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„Der Bauer hat kaum noch Spielraum“: So steht es um die Grundversorgung in Deutschland

Kann die deutsche Landwirtschaft die Grundversorgung der Bevölkerung noch gewährleisten? Ein Blick auf den Selbstversorgungsgrad (SVG) – also den Anteil des heimischen Verbrauchs, der durch heimische Produktion gedeckt wird – zeigt ein zweigeteiltes Bild.
Der Selbstversorgungsgrad von Getreide lag 2024 bei knapp 100 Prozent. Bei Zucker, Kartoffeln, Milch und vor allem Käse produziert Deutschland deutlich mehr, als es verbraucht. Auch bei Fleisch besteht eine Überversorgung – vor allem bei Schweinefleisch. Dennoch spielen Importe auch hier eine wichtige Rolle, da bestimmte Teilstücke wie Filets oder Schinken besonders stark nachgefragt werden.
Bei frischem Gemüse lag im Wirtschaftsjahr 2024/2025 der Selbstversorgungsgrad deutschlandweit bei rund 39 Prozent, bei Obst nur bei 18 Prozent. Auch bei Eiern klafft eine spürbare Lücke.

Foto: Epoch Times

Gerade bei den täglich frisch benötigten Grundnahrungsmitteln ist Deutschland also in erheblichem Maß auf Importe angewiesen – ein Umstand, der im Krisenfall, etwa bei Lieferkettenstörungen oder geopolitischen Spannungen, schnell zum Risiko werden kann.
Hinzu kommt, dass steigende Erzeugerpreise sowie strengere gesetzliche Vorgaben vor allem bei Stallhaltung und Aufzucht in den kommenden Jahren zu einem Rückgang der heimischen Produktion führen und den Bedarf an Importen erhöhen könnten.
Welche Folgen solche Abhängigkeiten haben können, zeigt das Beispiel der EU-Importbeschränkungen für tierische Lebensmittel aus Brasilien.
Ein Expertenausschuss der EU-Mitgliedstaaten beschloss Mitte Mai 2026, dass Brasilien ab dem 3. September 2026 keine Lebensmittel tierischen Ursprungs mehr in die EU exportieren darf – betroffen sind Rind- und Geflügelfleisch, Eier und Honig.
Hintergrund waren vor allem Zweifel der EU an den Kontroll- und Nachweissystemen Brasiliens bei Tierarzneimittelrückständen, insbesondere bei bestimmten antimikrobiellen Stoffen. Bereits zuvor hatten EU-Kontrolleure einzelne Auffälligkeiten festgestellt, darunter den Nachweis des Wachstumshormons Östradiol in Lieferungen von brasilianischem Rindfleisch.
Doch wie sieht es bei der Erzeugung selbst, aus? Günther Kapser, Nebenerwerbslandwirt aus Schechen (Bayern) und Laurentius Berger, Vollerwerbslandwirt mit einem Bio-Milchviehbetrieb in Rieden (Bayern), gewähren einen Einblick.

Die Landwirte Laurentius Berger

Foto: l.) und Günther Kapser (r.

Wie ist die Situation der Bauern in Deutschland?
Berger: Schwierig, die EU gibt Richtlinien vor, welche die Regierung in unserer Gesetzgebung hart verschärft. Zum Beispiel hat die EU eine Richtlinie zur Haltung von Nutztieren erlassen, die unsere Regierung besonders streng und detailliert in deutsches Recht umgesetzt hat.
Man könnte fast von einem „Gold-Platin-Standard“ sprechen, den Deutschland hier bei der Umsetzung von EU-Richtlinien setzt. Viele andere EU-Länder haben dieselbe Richtlinie dagegen gar nicht oder nur schwach umgesetzt, was zu einer deutlichen Wettbewerbsverzerrung führt und dem Tierwohl europaweit nicht wirklich zugutekommt.
Hinzu kommen unsere planwirtschaftlichen Probleme: In Deutschland gibt indirekt der Handel die Preise für die Erzeugung vor – konkret die vier großen Lebensmittelhändler Edeka, Schwarz-Gruppe (Lidl), Rewe und Aldi. Sie diktieren mehr oder weniger die Preise, die über die Molkereien an die Bauern weitergegeben werden. Den Rest bestimmt der Staat bzw. die Agrarpolitik der EU (GAP).
Der Bauer selbst hat kaum noch Spielraum, seine Arbeit frei zu gestalten, wenn er überleben will. Das Kartellamt lässt dieses Oligopol zu, während der Staat über seine Subventionspolitik indirekt mitbestimmt, was auf den Bauernhöfen zu geschehen hat und umgesetzt werden soll.
Wie sieht es bei den Betriebsmitteln aus, wie teuer sind sie geworden?
Kapser: Unsere Betriebsmittelpreise sind in den vergangenen 6 Jahren um ca. 35 Prozent gestiegen, überwiegend getrieben von der Energiekrise nach Ausbruch des Ukrainekrieges 2022.
Die Düngemittelerzeugung benötigt einen hohen Erdgasbedarf bei der Stickstoffherstellung, Erdgas, welches wir vorher günstig von Russland bekommen haben.
Hier sind die Preise um ca. das Doppelte gestiegen, was wir vor 2020 gehabt haben. Zeitgleich werden aber die Grundnahrungsmittel immer günstiger, welche die Lebensmittelindustrie beim Bauern kauft. Deswegen wird die Schere zwischen Einkommen und Ausgaben immer höher in der Landwirtschaft, dies ist neben der hohen Bürokratie von EU und Regierung auch der Grund, warum immer mehr Landwirte aufhören.
Damals haben in der Landwirtschaft Familie und Externe gearbeitet, dieses ist nicht mehr möglich. Eine Landwirtschaft kann nur im Familienbetrieb noch existieren, ansonsten ist es nicht mehr möglich. Man soll auch nicht außer Acht lassen, dass in der Landwirtschaft fast jeder 8. Arbeitsplatz davon abhängig ist und die Landmaschinenhersteller schon Probleme haben, weil weniger Maschinen gekauft werden als üblich.
Welche gesetzlichen Vorgaben belasten Landwirte derzeit besonders?
Berger: Je mehr die IT ermöglicht, desto höher und unsinniger werden die Gesetze. Oft müssen Doppelmeldungen gemacht werden, weil es keine hohe Vernetzung in den Ämtern gibt. Auch hat man permanent das Gefühl, unter Generalverdacht zu stehen, anstatt Vertrauen zu den Bauern zu haben.
Zum Beispiel, jeder Zukauf von Nutztieren, jede Geburt, muss tagesgenau in die staatliche Datenbank eingepflegt werden. Jeder Einsatz von Antibiotika muss gemeldet und in die Antibiotika-Datenbank der Tierärzte eingetragen werden.
Danach erfolgt nach einer gewissen Zeit eine Auswertung. Liegt der Antibiotika-Einsatz über dem Durchschnitt, muss der Bauer erklären, warum bei ihm der Antibiotika-Einsatz höher ist, anstatt Vertrauen in den Tierarzt und den Bauern zu haben, schon das Richtige für das Tierwohl zu entscheiden.
Wie wirkt sich das europäische Mercosur-Abkommen auf die deutsche Landwirtschaft aus?
Kapser: Wir haben die strengsten Tierschutzgesetze und die niedrigsten Grenzwerte im Herbizid-, Pestizid- und Wasserbereich. Unsere Verbraucher legen zu Recht Wert auf Tierwohl und unbelastete Lebensmittel – all das gibt es in Südamerika so nicht. Dort sind die Grenzwerte in wichtigen Bereichen um das Vielfache höher. Würde man unsere Lebensmittel bzw. Fleisch genauso wie in Südamerika herstellen, dürfte es nicht in Verkehr gebracht werden.
Was kann man verbessern, und was wird bereits getan?
Berger: Viel weniger Bürokratie und Überwachung, aber eine gezielte Regulierung durch den Staat, um den heimischen Markt zu schützen vor Dumpingpreisen durch das Ausland. Eine Auflösung des Oligopols durch das Kartellamt.
Ferner sollte unsere Politik den Frieden suchen mit Russland, die Sanktionen beenden und wieder Energie aus Russland beziehen. Unsere Industrie, unsere Bevölkerung, unsere Landwirtschaft benötigt wieder günstige und bezahlbare Energie, um wieder zu gedeihen und zu wachsen.
Ich wünsche mir auch von der Politik vor allem, dass sie uns zuhört, dass sie mit uns in einen ernsthaften Dialog tritt, dass sie versucht, die Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche sowohl der Lebensmittelerzeuger als auch der Verbraucher zu verstehen und im besten Sinne für alle auch umsetzt.
Kapser: Es sollten im Ausland dieselben Grenzwerte gelten wie bei uns – zum Wohle der Verbraucher, aber auch, damit für die heimische Landwirtschaft keine Wettbewerbsverzerrung entsteht.
Ferner sollten Subventionen nach Staffelung und Größe erfolgen, je mehr Milch z.B ein Bauer liefert, desto weniger Subventionen sollte er erfahren, um hier ein Ungleichgewicht zwischen den Klein- und Großbauern auszugleichen.
 
Vielen Dank für das Gespräch.
 
 
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Brandgefahr: Forscher sieht gemeinsame Ursachen und Lösungen in Spanien, Frankreich, Italien


In Kürze:

  • Die Brandgefahr in Südeuropa ist weiterhin hoch.
  • Weltweit nimmt die verbrannte Fläche seit Jahrzehnten ab, dennoch steigen die Schäden.
  • Gründe dafür sind Veränderungen in der Landwirtschaft sowie der Lebensweise der Menschen.
  • Die meisten Brände werden vom Menschen verursacht.
  • Einfache Maßnahmen tragen zum Brandschutz bei: Auf europäischer Ebene ebenso wie im eigenen Garten.

 
Teile Südeuropas werden in letzter Zeit von schweren Bränden heimgesucht. So brennt es im Südwesten Frankreichs bei Bordeaux, zuvor südlich von Paris bei Fontainebleau. In Spanien vereinigten zwei große Brände zu einem Großfeuer südwestlich von Madrid. Bis zum 26. Juli vernichteten die Flammen bei Madrid rund 32.000 Hektar Land und 42.000 Hektar bei Bordeaux.
Die Brandgefahr ist vor allem im Südwesten Europas weiterhin hoch. Im Süden Großbritanniens, in Frankreich, Süddeutschland sowie in Teilen Spaniens und Mitteleuropas war sie Mitte Juli laut EFFIS, dem Europäischen Dienst für Waldbrandinformationen, extrem hoch.
In der gesamten EU verbrannten bis zum 15. Juli bei insgesamt 1.083 Bränden 167.000 Hektar Land. Beide Zahlen liegen deutlich über dem Durchschnitt des Zeitraums 2006–2025.

Waldbrandgeschehen in der EU vom 20. bis 27. Juli 2026. Farben zeigen die Aktualität der Datenpunkte (lila: jünger als sechs Stunden, rosa: vor 6–12 Stunden, rot: 12–24 Stunden, orange: 1–7 Tage), somit stellen nicht alle Punkte aktive Feuer dar.

Brennt es mehr oder weniger als früher?

Viele Menschen fragen sich daher: „Brennt es heute mehr oder weniger als früher?“ Kurz gesagt, es brennt weltweit weniger, insbesondere verglichen mit der Situation vor längerer Zeit. Jedoch hat sich der Charakter der Brände verändert.
In Afrika, Amerika und Teilen Asiens brannten früher große Teile der Savannen – manchmal auf natürliche Weise, manchmal, weil Menschen die Weideflächen verbessern wollten.
In Nord- und Osteuropa, damals dünner besiedelt, waren große Waldbrände üblich. Sie hatten aber nicht die gleichen Folgen wie heute, da nur wenige menschliche Strukturen betroffen waren.
Im Mittelmeerraum sieht die Situation anders aus. Diese Region wird seit tausenden Jahren vom Menschen genutzt. Dort sind die Brände heute schwerwiegender als früher. Nicht weil, es häufiger brennt, sondern weil mehr Menschen dort leben.

Verbuschung und Brachen führen zu mehr Bränden

„In Südeuropa, insbesondere am Mittelmeer, ist ein recht deutlicher Trend zu beobachten, dass die Brände größer und gefährlicher geworden sind“, sagt Waldbrandforscher Johan Sjöström gegenüber Epoch Times. Der Fachmann des schwedischen Forschungsinstitut Rise sieht als einen wichtigen Grund, dass die Landschaft in Südeuropa vor 50 bis 60 Jahren deutlich anders aussah als heute:
„Sie war voller kleiner landwirtschaftlicher Betriebe und Weideland. Heute ist beispielsweise Katalonien zu 70 Prozent von Wald bedeckt, doch in den 1960er Jahren gab es Wald fast ausschließlich in den Pyrenäen.“
In vielen Regionen würden kleine landwirtschaftliche Betriebe aufgegeben, da sie wirtschaftlich unrentabel seien. Stattdessen werde das Land aufgeforstet – oft mit schnellwachsenden Bäumen wie Kiefern und Eukalyptus – oder es läge brach. Die aufgegebenen Weideflächen verwildern. Auch Naturschutz kann zu mehr Brandmaterial in den Wäldern führen.

Am 26. Juli 2026 in Saint-Jean-d’Illac, etwa 30 km von Bordeaux entfernt brennt ein Kiefernwald. Die über 220.000 evakuierten Menschen können „erst dann in ihre Häuser zurückkehren, wenn das Feuer unter Kontrolle gebracht wurde“, sagte der örtliche Präfekt.

Foto: Romain Perrocheau/AFP via Getty Images

Verwilderte Buschlandschaften im mediterranen Klima Südeuropas sind leicht entflammbar. Sie bestehen aus verschiedenen Nadelgehölzen und Grasarten, die im Sommer verdorren. Die Vegetation ist niedrig, sodass Flammen alle Teile erfassen können. Sonne und Wind drängen tiefer ein als beispielsweise in einem schwedischen Wald, erklärt Sjöström.
„Diese veränderte Landnutzung ist ein wichtiger Faktor für die Zunahme der Großbrände. Sie wird natürlich durch trockenere und wärmere Sommer noch verstärkt.“ Im Norden Europas trocknen derartige Flächen nicht so schnell aus, sie sind relativ widerstandsfähig gegen Feuer.

Besonderheiten der Jahre 2025 und 2026

Spanien, das gerade einen seiner tödlichsten Waldbrände erlebt hat, verzeichnete 2025 ein „schwarzes Jahr“ in Bezug auf Waldbrände. Die Brandfläche betrug rund 400.000 Hektar. Das entspricht etwa 4,5-mal der Fläche von Berlin, einem Viertel des Bundeslandes Schleswig-Holstein oder etwa der Gesamtfläche von Mallorca.
Sjöström stellte für beide Jahre eine „unglückliche Kombination aus reichlichen Niederschlägen im Winter und trockenem, warmem Sommerwetter“ fest. Anders gesagt: Wenn es im Winter und Frühjahr viel regnet, wächst die Vegetation üppig. Später im Jahr, wenn die Vegetation vertrocknet, ist die Brandlast höher.

Anwohner versuchen mit einfachsten Mitteln am 24. Juli 2026, ihre Region vor dem Brand zu schützen – bei Cebreros in der Nähe von Ávila, 80 km westlich von Madrid.

Foto: Cesar Manso/AFP via Getty Images

Die häufigste Brandursache bleibt der Mensch

Brennbares Material allein erzeugt jedoch kein Feuer. Die eigentliche Brandursache ist meist der Mensch selbst: Laut dem WWF werden 96 Prozent der Waldbrände in Deutschland vorsätzlich oder fahrlässig etwa durch eine achtlos weggeworfene Zigarette, Asche aus einem Grill, die noch glimmte, eine zerbrochene Glasflasche oder den heißen Auspuff einer Forstmaschine – durch Menschen verursacht.
Bei jedem Fünften (20,6 Prozent) ließ sich laut Bundesregierung Brandstiftung nachweisen. Nur die wenigsten Feuer entzünden sich durch einen technischen Defekt einer Hochspannungsleitung oder gar Blitzschlag. Weltweit sind die Zahlen ähnlich.
So geht man in Frankreich derzeit davon aus, dass der Großbrand bei Bordeaux auf forstwirtschaftliche Arbeiten zurückgeht. Im Zusammenhang mit dem Brand in Fontainebleau wurden mehrere Verdächtige festgenommen – es wird Brandstiftung vermutet. Gleiches gilt für den Brand im französischen Var.
In Spanien weist die Regierungsbeauftragte für die Autonome Gemeinschaft Valencia, Pilar Bernabé, für die Brände westlich von Madrid darauf hin: Es „scheine nicht so“, als sei der Brand auf natürliche Ursachen zurückzuführen. Es werde in alle Richtungen ermittelt.
Allein im Jahr 2025 wurden in Griechenland über 300 Menschen wegen Brandstiftung festgenommen.

Menschen auf dem Land leben eher wie Städter

Der schwedische Waldbrandexperte sieht jedoch noch einen anderen wichtigen Grund: Die Lebensweise der Menschen hat sich in der industrialisierten Welt stark geändert. Wer heute auf dem Land lebe, führe nicht immer ein ländliches Leben, sondern oft ein urbanes. Das verändere die Umgebung.
Sjöström zufolge möchten viele Landbewohner schöne Häuser mit Gärten – keine Weiden und Felder. Das habe Konsequenzen sowohl für das Brandrisiko als auch für die Gefährlichkeit von Bränden.
„Früher waren bestimmte Teile der Welt Wildnis, während in anderen Teilen Menschen lebten. Diese Trennung beginnt sich aufzulösen. Deshalb sind wir einer anderen Gefährdung ausgesetzt“, sagt er.
Mit anderen Worten: Wo früher eine Weide war, wuchert heute brennbares Unterholz. Wo einst Felder waren, stehen heute Villen. Natürlich brennt es dann heißer und der Schaden ist größer – auch wenn die Zahl der Feuerbrünste etwas anderes erwarten lässt.

Brände in Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und Griechenland

Statistiken der Europäischen Umweltagentur (EUMED5) zeigen seit 1980 einen leicht rückläufigen Trend hinsichtlich der verbrannten Fläche in den Mittelmeerländern Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland. Ausnahme ist Portugal, dort nahm die verbrannte Fläche zu.
Aufgrund unterschiedlicher Wetterbedingungen sind die jährlichen Schwankungen groß. Auf eine fast rekordgroße Brandfläche im Jahr 2017 folgte beispielsweise 2018 die bislang kleinste Brandfläche in den fünf Ländern: 2017 brannte es auf rund 1,03 Millionen Hektar (10.340 Quadratkilometer), wobei vor allem Portugal betroffen war. 2018 verbrannten 182.000 Hektar (1.820 Quadratkilometer), meist in Mittel- und Nordeuropa.
Auch Daten von Our World in Data zeigen einen abnehmenden Trend: Weltweit nimmt die Brandfläche ab, was auch in Afrika auffällt. Große Brandflächen gab es hingegen in den vergangenen Jahren in Nord- und Südamerika und Ozeanien. Europa blieb bisher meist davon verschont und die Daten deuten noch nicht auf ein Ausnahmejahr hin.
Aber, Sjöström bilanziert, „es gibt eine Zunahme wirklich schwerer Brände, bei denen Menschen ums Leben kommen. Die 250 größten Brände der letzten vier Jahrzehnte ereigneten sich fast alle gegen Ende dieses Zeitraums.“

Seit 2002 ist die Brandfläche weltweit und auf den meisten Kontinenten einen rückläufigig. Am stärksten betroffen sind Buschland und Savanne. Grafik: Our World in Data, CC BY 4.0

Bodenfeuchtigkeit und Wind: Brandgefahr steigt

Die Brandgefahr wird anhand eines meteorologischen Modells berechnet. Es berücksichtigt den Feuchtigkeitsgehalt in verschiedenen Schichten des potenziellen Brennstoffs – an der Bodenoberfläche, etwas tiefer im Boden und in der Tiefe – in Kombination mit dem Wind.
Dieser Brandgefahrenindex FWI stieg zwischen 1980 und 2012 für Europa insgesamt an, insbesondere in den südlichen und östlichen Teilen.
„Dies steht in einem eindeutigen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Der Anstieg war überall dort zu verzeichnen, wo ein mediterranes Klima herrscht, wie in Kalifornien, Südafrika und Südaustralien“, sagt Johan Sjöström.
Dass die verbrannte Fläche im Mittelmeerraum dennoch leicht zurückgegangen ist, wertet die Europäischen Umweltagentur als Zeichen dafür, dass verbesserte Brandbekämpfung und Präventionsmaßnahmen Wirkung gezeigt haben.

Das Klima ist nur ist nur ein Faktor

Sorgt also auch das Wetterphänomen El Niño für mehr Brände in Europa? Bekannt ist, dass Meteorologen für dieses Jahr die Entwicklung eines starken El Niño erwarten. Das Phänomen kann das Wetter in weiten Teilen der Welt beeinflussen.
Dabei verändern sich Wind- und Meeresströmungen nahe des Äquator im Pazifik. Winde treiben dann nicht – wie es normal ist – feuchte Luft nach Westen, also Australien und Südostasien, sondern vermehrt in Richtung der Westküste Südamerikas.
Während in manchen Regionen Regen ausbleibt und es zu Trockenheit kommt, gibt es anderenorts starke Niederschläge und Überschwemmungen. Unter anderem wird es an der Westküste Südamerikas und in den Südstaaten der USA meist regnerischer, während es in Südafrika, Australien und Indonesien zu schwerer Dürre kommen kann.
Auf Mittel- und Südeuropa hat ein El Niño schwächere und weniger direkte Auswirkungen. Die Winter sind häufiger milder, es gibt Hinweise auf erhöhte Wahrscheinlichkeit für nassere Winterphasen in Teilen Mitteleuropas. Im Sommer sind die Zusammenhänge weniger eindeutig: sie könnten in einigen Regionen wärmer und trockener sein.
Allerdings kann für Europa aus dem Wetterphänomen keine direkte erhöhte Brandgefahr abgeleitet werden, es kann jedoch ein möglicher Einflussfaktor von vielen sein.

Gegenmittel: Schafe, Ziegen, bestimmte Baumarten meiden

Welche Maßnahmen empfiehlt der Fachmann, um sowohl das Auftreten von Bränden als auch deren Gefährlichkeit zu verringern?
„In Südeuropa müssen wirtschaftliche Anreize für eine strategischere Landnutzung geschaffen werden“, sagt Sjöström. Derzeit können Waldgebiete direkt an leicht entflammbare Buschgebiete grenzen, die früher Weideland oder Kleinbauernhöfe waren.
„An anderen Stellen muss man die Landschaft fragmentieren, damit sich die Brände eindämmen lassen. Ganz einfach: Weidetiere wieder ansiedeln. Schafe und Ziegen. Und vielleicht etwas vorsichtig sein, wie man bestimmte Bäume pflanzt“, sagt Sjöström.
Für sein Land, Schweden, schlägt er vor, den Anteil von Birken zu erhöhen. Dann würde Moos, das eine Voraussetzung für Waldbrände in Schweden bildet, nicht so hoch werden können.
Hausbesitzern wird europaweit empfohlen, den Garten und insbesondere den Bereich um das Haus von brennbarem Material wie Holz und Unrat freizuhalten und keine Nadelbäume in der Nähe zu pflanzen.
Mit Material der schwedischen Epoch Times.
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Verlorene Geschichten: Goldenes Zeitalter kannte Zehntausende Sprachen


In Kürze:

  • Heute existieren rund 7.500 gesprochene oder gebärdete Sprachen. Vor rund 12.000 Jahren könnten es 4.500 bis 6.200 Sprachen gewesen sein.
  • Dazwischen steig die Sprachenvielfalt möglicherweise sogar auf mehrere Zehntausend Sprachen vor 1.000 bis 3.000 Jahren.
  • Der Rückgang der sprachlichen Vielfalt setzte offenbar mit der Ausbreitung großer Staaten und Imperien ein – lange vor dem Kolonialismus Europas.
  • Heutige Sprachen stellen eine kleine, historisch verzerrte Auswahl und Relikte der früheren Sprachenvielfalt dar.

 
Ein internationales Forschungsteam aus Spanien, den USA und Deutschland hat plausible Entwicklungsverläufe der globalen Sprachenvielfalt über die vergangenen 12.000 Jahre rekonstruiert. Die nun veröffentlichte Studie legt nahe, dass die sprachliche Vielfalt während eines Großteils des Holozäns zunahm, vor etwa 1.000 bis 3.000 Jahren einen bemerkenswerten Höhepunkt erreichte und anschließend rasch zurückging.
Weltweit sprechen oder gebärden Menschen heute rund 7.500 Sprachen. Dies ist jedoch nur eine Momentaufnahme in einer Geschichte ständigen Wandels. Wie viele Sprachen gab es vor den ersten schriftlichen Zeugnissen? Verringerte die Einführung der Landwirtschaft die sprachliche Vielfalt, weil expandierende Bauernpopulationen kleinere Jäger- und Sammlergruppen verdrängten? Oder führte das Bevölkerungswachstum zunächst zu mehr Möglichkeiten für die Entstehung neuer Sprachen?
Bislang wurden diese Fragen „nicht aus Mangel an theoretischem Interesse, sondern aufgrund der außergewöhnlichen Schwierigkeit, die relevanten Dynamiken empirisch zu erforschen, nur begrenzt nachgegangen“, erklärte Studienautor Marcus Hamilton von der University of Texas at San Antonio. „In dieser Arbeit wird ein innovativer Ansatz vorgestellt, um die Dynamiken menschlicher kultureller Vielfalt in der Vergangenheit besser zu verstehen. Damit widmet sie sich einer der zentralen und zugleich schwierigsten Fragen der Humanwissenschaften.“

Geschichte ohne schriftliche Zeugnisse rekonstruieren

Für die Zeit vor dem Schriftgebrauch vor rund 6.000 Jahren fehlen direkte Hinweise auf die Zahl der Sprachen nahezu vollständig und bleiben bis in die jüngere Vergangenheit lückenhaft. Die Forscher kombinierten daher ethnografische Informationen, Schätzungen zur prähistorischen Bevölkerungsgröße sowie statistische und soziokomputationale Modelle. Dabei handelt es sich um computergestützte Simulationen, die menschliches Verhalten und soziale Interaktionen nachbilden.
Ausgangspunkt waren ethnografische Daten von 171 Jäger-, Sammler- und Fischergesellschaften, deren traditionelle Subsistenzwirtschaft und Mobilität durch den Kontakt mit Nahrungsmittel produzierenden Populationen noch nicht nachhaltig verändert worden waren. Mithilfe dieser Daten schätzten die Forscher die wahrscheinliche Größenverteilung ethnolinguistischer Gruppen zu Beginn des Holozäns.
Diese Schätzungen kombinierten sie mit Rekonstruktionen, denen zufolge die Weltbevölkerung vor 12.000 Jahren zwischen 4,4 und sieben Millionen Menschen umfasste. Wenn man davon ausgeht, dass ethnolinguistische Gruppen damals in der Regel jeweils eine eigene Sprache hatten, ergaben die Modelle für das frühe Holozän einen Schätzwert von rund 4.500 bis 6.200 Sprachen. Weiter gefasste, ebenfalls plausible Schätzungen reichten von etwa 3.300 bis 7.800 Sprachen.
„Eine erste Überraschung war, dass es unmittelbar vor der Einführung der Landwirtschaft weltweit vermutlich keinen außergewöhnlich großen Sprachreichtum gab“, so sagt Russell Gray.
Gray ist Direktor der Abteilung für Sprach- und Kulturevolution am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Weiter sagte er, „Höchstwahrscheinlich gab es sogar weniger Sprachen als heute. Die sprachliche Vielfalt nahm dann über Jahrtausende hinweg zusammen mit der wachsenden menschlichen Bevölkerung zu.“

Zehntausende Sprachen

Landwirtschaft, technologische Innovationen und eine stabilere Nahrungsmittelproduktion ermöglichten ein starkes Wachstum der Weltbevölkerung. Gleichzeitig wurden Gesellschaften größer – und immer mehr Menschen konnten sich dieselbe Sprache teilen.
Um diese gegenläufigen Prozesse abzubilden, modellierten die Forscher Tausende möglicher Entwicklungsverläufe, die Schätzungen für den Beginn des Holozäns mit der Gegenwart verbinden. Die Modelle erlaubten eine Zunahme der Anzahl von Menschen pro Sprache im Laufe der Zeit und berücksichtigten zugleich unabhängige Rekonstruktionen des globalen Bevölkerungswachstums.
Auch wenn der genaue Verlauf unsicher bleibt, ergaben die Modelle durchweg ein auffälliges Grundmuster: Die sprachliche Vielfalt nahm während des größten Teils des Holozäns zu und erreichte vor 1.000 bis 3.000 Jahren ihren Höhepunkt. Viele Modellverläufe deuten auf eine Zunahme um den Faktor zehn im Vergleich zum frühen Holozän hin – die Anzahl der Sprachen dürfte auf ihrem Höhepunkt also bei mehreren Zehntausend gelegen haben.
„Das überraschendste Ergebnis ist, dass dieser Höhepunkt offenbar erst sehr spät erreicht wurde. Die größte sprachliche Vielfalt könnte demnach nicht in der Altsteinzeit, sondern erst in Zeiten expandierender Staaten und früher Imperien bestanden haben“, ergänzte Claire Bowern von der Yale University.
Die Autoren bezeichnen diese Phase als sprachliches „Goldenes Zeitalter“. Bisherige Debatten ignorierten diese Epoche weitgehend – unter anderem, weil die meisten historischen Quellen von jenen expandierenden Gesellschaften stammen, deren Sprachen sich schließlich durchsetzten.
Heute existierende Sprachen und ihr Gefährdungsstatus (erstellt auf Basis einer Kartenvorlage von „Natural Earth“ unter Verwendung von Daten aus Glottolog 5.3 und Informationen aus GlottoScope). In der Grafik sind Sprachen, die nur wenige oder keine Sprechenden mehr haben, rot bzw. orange gekennzeichnet. Nicht gefährdete Sprachen sind gelb, Sprachen, deren Sprechende zu einer dominanteren Sprache überwechseln, hellgrün und bedrohte Sprachen grün. Foto: Grafik von © Claire Bowern

Heute existierende Sprachen und ihr Gefährdungsstatus (erstellt auf Basis einer Kartenvorlage von „Natural Earth“ unter Verwendung von Daten aus Glottolog 5.3 und Informationen aus GlottoScope). In der Grafik sind Sprachen, die nur wenige oder keine Sprecher mehr haben, rot bzw. orange gekennzeichnet. Nicht gefährdete Sprachen sind gelb; Sprachen, deren Sprechende zu einer dominanteren Sprache überwechseln, hellgrün und bedrohte Sprachen grün.

Foto: Claire Bowern/Yale University via Max-Plank-Gesellschaft

Sprachenverlust vor Beginn des modernen Kolonialismus

Auf das goldene Zeitalter der Sprachen folgte ein rascher Rückgang, insbesondere in den letzten zwei Jahrtausenden. Die Ergebnisse dieser Studie stellen somit die gängige Vorstellung infrage, nach der die Bedrohung von Sprachen vom Aussterben erst mit der europäischen Kolonialexpansion vor rund 500 Jahren begonnen habe.
Zweifellos hat der europäische Kolonialismus die Verdrängung von Sprachen enorm verstärkt. Die neuen Modelle legen jedoch nahe, dass dieser Prozess tiefere Wurzeln hat: in der Expansion früherer Vielvölkerstaaten und Imperien. Diese brachten einst getrenntlebende Bevölkerungsgruppen in dauerhaften Kontakt miteinander und verbreiteten gemeinsam mit politischen Institutionen, Technologien, kulturellen Praktiken und Krankheitserregern auch dominante Sprachen.
Das Modell identifiziert nicht, welche konkreten Imperien, Regionen oder historischen Ereignisse den globalen Rückgang der sprachlichen Vielfalt verursacht haben. Es zeigt jedoch, dass bereits vor der heutigen Zeit eine sehr starke Verringerung der sprachlichen Vielfalt stattgefunden haben muss.

Heutige Sprachen haben einen Flaschenhals durchlaufen

Dieser Verlust bedeutet, dass die heute gesprochenen Sprachen keine repräsentative Stichprobe all der Sprachen sind, die einst existierten. Während die Sprachen jener Populationen, die expandierten, eine überproportional hohe Überlebenschance hatten, verschwanden die Sprachen jener Populationen, die aufgenommen wurden, verdrängt wurden oder schrumpften.
Dieser historische Flaschenhals könnte auch die weltweite Verbreitung grammatischer Strukturen, Laute und anderer sprachlicher Merkmale beeinflusst haben. Forscher erklären weit verbreitete Merkmale oft damit, dass sie besonders leicht zu erlernen sind, die Kommunikation effizienter machen oder gut an die menschliche Kognition angepasst sind. Die neue Studie legt jedoch nahe, dass auch demografische Expansion und Aussterben berücksichtigt werden müssen.
„Die Sprachen, die wir heute sehen, sind die Überlebenden eines massiven und hochgradig selektiven historischen Flaschenhalses. Ein sprachliches Merkmal ist nicht deshalb häufig, weil es von Natur aus überlegen ist, sondern weil es zufällig von Bevölkerungen getragen wurde, die expandierten. Aussterbeprozesse könnten die sprachliche Vielfalt viel stärker geprägt haben, als uns bisher bewusst war“, sagt Erstautor Damian Blasi der unter anderem an der Harvard University forscht.
Da Sprachen häufig im Zusammenhang mit religiösen Praktiken, Verwandtschaftssystemen, sozialen Institutionen und anderen Formen kulturellen Wissens weitergegeben werden, nehmen die Autoren an, dass dieser Flaschenhals auch andere Bereiche umfasste. Viele kulturelle Traditionen könnten ebenfalls verschwunden sein, ohne direkte historische Spuren zu hinterlassen.

Ein Modell, keine prähistorische Volkszählung

Die Forscher betonen, dass es sich bei der Studie um eine grobe globale Rekonstruktion handelt und nicht um eine direkte Zählung prähistorischer Sprachen. Die Schätzungen basieren auf Annahmen über die Größe früher ethnolinguistischer Gruppen und den langfristigen Zusammenhang zwischen Population und Sprachenanzahl.
Zweifellos verliefen regionale Entwicklungen unterschiedlich, und kurzfristige Einbrüche infolge von Krieg, Krankheiten oder Umweltveränderungen lassen sich mit dem Modell nicht einzeln rekonstruieren. Dennoch blieb über eine große Bandbreite von Modellbedingungen und alternativen Prämissen hinweg stets dasselbe zentrale Muster bestehen.
Laut den Ergebnissen war die Geschichte der Sprachenvielfalt also kein einfacher, kontinuierlicher Rückgang ausgehend von einer hohen Diversität in der Altsteinzeit. Vielmehr nahm die Sprachenvielfalt mit dem Anstieg der Weltbevölkerung zunächst zu, erreichte einen außergewöhnlichen, jedoch nur kurzlebigen Höhepunkt und ging anschließend weltweit stark zurück. (sm/ts)
Mit Material der Max-Planck-Gesellschaft
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Reiche plant Kürzung der Pacht – zum Ärger für Landwirte


In Kürze:

  • Der Bund plant einen Pachtpreisdeckel für Windkraftanlagen.
  • Das Ziel ist die Reduzierung von EEG-Förderkosten.
  • Mehrere Verbände kritisieren die Pläne, weil sie einen Nachteil für Landwirte darstellen.
  • Nach einer neuen Anpassung des Entwurfs soll aber der Zuschlag für Agri-PV bleiben.

 
Das Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) will einen Pachtpreisdeckel für Windkraftanlagen einführen. Das trifft besonders Landwirte, die ihre Agrar- und Forstflächen Windradbetreibern zur Verfügung stellen.
Laut dem aktuellen Entwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG-Entwurf, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sollen diese künftig deutlich weniger Pachterlöse bekommen.
Der „Entwurf eines Gesetzes für einen planbaren, kosteneffizienten, netzverträglichen und marktorientierten Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor“ soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Zuvor muss er noch durch das Bundeskabinett gehen, was am 29. Juli geschehen soll. Daraufhin müssen Bundestag und Bundesrat die Gesetzesreform beschließen. Aktuell liegt er den Ländern und Verbänden zur Anhörung vor.

Was will der Bund damit erreichen?

Nach Paragraf 36d dürfen die Pachterträge dann nur noch höchstens 2,5 Prozent des Produkts aus dem jährlichen erzielbaren Standortertrag der Anlage und dem anzulegenden Wert betragen. Momentan sind hier Werte zwischen 7 und 12 Prozent üblich. Die Änderung entspricht somit einer Reduzierung um bis zu 80 Prozent. Die derzeit überdurchschnittlich vergütete Verpachtung von Flächen an Windradbetreiber wird somit für den Landwirt deutlich weniger lukrativ. Pachten für andere Zwecke sind davon nicht betroffen.
Das Ministerium will mit dieser Maßnahme Kosten reduzieren. „Die Pachtkosten bieten erhebliches Potenzial zur Reduktion der EEG-Förderkosten bei der Windenergienutzung an Land und damit zur Entlastung des Bundeshaushalts“, heißt es im Entwurf. „Im Koalitionsvertrag wurde daher vereinbart, die zulässige Höhe der Flächenpachten für im EEG geförderte, ausschreibungspflichtige Windenergieanlagen an Land zu begrenzen.“
Welchen Anteil Pachten an den EEG-Vergütungen letztlich haben, bleibt offen. Fakt ist, der Bund zahlt jedes Jahr Milliarden aus Steuergeldern in das EEG-Konto ein, um dieses zu stabilisieren. Aus diesem Konto fließen unter anderem die Gelder, um Betreibern von Erneuerbare-Energie-Anlagen die gesetzliche Einspeisevergütung pro eingespeister Kilowattstunde zu vergüten. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten für den Bund bei knapp 16,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 waren es gut 7,5 Milliarden Euro.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

Foto: Michael Kappeler/dpa

Kritik von Verbänden

Über die Pläne der Bundesregierung sind mehrere Verbände alles andere als erfreut. Laut dem Portal „Agrar Heute“ kritisieren die Forstverbände AGDW und Familienbetriebe Land und Forst den Ansatz, den Strompreis reduzieren zu wollen. Sie wiesen darauf hin, dass sich dieser hauptsächlich am Strommarkt bilde.
AGDW-Präsident Andreas Bitter teilte hierzu mit: „Es wäre wirtschafts- und gesellschaftspolitisch töricht, solche Entwicklungen auszubremsen.“ Aus der Sicht des Deutschen Bauernverbands bedeute die Reform eine neue Hürde, um hier Investitionen zu tätigen. Demnach fordern diese Verbände die Streichung des geplanten Pachtdeckels. Zu ergänzen ist, mit Flächen für Solaranlagen und Windrädern ließen sich in der Vergangenheit erheblich höhere Pachten erzielen als für landwirtschaftliche Nutzung. Derart bebaute Flächen stehen jedoch mittelfristig nicht mehr für die ursprüngliche Nutzung zur Verfügung.

Zuschlag für Agri-PV bleibt

Das Ministerium hatte mit der EEG-Reform zunächst geplant, den Sonderzuschlag für das sogenannte Agri-PV um 0,5 Cent pro Kilowattstunde zu kürzen. Da dieser selbst nur 0,5 Cent beträgt, ist damit eine Streichung gemeint. Bei Agri-PV handelt es sich um Photovoltaik(PV)-Anlagen über landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Der Sonderzuschlag soll nach einer erneuten Änderung erhalten bleiben. Der Anlagenbetreiber erhält ihn für hochaufgeständerte Anlagen mit einer Höhe von mindestens 2,10 Meter oder 0,80 Meter bei senkrechter Ausrichtung.
Ebenso muss der Betreiber nachweisen, dass die Fläche unter dem erhöhten Modulfeld tatsächlich landwirtschaftlich betrieben wird. Ist dies nicht der Fall, gleicht die Anlage einer einfachen Freiflächenanlage und erhält keinen Zuschlag.
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Saisonal, regional und gesund: Erntekalender für heimisches Obst und Gemüse


In Kürze:

  • Obst und Gemüse sind Bestandteil einer gesunden und nachhaltigen Ernährung.
  • Die große Auswahl im Supermarkt lässt oft vergessen, dass Obst und Gemüse nicht ganzjährig wachsen.
  • Saisonales, heimisches Obst und Gemüse bietet den besten Geschmack, den höchsten Nährstoffgehalt und die beste Ökobilanz.
  • Der Erntekalender unterstützt Sie nicht nur im Garten, sondern auch in der Kaufhalle dabei, auf Gesundheit, Umwelt und Geldbeutel zu achten.

 
Viele Obst- und Gemüsesorten stehen in unseren Supermärkten ganzjährig zur Verfügung. Es gibt zum Beispiel frische Erdbeeren im Winter oder Gurken das ganze Jahr über. Zum einen ist das ganzjährige und vielfältige Obst- und Gemüseangebot ein unschätzbarer Vorteil, denn es versorgt uns jederzeit mit frischen Vitaminen und anderen Mikronährstoffen.
Zum anderen gehen damit auch Nachteile einher, vor allem wenn Produkte aus Übersee auf langen See- oder Flugreisen zu uns kommen. Damit Obst und Gemüse während der langen Transportzeiten nicht vorzeitig verderben, wird es häufig unreif geerntet und mit Pestiziden behandelt. Dies schadet nicht nur dem Vitamingehalt und dem Geschmack, sondern belastet auch die Gesundheit.

Die bessere Wahl: saisonale und regionale Lebensmittel

Wer hingegen auf regional und saisonal geerntetes Obst und Gemüse zurückgreift, leistet nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz, sondern profitiert oft auch von einem intensiveren Geschmack und einem höheren Nährstoffgehalt – insbesondere bei Lebensmitteln aus biologischem Anbau. Wer das intensive Aroma frischer regionaler Erdbeeren im Sommer kennt, weiß, wie groß der Unterschied zu importierter Ware im Winter sein kann.
Zudem sind Lebensmittel während der Erntesaison häufig preisgünstiger. Wer regionale Lebensmittel kauft, unterstützt außerdem die heimische Landwirtschaft und trägt dazu bei, die Lebensmittelversorgung auch in Krisenzeiten zu sichern sowie die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten zu verringern.

Was hat wann Saison?

Bei der großen Auswahl in Supermärkten ist es oft schwierig, auf den ersten Blick zu erkennen, welches Obst und Gemüse in Deutschland jeweils Saison hat. Dabei stehen in Deutschland das ganze Jahr über verschiedene Obst- und Gemüsesorten aus regionalem Anbau zur Verfügung – entweder frisch geerntet oder als Lagerware. Das Wissen, welche Sorten wann geerntet werden, kann dabei unterstützen, auch beim Einkauf bewusst regionale und saisonale Produkte auszuwählen.

Wurzel- und Kohlgemüse

Die Auswahl an regionalem Wurzelgemüse ist sehr groß und viele Wurzelgemüsesorten stehen das ganze Jahr zur Verfügung. Karotten, Kartoffeln, Rote Bete, Knollensellerie, Pastinaken, Wurzelpetersilie und Zwiebeln werden beispielsweise ab dem Sommer frisch geerntet und können anschließend oft bis zur nächsten Ernte eingelagert werden.
Radieschen und Rettiche sind ab dem Frühjahr erntereif und bis zum ersten Frost frisch verfügbar. Winterrettichsorten lassen sich zudem problemlos mehrere Monate in Sand eingeschlagen lagern.
Kohlgemüse zählt zu den typischen heimischen Gemüsearten und ist ebenso nahezu das ganze Jahr regional verfügbar. Blumenkohl wird ab April, Brokkoli, Spitzkohl und Weißkohl ab Mai, Rotkohl ab Juni und Chinakohl von August bis November frisch geerntet. Grünkohl bereichert das Angebot ab Juni, Rosenkohl von September bis Februar. Viele Kohlarten sind zudem über die Wintermonate als Lagergemüse verfügbar.

Fruchtgemüse

Fruchtgemüse ist meist nur saisonal regional verfügbar. Grüne Bohnen und Erbsen haben von Mai bis Oktober Saison, Tomaten, Zucchini, Paprika, Zuckermais und Aubergine zählen zum Sommergemüse und sind nur einige Monate lang verfügbar. Gurken aus unbeheizten Gewächshäusern gibt es in der Regel von Mai bis Oktober.
Regionale Tomaten und Gurken werden häufig bereits ab Februar angeboten. Sie stammen dann größtenteils aus beheizten Gewächshäusern, deren Energiebedarf den ökologischen Fußabdruck erhöhen kann.
Kürbisse bilden eine Ausnahme der Fruchtgemüse: Als typisches Herbstgemüse sind sie dank ihrer guten Lagerfähigkeit bis in den Frühling hinein regional verfügbar.

Blatt- und Sprossgemüse

Die Auswahl an heimischen Blattgemüsen ist sehr vielfältig und sie können teilweise ganzjährig angebaut werden. So sind Kopf- und Pflücksalate ab März, Spinat ab April, Eisberg-, Endivien- und Romanasalate ab Mai und alle oft bis Oktober oder November verfügbar.
Feldsalat bereichert unsere Ernährung nahezu ganzjährig als nährstoffreiches Blattgemüse. Ebenso ist Chicorée aufgrund seiner besonderen Anbaumethode und guten Lagerfähigkeit nahezu ganzjährig aus regionaler Produktion erhältlich.
Asia-Salate liefern ab September über die Wintermonate hinweg bis Juni frisches Blattgrün, während Mangold von Juli bis November Saison hat. Zuckerhut ist ein typischer Herbst- und Wintersalat, der von September bis Dezember geerntet wird.
Spross- und Stängelgemüse wie Kohlrabi, Fenchel und Stangensellerie bereichern von Mai bis November das regionale Gemüseangebot. Lauch beziehungsweise Porree ist wiederum ganzjährig verfügbar – von April bis Dezember frisch vom Feld und von Januar bis März als Lagerware. Spargel und Rhabarber sind hingegen nur von April bis Juli regional erhältlich.

Obst und Beeren

Die Saison der frischen süßen Früchte eröffnen die Erdbeeren im Mai. Himbeeren erfreuen uns ab Juni und reifen oft bis Ende Oktober. Johannisbeeren sind typische Sommerfrüchte und haben von Juni bis August Saison. Stachelbeeren sind von Juni bis August erhältlich, Aroniabeeren von August bis September und Brombeeren meist von August bis Oktober.
Bei Stein- und Kernobst eröffnen die Kirschen im Juni die Saison. Aprikosen (Marillen) und Pfirsiche folgen zwischen Juni und August. Auch Birnen und Pflaumen werden ab August erntereif und sind bis September beziehungsweise Oktober verfügbar. Birnen können je nach Sorte bis in den Januar hinein gelagert werden.
Weintrauben werden von August bis Oktober geerntet, Quitten von September bis November.
Von allen heimischen Obstsorten stehen Äpfel am längsten regional zur Verfügung. Sie werden von August bis Oktober geerntet und können anschließend unter geeigneten Bedingungen bis Mai – häufig sogar bis zur nächsten Ernte – als Frischobst gelagert werden.

Welche Früchte und Gemüse gibt es nur importiert ?

Südfrüchte sind hierzulande nur als Importware erhältlich. Dazu zählen: Banane, Ananas, Mango, Papaya, Kokosnuss, Passionsfrucht, Guave, Litschi und Datteln. Sie stammen meist aus Ländern Afrikas, Asiens sowie Mittel- und Südamerikas und legen lange Transportwege zurück, bevor sie auf unseren Tellern landen.
Südfrüchte aus Südeuropa wie zum Beispiel Orangen, Zitronen, Mandarinen, Grapefruit, Mangos, Avocado, Kiwi und Feigen weisen eine günstigere Ökobilanz auf.
Auch beim Gemüse gibt es Sorten, die nur importiert erhältlich sind, wie zum Beispiel Artischocken, Okra, Yamswurzel, Lotuswurzel und Kurkuma.
Viele regionale Früchte und Gemüse werden außerhalb ihrer saisonalen Ernte zu einem großen Teil importiert. Die Vielfalt heimischer Obst- und Gemüsesorten zeigt allerdings, dass eine abwechslungsreiche, nährstoffreiche und nachhaltige Ernährung größtenteils mit regionalen Produkten möglich ist. Wer in Hofläden und auf Wochenmärkten einkauft, kann direkt vom Erzeuger die Lebensmittel beziehen, hat oft eine größere Auswahl an saisonalen Produkten und stärkt gleichzeitig die regionale Wertschöpfung.
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Zwischen Hitze und Hagel – Deutschlands Wetter aus dem Takt

Der Sommer in Deutschland zeigt sich derzeit von seiner extremen Seite. Noch vor wenigen Tagen bestimmten hohe Temperaturen, drückende Schwüle und Sonnenschein das Wettergeschehen. Nun ziehen schwere Gewitter über weite Teile des Landes, begleitet von Starkregen, Sturmböen und teilweise handtellergroßem Hagel.
Besonders von den Unwettern hart getroffen wurde Norddeutschland: Straßen verwandelten sich binnen Minuten in Flüsse, Keller liefen voll und zahlreiche Fahrzeuge wurden durch Hagelkörner beschädigt, wie im Landkreis Harburg.
Die Feuerwehr war vielerorts im Dauerbetrieb. In Niedersachsen gingen Montagnacht rund 250 Notrufe wegen des Unwetters ein. Die Feuerwehr rückte gut 600 Mal zu Einsätzen aus, wie Epoch Times berichtete.
In Bröckel, nordöstlich von Hannover, kämpften Feuerwehr und Landwirte gemeinsam gegen die Wassermassen. Mithilfe von Pumpen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen konnte der Einsatz erst kurz nach 3 Uhr beendet werden, wie „Agrar heute“ berichtete. In der Region Hannover wurden circa 1.000 Feuerwehreinsätze ausgelöst.
Die Unwetter verliefen vom Nordwesten in Richtung Südosten – vom Landkreis Kassel über das thüringische Bad Langensalza bis ins Vogtland. Betroffen waren auch der Großraum Frankfurt, Würzburg, Nürnberg und Regensburg. Schäden gab es auch in Tübingen bis in das Ostallgäu hinein.
Besonders betroffen von den Unwettern ist die Landwirtschaft. Nach zwei Tagen Unwetterlage lautet die vorläufige Bilanz des Versicherers Vereinigte Hagel: Über 100.000 Hektar geschädigte Fläche, ein Schaden von mindestens 50 Millionen Euro.
Die gute Nachricht: Aktuell gibt es keine Unwetterwarnungen mehr für Deutschland, meldet der Deutsche Wetterdienst.

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Weniger schweinehaltende Betriebe – aber mehr Schweine

Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Deutschland nimmt weiter ab, gleichzeitig steigt aber die Zahl der Tiere. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die am Freitag, 26. Juni, veröffentlicht wurden.
Anfang Mai gab es demnach 14.700 Betriebe mit Schweinehaltung, 3,6 Prozent oder 550 Betriebe weniger als im Vorjahr. Im Zehnjahresvergleich ist die Anzahl gar um 40 Prozent oder 9.800 Betriebe zurückgegangen.
Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schweine lag Anfang Mai bei rund 21,0 Millionen Tieren. Das waren im Vergleich zum Vorjahr 0,6 Prozent oder 131.100 Tiere mehr. Im Zehnjahresvergleich nahm der Schweinebestand jedoch deutlich um 22,5 Prozent ab (-6,1 Millionen Tiere seit 2016).
Damit hält die Entwicklung hin zu größeren Betrieben an: Während im Jahr 2016 ein Betrieb durchschnittlich rund 1.100 Schweine hielt, waren es zehn Jahre später rund 1.400 Tiere.

Rinderbestand weitgehend stabil

Der Rinderbestand belief sich Anfang Mai in Deutschland auf rund 10,4 Millionen Tiere, darunter 3,6 Millionen Milchkühe. Der Rinderbestand blieb damit im Vergleich zum Vorjahr stabil (+0,2 Prozent oder 17.200 Tiere). Im Zehnjahresvergleich setzt sich der rückläufige Trend auch hier fort: Im Vergleich zu Mai 2016 sank der Bestand an Rindern um 17,6 Prozent (-2,2 Millionen Tiere).
Der Milchkuhbestand verzeichnete gegenüber Mai 2025 einen leichten Anstieg von 0,3 Prozent (+10.400 Tiere). Insgesamt blieb der Bestand an Milchkühen damit binnen Jahresfrist weitgehend stabil. Im Zehnjahresvergleich verringerte sich die Zahl der Milchkühe um 16,0 Prozent (-683.300 Tiere). (dts/red)
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Europaabgeordneter: Europa riskiert seine Ernährungssicherheit


In Kürze:

  • Hohe Preise für Düngemittel bringen Landwirte in der EU in Schwierigkeiten.
  • Europa ist zu abhängig von Importen geworden.
  • EU muss die Zukunft von Familienbetrieben sichern.
  • Es gibt große Unterschiede zwischen den Standards für Landwirte innerhalb und außerhalb der EU.

 
Europäische Landwirte protestieren regelmäßig gegen steigende Kosten und viele von ihnen haben das Vertrauen in die Entscheidungen aus Brüssel verloren.
Laut dem irischen Europaabgeordneten Ciaran Mullooly von der Fraktion Renew Europe haben die europäischen Institutionen den Druck, der auf den Landwirten lastet, unterschätzt.
In einem Interview mit der slowakischen Ausgabe der Epoch Times erläutert er, warum die Europäische Kommission unverzüglich in die Düngemittelpreise eingreifen sollte, warum er das Abkommen mit Mercosur als problematisch betrachtet und weshalb er der Meinung ist, dass die Europäische Union ihre eigene Ernährungssicherheit gefährdet.
In einer Sitzung des Europäischen Parlaments im Mai argumentierten Sie, dass die größte Herausforderung für Landwirte nicht die langfristige Planung, sondern die kommende Anbausaison sei. Welche konkreten Maßnahmen sollte die Europäische Kommission vor dem Winter 2026/2027 ergreifen, um Landwirten, die mit hohen Düngemittelkosten konfrontiert sind, sofortige Unterstützung zu bieten? 
Die größte Herausforderung für viele Landwirte ist heute nicht die Zukunft in zehn Jahren, sondern die kommende Anbausaison. Die Düngemittelpreise sind aufgrund der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten um 30 bis 70 Prozent gestiegen. Die meisten Branchen können die gestiegenen Kosten an die Kunden weitergeben. Landwirte haben diese Möglichkeit nicht – kurzfristig sind sie Preisnehmer, nicht Preisgestalter.
Die Europäische Kommission muss daher unverzüglich handeln. Wir sollten unnötige Zölle und Abgaben auf Düngemittelimporte aussetzen, Landwirte, die mit außerordentlichen Produktionskosten konfrontiert sind, gezielt unterstützen und den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität bei der Umsetzung von Soforthilfeprogrammen einräumen. Dies ist nicht nur ein Problem der Landwirtschaft, sondern auch ein Problem der Ernährungssicherheit. Wenn Düngemittel nicht mehr verfügbar sind, wird die Produktion sinken. Europa kann es sich nicht leisten, dieses Risiko einzugehen. Landwirte benötigen jetzt Planungssicherheit, damit sie weiterhin mit Zuversicht Lebensmittel produzieren können.
Sie haben die Senkung oder Aussetzung von Zöllen und anderen Abgaben auf Düngemittelimporte gefordert. Wie sehen Sie das Gleichgewicht zwischen kurzfristiger Unterstützung der Landwirte und der Sicherstellung der langfristigen strategischen Unabhängigkeit der EU in der Düngemittelproduktion?
Ich empfinde es als erstaunlich, dass die EU in Zeiten der Düngemittelkrise die Kosten für Landwirte durch zusätzliche Gebühren und Abgaben erhöht. Die Senkung ihrer Ausgaben muss oberste Priorität haben. Sollte die Kommission Maßnahmen wie den Klimazoll (CBAM) umsetzen, [welcher zu höheren Kosten für Düngemittel führen könnte,] müssen die erzielten Einnahmen direkt an die Landwirte zurückfließen.
Gleichzeitig müssen wir aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre lernen. Europa ist zu abhängig von externen Lieferanten geworden. Langfristig müssen wir die Düngemittelproduktion in Europa ausbauen und die Lieferketten diversifizieren. Das ist kein Widerspruch. Wir benötigen sowohl kurzfristige Entlastung für die Landwirte als auch langfristige strategische Unabhängigkeit. Tatsächlich benötigen wir beides.
Immer mehr Landwirte in der EU argumentieren, dass die Klima- und Umweltpolitik die europäische Landwirtschaft im Vergleich zu Erzeugern außerhalb der Union weniger wettbewerbsfähig macht. Sehen Sie darin ein Ungleichgewicht zwischen den Umwelt- und Klimazielen einerseits und der Lebensmittelproduktion andererseits? Wenn nicht, warum haben dann so viele Landwirte das Gefühl, unverhältnismäßig viel Last tragen zu müssen? 
Ja, ich denke, dass die Balance zwischen Umweltzielen und landwirtschaftlicher Produktion in einigen Bereichen nicht mehr stimmt. Landwirten liegt die Umwelt sehr am Herzen. Sie leben und arbeiten jeden Tag in ihr. Doch Umweltziele müssen mit der wirtschaftlichen Realität in Einklang gebracht werden. Allzu oft werden Vorschriften eingeführt, ohne dass deren Auswirkungen auf das Einkommen der Landwirte, die Lebensmittelproduktion und die Wettbewerbsfähigkeit umfassend geprüft werden. Infolgedessen haben viele Landwirte das Gefühl, eine unverhältnismäßig hohe Last zu tragen.
Der jüngste Draghi-Report hat dies deutlich gemacht. Europa hat die höchsten Energiekosten und gleichzeitig die anspruchsvollsten Umweltziele. Es ist kein Zufall, dass dies zu einem Verlust unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit führt.
Die Preise für viele Agrarprodukte sind derzeit unter Druck. (Archivbild)

Ein Landwirt bewirtschaftet sein Feld. (Symbolbild)

Foto: Jan Woitas/dpa

Meine Ansicht ist einfach: Jeder bedeutende Umweltvorschlag sollte an einer grundlegenden Frage gemessen werden: Können Landwirte weiterhin rentabel Lebensmittel produzieren und gleichzeitig diese Anforderungen erfüllen? Falls die Antwort „Nein“ lautet, muss die Politik überdacht werden.
Der Krieg in der Ukraine hat Schwachstellen in der Ernährungssicherheit offengelegt. Welche Lehren sollte die EU aus den vergangenen Jahren ziehen? Welche Schritte sollten unternommen werden, um die europäische Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen künftige geopolitische Krisen zu machen?
Die wichtigste Lehre aus dem Ukrainekonflikt ist, dass Europa zu abhängig von externen Lieferanten wichtiger landwirtschaftlicher Betriebsmittel geworden ist. Vor dem Krieg stammten über 30 Prozent des europäischen Düngemittelbedarfs aus Russland. Das mag effizient gewesen sein, doch mit den veränderten geopolitischen Gegebenheiten gerieten wir in eine verwundbare Lage.
Europa muss seine Strategie zur Sicherung der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln künftig überdenken. Wir sollten unsere Bezugsquellen diversifizieren und auf politisch stabilere Regionen zurückgreifen. Die Düngemittelproduktion in Europa muss gesteigert und strategische Düngemittelreserven müssen angelegt werden. Länder wie Finnland haben bereits Schritte in diese Richtung unternommen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mitgliedstaat über Notfallreserven verfügen sollte. Die Lebensmittelsicherheit ist zu wichtig, als dass sie geopolitischen Spannungen ausgesetzt sein dürfte.
Mit Blick auf die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027: Welche Reform wäre Ihrer Meinung nach am wichtigsten, um Familienbetriebe und kleine landwirtschaftliche Erzeuger besser zu unterstützen?
Die wichtigste Reform besteht darin, sicherzustellen, dass Familienbetriebe ein existenzsicherndes Einkommen erzielen können. Sie sind das Rückgrat der europäischen Landwirtschaft. Sie unterstützen ländliche Gemeinschaften, nutzen die Natur, schützen die Umwelt und gewährleisten die Ernährungssicherheit. Verschwinden die Familienbetriebe, verliert Europa weit mehr als nur die Nahrungsmittelproduktion. Die bisherigen Ergebnisse sind ein vernichtendes Urteil über die EU-Politik: Allein zwischen 2010 und 2020 verschwanden über 3 Millionen Familienbetriebe.
Die künftige GAP muss das landwirtschaftliche Einkommen in den Mittelpunkt stellen. Landwirte sollten für Umweltmaßnahmen angemessen belohnt werden. Doch dürfen wir nie aus den Augen verlieren, dass die Nahrungsmittelproduktion ihre Hauptaufgabe bleibt. Eine erfolgreiche GAP sichert den Fortbestand der Familienbetriebe und gibt der nächsten Generation das Vertrauen, die Landwirtschaft in ihren Gemeinden fortzuführen.
Europäische Landwirte müssen einige der weltweit strengsten Umwelt-, Tierschutz- und Produktionsstandards erfüllen, während die EU weiterhin Lebensmittel aus Ländern importiert, die oft unter ganz anderen Regeln operieren. Führt das nicht zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen? Sollte die EU Importe beschränken, die nicht denselben Standards wie europäische Erzeuger entsprechen, auch wenn dies zu Handelsstreitigkeiten oder höheren Verbraucherpreisen führt?
Definitiv. Das Prinzip sollte ganz einfach sein: eine Regel für alle, die gleich angewendet wird. Europäische Landwirte müssen einige der weltweit höchsten Standards erfüllen, um die EU-Bürger mit Lebensmitteln zu versorgen. Wir importieren jedoch weiterhin Lebensmittel aus Ländern, in denen diese Standards nicht gelten. Das schafft einen klaren Wettbewerbsnachteil für die europäischen Landwirte und untergräbt das Vertrauen in die Fairness des Systems.
Meine Position ist klar: Wenn ein Produkt nicht den von europäischen Landwirten geforderten Standards entspricht, sollte es keinen Zugang zum europäischen Markt haben. Wir können von unseren Landwirten nicht verlangen, mit niedrigeren Standards zu konkurrieren, und gleichzeitig von ihnen erwarten, dass sie die höheren EU-Standards einhalten.
In den vergangenen zwei Jahren kam es in mehreren EU-Mitgliedstaaten zu flächendeckenden Protesten von Landwirten. Glauben Sie, dass die europäischen Politiker den wirtschaftlichen Druck, der auf den Landwirten lastet, unterschätzt haben? Welche Fehler hat Brüssel in seiner Agrarpolitik begangen?
Ja, ich denke, Politiker haben den Druck, dem Landwirte ausgesetzt sind, unterschätzt und sind in manchen Fällen realitätsfern, was die Bedürfnisse der Landwirtschaft betrifft. Wenn Landwirte nach Brüssel oder Straßburg fahren, um zu protestieren, tun sie das nicht leichtfertig. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Politik immer weiter von der Realität entfernt. Das Mercosur-Abkommen ist ein Beispiel dafür. Viele Landwirte sind überzeugt, dass Politiker ihre berechtigten Anliegen ignoriert haben.
Die geplanten Kürzungen des EU-Agrarhaushalts sind ein weiteres Beispiel. Lebensmittelsicherheit, ländliche Gemeinschaften und landwirtschaftliche Produktion sind [für die EU] politische Prioritäten. Die Politik [der EU] muss diese Realität widerspiegeln.
Die Lehre aus den Protesten ist eindeutig: Politiker müssen den Landwirten mehr zuhören, bevor sie Entscheidungen treffen, die deren Lebensgrundlagen gefährden. Zuerst zuhören und verstehen, dann Politik mit entsprechenden Konsequenzen gestalten.
Vielen Dank für das Interview!
Das Interview führte Ladislav Hribik.
Dieser Artikel erschien im Original auf epochtimes.sk unter dem Titel „Írsky europoslanec Mullooly pre Epoch Times: Dôveru si treba zaslúžiť. EÚ ju u poľnohospodárov narušila (Rozhovor)“. (deutsche Bearbeitung: os)
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Um das Klima zu schützen: Dänemark besteuert Ausstoß von Kühen, Rindern und Schweinen


In Kürze:

  • Dänemark ist das weltweit erste Land, das eine Abgabe auf Methanausstoß erhebt.
  • Dänemark hat mehr als 15.000 landwirtschaftliche Betriebe.
  • Bis 2045 sollen rund 1 Milliarde neue Bäume gepflanzt werden.
  • Die Regierung spricht von einem der ambitioniertesten Umweltabkommen in der dänischen Geschichte.

Die dänischen Landwirte müssen ab 2030 eine Steuer auf den Methanausstoß von Rindern und Schweinen bezahlen. Dies hat die Regierung des skandinavischen Landes bereits im November 2024 beschlossen. Die Fraktionen im Parlament einigten sich darüber überparteilich und kündigten finanzielle Unterstützung für die betroffenen Landwirte an.

Teilweiser Ausgleich durch Steuersenkung

Dänemark ist das erste Land weltweit, das eine Steuer auf die von einem Betrieb produzierte Methanmenge erhebt. Sie errechnet sich aus der Anzahl der Tiere und standardisierten Emissionsfaktoren. Grundlage für die Steuer ist der „Green Tripartite Deal“. Darin ist festgelegt, dass Tierhalter ab 2030 pro Tonne CO₂-Äquivalent 300 Kronen (40,14 Euro) zahlen. Der Betrag steigt bis 2035 auf bis zu 750 Kronen. Gleichzeitig senkt die Regierung die Steuerlast für Landwirte deutlich, sodass sie ab 2030 effektiv 120 Kronen und ab 2035 300 Kronen pro Tonne zahlen.
Um das Vorhaben auf den Weg zu bringen, hat die Regierung erstmals in der Geschichte des Landes eine Behörde gegründet, die den alleinigen Zweck hat, ein politisches Abkommen umzusetzen. Es erhielt den Namen „Ministerium für das Grüne Dreierbündnis“. Im Sommer 2024 unterzeichneten Vertreter aus Regierung, Parteien, Landwirtschaft und Naturschutz ein Abkommen für mehr Natur, sauberes Wasser und eine „nachhaltige Transformation der Landwirtschaft“.
Später im Jahr schloss die Regierungskoalition aus Sozialisten, Liberalen und den Moderaten mit der Liberalen Allianz, der Konservativen Volkspartei und den Radikalen Linken ein weiteres politisches Abkommen „zur Umsetzung eines grünen Dänemarks“. Damit wolle sich das Land „als Vorreiter der Energiewende“ positionieren, heißt es auf der Website des Ministeriums weiter. Vier Oppositionsparteien lehnten das Abkommen ab.
Zu den Zielen gehört die Pflanzung von 250.000 Hektar Wald. Das entspricht etwa 1 Milliarde neuer Bäume bis 2045. Die Einrichtung von 21 neuen Nationalparks und der verstärkte Schutz von Gewässern sind ebenfalls vorgesehen. 140.000 Hektar tief liegendes Ackerland, das bei der Bewirtschaftung hohe CO₂-Emissionen verursache, soll in Teilen der Natur überlassen werden.

Milliarden aus EU-Fonds umgewidmet

Neben einer „nachhaltigen Lebensmittelproduktion“ sind eine CO₂-Steuer für Tierhaltung sowie Investitionen von 43 Milliarden Kronen (knapp 5,8 Milliarden Euro) in einen Fonds zur Finanzierung grüner Initiativen vorgesehen.
Auf der Website der dänischen Kommunen findet sich eine Zeitleiste, die den vereinbarten Ablauf dokumentiert. So will die Regierung noch in diesem Jahr einen umfassenden Plan zur Wiederherstellung der Natur vorlegen. Er basiert auf der EU-Naturwiederherstellungsverordnung, welche Definitionen von Schutzgebieten enthält. 20 Prozent der Natur sollen unter Schutz gestellt werden.
Bereits umgesetzte und initiierte Maßnahmen zur Stickstoffreduktion aus den Umstellungsplänen sollen ebenfalls noch in diesem Jahr die Grundlage für Regeln zur Nutzung landwirtschaftlicher Flächen im Jahr 2027 bilden. Diese Regulierung soll gelockert werden, sobald die angestrebte Stickstoffreduktion erreicht ist.
Geld aus Brüssel gibt es für die Umsetzung ebenfalls. So hat die EU-Kommission im Oktober 2025 genehmigt, dass Dänemark rund 5,3 Milliarden Kronen (etwa 709 Millionen Euro) aus EU-Agrarmitteln umwidmet.

Kompromiss trotz großer Meinungsverschiedenheiten

Das Abkommen wird von Regierungsseite als eines der ambitioniertesten Umweltabkommen in der dänischen Geschichte dargestellt. Die Sozialwissenschaftler Jacob Torfing und Eva Sørensen sowie der Journalist und Berater Sigge Winther Nielsen sehen in dem Abkommen weitreichende Perspektiven für die zukünftige Entwicklung der dänischen Demokratie.
Gleichwohl könne das Konzept unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen, mahnen die drei Autoren. Es müsse mehr Experten und Spezialisten – auch aus der Politikberatung – geben, um den Prozess zu begleiten.
Die Wirtschaftslage und auch die Kommunalwahlen könnten das Projekt zum Scheitern bringen. Die Landwirte müssen für das Land, das sie aufgeben, entschädigt werden. Dadurch sei das Vorhaben auch anfällig für steigende Bodenpreise, unvorhersehbare Verhandlungen und eine unsichere Finanzierung. Vor Kommunalwahlen bestehe zudem die Gefahr, dass lokale Protestbewegungen Druck auf die örtlichen Parteien ausüben, um die Pläne zu stoppen. Sie betonen die Einbindung von Bürgern und lokalen Bewegungen in Diskussionsrunden. Gleichwohl sollten „Bürger nicht darüber entscheiden, ob lokale Landbesitzer ihr Land abtreten sollen“.

Rahmen für Nahrungsmittelproduktion

Der Vorsitzende des dänischen Interessenverbandes für Land- und Lebensmittelwirtschaft (Landbrug & Fødevarer), Søren Søndergaard, zeigte sich zufrieden. Die Vereinbarung stecke den Rahmen für Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion für viele Jahre ab. Dank der Präsenz von Vertretern aus der Landwirtschaft sei es möglich geworden, die Industrie zu entwickeln, anstatt sie abzubauen. 
Maria Reumert Gjerding, die Präsidentin der Dänischen Gesellschaft für Naturschutz, sagte: „Trotz sehr großer Meinungsverschiedenheiten ist es auch gelungen, einen Kompromiss über eine CO₂-Steuer zu finden, der die Spuren einer umgebauten Lebensmittelindustrie darstellt – auch über das Jahr 2030 hinaus.“ Sie betonte zudem, dass es dank des Abkommens „deutlich mehr Wald, große Feuchtgebiete und viel mehr geschützte Natur in Dänemark“ geben werde. Es gibt jedoch auch Umweltorganisationen, die bemängeln, dass vieles zu langsam vorangehe.
Aus Sicht von Henrik Dalgaard ist die Vereinbarung eine kostspielige Lösung, die Folgen für die dänische Landwirtschaft haben könnte. „Ich müsste meine Maisanbaufläche halbieren und 60 bis 70 Hektar stilllegen“, erklärt der Bauer gegenüber dem Fernsehsender „TV2 Nord“. Dem Bericht zufolge haben sich Landwirte zusammengeschlossen und einen eigenen Modellvorschlag erarbeitet. Die finanziellen Kosten betreffen dabei nicht nur einzelne Landwirte, die Stickstoff in Naturgebiete einleiten, sondern werden gemeinsam und solidarisch getragen.

Landwirtschaft als zweitgrößte Quelle für Emissionen

Der dänische Agrarsektor gilt nach der Energiesparte als die zweitgrößte Quelle von Emissionen im Land, heißt es im 2023 erschienenen „National Inventory Report“. Demnach verursacht die Landwirtschaft etwa 28 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen und ist für mehr als 80 Prozent der Methan- und Lachgasemissionen verantwortlich. Ein großer Teil dieser Emissionen stammt aus der Tierhaltung, heißt es in dem Report weiter. Dänemark hat mehr als 15.000 Viehbetriebe mit Millionen von Kühen, Schweinen und anderen Tieren.
Die hohen Emissionen der Landwirtschaft „können so nicht weitergehen“, sagte Klimaminister Lars Aagaard in einer Stellungnahme zu den vorgeschlagenen CO₂-Reduktionsmaßnahmen. Er fügte hinzu, dass „noch viel Arbeit bevorsteht“, um diese Pläne umzusetzen, zitiert ihn das britische Fachportal „Carbon Brief“. Dass die Maßnahmen des Dreierbündnisses zu einer Einsparung von 1,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten führen könnten, werde Dänemark, dabei helfen, seine Klimaziele bis 2030 zu erreichen, so der damalige Finanzminister Jeppe Bruus. Zudem sei es „ein großer Schritt in Richtung Klimaneutralität bis 2045“.
Prof. Søren Petersen, Bodenmikrobiologe an der Universität Aarhus in Dänemark, ist der Meinung, dass der Plan „zu erheblichen Verringerungen der landwirtschaftlichen Emissionen führen könnte“. Allerdings müsse er korrekt umgesetzt werden. „Das vielleicht größte Hindernis besteht derzeit darin, dass viele Technologien mit Potenzial zur Treibhausgasminderung noch nicht ausreichend dokumentiert sind oder dass die Emissionsquellen stark schwanken und nur schwer zu quantifizieren sind.“
Er weist außerdem darauf hin, dass es oft „schwierig ist, landwirtschaftliche Emissionen zu messen“, und ergänzt: „Wenn wir uns auf Kriterien zur Dokumentation von Emissionen und der Wirkung von Minderungsmaßnahmen einigen können, sehe ich durchaus Potenzial für die Entwicklung verschiedener Technologien. Diese Kriterien müssen auch bei der internationalen Überprüfung der nationalen Emissionsbilanz anerkannt werden. Nur dann können solche Technologien wirksam auf Betriebsebene zum Einsatz kommen.“

Werte basieren auf Schätz- und Modellrechnungen

Bislang basieren die landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen überwiegend auf Schätz- und Modellverfahren. Daher sind sie mit Unsicherheiten verbunden. Das beschreibt auch der Weltklimarat in seinen „Leitlinien für nationale Treibhausgasinventare“. Demnach nutzt er für Methan aus der Tierhaltung Daten zur Energieaufnahme der Tiere sowie Methan-Umwandlungsfaktoren und leitet daraus Emissionsfaktoren pro Tierkategorie ab (Band 4, Kapitel 10). Für Lachgas aus Böden und Düngung erfolgt die Berechnung über Stickstoffflüsse und Emissionsfaktoren anstelle direkter Messungen (Band 4, Kapitel 11). Auch die CO₂-Emissionen und -Aufnahmen im Landnutzungssektor basieren auf Modellierungen von Kohlenstoffbeständen und deren Veränderungen (Band 4, Kapitel 2).
In Deutschland fallen die Reaktionen auf die Vereinbarung und die Einführung einer CO₂-Abgabe auf landwirtschaftliche Emissionen unterschiedlich aus. Umweltverbände wie der Rat für nachhaltige Entwicklung sehen in dem Modell einen möglichen Orientierungspunkt für die Diskussion über eine stärkere Bepreisung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft. Der Rat empfiehlt, Erfahrungen des Nachbarlandes in Studien zur Ausgestaltung möglicher deutscher Klimainstrumente einzubeziehen. Dabei seien vor allem  Ausgleichsmechanismen zur Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen zu prüfen.
Das „Handelsblatt“ beschreibt die dänische Entscheidung als Beispiel dafür, wie sich Klimaschutz in der Landwirtschaft politisch umsetzen lässt. In Fachdebatten wird zudem auf offene Fragen bei der Umsetzung, der Wettbewerbsfähigkeit und der langfristigen Wirkung der Maßnahmen hingewiesen.
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Hohe Düngerpreise: EU plant 500 Millionen Euro Hilfen für Bauern

Angesichts hoher Düngerpreise infolge des Irankriegs plant die EU-Kommission zusätzliche Hilfen in Höhe von insgesamt rund 500 Millionen Euro für Landwirte.
Mit dem Geld wolle Brüssel „die am stärksten betroffenen Landwirte noch in diesem Jahr unterstützen“, sagte EU-Haushaltskommissar Piotr Serafin am Mittwoch, 10. Juni, in Brüssel. Die Kommission will dafür eine Notfallreserve im EU-Agrarbudget aufstocken.
In der Notfallreserve verbleiben nach Angaben der Kommission derzeit gut 200 Millionen Euro für das laufende Jahr, sie will das Budget um weitere 300 Millionen Euro aufstocken.
Nach Kommissionsangaben könnte das gesamte Geld in die Hilfen für Düngemittel fließen. Normalerweise ist die Notfallreserve allerdings auch für Hilfen nach Überschwemmungen oder Dürren vorgesehen.
Der Irankrieg hat die Preise für Düngemittel in die Höhe getrieben, weil die Länder der Golfregion wichtige Lieferanten sind. Stickstoffbasierte Düngemittel kosten derzeit rund 460 Euro pro Tonne, im vergangenen Winter waren es noch rund 380 Euro. (afp/red)
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Kann Deutschland sich selbst ernähren?


In Kürze:

  • Der Selbstversorgungsgrad liegt in Deutschland bei maximal 89 Prozent.
  • Bei Milch, Kartoffeln und Zuckerrüben ist Deutschland innerhalb der EU top.
  • EU-Vorgaben werden hierzulande besonders strikt ausgelegt.

 
Die deutschen Landwirtschaftsbetriebe können Deutschland nicht vollständig selbst versorgen. Das geht aus dem Situationsbericht 2025/26 hervor, den der Deutsche Bauernverband veröffentlicht hat. Demnach schwankte der Selbstversorgungsgrad ohne den Zukauf von Futtermitteln aus dem Ausland zwischen 2005/06 und 2023/24 zwischen 80 und 84 Prozent. Mit Futtermittelzukäufen lag er in diesem Zeitraum bei 87 bis 89 Prozent. Allerdings gibt es je nach Erzeugnis teils große Unterschiede.

Zuckerrüben und Kartoffeln weit über dem Eigenbedarf

Besonders aufschlussreich ist Kapitel 3.8 „Wandel und Wettbewerb“. Dort ist zu lesen, dass die Selbstversorgungsgrade „bei den meisten landwirtschaftlichen Erzeugnissen deutlich rückläufig“ sind. Gleichzeitig weist der Bauernverband darauf hin, dass die Produktion bei einer Reihe von Agrarprodukten den Inlandsbedarf weiterhin übersteigt.
Überschüsse gehen demnach in den Export. Deutschland bleibt zudem der größte Produzent von Milch, Kartoffeln und Zuckerrüben innerhalb der Europäischen Union. Deutlich über 100 Prozent liegt der Selbstversorgungsgrad bei Zuckerrüben (140 Prozent) und Kartoffeln (135 Prozent). Auch bei Weizen liegt der Wert mit 102 Prozent noch im Bereich der Selbstversorgung. Der Ertrag ist allerdings in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. So betrug er 2014 noch 134 Prozent.
Extrem auf Importe angewiesen ist Deutschland bei Gemüse und Obst. Hier betrugen die Selbstversorgungsgrade lediglich 37 beziehungsweise 13 Prozent.
Auch bei der Fleischversorgung verzeichnet Deutschland einen Rückgang. Wie der Bericht im selben Kapitel verdeutlicht, ist der deutsche Anteil am EU-Schweinebestand im Zehnjahresvergleich deutlich gesunken. Lag er 2013 noch bei 19,8 Prozent, fiel er bis 2023 auf 16,0 Prozent. Bei den Zuchtsauen zeigt sich ein ähnlicher Rückgang – von 17,1 auf 13,3 Prozent. Auch beim Rinderbestand verliert Deutschland spürbar an Bedeutung, jedoch weniger stark als in der Schweinehaltung.
Obwohl die deutsche Geflügelerzeugung zwischen 2013 und 2023 gewachsen ist, sank der deutsche Produktionsanteil im selben Zeitraum von 13,4 auf 11,8 Prozent. Der Grund dafür ist, dass andere Mitgliedstaaten wie Polen und Spanien ihre Geflügelfleischproduktion deutlich stärker ausgebaut haben.

Rukwied bemängelt strenge Vorgaben

Die besonders starken Produktionsrückgänge in Deutschland erklärt der Bericht vor allem mit nationalen Rahmenbedingungen. EU-Vorgaben würden besonders strikt ausgelegt, während zugleich viele Fragen zur rechtssicheren Weiterentwicklung der Tierhaltung offenblieben. Den Betrieben fehlten dadurch verlässliche Perspektiven für wirtschaftliche Tragfähigkeit und Planungssicherheit bei Investitionen.
Auf die strengen politischen Vorgaben geht auch Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied in seinem Vorwort ein. Sie seien neben schwachen Marktpreisen, hohem Kostendruck und der demografischen Entwicklung die Hauptgründe für den Strukturwandel. Dieser vollziehe sich in der Landwirtschaft „schleichend“, in der Tierhaltung jedoch „deutlich verstärkt“.
Rukwied spricht zudem von einer spürbaren Zurückhaltung bei der Investitionsbereitschaft der Betriebe. Steigende Anforderungen durch Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen sowie eine nach wie vor hohe Bürokratielast setzten die Landwirte unter Druck. „Politische Korrekturen sind jetzt zwingend notwendig“, fordert der Bauernverbandspräsident.
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Selbstversorgung in Deutschland begrenzt – Landwirtschaft unter Druck


In Kürze:

  • Der Selbstversorgungsgrad liegt in Deutschland bei maximal 89 Prozent.
  • Bei Milch, Kartoffeln und Zuckerrüben ist Deutschland innerhalb der EU top.
  • EU-Vorgaben werden hierzulande besonders strikt ausgelegt.

 
Die deutschen Landwirtschaftsbetriebe können Deutschland nicht vollständig selbst versorgen. Das geht aus dem Situationsbericht 2025/26 hervor, den der Deutsche Bauernverband veröffentlicht hat. Demnach schwankte der Selbstversorgungsgrad ohne den Zukauf von Futtermitteln aus dem Ausland zwischen 2005/06 und 2023/24 zwischen 80 und 84 Prozent. Mit Futtermittelzukäufen lag er in diesem Zeitraum bei 87 bis 89 Prozent. Allerdings gibt es je nach Erzeugnis teils große Unterschiede.

Zuckerrüben und Kartoffeln weit über dem Eigenbedarf

Besonders aufschlussreich ist Kapitel 3.8 „Wandel und Wettbewerb“. Dort ist zu lesen, dass die Selbstversorgungsgrade „bei den meisten landwirtschaftlichen Erzeugnissen deutlich rückläufig“ sind. Gleichzeitig weist der Bauernverband darauf hin, dass die Produktion bei einer Reihe von Agrarprodukten den Inlandsbedarf weiterhin übersteigt.
Überschüsse gehen demnach in den Export. Deutschland bleibt zudem der größte Produzent von Milch, Kartoffeln und Zuckerrüben innerhalb der Europäischen Union. Deutlich über 100 Prozent liegt der Selbstversorgungsgrad bei Zuckerrüben (140 Prozent) und Kartoffeln (135 Prozent). Auch bei Weizen liegt der Wert mit 102 Prozent noch im Bereich der Selbstversorgung. Der Ertrag ist allerdings in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. So betrug er 2014 noch 134 Prozent.
Extrem auf Importe angewiesen ist Deutschland bei Gemüse und Obst. Hier betrugen die Selbstversorgungsgrade lediglich 37 beziehungsweise 13 Prozent.
Auch bei der Fleischversorgung verzeichnet Deutschland einen Rückgang. Wie der Bericht im selben Kapitel verdeutlicht, ist der deutsche Anteil am EU-Schweinebestand im Zehnjahresvergleich deutlich gesunken. Lag er 2013 noch bei 19,8 Prozent, fiel er bis 2023 auf 16,0 Prozent. Bei den Zuchtsauen zeigt sich ein ähnlicher Rückgang – von 17,1 auf 13,3 Prozent. Auch beim Rinderbestand verliert Deutschland spürbar an Bedeutung, jedoch weniger stark als in der Schweinehaltung.
Obwohl die deutsche Geflügelerzeugung zwischen 2013 und 2023 gewachsen ist, sank der deutsche Produktionsanteil im selben Zeitraum von 13,4 auf 11,8 Prozent. Der Grund dafür ist, dass andere Mitgliedstaaten wie Polen und Spanien ihre Geflügelfleischproduktion deutlich stärker ausgebaut haben.

Rukwied bemängelt strenge Vorgaben

Die besonders starken Produktionsrückgänge in Deutschland erklärt der Bericht vor allem mit nationalen Rahmenbedingungen. EU-Vorgaben würden besonders strikt ausgelegt, während zugleich viele Fragen zur rechtssicheren Weiterentwicklung der Tierhaltung offenblieben. Den Betrieben fehlten dadurch verlässliche Perspektiven für wirtschaftliche Tragfähigkeit und Planungssicherheit bei Investitionen.
Auf die strengen politischen Vorgaben geht auch Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied in seinem Vorwort ein. Sie seien neben schwachen Marktpreisen, hohem Kostendruck und der demografischen Entwicklung die Hauptgründe für den Strukturwandel. Dieser vollziehe sich in der Landwirtschaft „schleichend“, in der Tierhaltung jedoch „deutlich verstärkt“.
Rukwied spricht zudem von einer spürbaren Zurückhaltung bei der Investitionsbereitschaft der Betriebe. Steigende Anforderungen durch Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen sowie eine nach wie vor hohe Bürokratielast setzten die Landwirte unter Druck. „Politische Korrekturen sind jetzt zwingend notwendig“, fordert der Bauernverbandspräsident.
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Trump senkt Zölle auf Stahl, Aluminium und Agrartechnik bis 2027


In Kürze:

  • Zollsenkung: Agrar- und Industriegeräte künftig meist 15 Prozent
  • Anreizsystem: geringere Zölle bei hohem US-Stahlanteil
  • Laufzeit: Regelung gilt bis 31. Dezember 2027

 
Die USA senken die Zölle auf landwirtschaftliche Maschinen auf 15 Prozent. US-Präsident Donald Trump hat am 1. Juni eine Verordnung unterzeichnet, die die Einfuhrzölle auf Aluminium, Stahl und Kupfer anpasst, um Investitionen in Landwirtschaft und Industrie zu fördern.
Betroffen sind vor allem landwirtschaftliche Maschinen wie Mähdrescher und Erntemaschinen. Die Zölle für diese Maschinen werden von 25 auf 15 Prozent reduziert. Gleichzeitig wird der Bereich der Industrieausrüstung erweitert, der künftig ebenfalls mit 15 Prozent Zoll belegt wird.

Mobile Industrieausrüstung betroffen

Laut einem Faktenblatt des Weißen Hauses gelten die neuen Regeln auch für mobile Industrieanlagen wie Bulldozer und Gabelstapler. Auch diese werden mit einem Zoll von 15 Prozent belegt, besonders wenn sie aus Ländern mit Handelsabkommen stammen, die Anspruch auf solche Vergünstigungen haben.
Zusätzlich können ausländische Unternehmen einen niedrigeren Zollsatz von 10 Prozent erhalten. Voraussetzung ist, dass ihre Investitionsgüter zu mindestens 85 Prozent (nach Gewicht) aus in den USA verarbeitetem Stahl oder Aluminium bestehen.
Die Maßnahmen gelten bis zum 31. Dezember 2027. Ziel ist es, kurzfristige Investitionen zu fördern und die industrielle Basis der USA zu stärken.

Stahlproduktion. Archivbild.

Foto: Roland Weihrauch/dpa/dpa

Begründung von Trump

In seiner Proklamation sagte Trump, die vorübergehenden Änderungen der Metallzölle seien notwendig, da diese Produkte eine Rolle in der „produktiven wirtschaftlichen Aktivität in den Vereinigten Staaten“ spielten und „die jüngsten Umstände, die die betreffenden Industrien und Dienstleistungen betreffen, berücksichtigt werden müssten“, während gleichzeitig sichergestellt werde, dass das Zollsystem weiterhin nationale Sicherheitsinteressen adressiert.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Signs Proclamation to Adjust Tariffs on Aluminum, Steel, and Copper Imports“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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ausland

Emiratische Herrscherfamilie soll Millionen an EU-Agrarsubventionen erhalten haben


In Kürze:

  • Über 71 Millionen Euro EU-Agrargelder an Firmen mit Emirate-Bezug
  • Zahlungen basieren stark auf Flächengröße landwirtschaftlicher Betriebe
  • Diskussion über Reform und stärkere Begrenzung großer Subventionsempfänger

 
Laut Recherchen des investigativen Medienunternehmens „DeSmog“ sollen mit der herrschenden Familie von Abu Dhabi verbundene Unternehmen zwischen 2019 und 2024 mehr als 71 Millionen Euro an EU-Agrarsubventionen erhalten haben. Die Zahlungen erfolgten über landwirtschaftliche Flächen in Rumänien, Spanien und Italien.
Die Familie, welcher Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan vorsteht, verfügt über ein geschätztes Vermögen von mehr als 275 Milliarden Euro und zählt damit zu den reichsten Dynastien weltweit. Al Nahyan ist sowohl Herrscher des Emirats Abu Dhabi als auch Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).
Der Fall gilt als exemplarisch und hat die Debatte über die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU neu entfacht. Diese macht rund ein Drittel des EU-Haushalts aus.

Al Dahra und die Struktur der EU-Agrarsubventionen

Im Mittelpunkt des Falls steht die emiratische Agrar- und Lebensmittelgruppe Al Dahra, die in vielen Ländern aktiv ist und der Herrscherfamilie Abu Dhabi gehört. Über Tochtergesellschaften kontrolliert diese Gruppe rund 60.000 Hektar Land in Europa, hauptsächlich in Rumänien, aber auch in Spanien und Italien.
In Rumänien gilt die Agrarfläche von Agricost im Donaudelta als eine der größten landwirtschaftlichen Betriebe der Europäischen Union, mit etwa 57.000 Hektar. Laut den von der Presse zitierten Zahlen soll allein dieses Unternehmen im Jahr 2024 rund 10,5 Millionen Euro an Subventionen erhalten haben.
Insgesamt haben die Ermittler von „DeSmog“ und ihren Medienpartnern 110 Zahlungen über einen Zeitraum von sechs Jahren identifiziert, die an ein Netzwerk von Unternehmen gingen, die direkt oder indirekt von Mitgliedern der Familie Al Nahyan kontrolliert werden, mit einem Gesamtbetrag von über 71 Millionen Euro.
Die Preise für viele Agrarprodukte sind derzeit unter Druck. (Archivbild)

Landwirte bei der Ernte. (Symbolbild)

Foto: Jan Woitas/dpa

Schwächen der flächenbasierten Förderung

Diese Subventionen stammen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik, deren Basiszahlungen weiterhin größtenteils nach der Fläche der Betriebe berechnet werden. Je größer ein landwirtschaftlicher Betrieb ist, desto höher fallen die Zahlungen aus, was großen Agrarkonzernen und Eigentümern umfangreicher Landflächen strukturell zugutekommt.
Laut der Untersuchung erfolgen die Zahlungen an mit der emiratischen Familie verbundene Betriebe im Rahmen der gültigen Regeln: Jeder landwirtschaftliche Betrieb innerhalb der EU, der die Kriterien erfüllt, kann Anspruch auf GAP-Zahlungen haben – unabhängig von der Eigentümerstruktur.
Diese Situation bleibt dennoch für einen Teil der europäischen Landwirtschaft umstritten, da sie dies als Entkopplung von den Zielen der Unterstützung familiengeführter Betriebe sehen, schreibt „DeSmog“.
Studien des Europäischen Rechnungshofs haben auf das Risiko von „Verzerrungen“ und eine unzureichende Ausrichtung bestimmter Beihilfen hingewiesen, insbesondere im Hinblick auf kleine Betriebe und junge Landwirte.

Brüssel kündigt Reformen an

Angesichts der Kritik äußerte die Europäische Kommission die Notwendigkeit, die Verteilung der Subventionen besser zu steuern. EU-Vertreter haben eingeräumt, dass das Beispiel dieser Familie aus dem Golf die Grenzen eines Systems zeigt, das große ausländische Eigentümer unter den Empfängern hoher Zahlungen zulässt.
Brüssel arbeitet an einer Reform, darunter einer Obergrenze für Direktzahlungen, die ab 2028 auf 100.000 Euro pro Jahr und Empfänger festgelegt werden könnte – deutlich weniger als die derzeit von einigen Gruppen erhaltenen Millionenbeträge. Ziel ist es, einen Teil der Mittel stärker auf kleine und mittlere Betriebe sowie auf ökologische Transformationen umzulenken.
Der Europäische Rechnungshof betont in seinen aktuellen Stellungnahmen zur Reform der GAP für den Zeitraum 2028–2034 jedoch die zunehmende Komplexität des Systems und das Risiko, dass mehr Flexibilität für die Mitgliedstaaten zu neuen Ungleichheiten zwischen Landwirten führt.
Die Verhandlungen zwischen EU-Institutionen und nationalen Regierungen dürften schwierig werden.

Der leere Plenarsaal des Europäischen Parlaments.

Foto: Jc Milhet/Hans Lucas/AFP via Getty Images

960.000 Hektar Ackerland weltweit

Die emiratischen Eigentümer betonen, dass ihre Aktivitäten im Einklang mit europäischem Recht stehen. Die mit der Familie Al Nahyan verbundenen Agrarunternehmen erklären, dass sie lokale Arbeitsplätze schaffen und in strukturschwachen ländlichen Regionen Europas in die Infrastruktur investieren.
Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate verweisen auf die Diversifizierung ihrer Wirtschaft und die Sicherung der Lebensmittelversorgung des Landes durch landwirtschaftliche Investitionen im Ausland. In etwas mehr als 15 Jahren hat sich die Dynastie parallel zu ihren Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor zu einem globalen Akteur in der Landwirtschaft entwickelt. So kontrollieren die VAE mittlerweile weltweit rund 960.000 Hektar Ackerland – neben Europa, auch in Afrika und Südamerika.
Europäische Landwirtschaftsorganisationen bleiben jedoch gespalten. Einige vertreten die Ansicht, dass das Hauptproblem weniger die Nationalität der Begünstigten sei, sondern vielmehr die Konzentration der Subventionen auf eine kleine Zahl großer Betriebe.
Laut in der Presse zitierten Daten sollen 0,5 Prozent der größten Eigentümer rund 16 Prozent des GAP-Haushalts erhalten, was das Gefühl der Ungerechtigkeit unter vielen Landwirten verstärkt.
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ausland

Betrugsskandal um EU-Agrarsubventionen: 39 Festnahmen in Griechenland

Im Zuge der Ermittlungen in einem weitreichenden Korruptionsskandal um EU-Agrarsubventionen in Griechenland haben die Behörden 39 Verdächtige festgenommen.
Wie die Polizei mitteilte, wurden am Dienstag, 26. Mai im Norden des Landes 17 Menschen festgenommen, hauptsächlich in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes. Am Vortag gab es demnach 22 Festnahmen, die meisten davon auf der beliebten Ferieninsel Insel Kreta.

Beamte und Buchhalter festgenommen

Unter den Festgenommenen sind laut Polizei zwei Buchhalter sowie drei leitende Angestellte, die für die Bearbeitung von Anträgen auf Agrarsubventionen zuständig waren.
Die Höhe des Betrugs im Zusammenhang mit den Festnahmen wird laut Polizei auf 7,5 Millionen Euro geschätzt.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres waren landesweit dutzende Verdächtige wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den groß angelegten Betrug mit den EU-Agrarhilfen festgenommen worden.

Kreta im Zentrum der Subventionsaffäre

Eine große Zahl der Betrugsfälle betrifft Kreta – wo neben dem Tourismus die Landwirtschaft einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist.
Als Folge der insbesondere von der europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) geführten Ermittlungen wurde mittlerweile die Immunität von elf Abgeordneten im griechischen Parlament aufgehoben.
Den Politikern wird vorgeworfen, Bauern und anderen Bürgern bei Betrügereien mit EU-Beihilfen geholfen zu haben.
Zahlreichen Bauern wird unter anderem vorgeworfen, EU-Agrarhilfen für Land beantragt zu haben, das sie gar nicht besaßen. Oder sie gaben fälschlich einen größeren Viehbestand an, um höhere Zuzahlungen zu erreichen.
Es erhielten demnach sogar Menschen Agrarsubventionen, die überhaupt nichts mit der Landwirtschaft zu tun hatten.

Politische Folgen der Betrugsaffäre

Erleichtert wurde der Betrug dadurch, dass zum Zeitpunkt der Subventionsanträge in Griechenland viele Eigentumsverhältnisse unklar und die Grundbücher lückenhaft waren.
Zu den mutmaßlichen Betrugsfällen zählen Agrarhilfen für angebliche Olivenbäume auf einem Militärflughafen, Weideland auf dem Gelände archäologischer Stätten und Bananenplantagen auf dem Berg Olymp.
Im Zuge der Ermittlungen sind bereits drei Minister und mehrere Staatssekretäre zurückgetreten. Wegen der Affäre verlangt die Opposition den Rücktritt der gesamten Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis und Neuwahlen. (afp/red)
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meinung vital

Lassen Sie das Desinfektionsmittel weg und trainieren Sie Ihr Immunsystem

Die vorherrschende Antwort der konventionellen Pharma- und Impfstoffindustrie lautet, dass funktionelles Wohlbefinden aus einer Pille, einer Nadel oder irgendeiner Art von medizinischer Behandlung resultiert.
Als Landwirt mit Tausenden Tieren und ohne Tierarztrechnungen kann ich bezeugen, dass die vorherrschende konventionelle Vorstellung in der Viehwirtschaft darin besteht, dass ein krankes Tier anscheinend pharmazeutisch benachteiligt ist.
Ich vertrete ein völlig gegensätzliches Paradigma: Ein krankes Tier zeugt von meinen eigenen Fehlern. Vielleicht habe ich schwaches Zuchtmaterial gewählt. In vielen Jahrzehnten der Nutztierhaltung hatte ich ein halbes Dutzend wirtschaftlich bedeutsame Krankheitsausbrüche bei verschiedenen Arten. Jedes einzelne Mal war das Problem meine Schuld – Hygiene, Ernährung, Stress, Unbehagen und Giftstoffe. Ein Tier kann aus vielen Gründen krank werden, von denen keiner darin besteht, dass es medizinisch unterversorgt war.

Was „trainiert“ Immunsysteme?

Das bringt mich zu den Menschen. In seinem ikonischen „New York Times“-Bestseller „Guns, Germs and Steel“ („Arm und Reich“) erklärt Jared Diamond den Aufstieg von Kulturen, die in der Nähe von domestiziertem Vieh lebten. Menschengruppen, die eine enge Beziehung zu domestizierten Nutztieren pflegten, entwickelten bessere Immunsysteme.
Vor vielen Jahren beobachtete der britische Epidemiologe David Strachan, dass Kinder mit mehr älteren Geschwistern weniger Allergien hatten, was darauf hindeutet, dass ein früher Kontakt mit Infektionen dauerhaften Schutz bietet.
Viele in diesem Forschungsbereich schlossen sich dieser „Hygienehypothese“ an und postulierten, dass das Immunsystem wie ein Muskel ist und regelmäßiges Training braucht, um stark zu sein. In Übereinstimmung mit Diamonds allgemeinen Erkenntnissen wird diese Theorie am besten durch Forschung in Finnland gestützt.
Vor etwa zwei Jahrzehnten begannen Forscher in Finnland, dieses Konzept des „Immunsystems als Muskel“ zu untersuchen, indem sie den allgemeinen Gesundheitszustand von eng verwandten Kindern (Cousins oder Geschwistern) verglichen, die in unterschiedlichen Umgebungen lebten. Die Ergebnisse verliehen der Vorstellung, dass das Immunsystem ähnliche Eigenschaften wie ein Muskel besitzt, erhebliches Gewicht.
Kinder, die auf Bauernhöfen aufwuchsen und schon als Kleinkinder in den Stall gingen – und Sie wissen, was ein Kleinkind mit allem macht, was es an den Fingern hat –, waren weitaus robuster als ihre städtischen Altersgenossen. Ein bisschen Mist, Dreck und schimmeliges Heu oder Getreide stimulierten das Immunsystem und verringerten die Anfälligkeit für Erkältungen, Grippe und andere häufige Kinderkrankheiten.
Nun zu einer persönlichen Offenlegung: Freunde, die mich kennen, wissen, dass ich routinemäßig aus Kuhtränken mit den Kühen trinke. Ich tue es nicht, weil ich durstig bin, sondern weil ich eine größere Vielfalt an Kleinstlebewesen in meinem Mikrobiom haben möchte. Und ich möchte einen gewissen Kontakt zu jedem unsichtbaren Widersacher haben, der da draußen sein mag. Der Punkt ist, mein Immunsystem zu trainieren, damit es, wenn etwas wirklich Ernstes auftaucht, stark genug ist, um es abzuwehren.
Ja, ich könnte morgen sterben. Aber seit Jahrzehnten lebe ich viele Jahre ohne die üblichen Probleme, die die meisten Leute plagen. Das ist kein Stolz; es ist die demütige Anerkennung, dass wir einen ehrfurchtgebietenden und wunderbar erschaffenen Körper haben, der bereit ist, Gesundheit zu beherbergen, wenn wir ihm nur den Hauch einer Chance geben.

Desinfektion über den Wolken

Wenn ich in ein Flugzeug steige und der Flugbegleiter mit einem Korb voll antimikrobieller Desinfektionstücher dasteht, lächle ich zunächst. Dann lehne ich mich vor und sage höflich: „Nein, danke. Ich möchte wirklich Ihre Keime.“ Die Situation erzeugt immer einen fragenden Blick. Zweifellos sorgt es auch für Gespräche des Personals in der Bordküche. Vielleicht sagen sie: „Hast du diesen Spinner da drüben gesehen? Er will meine Keime.“
Auf einem kürzlichen Flug nahm ein Paar die Plätze A und B ein, ich saß auf C am Gang. Mit Masken bekleidet setzten sie sich hin und holten sofort Desinfektionstücher heraus. Tabletts, die Rückenlehne und Armlehnen – alles wurde gründlich abgewischt. Dann bot sie mir ihre Tücher an und ich sagte: „Nein, danke, Ma’am. Ich möchte wirklich Ihre Keime einatmen.“
Die Maske verbarg das Gesicht, das entsetzt gewesen sein muss.
Sobald wir in der Luft waren, kamen die Snacks heraus: Pringles, Twizzlers, Reese’s Pieces, Erfrischungsgetränke. Ich glaube, sie hatten eine ganze Supermarktsnackabteilung in ihrem sperrigen Handgepäck. Ich beobachtete sie 1 Stunde lang, wie sie all diesen Müll in sich hineinfutterten. In der 2. Stunde – es war ein 3-stündiger Flug – drückten sie den Rufknopf. Ich fragte mich, was das wohl sollte.
„Wir haben Probleme mit dem Zucker. Können Sie uns bitte etwas Apfelsaft bringen?“
Wollen Sie mich veralbern? Nachdem sie alles sterilisiert und dann Zucker und künstliche Stoffe konsumiert hatten, war mein vorherrschender Gedanke: „Und diese Leute gehen wählen.“ Müll zu essen und Keimparanoia sind ein Rezept für immunologische Fehlfunktionen, aber wir sehen diese Art von dystopischem Verhalten viel zu oft.

Streichelzoo und Dreck

Glücklicherweise scheint es sich herumzusprechen, dass eine muskelähnliche Immunologie real ist. Neue Mütter, die ihre Kleinkinder in Streichelzoos und zu Schlammpfützen bringen, scheinen die neue Manie im Bereich der Wellness für Kleinkinder zu sein. Dies ist eine gesunde Veränderung und ein Trend, der viele Vorteile bringen könnte.
Falls findige Unternehmer in dieser Kolumne so lange bei mir geblieben sind, hier ist mein Vorschlag für ein Millionen-Dollar-Geschäft: Verkaufen Sie mit Kompost und Dreck angereicherte durchlässige Matten an Städter, die sich nach einer robusten Immunfunktion sehnen. Es könnte ein Abonnementservice sein, bei dem alle vier Monate jemand kommt, den alten Kompost und Dreck ausschüttet und die Matte mit neuem Material füllt. Es könnte eine Fußmatte sein oder vielleicht sogar eine Matte, auf die man tritt, wenn man aus der Dusche kommt, um all diese guten Sachen an die nackten Füße zu bekommen.
Ich bin sicher, jemand ist schlau genug, um herauszufinden, wie man das Land in die Stadt bringt. Sicherlich schlage ich nicht vor, dass wir zu offenen Abwasserkanälen und fehlender Kühlung zurückkehren. Ich behaupte, dass die Menschheit zu steril werden kann. Unser aus Milliarden Mitgliedern bestehendes Mikrobiom ist nicht steril, und das wichtigste Maß für Vitalität ist die mikrobielle Vielfalt im Darm. Sie müssen mir keine Provision für die Idee zahlen. Nennen Sie sie einfach beim Namen und legen Sie los.
Wenn wir echte Lebensmittel essen, unverarbeitet, erhalten wir diese mikrobielle Vielfalt und unser Immunsystem genießt ein gewisses Training. Als technisch hoch entwickelte Gesellschaft sind wir zu steril geworden und unser Immunsystem leidet darunter.
Gehen wir wieder nach draußen, in unsere Gärten, in den Dreck. Teilen wir ein paar Keime und genießen wir es, unser Immunsystem zu trainieren. Besuchen Sie wenigstens mal einen Bauernhof.
Das ist doch ein besserer Ansatz, als unser Immunsystem zu schwächen und uns stattdessen auf Spritzen und Tabletten zu verlassen, um den körperlichen Verfall aufzuhalten – finden Sie nicht auch?
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Ditch the Sanitizer and Exercise Your Immune System“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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wirtschaft

EU schafft Zölle auf Düngemittel zeitweise ab

Die 27 EU-Staaten haben eine zeitweise Abschaffung der Zölle auf stickstoffbasierte Düngemittel aus allen Ländern mit Ausnahme von Russland und Belarus beschlossen.
Die Abschaffung soll auf ein Jahr ab Inkrafttreten begrenzt sein, außerdem gilt eine Obergrenze für die zollfreie Einfuhr, wie der Rat der Mitgliedsländer am Freitag mitteilte. Die Maßnahme soll auch angesichts der hohen Düngerpreise infolge des Irankriegs Abhilfe schaffen.
Die Zoll-Ausnahme betrifft stickstoffbasierte Düngemittel wie Harnstoff und deren Ausgangsstoffe. Die Preise für diese Düngemittel sind am Weltmarkt in den vergangenen Monaten stark angestiegen, weil ein großer Anteil normalerweise die blockierte Seestraße von Hormus passiert. Europäische Bauern fordern deshalb Erleichterungen.
Zu den wichtigsten Lieferanten der EU zählen derzeit die nordafrikanischen Staaten Algerien, Marokko und Ägypten, für die im Rahmen eines Freihandelsabkommens bereits die Zölle aufgehoben sind.
Die Abschaffung der Zölle für andere Staaten dürfte deshalb einen begrenzten Effekt haben, könnte aber unter anderem den USA zugute kommen. Bislang gilt ein Zollsatz von 6,5 Prozent für stickstoffbasierte Düngemittel und 5,5 Prozent für den Ausgangsstoff Ammoniak.
Die Vorschläge für die Abschaffung stammen noch aus der Zeit vor dem Irankrieg. Sie waren ursprünglich dazu gedacht, die Abhängigkeit von Düngemitteln aus Russland zu verringern.
Das Land gehört traditionell zu den wichtigsten Lieferanten der europäischen Landwirtschaft, seit dem vergangenen Sommer werden aber Strafzölle fällig, die Importe aus Russland auf Dauer unwirtschaftlich machen sollen. Sie steigen in den kommenden Jahren auf 315 Euro pro Tonne. (afp/red)