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Übersicht zu Waldbränden: Diese Teile von Deutschland sind besonders betroffen


In Kürze:

  • Waldbrand bedroht die Eifel: Die Gemeinde Hürtgenwald wurde wegen eines sich ausbreitenden Waldbrandes evakuiert.
  • Mehrere Brandherde: Auch im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt kämpfen Einsatzkräfte gegen größere Wald- und Flächenbrände.
  • Hohe Waldbrandgefahr: Für zahlreiche Regionen Deutschlands wird angesichts von Hitze und Trockenheit eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr erwartet.

 
Am Freitag, 14. August, hat sich die Waldbrandlage in Deutschland an mehreren Stellen zugespitzt.
Ein Fokus liegt dabei auf die Gemeinde Hürtgenwald in der Eifel in Nordrhein-Westfalen.
Aber auch im Saarland, in Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt sind Feuerwehren gegen größere Wald- und Flächenbrände im Einsatz.
Dazu kommt eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr in mehreren weiteren Bundesländern.

Flammen rücken bis auf 400 Meter an Ortsteil heran

Beim großen Waldbrand bei Hürtgenwald leitete die zuständige Feuerwehr am frühen Morgen von Freitag, 14. August, die Evakuierung des Ortsteil Gey ein. Zuvor hatte sich nach Angaben der Polizei der Wind gedreht und die Lage vor der von 1.800 Menschen bewohnten Ortschaft verschärft. Der Waldbrand hatte sich weiter in Richtung Gey ausgebreitet und kam bereits auf etwa 400 Meter heran.
In der Nacht hat die Dunkelheit die Brandbekämpfung aus der Luft eingeschränkt. Ein Löschhubschrauber kam zum Einsatz. Einsatzkräfte beschrieben die Situation als unübersichtlich. Der Landkreis Düren berief einen Krisenstab ein, der die Lage im Blick behalten soll.
Aufgrund der anhaltenden Gefahr forderten die zuständigen Behörden die Bewohner der Ortschaft dazu auf, ihre Häuser zu verlassen. Sie sollten nur die wichtigsten Gegenstände wie Ausweisdokumente oder dringend benötigte Medikamente mitnehmen. Am Freitagmorgen hieß es, die Evakuierung sei abgeschlossen.

Waldbrände in mehreren Bundesländern

Hürtgenwalds Bürgermeister, Stephan Cranen, sprach gegenüber dem WDR von einer Evakuierung, die „vorsichtshalber“ angeordnet worden sei. Von drei Bränden sei es gelungen, zwei in den Griff zu bekommen. Allerdings habe der dritte sich „in der Nacht leider noch weiter ausgebreitet Richtung Gey und auch Richtung des alten Munitionslagers in Düren“. Man hoffe jedoch, die Lage jetzt in den Griff zu bekommen.
Die Behörden veranlassten außerdem die Sperre mehrerer Straßen und Waldgebiete.
Hürtgenwald ist unterdessen nicht die einzige von Waldbränden betroffene Gemeinde.
So standen dem „Deutschlandfunk“ zufolge bei Ottweiler in Saarland am Freitagmorgen noch bis zu 10 Hektar Wald in Flammen. Vier der mehreren hundert im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute mussten wegen der Belastung durch Rauch und Hitze medizinisch behandelt werden.

Autobahn A1 in Richtung Bremen mehrere Stunden gesperrt

In Benneckenstein im Harz in Sachsen-Anhalt konnten die Einsatzkräfte am Donnerstag mit 250 Mann und einem Löschfahrzeug einen größeren Waldbrand unter Kontrolle bekommen. Auch eine Rauchwarnung ist mittlerweile aufgehoben. Allerdings ist davon auszugehen, dass in den kommenden Tagen noch Nachlöscharbeiten erforderlich sein werden.
In Magdeburg-Cracau wurde eine Rauchwarnung im Zusammenhang mit dem Brand eines Getreidefelds erlassen.
Für mehrere Stunden musste am Donnerstag laut „buchholz-aktuell.de“ die Autobahn A1 in Richtung Bremen zwischen dem Buchholzer Dreieck und Rade gesperrt werden.
Grund dafür war eine Brandentwicklung am Seitenstreifen, die in weiterer Folge auf angrenzende Waldflächen übergriff. Mehr als 100 Feuerwehrleute bekämpften den Brand auf einer Fläche von etwa 5.000 Quadratmetern.

Hitze und Trockenheit können auch am Wochenende Brände begünstigen

Für das Wochenende sind weitere Brände zu befürchten, in zahlreichen Regionen Deutschlands ist von einer erheblichen Waldbrandgefahr auszugehen.
In NRW, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gilt die Lage als angespannt.
In nahezu allen Teilen von Niedersachsen wurde am Donnerstag die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. Lediglich an der Küste und in Teilen des Harzes geht man von einem geringeren Risiko aus.

Bis zu 39 Grad und Gewitter erwartet

In vielen Teilen Deutschlands werden am Wochenende noch einmal Temperaturen zwischen 32 und 39 Grad erwartet.
Einige Regionen rechnen mit Gewittern, die Blitzschlag als zusätzlichen Risikofaktor für Waldbrände schaffen.
Für Samstag sind in einigen Regionen höchste Warnstufe möglich. In Baden-Württemberg wiesen dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge zuletzt sämtliche 61 erfassten Stationen mindestens die dritthöchste Gefahrenstufe auf.
Auch Bayern und auch die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sind von erhöhter Gefahr betroffen. Eine hohe Warnstufe bedeutet nicht automatisch, dass bereits Brände ausgebrochen sind. Sie beschreibt eine abstrakte Gefahrenlage. Davon sind konkrete Gefahren- oder Evakuierungslagen zu unterscheiden.

Bundesfeuerwehr als Teil des SPD-Hitzeschutzplans

Angesichts der hohen Zahl an Waldbränden sprach sich Esra Limbacher, einer der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, in der „Rheinischen Post“ für eine „Bundesfeuerwehr“ aus.
Diese solle den regionalen Einheiten als Unterstützungseinheit für besonders große Waldbrände zur Verfügung stehen. Limbacher gehört zu den Autoren des jüngst vorgelegten Hitzeschutzplans der SPD – und die Idee ist auch in diesem bereits verankert.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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