliche Mutationen oder klassische Pflanzenzüchtung entstehen – allerdings deutlich langsamer und ungezielter.
Deshalb sollen für diese NGT-1-Pflanzen viele der bisherigen Gentechnikregeln wegfallen. Besonders umstritten ist dabei die Kennzeichnung: Lebensmittel aus solchen Pflanzen müssten nach den aktuellen Plänen künftig nicht mehr im Supermarkt als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden.
Verbraucher könnten dann häufig nicht mehr direkt auf der Verpackung erkennen, ob etwa Tomaten, Kartoffeln oder Weizen mithilfe moderner Geneditierungsverfahren wie CRISPR/Cas verändert wurden. Informationen dazu sollen stattdessen nur noch in Saatgutregistern, Datenbanken oder Sortenkatalogen verfügbar sein.
Anders wäre es bei der zweiten Gruppe, den sogenannten „NGT-2“-Pflanzen. Dabei handelt es sich um weitergehende genetische Veränderungen. Für sie würden die bisherigen strengen Gentechnikregeln weiterhin gelten – einschließlich Risikoprüfung, Zulassungsverfahren und Kennzeichnungspflicht.
Wird das Steak gekennzeichnet, wenn das Rind Genfutter bekommt?
Die Reform betrifft zunächst ausschließlich Pflanzen. Diskutiert werden unter anderem pilzresistente Kartoffeln, trockenheitsresistenter Weizen, klimaresistente Tomaten oder Olivenbäume, die besser gegen Krankheiten geschützt sind. Doch auch wenn die geplante Reform vordergründig nur Pflanzen betrifft, könnte sie indirekt Folgen für Fleisch, Milch, Eier und Käse haben.
Denn in der Europäischen Union müssen tierische Produkte bislang grundsätzlich nicht gekennzeichnet werden, wenn die Tiere mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Ein Huhn kann etwa gentechnisch verändertes Soja fressen, ohne dass dies später auf dem Ei oder dem Fleisch angegeben werden muss. Genau daran würde sich durch die neue Reform voraussichtlich nichts ändern.
Kritiker befürchten nun: Wenn künftig mehr geneditierte Pflanzen ohne Kennzeichnung angebaut oder importiert werden dürfen, könnten solche Futtermittel leichter in die Lieferketten gelangen. Für Verbraucher wäre dann kaum noch nachvollziehbar, ob Tiere mit geneditierter Nahrung gefüttert wurden. Befürworter halten dagegen, dass Produkte von Tieren nicht automatisch „veränderte Gene“ enthielten. DNA aus Futtermitteln werde im Verdauungssystem weitgehend zerlegt.
Die eigentliche Debatte dreht sich deshalb weniger um akute Gesundheitsgefahren als um Transparenz, Wahlfreiheit und die Frage, welche Form der Landwirtschaft Verbraucher künftig unterstützen wollen.
Die EU-Kommission begründet die Reform vor allem mit Klimawandel und Ernährungssicherheit. Neue Genomtechniken könnten helfen, Pflanzen schneller an Dürren, Krankheiten und Extremwetter anzupassen. Gleichzeitig solle der Einsatz von Pestiziden sinken. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit erklärte bereits früh, dass neue Genomtechniken zu nachhaltigeren Lebensmittelsystemen beitragen könnten.
Was Verbraucher künftig nicht mehr sehen könnten
Mit der neuen Regelung könnte der Begriff „Gentechnik“ faktisch weitgehend aus dem Supermarkt verschwinden. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik kritisiert, Verbraucher könnten gentechnikfreie Produkte künftig „praktisch nur noch über freiwillige Siegel erkennen“.
Als Orientierung blieben dann oft nur noch Bio-Siegel oder freiwillige Kennzeichnungen wie „Ohne Gentechnik“. Genau darin sehen Kritiker die konkrete Folge der Reform: Wer gentechnisch veränderte Lebensmittel bewusst vermeiden möchte, könnte das künftig deutlich schwerer tun.
Kritiker warnen vor weniger Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit bei Gen-Gemüse.
Foto: iStock gorodenkoff
Wem nützt die Reform? Die Macht der Saatgutkonzerne wächst
Der globale Saatgutmarkt ist stark konzentriert. Wenige Großunternehmen kontrollieren einen erheblichen Teil des weltweiten kommerziellen Saatgutgeschäfts. Zu den dominierenden Akteuren zählen Bayer, Corteva und Syngenta.
Das Geschäftsmodell ist milliardenschwer. Patente auf bestimmte Genveränderungen ermöglichen Lizenzgebühren und langfristige Kontrolle über Saatgut. Gegner der Gentechnik-Deregulierung – darunter auch die Initiative Save Our Seeds – warnen davor, dass das geplante Gesetz zu einer weiteren Ausbreitung patentierten Saatguts führen könnte. Dadurch könnte der Einfluss weniger großer Saatgutkonzerne auf Landwirte und kleinere Züchter weiter wachsen.
Auch die Initiative Ohne Gentechnik kritisiert mögliche Folgen für Landwirtschaft und Umwelt. Sie argumentiert, dass die Patentierung gentechnisch veränderter Pflanzen und das Verbot, Teile der Ernte als Saatgut für das nächste Jahr wiederzuverwenden, Landwirte zunehmend abhängig von großen Agrarkonzernen mache. Verstärkt werde dies zusätzlich dadurch, dass häufig auch passende Herbizide desselben Herstellers eingesetzt würden. Zudem betonen Kritiker, gesundheitliche Risiken ließen sich langfristig nicht vollständig ausschließen.
Sind genveränderte Lebensmittel gesundheitsschädlich?
Laut der Weltgesundheitsorganisation haben alle derzeit zugelassenen gentechnisch veränderten Lebensmittel die vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen bestanden. Bislang gebe es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass sie grundsätzlich gesundheitsschädlicher seien als konventionelle Lebensmittel.
Doch die Debatte dreht sich längst nicht mehr nur um gesundheitliche Risiken oder die Frage, was Menschen essen möchten. Kritiker sehen vielmehr Themen wie Profite, Kontrolle und Transparenz im Mittelpunkt.
Damit wird die EU-Reform am Ende zu einer Grundsatzfrage: Wie viel Transparenz schuldet der Staat seinen Verbrauchern – und wer entscheidet künftig darüber, was noch als „natürlich“ gilt?
Flugzeuge der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. - Foto: Nate Hovee/iStock
Der Vorstandsvorsitzende des Flughafenbetreibers Fraport AG, Stefan Schulte, sieht die Versorgung mit Flugbenzin in Europa im Sommer gesichert.
„Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten in Europa und damit auch in Deutschland genügend Kerosin haben. Wenn es gut läuft, auch bis Jahresende“, sagte der Manager dem „Handelsblatt“.
Bis 30 Prozent des europäischen Kerosin betroffen
Trotz laufender Bemühungen um einen Frieden im Iran ist die Straße von Hormus, über die normalerweise zwischen 25 und 30 Prozent des in Europa benötigten Kerosins befördert wird, weiterhin weitgehend blockiert.
Experten warnen deshalb vor einem möglichen Engpass beim Flugbenzin im beginnenden Sommer. Das verunsichert viele Deutsche, wie vor wenigen Tagen eine Umfrage des Abrechnungsdienstleisters SAP Concur gezeigt hat.
Demnach hat fast jeder Fünfte wegen der Debatte bereits einen Flug storniert oder umgebucht – oder seine Fluggesellschaft hat einen Flug abgesagt.
Schulte glaubt nicht an ein Chaos in der Sommersaison. „Ich würde jedem Fluggast klar sagen: Mach dir über deine Buchung derzeit keine Sorge“, sagte der Manager.
Selbst wenn es in irgendeiner Region der Welt doch einen Engpass geben sollte, werde man umgebucht oder bekomme sein Geld zurück. Die Sorge, dass man irgendwo strandet, sei nach seiner Einschätzung unbegründet.
Länder wie Indien oder China gingen sehr professionell durch Anlegen von Reserven mit der Situation um. Ein Flugzeug, das dort landen darf, werde auch wieder zurückfliegen. (dts/red)
Ein Mann wirft eine Tränengasgranate in Richtung der Polizei – am 25. Mai 2026 in La Paz bei einer Kundgebung gegen Präsident Rodrigo Paz. - Foto: Aizar Raldes/AFP via Getty Images
Boliviens Präsident Rodrigo Paz sieht sich mit anhaltenden Massenprotesten konfrontiert – nun hat ihm das Parlament den Weg für einen möglichen Einsatz der Armee gegen die Demonstranten geebnet.
Mit klarer Zweidrittelmehrheit stimmten die Abgeordneten für die Lockerung eines Gesetzes, das strenge Regeln für die mögliche Verhängung des Ausnahmezustandes in dem südamerikanischen Land vorsieht. Durch die Lockerung könnte der Staatschef nun zu diesem Schritt greifen.
Demonstranten geraten am 25. Mai 2026 in La Paz bei einer Kundgebung gegen Präsident Rodrigo Paz mit bolivianischen Polizeibeamten aneinander.
Foto: Marvin Recinos/AFP via Getty Images
Ausnahmezustand möglich
Für die Lockerung der Regeln für einen Ausnahmezustand stimmten am Dienstag gut zwei Drittel der Abgeordneten. Zuvor hatte sich bereits der Senat dafür ausgesprochen.
Damit könnte Präsident Paz den Ausnahmezustand verhängen, die Armee gegen die Demonstranten vorgehen lassen und Bürgerrechte einschränken.
Der vor sechs Monaten ins Amt gekommene Mitte-Rechts-Präsident sieht sich mit anhaltenden Massenprotesten konfrontiert, die durch die schlimmste Wirtschaftskrise seit vier Jahrzehnten ausgelöst wurden. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von La Paz und die Rücknahme der von ihn verfügten Maßnahmen zur Liberalisierung der Wirtschaft.
Mit seinem Wahlsieg hatte der konservative Politiker zwei Jahrzehnte sozialistischer Regierungen in Bolivien beendet, die unter dem indigenen Politiker Evo Morales begonnen hatten.
Die jetzige Regierung wirft Morales vor, hinter den Massenprotesten zu stehen und die demokratische Ordnung im Land destabilisieren zu wollen.
Indigene Bewohner Boliviens am 25. Mai 2026 bei einer Kundgebung in La Paz gegen Präsident Rodrigo Paz. Demonstranten blockierten Straßen nach La Paz, was zu Engpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten führte.
Foto: Aizar Raldes/AFP via Getty Images
Bolivien steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit vier Jahrzehnten. Die Jahresinflation erreichte im April 14 Prozent.
Staatschef Paz hatte nach seinem Amtsantritt im vergangenen November unter anderem die unter den sozialistischen Regierungen seit rund zwei Jahrzehnten bestehenden Treibstoffsubventionen gestrichen, welche die Dollarreserven des Landes stark belastet hatten. (afp/red)
Die Erholung der Lieferketten komme nicht über Nacht, sondern werde Monate dauern, sagt Top-Chemiemanager Rainer Seele. - Foto: Uwe Anspach/dpa
Die Weltwirtschaft muss sich nach einer Öffnung der für Öl- und Gastransporte wichtigen Straße von Hormus aus Sicht des deutschen Chemiemanagers Rainer Seele noch längere Zeit auf Einschränkungen einstellen. „Die Erholung der Lieferketten kommt nicht über Nacht, sondern wird Monate dauern“, sagte der ehemalige Wintershall-Chef dem „Handelsblatt“.
Die USA und der Iran verhandeln derzeit über eine Freigabe der Straße von Hormus, über die vor dem Krieg rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen liefen.
Weil die Meerenge weitgehend blockiert ist, sind die Preise hoch. Das wirkt sich auf Verbraucher, Industrie und Unternehmen in aller Welt aus.
Nach einer Öffnung des Seewegs werden Öltanker nach Seeles Angaben einige Zeit brauchen, bis der Rohstoff in Asien ankomme.
„Es werden zunächst auch die strategischen Reserven in vielen Ländern wieder aufgefüllt. Der Nachholbedarf ist riesig“, sagte Seele. Er arbeitet als Top-Manager beim Ölkonzern Adnoc der Vereinigten Arabischen Emirate und war zuvor mehrere Jahre Vorstandschef des österreichischen Energiekonzerns OMV.
Die Verfügbarkeit von Rohstoffen werde bis weit ins Jahresende hinein angespannt bleiben, sagte er. Das werde sich auf die Chemie in Asien auswirken.
Die Energiekosten werden nach Einschätzung von Seele dagegen schnell sinken. „Ein Großteil dessen, was wir heute sehen, ist eine Risikoprämie, und diese wird sich schnell auflösen, sobald eine Lösung in Sicht ist.“ Der Rohölpreis werde wieder auf das Vorkriegsniveau von rund 80 Dollar pro Barrel (je 159 Liter) zurückkehren.
Er mache sich um andere Effekte viel größere Sorgen, sagte Seele, der das globale Chemiegeschäft bei der Adnoc-Investmentgesellschaft XRG führt und Aufsichtsratschef der deutschen Covestro AG ist.
Die Frage sei, ob es nach einem Hochfahren der Anlagen auch genügend Nachfrage gebe. „Die Weltwirtschaft hat schon im Januar und Februar keine Anzeichen von Besserung gezeigt. Ab März hat es dann Hamsterkäufe bei Vorprodukten wie Chemikalien gegeben, weil Kunden produktionsfähig bleiben wollten. Das ist keine Nachfrage, die auf Wachstumserwartungen fußt.“
Die verarbeitende Industrie sei jetzt mit hohen Einkaufspreisen konfrontiert, sagte er. „Sie wird versuchen, diese weiterzugeben, und das wird über die Inflation beim Verbraucher ankommen. Ich fürchte, dass das Vertrauen der Kunden und Konsumenten durch die Folgen des Golfkonflikts noch brüchiger wird.“ Von den Lieferkettenproblemen profitiere Europa nur kurzfristig.
Deutschland sollte auf seine Innovationskraft setzen
„Europa profitiert sicher gerade von den Problemen der Asiaten. Aber das ist nur eine Verschnaufpause. Spätestens nächstes Jahr geht der Stress auf dem Chemiemarkt wieder los, wenn China wieder große Mengen zu Billigpreisen auf den Weltmarkt bringt“, sagte Seele.
Langfristig sieht er die Zukunft der europäischen Chemie in Innovation, Spezialisierung und globaler Wettbewerbsfähigkeit – nicht in der Basischemie.
„Bei der Basischemie sehe ich schwarz. Da investiert niemand in Europa, dazu ist der Kostennachteil viel zu hoch“, sagte Seele. Diese Produktionen werden aus seiner Sicht verlagert und dort erweitert, wo es Rohstoffe gebe und Energie billig sei.
Europa könne nicht mit „Chemie von der Stange“ erfolgreich sein. „Gerade Deutschland hat zwar kaum Rohstoffe, aber jede Menge Innovationskraft. Darauf müssen wir setzen.“ (dpa/red)
Samsung Electronics ist das größte Unternehmen Südkoreas - und profitiert massiv vom KI-Boom. - Foto: Ahn Young-joon/AP/dpa
Mitglieder der Samsung-Gewerkschaft haben den Kompromissvorschlag des Managements für Jahresprämien in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro pro Kopf akzeptiert.
Nach Gewerkschaftsangaben sprachen sich mehr als 70 Prozent der Mitglieder dafür aus, das Angebot der Geschäftsführung anzunehmen, mit dem jüngst ein Generalstreik bei Südkoreas größtem Konzern abgewendet worden war.
Die firmenweit gültige Einigung beinhaltet eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 6,2 Prozent und die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an die Belegschaft.
Laut Prognosen könnten damit allein die diesjährigen Boni für die Mitarbeiter der besonders profitablen Halbleiterabteilung bis zu 600 Millionen Won betragen (rund 340.000 Euro). Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter von Samsung Electronics arbeiten bei der Halbleiter-Sparte.
Zuvor hatten beim weltweit größten Produzenten von Speicherchips rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter einen 18-tägigen Generalstreik angedroht.
Hintergrund war ein Konflikt um die Höhe von Bonuszahlungen an die Belegschaft, nachdem der Elektronikriese im Zuge des Booms rund um Künstliche Intelligenz Rekordgewinne erzielt hatte.
Allein der Betriebsgewinn für das erste Jahresquartal betrug 57,2 Billionen Won (knapp 33 Milliarden Euro) – in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums. (dpa/red)
Ländervertreter warnen vor dem Verlust regionaler Themen, wenn alle Landtagswahlen an einem Tag stattfinden. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Landtagspräsidenten mehrerer Bundesländer lehnen den Vorschlag von Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) ab, alle Landtagswahlen an einem Tag stattfinden zu lassen.
Baden-Württembergs Landtagspräsident Thomas Strobl (CDU) sagte dem „Tagesspiegel“, er halte die Idee für „schwierig und kaum realisierbar“.
Strobl für fünfjährige Legislaturperiode im Bundestag
Strobl rief stattdessen den Bundestag dazu auf, seine Legislaturperiode von vier auf fünf Jahre zu verlängern.
Ein erster, aus seiner Sicht zwingend notwendiger Schritt in Richtung der Vorschläge Nouripours wäre eine Verlängerung der Wahlperiode des Bundestages auf fünf Jahre, sagte Strobl. Diese gebe es in den Ländern bereits.
Als Bundestagsvizepräsident könne Nouripour den Fraktionen hierzu einen konkreten Vorschlag unterbreiten.
Nachdem sich die Generalsekretäre von CDU und SPD offen für eine Diskussion gezeigt hätten, könnte es eine Mehrheit im Bundestag geben, so Strobl. Dies wäre eine erste notwendige Tat, wenn aus den Vorschlägen je etwas werden solle.
Ländervertreter warnen vor Zentralisierung der Politik
Bayerns Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (SPD) wies den Vorstoß Nouripours grundsätzlich zurück. Deutschland sei bewusst föderal aufgebaut, sagte er der Zeitung. Unterschiedliche Wahltermine sorgten dafür, dass politische Entwicklungen in den Ländern unabhängig voneinander sichtbar werden.
Wenn alle Landtagswahlen gleichzeitig stattfänden, gingen regionale Themen unter. Statt über Bildung, Polizei oder Infrastruktur eines Bundeslandes zu diskutieren, konzentriere sich alles auf die Bundespolitik. Dadurch verlören föderale Unterschiede an Bedeutung.
Wenn alle Länder gleichzeitig wählten, hätten kurzfristige Bundestrends enorme Auswirkungen, sagte Rinderspacher weiter. „Gebündelte Wahlen bündeln womöglich auch flächendeckend wütende Protest-Emotionen. Der Zorn lädt sich dann auch an der falschen Stelle ab.“
Die unterschiedlichen Wahltermine sorgten zwar für häufigen Wahlkampf, aber auch dafür, dass Politik regelmäßig öffentlich diskutiert werde. Weniger Wahlen führten zu einer sinkenden politischen Aufmerksamkeit. (dts/red)
Nicht nur der Menschenhändler macht sich strafbar, sondern auch der Kunde, der die Zwangslage – etwa einer Prostituierten – ausnutzt. (Symbolbild) - Foto: Andreas Arnold/dpa
Menschenhandel soll in Deutschland künftig besser verfolgt und härter bestraft werden können. Ein entsprechender Entwurf, mit dem sich an diesem Mittwoch das Kabinett befassen will, nimmt Täter ins Visier, die andere Menschen mit falschen Versprechungen in von Zwang geprägte Beschäftigungsverhältnisse locken.
Belangt werden sollen künftig auch Kunden, die Leistungen der Opfer in Anspruch nehmen. Das ist bislang nur bei Freiern der Fall, die für sexuelle Dienstleistungen von Zwangsprostituierten bezahlen.
Künftig könnte es beispielsweise aber auch private Bauherren, Schlachthofbetreiber oder Kundinnen von Nagelstudios betreffen.
„Wir werden Strafbarkeitslücken schließen – und dabei insbesondere auch die Nachfrageseite in den Blick nehmen“, sagt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig. Wer „moderne Sklaverei“ ausnutze, indem er wissentlich entsprechende Leistungen in Anspruch nimmt, dürfe nicht straffrei davonkommen.
Erhöht werden soll zudem der Strafrahmen. Aktuell sieht dieser für Menschenhandel eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren vor.
In besonders schweren Fällen – etwa wenn Gewalt, Entführung oder bandenmäßiges Handeln nachgewiesen wird oder das Opfer minderjährig ist – sind jetzt schon bis zu zehn Jahre Haft möglich. Laut Entwurf soll bei einer Verurteilung wegen Menschenhandels künftig generell eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren möglich sein.
Einfacher wird es durch die geplante Reform außerdem für die Staatsanwaltschaft, von der Verfolgung einer rechtswidrigen Tat abzusehen, die ein Opfer von Menschenhandel aufgrund seiner Zwangslage begangen hat.
Voraussetzung für die Einstellung ist laut Entwurf, dass „nicht wegen der Schwere der Tat eine Sühne unerlässlich ist“. Ist die Klage bereits erhoben, so soll das Gericht in jedem Stadium des Verfahrens mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und des Angeschuldigten das Verfahren einstellen können. (dpa/red)
Vor einem Vierteljahrhundert wurde die US-Umweltaktivistin Erin Brockovich durch einen Oscar-prämierten Film berühmt – heute warnt die 65-Jährige vor Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI).
Brockovich schrieb auf ihrer neuen Webseite, Technologiekonzerne lieferten sich vielerorts ein „Rennen, um KI-Infrastruktur aufzubauen“.
Die Zentren verbrauchten aber enorme Mengen an Energie und Kühlwasser und erhöhten damit die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Plattform sammelt Beschwerden zu KI-Rechenzentren
Auf ihrer Plattform hat Brockovich bisher mehr als 2700 US-Bürgerbeschwerden über existierende oder mögliche Standorte auf einer interaktiven Karte gesammelt.
Auf ihrer Plattform spricht sich die Aktivistin nicht für einen Baustopp oder ein Verbot von KI-Rechenzentren aus, sie will demnach aber auf „die Notwendigkeit nachhaltiger, sicherer und effizienter Praktiken“ hinweisen.
Brockovich hatte Anfang der 1990er Jahre mit dazu beigetragen, einen Skandal um Trinkwasserverschmutzung im kalifornischen Hinkley aufzuklären.
Nach einer Sammelklage musste der Energiekonzern PG&E 333 Millionen Dollar Schadensersatz an mehr als 600 Anwohner zahlen und die Verunreinigung beseitigen.
Die US-Schauspielerin Julia Roberts nimmt ihre Auszeichnung für die herausragende Leistung einer Schauspielerin in einer Hauptrolle für „Erin Brockovich“ entgegen. (Archiv).
Foto: LUCY NICHOLSON/AFP via Getty Images
Regisseur Steven Soderbergh brachte die Geschichte 2000 in die Kinos, in seinem Film spielte Julia Roberts die Aktivistin Brockovich. (afp/red)
Der Eurojackpot ist geknackt worden. (Symbolbild) - Foto: Thomas Banneyer/dpa
Der mit 120 Millionen Euro maximal gefüllte Eurojackpot geht nach Tschechien. Ein Lottospieler oder eine Tippgemeinschaft haben die richtigen Zahlen getippt, wie Westlotto am Abend nach der Ziehung in Helsinki mitteilte.
Dennoch darf sich auch in Deutschland gefreut werden: In mehreren Bundesländern gab es Millionen-Gewinne.
Auch wenn es nicht der Hauptgewinn ist: In der zweiten Gewinnklasse gab mehrere Gewinner: Vier Millionen Euro gehen jeweils einmal nach Nordrhein-Westfalen, zweimal nach Sachsen, einmal nach Thüringen sowie nach Norwegen.
Noch unklar ist, ob es sich um Einzelspieler oder Tippgemeinschaften handelt.
„Für die Tschechische Republik sind die 120 Millionen Euro ein Rekordgewinn“, sagte eine Sprecherin von Westlotto. Die bislang höchste Summe, die dort beim Eurojackpot gewonnen wurde, seien 90 Millionen Euro gewesen.
In der zweiten Gewinnklasse gehen je vier Millionen Euro nach Nordrhein-Westfalen, Sachsen (2×), Thüringen und Norwegen.
Foto: Nicolas Guyonnet / Hans Lucas / AFP via Getty Images
„Das war am 15. Mai 2015.“ Für den Hauptgewinn waren diese Gewinnzahlen gefragt: 5, 11, 23, 33, 42 und die beiden Eurozahlen 10 und 12. Nach 13 Ziehungen ohne Hauptgewinn lag nun erstmals wieder jemand richtig.
Wie viele Gewinner gab es dieses Jahr schon?
Bislang gab in diesem Jahr acht geknackte Eurojackpots mit neun Gewinnern. Zuletzt gingen Anfang April jeweils 5 Millionen Euro nach Finnland und in die Slowakei.
Der letzte deutsche Gewinner kam am 31. März aus Nordrhein-Westfalen. Er oder sie bekam 70,7 Millionen aufs Konto überwiesen.
Den deutschen Lottogewinn-Rekord holte sich im November 2022 ein Berliner. Im Juni 2023 ging die volle Summe nach Schleswig-Holstein. Damit wurde der Rekord erstmals eingestellt.
Im Mai 2025 kam der Gewinner aus Baden-Württemberg, im September 2025 erneut aus der Bundeshauptstadt. Die weiteren Eurojackpot-Gewinne gingen nach Dänemark (Juni 2022 und Juni 2025) sowie nach Norwegen (Januar 2024).
Jackpot baut sich auf
Die hohe Summe des Jackpots baut sich auf, wenn kein Spieler die gezogenen Zahlen 5 aus 50 und die Eurozahlen (Zusatzzahlen) 2 aus 12 richtig ankreuzt. Ist die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 120 Millionen Euro erreicht, wandert das nicht ausgeschüttete Geld in die zweite Gewinnklasse.
Je länger diese Phase dauert, desto größer wird der Pott auch hier. Der Ort der Ziehung ist Helsinki, koordiniert wird die Lotterie von Westlotto in Münster.
Die Gewinnwahrscheinlichkeit beim Eurojackpot liegt bei 1 zu 140 Millionen. Experten geben zu bedenken, dass Glücksspiel süchtig machen kann. (dpa/red)
Erkennungsdienstliche Maßnahmen bei unerlaubter Einreise: Es werden von der Bundespolizei Fingerabdrücke genommen und Lichtbilder gefertigt. (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Nur ein kleiner Teil der an der Grenze zurückgewiesenen Ausländer stellt später einen Asylantrag in Deutschland. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums (BMI) auf eine Kleine Anfrage der AfD hervor, über die die „Welt“ (Mittwochausgabe) berichtet.
Daten zu Asyl und Grenzschutz im Vergleich
Demnach werden monatlich relativ konstant meist zwischen 3.000 und 4.000 Personen zurückgewiesen. Ebenfalls relativ konstant stellen monatlich meist zwischen 300 und 400 Person einen Asylantrag in Deutschland, die in der Vergangenheit schon einmal zurückgewiesen worden waren.
„Zwischen dem 1. Mai 2025 und 30. April 2026 haben insgesamt 5.020 Personen einen Asylantrag gestellt, oder einen Schutzstatus erhalten, die zuvor bereits schon einmal – gegebenenfalls vor langer Zeit – an einer Grenze zu Deutschland zurückgewiesen wurden“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.
„Von diesen haben 845 Personen im genannten Zeitraum einen Schutzstatus erhalten, die zuvor bereits schon einmal – ggf. vor langer Zeit – an einer Grenze zu Deutschland zurückgewiesen wurden.“
Weiter antwortet die Bundesregierung, dass die Bundespolizei „im Zeitraum 1. Mai 2025 bis 31. März 2026 insgesamt 38.831 Personen zurückgewiesen“ habe.
Da diese Daten auf der Polizeilichen Eingangsstatistik der Bundespolizei beruhten, seien sie bisher nur bis März 2026 abbildbar und könnten sich aufgrund von Nacherfassungen noch geringfügig ändern.
Forderungen nach härterer Migrationspolitik
AfD-Fraktionsvize Sebastian Münzenmeier, der die Anfrage gestellt hatte, sagte der „Welt“, dass seiner Ansicht nach Grenzkontrollen wichtig seien und bleiben müssten.
„Es darf aber nicht sein, dass Migranten, die an der Grenze abgewiesen werden, es einfach am nächsten Tag oder 200 Meter weiter nochmals versuchen und damit erfolgreich sind.
Wer aus triftigen Gründen zurückgewiesen wird, sollte nicht kurz darauf einreisen und Asyl beantragen dürfen“, forderte Münzenmeier. „Hier braucht es eine Sperrfrist.“
Münzenmeier pochte darauf, Asylverfahren in Drittstaaten außerhalb der EU auszulagern. Als Sofort-Maßnahme schlägt der AfD-Politiker vor, „den Sozialstaatmagneten abzudrehen.
Wenn Asylsuchende hier nur noch Bett, Brot und Seife bekommen, wird ihr Zustrom von ganz allein abnehmen.
Und das schafft dann auch Entlastung an der Grenze. Das alles zeigt: Für eine echte Migrationswende ist noch viel zu tun.“
In der Migrationsforschung wird das Modell der Push- und Pull-Faktoren aus den 1960er Jahren heute kritisch gesehen, weil es die Komplexität von Migrationsprozessen stark vereinfacht.
Der vielfach angeführte „Pullfaktor Sozialstaat“ wird isoliert betrachtet nicht als ausschlaggebend bewertet.
Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft DPolG, Heiko Teggatz, sagt, dass die Grenzkontrollen wirkten.
Jeder, der durch die Bundespolizei bei der „unerlaubten Einreise“ festgestellt und gegebenenfalls zurückgewiesen werde, werde erkennungsdienstlich behandelt, sagte er der Zeitung. Es würden Fingerabdrücke genommen und Lichtbilder gefertigt.
Bundespolizei (Archivlbild).
Foto: MICHAELA STACHE/AFP via Getty Images
Es könne also nicht sein, dass viel mehr Zurückgewiesene später Asylanträge stellen, als in den BMI-Daten angegeben, weil vergangene Zurückweisungen nicht erfasst wurden.
„Unabhängig davon, ob die Person ein Schutzersuchen äußert oder nicht werden diese Daten gespeichert und auch im Ausländerzentralregister erfasst“, so Teggatz.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge könne dann bei einer späteren erfolgreichen Einreise sehen, dass diese Person „bereits bei einer unerlaubten Einreise aus einem anderen EU-Staat aktenkundig wurde oder gar dorthin zurückgewiesen wurde.
Das erleichtert die Feststellung, welches europäische Land für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist.“ (dts/red)
Ermittler werfen zahlreichen Bauern vor, mit falschen Angaben zu Landbesitz und Viehbestand unrechtmäßig EU-Agrarhilfen kassiert zu haben. (Archivbild). - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Im Zuge der Ermittlungen in einem weitreichenden Korruptionsskandal um EU-Agrarsubventionen in Griechenland haben die Behörden 39 Verdächtige festgenommen.
Wie die Polizei mitteilte, wurden am Dienstag, 26. Mai im Norden des Landes 17 Menschen festgenommen, hauptsächlich in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes. Am Vortag gab es demnach 22 Festnahmen, die meisten davon auf der beliebten Ferieninsel Insel Kreta.
Beamte und Buchhalter festgenommen
Unter den Festgenommenen sind laut Polizei zwei Buchhalter sowie drei leitende Angestellte, die für die Bearbeitung von Anträgen auf Agrarsubventionen zuständig waren.
Die Höhe des Betrugs im Zusammenhang mit den Festnahmen wird laut Polizei auf 7,5 Millionen Euro geschätzt.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres waren landesweit dutzende Verdächtige wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den groß angelegten Betrug mit den EU-Agrarhilfen festgenommen worden.
Kreta im Zentrum der Subventionsaffäre
Eine große Zahl der Betrugsfälle betrifft Kreta – wo neben dem Tourismus die Landwirtschaft einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist.
Als Folge der insbesondere von der europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) geführten Ermittlungen wurde mittlerweile die Immunität von elf Abgeordneten im griechischen Parlament aufgehoben.
Den Politikern wird vorgeworfen, Bauern und anderen Bürgern bei Betrügereien mit EU-Beihilfen geholfen zu haben.
Zahlreichen Bauern wird unter anderem vorgeworfen, EU-Agrarhilfen für Land beantragt zu haben, das sie gar nicht besaßen. Oder sie gaben fälschlich einen größeren Viehbestand an, um höhere Zuzahlungen zu erreichen.
Es erhielten demnach sogar Menschen Agrarsubventionen, die überhaupt nichts mit der Landwirtschaft zu tun hatten.
Politische Folgen der Betrugsaffäre
Erleichtert wurde der Betrug dadurch, dass zum Zeitpunkt der Subventionsanträge in Griechenland viele Eigentumsverhältnisse unklar und die Grundbücher lückenhaft waren.
Zu den mutmaßlichen Betrugsfällen zählen Agrarhilfen für angebliche Olivenbäume auf einem Militärflughafen, Weideland auf dem Gelände archäologischer Stätten und Bananenplantagen auf dem Berg Olymp.
Im Zuge der Ermittlungen sind bereits drei Minister und mehrere Staatssekretäre zurückgetreten. Wegen der Affäre verlangt die Opposition den Rücktritt der gesamten Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis und Neuwahlen. (afp/red)
Keine Antwort. Keine Reaktion. Nichts. Ghosting ist längst kein Randthema mehr. - Foto: Zinkevych/iStock
Die letzte Nachricht wirkte versteinert: zugestellt, gelesen – nichts. Tage vergingen, und Wochen. Für Justine Ramos war es nicht direkt herzzerreißend, sondern eher ein desorientierender Schmerz. Die Verbindung mit ihrer besten Freundin hatte einfach aufgehört, ohne Erklärung und ohne ein kommuniziertes Ende.
„Es war eines der verwirrendsten und verletzendsten Dinge, die ich je erlebt habe“, sagte Ramos gegenüber Epoch Times. Ghosting ist ein anderer Begriff für Ostrazismus (Ausgrenzung) oder das Beenden einer Beziehung, indem man einfach verstummt. Es ist mittlerweile zu einem Markenzeichen des modernen sozialen Lebens geworden. Ghosting erstreckt sich weit über Datings hinaus. Es reicht in Freundschaften und sogar in die Familien hinein.
In einer Welt ständiger Verbindungen als Norm, kann „Verschwinden“ einfacher erscheinen, als ein unangenehmes Gespräch. „Ich dachte ständig, ich müsse etwas falsch gemacht haben“, so Ramos. „Ich spielte jedes Gespräch in meinem Kopf nach und versuchte herauszufinden, wo sich eine Wende ereignet hatte. Es belastet einen mehr, als man erwarten würde, weil man nicht nur um die Person trauert, sondern auch um die Form der Beziehung, die man zu haben glaubte.“
Was Ramos erlebte, wird mittlerweile in einer Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten untersucht. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Schweigen durchaus seinen Preis haben kann.
Was die Forschung herausfand
Eine im Jahr 2025 im Magazin „Computers in Human Behavior“ veröffentlichte Studie verglich drei Szenarien: Man kann geghostet werden. Man kann auch direkt abgelehnt werden. Und man kann auch eine normale Interaktion haben.
Teilnehmer im Alter von 18 bis 35 Jahren chatteten sechs Tage lang für täglich 15 Minuten mit einer an der Studie beteiligten Person. Es ging um eine Vielzahl von Themen, darunter Sport, Fernsehsendungen, zukünftige Lebenspläne, Liebesleben, Musik und Reisen.
Die Teilnehmer wurden dann gebeten, kurze tägliche Umfragen darüber auszufüllen, wie sie sich fühlten. Am vierten Tag endete die Interaktion entweder plötzlich ohne Erklärung (Ghosting), endete mit einer klaren Ablehnung oder wurde wie gewohnt fortgesetzt.
Sowohl Ghosting als auch direkte Ablehnung lösten negative Emotionen wie Verwirrung, Gefühle der Ausgrenzung und ein bedrohtes Selbstwertgefühl aus. Die Menschen, die direkt abgelehnt wurden, tendierten jedoch dazu, sich schneller davon zu erholen.
Wenn jemand direkt abgelehnt werde, sei das Gehirn – auch wenn es schmerze – in der Lage, die Erfahrung als abgeschlossen zu verarbeiten. Es gebe eine klare Ursache, erklärte Scott Wetzler, Professor am Department für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften am Albert Einstein College of Medicine, gegenüber der Epoch Times. Das Gehirn könne es verarbeiten, es abschließen und wieder nach vorn schauen.
Ghosting jedoch unterbreche diesen Prozess. Anstelle eines klaren Endes lasse es das Gehirn nach einem solchen suchen.
In schwebender Hoffnung gefangen
„Wenn jemand geghostet wird, lässt es ihn in einem Zustand der Ungewissheit zurück, wohingegen eine klare Ablehnung eindeutiger ist“, sagte Scott Wetzler. „Da Menschen dazu neigen, sich von ihren Hoffnungen leiten zu lassen, träumt die geghostete Person vielleicht weiterhin von der vagen Möglichkeit, dass die andere Person wieder auftaucht oder doch noch Interesse zeigt. Sie klammert sich womöglich an unrealistische Hoffnungen.“
Diese Ungewissheit nährt das Grübeln. Wetzler beschreibt Ghosting als eine Form von passiv-aggressivem Verhalten. Es enthält einem absichtlich das vor, was Menschen nach einem Beziehungsabbruch am meisten brauchen: eine Antwort.
„Wenn man geghostet wird, stellt man sich vielleicht Fragen wie ‚Warum ist das passiert?‘, ‚Warum wollen sie nicht mit mir reden?‘ oder ‚Was habe ich getan?‘ – was den Kummer verlängert“, sagte Mark Leary, emeritierter Garonzik-Professor für Psychologie und Neurowissenschaften an der Duke University, gegenüber Epoch Times. Mit der Zeit könnte sich die Verwunderung ob dieser unbeantworteten Fragen in Selbstzweifel verwandeln.
„Ghosting vermittelt, dass die zurückgewiesene Person nicht (und vielleicht auch nie zuvor) wichtig oder wertvoll genug ist, um eine Erklärung zu verdienen oder höflich behandelt zu werden“, sagte Mark Leary.
Eine Studie aus dem Jahr 2024 fügt eine weitere Ebene hinzu. Ghoster und Geghostete verwenden insgesamt ein ähnliches Ausmaß an positiven und negativen Formulierungen, um ihre Erfahrungen zu beschreiben.
Allerdings unterschieden sich die Emotionen hinter ihren Worten deutlich. Ghoster drückten oft eine Mischung aus Schuldgefühlen und Erleichterung aus. Dies deutet auf einen inneren Konflikt zwischen der Vermeidung von Unbehagen und dem Erkennen der Auswirkungen ihres Handelns hin. Im Gegensatz dazu beschrieben Geghostete häufiger etwas Einfacheres und Krasseres: Traurigkeit und Schmerz.
Wie das Gehirn Ablehnung verarbeitet
Eileen Kennedy-Moore, eine klinische Psychologin, sieht in ihrer Praxis ein Muster. „Wir spielen Ereignisse und Gespräche nach und suchen nach Hinweisen“, sagte sie gegenüber Epoch Times. „Die Ungewissheit ist schmerzhaft, daher wollen wir dringend fragen oder erklären oder etwas beweisen.“
Das könne sich darin äußern, dass man alte Nachrichten erneut lese, kleine Details anzweifele oder Schweigen als verborgene Bedeutung interpretiere.
Ein Grund dafür, dass diese Gefühle so intensiv sind, mag darin liegen, wie das Gehirn Ablehnung verarbeitet.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass soziale Ablehnung teilweise dieselben Nervenbahnen aktiviert wie körperliche Schmerzen. Das bedeutet, dass diese Erfahrung nicht nur als emotionaler Schmerz empfunden wird, sondern auch das Alarmsystem des Gehirns in einer Weise aktiviert, die unmittelbar und schwer zu ignorieren ist.
Romantische Beziehungen sind stark mit Gehirnchemikalien wie Dopamin verbunden – das Vergnügen und Belohnung vermittelt – und Oxytocin, das hilft, sich verbunden und jemandem nahe zu fühlen. Wenn eine Beziehung plötzlich ohne Erklärung endet, gerät dieses System aus dem Gleichgewicht.
Tatsächlich zeigen Forschungsergebnisse, dass Liebe und Sucht sich überlappende Hirnsysteme betreffen, insbesondere die Teile, die für das Belohnungssystem zuständig sind. Dies trägt zu der Erklärung bei, warum sich der Verlust so intensiv anfühlen kann.
Wie die Technologie Ghosting noch schmerzhafter macht
Schätzungsweise 20 bis 40 Prozent der Allgemeinbevölkerung in den USA haben Ghosting erlebt, entweder als Geghostete, als Ghoster oder beides. Auch in Deutschland ist Ghosting längst keine Randerscheinung mehr. Hinzu kommt der wachsende Zugang zu Technologie, der ebenfalls eine Rolle spielen könnte.
Soziale Medien und Messaging-Apps vereinfachen es mehr denn je, die Kommunikation sofort abzubrechen – oft ohne die soziale Verantwortung, die mit einer persönlichen Interaktion einhergeht. Wenn Gespräche hinter Bildschirmen stattfinden, fühlen sich Menschen möglicherweise weniger verpflichtet, einen Abschluss oder Erklärungen anzubieten, und die Vermeidung von Unbehagen wird so einfach wie das Nicht-Antworten.
„In den sozialen Medien können wir negatives, ablehnendes Feedback von Tausenden Menschen erhalten. Unser Gehirn ist nicht darauf ausgelegt, so viel negatives Feedback zu verarbeiten“, sagte Leary.
In der Vergangenheit prägte nur ein kleiner Kreis von Menschen, wie Familie und enge Freunde, unser Selbstbild. Heute jedoch haben soziale Medien diesen Kreis dramatisch erweitert. Infolgedessen fühlen wir uns oft von Fremden verletzt, die wir nie treffen werden und die kaum reale Auswirkungen auf unser Leben haben, so Leary.
Soziale Medien verwischen auch die Grenze zwischen privater und öffentlicher Ablehnung. Wenn sich Interaktionen oder Trennungen online abspielen, können sie sichtbare Spuren hinterlassen – Fotos, Kommentare oder Änderungen des Beziehungsstatus –, was die Erfahrung, geghostet zu werden, intensiviert.
In einer vernetzten Welt können unerklärliche Kontaktabbrüche durch Personen, die einem wichtig sind, noch verstörender wirken.
Foto: Primorac91/iStock
Doch wie geht’s weiter?
Experten sind sich einig, dass vielleicht niemals ein Schlussstrich gezogen wird und das Bemühen darum den Schmerz höchstwahrscheinlich verlängert.
Nachdem Ramos in Gedanken die Leerstellen ausgefüllt, jede Nachricht immer wieder durchgespielt und nach einem Grund gesucht hatte, den sie jedoch nicht fand, kam sie zu einer schwierigen Erkenntnis. „Mit der Zeit habe ich gelernt, zu akzeptieren, dass ein guter Abschluss nicht unbedingt von der anderen Person kommt. Manchmal muss man ihn sich selbst schaffen, auch wenn es sich unvollendet anfühlt.“
Obwohl ein Abschluss für Ramos keine Option war, entschied sie sich, die Situation zu akzeptieren, und es nicht persönlich zu nehmen.
„Das erleichterte es mir, die Situation zu akzeptieren und weiterzumachen, da ich wusste, dass es nichts war, was ich in meinem Leben brauche“, sagte sie.
Ihre Erfahrung verdeutlicht, was beim Ghosting oft fehlt: Klarheit.
Wo Klarheit fehlt, muss man sie selbst schaffen
Für Menschen, die eine Ablehnung aussprechen, ist eine klare und respektvolle Kommunikation wichtiger als die Vermeidung von Unbehagen im Moment. Anstatt zu verschwinden oder gemischte Signale zu senden, hilft eine kurze, ehrliche Erklärung, die Würde der anderen Person zu bewahren und unnötige Verwirrung zu reduzieren.
Leary schlägt vor, die Erfahrung neu zu interpretieren: Eine Ablehnung, ob direkt oder indirekt, sagt in der Regel mehr über die gemeinsame Kompatibilität und soziale Einbindung aus als über den persönlichen Wert.
„Der Schlüssel ist, zu vermitteln, dass man jemanden, obwohl man ihn ablehnt, nicht notwendigerweise nicht mag, hasst oder völlig abwertet“, sagte Leary – ein Rat, der sich ebenso an diejenigen richtet, die ghosten, wie an diejenigen, die geghostet werden.
Für Kennedy-Moore liegt ein hilfreicher Wandel darin, die Aufmerksamkeit zu verlagern: weg von der Person, die verschwunden ist, hin zu denen, die nicht verschwunden sind.
„Die richtige Person wird darauf brennen, mit Ihnen zusammen zu sein“, sagte sie. „Sie wird Sie wertschätzen. Jemand, der nicht einmal auf eine Textnachricht antwortet, erfüllt diese Kriterien nicht. Geben Sie sich nicht mit Krümeln zufrieden. Es ist auch wichtig, Zeit mit Menschen zu verbringen, die Sie wirklich lieben und schätzen.“
Donald Trump wird am 14. Juni 80 Jahre alt – der älteste Präsident der US-Geschichte, der sich selbst beste Gesundheit attestiert. (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Knapp drei Wochen vor seinem 80. Geburtstag hat sich US-Präsident Donald Trump einem großen Gesundheitscheck unterzogen.
„Alles ist perfekt gelaufen“, schrieb Trump am Dienstag, 26. Mai in seinem Onlinedienst Truth Social, ohne Details zu nennen.
Fragen zu Trumps Fitness
Zuletzt hatten Blutergüsse an Trumps rechter Hand, Schwellungen an seinen Knöcheln und Anfälle von Schläfrigkeit bei offiziellen Terminen Fragen über seine Fitness aufgeworfen.
Trump dankte den Ärzten und anderen Mitarbeitern im Walter-Reed-Militärkrankenhaus nördlich von Washington.
Nach der Untersuchung kehrte er ins Weiße Haus zurück, um eine politische Sitzung zu leiten, bei der es unter anderem um den Iran-Krieg gehen sollte.
Trumps Gesundheitscheck
Der Gesundheitscheck umfasste nach Angaben des Weißen Hauses eine medizinische und zahnmedizinische Untersuchung. Im vergangenen Juli hatten Ärzte bei Trump eine „chronische Veneninsuffizienz“ diagnostiziert.
Dies sei eine „gutartige und häufige Erkrankung, insbesondere bei Menschen über 70 Jahren“, erklärte das Weiße Haus.
Trump wird am 14. Juni 80 Jahre alt. Er ist der älteste Präsident, der jemals in den USA vereidigt wurde. Trump bescheinigt sich selbst eine „ausgezeichnete“ körperliche und mentale Fitness.
Frühere Untersuchungen
Im vergangenen Jahr hatte sich Trump mehreren ärztlichen Untersuchungen unterzogen. Neben dem regulären Gesundheitscheck im April ließ er sich zudem im Oktober unangekündigt untersuchen. Das nährte neue Spekulationen über seinen Zustand.
Das Weiße Haus begründete die blauen Flecken an seiner rechten Hand mit der Einnahme von Aspirin und häufigem Händeschütteln.
Mindestens in einem Fall wurde er mit einem roten Ausschlag am Hals gesehen, den sein Arzt mit einer vorbeugenden Behandlung erklärte. (afp/red)
Die Quad-Gruppe gilt als Gegengewicht zu China. Besonders USA und Japan beobachten die Aufrüstung der chinesischen Marine mit Sorge. (Archivbild). - Foto: Julia Demaree Nikhinson / POOL / AFP via Getty Images
Angesichts des Expansionsdrangs Chinas haben sich die USA, Indien, Japan und Australien „zutiefst besorgt“ über die Lage im Süd- und Ostchinesischen Meer geäußert.
Quad kritisiert Chinas Vorgehen ohne direkte Nennung
US-Außenminister Marco Rubio und seine Kollegen aus Indien, Japan und Australien nannten beim Treffen der sogenannten Quad-Gruppe in Neu-Delhi China nicht ausdrücklich, spielten aber offensichtlich auf Peking an.
So kritisierten die Chefdiplomaten in ihrer Erklärung unter anderem „gefährliche Manöver von Militärflugzeugen“ sowie „Ramm- und Blockadeaktionen im Südchinesischen Meer“.
Zudem äußerten sie sich besorgt über die Militarisierung umstrittener Gebiete in den Gewässern, auf die China weitreichende Ansprüche erhebt.
„Wir bekräftigen unsere entschiedene Ablehnung jeglicher destabilisierender oder einseitiger Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Gewalt oder Zwang, die den Frieden und die Stabilität in der Region gefährden“, hieß es in der Erklärung weiter.
Quad als Gegengewicht zu China
Die Quad-Gruppe wird als Gegengewicht zu China angesehen. Unter anderen blicken die USA und Japan mit Sorge auf die Aufrüstung der chinesischen Marine.
Die chinesische Regierung hatte zuvor zum Treffen der Vierer-Gruppe erklärt, internationale Zusammenarbeit dürfe sich „nicht gegen eine dritte Partei“ richten. China unterstütze keine „exklusiven Cliquen oder Block-Konfrontationen“.
Freier Handel und neue Kooperationen
Die Quad-Außenminister verurteilten in ihrer Erklärung zudem die Pläne des Iran, in der Straße von Hormus Gebühren zu erheben.
Diese sind Teil der iranischen Reaktion auf die US-israelischen Angriffe auf den Iran. Die Minister betonten die Notwendigkeit eines „unbeeinträchtigten globalen Handelsverkehrs durch die Straße von Hormus und das Rote Meer“.
Bereits zuvor hatten die Quad-Staaten bei dem Treffen eine engere Zusammenarbeit bei der Überwachung der Seeschifffahrt angekündigt. Rubio sagte, die vier Länder wollten der zivilen Schifffahrt bessere Echtzeitinformationen bereitstellen.
Außerdem wollen sie enger bei der Stärkung von Lieferketten für Rohstoffe zusammenarbeiten, die unter anderem für die Technologiebranche wichtig sind. Insbesondere bei Seltenen Erden verfügt China über eine bedeutende Marktmacht. (afp/red)
Polizeieinsatz vor der Louvre-Pyramide wenige Stunden nach dem spektakulären Juwelenraub am 19. Oktober 2025 in Paris. (Archivbild). - Foto: LAURENT CARON/Hans Lucas/AFP via Getty Images
Der im Oktober 2025 verübte spektakuläre Juwelenraub im Pariser Louvre soll verfilmt werden.
Die Rechte an dem am Mittwoch erscheinenden Recherchebuch „Main basse sur le Louvre“ (sinngemäß „Der Louvre-Coup“) seien an die Produktionsfirma Iconoclast verkauft worden, teilte der Verlag Flammarion am Dienstag, 26. Mai mit. Zudem soll auf Grundlage des Buchs eine Dokumentarserie entstehen.
Romain Gavras verfilmt den Louvre-Coup
Regie bei dem Spielfilm soll der französische Filmemacher Romain Gavras führen. Der 44-Jährige drehte unter anderem den Hollywood-Film „Sacrifice“.
Titel, Besetzung und Erscheinungsdatum des Louvre-Streifens wurden zunächst nicht mitgeteilt. Dem Magazin „Le Film français“ zufolge haben die Arbeiten an dem Projekt bereits begonnen.
Das Buch „Main basse sur le Louvre“ stammt von den Journalisten Jean-Michel Décugis von der Zeitung „Le Parisien“, Jérémie Pham-Lê von „Le Monde“ und Nicolas Torrent von „Paris Match“.
Darin schildern sie, wie Diebe am 19. Oktober 2025 in die Apollon-Galerie des Louvre eindrangen und dort einen Teil der französischen Kronjuwelen stahlen.
„Dichtes Rätsel“ um die gestohlenen Kronjuwelen
Die Autoren des Buchs schreiben, der Verbleib der Beute sei inzwischen zu einem „dichten Rätsel“ geworden. Der Fall zeige, dass der Diebstahl von Kunstwerken für viele Kriminelle „ein Geschäft wie jedes andere“ geworden sei.
Der materielle Wert der Beute wurde auf 88 Millionen Euro geschätzt, der historische und ideelle Verlust gilt als deutlich größer.
Der Einbruch löste weltweit Aufsehen und eine Sicherheitskrise in dem meistbesuchten Museum der Welt aus. In der Folge wurde Louvre-Präsidentin Laurence des Cars ersetzt.
Nach sieben Monaten Ermittlungen und der Festnahme der wichtigsten Verdächtigen fehlt von den Juwelen weiter jede Spur.
Die beiden mutmaßlichen Haupttäter und zwei mutmaßliche Komplizen sitzen in Untersuchungshaft. Experten gehen davon aus, dass Hehler die Edelsteine herausbrachen und das Gold einschmolzen. (afp/red)