Ein Mitarbeiter montiert am 18. März 2025 in der Leica-Fabrik Wetzlar eine Leica-Kamera. Die in Wetzlar gegründete Marke mit dem roten Punkt fasziniert nach wie vor und behauptet ihre Nischenposition in einem Markt, der von japanischen Giganten wie Sony, Canon und Nikon dominiert wird. - Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP via Getty Images
Der Kamerahersteller Leica hat in einem schwierigen Marktumfeld erstmals seit Jahren einen Umsatzrückgang verbucht. In dem Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr gaben die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent auf 573 Millionen Euro nach, wie das Unternehmen in Wetzlar mitteilte. Unter dem Strich schrieb die Leica Camera Gruppe schwarze Zahlen.
Neben geopolitischen Unsicherheiten und nachteiligen Wechselkurseffekten machte Leica auch verschärfte Zollregelungen für die Entwicklung verantwortlich und sprach trotz des Umsatzminus von einem „robusten Ergebnis“.
Einen konkreten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gab der Vorstandsvorsitzende Andreas Voll nicht, erklärte aber, die aktuelle Geschäftsentwicklung bestätigt die Ausrichtung, auf innovative Produkte im Premiumsegment und das globale Vertriebsnetz zu setzen sowie neue Zielgruppen anzusprechen. „Dazu gehören mehr Frauen, aber auch jüngere Menschen und neue kreative Communities“, erklärte Voll.
Neben der schwierigen weltwirtschaftlichen Entwicklung haben auch verschärfte Zollregelungen Leica im vergangenen Geschäftsjahr zu schaffen gemacht. (Archivbild)
Foto: Andreas Arnold/dpa
Konsumzurückhaltung im wichtigen US-Markt
Nicht nur die einzelnen Geschäftsbereiche, sondern auch die Umsätze in den unterschiedlichen Regionen entwickelten sich im vergangenen Geschäftsjahr unterschiedlich. Den größten Teil der Leica-Erlöse macht der Geschäftsbereich Foto aus, wichtigster Einzelmarkt sind die USA, wo die Konsumstimmung zuletzt schwächelte.
Nach Brancheneinschätzungen sei der weltweite Markt für Fotoapparate im vergangenen Jahr zwar nach Stückzahlen leicht gewachsen, doch griffen die Kunden häufiger zu günstigeren Modellen, so dass das weltweite Umsatzvolumen rückläufig gewesen sei, sagte ein Leica-Sprecher.
Im Foto-Geschäft verlor Leica im Jahresvergleich Umsätze. Dagegen wuchs das Mobile-Geschäft kräftig, und die Sparte Sportoptik habe sich erneut stabil entwickelt. Das Geschäft mit Uhren und Accessoires, Heimkinoprojektoren und Brillengläsern sei ebenfalls positiv verlaufen.
Auch künftig will das Unternehmen mit Produktneuheiten bei den Kunden punkten. So hatte Leica im Oktober mit der M EV1 die erste M-Kamera mit einem integrierten elektronischen Sucher eingeführt; das „M“ steht für „Messsucher“. Hinzu kamen etwa das kompakte Objektiv Leica Noctilux M-35 und die spiegellose Systemkamera SL3 Reporter sowie der tragbare Heimkino-Beamer Cine Compact 1.
Am 18. März 2025 in der Leica-Fabrik Wetzlar. Obwohl das Unternehmen Leica, das Optik und Mikroskope herstellt, bereits 1869 vom Unternehmer Ernst Leitz gegründet wurde, stellte es erst 1925 sein erstes 35-mm-Kameramodell vor, das den Grundstein für die moderne Fotografie legte.
Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP via Getty Images
Die Markteinführung der Ende Februar am Rande der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona vorgestellten Neuauflage des Leica Leitzphone ist nach den Worten von Voll „sehr erfolgreich verlaufen“.
Die Erwartungen seien übertroffen worden, hieß es vom Unternehmen, Verkaufszahlen wurden aber nicht genannt. Leica arbeitet bei dem Smartphone mit dem chinesischen Hersteller Xiaomi zusammen.
Online-Umsätze legen zu
Das weltweite Netzwerk von Leica-Stores sei im vergangenen Geschäftsjahr gezielt in bislang noch nicht erschlossenen Regionen erweitert worden. Insgesamt gehören weltweit rund 120 Stores zum Vertriebsnetz von Leica.
Seine Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen auch über Auktionen und den Online-Handel – dieser trug im vergangenen Geschäftsjahr fünf Prozent mehr zum Gesamtumsatz der Gruppe bei. (dpa/red)
Kedhambadis Eishöhlenfotografie umfasst auch das Werk „Yatra“ (Sanskrit für „Reise“). Es zeigt eine riesige Gletscherhöhle von innen, während ein Expeditionsteilnehmer die gefrorenen Wände erklimmt. Das Foto belegte den zweiten Platz in der Kategorie „Outdoor-Abenteuer“ beim Fotowettbewerb „Canadian Geographic Photos of the Year 2023“. - Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
Als Chandresh Kedhambadi die ballsaalgroße Grotte betrat, wurde ihm klar, dass dieser Gletscher schon seit Jahrhunderten den Atem angehalten hatte.
Es war Ende 2020, als Kedhambadi mit seiner Kamera tief in den Athabasca-Gletscher hineinging, jene kolossale Eiszunge, die sich von den kanadischen Rocky Mountains im Westen Albertas talwärts ergießt. Damals hatte der in Calgary ansässige Chemieingenieur erst vier Jahre Erfahrung als Fotograf. Als er auf die durchscheinenden Oberflächen im Inneren des Gletschers blickte, entdeckte er eine Landschaft, die wie in der Zeit erstarrt zu sein schien.
„Wenn man in das Eis blickt, die Eisblasen und die darin eingeschlossene uralte Luft sieht, weiß man, dass man eine Menge Geschichte vor sich hat“, erzählte der heute 50-jährige Kedhambadi der Epoch Times. „Als ich zum allerersten Mal eine Gletscherhöhle sah, war es, als würde ich in eine andere Welt versetzt.“
Kedhambadi wies auf ein den Gletschern innewohnendes zeitliches Paradoxon hin: Sie sind uralt, doch die Höhlen in ihrem Inneren sind vergänglich. Sie schmelzen in einem – für Gletscher winzigen – Augenblick dahin.
„Aus kompositorischer Sicht hat mich das völlig in den Bann gezogen, weil jeder einzelne [Gletscher] so einzigartig ist“, sagte er und fügte hinzu, dass der rasche Zyklus von Gefrieren und Schmelzen seiner Kamera jeden Winter neue, noch nie fotografierte Motive bietet.
Gletscher „fesseln einen einfach“, merkte Kedhambadi an.
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Fotografische Eishöhlen-Impressionen.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
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Fotografische Eishöhlen-Impressionen.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
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Fotografische Eishöhlen-Impressionen.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
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Fotografische Eishöhlen-Impressionen.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
Wenn das Eis leise fließt
Er fühlte sich zunehmend dazu hingezogen, die Unbeständigkeit der Eisfelder zu erforschen. Sein Ingenieurblick half ihm dabei, die sich wandelnde Landschaft zu verstehen.
„Die Leute denken, dass das einfach nur Strukturen sind, die dort stehen, aber das sind sie nicht“, sagte er. „Sie sind dynamisch, sie bewegen sich. Es ist fast wie bei einem Fluss. Nur kann man die Strömung eines Flusses sehen, während die Bewegung des Eises unsichtbar ist.“
Um diese vergängliche Landschaft einzufangen, musste er die für Touristen zugänglichen Wege am Athabasca verlassen und in abgelegene Gebiete wie das Columbia-Eisfeld und den Hector-Gletscher vordringen. Dafür war eine intensive Ausbildung in Überlebenstechniken erforderlich. Ohne Handyempfang kann es tödlich enden, wenn man eine verborgene Gletscherspalte übersieht.
„Das sind sehr abgelegene Orte“, sagte Kedhambadi. „Wenn etwas schiefgeht, muss man das Selbstvertrauen und die nötige Ausbildung haben, um sich selbst aus solchen Situationen zu befreien.“
Ein Team in tödlicher Umgebung
In der Regel erkundet der Fotograf die Gegend zusammen mit vier oder fünf anderen erfahrenen Eiskletterern. Jeder von ihnen schleppt einen 25 Kilogramm schweren Rucksack mit Ausrüstung. In den Rucksäcken befinden sich wichtige Dinge wie Seile, Seilrollen, zusätzliche Handschuhe, Jacken und beheizbare Socken sowie Kedhambadis schwere Kameras und Stative.
Da diese Gebiete strukturell am sichersten sind, wenn die Temperatur unter 20 Grad Fahrenheit (etwa −7 Grad Celsius) fällt, erfordern die Expeditionen eine sorgfältige Planung. Eine mehrstündige Wanderung ins Hinterland ist ein Wettlauf gegen die winterliche Dämmerung. Im Notfall müssen sie sich mit ihren vereinten Fähigkeiten selbst helfen können, ohne auf Such- und Rettungskräfte angewiesen zu sein.
Im März 2023 wurden Kedhambadis Fähigkeiten auf die Probe gestellt. Die Expedition führte zum Hector-Gletscher, einer hoch aufragenden Eismasse, die den südlichen Zugang zur Panoramastraße Icefields Parkway bewacht. Um die Weite einer gefrorenen Kuppel, die so groß wie ein Fußballfeld ist, einzufangen, fügte Kedhambadi ein menschliches Element hinzu. Er rahmte einen anderen Expeditionsteilnehmer inmitten eines Wirbels aus hoch aufragenden Eiswänden ein – ein Bildgedicht aus zerklüfteten Spiegelungen. Er arbeitete manuell mit drei Kameras und hielt so das „Yatra“ fest, ein Begriff aus dem Sanskrit, der „eine Reise“ bedeutet. Das Foto belegte den zweiten Platz in der Kategorie „Outdoor-Abenteuer“ beim Wettbewerb „Fotos des Jahres 2023“ von Canadian Geographic.
Doch bereits im Herbst hatte sich die Landschaft komplett verändert. „Als wir im Oktober oder November dorthin zurückkehrten, war dieser ganze Eisblock einfach weggeschmolzen“, sagte Kedhambadi.
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Kedhambadi dringt mit vier oder fünf anderen Eiskletterern tief in die Gletscherregion Albertas vor. Diese bringen mitunter elegante Kleidung mit, in der sie sich als Modell fotografieren lassen.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
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Eine Bergsteigerin aus Kedhambadis Team auf dem Weg zum „Fotoshooting“.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
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Bergsteigerin in elegantem Outfit vor eisiger Kulisse.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
Von der Sonne zum Eis
Kedhambadis fotografische Reise begann Tausende Kilometer entfernt von den eisigen Höhlen der kanadischen Rocky Mountains. Als Kind verbrachte er die Sommer damit, durch die Kaffeeplantage seiner Großeltern in den Westghats in Indien zu streifen – eine üppige Bergkette, die einen starken Kontrast zu seinem Aufwachsen in der Millionenstadt Bangalore bildete.
„Dort drüben sind die staatlich geschützten Wälder noch wirklich unberührt“, sagte er.
Später führte ihn sein Beruf als Chemieingenieur auf die andere Seite der Erde: zu den Ölfeldern im Süden Albertas. Während einer nächtlichen Autofahrt sah er dort im Jahr 2009 zum ersten Mal die Nordlichter. Dieses Erlebnis war ein visueller Auslöser, der seinen Lebensweg für immer veränderte und ihn dazu brachte, die Alberta Aurora Chasers mitzugründen – eine Gemeinschaft von Nachthimmelfotografen. Das war noch bevor er seinen Blick auf die Gletscher des nahegelegenen Banff-Nationalparks richtete.
„Im Corona-Winter bin ich zum ersten Mal losgezogen“, sagte er und verwies auf seinen Aufenthalt am Athabasca-Gletscher.
Bald erweiterte sich der Umfang von Kedhambadis Expeditionen von eigenständigen Höhlenerkundungen und der Jagd nach Nordlichtern hin zu Kooperationen mit der NASA und einer Partnerschaft mit Sony, um diese von Wasser und Wind geformten Kuriositäten der Natur zu dokumentieren.
Im März 2026 wagte er sich in seine bislang größte Höhle vor – einen Ort, den er geheim hält. Was die Koordinaten dieser Höhle betrifft, die als eine der größten Eishöhlen Albertas gilt, hielt sich Kedhambadi bedeckt. Er begründete seine Zurückhaltung damit, dass die Besucherzahlen an den Gletschern „in den letzten Jahren durch die sozialen Medien irgendwie verrückt geworden“ seien.
Dort entstanden die Fotos für sein Projekt „Anitya Nila“. Sie wurden in seinem kürzlich erschienenen Bildband „The Canadian Rockies“ prominent präsentiert. „Anitya Nila“ (Sanskrit: vergängliches Blau) hält den Augenblick einer gefrorenen Welt fest, die dazu bestimmt ist, bald schon wieder zu verschwinden – für immer.
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Kedhambadis laufendes Projekt „Anitya Nila“ (Sanskrit: „vergängliches Blau“) umfasst Fotografien, die im März 2026 an einem nicht genannten Ort aufgenommen wurden.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
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Impressionen aus Kedhambadis Projekt „Anitya Nila“ (Sanskrit: „vergängliches Blau“).
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
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Impressionen aus Kedhambadis Projekt „Anitya Nila“ (Sanskrit: „vergängliches Blau“).
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Chandresh Kedhambadi
Totale Sonnenfinsternis am 2. Juli 2019 über dem Observatorium La Silla der Europäischen Südsternwarte in Chile. Die Kombination mehrerer polarisierter Aufnahmen zeigt die feinen Strukturen in der Sonnenkorona in besonderem Detail. - Foto: ESA/CESAR, CC BY 4.0
In Kürze:
Am 12. August verdunkelt der Neumond die Sonne. Über Teilen von Grönland, Island und Spanien, einschließlich Mallorca, zeigt sich dies als totale Sonnenfinsternis.
Weltweit wiederholt sich ein derartiges Himmelsspektakel etwa alle 18 Monate, über Deutschland jedoch erst im Jahr 2081 wieder.
Während der knapp zweiminütigen Totalität kann die 1 Million Grad heiße Sonnenkorona gesehen werden – und womöglich gleichzeitig Sternschnuppen.
Der direkte Blick in die Sonne kann das Augenlicht unmittelbar und dauerhaft schädigen. Zertifizierte Sonnenfilter sind um ein Vielfaches dunkler als improvisierte Lösungen.
Mehrere Millionen Menschen können in Europa am 12. August ein ganz besonderes Himmelsschauspiel erleben, das es zuletzt im Jahr 1999 gegeben hat: eine totale Sonnenfinsternis. Auf dem europäischen Festland wird sie allerdings nur einen schmalen Streifen quer durch Spanien komplett verdunkeln.
Auch in Deutschland wird die Sonne durch den Mond verdeckt, aber nur zu rund 85 bis 90 Prozent. Die stärkste Bedeckung gibt es im äußersten Südwesten, in Freiburg sind es gut 90 Prozent. Eine besondere Zugabe bietet der Himmel kurze Zeit danach mit einem großen Sternschnuppenstrom.
Sonnenfinsternis, Sonnenuntergang, Sternschnuppen
In Deutschland startet die partielle Sonnenfinsternis im Nordosten – sie erreicht um 19:12 Uhr Greifswald und um 19:23 Uhr München. Ihr Maximum wird etwa in der Zeit zwischen 20:05 Uhr und 20:15 Uhr erwartet. Das Schauspiel endet in ganz Deutschland mit dem Sonnenuntergang in den Minuten um 21:00 Uhr. Die partielle Sonnenfinsternis ist im Großteil Europas, aber auch in Nordamerika und in Westafrika zu sehen.
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Verlauf und Sichtbarkeit der Sonnenfinsternis am 12. August 2026. Der Kernschatten des Mondes wandert mit etwa 2.000 Kilometer pro Stunde von Russland über Grönland und Island nach Spanien, bevor er sich im Mittelmeer verliert.
Foto: Grzegorz Nykiel/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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Der Höhepunkt der diesjährigen totalen Sonnenfinsternis liegt in der Nähe von Island. Auf dem spanischen Festland ist sie kurz vor Sonnenuntergang sichtbar. Auf den Balearen endet sie erst nach Sonnenuntergang.
Die Finsternis am 12. August 2026 ist in Teilen Spanien als totale Sonnenfinsternis beobachtbar (blauer Bogen).
Foto: nach PeterHermesFurian/iStock
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Zeitlicher Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis am 12. August 2026 für ausgewählte deutsche Städte.
Foto: kms/Epoch Times
Da die Sonne während der Sonnenfinsternis in Deutschland relativ tief am Horizont steht, ist sie am besten von einer Anhöhe aus mit freiem Blick nach Nordwesten oder Westen zu sehen – nötig ist dafür eine Sonnenfinsternisbrille. Auch zahlreiche astronomische Einrichtungen in ganz Deutschland laden in der „Langen Nacht der Astronomie“ zur Beobachtung der Sonnenfinsternis in Deutschland ein, einige bieten zudem Liveübertragungen aus Spanien an.
Nach der Sonnenfinsternis können sich Himmelsgucker auf ein weiteres Ereignis freuen: Der Meteorstrom der Perseiden hat in der Nacht vom 12. auf 13. August seinen Höhepunkt, wobei mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen ist. Die besten Beobachtungszeiten sind die Stunden von 23 Uhr bis 4 Uhr. In den frühen Abendstunden und mit bloßen Augen sind in unseren Breiten indes weit weniger zu sehen.
Die totale Sonnenfinsternis startet im nördlichen Sibirien, wo die Sonne gerade noch als Mitternachtssonne über dem Horizont zu sehen ist. In Deutschland ist es dann etwa 19 Uhr. Der Schatten des Mondes zieht am Nordpol vorbei sowie über den Osten Grönlands und den Westen Islands. Er erreicht Nordspanien, einen Zipfel von Portugal und zieht dann quer über die iberische Halbinsel und über die Balearen hinweg. Die totale Finsternis endet kurz nach 20:30 Uhr im Mittelmeer.
Am längsten dauert die Totalität mit 2 Minuten und 18 Sekunden etwa 100 Kilometer westlich der isländischen Küste vor der Inselgruppe Hvallátur.
An Land ist ein etwas erhöhter Standort ideal, da man von dort aus den Schatten des Mondes herannahen sehen kann. Er bewegt sich in Spanien mit einer Geschwindigkeit von etwa 2.500 Kilometern pro Stunde über die Erdoberfläche, umgerechnet etwa 42 Kilometer pro Minute.
Wer die totale Sonnenfinsternis vom heimischen Sofa aus betrachten möchte, kann sie per Livestream der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) verfolgen. Sie wird die Sonnenfinsternis vom Observatorio Astrofísico de Javalambre in Teruel, Spanien, übertragen und dabei fortlaufend Teleskopaufnahmen senden. Epoch Times wird diesen Livestream ebenfalls verbreiten.
Ein kosmischer Reigen
Bei einer Sonnenfinsternis steht der Mond auf einer Linie zwischen Sonne und Erde, sodass der Schatten des Mondes auf die Erde fällt. Deutschland liegt am 12. August nur im Halbschatten, der Mond bedeckt also nur einen Teil der Sonne. Im Kernschatten dagegen ist die Sonne völlig vom Mond bedeckt, die Sonnenfinsternis ist total.
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Bei einer totalen Sonnenfinsternis wie im August 2026 fällt die sogenannte Umbra des Mondes auf die Erdoberfläche. In diesem schmalen Bereich wird die gesamte Sonne verdunkelt. Jenseits des Kernschatten ist die Finsternis partiell.
Ist der Mond weiter entfernt, erreicht der Kernschatten des Mondes die Oberfläche nicht. In einem kleinen Bereich verdeckt der Mond dann den Kern der Sonne, während einer schmaler Ring sichtbar bleibt. Jenseits dessen ist die Sonnenfinsternis wiederum partiell.
Bei einer partiellen Sonnenfinsternis verdeckt der Mond nur einen Teil der Sonne. Der Bereich des Kernschattens, der eine totale oder ringförmige Sonnenfinsternis erzeugen kann, geht an der Erde vorbei.
Es ist ein astronomischer Zufall, dass der Mond die Sonne nahezu exakt verdecken kann. Denn der Sonnendurchmesser ist zwar einerseits etwa 400-mal größer als der des Mondes, aber andererseits ist die Sonne rund 400-mal weiter von der Erde entfernt als der Mond. Deshalb erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus gesehen in etwa gleich groß. Doch es gibt leichte Abweichungen.
Weil die Umlaufbahn des Mondes um die Erde nicht exakt kreisförmig, sondern leicht elliptisch ist, schwankt die Entfernung Erde–Mond etwas. Deshalb ändert sich auch die scheinbare Größe des Mondes am Himmel. Steht der Erdtrabant bei einer Finsternis gerade nahe dem erdfernsten Punkt seiner Bahn, so ist er geringfügig zu klein, um die Scheibe der Sonne vollständig abzudecken. Die Folge: Statt zu einer totalen kommt es zu einer – nicht minder beeindruckenden – ringförmigen Finsternis.
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Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis bleibt der Rand der Sonnenscheibe sichtbar. Das Restlicht genügt, dass die Korona nicht sichtbar wird …
Foto: Pitris/iStock
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Die Breite des Sonnenkreises hängt vom Abstand zwischen Erde und Sonne ab.
Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa
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Kurz vor einer totalen Sonnenfinsternis zeigen sich die sogenannten Bailyschen Perlen. Dabei scheinen die Sonnenstrahlen durch die Mondkrater und erzeugen einzelne Lichtpunkte …
Foto: Fernando Llano/AP
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… Diese Erscheinung ist auch „Diamantring-Effekt“ bekannt …
Foto: jzalopa/iStock
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… Erst wenn diese letzten Sonnenstrahlen hinter dem Mond verschwunden sind, zeigt sich die Sonnenkorona und es ist sicher, seine Schutzbrille abzunehmen.
Foto: NASA
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Eine Sonnenfinsternis ist auch bei (leichter) Bewölkung zu sehen, wie diese partielle Finsternis über der Siegessäule in Berlin.
Foto: Jens Büttner/dpa
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Durch geeignete Filter erscheint die Sonne bei einer partiellen Finsternis wie der Mond. Dieses Bild entstand während der Sonnenfinsternis am 8. April 2024 über Washington, DC.
Foto: Chip Somodevilla/Getty Images
Eine Finsternis alle 18 Monate – aber erst 2081 wieder über Deutschland
Damit es zu einer Finsternis kommen kann, muss der Mond von der Erde aus gesehen in der gleichen Richtung stehen wie die Sonne, es muss also Neumond sein. Doch nicht bei jedem Neumond kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Denn die Bahn des Mondes liegt ein wenig schief im All, sie ist um etwa 5 Grad gegen die Bahn der Erde gekippt. Daher zieht der Erdtrabant sozusagen meistens oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur zwei- bis fünfmal pro Jahr kommt es zu Sonnenfinsternissen.
Dabei fällt nicht immer auch der Kernschatten auf die Erde. Eine totale Sonnenfinsternis gibt es nur etwa alle 18 Monate – irgendwo auf der Erde. An einem bestimmten Ort kommen sie selten vor, da der Kernschatten mit einem Durchmesser von rund 200 Kilometern sehr klein ist.
Die bislang letzte totale Sonnenfinsternis war von Deutschland aus am 11. August 1999 zu sehen, die nächste wird erst am 3. September 2081 sein. Kuriosum am Rande: Bereits am 2. August nächsten Jahres ist wieder eine totale Sonnenfinsternis in Spanien zu sehen, jedoch nur im äußersten Süden. Der Höhepunkt wird sich in der Nähe von Luxor, Ägypten, zeigen. Am 26. Januar 2028 gibt es in Spanien eine ringförmige Sonnenfinsternis.
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Karte der totalen Sonnenfinsternis am 2. August 2027, die auch als Welt-Sonnenfinsternis bezeichnet wird. Nicht nur ist sie auf einem Großteil der Erde sichtbar, sie erreicht mit bis zu über 6 Minuten absolute Dunkelheit auch nahezu das astronomisch mögliche Maximum.
Sonnenfinsternisse der 2020er-Jahre. Die zufällige Überlappung dreier Finsternispfade wie in Spanien in weniger als drei Jahren ist ein Glücksfall. Totale Finsternisse: blau, ringförmige Finterenisse: rot. Im April 2023 ereignete sich eine sogenannte hybride Sonnenfinsternis.
1 Million Grad heißes Plasma und Reste eines Kometen
Bei Eintritt der Totalität kommt es schlagartig zu einer Abnahme der Helligkeit – innerhalb von Sekunden herrscht eine Art späte Dämmerung und einige helle Sterne und Planeten erscheinen am Himmel. Besonders auffällig ist bei dieser Finsternis die Venus, die in einem Abstand von etwa 45 Grad links von der Sonne aufleuchtet.
Um die schwarze Scheibe der vom Mond verdunkelten Sonne herum erstrahlt während der Totalität die Korona. Bei diesem Strahlenkranz handelt es sich um die äußere Atmosphäre der Sonne, extrem dünn verteiltes Gas, das aufgrund seiner hohen Temperatur von über 1 Million Grad leuchtet. Diese Temperatur ist überraschend hoch, da die Oberfläche der Sonne lediglich 6.000 Grad Celsius heiß ist.
Dieses Jahr kommt noch ein anderes Himmelsspektakel dazu: der Meteorstrom der Perseiden. Bereits ungefähr eine Stunde nach der abendlichen Sonnenfinsternis lohnt sich daher der erneute Blick in den Himmel. Obwohl die Sternschnuppen bereits seit Mitte Juli fallen, erreichen sie erst im Zeitraum vom 9. bis 15. August sehenswert hohe Raten.
Das Maximum liegt 2026 in der Nacht vom 12. auf den 13. August und fällt damit mit der Sonnenfinsternis zusammen. Obwohl es auch während der Totalität nicht „schwarz wie die Nacht“ wird, ist nicht ausgeschlossen, dass helle Exemplare in diesen knapp zwei Minuten sichtbar über den Himmel ziehen.
Ihren Namen „Perseiden“ verdanken sie ihrem gemeinsamen, vermeintlichen Ursprung am Himmel im Sternbild Perseus. In Wirklichkeit gehen die im Volksmund auch Laurentius-Tränen genannten Sternschnuppen auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurück, der auf seiner Bahn um die Sonne winzige Partikel ausgestoßen hat. Jedes Jahr im Sommer fliegt die Erde durch diese Staubfahne, wobei einige in der Erdatmosphäre verglühen.
Beim direkten Blick in die Sonne drohen augenblicklich Schäden
Ohne eine spezielle Sonnenfinsternisbrille kann ein Blick in die Sonne die Augen stark schädigen. Auch die hohe Abdeckung der Sonne während der Sonnenfinsternis durch den Mond in Deutschland oder die einsetzende Dämmerung ist kein Grund die Augen weniger gut zu schützen. „Der direkte Blick in die Sonne kann das Auge auch dann schädigen“, warnt Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
Ohne Schutz „erzeugen die von der Augenlinse gebündelten Sonnenstrahlen eine gezielte Hitze in der Netzhaut, die die Sehzellen in kürzester Zeit schädigen kann“, ergänzt der Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen, Hans Hoerauf. Sie seien dann nicht mehr funktionsfähig. „Es können sich irreversible Vernarbungen am Ort des schärfsten Sehens bilden.“
„Die Sonnenfinsternisbrillen sollten nach der europäischen Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 mit entsprechender CE-Kennzeichnung versehen sein“, sagt Hoerauf. Die Schutzbrille müsse intakt sein und die Folie dürfe keine Kratzer, Löcher und Risse haben.
„Hochgefährlich ist übrigens auch die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras. Diese Geräte bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich.“ Sie taugen jedoch dazu, das Bild der Sonne – für eine begrenzte Zeit – auf eine Leinwand oder Ähnliches abzubilden.
Ferngläser oder Feldstecher ermöglichen die risikoarme Beobachtung der Sonnenfinsternis, solange sie ausschließlich als Projektoren dienen. Wer direkt hindurch sieht, riskiert dauerhafte Augenschäden! Dennoch sollte auch die Projektion zeitlich begrenzt bleiben, da sich die Optik ebenfalls erhitzt und Schaden nehmen kann.
Foto: ts/Epoch Times
1.000-mal dunkler als eine Sonnenbrille
Das BfS warnt in diesem Zusammenhang auch vor Tipps, die derzeit wieder verstärkt in den sozialen Netzen und im Internet kursieren: Kein zuverlässiger Schutz für die Augen, sondern gefährlich seien etwa schwarze Filmstreifen, mit Kerzenruß geschwärzte Gläser, gefaltete Rettungsdecken, Sonnenbrillen, Schweißerbrillen oder Gletscherbrillen, Röntgenbilder und CDs. Sie alle bieten – obwohl scheinbar undurchsichtig – nicht die gleichen Filtereigenschaften wie spezielle Sonnenfilter.
Für die direkte Beobachtung durch ein Fernglas oder das Fotografieren mit Teleobjektiv taugen diese jedoch nicht. Dafür geeignete Sonnenfilter lassen nur noch etwa ein Hunderttausendstel des Lichts durch und sind damit um ein Vielfaches „schwärzer“ als die vermeintlichen Alternativen und etwa um das Tausendfache dunkler als normale Sonnenbrillen.