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Fall Fabian: Im Mordprozess hat die Angeklagte das Wort

Vor dem Landgericht Rostock wird heute mit Spannung die erste Aussage der Angeklagten im Fall des getöteten achtjährigen Fabian erwartet. Das Gericht rechnet mit über 100 Zuschauern und zahlreichen Medienvertretern.
Ob sich die Angeklagte selbst äußert, eine Erklärung verlesen lässt oder auf Fragen des Gerichtes antwortet, ist noch völlig offen. Einer ihrer Verteidiger hatte aber zuletzt die Chancen, dass seine Mandantin auf Nachfragen eingehen wird, als „minimal klein“ eingestuft.
Die Staatsanwaltschaft hält sie für die Mörderin von Fabian und wirft ihr vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Seit Beginn des Prozesses am 28. April schwieg die Frau.
Dennoch war ihre Stimme an fast jedem Prozesstag zu hören, denn die Kammer spielte zahllose Sprachnachrichten, abgehörte Telefongespräche und Videoaufnahmen aus der JVA ab, wo sie seit 7. November vorigen Jahres in Untersuchungshaft sitzt.
Oft schickte sie im Minutentakt Sprachnachrichten an Fabians Vater, mit dem sie bis August 2025 eine vierjährige Beziehung führte. In den Chats ging es um Liebe, Trennung, Vorwürfe der Lüge und Eifersucht. Die Frau war auch auf die materielle Hilfe von Fabians Vater angewiesen, denn sie hat fünf Pferde. Wegen einer Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Symptomen bezieht sie seit Jahren eine Erwerbsunfähigkeitsrente.

Fabians Mutter als Nebenklägerin

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ziel- und zweckgerichtet gehandelt zu haben, um durch die Tötung des Jungen einen Streitpunkt mit Fabians Vater zu beseitigen und diesen nach der Trennung wieder für sich wiedergewinnen zu können. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung.
An dem Prozess nimmt von Beginn an auch Fabians Mutter mit ihrer Anwältin Christine Habetha als Nebenklägerin teil. Sie war am 30. April die erste Zeugin des Verfahrens und schilderte damals, wie sie den Tag des Verschwindens ihres Sohnes und die Tage darauf erlebte.

Prozessende am 10. September geplant

Fabian war am 10. Oktober, einem Freitag, nicht zur Schule gegangen, weil es ihm nicht gut ging. Die Mutter ging zur Arbeit, kam aber danach direkt nach Hause, wo sie gegen 15.30 Uhr ankam und eine leere Wohnung vorfand.
Abends ging sie zur Polizei und gab eine Vermisstenanzeige auf, nachdem sie und Freunde zuvor überall nach „Fabi“ gesucht hätten. Der Junge wurde erst vier Tage später nach intensiver Suche tot aufgefunden.
Die erste Aussage der Angeklagten fällt auf den 22. Verhandlungstag – geplant sind bislang 27 Prozesstage bis zum 10. September. Ob der Zeitplan für das Urteil eingehalten werden kann, ist noch nicht klar. (dpa/red)
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Ab September: Alkoholverbot am Bahnhof und Garantie-Label


In Kürze:

  • Ab September müssen Fahrgäste der Deutschen Bahn und Händler mit strengeren Verordnungen rechnen.
  • Erleichterungen gibt es für Arbeitnehmer und Rentner bei der Steuererklärung.
  • Ebenso gibt es im kommenden Monat einen weiteren Bundesweiten Warntag.

 
Mit dem September kommen erneut einige Neuregelungen auf Verbraucher in Deutschland zu. So dürfen die Menschen an einigen Bahnhöfen ab September bald keinen Alkohol mehr konsumieren, und für Werbung mit Umweltaussagen gelten strengere Regeln.
Zudem können sich mehr Menschen in Steuerfragen von Lohnsteuerhilfevereinen helfen lassen, was für viele ein Vorteil sein kann. Im Folgenden eine Übersicht der Änderungen ab September.

Alkoholverbot an Bahnhöfen

Von dem Alkoholverbot sind ab 1. September 2026 zunächst nur die Bahnhöfe Berlin Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig betroffen. Bis zum 15. Oktober 2026 will die Deutsche Bahn jedoch schrittweise alle 5.400 Bahnhöfe „alkoholfrei“ machen. DB-Chefin Evelyn Palla teilte hierzu mit:
„Wir greifen durch: Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen. Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt.“
Somit soll sich durch das Alkoholverbot die Sicherheit für Mitarbeiter und Fahrgäste wieder erhöhen. Palla verwies dabei auf den „brutalen und sinnlosen Angriff vom vergangenen Freitag“ (17. Juli 2026). Sie bezog sich auf eine Gewalttat auf der Strecke Offenburg–Karlsruhe, bei der ein alkoholisierter Fahrgast einen Bahnmitarbeiter aus einem fahrenden Regionalzug gestoßen haben soll.
Die Frage ist nun, wie ein mögliches Alkoholverbot an Bahnhöfen durchgesetzt werden kann. (Symbolbild)

Das Alkoholverbot an Bahnhöfen kommt.

Foto: Sven Hoppe/dpa

„Deshalb kommt jetzt das Alkoholverbot an Bahnhöfen. Wir meinen es ernst mit der Sicherheit. Es geht um den Schutz unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste“, so Palla. Bereits heute seien laut Palla 30 Bahnhöfe in Deutschland alkoholfrei, darunter Köln, München und Hamburg. „Die Erfahrung dort ist eindeutig“, sagte die DB-Chefin. „Alkoholfrei heißt: weniger Gewalt und weniger Müll.“
Konkret gilt das Verbot auf den Bahnsteigen sowie in den Bahnhofshallen. Die Gastronomie kann allerdings durchatmen, sie bleibt von dem Verbot ausgenommen. Zudem ist es weiterhin erlaubt, Alkohol verschlossen in Taschen oder aus Einkäufen mitzuführen.
Die Einhaltung soll von den DB-Sicherheitskräften und der Bundespolizei überwacht werden. Bei Verstößen drohen Platzverweise und Hausverbot.

Hilfe bei der Steuererklärung

Eine gute Nachricht für Arbeitnehmer und Rentner: Zum 1. September dürfen Lohnsteuerhilfevereine mehr Menschen bei steuerlichen Fragen unterstützen. Damit könnte sich das Bewältigen der Steuererklärung vereinfachen.
Bisher durften Lohnsteuerhilfevereine in Deutschland ihre Mitglieder bei der Einkommensteuer beraten, sofern diese Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, Renten oder Unterhaltszahlungen vorweisen.
Wenn jedoch sogenannte Überschusseinkünfte hinzukommen, gelten Obergrenzen. Die Überschusseinkünfte entstehen oftmals durch Vermietung und Verpachtung oder durch Kapitalvermögen.
Aktuell liegen diese Grenzen bei 18.000 Euro für Alleinstehende und bei 36.000 Euro für Ehepaare. Wer sie überschreitet, darf aktuell keine Beratung von einem Lohnsteuerhilfeverein erhalten. Stattdessen kann er sich von einem Steuerberater beraten lassen. Ab September entfallen diese Grenzen.
Für Selbstständige und Gewerbetreibende bringt die Neuregelung keinen Vorteil. Sie müssen für steuerrechtliche Unterstützung auch künftig einen Steuerberater aufsuchen.

Strengere Regeln für Aussagen wie „umweltfreundlich“ in der Werbung

Für Werbung mit Aussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“, „klimaneutral“, „CO₂-neutral“ und „biologisch abbaubar“ gelten ab dem 27. September strengere Vorgaben. Es handelt sich laut der Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK) um eine Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Damit verschärfen sich die Anforderungen an sogenannte „Green Claims” (zu Deutsch: grüne Versprechen) und Nachhaltigkeitssiegel.
Die Green Claims beeinflussen aus Sicht der IHK die Kaufentscheidung der Verbraucher maßgeblich. Werbeversprechen mussten auch bisher schon korrekt und belegbar sein. Mit der Anpassung werden europäische Vorgaben nahezu 1:1 erfüllt.
Generell sind allgemeine Umweltaussagen in Werbeslogans künftig verboten, wenn es keine belastbaren Belege für die Werbebehauptungen gibt. Verbraucher sollen Angaben zur Nachhaltigkeit von Produkten so leichter vergleichen können. Für bestehende Ware im Umlauf besteht keine generelle Abverkaufsfrist.

Warntag am 10. September

Am 10. September gegen 11:00 Uhr wird es laut. Dann testet Deutschland erneut das Zusammenspiel von öffentlichen Warnsystemen. Der Bundesweite Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen.
Er gilt als Härtetest für die Kommunikationsstrukturen im Fall von Katastrophen und Großschadensereignissen und soll die Bevölkerung für Warnungen sensibilisieren. „Wenn Abläufe und Warnwege bekannt sind, fällt es im Ernstfall leichter, richtig und schnell zu reagieren.“, schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK.
Die Behörden lösen eine Probewarnung aus und schicken diese unter anderem an Mobiltelefone und digitale Anzeigentafeln. Zu den Warnkanälen zählen Radio, Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Anzeigetafeln, Smartphone-Apps, Cell Broadcast, Lautsprecherwagen und Sirenen. Entwarnung ist für 11:45 Uhr geplant.
Die Probewarnung soll mögliche Schwachstellen in den Warnabläufen aufdecken. Ziel ist es, technische und organisatorische Verbesserungen gezielt umzusetzen, damit Warnungen im Ernstfall schnell, zuverlässig und flächendeckend die Bevölkerung erreichen.

Neue Hinweise zu Gewährleistung und Garantie

Und zuletzt noch eine neue Informationspflicht für Händler. Sie müssen Verbraucher ab dem 27. September über deren gesetzlichen Gewährleistungsrechte aufklären. Dazu ist ein klarer, gut sichtbarer und einheitlicher Hinweis auf oder bei ihren Waren nötig. Die Händler sollen dazu neue, EU-weit harmonisierte Gewährleistungs- und Garantielabel benutzen.
Gesetzliche Grundlage ist laut dem Bundesverband Kooperierender Mittelstand die sogenannte EmpCo-Richtlinie 2024/825 der Europäischen Union. Diese Neuregelung soll die Verbraucherrechte-Richtlinie aus dem Jahr 2011 modernisieren.
Betroffen ist sowohl der stationäre Handel als auch Onlinehändler. Die neuen Label gelten für sämtliche Warenarten. Gewährt der Hersteller eine gewerbliche Haltbarkeitsgarantie, muss er zudem das sogenannte Garan-Label anbringen. Dieses gibt die Dauer der gewährten Haltbarkeitsgarantie an.
Mit Material von AFP
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Verbraucherschützer monieren Tricks bei Trinkgeld per Karte

Für Kaffee und Kuchen, zwei Pizzen zum Mitnehmen oder für das Familienessen im Restaurant: Beim Bezahlen in der Gastronomie geben viele gern auch ein kleines oder größeres Trinkgeld dazu.
Wird die Rechnung per Karte beglichen, zeigen Lesegeräte dafür häufiger gleich eine Vorauswahl an Optionen an: 7 Prozent oder 10 Prozent oder heute mal 20 Prozent? Da schnell etwas anzutippen, versetzt manche Gäste leicht in Stress. Verbraucherschützer und die Gewerkschaft warnen auch vor einer unterschwelligen Beeinflussung.
Die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Ramona Pop, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es muss auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können.“ Der Verband setze sich daher für ein Verbot „manipulativer Designtricks“ auf europäischer Ebene ein, wie sie auch von Webseiten oder Apps bekannt seien.

Wo tippt man „Kein Trinkgeld“ an?

„Bei der Kartenzahlung liegen sie vor, wenn die Option, kein Trinkgeld zu geben, versteckt oder schlechter sichtbar ist“, sagte Pop. Das zielt darauf, dass Felder mit voreingestellten Prozent-Vorschlägen auf den Displays teils größer oder farblich auffälliger dargestellt sind als andere Auswahlmöglichkeiten.
So gibt es ein Feld mit Bezeichnungen wie „freie Eingabe“, „benutzerdefiniert“ oder „anderer Betrag“, wenn man ohne Prozentrechnung zum Beispiel einfach direkt um 3,70 Euro bis zum nächsten glatten Betrag aufrunden will. Und ein Feld für „Kein Trinkgeld“ gibt es auf den digitalen Bezahlgeräten natürlich auch.
„Viele Menschen geben gerne und freiwillig Trinkgeld, um guten Service wertzuschätzen“, sagte Pop. Problematisch werde es, wenn Gäste gedrängt oder sogar manipuliert würden. „Niemand ist verpflichtet, Trinkgeld zu geben.“ Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands befürworten es drei Viertel (76 Prozent), dass die Möglichkeit, kein Trinkgeld oder weniger Trinkgeld zu geben, ebenso sichtbar und leicht auswählbar sein sollte wie vorgeschlagene Beträge.

Immer mehr zahlen mit Karte oder Handy

Gezielt gefragt, ob man sich durch auffälliger dargestellte Prozent-Optionen zum Trinkgeldgeben gedrängt fühle, bejahte dies gut die Hälfte – voll und ganz stimmten 36 Prozent zu, eher stimmten 16 Prozent zu. Tendenziell nicht dazu gedrängt sehen sich 42 Prozent. Für die nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage befragte das Institut Forsa den Angaben zufolge vom 3. bis 5. August 1.009 Menschen ab 18 Jahren.
Die Branche weist auf einen Wandel der Zahlungsgewohnheiten vieler Gäste hin. „Immer mehr Menschen sind bargeldlos unterwegs und bezahlen mit der Karte oder dem Handy“, sagte der Rechtsexperte des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (Dehoga), Jürgen Benad. Die Integration von Trinkgeld-Optionen in Kartenterminals biete eine zusätzliche Möglichkeit, Wertschätzung auszudrücken, und erleichtere dies auch ohne Bargeld.

„Freiwilliges Dankeschön des Gastes“

„Ob und in welcher Höhe ein Gast Trinkgeld gibt, bleibt jedoch stets eine persönliche Entscheidung“, betonte Benad. Eine Rolle spielten neben dem Service auch Faktoren wie die Atmosphäre und die Qualität der Speisen. Wer kein Trinkgeld geben möchte, könne selbstverständlich jederzeit die Option dafür wählen. „Trinkgeld ist und bleibt ein freiwilliges Dankeschön des Gastes.“
Eine im Frühjahr vorgestellte Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigte indes viel Skepsis bei voreingestellten Optionen beim Bezahlen mit Karte. Praktisch fanden das in der nach eigenen Angaben repräsentativen Erhebung demnach 29 Prozent der 1.004 Befragten ab 16 Jahren. Und 64 Prozent meinten, vorgeschlagene Beträge führten dazu, dass mehr Trinkgeld gegeben werde als ursprünglich geplant.

Digitales Trinkgeld muss ankommen

Auch aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) führt an digitalen Trinkgeldfunktionen aber künftig kaum ein Weg vorbei, wie der Vorsitzende Guido Zeitler sagte. „Für viele Beschäftigte sind sie auch durchaus hilfreich, weil immer mehr Gäste mit Karte zahlen und sonst teilweise gar kein Trinkgeld geben würden.“
Entscheidend sei aber: „Der Gast muss sicher sein können, dass digital gegebenes Trinkgeld genauso wie Bargeld vollständig, transparent und nachvollziehbar bei den Beschäftigten ankommt.“
Bei der Art und Weise der Umsetzung legt die Gewerkschaft aber Wert auf Transparenz und dass es kein subtiles Drängen gibt. „Auch bei digitaler Bezahlung muss es eine freiwillige Entscheidung der Gäste bleiben. Sie sollten dabei keinen Druck verspüren“, mahnte Zeitler.
„Deutlichen Verbesserungsbedarf sehen wir deshalb dort, wo Bezahlsysteme Kundinnen und Kunden durch ihre Gestaltung in eine bestimmte Richtung lenken.“

Gewerkschaft pocht auf guten Lohn

Daher sollte die Möglichkeit, kein Trinkgeld zu geben oder einen eigenen Betrag einzugeben, so sichtbar und einfach nutzbar sein wie vorgegebene Trinkgeld-Optionen, sagte der Gewerkschaftschef. Und machte auch grundsätzlich klar: „Trinkgeld ist ein Zeichen der Wertschätzung für einen guten Service. In erster Linie ist es aber die Aufgabe des Arbeitgebers, die Arbeit gut zu entlohnen.“ (dpa/red)
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24.08.2026 | Brand in Crans-Montana: Bar-Besitzer wegen häuslicher Gewalt festgenommen

HEUTE5:58 Uhr

Brand in Crans-Montana: Bar-Besitzer wegen häuslicher Gewalt festgenommen

Der Besitzer der in der Silvesternacht abgebrannten Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana sitzt nach Gewalt gegen seine Ehefrau in Untersuchungshaft. Laut Léman Bleu musste sie ins Krankenhaus. Gegen das Paar wird zudem wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung ermittelt.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Atmend steh ich – von Renate Lilge-Stodieck

Atmend steh ich

Die Quellen alter Kraft
sind nun für mich versiegt.
Sie hießen Kampf
und Macht.
Wohl hab ich reichlich auch
an ihnen
meinen Mut gestärkt,
die Angst ertränkt
und die Verachtung
aufgebläht.
Und trefflich konnt
mit Worten ich
erschlagen,
was sich mir
in den Weg gestellt.
Doch brauch ich’s
nun nicht länger,
denn meine Füße
sanken
bis auf den Grund
und atmend steh ich
in dem tiefsten Meer.
Den Himmel lieb ich
wandernd
auf der Erde Rund,
er senkt sich nieder,
selbst die Flügel
wurden mir zu schwer.
So, in der Mitte
schwingend
lausch ich,
was die Erde singt,
geb ich mich hin,
dass Meer und Himmel
täglich neu
durch mich erklingen.
Nein, Kampf und Macht
Und Sieg und Niederlage,
sie speisen mich nicht mehr.
Aus einer andern Quelle
strömt meine Kraft
mir her.
Renate Lilge-Stodieck
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Pi – seit der Antike bekannt, bis heute unvollständig


In Kürze:

  • Die Kreiszahl π (Pi) ist seit der Antike bekannt, bis heute unvollständig und noch immer voller Überraschungen.
  • Indischer Physiker entdecken 2024 durch Zufall eine neue Schreibweise für Pi.
  • Ihre beeindruckende Effizienz im Vergleich zu klassischen Reihen verändert, wie Pi in Spezialgebieten der Physik verwendet werden kann.
  • Die Zahl verbindet die abstrakteste Mathematik mit den alltäglichsten Gegenständen unseres Lebens.

 
Sie hat weder Farbe noch Geruch noch Form, und doch ist sie wahrscheinlich eine der bekanntesten Zahlen der Welt. Die ersten bekannten Annäherungen an die Zahl, die wir heute π (Pi) nennen, reichen fast 4.000 Jahre zurück. Bereits die Babylonier und Ägypter konnten annäherungsweise das Verhältnis zwischen dem Umfang eines Kreises und seinem Durchmesser bestimmten.
Das Symbol π selbst tauchte erst viel später auf und wurde im 18. Jahrhundert durch den Schweizer Mathematiker Leonhard Euler populär gemacht. Erheblich jünger, aber nicht minder interessant ist eine Studie, die vor zwei Jahren großes mediales Interesse geweckt hatte. Auf ihrer Grundlage untersuchen Forscher bis heute die Auswirkungen, die sich zwischen Hochenergiephysik und Stringtheorie bewegen.
Pi fasziniert damit seit der Antike, Forscher ebenso wie die breite Öffentlichkeit. Sie kommt sowohl in der elementarsten Geometrie als auch in den fortgeschrittensten Gleichungen der theoretischen Physik vor. Und zeigt, dass sie bis heute Überraschungen für die Wissenschaft bereithält.

Eine unverzichtbare Zahl, weit über Kreise hinaus

Der Nutzen von π beschränkt sich nicht auf die Berechnung der Fläche einer Scheibe oder des Umfangs eines Rades. Sein Wert – etwa 3,14159 – spielt eine Rolle bei der Untersuchung von Wellen, Schwingungen und Elektrizität, in der Statistik sowie in zahlreichen grundlegenden Formeln der Physik. Man findet es, wenn auch weniger sichtbar, ebenso in trigonometrischen und geometrischen Berechnungen. Diese sind wiederum unter anderem für GPS und das Pendel einer Uhr relevant und beeinflussen damit unmittelbar unseren Alltag.
Dieser wissenschaftliche Erfolg hat π sogar einige unerwartete Auftritte auf der großen Leinwand beschert. In „Nachts im Museum 2: Die Schlacht um das Smithsonian, der 2009 in die Kinos kam, verrät die Figur des Albert Einstein – in Form einer Wackelkopfpuppe –, dass die neue Kombination für die magische Tafel des Ahkmenrah nichts anderes ist als die ersten Dezimalstellen von π. Eine Anspielung, die die Drehbuchautoren sichtlich gerne in die Handlung eingebaut haben.

Physiker entdecken zufällig eine neue Schreibweise für Pi

Im Jahr 2024 nimmt die Geschichte eine ernstere Wendung. Zwei Physiker des Indian Institute of Science, Arnab Priya Saha und Aninda Sinha, veröffentlichen in der Zeitschrift „Physical Review Letters“ eine Studie, die ursprünglich absolut nichts mit π zu tun hatte. Ihr Ziel: die extrem komplexen Berechnungen zu vereinfachen, die beschreiben, wie subatomare Teilchen miteinander kollidieren und sich zerstreuen. In diesem Gebiet können Gleichungen schnell unlesbar werden.
Zu diesem Zweck kombinierte das Team zwei den Physikern bereits bekannte Werkzeuge: sogenannte Feynman-Diagramme, die die Wechselwirkungen zwischen Teilchen visuell darstellen, und die Euler-Beta-Funktion, die aus der Stringtheorie stammt. Anschließend versuchten sie, ein Modell mit weniger Parametern zu entwickeln. Dabei sahen die beiden Forscher eine Reihe von Zahlen auftauchen, die wider Erwarten genau gegen π konvergierten.
Es handelt sich dabei weder um einen neuen, noch um einen Ersatz für π. Die Konstante, die wir aus der Schule kennen, bleibt streng genommen dieselbe. Sie stellen keinen Fortschritt bei der numerischen Berechnung von π selbst dar. Hier sind andere Formeln, insbesondere die von Ramanujan oder Chudnovsky, nach wie vor weitaus leistungsfähiger. Was die Forscher entdeckt haben, ist eine andere Art, π in Berechnungen der Hochenergiephysik darzustellen, insbesondere im Zusammenhang mit der Teilchenstreuung.

Eine beeindruckende Effizienz im Vergleich zu klassischen Reihen

Was die wissenschaftliche Gemeinschaft am meisten überrascht hat, ist die Schnelligkeit dieser neuen Darstellung. Um zehn exakte Dezimalstellen von π zu erhalten, benötigt eine der ersten bekannten unendlichen Reihen zur Berechnung von π, die Madhava von Sangamagrama im 15. Jahrhundert zugeschrieben wird, etwa fünf Milliarden Glieder.
Die neue Formel von Saha und Sinha hingegen schafft dies mit nur etwa dreißig Gliedern. Anzumerken bleibt, dass dieser Vergleich für diese konkrete historische Reihe gilt, nicht jedoch für jene der leistungsfähigsten Algorithmen, die heute zur Berechnung der Dezimalstellen von π verwendet werden.
Laut Aninda Sinha war dieser Ansatz jedoch bereits Anfang der 1970er Jahre von Wissenschaftlern angestoßen worden, bevor er mangels ausreichend ausgereifter mathematischer Werkzeuge zur Umsetzung aufgegeben wurde. Genau diese Werkzeuge, die im Laufe mehrjähriger Zusammenarbeit entwickelt wurden, ermöglichten es dem indischen Team, den Ansatz zu Ende zu führen.

Zwei Jahre später wird der Ansatz weiterverfolgt

Diese Entdeckung hat sich keineswegs mit der Veröffentlichung von 2024 erschöpft. Seitdem folgten mehrere Weiterentwicklungen. Insbesondere der schwedische Mathematiker Hjalmar Rosengren hat strenge Beweise und Verallgemeinerungen der von Saha und Sinha entdeckten Teilbruchreihen für die Amplituden von Strings veröffentlicht.
Ende 2025 stellte eine neue Studie von Faizan Bhat und Aninda Sinha eine Verbindung zwischen den berühmten Ramanujan-Reihen für 1/π und zweidimensionalen logarithmischen Konformitätstheorien her – einem mathematischen Rahmen, der speziell in der Quantenphysik und der Werkstoffkunde zum Tragen kommt. Und im März 2026 veröffentlichten Bhat, Saha und Sinha in der Zeitschrift „Physical Review D“ eine von der Stringtheorie inspirierte Beziehung, die sich auf zwei zentrale Werkzeuge dieses Fachgebiets bezieht.
Diese Forschungen beschränken sich vorerst auf ein sehr spezialisiertes Gebiet der theoretischen Physik und haben keine direkten Auswirkungen auf den Alltag. Doch sie veranschaulichen, wie ein fast zufällig entstandenes Ergebnis auch zwei Jahre später noch verschiedene Forschungszweige der Physik und Mathematik befruchtet.

Der Pi-Tag, ein Fest, das weltweit gefeiert wird

Auch außerhalb der Labore ist π zu einem beliebten Symbol für wissenschaftliche Neugier geworden. Sein eigener Feiertag, der Pi-Tag, wird jedes Jahr am 14. März begangen. Das Datum entspricht in der angelsächsischen Datumsschreibweise 3/14 und erinnert direkt an die ersten Dezimalstellen.
Seit 2019 ist der 14. März der Internationale Tag der Mathematik. Seine angelsächsiche Schreibweise 3/14 erinnert an die Kreiszahl Pi.

Seit 2019 ist der 14. März der Internationale Tag der Mathematik. Seine angelsächsiche Schreibweise 3/14 erinnert an die Kreiszahl Pi.

Foto: marekuliasz/iStock

Die Tradition, die 1988 vom Physiker Larry Shaw im Exploratorium in San Francisco ins Leben gerufen wurde, gewann in den Vereinigten Staaten schnell an Popularität, bevor sie sich international verbreitete. Im November 2019 erklärte die UNESCO den 14. März offiziell zum Internationalen Tag der Mathematik. Erstmals begangen wurde der weltweite Festtag im folgenden Jahr.
Auch das Massachusetts Institute of Technology (MIT) machte den 14. März zu einer ganz eigenen Tradition. Die Universität veröffentlicht ihre Zulassungsentscheidungen in der Regel am 14. März und wählt häufig genau 18:28 Uhr als Zeitpunkt – eine Anspielung auf den Wert von Tau (2π) –, wobei dieser Zeitpunkt jedoch nicht von Jahr zu Jahr einheitlich ist.

Eine Zahl, die niemand zu Ende aufsagen kann

Auch π-Begeisterte lassen ihrer Fantasie freien Lauf, um der Zahl Tribut zu zollen: Haikus, Lieder oder Wettbewerbe zum Auswendiglernen von Dezimalstellen. In diesem Bereich führt derzeit der Inder Suresh Kumar Sharma die Community-Liste der Pi World Ranking List an, die Rezitationsleistungen weltweit erfasst. Er konnte im Oktober 2015 in etwas mehr als 17 Stunden 70.030 Dezimalstellen rezitieren.
Zum Vergleich: Der offiziell von den Guinness World Records anerkannte Rekord geht auf das Konto eines anderen Inders. Rajveer Meena, rezitierte im März desselben Jahres 70.000 Dezimalstellen mit verbundenen Augen – ein Unterschied, der die Kluft zwischen spezialisierten Community-Ranglisten und allgemeinen Rekordorganisationen verdeutlicht.
Vom bekannten „Ende“ von Pi sind beide jedoch noch erheblich entfernt. Im November 2025 errechnete ein Spezialcomputer sage und schreibe 314 Billionen Dezimalstellen der unendlich weitergehenden Kreiszahl.
Der Artikel erschien im Original auf epochtimes.fr unter dem Titel „Pi, la constante vieille de 4 000 ans, réserve encore des surprises aux physiciens“. (Redaktionelle Bearbeitung: sm, ts)
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Fotografische Reise in „eine andere Welt“: Bizarre Eishöhlen im Inneren eines Gletschers

Als Chandresh Kedhambadi die ballsaalgroße Grotte betrat, wurde ihm klar, dass dieser Gletscher schon seit Jahrhunderten den Atem angehalten hatte.
Es war Ende 2020, als Kedhambadi mit seiner Kamera tief in den Athabasca-Gletscher hineinging, jene kolossale Eiszunge, die sich von den kanadischen Rocky Mountains im Westen Albertas talwärts ergießt. Damals hatte der in Calgary ansässige Chemieingenieur erst vier Jahre Erfahrung als Fotograf. Als er auf die durchscheinenden Oberflächen im Inneren des Gletschers blickte, entdeckte er eine Landschaft, die wie in der Zeit erstarrt zu sein schien.
„Wenn man in das Eis blickt, die Eisblasen und die darin eingeschlossene uralte Luft sieht, weiß man, dass man eine Menge Geschichte vor sich hat“, erzählte der heute 50-jährige Kedhambadi der Epoch Times. „Als ich zum allerersten Mal eine Gletscherhöhle sah, war es, als würde ich in eine andere Welt versetzt.“
Kedhambadi wies auf ein den Gletschern innewohnendes zeitliches Paradoxon hin: Sie sind uralt, doch die Höhlen in ihrem Inneren sind vergänglich. Sie schmelzen in einem – für Gletscher winzigen – Augenblick dahin.
„Aus kompositorischer Sicht hat mich das völlig in den Bann gezogen, weil jeder einzelne [Gletscher] so einzigartig ist“, sagte er und fügte hinzu, dass der rasche Zyklus von Gefrieren und Schmelzen seiner Kamera jeden Winter neue, noch nie fotografierte Motive bietet.
Gletscher „fesseln einen einfach“, merkte Kedhambadi an.

Wenn das Eis leise fließt

Er fühlte sich zunehmend dazu hingezogen, die Unbeständigkeit der Eisfelder zu erforschen. Sein Ingenieurblick half ihm dabei, die sich wandelnde Landschaft zu verstehen.

„Die Leute denken, dass das einfach nur Strukturen sind, die dort stehen, aber das sind sie nicht“, sagte er. „Sie sind dynamisch, sie bewegen sich. Es ist fast wie bei einem Fluss. Nur kann man die Strömung eines Flusses sehen, während die Bewegung des Eises unsichtbar ist.“

Um diese vergängliche Landschaft einzufangen, musste er die für Touristen zugänglichen Wege am Athabasca verlassen und in abgelegene Gebiete wie das Columbia-Eisfeld und den Hector-Gletscher vordringen. Dafür war eine intensive Ausbildung in Überlebenstechniken erforderlich. Ohne Handyempfang kann es tödlich enden, wenn man eine verborgene Gletscherspalte übersieht.

„Das sind sehr abgelegene Orte“, sagte Kedhambadi. „Wenn etwas schiefgeht, muss man das Selbstvertrauen und die nötige Ausbildung haben, um sich selbst aus solchen Situationen zu befreien.“

Ein Team in tödlicher Umgebung

In der Regel erkundet der Fotograf die Gegend zusammen mit vier oder fünf anderen erfahrenen Eiskletterern. Jeder von ihnen schleppt einen 25 Kilogramm schweren Rucksack mit Ausrüstung. In den Rucksäcken befinden sich wichtige Dinge wie Seile, Seilrollen, zusätzliche Handschuhe, Jacken und beheizbare Socken sowie Kedhambadis schwere Kameras und Stative.
Da diese Gebiete strukturell am sichersten sind, wenn die Temperatur unter 20 Grad Fahrenheit (etwa −7 Grad Celsius) fällt, erfordern die Expeditionen eine sorgfältige Planung. Eine mehrstündige Wanderung ins Hinterland ist ein Wettlauf gegen die winterliche Dämmerung. Im Notfall müssen sie sich mit ihren vereinten Fähigkeiten selbst helfen können, ohne auf Such- und Rettungskräfte angewiesen zu sein.
Im März 2023 wurden Kedhambadis Fähigkeiten auf die Probe gestellt. Die Expedition führte zum Hector-Gletscher, einer hoch aufragenden Eismasse, die den südlichen Zugang zur Panoramastraße Icefields Parkway bewacht. Um die Weite einer gefrorenen Kuppel, die so groß wie ein Fußballfeld ist, einzufangen, fügte Kedhambadi ein menschliches Element hinzu. Er rahmte einen anderen Expeditionsteilnehmer inmitten eines Wirbels aus hoch aufragenden Eiswänden ein – ein Bildgedicht aus zerklüfteten Spiegelungen. Er arbeitete manuell mit drei Kameras und hielt so das „Yatra“ fest, ein Begriff aus dem Sanskrit, der „eine Reise“ bedeutet. Das Foto belegte den zweiten Platz in der Kategorie „Outdoor-Abenteuer“ beim Wettbewerb „Fotos des Jahres 2023“ von Canadian Geographic.
Doch bereits im Herbst hatte sich die Landschaft komplett verändert. „Als wir im Oktober oder November dorthin zurückkehrten, war dieser ganze Eisblock einfach weggeschmolzen“, sagte Kedhambadi.

Von der Sonne zum Eis

Kedhambadis fotografische Reise begann Tausende Kilometer entfernt von den eisigen Höhlen der kanadischen Rocky Mountains. Als Kind verbrachte er die Sommer damit, durch die Kaffeeplantage seiner Großeltern in den Westghats in Indien zu streifen – eine üppige Bergkette, die einen starken Kontrast zu seinem Aufwachsen in der Millionenstadt Bangalore bildete.
„Dort drüben sind die staatlich geschützten Wälder noch wirklich unberührt“, sagte er.
Später führte ihn sein Beruf als Chemieingenieur auf die andere Seite der Erde: zu den Ölfeldern im Süden Albertas. Während einer nächtlichen Autofahrt sah er dort im Jahr 2009 zum ersten Mal die Nordlichter. Dieses Erlebnis war ein visueller Auslöser, der seinen Lebensweg für immer veränderte und ihn dazu brachte, die Alberta Aurora Chasers mitzugründen – eine Gemeinschaft von Nachthimmelfotografen. Das war noch bevor er seinen Blick auf die Gletscher des nahegelegenen Banff-Nationalparks richtete.
„Im Corona-Winter bin ich zum ersten Mal losgezogen“, sagte er und verwies auf seinen Aufenthalt am Athabasca-Gletscher.
Bald erweiterte sich der Umfang von Kedhambadis Expeditionen von eigenständigen Höhlenerkundungen und der Jagd nach Nordlichtern hin zu Kooperationen mit der NASA und einer Partnerschaft mit Sony, um diese von Wasser und Wind geformten Kuriositäten der Natur zu dokumentieren.
Im März 2026 wagte er sich in seine bislang größte Höhle vor – einen Ort, den er geheim hält. Was die Koordinaten dieser Höhle betrifft, die als eine der größten Eishöhlen Albertas gilt, hielt sich Kedhambadi bedeckt. Er begründete seine Zurückhaltung damit, dass die Besucherzahlen an den Gletschern „in den letzten Jahren durch die sozialen Medien irgendwie verrückt geworden“ seien.
Dort entstanden die Fotos für sein Projekt „Anitya Nila“. Sie wurden in seinem kürzlich erschienenen Bildband „The Canadian Rockies“ prominent präsentiert. „Anitya Nila“ (Sanskrit: vergängliches Blau) hält den Augenblick einer gefrorenen Welt fest, die dazu bestimmt ist, bald schon wieder zu verschwinden – für immer.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‚Another World‘: Photographer Explores Giant Ice Caves in the Belly of a Glacier—And The Photos Are Surreal“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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„Genug gearbeitet“ – Kunden: Was interne Müdigkeit nach außen kostet

Kunden merken mehr, als Unternehmen glauben. Sie merken, wenn Aussagen wechseln. Sie merken, wenn Rückmeldungen zäh werden. Sie merken, wenn intern niemand wirklich zuständig ist. Und sie merken, wenn ein Team müde ist, auch wenn alle höflich bleiben.
Interne Müdigkeit wird extern selten als Müdigkeit wahrgenommen. Der Kunde nennt es Unzuverlässigkeit, Unprofessionalität oder mangelnde Aufmerksamkeit. Dabei liegt die Ursache oft nicht im Kundenkontakt selbst, sondern im Innenleben der Organisation.
Ein Unternehmen hatte steigende Reklamationen. Zunächst suchte man den Fehler im Service. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich: Der Vertrieb versprach Dinge, die die Produktion nicht sauber eingeplant hatte. Die Projektleitung wusste zu spät Bescheid. Der Kunde bekam drei Versionen derselben Wahrheit. Der Service musste es ausbaden.
Das Problem war nicht Freundlichkeit. Es war Übergabequalität.
Genug gearbeitet. Genug Energie in Beschwichtigung gesteckt, wenn interne Klarheit die Beschwerde verhindert hätte.
Kundenkontakt braucht innere Ordnung:
  • Wer ist für den Kunden wirklich verantwortlich?
  • Welche Zusagen dürfen gemacht werden?
  • Wo werden Änderungen dokumentiert?
  • Wann bekommt der Kunde einen Zwischenstand, auch wenn noch keine Lösung da ist?
Ein einfacher Satz wirkt oft stärker als Hochglanzservice: „Sie bekommen bis Donnerstag 12 Uhr eine Rückmeldung – auch wenn es nur ein Zwischenstand ist.“ Dieser Satz schafft Verlässlichkeit. Aber nur, wenn intern jemand dafür einsteht.
Kunden erleben Kultur. Wenn intern Schuld geschoben wird, klingt das außen nach Ausrede. Wenn intern sauber geklärt wird, klingt das außen nach Souveränität.
Deshalb lohnt ein wöchentliches Kunden-Review von 20 Minuten.
  • Was war ein guter Kundenmoment?
  • Wo wurde es kritisch?
  • Welche interne Ursache steckt dahinter?
  • Was ändern wir konkret?
Dieses Format ist keine Servicekosmetik. Es ist Organisationsentwicklung am Kunden entlang.
Gerade Unternehmer, die viel selbst retten, sollten aufmerksam werden. Wenn Kunden nur zufrieden sind, weil der Chef persönlich nacharbeitet, ist das kein Qualitätsbeweis. Es ist ein Engpass.
Genug gearbeitet. Welche Kundenbeschwerde wäre vermeidbar gewesen, wenn intern früher entschieden, sauberer übergeben oder klarer kommuniziert worden wäre?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
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Keyless-Autos: ADAC warnt vor Diebstahl durch Funkverlängerung


In Kürze

  • Der ADAC hat mehr als 850 Fahrzeuge auf die Sicherheit von Keyless-Systemen untersucht.
  • Bei fast der Hälfte ließ sich das Funksignal manipulieren.
  • UWB-Technik kann Relay-Angriffe erkennen und Fahrzeuge besser vor Diebstahl schützen.

 
Ein Keyless-System ist ein schlüsselloses Zugangssystem bei Autos. So muss der Zündschlüssel nicht mehr ins Schloss gesteckt werden. Erkennt das Auto den Schlüssel in der Nähe, kann man die Türen meist per Berührung öffnen und den Motor per Knopfdruck starten. Doch schlüssellos bedeutet nicht automatisch diebstahlsicher, wie der ADAC nun in einer erneuten Untersuchung nachweist.

Diebstahl mithilfe von Funkverlängerung

Eigenen Angaben zufolge prüft der Automobilclub bereits seit zehn Jahren das System immer wieder. Das Ergebnis nach mehr als 850 überprüften Fahrzeugen verschiedener Hersteller: Bei fast der Hälfte der getesteten Modelle ließ sich das Funksignal des Keyless-Schlüssels manipulieren. Der ADAC sieht daher weiteren Verbesserungsbedarf.
Diebe können Autos mit einem sogenannten Relay-Angriff knacken. Dabei fangen sie die Funkkommunikation zwischen Keyless-Schlüssel und Fahrzeug mit speziellen Geräten ab und verlängern sie. So erkennt das Auto den weit entfernten Schlüssel fälschlicherweise als in unmittelbarer Nähe – und öffnet die Türen.
Um die Sicherheit zu erhöhen, statten manche Hersteller die Keyless-Schlüssel mit einem Bewegungssensor aus. Wird der Schlüssel längere Zeit nicht bewegt, deaktiviert sich das Funksignal. Doch merkt der ADAC dazu an, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein Diebstahl weiterhin möglich ist.
Einige Modelle lassen sich auch mit dem Smartphone öffnen, schließen und starten. Dafür dient das Handy sozusagen als digitaler Autoschlüssel, der je nach System entweder einfach mitgeführt oder an bestimmte Stellen gehalten werden muss. Ein zusätzlicher Schutz mittels Passwort erhöht laut ADAC die Sicherheit; unabhängige Untersuchungen zum tatsächlichen Nutzen dieser Absicherung fehlen bislang jedoch.

UWB-Technik schützt besser vor Diebstahl

Eine Möglichkeit, mit Keyless-Systemen ausgestattete Autos besser vor Diebstahl zu schützen, bietet dagegen die Ultra-Wide-Band-Technik (UWB). Dabei können Chips im Schlüssel und im Fahrzeug anhand der Laufzeit der Funksignale sehr genau bestimmen, wie weit der Schlüssel vom Auto entfernt ist. Die Technik erkennt eine künstliche Signalverlängerung, wie sie bei Relay-Angriffen zum Einsatz kommt, und verhindert, dass das Fahrzeug darauf reagiert. Der ADAC nennt Modelle verschiedener Hersteller, die mittlerweile auf diese Weise besser geschützt sind.
Eine Nachrüstung der Keyless-Systeme bieten die Hersteller laut ADAC bisher nicht an. Es gibt jedoch unabhängige Anbieter. Eine Nachrüstung ist allerdings teuer und zeitaufwendig. So muss der Autobesitzer mit mehr als 1.000 Euro für die Teile rechnen, hinzu kommt die Arbeitszeit.
Der ADAC hat auch Motorräder überprüft und kam dabei zu einem ähnlichen Ergebnis wie bei den Autos.
Der ADAC fordert daher, dass die Hersteller Keyless-Systeme mindestens so sicher machen wie herkömmliche Funkschlüssel. Idealerweise sollte ein unabhängiger Nachweis die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen belegen. Der Automobilclub verweist dabei auf das Common-Criteria-Verfahren, das international akzeptiert wird. Setzen Hersteller lediglich auf einen Bewegungssensor im Schlüssel, sollte dieser das Funksignal nach spätestens fünf Minuten ohne Bewegung abschalten.
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Was die Hängepartie im Iran-Krieg für Autofahrer bedeutet

Der von den USA und Israel begonnene Krieg im Iran hält den weltweiten Energiemarkt weiter in der Mangel. Mit einem „Wirtschaftskrieg“ will US-Präsident Donald Trump Teheran nun zum Einlenken bringen. Doch Fachleute zweifeln, ob das schnelle Erfolge zeitigen kann.
Verhandlungen über ein Ende des Krieges finden derweil gar nicht statt, wie Trump mitteilte. Ein dauerhafter Frieden oder eine Öffnung der Straße von Hormus rücken damit erneut in weite Ferne.
Was bedeutet Trumps neuer Aufschlag für den Ölmarkt und für Autofahrer, und warum steht ausgerechnet Diesel im Fokus? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was hat Trump in der Straße von Hormus vor?

Trump will die Führung in Teheran mit einem wirtschaftlichen „D-Day“ zu Zugeständnissen bewegen und sie von ihren Unterstützern etwa in China abschneiden. Viele Details seiner Initiative bleiben derweil unklar.
Allerdings sind bereits weitreichende Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Den aus Sicht der US-Regierung gewünschten Erfolg brachten sie bis dato nicht.
Trump behauptete wiederholt, die Straße von Hormus sei geöffnet. Zuletzt lag der Schiffsverkehr aber in der Regel weit unter dem Niveau von vor dem Krieg.
Anders als Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate können die meisten Exporteure am Golf kaum auf andere Routen ausweichen. Rund ein Viertel des weltweit verschifften Öls passierte vor dem Krieg die Meerenge.

Wie reagiert der Ölpreis auf Trumps Pläne?

Die Referenzsorte Brent legt seit Anfang August kontinuierlich zu – auch nach Trumps Ankündigung zu seinem „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran. Zuletzt kostete ein Barrel wieder rund 94 Dollar. Vor dem Krieg kostete ein entsprechendes Fass noch rund 20 Dollar weniger.

Warum klettert der Ölpreis gerade jetzt?

Als sich der Iran und die USA noch im offenen Krieg befanden, stieg der Preis teils schwächer als Experten es erwartet hätten. Zudem ließ er deutlich nach, als sich die Kriegsparteien Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen einigten. Schon damals habe der Ölmarkt einen Friedensschluss eingepreist, sagt Thomas Puls, Ökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, der Deutschen Presse-Agentur. „Dieser Optimismus ist verflogen.“
Zudem spiegelt der Ölpreis nicht die genaue Lage am Markt wider. Große Abnehmer wie China und die USA federn die Effekte ab, indem sie im großen Stil die eigenen Ölvorräte anzapfen.
Das drosselt die Nachfrage auf dem Weltmarkt. „China hat seine Ölimporte auf das Niveau von etwa 2016 reduziert“, sagte Puls. Dieser Schritt habe eine noch weit größere Wirkung als die Freigabe strategischer Reserven durch die Internationale Energie-Agentur (IEA), an der sich – in geringem Umfang – auch Deutschland beteiligt.
Laut Puls ist der Ölpreis denn auch nicht der entscheidende Gradmesser. „Da es weltweit nicht nur an Öl, sondern noch mehr an verfügbarer Raffineriekapazität fehlt, bietet sich eher ein Blick auf die Börsenpreise von Diesel und Benzin an.“
Hier hätten Händler den Optimismus des Ölmarkts nicht geteilt. Puls zufolge lag der Börsenpreis für Diesel zuletzt fünf Tage lang über einem Euro pro Liter – eine ähnliche Situation gab es zuletzt 2022 nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. „Das bildet eine weitere Verschärfung der Lage ab.“

Wird Diesel im Winter noch teurer?

Dass viele Raffinerien vom Weltmarkt abgeschnitten sind, ist noch aus einem weiteren Grund relevant: der Umstellung auf Winterdiesel. Ab Mitte November müssen Tankstellen in Deutschland den speziell behandelten Kraftstoff anbieten, der auch besonders tiefen Temperaturen trotzt.
Dem Datenanbieter Kpler zufolge könnte das den ohnehin bestehenden Engpass in Europa weiter verschärfen.
Der ADAC rechnet zwar nicht mit einer physischen Knappheit – allerdings könnte es für Autofahrer teuer werden. „Treffen eine ohnehin angespannte Dieselversorgung, eine steigende saisonale Nachfrage und die Umstellung auf Winterqualität zusammen, können sich die Preise deutlich erhöhen.“

Stehen neue Rekorde beim Spritpreis bevor?

„Nach aktuellem Stand zeichnet sich ab, dass 2026 das bislang teuerste Tankjahr überhaupt werden könnte und damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 übertreffen würde“, teilte der ADAC weiter mit. Auch in den vergangenen Tagen und Wochen ging es bei den Spritpreisen bergauf, besonders bei Diesel.
Für Diesel mussten Autofahrer am Samstag im Durchschnitt 2,260 Euro je Liter zahlen, wie der ADAC mitteilte. Hier ist der Abstand zum Höchstwert aus dem April mit rund 20 Cent noch relativ groß. Superbenzin der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt derweil 2,165 je Liter. Damit fehlen nur rund vier Cent zum Allzeithoch aus dem März 2022. (dpa/red)
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Gas wird teurer: Wie Gaskunden jetzt trotzdem Geld sparen können


In Kürze:

  • Die Gaspreise sind zuletzt wieder gestiegen.
  • Neukunden spüren höhere Preise meist schneller als Bestandskunden.
  • Ein Anbieterwechsel kann sich lohnen, insbesondere bei einem Arbeitspreis von über 12 Cent pro Kilowattstunde.

 
Niedrige Gasspeicherfüllstände und die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten: Das sind die Gründe für den jüngsten Preisanstieg beim Erdgas. Die Preise für den fossilen Brennstoff im Großhandel sind derzeit so hoch wie seit dem Ende der Energiekrise von 2022/2023 nicht mehr.
Sollte das aktuelle Preisniveau bestehen bleiben, drohen Haushalten höhere Heizkosten von bis zu 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox.

Wann spüren Neu- und Bestandskunden die Erhöhung?

Die günstigsten Gaspreise für Neukunden sind seit Anfang März 2026 von rund 8 auf 10 Cent pro Kilowattstunde (Ct./kWh) gestiegen. Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bedeutet das Mehrkosten von rund 400 Euro pro Jahr.

Entwicklung der Gaspreise für Privathaushalte.

Es gibt jedoch einen Unterschied, wann Neukunden und wann Bestandskunden die gestiegenen Preise spüren. Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, sagte:
„Am schnellsten steigen die Preise für Neukunden, da diese Angebote üblicherweise besonders streng kalkuliert sind. Mit der Zeit werden aber auch die Preise für Bestandskunden erhöht.“
Laut Verivox haben die meisten Haushalte mit Bestandskunden die Preissteigerungen im Gas-Großhandel noch nicht gespürt. Viele Gasversorger beschaffen Gas langfristig und geben Preissteigerungen erst mit Zeitverzug weiter. Flächendeckende Preiserhöhungen seien bisher nicht zu beobachten.

Woran orientieren sich die Gaspreise?

Richtungweisend für die Endverbrauchergaspreise ist der Erdgas-Terminkontrakt TTF. Vor dem Ausbruch des Irankrieges lagen dort die Gaspreise bei rund 3 Ct./kWh.
Im März stieg der Preis kurzzeitig auf rund 6 Ct./kWh, sank dann jedoch wieder und schwankte im Frühling zwischen 4 und 5 Ct./kWh. Seit Sommeranfang stieg er wieder an und liegt nun häufig über 6 Ct./kWh.

Wann besteht Grund zum Wechseln?

Somit ist zu erwarten, dass auch Bestandskunden in den kommenden Monaten mit einer Preiserhöhung für Gas rechnen müssen. Entsprechend sollten Verbraucher schon jetzt und in nächster Zeit prüfen, ob sie noch günstig beliefert werden oder nicht.
Matthias Bauer, Energieberater der Verbraucherzentrale BW teilte dem SWR mit: „Wer zwischen 8 und 10 Cent zahlt, hat einen günstigen Preis. Wer deutlich mehr als 12 Cent zahlt, sollte sich nach Alternativen umsehen.“ Gemeint ist hier der Arbeitspreis auf der Gasrechnung.

Wie findet man einen günstigeren Anbieter?

Einen günstigeren Gasanbieter finden Verbraucher am schnellsten und effektivsten über Vergleichsportale im Internet. Seriöse Portale sind hier Check24, Verivox, Gasvergleich.de oder der Gaspreisvergleich von Finanztip.
Der Gaskunde muss dafür zunächst seine Postleitzahl und teilweise den genauen Wohnort angeben sowie die Haushaltsgröße und den Jahresgasverbrauch. Wichtig sind auch die Filtereinstellungen wie die Laufzeit in Monaten, die monatliche oder jährliche Anzeige und die gewünschte Preisgarantie. Wenn steigende TTF-Gaspreise zu erwarten sind, empfiehlt sich die Wahl einer möglichst langen Preisgarantie.
Ebenso besteht die Möglichkeit, sich nur – meist etwas teurere – Ökogastarife anzeigen zu lassen oder nur regionale Anbieter. Der vom Gasanbieter berechnete Preis setzt sich normalerweise aus einem jährlichen Grundpreis und einem Arbeitspreis pro kWh zusammen. Hinzu kommen meist ein Neukunden- und ein Sofortbonus, die den Preis im ersten Jahr reduzieren.
Vor dem Wechsel sollte der Gaskunde seinen aktuellen Gastarif kennen. Entscheidend sind zudem das exakte Ende des bestehenden Gasvertrags und dessen Kündigungsfrist.

Wie Verbraucher noch sparen können

Neben dem Anbieterwechsel könnten manche Gaskunden auch ihren Gasverbrauch reduzieren. Hierbei hilft ein kontrollierter Verbrauch, etwa durch bewusstes Heizen. So ist in Räumen, in denen man sich nur selten oder kurz aufhält, das Heizen oft nicht nötig. Im Schlafzimmer reicht in der Regel eine Temperatur von 17 oder 18 Grad Celsius aus. In Räumen, in denen sich die Bewohner häufig aufhalten, empfiehlt sich eine Temperatur von 20 oder 21 Grad.
Darüber hinaus kann gerade bei älteren Gebäuden durch eine verbesserte Dämmung und neuere Fenster weiteres Einsparpotenzial der Heizkosten bestehen. Allerdings verursacht eine energetische Sanierung auch erhebliche Zusatzkosten, die zu berücksichtigen sind. Sie könnten sich erst langfristig auszahlen.
Gelegentliches Entlüften der Heizkörper kann die Heizeffizienz hingegen schon auf einfache Weise erhöhen. Bei manchen Heizkörpern sammelt sich im Laufe der Zeit Luft an. In diesem Fall wird der Heizkörper nicht mehr richtig warm. Das verbraucht mehr Energie und erhöht die Heizkosten. Beim Entlüften mit einem Entlüfterschlüssel sollte ein kleiner Behälter am Entlüftungsventil sein. Auch ein Lappen sollte bereitliegen. Der Thermostatkopf sollte beim Entlüften auf Stufe 5 stehen.

Gasspeicher rund halb voll

Die deutschen Gasspeicher sind momentan so leer wie noch nie im August. Aktuell liegt der bundesweite Füllstand bei 50,4 Prozent (Stand: 22. August 2026). Das sind 17,5 Prozent weniger als zum Vorjahreszeitpunkt.
„Der aktuelle Gasspeicherfüllstand ist mit Abstand der tiefste Füllstand zu dieser Zeit, der seit Aufzeichnung der Speicherfüllstände in Deutschland aufgetreten ist“, sagte kürzlich der Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (INES), Sebastian Heinermann. „Es handelt sich somit um einen historischen Tiefstand.“
Zuletzt bezeichneten auch das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur dieses niedrige Füllstandsniveau als „sehr gering“ und „nicht zufriedenstellend“. Dennoch schätzt die Energiebehörde die Lage aktuell als stabil und die Versorgungssicherheit als gewährleistet ein.
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Kanada kündigt Gegenzölle an – Handelsstreit mit USA geht weiter


In Kürze

  • USA verhängen neue Zölle auf kanadische Waren.
  • Kanada kündigt Vergeltungszölle ab dem 8. September an.
  • Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld für das Scheitern der Handelsgespräche.

 
Nach dem Scheitern tagelanger Verhandlungen traten am Samstag neue US-Zölle auf kanadische Produkte in Kraft. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte an, dass ab dem 8. September Vergeltungszölle auf US-Waren gelten werden.
„Lassen Sie mich eines klarstellen: Wir gehen diesen Schritt nur widerwillig, und zwar deshalb, weil wir uns bewusst sind, dass einige dieser Maßnahmen die Kosten erhöhen und die Auswahlmöglichkeiten für die Kanadier einschränken werden“, sagte Carney während einer Pressekonferenz am Samstag, dem 22. August.
Carney hatte am Samstag angekündigt, die US-Zölle „Dollar für Dollar“ zu erwidern. Die neuen kanadischen Aufschläge sollen unter anderem die US-Stahl- und Milchindustrie treffen. Auch Papierprodukte, Agrarmaschinen und Elektronik sollen betroffen sein.

Ein „schlechtes Abkommen abgelehnt“

Carney erklärte, er sei weiterhin zuversichtlich, dass dieser Weg im „besten Interesse Kanadas“ liege, da man „ein schlechtes Abkommen abgelehnt“ habe.
Beide Länder gaben sich gegenseitig die Schuld für neue Forderungen, die die Verhandlungen zum Scheitern gebracht hatten.
Carney sagte, die Vereinigten Staaten hätten in den Stunden vor dem Scheitern des Handelsabkommens versucht, „unsere Möglichkeiten, andere Handelsabkommen abzuschließen, einzuschränken“.
„Wir sind in vielerlei Hinsicht der bevorzugte Partner für Länder auf der ganzen Welt, und die Amerikaner wollten dies einschränken“, sagte Carney. „Sie hatten Formulierungen, mit denen sie Einschränkungen vornehmen wollten. Das ist inakzeptabel.“
Kanadas Premier warf US-Präsident Donald Trump vor, einen Handelskrieg losgetreten zu haben. „Man befindet sich im Krieg, wenn man angegriffen wird. Wir sind angegriffen worden“, sagte er. Die USA hätten „unfaire“ und „wirtschaftlich unsinnige“ Bedingungen gestellt.
„Wir können das, was sie angeboten haben, nicht akzeptieren, und wir werden ihnen nicht geben, was sie verlangt haben.“
Er verwies außerdem auf „Drohungen gegen die französische Sprache“. Gemeint sei unter anderem die mögliche Pflicht, in Kanada verkaufte Produkte auf Englisch und Französisch zu kennzeichnen. Beide Sprachen sind in Kanada Amtssprachen.
In Kanada erhielt Carney für seinen harten Kurs viel Unterstützung. Ontarios Regierungschef Doug Ford erklärte, Trump könne „nicht vertraut werden“.

USA machen Kanada verantwortlich

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer machte dagegen Kanada für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Er warf Kanada am Freitag, dem 21. August, vor, vor dem Scheitern der Verhandlungen „neue Forderungen gestellt und andere Zusagen zurückgenommen“ zu haben.
Während der Handelsgespräche forderten die USA von Kanada, die aus ihrer Sicht diskriminierenden Handelspraktiken gegenüber US-Exporten wie Automobilen, Alkohol und Milchprodukten einzustellen – im Gegenzug für eine Senkung der bestehenden Zölle.
Neue Verhandlungen mit Ottawa seien derzeit nicht geplant, sagte Greer dem Sender „Fox News“.

Ein Lkw überquert am 18. August 2026 in Fort Erie, Ontario, die Peace Bridge zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten.

Foto: Cole Burston/AFP via Getty Images

Die Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Importe sollten ursprünglich am 19. August in Kraft treten. US-Präsident Trump verschob sie jedoch kurzfristig um drei Tage, um die Handelsverhandlungen zu verlängern.
„Ich habe die 50-prozentigen Zölle gegen Kanada, die morgen früh in Kraft treten sollten, für einen Zeitraum von drei Tagen ausgesetzt, da Kanada und die USA – vorbehaltlich der Fertigstellung der Dokumente – eine VEREINBARUNG getroffen haben!“, schrieb Trump am 18. August in einem Beitrag auf Truth Social.

Trump bringt Keystone-Pipeline ins Spiel

Trump verkündete, dass im Rahmen des Abkommens „die großartige Keystone-XL-Pipeline, die vor langer Zeit von [Präsident] Joe Biden begraben wurde, möglicherweise wieder zum Leben erweckt wird!“
Sogar kanadische Provinzen bereiteten sich darauf vor, ihre Vorräte an in den USA hergestelltem Alkohol wieder aufzufüllen, der seit März 2025 aufgrund früherer Zölle knapp geworden war.
Nach Angaben des Weißen Hauses gingen die kanadischen Importe von in den USA hergestelltem Alkohol zwischen März 2025 und Februar 2026 um fast 81 Prozent zurück.
Die einflussreiche US-Managervereinigung Business Roundtable warnte angesichts der Eskalation im Handelsstreit, die neuen Zölle könnten die Kosten für US-Unternehmen und Verbraucher erhöhen, und rief beide Regierungen dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Mit Material von Nachrichtenagenturen
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Canada to Start Retaliatory Tariffs on US Goods Beginning Sept. 8“. (deutsche Bearbeitung ks)
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Rom und Berlin streiten über Bootsflüchtlinge

Italien wird laut Vize-Regierungschef Matteo Salvini trotz neuer EU-Regeln bis auf weiteres keine Migranten aus Deutschland zurücknehmen.
Der Vorsitzende der Partei Lega begründete dies damit, dass deutsche Nichtregierungsorganisationen (NGO) auf ihren Schiffen seit Jahren immer wieder Flüchtlinge an Bord nehmen, die auf dem Mittelmeer in Not sind oder geraten könnten, um sie dann in italienische Häfen zu bringen. Nach Angaben aus Rom waren dies allein seit Beginn des Jahres 2.200 Migranten. Manche davon reisen dann weiter nach Deutschland oder andere Länder.
Die Regierungen in Rom und Berlin streiten darüber, wie mit solchen sogenannten Sekundärmigranten umgegangen wird.
Salvini sagte bei einem Parteitreffen im norditalienischen Trient: „Deutschland hat kein Recht, uns auch nur einen einzigen illegalen Einwanderer zurückzuschicken, solange deutsche NGO-Schiffe im Mittelmeer unterwegs sind, um Tausende illegaler Einwanderer in Italien und Europa an Land zu bringen.“

Salvini: Deutsche Schiffe bringen „Tausende illegale Einwanderer“

Eigentlich muss jeder Migrant in dem EU-Staat Asyl beantragen, den er zuerst betritt. Darüber gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Streit, auch zwischen Deutschland und Italien, wo wegen der Nähe zu Afrika und Nahem Osten besonders viele Flüchtlinge landen.
Die Hoffnung der EU ruhte eigentlich darauf, dass mit Inkrafttreten des neuen Asyl- und Migrationspakts (Geas) die Meinungsverschiedenheiten beendet sind. Der Streit zwischen Rom und Berlin zieht sich nun jedoch schon den gesamten Sommer hin.
Melonis Vize Salvini verschärfte den Ton jetzt abermals. Bei einem Treffen seiner Partei Lega sagte der Verkehrsminister: „Deutschland hat kein Recht, uns auch nur einen einzigen illegalen Einwanderer zurückzuschicken, solange deutsche NGO-Schiffe im Mittelmeer unterwegs sind, um Tausende illegaler Einwanderer in Italien und Europa an Land zu bringen.“
Salvini war früher schon als Innenminister äußerst hart gegen Bootsflüchtlinge und Hilfsorganisationen vorgegangen.

Treffen zwischen Innenministern Piantedosi und Dobrindt

Mit seinem Nein zu Rücküberstellungen steht Salvini in Rom jedoch keineswegs allein. Ministerpräsidentin Meloni von der Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) und der jetzige Innenminister Matteo Piantedosi (parteilos) bestehen ebenfalls auf einem „Ausgleich“.
Von italienischer Seite wird argumentiert, dass dem Seerecht zufolge auf einem Schiff die Gesetze des Landes gelten, unter dem das Schiff fährt. Damit wäre also gewissermaßen Deutschland Erstaufnahmestaat der Bootsflüchtlinge – und nicht Italien.
Demnächst soll es dazu ein Treffen der beiden Innenminister Piantedosi und Alexander Dobrindt (CSU) geben. Von deutscher Seite wurde in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass man beim Thema Migration eng zusammenarbeite.
Zudem ließ Piantedosi am Wochenende das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 5“ für 45 Tage festsetzen. Gegen die gleichnamige Hilfsorganisation verhängten die Behörden 4.500 Euro Bußgeld. Solche Strafen treffen deutsche Schiffe immer wieder.

Rom: 80.000 Rücknahmeersuchen zurückgewiesen

Auch andere europäische Staaten wie Österreich, die Schweiz, die Niederlanden, Schweden und Finnland haben inzwischen angekündigt, Migranten nach Italien zurückzuschicken.
Dem italienischen Innenministerium zufolge wurden seit Beginn des Jahres aus europäischen Partnerländern lediglich drei Migranten zurückgenommen. Aus Deutschland war kein einziger dabei.
Zuvor schon hatte Italien nach offiziellen Angaben seit 2023 rund 80.000 sogenannte Rücknahmeersuchen anderer Staaten zurückgewiesen. Begründet wurde dies damit, dass das nationale Aufnahmesystem komplett überlastet sei.
Meloni hatte mit dem Versprechen eines harten Kurses gegen Migranten erfolgreich Wahlkampf gemacht. Anfang September wird die 49-Jährige so lange ununterbrochen an der Regierung sein wie kein anderer italienischer Ministerpräsident seit Kriegsende.
Nächstes Jahr wird in Italien wieder gewählt. In den Umfragen liegt Meloni mit ihren Fratelli stabil bei etwa 27 Prozent und damit klar vor allen anderen Parteien. (dpa/red)
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Lage in Spanien nach Waldbrand und Starkregen stabilisiert

Die Lage an der spanischen Mittelmeerküste hat sich nach einem Waldbrand und größeren Überschwemmungen durch Starkregen stabilisiert. Das am Donnerstagabend durch einen Blitzeinschlag in der Gemeinde Segorbe ausgelöste Feuer sei in der Nacht unter Kontrolle gebracht worden, teilte der Katastrophenschutz der Autonomen Gemeinschaft Valencia mit.
Rund 1.000 Evakuierte des besonders bedrohten Ortes Gátova dürften zurückkehren, sagte Bürgermeister Jesús Salmerón dem Sender Cope. Sie sollten sich dort aber noch nicht längere Zeit im Freien aufhalten, sondern müssten in ihren Häusern bleiben.
Insgesamt verbrannten in dem unzugänglichen und gebirgigen Naturpark der Sierra Calderona 630 Hektar.

Schwieriges Gelände

Das Feuer war einige Kilometer weiter südlich in der Gemeinde Segorbe ausgebrochen und breitete sich dann im Naturpark der Sierra Calderona Richtung Gátova aus.
An den schwierigen Löscharbeiten in dem unwegsamen Gelände waren die Militärische Kriseneinheit UME, zahlreiche Feuerwehren sowie Löschhubschrauber und Löschflugzeuge im Einsatz.
Nach Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) sind bei 425 Waldbränden in diesem Jahr in Spanien bereits mehr als 297.000 Hektar verbrannt, eine Fläche größer als das Saarland.

Überschwemmungen an der Goldküste

Unterdessen gingen die Aufräumarbeiten nach Überschwemmungen durch Starkregen weiter nordöstlich an der Costa Dorada (Goldküste) weiter. Dort waren nach Angaben der Behörden am Samstagmorgen teilweise fast 200 Liter Regen pro Quadratmeter binnen weniger Stunden gemessen worden. Es habe Dutzende Verletzte gegeben.
Eine Jugendliche sei in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem sie in dem Ort Roda de Berà von einer umstürzenden Mauer getroffen worden sei, teilte die Feuerwehr mit. Dabei habe es einen weiteren Schwerverletzten und einen Leichtverletzten gegeben.
In der katalanischen Region mussten rund 300 Menschen von Campingplätzen in Roda de Berà und anderen Orten sowie etwa 100 Besucher einer Diskothek in Vendrell in Sicherheit gebracht worden.
Viele Straßen in der Region standen zeitweise unter Wasser, Autos steckten in Unterführungen fest. Auch der Zugverkehr war betroffen, wie die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete. Schlamm und umgestürzte Bäume versperrten Straßen. (dpa/red)
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Sonne und bis 28 Grad – schönes Sommerwetter zu Wochenbeginn

Mit einem schönen Sommertag beginnt die neue Woche. Die Temperaturen steigen auf angenehme 22 bis 25 Grad und vielerorts wird der Montag ein freundlicher Tag, wie der Deutsche Wetterdienst vorhersagt. Im Südwesten sind 28 Grad möglich.
Lediglich im Nordosten und im Südwesten sind demnach einzelne Wolkenfelder unterwegs. „Diese dienen aber meist lediglich als Dekoration“, sagt Meteorologe Nico Bauer. Abgesehen von vereinzelten Schauern im äußersten Nordosten bleibe es weitgehend niederschlagsfrei.
Ab Dienstag erwartet Deutschland demnach eine Zweiteilung beim Wetter: Im Nordosten bleibt es sonnig und trocken, im Süden wird es wolkig – hier ist Regen in Sicht.

Regen zieht vom Südwesten in die Mitte

Zunächst ziehen am Vormittag im Südwesten dichte Wolkenfelder und es regnet gebietsweise etwas.
„Diese Niederschläge greifen im Tagesverlauf teils auch auf die mittleren Landesteile über. Nachfolgend treten im Südwesten Schauer und einzelne Gewitter auf“, sagt Meteorologe Bauer. Mit 20 bis 27 Grad liegen die Temperaturen weiter im angenehmen Bereich.
In der Wochenmitte bleibt es bei wechselhaftem Wetter im Südwesten und Westen sowie bei zeitweiliger Sonne im Nordosten. Es wird wärmer, am Oberrhein können laut DWD wieder 30 Grad erreicht werden.
Zu Beginn des kommenden Wochenendes könnte dann ein markanter Temperaturrückgang bevorstehen, sagt Bauer. (dpa/red)
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USA verschärfen Iran-Sanktionen: China gerät wegen Ölkäufen unter Druck


In Kürze:

  • USA wollen mit Sanktionen und einer Seeblockade den Druck auf Teheran erhöhen.
  • Zum Umgang mit China hält sich die US-Regierung bislang zurück, droht aber mit wirtschaftlichen Konsequenzen für Länder, die Iran unterstützen.
  • China bleibt der mit Abstand wichtigste Abnehmer iranischen Öls: Etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte gehen nach China.
  • Peking fordert diplomatische Gespräche anstelle weiterer Sanktionen.

 
Die US-Regierung plant, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran weiter zu erhöhen. Gleichzeitig müssen chinesische Raffinerien, die einen Großteil des iranischen Öls abnehmen, mit deutlich geringeren Liefermengen und den bestehenden US-Sanktionen umgehen.

Gespräche über China nur unter vier Augen

Finanzminister Scott Bessent erklärte in einem CNBC-Interview am 20. August, dass Washington am 24. August die „härtesten Sanktionen der Geschichte“ gegen den Iran verkünden werde. Er sagte, die wirtschaftlichen Maßnahmen würden zusammen mit der US-Seeblockade den Druck auf Teheran erhöhen.
Seine Äußerung folgte auf die Warnung von US-Präsident Donald Trump vom Vortag, dass Länder, die dem Iran „jegliche Art von Lebensader“ bereitstellten, mit wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen müssten.
Auf die Frage, ob Washington wegen des anhaltenden Handels mit dem Iran Maßnahmen gegen China verhängen könnte, gab Bessent keine Auskunft über konkrete Pläne der Regierung. Er sagte, Gespräche, die China beträfen, sollten besser unter vier Augen geführt werden. Peking forderte er unter Verweis auf Chinas Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Persischen Golf zur Zusammenarbeit auf. China ist der größte Abnehmer iranischen Öls.
In einer Mitteilung vom 28. April erklärte das Amt für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) des US-Finanzministeriums, China kaufe etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte. Den größten Teil dieser Käufe tätigten dabei unabhängige chinesische Raffinerien.
Die unabhängigen Raffinerien, von denen sich viele in der Provinz Shandong befinden, sind in der Regel kleiner als Chinas staatliche Raffineriekonzerne und werden gemeinhin als „Teekannen“-Raffinerien bezeichnet.

Iranische Öllieferungen nach China gehen zurück

Die Öllieferungen aus dem Iran nach China waren bereits zurückgegangen, seit die USA Ende Februar militärische Operationen gegen das iranische Regime gestartet hatten.
Das Tanker-Tracking-Unternehmen Kpler schätzte Chinas Einfuhren von iranischem Öl im Juni auf etwa 785.000 Barrel pro Tag und im Juli auf rund 823.000 Barrel pro Tag. Die vorläufige Schätzung für August lag bislang bei etwa 534.000 Barrel täglich. 2025 waren es laut Kpler-Daten im Durchschnitt etwa 1,4 Millionen Barrel pro Tag.
Der Rückgang erfolgte vor dem Hintergrund der kriegsbedingten Störungen. Zudem nahmen die USA ihre Seeblockade gegen Schiffe wieder auf, die iranische Häfen und Küstengebiete anliefen oder von dort ausfuhren. Chinas Allgemeine Zollverwaltung hat seit 2022 keine Rohölimporte mehr aus dem Iran gemeldet.
Erica Downs, leitende Wissenschaftlerin am Center on Global Energy Policy der Columbia University, erklärte in einem Blogbeitrag vom Januar, dass iranisches Rohöl umetikettiert wurde, um seine Herkunft zu verschleiern. Vielfach wurde es als malaysisches Rohöl erfasst, ein Teil möglicherweise auch als Öl aus anderen Ländern.
Sie wies darauf hin, dass China 2025 den Import von etwa 1,3 Millionen Barrel malaysischem Rohöl pro Tag meldete. Das entsprach jedoch mehr als dem Doppelten der von Malaysia gemeldeten Ölproduktion.

Chinesische Raffinerien im Visier

Das bevorstehende Sanktionspaket folgt auf eine Reihe von Maßnahmen der USA gegen chinesische Unternehmen, die am iranischen Ölhandel beteiligt sind.
Am 24. April stufte das OFAC die Hengli Petrochemical (Dalian) Refinery Co. Ltd., eine in China ansässige unabhängige Raffinerie, als einen der größten Abnehmer des Iran für Rohöl und andere Erdölprodukte ein. Vier weitere chinesische unabhängige Raffinerien waren zuvor bereits benannt worden.
In ihrer Mitteilung vom 28. April erklärte das OFAC, die erwähnten chinesischen Raffinerien hätten seit März 2025 gemeinsam iranisches Öl im Wert von mehreren Milliarden Dollar gekauft und raffiniert.
Das Finanzministerium hat zudem Unternehmen ins Visier genommen, die mit iranischem Öl handeln, nachdem dieses in China angekommen ist. Im Oktober 2025 hat das OFAC eine chinesische Raffinerie, einen Betreiber eines Rohölterminals und einen Schiffsagenten aus Qingdao wegen ihrer mutmaßlichen Rolle beim Empfang oder Entladen von iranischem Öl auf die Sanktionsliste gesetzt.
In einer Mitteilung vom 28. April wurden Banken zudem darauf hingewiesen, Transaktionen mit unabhängigen chinesischen Raffinerien, insbesondere solchen in der Provinz Shandong, genau zu prüfen. Das OFAC erklärte, dass ausländische Finanzinstitute, die bestimmte Transaktionen ermöglichen, mit Sanktionen der USA rechnen müssten.

Abrechnung in Yuan und Schattennetzwerke

Chinas Rolle im iranischen Ölhandel erstreckt sich auch darauf, wie Teheran die Erlöse erhält und weiterleitet. Das OFAC teilte am 1. Mai mit, dass der Iran seine Ölverkäufe hauptsächlich in chinesischen Yuan abrechnet. Nach Angaben des Finanzministeriums helfen iranische Wechselstuben dann dabei, einen Teil dieser Erlöse für sanktionierte iranische Einrichtungen in andere Währungen umzutauschen.
Bei derselben Maßnahme benannte das OFAC drei iranische Wechselstuben und damit verbundene Scheinfirmen, die ausländische Geschäftsbankkonten nutzten, um Transaktionen für sanktionierte Banken, Erdölexporteure sowie Militär- und Sicherheitsbehörden durchzuführen. Das Finanzministerium erklärte, diese Vereinbarungen seien Teil eines umfassenderen Schattenbankensystems, das der Iran zur Abwicklung von Erlösen aus Öl- und Petrochemieverkäufen im Ausland nutze.
Auch bei iranischen Öllieferungen kommen Methoden zum Einsatz, die darauf abzielen, die Herkunft und den Transportweg der Ladungen zu verschleiern. In der Mitteilung vom April nennt das US-Finanzministerium Schiff-zu-Schiff-Umladungen, gefälschte Frachtpapiere, Zwischenhändler und die Manipulation von Schiffsidentitäten.
Das chinesische Außenministerium kritisierte die Druckkampagne Washingtons. Auf die angedrohten Maßnahmen gegen Handelspartner des Iran und mögliche Auswirkungen auf China erklärte Sprecher Lin Jian, Sanktionen und Druck würden den Konflikt nicht lösen. Er forderte stattdessen eine politische und diplomatische Lösung.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Chinese Buyers Of Iranian Oil Face Even Tougher US Sanctions“ (deutsche Bearbeitung: os)
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Für mehr gesellschaftliche Wärme: Gesundheitsminister will nicht bei Rentenansprüchen pflegender Angehöriger sparen

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will geplante Einsparungen bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige stoppen. „Ich möchte bei pflegenden Angehörigen, bei der Rente, nicht sparen“, sagte Linnemann der „BILD am Sonntag“.
Bei einer Umsetzung verlöre die Gesellschaft an Wärme. „Sie wird kälter, weil das Menschen sind, die unsere Gesellschaft zusammenhalten“, sagte Linnemann. „Und deswegen werde ich versuchen, diesen Punkt zu korrigieren, dass es keine Abstriche gibt, sondern dass die Rentenpunkte erhalten bleiben.“
Aus den Koalitionsparteien SPD und CSU sowie aus seiner CDU höre er ähnliches. Unter anderem habe sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei der Sommerpressekonferenz Mitte Juli dazu geäußert. „Und deswegen gehe ich davon aus, dass das ein Gesamtanliegen ist“, sagte Linnemann.
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) begrüßte die Ankündigung des Ministers.

Gegenfinanzierung gesucht

Mit Blick auf eine Finanzierung sagte Linnemann: „Wenn ich auf der einen Seite sage, ich möchte an den Rentenpunkten nicht sparen und keine Abstriche machen, und gleichzeitig sage, die 3,6 Prozent allgemeiner Beitragssatz sind gesetzt, dann habe ich dazwischen Spielraum, mir sehr, sehr viel anzuschauen, wie ich es gegenfinanziere.“
Die Gespräche darüber in der Koalition würden aus seiner Sicht „nicht einfach“, sagte Linnemann.
„Aber wir werden Wege finden, um es gegenzufinanzieren.“
Linnemann bezeichnete die Menschen, die andere Menschen zu Hause pflegen, als „die Alltagshelden Deutschlands“. Es gebe in Deutschland rund sechs Millionen Pflegebedürftige, davon würden mehr als drei Millionen zu Hause gepflegt.
„Diese Menschen müssen stärker in den Fokus“, sagte Linnemann. „Wenn wir den Fokus verlieren, uns auf diese Menschen zu konzentrieren, werden die Gesundheitssysteme meines Erachtens kollabieren, das Pflegesystem auch.“

Der Reformbedarf ist groß

Der GKV-Spitzenverband lobte die Ankündigung. „Bei den Rentenzahlungen für pflegende Angehörige zu kürzen war ein falscher Ansatz und es ist gut, dass Minister Linnemann das jetzt anders machen möchte“, sagte Vorstandsvorsitzender Oliver Blatt am Sonntag.
Es gebe bei dem Thema „trotzdem großen Reformbedarf“. Es handle sich um „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die richtigerweise aus Steuermittel finanziert werden müsste“.
Nach Angaben Blatts geht es dabei um Ausgaben in einer Größenordnung von jährlich mehr als fünf Milliarden Euro. „Dafür braucht es eine bessere Lösung, als weiterhin die Beitragszahler der Pflegeversicherung zur Kasse zu bitten“, fügte der Verbandschef an.
Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte die Ankündigung Linnemanns. Der neue Bundesgesundheitsminister beende damit „einen politischen Irrweg“, erklärte deren Vorstand Eugen Brysch am Sonntag.  (afp/dpa/red)
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Bahngewerkschaft droht mit bundesweiten Streiks ab Januar

Die Bahngewerkschaft EVG hat mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr ab Januar gedroht, sollte die Bundesregierung das Strafmaß bei Angriffen auf Zugbegleiter nicht bald verschärfen.
„Das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal muss noch in diesem Jahr in den Bundestag, sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm“, sagte der Gewerkschaftschef Martin Burkert der „BILD am Sonntag“.
„Ein Zugbegleiter wurde vor einem halben Jahr im Dienst getötet und seitens der Politik gab es betroffene Gesichter und große Worte, aber keine Taten. Die Regierung betreibt Arbeitsverweigerung, die Eisenbahner zahlen dafür mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben“, so Burkert. „Die Politiker haben Serkan vergessen. Wir nicht.“

Ministerium: Anpassung des Strafgesetzbuchs ist in Arbeit

Die Bundesregierung hatte Ende 2025 ein Gesetz zur Stärkung des strafrechtlichen Schutzes des Gemeinwesens angekündigt; Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) stellte im Februar in Aussicht, dass Bahnmitarbeiter – wie Sanitäter, Feuerwehrleute, Ärzte und Pfleger – als besonders gefährdete Berufsgruppe aufgenommen werden.
Das Justizministerium teilte am Sonntag mit, der Gesetzentwurf befinde sich noch in der regierungsinternen Abstimmung. Ziel sei, dass der Bundestag den Entwurf noch in diesem Jahr „beraten und gegebenenfalls beschließen kann“.
Für den Fall, dass dies nicht gelingt, wollen EVG-Betriebsräte die Januar-Dienstpläne bei der Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio und bei privaten Regionalbahnen ablehnen – dazu haben sie gesetzlich das Recht, wie die EVG betonte.
Ein Streik im juristischen Sinne wäre das nicht. Streiks zur Erreichung politischer Ziele sind in Deutschland nicht erlaubt, das Streikrecht im Grundgesetz ist auf tarifliche Ziele begrenzt.

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter

Anfang Februar war der Zugbegleiter Serkan Çalar in einem Regionalexpress von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt worden. Der Fahrgast wurde später wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte vor kurzem betont: „Sicherheit im Zug ist kein Randthema. Sie ist eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr.“
Bilger kündigte Gespräche in der Regierung an, um auch bei Angriffen gegen Zugbegleiter zu höheren Strafmaßen zu kommen wie schon für Rettungskräfte.
Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio, Ralf Damde, sagte der „BILD am Sonntag“: „Es reicht! Statistisch gesehen werden jeden Tag acht Kollegen im Dienst angegriffen. Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er wieder gesund nach Hause kommt. Wenn das Gesetz weiter Staub im Ministerium ansetzt, verweigern wir als Betriebsräte die Zustimmung zu den Dienstplänen. Der Politik-Stillstand wird dann zum Zug-Stillstand.“ (dpa/afp/red)
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Weniger Kredite, mehr Preisnachlässe: Der Immobilienmarkt verändert sich


In Kürze:

  • Immobilienpreise steigen noch, doch die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten entwickelt sich verhaltener, und Kaufinteressenten bleiben bei ihren Entscheidungen zurückhaltend.
  • Verkäufer korrigieren Angebotspreise häufiger, während Käufer stärker auf Preis, Finanzierung und Zustand einer Immobilie achten.
  • Unsanierte Immobilien geraten besonders unter Druck: 52 Prozent der von Interhyp befragten Kaufplaner schließen solche Objekte grundsätzlich aus.

 
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt im Sommer 2026 ein gemischtes Bild. Die Preise für Wohnimmobilien steigen weiter, die Entwicklung fällt jedoch regional und nach Immobilienart unterschiedlich aus. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung für viele Kaufinteressenten eine Herausforderung.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 durchschnittlich 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 betrug das Plus 0,3 Prozent. Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich. Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser wurden dort dagegen 0,8 Prozent günstiger. In den sieben größten deutschen Städten stiegen die Preise für Häuser um 1,4 Prozent, für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent.
 

Statistisches Bundesamt

 
Die bundesweiten Durchschnittswerte zeigen damit erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Immobilienarten.

Preisdynamik lässt nach

Der German Real Estate Index (GREIX) des Kiel Instituts für Weltwirtschaft liefert bereits Daten für das zweite Quartal 2026. Anders als Statistiken von Immobilienportalen stützt sich der Index auf tatsächlich abgeschlossene Verkäufe. Grundlage sind die Kaufpreise aus den Kaufpreissammlungen der örtlichen Gutachterausschüsse.
Demnach stiegen die Preise für Eigentumswohnungen von April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal um 0,3 Prozent, Einfamilienhäuser verteuerten sich um 1,8 Prozent. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres lagen die Preise um 0,4 beziehungsweise 1,9 Prozent höher. Bei Mehrfamilienhäusern sanken die Preise dagegen um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Berücksichtigt man die allgemeine Inflation, lagen alle drei Marktsegmente im Jahresvergleich real niedriger.
Zusätzlich untersucht das Kiel Institut, wie sich die Preise bereits angebotener Immobilien verändern. Dabei zeigt sich: Angebotspreise werden in Inseraten wieder häufiger nach unten angepasst. Solche Veränderungen können Hinweise darauf geben, wie sich die Kaufpreisdynamik in den folgenden Quartalen entwickelt. Für Eigentumswohnungen zeigt sich für den Zeitraum 2015 bis 2026 ein Zusammenhang zwischen zunehmenden Preisnachlässen in Inseraten und einer später schwächeren Entwicklung der jährlichen Preiswachstumsrate.
Das bedeutet bislang nicht, dass die Immobilienpreise nun generell fallen. Die Daten zeigen zunächst eine nachlassende Preisdynamik. Bei Mehrfamilienhäusern sind die Preise im zweiten Quartal allerdings sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. Ob sich daraus ein breiter Preisrückgang entwickelt, lässt sich anhand der bisherigen Daten noch nicht abschließend beurteilen.

Nachfrage nach Immobilienkrediten sinkt

Auf der Finanzierungsseite zeigt sich die Zurückhaltung deutlicher. Für ihren „Bank Lending Survey“ befragt die Europäische Zentralbank (EZB) viermal im Jahr Banken unter anderem danach, wie sich die Nachfrage nach Krediten entwickelt. Im zweiten Quartal 2026 berichteten deutlich mehr Banken von einer sinkenden als von einer steigenden Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. In Deutschland fiel dieser Unterschied stärker aus als im Durchschnitt des Euroraums.
Die EZB gibt diese Entwicklung als sogenannten Nettosaldo an. Für Deutschland lag er bei minus 30 Prozent, nachdem er im ersten Quartal noch bei minus 4 Prozent gelegen hatte. Das bedeutet allerdings nicht, dass 30 Prozent weniger Kreditanfragen gestellt wurden. Der Wert zeigt lediglich, dass mehr Banken eine sinkende als eine steigende Nachfrage beobachteten. Als Gründe für die schwächere Nachfrage nannten die deutschen Banken vor allem das Verbrauchervertrauen und das Zinsniveau. Auch die Erwartungen für den Immobilienmarkt wirkten nach Einschätzung der Banken dämpfend auf die Nachfrage.
Gleichzeitig verschärften die Banken ihre Kreditstandards für Wohnungsbaukredite. Die EZB-Daten zeigen damit zwar nicht, wie viele potenzielle Hauskäufer sich tatsächlich vom Markt zurückgezogen haben. Sie belegen aber, dass die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten zuletzt deutlich schwächer geworden ist.

Jeder Vierte verschiebt den Kauf

Dass ein Teil der potenziellen Käufer zurückhaltender geworden ist, zeigt auch eine Befragung des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp. Vom 22. bis 30. April 2026 wurden deutschlandweit 1.019 Personen zwischen 25 und 65 Jahren online befragt. 52 Prozent planten einen Immobilienkauf innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre, 48 Prozent hatten in den vergangenen fünf Jahren gekauft. Die Ergebnisse beschreiben damit Einstellungen und Kaufabsichten und keine tatsächlich abgeschlossenen Immobiliengeschäfte.
46 Prozent der Befragten bezeichneten Immobilien in ihrer Region als „kaum leistbar“. Unter den konkreten Kaufplanern waren 34 Prozent unsicher, ob sie derzeit kaufen sollten. 24 Prozent gaben an, ihren Immobilienkauf aufgrund der gegenwärtigen Lage zu verschieben. Dabei ist der Kaufwunsch keineswegs verschwunden. Das durchschnittlich kalkulierte Budget für Kauf oder Bau stieg laut Interhyp von rund 349.000 Euro im vergangenen Jahr auf knapp 384.000 Euro. Der höhere Betrag beschreibt allerdings die Planung der Befragten und nicht tatsächlich gezahlte Kaufpreise.
Interessant ist auch die Wahrnehmung der Verkäuferseite. 83 Prozent der Befragten waren überzeugt, Verkäufer hielten weiterhin an überholten beziehungsweise zu hohen Preisvorstellungen fest. 42 Prozent sahen zugleich größere Verhandlungsspielräume für Käufer als noch ein Jahr zuvor. Beide Angaben beschreiben die Einschätzung der Befragten und keine gemessenen Preisabschläge.

Unsanierte Immobilien stoßen auf geringeres Interesse

Besonders deutlich unterscheiden die Befragten nach dem Zustand einer Immobilie. 90 Prozent würden eine sanierte Bestandsimmobilie in Betracht ziehen, 83 Prozent einen Neubau. Eine unsanierte Bestandsimmobilie schließen dagegen 52 Prozent grundsätzlich aus. Als ein Grund für die Zurückhaltung werden schwer kalkulierbare Zusatzkosten genannt.
Dass Bauleistungen weiterhin teurer werden, zeigt der Baupreisindex von Destatis. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Februar erhöhten sie sich um 2,4 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Destatis-Zahlen lassen sich nicht unmittelbar auf die Kosten einer energetischen Sanierung übertragen. Sie zeigen jedoch, dass die Preise für Bauleistungen insgesamt weiter steigen. Welche zusätzlichen Kosten bei einem Bestandsgebäude tatsächlich entstehen, hängt vom Zustand des Hauses und den erforderlichen Arbeiten ab.
Für Verkäufer unsanierter Immobilien deutet dies auf einen kleineren Kreis potenzieller Interessenten hin: Mehr als die Hälfte der von Interhyp befragten Kaufplaner zieht solche Objekte grundsätzlich nicht in Betracht. Ob sich diese Zurückhaltung bereits in längeren Vermarktungszeiten oder größeren Abschlägen bei tatsächlich vereinbarten Kaufpreisen niederschlägt, lässt sich mit der Befragung nicht beantworten.

Ein Markt mit wählerischeren Käufern

In der Zusammenschau sprechen die Indikatoren derzeit weniger für einen erneuten Einbruch des Immobilienmarktes als für eine verhaltene Nachfrage und eine stärkere Differenzierung auf der Käuferseite. Banken registrieren weniger Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten, ein Teil der Kaufplaner verschiebt seine Entscheidung und GREIX beobachtet wieder häufigere Korrekturen von Angebotspreisen.
Für Verkäufer kann damit stärker ins Gewicht fallen, ob Preis und Zustand einer Immobilie zu den finanziellen Möglichkeiten potenzieller Käufer passen. Besonders bei unsanierten Beständen treffen Kaufpreis, Finanzierung und mögliche Modernisierungskosten zusammen. Wie stark sich dies bereits in tatsächlich erzielten Verkaufspreisen niederschlägt, lässt sich mit den vorliegenden Daten noch nicht bundesweit bestimmen.
Eine allgemeine Preiswende ist daraus bislang nicht abzuleiten. Die kommenden Transaktionsdaten werden zeigen, ob die derzeitigen Anzeichen einer schwächeren Nachfrage lediglich die Erholung bremsen oder in größeren Teilen des Marktes auf die Kaufpreise durchschlagen.
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Neue Macht der Käufer: Welche Immobilien unter Druck geraten


In Kürze:

  • Immobilienpreise steigen noch, doch die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten entwickelt sich verhaltener, und Kaufinteressenten bleiben bei ihren Entscheidungen zurückhaltend.
  • Verkäufer korrigieren Angebotspreise häufiger, während Käufer stärker auf Preis, Finanzierung und Zustand einer Immobilie achten.
  • Unsanierte Immobilien geraten besonders unter Druck: 52 Prozent der von Interhyp befragten Kaufplaner schließen solche Objekte grundsätzlich aus.

 
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt im Sommer 2026 ein gemischtes Bild. Die Preise für Wohnimmobilien steigen weiter, die Entwicklung fällt jedoch regional und nach Immobilienart unterschiedlich aus. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung für viele Kaufinteressenten eine Herausforderung.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 durchschnittlich 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 betrug das Plus 0,3 Prozent. Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich. Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser wurden dort dagegen 0,8 Prozent günstiger. In den sieben größten deutschen Städten stiegen die Preise für Häuser um 1,4 Prozent, für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent.
 

Statistisches Bundesamt

 
Die bundesweiten Durchschnittswerte zeigen damit erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Immobilienarten.

Preisdynamik lässt nach

Der German Real Estate Index (GREIX) des Kiel Instituts für Weltwirtschaft liefert bereits Daten für das zweite Quartal 2026. Anders als Statistiken von Immobilienportalen stützt sich der Index auf tatsächlich abgeschlossene Verkäufe. Grundlage sind die Kaufpreise aus den Kaufpreissammlungen der örtlichen Gutachterausschüsse.
Demnach stiegen die Preise für Eigentumswohnungen von April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal um 0,3 Prozent, Einfamilienhäuser verteuerten sich um 1,8 Prozent. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres lagen die Preise um 0,4 beziehungsweise 1,9 Prozent höher. Bei Mehrfamilienhäusern sanken die Preise dagegen um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Berücksichtigt man die allgemeine Inflation, lagen alle drei Marktsegmente im Jahresvergleich real niedriger.
Zusätzlich untersucht das Kiel Institut, wie sich die Preise bereits angebotener Immobilien verändern. Dabei zeigt sich: Angebotspreise werden in Inseraten wieder häufiger nach unten angepasst. Solche Veränderungen können Hinweise darauf geben, wie sich die Kaufpreisdynamik in den folgenden Quartalen entwickelt. Für Eigentumswohnungen zeigt sich für den Zeitraum 2015 bis 2026 ein Zusammenhang zwischen zunehmenden Preisnachlässen in Inseraten und einer später schwächeren Entwicklung der jährlichen Preiswachstumsrate.
Das bedeutet bislang nicht, dass die Immobilienpreise nun generell fallen. Die Daten zeigen zunächst eine nachlassende Preisdynamik. Bei Mehrfamilienhäusern sind die Preise im zweiten Quartal allerdings sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. Ob sich daraus ein breiter Preisrückgang entwickelt, lässt sich anhand der bisherigen Daten noch nicht abschließend beurteilen.

Nachfrage nach Immobilienkrediten sinkt

Auf der Finanzierungsseite zeigt sich die Zurückhaltung deutlicher. Für ihren „Bank Lending Survey“ befragt die Europäische Zentralbank (EZB) viermal im Jahr Banken unter anderem danach, wie sich die Nachfrage nach Krediten entwickelt. Im zweiten Quartal 2026 berichteten deutlich mehr Banken von einer sinkenden als von einer steigenden Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. In Deutschland fiel dieser Unterschied stärker aus als im Durchschnitt des Euroraums.
Die EZB gibt diese Entwicklung als sogenannten Nettosaldo an. Für Deutschland lag er bei minus 30 Prozent, nachdem er im ersten Quartal noch bei minus 4 Prozent gelegen hatte. Das bedeutet allerdings nicht, dass 30 Prozent weniger Kreditanfragen gestellt wurden. Der Wert zeigt lediglich, dass mehr Banken eine sinkende als eine steigende Nachfrage beobachteten. Als Gründe für die schwächere Nachfrage nannten die deutschen Banken vor allem das Verbrauchervertrauen und das Zinsniveau. Auch die Erwartungen für den Immobilienmarkt wirkten nach Einschätzung der Banken dämpfend auf die Nachfrage.
Gleichzeitig verschärften die Banken ihre Kreditstandards für Wohnungsbaukredite. Die EZB-Daten zeigen damit zwar nicht, wie viele potenzielle Hauskäufer sich tatsächlich vom Markt zurückgezogen haben. Sie belegen aber, dass die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten zuletzt deutlich schwächer geworden ist.

Jeder Vierte verschiebt den Kauf

Dass ein Teil der potenziellen Käufer zurückhaltender geworden ist, zeigt auch eine Befragung des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp. Vom 22. bis 30. April 2026 wurden deutschlandweit 1.019 Personen zwischen 25 und 65 Jahren online befragt. 52 Prozent planten einen Immobilienkauf innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre, 48 Prozent hatten in den vergangenen fünf Jahren gekauft. Die Ergebnisse beschreiben damit Einstellungen und Kaufabsichten und keine tatsächlich abgeschlossenen Immobiliengeschäfte.
46 Prozent der Befragten bezeichneten Immobilien in ihrer Region als „kaum leistbar“. Unter den konkreten Kaufplanern waren 34 Prozent unsicher, ob sie derzeit kaufen sollten. 24 Prozent gaben an, ihren Immobilienkauf aufgrund der gegenwärtigen Lage zu verschieben. Dabei ist der Kaufwunsch keineswegs verschwunden. Das durchschnittlich kalkulierte Budget für Kauf oder Bau stieg laut Interhyp von rund 349.000 Euro im vergangenen Jahr auf knapp 384.000 Euro. Der höhere Betrag beschreibt allerdings die Planung der Befragten und nicht tatsächlich gezahlte Kaufpreise.
Interessant ist auch die Wahrnehmung der Verkäuferseite. 83 Prozent der Befragten waren überzeugt, Verkäufer hielten weiterhin an überholten beziehungsweise zu hohen Preisvorstellungen fest. 42 Prozent sahen zugleich größere Verhandlungsspielräume für Käufer als noch ein Jahr zuvor. Beide Angaben beschreiben die Einschätzung der Befragten und keine gemessenen Preisabschläge.

Unsanierte Immobilien stoßen auf geringeres Interesse

Besonders deutlich unterscheiden die Befragten nach dem Zustand einer Immobilie. 90 Prozent würden eine sanierte Bestandsimmobilie in Betracht ziehen, 83 Prozent einen Neubau. Eine unsanierte Bestandsimmobilie schließen dagegen 52 Prozent grundsätzlich aus. Als ein Grund für die Zurückhaltung werden schwer kalkulierbare Zusatzkosten genannt.
Dass Bauleistungen weiterhin teurer werden, zeigt der Baupreisindex von Destatis. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Februar erhöhten sie sich um 2,4 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Destatis-Zahlen lassen sich nicht unmittelbar auf die Kosten einer energetischen Sanierung übertragen. Sie zeigen jedoch, dass die Preise für Bauleistungen insgesamt weiter steigen. Welche zusätzlichen Kosten bei einem Bestandsgebäude tatsächlich entstehen, hängt vom Zustand des Hauses und den erforderlichen Arbeiten ab.
Für Verkäufer unsanierter Immobilien deutet dies auf einen kleineren Kreis potenzieller Interessenten hin: Mehr als die Hälfte der von Interhyp befragten Kaufplaner zieht solche Objekte grundsätzlich nicht in Betracht. Ob sich diese Zurückhaltung bereits in längeren Vermarktungszeiten oder größeren Abschlägen bei tatsächlich vereinbarten Kaufpreisen niederschlägt, lässt sich mit der Befragung nicht beantworten.

Ein Markt mit wählerischeren Käufern

In der Zusammenschau sprechen die Indikatoren derzeit weniger für einen erneuten Einbruch des Immobilienmarktes als für eine verhaltene Nachfrage und eine stärkere Differenzierung auf der Käuferseite. Banken registrieren weniger Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten, ein Teil der Kaufplaner verschiebt seine Entscheidung und GREIX beobachtet wieder häufigere Korrekturen von Angebotspreisen.
Für Verkäufer kann damit stärker ins Gewicht fallen, ob Preis und Zustand einer Immobilie zu den finanziellen Möglichkeiten potenzieller Käufer passen. Besonders bei unsanierten Beständen treffen Kaufpreis, Finanzierung und mögliche Modernisierungskosten zusammen. Wie stark sich dies bereits in tatsächlich erzielten Verkaufspreisen niederschlägt, lässt sich mit den vorliegenden Daten noch nicht bundesweit bestimmen.
Eine allgemeine Preiswende ist daraus bislang nicht abzuleiten. Die kommenden Transaktionsdaten werden zeigen, ob die derzeitigen Anzeichen einer schwächeren Nachfrage lediglich die Erholung bremsen oder in größeren Teilen des Marktes auf die Kaufpreise durchschlagen.