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Die Geschwister Vertrauen und Lüge

Vertrauen und Lüge sind Geschwister. Nicht Zwillinge, nein. Zwillinge teilen sich ein Gesicht. Diese beiden nicht. Vertrauen kommt meist in schlichten Kleidern, ohne Begleitmusik, ohne Pressestatement, ohne Hintergrundpapier aus dem Kanzleramt. Vertrauen verlangt wenig, aber es merkt sich alles. Lüge hingegen tritt gern gut frisiert auf. Sie trägt Maßanzug, spricht von Verantwortung, Zeitenwende, Sonderlage, alternativloser Entscheidung und höherer Einsicht. Sie ist nie Lüge aus eigenem Mund. Sie ist immer nur „neue Lage“, „notwendige Neubewertung“, „komplexe Wirklichkeit“.
Und so steht sie da, diese deutsche Gegenwart: ein Land, das nicht mehr recht weiß, ob es regiert oder verwaltet wird, ob es noch überzeugt oder nur noch beschwichtigt wird. Ein Land, in dem die großen Worte inzwischen kleiner wirken als die kleinen Rechnungen. Strom, Miete, Pflege, Rente, Migration, Bildung, innere Sicherheit, Infrastruktur – überall liegt etwas offen herum, wie Werkzeug auf einer Baustelle, auf der seit Jahren niemand mehr den Bauplan findet.
Vertrauen entsteht nicht durch Regierungserklärungen. Vertrauen entsteht durch Deckungsgleichheit. Zwischen Wort und Tat. Zwischen Wahlkampf und Regierung. Zwischen Versprechen und Rechnung. Wenn diese Deckungsgleichheit fehlt, entsteht nicht automatisch Opposition. Zunächst entsteht etwas Gefährlicheres: innere Kündigung.
Friedrich Merz ist dafür inzwischen eine Symbolfigur geworden. Nicht, weil er als Einzelner alle Ursachen der deutschen Malaise verkörpert. Das wäre zu billig. Aber er steht exemplarisch für eine politische Klasse, die glaubt, ein gebrochenes Versprechen könne durch semantische Nachbearbeitung entschärft werden. Vor der Bundestagswahl wurden neue Schulden ausgeschlossen, danach stimmte Merz einer Lockerung der Schuldenbremse und neuen Milliardenkrediten zu. Infratest dimap fragte im April 2025, ob die Begründung dieses Kurswechsels glaubwürdig sei: 68 Prozent hielten sie nicht für glaubwürdig.

Vertrauen stirbt sachlich, ohne Pathos

Man kann das „Kurswechsel“ nennen. Man kann es „Realpolitik“ nennen. Man kann auch „neue geopolitische Lage“ darüberstreuen wie Puderzucker über altes Gebäck. Aber das Wahlvolk hat ein feines Gehör für den Moment, in dem aus politischer Beweglichkeit moralische Buchführung wird. Der Deutsche Bundestag beschloss im März 2025 die Reform der Schuldenbremse. Der Passus zum Sondervermögen wurde um zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität erweitert. Das ist der formale Vorgang. Der politische Vorgang heißt: Ein zentrales Erwartungsversprechen wurde nach der Wahl in sein Gegenteil verkehrt.
Und Vertrauen, dieses empfindliche Geschwisterkind, zieht sich bei solchen Vorgängen nicht beleidigt zurück. Es stirbt sachlich. Ohne Pathos. Es verlässt den Raum. Die aktuellen Umfragen liefern das Protokoll dieser Abreise. Laut Forsa/RTL/n-tv waren Anfang Mai 2026 nur noch 13 Prozent mit der Arbeit des Bundeskanzlers zufrieden, 85 Prozent unzufrieden. Die Bundesregierung insgesamt kam nur noch auf 11 Prozent Zufriedenheit. Das ZDF ordnete Merz nach einem Jahr im Amt im Vergleich mit Merkel und Scholz als mit deutlichem Abstand am schlechtesten bewertet ein. Seine Werte liegen in aktuellen Erhebungen historisch niedrig, und im Vergleich des ersten Amtsjahres mit Merkel und Scholz schneidet er deutlich am schlechtesten ab.
Das genügt eigentlich. Denn der Skandal liegt nicht in der Demoskopie. Der Skandal liegt darin, dass die Demoskopie nur sichtbar macht, was viele längst intuitiv wissen: Der politische Kredit ist aufgebraucht.
Die Lüge ist dabei nicht immer die plumpe Falschbehauptung. Sie ist heute raffinierter. Sie kommt als Verpackung. Als Framing. Als „Einordnung“. Als strategisch gesetzter Halbsatz. Als Sprechzettel, der nicht mehr informiert, sondern Nebel organisiert. Die moderne Lüge sagt selten: Zwei plus zwei ist fünf. Sie sagt: Die arithmetische Lage hat sich verändert.

Der Informationsraum als Kampfzone

Und genau hier beginnt das Fake-News-Zeitalter seine eigentliche Arbeit. Fake News sind nicht nur die schmutzigen Flugblätter der digitalen Gosse. Fake News sind auch die logische Folge einer Kultur, in der die Institutionen selbst zu oft den Eindruck erwecken, Wahrheit sei ein Rohstoff, den man je nach Bedarf veredeln, strecken oder umetikettieren könne. Wer von oben herab ständig „Desinformation“ ruft, aber im eigenen Haus die Wahrheit nach Opportunität sortiert, produziert keinen Schutzraum gegen Lüge. Er produziert Wettbewerb.
Die OECD nennt Vertrauen in Medien eine zentrale Voraussetzung funktionierender demokratischer Gesellschaften und beschreibt soziale Medien zugleich als immer wichtigere Nachrichtenquelle. Das World Economic Forum führt Fehl- und Desinformation im „Global Risks Report 2026“ auf Platz zwei der kurzfristigen globalen Risiken. Man kann über solche Institutionen denken, was man will. Der Befund bleibt: Der Informationsraum ist nicht mehr nur Marktplatz. Er ist Kampfzone.
Doch der Staat hat in dieser Kampfzone ein Glaubwürdigkeitsproblem. Er möchte Schiedsrichter sein, wirkt aber selbst wie eine Mannschaft im Trikot. Er möchte Vertrauen verwalten, hat aber Vertrauen verbraucht. Er möchte Falschnachrichten bekämpfen, hat aber zu oft den Eindruck erzeugt, dass Wahrheit nicht gesucht, sondern zugeteilt wird.
In diese Lage tritt nun die Künstliche Intelligenz. Nicht als Zukunftsmusik. Nicht als Jahrmarkt der Nerds. Sondern als neue Produktionsmaschine für Wirklichkeit. Sie schreibt, spricht, übersetzt, simuliert, montiert, imitiert. Sie kann Gesichter bewegen, Stimmen nachbauen, Akten zusammenfassen, Nachrichten erzeugen, Bilder aus dem Nichts produzieren und Roboter in Prozesse einspeisen, die gestern noch menschlicher Erfahrung vorbehalten waren.
Die EU versucht, dieses Feld über den AI Act zu regulieren. Der Ansatz ist risikobasiert. Bestimmte manipulative oder gefährliche Anwendungen werden verboten, Hochrisikosysteme sollen Anforderungen an Dokumentation, Aufsicht, Robustheit und Transparenz erfüllen. KI-generierte Inhalte, Deepfakes sowie bestimmte Texte von öffentlichem Interesse müssen künftig kenntlich gemacht werden. Aber es löst das Grundproblem nicht. Denn Kennzeichnung ersetzt kein Urteilsvermögen. Und Regulierung ersetzt keine Glaubwürdigkeit.
Roboter werden nicht nur in Fabriken stehen. Sie werden in Pflege, Logistik, Sicherheit, Medizin, Landwirtschaft, Handel, Verwaltung und Medien hineinwachsen. McKinsey bezifferte im Mai 2026 das theoretische Automatisierungspotenzial in Deutschland auf 59 Prozent der heutigen Arbeitsstunden. Zugleich wird betont, dass dies technische Machbarkeit und keine Prognose für Jobverluste ist. Das ist ein entscheidender Unterschied. Aber politisch wird dieser Unterschied nur dann tragen, wenn Menschen dem Transformationsmanagement noch trauen. Genau daran fehlt es.

KI und Robotik als moralische Prüfung

Denn wer soll dem Bürger erklären, dass KI und Robotik nicht sein Feind sind? Eine Politik, die nicht einmal erklären kann, warum aus „keine neuen Schulden“ binnen Wochen ein historisches Schuldenpaket wurde? Wer soll glaubwürdig versichern, dass digitale Systeme dem Menschen dienen werden, wenn viele den Eindruck haben, dass analoge Institutionen ihnen schon nicht mehr dienen? Wer Vertrauen in die Maschine schaffen will, muss zuerst Vertrauen in den Menschen zurückgewinnen, der sie einsetzt.
Die kommende Robotik wird Deutschland nicht nur technisch prüfen. Sie wird moralisch prüfen. Ein Land, das die Wahrheit politisch verwundet hat, wird mit künstlicher Wahrheit schwer umgehen können. Ein Land, das seine Bürger pädagogisiert, statt sie ernst zu nehmen, wird an KI nicht wachsen, sondern an ihr verzerren. Denn KI verstärkt, was vorhanden ist. Sie ist kein Reinigungsmittel für Institutionen. Sie ist ein Verstärker. Wo Urteilskraft ist, verstärkt sie Urteilskraft. Wo Bürokratie ist, verstärkt sie Bürokratie. Wo Lüge ist, industrialisiert sie Lüge.
Das ist der gefährliche Punkt. Früher musste die Lüge arbeiten. Sie brauchte Druckereien, Sendemasten, Redaktionen, Apparate und Parteitage. Heute braucht sie Rechenleistung, Prompt und Reichweite. Früher kam sie mit Marschmusik. Heute kommt sie mit perfekter Tonspur, synthetischer Stimme, emotionaler Zielgruppenoptimierung und A/B-Test. Sie lernt, welche Angst klickt. Welche Empörung teilt. Welche Kränkung bindet. Und Vertrauen?
Vertrauen ist analog geblieben. Es wächst langsam. Es braucht Wiederholung, Verlässlichkeit, Verantwortung. Es liebt keine Kampagnen. Es hasst Tricks. Es verzeiht Fehler eher als Täuschung. Der Bürger nimmt einem Politiker einen Irrtum eher ab als Kulissenschieberei. Er kann mit einem ehrlichen „Ich habe mich geirrt“ leben. Schwerer lebt er mit dem Satz: „Sie müssen verstehen, dass das, was gestern galt, heute aus Verantwortung nicht mehr gelten kann.“
So redet die Macht, wenn sie ihr eigenes Wort nicht mehr tragen will.

Deutschland hat zu wenig Wahrheit und Redlichkeit

Vielleicht liegt darin der eigentliche deutsche Zustand: Nicht die Wut ist das Zentrum, sondern die Erschöpfung. Nicht der Streit ist das Problem, sondern die Unfähigkeit, ihn wahrhaftig zu führen. Nicht Fake News allein zerstören das Gemeinwesen, sondern das Vorfeld, in dem Menschen bereits so misstrauisch geworden sind, dass jede Lüge eine Heimat findet. Vertrauen und Lüge bleiben Geschwister. Sie kennen einander. Sie sitzen am selben Tisch. Die Lüge ist lauter, schneller, eleganter, oft erfolgreicher. Vertrauen ist schwerfälliger. Es braucht Jahre, um es aufzubauen, und kann mit einem Satz beschädigt werden. Aber es hat einen Vorteil: Ohne Vertrauen kann Macht regieren, aber nicht führen. Sie kann Gesetze beschließen, aber keine Loyalität erzeugen. Sie kann Schulden aufnehmen, aber keinen Kredit im eigentlichen Sinn mehr bekommen.
Und vielleicht ist dies die härteste Pointe unserer Gegenwart: Die Bundesrepublik hat nicht zu wenig Kommunikation. Sie hat zu wenig Wahrheit. Sie hat nicht zu wenige Formate. Sie hat zu wenig Charakter. Sie hat nicht zu wenige KI-Strategien. Sie hat zu wenig menschliche Redlichkeit.
Die Lüge kann Wahlen überleben. Vertrauen überlebt sie nicht immer. Und wenn Vertrauen einmal gegangen ist, kommt es nicht zurück, weil ein Kanzleramt es in Auftrag gibt. Es kommt nur zurück, wenn Worte wieder etwas kosten.
Genau das wäre der Anfang. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Wäre es an der Zeit, dass Herr Merz die Vertrauensfrage stellt? Was denken Sie?
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TICKER | Weitere Untersuchungen an totem Wal vor Dänemark geplant

Am Donnerstag, 14. Mai, wurde ein toter Wal vor der dänischen Küste gefunden. Seitdem wird spekuliert, ob es sich um den zuvor geretteten Wal Timmy-Hope handeln könnte.
Alle Entwicklungen hier im Epoch-Times-Ticker.

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HEUTE6:44 Uhr

Handelt es sich bei dem toten Wal vor der dänischen Insel Anholt um jenes Tier, das seit März fünfmal an der deutschen Küste gestrandet war und schließlich in einer aufwendigen Aktion Anfang Mai in die Nordsee gebracht wurde? Eine Tierärztin, die an der privaten Transportaktion beteiligt war, reiste am Freitag nach Anholt und inspizierte den Wal-Kadaver – doch das habe keine Klarheit gebracht, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit.
Am Samstag sollen weitere Untersuchungen folgen, kündigte Backhaus an. Die Tierärztin werde den Wal noch einmal in Augenschein nehmen, erläuterte ein Sprecher des Ministers. Nach dänischen Angaben liegt der Kadaver etwa 75 Meter vor dem Strand. Das Wasser ist dort hüfttief, wie auf Videoaufnahmen zu sehen ist. Der tote Meeressäuger liegt auf dem Rücken.
Ein Abgleich des Musters auf der Schwanzflosse könnte bei der Identifizierung des Wals helfen. Jeder Wal hat ein individuelles Muster auf der Fluke – quasi wie ein Fingerabdruck. Allerdings liegt die Schwanzflosse des Tiers unter Wasser und ist deshalb nicht genau zu erkennen. Journalisten nahmen die Fluke am Abend mit einer Drohne aus der Luft aus verschiedenen Blickwinkeln auf.

Wal vermutlich seit einiger Zeit tot

Der Meeressäuger sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, hatte die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen berichtet. Der mehrmals an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Wal war mit Hilfe eines Lastkahns ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt worden. Experten kritisierten die Aktion und stuften die Überlebenschance des verletzten und geschwächten Tiers damals als sehr gering ein.
Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Stück aus der Schwanzflosse sei abgetrennt worden und solle nach Deutschland gebracht werden. Abildstrøm hatte den gestrandeten Wal aus direkter Nähe inspiziert, als dem toten Tier die Gewebeprobe entnommen wurde. Wo die Probe untersucht und womit das Material verglichen werden soll, war zunächst unklar.

Was ist mit dem GPS-Sender?

Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai wurde nach Angaben der privaten Hilfsinitiative ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsächlich erfolgte, ließ sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren. Das Schweriner Umweltministerium bekam nach eigenen Angaben keine Daten von der Initiative geliefert. Nach dänischen Angaben wurde bei dem vor Anholt entdeckten Kadaver kein Sender gefunden.
 
Die Entwicklungen am 15. Mai:
GESTERN15:44 Uhr

Dänische Behörden: Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass der tote Wal Timmy ist

Es gibt offenbar keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der tote Wal bei Anholt Timmy-Hope ist.
Die dänische Umweltschutzbehörde teilte am Freitagnachmittag dem dänischen Medienhaus Ritzau mit, dass keine eindeutigen Merkmale festgestellt wurden, die bestätigen könnten, dass es sich um Timmy handelt. Diese Möglichkeit könne man aber auch nicht ausschließen.
 
GESTERN13:38 Uhr

Probe vom Wal entnommen

Dem Wal wurden inzwischen Proben entnommen, wie das dänische Medium TV2 Østjylland berichtet.

Vor der Insel Anholt wurde ein Stück des Wals abgetrennt und für Forschungszwecke sichergestellt – unter anderem, um zu klären, ob es sich um den Wal Timmy handelt.

 
GESTERN11:55 Uhr

Walter Gunz: Ebenfalls keine Klarheit – Einsatz dennoch richtig gewesen

Walter Gunz, einer der beiden Finanziers der Rettungsaktion, konnte ebenfalls nicht sagen, ob es sich um Timmy-Hope handelt.

Wenn es so sei, dann habe höhere Gewalt zum Tod geführt, betonte er im Gespräch mit Epoch-Times-Reporter Erik Rusch. Auch wenn sich herausstelle, dass es sich um den Wal handle, sei es richtig gewesen, sich für dessen Rettung eingesetzt zu haben.

Timmy-Hope wurde nach Angaben Beteiligter am Samstagmorgen, dem 2. Mai, rund 60 Kilometer nördlich vom dänischen Skagen aus dem speziellen Lastenkahn herausgezogen und damit in die Nordsee freigelassen.
Der Wal war mit einem Peilsender versehen, der ab dem 7. Mai keine Signale mehr sendete. Vorher funktionierte der Sender nur eingeschränkt, weshalb keine Ortung möglich gewesen sein soll.
 
GESTERN11:39 Uhr

Backhaus: „Keine Beteiligung an Spekulationen“

Nach Meldungen über einen toten Wal vor der dänischen Insel Anholt ist laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) unklar, ob es sich um Timmy-Hope handelt – den Meeressäuger, der in einer spektakulären Hilfsaktion aus der Ostsee geholt worden war.
„Sobald es gesicherte Neuigkeiten in der Sache gibt, werden wir die Öffentlichkeit umgehend informieren“, erklärte Backhaus am Freitag, 15. Mai, in Schwerin. Er sei in engem Kontakt mit dem Bundesumweltministerium und der dänischen Umweltbehörde.
„Aufgrund der verkehrstechnischen Lage Anholts rechnen wir jedoch nicht mit schnellen Befunden – bevor gesicherte Informationen vorliegen, beteilige ich mich nicht an Spekulationen“, fügte der Minister hinzu.
 
GESTERN10:40 Uhr

Dänische Behörde: Auf dem Weg zur Untersuchung

Morten Abildstrøm, Leiter der dänischen Naturschutzbehörde, sagte am Freitagmorgen gegenüber TV2 Østjylland, dass er sich auf dem Weg zu dem toten Buckelwal befinde, um Untersuchungen durchzuführen.
Es soll eine Gewebeprobe entnommen werden. Er erklärte, dass es sich nach Aussagen dänischer und deutscher Forscher höchstwahrscheinlich um Timmy-Hope handle.
 
GESTERN7:10 Uhr

Toter Wal vor dänischer Insel Anholt entdeckt

Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Das Tier liege etwa 75 Meter vor der Küste und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen.
Unklar war zunächst, ob es sich um den Wal Timmy alias Hope handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak (Nordsee) transportiert worden war.
Nach Einschätzung eines örtlichen Naturaufsehers handelt es sich vermutlich um einen Buckelwal. Das Tier sei schätzungsweise 10 bis 15 Meter lang, sagte er dem Sender TV 2 Østjylland.
Derzeit gebe es keine Pläne, den Wal zu bergen. Das könne sich ändern, falls der Kadaver näher an die Küste treibe, hieß es weiter.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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TICKER | Weitere Untersuchungen an totem Wal vor Dänemark geplant – Ist es Timmy?

Am Donnerstag, 14. Mai, wurde ein toter Wal vor der dänischen Küste gefunden. Seitdem wird spekuliert, ob es sich um den zuvor geretteten Wal Timmy-Hope handeln könnte.
Alle Entwicklungen hier im Epoch-Times-Ticker.

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HEUTE6:44 Uhr

Handelt es sich bei dem toten Wal vor der dänischen Insel Anholt um jenes Tier, das seit März fünfmal an der deutschen Küste gestrandet war und schließlich in einer aufwendigen Aktion Anfang Mai in die Nordsee gebracht wurde? Eine Tierärztin, die an der privaten Transportaktion beteiligt war, reiste am Freitag nach Anholt und inspizierte den Wal-Kadaver – doch das habe keine Klarheit gebracht, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit.
Am Samstag sollen weitere Untersuchungen folgen, kündigte Backhaus an. Die Tierärztin werde den Wal noch einmal in Augenschein nehmen, erläuterte ein Sprecher des Ministers. Nach dänischen Angaben liegt der Kadaver etwa 75 Meter vor dem Strand. Das Wasser ist dort hüfttief, wie auf Videoaufnahmen zu sehen ist. Der tote Meeressäuger liegt auf dem Rücken.
Ein Abgleich des Musters auf der Schwanzflosse könnte bei der Identifizierung des Wals helfen. Jeder Wal hat ein individuelles Muster auf der Fluke – quasi wie ein Fingerabdruck. Allerdings liegt die Schwanzflosse des Tiers unter Wasser und ist deshalb nicht genau zu erkennen. Journalisten nahmen die Fluke am Abend mit einer Drohne aus der Luft aus verschiedenen Blickwinkeln auf.

Wal vermutlich seit einiger Zeit tot

Der Meeressäuger sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, hatte die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen berichtet. Der mehrmals an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Wal war mit Hilfe eines Lastkahns ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt worden. Experten kritisierten die Aktion und stuften die Überlebenschance des verletzten und geschwächten Tiers damals als sehr gering ein.
Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Stück aus der Schwanzflosse sei abgetrennt worden und solle nach Deutschland gebracht werden. Abildstrøm hatte den gestrandeten Wal aus direkter Nähe inspiziert, als dem toten Tier die Gewebeprobe entnommen wurde. Wo die Probe untersucht und womit das Material verglichen werden soll, war zunächst unklar.

Was ist mit dem GPS-Sender?

Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai wurde nach Angaben der privaten Hilfsinitiative ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsächlich erfolgte, ließ sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren. Das Schweriner Umweltministerium bekam nach eigenen Angaben keine Daten von der Initiative geliefert. Nach dänischen Angaben wurde bei dem vor Anholt entdeckten Kadaver kein Sender gefunden.
 
Die Entwicklungen am 15. Mai:
GESTERN15:44 Uhr

Dänische Behörden: Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass der tote Wal Timmy ist

Es gibt offenbar keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der tote Wal bei Anholt Timmy-Hope ist.
Die dänische Umweltschutzbehörde teilte am Freitagnachmittag dem dänischen Medienhaus Ritzau mit, dass keine eindeutigen Merkmale festgestellt wurden, die bestätigen könnten, dass es sich um Timmy handelt. Diese Möglichkeit könne man aber auch nicht ausschließen.
 
GESTERN13:38 Uhr

Probe vom Wal entnommen

Dem Wal wurden inzwischen Proben entnommen, wie das dänische Medium TV2 Østjylland berichtet.

Vor der Insel Anholt wurde ein Stück des Wals abgetrennt und für Forschungszwecke sichergestellt – unter anderem, um zu klären, ob es sich um den Wal Timmy handelt.

 
GESTERN11:55 Uhr

Walter Gunz: Ebenfalls keine Klarheit – Einsatz dennoch richtig gewesen

Walter Gunz, einer der beiden Finanziers der Rettungsaktion, konnte ebenfalls nicht sagen, ob es sich um Timmy-Hope handelt.

Wenn es so sei, dann habe höhere Gewalt zum Tod geführt, betonte er im Gespräch mit Epoch-Times-Reporter Erik Rusch. Auch wenn sich herausstelle, dass es sich um den Wal handle, sei es richtig gewesen, sich für dessen Rettung eingesetzt zu haben.

Timmy-Hope wurde nach Angaben Beteiligter am Samstagmorgen, dem 2. Mai, rund 60 Kilometer nördlich vom dänischen Skagen aus dem speziellen Lastenkahn herausgezogen und damit in die Nordsee freigelassen.
Der Wal war mit einem Peilsender versehen, der ab dem 7. Mai keine Signale mehr sendete. Vorher funktionierte der Sender nur eingeschränkt, weshalb keine Ortung möglich gewesen sein soll.
 
GESTERN11:39 Uhr

Backhaus: „Keine Beteiligung an Spekulationen“

Nach Meldungen über einen toten Wal vor der dänischen Insel Anholt ist laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) unklar, ob es sich um Timmy-Hope handelt – den Meeressäuger, der in einer spektakulären Hilfsaktion aus der Ostsee geholt worden war.
„Sobald es gesicherte Neuigkeiten in der Sache gibt, werden wir die Öffentlichkeit umgehend informieren“, erklärte Backhaus am Freitag, 15. Mai, in Schwerin. Er sei in engem Kontakt mit dem Bundesumweltministerium und der dänischen Umweltbehörde.
„Aufgrund der verkehrstechnischen Lage Anholts rechnen wir jedoch nicht mit schnellen Befunden – bevor gesicherte Informationen vorliegen, beteilige ich mich nicht an Spekulationen“, fügte der Minister hinzu.
 
GESTERN10:40 Uhr

Dänische Behörde: Auf dem Weg zur Untersuchung

Morten Abildstrøm, Leiter der dänischen Naturschutzbehörde, sagte am Freitagmorgen gegenüber TV2 Østjylland, dass er sich auf dem Weg zu dem toten Buckelwal befinde, um Untersuchungen durchzuführen.
Es soll eine Gewebeprobe entnommen werden. Er erklärte, dass es sich nach Aussagen dänischer und deutscher Forscher höchstwahrscheinlich um Timmy-Hope handle.
 
GESTERN7:10 Uhr

Toter Wal vor dänischer Insel Anholt entdeckt

Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Das Tier liege etwa 75 Meter vor der Küste und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen.
Unklar war zunächst, ob es sich um den Wal Timmy alias Hope handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak (Nordsee) transportiert worden war.
Nach Einschätzung eines örtlichen Naturaufsehers handelt es sich vermutlich um einen Buckelwal. Das Tier sei schätzungsweise 10 bis 15 Meter lang, sagte er dem Sender TV 2 Østjylland.
Derzeit gebe es keine Pläne, den Wal zu bergen. Das könne sich ändern, falls der Kadaver näher an die Küste treibe, hieß es weiter.
 
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Chemieunfall in Nürnberg: Ein Toter

Nach einem Chemieunfall in einer Nürnberger Firma ist ein schwerverletzter Mann im Krankenhaus gestorben. Die Polizei ging am Freitagabend davon aus, dass sechs weitere Menschen Verletzungen der Atemwege erlitten. Zwei Mitarbeiter hatten noch am Unfallort das Bewusstsein verloren, einer von ihnen starb später in der Klinik. Das Bayerische Rote Kreuz sprach von 30 Verletzten und 17 Menschen, die zur weiteren Behandlung und Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden seien. Die gesamte Anlage wurde evakuiert. Gefahr für die Bevölkerung bestand demnach nicht, weil der giftige Stoff innerhalb des Gebäudes blieb und nicht an die Luft gelangte.
Die Kripo Nürnberg leitete Ermittlungen ein, allerdings können die Beamten das Gebäude vorerst nicht betreten. Wie ein Sprecher der Nürnberger Feuerwehr mitteilte, arbeitet das Unternehmen routinemäßig mit Chemikalien. Um welchen Stoff es sich handelte, war zunächst nicht bekannt.

Retter holten alle Verletzten aus Gebäude

Der Alarm ging laut Polizei kurz vor der Mittagszeit ein. Ein Großaufgebot der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehren aus den umliegenden Orten rückte aus. Die ersten Einsatzkräfte fanden demnach „eine dramatische Lage“ vor, da sie mehrere Menschen retten und ins Freie bringen mussten. Die Retter konnten den Angaben zufolge alle Verletzten zügig aus dem Gefahrenbereich bringen und medizinisch versorgen.
Insgesamt waren 65 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter mehrere Trupps in Chemikalienschutzanzügen. Außerdem waren neben Polizisten etwa 50 Kräfte des Rettungsdienstes mit mehreren Rettungswagen und Notärzten beteiligt. Insgesamt brachten die Einsatzkräfte etwa 70 Beschäftigte aus dem Gebäude.

Gebäude kann nicht betreten werden

Da das Gebäude vorerst nicht betreten werden kann, war auch unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte – ob die Chemikalie etwa aus einer defekten Maschine oder Anlage austrat oder ob ein Mensch beteiligt war. (dpa/red)
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„Die Legende von Paul und Paula“: Angelica Domröse gestorben

Die Schauspielerin Angelica Domröse ist tot. Sie starb am Freitag im Alter von 85 Jahren in Berlin, wie die Defa-Stiftung unter Berufung auf Domröses persönliches Umfeld bestätigte. Zuerst hatten die „SuperIllu“ und der MDR berichtet. Bekannt ist Domröse für den Film „Die Legende von Paul und Paula“ (1973) von Regisseur Heiner Carow.
Domröse spielte in dem Kultfilm die alleinerziehende Mutter Paula, die sich in den verheirateten Paul (Winfried Glatzeder) verliebt. Der Film zeigt den Alltag in der DDR und fragt, was man vom Leben erwarten kann.
„Es muss doch noch was anderes geben als schlafen, arbeiten. Und wieder schlafen und arbeiten“, sagt Paula in einer Szene. Das Drama gilt als einer der Lieblingsfilme von Ex-Kanzlerin Angela Merkel.
„Mit Angelica Domröse verlieren wir eine große Schauspielerin, die uns als „Paula‘“ lehrte, dass Liebe und Freiheit keine Kompromisse dulden“, teilte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mit. „Sie war aber nicht nur das Gesicht einer der größten Erfolge des DDR-Kinos, sondern auf den Theaterbühnen von Ost und West und in zahlreichen Fernsehproduktionen eine unverwechselbare Charaktergröße. Angelica Domröse wird fehlen.“

Geboren als Kriegskind in Berlin

Geboren wurde Domröse 1941 in Berlin, als junge Frau stand sie erstmals vor der Filmkamera. Nach dem Abschluss der Babelsberger Filmhochschule ging sie ans Berliner Ensemble, später trat sie an der Berliner Volksbühne auf.
Dutzende Filme drehte Domröse bis zu ihrer Ausreise aus der DDR. Dazu gehörten Theodor Fontanes „Effi Briest“ in der Defa-Verfilmung und der TV-Mehrteiler „Wege übers Land“. Domröse war in zweiter Ehe mit ihrem Kollegen Hilmar Thate (1931-2016) verheiratet.
Die beiden setzten sich wie viele Künstler für Liedermacher Wolf Biermann ein, der 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde. Auch Domröse ging später mit ihrem Mann nach West-Berlin.

Eine Rolle mit besonderer Wucht

Im Laufe ihrer Karriere drehte sie unter anderem mit Michael Haneke, spielte eine Kommissarin in der TV-Krimireihe „Polizeiruf 110“ und war 2012 in der Komödie „Bis zum Horizont, dann links!“ zu sehen.
Einen solchen Erfolg wie mit der „Paula“ habe sie nie wieder gehabt, sagte Domröse der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview im Jahr 2021. „Und ich hatte doch eine ganze Menge, ich kann mich nicht beschweren.“
Die Rolle der Paula damals sei eine Wucht gewesen, erzählte Domröse. Wenn andere Generationen heute noch sagten, sie verstünden den Film und fänden ihn interessant, sei das eine Erfüllung. Domröse fügte hinzu: „Das kann man nicht von vielen Arbeiten sagen im Leben.“ (dpa/red)
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gesellschaft

WHO: Keine Hinweise auf gefährliche Hantavirus-Mutation

Bei dem Hantavirus-Ausbruch auf einer Atlantik-Kreuzfahrt war nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wohl keine gefährlichere Mutation des Virus im Spiel. Genetische Analysen und Vergleiche mit früheren Stichproben hätten bislang keinen Hinweis auf eine leichtere Übertragbarkeit oder schwere Krankheitsfälle im vorliegenden Ausbruch ergeben, sagte WHO-Expertin Maria Van Kerkhove in Genf.
Im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ gibt es laut den jüngsten Daten der WHO zehn Hantavirus-Fälle, von denen acht in Labors bestätigt wurden. Bei einer elften Person aus den Vereinigten Staaten habe sich ein ursprünglicher Infektionsverdacht nach mehreren Tests nicht bestätigt, sagte Van Kerkhove. Drei Infizierte sind gestorben, darunter eine Frau aus Deutschland. Alle drei sind mittlerweile laborbestätigt.
Auf dem Schiff kursierte das südamerikanische Andesvirus. Es wird wie alle Hantavirus-Typen in der Regel von Nagetieren übertragen, etwa über Kotpartikel in aufgewirbeltem Staub. Beim Andesvirus sind vereinzelt auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen möglich, doch normalerweise braucht es dazu andauernden, engen Kontakt.

Übertragung wirklich nur bei langanhaltendem Kontakt?

Es seien aber noch Fragen zu möglichen Infektionen mit weniger intensivem Kontakt offen, räumte Van Kerkhove ein. Es sei nämlich auch ein vergangener Ausbruch im Zusammenhang mit einer Geburtstagsfeier bekannt, sagte sie.
Die WHO geht davon aus, dass sich ein Passagier aus den Niederlanden in Südamerika an Land infiziert hatte, bevor er in Argentinien an Bord ging. Erste Erkenntnisse zu seinen Aktivitäten weisen laut der WHO darauf hin, dass er vor der Kreuzfahrt möglicherweise bei Vogelbeobachtungen im Süden Südamerikas mit Nagetieren in Kontakt gekommen war. Gen-Analysen haben den Angaben zufolge ergeben, dass die weiteren Infektionen wohl von Mensch zu Mensch passierten. Der Niederländer und seine Frau sind verstorben.
Die „Hondius“ mit insgesamt etwa 150 Menschen an Bord hatte zuletzt vor Teneriffa geankert. Die Passagiere wurden evakuiert und in ihre Heimatländer transportiert, wo sie unter Quarantäne gestellt wurden.
Wegen der mehrwöchigen Inkubationszeit des Virus könnten unter den ehemaligen Passagieren noch weitere Fälle bekanntwerden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dies sei aber kein Zeichen für einen wachsenden Ausbruch, sondern für funktionierende Überwachungsmaßnahmen. (dpa/red)
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wirtschaft

Deko-Kette Depot stellt erneut Insolvenzantrag – Schließungen drohen

Die Deko-Kette Depot ist erneut in finanzielle Schieflage geraten. Die GDC Deutschland GmbH hat beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte.
Geschäftsführer Christian Gries will das Unternehmen sanieren. „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und möglichst viele Filialen erhalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Als Gründe für die Insolvenz nannte er neben Zöllen und der wachsenden Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu auch die Kaufzurückhaltung. „Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise.“ Preisreduzierungen seien jedoch auf Dauer kein Mittel, um ein rentables Geschäft zu führen.
Gries rechnet mit weiteren Filialschließungen. „Eine genaue Zahl können wir noch nicht sagen.“ Man werde „alles auf den Prüfstand stellen“ und Gespräche mit den Vermietern führen. Zudem soll das Konzept von Depot angepasst werden.

Probleme nach der Pandemie

Das Gericht hat die vorläufige Eigenverwaltung bereits angeordnet. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Rechtsanwalt Thomas Rittmeister aus Frankfurt bestellt. Bei der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt. Die „Lebensmittelzeitung“ hatte zuvor berichtet.
Depot hat seinen Sitz im unterfränkischen Großostheim. Während und nach der Corona-Pandemie kämpfte die Kette mit Schwierigkeiten. Schon 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin wurden bundesweit zahlreiche Filialen geschlossen.
Aktuell betreibt Depot noch mehr als 150 Geschäfte, vor einigen Jahren waren es noch rund 400. Zur Zahl der Beschäftigten machte Gries auf Nachfrage keine Angaben.

Viele Insolvenzen – Mäc Geiz ebenfalls in dieser Woche

Die Branche steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Jeder sechste Einzelhändler in Deutschland fürchtet laut der monatlichen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts inzwischen um die Existenz. Im April schätzten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzbedrohend ein, so viele wie nie zuvor.
In dieser Woche hatte auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz Insolvenz angemeldet. Die Zahl der Pleiten in der Branche befindet sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Kreditversicherer Allianz Trade verzeichnete im vergangenen Jahr 2.571 Fälle. Branchenexperten erwarten weiter steigende Zahlen.
In den vergangenen Jahren haben bereits Zehntausende Geschäfte in Deutschland geschlossen – nicht nur wegen Insolvenzen. Laut einer Schätzung des Handelsverbands Deutschland (HDE) dürfte die Zahl der Läden in diesem Jahr unter 300.000 sinken. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000. (dpa/red)
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deutschland

FDP-Vorsitz läuft auf Kubicki zu: Höne zieht zurück

Bei der personellen Neuaufstellung der FDP läuft alles auf den früheren Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Kubicki als künftigen Parteichef zu. Nordrhein-Westfalens FDP-Landeschef Henning Höne kündigte überraschend an, seine Kandidatur zurückzuziehen. Er werde nur als erster stellvertretender Bundesvorsitzender kandidieren, bestätigte ein Sprecher der FDP NRW der Deutschen Presse-Agentur.
Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet, die ein Doppelinterview mit Kubicki und Höne führte. Damit bleibt zunächst nur Kubicki als Kandidat für den FDP-Bundesvorsitz. Gewählt wird beim Bundesparteitag am letzten Mai-Wochenende in Berlin.

Kubicki und Höne wollen Kräfte der FDP bündeln

„Wir müssen alle zusammenführen, denen Freiheit wichtig ist“, sagte Höne in dem Interview mit Kubicki. „Und das muss schnell geschehen. Auch mit Blick auf die aktuelle Krise der Bundesregierung.“ Beide Politiker betonten, dass sie den Schritt in den vergangenen Tagen gemeinsam geplant hätten. Ziel sei es, dass die FDP Kräfte bündele. Kubicki stellte in Aussicht, Höne eng einzubinden.
Der 39-jährige Höne ist Chef des größten FDP-Landesverbandes und Fraktionsvorsitzender in einem der wenigen Landtage, in denen die FDP noch vertreten ist. Aktuell ist Höne wie auch der 74-jährige Kubicki Vizevorsitzender der Bundespartei.

FDP droht das Verschwinden aus dem Parteiensystem

Die FDP steckt in einer tiefen Krise. Bei der Bundestagswahl im Februar vergangenen Jahres scheiterte sie an der Fünf-Prozent-Hürde und flog aus dem Parlament. Sie sitzt auch nur noch in 6 der 16 Landesparlamente. In diesem Jahr musste sie bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit 4,4 beziehungsweise 2,1 Prozent schwere Niederlagen einstecken.
Daraufhin trat die gesamte Führung der Bundespartei zurück. Der bisherige Vorsitzende Christian Dürr kündigte zunächst an, beim Parteitag Ende Mai in Berlin erneut anzutreten. Er zog dann aber zurück, als Kubicki seine Kandidatur anmeldete.

Kubicki und Höne präsentierten sich erst am Sonntag der Basis

Kubicki und Höne hatten sich erst am vergangenen Sonntag in einem Kandidatenhearing der Parteibasis vorgestellt. Kubicki warb mit seiner jahrzehntelangen politischen Erfahrung und mit seinem Bekanntheitsgrad für sich.
Höne präsentierte sich dagegen als frisches Gesicht der FDP. „Ich sehe die Partei in einer Vertrauenskrise“, sagte der. „Es geht darum, neues Vertrauen zurückzugewinnen.“ Dafür brauche die FDP „neue Köpfe“. Kurz zuvor hatte er bereits verkündet, dass er im Fall seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden die frühere Landtagsabgeordnete aus Baden-Württemberg, Alena Trauschel, zur Generalsekretärin machen würde.
Im Kampf um den Bundesvorsitz war Hönes größtes Problem, dass er bundesweit so gut wie unbekannt ist. Der Münsterländer neigt nicht zu lauten Parolen und Posen – ganz im Gegensatz zu Kubicki. Auch in Hönes NRW-Landesverband setzten einige auf den wortgewaltigen und prominenten Kubicki als künftigen Bundeschef, um bundesweit wieder wahrgenommen zu werden.
Dass sein Rückzug mit mangelndem Zuspruch aus der Partei zu tun habe, dementierte Höne in der FAZ. „Aber in einer solchen Situation sind alle Beteiligten aufgefordert, die Lage fortlaufend neu zu bewerten.“

FDP in den Meinungsumfragen wieder gestiegen

Einen kleinen ersten Erfolg kann sich Kubicki bereits auf die Fahnen schreiben: Seitdem er in das Rennen um den Parteivorsitz eingestiegen ist, ging es für die FDP in den Meinungsumfragen wieder aufwärts. Dort rangiert sie im Moment bei drei bis vier Prozent. Zuvor war sie in den Umfragen lange Zeit gar nicht mehr einzeln gelistet worden, weil sie die Drei-Prozent-Marke nicht mehr erreichte.
Was die leichte Erholung in den Umfragen wert ist, wird sich schon im September zeigen. Dann werden in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin neue Landesparlamente gewählt. Für den neuen Bundesvorsitzenden werden diese Wahlen die erste Bewährungsprobe sein.
Das ist auch Kubicki klar. Beim Kandidatenhearing hatte er die These ausgegeben, dass die FDP nur dann eine Überlebenschance habe, wenn sie schnell in die Erfolgsspur zurückfindet: „Ich glaube nicht, dass die Partei lange Zeit hat, Vertrauen zurückzugewinnen.“ (dpa/red)
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gesellschaft

Schauspieler Günther Maria Halmer ist tot

Der als „Tscharlie“ in der Kultserie „Münchner Geschichten“ bekanntgewordene Schauspieler Günther Maria Halmer ist tot. Der gebürtige Rosenheimer sei am Sonntag im Alter von 83 Jahren gestorben, teilte das Münchner Residenztheater mit. Zuvor hatten unter anderem „Bild“ und „Bunte“ berichtet.
Im vergangenen Jahr war Halmer auf die Bühne des Residenztheaters zurückgekehrt, wo er in dem Stück „Gschichtn vom Brandner Kaspar“ von Franz Xaver Kroetz die Titelfigur spielte. Es sollte seine letzte Rolle sein.
Staatsintendant Andreas Beck schreibt in einem Nachruf, Halmer sei ein wundervoller Kaspar Brandner gewesen. Er habe die Rolle geliebt, und es sei ihm schwergefallen, sie nach nur zwölf Vorstellungen abzugeben. „Er sagte mir damals, er wäre krank und dass er jetzt fürs Erste pausieren und nicht mehr spielen werden könne. Ich habe ihm gesagt, dass die Rolle und wir auf ihn warten“, so Beck. Und weiter: „Es tut mir unendlich leid.“
Seit seinem TV-Debüt Mitte der 1970er Jahre als „Tscharlie“ in Helmut Dietls „Münchner Geschichten“ stand Halmer für hochwertige und abwechslungsreiche Fernsehunterhaltung. In zahlreichen Filmen und Serien reifte der markige Oberbayer zum vielseitigen Darsteller, der auch in internationalen Produktionen wie „Gandhi“ überzeugte. Er stand neben Stars wie Senta Berger, Hanna Schygulla und Meryl Streep vor der Kamera.

Vom Gymnasium geflogen und zum Schauspieler gereift

Halmers Vater war Jurist, streng katholisch und autoritär, die Mutter liebevoll, aber krank. Trost und Zuflucht fand er als Jugendlicher im Kino, bei Leinwandhelden wie John Wayne.
Halmers Schullaufbahn und beruflicher Einstieg verliefen wenig gradlinig: Er flog vom Gymnasium, schmiss eine Lehre in der Hotellerie und eckte auch bei der Bundeswehr an. Von seinem Traumjob Pilot musste er sich verabschieden.
Da wagte Halmer den großen Schnitt: Mit Anfang 20 ging er nach Kanada, um eineinhalb Jahre lang in einer Asbest-Mine nahe der Grenze zu Alaska zu rackern – und um zu sich selbst zu finden. Dort sei die Idee entstanden, Schauspieler werden zu wollen, erzählte er im Bayerischen Rundfunk. Ein Wunsch, den er sich auch von seinem autoritären Vater nicht ausreden ließ.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland setzte er seinen Plan in die Tat um: Halmer absolvierte die Otto Falckenberg-Schauspielschule in München und erhielt ein erstes Engagement an den dortigen Kammerspielen.

Vom Erfolg als „Tscharlie“ überrascht

Bald darauf folgte seine Fernseh-Paraderolle – der liebenswürdige Schwabinger Lebenskünstler und Aufschneider „Tscharlie“ in der Serie „Münchner Geschichten“. Mit dem überwältigenden Erfolg habe er nicht gerechnet, war es doch sowohl Dietls erste Regie-Arbeit als auch Halmers Fernseh-Premiere. Doch die Serie der beiden Newcomer habe wohl den Nerv vieler Menschen getroffen, sagte Halmer einmal. Viele Bayern hätten wohl etwas „Tscharliehaftes“ in sich und könnten sich mit der Figur identifizieren.
Günther Maria Halmer lebte mit seiner Frau Claudia, mit der er zwei Söhne hat, in der Nähe seines Geburtsortes Rosenheim. Mit dem Thema Tod habe er keine Berührungsängste, sagte Halmer vor ein paar Jahren. „Der Tod ist für mich nichts Überraschendes mehr, im Alter wacht man damit auf, dass es jederzeit vorbei sein kann.“ In dem kleinen Dorf, in dem er lebe, seien viele schon älter als 89 oder 90. „Da ist es nicht ganz so überraschend, wenn jemand stirbt. Und es ist tröstlich, wenn das ganze Dorf bei der Beerdigung dabei ist.“
Ein Paradies hielt Halmer nach eigener Aussage eher für unwahrscheinlich: „Man hofft, dass es weitergeht, aber ich glaube das eigentlich nicht. Wenn es vorbei ist, wird man wieder zu Erde – und aus.“ (dpa/red)
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gesellschaft

Messerangriff an Bushaltestelle: Opfer außer Lebensgefahr

Nach dem Messerangriff an einer Bushaltestelle in Berlin-Neukölln schwebt das 33-jährige Opfer nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Der Zustand des Mannes sei aber weiterhin kritisch, teilte die Polizei mit. Ein Mann hatte dem 33-Jährigen mit einem Messer in den Nacken gestochen. Das Opfer wurde schwer verletzt und in einem Krankenhaus notoperiert.
Ein Verdächtiger ist nach Angaben der Polizei in Gewahrsam. Der 36-Jährige soll den Mann nach bisherigen Ermittlungen am frühen Donnerstagmorgen an einer Haltestelle in der Sonnenallee nach einer Zigarette gefragt haben.
„Nachdem er die Frage verneint hatte und kurze Zeit später in einen Bus der Linie M41 einsteigen wollte, verspürte er plötzlich einen Schlag im Nacken und ging zu Boden“, teilte die Polizei am Freitag mit. Der angegriffene Mann habe eine mehrere Zentimeter tiefe Stichverletzung erlitten.

Auch eine Frau bedroht

Nur wenige Stunden später soll der Verdächtige an einer Haltestelle auch eine 32-jährige Frau nach Zigaretten gefragt haben. Die Frau habe verneint, der Verdächtige soll dann mit ihr in den Bus gestiegen sein und sie mit einem Messer aufgefordert haben, ihm Geld zu geben.
Die Frau blieb unverletzt und informierte den Busfahrer, der wiederum die Polizei alarmierte. Einsatzkräfte nahmen den 36-Jährigen fest, er sollte einem Haftrichter vorgeführt werden. Laut Polizei gab der Mann an, aus Syrien zu kommen. Die Staatsangehörigkeit muss aber noch geklärt werden. (dpa/red)
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ausland

Funkstille beendet: Merz telefoniert mit Trump – Kanzler betont Einigkeit bei Iran

Merz telefonierte am Freitag mit US-Präsident Donald Trump während dessen Rückreise aus China, wie der Kanzler im Online-Dienst X mitteilte. Es sei ein „gutes Telefonat“ mit Trump gewesen. Merz betonte Übereinstimmungen zum weiteren Vorgehen in der Iran-Frage. Auch der Ukraine-Krieg und die NATO waren Thema.
„Wir sind uns einig“, schrieb Merz zu dem Gespräch. „Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch. Die Straße von Hormus muss geöffnet werden. Teheran darf keine Nuklearwaffen haben.“
Trump hatte am Freitag seinen Besuch in China beendet. Chinas Staatschef Xi Jinping äußerte nach Trumps Darstellung dabei die Bereitschaft, bei der Öffnung der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus zu helfen. Zudem habe Peking zugesagt, Teheran nicht militärisch zu unterstützen.
In den vergangenen Wochen hatten Äußerungen von Merz zum Iran-Krieg für Verstimmung in Washington gesorgt. Der Kanzler hatte den USA Ende April vorgeworfen, „offensichtlich keine Strategie“ im Irak-Krieg zu haben und mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Teheran gesagt, da werde „eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“.
Trump hatte erbost auf die Äußerungen des Kanzlers reagiert und Merz vorgehalten, er wisse nicht, wovon er rede. Der Präsident machte wiederholt klar, dass er sich von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten nicht ausreichend unterstützt fühle. Anfang Mai kündigte er dann den Rückzug Tausender US-Soldaten aus Deutschland an.
In Berlin wurde das Telefonat von Merz mit Trump positiv bewertet. Es wurde als Zeichen gesehen, dass die US-Seite aus den jüngsten Vorgängen kein Zerwürfnis macht und weiter ein Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit besteht.
Weitere Themen des Telefonats mit dem USA-Präsidenten war laut Merz „eine Friedenslösung für die Ukraine“ sowie der Nato-Gipfel im türkischen Ankara Anfang Juni. Details nannte der Kanzler nicht. Er betonte aber: „Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken NATO.“ (afp/red)
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wirtschaft

Spritpreise steigen: Diesel wieder über 2 Euro

Zum ersten Mal seit knapp einer Woche ist der Dieselpreis im bundesweiten Tagesschnitt wieder über 2 Euro gestiegen. Ein Liter des Kraftstoffs kostete am Donnerstag im Schnitt 2,002 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das waren 1,1 Cent mehr als am Mittwoch. Noch am Dienstag hatte der Kraftstoff mit 1,983 Euro pro Liter ein Zwei-Monats-Tief erreicht.
Auch Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich leicht um 0,9 Cent. Mit 1,992 Euro pro Liter lag der Kraftstoff am Donnerstag allerdings noch knapp unter der psychologisch wichtigen Zwei-Euro-Marke. Seit seinem Zwei-Monats-Tief am vergangenen Samstag hat sich der Kraftstoff aber bereits um 2,5 Cent verteuert.

Ifo: Tankrabatt wird wieder weniger weitergegeben

Das Münchner Ifo-Institut, das die Weitergabe des Tankrabatts durch einen Vergleich mit der Preisentwicklung in Frankreich betrachtet, sieht auf Basis der Preise vom Donnerstag einen Rückgang der Übermittlung. Nachdem am vergangenen Dienstag nicht mehr viel zu einer vollständigen Weitergabe gefehlt habe, sei der Abstand zwischenzeitlich wieder gewachsen und insbesondere bei Diesel deutlich.

Wie Diesel und E10 preislich zueinander stehen

Derzeit sind Diesel und E10 nur noch einen Cent voneinander entfernt. Auf dem Höhepunkt der Spritpreise rund um Ostern war Diesel zwischenzeitlich um mehr als 25 Cent teurer. Diesel ist in normalen Zeiten eigentlich günstiger als E10, weil es niedriger besteuert wird. Sein Preis reagiert allerdings typischerweise stärker auf Krisen.
Bei allen genannten Preisen handelt es sich um bundesweite Tagesdurchschnittswerte. Die Preise an einzelnen Tankstellen können unter anderem je nach Region und Uhrzeit stark abweichen. Typischerweise tankt es sich am Vormittag am günstigsten, kurz nach Mittag am teuersten. (dpa/red)
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gesellschaft

Streit um Werbeprospekt – Penny gewinnt in zweiter Instanz

Alles beginnt mit einem Joghurt für 33 Cent, den der Discounter Penny in einem Prospekt bewirbt. Die Angabe „minus 58 Prozent“ bezieht sich auf eine durchgestrichene unverbindliche Preisempfehlung (UVP) von 79 Cent. Ist daran etwas auszusetzen? Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagte deshalb. Sie kritisiert, dass Kunden durch die Aufmachung in die Irre geführt würden.
Das Oberlandesgericht (OLG) Köln sieht das jedoch nicht so. Penny setzte sich in dem Rechtsstreit in zweiter Instanz durch. Die Richter gaben der Berufung des Unternehmens statt (Az. 6 U 92/25), wie eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Penny darf damit weiterhin mit durchgestrichenen Angaben einer UVP werben. Das Urteil des Landgerichts Köln wurde aufgehoben.

Vorwurf: Ersparnis wird vorgegaukelt

Die Verbraucherschützer bemängeln, dass Kunden in dem Prospekt eine hohe Ersparnis vorgegaukelt werde, die nicht überprüft werden könne. Ob der Joghurt jemals zum UVP-Preis verkauft wurde, sei nicht nachvollziehbar. Verbraucher fassten dies als Rabattwerbung auf. Penny bestreitet das. Der aktuelle Ladenpreis werde der UVP lediglich gegenübergestellt.
Das OLG Köln hat an der Darstellung in dem Prospekt nichts auszusetzen und sieht keine Irreführung. In diesem Fall liege keine Bekanntgabe einer Preisermäßigung vor, so die Gerichtssprecherin. Der Senat sah demnach keinen Verstoß gegen die Preisangabenverordnung. Der Bezug zum UVP sei optisch gut sichtbar. Verbraucher könnten erkennen, dass sich die Reduzierung nicht auf einen Eigenpreis beziehe.
Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig. Eine Revision zum Bundesgerichtshof wurde zugelassen. Für die verbreitete Praxis, mit einem Rabatt auf einen UVP zu werben, fehle eine Orientierungshilfe, sagte die Gerichtssprecherin.

Verbraucherzentrale kündigt Revision an

Die Verbraucherzentrale kündigte bereits an, Revision einzulegen. „Das OLG Düsseldorf hat unsere Rechtsauffassung in einem vergleichbaren Verfahren gegen Aldi bereits eindeutig bestätigt. Diese wichtige Frage muss endgültig und in höchster Instanz geklärt werden“, sagte die Leiterin der Stabsstelle Recht, Gabriele Bernhardt.
Penny teilte auf Nachfrage mit: „Wir freuen uns, dass das OLG Köln unsere Rechtsauffassung bestätigt hat.“ Transparente Preisangaben seien die Grundlage für einen fairen Wettbewerb und eine fundierte Entscheidung für Kunden.
Das Landgericht Köln hatte im Sommer 2025 noch den Verbraucherschützern recht gegeben. Die Richter stützten sich auf die Vorgaben der Preisangabenverordnung. Danach müssen Händler, die mit Preisrabatten werben, immer den niedrigsten Preis angeben, der innerhalb der letzten 30 Tage für das entsprechende Produkt verlangt wurde. So hatte es der Europäische Gerichtshof 2024 entschieden.

Mehrere ähnliche Klagen – auch gegen Aldi Süd und Netto

Zuletzt gab es mehrere Verfahren, bei denen es ebenfalls um UVP-Werbung ging. Aldi Süd unterlag vor dem Europäischen Gerichtshof sowie vor dem Land- und Oberlandesgericht Düsseldorf – weil der 30-Tage-Niedrigpreis nicht korrekt ausgewiesen war. Geklagt hatte jeweils die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Ein ähnlicher Fall, bei dem die Wettbewerbszentrale gegen den Discounter Netto geklagt hatte, landete im Oktober vor dem Bundesgerichtshof. Die Karlsruher Richter stellten klar: Wenn Händler mit einer Preisermäßigung werben, müssen sie den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar angeben.
Das OLG Köln räumte ein, von früheren Entscheidungen anderer Gerichte abgewichen zu sein. Die Zulassung der Revision solle eine einheitliche Rechtsprechung sichern, heißt es.

Kritik an EU-Vorgaben

Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) schränken die EU-Regeln die Möglichkeiten der Händler unverhältnismäßig ein. Die Vorgaben führten dazu, dass seltener mit Sonderangeboten geworben werden könne, sagte Peter Schröder, Bereichsleiter Recht und Verbraucherpolitik. Auch Verbraucher könnten davon betroffen sein – und künftig womöglich weniger von Sonderangeboten profitieren. Der HDE fordert, die EU-Regulierung zur Werbung zu überprüfen und abzuschaffen.
Sonderangebote haben in den vergangenen Jahren für Händler und Verbraucher gleichermaßen an Bedeutung gewonnen. Viele Kunden schauen wegen der gestiegenen Preise stärker auf Rabatte. Der Anteil des Umsatzes, den Supermärkte und Discounter mit Promotions erzielen, ist seit 2020 deutlich gestiegen.

Auswertung: Weniger Sonderangebote

Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Marktguru und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn lag die Zahl der Sonderangebote im ersten Quartal 2026 vier Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Verglichen mit dem ersten Quartal 2024 sank sie sogar um 16 Prozent. Einer der Gründe ist den Experten zufolge, dass sich Rabatte in Apps verlagern. Diese wurden in der Analyse nicht erfasst.
Auch Werner Reinartz, Handelsprofessor an der Universität zu Köln, sieht in der EU-Verordnung einen Treiber für den Rückgang von Sonderangeboten. „Frühere Rabattwerbung arbeitete oft mit wechselnden Vergleichspreisen – dadurch fiel es vielen Verbrauchern nicht leicht, den tatsächlichen Preisvorteil richtig zu bewerten.“ (dpa/red)
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deutschland

Kein Telefonat zwischen Merz und Wegner am Tag des Berliner Blackouts

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am ersten Tag des großen Stromausfalls in Berlin doch nicht mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (beide CDU) telefoniert. Eine Sprecherin der Bundesregierung korrigierte jetzt frühere Angaben.
„Der Bundeskanzler war in die Kommunikation mit dem Regierenden Bürgermeister Wegner am 3. Januar 2026 zwar eingebunden, jedoch hat kein unmittelbares Gespräch oder Telefonat stattgefunden“, erklärte sie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Anderslautende Auskünfte beruhten auf einem „Missverständnis in der Kommunikation“.
Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über diesen neuen Sachstand berichtet – unter Berufung auf Unterlagen in einer presserechtlichen Auseinandersetzung mit dem Kanzleramt.

Andere Darstellung im März

Am 17. März hatte ein Sprecher der Bundesregierung auf dpa-Anfrage mitgeteilt, dass es am 3. Januar mehrere Gespräche Wegners mit Merz und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) gegeben habe.
Dabei sei es um die mögliche Unterstützung des Landes Berlin durch Bundesbehörden zur Bewältigung der Folgen des Stromausfalls gegangen.
Nun erklärte die Sprecherin dazu: „Ein Gespräch mit dem Chef des Bundeskanzleramtes hat am 3. Januar stattgefunden. Zu anderen Mitgliedern der Bundesregierung jenseits des Bundeskanzleramtes liegen keine Informationen vor.“
Wegner selbst hatte im Januar erklärt, er habe an jenem Tag kurz nach 8.00 Uhr begonnen, Telefonate mit etlichen beteiligten Stellen zu führen, darunter mit der Bundesregierung, konkret dem Kanzleramt und dem Bundesinnenminister.

100.000 Menschen tagelang ohne Strom

Am 3. Januar hatten mutmaßliche Linksextremisten einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke verübt, Folge war der bislang längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte.
Im Südwesten der Stadt waren 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe teils tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung.
Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt.

Genauer Tagesablauf unklar

Wegner war bereits während des tagelangen Blackouts in die Kritik geraten, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag gegen Mittag zunächst verschwiegen hatte.
Bis heute ist nicht lückenlos klar, was Wegner am Tag des Brandanschlags genau machte, mit welchen Stellen er wann auf welche Weise Kontakt hatte. Teils gab es dazu widersprüchliche Aussagen.
Einige Details jenes Samstags, den Wegner laut Senatskanzlei mit Ausnahme des Tennismatches zu Hause in seinem Büro verbrachte, wurden durch Medienrecherchen im Nachhinein nach und nach bekannt.
Wegner bat später um Entschuldigung für Fehler in seiner Kommunikation. Allerdings spekulieren Medien bis heute über seinen genauen Tagesablauf damals – auch weil es dazu nie eine offizielle Auflistung gab. (dpa/red)
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deutschland

Windkraft: Brummton amtlich anerkannt – Betreiber muss drosseln


In Kürze:

  • Von einem Windpark in Baden-Württemberg geht ein eigenartiger Brummton aus.
  • Messungen haben eine zu hohe Tonhaltigkeit nachgewiesen.
  • Der Betreiber muss die Anlagen nun bei höheren Windgeschwindigkeiten drosseln.

 
Der Windpark Königseiche auf dem Schurwald im baden-württembergischen Kreis Göppingen beschäftigt bereits seit Längerem die Anwohner. Der Grund ist die Lärmbelästigung durch die zwei Windkraftanlagen.
Bereits im März vergangenen Jahres wurden die Turbinen nach Angaben der Bürgerinitiative Pro Schurwald stillgelegt. Im Herbst ließ der Betreiber, die Uhl Windkraft, bei beiden Anlagen die Getriebe austauschen, um die Lärmemissionen zu reduzieren.

Brummton bei stärkerem Wind wahrnehmbar

Doch offenbar blieb die Maßnahme weitgehend wirkungslos. Die Anwohner beschwerten sich weiterhin über den Lärm. Ein neues Immissionsgutachten hat nun ergeben, dass die Anlagen bei bestimmter Windlast tatsächlich zu laut sind. Schallimmissionen bezeichnen den Schall, der an einem bestimmten Ort – etwa an einem Wohnhaus – ankommt und von einer Schallquelle ausgeht, in diesem Fall von den Windkraftanlagen.
Grundlage des Gutachtens sind drei Immissionsmessungen, die in der Nacht zum 14. März stattgefunden haben. Eine Messstelle befand sich außerhalb des Wohngebietes zur fachlichen Einordnung der Schallausbreitung, die beiden anderen befanden sich an schutzbedürftiger Wohnbebauung.
Dabei stellte sich heraus, dass von den Windrädern neben den üblichen Wischgeräuschen bei starkem Wind auch ein zusätzliches Geräusch, eine Art ungewöhnlicher Brummton, ausging. Dies teilte das Umweltamt des Landratsamts Göppingen dem Südwestrundfunk (SWR) mit.
Diese Tonhaltigkeit ist nicht zulässig. Deswegen hat das Umweltamt des Landkreises nun Auflagen für die Windkraftanlagen beschlossen. Uhl Windkraft muss die Anlagen ab sofort bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 9 Meter pro Sekunde, oder 32,4 km/h, drosseln.
Der Windpark Königseiche besteht aus zwei Windkraftanlagen vom Typ Nordex N149/4.5 mit je 4,5 Megawatt Nennleistung. Laut dem Betreiber beträgt die Nabenhöhe 164 Meter, die Gesamthöhe liegt bei rund 239 Metern. Die Inbetriebnahme erfolgte im Jahr 2024.

Energiewende stößt auf Widerstand

Im Zuge der Energiewende werden die Abstände zwischen Windkraftanlagen und Wohngebieten zunehmend geringer. In Deutschland sind bereits viele Flächen für die Windenergie ausgewiesen oder bebaut. Dennoch soll der Ausbau gemäß den Zielen der Bundesregierung weiter voranschreiten. Somit werden neue Anlagen immer häufiger in der Nähe von Wohngebieten entstehen.

Diese Entwicklung führt in der Gesellschaft zunehmend zu Widerstand. Anwohner bilden Bürgerinitiativen und versuchen einen Kompromiss zu finden, um ihre lokale Wohnqualität trotz Energiewende zu erhalten.
Neben dem hörbaren Schall weisen viele besorgte Bürger, aber auch Fachleute auf mögliche Gefahren durch nicht hörbaren Schall, dem sogenannten Infraschall hin. Weitere Kritikpunkte sind unter anderem sogenannte Ewigkeitschemikalien, Gefährdung von Insekten, Fledermäusen und Vögeln sowie Schlagschatten. Andererseits können die Windkraftanlagen für die Gemeinden eine häufig wichtige Finanzquelle darstellen, um den kommunalen Haushalt aufzubessern.
Die Bürgerinitiative Pro Schurwald fordert weiterhin die komplette Stilllegung des Windparks. Der Betreiber prüft hingegen, wie das Lärmproblem langfristig behoben werden kann. Zudem wird über eine weitere Anlage in der Nähe nachgedacht.
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gesellschaft

Minister Backhaus: Identität des toten Wals vor Dänemark weiter unklar

Nach Meldungen über einen toten Wal vor der dänischen Insel Anholt ist laut Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) unklar, ob es sich um Timmy-Hope handelt – den Meeressäuger, der in einer spektakulären Hilfsaktion aus der Ostsee geholt worden war.
„Sobald es gesicherte Neuigkeiten in der Sache gibt, werden wir die Öffentlichkeit umgehend informieren“, erklärte Backhaus am Freitag, 15. Mai, in Schwerin. Er sei in engem Kontakt mit dem Bundesumweltministerium und der dänischen Umweltbehörde.
„Aufgrund der verkehrstechnischen Lage Anholts rechnen wir jedoch nicht mit schnellen Befunden – bevor gesicherte Informationen vorliegen, beteilige ich mich nicht an Spekulationen“, fügte der Minister hinzu.
Medienberichten zufolge war ein mutmaßlicher Buckelwalkadaver auf der dänischen Insel Anholdt im Kategatt zwischen Dänemark und Schweden angeschwemmt worden.
Es könnte sich um den jungen Buckelwal handeln, der wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und nach mehrfachen Strandungen von einer privaten Rettungsinitiative mit einem Lastkahn vor der Nordspitze Dänemarks freigesetzt worden war. (afp/red)
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Schleswig-Holstein: Telefonbetrüger erbeutet über 100.000 Euro von Senior

Ein Telefonbetrüger hat einen älteren Mann in Schleswig-Holstein um mehr als hunderttausend Euro gebracht.
Wie die Polizei in Itzehoe am Freitag, 15. Mai, mitteilte, erhielt der Mann aus Hohenaspe am Mittwoch einen Anruf von einem vermeintlichen Amtsgerichtsmitarbeiter.
Dieser teilte ihm demnach mit, dass die Tochter des Geschädigten verhaftet worden sei und in der Ukraine ins Gefängnis müsse, falls nicht eine Kaution von 145.000 Euro bezahlt werde.
Auf das Telefonat folgten zwei Geldübergaben an unterschiedlichen Orten. Der Täter erlangte dabei einmal 68.000 Euro und dann weitere 40.000 Euro in bar. Nach den Geldübergaben flüchtete er zu Fuß. (afp/red)
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16-Jähriger stirbt bei Autounfall in Mecklenburg-Vorpommern

Ein 16-jähriger Autofahrer ist in Mecklenburg-Vorpommern bei einer Kollision mit einem Baum ums Leben gekommen.
Wie die Polizei in Rostock am Freitag mitteilte, war der Jugendliche spät in der Nacht auf einer Kreisstraße zwischen Garlitz und Brömsenberg mit einem 15-jährigen Beifahrer unterwegs, als er aus unklarer Ursache von der Fahrbahn abkam und an den Baum fuhr. Der Fahrer starb vor Ort.
Der 15-Jährige wurde mit leichten Verletzungen per Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.
Die Staatsanwaltschaft schaltete einen Sachverständigen zur Klärung der genauen Unfallursache ein. Das Auto wurde beschlagnahmt.
Die betroffene Straße war für mehrere Stunden voll gesperrt. Die Ermittlungen dauerten an. Der Sachschaden wurde auf etwa 8.000 Euro geschätzt. (afp/red)
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wirtschaft

Xpeng will Produktion erhöhen – Auch Fabrik von VW im Gespräch


In Kürze:

  • Xpeng will seine Produktionskapazitäten in Europa erhöhen.
  • Im Gespräch ist auch der Kauf einer Fabrik von VW.
  • Aus der deutschen Politik kommen gemischte Reaktionen.

 
Der chinesische Autobauer Xpeng will in Europa expandieren. Dafür führt das Automobil-Start-up Gespräche mit Volkswagen und anderen Autoherstellern über den Kauf einer Fabrik in Europa, wie die „Financial Times“ berichtet.
VW hatte vor rund drei Jahren einen Anteil von 5 Prozent an Xpeng erworben. Damit wollte der deutsche Autokonzern die gemeinsame Entwicklung von Elektrofahrzeugen in China voranbringen.

VW-Strukturwandel eröffnet Chancen für Xpeng

Dem chinesischen Unternehmen kommt dabei zugute, dass VW aktuell unter schwächerer Nachfrage leidet. Daher hat der deutsche Konzern bereits angekündigt, überschüssige Produktionskapazitäten in Europa abzubauen.

Xpeng lässt seine Fahrzeuge in Europa bereits im Werk des Auftragsfertigers Magna Steyr in Österreich produzieren. Elvis Cheng, Geschäftsführer von Xpeng für Nordosteuropa erklärte jedoch, dass die Kapazitäten dieser Produktionslinie bald erschöpft seien.
Daher peilt der chinesische Autohersteller den Bau eines neuen Werks in Europa an. „Wir glauben, dass nicht alle Werke die Anforderungen unserer aktuellen oder zukünftigen Produkte erfüllen können“, sagte er. Seiner Ansicht nach seien die VW-Werke „ein wenig veraltet“. Der Volkswagenkonzern hat sich bisher noch nicht dazu geäußert.

Offen für neue Partnerschaften im Ausland

Gegenüber dem „Handelsblatt“ teilte Co-Präsident Brian Gu kürzlich mit, dass Xpeng offen für weitere Partnerschaften sei. „Wir sind offen für Kooperationen, etwa bei der Entwicklung neuer Produkte oder beim Eintritt in neue Märkte“, so Gu. Dabei wolle das Unternehmen von lokalem Wissen profitieren.

Gu bestätigte zudem das Ziel, die Auslandsproduktion auszubauen. Die anvisierten Wachstumsmärkte befinden sich vor allem in Europa und Brasilien.

Allgemein verfolgt China seit längerer Zeit eine Strategie der wirtschaftlichen Expansion auf internationaler Ebene. Das zeigt sich in Projekten rund um die Neue Seidenstraße. Eine gängige Vorgehensweise ist dabei, die Marktanteile landeseigener Produkte in zukunftsorientierten Branchen in anderen Staaten zu vergrößern. Damit sollen langfristig stärkere Marktpositionen geschaffen werden.

SPD-Politiker sieht Chancen für den deutschen Standort

Aus der deutschen Politik haben sich bereits erste Stimmen gemeldet. So etwa der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD). Er will den möglichen Bau von chinesischen Autos in deutschen VW-Werken prüfen lassen. „Das muss man offen diskutieren und prüfen, ob sich daraus Chancen für die Produktionsstandorte von VW und der Zulieferindustrie ergeben könnten“, sagte Lies im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Man könne nicht verhindern, dass chinesische Autobauer verstärkt in den europäischen Markt drängen, so der Ministerpräsident. Ein weiterer Faktor sei die Sicherung der Beschäftigung der Mitarbeiter in den bestehenden Werken. „Wir müssen für die Beschäftigten eine Antwort finden, wie das gelingen kann“, sagte Lies.
Konkreter äußerte sich der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD). Er befürwortet eine Zusammenarbeit von VW mit chinesischen Autobauern im Werk Zwickau und sieht eine Chance für den Standort. „Es ist besser, industrielle Kompetenz bei VW in Sachsen weiterzuentwickeln und die Produktion abzusichern, als auf verlorenem Posten zu kämpfen und Wertschöpfung zu verlieren“, argumentierte er.

Kritik und Sicherheitsbedenken gegen chinesische Beteiligung

Im Gegensatz dazu kam Kritik aus den Reihen der Grünen. Wolfram Günther, Landtagsabgeordneter der Grünen, warnte: „China ist einer der aggressivsten Staaten dieser Erde, was Spionage anbelangt. Ich spreche es einfach mal aus. Es sind ja keine Geheimnisse.“
Zudem bestehe Konfliktpotenzial, da Sachsen im Bereich der Chipindustrie derzeit wirtschaftliche Beziehungen zu Taiwan aufbaut. „Auch das kann zu großen Herausforderungen führen, wenn dann hier Zentralchina einen Fuß mit drin hat, denn wir wissen, was da dranhängt und was da für Konfliktlinien sind“, so Günther.
Der leitende Wirtschaftsredakteur Caspar Busse von der „Süddeutschen Zeitung“ bezeichnete den Vorschlag, chinesische Autobauer in VW-Werken produzieren zu lassen, als „abwegig“. Demnach seien chinesische Hersteller nicht als Retter der deutschen Automobilindustrie zu betrachten, sondern als direkte Konkurrenten. Es wird vor einem „Wolf im Schafspelz“ gewarnt.
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Lufthansa-Streiks kosten Frankfurter Flughafen rund 500.000 Passagiere

Sechs Streiktage bei der Lufthansa haben den Frankfurter Flughafen im April rund eine halbe Million Passagiere gekostet. Der Betreiber Fraport registrierte für den Monat etwa 4,8 Millionen Passagiere und damit einen Rückgang um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Die Flugbewegungen gingen um 11,6 Prozent auf 34.623 Starts und Landungen zurück, wie der MDax-Konzern mitteilte. Eine kleine Rolle spielten auch die Osterferien, die 2026 nicht komplett in den April fielen wie im Vorjahr.
Auch das Fracht-Volumen litt unter den Arbeitsniederlegungen der Piloten und Flugbegleiter. Die Ladung sank um 0,6 Prozent auf 168.526 Tonnen.
Es fehlten die Beilademöglichkeiten in den Lufthansa-Passagiermaschinen. Zudem hatten die Piloten auch die Frachtgesellschaft Lufthansa Cargo bestreikt.
Weniger Flüge und Passagiere bedeuten für den Flughafen geringere Einnahmen. (dpa/red)