Categories
ticker vital

Rooibos-Tee: Das gesundheitliche Potenzial von Südafrikas Nationalgetränk


In Kürze:

  • Rooibos ist das koffeinfreie und tanninarme Nationalgetränk Südafrikas.
  • Er ist reich an antioxidativen Verbindungen, die laut ersten Studien dazu beitragen können Entzündungen zu lindern und Blutgefäße und Gehirnzellen zu schützen.
  • Es gibt roten und grünen Rooibos, die sich im Geschmack und in ihren Eigenschaften unterscheiden.
  • Doch nicht nur die Art von Rooibos, sondern auch die Zubereitungsmethode kann Inhaltsstoffe und Geschmack beeinflussen.

 
In den Cederbergen Südafrikas färbt sich ein spindeldürrer grüner Strauch tief rotbraun, wenn er in der Sonne trocknet.
Dieser Strauch ist Aspalathus linearis, besser bekannt als Rooibos. In freier Natur wächst er nirgendwo sonst auf der Welt. Seit Generationen ist er Südafrikas alltäglicher Tee – koffeinfrei, tanninarm und von Kindheit an ein fester Bestandteil des Familienlebens.
Rooibos

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart

Nun untersuchen Wissenschaftler genauer, was tatsächlich in einer Tasse Rooibos-Tee steckt. Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass seine antioxidativen Verbindungen mehr können als nur den Durst zu stillen. 

Was in Rooibos drinsteckt

Rooibos

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart

Rooibos-Tee gibt es in zwei Varianten: fermentiert (rot) und unfermentiert (grün). Beide sind reich an polyphenolischen Antioxidantien – pflanzlichen Verbindungen, die freie Radikale neutralisieren und dadurch laut Untersuchungen vor Entzündungen und Zellschäden schützen. Dazu gehören unter anderem die Pflanzenstoffe Aspalathin, Nothofagin und Quercetin.
Aspalathin und Nothofagin kommen vorwiegend in grünem Rooibos vor und in der Natur sonst fast nirgendwo. Beide sind starke Antioxidantien und Entzündungshemmer.
In einer Studie reduzierten die beiden Verbindungen zusammen Entzündungen der Blutgefäße in menschlichen Zellen und bei Mäusen, die durch einen hohen Glukosespiegel verursacht wurden. Das ist ein Ergebnis, das laut den Forschern auf zukünftige Behandlungsmöglichkeiten für Diabetesfolgeerkrankungen hindeuten könnte.
Quercetin ist bekannt für seine starken antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen, die die Zellen vor Schäden schützen und die Herzgesundheit unterstützen.
In Studien am Menschen verbesserte Rooibos die Cholesterinwerte und senkte den Blutzucker. Die Wirkungen zeigten sich sowohl bei gesunden Menschen als auch bei Personen mit bestehenden chronischen Erkrankungen.
Studien weisen auf positive Effekte in folgenden Bereichen hin:
Ferner sei Rooibos in Südafrika bei Ausdauersportlern beliebt, da er koffeinfrei und reich an Antioxidantien sei, schrieb Marthane Swart in einer E-Mail an Epoch Times.
„Experimentelle Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass Rooibos körperliche Ermüdung bei wiederholtem, anstrengendem Training verringern und einen gewissen Schutz vor den Auswirkungen großer Höhen bieten könnte“, so das Sekretariat des South African Rooibos Council.

Potential für das Gehirn

Ein weiterer Bereich der Rooibos-Forschung ist die Auswirkung auf das Gehirn. Laut ersten Untersuchungen in Labor-, Zell- und Tiermodellen könnten die in Rooibos enthaltenen Verbindungen das Gehirn schützen.
Forschungsergebnisse zeigen, dass die einzigartigen Polyphenole in Rooibos, wie Aspalathin und Nothofagin, dazu beitragen können, 
  • Entzündungen im Gehirn zu reduzieren,
  • oxidativen Stress zu verringern
  • Mechanismen zu modulieren, die mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung stehen.
Wie die medizinische Biochemikerin Taskeen Docrat in ihrer Metaanalyse aus dem Jahr 2024 feststellte, sind die neuroprotektiven Wirkungen von Rooibos nicht auf eine einzelne antioxidative Verbindung zurückzuführen.
„Die neuroprotektiven Wirkungen gehen wahrscheinlich auf das Zusammenspiel der gesamten Mischung der vorhandenen Verbindungen zurück“, schrieb Docrat in einer E-Mail an Epoch Times.
Dieser Mechanismus deutet laut Docrat auf drei Fähigkeiten von Rooibos hin:
  1. Entzündungen im Gehirn zu reduzieren.
  2. Oxidativen Stress zu lindern.
  3. Gesunde Mitochondrien – die energieproduzierenden Strukturen in den Zellen – zu unterstützen.
Der Metaanalyse zufolge weisen Studien darauf hin, dass Rooibos-Verbindungen reaktive Sauerstoffspezies neutralisieren und die Verarbeitung von Amyloid-beta im Gehirn beeinflussen können – jenem Proteinfragment, das als zentraler Auslöser der Alzheimer-Krankheit gilt, so die Biochemikerin.
Die meisten der in Docrats Übersichtsarbeit berücksichtigten Studien basieren jedoch auf Zell- oder Tiermodellen. Es bestehe Bedarf an weiterer klinischer Forschung, die sich speziell auf neurodegenerative Biomarker und kognitive Ergebnisse am Menschen konzentriere, fügte sie hinzu.

Rot oder grün: Was ist der Unterschied?

Rooibos

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart

Sowohl roter als auch grüner Rooibos stammen von derselben Pflanze. Der Unterschied zwischen den beiden Arten liegt in der Verarbeitung nach der Ernte.
Laut Swart wird roter Rooibos traditionell geschnitten, zerkleinert und befeuchtet, um anschließend oxidieren zu können. Durch diesen Prozess verfärben sich die Blätter von grün zu rotbraun, was dem Tee seinen milden, natürlich süßen Geschmack verleiht. Anschließend werden die Blätter in der Sonne getrocknet.
Bei grünem Rooibos entfällt der größte Teil dieser Oxidation. Er bleibt grün und schmeckt leichter und grasiger.
Da er weniger stark verarbeitet ist, enthält grüner Rooibos mehr Aspalathin und weist in Labortests im Allgemeinen eine stärkere antioxidative Wirkung auf. Roter Rooibos enthält jedoch ebenfalls viele nützliche Inhaltsstoffe. Zudem wird er von den meisten Menschen getrunken und ist am besten erforscht.

Wie man Rooibos aufbrüht

Rooibos

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Marthane Swart

Auch die Zubereitungsmethode kann die Inhaltsstoffe beeinflussen. Docrat empfiehlt, Rooibos fünf bis zehn Minuten in kochendem Wasser ziehen zu lassen, um möglichst viele Polyphenole, darunter auch Aspalathin, freizusetzen. Wie viel davon jedoch vom Körper beim Trinken tatsächlich aufgenommen werden kann, muss erst in weiteren Studien untersucht werden.
Im Gegensatz zu vielen Teesorten ist Rooibos von Natur aus tanninarm, sodass er selbst bei längerer Ziehzeit selten bitter wird. Tatsächlich bringe eine längere Ziehzeit, so Swart, eher seine natürliche Süße und seinen honigartigen Geschmack zur Geltung. 
In Südafrika wird er typischerweise pur oder mit Milch, Zitrone, Honig oder Zucker serviert. Auch wird er stark aufgebrüht auf Eis getrunken oder zu Cocktails, Lattes und einem südafrikanischen Favoriten verarbeitet: dem „roten Cappuccino“. Dabei ersetzt man den Kaffee durch Rooibos.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Rooibos Tea May Reduce Inflammation and Protect the Aging Brain“ (redaktionelle Bearbeitung: as)
Categories
gesellschaft

Die Nation der Kaffeetrinker: Genuss, Gewohnheit und Inflation

Gut 160 Liter Kaffee trinken die Menschen in Deutschland durchschnittlich pro Kopf und Jahr. Trotz gestiegener Preise bleibt das Getränk beliebt. Was bewegt Kaffeetrinker und wie konsumieren sie?
Antworten liefert der neue Kaffeereport von Tchibo, dem Magazin „Brand Eins“ und der Statistik-Plattform Statista. Darin enthalten ist auch eine repräsentative Umfrage. Dafür wurden im Januar 1.500 Kaffeetrinker zwischen 18 und 75 Jahren online von Statista befragt. Ein Überblick:

Mehr als drei Tassen pro Tag

Die Kaffeetrinker in Deutschland trinken im Schnitt 3,2 Tassen täglich. Die 56- bis 65-Jährigen kommen auf 3,6, Konsumenten zwischen 18 und 21 auf 2,3. Bei Männern sind es 3,4, bei Frauen 3,0.
Fast jeder Zwölfte trinkt täglich mehr als fünf Tassen. Zwei Drittel können sich ein Leben ohne Kaffee nicht vorstellen. Bei Frauen ist der Anteil etwas höher (72 Prozent) als bei Männern (62 Prozent). 18 Prozent geben an, jederzeit Kaffee trinken zu können.

Vollautomat knapp hinter Filterkaffeemaschine

47 Prozent bevorzugen Filterkaffee, gefolgt von Caffè Crema (38 Prozent), Cappuccino (34 Prozent) und Latte Macchiato (26 Prozent). Letzterer ist bei Frauen deutlich beliebter als bei Männern.
Bei den Zubereitungsgeräten steht möglicherweise eine Wachablösung bevor: 43 Prozent verwenden eine Filterkaffeemaschine, 42 Prozent einen Vollautomaten. Die Unterschiede sind regional groß.
So kommt die Filterkaffeemaschine in Ostdeutschland auf 55 Prozent, im Süden hingegen auf 35 Prozent. Der Vollautomat gewinnt seit Jahren an Bedeutung. 2015 kam er noch auf einen Anteil von 19 Prozent, die Filtermaschine auf 72 Prozent.
Tchibo-Sprecherin Karina Schneider führt die Entwicklung nicht nur auf Bequemlichkeit zurück, sondern auch auf den Trend zur Nutzung ganzer Bohnen und frischer Zubereitung sowie einen bewussteren Umgang mit dem Produkt. Beim Gerätekauf zählen für Konsumenten laut Statista vor allem einfache Reinigung, einfache Bedienung und Langlebigkeit.

Luxusgut Kaffee

Vielen Konsumenten ist es wichtig, immer genügend Kaffee zu haben. 63 Prozent haben eine bis drei Packungen als Reserve zu Hause, jeder Sechste mehr. 85 Prozent bevorraten sich gezielt, wenn Kaffee im Angebot ist. Nur vier Prozent kaufen unabhängig von Rabattaktionen.
Dass Vorräte angelegt werden, dürfte auch mit den in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kaffeepreisen zusammenhängen. Grund dafür waren höhere Rohstoffpreise infolge von Trockenheit und schwachen Ernten.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kostete Bohnenkaffee im April 2026 im Schnitt 57 Prozent mehr als 2020. Zuletzt haben die großen Lebensmittelhändler die Preise ihrer Eigenmarken zwar wieder etwas gesenkt. Kaffee ist jedoch nach wie vor deutlich teurer als vor einigen Jahren. Laut Marktforscher YouGov greifen Verbraucher deshalb vermehrt zu den günstigeren Eigenmarken.
Für fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) ist Kaffee mittlerweile ein Luxusgut. 22 Prozent widersprechen. Knapp ein Drittel (31 Prozent) legt sich nicht eindeutig fest, räumt aber ein, inzwischen stärker auf den Preis zu achten.

Was ist ein Kilo Kaffee wert?

Gut ein Drittel (35 Prozent) ist bereit, 10 bis 12,99 Euro pro Kilo zu bezahlen, 26 Prozent würden 13 bis 15,99 Euro ausgeben, 12 Prozent 16 bis 19,99 Euro. Jeder Fünfte (21 Prozent) würde höchstens 9,99 Euro ausgeben.
Lediglich 7 Prozent würden mehr zahlen, ein Prozent davon sogar über 40 Euro pro Kilo. Knapp 40 Prozent geben allerdings an, weiterhin Kaffee zu trinken, auch wenn er teurer wäre, als ihnen lieb ist.
Wichtig beim Kaffeekauf sind Verbrauchern laut Statista vor allem Geschmack, ein niedriger Preis, die Art der Kaffeebohnen sowie die Marke.

4,50 Euro: Schmerzgrenze für einen Espresso

Im Restaurant liegt die Schmerzgrenze für einen Espresso bei 4,50 Euro. 46 Prozent würden darauf verzichten, wenn er teurer wäre. Bei 66- bis 75-Jährigen liegt die Grenze bei 4 Euro, bei 18- bis 21-Jährigen sind es 5 Euro.
Innerhalb der EU variieren die Preise stark. In Italien kostet ein Cappuccino im Restaurant laut der Datenbank Numbeo im Schnitt 1,74 Euro, in Dänemark hingegen 5,65 Euro. In Finnland und Schweden sind es 4,37 Euro. Deutschland liegt mit 3,57 Euro im oberen Mittelfeld. In fast allen 27 EU-Staaten sind die Preise höher als 2025.

Ein Kaffee-Wunsch frei

„Wenn Sie eine Sache verändern könnten – was wäre Ihnen beim Kaffee am wichtigsten?“ – das wurden die Teilnehmer der Umfrage gefragt.
Das Ergebnis: 20 Prozent wünschen sich, dass Kaffee insgesamt günstiger wird, jeweils 16 Prozent erschwinglichere Preise für nachhaltigen Kaffee und bessere Arbeitsbedingungen in den Anbauländern. 11 Prozent nennen höhere Verdienste für Kaffeefarmer, 10 Prozent besseren Geschmack und höhere Qualität.
Schmeckt Kaffee aus einem Trinkgefäß besser als aus einem anderen? Drei Vierteln der Befragten ist es wichtig, Kaffee aus ihrer Lieblingstasse zu trinken. 20 Prozent sagen sogar, dass er ohne nicht richtig schmeckt. Lediglich 11 Prozent ist die Tasse nicht wichtig.
Was, wenn der Kaffee mal ausgeht? 51 Prozent würden zu Tee greifen, 32 Prozent zu Wasser, 22 Prozent zu Kakao oder heißer Schokolade und 20 Prozent zu Cola oder anderen koffeinhaltigen Softdrinks.

Kaffee ans Bett liefern – oder als Pille?

Nur etwa jeder Dritte (32 Prozent) würde sich Kaffee morgens mit einem Lieferdienst direkt ans Bett bringen lassen. 36 Prozent wären bereits, einen Kaffee zu probieren, den eine künstliche Intelligenz gemischt hat.
20 Prozent würden einen Kaffee trinken, der nicht natürlich gewachsen ist, sondern im Labor hergestellt wurde. 15 Prozent können sich vorstellen, auf das Kaffeetrinken zu verzichten und Koffein stattdessen etwa über eine Tablette aufzunehmen. Bei den 18- bis 35-Jährigen gibt das mehr als jeder Dritte an. (dpa/red)