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Arktis-Gipfel: Europäische Staaten fordern stärkere EU-Rolle

Zwölf europäische Länder fordern angesichts der wachsenden geopolitischen Bedeutung der Arktis ein größeres Engagement der EU in der Region.
„Wir fordern die Europäische Union auf, in der europäischen Arktis eine strategischere und proaktivere Rolle einzunehmen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Teilnehmer eines EU-Arktis-Gipfels, die am Montag unter anderem von Deutschland, Frankreich, Dänemark und Schweden unterzeichnet wurde.
Sie verwiesen auf die „erhebliche und langfristige Bedrohung, die von Russland ausgeht“. Angesichts der Bestrebungen Moskaus, seinen Einfluss in der Arktis auszubauen, sowie der „Zunahme hybrider Aktivitäten“ sei eine Stärkung der Arktispolitik der EU notwendig.

Merz sieht geopolitischen Hotspot

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte nach den Beratungen im finnischen Rovaniemi, die Arktis sei zu einem „geopolitischen Hotspot“ geworden. Die Region sei „für Europas Sicherheit und Stabilität von entscheidender Bedeutung“, fügte er hinzu.
„Russland baut hier seine militärischen Kapazitäten aus und nutzt seine Präsenz täglich für hybride Aktivitäten.“ Mit „hybriden“ Aktivitäten sind getarnte aggressive Handlungen gemeint.
„Wir sollten den Fokus der Europäischen Union auf diese Region verstärken, um die Bemühungen der Nato zu ergänzen“, sagte der Kanzler. Die Region berge auch „riesige wirtschaftliche Chancen“, etwa mit Blick auf wichtige Rohstoffe, Energie und Schifffahrt.

Neue EU-Strategie geplant

Bei dem zweitägigen Arktis-Gipfel berieten die Staats- und Regierungschefs mehrerer EU-Länder sowie Vertreter der EU-Institutionen über die Arktisstrategie der Europäischen Union.
Eine überarbeitete Version der 2021 verabschiedeten Strategie soll noch im Herbst vorgestellt werden. (afp/red)
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F-35 und Patriot: Pistorius reist in die USA

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reist zu einem mehrtägigen Besuch in die USA. Dort wird er den ersten von 35 neuen Kampfjets vom Typ F-35 offiziell für die Bundeswehr in Empfang nehmen.
Für Dienstag ist in Washington ein Treffen mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth geplant. Dabei dürfte es auch um die Lieferung weiterer Waffen an die Europäer und die Ukraine gehen – und inwiefern das aktuell überhaupt möglich ist.

Sorge um US-Munitionsbestände

Denn US-Medienberichten zufolge wächst in den USA seit dem Krieg gegen den Iran die Sorge über einen möglichen Munitionsmangel. Betroffen sind demnach insbesondere Langstrecken-Lenkraketen und das Luftabwehrsysteme Patriot des US-Rüstungskonzern Raytheon.
Nach Schätzungen des Zentrums für Strategie- und Internationale Studien (CSIS) hatten die Streitkräfte vor ihrem Angriff auf den Iran am 28. Februar mehr als 2300 Raketen vom Typ Patriot. Die Experten gehen davon aus, dass sich die Bestände seither mindestens halbiert haben.
Offizielle Zahlen gibt es allerdings nicht, und die US-Regierung hat die Berichte zurückgewiesen. Zugleich erklärte Präsident Donald Trump, dass Washington seine Waffenbestände aufbaue und die US-Waffenverkäufe ins Ausland zeitweise ausgesetzt seien.
„Wir behalten sie für uns, die Vereinigten Staaten von Amerika, statt sie an andere zu verkaufen, aber die Verkäufe an unsere Alliierten werden bald wieder aufgenommen“, erklärte Trump Anfang September.

Patriot-Nachschub im Fokus

Doch gerade auf das Patriot-System ist die Ukraine im Kampf gegen die massiven russischen Luftangriffe angewiesen. Kiew hatte zuletzt wiederholt auf einen ernsthaften Mangel an diesen Abfangraketen hingewiesen.
Nach den Zahlen der von der Adenauer-Stiftung monatlich herausgegebenen Datenanalyse „Monitor Luftkrieg Ukraine“ konnten die ukrainischen Streitkräfte im Juli nur 28 Prozent der von Russland eingesetzten ballistischen Raketen abfangen.
Die USA haben nach dem Amtsantritt Trumps Anfang 2025 ihre direkten Militärhilfen an die Ukraine eingestellt. Allerdings erlaubt Washington den NATO-Verbündeten über den sogenannten Purl-Mechanismus, Waffen in den USA für die Ukraine einzukaufen – darunter auch die so wichtigen Raketen für die Luftabwehr.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte betonte in den vergangenen Wochen mehrmals, dass die Waffenlieferungen durch Purl „ununterbrochen“ weiterliefen, „einschließlich Luftverteidigungssystemen“. Der genaue  Inhalt der einzelnen Waffenpakete ist jedoch nicht bekannt.
Allerdings klingt es so, als ob der Nachschub aus den USA zumindest kurzfristig die Lücken nicht füllen kann. So kündigte Pistorius die Lieferung „dringend benötigter“ Patriot-Abfangraketen aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine  an.
Die Verbündeten rief er beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in der vergangenen Woche auf, ihre eigenen Vorräte zu prüfen und ähnliche Lieferungen vorzunehmen.
EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius erwähnte am Freitag die Möglichkeit, dass verbündete Staaten der Ukraine Patriot-Raketen aus ihren Beständen geben könnten – um dann im Gegenzug Ersatz aus Lieferungen zu erhalten, die Kiew für 2027 erwartet.
Eine mittelfristige Lösung für das Munitionsproblem könnte die Herstellung von Patriot-Abfangraketen unter US-Lizenz in Partnerländern sein.
Auf dem NATO-Gipfel Anfang Juli in Ankara hatte Trump im Beisein des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angekündigt, die USA würden der Ukraine „das Recht geben, Patriots herzustellen“. Später äußerte er sich allerdings deutlich zurückhaltender.

Produktion in Deutschland startet Ende des Jahres

In Deutschland soll Ende des Jahres die Produktion von Patriot-Abwehrraketen vom Typ PAC-2 beginnen. Verantwortlich dafür ist das Unternehmen Comlog, eine Tochter des deutschen Rüstungsherstellers MBDA und Raytheon.
Die Bauteile kommen sowohl aus Europa als auch aus den USA und werden im oberbayerischen Schrobenhausen zusammengesetzt.
Die NATO hatte im Januar 2024 mit Comlog einen Vertrag über bis zu tausend Patriot-Luftabwehrraketen geschlossen. Mit einer Auslieferung der Raketen ist allerdings vertragsgemäß nicht vor 2027 zu rechnen.
Zumindest bei den hochmodernen Kampfflugzeugen vom Typ F-35 gibt es aber für Pistorius nun gute Nachrichten. Die Jets sollen die alternde Tornado-Flotte der Bundeswehr ersetzen.
Bei seinem Besuch wird der Verteidigungsminister das erste Flugzeug in Empfang nehmen. Nach Ausbildung von Technikern und Piloten ist die Auslieferung der ersten F-35 an den deutschen Militärflughafen in Büchel dann für Ende 2027 geplant. (afp/red)
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Kontakte in russische Botschaft: Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche Spionin an

Die Bundesanwaltschaft hat die mutmaßliche Russland-Spionin Ilona W. angeklagt. Spätestens seit Oktober 2023 soll sie geheimdienstliche Kontakte in die russische Botschaft gehabt und für Moskau spioniert haben, wie die Behörde am Montag in Karlsruhe mitteilte. Die Beschuldigte wurde im Januar in Berlin festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Strafrechtlich hält die Bundesanwaltschaft der Deutsch-Ukrainerin für hinreichend verdächtig, für einen Geheimdienst einer fremden Macht tätig gewesen zu sein. Die Anklage wurde vor einer Woche zum Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin erhoben.

Offenbar vernetzt in militärischen und politischen Kreisen

W. hatte den Angaben zufolge in Berlin eine Marketingagentur betrieben und war zudem Vorsitzende eines Lobbyvereins. Dadurch sei sie weitreichend auch in militärischen und politischen Kreisen vernetzt gewesen.
Ihren Kontaktmann, einen hauptamtlichen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft, soll sie der Anklage zufolge über Jahre hinweg mit Informationen zu hochkarätigen politischen Veranstaltungen versorgt und ihm, teilweise unter falschem Namen, Zugang dazu ermöglicht haben.
Dies sollte ihm demnach den Weg bereiten, um für geheimdienstliche Zwecke ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Um Kontakte und mögliche Zielpersonen zu identifizieren, habe W. auch selbst an solchen Veranstaltungen teilgenommen.
Weiterhin versuchte sie demnach, Kontakte aus dem Bundesverteidigungsministerium sowie aus der Rüstungsindustrie für ihre Zwecke zu gewinnen. Zudem habe sie sich vor dem Hintergrund des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine im Auftrag ihres Kontaktmanns um Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik und Rüstungsindustrie bemüht.

Weitere Verdächtige

Nach ihrer Festnahme im Januar hieß es, die Beschuldigte habe unter anderem Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine eingeholt. Die Bundesregierung bestellte damals den russischen Botschafter ein und wies einen in dem Fall ebenfalls Verdächtigen aus, bei dem es sich um den Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin gehandelt haben soll.
Ermittelt wurde in dem Zusammenhang auch gegen zwei frühere Angehörige der Bundeswehr, welche die mutmaßliche Spionin persönlich kannte. Sie standen unter dem Verdacht, ihr dienstliche Informationen gegeben zu haben – dabei war zunächst unklar, ob sie wussten, dass diese offenbar an den Geheimdienst gehen sollten.
In den vergangenen Monaten wurden wiederholt mutmaßliche Spione gefasst, die im Auftrag Russlands etwa Unternehmer oder die deutsche Rüstungsindustrie ausgespäht haben sollen. (afp/red)
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Russland greift Bahnstrecken in der Ukraine an – Zug nach Polen getroffen

Russland hat am Sonntag Bahnstrecken in der Ukraine attackiert. Unweit der Grenze zu Polen traf eine Drohne nach ukrainischen Angaben einen Passagierzug auf dem Weg nach Warschau. Einem „Spiegel“-Bericht zufolge war indirekt auch ein Sonderzug betroffen, in dem sich einer der engsten Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) befand. Russland erklärte, die attackierten Bahnstrecken würden für Rüstungstransporte aus Europa genutzt.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ereignete sich der russische Drohnenangriff auf den Zug in der Region Wolyn zwei Kilometer von der Grenze zum EU- und Nato-Mitgliedstaat Polen entfernt.
Dabei sei die Lokomotive getroffen worden. Nach Angaben des polnischen Bahnbetreibers PKP Intercity waren 206 Passagiere an Bord. Verletzt wurde nach ukrainischen und polnischen Angaben niemand.

Tusk warnt vor weiteren Störaktionen an der Grenze

Eine weitere Drohne schlug nach polnischen Angaben in der Nähe des Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn ein. Polens Regierungschef Donald Tusk sagte nach einer Krisensitzung in Warschau, der Angriffsort sei nur 800 Meter von polnischem Staatsgebiet entfernt.
Russland werde seine Angriffe in den kommenden Wochen und Monaten noch verstärken, warnte Tusk. Er könne „nicht ausschließen, dass diese Eskalation auch unser Territorium betreffen wird“.
Wie der „Spiegel“ berichtete, musste wegen des Angriffs nahe dem Grenzübergang auch ein privat gecharterter Sonderzug teilweise evakuiert werden. An Bord waren dem Bericht zufolge der außen- und sicherheitspolitische Berater im Kanzleramt, Günter Sautter, sowie der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson, die zu Beratungen in Kiew gewesen waren.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Robin Wagener, der ebenfalls in dem Zug saß, schrieb im Onlinedienst X, Russland eskaliere immer weiter und zündele. Er teilte ein Video von dem Drohnenangriff auf den Zug Kiew-Warschau und erklärte: „Heute Morgen bin ich mit dem Zug auf der gleichen Strecke gefahren, auf der dieser Angriff war.“ Manchmal entscheide der Zufall, „ob man sicher durchkommt“. „Russland sei „eine immense Gefahr für die Sicherheit Europas. Das haben zu viele bei uns noch nicht realisiert“, schrieb Wagener weiter.

Kiew: Moskau muss Konsequenzen spüren

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sagte bei einem Treffen mit seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski in Kiew, der „Terror“ von Kreml-Chef Wladimir Putin klopfe nun „direkt an die Türen der EU und der Nato“. Sikorski entgegnete: „Der russische Terror klopft nicht an die Tür, er ist schon im Haus.“
Selenskyj erklärte, die Russen hätten in Wolyn „absichtlich eine Lokomotive in Brand gesetzt und eine Tankstelle bei einem Drohnenangriff“ beschädigt. „Ukrainische Männer und Frauen kämpfen jeden Tag, geben ihre Leben, um genau das zu verhindern, dass sich solche Angriffe weiter auf Europa ausbreiten“, erklärte Selenskyj weiter.
Die russischen Angriffe trafen nach ukrainischen Angaben auch Bahninfrastruktur in der zentralukrainischen Region Winnyzja. Die ukrainische Bahngesellschaft Ukrsalisnyzja warnte Fahrgäste wegen der „systematischen Angriffe“ im ganzen Land vor erheblichen Verspätungen und möglichen Evakuierungen.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Russland habe in der Westukraine Bahninfrastruktur angegriffen, „die für den Transport militärischer Fracht aus europäischen Ländern genutzt wird“.
Die Führung in Moskau schloss derweil neue trilaterale Gespräche mit den USA und der Ukraine zur Beendigung des Konflikts nicht aus. Diese könnten in „absehbarer Zukunft“ stattfinden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Sonntag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.
Peskow hatte am Samstag indes ausgeschlossen, dass ein Treffen von Russlands Staatschef Wladimir Putin und Selenskyj beim G20-Gipfel im Dezember in den USA stattfinden könnte.
Eine solche Begegnung könne es nur in Moskau geben, sagte er. Selenskyj hatte sich zuvor in einem Interview mit der Deutschen Welle zu einem Treffen mit Putin in Miami bereiterklärt.
Die USA versuchen seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus, ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Ukraine-Konflikts zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden brachten jedoch keinen Durchbruch. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs im Februar gab es gar keine Gespräche mehr.(afp/red)
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Selenskyj zu Treffen mit Putin bei G20-Gipfel in USA bereit

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben zu einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin bereit, sollten beide Politiker zu einem G20-Gipfel in die USA eingeladen werden. „Wir müssen uns treffen, miteinander sprechen und Entscheidungen treffen“, sagte Selenskyj in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Welle (DW).
„Es geht nicht um Worte“, sagte Selenskyj in dem Interview, das am Freitag in Kanada geführt wurde. „Was ich ihm sagen werde oder was er mir sagen will, spielt keine Rolle“, sagte Selenskyj mit Blick auf Putin. Er fügte hinzu: „Was zählt, ist das Ergebnis.“
Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe inne. Im Dezember findet in Miami im Bundesstaat Florida der Gipfel der G20-Staats- und -Regierungschefs statt. US-Präsident Donald Trump hatte im April gesagt, eine Teilnahme Russlands wäre „wahrscheinlich sehr hilfreich“. Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 haben sich Putin und Selenskyj nicht persönlich getroffen.

Neue Bewegung in den Verhandlungen

In die diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Kampfhandlungen ist nach einer langen Pause kürzlich wieder Schwung gekommen: In einem neuen Vorstoß Washingtons reisten die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner am vergangenen Wochenende zu politischen Gesprächen nach Moskau und Kiew.
Den Besuch der US-Gesandten nannte Selenskyj in dem DW-Interview „ein gutes Signal“. Die Ukraine sei an der Front viel stärker als noch im vergangenen Jahr, Moskau dagegen zahle einen „hohen Preis“ für kleine Erfolge. „Deshalb glauben wir, dass wir uns jetzt in einer guten Verhandlungsposition befinden“, betonte der ukrainische Präsident.

Ukraine fordert mehr Luftverteidigung

Bei seinem Besuch in Kanada hatte Selenskyj erklärt, er plane Ende September noch ein Treffen mit Trump in New York. Die Ukraine benötigt eigenen Angaben zufolge dringend eine bessere Luftverteidigung – insbesondere US-Patriot-Systeme, die ballistische Raketen abfangen können. Angesichts des bevorstehenden Winters fürchtet Kiew massive Schäden durch russische Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur wie bereits im vergangenen Jahr.
Auf die Frage, ob die USA genügend Raketen bereitstellen würden, sagte Selenskyj: „Sie haben den politischen Willen zu verkaufen und zu helfen, aber die Produktion ist nicht allzu groß.“ (afp/red)
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Huthi-Rebellen greifen nach wichtiger Meerenge Bab al-Mandab

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen Regierungsquellen zufolge die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen und strategisch wichtige Inseln eingenommen. Damit haben die Huthi ihren Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab, durch die eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt führt, deutlich erhöht.
Der Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Beide sind Teil einer Schifffahrtsroute, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien darstellt.

Ölpreis hat deutlich zugenommen

Die infolge des Iran-Kriegs stark beeinträchtigte Straße von Hormus ist insbesondere für den Handel mit Öl und Flüssigerdgas wichtig, da sie den rohstoffreichen Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet. Der Bab al-Mandab hingegen ist für den gesamten Waren- und Rohstoffverkehr zwischen Europa und Asien von großer Bedeutung.
Der Ölpreis legte in der Nacht auf Freitag bereits deutlich zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November erreichte zeitweise fast 110 US-Dollar.

International anerkannte Regierung reagiert mit Luftangriffen

Erst kürzlich hatten die Rebellen auch die jemenitische Hafenstadt Mokka eingenommen. Mit den jüngsten Vorstößen kontrollieren die Huthi nun die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen.
Die international anerkannte jemenitische Regierung reagierte dpa-Informationen zufolge mit Luftangriffen auf Huthi-Kämpfer am Hafen und dem Flughafen in Mokka.
Von ihren neu gewonnenen Positionen aus können die Huthi Handels- und andere Schiffe im Roten Meer gezielter angreifen oder stören als zuvor. Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg dürfte damit noch stärker bedroht werden als bisher. Die Huthi hatten dort in den vergangenen Jahren mehrfach Schiffe angegriffen und teils versenkt oder diese gekapert.

Experte: Selten strategisches Versagen dieser Größenordnung

Vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sprach der israelische Militärexperte Danny Citrinowicz von einem Rückschlag für den Westen. „Im Mittleren Osten hat es selten ein strategisches Versagen dieser Größenordnung gegeben“, schrieb er auf X. „Was in den letzten Tagen geschehen ist, ist daher nicht einfach nur ein saudisches Problem. Es ist ein internationales Problem“, fügte er hinzu.
Irans Vizepräsident gratulierte den Huthi-Rebellen nach ihrem Vormarsch. „Wir freuen uns über die Siege des heldenhaften Volkes des Jemen“, schrieb Mohammed Resa Aref an die mit Teheran verbündete Miliz gerichtet auf X.

Huthi gehören zu Teherans „Achse des Widerstands“

Im Jemen war zuletzt ein seit Jahren andauernder Konflikt erneut aufgeflammt. Die Huthi kämpfen gegen die international anerkannte Regierung und deren Verbündete. Sie gehören zur sogenannten iranischen „Achse des Widerstands“, einem regionalen Netzwerk aus vom Iran unterstützten Milizen. Teheran unterstützt die Huthi ähnlich wie die Hisbollah im Libanon mit Waffen, Technologie, Fachwissen und finanziellen Mitteln.
Auf der anderen Seite stehen die jemenitische Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, sowie regierungstreue Kräfte. So sind beispielsweise die sogenannten Nationalen Widerstandskräfte strategische Partner der Regierung geworden im Kampf gegen die Huthi, gegen die das saudisch angeführte Bündnis auch Luftangriffe fliegt.

Internationaler Schiffsverkehr dürfte beeinträchtigt werden

Die Meerenge ist an der schmalsten Stelle etwa 20 Kilometer breit und damit deutlich schmaler als die Straße von Hormus, die etwa 50 Kilometer breit ist. Die stärkere Kontrolle des Zugangs zu Bab al-Mandab durch die Huthi dürfte als erheblicher Rückschlag für Saudi-Arabien und den internationalen Schiffsverkehr gewertet werden. Die USA und die EU versuchten mit Militäreinsätzen bereits, Handelsschiffe besser vor Angriffen der Miliz zu schützen.
Die Huthi hatten schon im Zuge des Gaza-Kriegs aus Solidarität mit der Hamas wiederholt Schiffe im Roten Meer angegriffen. Dadurch wurde der internationale Schiffsverkehr erheblich gestört.
Nach saudisch geführten Angriffen kündigten die Huthi im Juli eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien an. Seitdem griffen sie mehrere Schiffe an und zwangen weitere zu Kursänderungen.

Zehntausende Menschen auf der Flucht

Durch die jüngsten Entwicklungen sind nach UN-Angaben zudem mehr als 46.000 Menschen in die Flucht getrieben worden. „Familien werden gezwungen, in diesem Konflikt zum zweiten oder dritten Mal zu fliehen, wobei ihnen fast nichts mehr geblieben ist“, sagte die Chefin der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Amy Pope, laut einer Mitteilung.
In der Nacht hätten Berichten zufolge viele Menschen die Hafenstadt Mokka mit ihren Habseligkeiten verlassen, hieß es. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen hatten die strategisch wichtige Stadt am Donnerstag eingenommen.
In einigen Gebieten des Bürgerkriegslands sollen ganze Dörfer verlassen worden sein. IOM forderte die Konfliktparteien auf, humanitären Zugang zu garantieren und die Sicherheit von Helfern zu gewährleisten. (dpa/red)
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London sagt Kiew 116 Millionen Euro für Luftabwehr zu – Ukraine erhält Patriot-Raketen

Großbritannien hat der Ukraine zur Stärkung ihrer Luftverteidigung ein Rüstungspaket im Umfang von 100 Millionen Pfund (116,5 Millionen Euro) zugesagt. Kiew werde noch vor dem Winter Patriot-Raketen sowie großkalibrige Artilleriegeschosse und Drohnen erhalten, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.
Die Militärhilfe im Rahmen eines NATO-Programms zur Unterstützung der Ukraine solle dem Land dabei helfen, „seine kritische nationale Infrastruktur, unschuldige Zivilisten und Streitkräfte vor russischen Angriffen zu schützen“.
Großbritannien gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland.

Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting leitet am Nachmittag zusammen mit seinem deutschen Kollegen Boris Pistorius (SPD) eine virtuelle Sitzung der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe. An den Beratungen nehmen auch der neue ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara sowie NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der US-Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby teil.
Es handelt sich um die 36. Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe, die nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erstmals im April 2022 auf Einladung der USA auf deren Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein zusammengekommen war.
Seitdem trägt das Format als Koordinierungsstelle maßgeblich zur militärischen Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland bei. Dabei beteiligen sich auch Länder außerhalb der NATO. Im April vergangenen Jahres übernahmen Deutschland und Großbritannien gemeinsam die Leitung des Gremiums. (afp/red)
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Witkoff: „Bedeutende Fortschritte“ bei Gesprächen in Moskau und Kiew erzielt

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat die Gespräche in Moskau und Kiew über eine Beendigung des Ukrainekrieges als erfolgreich bezeichnet und die Möglichkeit neuer trilateraler Friedensgespräche angedeutet. „Es wurden bedeutende Fortschritte erzielt“, erklärte Witkoff am Montag im Onlinedienst X. Es habe auch „Bewegung bei der Planung weiterer trilateraler Gespräche“ gegeben, fügte Witkoff hinzu.
Die beiden US-Gesandten Witkoff und Jared Kushner waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen. Sie trafen sich am Samstag in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und tags darauf mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Kiew.
Witkoff und Kushner hatten Selenskyj am Sonntag über ihre Gespräche mit Putin informiert. Zudem brieften sie die in Kiew anwesenden Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens. Der Besuch war der erste Besuch des amerikanischen Duos in der Ukraine seit Beginn des Krieges im Jahr 2022.
Kushner sagte, er bevorzuge trilaterale Gespräche, weil diese eine direkte Kommunikation zwischen allen Parteien ermöglichten, anstatt Washington zu zwingen, als Vermittler zwischen Moskau und Kiew zu fungieren.

Vorbereitung nächster Schritte

Selenskyj kündigte unterdessen die Vorbereitung der nächsten diplomatischen Schritte an. „Wir koordinieren unsere nächsten Etappen. Wir bereiten die nächsten Treffen und Gespräche vor“, erklärte Selenskyj im Onlinenetzwerk Facebook. „Die Vorschläge der Ukraine sind konstruktiv und werden dies immer sein“, fügte er hinzu.
„Ich hatte auch ein Einzeltreffen mit Steve und Jared, um über das Ergebnis des Tages zu beraten.“ Das Wichtigste sei, „weiter zusammenzuarbeiten“. Nach den Diskussionen mit den Gesandten des US-Präsidenten habe er sich mit dem ukrainischen Verhandlungsteam getroffen, sagte Selenskyj.

Peskow: Noch zu früh für Ort oder Terminangabe

Am Montag hatte sich auch Russland offen gezeigt für eine Wiederaufnahme gemeinsamer Gespräche mit der Ukraine und den USA. „Auch wir schließen eine Wiederaufnahme des trilateralen Formats nicht aus“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. Es sei aber noch zu früh, um über einen möglichen Ort oder genaue Termine für solche Treffen zu sprechen. Jeder „Versuch (…) stellt einen Schritt Richtung Frieden dar“, fügte Peskow hinzu. Er dankte den US-Unterhändlern für ihre jüngste Initiative.
Wegen des Iran-Krieges waren Initiativen aus Washington für eine Verhandlungslösung im Ukraine-Konflikt in den vergangenen Monaten ausgeblieben. Kürzlich hatte US-Präsident Trump dann einen neuen diplomatischen Vorstoß angekündigt und erklärt, Witkoff und sein Schwiegersohn Kushner hätten einen Plan „zur Beendigung des Krieges“. (afp/red)
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US-Gesandte Witkoff und Kushner per Zug in Kiew eingetroffen

Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind am Sonntag zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs in Kiew eingetroffen. Die beiden Gesandten von US-Präsident Donald Trump kamen per Zug aus Polen in der ukrainischen Hauptstadt an, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Witkoff und Kushner waren zuvor in Moskau, wo sie mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen hatten.
Witkoff und Kushner wollten in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beraten. Es ist der erste Besuch der US-Gesandten in der ukrainischen Hauptstadt seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022. In Moskau waren sie zuvor schon mehrfach zu Besuch.

Vorangegangener Besuch in Moskau

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag mitgeteilt, die beiden würden mit einem Vorschlag „zur Beendigung des Kriegs“ am Wochenende Kiew und Moskau besuchen. In der russischen Hauptstadt waren Kushner und Witkoff am Samstag. Nach ihrem Treffen mit Putin teilte das Weiße Haus mit, die beiden hätten mit dem Kreml-Chef „konkrete Pläne“ für die nächsten Schritte erörtert. Die erörterten Pläne würden in den kommenden Wochen bekannt gegeben, erklärte die US-Regierung weiter.

Kreml äußert sich zufrieden

Aus Moskau hieß es, die Gespräche seien „äußerst ehrlich“ gewesen. „Das Gespräch war konstruktiv, äußerst offen und vertrauensvoll“, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow. Die russische Seite habe den US-Vertretern mitgeteilt, Moskau sei „zuversichtlich“, seine militärischen Ziele – die Eroberung des restlichen Ostens der Ukraine – erreichen zu können.

Waffenruhe für Hauptstädte während der Gespräche

Der Besuch der US-Gesandten in Russland und der Ukraine soll die stockenden Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs wieder beleben. Sowohl Russland als auch die Ukraine haben verkündet, drei Tage lang die jeweiligen Hauptstädte nicht anzugreifen, um die Gespräche zu ermöglichen. (afp/red)
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US-Gesandte führen Gespräche mit Putin in Moskau – Kiew-Besuch am Sonntag geplant

Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner haben in Moskau Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Beendigung des Ukraine-Kriegs geführt. Witkoff und Kushner hätten mit Putin „konkrete Pläne“ für die nächsten Schritte erörtert, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Aus Moskau hieß es, die Gespräche seien „äußerst ehrlich“ gewesen. Am Sonntag wurden Kushner und Witkoff zu Gesprächen in Kiew erwartet – ihr erster Besuch in der ukrainischen Hauptstadt.
Der Besuch der US-Gesandten in Russland und der Ukraine soll die stockenden Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs wieder beleben. Sowohl Russland als auch die Ukraine haben verkündet, drei Tage lang die jeweiligen Hauptstädte nicht anzugreifen, um die Gespräche zu ermöglichen.
Die bei dem Treffen erörterten Pläne würden in den kommenden Wochen bekannt gegeben, erklärte die US-Regierung. Die US-Gesandten hofften auf „ebenso produktive Treffen morgen in der Ukraine“, sagte ein Vertreter des Weißen Hauses am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Washington.

Kreml äußert sich zu Gesprächsverlauf

„Die amerikanischen Vertreter hatten sich gründlich auf diese Reise vorbereitet“, sagte der Kreml-Berater Juri Uschakow vor Journalisten. „Sie brachten nicht nur ihr Interesse an einer raschen Beendigung der Kämpfe zum Ausdruck, sondern legten auch mehrere Ideen für mögliche Wege zu einer Lösung vor“, fügte er hinzu.
„Das Gespräch war konstruktiv, äußerst offen und vertrauensvoll“, sagte Uschakow. Die russische Seite habe den US-Vertretern mitgeteilt, Moskau sei „zuversichtlich“, seine militärischen Ziele – die Eroberung des restlichen Ostens der Ukraine – erreichen zu können.
US-Präsident Donald Trump hatte einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des Kriegs angekündigt und erklärt, Witkoff und sein Schwiegersohn hätten einen Plan „zur Beendigung des Kriegs“ dabei. Ob der Plan Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland vorsieht, sagte der US-Präsident nicht. Er sagte lediglich: „Wir haben eine Idee für den Frieden.“

Ankunft in Moskau und Sicherheitszusage

Die beiden US-Gesandten waren am Samstagmittag auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo gelandet. Vor Beginn der Gespräche dankte Putin Trump dafür, dass dieser „nicht aufhöre“ zu versuchen, den Krieg – den Russland 2022 begann – zu beenden, obwohl dies „nicht einfach“ sei, wie in vom Fernsehen übertragenen Aufnahmen zu hören war.
Putin sagte zudem, Moskau werde die Sicherheit der US-Gesandten in Kiew garantieren – nachdem die russische Armee die ukrainische Hauptstadt zuletzt immer wieder unter Beschuss genommen hatte. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die Sicherheit des Verhandlungsprozesses und von Vermittlern wie Ihnen zu gewährleisten“, sagte Putin zu Witkoff und Kushner.

Reise nach Kiew geplant

Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete, die US-Gesandten seien aus Moskau abgeflogen. Am Sonntag sollten sie Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew führen. Weil der ukrainische Luftraum seit Kriegsbeginn 2022 gesperrt ist, reisen Politiker zu ihren Besuchen seither immer mit dem Zug nach Kiew.
Angesichts des Iran-Kriegs waren die Bemühungen des US-Präsidenten um eine Verhandlungslösung im Ukraine-Konflikt zuletzt in den Hintergrund getreten. Russland hatte die Ukraine im Februar 2022 überfallen und versucht, die Regierung in Kiew zu stürzen. (afp/red)
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Auf Betreiben der Ukraine: Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff in der Arktis

Norwegen hat auf Betreiben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz ein russisches Kreuzfahrtschiff in der Arktis beschlagnahmt.
Wie Naftogaz am Mittwoch mitteilte, beschlagnahmten die norwegischen Behörden die „Professor Moltschanow“ in der Inselgruppe Spitzbergen auf der Basis eines Gerichtsbeschlusses, der Russland zu Entschädigungszahlungen an Naftogaz verpflichtet.
Der Schritt erfolgte demnach auf Anordnung eines norwegischen Gerichts. Die norwegische Zeitung „Aftenposten“ zitierte einen Polizeivertreter aus Spitzbergen, der den Vorgang bestätigte.

Ukraine fordert Entschädigungszahlungen

Mit der Beschlagnahme soll die Entscheidung eines Schiedsgerichts durchgesetzt werden, das Russland zur Zahlung von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Millionen Euro) an Naftogaz für beschlagnahmte Vermögenswerte auf der annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim verpflichtete. Moskau ist dem Schiedsspruch bislang nicht nachgekommen.
Naftogaz-Chef Serhiy Fedorenko nannte die norwegische Maßnahme „einen weiteren wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit“ im Zusammenhang mit den Beschlagnahmen auf der Krim, die Russland 2014 annektiert hatte.
Kiew werde „weiterhin weltweit gegen russische Vermögenswerte vorgehen, bis die Naftogaz und anderen Unternehmen des Naftogaz-Konzerns zugesprochene Entschädigung vollständig beglichen ist“.
Das an Rohstoffen reiche Spitzbergen ist doppelt so groß wie Belgien und liegt auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Russland unterhält auf dem Archipel die Bergarbeitersiedlung Barentsburg. Laut der Ortungs-Website „Vesselfinder“ lag die „Professor Moltschanow“ vor Barentsburg vor Anker. (afp/red)
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Selenskyj warnt Airlines „sichere Tage im russischen Luftraum sind vorbei“ – Putin spricht von „Staatsterrorismus“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Warnung an Fluggesellschaften, Versicherungsunternehmen und Passagiere ausgesprochen, die den russischen Luftraum nutzen.
„In Russlands Luftraum werden sich Drohnen in einem Ausmaß befinden, das berücksichtigt werden muss“, erklärte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videobotschaft in Onlinediensten. „Die sicheren Tage im russischen Luftraum sind vorbei“, fügte er hinzu.
Russlands Präsident Wladimir Putin nannte Selenskyjs Worte daraufhin „Staatsterrorismus“. Weiter sagte er: „Sie fordern uns auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Aber mit Terroristen verhandelt man nicht.“

Selenskyj: Drohnen im Luftraum über Russland – „kein Ort für zivile Luftfahrt“

„Die Ukraine will nicht, dass unschuldige Menschen ihr Leben verlieren“, sagte Selenskyj weiter. Daher würden die Verbündeten seines Landes gewarnt.
Die Ukraine bedroht die zivile Luftfahrt „nicht als solche – kein einziges ziviles Flugzeug“. Ein „von Drohnen wimmelnder Luftraum“ sei allerdings „kein Ort für die zivile Luftfahrt“, fügte der ukrainische Staatschef hinzu. Der Luftraum über Russland jedoch sei „derzeit den Drohnen vorbehalten … solange der Krieg andauert“.
Die Ukraine hatte zuletzt ihre Gegenangriffe auf die russische Infrastruktur verstärkt, darunter Raffinerien, Öldepots und Häfen. Kiew sieht diese Anlagen als legitime Ziele, um die Einnahmen Russlands aus dem Ölgeschäft zur Finanzierung seines Krieges in der Ukraine zu reduzieren.
Die Ukraine sei jedoch bereit, ihre Attacken auszusetzen und ihre Drohnen auf Wunsch ihrer Verbündeten aus dem russischen Luftraum zurückziehen, sagte er. Dies erfolge „im Interesse der Diplomatie, im Interesse der Verhandlungen“.

Putin: Das ist „schlichtweg eine Erklärung des Staatsterrorismus“

Russlands Präsident Putin nannte Selenskyjs Äußerungen „Staatsterrorismus“. „Wenn dies laut ausgesprochen wurde, dann ist das schlichtweg eine Erklärung des Staatsterrorismus“, sagte Putin am Dienstag in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz im kirgisischen Bischkek. „Sollten sich solche Tragödien ereignen, werden wir wissen, wie wir darauf reagieren müssen.“
Die von den USA vermittelten Gespräche zur Beendigung der Kämpfe treten seit Monaten auf der Stelle. Moskau beharrt unter anderem auf seiner Maximalforderung, dass die Ukraine den gesamten Osten des Landes abtreten soll – was Kiew strikt ablehnt. Auch Kiew bleibt bei seinen Maximalforderungen. (afp/red)
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Selenskyj: „Sichere Tage im russischen Luftraum sind vorbei“ – Putin reagiert

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Warnung an Fluggesellschaften, Versicherungsunternehmen und Passagiere ausgesprochen, die den russischen Luftraum nutzen.
„In Russlands Luftraum werden sich Drohnen in einem Ausmaß befinden, das berücksichtigt werden muss“, erklärte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videobotschaft in Onlinediensten. „Die sicheren Tage im russischen Luftraum sind vorbei“, fügte er hinzu.
Russlands Präsident Wladimir Putin nannte Selenskyjs Worte daraufhin „Staatsterrorismus“. Weiter sagte er: „Sie fordern uns auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Aber mit Terroristen verhandelt man nicht.“

Selenskyj: Drohnen im Luftraum über Russland – „kein Ort für zivile Luftfahrt“

„Die Ukraine will nicht, dass unschuldige Menschen ihr Leben verlieren“, sagte Selenskyj weiter. Daher würden die Verbündeten seines Landes gewarnt.
Die Ukraine bedroht die zivile Luftfahrt „nicht als solche – kein einziges ziviles Flugzeug“. Ein „von Drohnen wimmelnder Luftraum“ sei allerdings „kein Ort für die zivile Luftfahrt“, fügte der ukrainische Staatschef hinzu. Der Luftraum über Russland jedoch sei „derzeit den Drohnen vorbehalten … solange der Krieg andauert“.
Die Ukraine hatte zuletzt ihre Gegenangriffe auf die russische Infrastruktur verstärkt, darunter Raffinerien, Öldepots und Häfen. Kiew sieht diese Anlagen als legitime Ziele, um die Einnahmen Russlands aus dem Ölgeschäft zur Finanzierung seines Krieges in der Ukraine zu reduzieren.
Die Ukraine sei jedoch bereit, ihre Attacken auszusetzen und ihre Drohnen auf Wunsch ihrer Verbündeten aus dem russischen Luftraum zurückziehen, sagte er. Dies erfolge „im Interesse der Diplomatie, im Interesse der Verhandlungen“.

Putin: Das ist „schlichtweg eine Erklärung des Staatsterrorismus“

Russlands Präsident Putin nannte Selenskyjs Äußerungen „Staatsterrorismus“. „Wenn dies laut ausgesprochen wurde, dann ist das schlichtweg eine Erklärung des Staatsterrorismus“, sagte Putin am Dienstag in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz im kirgisischen Bischkek. „Sollten sich solche Tragödien ereignen, werden wir wissen, wie wir darauf reagieren müssen.“
Die von den USA vermittelten Gespräche zur Beendigung der Kämpfe treten seit Monaten auf der Stelle. Moskau beharrt unter anderem auf seiner Maximalforderung, dass die Ukraine den gesamten Osten des Landes abtreten soll – was Kiew strikt ablehnt. Auch Kiew bleibt bei seinen Maximalforderungen. (afp/red)
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Iran bietet USA Rückkehr zu Vereinbarung an – Angriffe in Straße von Hormus

Der Iran ist nach eigenen Angaben zur Einhaltung der im Juni mit den USA geschlossenen Vereinbarung zur Beendigung des Krieges bereit – allerdings nur, wenn Washington seinerseits zu seinen Verpflichtungen zurückkehrt.
Teheran werde dann „umgehend entsprechende Maßnahmen“ ergreifen, sagte Präsident Massud Peseschkian, am Dienstag, den 1. September, bei einem Gipfeltreffen in Kirgistan. Zugleich verschärfte sich die Lage in der Straße von Hormus weiter: Zwei Öltanker wurden beim Verlassen der Meerenge von Geschossen unbekannter Herkunft getroffen.

Peseschkian warnt vor Scheitern der Diplomatie

Die wiederholten Verstöße der USA gegen die Vereinbarung von Islamabad und eine Rückkehr zu einer Politik des Drucks und der Drohungen könnten den Weg der Diplomatie allerdings zum Scheitern bringen, warnte Peseschkian. Der Iran betrachte Diplomatie und Verhandlungen weiterhin als vorrangigen Weg zur Beilegung von Streitigkeiten. Ohne guten Willen, die Einhaltung von Verpflichtungen und den Verzicht auf Gewalt könne Diplomatie aber keinen dauerhaften Frieden schaffen.

Zwei Öltanker in der Straße von Hormus getroffen

In der Straße von Hormus wurden unterdessen zwei Rohöltanker angegriffen und nach Angaben des griechischen Schifffahrtssicherheitsunternehmens Marisks binnen weniger Minuten getroffen. Bei den Schiffen handelte es sich demnach um die unter liberianischer Flagge fahrende „Senegal Prosperity“ und die unter saudi-arabischer Flagge fahrende „Sidr“. Wer hinter den Angriffen steckte, blieb unklar.
Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Vanguard Tech wurde die „Senegal Prosperity“ von Raketen an der Backbordseite, im Maschinenraum und an einem Ballasttank getroffen. Die Kommunikation mit dem Schiff sei daraufhin ausgefallen. Die Besatzung sei in Sicherheit. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO hatte zuvor erklärt, es lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor.

Öltanker sind in der Straße von Hormus von Geschossen unbekannter Herkunft getroffen worden. Wer hinter den Angriffen steckt, ist unklar. (Symbolbild)

Foto: Isna / AFP via Getty Images

US-Angriffe auf Larak – Iran reagiert

Die Zwischenfälle ereigneten sich kurz nach den ersten US-iranischen Angriffen seit mehr als einem Monat. Die US-Armee hatte am Sonntagabend Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus angegriffen. Nach US-Angaben sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Meerenge deponiert. Teheran reagierte eigenen Angaben zufolge mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Trump kündigt harte Reaktion an

US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin eine harte Reaktion an. „Wir werden sie hart treffen“, sagte Trump nach Angaben eines Reporters des Senders Fox News. „Es wird eine Antwort geben.“ Zuvor hatte der Präsident den Iran als „gescheiterten Staat“ bezeichnet und erklärt, dessen Militär sei dezimiert und die Finanzlage des Landes breche zusammen. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte zugleich an, den wirtschaftlichen Druck auf Teheran fortzusetzen.

Peseschkian trifft Putin

Am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit traf Peseschkian erstmals seit Beginn des Iran-Krieges persönlich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen. Er dankte Putin für die russische Haltung während des Konflikts. „Das zeigt, dass unsere Beziehung eine strategische Beziehung ist, keine gewöhnliche Beziehung“, sagte Peseschkian.
Putin erklärte nach russischen Medienberichten, Moskau versuche, dem Iran „die Unterstützung zukommen zu lassen, die Sie benötigen“. Russland bewundere den „Mut und die Widerstandskraft“ des Iran bei der Verteidigung seiner nationalen Interessen. Trotz der militärischen und politischen Lage hielten beide Länder zudem die Dynamik ihrer Wirtschaftsbeziehungen aufrecht.

Russlands Präsident Wladimir Putin und Irans Präsident Massud Peseschkian beim Treffen am Rande des SOZ-Gipfels am 1. Septmber 2026.

Foto: Alexander Kazakov /POOL/AFP via Getty Images

Vereinbarung von Islamabad erneut unter Druck

Die Vereinbarung von Islamabad war im Juni mit dem Ziel geschlossen worden, die Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu beenden. Der Krieg hatte Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen. Eine im April vereinbarte Waffenruhe beendete zunächst knapp 40 Tage heftiger Angriffe, die Vereinbarung vom Juni sollte den Weg zu einem dauerhaften

Ende des Konflikts ebnen

Anfang Juli brach die Vereinbarung jedoch in sich zusammen, beide Seiten warfen sich gegenseitig Verstöße vor. Ein zentraler Streitpunkt ist die Straße von Hormus. Der Iran hält die für den Welthandel wichtige Meerenge seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert, die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade iranischer Häfen. (afp/red)
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Seeminen und Tanker: USA greifen erstmals wieder Ziele im Iran an – Gegenangriffe auf Jordanien und die Emirate

Erstmals seit einem Monat hat die US-Armee am Sonntag wieder Ziele im Iran angegriffen. Die Angriffe richteten sich gegen Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando CENTCOM mitteilte.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf Luftwaffenstützpunkte in Jordanien. Auch die Emirate wurden angegriffen. Angesichts der neuen gegenseitigen Attacken schnellten die Ölpreise in die Höhe.

Gegen neue Seeminen in der Straße von Hormus

Nach Angaben des US-Militärs sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Straße von Hormus deponiert.
„US-Streitkräfte haben heute zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak angegriffen“, sagte ein CENTCOM-Sprecher.  Die Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, „wie sie sich darauf vorbereiteten, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abzufeuern“. Der bis dato letzte US-Angriff auf Ziele im Iran war am 29. Juli erfolgt.
CENTCOM teilte weiter mit, das US-Militär habe eine vom Iran geschaffene Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Warenverkehr zu schützen. Die Behauptung der Revolutionsgarden, die US-Angriffe seien ein „Akt der Aggression“ gewesen, sei „absolut FALSCH“.
Kurz zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitgeteilt, in der Straße von Hormus sei erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei vor der Küste des Omans von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Derzeit lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor, hieß es. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.

Gegenangriffe auf Stützpunkte in Jordanien und die Emirate

Die Revolutionsgarden teilten mit, bei den US-Angriffen habe es „Tote und Verletzte“ gegeben. Als Antwort hätten sie die auch vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte al-Asrak und King Hussein angegriffen.
Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und „schwere Schäden“ verursacht worden. Die jordanische Armee fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.
Die iranischen Streitkräfte hätten zudem mit Dutzenden Drohnen „US-Hubschrauber und -Personal auf dem Stützpunkt Al Minhad“ in den Emiraten anvisiert, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Montag unter Berufung auf die iranische Armee.
Die iranischen Revolutionsgarden sagte, in der Straße von Hormus sei ein Öltanker in Brand geraten, nachdem er mit zwei Seeminen kollidiert sei. Der Tanker habe versucht, die Meerenge auf einer „illegalen“ Route zu durchqueren und sei nach einem Aufprall auf zwei Seeminen „in einen massiven Brand geraten und vollständig zum Stillstand gebracht“ worden.

Ölpreis bei 90 US-Dollar

Seit dem Beginn des Irankrieges vor sechs Monaten hat Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus de facto blockiert.
Die Nachricht von den neuen Angriffen sorgte an den Ölmärkten für einen Preisanstieg. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent verzeichnete einen Preis von 90,31 Dollar und überschritt damit die symbolische Marke von 90 Dollar. Das US-Pendant West Texas Intermediate stieg auf 85,41 Dollar.

Verhandlungen kommen nicht voran

Die unter anderem von den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar vorangetriebenen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konfliktes und zur Regelung der Situation in der Straße von Hormus treten auf der Stelle.
Vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, einen „Wirtschaftskrieg“ zu führen, um den Iran in die Knie zu zwingen; Finanzminister Scott Bessent drohte mit einer „wirtschaftlichen Erstickung“ des Landes. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen.
Ein erklärtes Ziel war es, das iranische Atomwaffen- und Raketenprogramm unschädlich zu machen. Zuletzt lag der Fokus darauf, die Wiederöffnung und Sicherung der Straße von Hormus zu erreichen. (afp/red)
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Seeminen und Tanker: USA greifen erstmals wieder Ziele im Iran an

Erstmals seit einem Monat hat die US-Armee am Sonntag wieder Ziele im Iran angegriffen. Die Angriffe richteten sich gegen Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando CENTCOM mitteilte.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf Luftwaffenstützpunkte in Jordanien. Auch die Emirate wurden angegriffen. Angesichts der neuen gegenseitigen Attacken schnellten die Ölpreise in die Höhe.

Gegen neue Seeminen in der Straße von Hormus

Nach Angaben des US-Militärs sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Straße von Hormus deponiert.
„US-Streitkräfte haben heute zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak angegriffen“, sagte ein CENTCOM-Sprecher.  Die Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, „wie sie sich darauf vorbereiteten, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abzufeuern“. Der bis dato letzte US-Angriff auf Ziele im Iran war am 29. Juli erfolgt.
CENTCOM teilte weiter mit, das US-Militär habe eine vom Iran geschaffene Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Warenverkehr zu schützen. Die Behauptung der Revolutionsgarden, die US-Angriffe seien ein „Akt der Aggression“ gewesen, sei „absolut FALSCH“.
Kurz zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitgeteilt, in der Straße von Hormus sei erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei vor der Küste des Omans von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Derzeit lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor, hieß es. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.

Gegenangriffe auf Stützpunkte in Jordanien und die Emirate

Die Revolutionsgarden teilten mit, bei den US-Angriffen habe es „Tote und Verletzte“ gegeben. Als Antwort hätten sie die auch vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte al-Asrak und King Hussein angegriffen.
Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und „schwere Schäden“ verursacht worden. Die jordanische Armee fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.
Die iranischen Streitkräfte hätten zudem mit Dutzenden Drohnen „US-Hubschrauber und -Personal auf dem Stützpunkt Al Minhad“ in den Emiraten anvisiert, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Montag unter Berufung auf die iranische Armee.
Die iranischen Revolutionsgarden sagte, in der Straße von Hormus sei ein Öltanker in Brand geraten, nachdem er mit zwei Seeminen kollidiert sei. Der Tanker habe versucht, die Meerenge auf einer „illegalen“ Route zu durchqueren und sei nach einem Aufprall auf zwei Seeminen „in einen massiven Brand geraten und vollständig zum Stillstand gebracht“ worden.

Ölpreis bei 90 US-Dollar

Seit dem Beginn des Irankrieges vor sechs Monaten hat Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus de facto blockiert.
Die Nachricht von den neuen Angriffen sorgte an den Ölmärkten für einen Preisanstieg. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent verzeichnete einen Preis von 90,31 Dollar und überschritt damit die symbolische Marke von 90 Dollar. Das US-Pendant West Texas Intermediate stieg auf 85,41 Dollar.

Verhandlungen kommen nicht voran

Die unter anderem von den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar vorangetriebenen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konfliktes und zur Regelung der Situation in der Straße von Hormus treten auf der Stelle.
Vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, einen „Wirtschaftskrieg“ zu führen, um den Iran in die Knie zu zwingen; Finanzminister Scott Bessent drohte mit einer „wirtschaftlichen Erstickung“ des Landes. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen.
Ein erklärtes Ziel war es, das iranische Atomwaffen- und Raketenprogramm unschädlich zu machen. Zuletzt lag der Fokus darauf, die Wiederöffnung und Sicherung der Straße von Hormus zu erreichen. (afp/red)
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USA greifen erstmals seit Wochen Ziele im Iran an

Erstmals seit einem Monat hat die US-Armee am Sonntag wieder Ziele im Iran angegriffen. Die Angriffe richteten sich gegen Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando CENTCOM mitteilte.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf Luftwaffenstützpunkte in Jordanien. Angesichts der neuen gegenseitigen Attacken schnellten die Ölpreise in die Höhe.

Gegen neue Seeminen in der Straße von Hormus

Nach Angaben des US-Militärs sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Straße von Hormus deponiert.
„US-Streitkräfte haben heute zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak angegriffen“, sagte ein CENTCOM-Sprecher.  Die Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, „wie sie sich darauf vorbereiteten, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abzufeuern“. Der bis dato letzte US-Angriff auf Ziele im Iran war am 29. Juli erfolgt.
CENTCOM teilte weiter mit, das US-Militär habe eine vom Iran geschaffene Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Warenverkehr zu schützen. Die Behauptung der Revolutionsgarden, die US-Angriffe seien ein „Akt der Aggression“ gewesen, sei „absolut FALSCH“.
Kurz zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitgeteilt, in der Straße von Hormus sei erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei vor der Küste des Omans von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Derzeit lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor, hieß es. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.

Gegenangriff auf Luftwaffenstützpunkte in Jordanien

Die Revolutionsgarden teilten mit, bei den US-Angriffen habe es „Tote und Verletzte“ gegeben. Als Antwort hätten sie die auch vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte al-Asrak und King Hussein angegriffen.
Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und „schwere Schäden“ verursacht worden. Die jordanische Armee fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.

Ölpreis bei 90 US-Dollar

Seit dem Beginn des Irankrieges vor sechs Monaten hat Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus de facto blockiert.
Die Nachricht von den neuen Angriffen sorgte an den Ölmärkten für einen Preisanstieg. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent verzeichnete einen Preis von 90,31 Dollar und überschritt damit die symbolische Marke von 90 Dollar. Das US-Pendant West Texas Intermediate stieg auf 85,41 Dollar.

Verhandlungen kommen nicht voran

Die unter anderem von den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar vorangetriebenen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konfliktes und zur Regelung der Situation in der Straße von Hormus treten auf der Stelle.
Vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, einen „Wirtschaftskrieg“ zu führen, um den Iran in die Knie zu zwingen; Finanzminister Scott Bessent drohte mit einer „wirtschaftlichen Erstickung“ des Landes. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen.
Ein erklärtes Ziel war es, das iranische Atomwaffen- und Raketenprogramm unschädlich zu machen. Zuletzt lag der Fokus darauf, die Wiederöffnung und Sicherung der Straße von Hormus zu erreichen. (afp/red)
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„Warnschuss“: USA wollen Sanktionen gegen Irans Handelspartner verschärfen

Die USA wollen die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran und seine Handelspartner verschärfen. US-Finanzminister Scott Bessent sagte am 24.August in Washington, die Regierung von Präsident Donald Trump werde neue Strafmaßnahmen gegen alle Länder verhängen, die weiterhin mit Teheran Geschäfte machten. Zu den größten Handelspartnern des Iran gehören China, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei.
Von den sogenannten Sekundärsanktionen sind nach den Worten des US-Finanzministers fünf Handelssektoren betroffen. Dabei handelt es sich um digitale Dienstleistungen, Technologie, Gold sowie die Luft- und Schifffahrt. Unter den neuen Maßnahmen solle jede Einrichtung, „die Geldwäsche im Auftrag Irans ermöglicht, aus dem US-Dollarsystem entfernt“ werden, sagte Bessent. Bessent erläuterte Maßnahmen, die sich gegen fast 60 Firmen, Einzelpersonen und Schiffe in den weitverzweigten Öl-, Nuklear-, Raketen- und Cybernetzwerken des islamischen Regimes richten.
Einen Termin, wann die Sanktionen in Kraft treten sollen, nannte er nicht. Er merkte jedoch an, dass Amerika keine „unendliche Geduld“ habe und forderte China und andere Länder dringend auf, seine Entschlossenheit nicht auf die Probe zu stellen.

Wirtschaftliche Isolation

Die USA wollten damit weltweit „jede wirtschaftliche Rettungsleine kappen, die dieses tyrannische Regime am Leben erhält, bis Teheran völlig isoliert ist“, fügte der US-Finanzminister hinzu.
„Der Iran steht nun vor einer ganz klaren Entscheidung, es gibt nur zwei Wege: die vollständige globale Isolation und eine Subsistenzwirtschaft oder einen Weg zurück zur Normalität mit der Möglichkeit, wieder in die Weltwirtschaft einzusteigen“, erklärte er.
Auf die Frage, ob auch chinesische Banken damit ins Visier geraten könnten, sagte Bessent: „Niemand steht außerhalb der Reichweite von US-Sanktionen.“
Die monatelange US-Seeblockade hat die chinesische Wirtschaft, insbesondere den Energiesektor, bereits beeinträchtigt. Neunzig Prozent der iranischen Rohölexporte gehen nach Peking.
Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping treffen sich nächsten Monat in Washington. Die Möglichkeit, dass die derzeitige US-Regierung Iran-bezogene Sanktionen gegen China verhängen könnte, könnte die heiklen Handelsverhandlungen zwischen beiden Seiten beeinträchtigen.

Bessent: „Warnschuss“ gegen iranische Handelspartner

Trump hatte von einem „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran gesprochen, der das Land zum „Zusammenbruch“ bringen werde. Bessent drohte seinerseits mit einem „wirtschaftlichen D-Day“ und spielte damit auf die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 an.
Auf die Frage, warum die USA die neuen Sanktionen nicht sofort verhängen, reagierte Bessent zurückhaltend. Es handele sich zunächst um einen „Warnschuss“ gegen die Handelspartner des Iran, sagte er. Die Länder hätten noch die Möglichkeit, ihre Geschäfte mit Teheran zu beenden, bevor die Sanktionen griffen.

Drohungen aus dem Iran

Die USA wollen damit angesichts der stockenden Friedensverhandlungen mit dem Iran den Druck erhöhen. Teheran hatte seinerseits allen Ländern mit „Konsequenzen“ gedroht, die sich dem Vorgehen der USA gegen Teheran beugten.
Nach der Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen den Iran hat das iranische Wirtschaftsministerium Washington eine „neue Niederlage“ prophezeit und erklärt, über einen „Zweijahresplan“ zu verfügen, um den Sanktionen zu begegnen. Die USA hätten „alles getan, um die Entschlossenheit des iranischen Volkes und der Verantwortlichen des Landes auf die Probe zu stellen und sind jedes Mal gescheitert“, sagte Wirtschaftsminister Ali Madanisadeh im Staatsfernsehen am Montag.
Mohsen Rezaee, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, warnte in den sozialen Medien, dass der Iran den Ölverkehr durch den Persischen Golf und die Straße von Hormus einstellen werde, sollte er wirtschaftlich isoliert werden. Er fügte hinzu, der Iran werde jede Nation, die sich dem von ihm so bezeichneten „Wirtschaftskrieg der USA gegen das iranische Volk“ anschließe oder diesen unterstütze, als Kriegspartei betrachten.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian verteidigte unterdessen die Mitte Juni zwischen den beiden Ländern getroffene Vereinbarung und bezeichnete sie als den gangbarsten Weg zur Lösung der von ihm als Schwebezustand beschriebenen Situation, „weder Krieg noch Frieden“.
Er räumte auch ein, dass der Iran fast sechs Monate nach Beginn des Konflikts Schwierigkeiten habe, Investitionen anzuziehen, was die durch den andauernden Krieg verursachte wirtschaftliche Belastung unterstreiche.
Mit Material von afp und The Epoch Times
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Ukraine-Partner beraten am 35. Unabhängigkeitstag des Landes über weitere Unterstützung

Zum 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine beraten die Partner Kiews am Montag, den 24. August, über die weitere Unterstützung des Landes in seinem Abwehrkrieg gegen Russland. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der britische Premier Andy Burnham, die zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die sogenannte Koalition der Willigen anführen, sicherten der Ukraine weitere Unterstützung zu. Die EU gab zusätzliche Milliarden für die Ukraine frei.
„Im Moment ist die Lage für uns alle wirklich sehr schwierig“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Rede. Er forderte die Verbündeten auf, der Ukraine „alles zu geben, was sie braucht, um diesen Krieg zu beenden“.
Russland greift die Ukraine seit Beginn seines Angriffskriegs im Februar 2022 fast täglich mit Drohnen und Raketen an. Der vergangene Monat war nach UN-Angaben der folgenschwerste für Zivilisten in der Ukraine seit Mai 2022.

Koalition der Willigen berät in Kiew

Zur weiteren Unterstützung der Ukraine berät am Montag die sogenannte Koalition der Willigen. Der britische Premier Burnham reiste dazu zu seiner ersten Auslandsreise nach Kiew. Merz und Macron nehmen per Video teil.
Neben Burnham reisten auch die Staatslenker von Luxemburg, Moldau und Estland sowie EU-Ratspräsident António Costa nach Kiew. Bei dem Treffen sollten weitere Sanktionen gegen Russland abgesprochen und über Sicherheitsgarantien für Kiew beraten werden, wie das französische Präsidialamt mitteilte.

Der britische Premierminister Andy Burnham (l.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (r.) am 24. August 2026 bei einer Gedenkfeier zum 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine vor der Sophienkathedrale in Kiew.

Foto: Sergei SUPINSKY / AFP via Getty Images

Merz bekräftigte die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine. „Wir stehen fest an der Seite der Ukraine“, sagte er in einem im Onlinedienst X veröffentlichten Video. Die Ukrainer verteidigten „mit beeindruckendem Mut“ seit Jahren „die Unabhängigkeit ihres Landes gegen den brutalen russischen Angriffskrieg“. Sie zeigten „damit der gesamten Welt, was es heißt, für Freiheit und für einen gerechten Frieden einzustehen“.

EU gibt weitere 6,1 Milliarden Euro frei

Die EU gab weitere 6,1 Milliarden Euro aus ihrem 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine frei. Das Geld ist für Luftabwehrsysteme, Lenkwaffen, Munition und Radarsysteme bestimmt, teilte die EU-Kommission mit. „Am ukrainischen Unabhängigkeitstag zeigen wir unsere unerschütterliche Unterstützung“, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Der 90-Milliarden-Euro-Kredit für Kiew sieht 60 Milliarden Euro Militärhilfe vor. Vor der nun angekündigten Tranche von 6,1 Milliarden Euro waren bereits 16 Milliarden Euro bewilligt worden, von denen 8,5 Milliarden Euro schon ausgezahlt wurden.
Die Verteidigung der Ukraine müsse angesichts von 376 russischen Raketenangriffen allein im Juli „dringend“ gestärkt werden, erklärte die EU-Kommission.

Produktion von Storm Shadow in Ukraine soll vorankommen

Es wurde erwartet, dass der britische Premier Burnham am Montag die Zustimmung seiner Regierung bekanntgeben wird, dass der europäische Rüstungskonzern MBDA geheime Informationen zu britischen Komponenten der Storm-Shadow-Marschflugkörper weitergeben darf. Die der Ukraine gelieferten Marschflugkörper werden in Frankreich Scalp genannt.
Diese Entscheidung „wird es den Franzosen und den Ukrainern ermöglichen, die Montage dieses Flugkörpers in der Ukraine voranzutreiben“, erklärte die britische Regierung.
Moskau verurteilte den Schritt. Großbritannien „gießt systematisch und regelmäßig Öl ins Feuer und schmiedet systematisch und regelmäßig Intrigen, um selbst den geringsten Fortschritt im Friedensprozess zu verhindern“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland werde die Produktionsstätten in der Ukraine ins Visier nehmen und „zerstören“.
Burnham zeigte sich bei seinem Besuch in Kiew unbeeindruckt von den Drohungen aus Moskau. „Trotz der ungeheuerlichen Drohungen Russlands gegenüber meinem Land werden wir unsere Unterstützung für die Verteidigung der Ukraine fortsetzen“, sagte der britische Premier.

Macron kündigt weitere Abfangraketen an

Am Samstag hatte Macron eine weitere Lieferung von Abfangraketen angekündigt. Es sei „entscheidend, der Ukraine alle notwendigen Mittel zu geben, um ihren Luftraum zu verteidigen und diese Aggression abzuwehren“, erklärte er.
Besonders dringend braucht die Ukraine Munition für Patriot-Luftabwehrsysteme, wie Selenskyj am Wochenende verdeutlichte. Die Patriot-Lieferungen hätten sich seit 2023 halbiert, sagte der ukrainische Präsident in am Sonntag veröffentlichten Äußerungen vor Journalisten.
2023 habe die Ukraine noch 675 dieser Abfangraketen erhalten, 2025 nur noch 364. Für dieses Jahr rechne sie derzeit mit lediglich 264.

Neue Drohnenangriffe auf Russland

Derweil gab der zweitgrößte russische Onlinehändler Ozon neue Drohnenangriffe auf seine Lagerzentren bekannt. In einem Logistikzentrum in Machatschkala im Süden Russlands sei infolge eines Drohnenangriffs ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen mit.
Zusätzlich wurden Ozon zufolge Warenhäuser in Adygeysk und Newinnomyssk im Süden des Landes „wegen der Bedrohung durch Drohnenangriffe evakuiert“.
Die russischen Behörden erklärten, dass durch Trümmer bei einem ukrainischen Drohnenangriff zwei Kinder getötet worden seien. Neun weitere Menschen seien verletzt worden. (afp/red)
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Mindestens 18 Tote und Dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen im Zentrum und Süden der Ukraine sind am Freitag mindestens 18 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Allein bei einem doppelten Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Krywyj Rih am hellichten Tage wurden nach Angaben der Regionalverwaltung mindestens 14 Menschen getötet und 120 weitere verletzt. Bei einem Angriff in der südlichen Region Mykolajiw starben vier Menschen, darunter drei Kinder.
„Ein absolut zynischer und abscheulicher Angriff wurde von den Russen auf ein ganz normales Einkaufszentrum in Krywyj Rih verübt“, schrieb der ukrainische Präsident Selenskyj im Onlinedienst X mit Blick auf den Angriff in seiner Heimatstadt Krywyj Rih.
Ihm zufolge verlief der Angriff in zwei Phasen: Eine halbe Stunde nach dem ersten Angriff und dem Ausbruch eines Feuers sei ein zweiter Angriff gefolgt, „der auf die Rettungskräfte abzielte“. Laut Militärverwaltungschef Oleksandr Wilkul handelte sich bei dem getroffenen Gebäude um das „größte Einkaufszentrum der Stadt“.
„Derartige Angriffe sind nichts anderes als terroristische Handlungen“, erklärte Selenskyj. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, „entsprechend zu reagieren – mit echtem Druck auf den Angreifer“.
Die russische Armee griff offenbar zunächst mit einer Drohne an, später folgte ein Angriff mit einer weiteren Drohne. Ein Video zeigt eine Drohne, die auf das Dach eines Gebäudes stürzt, während aus dem Dach bereits Rauch aufsteigt. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Echtheit der Aufnahmen zunächst nicht prüfen.
Krywyj Rih ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren immer wieder Ziel russischer Luftangriffe. Moskau greift die Ukraine regelmäßig vor allem nachts mit Drohnen an – Kiew wirft Moskau vor, dabei auf Wohngebiete und Zivilisten zu zielen.
Bei einem weiteren russischen Angriff in der Region Mykolajiw im Süden den Landes wurden vier Menschen getötet, darunter drei Kinder, wie Innenminister Iwan Wyhiwsky im Onlinedienst Telegram mitteilte. Durch den Angriff seien ein Geschäft, eine Apotheke und ein Postamt in Brand geraten.
Selenskyj erklärte, er habe in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär António Guterres „die anhaltenden russischen Angriffe und die zahlreichen Opfer in der Zivilbevölkerung“ angesprochen.
Viereinhalb Jahre nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine greifen die Armeen beider Länder immer häufiger Ziele weit von der Frontlinie entfernt an. Die Angriffe zielen auf zivile Infrastruktur und Warenlager ab. Die Zahl der zivilen Todesopfer ist dadurch deutlich gestiegen.(afp/red)