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Tatverdächtiger festgenommen – Deutsche unter Verletzten des Schweizer Technofestivals

Nach den tödlichen Schüssen bei einer Techno-Party im schweizerischen Aarau haben die Behörden einen Verdächtigen festgenommen.
Es handele sich um einen 43-jährigen Schweizer, teilte die Polizei am Montag mit. Er wurde demnach in der Nacht kurz vor 1 Uhr im Zuge der Fahndungsmaßnahmen angehalten und daraufhin „unter dringendem Tatverdacht“ festgenommen.
Die Ermittlungen zum genauen Hergang der Tat sowie zu den Hintergründen und dem möglichen Motiv sind weiterhin im Gang. Zum aktuellen Zeitpunkt gehen die Behörden von einem Einzeltäter aus.
Nach Polizeiangaben wurden die Schüsse an zwei verschiedenen Orten abgegeben – auf dem Rave-Gelände in Aarau und in der Nähe eines angrenzenden Wohnwagenlagers.

Terrorakt, Amoklauf oder andere Straftat?

Ermittler wollten sich bisher nicht festlegen, ob sie einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu untersuchen – und ob es einen oder mehrere Täter gibt.
Eine 22-jährige Italienerin wurde bei den Schüssen getötet. Vier Schweizer Männer und eine deutsche Frau erlitten leichte bis schwere Verletzungen, wie die Aargauer Kantonspolizei nach Angaben der Nachrichtenagentur „Keystone-SDA“ am späten Abend mitteilte. Die Verletzten im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht.
Die Schüsse am frühen Sonntagmorgen waren nach Angaben der Ermittler aus mindestens zwei Waffen abgegeben worden. Es seien unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten.
Ob das auf zwei Täter hindeute oder ein Schütze beide Waffen nutzte, ließ die Polizei offen. Das Motiv hinter den Schüssen ist weiterhin unklar.

Erste Notrufe kurz nach dem Ende des Raves

Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3.500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Augenzeugen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien.
Da der Ernst der Lage laut Polizei sofort deutlich wurde, rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot aus. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich demnach noch weit mehr als 100 Personen auf dem Festivalgelände auf.
Der Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab – etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Das italienische Todesopfer wohnte in der Region.

Deutsche Polizei an Fahndung beteiligt

Die Ermittler baten darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. An den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen war routinemäßig auch die Polizei auf deutscher Seite beteiligt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg sagte.
Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze, eine Flucht bis nach Deutschland dauert nach Polizeiangaben von Aarau aus nur etwa 40 Minuten. (dpa/afp/red)
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Seeminen und Tanker: USA greifen erstmals wieder Ziele im Iran an – Gegenangriffe auf Jordanien und die Emirate

Erstmals seit einem Monat hat die US-Armee am Sonntag wieder Ziele im Iran angegriffen. Die Angriffe richteten sich gegen Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando CENTCOM mitteilte.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf Luftwaffenstützpunkte in Jordanien. Auch die Emirate wurden angegriffen. Angesichts der neuen gegenseitigen Attacken schnellten die Ölpreise in die Höhe.

Gegen neue Seeminen in der Straße von Hormus

Nach Angaben des US-Militärs sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Straße von Hormus deponiert.
„US-Streitkräfte haben heute zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak angegriffen“, sagte ein CENTCOM-Sprecher.  Die Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, „wie sie sich darauf vorbereiteten, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abzufeuern“. Der bis dato letzte US-Angriff auf Ziele im Iran war am 29. Juli erfolgt.
CENTCOM teilte weiter mit, das US-Militär habe eine vom Iran geschaffene Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Warenverkehr zu schützen. Die Behauptung der Revolutionsgarden, die US-Angriffe seien ein „Akt der Aggression“ gewesen, sei „absolut FALSCH“.
Kurz zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitgeteilt, in der Straße von Hormus sei erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei vor der Küste des Omans von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Derzeit lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor, hieß es. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.

Gegenangriffe auf Stützpunkte in Jordanien und die Emirate

Die Revolutionsgarden teilten mit, bei den US-Angriffen habe es „Tote und Verletzte“ gegeben. Als Antwort hätten sie die auch vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte al-Asrak und King Hussein angegriffen.
Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und „schwere Schäden“ verursacht worden. Die jordanische Armee fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.
Die iranischen Streitkräfte hätten zudem mit Dutzenden Drohnen „US-Hubschrauber und -Personal auf dem Stützpunkt Al Minhad“ in den Emiraten anvisiert, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Montag unter Berufung auf die iranische Armee.
Die iranischen Revolutionsgarden sagte, in der Straße von Hormus sei ein Öltanker in Brand geraten, nachdem er mit zwei Seeminen kollidiert sei. Der Tanker habe versucht, die Meerenge auf einer „illegalen“ Route zu durchqueren und sei nach einem Aufprall auf zwei Seeminen „in einen massiven Brand geraten und vollständig zum Stillstand gebracht“ worden.

Ölpreis bei 90 US-Dollar

Seit dem Beginn des Irankrieges vor sechs Monaten hat Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus de facto blockiert.
Die Nachricht von den neuen Angriffen sorgte an den Ölmärkten für einen Preisanstieg. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent verzeichnete einen Preis von 90,31 Dollar und überschritt damit die symbolische Marke von 90 Dollar. Das US-Pendant West Texas Intermediate stieg auf 85,41 Dollar.

Verhandlungen kommen nicht voran

Die unter anderem von den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar vorangetriebenen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konfliktes und zur Regelung der Situation in der Straße von Hormus treten auf der Stelle.
Vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, einen „Wirtschaftskrieg“ zu führen, um den Iran in die Knie zu zwingen; Finanzminister Scott Bessent drohte mit einer „wirtschaftlichen Erstickung“ des Landes. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen.
Ein erklärtes Ziel war es, das iranische Atomwaffen- und Raketenprogramm unschädlich zu machen. Zuletzt lag der Fokus darauf, die Wiederöffnung und Sicherung der Straße von Hormus zu erreichen. (afp/red)
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Seeminen und Tanker: USA greifen erstmals wieder Ziele im Iran an

Erstmals seit einem Monat hat die US-Armee am Sonntag wieder Ziele im Iran angegriffen. Die Angriffe richteten sich gegen Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando CENTCOM mitteilte.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf Luftwaffenstützpunkte in Jordanien. Auch die Emirate wurden angegriffen. Angesichts der neuen gegenseitigen Attacken schnellten die Ölpreise in die Höhe.

Gegen neue Seeminen in der Straße von Hormus

Nach Angaben des US-Militärs sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Straße von Hormus deponiert.
„US-Streitkräfte haben heute zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak angegriffen“, sagte ein CENTCOM-Sprecher.  Die Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, „wie sie sich darauf vorbereiteten, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abzufeuern“. Der bis dato letzte US-Angriff auf Ziele im Iran war am 29. Juli erfolgt.
CENTCOM teilte weiter mit, das US-Militär habe eine vom Iran geschaffene Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Warenverkehr zu schützen. Die Behauptung der Revolutionsgarden, die US-Angriffe seien ein „Akt der Aggression“ gewesen, sei „absolut FALSCH“.
Kurz zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitgeteilt, in der Straße von Hormus sei erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei vor der Küste des Omans von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Derzeit lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor, hieß es. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.

Gegenangriffe auf Stützpunkte in Jordanien und die Emirate

Die Revolutionsgarden teilten mit, bei den US-Angriffen habe es „Tote und Verletzte“ gegeben. Als Antwort hätten sie die auch vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte al-Asrak und King Hussein angegriffen.
Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und „schwere Schäden“ verursacht worden. Die jordanische Armee fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.
Die iranischen Streitkräfte hätten zudem mit Dutzenden Drohnen „US-Hubschrauber und -Personal auf dem Stützpunkt Al Minhad“ in den Emiraten anvisiert, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Montag unter Berufung auf die iranische Armee.
Die iranischen Revolutionsgarden sagte, in der Straße von Hormus sei ein Öltanker in Brand geraten, nachdem er mit zwei Seeminen kollidiert sei. Der Tanker habe versucht, die Meerenge auf einer „illegalen“ Route zu durchqueren und sei nach einem Aufprall auf zwei Seeminen „in einen massiven Brand geraten und vollständig zum Stillstand gebracht“ worden.

Ölpreis bei 90 US-Dollar

Seit dem Beginn des Irankrieges vor sechs Monaten hat Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus de facto blockiert.
Die Nachricht von den neuen Angriffen sorgte an den Ölmärkten für einen Preisanstieg. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent verzeichnete einen Preis von 90,31 Dollar und überschritt damit die symbolische Marke von 90 Dollar. Das US-Pendant West Texas Intermediate stieg auf 85,41 Dollar.

Verhandlungen kommen nicht voran

Die unter anderem von den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar vorangetriebenen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konfliktes und zur Regelung der Situation in der Straße von Hormus treten auf der Stelle.
Vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, einen „Wirtschaftskrieg“ zu führen, um den Iran in die Knie zu zwingen; Finanzminister Scott Bessent drohte mit einer „wirtschaftlichen Erstickung“ des Landes. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen.
Ein erklärtes Ziel war es, das iranische Atomwaffen- und Raketenprogramm unschädlich zu machen. Zuletzt lag der Fokus darauf, die Wiederöffnung und Sicherung der Straße von Hormus zu erreichen. (afp/red)
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USA greifen erstmals seit Wochen Ziele im Iran an

Erstmals seit einem Monat hat die US-Armee am Sonntag wieder Ziele im Iran angegriffen. Die Angriffe richteten sich gegen Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando CENTCOM mitteilte.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf Luftwaffenstützpunkte in Jordanien. Angesichts der neuen gegenseitigen Attacken schnellten die Ölpreise in die Höhe.

Gegen neue Seeminen in der Straße von Hormus

Nach Angaben des US-Militärs sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Straße von Hormus deponiert.
„US-Streitkräfte haben heute zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak angegriffen“, sagte ein CENTCOM-Sprecher.  Die Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, „wie sie sich darauf vorbereiteten, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abzufeuern“. Der bis dato letzte US-Angriff auf Ziele im Iran war am 29. Juli erfolgt.
CENTCOM teilte weiter mit, das US-Militär habe eine vom Iran geschaffene Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Warenverkehr zu schützen. Die Behauptung der Revolutionsgarden, die US-Angriffe seien ein „Akt der Aggression“ gewesen, sei „absolut FALSCH“.
Kurz zuvor hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitgeteilt, in der Straße von Hormus sei erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei vor der Küste des Omans von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Derzeit lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor, hieß es. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.

Gegenangriff auf Luftwaffenstützpunkte in Jordanien

Die Revolutionsgarden teilten mit, bei den US-Angriffen habe es „Tote und Verletzte“ gegeben. Als Antwort hätten sie die auch vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte al-Asrak und King Hussein angegriffen.
Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und „schwere Schäden“ verursacht worden. Die jordanische Armee fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.

Ölpreis bei 90 US-Dollar

Seit dem Beginn des Irankrieges vor sechs Monaten hat Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus de facto blockiert.
Die Nachricht von den neuen Angriffen sorgte an den Ölmärkten für einen Preisanstieg. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent verzeichnete einen Preis von 90,31 Dollar und überschritt damit die symbolische Marke von 90 Dollar. Das US-Pendant West Texas Intermediate stieg auf 85,41 Dollar.

Verhandlungen kommen nicht voran

Die unter anderem von den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar vorangetriebenen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konfliktes und zur Regelung der Situation in der Straße von Hormus treten auf der Stelle.
Vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, einen „Wirtschaftskrieg“ zu führen, um den Iran in die Knie zu zwingen; Finanzminister Scott Bessent drohte mit einer „wirtschaftlichen Erstickung“ des Landes. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen.
Ein erklärtes Ziel war es, das iranische Atomwaffen- und Raketenprogramm unschädlich zu machen. Zuletzt lag der Fokus darauf, die Wiederöffnung und Sicherung der Straße von Hormus zu erreichen. (afp/red)
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Nach Schüssen: Deutsche unter Verletzten des Schweizer Technofestivals

Nach Schüssen bei einem Technofestival in der Schweiz läuft die Fahndung auf Hochtouren. Auch Stunden nach der Tat in Aarau mit einem Todesopfer und mehreren Verletzten wollten sich die Ermittler weiterhin nicht festlegen, ob sie einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu untersuchen – und ob es einen oder mehrere Täter gibt.
Die Schüsse waren in der Nacht zum Sonntag gefallen. Eine 22-jährige Italienerin wurde getötet.
Vier Schweizer Männer und eine deutsche Frau erlitten leichte bis schwere Verletzungen, wie die Aargauer Kantonspolizei nach Angaben der Nachrichtenagentur „Keystone-SDA“ am späten Abend mitteilte. Die Verletzten im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht.
Die Schüsse am frühen Sonntagmorgen waren nach Angaben der Ermittler aus mindestens zwei Waffen abgegeben worden. Es seien unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten.
Ob das auf zwei Täter hindeute oder ein Schütze beide Waffen nutzte, ließ die Polizei offen. Das Motiv hinter den Schüssen ist weiterhin unklar.

Erste Notrufe kurz nach dem Ende des Raves

Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3.500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Augenzeugen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien.
Da der Ernst der Lage laut Polizei sofort deutlich wurde, rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot aus. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich demnach noch weit mehr als 100 Personen auf dem Festivalgelände auf.
Der Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab – etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Das italienische Todesopfer wohnte in der Region.

Deutsche Polizei an Fahndung beteiligt

Die Ermittler baten darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. An den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen war routinemäßig auch die Polizei auf deutscher Seite beteiligt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg sagte.
Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze, eine Flucht bis nach Deutschland dauert nach Polizeiangaben von Aarau aus nur etwa 40 Minuten. (dpa/red)
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Moldawien offen für stufenweise EU-Integration

Moldawien zeigt sich offen für eine schrittweise Integration in die Europäische Union. Wenn zusätzliche Schritte den Weg zur Vollmitgliedschaft ergänzten, unterstütze man das, sagte Moldawiens Chefunterhändlerin Cristina Gherasimov dem Sender ntv.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte für die Ukraine eine assoziierte EU-Mitgliedschaft als Zwischenstufe vorgeschlagen und für Moldawien sowie die Westbalkanstaaten weitere Formen einer schrittweisen Integration ins Spiel gebracht.
Gherasimov sagte jedoch, Zwischenstufen dürften die Vollmitgliedschaft nicht dauerhaft ersetzen. Das Endziel müsse klar bleiben: die Vollmitgliedschaft mit allen Rechten, sagte sie.
Die moldauische Vize-Ministerpräsidentin forderte die EU-Mitgliedstaaten zugleich zu klareren politischen Entscheidungen über die nächsten Schritte im Beitrittsprozess auf.
Die nötigen politischen Entscheidungen lägen bei den 27 Mitgliedstaaten im Rat, sagte Gherasimov. Dort wünsche man sich mehr Klarheit über die nächsten Schritte. Die EU-Kommission sei für Moldau dagegen ein ausgezeichneter Partner und arbeite mit den Kandidatenländern zügig.
Moldawien sei nach Einschätzung der EU-Kommission bereit, alle sechs Verhandlungscluster zu öffnen, sagte Gherasimov. Die EU eröffnete im Juni den Cluster „Grundlegende Werte“ und im Juli den Cluster „Außenbeziehungen“; vier weitere Cluster stehen noch aus.
Die Regierung in Chisinau arbeite mit einem ehrgeizigen Zeitplan auf eine EU-Mitgliedschaft hin. Sie strebe an, den Großteil der Rechtsangleichung und der Verhandlungen 2027 abzuschließen.
Idealerweise könnten die Verhandlungen Anfang 2028 beendet und der Beitrittsvertrag bis Ende 2028 unterzeichnet werden, sagte Gherasimov. Man bitte nicht um Abkürzungen, sondern darum, dass die EU Moldawien auf halbem Weg entgegenkomme, wenn der Erweiterungsprozess tatsächlich leistungsbasiert sei.
Russland versuche nach Darstellung Gherasimovs, Moldawiens europäischen Kurs durch hybride Einflussnahme zu untergraben. „Die russischen Angriffe sind intensiver geworden, seit Moldau EU-Beitrittskandidat ist und sich im Verhandlungsprozess mit der Europäischen Union befindet“, sagte sie.
Als Beispiele nannte Gherasimov Desinformation, illegale politische Finanzierung, Cyberangriffe und die Instrumentalisierung sozialer Unzufriedenheit angesichts steigender Preise. Ziel sei nicht nur die Beeinflussung einzelner Wahlen, sondern auch, das Vertrauen in staatliche Institutionen und in den europäischen Kurs zu schwächen.
Mit Blick auf die abtrünnige, prorussisch kontrollierte Region Transnistrien sagte Gherasimov, die Regierung in Chisinau setze auf eine friedliche Wiedereingliederung.
Die Region sei zunehmend mit Moldawien und dem europäischen Markt verbunden. Von dem vertieften Freihandelsabkommen mit der EU profitierten auch die Bewohner Transnistriens. Rund 70 Prozent ihrer Exporte gingen in die EU, sagte Gherasimov.
Ein ungelöstes Problem bleibe der Abzug russischer Truppen aus Transnistrien. Die moldauische Regierung fordere Russland seit drei Jahrzehnten dazu auf, seine Truppen aus der Region abzuziehen, sagte Gherasimov.
Auch in der autonomen Region Gagausien sei russischer Einfluss weiterhin stark, sagte die Vize-Regierungschefin. Die Regierung wolle dem durch mehr Dialog, Informationen und die stärkere Einbindung der Menschen in politische Entscheidungsprozesse begegnen.
Die Autonomie Gagausiens sei gesetzlich garantiert; die gagausische Sprache und Kultur seien Teil eines europäischen Moldawiens. Eine EU-Mitgliedschaft biete aus ihrer Sicht den bestmöglichen Schutz für ethnische Minderheiten und ihre Sprachen. (dts/red)
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Mehr Öl für die USA – Trump und der Venezuela-Deal

Die USA sichern sich riesige Ölvorkommen in Venezuela. Es ist ein weiterer Schritt von US-Präsident Donald Trump nach der Gefangennahme des Ex-Staatschefs Nicolás Maduro, direkt in die Ölindustrie des südamerikanischen Landes einzugreifen.
Das Öl-Geschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Das Land verfügt über die größten Ölreserven der Welt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel. Fragen und Antworten zum Deal:

Was ist zwischen Caracas und Washington vereinbart worden?

Die USA erlangen nach Worten Trumps die mehrheitliche Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel an Ölreserven. Das entspräche rund einem Fünftel der geschätzten Vorkommen Venezuelas. Ein Barrel umfasst rund 159 Liter.
Damit verdoppeln die Vereinigten Staaten ihre amerikanischen Ölreserven und erhöhen die Versorgungsmöglichkeit erheblich. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA verfügten die USA Ende 2024 über Ölreserven von 46 Milliarden Barrel. Bereits jetzt sind die USA der größte Produzent von Erdöl weltweit mit täglich durchschnittlich fast 14.000 Millionen Barrel Rohöl.

Gibt es schon Details zu dem Deal?

Nach Darstellungen der venezolanischen Regierung geht es um 17 Ölfelder. Nach US-Angaben sollen mehr als 100 Milliarden US-Dollar an privaten Investitionen in die Ölindustrie fließen. Venezuela erwartet daraus Steuereinnahmen von mehr als 209 Milliarden US-Dollar.
Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte dem US-Sender CNN, die USA sollten 55 Prozent der effektiven Produktion eines neuen privaten Gemeinschaftsunternehmens erhalten.
Dies solle über eine Beteiligung an dem Unternehmen und garantierte Abnahmen des geförderten Öls zum Selbstkostenpreis erfolgen. Für die betroffenen Ölfelder sind demnach Vereinbarungen mit einer Laufzeit von 100 Jahren vorgesehen.
Bei Venezuelas Reserven handelt es sich vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik gefördert und raffiniert werden kann. An der US-Golfküste sind Raffinerien auf solches Rohöl spezialisiert. Laut einem CNN-Bericht könnte eine Zunahme der venezolanischen Ölimporte die Effizienz der Raffinerien steigern.

Was hat Venezuela davon?

Für Venezuela bedeutet das vor allem die Aussicht auf Investitionen und eine höhere Ölproduktion. Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez hofft auf einen Neustart der seit Jahren maroden Industrie und damit auf Arbeitsplätze, höhere Einkommen und einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Rodríguez sagte, die Vereinbarung werde die Beschäftigung stärken und auch Handel, Bauwirtschaft und öffentliche Dienstleistungen beleben.
Ob diese Entwicklung tatsächlich bei der Bevölkerung ankommt, ist allerdings offen. Die venezolanische Wirtschaft hat seit Jahren unter der Krise und dem Einbruch der Ölproduktion gelitten.
Die Regierung setzt deshalb darauf, dass ausländisches Kapital und Know-how die Förderung wieder deutlich steigern können. Ein venezolanischer Ölexperte sagte der Zeitung „El Nacional“, ohne ausländische Investitionen könnten die betroffenen Felder möglicherweise noch 10 oder 15 Jahre ungenutzt bleiben.

Was bringt Trump der Deal?

Platt gesagt: Er kann im eigenen Land einen Erfolg präsentieren. Er verspricht: Den amerikanischen Steuerzahler hat der Deal keinen Penny gekostet. Und er verspricht niedrigere Preise an den Zapfsäulen der Amerikaner, die mit dem Iran-Krieg nach oben schnellten.
Eine Nachricht, die die Position der USA im weltweiten Energiemarkt stärken könnte, kommt gelegen. Der Präsident steht im eigenen Land wegen des zäh verlaufenden Iran-Kriegs massiv unter Druck. Im November stehen die wichtigen Zwischenwahlen im US-Parlament an, wo die Partei Trumps – die Republikaner – ihre Mehrheiten in beiden Kammern verlieren könnten.

Seit wann hat Trump das Öl im Blick?

Schon länger. Viele Demokraten hatten dem Präsidenten vorgeworfen, Venezuela nur wegen seiner Ölreserven angegriffen zu haben. Wenige Tage nach der Gefangennahme Maduros schwenkte Trump auf das Öl um und hatte angekündigt, den venezolanischen Öl-Verkauf „auf unbestimmte Zeit“ in die Hände der USA zu nehmen. US-Konzerne sollen investieren und die marode Ölindustrie in Venezuela wieder aufbauen.
Trump versprach im eigenen Land immer wieder Aufschwung und bekannte sich zur fossilen Energie. Er gab den Leitspruch aus: „Drill Baby Drill“ („Bohre, Baby, Bohre“).

Was wird sich perspektivisch verändern?

Trump könnte versuchen, die Position Amerikas auf dem Ölmarkt weiter auszubauen. Schon vor längerem animierte er Staaten, die unter der im Krieg blockierten Straße von Hormus leiden, künftig US-Öl zu kaufen.
Die USA könnten zudem auf lange Sicht das Venezuela-Öl dazu nutzen, um eigene Reserven zu stärken. Wie wichtig die Speicher sind, zeigte der Iran-Krieg: Wegen des Konflikts versuchte die Trump-Regierung mit der Freigabe von Reserven, den Markt mit nach oben geschnellten Preisen zu beruhigen.

Was bedeutet der Deal für die Beziehung der beiden Länder?

Für das Verhältnis zwischen beiden Staaten bedeutet der Deal einen deutlichen Kurswechsel. Nach Jahren der Konfrontation und dem Vorgehen gegen Maduro setzt die Regierung Rodríguez nun auf eine Zusammenarbeit mit Washington, um die venezolanische Ölindustrie wieder aufzubauen.
Rodríguez spricht von einem „Weg der Diplomatie“ und stellt die Vereinbarung als Möglichkeit dar, Venezuela wieder zu einer bedeutenden Energiemacht zu machen.
Gleichzeitig versucht die Regierung in Caracas, den Eindruck einer Preisgabe nationaler Interessen zu vermeiden. Rodriguez betont, Venezuela behalte „Eigentum und Souveränität“ über seine Ölressourcen.
Das zeigt das politische Dilemma: Caracas ist auf ausländisches Kapital angewiesen, um die Ölindustrie wiederzubeleben, öffnet damit aber zugleich den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes weit für US-Interessen. (dpa/red)
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Dutzende Tote nach Angriff auf Munitionslager bei Kiew

Bei einem russischen Angriff auf ein ukrainisches Munitionsdepot nahe Kiew haben schwere Explosionen Dutzende Menschen in einem Wohngebiet in den Tod gerissen.
Von 38 Toten und noch 4 Vermissten sprach Präsident Wolodymyr Selenskyj. In dem Dorf Myla rund fünf Kilometer westlich von Kiew gingen die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des russischen Angriffs und die Suche nach weiteren Opfern demnach weiter.
Es gebe 20 Verletzte, darunter zwei Kinder, teilte Selenskyj bei Telegram mit. „Den Rettungskräften ist es gelungen, die meisten Brände zu löschen“, sagte Selenskyj. Sprengstoffexperten seien im Einsatz, um die durch die Explosionen weggeschleuderte Munition aufzuspüren. Das kontaminierte Gelände sei groß.
Russland hatte das Depot, wo auch Granaten und Minen gelagert waren, am Freitagabend angegriffen. Erst am Samstag wurde bekannt, dass das Munitionslager – entgegen den ukrainischen Vorschriften – in einem Wohngebiet lag. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Bewohner eines Altenheims.

Strafverfahren wegen Munitionslager in Wohngebiet eingeleitet

Der Staatschef hatte am Vortag angekündigt, die Verantwortlichen für die Nachlässigkeit zur Verantwortung zu ziehen. „Es gibt Vorschriften: Munition darf es nicht neben Häusern und anderen Wohngebäuden geben“, betonte er.
Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an. „Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt“, sagte Selenskyj. Fast 400 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden.
Regierungschef Serhij Korezkyj verwies auf einen ähnlichen Vorfall Anfang Juli in Wyschnewe am südwestlichen Stadtrand von Kiew. „Im fünften Kriegsjahr werden ein und dieselben Fehler begangen – das ist kriminelle Fahrlässigkeit“, schrieb er bei Telegram.
Nach offiziellen Angaben wurden damals bei der Explosion eines Munitionsdepots mindestens neun Menschen getötet.
Kiew und das Umland kommen seit Tagen aufgrund ständigen Luftalarms nicht zur Ruhe. Dabei wurden den Behörden zufolge am Wochenende auch ein 2 Jahre und ein 14 Jahre altes Mädchen getötet.

Selenskyj: Tausende russische Angriffe in dieser Woche

Selenskyj sagte, dass die Ukraine mehr Schutz vor russischem Terror brauche. „Insgesamt haben die Russen allein in dieser Woche fast 2.000 Angriffsdrohnen, über 1.600 Bomben und 31 Raketen verschiedener Typen, darunter nordkoreanische ballistische Raketen, gegen unsere Bevölkerung abgefeuert“, sagte er. Es gebe rund um die Uhr Angriffe auf Gemeinden in Front- und Grenzgebieten.
Zugleich wehrte sich die Ukraine mit neuen Gegenangriffen auf Ziele im russischen Hinterland. Selenskyj zog dazu erneut zufrieden Bilanz. Es seien Lager-, Vorbereitungs- und Abschussstellen für Angriffsdrohnen in den Regionen Orjol und Rostow getroffen worden.
„Es gab Treffer auf einen Militärflugplatz in Jeisk und im Schwarzen Meer“, sagte Selenskyj. Im Leningrader Gebiet sei eine Ölraffinerie Ziel gewesen, „die monatlich Millionen Dollar in den Militärhaushalt einbringt“.
„Russland muss täglich spüren, dass der Krieg dorthin zurückkehrt, woher er gekommen ist“, erklärte Selenskyj. Russland müssten die Ressourcen genommen werden für den Krieg.
Dafür brauche es auch weitere Sanktionen des Westens und einen Kampf gegen die Umgehung der Strafmaßnahmen. Russland beziehe weiter viele Komponenten, chemische Stoffe und Maschinen für seine Kriegswirtschaft aus dem Ausland, sagte Selenskyj.

Russland will nun verstärkt ukrainische Energieanlagen angreifen

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte dem russischen Staatsfernsehen, dass die Ukraine mit den „terroristischen Angriffen“ auf russische wirtschaftliche Ziele selbst den Weg der Eskalation gewählt habe und darauf die Antwort bekomme.
„Jeden Tag nähert sich die Niederlage des Landes. Kiew versteht das sehr gut“, sagte Peskow. Die Schäden in dem Land durch die russischen Angriffe seien mit bloßem Auge sichtbar.
Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, in der Hauptstadt Kiew sei ein Betrieb getroffen worden, in dem Bauteile und Sprengstoff für Drohnen gelagert gewesen seien. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Die Angriffe auf Rüstungsbetriebe würden fortgesetzt. Die russischen Streitkräfte kündigten zudem an, sich auf massive Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur zu rüsten.
Russland führt seit mehr als viereinhalb Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew wehrt sich dagegen mit westlicher Hilfe.

Russischer Abgeordneter fordert Atomschlag gegen Ukraine

Der russische Parlamentsabgeordnete Alexej Schuraljow erwog in einer Videobotschaft einen Schlag gegen die Ukraine mit einer taktischen Atomwaffe. „Es gibt Diskussionen darüber, ob wir taktische Atomwaffen einsetzen dürfen oder nicht“, sagte er. „Im Bedarfsfall sind wir verpflichtet, sie einzusetzen.“ Die russische Armee komme zwar voran in der Ukraine. Es seien aber härtere Schläge nötig.
„Man muss so zuschlagen, dass der Feind versteht, dass er kapitulieren sollte“, sagte der Politiker der kremlnahen Partei Rodina (auf Deutsch: Heimat) wenige Wochen vor der Duma-Wahl, die vom 18. bis 20. September geplant ist. Als Beispiel nannte er den Einsatz der Atombombe durch die USA in Japan im Zweiten Weltkrieg.
Der Kreml hatte stets betont, dass Atomwaffen nur im Fall einer existenziellen Bedrohung für Russland eingesetzt werden könnten. Kremlchef Wladimir Putin hatte die Schäden durch ukrainische Angriffe zwar eingeräumt, aber als „unter Kontrolle“ heruntergespielt. (dpa/red)
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Gold, Porzellan, Edelsteine: Neue Gewalt hinter Museumseinbrüchen in Europa


In Kürze:

  • Illegaler Kunsthandel wird von der UNESCO als drittgrößter krimineller Handel der Welt eingestuft, direkt hinter dem Drogen- und Waffenhandel.
  • Täter gehen bei Einbrüchen in Museen zunehmend aggressiver vor.
  • Ein Polizeispezialist vermutet die Auftraggeber in den chinesischen Triaden.

 
Museumsdiebstähle in ganz Europa werden zunehmend gewalttätiger – Kriminelle konzentrieren sich dabei verstärkt auf drei Arten von Beute: Edelmetalle, Edelsteine und chinesische Kulturgüter. Davor warnte Europol, die Strafverfolgungsbehörde der EU, in einem am 24. August veröffentlichten Bericht.
In dem Spotlight-Bericht „Changing Tactics, Changing Targets: The Evolving Nature of Museum Heists“ („Veränderte Taktiken, veränderte Ziele: Die sich wandelnde Natur von Museumsraubüberfällen)“ stellt Europol fest, dass Museumsdiebstahl lange Zeit als gewaltfreies Verbrechen galt, bei dem die Täter vor allem unauffälliges und heimliches Vorgehen setzten.
Jüngste Fälle zeichneten jedoch ein neues Bild: Die Täter setzen Vorschlaghämmer, Äxte, Brecheisen und sogar Sprengstoff ein, um in die Räumlichkeiten und Vitrinen einzudringen. Auch Schusswaffen kommen zum Einsatz, um Wachpersonal und Besucher einzuschüchtern.

„Kriminalität als Dienstleistung“ und die gezielte Jagd auf chinesische Kulturgüter

Die Behörde sieht Anzeichen für einen neuen Typ von Tätern, die über soziale Medien angeworben werden und ihre Dienste gegen Bezahlung anbieten.
Auch die Ziele der Einbrecher ändern sich. Im Bericht heißt es: „Eine weitere Entwicklung betrifft die gezielte Beutejagd auf chinesische Kulturgüter“.
Als Beispiele für jüngste Verluste nennt Europol Porzellanteller aus dem 12. und 13. Jahrhundert, Krüge aus der Ming-Dynastie sowie emaillierte Bronzevasen aus der Ming- und Qing-Dynastie.
Solche Diebstähle zeugten von „gezielter Vorbereitung, einschließlich vorheriger Erkundung und Planung, statt wahlloser Plünderung“. Antikes chinesisches Porzellan werde „wahrscheinlich von Kunstschmugglern aus finanziellen Gründen gezielt ins Visier genommen“ und könne „wahrscheinlich leicht auf dem Kunstmarkt verkauft werden“.

Strukturiert wie organisierte Kriminalität

Illegaler Kunsthandel wird „von der UNESCO als drittgrößter krimineller Handel der Welt eingestuft, direkt hinter dem Drogen- und Waffenhandel“, erklärt der französische Journalist Luc Larriba im Gespräch mit der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
Larriba ist Autor des Buches „Art Trafficking: An Investigation Inside the OCBC“. Die OCBC ist eine spezielle französische Polizeieinheit für Kriminalität im Bereich von Kulturgütern.
Die Diebstähle seien das Werk „echter organisierter Kriminalität, die in Ebenen strukturiert ist, genau wie der Drogen- oder Waffenhandel“. Larriba sagt: „Es kann ganz oben beginnen, bei einem Auftraggeber, und sich dann über verschiedene Ebenen hinweg entfalten.“

Diebstähle in Château de Fontainebleau

Auch chinesische Kunstgegenstände und Edelmetalle in Frankreich sind schon Ziel von Diebstählen geworden.
Am 1. März 2015 brachen Einbrecher in das Chinesische Museum im Château de Fontainebleau südöstlich von Paris ein. Innerhalb von sieben Minuten waren sie wieder verschwunden. Sie erbeuteten rund 15 Kunstwerke, darunter die Krone des Königs von Siam und eine Cloisonné-Chimäre aus der Qianlong-Zeit.
Die gestohlenen Stücke wurden nie wiedergefunden und die Täter konnten bis heute nicht identifiziert werden.
Ein anderer Versuch wurde im Dezember 2019 vereitelt: Fünf Spanier und ein chinesischer Staatsangehöriger wurden in der Nähe des Schlosses festgenommen und vorläufig wegen krimineller Verschwörung und organisierten Diebstahls angeklagt.

Polizeispezialist: Auftraggeber werden in den Triaden vermutet

Ein auf solche Fälle spezialisierter französischer Polizeibeamter sagte gegenüber der französischen Zeitung „Journal du Dimanche“, der Auftraggeber der Aktion könne nur einer chinesischen Triade angehören. Diese Stücke seien auf dem Kunstmarkt unverkäuflich und für China bestimmt gewesen.
Die Ermittler fanden zudem zwei Fotos auf dem Mobiltelefon des chinesischen Staatsangehörigen. Darauf waren Gegenstände zu sehen, die bei dem Raubüberfall von 2015 gestohlen worden waren.
Im September 2025 wurden drei chinesische Porzellanobjekte, die als nationale Kulturgüter eingestuft sind, aus dem Nationalmuseum Adrien Dubouché in Limoges in Zentralfrankreich gestohlen. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur.
Weniger als zwei Wochen später erbeutete ein einzelner Einbrecher fast 6 Kilogramm Goldnuggets aus dem Nationalmuseum für Naturgeschichte in Paris. Ihren Wert bezifferte Staatsanwältin Laure Beccuau auf 1,5 Millionen Euro.
Am 30. September wurde in Barcelona eine 24-jährige Chinesin festgenommen. Sie soll versucht haben, fast ein Kilogramm eingeschmolzenes Gold aus dem Weg zu schaffen und sich auf die Rückkehr nach China vorzubereiten. Sie wurde wegen organisierten Diebstahls und krimineller Verschwörung angeklagt und bis zum Prozess inhaftiert.
„Die chinesische organisierte Kriminalität ist in diesem Bereich in Europa offensichtlich aktiv. Das ist ein offenes Geheimnis“, sagte Larriba. Ihre Netzwerke „sind äußerst diskret, können aber rücksichtslos sein“, fügte er hinzu.
„Die Grenzen zwischen Kunsthandel und Drogen- sowie Waffenhandel verschwimmen. Der Handel mit Kulturgütern eröffnet enorme Möglichkeiten zur Geldwäsche.“

Jenseits der Triaden

André Gattolin, ehemaliger französischer Senator und China-Spezialist, sieht hinter diesen Aktivitäten noch eine größere Macht. Die Triaden „dienen oft als bequemer Sündenbock“, sagte er der englischsprachigen Epoch Times und verwies dabei auf ihre – wie er es nannte – Unterordnung unter das chinesische Regime.
„Die Mafia ist mächtig, aber die Kommunistische Partei übt die Kontrolle über sie aus“, sagte er. „Auch wenn der Staat diese Diebstähle nicht unbedingt organisiert, ermöglicht er sie.“
„Die Mafia dient der Zentralregierung oft als Hilfstruppe, insbesondere außerhalb Chinas, und wird oft als Instrument transnationaler Unterdrückung eingesetzt.“
 
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Europol Warns of Violent Museum Heists as Chinese Artifacts Become Prime Targets“. (deutsche Bearbeitung ks)
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Klingbeil sucht bei G20-Treffen in USA nach neuen Handelspartnern

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will beim G20-Finanzministertreffen in den USA neue Partnerschaften knüpfen.
„Wir suchen die Kooperation mit allen, die wie wir auf offenen und regelbasierten Handel, auf Verlässlichkeit und Zusammenarbeit setzen“, erklärte Klingbeil vor seiner Abreise nach Asheville im US-Bundesstaat North Carolina am Sonntag. Er werde unter anderem mit seinen Amtskollegen aus Indien, Kanada und Großbritannien darüber beraten.
Der Irankrieg und die Sperrung der Straße von Hormus, der Krieg in der Ukraine sowie „Handelskonflikte und Wettbewerbsverzerrungen“ seien „Gift für die wirtschaftliche Entwicklung weltweit“, erklärte der Vizekanzler. „Die G20 sind der richtige Rahmen, um hierüber offen zu beraten und unsere Positionen deutlich zu machen.“

G20-Treffen in Asheville

Deutschlands wichtigste Handelspartner sind bislang die USA und China. Das Verhältnis zu beiden Ländern ist stark angespannt. Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump schadet der deutschen Wirtschaft. China wird vorgeworfen, mit unfairen Mitteln wie massiven staatlichen Subventionen und der gezielten Abwertung seiner Währung eigenen Unternehmen Vorteile auf dem Weltmarkt zu verschaffen.
Die USA haben derzeit den Vorsitz der G20 inne. Nach Angaben eines US-Vertreters will US-Finanzminister Scott Bessent beim Treffen in Asheville die wirtschaftliche Isolation des Iran vorantreiben und deutlich machen, dass die Sanktionen gegen das Land eingehalten werden müssen.
Nach dem Willen der USA soll es unter anderem auch um die Förderung von Wirtschaftswachstum und zuverlässige Lieferketten für strategisch wichtige Ressourcen wie Energie gehen. (afp/red)
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Sturzflut im Himalaya: Erdrutsch formt neuen See – China zieht Retter in Tibet ab

Die Rettungsarbeiten in Tibet nach der tödlichen Sturzflut im Grenzgebiet zu Nepal sind am Sonntag unterbrochen worden, weil sich infolge eines Erdrutsches ein neuer See gebildet hat. Überwachungsdrohnen hätten am Samstagabend den Erdrutsch an einem Berghang knapp drei Kilometer von dem entleerten Purepuqiang-Tsangpo-Stausee entfernt entdeckt, berichtete der staatliche chinesische Sender CCTV.
Der Stausee hatte in den vergangenen Tagen die Rettungsarbeiten gefährdet. „Der Erdrutsch hat einen neuen Staudamm geformt und ein neuer Stausee baut sich auf“, hieß es in dem Bericht weiter.
Rettungsteams in der Nähe des Gyirong-Grenzübergangs seien in sicherere Gebiete abgezogen worden. Das Katastrophenschutz-Ministerium habe Fachleute einberufen, um die Lage einzuschätzen und zu analysieren.

Mindestens 750 Tote und 3.000 Vermisste

Die Behörden in Nepal und China informierten in kurzen Abständen über immer weiter steigende Zahlen von Todesopfern und Vermissten.
Der nepalesische Katastrophenschutz teilte am Sonntag mit, mindestens 734 Menschen seien in Nepal ums Leben gekommen und 2.498 Menschen würden vermisst. Zusammen mit den jüngsten Angaben der chinesischen Behörden zur Lage in Tibet stieg damit die Gesamtzahl der Toten auf 750 und die der Vermissten auf 3.044.

Arbeiter räumen am 29. August 2026 mit Baggern den Schlamm nach den Sturzfluten am Dhunge Bazaar im nepalesischen Distrikt Nuwakot weg.

Foto: Arun Sankar/AFP via Getty Images

In Nepal (30 Millionen Einwohner) sind laut Rotem Kreuz bis zu 93.000 Menschen von der Sturzflut betroffen. Ganze Ortschaften wurden weggeschwemmt, viele Familien mussten in Notunterkünften Schutz suchen.
Brücken wurden mitgerissen und 40 Kilometer Straßenverbindungen unterbrochen. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks zerstörten die Wasser- und Geröllmassen 18 Schulen und beschädigten 20 weitere. Davon sind rund 10.000 Kinder betroffen.
„Der

Der Schlamm hat Verkehrswege unter sich begraben.

Foto: Dirk Godder/dpa

97-Jährige nach Tagen gerettet

Währenddessen schwindet die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Und dennoch: Auf schier wundersame Weise hatten die Helfer in Nepal am Samstag eine 97 Jahre alte Frau aus den Trümmern eines Altenheims lebend gerettet. In einer Baggerschaufel fuhren Männer die Frau in Tupche an einen sicheren Ort.
„Als meine Großmutter hinausgehoben und auf den Bagger gesetzt wurde, lachte sie, als wäre sie eine Kriegerin, die siegreich aus dem Krieg zurückgekehrt sei“, sagte ihr Großneffe der britischen BBC. Es habe totales Chaos geherrscht, weil alles unter dem Schlamm begraben gewesen sei.
Sein Bruder und dessen Sohn hätten die Frau entdeckt. Nach einigen Stunden sei sie dann gerettet worden, erzählte der Mann.

Schicksal von Menschen in Tunnel unklar

Weiter unklar ist das Schicksal Hunderter vermisster Arbeiter an Staudammprojekten in Nepal. An einem der Wasserkraftwerke vermuteten die Behörden mögliche Opfer, die sich in einen Tunnel gerettet hatten. Für die komplizierte Such- und Bergungsoperation flogen mittlerweile Spezialtrupps aus Indien und China ein, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen.
Am Sonntag gelang den Rettungskräften an dem Kraftwerk Upper Trishuli 3A, einen Zugang zu graben, wie ein Video in den sozialen Medien zeigte. Probleme bereitete jedoch laut offiziellen Angaben eine Flutwelle und ein damit steigender Wasserstand im Trishuli-Fluss von fünf bis zehn Metern. Am Ufer kam es deshalb zu Erosionen. Die Regierung will nach einer Prüfung schweres Gerät an den Ort schicken.

Die beschädigte Ghatbesi-Brücke über den Trishuli-Fluss nach den Sturzfluten im nepalesischen Distrikt Dhading am 30. August 2026.

Foto: Manan Vatsyayana/AFP via Getty Images

Sorge vor Engpässen

Nepals Außenminister Shishir Khanal hatte neben Hilfe in der Rettungs- und Hilfsphase auch Unterstützung beim Wiederaufbau erbeten. Die USA sagten Hilfslieferungen in Höhe von 3,6 Millionen US-Dollar zu (etwa 3,1 Millionen Euro). Darin enthalten sei bis zu drei Monate lang Nahrungsmittelhilfe für bis zu 10.000 von der Flut betroffenen Haushalte, schrieb das US-Außenministerium auf der Online-Plattform X.
Auch fernab des eigentlichen Katastrophengebietes in Norden hinterließ die Flut ihre Spuren. Wie die nepalesische Polizei berichtete, blockierte ein Erdrutsch eine Autobahn zwischen der Kathmandu und Südnepal.
Die Straße verläuft entlang eines über die Ufer getretenen Flusses und ist eine Hauptverbindung zwischen der Hauptstadt und dem Süden des Landes. Durch die Blockade entstand die Sorge möglicher Lieferengpässe in Richtung des Katastrophengebietes.

Diese Luftaufnahme zeigt den über die Ufer getretenen Trishuli-Fluss (l) und mit Schlamm bedeckte Häuser (r) nach den Sturzfluten in Baireni im nepalesischen Distrikt Dhading am 30. August 2026.

Foto: Manan Vatsyayana/AFP via Getty Images

Energieversorgung und Gesundheitswesen

Fast der gesamte Strom in Nepal wird durch Wasserkraftwerke erzeugt. Nach Angaben nepalesischer Behörden mussten elf Wasserkraftwerke und ein Solarkraftwerk ihren Betrieb in Folge der Sturzflut einstellen.
Das entspricht zehn Prozent der Stromerzeugungskapazität. Darüber hinaus wurden mehrere im Bau befindliche Kraftwerke beschädigt.
2024 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bei 1.200 Euro pro Kopf. Bis zu einem Drittel des BIP stammt aus Überweisungen von Nepalesen, die im Ausland arbeiten – vor allem in den Golfstaaten.
Der Tourismus trägt rund 6,4 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. In dem Bereich sind etwa 15 Prozent der Arbeitskräfte beschäftigt – gerade eine Bergsteiger und Trekking-Region wurde getroffen.
Durch die Sturzflut wurden zahlreiche Gesundheitseinrichtungen beschädigt, darunter auch ein Krankenhaus. Der Zugang zu einem zweiten Krankenhaus wurde nach WHO-Angaben eingeschränkt. Durch unzureichende Sanitär- und Wasseraufbereitungsmöglichkeiten drohen Seuchen. (afp/red)
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Isländer lehnen Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche ab

Die Einwohner Islands haben mehrheitlich gegen eine Wiederaufnahme der Gespräche über einen EU-Beitritt ihres Landes gestimmt. Das Ergebnis des Referendums fiel mit 52,8 zu 47,2 Prozent der Stimmen knapp aus, wie die Auszählung ergab. Gegen die Fortsetzung der vor 13 Jahren unterbrochenen Verhandlungen stimmten rund 12.000 Menschen mehr als dafür.
Zur Abstimmung aufgerufen waren gut 270.000 Isländer. Ein Fünftel von ihnen hatte nach Angaben des isländischen Fernsehens bereits vorab abgestimmt.
Das Ergebnis ist ein schwerer Rückschlag für Brüssel – die EU ist sehr an einer Mitgliedschaft Islands interessiert.
Bei dem Referendum war ein Kopf-an-Kopf-Rennen beider Lager erwartet worden. Gegner des EU-Beitritts verwiesen insbesondere auf den wirtschaftlich bedeutsamen Fischereisektor, der wohl nach einem Beitritt einer stärkeren Regulierung von außen unterworfen wäre.
Die sozialdemokratische Regierungschefin Kristrún Frostadóttir hatte vorab angekündigt, sie werde sich an das Ergebnis der Volksabstimmung halten. Während der Finanzkrise 2009 hatte das Land einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt.

Die isländische Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir am 26. August 2026 in Reykjavik, Island, bei einer Diskussionsrunde zum Referendum.

Foto: Jonathan Nackstrand/AFP via Getty Images

Von 2010 bis 2015 war das Land Beitrittskandidat. Zur Begründung der Rücknahme des Beitrittsantrags hieß es damals, dass den Interessen Islands außerhalb der EU besser gedient sei.

Das Thema Sicherheit

Frostadóttir hatte die Wiederaufnahme der Gespräche kurz vor dem Referendum im isländischen Fernsehen als „einen der bedeutendsten Schritte“ bezeichnet, mit dem sich Risiken für die Insel reduzieren ließen.
In unsicheren Zeiten wie diesen, in denen sich internationale Beziehungen veränderten, sei die Frage, ob ein kleines Land wie Island sich größeren Staaten und Bündnissen annähern sollte. „Wir sehen um uns herum, dass Länder in unserer Nachbarschaft durch die Europäische Union geschützt wurden.“
Die Insel hatte 1951 mit den USA ein bilaterales Verteidigungsabkommen abgeschlossen. Island ist Gründungsmitglied der NATO, hat aber keine eigene Armee. Die Gegner der Wiederaufnahme der EU-Gespräche verwiesen darauf, dass das US-Abkommen und die NATO für die eigene Sicherheit ausreichend seien.

Fischerei als Knackpunkt

Wirtschaftlich ist Island bereits stark in Europa integriert: Das Land gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum und genießt die Vorteile des Binnenmarkts – hat aber bei wichtigen Entscheidungen kein Mitspracherecht.
Die Gespräche über einen EU-Beitritt waren im ersten Anlauf vor allem an der Debatte um die Fischerei gescheitert; dem größten Wirtschaftszweig der Insel. Auch jetzt waren wieder große Zweifel aufgekommen, ob ein Beitritt ohne die Aufgabe zu vieler eigener Rechte möglich wäre.
Regierungschefin Frostadóttir hatte ihren Landsleuten versprochen, Island werde den Verhandlungstisch schnell wieder verlassen, sollte man nicht die volle Kontrolle über die eigenen Fischereiressourcen behalten dürfen. (dts/dpa/red)
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Schüsse bei Rave-Party in der Schweiz – Eine Tote und fünf Verletzte

Bei einer Rave-Veranstaltung ist in der Schweiz eine 22-jährige Frau durch einen oder mehrere Schüsse getötet worden. Vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren seien teils schwer verletzt worden, berichtete die Kantonspolizei Aargau.
Alle Opfer hätten ihren Wohnsitz in der Schweiz, so die Behörden weiter. Ein oder mehrere Täter hatten am frühen Sonntagmorgen zahlreiche Schüsse abgegeben. Das Motiv für das Geschehen ist noch unklar. Nach dem oder den Tätern wurde intensiv gefahndet.
Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, das Gebiet zu meiden. Aarau im Kanton Aargau liegt etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Die Polizei bat darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden.
Nach dem Vorfall war auch die Polizei auf deutscher Seite an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt. Dies sei reine Routine in der Polizeiarbeit, betonte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze.

Polizisten sichern am 30. August 2026 in Aarau in der Nordschweiz den Bereich hinter einem Plakat ab, auf dem für eine Rave-Party geworben wird.

Foto: Harold Cunningham/AFP via Getty Images

Tausende wurden zum Event auf Rennbahn erwartet

Tatort war das Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins. Der Verein sprach allen Angehörigen sein Mitgefühl aus.
„Die Aarauer Rave-Party wurde von einem schweren Ereignis überschattet. Die zuständigen Einsatzkräfte wurden umgehend alarmiert und waren mit den notwendigen Mitteln vor Ort, um die Situation zu bewältigen und die erforderlichen Massnahmen einzuleiten“, schrieb der Verein in einer Mitteilung.
Die Veranstalter hatten rund 3.500 Personen erwartet, wie es auf der Website hieß. Wie viele Personen zum Zeitpunkt der Schüsse auf dem Gelände waren, blieb vorerst unklar. „Das Eventgelände rund um die grösste Rennbahn der Schweiz bietet eine Location, die spezieller nicht sein könnte“, hatte der Veranstalter den „grössten Rave in der Nordwestschweiz“ im Vorfeld beworben.

DJ tief betroffen

Nach den nächtlichen Schüssen im schweizerischen Aarau hat sich der DJ der betroffenen Veranstaltung geäußert. Was auf dem Rave passiert sei, sei absolut herzzerreißend, schrieb DJ Tekibo in einer Instagram-Story. „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein.“
Er versuche immer noch, das Ganze zu verarbeiten. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und finde einfach nicht die richtigen Worte. Er werde sich für eine bestimmte Zeit zurückziehen, kündigte er an.
Augenzeugen sagten der „Blick“, sie hätten die Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten. Anschließend seien viele Besucher der Technoparty in eine nahegelegene Turnhalle geflüchtet. Ein Zeuge sprach von „Schusssalven“.
Auf einem Video, das eine Einwohnerin von Aarau in Onlinenetzwerken veröffentlichte, sind menschenleeren Straßen zu sehen, während im Hintergrund offenbar mehrere Schüsse zu hören sind.

Schüsse statt Feuerwerk

Eine andere Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt. Eine Frau sei von einer Kugel getroffen worden. Alle Besucher des Raves seien von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden.
„Es war schrecklich“, so die Zeugin gegenüber der Zeitung. Das Ganze habe sich unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung abgespielt.
„Die

Die Polizei ist mit vielen Kräften im Einsatz.

Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

Die Feuerwehr sperrte das Gebiet großräumig ab. Neben der Kantonspolizei und der Feuerwehr sind mehrere Rettungsdienste vor Ort. Ebenfalls wurde das Kantonale Katastrophen Einsatzelement des Kantons Aargau aufgeboten. (afp/dpa/red)
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Isländer stimmen gegen Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche

Im isländischen Referendum über eine Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche haben sich die Gegner durchgesetzt. Nach Auszählung fast aller Stimmen kam das Nein-Lager am Sonntag auf 52,5 Prozent der Stimmen, während 47,5 Prozent für die Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche stimmten.
Damit fiel das Ergebnis etwas deutlicher als erwartet aus. Zwar fehlten zunächst noch die finalen Ergebnisse aus einem Wahlkreis, der öffentlich-rechtliche Sender RÚV kam jedoch zu dem Schluss, dass der Vorsprung der Gegner uneinholbar ist.

Die isländische Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir am 26. August 2026 in Reykjavik, Island, bei einer Diskussionsrunde zum Referendum.

Foto: Jonathan Nackstrand/AFP via Getty Images

Bei dem Referendum war ein Kopf-an-Kopf-Rennen beider Lager erwartet worden. Gegner des EU-Beitritts verwiesen insbesondere auf den wirtschaftlich bedeutsamen Fischereisektor, der wohl nach einem Beitritt einer stärkeren Regulierung von außen unterworfen wäre.
Island und die EU sind unter anderem durch Islands Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum und die Teilnahme am Schengen-Raum eng miteinander verbunden.
Von 2010 bis 2015 war das Land Beitrittskandidat. Zur Begründung der Rücknahme des Beitrittsantrags hieß es damals, dass den Interessen Islands außerhalb der EU besser gedient sei. (dts/red)
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Sturzflut im Himalaya: Erdrutsch formt neuen See – Retter in Tibet abgezogen

Die Rettungsarbeiten in Tibet nach der tödlichen Sturzflut im Grenzgebiet zu Nepal sind am Sonntag unterbrochen worden, weil sich infolge eines Erdrutsches ein neuer See gebildet hat. Überwachungsdrohnen hätten am Samstagabend den Erdrutsch an einem Berghang knapp drei Kilometer von dem entleerten Purepuqiang-Tsangpo-Stausee entfernt entdeckt, berichtete der staatliche chinesische Sender CCTV.
Der Stausee hatte in den vergangenen Tagen die Rettungsarbeiten gefährdet. „Der Erdrutsch hat einen neuen Staudamm geformt und ein neuer Stausee baut sich auf“, hieß es in dem Bericht weiter.
Rettungsteams in der Nähe des Gyirong-Grenzübergangs seien in sicherere Gebiete abgezogen worden. Das Katastrophenschutz-Ministerium habe Fachleute einberufen, um die Lage einzuschätzen und zu analysieren.

Mindestens 750 Tote und 3.000 Vermisste

Die Behörden in Nepal und China informierten in kurzen Abständen über immer weiter steigende Zahlen von Todesopfern und Vermissten.
Der nepalesische Katastrophenschutz teilte am Sonntag mit, mindestens 734 Menschen seien in Nepal ums Leben gekommen und 2.498 Menschen würden vermisst. Zusammen mit den jüngsten Angaben der chinesischen Behörden zur Lage in Tibet stieg damit die Gesamtzahl der Toten auf 750 und die der Vermissten auf 3.044.
In Nepal (30 Millionen Einwohner) sind laut Rotem Kreuz bis zu 93.000 Menschen von der Sturzflut betroffen. Ganze Ortschaften wurden weggeschwemmt, viele Familien mussten in Notunterkünften Schutz suchen.
Brücken wurden mitgerissen und 40 Kilometer Straßenverbindungen unterbrochen. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks zerstörten die Wasser- und Geröllmassen 18 Schulen und beschädigten 20 weitere. Davon sind rund 10.000 Kinder betroffen.
„Der

Der Schlamm hat Verkehrswege unter sich begraben.

Foto: Dirk Godder/dpa

Energieversorgung und Gesundheitswesen

Fast der gesamte Strom in Nepal wird durch Wasserkraftwerke erzeugt. Nach Angaben nepalesischer Behörden mussten elf Wasserkraftwerke und ein Solarkraftwerk ihren Betrieb in Folge der Sturzflut einstellen.
Das entspricht zehn Prozent der Stromerzeugungskapazität. Darüber hinaus wurden mehrere im Bau befindliche Kraftwerke beschädigt.
2024 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bei 1.200 Euro pro Kopf. Bis zu einem Drittel des BIP stammt aus Überweisungen von Nepalesen, die im Ausland arbeiten – vor allem in den Golfstaaten.
Der Tourismus trägt rund 6,4 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. In dem Bereich sind etwa 15 Prozent der Arbeitskräfte beschäftigt – gerade eine Bergsteiger und Trekking-Region wurde getroffen.
Durch die Sturzflut wurden zahlreiche Gesundheitseinrichtungen beschädigt, darunter auch ein Krankenhaus. Der Zugang zu einem zweiten Krankenhaus wurde nach WHO-Angaben eingeschränkt.
Durch unzureichende Sanitär- und Wasseraufbereitungsmöglichkeiten drohen Seuchen. (afp/red)
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Schüsse in der Schweiz – was wir wissen und was nicht

Bei einer Veranstaltung im schweizerischen Aarau sind in der Nacht Schüsse gefallen. Es gibt mehrere Opfer, die laut Polizei Besucher auf einem Rave-Festival auf einer Pferderennbahn gewesen waren.

Was wir wissen

  • Zeitpunkt: Bei einer Veranstaltung in Aarau in der Schweiz sind in der Nacht Schüsse gefallen.
  • Opfer: Nach vorläufigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Aargau gibt es ein Todesopfer und fünf Verletzte. Einige wurden schwer verletzt. Die Opfer sind laut Polizei Besucher eines Rave-Festivals.
  • Tatort: Tatort war die Pferderennbahn in Schachen, auf der zum Zeitpunkt des Geschehens laut Polizei ein Rave stattfand.
  • Einsatz: Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Auch auf deutscher Seite ist die Polizei nach Angaben des Polizeipräsidiums Freiburg auch an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt.
  • Zeugen: Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das Gebiet zu meiden, Zeugen wurden von der Polizei aufgefordert Fotos und Videos des Vorfalls zur Verfügung zu stellen.

Was wir nicht wissen

  • Zusammenhang mit dem Festival: Bisher gibt es von den Behörden keine Angaben dazu, wo genau die Schlüsse fielen und welchen Zusammenhang es genau zu der Rave-Veranstaltung gab. Die Organisatoren haben sich noch nicht geäußert.
  • Täter: Wer geschossen hat, ist bislang nicht bekannt. Die Fahndung nach der Täterschaft läuft. Es ist bislang nicht bekannt, ob es einen oder mehrere Täter gab.
  • Opfer: Ob es weitere Opfer gibt, ist noch unklar.
  • Hintergrund: Warum die Schüsse fielen, die genauen Umstände und der Ablauf der Tat sind bisher noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen.
Die Polizei ist mit vielen kräften im Einsatz.

Die Polizei ist mit vielen kräften im Einsatz.

Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

(dpa/red)
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Schüsse nahe Rave-Party in der Schweiz – Polizei: „Mehrere Opfer“

Am Rande einer Rave-Party in Aarau im Norden der Schweiz sind Schüsse gefallen. Es gebe „mehrere Opfer“, erklärte die Kantonspolizei Aarau am Sonntag. Ein Großeinsatz der Polizei laufe, teilten die Beamten weiter mit.
Die Menschen wurden aufgefordert, dem Gebiet fernzubleiben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht gemacht.
Örtliche Medien berichteten, der laufende Polizeieinsatz könne bedeuten, dass noch nach Verdächtigen gefahndet werde. Die Schweizer Zeitung „Blick“ berichtete, dass die Schüsse vor 3:00 Uhr am Rande des „Aarauer Rave“ gefallen seien.

Party mit 3.500 Besuchern

Dabei handelt es sich um eine Techno-Party von Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag mit rund 3.500 Besuchern auf der Pferderennbahn von Aarau.
Der Vorfall sei auf die „Pferderennbahn lokalisiert“, zitierte „Blick“ Polizeisprecherin Vanessa Rumpold. Die Polizei könne „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ bestätigen. (afp/red)
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Schüsse bei Rave-Party in der Schweiz – Polizei: Ein Toter und fünf Verletzte

Am Rande einer Rave-Party in Aarau im Norden der Schweiz sind Schüsse gefallen. Es gebe „mehrere Opfer“, erklärte die Kantonspolizei Aarau am Sonntag. Später meldete die Polizei einen Toten und fünf Verletzte.
Ein Großeinsatz der Polizei laufe, teilten die Beamten weiter mit. Auf einem Video, das die Schweizer Zeitung „Blick“ veröffentlicht hat und das von der Nähe des Tatorts stammen soll, sind rund zehn Schüsse zu hören.
Demnach fielen diese vor 3:00 Uhr am Rande des „Aarauer Rave“. Unklar ist, wer die Schüsse abgegeben hat. Die Menschen wurden aufgefordert, dem Gebiet fernzubleiben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht gemacht.

Party mit 3.500 Besuchern

Dabei handelt es sich um eine Techno-Party von Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag mit rund 3.500 Besuchern auf der Pferderennbahn von Aarau.
Der Vorfall sei auf die „Pferderennbahn lokalisiert“, zitierte „Blick“ Polizeisprecherin Vanessa Rumpold. Die Polizei könne „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ bestätigen.
Die Polizei bittet darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. (afp/dpa/red)
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Island im EU-Referendum: Ja zu neuen Beitrittsgesprächen?

Heute geht’s für Island um Europa: In einem Referendum stimmen die Bewohner der Vulkaninsel über die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsgesprächen ab. Stimmen sie mit „Ja“, macht das den Weg für neue Verhandlungen mit Brüssel frei.
Bei einem „Nein“ hat die Regierung versprochen, das Vorhaben fallen zu lassen. Mehr als 270.000 Isländer sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Ein Fünftel von ihnen hat das Kreuzchen nach Angaben des isländischen Fernsehens bereits vorab gemacht.
Alles deutet auf ein enges Rennen hin. Ergebnisse wurden in der Nacht zum Sonntag erwartet. Konkret konnten die Wähler über die Frage abstimmen: „Soll Island die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union wieder aufnehmen?“

Regierungschefin Frostadóttir will neue Gespräche

Die sozialdemokratische Regierungschefin Kristrún Frostadóttir hatte ihren Landsleuten schon bei Amtsantritt Ende 2024 eine Abstimmung über neue EU-Verhandlungen angekündigt.
Auch wenn der Ausgang des Referendums noch nichts darüber aussagt, ob Island am Ende möglicher Beitrittsgespräche auch tatsächlich Mitglied der EU würde, ging es in den Debatten der vergangenen Wochen schon viel darum, welchen Vorteil eine volle Mitgliedschaft hätte.

Die isländische Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir gibt am 29. August 2026 während des Referendums in einem Wahllokal in Reykjavik ihre Stimme ab.

Foto: Jonathan Klein/AFP via Getty Images

„Ich halte das für einen der wichtigsten Schritte, die wir unternehmen können, um Risiken zu verringern“, sagte Frostadóttir im isländischen Fernsehen. In unsicheren Zeiten wie diesen, in denen sich internationale Beziehungen veränderten, sei die Frage, ob ein kleines Land wie Island sich größeren Staaten und Bündnissen annähern sollte. „Wir sehen um uns herum, dass Länder in unserer Nachbarschaft durch die Europäische Union geschützt wurden.“
Wirtschaftlich ist Island bereits stark in Europa integriert: Das Land gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum und genießt die Vorteile des Binnenmarkts – hat aber bei wichtigen Entscheidungen kein Mitspracherecht.

Unternehmer: Wir können uns „selbst regieren“

Viele Isländer sehen keinen Grund für einen EU-Beitritt, weil Island ohnehin Zugang zum europäischen Binnenmarkt hat. „Wir brauchen Brüssel nicht, um uns zu regieren. Das können wir selbst“, sagte der 65-jährige Unternehmer Elias Theodorsson AFP.
„Noch vor hundert Jahren waren wir eines der ärmsten Länder Europas. Und heute sind wir eines der reichsten. Das haben wir aus eigener Kraft geschafft.“
Kehrseite des Wohlstands sind unter anderem eine hohe Inflation und steigende Zinsen. Wer ein Haus bauen möchte, zahlt gut und gerne neun Prozent an die Bank. In der EU ist die Zinsbelastung dagegen weitaus geringer. „Für meinen Haushalt würde das enorm viel bedeuten“, sagte die 32 Jahre alte Universitätsangestellte Alexandra Yr AFP.

28. August 2026: Ein Blick auf Reykjavík, Island, wobei die Hallgrimskirkja, Islands größte Kirche, emporragt.

Foto: Halldor Kolbeins/AFP via Getty Images

Angst um die Fischerei

Bereits während der Finanzkrise 2009 hatte das rund 400.000 Einwohner zählende Land einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt. Der Vorstoß verlief im Sande: Nach der Parlamentswahl 2013 legte die neue, EU-skeptische Regierung die Beitrittspläne auf Eis.
Gescheitert waren die Gespräche damals unter anderem an der Debatte um die Fischerei. Sie ist der größte Wirtschaftszweig der Insel. In diesem Bereich hat Island deshalb besonders große Sorge, seine Unabhängigkeit zu verlieren.
In einer Debatte im isländischen Fernsehen kurz vor dem Referendum versprach Regierungschefin Frostadóttir ihren Landsleuten, Island werde den Verhandlungstisch schnell wieder verlassen, sollte man nicht die volle Kontrolle über die eigenen Fischereiressourcen behalten dürfen.
Ob es überhaupt an den Verhandlungstisch geht, wird sich nach dem Referendum entscheiden. Sollten die Beitrittsgespräche letztlich zum Erfolg führen, hätte das isländische Volk noch einmal die Wahl: Für diesen Fall hat die Regierung ein zweites Referendum angekündigt, in dem die Isländer über die Mitgliedschaft abstimmen dürften. (afp/dpa/red)
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Norwegen nach König Harald: Rede des neuen König heute um 19:00 Uhr

Norwegen trauert. Auch am Tag nach dem Tod von König Harald V. ist auf den Straßen der Hauptstadt Oslo eine bedrückende Atmosphäre zu spüren.
Zwar findet jede Norwegerin und jeder Norweger einen eigenen Umgang mit der Trauer – der offizielle Ablauf nach dem Ableben eines Monarchen ist aber weitestgehend festgelegt.

Die öffentliche Trauer

Seit Samstag liegen im ganzen Land Kondolenzbücher aus, in die sich jede und jeder eintragen kann.
In Oslo gehörte Bürgermeisterin Anne Lindboe zu den ersten, die persönliche Worte an den am Freitagmorgen gestorbenen Monarchen hinterließen, wie die Zeitung „VG“ berichtete. „Du brauchtest keine Krone, um König zu sein“, schrieb sie dem Bericht zufolge.

Der Politiker Espen Barth Eide erweist am 28. August 2026 auf dem Platz vor dem Königspalast in Oslo, Norwegen, König Harald V. von Norwegen die letzte Ehre.

Foto: Rune Hellestad/Getty Images

Am Sonntag werden in zahlreichen Kirche und allen elf Kathedralen Trauergottesdienste ausgerichtet. Im Osloer Dom geht es um 11:00 Uhr los, wie die Norwegische Kirche mitteilte.
„Wir trauern um König Harald und empfinden tiefe, aufrichtige Dankbarkeit für alles, was er uns allen durch sein Leben und Wirken bedeutet“, sagt Olav Fykse Tveit, der leitende Bischof der Norwegischen Kirche.

Die Beerdigung

Wer persönlich Abschied nehmen will, kann in den kommenden Tagen die Kapelle des Schlosses besuchen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Roten Salon des Schlosses wird der geschlossene Sarg dort bis zur Beisetzung aufgebahrt auf einem verhüllten Katafalk zu bestimmten Zeiten zu sehen sein.
Langsam sollen die Besucher nach Angaben des Hofes an dem bewachten Sarg vorbeigehen können, um Harald persönlich die letzte Ehre zu erweisen. Auf und am Sarg werden die königlichen Insignien platziert, dazu gehört auch die Krone.
Zur Beerdigung, für die noch kein Termin genannt wurde, wird es erneut eine große Trauerfeier geben, die als Staatsbegräbnis ausgerichtet wird. Der Nachrichtenagentur NTB zufolge soll die Feier im Kreis der engsten Familienangehörigen in der Schlosskapelle beginnen.
Eine ganz große Liebe: Königin Sonja und König Harald V. (Archivbild)

Eine ganz große Liebe: Königin Sonja und König Harald V. (Archivbild)

Foto: Haakon Mosvold Larsen/NTB scanpix via AP/dpa

Der Sarg mit dem König soll dann in einem Trauerzug zum Osloer Dom überführt werden. Im Anschluss soll ein weiterer Trauerzug – dann in deutlich kleinerem Rahmen – zur letzten Ruhestätte des Königs in der Kirche von Akershus folgen.
Der Zeitung „VG“ zufolge ist der Tag der Beerdigung kein offizieller Feiertag. Arbeitnehmern sowie allen Schülern soll aber gestattet werden, die Trauerfeier zu verfolgen. Um 13:00 Uhr wird es eine landesweite Schweigeminute geben.

Rede des Königs

Der neue König Haakon VIII. wird sich heute um 19:00 Uhr an das Volk wenden. Die Rede wird im Fernsehen übertragen. Am Freitag hatte der Sohn von Harald, der in der Sekunde des Todes seines Vaters den Thron übernommen hatte, die Regierungsmitglieder im Schloss empfangen.
Am kommenden Dienstag (13:00 Uhr) wird Haakon den vorgeschriebenen Eid auf die Verfassung ablegen. Die norwegische Bevölkerung kann dabei live im Fernsehen zusehen.
Eine klassische Krönungszeremonie gibt es in Norwegen nicht mehr. Haralds Vater, König Olav V., hatte 1958 eine neue Segnungszeremonie eingeführt, die Harald und seine Frau, Königin Sonja, 1991 fortführten.
Entsprechend wird eine ähnliche Zeremonie auch jetzt erwartet. Auf die Segnung folgt traditionell eine Reise durch Norwegen. (dpa/red)