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Schwert-Attacke an Schule schockt Schweden

Schock kurz nach den Sommerferien: An einer Schule in Schweden hat eine Person mit einem Schwert mindestens zwei Menschen verletzt. Nach Informationen des schwedischen Rundfunks soll es sich um zwei minderjährige Jungen handeln.
Zu dem Vorfall kam es in der Stadt Fagersta nordwestlich von Stockholm. Der mutmaßliche Täter – laut Medien ein Mann – befindet sich nach Angaben der Kommune in Polizeigewahrsam.
Laut Boulevardmedien hat die Polizei dem Angreifer ins Bein geschossen. Informationen des schwedischen Rundfunks zufolge soll es sich bei dem Angreifer um einen 18 Jahre alten früheren Schüler der weiterführenden Schule handeln.
Einen endgültigen Überblick über die Anzahl der Verletzten sowie die Art der Verletzungen gab es am Abend noch nicht. „Wir haben zwei Schwerverletzte aufgenommen“, sagte Jonas Cederberg, Gesundheitsdirektor der Region Västmanland, dem schwedischen Rundfunk. Eine weitere Person werde mit leichten Verletzungen behandelt.

Schüler berichtet von dramatischen Szenen

Ein Schüler erzählte dem schwedischen Fernsehen, er habe gesehen, wie der Angreifer einen Mitschüler in den Arm gestochen habe. „Sein ganzer Arm war voller Blut, er sagte: Ruft die Polizei! Ruft die Polizei!“ Plötzlich seien alle gerannt. „Ich fühle mich nicht sicher“, sagte ein anderer Schüler. „Und ich bin traurig.“
Der Alarm war um 14.00 Uhr eingegangen. Medien berichteten von mehreren Rettungswagen und einem Polizeihubschrauber am Einsatzort. Die Polizei durchsuchte das Gebäude, befragte Zeugen und führte eine technische Untersuchung durch. „Wir werden auch prüfen, ob es möglicherweise Kameraaufnahmen gibt, die für die Ermittlungen hilfreich sein könnten“, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur TT.
Die Schülerinnen und Schüler, die sich nach der Tat noch in der Schule befanden, durften das Gebäude laut Medienberichten stundenlang nicht verlassen. Besorgte Eltern warteten auf dem Schulhof, manche weinten nach Angaben des Fernsehsenders SVT. „Man ist unruhig“, sagte eine Frau, deren Tochter am Nachmittag in der Schule ausharren musste, einer Reporterin.
Das Mädchen habe sehr viel Angst, es gehe ihr schlecht. Gegen 18 Uhr gab die Kommune Entwarnung. Eltern könnten ihre Kinder nun abholen, hieß es in einer Mitteilung. Auch in anderen Kindergärten und Schulen in der Umgebung hatten Kinder aus Sicherheitsgründen zunächst bleiben müssen.

„Schreckliche Nachrichten“: Reaktionen auf den Angriff

Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson schrieb in einer SMS an den Fernsehsender SVT, man wisse noch nicht, was hinter der Tat stecke, „aber wir wissen, dass die Polizei sehr intensiv arbeitet“. Justizminister Gunnar Strömmer sagte dem schwedischen Fernsehen: „Die Regierung steht in engem Kontakt mit der Polizei und verfolgt die Entwicklungen laufend.“
Auch die Chefin der schwedischen Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, kommentierte den Vorfall. Bei der Plattform X schrieb sie: „Schreckliche Nachrichten aus Fagersta. Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und allen, die davon berührt sind.“ Ganz Schweden stehe in dieser schweren Stunde an der Seite von Fagersta.
Bei der Schule handelt es sich den Angaben zufolge um eine weiterführende Schule in der Kommune Fagersta mit rund 500 Schülerinnen und Schülern.(dpa/red)
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„Geh nach Westen, junger Mann“: Der Ruf des Yellowstone-Nationalpark hallt durch Generationen

YELLOWSTONE, Wyoming – Das gleichmäßige „Wisch-Wisch“ der Scheibenwischer war trotz des unaufhörlichen Prasselregens auf der Windschutzscheibe zu hören, während sich das Auto langsam dem Eingang des Yellowstone-Nationalpark näherte.
Das Erreichen der Parkgrenze war nur ein kurzlebiger Erfolg.
​Schon wenige Meilen innerhalb des Parks staute sich der Verkehr erneut auf der zweispurigen Straße, weil die Besucher neugierig am Straßenrand nach Bisons Ausschau hielten. Auch Sichtungen von Elchen und Bären führten im gesamten Park zu ähnlichen Verkehrsbehinderungen.

Ganz schön gefährlich …

​Der Westeingang verläuft parallel zum Madison River, der bei jedem Wetter herrlich anzusehen ist. Riesige Felsbrocken liegen malersich an seinen Ufern verstreut, sodass man sich leicht vorstellen kann, wie legendäre Riesen aus alter Zeit sie genau so angeordnet haben.
​Hier ist es kurz vor Sommeranfang kalt, die Temperaturen liegen unter zehn Grad Celsius, der Himmel ist regenschwer. Nebel verhüllt saftig grünes Gras und einen rauschenden, indigoblauen Fluss – erhaben in seiner traumhaften Schönheit.
​Doch diese wilde Landschaft kann ebenso gefährlich wie schön sein. Berichte über Angriffe von Bären und Bisons sowie über Besucher, die durch Geysire, Schlammtöpfe oder heiße Quellen starben oder schwere Verbrennungen erlitten, unterstreichen die Gefahren des Parks.
​Yellowstone, eine zeitlose Kathedrale der Natur, flüstert den Besuchern zu: So war es einst. So sollte es bleiben.

Der Pioniergeist einer Nation

​Während Amerika sein 250-jähriges Bestehen feiert, erinnert Yellowstone an den Pioniergeist der Nation.
​Daniel Williams, ein Parkbesucher aus Arizona, erklärte dies gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times folgendermaßen: „Das Nationalparksystem passt wirklich gut zu der Freiheit, die wir in Amerika haben, zu reisen, Abenteuer zu erleben, dieses Land frei zu durchqueren und all das zu sehen, was es zu bieten hat.“
​Vor etwa 150 Jahren beflügelte die Pracht des Yellowstone die Fantasie der Nation.
(Links) Autos fahren am 31. Mai 2026 auf der Panoramastraße zwischen Canyon Village und Tower-Roosevelt im Yellowstone-Nationalpark. (Mitte) Ein Regenbogen erscheint am 31. Mai 2026 durch eine Wolkenlücke im Yellowstone-Nationalpark. (Rechts) Ein Bison überquert am 31. Mai 2026 die US 212 im Yellowstone-Nationalpark. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

(Links) Autos fahren am 31. Mai 2026 auf der Panoramastraße zwischen Canyon Village und Tower-Roosevelt im Yellowstone-Nationalpark. (Mitte) Ein Regenbogen erscheint am 31. Mai 2026 durch eine Wolkenlücke im Yellowstone-Nationalpark. (Rechts) Ein Bison überquert am 31. Mai 2026 die US 212 im Yellowstone-Nationalpark.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

„Go West, young man“ war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein beliebter Spruch. Die Amerikaner glaubten an das „Manifest Destiny“, dass sich ihre Nation von Meer zu Meer erstrecken sollte.
Im Jahr 1872 wurde der Yellowstone zum ersten Nationalpark Amerikas und der Welt, nachdem Präsident Ulysses S. Grant den „Yellowstone National Park Protection Act“ unterzeichnet hatte.

Roosevelts Campingtour im Park

Doch es war Präsident Teddy Roosevelt, der den Park 1903 bekannt machte. Der als Großwildjäger bekannte Präsident ließ Reporter und den Großteil seines Gefolges zurück, um zwei Wochen lang im Park zu zelten. Eine kleine Abteilung von Soldaten der US-Kavallerie begleitete ihn, zusammen mit Parkführern, einem Naturforscher und dem Parkleiter.
Roosevelt staunte über den Reichtum an Wildtieren und bestand einmal darauf, allein wandern zu gehen, um eine Elchherde, die er am Vortag gesichtet hatte, aus nächster Nähe zu betrachten. Es gelang ihm, bis auf 50 Yards (etwa 46 Meter) an sie heranzukommen; anschließend kehrte er zum Lager zurück und hatte damit eine 18-Meilen-Solo-Wanderung (rund 29 Kilometer) durch die Wildnis absolviert.
​Das Nationalparksystem nimmt in der amerikanischen Seele einen besonderen Platz ein. Diese weiten, offenen Landschaften stehen für den ungebrochenen Individualismus der amerikanischen Vorfahren.
Heute umfasst der Park rund 8.900 Quadratkilometer Fläche und ist damit fast halb so groß wie das Bundesland Sachsen. Er nimmt einen beträchtlichen Teil des Nordwestens von Wyoming ein und erstreckt sich von dort bis nach Montana und Idaho.
Eine Karte zeigt den Yellowstone-Nationalpark und seine Umgebung. Der Park umfasst mehr als 3.400 Quadratmeilen. Foto: jldeines/iStock

Eine Karte zeigt den Yellowstone-Nationalpark und seine Umgebung. Der Park umfasst mehr als 3.400 Quadratmeilen.

Foto: jldeines/iStock

Seit 2015 besuchen jährlich mehr als vier Millionen Menschen aus aller Welt den Park – mit Ausnahme des Pandemie-Jahres 2020 während COVID-19. In den besucherstärksten Monaten – Juli und August – können bis zu eine Million Besucher gezählt werden.
Das amerikanische Nationalparksystem, das mit dem Yellowstone begann, umfasst mittlerweile insgesamt 63 Parks im ganzen Land. Zuletzt kam der New River Gorge National Park in West Virginia hinzu.
Der Roosevelt-Bogen ragt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark majestätisch empor. Das 15 Meter hohe Denkmal am Nordeingang wurde 1903 von Präsident Theodore Roosevelt eingeweiht. Foto: Bobby Sanchez /Epoch Times

Der Roosevelt-Bogen ragt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark majestätisch empor. Das 15 Meter hohe Denkmal am Nordeingang wurde 1903 von Präsident Theodore Roosevelt eingeweiht.

Foto: Bobby Sanchez /Epoch Times

„Feuer und Schwefel“

Amerika war gerade erst etwas mehr als 30 Jahre alt, als sich „Mountain Man“ John Colter in die Wildnis wagte, um Pelze zu jagen. Schließlich erreichte das einstige Mitglied der Lewis-und-Clark-Expedition die Yellowstone-Region.
Colters Abenteuer könnten direkt aus dem Drehbuch des Films „The Revenant – Der Rückkehrer“ aus dem Jahr 2015 stammen. Einmal, nachdem er von einer Gruppe der Blackfeet gefangen genommen worden war, wurde er nackt ausgezogen und musste um sein Leben rennen, während Krieger ihn verfolgten. Er schaffte es zu überleben, indem er sich unter einem Floß aus Treibholz im Fluss versteckte.
Im Winter 1807–1808 machte er sich allein auf den Weg, um Handelsbeziehungen mit dem Stamm der Crow aufzubauen. Sein Weg führte ihn zum Yellowstone-See, wo es heiße Quellen und Geysire gibt. Wissenschaftler stufen den Yellowstone heute als Supervulkan ein, der bei einem Ausbruch genug Partikel in die Atmosphäre schleudern könnte, um einen vulkanischen Winter auszulösen.
Für frühe Besucher wirkte es surreal, ein Land aus „Feuer und Schwefel“, so Colter, der erste Weiße, der das Gebiet erkundete. Zeitgenossen spotteten über seine Beschreibung und taten sie als Lügengeschichte ab.
Ein Schild warnt Besucher im Yellowstone-Nationalpark am 31. Mai 2026 davor, auf den Wegen zu bleiben, wenn sie hydrothermale Stätten besichtigen. Berichte über Bären- und Bisonangriffe sowie über Besucher, die an Geysiren, Schlammtöpfen oder heißen Quellen starben oder schwere Verbrennungen erlitten, unterstreichen die Gefahren des Parks. Foto: Darlene McCormick Sanchez/Epoch Times

Ein Schild warnt Besucher im Yellowstone-Nationalpark am 31. Mai 2026 davor, auf den Wegen zu bleiben, wenn sie hydrothermale Stätten besichtigen. Berichte über Bären- und Bisonangriffe sowie über Besucher, die an Geysiren, Schlammtöpfen oder heißen Quellen starben oder schwere Verbrennungen erlitten, unterstreichen die Gefahren des Parks.

Foto: Darlene McCormick Sanchez/Epoch Times

Andere folgten Colter. Im Jahr 1869 war die Cook–Folsom–Peterson-Expedition die erste organisierte, privat finanzierte Gruppe, die das Gebiet kartografierte.
Doch viele blieben skeptisch.
Charles Cook schickte einen Bericht über die Reise an das „Lippincott’s Magazine“ in Philadelphia, das antwortete: „Vielen Dank, aber wir drucken keine Fiktion.“
Cooks Expedition führte 1870 zur Washburn-Langford-Doane-Expedition und ein Jahr später zur Hayden-Geologischen Vermessung. Die Hayden-Expedition von 1871 war die erste staatlich finanzierte Erkundung und wissenschaftliche Vermessung des Yellowstone.
​Die Route der Expedition führte das 32-köpfige Team zum Yellowstone River, dem sie bis zu den Tower Falls folgten. Sie reisten auch ins Lamar Valley, bevor sie nach Westen in Richtung des Grand Canyon of the Yellowstone abbogen, der von dem gleichnamigen Fluss geformt wurde.
​Der Geologe Ferdinand Hayden nahm Fotografen und Maler mit, um die Region zu dokumentieren und die Bundesregierung von ihrer Legitimität und Einzigartigkeit zu überzeugen. Dies führte dazu, dass der Yellowstone zum ersten Nationalpark wurde.
Mitglieder des US-amerikanischen Hayden Geological Survey essen am 24. August 1870 in ihrem Lager in Red Buttes, Wyoming-Territorium, zu Mittag. Am Tisch, dem Betrachter zugewandt, sitzt der Geologe Ferdinand Vandeveer Hayden; rechts daneben der offizielle Fotograf des Surveys, William Henry Jackson. Die von Hayden geleitete Gruppe erkundete die Region im Nordwesten Wyomings, die später zum Yellowstone-Nationalpark wurde. Foto: ACME / AFP via Getty Images

Mitglieder des US-amerikanischen Hayden Geological Survey essen am 24. August 1870 in ihrem Lager in Red Buttes, Wyoming-Territorium, zu Mittag. Am Tisch, dem Betrachter zugewandt, sitzt der Geologe Ferdinand Vandeveer Hayden; rechts daneben der offizielle Fotograf des Surveys, William Henry Jackson. Die von Hayden geleitete Gruppe erkundete die Region im Nordwesten Wyomings, die später zum Yellowstone-Nationalpark wurde.

Foto: ACME / AFP via Getty Images

​Wintervergnügen Ende Mai

​Unterhalb des Mount Washburn tobte die Schlacht. Die Kinder schrien vor Freude, als sie am letzten Tag im Mai auf dem Parkplatz nahe dem Dunraven Pass herumtollten und lachende Erwachsene mit Schneebällen bewarfen.
​Der Winter lacht den Sommer im Yellowstone aus, wohl wissend, dass die Wärme der Sonne bald schwinden wird. Am Fuß des Wanderwegs lag die Temperatur um vier Grad Celsius. Der Gipfel des Mount Washburn ragt noch mehr als 600 Meter höher empor.
​Als Kevin Silvestrini-Cordero und Michelle O’Keeffe im späten Frühling auf einem Wanderweg den Berg hinaufgingen, begann es zu schneien.
​Reste des Winterschnees lagen noch auf dem Weg und machten ihn stellenweise tückisch. Dann klärte der Himmel wieder auf, während noch einige große Flocken die Wipfel der Kiefern küssten  – ein wunderschöner Anblick.
​Es war der erste Ausflug des Paares in den Park. Sie befanden sich auf einer Reise, bei der sie mehr von Amerika sehen wollten.
​„Ich habe das Gefühl, dass der Yellowstone-Nationalpark wirklich alles vereint“, sagte Silvestrini-Cordero gegenüber der Epoch Times und fügte hinzu, dass es einer der schönsten Orte der Welt sei.
Silvestrini-Cordero sagte, ihr Besuch im ersten Nationalpark der Nation habe sie beide noch stolzer gemacht, Amerikaner zu sein.
Als sie etwa eine Meile vom Ausgangspunkt des Wanderwegs entfernt fuhren, glaubte das Paar aus New Jersey, einen schwarzen Wolf gesehen zu haben. Als sie umdrehten, um genauer hinzuschauen, war er verschwunden – in den Schatten versunken.
In dieser Höhe erfüllt der Duft frischer Kiefern die kühle Luft, und der Wald ist so tief und dunkel wie in einem Märchen.
Die Stille des Waldes weckt Erinnerungen an Lagerfeuergeschichten von Ungeheuern mit lodernden gelben Augen und fernem Heulen in der Nacht.
Ganz in der Nähe des Aussichtspunkts der Washburn Hot Springs hielt der Pensionär Michael Melton aus Georgia an. Ein schneidender Wind fegte über die Ausflügler hinweg, was Melton zu der Bemerkung veranlasste, es sei ein schöner Ort für einen Besuch, während er sich nach den 27 Grad Wärme zu Hause sehnte.
„Wunderschön. Es ist einfach ein wunderschöner Ort für einen Besuch“, sagte er gegenüber der Epoch Times.
Der 67-jährige Michael Melton aus Georgia lacht, als er am 31. Mai 2026 im Yellowstone-Nationalpark eine Geschichte erzählt. Melton durchquerte Yellowstone im Rahmen einer großen Rundreise durch die USA, die ihn über Branson (Missouri), den Nordwesten der USA, den Grand Canyon und das Monument Valley an der Grenze zwischen Arizona und Utah führte. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Der 67-jährige Michael Melton aus Georgia lacht, als er am 31. Mai 2026 im Yellowstone-Nationalpark eine Geschichte erzählt. Melton durchquerte Yellowstone im Rahmen einer großen Rundreise durch die USA, die ihn über Branson (Missouri), den Nordwesten der USA, den Grand Canyon und das Monument Valley an der Grenze zwischen Arizona und Utah führte.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Yellowstone stand auf seiner Wunschliste, als er quer durch Amerika reiste. Er machte eine große Rundreise durch das Land – über Branson in Missouri, den Nordwesten, den Grand Canyon und das Monument Valley – all die Orte, die er schon als Kind sehen wollte.
Ebenso freute er sich darauf, Orte wie Tombstone zu sehen, „wo John Wayne all die alten Schwarzweißfilme gedreht hat“.
​Die heißen Quellen und Schlammgruben, die er im Yellowstone sah, beeindruckten ihn sehr.
​„Ich habe mich immer gefragt, was der erste Mensch wohl über diese Schlammgruben hier gedacht hat“, sagte er.
​Melton vermutete, dass der erste Mensch, der diese nach Schwefel riechenden heißen Quellen erblickte, vielleicht befürchtet hatte, der Teufel sei hinter ihm her.
​„Der hat wohl gedacht, er ist gestorben und in der Hölle gelandet oder so“, scherzte Melton.
Melton war froh, dass die amerikanischen Gründerväter es für angebracht hielten, Teile des Landes zu erhalten, damit sich jeder daran erfreuen kann. Er wies darauf hin, dass das Okefenokee National Wildlife Refuge nicht allzu weit von seinem Zuhause in Georgia entfernt sei.

Die amerikanische Serengeti

Die Straße ins Lamar Valley schlängelte sich in die Ferne, ein dunkles Band vor sanften, grünen Hügeln, die denen in J.R.R. Tolkiens Mittelerde in nichts nachstanden.
Der Abstieg in das weitläufige Tal, das sich bis in die Ferne erstreckte und in dem Hunderte von Bisons auf den Frühlingswiesen grasten, war atemberaubend.
Ausflügler sprangen aus ihren Fahrzeugen, um das grandioses Schauspiel zu bewundern. Kälber saugten an den Eutern ihrer Mütter und schienen die gaffenden Menschen kaum zu bemerken. Es fiel nicht schwer, sich vorzustellen, wie es vor mehr als 150 Jahren gewesen sein musste, als der Westen noch wild war und die Stämme der amerikanischen Ureinwohner diese Gebiete noch beherrschten.
Das Lamar Valley im Nordosten und das zentraler gelegene Hayden Valley gelten als die besten Orte, um Bären und Wölfe  zu beobachten – und Bisons, die man auch amerikanische Büffel nennt.
Im Lamar Valley berichteten Silvestrini-Cordero und O’Keeffe von dem Nervenkitzel, eine der begehrtesten Sehenswürdigkeiten des Yellowstone-Nationalpark zu sehen – Bären in ihrem natürlichen Lebensraum. Ein Tierkadaver lockte mehrere Raubtiere an, darunter einen Grizzlybären und später einen Schwarzbären.
Eine Karte zeigt die Eingänge zum Yellowstone-Nationalpark sowie die ungefähre Lage von Naturwundern und Gebieten, in denen häufig Wildtiere beobachtet werden. Foto: National Park Service

Eine Karte zeigt die Eingänge zum Yellowstone-Nationalpark sowie die ungefähre Lage von Naturwundern und Gebieten, in denen häufig Wildtiere beobachtet werden.

Foto: National Park Service

Artenschutz im Yellowstone

Doch es gab auch eine Zeit, in der einige Großtiere im Park fast bis an den Rand des Aussterbens getrieben wurden.
Einst durchstreiften 30 Millionen Bisons Nordamerika, doch die meisten wurden bis zur Wende zum 20. Jahrhundert ausgerottet. Auch innerhalb des Parks waren die Büffel fast vollständig ausgerottet. Bis Ende der 1880er Jahre hatten nur noch zwei Dutzend überlebt.
Die heutige Bisonpopulation von etwa 5.400 Tieren im Yellowstone gilt als Nachkomme der letzten wilden Herde des Westens.
Bisons grasen am 31. Mai 2026 im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Yellowstone ist der einzige Ort in den Vereinigten Staaten, an dem Bisons seit prähistorischen Zeiten ununterbrochen leben. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Bisons grasen am 31. Mai 2026 im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Yellowstone ist der einzige Ort in den Vereinigten Staaten, an dem Bisons seit prähistorischen Zeiten ununterbrochen leben.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

​Umstrittener war jedoch die Wiederansiedlung von Grauwölfen im Yellowstone, nachdem diese durch die Jagd fast vollständig ausgerottet worden waren.
Grauwölfe, die schwarz, grau und hellbraun sein können, wurden 1995 in den Yellowstone-Nationalpark gebracht. Bis 2017 wurden sie in Montana, Idaho und Wyoming aus dem Artenschutzgesetz gestrichen. Mittlerweile leben etwa 84 Wölfe im Park.
Da es jedoch keine Zäune gibt, die sie im Park halten, jagen Wölfe, die in die Umgebung streifen, häufig Vieh und Haustiere der Rancher.
Während Wölfe im Park geschützt sind, dürfen sie in Montana, Wyoming und Idaho legal geschossen und gefangen werden.
(Links) Ein Schwarzbär schnüffelt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Zwei Bärenarten leben im Yellowstone: Schwarzbären und Grizzlybären. (Mitte) Ein Kojote erkundet am 1. Juni 2026 ein Camp im Yellowstone-Nationalpark. Kojoten sind häufige Raubtiere im Yellowstone und werden oft in den Wiesen und Tälern des Parks beobachtet. (Rechts) Ein Bison säugt am 31. Mai 2026 sein Kalb im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Das Tal in der nordöstlichen Ecke des Parks gilt als einer der besten Orte, um Bären, Wölfe und Bisons zu beobachten. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

(Links) Ein Schwarzbär schnüffelt am 1. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Zwei Bärenarten leben im Yellowstone: Schwarzbären und Grizzlybären. (Mitte) Ein Kojote erkundet am 1. Juni 2026 ein Camp im Yellowstone-Nationalpark. Kojoten sind häufige Raubtiere im Yellowstone und werden oft in den Wiesen und Tälern des Parks beobachtet. (Rechts) Ein Bison säugt am 31. Mai 2026 sein Kalb im Lamar Valley im Yellowstone-Nationalpark. Das Tal in der nordöstlichen Ecke des Parks gilt als einer der besten Orte, um Bären, Wölfe und Bisons zu beobachten.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Roosevelt-Bogen

Am Ende des Campingausflugs von Roosevelts – um die Wende zum 20. Jahrhundert hin – hielt er eine Rede bei der Freimaurerzeremonie zur Grundsteinlegung für das, was später der steinerne Torbogen am nördlichen Eingang des Parks werden sollte. Heute ist das ein beliebtes Touristenziel.
Die Ehrfurcht des Präsidenten vor der einzigartigen Schönheit des Parks war während seiner Rede deutlich zu spüren. „Die Geysire, die außergewöhnlichen heißen Quellen, die Seen, die Berge, die Canyons und die Wasserfälle vereinen sich und machen diese Region zu etwas, das weltweit seinesgleichen sucht“, sagte Roosevelt. „Sie muss zum Wohle und zur Freude von uns allen erhalten bleiben.“
Richard Feltes, ein 77-jähriger Rentner aus Nashville, besuchte den Park mit Familienangehörigen. Für ihn war es etwas Besonderes, den Park aufzusuchen, während Amerika einen bedeutenden historischen Meilenstein erreichte.
„Was für ein Nervenkitzel, zum 250. Jubiläum hier zu sein“, sagte er gegenüber der Epoch Times.
Feltes’ ältere Brüder und sein Vater dienten beide im Zweiten Weltkrieg. Er selbst erkrankte kurz vor der Einführung eines Impfstoffs im Jahr 1955 an Kinderlähmung. Später vertrat er dennoch sein Land als Mitglied der US-amerikanischen Rollstuhl-Olympiamannschaft.
Er reiste um die ganze Welt und nahm an Wettkämpfen in Europa, im Nahen Osten und in Südamerika teil. Allerdings, so sagte er, gebe es keinen anderen Ort wie Amerika.
„Wir schätzen alles, was unser Land zu bieten hat“, sagte er.
Er lobte die Barrierefreiheit des Parks für Rollstuhlfahrer und erklärte, er habe die Attraktionen und historischen Stätten besuchen können.
„Roosevelt war hier, um das Bewusstsein der Führungsebene für den Park und alles, was er den Amerikanern zu bieten hat, wirklich zu unterstreichen“, sagte er am Torbogen.
Richard und seine Frau Anita schauen sich abends gerne gemeinsam mit ihren Enkelkindern Sonderbeiträge über den Yellowstone-Nationalpark an. Dann befragen sie sie zu dem, was sie während ihrer Reise gelernt haben.
Sein Enkel Jonathan (9) erklärte der Epoch Times freudig, Old Faithful (ein bekannter Geysir) – „hat gestern funktioniert“ und die Schluchten, Wasserfälle und bunten heißen Quellen seien „cool“.
Vor dem Park konnten sie „America 250“-Medaillen kaufen, die später an der Kühlschranktür ihren Platz finden sollten.
Im Park wurden Flaggen zu Ehren von America 250 gehisst, und online gab es Fanartikel zum Nationalfeiertag – doch eine beiläufige Suche in den Parkläden nach Gedenk-Souvenirs blieb erfolglos. Ein Parkranger erklärte gegenüber der Epoch Times, dass die meisten Feierlichkeiten des Parksystems an der Ostküste geplant seien.
Am 1. Juni 2026 wehte im Yellowstone Tower General Store im Yellowstone-Nationalpark eine Flagge zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten. Der Park wurde 1872 als erster Nationalpark Amerikas gegründet. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Am 1. Juni 2026 wehte im Yellowstone Tower General Store im Yellowstone-Nationalpark eine Flagge zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten. Der Park wurde 1872 als erster Nationalpark Amerikas gegründet.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

Staunende Menschen am Old Faithful-Geysir

Hunderte von Menschen warteten Anfang Juni geduldig auf den Ausbruch von Old Faithful. Sie plauderten in allen möglichen Fremdsprachen miteinander, während sie gespannt auf die Show warteten, die sich etwa alle 90 Minuten ereignet.
Studien zufolge kommen jedes Jahr etwa 600.000 bis 700.000 Besucher, hauptsächlich aus Deutschland, China, den Niederlanden und Kanada. Das sind etwa 15 Prozent der Gesamtbesucherzahl des weltweit ersten Nationalparks.
Als der berühmte Geysir dann plötzlich in den Himmel schoss, applaudierte die Menschenmenge und rief staunend „Ooh“ und „Aah“.
​Kanzul Fatima, eine pakistanische Dokumentarfilmerin und Expertin für Extended Reality, lebte in Los Angeles, bevor sie nach Deutschland zog. Sie besuchte den Park zum ersten Mal und war mit ihrer Schwester und ihren Eltern extra für diesen Moment 13 Stunden lang mit dem Auto aus Colorado angereist.
(Links) Der Kegelgeysir Old Faithful bricht am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark aus. Er ist der aktivste große Geysir des Parks. (Oben rechts) Zuschauer beobachten den Ausbruch des Kegelgeysirs Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Ein Ausbruch kann bis zu fünf Minuten dauern. (Mitte rechts) Ein Zuschauer fotografiert Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Die Mitglieder der Washburn-Expedition von 1870, die die Region kartierten, nannten den Geysir „Uhr der Ewigkeit“. (Unten rechts) Kanzul Fatima (rechts) und ihre Schwester dokumentieren den Ausbruch des Geysirs Old Faithful im Yellowstone-Nationalpark am 2. Juni 2026. Der Geysir schleudert bei seinem Ausbruch Wasser 27 bis 56 Meter hoch in die Luft. Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

(Links) Der Kegelgeysir Old Faithful bricht am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark aus. Er ist der aktivste große Geysir des Parks. (Oben rechts) Zuschauer beobachten den Ausbruch des Kegelgeysirs Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Ein Ausbruch kann bis zu fünf Minuten dauern. (Mitte rechts) Ein Zuschauer fotografiert Old Faithful am 2. Juni 2026 im Yellowstone-Nationalpark. Die Mitglieder der Washburn-Expedition von 1870, die die Region kartierten, nannten den Geysir „Uhr der Ewigkeit“. (Unten rechts) Kanzul Fatima (rechts) und ihre Schwester dokumentieren den Ausbruch des Geysirs Old Faithful im Yellowstone-Nationalpark am 2. Juni 2026. Der Geysir schleudert bei seinem Ausbruch Wasser 27 bis 56 Meter hoch in die Luft.

Foto: Bobby Sanchez/Epoch Times

„Yellowstone, die Redwoods und Yosemite stehen alle für den amerikanischen Westen“, bemerkte sie und fügte hinzu, dass ihre Mutter gesagt habe, diese Orte erinnerten sie an Hollywood-Filme, die sie in ihrer Kindheit gesehen habe.
„Ich würde sagen, es ist ziemlich ikonisch“, erklärte sie gegenüber der Epoch Times. „Die Weite dieses Parks kommt mir geradezu unwirklich vor.“
Auf die Frage, was sie davon halte, dass die Nation ihr 250-jähriges Jubiläum feiere, sagte Fatima, Amerika stehe für die Chance, dass sich jeder verwirklichen könne.
„Ich glaube, man kann erkennen, was Amerika so lange bestehen lässt“, sagte sie. „Weil es ein Schmelztiegel der Kulturen ist, aber auch so ein Ort, an dem man so groß träumen kann, wie man nur träumen kann.“

„Ich schätze, deshalb wandern immer noch so viele Menschen hierher ein. Ich will nicht sagen, dass es keine Herausforderungen gibt und keine Bruchpunkte, wie die meisten Demokratien sie haben – aber es hat länger gehalten als viele andere.“

Yellowstone, ein Symbol der Freiheit

Der Firehole River schlängelt sich am Mittleren Geysir-Becken (Midway Geyser Basin) vorbei, der Heimat der Grand Prismatic Spring einer der größten Thermalquellen der Welt. Der Fluss wurde so wegen des aufsteigenden Dampfes benannt, der aufgrund thermischer Abflüsse von seiner Oberfläche aufsteigt.
Heißer Nebel wehte über sprudelnde, türkisfarbene Becken, die von leuchtendem Gelb, Orange und Grün umrandet waren. Der Dampf zischte und war zeitweise so dicht, dass er die Menge der Besucher verdeckte, die eine Landschaft bestaunten, die die Zeit vergessen hatte.
Williams, ein Besucher aus Arizona, der mit einer Gruppe unterwegs war, sagte, Yellowstone und die Nationalparks stünden für den amerikanischen Geist, der auch nach 250 Jahren weiterlebe.
„Er symbolisiert diese Idee von Freiheit, die wir in diesem Land haben“, sagte er.
Roosevelt sei einzigartig gewesen, meinte Williams. „Er galt als liberal, wissen Sie, und ich denke, ehrlich gesagt könnten beide Parteien viel von ihm lernen, denn er hatte die Fähigkeit, beide Seiten zu betrachten und zu erkennen, dass beide notwendig waren“, fügte er hinzu.
Roosevelt war nicht nur ein bekannter Jäger, sondern auch ein Naturschützer, der fünf neue Nationalparks gründete: Crater Lake in Oregon, Wind Cave in South Dakota, Mesa Verde in Colorado und Platt in Oklahoma, das heute Teil der Chickasaw National Recreation Area ist. Ebenso wurde Sullys Hill in North Dakota zunächst in das Parksystem aufgenommen, später jedoch in ein Wildschutzgebiet umgewandelt.
Williams zeigte sich optimistisch, dass die USA trotz aller Herausforderungen „die freieste Gesellschaft der Welt“ bleiben würden.
„250 Jahre freie Gesellschaft, freie Regierung, eine Nation, die auf biblischen Prinzipien gegründet wurde … Ich denke, das hat einen sehr starken Einfluss darauf gehabt, wo wir heute stehen und warum wir immer noch eine Regierung haben, die so funktioniert, wie sie es tut“, sagte er.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‘Go West, Young Man’: Yellowstone’s Call Echoes Across the Generations“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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VW-Chef Blume: „Die Lage ist mehr als kritisch“

Kaum sind die Werksferien beendet, ist es mit der Ruhe bei Volkswagen vorbei: Konzernchef Oliver Blume hat kurz vor einer Serie von Betriebsversammlungen eine angespannte Situation für den größten Autobauer Europas beschrieben. „Die Lage ist mehr als kritisch“, sagte der Konzernchef in einem Interview, das im Intranet des Unternehmens veröffentlicht wurde und der dpa vorliegt.
Der Konzern sei zwar handlungsfähig, habe aber auch akuten Handlungsbedarf, sagte Blume. Der Vorstandschef verwies etwa auf 3,8 Prozent operative Rendite, die in dieser anspruchsvollen Situation zwar solide seien. „Aber sie reichen bei weitem nicht aus, um dauerhaft ausreichende Mittel zu erwirtschaften für neue Technologien, neue Produkte und unsere Standorte“.

Blume: „Wir sind überdimensioniert“

Bisherige Einsparungen, etwa um durchschnittlich 20 Prozent gesenkte Fabrikkosten in deutschen Autofabriken im vergangenen Jahr, seien noch nicht ausreichend. „Wir sind überdimensioniert. Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert“, beschrieb der VW-Boss das Problem.
Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen „Zielbild 2030“ für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Noch vor der Sommerpause machte er klar, sein Maßnahmenpaket noch in diesem Jahr verabschieden zu wollen. Seitdem wird in der VW-Welt um vier Werke und bis zu 50.000 Stellen zusätzlich Stellen gebangt.
Insgesamt sind in den nächsten Tagen bis Ende August neun Betriebsversammlungen etwa in Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal geplant, bei denen der Vorstand der Belegschaft Rede und Antwort stehen soll. Den Auftakt macht am 25. August Wolfsburg, Tags darauf folgen Emden und Zwickau, den Abschluss macht am 31. August Hannover.

VW-Chef: Keine Entscheidungen über konkrete Werksschließungen

Mit Blick auf die als bedroht bezeichneten Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm wiederholte Blume im Interview, dass es für diese Standorte heute keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre gebe. „Eine Entscheidung über konkrete Werksschließungen ist nicht getroffen“, sagte er. Denn eine fehlende Nachfolgebelegung sei noch keine Werksschließung.
Für den Fall, dass für einen Standort keine Lösung gefunden werde, ende die Verantwortung von VW aber nicht. „Werksschließungen sind immer die teuerste und letzte Lösung“, sagte Blume. Sollten alle Anstrengungen nicht ausreichend gehe es darum, neue Perspektiven zu schaffen – mit Partnern, Investoren, neuen industriellen Lösungen.
Die häufig genannte Zahl von 50.000 bedrohten Stellen bezeichnete Blume als „keine fixe Zielgröße“. Sie errechne sich aus dem Kostenziel im Vergleich zum Wettbewerb und gebe eine Orientierung, wie groß der Handlungsbedarf sei. (dpa/red)
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Insider: Peking bereitet Strategien gegen USA vor – Xi-Reise könnte platzen


In Kürze:

  • Peking plant laut Insidern mehrere Gegenmaßnahmen für den Umgang mit den USA.
  • Bei einer weiteren Eskalation könnte Xi Jinping seine USA-Reise absagen.
  • China könnte mit Maßnahmen bei Seltenen Erden, Lieferketten und Exporten reagieren.

 
Das chinesische Regime hat in den vergangenen Tagen verschiedene Strategien für den Umgang mit Washington im Vorfeld der geplanten Reise von Staatschef Xi Jinping in die USA vorbereitet. Dazu könnte auch eine Absage der Reise gehören, wie Insider gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times berichteten.
US-Präsident Donald Trump hatte im Juli angekündigt, dass Xi voraussichtlich am 24. September die Vereinigten Staaten besuchen werde. Bei dem Treffen sollen unter anderem Themen wie Künstliche Intelligenz erörtert werden.

Am 14. Mai 2026 besuchen Chinas Staatschef Xi Jinping (r.) und US-Präsident Donald Trump den Himmelstempel in Peking.

Foto: Brendan Smialowski/Pool/Getty Images

Peking bereitet mögliche Gegenmaßnahmen vor

Insider innerhalb des Systems der regierenden Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) erklärten, dass Peking vor Xis Besuch in den Vereinigten Staaten zusätzliche US-Sanktionen, Untersuchungen gegen chinesische Unternehmen und Exportbeschränkungen zunächst tolerieren könnte. Sollte die Trump-Regierung bei Taiwan, Finanzsanktionen, dem Auslandsvermögen hochrangiger KPCh-Funktionäre oder Einschränkungen des Zugangs zu kritischen Technologien härter vorgehen, könnte Peking Xis Besuch absagen.
Zhen Liang, eine Quelle mit Verbindungen zum diplomatischen und wirtschaftlichen System der KPCh, die aus Angst vor Repressalien ein Pseudonym verwendet, erklärte gegenüber Epoch Times, dass die Möglichkeit einer Absage von Xis Reise in internen Diskussionen der KPCh enthalten sei.
„China verfügt auch über Seltene Erden, pharmazeutische Vorprodukte und andere knappe Rohstoffe, die eingesetzt werden können, um auf die Vereinigten Staaten Druck auszuüben“, sagte er.
Kürzlich habe das chinesische Handelsministerium die Einleitung einer Untersuchung zur nationalen Sicherheit bei importierten Produkten angekündigt. Diese werde laut Zhen nur begrenzte Auswirkungen auf die Vereinigten Staaten und den Westen haben. „Der derzeitige Schwerpunkt der Außenhandelsabteilung der KPCh liegt weiterhin darauf, einen Handelsüberschuss zu erzielen und mehr US-Dollar zu verdienen“, sagte er.

China setzt auf Seltene Erden und Exportkontrollen

Anfang dieses Monats kündigte Chinas Handelsministerium strengere Exportkontrollen für drohnenbezogene Güter an, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können und für die Vereinigten Staaten bestimmt sind.
Das Ministerium erklärte, die Maßnahmen seien eine Reaktion auf jüngste Schritte der Vereinigten Staaten. Dazu zählen ein Verbot für den Import chinesischer Drohnen sowie die Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums, 43 chinesische Unternehmen auf eine Schwarze Liste zu setzen und deren Importe aufgrund mutmaßlicher Verbindungen zu Zwangsarbeit in Xinjiang zu verbieten.
Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums erklärte, Chinas Gegenmaßnahmen seien „insgesamt zurückhaltend“ und China „schätze die mühsam erreichte Stabilität der chinesisch-amerikanischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen“. Nach der Einleitung der Gegenmaßnahmen habe Peking Zurückhaltung betont und damit Raum für Xis Besuch in den Vereinigten Staaten und anschließende Verhandlungen gelassen, sagte Zhen.
Der Insider sagte außerdem, dass die KPCh zwar versuche, Seltene Erden und Lieferketten einzusetzen, um die Vereinigten Staaten zu Zugeständnissen zu zwingen, es aber nicht wage, eine vollständige wirtschaftliche Entkopplung zu riskieren.
Die KPCh glaube fälschlicherweise, sie könne ihren Markt und ihre Rohstoffe nutzen, um den Westen zum Nachgeben zu zwingen, während sie in Wirklichkeit die westlichen Staaten dazu bringe, ihre Abhängigkeit von China zu verringern, sagte er. „Dieser Ansatz kommt einer Selbstsabotage gleich; die chinesische Wirtschaft weiterhin politischen Auseinandersetzungen zu unterwerfen, wird letztlich chinesischen Unternehmen und gewöhnlichen Bürgern schaden, während die KPCh selbst wahrscheinlich kein gutes Ende nehmen wird.“

Drei Szenarien für Xis Reise

Rao Yiming, ein weiterer Insider innerhalb des KPCh-Systems, der aus Angst vor Repressalien ein Pseudonym verwendet, erklärte gegenüber Epoch Times, dass die Partei derzeit drei mögliche Strategien und Szenarien im Hinblick auf die Vereinigten Staaten diskutiere.
„Die erste Option sieht vor, dass Xi Jinping seinen Besuch in den Vereinigten Staaten wie geplant durchführt. Peking würde seine Gegenmaßnahmen so abstimmen, dass Streitpunkte den Gipfel nicht zum Scheitern bringen, und gleichzeitig versuchen, Zugeständnisse zu erreichen – etwa bei Handelsabkommen, der Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz, Maßnahmen gegen Fentanyl und Seltene Erden oder einem erweiterten Marktzugang für Unternehmen –, um eine Lockerung bestimmter US-Sanktionen gegen China zu erreichen“, sagte Rao.
Ein zweites Szenario bestehe darin, dass „Xi Jinping die Vereinigten Staaten wie geplant besucht, aber keine substanziellen Ergebnisse anstrebt. Treffen mit Trump könnten stattfinden, aber wahrscheinlich nur symbolische Dokumente hervorbringen, mit wenig Fortschritt bei Themen wie Taiwan, Chips und strategischer Sicherheit. Peking würde weiterhin Maßnahmen wie Unternehmenslisten, Exportkontrollen und Sicherheitsuntersuchungen auf den Weg bringen, diese jedoch nicht alle auf einmal umsetzen“, sagte er.
Das dritte Szenario betreffe eine weitere Verschärfung der US-Sanktionen, sagte Rao. „Sollten die Vereinigten Staaten ihre Maßnahmen in Bezug auf Taiwan, Finanzsanktionen, die Vermögenswerte hochrangiger KPCh-Funktionäre oder Blockaden kritischer Technologien verschärfen, könnte die KPCh Xis Besuch verschieben oder absagen und ihre Gegenmaßnahmen gegen Seltene Erden, Drohnen, Lieferketten und in China tätige US-Unternehmen ausweiten.“

Eine in China hergestellte DJI-Mavic-2-Pro-Drohne schwebt am 15. Dezember 2021 in Miami. US-Behörden werfen dem aus China stammenden Yinpiao Zhou vor, im November 2024 mit einer ähnlichen Drohne den für die nationale Sicherheit geschützten Luftraum über der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien überflogen zu haben.

Foto: Joe Raedle/Getty Images

Entscheidung liegt letztlich bei Xi

Rao sagte, ob diese drei Vorschläge die Zustimmung der obersten Führungsebene erhalten, hänge vom Abschluss des Beidaihe-Treffens ab, eines im Küstenkurort Beidaihe jährlich stattfindendes und geheim gehaltenes Treffen der Führungskräfte der KPCh.
„Die Zentrale Kommission für Auswärtige Angelegenheiten, der Staatsrat, das Handelsministerium und andere Behörden müssen zunächst ihre Ansichten vorlegen, wobei die endgültige Entscheidung bei Xi Jinping liegt“, sagte er.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „CCP Prepares Various Counter-US Strategies Ahead of Xi’s Visit, Including Trip Cancellation, Insiders Say“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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Sind die Gasspeicher halb voll oder halb leer?

Normalerweise kaufen Großhändler im Sommer Erdgas günstig ein. Sie speichern es und verkaufen es im Winter mit Gewinn weiter. So haben sich in der Vergangenheit die Speicher durch den Markt fast von selbst gefüllt – und wieder geleert.
Derzeit sind die Preise wegen des Iran-Kriegs jedoch sehr hoch, so dass eine Einspeicherung nicht attraktiv ist. Die Folge: Die Speicher sind deutlich geringer gefüllt als sonst zu dieser Jahreszeit. Was das bedeutet, wird gerade viel diskutiert. Ein Überblick.

Wie voll sind die deutschen Gasspeicher?

Am Donnerstagmorgen waren die deutschen Gasspeicher zu 50,2 Prozent gefüllt. Das ist nach Angaben des Gasspeicher-Branchenverbands Ines der niedrigste Stand für die Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011.
„Der aktuelle Gasspeicherfüllstand ist mit Abstand der tiefste Füllstand zu dieser Zeit, der seit Aufzeichnung der Speicherfüllstände in Deutschland aufgetreten ist“, sagt der Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (Ines), Sebastian Heinermann, der Deutschen Presse-Agentur. „Es handelt sich somit um einen historischen Tiefstand.“ Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der Füllstand zum gleichen Datum bei 67,4 Prozent.

Gibt es Vorgaben, wie voll die Speicher sein sollten?

Ja, es gibt eine Verordnung, wonach die deutschen Gasspeicher am 1. November zu durchschnittlich 70 Prozent gefüllt sein sollen. Am 1. Februar sollen es noch 30 Prozent sein, in einigen Speichern 40 Prozent. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums sind derzeit ungefähr 74 Prozent der Speicherkapazitäten von Gasgroßhändlern gebucht.
Wenn absehbar ist, dass diese Reservierungen nicht genutzt werden, müssen die Speicherbetreiber die nicht genutzten Speicherkapazitäten dem sogenannten Marktgebietsverantwortlichen zur Verfügung stellen.
Dabei handelt es sich um das Unternehmen Trading Hub Europe (THE), das für die Gasmarktorganisation in Deutschland zuständig ist. Im Extremfall würde THE dann in staatlichem Auftrag Gas einkaufen und einspeichern wie schon 2022.

Was bedeuten die Füllstände für Haushaltskunden?

Erstmal nichts. Die Haushalte haben Lieferverträge mit Versorgungsunternehmen. Diese liefern ihnen zu einem bestimmten Preis Erdgas ins Haus. Ob dieses Gas zwischendurch in einem unterirdischen Speicher gelagert war oder quasi direkt per Pipeline aus Norwegen oder den Niederlanden kommt, spielt keine Rolle und lässt sich auch nicht genau bestimmen.
Auf die Haushalte auswirken könnte sich aber die Ursache für die vergleichsweise geringen Füllstände, nämlich der hohe Erdgaspreis auf den Weltmärkten: „Dass die Gaspreise demnächst auf breiter Basis steigen, damit ist wegen der gestiegenen Großhandelspreise zu rechnen“, sagt der Energieexperte Thomas Zwingmann von der Verbraucherzentrale NRW.
Die Preise für Neukunden stiegen bereits. „Ob auch Bestandskunden Erhöhungen bekommen, hängt von der Einkaufsstrategie der Versorger ab“, so Zwingmann weiter. Bei Preiserhöhungen haben Verbraucherinnen und Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Zwingmann rät, dann mit Hilfe von Vergleichsportalen Preise zu vergleichen und bei guten Angeboten den Anbieter zu wechseln.

Droht ein Gasmangel im Winter?

„Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten“, schreibt das Bundeswirtschaftsministerium in einem aktuellen Papier. Die Lage sei aber weniger komfortabel als in den vergangenen beiden Wintern, räumt das Ministerium ein.
„Insbesondere geopolitische Entwicklungen und außergewöhnliche Wetter- oder Infrastrukturszenarien können zu zusätzlichen Belastungen führen.“ Das Ministerium beobachtet deshalb nach eigenen Angaben unter anderem die Entwicklung der Speicherstände, der Importmengen und der internationalen Märkte ganz genau.

Warum ist Gas im Großhandel gerade so teuer?

Das liegt am Iran-Krieg. Die für den Welthandel mit Flüssigerdgas (LNG) wichtige Meerenge Straße von Hormus ist weiter geschlossen. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.
Laut Gas- und Wasserstoffwirtschaft werden durch die Straße etwa 30 Prozent des weltweit verschifften Rohöls und 20 Prozent des globalen Flüssigerdgases transportiert. Selbst wenn das Flüssiggas aus der Region nur zu einem geringen Teil in die EU geht, treibt die weltweite Nachfrage die Preise hoch.

Wer ist zuständig für den Gaseinkauf?

Der Gasmarkt funktioniert grundsätzlich wie bei allen frei verkäuflichen Waren: Die Produzenten verkaufen das Erdgas an Großhändler, die es nach Deutschland importieren und zum Beispiel an Stadtwerke und andere Energieversorger weiterverkaufen.
Mit diesen Firmen schließen Haushaltskunden dann ganz normale Lieferverträge ab. Große Firmenkunden haben oft auch direkte Lieferverträge mit Großhändlern wie etwa Uniper.

Woher kommt Gas nach Deutschland?

Deutschlands wichtigster Gaslieferant war im vergangenen Jahr laut Bundesnetzagentur Norwegen (44 Prozent). Fast alles gelangte dabei per Pipelines nach Deutschland. Dahinter folgten die Niederlande (24 Prozent) und Belgien (21 Prozent) als Transitländer: Dieses Pipeline-Gas dürfte zum Großteil zunächst per Schiff als verflüssigtes Erdgas die EU erreicht haben.
Rund zehn Prozent der Erdgasimporte kamen über die deutschen Importterminals nach Deutschland, fast alles davon kam aus den USA, dem größten LNG-Produzenten der Welt. Auch in Deutschland selbst wird Erdgas gefördert, allerdings handelt es sich um vergleichsweise geringe Mengen.

Sind diese Versorgungswege sicher?

Das ist einer der Knackpunkte. Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michael Kellner, fürchtet, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) treibe das Land tiefer in die Abhängigkeit von den USA und ihrem unberechenbaren Präsidenten Donald Trump. „Das ist keine gute Idee“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
„Auch extreme Gefahrenlagen sind nicht auszuschließen. Im letzten Jahr ist im Winter ein Terminal ausgefallen, weil die Ostsee gefroren war und Eisbrecher ausfielen“, betont Kellner. Auch die Gefahr von Terroranschlägen auf Infrastruktur und Versorgungswege steige.
Der Markt sei weiterhin gestört. Die Speicher seien zu leer. „Das kann für Deutschland teuer werden.“ Kellner schlug in diesem Zusammenhang vor, dass die Ministerin einen Gipfel mit den Versorgungsunternehmen einberuft und sich um eine beschleunigte Befüllung der Gasspeicher kümmert. (dpa/red)
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Altersvorsorge 2027: Was sich für ETF-Sparer und Riester-Kunden ändert


In Kürze:

  • ETFs haben sich in Deutschland zu einem wichtigen Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau entwickelt.
  • Niedrige Kosten und die breite Streuung machen ETF-Sparpläne für viele Anleger attraktiv.
  • Ab 2027 soll ein neues staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot Investitionen in Aktienfonds und ETFs erleichtern.
  • Bestehende Riesterverträge werden nicht automatisch umgewandelt und sollten vor einem Wechsel individuell geprüft werden.

 
Über lange Jahre galt die Aktien- und Geldanlagekultur in Deutschland als chronisch unterentwickelt. Ein großer Teil der Bevölkerung war in seinem Sparverhalten risikoscheu. Sichere, aber renditearme Anlagen wie Sparbücher oder Kapitallebensversicherungen dominierten den Markt. Vor allem in politischen Kreisen, bei Gewerkschaften oder Verbänden werden Aktien nach wie vor mit „Spekulation“ oder „Zockerei“ in Verbindung gebracht. In den vergangenen Jahren hat sich der Wind jedoch in der Bevölkerung zunehmend gedreht. Vor allem die Möglichkeit, mit ETFs Vermögen aufzubauen, erscheint immer mehr Menschen in Zeiten von Rentenunsicherheit und Wirtschaftskrise attraktiv.
Seit 2010 hat sich die Anzahl der in Deutschland erhältlichen ETFs von 759 auf 2.804 fast vervierfacht. Das verwaltete Vermögen in ETFs stieg im gleichen Zeitraum auf mehr als das Vierzehnfache. Im Vorjahr erreichte es 2,27 Billionen Euro. Das Phänomen des Sparens mit ETFs ist kein isoliert deutsches, sondern ein weltweites.

ETF als Alternative zu Sparbuch und gemanagten Fonds

Zu den entscheidenden Vorteilen von ETFs gehört, dass sie preisgünstig sind, Sparpläne jederzeit geändert, pausiert oder beendet werden können und die Wertentwicklung transparent ist. Üblicherweise bildet ein ETF einen börsen­gehandelten Index 1:1 ab. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Aktienindizes wie DAX, Dow Jones oder NASDAQ. Mittlerweile gibt es ETFs aber auch in Nischenbereichen oder zu speziellen Themen.
Die Wertentwicklung von ETFs ist jederzeit einfach mitzuverfolgen. Sie entspricht den Bewegungen des jeweiligen Referenzindex. Auch die Kosten sind gering, da kein aktives Management erfolgt. Das ist in den meisten Fällen kein Nachteil: Schon vor 20 Jahren hieß es in Fachzeitschriften, dass nur die wenigsten aktiv gemanagten Fonds ihren Benchmarkindex übertreffen. Als Benchmarks gelten meist etablierte Indizes, die ein repräsentatives Bild der Entwicklung der Wirtschaft im jeweiligen Anlagegebiet geben. Eine beliebte Benchmark ist etwa der S&P 500, der die Wertentwicklung von 500 großen, an Börsen in den USA notierten Unternehmen abbildet. Ein anderer, der beispielsweise als Referenzbenchmark des legendären Templeton Growth dient, ist der MSCI ACWI (All Country World Index). Dieser ist globaler ausgerichtet.
Im Fall von krisenhaften Entwicklungen könnten Manager aktiv betreuter Fonds Abwärtsbewegungen kurzfristig gegensteuern. ETFs folgen hingegen dem Referenzindex: Stürzt beispielsweise der DAX ab, geht der Kurs des ETFs mit. Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Potenziale gemanagter Fonds auch in solchen Fällen nicht überschätzt werden sollten.

Nur wenige aktiv betreute Fonds schlagen ihre Benchmark

Eine Erhebung aus jüngerer Zeit ergab, dass langfristig nach wie vor nur knapp ein Fünftel aller aktiv gemanagten Fonds besser abschneidet als der Index, der ihrem Schwerpunkt entspricht. Die verhältnismäßig beste Performance erzielen dabei Schwellenländerfonds. Am schlechtesten sind die Vergleichswerte bei deutschen Aktienfonds. Hier schlagen nur 2 Prozent die Benchmarks – wobei aktiv betreute Fonds oft Ausgabeaufschläge von 5 Prozent und mehr verlangen.
Demgegenüber liegen die laufenden Kosten breit gestreuter ETFs im Null-Komma-Bereich – regelmäßig zwischen 0,07 und 0,3 Prozent. Zusätzlich können Gebühren für die Sparplanausführung, Depotgebühren, den sogenannten Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs), Verkaufskosten oder enthaltene Fondskosten (TER) anfallen. Die Gesamtkosten können dadurch steigen, allerdings müssen Anbieter ausweisen, welche Gebühren für welche Leistungen in welchem Zeitraum anfallen.
Auch die Wahl des Anbieters kann die Höhe der Kosten – und damit in weiterer Folge die Rendite – beeinflussen. Diese Wahl sollte aber nicht nur nach den Kosten getroffen werden, sondern auch danach, wie man insgesamt mit seiner Sparanlage verfahren möchte.

Wo lässt sich ein ETF-Sparplan abschließen?

Der Weg zur Hausbank ist vor allem dann sinnvoll, wenn man Wert auf persönliche Ansprechpartner, eine vertraute Infrastruktur und die Einbindung in bestehende Geschäftsbeziehungen legt. Allerdings sind die Depot- und Orderkosten dort erfahrungsgemäß etwas höher. Bei kleineren Sparraten kann das ins Gewicht fallen.
Außerdem kann die Auswahl der zur Verfügung stehenden ETFs eingeschränkt sein. Zudem ist es denkbar, dass provisionsgesteuerte Beratung Verkaufsdruck zugunsten bestimmter Produkte erzeugt.
Eine weitere Option ist die Betreuung durch einen Vermögensmanager. Das könnte vor allem bei einer größeren und umfassenderen Vermögensstruktur sinnvoll sein. Wer eine Vertrauensperson hat, die auch schon mit anderen Fragen wie Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Erbschaftsplanung, mehreren Depots oder komplexen steuerlichen Fragen befasst ist, wird sinnvollerweise auch ETF-Sparpläne dort platzieren.
Demgegenüber erscheint diese Option als unverhältnismäßig teuer, wenn es um einen simplen monatlichen Sparplan geht. In diesen Fällen kann die regelmäßige Vermögensverwaltungsgebühr den Kostenvorteil günstiger ETFs konterkarieren. Zu dieser kommen noch laufende Verwaltungsgebühren, zusätzliche ETF-Kosten, manchmal auch erfolgsabhängige Vergütungen, Ausgabe- und Abschlusskosten oder Kosten für Umschichtungen.

Sparen als Frage von Disziplin und langem Atem

Online-Broker oder Direktbanken bieten, wenn es speziell um ETF-Sparpläne geht, häufig kostenfreie Depots an. Viele Anbieter verlangen auch für Sparplanausführungen kein separates Entgelt. Allerdings gibt es auch Anbieter, die für Produkte aus bestimmten ETF-Listen oder Standardtarifen Gebühren verlangen. Zudem sind die kostenlosen Leistungen manchmal nur befristet – bei Inaktivität kann auch eine Depotgebühr anfallen.
Außerdem stellt sich auch hier die Frage nach Details wie Verkaufsgebühren, Einschränkungen bei Bruchstücken und Unwägbarkeiten bei einem Depotübertrag. Auch kann es eine Rolle spielen, an welchen Handelsplätzen und zu welchen Ausführungskosten gekauft wird. Von Bedeutung könnte zudem die Frage der Abwicklung von Freistellungsaufträgen und Steuerbescheinigungen sein.
Eine risikofreie Geldanlage sind ETFs nicht – wer sie wählt, sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass es sich um eine langfristige Anlage handeln sollte. Vorteile wie der Cost-Average-Effekt kommen regelmäßig erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten in vollem Umfang zum Tragen. Kurzfristige Kurseinbrüche wie 2008 infolge der Weltfinanzkrise oder 2020 wegen der Corona-Pandemie sollten kein Anlass für Panikverkäufe sein. Langfristig kann die Marktentwicklung solche Rückgänge wieder ausgleichen. Erfolg bei der Geldanlage ist auch eine Frage der Disziplin, der Nervenstärke und des langen Atems.

Stets eine hinreichende Liquiditätsreserve sicherstellen

Auch sollen Anleger in der Lage sein zu erklären, welches Produkt sie erworben haben und wie es funktioniert. Eine Identifikation mit dem Titel und ein Vertrauen in dessen Erfolg sind ebenfalls unabdingbar. Warren Buffett äußerte einst, man solle einen Titel, den man nicht bereit ist, zehn Jahre zu halten, auch keinen einzigen Tag besitzen. Entscheidend ist auch, ETFs nicht mit Geld zu bezahlen, das man in absehbarer Zeit benötigen könnte. Es sollte zu jeder Zeit eine hinreichende Liquiditätsreserve vorhanden sein.
Mit dem neuen geförderten Altersvorsorgedepot soll im Übrigen ab 2027 eine deutlich renditeorientiertere Form der privaten Altersvorsorge möglich werden. Statt einer vollständigen Beitragsgarantie wie bei der klassischen Riester-Rente können Anleger stärker in Aktienfonds und ETFs investieren. Dafür gibt es eine staatliche Grundzulage von bis zu 540 Euro jährlich, ergänzt um mögliche Kinder- und Berufseinsteigerzulagen.
Die Erträge bleiben während der Ansparphase steuerfrei und werden erst bei der späteren Auszahlung nachgelagert besteuert. Für Menschen, die sich nicht selbst um die Auswahl und Umschichtung ihrer Anlagen kümmern wollen, ist zudem ein standardisiertes Depot mit breit gestreuter Anlage und einer vorgesehenen Effektivkostenobergrenze von 1 Prozent geplant.

Was mit alten Riesterverträgen geschieht

Für bestehende Riesterverträge bedeutet die Reform allerdings keinen automatischen Wechsel. Sie werden nicht gekündigt oder zwangsweise in das neue Modell übertragen. Grundsätzlich können sie sogar nach den bisherigen Regeln weiterbespart werden. Dies macht allerdings nur dort Sinn, wo in älteren Verträgen bereits erhebliche Guthaben angespart oder Garantien erworben wurden.
Eine Kündigung ist im Regelfall nicht zu empfehlen, da diese mit einer Rückzahlungspflicht für staatliche Zulagen und Steuervorteile verbunden sein kann. Sinnvoller ist es, Riester-Altverträge, die man nicht mehr weiterbesparen will, beitragsfrei zu stellen. Bei kurzer Laufzeit, hohen Kosten, langem Anlagehorizont und einer die Rendite stark begrenzenden Garantie lässt sich bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen das vorhandene Kapital auch in ein neues gefördertes Produkt übertragen. In jedem Fall sollte gerade in solchen Fällen eine fachliche Beratung oder ein umfangreicher Vergleich erfolgen.
Einer der Unterschiede zwischen der ab 2027 verfügbaren geförderten Altersvorsorge und einem herkömmlichen ETF-Sparplan, wie er bereits jetzt jederzeit verfügbar ist, besteht neben der Förderung auch in der Auszahlungsphase. Sparer können bei der geförderten Vorsorge künftig zu Beginn der Auszahlungsphase zwischen zwei Möglichkeiten wählen: Eine Option ist eine lebenslange Leibrente. Die andere ist ein befristeter Auszahlungsplan, der allerdings mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr laufen muss. Demgegenüber sind angesparte Mittel im nicht geförderten Sparplan jederzeit in vollem Umfang verfügbar.
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21. August: BGH-Urteil zu Maskenattesten | Dürre und Lebensmittelknappheit | Waffenfund bei Berlin

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BGH-Urteil zu Maskenattesten

Gegen einen Facharzt lief über fünf Jahre ein Verfahren wegen des mutmaßlich falschen Ausstellens von Maskenbefreiungsattesten. Nach 29 Verhandlungstagen und 200 Zeugenaussagen wurde er in 26 von 264 Fällen rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Im Interview mit der Epoch Times spricht der Arzt exklusiv über Details und erläutert, weshalb er politischen Einfluss vermutet.

Dürre und Lebensmittelknappheit

Die anhaltende Trockenheit hat in der Landwirtschaft zu Futterknappheit geführt. Den Landwirten stehen 30 bis 40 Prozent weniger Grundfutter als üblich zur Verfügung. Einige Betriebe müssen deshalb ihre Tiere vorzeitig verkaufen. In einzelnen Regionen geraten Schlachthöfe dadurch kurzfristig an ihre Kapazitätsgrenzen.

Waffenfund bei Berlin

Im Zusammenhang mit dem Waffenfund in der Nähe von Berlin im vergangenen Jahr ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen einen Tatverdächtigen wegen des Verdachts der Agententätigkeit und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Dies bestätigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt heute bei einer Pressekonferenz.

Cum-Ex und Cum-Cum

Die Aufarbeitung kommt voran. Laut Bundesfinanzministerium wurden 208 Cum-Ex-Vorgänge rechtskräftig abgeschlossen und Steuergelder in Höhe von knapp 3,6 Mrd. Euro zurückgefordert oder Erstattungen abgelehnt. Bei Cum-Cum waren es 96 Fälle und 840 Millionen Euro Steuergeld.

Auto rast durch Fußgängerzone

Heute Morgen ist ein 68-Jähriger mit gesundheitlichen Problemen in Hofgeismar, Hessen, mit einem Mercedes in eine Fußgängerzone gerast. Dabei erfasste er Passanten und prallte gegen ein Kaufhaus. Es gibt acht Verletzte, darunter keine Schwerverletzten.
 
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Mediziner will nach BGH-Maskenattest-Urteil Verfassungsbeschwerde einreichen

Der Mediziner Dr. Wolfgang Urmetzer wurde wegen des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse vom Bundesgerichtshof in einem Revisionsverfahren rechtskräftig verurteilt. Die Geldstrafe von 15.000 Euro, die das Landgericht Nürnberg-Fürth 2024 verhängte, blieb bestehen.
Das Verfahren habe ihn mittlerweile über 100.000 Euro gekostet, sagte er gegenüber Epoch Times. Ein Revisionsverfahren …
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Cum-Ex und Cum-Cum: Zahl der aufgeklärten Fälle gestiegen

Die Aufarbeitung der Cum-Ex- und der Cum-Cum-Geschäfte, mit denen der Fiskus um Milliarden geprellt wurde, kommt voran: In beiden Bereichen stieg sowohl die Zahl der aufgeklärten Fälle als auch die Summe der Rückforderungen, berichtete am Freitag das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf einen Bericht des Bundesfinanzministeriums an den Finanzausschuss des Bundestages.
Bei den Cum-Ex-Verdachtsfällen wurden demnach bislang 208 Fälle rechtskräftig abgeschlossen und Kapitalertragsteuer inklusive Solidaritätszuschlag in Höhe von rund 3,57 Milliarden Euro zurückgefordert beziehungsweise wurden entsprechende Erstattungsanträge abgelehnt.
Im Bereich Cum-Cum wurden demnach in 96 Fällen Steuerverfahren rechtskräftig abgeschlossen. Der Staat forderte bei der Kapitalertragsteuer 840 Millionen Euro zurück oder verweigerte die Anrechnung auf die Steuerschuld. Das sind jeweils deutlich mehr als Ende 2024.
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Isabelle Vandre sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Wo konsequent geprüft wird, wird auch Geld zurückgeholt oder gar nicht erst ausgezahlt. Aber gemessen am geschätzten Schaden von 28,5 Milliarden Euro bleibt das nur ein Bruchteil.“
Cum-Ex-Geschäfte waren seit Anfang der 2000er Jahre bei vielen Banken im In- und Ausland üblich. Investoren schieben dabei Aktienpakete rund um den Dividendenstichtag hin und her mit dem Ziel, sich vom Finanzamt Kapitalertragsteuern zurückerstatten zu lassen, die nie gezahlt wurde.
2021 bestätigte der BGH, dass diese Praxis strafbar ist. Seitdem sind eine ganze Reihe von Banken und Bankmanagern deshalb angeklagt und zum Teil rechtskräftig verurteilt worden. Bei Cum-Cum-Geschäften verleihen ausländische Anleger ihre Anteile an einem deutschen Unternehmen kurz vor dem Dividendenstichtag an eine deutsche Bank.

Forderung nach dem Gemeinsamen Zentrum

Vandre sagte dem RND, das angekündigte Gemeinsame Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität sei ein richtiger Schritt. „Jetzt darf es aber nicht bei Ankündigungen bleiben.
Die Bundesregierung muss konkret sagen: Wann steht das Zentrum, mit wie viel Personal und welchen Befugnissen wird es ausgestattet und landen die Cum/Ex- und Cum/Cum-Fälle dort auf dem Tisch?“
Die bisherigen Erfahrungen gäben Anlass zur Skepsis, betonte die Linken-Politikerin: „Die IT-Plattform gegen Dividendentricks hing nach jüngster Auskunft der Bundesregierung noch im Vergabeverfahren, einen Zeitplan für ihre Inbetriebnahme konnte sie nicht nennen.“
Und die neuen Meldepflichten, mit denen Banken Steuerbescheinigungen künftig lückenlos den zugrunde liegenden Aktiengeschäften zuordnen müssen, griffen erst ab 2027. (afp/red)
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Waffenlager-Fund nahe Berlin: Sicherheitsbehörden gehen von Anschlagsversuch aus

Nach dem Fund eines Waffenlagers in einem Wald nahe Berlin gehen die Sicherheitsbehörden von einem geplanten Anschlag aus. Der Generalbundesanwalt habe in dem Fall die Ermittlungen übernommen, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag in Berlin.

Waffen sollten für Anschläge genutzt werden

Der Verdacht laute auf geheimdienstliche Agententätigkeit und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Eine „Beteiligung fremder Mächte“ sei dabei nicht auszuschließen. Medienberichten zufolge soll das Waffenlager im Auftrag russischer Geheimdienste angelegt worden sein.
Nach Dobrindts Angaben erlangte der Verfassungsschutz bereits im vergangenen Oktober Kenntnis von dem Waffenversteck in einem Wald bei Berlin. Gemeinsam mit dem Berliner Landeskriminalamt sei es gelungen, dieses Versteck zu lokalisieren. Darin seien „zwei Handfeuerwaffen und entsprechend Munition hinterlegt“ worden, sagte der Bundesinnenminister.
Die Waffen und die Munition seien „sicherlich vorgesehen gewesen, um Anschlagsplanungen durchzuführen“, sagte Dobrindt. Zum Ziel des möglichen Anschlags lägen noch keine Erkenntnisse vor.
Ein Verdächtiger befinde sich zurzeit in Rumänien in Haft. Angaben zu dessen Identität wollte der Minister unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen.

Hohe Gefährdungslage und hybride Bedrohungen

„Dieser Fall zeigt, dass wir von einer hohen Gefährdungslage ausgehen“, betonte der Minister. Er bette sich ein „in hybride Bedrohungsszenarien, ohne damit jetzt deutlich zu machen, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Fall und anderen aktuellen Vorfällen gibt“.
Zuletzt hatte der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle die Sicherheitsbehörden in Atem gehalten. Dass sie nicht detonierte, war offenbar nur dem Zufall zu verdanken, denn der Zünder war defekt.
In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland.
Nach Recherchen von Norddeutschem Rundfunk (NDR), Westdeutschem Rundfunk (WDR) und „Süddeutscher Zeitung“ hat das Bundesamt für Verfassungsschutz Hinweise darauf, dass das Waffenlager im Auftrag russischer Geheimdienste angelegt wurde.
Deutsche Sicherheitsbehörden seien inzwischen davon überzeugt, dass die Waffen für Agenten hinterlegt worden seien, die im Auftrag Russlands in Deutschland so genannte kinetische Operationen ausführen sollten, also etwa Attentate.
Eine „Beteiligung fremder Mächte“ sei nicht auszuschließen, sagte Dobrindt, ohne dabei Russland ausdrücklich zu nennen. „Das laufende Verfahren wird weitere Erkenntnisse in dieser Hinsicht liefern können.“
Der Waffenfund sei jedoch „kein Einzelfall“ mit sogenannten Low-Level-Agenten. Es habe in der Vergangenheit und auch in diesem Jahr eine Vielzahl von Fällen mit Wegwerfagenten und mehrere Festnahmen „im Zusammenhang mit dem Agieren von Low-Level-Agenten und den hybriden Bedrohungslagen gegeben“.

Überwachung ohne Ergebnis

Zu dem Waffenfund führte Dobrindt weiter aus, dass Waffen und Munition „ausgetauscht beziehungsweise funktionsunfähig gemacht“ worden sei, um eine mögliche Gefahr auszuschließen.
Das Versteck sei anschließend überwacht worden, „um mögliche Abnehmer zu identifizieren“. Diese Überwachung habe aber kein Ergebnis gebracht: „Es gab keinen Abholer.“(afp/dpa/red)
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Das beste Schokoladeneis – in der eigenen Küche hergestellt

Mein Mann ist verrückt nach allem, was mit Schokolade zu tun hat – von weichen Schokoladenkeksen über saftige Brownies bis zu französischem Seidenkuchen. Überraschenderweise steht Schokoladeneis jedoch erst ziemlich weit unten auf der Liste seiner Lieblingsleckereien. Das liegt unter anderem daran, dass ihm die meisten Sorten von Schokoladeneis einfach nicht schokoladig genug sind, obwohl sie an sich schon nach Schokolade schmecken. Doch mein selbst gemachtes Schokoladeneis ist einfach immer ein Volltreffer.

Was macht es so reichhaltig und cremig?

Ich bin in St. Louis aufgewachsen, wo Frozen Custard der absolute Renner ist, und gleichzeitig liebe ich die unkomplizierte Zubereitung von Schokoladeneis nach Philadelphia-Art. Schokoladeneis mit einer Basis aus Eiern schmeckt einfach anders. Das Geheimnis liegt in der Verwendung von hochwertigem Kakaopulver und gehackter Zartbitterschokolade, die man gern auch mal pur essen kann. Wenn man statt natürlichem Kakaopulver auf alkalisiertes (niederländisch verarbeitetes) Kakaopulver umsteigt, kann man den Geschmack des Eises selbst gestalten – jedes Ergebnis ist gleichermaßen köstlich.
Es ist unglaublich cremig. Die Eigelbe in der Eiscremebasis verleihen dem Eis eine Reichhaltigkeit und eine cremige Konsistenz, die mit Milch und Sahne allein nicht zu erreichen ist.
Es hat einen intensiven Schokoladengeschmack. Dieses Rezept verwendet eine Kombination aus hochwertigem Kakaopulver und geschmolzener Zartbitterschokolade für optimalen Geschmack ohne Kompromisse bei der Konsistenz. Eine Prise Salz und optional etwas Espressopulver verstärken den Schokoladengeschmack und die Süße, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Die Hauptzutaten

Eigelb: Eigelb besteht zu 65 Prozent aus Fett und verleiht dem Eis eine besondere Cremigkeit, die mit einer rein milchbasierten Eiscremebasis nicht zu erreichen ist. Eigelb enthält außerdem Lecithin, einen natürlichen Emulgator. Dieser bindet sowohl das Fett aus den Milchprodukten als auch das Fett des Eigelbs an das Wasser in der Eiscremebasis und sorgt so für eine volle, cremigere Konsistenz. Zudem verlängert es die Haltbarkeit der Konsistenz des Eises außerhalb des Gefrierschranks, da das Eis dann nicht so schnell auftaut.
Kakaopulver: Für Eiscreme können Sie jede beliebige Kakaopulversorte verwenden. Bedenken Sie jedoch, dass die Sorte den Geschmack und die Konsistenz beeinflusst. Natürliches Kakaopulver ergibt eine eisigere Konsistenz, aber einen kräftigeren und intensiveren Schokoladengeschmack. Alkalisiertes Kakaopulver sorgt hingegen für eine cremigere, schokoladigere Konsistenz mit einem milderen Geschmack. Unabhängig von Ihrer Wahl empfehle ich ein hochwertiges Kakaopulver, beispielsweise Guittards Biokakaopulver oder für die niederländische Variante Guittards Cocoa Rouge (Anm. d. Red.: Guittard ist eine bekannte amerikanische Schokoladenmarke französischen Ursprungs). Der höhere Kakaofettanteil im Kakaopulver sorgt in beiden Varianten für einen vollmundigeren Schokoladengeschmack.
Dunkle Schokolade: Wie bei allen Schokoladendesserts empfehle ich für dieses Rezept eine hochwertige Schokolade, die Sie pur auch gern essen würden. Ich rate davon ab, Schokoladendrops zu verwenden, auch wenn sie hochwertig sind. Die Drops sind so konzipiert, dass sie auch bei hohen Temperaturen ihre Form behalten, während Tafelschokolade bereits bei viel niedrigeren Temperaturen schmilzt. Für dieses Rezept benötigen Sie eine Schokolade, die leicht schmilzt. Wenn Sie Eiscreme aus geschmolzenen Schokodrops zubereiten, wird diese schwer zu portionieren, fest und körnig.
Espressopulver (optional): Espressopulver (oder Instantkaffee) verstärkt den Schokoladengeschmack. Es ist optional, aber wenn Sie ein schokoladigeres Eis bevorzugen, empfehle ich die Verwendung.
Leichter Maissirup (optional): Leichter (heller) Maissirup ist nicht zu verwechseln mit Maissirup mit hohem Fruktosegehalt (High-Fructose Corn Syrup), da dieser vollkommen anders beschaffen ist. Leichter Maissirup besteht hauptsächlich aus Glukose, einem Invertzucker, der das Eis weich und leicht portionierbar hält. Zudem absorbiert er mehr Wasser als herkömmlicher Zucker, wodurch verhindert wird, dass das Eis zu kristallin wird.

Hilfreiche Alternativen

Wenn Sie keinen Maissirup haben oder ihn nicht verwenden möchten, können Sie stattdessen Honig nehmen. Beachten Sie jedoch, dass Honig dem Eis gleichwohl einen leichten Honiggeschmack geben kann. Sie können den Maissirup auch komplett weglassen. Das Eis wird dann fester, etwas schwieriger zu portionieren und hat eine etwas eisigere Konsistenz. Nehmen Sie das Eis einfach aus dem Gefrierschrank und lassen Sie es 15 Minuten bei Zimmertemperatur antauen, damit es etwas weicher wird und sich besser servieren lässt.

Vorbereitungs- und Aufbereitungstipps

Vorbereitung: Die Grundmasse kann bis zu zwei Tage im Voraus zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Füllen Sie sie in einen Gefrierbeutel oder decken Sie sie mit Frischhaltefolie ab.
Aufbewahrung: Selbst gemachtes Eis ist im Gefrierschrank nicht so lange haltbar wie gekauftes. Das liegt daran, dass die meisten industriell hergestellten Eissorten Stabilisatoren wie Verdickungsmittel enthalten, welche die Haltbarkeit verlängern. Bewahren Sie dieses selbst gemachte Schokoladeneis im Gefrierschrank auf, abgedeckt mit Backpapier oder Frischhaltefolie, um Gefrierbrand zu vermeiden. Verzehren Sie das Eis am besten innerhalb einer Woche, spätestens jedoch innerhalb von zwei bis vier Wochen nach der Zubereitung.
Doch nun zum Rezept:

Mein Schokoladeneis für vier Portionen

Vorbereitung: 20 Minuten – Zubereitung: 35 Minuten
Zutaten:
5 große Eigelb
150 Gramm Kristallzucker
1 Teelöffel Vanilleextrakt
30 Gramm natürliches oder alkalisiertes Kakaopulver
1 Prise grobes Meersalz oder Steinsalz
1 Messerspitze Instant-Espressopulver (optional)
240 Milliliter Vollmilch
480 Milliliter Schlagsahne
1 Esslöffel heller Maissirup (optional)
115 Gramm Zartbitterschokolade (keine Schokoladendrops), grob in zentimetergroße Stücke gehackt
Zubereitung einer Eiscremebasis Schoko-Geschmack. Foto: Pawel Kacperek/iStock

Zubereitung einer Eiscremebasis mit Schokogeschmack.

Foto: Pawel Kacperek/iStock

Die Herstellung

  1. Wenn Ihre Eismaschine eine Schüssel hat, die vor dem Rühren der Zutaten im Gefrierschrank abkühlen muss, erledigen Sie diesen Schritt am Vorabend der geplanten Eiszubereitung.
  2. Verquirlen Sie die Eigelbe mit 50 Gramm Kristallzucker und dem Vanilleextrakt in einer großen, hitzebeständigen Schüssel.
  3. Sieben Sie das Kakaopulver in einen großen Topf. Rühren Sie die restlichen 100 Gramm Zucker, das grobe Salz und – falls gewünscht – das Instant-Espressopulver unter. Rühren Sie 60 Milliliter Vollmilch schrittweise unter, bis eine glatte Masse entsteht. Falls die Paste zu dickflüssig ist, um den Kakao vollständig aufzulösen, geben Sie bei Bedarf etwas mehr Milch hinzu.
  4. Fügen Sie die restlichen 180 Milliliter Vollmilch, die Sahne und – falls gewünscht – den hellen Maissirup hinzu. Erhitzen Sie die Mischung bei mittlerer Hitze und unter ständigem, sanftem Rühren mit dem Schneebesen, bis sie leicht köchelt.
  5. Nehmen Sie den Topf vom Herd. Quirlen Sie etwa die Hälfte der kakaohaltigen Flüssigkeit schrittweise in die Eiermasse, um die Temperatur anzugleichen. Geben Sie dann den Rest der Kakaoflüssigkeit langsam hinzu und verquirlen Sie alles gut.
  6. Wenn die gesamte Eimasse in der Schokoladencreme ist, bringen Sie den Topf bei niedriger bis mittlerer Hitze unter ständigem Rühren auf etwa 77 Grad Celsius. Sie erkennen die richtige Temperatur auch daran, dass die Masse so dickflüssig geworden ist, dass sie an der Rückseite eines Löffels haften bleibt oder sich beim Durchziehen mit dem Finger eine Linie in der Masse bildet.
  7. Nehmen Sie den Topf vom Herd. Fügen Sie die gehackte Zartbitterschokolade unter Rühren hinzu, bis sie vollständig geschmolzen ist.
  8. Lassen Sie den Topf abgedeckt abkühlen und kühlen Sie ihn über Nacht oder bis zu zwei Tage im Kühlschrank. Anmerkung: Falls Sie nicht so lange warten können, können Sie die Eiscremebasis auch in einem Eisbad abkühlen. Füllen Sie die Basis dazu in einen wiederverschließbaren 4-Liter-Gefrierbeutel, drücken Sie die überschüssige Luft heraus und verschließen Sie den Beutel. Legen Sie den Beutel anschließend in eine große Schüssel mit kaltem Wasser und geben Sie Eiswürfel hinzu. Nach circa 1 Stunde ist die Masse gut durchgekühlt.
  9. Rühren Sie die Eiscremebasis nach dem Kühlen durch und geben Sie sie in die Schüssel der Eismaschine. Lassen Sie sie gemäß der Bedienungsanleitung 20 bis 35 Minuten rühren, bis die Masse die Konsistenz von Softeis erreicht hat. Wer Softeis bevorzugt, kann es sofort genießen. Für festeres Eis muss die Masse jedoch in einen luftdichten Behälter gefüllt werden. Haben Sie keinen solchen zur Hand, können Sie die Masse auch in eine Kastenform füllen. Decken Sie die Oberfläche der Masse in diesem Fall mit Back- oder Wachspapier ab, um die Bildung von Eiskristallen durch Kondenswasser zu verhindern. Nach 8 Stunden Gefrierzeit ist das Eis verzehrfertig. Sollte es sich nur schwer portionieren lassen, können Sie es vorher einige Minuten bei Zimmertemperatur antauen lassen.
Guten Appetit!
Hmmm. Das schmeckt nicht nur den Kleinen. Foto: Syldavia/iStock

Hmmm, das schmeckt nicht nur den Kleinen.

Foto: Syldavia/iStock

Dieser Artikel erschien auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Best Chocolate Ice Cream Can Be Made in Your Own Kitchen“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Bericht: Russische Fregatte soll nahe Fehmarn aufgetaucht sein


In Kürze:

  • Ein Kriegsschiff Russlands soll laut einem Bericht in der Ostsee unweit der Insel Fehmarn aufgetaucht worden sein.
  • Bei dem Schiff soll es sich um die moderne Lenkwaffenfregatte „Admiral Kasatonow“ handeln.
  • Die Sichtung wäre bereits der zweite bekannte Aufenthalt eines russischen Kriegsschiffs in der Ostsee binnen weniger Wochen.
  • Gleichzeitig haben NATO-Staaten ihre militärischen Aktivitäten und Übungen im Ostseeraum verstärkt.

 
Eine Fregatte der russischen Kriegsmarine soll in der Vorwoche in der Ostsee nahe der deutschen Ferieninsel Fehmarn aufgetaucht sein. Dies berichtete zuerst der britische „The Telegraph“ und berief sich dabei auf Auswertung von Schiffsbewegungsdaten. Eine offizielle Bestätigung durch Behörden der Anrainerstaaten, inklusive Deutschland, und Russland selbst gibt es bislang nicht.

Schiff soll vor Fehmarn mit abgeschaltetem Standortsender unterwegs gewesen sein

Bei dem Schiff soll es sich um die Lenkwaffenfregatte „Admiral Kasatonow“ gehandelt haben. Dieses gilt als eines der modernsten der russischen Marine und kann Marschflugkörper des Typs Kalibr ebenso transportieren wie nuklearfähige Zirkon-Hyperschallraketen.
Genaue Angaben über die Dauer des Aufenthalts oder den Weg des Schiffs sollen daran scheitern, dass dieses mit abgeschaltetem Standortsender unterwegs gewesen sei. Entsprechend finden sich in der Darstellung des „Telegraph“ auch keine genauen Angaben, wie weit und wie lange sich die „Admiral Kasatonow“ vor der Küste von Fehmarn befunden habe.
Der Fehmarnbelt ist eine enge Wasserstraße mit deutschen und dänischen Hoheitsgewässern sowie angrenzenden internationalen Gewässern. Durch ihn verläuft eine der wichtigsten Handelsstraßen, die von der Ostsee in die Nordsee führen.

Schiff soll LNG-Tanker eskortiert haben

Die im Jahr 2020 in Dienst gestellte „Admiral Kasatonow“ gilt als eines der modernsten Kriegsschiffe der russischen Marine. Einem Bericht der investigativen Plattform „The Insider“ zufolge soll das Schiff den LNG-Tanker „Portowy“ eskortiert haben. Das Schiff, das zum Bestand des russischen Staatskonzerns Gazprom gehören soll, habe eine neue Route gewählt, um möglichen ukrainischen Drohnenangriffen auszuweichen.
Es soll das mittlerweile zweite Mal innerhalb weniger Wochen gewesen sein, dass ein Schiff der russischen Marine in der Ostsee aufgetaucht sei. So soll Ende Juli laut der britischen Zeitung der Zerstörer „Admiral Lewschenko“ gesichtet worden sein.
Im Vorfeld der angeblichen Sichtung der „Admiral Lewschenko“ hatte der Kreml jedoch auch angekündigt, gegen Kontrollen und Beschlagnahmungen von Schiffen mit Russlandbezug durch westliche Staaten vorgehen zu wollen. Zwar hatte Russland nicht von einem offiziellen Auftrag zum Schutz der Tankschiffe gesprochen. Vorfälle im Juni hatten jedoch scharfe Reaktionen aus Moskau nach sich gezogen.

Russland hat Maßnahmen gegen Festsetzungen angeblicher Schiffe der „Schattenflotte“ angekündigt

Großbritannien und Frankreich hatten damals mehrere Schiffe kontrolliert oder festgesetzt – unter anderem die „Smyrtos“ vor der südenglischen Küste. Diese sollen zur angeblichen „Schattenflotte“ Russlands gehören, die nach Darstellung westlicher Staaten Sanktionen umgehen und sogar in Drohnenvorfälle verwickelt sein können.
Russland bezeichnet das Vorgehen als „Piraterie und Raub“. Aus dem Kreml hieß es dazu, man sehe sich, sollten diese Praktiken anhalten, „gezwungen, in angemessener Weise zu antworten“. Russland könne „in jedem Bereich Vergeltungsmaßnahmen starten, wo man es für nötig und angemessen halte“.
Der ehemalige russische Präsident und heutige stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, erklärte laut dem „Telegraph“ dabei „jedes Handelsschiff eines feindlichen Staates, in unseren oder neutralen Gewässern“ zum potenziellen Angriffsziel. Voraussetzung sei ein hinreichender Verdacht, dass das Schiff Fracht im Interesse des Feindes transportiere.

Größere NATO-Luftoperation in Kaliningrad-Nähe

Zu Beginn der Woche hatte eine größere NATO-Luftoperation über Nordpolen und dem Baltikum für Aufregung gesorgt. An dieser hatten unter anderem US-amerikanische und norwegische Kampfflugzeuge, ein AWACS-Flugzeug sowie Tankflugzeuge teilgenommen.
Die NATO betonte den defensiven Charakter der Operation. Allerdings galt sie als heikel aufgrund der räumlichen Nähe zur russischen Exklave Kaliningrad.
Vom 3. bis 14. August hatte in Lettland auch die NATO-Übung „Baltic Trust 26“ stattgefunden. Dort verwies man auf die Notwendigkeit einer besseren Koordination angesichts mehrerer Vorfälle mit russischen Drohnen oder Aufklärungsflügen über der Ostsee. Diese hätten sich mehrfach in Grenznähe zu NATO-Staaten ereignet.
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Auto rast in Hessen durch Fußgängerzone – Acht Verletzte

Ein Auto ist am Freitagmorgen im hessischen Hofgeismar mit hoher Geschwindigkeit durch eine Fußgängerzone gegen ein Kaufhaus gefahren. Zeugen berichteten, dass der Fahrer zuvor an einem Zebrastreifen medizinische Probleme gehabt haben soll, teilte das Polizeipräsidium Nordhessen mit. Der Vorfall ereignete sich gegen 10:30 Uhr in der Mühlenstraße, als der Mercedes in die Fußgängerzone fuhr und mehrere Passanten erfasste.
Der 68-jährige Fahrer aus Hofgeismar wurde nach notärztlicher Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, sein Zustand soll kritisch sein. Insgesamt wurden acht Personen verletzt, darunter vier, die vorsorglich in Krankenhäuser gebracht wurden. Schwere Verletzungen sollen nach bisherigen Informationen nicht vorliegen.

Gutachter untersucht schweren Unfall

Die Polizei und der Rettungsdienst sind mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Ein Gutachter ist in die Ermittlungen eingebunden, um die Unfallursache zu klären. In der Fußgängerzone entstand ein hoher Sachschaden, der noch nicht genau beziffert werden kann. Die Unfallstelle ist derzeit abgesperrt.
Fotos der „Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) zeigen Tischplatten, Sitzpolster und Regale, die auf der Straße liegen. Dazwischen liegen Eimerchen mit Straßenmalkreiden für Kinder. In einem Video sieht man ein Feuerwehrauto, rot-weiße Absperrbänder und Warnhütchen. Der abgesperrte Bereich liegt in einer Fußgängerzone, die von Fachwerkhäusern gesäumt ist. (dts/dpa/red)
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Windräder verursachen keine nachweisbaren Gesundheitsschäden


In Kürze:

  • Windräder haben laut einer neuen Studie keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit.
  • Dafür haben Forscher Daten von über 120.000 US-Haushalten aus den Jahren 2011 bis 2023 ausgewertet.
  • Die Entfernungen der Turbinen zu Wohnhäusern sind in den USA teils geringer als in Deutschland, der mittlere Abstand im Rahmen der Studie liegt aber bei 6 Kilometern.
  • Eine Fachärztin erinnert an die Berücksichtigung des Schalldruckpegels und die größeren Ausmaße heutiger Anlagen.
  • Die Uni Augsburg verweist für Deutschland auf eine andere, ähnlich aufgebaute Untersuchung – und mit ähnlichen Problemen.

 
Brummtöne, Schlagschatten, Infraschall: Immer wieder klagen mancherorts Anwohner und Windkraftgegner über störende oder gar gesundheitsbeeinträchtigende Auswirkungen von großen Windkraftanlagen.
Eine Studie unter Beteiligung der Universität Augsburg kam kürzlich allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis. „Windräder verursachen keine nachweisbaren Gesundheitsschäden“, schreibt die Bildungseinrichtung.
Zugrunde liegt eine über 12 Jahre währende Längsschnittuntersuchung, die sich mit der Wohnnähe zu Windrädern und der Gesundheit der Anwohner befasst hat. Es soll sich um eine der bislang umfangreichsten Studien zu diesem Thema weltweit handeln.
Die Autoren sind die Wirtschaftswissenschaftler Niklas Rott, Douglas Almond und Osea Giuntella. Rott ist an der Uni Augsburg tätig, während Almond an der Columbia Universität und Giuntella an der Universität von Pittsburgh arbeiten.

Woher stammen die Daten?

Zunächst das Wichtigste: Die Forscher erhielten die Daten aus dem sogenantnen NielsenIQ Ailments Survey, einer jährlich durchgeführten Umfrage. Daraus extrahierten sie Selbstauskünfte von über 120.000 US-Haushalten aus den Jahren 2011 bis 2023 zu Gesundheitsbeschwerden wie Schlaflosigkeit, Depression, Angst und Kopfschmerzen. Diese Haushalte befanden sich in der Nähe von rund 75.000 Windkraftanlagen.

Eine Ölförderanlage am 4. Oktober 2023 im US-Bundesstaat Texas in der Nähe eines Windparks. Die Windkraft soll auch in den Vereinigten Staaten die Nutzung fossiler Brennstoffe reduzieren.

Foto: Brandon Bell/Getty Images

Die Studienautoren bezogen ebenso das Kaufverhalten der Bewohner mit ein. Wer nach der Windradinstallation mehr Schlaftabletten oder Schmerzmittel kauft, hinterlässt objektive Spuren, die auf Gesundheitsprobleme hinweisen – unabhängig von subjektiven Einschätzungen.
Im direkten Vergleich standen somit jeweils die Daten der Haushalte vor und nach der Installation nahegelegener Windräder. Bei diesem sogenannten Event-Study-Design wird jeder Haushalt mit sich selbst verglichen. Die Betrachtungszeiträume liegen in den Jahren vor und nach der Inbetriebnahme des nahegelegenen Windrades.
Störfaktoren wie Einkommen, Alter, Haushaltsgröße oder regionale Trends unterlagen laut der Uni einer statistischen Kontrolle. Die Studie selbst durchlief im Rahmen der Veröffentlichung in der Fachzeitschrift PNAS einen Peer-Review und damit eine Prüfung durch unbeteiligte Wissenschaftler.

Ergebnis: Keine messbaren negativen Gesundheitseffekte

Laut der Uni Augsburg konnte das Forscherteam keine statistisch nachweisbaren Zusammenhänge bezüglich der Gesundheitsangaben oder des Kaufverhaltens der Anwohner und des Baus neuer Windräder feststellen.
Ebenso zeigten sich keine Veränderungen in der Zeitverwendung, etwa hinsichtlich Schlaf, Sport oder Zeit im Freien, noch in Ausgaben für Alkohol, Tabak und allgemeine Medikamente. Das Ergebnis bleibe stabil für alle untersuchten Subgruppen: Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsgrad und ethnische Zugehörigkeit. Hierzu teilte Rott mit:
„Windkraftanlagen stehen immer wieder im Fokus gesundheitlicher Bedenken. Die bisherige Evidenz dazu ist jedoch teils uneinheitlich und häufig durch kleine Stichproben oder rein korrelative Analysen begrenzt. Unsere Analysen unter Verwendung umfangreicher US-Haushaltsdaten zeigen keine messbaren negativen Gesundheitseffekte bei typischen Entfernungen zwischen Windrädern und Wohngebieten.“
Windräder

Im Rahmen der Studie ermittelter Zusammenhang zwischen Windraderrichtung und Gesundheitszustände der Anwohner.

Foto: Bildschirmfoto/Rott et al. (2026), NBER Working Paper No. 35131, Bearbeitung: mf/Epoch Times

Dennoch betonen die Autoren, dass lokale Belastungen wie Lärm oder Schattenwurf die Lebensqualität der Anwohner beeinflussen. Ebenso bestehe die Möglichkeit, dass sie die Akzeptanz von Windkraftprojekten verringern – auch ohne nachweisbare gesundheitliche Folgen.
Sie empfehlen, Debatten über Windkraft stärker auf evidenzbasierte Lärmgrenzwerte, faire Kostenverteilung und transparente Planungsverfahren zu fokussieren, anstatt auf nicht belegte Gesundheitsrisiken.

Was sind „übliche“ Abstände?

Die Uni Augsburg spricht bei den Ergebnissen von „üblichen Abstandsdistanzen“ der Windkraftanlagen zu Wohngebieten. Welche Abstände in den USA „üblich“ sind, teilte sie allerdings nicht mit. Auch auf Anfrage der Epoch Times erhielten wir hierzu keine direkte Antwort. Die Uni schrieb: „Über die veröffentlichten Forschungsergebnisse hinaus geben wir grundsätzlich keine weitergehenden fachlichen Bewertungen oder Empfehlungen zu allgemeinen oder praktischen Fragestellungen ab.“
Auch die Bitte, uns die Studie zuzusenden, blieb von der Uni unbeantwortet. Erst durch Kontaktaufnahme mit dem Nationalen Büro für Wirtschaftsforschung, kurz NBER, erhielten wir das vorab veröffentlichte Arbeitspapier. NBER ist eine überparteiliche Nonprofit-Forschungsorganisation in Massacusetts in den USA.
Der Einblick in das Arbeitspapier brachte schließlich die Antwort. Für die untersuchten Gebiete beträgt die „Entfernung von den Windkraftanlagen zu den Postleitzahlen-Zentren“ im Schnitt 6 Kilometer (km). Der Quartilsabstand, also die mittleren 50 Prozent, umfasst den Bereich von 3 bis 10 km. Da die Messung auf Postleitzahlbereichen basiert, könnten einzelne Haushalte innerhalb eines Bereichs näher oder weiter entfernt liegen.
Dabei ist zu erwähnen, dass in den Vereinigten Staaten kein einheitlicher Mindestabstand einer Windkraftanlage zu einem Wohngebiet existiert. Jeder Landkreis und jede Gemeinde erlässt ihre eigenen Abstandsvorschriften. Diese liegen meist bei der 1,1- bis 2,5-Fachen Distanz der Anlagengesamthöhe zur Grundstücksgrenze eines Wohngebäudes. Die meisten Behörden schreiben den 1,5-fachen Wert der Höhe vor. Demnach müsse eine 150 Meter hohe Anlage mindestens 225 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt sein.
Aus dem Arbeitspapier geht indes nicht hervor, wie nah die Distanzen im kürzesten Quartil waren. Darüber hinaus lassen die Daten weder Rückschlüsse auf die Lage der Haushalte innerhalb der Postleitzahlenbereiche zu, noch über die tatsächlichen Abstände von Wohngebäuden und Windkraftanlagen.

Ein Windrad in der Nähe eines Wohngebäudes in Texas am 28. Juni im US-Bundesstaat Texas.

Foto: Brandon Bell/Getty Images

Vergleichbar mit Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es keine bundeseinheitliche pauschale Mindestabstandsregel. Relevant ist hierzulande der Immissionsschutz oder Schallschutz durch die TA Lärm und das Bundes-Immissionsschutzgesetz. Diese führen typischerweise zu Mindestabständen von 600 bis 1.000 Metern zu Wohngebieten, mehr als in den USA.
Entscheidend ist zudem die Windraddichte der beiden Länder. Zwar stehen in den USA mit rund 77.400 Windräder an Land aktuell rund 2,6 Mal mehr Windturbinen als in der Bundesrepublik. Dafür verfügen die Vereinigten Staaten über rund 30 Mal mehr Landesfläche.
Dementsprechend liegt die Windraddichte in Deutschland bei 82 Anlagen pro 1.000 Quadratkilometer (km²), während auf der gleichen Fläche in den USA nur 8,5 Anlagen stehen. Sprich: Die Bundesrepublik hat auf der gleichen Fläche fast zehnmal mehr Windräder als die Vereinigten Staaten. Somit ist es in Übersee viel einfacher, geeignete Flächen zu finden, die weit genug von Wohngebieten entfernt liegen. Auch die Einwohnerzahl pro km² ist in den USA mit rund 38 deutlich geringer als in Deutschland mit rund 235.
Auf die Entwicklung der Anlagenhöhe wies die Fachärztin Dr. med. Ursula Bellut-Staeck hin. Ihrer Aussage nach seien „die Windkraftturbinen vor zehn Jahren nicht mit den deutschen Großwindanlagen heutiger Zeit zu vergleichen“. Seit 2011 sind Rotordurchmesser und Anlagenhöhe deutlich gestiegen. Auch nach 2023 sind Windräder zu immer größeren Höhen angewachsen, was mindestens die Beeinträchtigung der Lebensqualität der Anwohner weiter erhöht.
Weiter sagte Bellut-Staeck: „Es gilt auch immer zu bedenken, dass aufgrund des Nichtwissens sowohl zum Schalldruckpegel in dB(A), als auch der extraaurikulären [Anm. d. Red.: außerhalb des Gelenks] Wahrnehmung, sowohl der Infraschall nicht adäquat beurteilt werden kann, als auch seine Auswirkungen auf der zellulären Ebene.“ In diesem Zusammenhang warnt die Fachärztin besonders vor großen Windkraftanlagen mit mehr als 7 Megawatt Nennleistung.

Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen?

Ein Kritiker der Forschungsarbeit ist auch Theologe und Mitglied der Bürgerinitiative „Kein Windpark in den Westlichen Wäldern“ Mario Weidele. Gegenüber Epoch Times sagte er: „Erkenntnis der Studie: Infraschall macht nicht krank – wohlgemerkt: in Amerika. Mit diesem Hauptgedanken der Pressemitteilung hat sich in Deutschland eine katastrophale Außenwirkung breit gemacht.“
Er warnte davor, dass mit der Verbreitung der Ergebnisse aus den USA in Deutschland die Assoziation entstehe, dass der Ausbau der Windkraft in Deutschland bedenkenlos weitergehen könne. Eine Beschwerde der BI zur Pressemitteilung der Uni Augsburg beim bayerischen Wissenschaftsministerium wurde abgelehnt. Argument sei gewesen, dass es an der Wissenschaftlichkeit nichts auszusetzen gebe.
„Kein Wort zur Pragmatik, zur Platzierung einer ‚veralteten‘ amerikanischen Studie in den Kontext der gegenwärtigen Windkraftdiskussion in Deutschland“, beklagte Weidele. „Die Pressemitteilung vereinfacht den Diskurs auf zwielichtige Weise, denn jetzt werden Äpfel mit Birnen verglichen.“

Immer mehr installierte Windkraftleistung

Somit ist festzuhalten, dass das Forschungsergebnis wohl für die Situation in den USA Richtigkeit besitzt – zumindest für den Zeitraum von 2011 bis 2023. Die Übertragbarkeit auf Deutschland bleibt offen.
Im Zuge der Energiewende und dem fortwährenden Boom der „erneuerbaren“ Energien steigt die Anzahl der Windkraftanlagen und die installierte Windkraftleistung von Jahr zu Jahr. Lag die gesamte installierte Windleistung in den USA 2011 noch bei 46,9 Gigawatt (GW), sind es nun schon 159,7 GW (Stand: Ende 2025). Nur wenige GW davon stammen von Anlagen auf See, bis 2027 sollen das insgesamt 6 GW sein.
Windräder

Windkraftanlagen erzeugen am 14. August 2022 im US-Bundesstaat Wyoming Strom. Aufgrund der großen Landflächen stören sich viele Menschen nicht an den Turbinen.

Foto: Patrick Fallon/AFP via Getty Images

Deutschland verfügt hingegen heute über eine gesamte installierte Windleistung von 81,5 GW, also rund die Hälfte wie die viel größeren Vereinigten Staaten. Davon befinden sich 70,5 GW an Land.
Aufgrund der Platzknappheit in Deutschland haben viele Anwohner nahe Windkraftanlagen Beschwerden geäußert. In Sachsen hat ein Investor erst kürzlich eine Anlage deswegen wieder abgebaut.

Uni verweist auf andere Studie für Deutschland

Angesichts der genannten Unterschiede hat auch die Uni Augsburg gegenüber Epoch Times darauf hingewiesen, dass die Untersuchung ausschließlich auf US-Daten basiert. Sie habe „durchschnittliche Gesundheitseffekte auf Bevölkerungsebene untersucht und keine Evidenz für moderate bis große gesundheitliche Auswirkungen bei typischen Expositionsdistanzen“ gefunden.
Um mehr Klarheit zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Windrädern in Deutschland zu gewähren, verwies die Uni auf eine andere Studie. Diese trägt den Titel „Windkraftanlagennähe und gesundheitsbezogene Lebensqualität in Deutschland 2002 bis 2022“ und erschien im Juni 2026 bei der Fachzeitschrift „Nature Scientific Reports“.
Wie am Titel zu erkennen ist, wurden auch hier die Auswirkungen von meist älteren und kleineren Windrädern mit mindestens 50 Meter Nabenhöhe untersucht. Die Abstände zu Wohngebieten sind in der Studie mit 1,5 km bis 6 km angegeben, also auch eher größere Entfernungen.
Das Fazit dieser Deutschland-Studie lautet auch hier: Die Autoren „finden […] während des beobachteten Vorher-Nachher-Zeitraums keine Hinweise auf negative Veränderungen der durchschnittlichen gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Zusammenhang mit dem Vorhandensein einer Turbine im Umkreis von 6 km“.
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Die 10 Diät-Fallen: Warum Sie trotz aller Mühe nicht abnehmen

Als klinische Ernährungsberaterin sehe ich es immer wieder: Viele Menschen jagen der perfekten Diät hinterher, während kleine, unbewusste Routinen ihren Erfolg still und leise zunichte machen.
Wer abnehmen will, scheitert selten an einem einzigen großen Fehler. Es ist vielmehr eine mentale Falle: Das Gefühl, sich Essen erst „verdienen“ zu müssen, das Auslassen von Mahlzeiten oder das Ignorieren von etwas so Grundlegendem wie erholsamem Schlaf.
Oftmals spricht man über Ernährung wie über eine kriegerische Auseinandersetzung. Wir bekämpfen den Heißhunger, ringen mit Versuchungen, verurteilen uns nach Ausrutschern und verlangen eiserne Disziplin, um die Kilos im Zaum zu halten. Doch diese martialische Rhetorik prägt nicht nur unser Denken, sie steuert unser Verhalten.
Was aber, wenn der Teller gar kein Schlachtfeld ist? Was, wenn die Ernährung vielmehr als Spiegel dient, der nicht bloß unser Gewicht zeigt, sondern wie wir mit uns selbst umgehen? Wer lernt, starre Denkmuster zu erkennen und achtsam aufzulösen, stellt vielleicht fest: Gesunde Entscheidungen müssen nicht mehr erkämpft werden.

10 Alltagsgewohnheiten, die die Gewichtsabnahme sabotieren können

Gewohnheit 1: Regelmäßiger Konsum von zuckerhaltigen Getränken oder Alkohol

Zuckerhaltige Getränke und Alkohol zählen zu den häufigsten Ursachen für eine unbemerkte, hohe Kalorienzufuhr. Ob gesüßte Kaffeespezialitäten, Fruchtsäfte, Limonaden, alkoholische Getränke oder selbst vitaminreiche Smoothies – sie alle führen dem Körper rasch hunderte Zusatzkalorien zu. Der entscheidende Unterschied zu fester Nahrung: Flüssigkeiten erzeugen kaum ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl. In der Regel gleicht der Körper diese flüssigen Kalorien nicht durch eine spätere Reduktion der Nahrungsmenge aus.
Dies hat nicht nur Auswirkungen auf das Gewicht. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026, die den Zusammenhang zwischen Gesamtzucker (sowohl zugesetztem als auch natürlichem) und Typ-2-Diabetes untersuchte, bestätigte erneut: Der regelmäßige Konsum gesüßter Getränke ist konsequent mit einem erhöhten Diabetesrisiko verbunden. Da Zucker in Flüssigkeit im Vergleich zu Zucker aus einer ballaststoffreichen, festen Nahrung mit weniger Verdauungsverzögerung über den Darm ins Blut gelangt, steigt der Blutzuckerspiegel schlagartig an. Eine solche dauerhafte Belastung kann die Wirkung des Stoffwechselhormons Insulin beeinträchtigen. Das erschwert die körpereigene Gewichtsregulation langfristig.
Im Gegensatz dazu bieten zuckerfreie Alternativen wie Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Tees und Kaffee eine kalorienneutrale Basis. Wer auf geschmackliche Nuancen nicht verzichten möchte, kann Wasser mit frischen Kräutern, Zitrusfrüchten oder einem kleinen Spritzer Fruchtsaft anreichern.
Bereits die schrittweise Umstellung der Trinkgewohnheiten kann über Wochen und Monate hinweg eine erhebliche Kalorienersparnis bewirken und den Stoffwechsel spürbar entlasten.

Gewohnheit 2: Zu wenig Eiweiß und Ballaststoffe bei den Mahlzeiten

Mahlzeiten mit mehr Eiweiß und Ballaststoffen sättigen in der Regel besser, helfen dabei, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren, und stillen den Hunger. Der Verzicht auf Eiweiß und Ballaststoffe beim Frühstück oder Mittagessen führt oft dazu, dass der Hunger schneller zurückkehrt und später ein stärkeres Verlangen nach Essen auftritt.
Machen Sie deshalb Eiweiß beim Frühstück oder Mittagessen zu einem unverzichtbaren Bestandteil:
  • Eier
  • Rindfleisch aus Weidehaltung
  • griechischer Joghurt
  • Hüttenkäse
  • Tofu
  • Fisch
  • Hähnchen oder
  • ein gut ausgewähltes Proteinpulver
Ergänzen Sie dazu ballaststoffreiche Zutaten:
  • Flohsamenschalen (nahezu 100 % reine Ballaststoffe),
  • Chia- oder Leinsamen (sehr hoher Ballaststoffanteil),
  • Himbeeren oder Brombeeren (wenig Zucker, dafür viele Ballaststoffe),
  • Gemüsesorten wie Rosen-, Blumen- und Grünkohl oder Brokkoli.
Kombinieren Sie Kohlenhydrate mit Ballaststoffen, Eiweiß und etwas gutem Fett, um die Verdauung zu verlangsamen und das Sättigungsgefühl zu verbessern. Schon bescheidene 20 bis 30 Gramm Eiweiß plus etwas Ballaststoffe bei einer Hauptmahlzeit können ein erneutes Hungergefühl hinauszögern und impulsives Essen reduzieren.

Gewohnheit 3: Unregelmäßiger Schlafrhythmus

Eine Analyse aus dem Jahr 2020 zum Thema Schlafmangel ergab, dass weniger Schlaf mit einem höheren Ghrelinspiegel, dem „Hungerhormon“, und einer gestörten Leptinproduktion verbunden ist, einem Hormon, das Sättigung signalisiert.
Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Schlafmangel zu einer erhöhten Kalorienaufnahme führt, teilweise durch übermäßiges Naschen von fett- und kohlenhydratreichen Lebensmitteln.
Die Verbesserung des Schlafs ist keine Diät, aber eine der wirksamsten Maßnahmen zur Gewichtsabnahme. Streben Sie feste Schlafens- und Aufstehzeiten an, auch am Wochenende. Schützen Sie Ihre Schlafzeit wie ein wichtiges Arbeitstreffen: gleiche Zeit, gleiche Priorität, keine Kompromisse. Sobald sich der Schlaf stabilisiert hat, lassen Appetit und Heißhunger oft schon innerhalb weniger Tage nach.

Gewohnheit 4: Essen bei Ablenkung

Wenn Sie beim Fernsehen, Scrollen oder Autofahren essen, neigen Sie dazu, mehr zu sich zu nehmen, da Sie weniger bewusst wahrnehmen, wie viel Sie essen und wie satt Sie sich fühlen. Unbewusstes Naschen in solchen Situationen führt oft zu übermäßigem Essen, ohne dass Sie es merken.
Versuchen Sie, mindestens eine Mahlzeit pro Tag ohne Bildschirme einzunehmen. Mit der Zeit fördert die Konzentration auf ungestörtes Essen eine bessere Selbstregulierung und reduziert unbewusstes Überessen. Wenn Sie darauf achten, wie Sie sich beim Essen oder Trinken fühlen, fällt es Ihnen leichter, subtile Veränderungen Ihres Hunger- und Sättigungsgefühls wahrzunehmen.

Gewohnheit 5: Ständiges Naschen über den Tag verteilt

Häufiges Naschen kann es erschweren, echten Hunger und Sättigung zu erkennen, insbesondere wenn das Essen fast schon automatisch erfolgt.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass vorhersehbarere Essgewohnheiten zu besseren Gewichtsresultaten beitragen können. Eine aktuelle Studie ergab, dass Menschen, die über Nacht länger fasteten und früher frühstückten, im Laufe der Zeit tendenziell einen niedrigeren Body-Mass-Index aufwiesen.
Die wichtigste Erkenntnis ist nicht, dass jeder einen strengen Zeitplan braucht, sondern dass regelmäßiges, bewusstes Essen die Entscheidungsmüdigkeit verringern und den Appetit besser kontrollierbar machen kann.
Ein einfacher Ansatz besteht darin, an den meisten Tagen feste Essenszeiten zu wählen, anstatt ständig zu naschen. Wenn Sie doch einmal naschen, sollten Sie dies am Anfang oder am Ende einer Hauptmahlzeit tun. Sie profitieren doppelt, wenn Sie Kohlenhydrate mit etwas Eiweiß oder gesunden Fetten kombinieren, damit der Snack Sie tatsächlich sättigt.
Das Ziel ist nicht, starre Regeln einzuhalten, sondern genügend Struktur zu schaffen, um achtsam und weniger automatisch zu essen.

Gewohnheit 6: Extras unterschätzen

Soßen, Dressings, Speiseöle, Kaffeeweißer und kleine Häppchen beim Kochen summieren sich schnell und werden leicht unterschätzt.
Diese scheinbar kleinen Extras können eine ansonsten gesunde Mahlzeit oder eine kurze Kaffeepause in zusätzliche Kalorien verwandeln, ohne dass man es merkt.
Kalorien aus Fett summieren sich schnell, und sie sorgen nicht unbedingt für ein Sättigungsgefühl. Fett liefert 9 Kalorien pro Gramm, und ein Esslöffel Öl enthält etwa 120 Kalorien.
Gehen Sie bewusst mit diesen Zusätzen um: Messen Sie Öle und Dressings ab, verwenden Sie Sprühflaschen oder kleine Mengen, anstatt sie zu gießen, und vermeiden Sie das übermäßige Probieren während des Kochens, es sei denn, Sie berücksichtigen die Kalorien mit. Behandeln Sie sie als Teil Ihrer Mahlzeit, nicht als unsichtbare Kalorien.

Gewohnheit 7: Übermäßige Portionen essen

Größere Portionen erhöhen die aufgenommene Nahrungsmenge, da Menschen unbewusst mehr essen, wenn mehr vor ihnen steht. Das kann ungesund sein, selbst wenn das Essen an sich gesund ist.
Verwenden Sie kleinere Teller oder Schüsseln, insbesondere für kalorienreichere Lebensmittel wie Getreideprodukte und Snacks. Der visuelle Anreiz eines kleineren, aber volleren Gefäßes kann Ihnen helfen, früher mit dem Essen aufzuhören, ohne dass Sie das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen.

Gewohnheit 8: Im Stehen essen

Das Essen im Stehen über der Spüle, an der Arbeitsplatte oder vor dem Herd geht oft mit übermäßigem Essen einher, da es in der Regel hastig und weniger achtsam erfolgt, wodurch es schwieriger ist, das Sättigungsgefühl wahrzunehmen.
Diese Gewohnheiten gehen oft mit Naschen oder schnellen Mahlzeiten einher, die im Laufe der Zeit zu einem höheren Kalorienverbrauch führen.
Versuchen Sie, so viele Mahlzeiten wie möglich am Tag am Tisch sitzend und ohne Ablenkungen einzunehmen. Setzen Sie sich hin, konzentrieren Sie sich auf das Essen und achten Sie darauf, wann Sie sich angenehm satt fühlen.
Entspannung und Entschleunigung stärken die Verbindung zwischen Essen und Zufriedenheit, was auf natürliche Weise das Bedürfnis verringert, noch mehr zu essen.

Gewohnheit 9: Häufige Restaurantbesuche und das Nichtberücksichtigen von Resten

Restaurantportionen sind oft doppelt oder dreimal so groß wie das, was man normalerweise essen würde. Öle, Soßen und versteckte Kalorien machen Kalorienschätzungen in Restaurants unzuverlässig. Ohne Vorausplanung haben viele Menschen am Ende das Gefühl, ihren Teller aufessen zu müssen, was die gesunden Gewohnheiten und die Disziplin, die sie normalerweise haben, leicht zunichte machen kann.
Entscheiden Sie noch vor Beginn der Mahlzeit, wie viel Sie essen wollen. Wenn die Portion groß ist, bitten Sie um eine halbe Portion, teilen Sie sie mit jemandem oder packen Sie sofort die Hälfte als Reste ein. Wenn Sie nicht alles vor sich haben, beugen Sie der Neigung zum Überessen vor und verhindern, dass Restaurantbesuche Ihre sonstigen Bemühungen zunichte machen. Angemessene Portionsgrößen verhindern, dass Ihre Disziplin unter der Woche in eine Heißhungerattacke umschlägt, ohne dass Sie ganz auf Restaurantbesuche verzichten müssen.

Gewohnheit 10: Den größten Teil des Tages sitzend verbringen

Langes Sitzen verringert den täglichen Energieverbrauch (Kalorienverbrauch), und ohne regelmäßiges Krafttraining verlangsamt sich Ihr Stoffwechsel aufgrund von Muskelabbau. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass diese Kombination andere Bemühungen zur Gewichtsabnahme weniger effizient macht.
Selbst bei gesunder Ernährung kann Bewegungsmangel den Fettabbau verlangsamen und es erschweren, das Gewicht zu halten. Sport verstärkt die positiven Effekte einer gesunden, blutzuckerstabilisierenden Ernährung, indem er die Insulinsensitivität verbessert und die Fettverbrennung fördert.
Am besten sind zwei- bis fünfminütige Bewegungspausen jede Stunde: ein kurzer Spaziergang, ein paar Dehnübungen oder eine Reihe von Körpergewichtsübungen.
Ergänzen Sie dies mehrmals pro Woche durch Krafttraining, um Muskelmasse zu erhalten – das unterstützt den langfristigen Fettabbau und eine gesunde Stoffwechselfunktion. Bewegung sollte niemals eine Strafe sein; sie ist ein täglicher Akt der Fürsorge für Ihre Stimmung und der Erhaltung Ihres Stoffwechsels, insbesondere wenn Sie Medikamente zur Gewichtsreduktion einnehmen oder einen gesünderen Lebensstil in Bezug auf Ihre Ernährung anstreben.

Konsequente Veränderungen summieren sich

Ein gesundes Gewicht zu halten beginnt damit, sich selbst wie jemanden zu behandeln, der es wert ist, umsorgt zu werden. Wenn Sie das tun, fühlt sich gutes Essen ganz anders an. Sie entscheiden sich für nahrhafte Lebensmittel, weil Ihr Körper es verdient – nicht weil Sie versuchen, „brav“ zu sein. Sie hören auf, wenn Sie satt sind, weil Sie auf Ihren Körper hören – nicht weil Sie sich selbst bestrafen.

In meiner klinischen Arbeit sind die Klienten, die dauerhafte Veränderungen bewirken, nicht diejenigen mit der stärksten Willenskraft. Es sind diejenigen, die kleine, wiederholbare Gewohnheiten aufbauen, die die Sättigungs- und Stoffwechselhormone unterstützen, wodurch die gesamte Kalorienaufnahme auf natürliche Weise sinkt.

Das Ziel ist es nicht, alle zehn Gewohnheiten auf einmal umzusetzen oder jeden Tag perfekt zu sein. Wählen Sie ein paar aus, die zu Ihrem Leben passen, und praktizieren Sie diese konsequent. Betrachten Sie sie als sanfte Verbesserungen, die Sie über Wochen und Monate hinweg kultivieren, um Ihren Kurs zu ändern. Nachhaltiger Fettabbau funktioniert nicht durch große Gesten, sondern durch kleine, wiederholbare Verhaltensweisen, die voll und ganz mit Ihren Zielen übereinstimmen.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „10 Things to Avoid If You’re Determined to Lose Weight“. (deutsche Bearbeitung kr)
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„Das sind keine beliebten Projekte“: Kanzleramt will Reformkurs vorantreiben

Das Kanzleramt will den Reformkurs trotz großer Vorbehalte in der Bevölkerung vorantreiben. „Das sind alles keine beliebten Projekte, sie sind aber notwendig“, sagte Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Sie räumte ein, dass die Reformvorhaben etwa bei der Rente oder der Pflege „auch zu Einschnitten bei den Bürgerinnen und Bürgern“ führten. „Dafür braucht es Mut, und dafür ist man dann nicht unbedingt auch beliebt – aber darum geht es auch nicht, sondern es muss jetzt gehandelt werden.“
Für die Bundesregierung geht nun die Sommerpause zu Ende. Bei einer zweitägigen Kabinettsklausur ab Dienstag auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg will die Regierung Tritt fassen und ihre Pläne für die kommenden Monate festzurren. „Wir müssen schauen, dass unser Land wieder wettbewerbsfähiger wird, als es jetzt ist“, sagte Warken.

Reformen sollen im Herbst kommen

Dies sei „ein großes Ziel der Bundesregierung“, und es gebe „ganz viele Stellschrauben, die wir jetzt drehen müssen“. Die Ministerin nannte hier etwa die Lohnnebenkosten, die Energiekosten, die Frage von mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Hier gebe es „großen Handlungsbedarf“.
Die „großen Reformpakete“ etwa bei Rente und Pflege seien unverzichtbar und müssten nun im Herbst beschlossen werden, sagte Warken weiter. Dafür brauche es einen langen Atem, weil die Wirkungen der Reformen nicht sofort einträten. „Zunächst wird nicht unbedingt alles am ersten Tag besser werden, sondern das braucht ein Stück“, sagte die CDU-Politikerin. Deswegen müsse die Regierung trotz der laut Umfragen großen Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger Kurs halten.

Brandbrief von Wirtschaftsverbänden und Großkonzernen

Wirtschaftsverbände und Großkonzerne wie BMW und Siemens forderten die Bundesregierung in einem gemeinsamen Schreiben zu schnellen Reformen auf. Wegen hoher Energiekosten und sich wandelnder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen stünden Unternehmen in Deutschland unter „erheblichen Druck“, heißt es in dem Schreiben. „Gerade in dieser Lage entscheidet die konkrete Ausgestaltung sozial- und wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen darüber, ob Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, Arbeitsplätze halten und Investitionen an unseren Standorten tätigen können.“
Ministerin Warken wollte dem Befund der Unternehmen nicht widersprechen. „Da gibt es keinen Dissens, das sehen wir ganz genauso“, sagte sie im ZDF zu dem Brief.

Kabinettsklausur lädt Gäste aus der Wirtschaft

Nach Angaben eines Regierungssprechers hat die Bundesregierung mehrere Wirtschaftsvertreter zu Vorträgen bei der Kabinettsklausur eingeladen, unter anderem  Siemens-Chef Roland Busch, der Chef des KI-Unternehmens Cohere, Aidan Gomez, und Handwerkspräsident Jörg Dittrich. Zentrale Themen der Klausur seien Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Schlüsseltechnologien. Zudem sollen die Kabinettsmitglieder einer Vorführung der neuesten Abfangdrohne von Tytan Technologies beiwohnen und einer Präsentation von Bundeskriminalamt und Zoll zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz. (afp/red)
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Auto rast durch Fußgängerzone – Verletzte

Im nordhessischen Hofgeismar ist ein Auto gegen die Hauswand eines Kaufhauses gefahren. „Zuvor hatte der Wagen, der mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone gefahren sein soll, offenbar mehrere Personen erfasst“, teilte das Polizeipräsidium mit. Mindestens ein Mensch soll dadurch am Freitagmorgen verletzt worden sein.
„Laut Zeugen soll der Mann bereits medizinische Probleme gehabt haben, unmittelbar bevor das Fahrzeug in die Fußgängerzone fuhr“, so das Polizeipräsidium Nordhessen. Polizei und Rettungsdienst sind mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Der Fahrer des Pkw werde von einem Notarzt behandelt. Über die Schwere der Verletzungen gibt es laut Polizei noch keine genauen Informationen.
Fotos der „Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) zeigen Tischplatten, Sitzpolster und Regale, die auf der Straße liegen. Dazwischen liegen Eimerchen mit Straßenmalkreiden für Kinder. In einem Video sieht man ein Feuerwehrauto, rot-weiße Absperrbänder und Warnhütchen. Der abgesperrte Bereich liegt in einer Fußgängerzone, die von Fachwerkhäusern gesäumt ist. (dpa/red)
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VW-Chef kommt nach Sachsen – Belegschaft erhofft Perspektive

Schlechte Rahmenbedingungen, Konkurrenz aus China, Jobabbau: Wegen der angespannten Marktlage sind beim Autobauer Volkswagen weitere Einschnitte für die Belegschaft im Gespräch. In der kommenden Woche kommt nun Konzernchef Oliver Blume erstmals zu einer Betriebsversammlung in die E-Auto-Fabrik in Zwickau. „Wir erwarten, dass endlich Klartext gesprochen wird“, sagt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Volkswagen Sachsen, Mike Rösler, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kolleginnen und Kollegen hier bauen mit Leidenschaft Autos und brauchen eine Perspektive, wie es nach 2030 weitergeht.“
Bis Ende 2030 gibt es eine Standortgarantie – doch was kommt danach? Das ist ungewiss. Zwickau wurde zuletzt immer wieder in einer Reihe mit Emden, Hannover und Neckarsulm als die Autofabriken im Konzern genannt, die auf der Kippe stehen.

Pionier bei E-Autos

Konzernchef Blume hatte jedoch wiederholt gesagt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. „Ich hoffe, dass der Vorstand seinen Job macht und uns diese Lösungen endlich präsentiert.“ Und das aus erster Hand. Denn zuletzt hätten die Mitarbeiter neue Pläne meist aus der Zeitung erfahren, kritisiert Rösler. „Das verstärkt die Unsicherheit hochgradig.“
Die Autofabrik in Zwickau gilt als Pionier in der Elektromobilität bei Volkswagen. Dort werden seit 2020 ausschließlich E-Autos gebaut. Doch der Standort hat deutlich Federn gelassen. Rund 11.000 Beschäftigte arbeiteten dort zu Hochzeiten, aktuell sind es noch etwa 8.000 – mehr als 1.000 weitere Jobs werden in den nächsten Jahren planmäßig wegfallen, bedauert Rösler. So soll 2027 eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden.

Betriebsrat: Sparanstrengungen in allen Bereichen

Dafür wird die Demontage von gebrauchten Fahrzeugen als neues Geschäftsfeld hochgefahren. Bis Jahresende werden dort laut Rösler etwa 100 Menschen arbeiten. Auf absehbare Zeit soll die Zahl nach Unternehmensangaben auf bis zu 1.000 steigen. Ziel ist es, ab 2030 jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zu zerlegen und aufzubereiten.
Der Betriebsrat verweist auf Sparanstrengungen in allen Bereichen, neben dem Abbau von Jobs etwa bei Energie- und Beschaffungskosten. Rösler: „Es wird an allen Ecken und Enden mit Hochdruck daran gearbeitet, die Ziele zu erreichen.“
Doch wenn die Auslastung der Fabrik sinkt, verteuert das die Stückkosten. „Unser Werk ist ausgelegt für bis zu 360.000 Fahrzeuge, dieses Jahr werden es voraussichtlich etwa 202.000 sein“, erklärt der 43-Jährige. „Bei voller Auslastung kämen wir auf gleiche Produktionskosten pro Fahrzeug wie in Bratislava.“ In der slowakischen Hauptstadt betreibt VW eine Autofabrik.

Wackelt die 35-Stunden-Woche?

In der Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie wird inzwischen auch die 35-Stunden-Woche infrage gestellt. Die passe nicht mehr in die Zeit, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor etwa einem Monat im Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt. Rösler kontert: „Die Belastung durch Schichtarbeit ist hoch.“ Die Beschäftigten in Zwickau zeigten sich mit Sonderschichten und Schichtverlängerungen flexibel und arbeiteten tatsächlich häufig 39 Stunden pro Woche und mehr. Eine Anhebung der Wochenarbeitszeit würde zudem dazu führen, dass weniger Personal gebraucht werde und mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, betont er.
Eine Option, auf die man in Zwickau für die Zukunft hofft, ist der Bau von Modellen, die Volkswagen bisher nur in China herstellt. Als Beispiele werden die SUV ID.Unyx 08 und ID.Era 9X genannt. Zu Volkswagen Sachsen gehört neben der Autofabrik in Zwickau aber auch die Gläserne Manufaktur, in der die Autoproduktion bereits eingestellt wurde, und das Motorenwerk in Chemnitz. In Chemnitz werden bisher noch Verbrennungsmotoren gebaut und damit ist das Werk gut ausgelastet. Aber auch dort brauche es auf absehbare Zeit Entscheidungen zur künftigen Belegung, mahnt Rösler.
Konzernchef Blume wird in der kommenden Woche an mehreren deutschen Standorten vor die Belegschaft treten. Der Anfang wird am Dienstag im Stammwerk Wolfsburg gemacht, am Mittwoch folgen Emden und Zwickau. (dpa/red)
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Katja Wolf warnt BSW vor Zusammenarbeit mit der AfD


In Kürze:

  • Thüringens BSW-Fraktion hat sich mit 13 von 15 Stimmen für einen Verbleib in der Regierung ausgesprochen.
  • Thüringens BSW-Chefin Wolf kritisiert Parteigründerin Sahra Wagenknecht und lehnt eine Zusammenarbeit des BSW mit der AfD ab.
  • Ein Sonderparteitag soll über den weiteren Kurs des Thüringer BSW entscheiden.

 
In einem Interview mit der „ZEIT“ hat Thüringens BSW-Chefin Katja Wolf die Entscheidung der Landtagsfraktion verteidigt, die sogenannte Brombeer-Koalition unter Ministerpräsident Mario Voigt fortzusetzen.
Zugleich warnt sie die Parteikollegen in Sachsen-Anhalt davor, im Fall eines Landtagseinzugs der AfD dieser an die Macht zu verhelfen. In diesem Kontext übte sie auch deutliche Kritik an Parteigründerin Sahra Wagenknecht.

Thüringer BSW hält an Brombeer-Koalition fest

Am Montag, 17. August, hatten 13 der 15 Mitglieder der BSW-Fraktion im Landtag in Erfurt einstimmig beschlossen, in der Dreierkoalition mit CDU und SPD zu bleiben. Zwei Abgeordnete hatten nicht teilgenommen und tags darauf erklärt, Voigt nicht weiter unterstützen zu wollen.
Die Koalition hat mit 44 von 88 Stimmen keine eigene Mehrheit. Bei entscheidenden Abstimmungen ist sie auf das Wohlverhalten der zwölf Abgeordneten der Linkspartei angewiesen.
Zuvor hatte der Bundesvorstand des BSW Voigt zum Rücktritt aufgefordert und die BSW-Fraktion im Landtag ermutigt, dem Ministerpräsidenten die Unterstützung zu entziehen. Anlass dazu sei die Aberkennung seines 2008 erworbenen Doktortitels.
Der von Wagenknecht unterstützte Beschluss des Bundesvorstands warf Voigt vor, das Amt durch seinen Verbleib zu beschädigen und das Vertrauen in die Politik zu untergraben. Der BSW-Fraktion legte man nahe, „nicht zum Mehrheitsbeschaffer eines Mannes“ zu werden, der „seine persönlichen Interessen über das Wohl des Landes stellt“.

Wolf spricht von „Kampagne“ gegen Voigt

Neben den Fraktionen von CDU und SPD hat auch jene des BSW nun deutlich gemacht, im Entzug des Doktortitels keinen hinreichenden Grund zu sehen, Voigt die Unterstützung zu entziehen. Katja Wolf, stellvertretende Ministerpräsidentin und Finanzministerin des Freistaats, verteidigt diese Haltung. Sie spricht von einer „Kampagne“ gegen den Ministerpräsidenten.
Gegenüber der „ZEIT“ nennt sie den Entzug des akademischen Titels ein „Täuschungsmanöver“, und fügt hinzu:
„Eigentlich geht es darum, die Landesregierung zu zerstören.“
Das Gutachten, das Voigt vorgeworfen hat, in seiner Dissertation Anti-Plagiats-Bestimmungen verletzt zu haben, habe die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag bezahlt.
Voigts Anwälte gehen mittlerweile gerichtlich gegen die Aberkennung des akademischen Grades vor. Der „wissenschaftliche Kern“ der Arbeit sei nicht beanstandet worden. Die angeblich gegen Anti-Plagiats-Standards verstoßenden Stellen machten nur 2,58 Prozent des Textes aus. Außerdem sei auch ein externer Gutachter, der die Dissertation untersucht hatte, zum Ergebnis gelangt, dass die Voraussetzungen für einen Entzug nicht gegeben seien.

Wagenknecht gehe es „nur noch um die Zukunft ihres Lebensprojektes“

Wolf warf der Parteispitze in Berlin und Wagenknecht vor, schon seit Gründung des BSW tief in die Landesverbände hinein Entscheidungen treffen zu wollen.  Die BSW-Landeschefin erklärte, Wagenknecht habe anfangs ihr Vorhaben unterstützt, AfD-Chef Björn Höcke als Ministerpräsidenten zu verhindern und in eine Regierung einzutreten.
Nach den Wahlen ging es ihr jedoch, so Wolf weiter, „sehr schnell nicht mehr darum, was das Beste für die drei Bundesländer ist – sondern nur noch um die Zukunft ihres Lebensprojektes“. Deshalb habe sie schnell eine kritische Position zu Regierungsbeteiligungen in den Bundesländern nach den Wahlen in Thüringen, Brandenburg und Sachsen im Jahr 2024 eingenommen.

BSW bereitet Sonderparteitag vor

Dass es das BSW in Sachsen-Anhalt nicht mehr ausschließen wolle, durch Stimmenthaltung eine Wahl Ulrich Siegmunds im dritten Wahlgang zu ermöglichen, hält Thüringens BSW-Chefin für untragbar. Es sei richtig, im Wahlkampf eigene Akzente zu setzen. Mit der Annäherung an die AfD habe Wagenknecht jedoch „eine Grenze überschritten“.
Die AfD sei keine Partei, in der es einzelne Extremisten gebe, und auch kein kleineres Übel gegenüber der CDU. Vielmehr sei sie „in vielen Bereichen hochgefährlich“. Wolf betont:
„Die AfD macht keine Politik für die kleinen Leute, sondern agiert rassistisch und frauenfeindlich. Für das BSW kann es keine Verbrüderung mit der AfD geben.“
Das BSW in Thüringen plant nun, im Rahmen eines Sonderparteitags zu klären, ob man die Koalition fortsetzen oder zusammen mit der AfD eine „Expertenregierung“ ermöglichen sollte.
Bis zur Entscheidung wird das BSW in jedem Fall in der Regierung verbleiben. Es ist unklar, ob der Parteitag noch vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin stattfinden wird.
In den beiden Flächenstaaten räumen Umfragen der Wagenknecht-Partei eine Chance auf einen Landtagseinzug ein.
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Handelsverband Deutschland warnt vor Fake-Shops aus China mit deutscher Tarnung


In Kürze:

  • Fake-Shops aus China treten zunehmend mit deutschen Namen, Domains und EU-Adressen auf.
  • HDE und Sparkasse warnen vor minderwertiger Ware und teuren Rücksendungen.
  • Verbraucher sollten unbekannte Shops vor dem Kauf auf Erfahrungsberichte und Impressumsangaben prüfen.
  • Bei Kreditkartenzahlungen kann 3-D Secure zusätzlichen Schutz bieten.

 
Der Handelsverband Deutschland (HDE) und die Sparkasse warnen vor einer neuen Form von Fake-Shops, die von Betreibern aus China geführt werden. Diese täuschen einen Ursprung in Deutschland vor – und erwecken den Eindruck, dass ihre Produkte den hierzulande geltenden Qualitätsstandards entsprechen.
Tatsächlich stünden jedoch Shop-Betreiber aus China dahinter, heißt es in einer Erklärung des HDE. Diese beachteten oft die europäischen Vorgaben nicht, vertrieben häufig minderwertige Ware, und Rücksendungen seien vielfach mit hohen Kosten verbunden.

Fake-Shops bauen auf Verzicht auf das Widerrufsrecht

Die Verbraucherzentralen führten Buch über bekannte Fake-Shops und verzeichneten diese auf Warnlisten. Konsumenten könnten über deren Webseiten checken, ob sie es mit einem solchen zu tun haben. Der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp weist darauf hin, dass die Fake-Shops meist deutsche Namen, deutsche Domains und sogar eine Adresse in der EU angeben.
Dadurch führten sie die Nutzer gezielt in die Irre, erklärte der Verbandsfunktionär weiter. Die Kunden glaubten, bei einem deutschen Shop zu bestellen: „Das böse Erwachen folgt häufig erst, wenn die gelieferte Ware nicht dem entspricht, was auf der Internetseite versprochen wurde. Eine Rücksendung ist dann oft mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten verbunden.“
Zwar hätten die Kunden aufgrund von EU-Bestimmungen ein Widerrufsrecht. Dafür müssten sie die Ware zurückschicken. Allerdings könnten die Kosten für den Rückversand den Warenwert deutlich übersteigen.

Vorsicht bei Billigpreisen und chinesischen Rücksendeadressen

Darauf beruhe auch das Geschäftsmodell der Fake-Shops, so der HDE. Die meisten Käufer verzichten auf ihr Widerrufsrecht aufgrund der Kosten und Mühen, die mit der Rücksendung verbunden wären.
Es sei schwer, die Fake-Shops auf den ersten Blick zu erkennen, weil die Internetauftritte professionell gestaltet seien. Die Inhalte seien in deutscher Sprache gehalten, nur bei genauem Hinsehen seien mögliche Unwägbarkeiten zu erkennen. Dann, so Tromp, sollten potenzielle Kunden jedoch aufhorchen: „Befindet sich der Unternehmenssitz oder die Rücksendeadresse in China, sollten Verbraucher misstrauisch werden.“
Der HDE rät Kunden, vor ihrem ersten Einkauf bei unbekannten Shops nach Erfahrungsberichten zu suchen. Außerdem sei es hilfreich, den Namen des Shops zusammen mit Begriffen wie „Erfahrungen“ oder „Rücksendung“ in eine Suchmaschine einzugeben. Die Sparkasse betont, dass Verbraucher auch bei unrealistisch niedrigen Preisen und fehlenden Impressumsangaben vorsichtig sein sollen. Zudem empfehle es sich, 3-D Secure zu aktivieren, um Kreditkartentransaktionen zusätzlich abzusichern.