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Wie eine NASA-Mission den Blick auf Mond und Erde veränderte


In Kürze:

  • Am 25. Mai 1961 verkündete der US-Präsident John F. Kennedy, dass die USA im Wettlauf zum Mond teilnehmen werden.
  • Das Ziel der Lunar-Orbiter-Mission war, detaillierte Bilder unseres Erdtrabanten zu machen – auch von seiner dunklen, unbekannten Seite.
  • Innerhalb von drei Jahren fotografierte die NASA 99 Prozent des Mondes und lokalisierte 36 potentielle Landeplätze.
  • Mit den Aufnahmen legte die USA den Grundstein für ihre erfolgreiche Apollo-11-Mission und schenkte den Menschen auf der Erde eine neue Sicht auf ihren Planeten.

 
Der Mond sieht immer gleich aus. Würde man die Mondphase vom Neumond bis zum nächsten Neumond – 29,5 Tage – gewissenhaft verfolgen und dies dann von jedem Neumond bis zum nächsten Neumond bis ins Unendliche fortsetzen, würde man immer nur dieselbe Seite des Mondes sehen.
Erde und Mond sind durch die sogenannte Gezeitenbindung miteinander verbunden. Dieses Phänomen tritt bei Planeten und ihrem Hauptmond häufig auf. Im Wesentlichen bedeutet das, dass der Mond seine Achsenrotation zur gleichen Zeit vollendet, wie er eine Umdrehung um die Erde vollführt.
Der Mond ist 3,7-mal kleiner als die Erde. Mit einem Teleskop lässt sich – besonders bei Vollmond – leicht erkennen, wie stark der silberne Begleiter der Erde in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Über die gesamte Oberfläche des Erdtrabanten verteilt befinden sich Millionen von Kratern. Die meisten von ihnen haben einen Durchmesser von etwa einem Kilometer – einige sind jedoch auch mehrere Dutzend oder sogar Hunderte Kilometer breit. Die Gesamtzahl scheint von Jahr zu Jahr zu wachsen.
Vergleich Erde-Mond

Im Vergleich zur Erde ist der Mond 3,7-mal kleiner.

Foto: NASA

Am 25. Mai 1961 stellte der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy die Herausforderung, noch vor Ende des Jahrzehnts einen Amerikaner auf den Mond zu bringen. Die größte Herausforderung bestand darin, ein Raumfahrzeug zu bauen, das die rund 384.000 Kilometer lange Reise zum Mond bewältigen konnte.
Doch all das wäre umsonst gewesen, hätten die Astronauten, die das Raumschiff steuerten, keinen Ort zum Landen gehabt. Wenn man sich die Vorderseite des Mondes – bekannt als „Mondgesicht“ – ansah, ließ die Mondrückseite kaum mehr vielversprechende Landeplätze erwarten.

Blicke auf die dunkle Seite des Mondes

Das Weltraumrennen zwischen den USA und der Sowjetunion begann vier Jahre zuvor. Am 4. Oktober 1957 schickten die Sowjets ihren „Sputnik 1“ ins All – den ersten Satelliten, der die Erde umkreiste. Zum Zeitpunkt von Kennedys Rede waren sich die Sowjets sicher, das Rennen zu machen.

Replik des Satelliten Sputnik 1 im Kosmonautenmuseum in Moskau.

„Unsere Bevölkerung war davon überzeugt, dass wir als Erste auf dem Mond landen würden, weil sie daran gewöhnt war, dass wir immer die Ersten waren“, erinnerte sich der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow, der 1965 als Erster einen Weltraumspaziergang unternahm.
Die Sowjets waren nicht nur die Ersten, die ein unbemanntes Raumschiff (und 1961 ein bemanntes) um die Erde schickten, sondern sie umkreisten mit „Luna 3“ – dem Raumschiff, das am zweiten Jahrestag des Sputnik-1-Starts ins All geschickt wurde – auch als Erste den Mond.
Luna 3 machte 29 Fotos, die zusammen 70 Prozent der bis dato unbekannten Mondrückseite abbildeten. Einige Wochen später untermauerten die Sowjets ihre Leistung durch die Veröffentlichung eines 35-seitigen Buches, in dem sie zwei der 29 Fotos hervorhoben. Im folgenden Jahr, 1960, erschien ein zweites Buch, das alle 29 Fotos präsentierte.
Ähnlich wie Sputnik 1 war Luna 3 ein großer Sprung im Weltraumrennen. Doch für die von Kennedy festgelegten Ziele waren die Bilder nicht besonders hilfreich bei der Suche nach Landeplätzen. Die NASA musste eigene Fotos machen, und zwar solche, die viel klarere Bilder lieferten – für den Fall, dass die Rückseite des Mondes bessere Landeplätze bot.

Boeing fliegt ins All

Die NASA wurde kurz nach dem Start von Sputnik gegründet. Nach seiner Rede erhöhte Kennedy das Budget der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde, um sein Ziel in Tat umsetzen und den Sowjets im Weltraumrennen zuvorkommen zu können. Sofort begannen die NASA-Mitarbeiter mit der Ausarbeitung eines eigenen Programms zur Mondkartierung.
Am 30. August 1963 fiel der Startschuss für das Lunar-Orbiter-Programm der NASA, das den Einsatz von fünf unbemannten Raumfahrzeugen zur Erkundung des Mondes vorsah. Die Lunar Orbiter 1 bis 5 sollten dabei als Filmlabore im Weltraum dienen.
Nachdem fünf Unternehmen ihre Angebote eingereicht hatten, erhielt Boeing am 7. Mai 1964 den Auftrag die Mondsonden zu bauen. Die unbemannten Raumflugkörper sollten alle identisch sein. Sie waren 3,72×1,65×1,5 Meter groß und wogen rund 390 Kilogramm.

Modell des Lunar Orbiter, gebaut von Boeing.

Die Ziele der kleinen, leichten Sonden waren theoretisch einfach: Mit ihrem Hightech-Kamerasystem Fotos aufnehmen, die Topografie des Mondes mit ihrem Mikrometeoriten-Detektor analysieren und die Strahlungswerte mit ihren Strahlungsdosimetern messen. Anhand dieser Bilder sollten Wissenschaftler dann sichere Landeplätze ausfindig machen.
Jeder Lunar Orbiter war mit vier Solarpaneelen ausgestattet, die den Antrieb und das Kamerasystem mit Strom versorgten. Obwohl die Satelliten mit einer Trägerrakete ins All gebracht wurden, verfügten sie über einen eigenen Antrieb. Dieser diente zur Einhaltung des Kurses, der von NASA-Technikern in Südkalifornien verfolgt wurde, die auch die Kommunikationsdaten sowie die digitalen Bilder empfingen. Zur Kommunikation war jeder Satellit mit einer Parabolantenne ausgestattet.

Geheimdiensttechnik im All

Die Idee für die Filmlabore an Bord stammte eigentlich von den Geheimdiensten. Die Luftwaffe und die CIA hatten im Rahmen ihrer Programme „SAMOS“ und „CORONA“ bereits Spionagesatelliten eingesetzt:
Aufklärungssatelliten von SAMOS führten fotografische und elektromagnetische Erkundungen durch und waren in der Lage, ihre Bilder digital zu übertragen. Zwar war dieses Projekt nur von kurzer Dauer und nicht übermäßig erfolgreich, jedoch brachte es Fortschritte auf diesem Gebiet.
Im Rahmen von CORONA kamen leistungsstarke Kameras zum Einsatz. Sie waren an den 145 Satelliten wie KH-4B angebracht und wurden während der zwölfjährigen Laufzeit des Projekts genutzt. Insgesamt machten die Kamera rund 800.000 Aufnahmen von der UdSSR und anderen Ländern.
Die Lunar Orbiter verwendeten Kamerasysteme von Kodak, die etwa 68 Kilogramm wogen und sowohl Weitwinkel- als auch Schmalwinkelobjektive nutzten. Das Kamerasystem war in der Lage, Fotos aufzunehmen, den Film zu entwickeln, die Bilder zu scannen und sie digital an die NASA zu übertragen.
Aus der Entfernung, in der die Lunar Orbiter planmäßig den Mond umkreisen sollte, sollten die Bilder weitaus schärfer sein als die der Sowjets. Die Weitwinkelobjektive erreichten eine Auflösung von bis zu einem halben Kilometer, während die Auflösung der Schmalwinkelobjektive zwischen 60 und 80 Metern lag.

Aus der Sicht vom „Mann im Mond“

Am 10. August 1966 brach die zweistufige Trägerrakete Atlas-Agena-D in Cape Canaveral mit dem Lunar Orbiter 1 ins All auf. Ziel war die Identifizierung von Landeplätzen – 16 Haupt- und Nebenstandorte auf der Vorderseite und 11 auf der Mondrückseite.
Vier Tage nach dem Start trat der Satellit in die Mondumlaufbahn ein. Im Laufe der folgenden zwei Wochen fotografierte er 5,18 Millionen Quadratkilometer der Mondoberfläche und übermittelte scharfe Bilder von 20 Standorten.

Der vom Lunar Orbiter 1 im August 1966 aufgenommene Peek-Krater.

Foto: NASA

Während einer seiner 577 Umkreisungen sendete er am 23. August 1966 ein Bild zurück, mit dessen Empfang niemand gerechnet hatte. Es war ein ungeplantes, aber dennoch ikonisches Foto.
Seit Anbeginn der Zeit hatten die Menschen den Mond immer nur von der Erde aus gesehen. Dieses zufällig geschossene Foto zeigte jedoch die Erde aus der Perspektive des Mondes. Zum ersten Mal sahen die Menschen nun, was der „Mann im Mond“ sah.
Mit den Aufnahmen von 1966 blickten Menschen erstmals vom Mond aus auf die Erde

Mit den Aufnahmen von 1966 blickten Menschen erstmals von außen (vom Mond aus) auf die Erde.

Foto: NASA

Mission erfüllt

Nachdem der Lunar Orbiter 5 seine Mission abgeschlossen hatte, hatte das NASA-Programm 99 Prozent des Mondes fotografiert, 36 Landeplätze ausgemacht und 90 Prozent der aufgenommenen Fotos erfolgreich übertragen.
Interessanterweise wählte die NASA das Mondmeer, auch Mare Tranquillitatis (zu Deutsch: „Meer der Ruhe“) genannt, für die erste Landung aus. Dieses befindet sich nicht auf der Mondrückseite, sondern auf der der Erde zugewandten Hälfte.
Trotz aller fotografischen Vorbereitungen wäre Apollo 11 beinahe gescheitert, als das computergesteuerte Leitsystem des Raumschiffs sie auf einen Krater voller Felsbrocken zusteuern ließ.
Glücklicherweise wusste der Astronaut Neil Armstrong, wo sie landen sollten, übernahm schnell die Steuerung und manövrierte das Raumschiff vom Krater weg. Letztlich führte die langfristige fotografische Planung und das schnelle Eingreifen des Astronauten dazu, dass zwei Amerikaner als Erstes über das „Mondgesicht“ spazierten.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How NASA’s Lunar Orbiter Changed the Way the World Looked at Itself“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)
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„Mayday“: Die Rückkehr der Buddy-Action-Komödie in ihrer Urform

Die Buddy-Action-Komödie erreichte Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre ihren Höhepunkt und brachte viele Varianten hervor. Ich dachte eigentlich, das Thema sei mittlerweile vollständig ausgeschöpft. Doch da habe ich mich wohl geirrt …

„Mayday“ – vom Feind gerettet?

Der Film bringt Ryan Reynolds und Kenneth Branagh als ungewöhnliches Duo zusammen und bedient sich der meisten üblichen Klischees des Genres: Gezänk, Kämpfe, Schießereien und Verfolgungsjagden. Doch hier und da weicht der Film von den vorhersehbaren und oft abgedroschenen Elementen ab. Er geht viele Risiken ein – und wird dafür reichlich belohnt.
Das erste Wagnis ist, dass es sich um einen Retrofilm handelt – etwas, das ich so noch nie zuvor gesehen habe. Wagnis Nr. 2: Der Film spielt im Jahr 1987 und nutzt den Kalten Krieg als Kulisse. Reynolds spielt Troy „Assassin“ Kelly, einen Marinepiloten, der ganz nach dem Vorbild von „Top Gun“ geformt ist. Dies ist eine von vielen Anspielungen, die der Film auf den bahnbrechenden Tom-Cruise-Film aus dem Jahr 1986 macht. Das hätte schnell schiefgehen können, tut es aber keineswegs.
Troy hält sich nicht für einen Erben von Pete „Maverick“ Mitchell. Das ist vielmehr der selbsternannte, besessene Fan alles Amerikanischen, Nikolai „Nick“ Ustinov (Kenneth Branagh).
Nick ist russischer Staatsbürger und, wie sich bald herausstellt, ein ehemaliger KGB-Agent. Als Troy nach einer gescheiterten Geheimmission mit dem Fallschirm in Nicks Garten landet, rettet dieser ihn und pflegt ihn wieder gesund.
Als Soldat, der über die Schrecken der Sowjetunion aufgeklärt worden war, kommt Troy das verdächtig vor. Dies wird noch verstärkt, als Nick anbietet, ihm dabei zu helfen, sicher zur finnischen Grenze zu gelangen.

Trotz Nicks lockerer Art und seiner harmlosen Ausstrahlung will Troy absolut nichts davon wissen. Er flieht, bereut es jedoch schon bald. Nachdem er sich damit abgefunden hat, dass Nick seine einzige Option ist, lässt Troy sein Misstrauen etwas fallen und erlaubt Nick, auf seinem eigenen Grundstück das zu tun, was er am besten kann.

Jonathan Goldstein, Ryan Reynolds, Kenneth Branagh und John Francis Daley am 1. September 2026 im AMC Lincoln Square Theater in New York City bei der Premiere des Apple Original Films „Mayday“. Foto: Dimitrios Kambouris/Getty Images

Jonathan Goldstein, Ryan Reynolds, Kenneth Branagh und John Francis Daley am 1. September 2026 im AMC Lincoln Square Theater in New York City bei der Premiere des Apple Original Films „Mayday“.

Foto: Dimitrios Kambouris/Getty Images

Inspirationen

An dieser Stelle verwandelt sich der Film in einen Roadmovie mit vielen Anklängen an „Midnight Run“ (1988). Das Drehbuch- und Regieduo Jonathan Goldstein und John Francis Daley ist sichtlich begeistert von allem, was mit den 80er-Jahren zu tun hat. Sie verweisen auch auf die ersten Teile von „Nur 48 Stunden“ und „Lethal Weapon“, gepaart mit einem Hauch von John le Carré und Tom Clancy.
Ein Grund dafür, dass Nick sich voll und ganz dafür einsetzt, Troy zu helfen, könnte mit Troys Überzeugung zusammenhängen, dass er bei seiner Rückkehr als Nationalheld gefeiert werden wird. Er glaubt, dass er Nick auch problemlos eine Einreisegenehmigung für die Vereinigten Staaten beschaffen kann – was jedoch mit jeder Minute unwahrscheinlicher wird.
Filme dieser Art, sei es Action oder Spionage, sind nur so gut wie ihr Bösewicht, und Marcin Dorociński als Kreml-Agent Alexander Volkov erfüllt diese Rolle mehr als hervorragend. Mit seiner osteuropäischen Gelassenheit und seiner eisernen Entschlossenheit übertreibt Dorociński nie – wie die meisten Bond-Bösewichte –, wirkt aber stets imposant. Eine Szene, in der Volkov mitten im Winter beim Klettern auf eine Kiefer einen Hinweis auf Troys Identität entdeckt, deutet darauf hin, dass er – genau wie Nick – ein ehemaliger KGB-Agent ist.
Der Film macht einen kurzen, aber willkommenen Zwischenstopp in Moskau. Die Männer besuchen Nicks entfremdete Tochter Anna (Maria Bakalova). Teil der Abmachung zwischen Troy und Nick ist, dass auch Anna einbezogen wird, und ihre Reaktion auf diese Nachricht ist eine große Überraschung, denn sie hat Gründe, in Russland zu bleiben, die ihr Verlangen nach Freiheit überwiegen.
Die Geschichte zwischen Nick und Anna ist turbulent; eine Mutter oder Ehefrau wird nie erwähnt. Annas wenige ruhige Momente mit Troy gehören zu den vielen emotionalen Höhepunkten des Films.

Und genau das ist der Clou

Während „Mayday“ auf erstklassige Action und blitzschnelle Wortgefechte setzt, sind es die regelmäßigen Exkurse zu kleinen Alltagsweisheiten und allgemeinen Grundsätzen, die den Film zu einem echten Geheimtipp machen. Der Film ist auf raffinierte Weise tiefgründig.
Fans von Ryan Reynolds’ Arbeit in der „Deadpool“-Reihe, insbesondere im ersten Teil, werden seine trockenen Sprüche während des gesamten Films zu schätzen wissen. Sie mildern Troys kaum verhüllte Arroganz an anderen Stellen und verhindern, dass der Film zu ernst wird.
Das soll nicht heißen, dass Kenneth Branagh seinen Part nicht erfüllt. Um ehrlich zu sein, ist dies einer der seltenen Fälle, in denen Branagh sein komödiantisches Talent als zweiter „Straight Man“ unter Beweis stellt – was fast nie funktioniert.

Die Filmemacher verdienen Pluspunkte dafür, dass die russischen Nebenfiguren kein Englisch sprechen müssen. Das ist nämlich jene erzählerische Krücke, die die Glaubwürdigkeit einer Geschichte augenblicklich zunichte macht.

In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass Branagh etwa 20 Prozent seiner Dialoge auf Russisch mit müheloser Überzeugungskraft und einer akzentfreien Aussprache vorträgt.
Nach einer Handvoll kürzlich erschienener, weniger gut aufgenommener Flops („IF: Imaginäre Freunde“, „Bedtime Stories With Ryan“ [auf Deutsch etwa: „Gute-Nacht-Geschichten mit Ryan“], „Ghosted“, „Spirited“) ist Ryan mit einer der überzeugendsten Darbietungen seiner Karriere zurück.
Die Geschichte endet mit einem zufriedenstellenden Abschluss, lässt aber die Tür für eine mögliche Fortsetzung offen – von der ich inständig hoffe, dass sie niemals zustande kommt.
Der Film ist ab dem 4. September auf Apple TV zu sehen.
„Mayday“
Regie und Drehbuch: Jonathan Goldstein, John Francis Daley
Darsteller: Ryan Reynolds, Kenneth Branagh, Marcin Dorociński, Maria Bakalova
Laufzeit: 1 Stunde, 50 Minuten
MPAA-Altersfreigabe: PG-13
Erscheinungsdatum: 4. September 2026
Bewertung: 5 von 5 Sternen

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Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‚Mayday‘: The Mismatched Buddy Comedy Returns in Glorious Fashion“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Berliner Atomschutzbunker: „Willkommenstüten“ und grüne Adidas-Sportanzüge

Treffpunkt ist eine belebte Kreuzung mitten in Berlin-Wedding. Zwischen Verkehrslärm, vorbeieilenden Passanten und dem typischen Mix aus Einheimischen und Touristen entsteht ein Bild, das so nur dieser Stadtteil zeichnen kann: laut, vielfältig, unruhig – und doch geordnet in seinem eigenen Rhythmus. Rund 15 Interessierte haben sich hier versammelt.
Gemeinsam wollen wir einen der ursprünglich 16 Berliner Atomschutzbunker besichtigen, die während des Kalten Krieges errichtet wurden. Die Zivilschutz-Mehrzweckanlage befindet sich unter der Pankstraße, direkt am gleichnamigen U-Bahnhof der Linie U8. Geführt wird die Gruppe von Christian, unserem Bunkerführer vom Verein „Berliner Unterwelten“.
Im Falle eines nuklearen Angriffs auf die Hauptstadt hätte der Bunker bis zu 3.339 Menschen für zwei Wochen Schutz bieten sollen. Erst danach wäre die Strahlung voraussichtlich so weit gesunken, dass ein kurzzeitiger Aufenthalt im Freien zur Evakuierung ins Umland möglich gewesen wäre.
Errichtet wurde die Anlage in den 1970er-Jahren gemeinsam mit dem U-Bahnhof und im Jahr 2010 schließlich unter Denkmalschutz gestellt. Hinter massiven Betonwänden verbirgt sich ein vollständig autarkes System, ausgelegt auf den Ernstfall.
Ein eigenes Wasserwerk, gespeist aus einer rund 80 Meter tiefen Quelle, gehörte ebenso dazu wie riesige, hermetisch verschließbare Stahltore. Ergänzt wurde die Anlage durch ein komplexes Belüftungssystem mit Schutz vor ABC-Kampfstoffen sowie eine unabhängige Notstromversorgung – ein in sich geschlossenes System, gedacht für das Überleben im Ausnahmezustand.

„Willkommenstüten“ und grüne Adidas-Sportanzüge

Das Besondere an dieser Mehrzweckanlage war, dass sie in Friedenszeiten als ganz normaler U-Bahnhof fungierte.
Jahrelang lebte ich nur zwei U-Bahn-Stationen entfernt. Doch so wie mir ging es vermutlich vielen Berlinern, aber auch Touristen, die die Linie U8 nutzen: Keinem war bewusst, dass er sich kurzzeitig im Inneren eines Atomschutzbunkers aufgehalten hatte.
Denn im Ernstfall hätten zwei zwölf Tonnen schwere Tore die U-Bahnschächte beidseitig nach dem Einfahren der letzten U-Bahnen hermetisch abgeriegelt. Der Bahnsteig und auch die eingeschlossenen U-Bahnzüge hätten dann als Schlaf- und Aufenthaltsräume unter meterdicken Betonwänden gedient.
Gleichzeitig wären die oberirdischen Zugänge zum U-Bahnhof abgeriegelt worden und es wäre nur noch ein Zugang über eine „Personendosieranlage“ möglich gewesen. Damit ist eine erste Schleuse gemeint, die immer nur von einer Person passiert werden konnte.
Auf diese Weise sollten Tote durch eine Massenpanik sowie ein Überschreiten der maximalen Kapazität des Bunkers verhindert werden.
Nach der ersten Schleuse folgte ein zweiter Schleusenraum für rund 40 Personen, in dem die Dekontamination stattgefunden hätte. Dabei wären durch das Abduschen mit warmem Wasser gezielt radioaktive Verunreinigungen von Körper und Kleidung entfernt worden.
Anschließend wäre es in einheitlichen grünen Sportanzügen und weißen Sportschuhen von Adidas in den eigentlichen Bunker gegangen.
An der Krankenstation hätte jeder eine „Willkommenstüte“ erhalten mit Besteck, Zahn- und Körperbürste, Seife, Handtuch, Bettzeug sowie Hygieneartikeln für Frauen oder Windeln für Kinder.
Diese Krankenstation heute selbst abzulaufen, wirkt für mich befremdlich. Die Gruppe zeigt sich interessiert, zugleich aber spürbar ernst. Denn allen ist bewusst, was dieser Ort im Ernstfall bedeutet hätte: Tausende Menschen, die hier während eines Atomangriffs Schutz gesucht hätten – Alte und Junge, Kinder und Babys, alle eingeschlossen in eine Situation völliger Ungewissheit, was sie beim Zurückkehren an die Oberfläche erwarten würde.
„Rund 2.000 Medikamente gab es hier in der Krankenabteilung, so ziemlich alles, was man braucht, um hier ein paar Wochen auszuhalten“, erzählt Christian, unser Bunkerführer.
Aspirin, Jod, Blutdruckmittel und Insulin für Diabetiker zählt der ausgebildete Schauspieler auf, der mit den Führungen seinen Nebenverdienst bestreitet.

Radiomusik gegen Depression und Angst

Trotz der gelb gestrichenen Decken und der mintgrünen Betonwände mag sich kein behagliches Gefühl bei mir und den anderen Teilnehmern einstellen.
Die technisch aufwendige Ausstattung entspricht den 70er-Jahren und erzeugt bei mir den Eindruck, ich hätte einen Zeitsprung in die Vergangenheit gemacht.
Auch mit der vielen Technik wirkt der Bunker schlicht, kühl und funktional.
Das Einspielen von hoffnungsvollen Botschaften und den damaligen Radiocharts über die Lautsprecheranlage im Bunker sollte dem Gefühl der Verzweiflung vorbeugen, erfahren wir von Christian.
Die Kommunikationsanlage und die Schalttechnik stammten aus dem U-Bootbau. Und so fühlt man sich auch – nur in diesem Fall eingesperrt hinter dicken Stahltüren und Beton.

Einer der Notausstiege aus dem Atomschutzbunker Pankstraße in Berlin.

Foto: Erik Rusch/Epoch Times

Durchsichtige Leichensäcke und fehlende Babybetten

Schnell wird deutlich: Unser Bunkerführer Christian schaut mit gemischten Gefühlen auf die Anlage. Denn obwohl vieles durchdacht und logisch erscheint, gibt es für ihn zahlreiche Ungereimtheiten.
Dazu gehören insbesondere die luftdichten, aber durchsichtigen Leichensäcke, die auch als Müllsäcke dienen sollten.
Fragwürdig erscheinen ihm auch die geringe Anzahl an Babybetten, die fehlende Lagerfläche für Verstorbene und die Nähe der oberirdischen Ansaugöffnung für Frischluft zum Abgasrohr des Notstromaggregats.
Mehrfach stellt unser Bunkerführer eine Verbindung zum Ukrainekrieg her. Er erklärt, dass sich die Mehrzwecknutzung von U-Bahnhöfen als Zivilschutzeinrichtung in der Ukraine bewährt habe.
Auch hier in Deutschland habe sich mit der Bedrohung durch Russland ein Umdenken im Bereich Zivil- und Katastrophenschutz eingestellt, so Christian.
Doch viele Schutzanlagen seien nach ihrer Entwidmung im Jahr 2007 durch den Bund für immer verloren gegangen. Die Gründe seien vielfältig – Verkauf, Abriss, Umbau oder Wassereinbruch mit Schimmelbildung.
Der Verein hat diese und andere Bunkeranlagen gemietet, um sie zu erhalten und Besucherrundgänge zu ermöglichen. Darin begründet sich auch der gute Zustand der Anlage.

60 Personen auf 25 Quadratmetern

Besonders bedrückend wirken die Schlafsäle auf unsere Gruppe. Sie sollten denen einen Platz bieten, die in den U-Bahn-Abteilen oder auf dem Bahnsteig keinen Platz gefunden hatten.
Auf 25 Quadratmetern sollten hier 60 Personen in vierstöckigen Betten aus Stahl und Lkw-Planen schlafen – eng beieinander, wie in einer Sardinenbüchse.
Aufgrund der hohen Belegzahlen hätte sich die Anlage rasch in eine „Saunalandschaft mit 27 Grad Celsius“ und hoher Luftfeuchtigkeit verwandelt, ist Christian überzeugt.
Wegen dieser schwierigen Bedingungen und des Fehlens jeglicher Möglichkeit, Freizeitaktivitäten nachzugehen, hält Christian die Anlage für wenig praxistauglich.
Er verweist auch auf Widersprüche in den nach Geschlechtern getrennten Wasch- und Toilettenräumen. An den Waschbecken, die frei einsehbar waren, sollten sich die über 3.000 Menschen waschen.
Die Toilettenkabinen waren nur mit Vorhängen vom Waschbereich abgetrennt. Die an den hochhängenden Spülkästen angebrachten Kettenzüge hatten Sollbruchstellen, die bei zu hoher Zugbelastung nachgaben.
Dies sollte Suizide verhindern. Niemand sollte sich unbeobachtet fühlen. Denn Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg hatten gezeigt, dass bei längeren Aufenthalten in Bunkeranlagen Selbstmordversuche zunahmen, berichtet uns Christian.
„Aber warum dann Spiegel aus Glas über den Waschbecken?“, fragt Christian kopfschüttelnd. „Mit den Scherben hätte man sich leicht verletzen können.“

Bunkeranlage nur ein Modell?

In der Küche fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt. Alte Kochplatten der Firma AEG und Lautsprecher von Telefunken. Gegessen werden sollte von buntem Plastikgeschirr in Rot, Gelb und Orange. Hauptsächlich hätte es dann Erbsen- und Bohnensuppe gegeben.
Ob Hülsenfrüchte trotz ihrer Nahrhaftigkeit in Bezug auf mögliche Blähungen so eine gute Idee gewesen wären? Auch Christian hat da so seine Zweifel. Die Gruppe lacht, was die ganze Stimmung auflockert.
Was das Konzept jedoch für unseren Bunkerführer besonders fragwürdig erscheinen lässt, ist, dass der Betrieb der Anlage sieben Techniker vorsah.
Von der einstigen deutschen Hauptstadt Ostpreußens, Königsberg, dem heutigen russischen Kaliningrad, hätten die dort in den 1970er-Jahren stationierten sowjetischen Atomraketen in nur sieben Minuten Flugzeit Berlin erreicht.
Die Westberliner Bevölkerung hätte man über die stadtweit verteilten ABC-Sirenen über einen anstehenden Atomschlag informieren können. Doch wie hätten sich in so kurzer Zeit die sieben Techniker in dem Atomschutzbunker einfinden sollen?, fragt Christian in die Runde.
Das Technische Hilfswerk (THW), als Bundesbehörde zuständig für den Zivilschutz, habe Schulungsräume in dieser Mehrzweckanlage eingerichtet, so Christian.
Dort habe man wahrscheinlich vorgeführt, wie der Zivilschutz im Ernstfall aussehen sollte, mutmaßt der Schauspieler.
„Wir gehen mittlerweile davon aus, dass der Atomschutzbunker eher ein Mustermodell gewesen ist als ein tatsächlicher Zufluchtsort“, fasst Christian seinen Eindruck zusammen.

Bunker noch nutzbar?

Und ist der Bunker noch funktionstüchtig?, wollen wir von Christian wissen. Aus seiner Sicht nur für Kurzaufenthalte ohne atomare Bedrohung. Denn große Teile der Lüftungsanlage seien im Rahmen von Umbaumaßnahmen am U-Bahnhof entfernt worden, berichtet er. Eine Reaktivierung wäre nur mit hohem finanziellen Aufwand möglich.
Und so plötzlich, wie wir uns zu Beginn der Führung in einer Schleuse eines Atomschutzbunkers wiederfanden, stehen wir über eine Tür wieder mitten auf dem belebten U-Bahnsteig und sind zurück im Jahr 2026 – Gott sei Dank!
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meinung

Ungarns ständiger Hunger nach Freiheit

Während ich diesen Text schreibe, hat sich auf irgendeine Weise der Geruch von hausgebranntem Aprikosenbranntwein in meinem Arbeitszimmer verbreitet. Mein Gedächtnis ist insofern seltsam, als es Gerüche speichert.
Erinnerungen an Reportagereisen im Ungarn der 1980er- und 90er-Jahre werden durch den Geruch von Barackpálinka mit einer gewissen Selbstverständlichkeit ausgelöst; der starke, süße und zugleich säuerliche Duft der Aprikose mit einer schwachen, aber merklichen Mandelnote.
Jeder, mit dem man damals im Ungarn jener Zeit Schwarzgeld wechselte, zog fröhlich eine Flasche hervor und sagte: „Die bekommst du gratis dazu.“

Eine neue Epoche in Ungarn

In Ungarn lebten die Menschen freier.
Niemand – nicht einmal die Herrschenden – schien die Sache mit dem sowjetisch verordneten Sozialismus wirklich ernst zu nehmen, vielleicht aus dem Grund, dass János Kádár, der Führer des Landes von 1956 bis 1988, nicht Lenins zentrales Werk „Staat und Revolution“ als Lieblingslektüre hatte, sondern Jaroslav Hašeks „Der brave Soldat Schwejk“ bevorzugte.
Die Erzählung geht davon aus, dass die Welt von fantasielosen, machtbesessenen Bürokraten gesteuert wird, und Hašek will zeigen, dass man am besten durchkommt, wenn man genau das tut, was die Obrigkeit befiehlt. Da dies nicht funktioniert, entstehen Chaos und ein Raum, der ein wenig mehr Handlungsfreiheit möglich macht. Möglicherweise leitete diese Philosophie Kádár, nachdem der Ungarische Volksaufstand niedergeschlagen und er von den Sowjets zum neuen Diktator ernannt worden war.
Aber das war damals. Jetzt im April konnte eine Mehrheit der ungarischen Wähler in einer freien Parlamentswahl ihre Stimmen für Péter Magyars Tisza-Partei abgeben – und damit endete Viktor Orbáns 16-jährige Herrschaft.
2026 ist auch das Jahr, in dem sich der Ungarnaufstand von 1956 zum 70. Mal jährt, und es lohnt sich, daran zu erinnern, dass dieser Aufstand damals – kaum merklich – ebenfalls im April begann.
Vor der Wahl versuchte ich, mich durch die Lektüre neu veröffentlichter Literatur über die aktuellen Entwicklungen in Ungarn zu informieren.

Befleckte Demokratie

Zsuzsanna Szelényis „Tainted Democracy: Viktor Orbán and the Subversion of Hungary“ erschien 2022 und hat etwas zu viel von dem moralisierenden Ton, der die Medienberichterstattung über Ungarn oft prägt.
Man erfährt, wer Fehler gemacht hat, erkennt aber kein Muster. Es ist im Grunde eine Auflistung von Charakterschwächen. Szelényi ist zudem eine ehemalige Funktionärin im Parteiapparat Orbáns, was zwar auf interne Kenntnisse hindeutet, mich aber gleichzeitig vermuten lässt, dass der Darstellung eine persönliche Abneigung zugrunde liegt.
Ein weiterer Insider der ungarischen Politik ist Paul Lendvai. Er ist seit den 1940er-Jahren als Journalist tätig, zunächst in Ungarn, seit 1956 in Österreich. Sein Buch „Orbáns Ungarn“ von 2016 ist zwar faktenreich, bietet aber wenig analytische Tiefe.
Lendvai ist vielleicht mehr als Person denn als Autor faszinierend – ständig umgeben von Gerüchten, er habe als Einflussagent für verschiedene Geheimdienste gearbeitet. Ungarn, Sowjetunion, DDR und CIA gehören zu den genannten angeblichen Auftraggebern. Vielleicht liegt das daran, dass seine Texte manchmal unbequem waren und verschiedene Kräfte ihn deshalb durch Gerüchte neutralisieren wollten.

Ein sich wiederholendes Muster

Wer jedoch Werke sucht, die wirklich Einblick in die Bewegungsmuster der ungarischen Geschichte geben, sollte zu zwei Werken greifen, die im Umfeld des 50. Jahrestags des Aufstands von 1956 entstanden sind.
Das erste Buch ist István Révs „Retroactive Justice: Prehistory of Post-Communism“ (2005), eines der bemerkenswertesten und tiefgründigsten Werke über Osteuropa vor, während und nach dem Fall der Sowjetunion.
Rév, Professor für Geschichte und Politikwissenschaft an der Central European University in Budapest, argumentiert, dass es bei „postkommunistischer Gerechtigkeit“ nicht nur darum geht, die Vergangenheit zu verstehen, sondern auch darum, eine für die Gegenwart nutzbare Vergangenheit zu schaffen.
In der Geschichte Ungarns wiederholt sich immer wieder dasselbe Muster: relativ lange Phasen der Ruhe, Stabilität, bestenfalls langsam wachsender Wohlstand und dann plötzlich eine unerwartete Protestbewegung, die zu einer Entladung führt, woraufhin die Machthaber hart zurückschlagen.
Doch nach jeder Phase ist nichts ganz wie zuvor. Vielleicht wird es manchmal sogar – trotz allem – besser. Die Machthaber werden vorsichtiger, wie Kádár.

Geschichte neu interpretieren

Nun erleben wir einen ähnlichen Prozess in Ungarn, allerdings unter äußerst friedlichen Bedingungen im Vergleich zur Ungarischen Revolution 1848, dem Zusammenbruch der Monarchie und der Ausrufung der Ersten Ungarischen Republik 1918 sowie dem Aufstand 1956.
Aber jede Periode wird auch von Diskussionen begleitet, in denen die Ereignisse der ungarischen Geschichte im Lichte des jeweils jüngsten Umbruchs neu interpretiert werden.
Révs Vater war nach der Niederschlagung des Aufstands von 1956 ein hochrangiger Staatsbeamter in Ungarn. Er wuchs in einem Umfeld auf, in dem die Freunde der Eltern an den Hinrichtungen von Imre Nagy und anderen Aufständischen beteiligt waren.
Diejenigen, die ihn an der Universität unterrichteten, waren zugleich jene, die die ungarische Geschichte so umdeuteten, dass die eigene Gegenwart erträglich wurde. Ungarn ist ein kleines Land, in dem die Mörder oft in demselben Mietshaus wohnen wie die Hinterbliebenen der Opfer.
Das ehemalige Büro von Rév an der Universität befand sich im Stockwerk über den ehemaligen Räumen, in denen diejenigen, die aktuell als Staatsfeinde galten, vom Sicherheitsdienst verhört und gefoltert wurden.

Zwei Arten von Gerechtigkeit

Es gibt laut Rév zwei Arten von Gerechtigkeit: die gewöhnliche und die „postkommunistische“, und sie sind nicht ganz dasselbe.
Dazu schreibt Rév in seinem Werk, dass nur wenige später zur Verantwortung gezogen wurden. Kaum jemand scheint für die Unterdrückung in den Ländern des ehemaligen sowjetischen Imperiums verantwortlich gewesen zu sein.
Denn wenn die neuen Machthaber die Geschichte umdeuten, geschieht dies nicht, um das wahre Geschehen zu verstehen, sondern um eine Geschichte zu schreiben, die Widersprüche beschönigt und die Machthaber stärkt. Das bedeutet, dass ein früherer Volksfeind plötzlich zum Volkshelden werden kann. Wenn er tot und in einem einfachen Grab bestattet ist, werden seine sterblichen Überreste exhumiert und ihm ein pompöses Begräbnis zuteil.

Vom Agenten zum Märtyrer

Das klingt absurd, geschah aber tatsächlich mit László Rajk. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Innenminister, baute den kommunistischen Sicherheitsapparat auf und begann mit der Verfolgung von politischen Gegnern. Bis zu 1.500 Menschen wurden in Schauprozessen verurteilt oder verschwanden spurlos.
Gegen Ende der 1940er-Jahre verschärfte sich der Machtkampf. Parteichef Mátyás Rákosi fürchtete Rajks Popularität, und gemeinsam mit dem sowjetischen Geheimdienst wurden Anschuldigungen verbreitet, Rajk sei ein ausländischer Agent.
1949 wurde Rajk durch den Strang hingerichtet.
1956 wurde Rajk rehabilitiert und erhielt ein monumentales Staatsbegräbnis. Die Partei befand sich erneut im Machtkampf. Neue Kräfte um Imre Nagy strebten ein freieres Ungarn mit einem unabhängigeren Verhältnis zur Sowjetunion an. Nagys Gruppe benötigte ein einigendes Symbol, einen Märtyrer – und sie wählte László Rajk. Rákosi musste die falschen Anschuldigungen eingestehen, verlor sein Amt und der Kreis um Nagy konnte seine Reformbemühungen in Ungarn beginnen.

Der Volksaufstand von 1956

Man merkt, wie beunruhigt Rév über das Geschehene ist. Nagy und seine Reformgruppe wussten genau, wer Rajk wirklich war und dass er in manchen Fällen für den Tod ihrer Freunde oder sogar Familienmitglieder verantwortlich war. Doch sie erkannten, dass Rajk aufgrund seiner Berühmtheit als Symbolfigur nützlich war. Es ging nicht nur darum, seine Vergehen nicht zu verheimlichen, sondern auch darum, ihn als Opfer darzustellen.
Rajks Prozess glich einem Theaterstück, doch auch seine Umbettung war ein Spektakel. Rund eine Viertelmillion Menschen versammelten sich auf dem Heldenplatz, um der Zeremonie beizuwohnen, bei der Nagy eine Rede hielt.
Die Spannungen im Land nahmen zu und immer mehr Menschen wünschten sich Nagy als Ministerpräsidenten. Gut zwei Wochen später, am 23. Oktober 1956, fand in Budapest eine große Studentendemonstration statt. Die Forderungen waren weitreichend: Pressefreiheit, Reformen und Unabhängigkeit von der Sowjetunion.
Die Stalin-Statue wurde gestürzt. Nagy wurde eilig zum Premierminister ernannt, um die Lage zu beruhigen. Doch es war zu spät. Bewaffnete Kämpfe brechen aus zwischen Sicherheitskräften, die auf die Demonstranten schießen, und Studenten, die vom Militär, das sich auf die Seite der Demonstranten gestellt hatte, bewaffnet wurden.

Operation „Wirbelwind“

Am nächsten Tag marschierte die Rote Armee in Budapest ein. Es folgte eine Phase angespannter Doppelherrschaft. Nagy ließ sich nicht einschüchtern, sondern setzte Reform um Reform um. Das Einparteiensystem wurde abgeschafft, neue Parteien zugelassen, politische Gefangene freigelassen.
Am 1. November erklärte Nagy, dass Ungarn den Warschauer Pakt verlässt und neutral wird.
In den folgenden Tagen schien alles ruhig zu sein. Ungarische Delegationen verhandelten mit sowjetischen.
Daraufhin starteten die Sowjets die Operation „Wirbelwind“, eine massive Invasion Ungarns. Innerhalb von sechs Tagen war jeglicher Widerstand im ganzen Land niedergeschlagen. Kádár rief eine neue Regierung aus, die von den Bajonetten der Roten Armee gestützt wurde.
Für die Nachwelt erscheint Nagy als Held, doch das andere wichtige Werk, Charles Gatis bedeutende Studie „Failed Illusions: Moscow, Washington, Budapest, and the 1956 Hungarian Revolt“ (2008), zeichnet ein differenzierteres Bild.
Gati erlebte den Aufstand von 1956 im Alter von 20 Jahren und wurde ins Exil gezwungen. Im Laufe der Zeit entwickelte er sich zu einem Meister der Analyse der Geschichte des Kalten Krieges. Doch seine Arbeit löste eine breite Debatte aus.

Mut und naiver Optimismus

Gati zeichnete ein differenzierteres Bild des Aufstands als üblich. Ein Schlüsselfaktor war die Unfähigkeit aller Beteiligten, klar zu denken. Nagy besaß großen persönlichen Mut, aber auch eine gehörige Portion naiven Optimismus.
Die nach Freiheit strebenden Ungarn verschätzten sich hinsichtlich der Absichten und der Interventionsbereitschaft sowohl der USA als auch der Sowjetunion. Nagy und sein Umfeld waren überzeugt, dass die USA ihnen im Bedarfsfall zu Hilfe kommen würden, und glaubten, die Sowjetunion wolle dieses Risiko nicht eingehen.
Doch vonseiten der Vereinigten Staaten gab es nie klare Zusagen und die Ungarn mussten allein kämpfen und allein sterben.
Nach dem üblichen Schauprozess wurde Nagy im Juni 1958 hingerichtet und in einem namenlosen Grab auf dem Gefängnishof beigesetzt. 1961 wurde sein Leichnam in einen abgelegenen Teil des neuen öffentlichen Friedhofs in Budapest überführt. Dort wurde er, symbolisch demütigend, mit dem Gesicht nach unten begraben. Sein Körper wurde in Teerpapier gewickelt und Hände und Füße mit Stacheldraht umwickelt. Das Grab war völlig anonym und Angehörige wurden schikaniert, wenn sie versuchten, Blumen niederzulegen.

Das Alte zu Grabe tragen

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde Nagy ein neues, einem Helden würdiges Begräbnis zuteil. Ein sehr junger Viktor Orbán hielt eine der Trauerreden. Die Trauerfeier wurde von László Rajks Sohn organisiert und inszeniert, der für die würdevolle Atmosphäre Bühnenbilder aus einer Opernproduktion von „Aida“ verwendete.
Nagy, Orbán, Rajk der Ältere und Rajk der Jüngere – wie gesagt, Ungarn ist ein kleines Land. Politik und Systeme wechselten dort über lange Zeiträume, doch Sicherheitsapparat, Medien und Staatsbürokratie waren stets mit Personen aus Familien besetzt, deren Mitglieder ihre Positionen scheinbar erbten.
Deshalb benötigte die ungarische Politik die großen Spektakel, manchmal in Form von Prozessen oder Beerdigungen – alles, um den Menschen das Gefühl zu geben, dass etwas Neues geschehen und das Alte mit ins Grab gegangen sei.
Es bleibt abzuwarten, ob dies auch die Herrschaft von Péter Magyar prägen wird.
Im Jahr 2014 wurde auf dem Freiheitsplatz in Budapest ein von Orbáns Regierung in Auftrag gegebenes Denkmal errichtet. Es zeigt einen Adler, der den Erzengel Gabriel – der Ungarn symbolisiert – erschlägt.

Ein Denkmal für die Opfer

Das Denkmal ist den Opfern der Unterdrückungszeit gewidmet, die mit dem Angriff Nazideutschlands auf Ungarn im Jahr 1944 begann.
Gemäß einer Bestimmung in der Verfassung gilt dies als Beginn der Periode der Unfreiheit in Ungarn, die 1990 mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion endete.
Hier sehen wir ein Beispiel für das, was Rév als „postkommunistische Gerechtigkeit“ bezeichnet. Die Geschichte wird umgeschrieben, sodass einige der Schuldigen plötzlich zu den Opfern gezählt werden können.
Das Ungarn, wie es vor 1944 existierte, kollaborierte mit Deutschland bei den Angriffen auf Rumänien und Jugoslawien, und in Novi Sad wurden Massaker und ethnische Säuberungen verübt.
Wir werden sehen, ob die ungarische Regierung etwas gegen diese Geschichtsdarstellung unternimmt.
Dieser Artikel erschien im Original auf der schwedischen Epoch Times unter dem Titel Ungerns ständiga hunger efter frihet. (deutsche Bearbeitung: zk)
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Putin: Schröder als Vermittler im Ukrainekrieg

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Bereits im Vorfeld der diesjährigen Militärparade in Erinnerung an den Sieg über Deutschland im Zweiten Weltkrieg hat das russische Verteidigungsministerium angekündigt, dass die Parade ohne die üblichen Panzer- und Raketenkolonnen und im kleineren Rahmen durchgeführt werde. Grund: Waffen, Geräte und Soldaten würden an der Front in der Ukraine benötigt.

„Baldiges Kriegsende“, Schröder als Vermittler

Die wichtigsten politischen Botschaften verkündete der russische Präsident Wladimir Putin dieses Jahr nicht während seiner jährlichen Rede anlässlich der Militärparade, sondern bei einer darauffolgenden Pressekonferenz vor internationalen Reportern. Putin sagte vor der Presse über den Krieg in der Ukraine: „Ich glaube, dass die Angelegenheit sich dem Ende zuneigt.“
Zudem kündigte er an, dass er bereit sei, über neue Sicherheitsvereinbarungen für Europa zu verhandeln. Dafür sei sein bevorzugter Verhandlungspartner der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder. Sollte dies nicht möglich sein, solle die europäische Seite selbst eine Führungspersönlichkeit bestimmen, der sie vertraue. Die Person solle allerdings Russland gegenüber nicht feindselig eingestellt sein.
Der heute 82-jährige Schröder (SPD) und Putin verbinden eine langjährige Freundschaft, die unabhängig von politischen Beziehungen seit Schröders Kanzlerschaft (1998–2005) besteht. Auch nach der russischen Invasion in der Ukraine hat Schröder an dieser Verbindung festgehalten – trotz Kritik seiner Partei und eines versuchten Parteiausschlusses.
Nach seiner Amtszeit übernahm Schröder hochdotierte Posten bei den russischen Staatskonzernen Nord Stream und Gazprom. Im März 2022 unternahm er einen vergeblichen Vermittlungsversuch im Ukrainekrieg und führte dazu Gespräche in Moskau.

Kritik aus der SPD

Auf Putins Vorschlag, Gerhard Schröder als Vermittler ins Spiel zu bringen, reagierte in einer ersten Stellungnahme der SPD-Politiker Michael Roth abweisend. Dies sei „ein Affront gegenüber den USA und ein durchsichtiges Manöver“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“. Roth war von 1998 bis 2025 Bundestagsabgeordneter und zeitweise Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. „Wer ernsthaft Frieden will, beginnt mit einem Waffenstillstand“, wird Roth weiterhin zitiert.
Er sieht hinter Putins Vorschlag keine „ernsthafte Diplomatie“, sondern den „Versuch, Gesprächsbereitschaft zu simulieren und neue Unruhe in Europa zu stiften“. Ein Moderator könne „nicht einfach Putins Buddy sein“, so der SPD‑Politiker deutlich. Zudem müsse dieser „vor allem von der Ukraine akzeptiert“ werden.
Was Roth nicht zum Ausdruck gebracht hat, ist die Tatsache, dass die beiden Sondervermittler des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, seit Anfang Dezember 2025 keinerlei Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Kreml erzielt haben. Es ist bislang nicht bekannt, ob Putins Vorschlag zuvor mit dem Altkanzler abgesprochen war.

Putin zur Rolle der USA als Vermittler

Auf die Frage nach der Rolle der USA als Vermittler in den Friedensverhandlungen mit der Ukraine äußerte sich Putin klar: Der Konflikt betreffe in erster Linie Russland und die Ukraine. Wenn andere Staaten helfen wollten und dies auch tatsächlich täten, sei das grundsätzlich willkommen.
Er sehe insbesondere bei der aktuellen US-Regierung und dem US-Präsidenten den „aufrichtigen Versuch“, eine Lösung zu finden. Im Kern bleibe die Angelegenheit jedoch eine Frage zwischen Russland und der Ukraine.

Putin: Keine NATO-Erweiterung versprochen

Putin wiederholte während der Pressekonferenz im Kreml seinen seit Jahren geäußerten Vorwurf, die westlichen Staats- und Regierungschefs trügen eine Mitschuld am Ukrainekrieg, da diese nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 Russland versprochen hätten, die NATO werde nicht nach Osten ausgeweitet.
Später aber hätten sie versucht, die Ukraine in den Einflussbereich der Europäischen Union zu ziehen. Putin signalisierte seit Jahren, dass sich Russland vor allem aber durch die NATO-Osterweiterungen bedroht fühle, und führt dieses Argument als einen von mehreren Gründen für die Invasion der Ukraine im Februar 2022 an.
Fakt ist: Es gibt keinen schriftlichen Vertrag, der eine solche Erweiterung explizit ausschließt. Auch im deutschen Wiedervereinigungsvertrag gibt es dazu keinen Passus. Aber es gab Gespräche dazu im Kontext der deutschen Wiedervereinigung. Bekannt ist der „Not one inch“-Satz des damaligen amerikanischen Außenministers James Baker, festgehalten von der Willy-Brandt-Stiftung.
Dort heißt es: „Not one inch – nicht einen Zoll weiter“ würde sich die NATO nach Osten ausdehnen. Dies habe Baker im Februar 1990 im Rahmen der Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung dem damaligen sowjetischen Führer Michail Gorbatschow gesagt. Gemeint gewesen sei laut der Stiftung des ehemaligen SPD-Bundeskanzlers Brandt, dass die Russen ihre Truppen aus der DDR abziehen, im Gegenzug die NATO nicht vorrücken werde und Gorbatschow seine Zustimmung zur deutschen Einheit erteile.
Fakt ist auch: Die Sowjetunion, respektive ihre Nachfolgestaatenordnung GUS, zog ihre Truppen bis zum 31. August 1994 aus Deutschland ab. Die NATO jedoch nahm 1999 Polen als erstes osteuropäisches Mitglied auf. Bis 2004 folgten acht weitere ehemalige Staaten des Warschauer Pakts.

Putin: Sowjetunion habe Europa befreit

In seiner elfminütigen Rede auf dem Roten Platz in Moskau nutzte Putin wie in den vergangenen fünf Jahren die Gelegenheit, den Krieg in der Ukraine zu rechtfertigen.
Dazu nutzte er historische Anleihen an den Zweiten Weltkrieg. Der Tag des Sieges über Deutschland vor 81 Jahren sei „unser heiliger, inspirierender und wichtigster Feiertag“, so der russische Präsident. „Wir werden uns stets an den Heldenmut des sowjetischen Volkes erinnern und daran, dass es sein entscheidender Beitrag war, der die Niederlage des Nationalsozialismus ermöglichte. Sie haben ihr Land und die ganze Welt gerettet“, erinnerte Putin an den Sieg der Sowjetarmeen im Mai 1945.
Dass mit dem sowjetischen Kampf gegen Nazi-Deutschland nicht nur die damalige Sowjetunion, sondern „die ganze Welt“ gerettet worden sei, wiederholte Putin kurz darauf mit dem Hinweis: „Unsere Soldaten erlitten gewaltige Verluste und brachten im Namen der Freiheit und Würde der Völker Europas enorme Opfer.“
Mit dieser Anleihe an die international unumstrittene militärische Leistung der Sowjetvölker – zu denen damals auch die Ukraine zählte – schlug Putin den Bogen zur Gegenwart. Die damalige „große Leistung der siegreichen Generation“ sei „eine Inspiration für die Soldaten, die heute die Aufgaben der militärischen Spezialoperation erfüllen“.
Putin vermied von Anbeginn der russischen Invasion in der Ukraine den Begriff „Krieg“ und nennt sie bis heute diminutiv „Spezialoperation“. Die heutigen russischen Soldaten in der Ukraine stünden „einer aggressiven Streitmacht gegenüber, die vom gesamten NATO-Block bewaffnet und unterstützt“ werde, beklagte er. Dennoch rückten russische Truppen vor, gab sich Putin überzeugt.

Appell gegen Kriegsmüdigkeit?

Putins expliziter Appell an die „Einheit“ im Volk könnte darauf abgezielt haben, dass sich seit geraumer Zeit immer mehr Kritik an ihm beziehungsweise an den innenpolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukrainekrieges häufen.
Anfang April übte etwa der Führer der Kommunistischen Partei, Gennadi Sjuganow, im russischen Parlament „Duma“ Kritik am Kreml: Dieser habe vor wirtschaftlichem Niedergang, Zuständen wie vor der Oktoberrevolution 1917 und einem möglichen Staatskollaps gewarnt. Sjuganow gilt angeblich als loyaler Unterstützer Putins. Sjuganow habe weiterhin „falsche Prioritäten der Führung“ beklagt.

Haben Russen Angst vor Putin?

Bereits vor Sjuganows Auftritt in der Duma hatte es ungewöhnlich offene Kritik an Putin gegeben. Im Mittelpunkt stand dabei die in Monaco, Frankreich und Dubai lebende russische Influencerin Viktoria Bonya. Ein von ihr veröffentlichtes Video, in dem sie beklagte, die Russen hätten mittlerweile „Angst“ vor Putin, ging viral. „Es gibt eine riesige Mauer zwischen Ihnen und uns gewöhnlichen Menschen“, sagt Bonya in dem Video.