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Hitzewelle in Nordkorea: Staatsmedien empfehlen Hundefleischsuppe und Ginsengbrühe

Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad empfehlen Nordkoreas Staatsmedien Hundefleischsuppe und Ginsengbrühe als Hausmittel gegen die Hitze: Ein von der staatlichen Zeitung „Rodong Sinmun“ zitierter Arzt sagte, Hundefleischsuppe sei „vorteilhaft“ für die Nährstoffversorgung. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA empfahl zudem eine traditionelle Samgyetang-Suppe, die mit Hühnchen und kräftigendem Ginseng zubereitet wird.
KCNA pries vor allem die „unvergleichliche medizinische Wirkung“ von Ginseng aus der Grenzstadt Kaesong und führte dies auf die „besondere Boden- und Wasserqualität sowie die einzigartige Anbaumethode“ der Region zurück. „Das koreanische Volk betrachtet es als gesundheitsfördernden Brauch, in der heißesten Zeit des Sommers heiße Speisen zuzubereiten“, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur.
Solche Empfehlungen stehen im Gegensatz zu Traditionen in anderen Teilen Asiens. Dort zählt Wintermelonensuppe zu den bevorzugten Sommergerichten. Hundefleisch galt früher auch in Südkorea als sommerliche Delikatesse. Im Februar kommenden Jahres tritt in dem Land ein Hundefleisch-Verbot in Kraft.
Die koreanische Halbinsel ächzt derzeit unter einem heißen Sommer. In der vergangenen Woche wurden an drei Tagen neue Temperaturrekorde gemessen, die am Sonntag mit 42,5 Grad ihren Höhepunkt erreichten.
In Nordkorea berichteten die Staatsmedien von Temperaturen von bis zu 40 Grad. Experten zufolge ist das international isolierte Land schlecht für Hitzewellen gerüstet. Mehr als 40 Prozent der 26 Millionen Einwohner Nordkoreas leiden dem Welternährungsprogramm zufolge an Unterernährung und haben Schwierigkeiten bei der Lebensmittelversorgung.
(afp/red)
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EU will Plastikmüll verringern – Für wen jetzt welche Verbote kommen

177,8 Kilogramm: So viel Verpackungsmüll kommt pro Jahr im Schnitt auf jeden Menschen in der Europäischen Union. Die EU will den Müllberg verringern und führt dafür ab dem 12. August neue Regeln ein. Sie reichen von Vorgaben für Chemikalien in Verpackungen bis hin zum Verbot von Einwegplastik in der Gastronomie, das 2030 in Kraft tritt. Ein Überblick über die Vorgaben:

Warum neue Regeln?

Im Kampf gegen den Verpackungsmüll hat sich die EU ein Ziel gesetzt: Bis 2040 sollen im Vergleich zum Jahr 2018 mindestens 15 Prozent weniger Verpackungen auf dem Müll landen. Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat zufolge ist die Müllmenge bis 2021 stetig gestiegen und in den zwei Folgejahren gesunken, neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Um den Abwärtstrend fortzusetzen, führt die EU eine Reihe von Verboten ein.

Im Supermarkt

Lebensmittelverpackungen dürfen ab Mittwoch keine PFAS mehr enthalten, das sind die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb in vielen Einwegverpackungen, können aber krebserregend sein und der Fruchtbarkeit schaden. Auch die gesundheitsschädliche Chemikalie Bisphenol A ist bereits verboten, bis Juli 2028 gilt aber noch eine Ausnahme für Beschichtungen, die Obst-, Gemüse- und Fischkonserven haltbar machen.
Ab 2030 sind leichte Plastiktüten an der Kasse verboten. Das gleiche gilt für Plastiknetze, -tüten und -boxen für frisches Obst und Gemüse. Mehrere Getränkedosen oder Flaschen dürfen zudem nicht mehr mit Plastikfolie zusammengehalten werden, es sei denn, es ist für den Transport nötig. Verpackungen aus Papier oder anderen Materialien bleiben erlaubt.

Restaurants und Hotels

Auch Cafés, Restaurants und Hotels sollen sich schrittweise vom Einwegplastik trennen. Beschichtete Papierbecher und -boxen bleiben erlaubt, die EU will aber Alternativen fördern. Ab dem 12. Februar kommenden Jahres müssen alle Café und Restaurants ihren Kunden deshalb anbieten, einen eigenen Kaffeebecher oder eine Brotdose mitzubringen. Ein Jahr später werden Gastronomieketten verpflichtet, eigene Mehrwegbecher anzubieten; kleine Cafés und Restaurants sind ausgenommen.
Ab dem 12. Februar 2029 – ein weiteres Jahr später – werden Plastikbehälter aus Polystyrol für Fast Food und Essen zum Mitnehmen verboten. Das sind die weißen Boxen aus Plastikschaum, die bestelltes Essen warm halten. Andere Plastikbehälter bleiben für Essen zum Mitnehmen oder Bestellungen theoretisch erlaubt, eignen sich bislang aber weniger gut.
Beim Verzehr vor Ort im Restaurant oder auf der Terrasse sind ab 2030 hingegen alle Verpackungen aus Einwegplastik verboten. Dann sollen auch Plastiktütchen für Zucker, Salz, Ketchup und Mayonnaise von den Tischen verschwinden. Essen zum Mitnehmen dürfen sie aber beigelegt sein. Für kleine Cafés und Restaurants sind auch hier Ausnahmen möglich.
In Hotels werden kleine Shampoo- und Seifenpackungen aus Plastik verboten. Eine weitere Änderung gibt es am Flughafen: Ab dem 12. Februar 2029  gibt es in der EU keine Schrumpffolie mehr, mit denen Reisende bisher ihren Koffer umwickeln können.

Ausweitung des Pfandsystems

Jedes EU-Land soll Pfandsysteme für Einweg-Plastikflaschen und Getränkedose einrichten, wie es sie in Deutschland bereits gibt. Die Verpackungsindustrie soll zudem verpflichtende Mehrwegquoten einhalten. Im Getränkesektor können sich bis zu fünf Unternehmen zusammenschließen, um die Ziele gemeinsam zu erfüllen. Das soll dafür sorgen, dass bestehende Systeme weiter funktionieren.

Recycling-Pflichten für die Industrie

Ab 2030 sollen keine Verpackungen mehr verkauft werden dürfen, die zu weniger als 70 Prozent recycelbar sind. Für Plastikflaschen ist die Quote kein Problem. Andere Verpackungen sind schwieriger zu recyceln, weil sie aus verschiedenen Molekülen bestehen, etwa Joghurtbecher.
Die Industrie hofft deshalb, dass die EU-Kommission auch das sogenannte chemische Recycling als Möglichkeit anerkennt. Dabei wird Plastik so hoch erhitzt, dass es in seine Moleküle zerfällt. Die Methode verbraucht jedoch viel Energie und erzeugt mitunter krebserregende Schadstoffe; Umweltschützer kritisieren sie als Scheinlösung. Bisher ist sie – eher symbolisch – nur für die ohnehin leicht recycelbaren Plastikflaschen zugelassen, für andere Verpackungen aber noch nicht.
Es gibt eine Reihe von Ausnahmen von der Recycling-Pflicht, darunter Verpackungen für medizinische Produkte. Außerdem sind auf Drängen aus Frankreich Holz- und Wachsverpackungen ausgenommen, weil sonst die traditionelle Holzschachtel um den Camembert betroffen gewesen wäre. (afp/red)
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AfD bei 28 Prozent – 14 Prozent zufrieden mit Merz


In Kürze:

  • Die AfD steigt im Forsa-Trendbarometer auf 28 Prozent und liegt sieben Prozentpunkte vor CDU/CSU mit 21 Prozent.
  • Ohne die AfD wären rechnerisch Regierungsmehrheiten möglich. In den dargestellten Konstellationen allerdings nur mit mindestens drei Parteien.
  • 73 Prozent erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind 14 Prozent zufrieden.

 
Die AfD legt im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer auf 28 Prozent zu. Damit liegt sie sieben Prozentpunkte vor CDU und CSU, die unverändert auf 21 Prozent kommen. Einen größeren Abstand zwischen beiden Parteien hat Forsa in dieser Umfragereihe bislang nicht gemessen. Die 28 Prozent entsprechen zugleich dem bisherigen Höchstwert der AfD im Trendbarometer. Diesen hatte sie bereits Mitte Mai erreicht.
 
 
Die Grünen bleiben bei 16 Prozent. Die Linke verliert einen Punkt und kommt wie die SPD auf 12 Prozent. Die FDP erreicht weiterhin 4 Prozent und läge damit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Auf die sonstigen Parteien entfallen 7 Prozent. Das BSW weist Forsa nicht mehr gesondert aus, da es unter 3 Prozent liegt. Nichtwähler und Unentschlossene machen 27 Prozent aus. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2025 lag der Anteil der Nichtwähler bei 17,9 Prozent.

Mehrheit ohne AfD nur mit drei Parteien

Die Umfragewerte verändern auch die rechnerischen Möglichkeiten für eine Regierungsbildung. Die AfD wäre stärkste Kraft, die übrigen im Bundestag vertretenen Parteien haben eine Koalition mit ihr jedoch ausgeschlossen. Das gilt auch für CDU und CSU.
Bei einer Übertragung der Umfragewerte auf die 630 Sitze im Bundestag käme die AfD rechnerisch auf 200 Mandate. CDU und CSU würden 156 Sitze erhalten, die Grünen 104. Auf SPD und Linke entfielen 87 beziehungsweise 83 Sitze. Dabei handelt es sich um eine theoretische Sitzverteilung auf Grundlage der aktuellen Umfrage und nicht um eine Wahlprognose.
Nach der Berechnung hätten mehrere Dreierbündnisse eine Mehrheit. CDU/CSU, Grüne und SPD kämen zusammen auf 347 von 630 Sitzen. CDU/CSU, Grüne und Linke würden 343 Sitze erreichen. Auch CDU/CSU, SPD und Linke hätten mit 326 Sitzen eine knappe Mehrheit. Für Bündnisse aus zwei Parteien würde es dagegen nicht reichen. CDU/CSU und SPD kämen zusammen auf 243 Sitze, Union und Grüne auf 260. Auch Grüne, SPD und Linke hätten mit 274 Sitzen keine Mehrheit. Ohne Beteiligung der AfD wäre damit eine Mehrheit möglich, allerdings nur mit mindestens drei Parteien.

Merz verliert einen Punkt

Bei der Frage, welcher Partei die Befragten am ehesten zutrauen, mit den Problemen in Deutschland fertigzuwerden, liegt die AfD mit 14 Prozent vorn. CDU und CSU erreichen 12 Prozent, Grüne und Linke jeweils 6 Prozent und die SPD 4 Prozent. 56 Prozent nennen keine Partei.
Auch die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht zurück. 14 Prozent zeigen sich mit seiner Arbeit zufrieden, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. 85 Prozent sind unzufrieden. Unter den Anhängern von CDU und CSU sind 48 Prozent mit Merz zufrieden und 50 Prozent unzufrieden. Bei den SPD-Anhängern liegen die Werte bei 19 beziehungsweise 80 Prozent. In einer anderen von Forsa für „Stern“ und RTL erhobenen Umfrage sagten 43 Prozent, die Union könnte mit einem anderen Bundeskanzler mehr Zustimmung erreichen. 51 Prozent erwarten dies nicht. Unter den Unionsanhängern liegen die Werte bei 46 beziehungsweise 48 Prozent.

Wirtschaftserwartungen verschlechtern sich

73 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Das sind zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. 11 Prozent erwarten eine Verbesserung.
Als eines der wichtigsten politischen Themen nennen 48 Prozent die Lage und das Handeln der Regierungskoalition. Die wirtschaftliche Lage folgt mit 24 Prozent, die Regierungsumbildung mit 22 Prozent.
Forsa befragte für das RTL/ntv-Trendbarometer im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 28. Juli und 3. August 2.501 Personen. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Für die gesonderte Frage zu einem möglichen Kanzlerwechsel wurden am 30. und 31. Juli 1.000 Personen befragt. Hier beträgt die Fehlertoleranz plus/minus 3 Prozentpunkte.
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Bundesgerichtshof bestätigt Beugehaft gegen Lina E.

Der Bundesgerichtshof hat die Anordnung von Beugehaft vom 30. Juni 2026 gegen Lina E. bestätigt. Das teilte der BGH am Freitag mit. Die Verurteilte hatte sich geweigert, als Zeugin vor dem Oberlandesgericht Dresden auszusagen. Lina E. war wegen Beteiligung an einer linksextremistischen Vereinigung verurteilt worden.
Das Oberlandesgericht Dresden verhandelt derzeit gegen mehrere Angeklagte wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Lina E. hatte unter Berufung auf ein umfassendes Auskunftsverweigerungsrecht die Aussage verweigert. Das Gericht sah jedoch kein solches Recht, da sie bereits rechtskräftig verurteilt worden war.

Dresdner Linksextremismusprozess

Der Bundesgerichtshof wies die Beschwerde von Lina E. gegen die Beugehaft zurück. Die Entscheidung ist nun rechtskräftig. Die Beugehaft wurde zur Erzwingung der Zeugenaussage verhängt und dauert weiterhin an.
Lina E. wurde am 31. Mai 2023 zu mehr als 5 Jahren Haft verurteilt. Gründe waren die Mitgliedschaft beziehungsweise Unterstützung einer linksextremistischen kriminellen Vereinigung, mehrfache gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Urkundenfälschung, Diebstahl und Nötigung.
Die Vereinigung hatte Angriffe auf Neonazis zum Ziel, wobei Lina E. selbst an vier Angriffen nachweislich beteiligt war.
Das Urteil wurde im März 2025 rechtskräftig, nach knapp 100 Verhandlungstagen zwischen September 2021 und Mai 2023 – auch bekannt als der Dresdner Linksextremismusprozess. (dts/tp)
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Urteil: Nähe zu Muslimbruderschaft kann Verbeamtung entgegenstehen

Die ehrenamtliche Arbeit für eine Moschee der islamistischen Muslimbruderschaft kann einem Gerichtsurteil zufolge der Übernahme in das Beamtenverhältnis entgegenstehen. Das entschied das Verwaltungsgericht Karlsruhe und wies damit die Klage einer Mitarbeiterin der städtischen Ausländerbehörde ab, wie das Gericht am Freitag in der baden-württembergischen Stadt mitteilte.
Die Frau ist den Angaben zufolge derzeit als Sachbearbeiterin eingesetzt und strebte die Übernahme in das Beamtenverhältnis an. Die Stadt Karlsruhe lehnte dies ab und verwies auf Hinweise des Landesamtes für Verfassungsschutz, wonach die Frau als ehrenamtliche Lehrerin in einer Moschee tätig sei. Diese sei in die Strukturen der Muslimbruderschaft eingebunden, welche nicht mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung in Einklang zu bringen sei.
Nach erfolglosem Widerspruchsverfahren erhob die Sachbearbeiterin Klage vor dem Verwaltungsgericht, die diese nun aber abwies. Die Erkenntnisse des Verfassungsschutzes schürten berechtigte Zweifel daran, dass die Klägerin jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung eintreten würde, befand das Gericht. Eine Distanzierung von der Muslimbruderschaft strebe die Frau offensichtlich nicht an.
Das Urteil fiel bereits am Donnerstag vergangener Woche. Es ist noch nicht rechtskräftig.
(afp/red)
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Sprengstoff-Drohne an Flughafen: Ukraine-Spur und Ruf nach NATO-Reaktion


In Kürze:

  • Bundesanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Sprengstoffexplosion und gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.
  • Nach der ersten Sprengstoffdrohne wird auch eine zweite Drohne als mögliches Tatmittel untersucht.
  • Politik und Experten fordern bessere Drohnenabwehr und mehr Schutz kritischer Infrastruktur.

 
Neben den Ermittlungen nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle steht inzwischen vor allem die Frage im Fokus, wie Deutschland kritische Infrastruktur künftig besser vor solchen Angriffen schützen kann. Dabei geht es nicht nur um die technische Ausstattung, sondern auch um die Zuständigkeiten verschiedener Behörden und die Frage, ob die bisherigen Sicherheitsstrukturen noch ausreichend sind.
Der Vorfall hat eine politische Debatte über die Organisation der Drohnenabwehr ausgelöst. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Thomas Röwekamp (CDU), fordert deshalb eine Zentralisierung der Zuständigkeiten beim Bundesinnenministerium beziehungsweise bei der Bundespolizei. „Wir brauchen eine zentrale Zuständigkeit statt einer Vielzahl föderaler Luftsicherheitsbehörden und eine materielle Ausrüstung, die die Vielseitigkeit der Bedrohung zuverlässig bekämpfen kann“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Nach Ansicht Röwekamps zeigen die bisherigen Erkenntnisse aus Leipzig, wie dringend neue Antworten auf die Bedrohung ziviler Infrastruktur durch Drohnen erforderlich seien. Neben einer klaren Verantwortlichkeit brauche es auch moderne technische Systeme, die unterschiedliche Arten von Drohnen erkennen und abwehren können.
Der SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler bewertet die bestehende Struktur anders. Unterschiedliche Zuständigkeiten seien grundsätzlich kein Problem, solange die Zusammenarbeit der Behörden eng funktioniere und es möglichst wenige Reibungsverluste gebe, sagte er der „Rheinischen Post“. Entscheidend sei, dass jederzeit klar sei, welche Behörde in welcher Situation verantwortlich sei.
Unabhängig von der Zuständigkeitsfrage betonte Fiedler ebenfalls, dass Investitionen in moderne Drohnenabwehrtechnik unverzichtbar seien. Als Vorteil wertete er, dass mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum und dem Gemeinsamen Abwehrzentrum Hybrid bereits Einrichtungen vorhanden seien, die den Austausch zwischen Sicherheitsbehörden verbessern sollen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Sachsens Innenminister Armin Schuster bei einer Pressekonferenz am Flughafen Leipzig/Halle. Zuvor war dort eine mit Sprengstoff und Zünder ausgestattete Drohne entdeckt worden. Eine DHL-Frachtmaschine kollidierte zudem mit einem unbekannten Objekt.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images.

Wer ist in Deutschland für die Drohnenabwehr zuständig?

Bei der Abwehr unbemannter Fluggeräte können je nach Situation verschiedene Behörden und Institutionen beteiligt sein. Dazu gehören die Bundespolizei und die Landespolizeien, bei besonderen Gefahrenlagen auch die Bundeswehr sowie Betreiber kritischer Infrastruktur wie Flughäfen.
Zusätzlich gibt es Koordinierungsstellen wie das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum und das Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen. Dort sollen Informationen zwischen Bund, Ländern und Sicherheitsbehörden ausgetauscht und Bedrohungslagen gemeinsam bewertet werden.
Gerade diese Aufteilung sorgt nach dem Vorfall in Leipzig für Diskussionen. Kritiker sehen darin ein mögliches Problem, weil bei einem schnellen Angriff klare Entscheidungswege entscheidend seien.

Experten warnen vor Lücken bei Erkennung und Abwehr von Drohnen

Sicherheitsexperten sehen trotz neuer Strukturen weiterhin erheblichen Nachholbedarf. Der Terrorismusforscher Peter Neumann vom King’s College London kritisierte im ZDF-„Heute Journal“, Deutschland sei bei Drohnenerkennung, Abwehrsystemen und rechtlichen Zuständigkeiten weiterhin nicht ausreichend vorbereitet.
Nach seiner Einschätzung bestehe seit Jahren Handlungsbedarf, ohne dass die notwendigen Konsequenzen vollständig umgesetzt worden seien. Besonders problematisch seien fehlende einheitliche Regelungen und die Frage, welche Behörde in welcher Lage schnell handeln könne.
Technologisch seien Lösungen grundsätzlich vorhanden, erklärte dagegen Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Entscheidend sei zunächst, festzulegen, welche kritische Infrastruktur geschützt werden müsse und welche Technologie dafür geeignet sei.
Rheinmetall arbeitet nach eigenen Angaben unter anderem mit der Telekom an Systemen zur frühzeitigen Erkennung von Drohnen über bestehende Funkinfrastruktur. Das Unternehmen verfügt zudem nach eigenen Angaben über Frühwarnsysteme, die Flugobjekte erkennen, identifizieren und verfolgen können.
Der CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst fordert angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Drohnen sogar eine Befassung der NATO. Deutschland befinde sich inzwischen in einer Situation, in der Konsultationen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags geprüft werden sollten.
Dabei verwies Ernst auf frühere Fälle in Estland und Polen, die nach schweren Luftraumverletzungen Beratungen innerhalb des Bündnisses beantragt hatten. Ziel müsse sein, ein Signal zu setzen, dass Deutschland und seine Partner gemeinsam auf mögliche Bedrohungen reagieren.

Das ist bislang über den Drohnenvorfall bekannt

Auslöser der Debatte ist der Fund einer mit Sprengstoff und Zünder ausgestatteten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle. Das Fluggerät wurde am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge entdeckt. Ein Flughafenmitarbeiter brachte die Drohne zum Absturz, anschließend entschärften Spezialisten der Bundespolizei die Sprengladung.
Nach bisherigen Erkenntnissen detonierte der Sprengsatz nur deshalb nicht, weil der Zünder offenbar nicht ordnungsgemäß funktionierte. Die Bundesanwaltschaft spricht von professionellem Sprengstoff und einem gezielten Einsatz des Fluggeräts.
Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.
Nach Angaben des Generalbundesanwalts gibt es tatsächliche Anhaltspunkte dafür, dass mittels der Drohne eine Explosion verursacht werden sollte. Die Behörde bewertet den Vorfall als schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur Deutschlands, der geeignet sei, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen.
Nach Recherchen von WDR, NDR und der „Süddeutschen Zeitung“, die sich auf Ermittlerkreise sowie Behördenunterlagen berufen, soll die eingesetzte Drohne technisch aufwendig präpariert worden sein. Die Behörden prüfen demnach, ob die Konstruktion darauf ausgelegt war, eine frühzeitige Erkennung zu erschweren. Zudem soll untersucht werden, ob sich die Drohne bereits mehrere Stunden vor ihrer Entdeckung auf dem Flughafengelände befunden haben könnte.

Leipzig/Halle, 5. August 2026: Videostandbild von News5 zeigt Frachtobjekte vor einem ukrainischen Antonow-Flugzeug am Flughafen Leipzig/Halle nach dem Fund einer Drohne. Die Polizei setzte einen Entschärfungsroboter ein. Eine weitere Maschine kollidierte nach einem abgebrochenen Landeanflug mit einem unbekannten Objekt.

Foto: NEWS5 / AFP via Getty Images

Zweites Flugobjekt wirft neue Fragen auf

Neben der gefundenen Sprengstoffdrohne beschäftigt die Ermittler auch ein zweites Flugobjekt. Weil die Landebahn nach dem Fund gesperrt wurde, musste ein anfliegendes Frachtflugzeug durchstarten. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft kollidierte die Maschine im erweiterten Bereich des Flughafens mit einem Gegenstand, bei dem es sich mutmaßlich um eine zweite Drohne gehandelt haben soll.
Die Ermittler prüfen nun, ob beide Drohnen Teil eines koordinierten Vorgehens waren und ob der Angriff gezielt vorbereitet wurde. Auch die „Welt“ berichtete unter Berufung auf eigene Recherchen über weitere Details zum zweiten Flugobjekt und den Ermittlungen.

Ukraine-Unterstützung rückt in den Fokus

Besondere Aufmerksamkeit erhält der Fall auch wegen des Standorts. Die Sprengstoffdrohne wurde in der Nähe ukrainischer Antonow-Transportmaschinen entdeckt. Der Flughafen Leipzig/Halle ist seit Jahren ein wichtiger Standort für Antonow-Frachtflugzeuge und internationale Großraumtransporte.
Nach Angaben des MDR befindet sich dort unter anderem eine Basis der ukrainischen Antonow Airlines, die den Standort für Wartungs-, Fracht- und Transportaufgaben nutzt.
Nach Medienberichten soll am Vortag des Drohnenvorfalls ein Transport mit Munition aus Frankreich nach Leipzig erfolgt sein. Ob die betreffende Maschine anschließend weiter in Richtung Ukraine fliegen sollte, ist öffentlich bislang nicht abschließend bestätigt.
Auch die Frage, ob sich zum Zeitpunkt des Vorfalls Munition oder anderes militärisches Material an Bord befand, ist bislang nicht abschließend geklärt. Während die „Bild“-Zeitung über einen möglichen Transport von Munition berichtete, erklärte das Bundesinnenministerium gegenüber den zuständigen Bundestagsausschüssen, dass sich zum Zeitpunkt des Vorfalls keine Munition an Bord der betroffenen Maschine befunden habe.
Damit bleibt offen, ob die mutmaßlichen Täter gezielt eine Verbindung zur Ukraine-Unterstützung ins Visier genommen haben. Die Ermittler prüfen weiterhin, welches Ziel hinter dem Einsatz der Drohnen stand und ob ein staatlicher Akteur oder eine andere Organisation beteiligt war.

Ermittlungen zu möglichem Hintergrund laufen weiter

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem hybriden Anschlagsszenario mit hochprofessionellen Tätern und schloss eine Beteiligung „fremder Mächte“ nicht aus. Die beiden Politikerinnen Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Katharina Dröge äußerten die Vermutung eines möglichen russischen Hintergrunds. Eine offizielle Zuordnung durch die Ermittlungsbehörden gibt es bislang jedoch nicht.
Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft dauern an. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Frage, wer hinter dem mutmaßlichen Angriff steckt, wie die Drohnen auf das Gelände gelangen konnten und welches Ziel mit dem Vorfall verfolgt wurde. (dpa/afp/dts/red)
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Dein Traum – von Hertha Kräftner

Dein Traum

Hinter deinen Lidern hing ein Traum.
Der ruht lange dort … bis er zum Saum
der Wimpern niedersank,
wo er sich noch einmal fing
und ihre Süße trank,
eh er mit sich geschehen ließ,
daß ihn dein Wimpernzittern auf deine Wange fallen hieß,
und er als Lächeln über deine Lippen ging.
Hertha Kräftner (1928–1951)
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Argentinien: Polizei geht mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Proteste vor

Die argentinische Polizei ist mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten vorgegangen, die in Buenos Aires gegen einen umstrittenen Gesetzentwurf zur Stärkung von Privatbesitz protestierten. Die Demonstration fand am Donnerstag vor dem Sitz des Senats in der Hauptstadt statt und startete zunächst friedlich. Mit Einbruch der Nacht brachen laut dem Bericht eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP dann Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Teilnehmern aus. Die Beamten seien dabei mit Steinen angegriffen worden.
Die Demonstration fand statt, während im Senat über den umstrittenen Gesetzentwurf beraten wurde. Bei den Auseinandersetzungen wurden laut Medienberichten zwei Polizisten und ein Demonstrant verletzt. Mindestens zehn Menschen seien festgenommen worden.
An der Demonstration nahmen mehrere tausend Menschen teil. Sie trugen argentinische Flaggen sowie Transparente mit der Aufschrift „Das Vaterland steht nicht zum Verkauf“. Ihr Protest richtete sich vor allem gegen – inzwischen von der Regierung bereits abgeschwächte – Pläne, ausländischen Bürgern und Unternehmen den Erwerb von Landbesitz zu erleichtern. Das umstrittene Gesetz sieht aber weiterhin eine grundsätzliche Stärkung von privatem Besitz von Eigentum und Land vor, wogegen linke Parteien und Gewerkschaften mobil machen.
(afp/red)
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07.08.2026 | Sicherheitsrat mit Merz tagt zu Sprengstoff-Drohne | Trump: Verschärfte US-Visa | Abgeordnete fordern Visa-Einschränkungen für Russen

HEUTE10:29 Uhr

Nationaler Sicherheitsrat mit Merz hat zu Sprengstoffdrohne getagt

Am heutigen Freitag hat der Nationale Sicherheitsrat der Bundesregierung zum Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig getagt. Bundeskanzler Friedrich Merz stehe zu den Ergebnissen „in fortwährendem Austausch“ mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und anderen Mitgliedern der Bundesregierung.

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HEUTE8:20 Uhr

Sieben Tote: Schüsse an Schule nahe Bangkok

An einer Schule nördlich von Bangkok fielen Schüsse. Mindestens 7 Menschen wurden getötet, mehr als ein Dutzend wurden verletzt. Ersten Informationen zufolge soll es sich bei den Toten um drei Lehrer, drei Schüler und den mutmaßlichen Schützen handeln, der ebenfalls Schüler war.

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HEUTE8:14 Uhr

Deutschlands Exporte im Juni leicht gestiegen

Deutschlands Exporte sind im Juni zum Vormonat um 0,9 Prozent leicht gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Ausfuhren um 6,6 Prozent zu. Im ersten Halbjahr wurden damit 3,7 Prozent mehr Waren aus Deutschland als im Vorjahreszeitraum exportiert. (Statistisches Bundesamt)

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HEUTE8:01 Uhr

Bund stockt Förderung für „KI-gigafactory“ auf 1 Mrd Euro auf

Die Bundesregierung hat die Finanzierung für eine sogenannte „KI-Gigafactory“ um rund 200 Millionen Euro auf insgesamt eine Milliarde Euro erhöht.

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HEUTE7:36 Uhr

Daimler Truck: 50 Prozent Gewinneinbuße

Der DAX-Konzern Daimler Truck verzeichnet im zweiten Quartal dieses Jahres einen Gewinneinbruch von 48 Prozent. Insbesondere Zölle hätten sich weiterhin auf die Profitabilität ausgewirkt. Das EBIT fiel um 9 Prozent, der Umsatz stieg hingegen um 5 Prozent.

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HEUTE7:10 Uhr

Meta muss in USA 567 Millionen Dollar zahlen

Wegen des ungenügenden Schutzes von Minderjährigen auf seinen Onlineplattformen ist der US-Konzern Meta zur Zahlung von 567 Millionen Dollar (492 Millionen Euro) verurteilt worden. Mit dem Geld soll laut dem am Donnerstag im Bundesstaat New Mexico gefällten Richterspruch ein Fonds zur Unterstützung von Minderjährigen finanziert werden, die durch Online-Konsum zu Schaden gekommen seien.

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HEUTE6:58 Uhr

EU-Abgeordnete fordern Touristenvisa-Einschränkungen für Russen

EU-Abgeordnete fordern wegen des russischen Angriffskriegs schnelle Änderungen der Schengen-Visaregeln, um großzügige Touristenvisa für russische Staatsbürger zu stoppen. Italien, Frankreich und Spanien erteilten 2025 zusammen 441.027 Visa. Elf Staaten kritisierten die Praxis.
 

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HEUTE6:55 Uhr

Trump: Neuer Anlauf für Beschränkung von US-Geburtsrecht

US-Präsident Donald Trump will das Geburtsrecht erneut einschränken. Kindern von Müttern, die nur zur Geburt in die USA reisen, soll die US-Staatsbürgerschaft nicht automatisch zustehen. Zudem sollen Online-Prüfungen bei Visa auf weitere Kategorien ausgeweitet werden, betroffen sind auch ausländische Journalisten. Antragsteller sollen laut „The Daily Signal“ Einblick auf Konten geben.

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07.08.2026 | Trump: Verschärfte US-Visa | Abgeordnete fordern Visa-Einschränkungen für Russen | Schüsse an Schule naha Bangkok

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07.08.2026 | Trump: Verschärfte US-Visa | Abgeordnete fordern Visa-Einschränkungen für Russen | DAX: Daimler mit 48 % Gewinneinbuße

HEUTE7:36 Uhr

Daimler Truck: 50 Prozent Gewinneinbuße

Der DAX-Konzern Daimler Truck verzeichnet im zweiten Quartal dieses Jahres einen Gewinneinbruch von 48 Prozent. Insbesondere Zölle hätten sich weiterhin auf die Profitabilität ausgewirkt. Das EBIT fiel um 9 Prozent, der Umsatz stieg hingegen um 5 Prozent.

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HEUTE7:10 Uhr

Meta muss in USA 567 Millionen Dollar zahlen

Wegen des ungenügenden Schutzes von Minderjährigen auf seinen Onlineplattformen ist der US-Konzern Meta zur Zahlung von 567 Millionen Dollar (492 Millionen Euro) verurteilt worden. Mit dem Geld soll laut dem am Donnerstag im Bundesstaat New Mexico gefällten Richterspruch ein Fonds zur Unterstützung von Minderjährigen finanziert werden, die durch Online-Konsum zu Schaden gekommen seien.

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HEUTE6:58 Uhr

EU-Abgeordnete fordern Touristenvisa-Einschränkungen für Russen

EU-Abgeordnete fordern wegen des russischen Angriffskriegs schnelle Änderungen der Schengen-Visaregeln, um großzügige Touristenvisa für russische Staatsbürger zu stoppen. Italien, Frankreich und Spanien erteilten 2025 zusammen 441.027 Visa. Elf Staaten kritisierten die Praxis.
 

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HEUTE6:55 Uhr

Trump: Neuer Anlauf für Beschränkung von US-Geburtsrecht

US-Präsident Donald Trump will das Geburtsrecht erneut einschränken. Kindern von Müttern, die nur zur Geburt in die USA reisen, soll die US-Staatsbürgerschaft nicht automatisch zustehen. Zudem sollen Online-Prüfungen bei Visa auf weitere Kategorien ausgeweitet werden, betroffen sind auch ausländische Journalisten. Antragsteller sollen laut „The Daily Signal“ Einblick auf Konten geben.

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07.08.2026 | Trump: Verschärfte US-Visa | Abgeordnete fordern Visa-Einschränkungen für Russen | Meta muss 567 Mio Dollar zahlen

HEUTE7:10 Uhr

Meta muss in USA 567 Millionen Dollar zahlen

Wegen des ungenügenden Schutzes von Minderjährigen auf seinen Onlineplattformen ist der US-Konzern Meta zur Zahlung von 567 Millionen Dollar (492 Millionen Euro) verurteilt worden. Mit dem Geld soll laut dem am Donnerstag im Bundesstaat New Mexico gefällten Richterspruch ein Fonds zur Unterstützung von Minderjährigen finanziert werden, die durch Online-Konsum zu Schaden gekommen seien.

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EU-Abgeordnete fordern Touristenvisa-Einschränkungen für Russen

EU-Abgeordnete fordern wegen des russischen Angriffskriegs schnelle Änderungen der Schengen-Visaregeln, um großzügige Touristenvisa für russische Staatsbürger zu stoppen. Italien, Frankreich und Spanien erteilten 2025 zusammen 441.027 Visa. Elf Staaten kritisierten die Praxis.
 

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Trump: Neuer Anlauf für Beschränkung von US-Geburtsrecht

US-Präsident Donald Trump will das Geburtsrecht erneut einschränken. Kindern von Müttern, die nur zur Geburt in die USA reisen, soll die US-Staatsbürgerschaft nicht automatisch zustehen. Zudem sollen Online-Prüfungen bei Visa auf weitere Kategorien ausgeweitet werden, betroffen sind auch ausländische Journalisten. Antragsteller sollen laut „The Daily Signal“ Einblick auf Konten geben.

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Wie Deutschlands Autokrise Stuttgart ins Minus treibt

In Kürze:

  • Stuttgart verzeichnet 2025 mit 711,7 Millionen Euro das höchste Haushaltsdefizit seiner Geschichte.
  • Sinkende Gewerbesteuereinnahmen treffen auf steigende Ausgaben, während die Automobilindustrie einen tiefgreifenden Strukturwandel durchläuft.
  • Der Fall Stuttgart zeigt, wie eng die Finanzlage deutscher Industriestädte mit der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen verbunden ist.

 
Über Jahrzehnte galt Stuttgart als Musterbeispiel deutscher Wirtschaftskraft. Kaum eine andere Region ist so eng mit dem Erfolg der Industrie verbunden. Im „Regionalranking 2026“ zählt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Region erneut zu den wirtschaftsstärksten Deutschlands. Weltkonzerne wie Mercedes-Benz, Porsche und Bosch haben hier ihren Stammsitz. Dazu kommen Hunderte mittelständische Zulieferer und Maschinenbauer. Die Region erwirtschaftet seit Jahren einen erheblichen Teil der industriellen Wertschöpfung Baden-Württembergs und zählt zu den innovationsstärksten Standorten Europas.
Von diesem Erfolg profitierte nicht nur die Wirtschaft. Auch die Stadt selbst lebte von der Ertragskraft ihrer Unternehmen. Hohe Gewerbesteuereinnahmen verschafften ihr finanzielle Spielräume für Schulen, Kindertagesstätten, den öffentlichen Nahverkehr oder den Ausbau der Infrastruktur. Stuttgart gehörte damit zu den Kommunen, deren Haushalt lange als vergleichsweise solide galt. Dieses Bild hat sich innerhalb kurzer Zeit verändert.
Für das Haushaltsjahr 2025 weist die Landeshauptstadt Baden-Württembergs ein Defizit von 711,7 Millionen Euro aus. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist dies das höchste Minus ihrer Geschichte. Noch 2023 hatte Stuttgart einen Rekordüberschuss von 1,5 Milliarden Euro erzielt. Inzwischen rechnet die Stadtverwaltung bis 2031 mit einem zusätzlichen Konsolidierungsbedarf von rund 700 Millionen Euro. Bereits für das laufende Jahr erwartet sie eine weitere Verschlechterung der Haushaltslage. Wie konnte sich die Finanzlage einer der wirtschaftsstärksten Städte Deutschlands innerhalb weniger Jahre so deutlich verschlechtern?

Wenn Unternehmen weniger verdienen, spüren es die Rathäuser

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste eigene Einnahmequelle deutscher Städte. Sie hängt unmittelbar von der Ertragslage der Unternehmen ab. Entwickeln sich Betriebe erfolgreich, steigen in der Regel auch die Einnahmen der Kommunen. Gehen die Gewinne zurück, fällt meist auch die Gewerbesteuer geringer aus.
Genau das zeigt sich derzeit in Stuttgart. Nach außergewöhnlich hohen Gewerbesteuereinnahmen in den Jahren 2022 und 2023 sanken die Nettoerträge 2025 auf 732 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben der Stadt weiter. Seit 2021 erhöhten sich die ordentlichen Aufwendungen um rund 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise 34 Prozent. Dazu zählen vorwiegend Personal-, Sozial- und Sachkosten. Damit konnte Stuttgart seine laufenden Ausgaben zum zweiten Mal in Folge nicht mehr vollständig aus den laufenden Erträgen finanzieren.
Für die Stadt hat das unmittelbare Folgen. Der finanzielle Spielraum schrumpft, Investitionen müssen stärker priorisiert und zusätzliche Einsparmöglichkeiten gesucht werden. Genau darauf zielt das „Haushaltssicherungskonzept 2030+“ ab, mit dem die Verwaltung den Haushalt bis Anfang der 2030er-Jahre wieder strukturell ausgleichen will.

Stuttgart stellt sich auf Jahre des Sparens ein

Mit dem Haushaltssicherungskonzept hat die Stadt auf die veränderte Finanzlage reagiert. Bis Anfang der 2030er-Jahre soll der Haushalt schrittweise wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Geplant sind unter anderem eine Überprüfung von Ausgaben, eine Neubewertung kommunaler Aufgaben und weitere Konsolidierungsmaßnahmen. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat den Doppelhaushalt zwar genehmigt, zugleich aber deutlich gemacht, dass der eingeschlagene Sparkurs fortgesetzt werden muss.
Für Stuttgart wird somit der finanzielle Spielraum kleiner. Künftige Ausgaben müssen stärker gegeneinander abgewogen werden als in den Jahren hoher Gewerbesteuereinnahmen.
Die eigentliche Ursache dieser Entwicklung liegt allerdings nicht in der Stadtverwaltung. Sie ist eng mit der wirtschaftlichen Lage der Region verbunden. Denn kaum ein anderer deutscher Ballungsraum hängt so stark vom Erfolg der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer ab wie Stuttgart.

Die Industrie im Umbruch

Die Probleme der Stadt fallen in eine Zeit, in der sich die Automobilindustrie neu erfinden muss. Jahrzehntelang verdienten die Hersteller vor allem mit Fahrzeugen, deren Technik kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Heute müssen sie Milliarden in Elektroantriebe, Batterien und Software investieren, und das in einem Markt, der deutlich härter umkämpft ist als noch vor wenigen Jahren.
Besonders spürbar ist der Wandel in China. Der Markt galt lange als wichtigster Wachstumsmotor deutscher Premiumhersteller. Inzwischen haben chinesische Autohersteller vor allem bei Elektroautos deutlich aufgeholt und gewinnen Marktanteile. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller nach Europa und verschärfen dort den Wettbewerb. Für Mercedes-Benz, Porsche und andere Hersteller bedeutet das: Sie müssen hohe Investitionen stemmen, während der Druck auf Preise und Gewinne wächst.
Wie die Unternehmen darauf reagieren, zeigt sich auch in der Region Stuttgart. Porsche und der Gesamtbetriebsrat vereinbarten Ende Juli ein Zukunftspaket. Der Sportwagenhersteller will rund 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach investieren. Gleichzeitig sollen bis 2035 weitere 5.000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Porsche begründet die Maßnahmen mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu stärken. Zudem solle das Zukunftspaket dazu beitragen, die Produktivität weiter zu steigern und die Personalkosten nachhaltig zu senken.
Auch Mercedes-Benz arbeitet daran, seine Kosten dauerhaft zu senken. Mit dem Programm „Next Level Performance“ plant der Konzern unter anderem, seine Fixkosten zu reduzieren, Produktionsabläufe effizienter zu gestalten und Investitionen gezielter zu steuern.
Auch Bosch reagiert mit einem umfangreichen Anpassungsprogramm auf den Wandel der Automobilindustrie. Der Zulieferer plant bis Ende 2030 den Abbau von rund 13.000 Stellen, insbesondere an deutschen „Mobility-Standorten“. Als Gründe nennt das Unternehmen die anhaltend schwache Entwicklung des weltweiten Fahrzeugmarktes, den verzögerten Hochlauf von Zukunftstechnologien wie Elektromobilität und Wasserstoff, den Strukturwandel der Branche sowie den hohen Preis- und Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig müsse Bosch umfangreiche Investitionen in seine Zukunft leisten und diese weitgehend aus eigener Kraft finanzieren.
Von einem Rückzug der Industrie kann dennoch keine Rede sein. Die Unternehmen investieren weiterhin Milliarden in Forschung, Entwicklung und neue Produktionsanlagen. Gleichzeitig richten sie ihre Strukturen auf einen Markt aus, der langsamer wächst und deutlich umkämpfter ist als noch vor wenigen Jahren.

Was Stuttgart über Deutschland verrät

Für Stuttgart bleibt dieser Wandel nicht ohne Folgen. Die Industrie prägt die Wirtschaftskraft der Region und stellt auch die wichtigste Einnahmequelle der Stadt dar. Das Rekorddefizit ist deshalb mehr als eine kommunale Haushaltszahl. Es verdeutlicht, wie eng die Finanzkraft vieler deutscher Industriestädte mit der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen verbunden ist. Stuttgart macht diesen Zusammenhang besonders deutlich, weil kaum eine andere Großstadt so stark von einer Branche geprägt wird. Sollte sich der Strukturwandel der Automobilindustrie länger hinziehen als erwartet, dürfte diese Entwicklung auch für andere Industriestandorte an Bedeutung gewinnen.
Stuttgart ist damit mehr als ein Einzelfall. Die Entwicklung zeigt, wie unmittelbar sich wirtschaftliche Veränderungen auf die Finanzen einer Kommune auswirken können. Solange die Industrie wächst, profitieren auch die Städte. Gerät sie unter Druck, verändert sich dieser Zusammenhang.
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UN fordert Ende der Angriffe auf Wohngebiete in Russland und Ukraine

UN-Generalsekretär António Guterres hat Russland und die Ukraine zur sofortigen Einstellung ihrer Angriffe auf bewohnte Gebiete aufgerufen.
Die jüngsten Attacken folgten einem „alarmierenden Muster eskalierender Angriffe auf bewohnte Gebiete“, sagte Guterres‘ Sprecher Farhan Haq am Donnerstag, den 6. August, in New York. Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen eindeutig gegen das humanitäre Völkerrecht und müssten sofort unterbleiben.

UN verurteilt Angriffe beider Seiten

Guterres verurteile die jüngsten großangelegten russischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Kiew und andere ukrainische Städte ebenso wie die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf mehrere Regionen Russlands, sagte Haq weiter.
Bei einem russischen Angriff auf Kiew und die umliegende Region waren in dieser Woche mindestens 17 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Bei ukrainischen Angriffen auf Russland kamen mehrere Menschen ums Leben.

Angriffe zuletzt deutlich verstärkt

Beide Seiten hatten ihre gegenseitigen Angriffe zuletzt intensiviert. Die Ukraine attackierte nach eigenen Angaben unter anderem Raffinerien in den russischen Regionen Baschkortostan und Jaroslawl, die Hunderte Kilometer von der Front entfernt liegen.
Russland setzte seine Angriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur fort.

Zahl der getöteten Zivilisten steigt

Nach Angaben der UNO ist die Zahl der getöteten Zivilisten in dem Konflikt im laufenden Jahr gestiegen.
Der Krieg begann im Februar 2022 mit der großangelegten russischen Offensive gegen die Ukraine. Anzeichen für eine Friedensvereinbarung gibt es bislang nicht. (afp/red)
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Wie Ärztin in Handtasche – App für Brustkrebspatientinnen

„Hatten Sie Schmerzen? Waren Sie selbst für Ihre gewohnten Tätigkeiten zu müde?“ Mit Fragen zu Symptomen, Alltag und emotionaler Verfassung kann einer Studie zufolge die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen gesteigert werden. Das haben Forschende der Berliner Charité und der Deutschen Krebsgesellschaft belegt, deren Studie in der Fachzeitschrift „JAMA Oncology“ erschienen ist.
Kern des Projekts namens PRO B (Patient Reported Outcomes bei Brustkrebs) ist eine App mit dem Namen „ida care“. Im Rahmen des Projekts wurden Patientinnen mit Brustkrebs, der Metastasen gebildet hat, in der App einmal pro Woche strukturiert bis zu 52 Fragen zu ihren Symptomen, zum Alltag und zum Gemütszustand gestellt.
Ein Algorithmus wertete die Antworten aus und meldete relevante Veränderungen umgehend an das Behandlungsteam. Dieses rief die Patientin innerhalb von 48 Stunden zurück, um zu klären, ob gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen waren.

Ständige Betreuung

Die App erlaube eine kontinuierliche Betreuung und Beurteilung der Symptome infolge der Erkrankung oder der Therapie, erklärte Studienleiterin Maria Karsten, Leitende Oberärztin am Brustzentrum der Charité. Das Betreuungsteam wurde über Symptome informiert, ohne dass die jeweilige Patientin selbst vor Ort war.
„Eine Patientin habe ihr gesagt, es sei „wie eine Ärztin in der Handtasche, die guckt, wie es mir geht“, sagte Karsten der Deutschen Presse-Agentur.
Die Abstände, zwischen denen Patientinnen während ihrer Therapie in der Klinik seien, könnten bis zu acht Wochen oder drei Monate betragen, sagte Karsten. Der medizinische Blick sei dadurch lückenhaft geworden. Diese Lücke werde durch das Konzept geschlossen.

Symptome werden eher gesehen

Durch das Monitoring würden Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Atemnot oder Schmerzen eher gesehen, möglicherweise auch von den Patientinnen ernster genommen, aber auch das Behandlungsteam sensibilisiert, sich Symptome genauer anzuschauen.
Es habe – auch durch umgestellte Therapien – eine signifikante Verbesserung der Symptome gegeben, sagte Karsten. „Es führt dazu, dass man im Alltag besser zurechtkommt.“
Insgesamt wurden 909 Patientinnen im Alter von 19 bis 81 Jahren in 52 beteiligten Brustkrebszentren über ein Jahr lang begleitet. Rund die Hälfte der Frauen sei neben der medikamentösen Tumortherapie mit dem PRO-B-Konzept betreut worden.
Diese Patientinnen berichteten demnach über signifikant weniger Fatigue, also physische, emotionale oder mentale Erschöpfungszustände, die den Alltag stark einschränken können.

App könnte Patientinnen bald zur Verfügung stehen

Studienleiterin Karsten geht davon aus, dass das Monitoring Patientinnen bald zugutekommt. „Wir planen im letzten Quartal dieses Jahres in die Versorgung zu gehen.“
Das Innovationsfonds-Projekt PRO B wurde gemeinsam mit den Krankenkassen Barmer, DAK-Gesundheit und mkk umgesetzt. Man sei mit weiteren Krankenkassen im Gespräch, sagte Karsten.
Auch der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses sieht das App-basierte Monitoring als guten Weg, eine Verschlechterung des Allgemeinzustands schnell zu erkennen, und gleichzeitig Kosten zu sparen.
Er hat empfohlen, das Behandlungskonzept für alle gesetzlich Versicherten verfügbar zu machen, wie eine Sprecherin des G-BA bestätigte.
Nach Angaben der Charité leben rund 68.000 Frauen in Deutschland mit Brustkrebs, der Metastasen gebildet hat. In diesem Stadium ist der Krebs nicht mehr heilbar. Durch moderne Therapien lässt die Erkrankung sich den Angaben zufolge aber zumindest vorübergehend kontrollieren und die Lebenserwartung um mehrere Jahre verlängern. (dpa/red)
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Niedrigwasser als Stresstest für Deutschlands Industrie


In Kürze:

  • Das anhaltende Niedrigwasser schränkt die Schifffahrt auf dem Rhein massiv ein. Der Bund will mit Ausnahmen für Lkw und zusätzlichen Schienentransporten gegensteuern.
  • Rund 86 Prozent der Güter auf deutschen Binnenwasserstraßen werden über den Rhein transportiert. Besonders Chemie-, Stahl- und Raffinerieunternehmen sind auf den Fluss angewiesen.
  • Längere Transportzeiten und höhere Logistikkosten könnten sich bei anhaltendem Niedrigwasser auch auf die Verbraucher auswirken, etwa durch steigende Kraftstoffpreise.

 
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat Vertreter der Industrie, der Häfen und der Binnenschifffahrt am Donnerstag, 6. August, zu einem Spitzentreffen nach Bonn eingeladen. Anlass ist die anhaltende Niedrigwasserlage auf den deutschen Bundeswasserstraßen, die den Güterverkehr zunehmend beeinträchtigt.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand dabei der Rhein, Deutschlands wichtigste Binnenwasserstraße, auf der die wirtschaftlichen Folgen der niedrigen Pegelstände derzeit besonders deutlich zu spüren sind. Ziel des Treffens war es, kurzfristige Maßnahmen gegen die Einschränkungen im Güterverkehr zu beraten.
Nach dem Spitzentreffen erläuterte Bilger die Maßnahmen der Bundesregierung. So wolle der Bund zusätzliche Transporte auf Straße und Schiene erleichtern, um die Folgen des Niedrigwassers für die Wirtschaft abzufedern. Konkret kündigte der Minister an, Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für besonders betroffene Güter prüfen zu wollen.
„Wir werden darüber sprechen, dass wir Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für besonders betroffene Güter vornehmen“, sagte Bilger. Er habe dazu bereits mit mehreren Verkehrsministern der Länder gesprochen und dabei „große Bereitschaft“ festgestellt.
Auch für Schwertransporte, die wegen der Einschränkungen auf den Wasserstraßen auf die Straße verlagert werden müssten, seien Erleichterungen geplant. Zugleich habe das Bundesverkehrsministerium die Autobahn GmbH angewiesen, alles daranzusetzen, Ausweichverkehr nicht durch zusätzliche, vermeidbare Baustellen auszubremsen.
Die Deutsche Bahn Bahn-Infrastruktursparte DB InfraGO werde zudem einen „Sonderkoordinator Niedrigwasser“ bereitstellen, der zusätzliche Schienentransporte in den betroffenen Regionen unterstützen soll.
Bilger betonte, die Maßnahmen sollten der Wirtschaft kurzfristig helfen. „Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir können dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft besser durch diese schwierigen Wochen kommt“, sagte der Minister.
Bei den angekündigten Schritten handele es sich um „ganz konkrete Schritte, die Unternehmen jetzt helfen können“.

Der Rhein als Rückgrat der Industrie

Obwohl sich das Spitzentreffen mit der Niedrigwasserlage auf den Bundeswasserstraßen insgesamt befasste, richtete sich der Blick vorwiegend auf den Rhein. Keine andere Wasserstraße ist für die deutsche Wirtschaft so bedeutend. Der Fluss verbindet die Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen mit den Industriezentren im Ruhrgebiet, im Rheinland sowie bis nach Baden-Württemberg und in die Schweiz.
Entlang seines Verlaufs haben sich über Jahrzehnte Chemiewerke, Stahlhütten, Raffinerien und zahlreiche weitere Industriebetriebe angesiedelt. Für viele von ihnen ist der Rhein der wichtigste Transportweg für Rohstoffe und Vorprodukte.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden auf den deutschen Binnenwasserstraßen im Jahr 2025 insgesamt 171,6 Millionen Tonnen Güter transportiert. Das Transportaufkommen lag damit 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert und erreichte den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.
Die Zahlen zeigen jedoch nicht, dass die Binnenschifffahrt an Bedeutung verliert. Vielmehr transportiert sie Güter, die für zentrale Industriezweige unverzichtbar sind und sich nur eingeschränkt auf andere Verkehrsträger verlagern lassen. Dazu gehören Mineralöl und andere Kraftstoffe, Chemikalien, Kohle, Steine und Erden, Eisenerz, Stahl, Sand, Kies sowie Container.
Welche Schlüsselrolle der Rhein dabei einnimmt, verdeutlichen Destatis-Daten aus dem letzten großen Niedrigwasserjahr 2022. Bereits in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 wurden 86,3 Prozent aller Güter, die auf deutschen Binnenwasserstraßen transportiert wurden, ganz oder teilweise über den Rhein befördert.
Keine andere Wasserstraße übernimmt eine vergleichbare Funktion für den Güterverkehr. Gerade die über den Rhein transportierten Massengüter stehen am Beginn vieler industrieller Wertschöpfungsketten.
Chemiewerke benötigen große Mengen flüssiger Rohstoffe, Stahlwerke sind auf Erz und Kohle angewiesen, Raffinerien auf kontinuierliche Öllieferungen. Fällt der Wassertransport aus oder wird erheblich eingeschränkt, geraten deshalb nicht nur Logistikunternehmen unter Druck, sondern ganze Produktionsprozesse.

Niedrigwasserlage kein Einzelfall

Niedrigwasser gehört grundsätzlich zum natürlichen Abflussgeschehen des Rheins. Besonders nach niederschlagsarmen Sommern können die Wasserstände über Wochen deutlich sinken.
In den Trockenjahren 2003, 2018 und 2022 kam es zu erheblichen Einschränkungen der Binnenschifffahrt.
Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) dokumentiert die Wasserstände an zahlreichen Rheinpegeln. Als wichtigste Referenz für die Rheinschifffahrt gilt der Pegel Kaub am Mittelrhein. Er entscheidet maßgeblich darüber, wie tief beladene Güterschiffe den besonders flachen Abschnitt zwischen Mainz und Koblenz passieren können. Deshalb orientieren sich Reedereien, Verlader und Industrieunternehmen regelmäßig an diesem Messpunkt.
Am Pegel Kaub wurde am 22. Oktober 2018 mit 25 Zentimetern der bisherige Niedrigwasserrekord gemessen und galt bis zum aktuellen Niedrigwasser im Sommer 2026 als historischer Tiefststand. Am Mittwoch gab die WSV den Pegelstand Kaub erstmals mit unter 20 Zentimeter an.

Folgen an der Zapfsäule zu sehen?

Der Ökonom Simon Gerards Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) sieht im aktuellen Niedrigwasser ein strukturelles Problem für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Gerade Unternehmen entlang des Rheins seien in hohem Maße auf die Wasserstraße angewiesen. Als Beispiel nannte er den Chemiekonzern BASF, der nach seinen Angaben rund 40 Prozent seiner Güter über den Rhein transportiert. „Für ein Unternehmen wie BASF ist es lebensnotwendig, dass ein Rhein als Wasserstraße funktioniert“, sagte Iglesias im ZDF-„Morgenmagazin“.
Das Niedrigwasser zeige zugleich die begrenzte Krisenfestigkeit der deutschen Verkehrsinfrastruktur. Ein kurzfristiger Wechsel auf Straße oder Schiene sei nur eingeschränkt möglich.
Nach Ansicht des Ökonomen seien die Wasserstraßen, ähnlich wie Schiene und Straße, über Jahrzehnte vernachlässigt worden. Um die Schiffbarkeit langfristig zu sichern, reichten einzelne Maßnahmen nicht aus. Er forderte eine umfassende Modernisierung der Wasserstraßen sowie deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte.
Auswirkungen könnten Verbraucher nach Einschätzung des IW-Experten schon bald auch an den Tankstellen spüren. Bereits während des Niedrigwassers 2018 hätten die eingeschränkten Liefermöglichkeiten für Mineralöl zu höheren Kraftstoffpreisen entlang des Rheins geführt. Wenn Raffinerien weniger Rohöl per Schiff erhielten oder ihre Produktion drosseln müssten, könne sich dies erneut auf die Preise auswirken.
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Rentenreform: Streit um Lebensleistung und Kosten

Im Streit um die Zukunft der sogenannten Rente mit 63 nimmt Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) nun auch Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) in die Pflicht.
Soll die Reform noch in diesem Jahr den Bundestag passieren, müsse Bas im Herbst einen Referentenentwurf vorlegen, sagte Frei der „Rheinischen Post“. Dieser müsse dem Vorschlag der Alterssicherungskommission entsprechen – „einschließlich der Abschaffung der Rente mit 63“. Das habe die Sozialministerin bei Vorlage des Kommissionsberichts selbst zugesagt.

Widerstand gegen Abschaffung

In den vergangenen Tagen hatten mehrere ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten sowie SPD-Politikerinnen und -Politiker aus verschiedenen Teilen Deutschlands gefordert, an der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte festzuhalten.
Ein Argument der Befürworter ist, dass besonders in Ostdeutschland viele Menschen im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sind.

Frei warnt vor Aufweichung des Reformpakets

Frei verteidigte das Reformpaket erneut als Gesamtkonzept. „Wer einen der Bausteine herausbricht, muss mit weiteren Änderungswünschen rechnen – und bringt am Ende das ganze Gebäude zum Einsturz“, warnte er.
Zu dem Konzept gehöre auch die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Dadurch ließen sich Ausgaben in Milliardenhöhe vermeiden. „Ich habe noch keinen Vorschlag gehört, wie diese Summe kompensiert werden könnte“, sagte Frei.
Auf die Frage, ob er bei einem Kompensationsvorschlag gesprächsbereit sei, antwortete Frei: „Das würde dann gelten, wenn er einigungsfähig ist und die Kosten kompensiert werden.“ Die Einsetzung einer Kommission aus Expertinnen und Experten sowie hochqualifizierten Abgeordneten sei schließlich nicht ohne Grund erfolgt.

Cremer kritisiert Vorteile für Gutverdiener

Auch der frühere Caritas-Chef Georg Cremer widerspricht der Kritik an den Reformvorschlägen der Rentenkommission. Die Politik mache Gutverdienern ein Geschenk zulasten der Allgemeinheit, sagte er dem „Focus“.
Cremer argumentierte, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren vor allem Gutverdienern zugutekomme. „Diejenigen, die die abschlagsfreie Rente nutzen, haben – allein schon wegen der langen Versicherungszeit – deutlich höhere Renten als diejenigen, die diese Regelung nicht nutzen können“, sagte er.
Viele Erwerbstätige mit hoher beruflicher Belastung erreichten die erforderlichen 45 Versicherungsjahre nicht. „Gerade der sprichwörtliche Dachdecker wird daher eben nicht erreicht.“

Fast drei Millionen Menschen nutzten Regelung

Seit Einführung der Regelung hätten fast drei Millionen Neurentner davon Gebrauch gemacht, sagte Cremer. Darunter seien viele gesunde und gut qualifizierte Erwerbstätige, die nicht wegen Erschöpfung, sondern aus freien Stücken aufgehört hätten.
Da Rentner ohne Begrenzung hinzuverdienen könnten, bestehe ein Anreiz, die Rente zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu beziehen.
Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum Regelrentenalter arbeiten könnten, schlage die Kommission eine Härtefallregelung mit individueller Gesundheitsprüfung vor. „Die Kommission war also nicht sozial blind“, sagte Cremer.

Streit um Begriff der Lebensleistung

Die Argumentation der Ministerpräsidenten, die Regelung würdige die Lebensleistung, weist Cremer zurück. „Verdient man nach 42 Jahren weniger Respekt?“, fragte er.
Die Grenze von 45 Jahren sei willkürlich und werde moralisch überhöht. (afp/dts/red)
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6. August: Anschlag entgangen | Unterstützung wegen Niedrigpegel | Linke kündigt Enteignung an

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Anschlag entgangen

Nach dem Drohnenvorfall in Leipzig spricht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einer „hybriden Bedrohung“. Laut der Gewerkschaft der Polizei seien wir einem großen Anschlag entgangen. Die Drohne war so konfiguriert, dass sie die Sicherheitsbehörden umgehen konnte. Der Flugplatz gilt als wichtiges Drehkreuz für Militärtransporte in die Ukraine.

Unterstützung wegen Niedrigpegel

Nach dem Spitzentreffen zum Niedrigwasser auf Bundeswasserstraßen kündigte Verkehrsminister Steffen Bilger verschiedene Hilfsmaßnahmen an. Zusätzliche Transporte auf Straße und Schiene sollen erleichtert werden und Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für besonders betroffene Güter möglich sein. Dies soll die Industrie unterstützen.
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Linke kündigt Enteignung an

Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner hat angekündigt, dass ihre Partei im Falle einer Regierungsbeteiligung im Berliner Senat auf die Enteignung großer Wohnungsunternehmen bestehen werde. Um die Mieten langfristig zu stabilisieren, müsse ein Teil der Wohnungen der Marktlogik entzogen werden. In Berlin finden am 20. September die Landtagswahlen statt.

Lebenslange Haftstrafe

Im Prozess um den tödlichen Autoanschlag auf eine ver.di-Demonstration in München ist der aus Afghanistan stammende Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Bei dem Anschlag im Februar 2025 wurden eine 37-jährige Mutter und ihr zweijähriges Kind getötet und mehr als 40 Menschen verletzt.

Meta KI Angriff

Der Facebook-Konzern Meta hat bestätigt, dass sich seine KI in die Computersysteme eines anderen Unternehmens gehackt hat. Welches Unternehmen betroffen war, ist nicht bekannt. Nach den KI-Firmen OpenAI und Anthropic ist dies bereits der dritte Fall, in dem sich eine KI unerlaubt Zugang zu fremden Systemen verschafft hat.
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Infantino räumt Fehler ein: UEFA hält an Boykott-Plänen fest

Auch mit dem Eingeständnis eines Fehlers beim gescheiterten Investorendeal hat Gianni Infantino seine Opposition aus Europa nicht von ihrer Androhung eines WM-Boykotts abbringen können.
Das Krisentreffen der FIFA, bei dem der angeschlagene Präsident des Weltverbands die Unterstützung seines Führungszirkels erhielt, habe nichts an ihrer Position geändert, teilte die Europäische Fußball-Union UEFA mit.
Die Drohung, vorerst nicht mehr an FIFA-Wettbewerben teilzunehmen, bleibt damit bestehen. Es seien nicht die Voraussetzungen erfüllt, um sie zurückzunehmen, hieß es vom Kontinentalverband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
„Erstens mussten die Vorschläge zum Verkauf der großen Wettbewerbe zurückgezogen werden. Zweitens mussten Zusicherungen gegeben werden, dass solche Versuche, den Fußball auf diese Weise zu entstellen, nie wieder unternommen werden.“

UEFA: Vertrauen in Infantino ist verloren

Darüber hinaus bekräftigte die UEFA, dass das Vertrauen in Infantino verloren gegangen sei. An dieser Haltung halte man fest, stellte der Verband klar. „Die gestrige Bekanntgabe, dass einige Angestellte des FIFA-Präsidenten (deren Karriere von seiner Gunst abhängt) ihm zustimmen, ändert nichts daran.“
Inmitten seiner schwersten Krise als FIFA-Präsident hatte Infantino zuvor aus dem kleinen Al Medina Stadium von Rabat ein klares Signal in die aufgeregte Fußball-Welt gesendet. Der 56-Jährige verbreitete via Instagram ein Foto mit seinem in der vergangenen Woche noch abtrünnig wirkenden Generalsekretär Mattias Grafström.
Beide grinsen und recken demonstrativ einen Daumen nach oben. Es sollte beim Besuch des Afrika Cups der Frauen unterstreichen, was der Weltverband nach einer Krisensitzung in der marokkanischen Hauptstadt mitgeteilt hatte: Die FIFA-Führung steht geschlossen hinter Infantino. Und der Verbandsboss aus der Schweiz denkt gar nicht daran, von sich aus seinen Rücktritt zu erklären.

FIFA will „keinerlei Angriffe mehr dulden“

Stattdessen schaltete Infantino nur viereinhalb Tage nach dem krachenden Scheitern des Investorendeals, mit dem er die Fußball-Szene zuvor schockiert und empört hatte, wieder in den Angriffsmodus. In einem Schreiben, das an die FIFA-Vizepräsidenten und Councilmitglieder der FIFA adressiert ist und von Sky News in voller Länge veröffentlicht wurde, gestehen die beiden Unterzeichner Infantino und Grafström zwar Fehler ein. Doch nicht nur das.
Sie drohen auch mit Konsequenzen. „Nach der Rücknahme des Projekts wird die FIFA keinerlei Angriffe auf ihre Integrität, ihre gute Unternehmensführung und die Einhaltung ordnungsgemäßer Verfahren mehr dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Namen und ihren Ruf zu schützen und zu wahren“, heißt es wörtlich.

Rückendeckung von Grafström

In den vergangenen Tagen hatte es eine beispiellose Welle der Kritik und viele Rücktrittsforderungen an Infantino wegen des geplanten Investorendeals gegeben. Die UEFA hatte geschlossen mit allen 55 Mitgliedern gedroht, die WM und alle weiteren FIFA-Wettbewerbe zu boykottieren.
Auch aus Nord- und Mittelamerika und Asien gab es deutliche Kritik, damit war klar, dass das Projekt keinerlei Mehrheit haben würde. In der Nacht zu Samstag gab Infantino den Plan auf.
In Marokko versammelte Infantino nun das Top-Management der FIFA um sich und bekam in Rabat das, was er sich erhofft hatte: die volle interne Rückendeckung, die in der vergangenen Woche zu bröckeln drohte.
Der Schwede Grafström hatte zuletzt angesichts des gescheiterten Plans zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren in einer internen Mail an FIFA-Mitarbeiter noch eine „traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“ sowie „Aufruhr“ beklagt.

Was macht die UEFA?

Nun unterzeichnete Grafström einen Brief, der eine Entschuldigung zu einem Vorgang enthielt, der dem Generalsekretär offenbar gar nicht bekannt war. „Zur Vermeidung jeglicher Missverständnisse bekräftigen der FIFA-Generalsekretär und das anwesende Management Board ihre uneingeschränkte Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino als den einzigen offiziellen Repräsentanten, der von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden gewählt wurde“, hieß es von der FIFA.
Im Spiel der machtpolitischen Winkelzüge reagierte die UEFA umgehend. Trotz der Rücknahme der Investorenpläne bleibt der Kontinentalverband seiner Linie treu.

Infantino teilt Unterstützung von Verbänden

Die FIFA räumte ein, kommunikativ Fehler gemacht zu haben. Es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, dem FIFA-Council und den FIFA-Mitgliedsverbänden „das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen“, teilte der Weltverband mit.
Doch dieses Eingeständnis ist aus Sicht der FIFA und vor allem aus Sicht von Infantino längst kein Grund, zur Seite zu treten. Im Gegenteil: Infantino will sich im März 2027 in Marokko für eine weitere Amtszeit bis 2031 wählen lassen und informiert aktuell über jeden Verband, der ihn unterstützt.
In der Nacht nach dem Krisengipfel postete Infantino die Unterstützungsschreiben aus der Mongolei sowie von den Philippinen.
Insgesamt acht asiatische Verbände unterstützen Infantino demnach bislang. Dazu zählt auch der ehemalige WM-Gastgeber Katar. Noch nicht positioniert hat sich dagegen Saudi-Arabien, das 2034 erstmals Ausrichter der WM sein soll und im Nahen Osten als sportpolitisch immer wichtigerer Akteur wahrgenommen wird.

Wie wahrscheinlich ist eine Abwahl?

Auf der anderen Seite haben erste europäische Verbände wie Wales oder Serbien angekündigt, Infantino nicht mehr offiziell unterstützen zu wollen. Offiziell gibt es aber noch keinen Herausforderer für Infantino.
Um den Mann aus dem Wallis zu stürzen, gibt es mehrere Optionen: das aus 37 Mitgliedern bestehenden FIFA-Council, bei dem eine Mehrheit eine Krisensitzung einberufen könnte. Oder eine außerordentliche Sitzung des FIFA-Kongresses, für die 43 von 211 Stimmen nötig wären. (dpa/red)