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15.08.2026 | Waldbrandgefahr und Fährchaos in Griechenland | Blaualgen an Ostsee und Seen – Warnung für Badende

HEUTE10:02 Uhr

Blaualgen an Ostsee und Seen – Warnung für Badende

An Ostsee und Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein breiten sich Blaualgen aus. Behörden raten, sichtbare Algenteppiche zu meiden. In Schleswig-Holstein gelten an mehreren Seen Badeverbote. Cyanobakterien können Hautreizungen und Übelkeit auslösen.

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HEUTE9:12 Uhr

Starker Wind: Waldbrandgefahr und Fährchaos in Griechenland

Starker Meltemi-Wind setzt Griechenland zu: Böen von mehr als 100 km/h erhöhen die Waldbrandgefahr und legen zahlreiche Fähren lahm. Besonders am Feiertagswochenende sind viele Inselverbindungen betroffen. Die Wetterlage soll bis Wochenbeginn anhalten.

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HEUTE9:00 Uhr

Cambridge-Professor Jason Arday tot aufgefunden – eine Woche nach Rücktritt

Der Cambridge-Professor Jason Arday ist im Alter von 41 Jahren tot aufgefunden worden. Eine Woche zuvor war er wegen einer angekündigten Untersuchung zu Plagiatsvorwürfen zurückgetreten. Die Polizei geht nicht von einem verdächtigen Tod aus.

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HEUTE8:20 Uhr

Schweres Erdbeben vor der Küste Indonesiens

Vor der indonesischen Insel Flores hat sich ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 ereignet. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung aus. Nachbeben erreichten bis zu 6,1. Zunächst gab es keine Informationen zu möglichen Schäden oder Verletzten.
Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Flores erschüttert.

Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Flores erschüttert.

Foto: Kurniawan/AP/dpa

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HEUTE8:10 Uhr

Nach Dialogrunde: Mehr als 130 politische Gefangene in Venezuela freigelassen

In Venezuela sind nach der ersten Runde des Dialogs zwischen Regierung und Opposition 131 politische Gefangene freigelassen worden. Die Opposition begrüßte den Schritt, forderte aber die Freilassung aller politischen Gefangenen. Zuvor waren bereits Hunderte freigekommen.

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HEUTE7:50 Uhr

Niedrigwasser: Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus

Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor steigenden Preisen durch Niedrigwasser und Transportprobleme auf deutschen Flüssen. Besonders Chemie und Energie seien betroffen. DB Cargo will zudem bis zu 900 alte Güterwaggons reaktivieren, um Schiffstransporte zu ersetzen.

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HEUTE7:32 Uhr

Entwarnung bei Waldbrand in Rheinland-Pfalz: Feuer ist unter Kontrolle

Der Waldbrand bei Langenscheid in der Vordereifel ist unter Kontrolle. Die Evakuierungswarnungen für Arft und Langenfeld wurden aufgehoben. Rund 220 Einsatzkräfte bleiben über Nacht vor Ort. Betroffen waren etwa 50 Hektar Fläche.

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HEUTE7:17 Uhr

Reisewirtschaft trotz Iran-Krieg im Aufwind

Die deutsche Reisewirtschaft erlebt trotz der Folgen des Iran-Kriegs einen überraschend starken Sommer. Der Gesamtmarkt wächst laut DRV um ein Prozent auf 57 Milliarden Euro, während Fernreisen um 14 Prozent zurückgingen. Viele Urlauber sparen vor Ort statt auf Reisen zu verzichten.
Solo-Reisen werden für Reiseveranstalter zum wichtigen Geschäft. (Symbolbild)

Solo-Reisen werden für Reiseveranstalter zum wichtigen Geschäft. (Symbolbild)

Foto: Clara Margais/dpa

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HEUTE7:00 Uhr

CDU-Politikerin Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

CDU-Spitzenkandidatin Wiebke Winter fordert ihre Partei auf, sich weniger mit internen Debatten zu beschäftigen. Spekulationen über einen Kanzlertausch weist sie zurück. Bei der Bundespräsidentenwahl solle nicht das Geschlecht, sondern das Profil der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidend sein.

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HEUTE6:45 Uhr

Bis zu 45 Grad: Pflegeheime kämpfen mit extremer Hitze

Eine Verdi-Befragung zeigt extreme Hitze in Pflegeeinrichtungen. Gemessen wurden bis zu 45 Grad, 40,9 Prozent meldeten mehr als 30 Grad. Beschäftigte berichten von Kreislaufproblemen, Dehydrierung und möglichen Hitzetoten.

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HEUTE6:27 Uhr

Bauarbeiter finden in Belgien Gold im Wert von neun Millionen Euro

Bauarbeiter haben im belgischen Dendermonde rund 50 Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen im Wert von etwa neun Millionen Euro entdeckt. Der Fund wurde bei Renovierungsarbeiten in Kellerwänden einer Wohltätigkeitsorganisation gemacht. Die Polizei sperrte die Baustelle ab.

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HEUTE6:20 Uhr

Wagenknecht erhöht Druck auf Thüringer BSW

Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf das Thüringer BSW und fordert das Ende der Koalition mit CDU und SPD. Die Regierungsbeteiligung habe dem BSW Glaubwürdigkeit gekostet und der AfD genutzt. Intern wird zudem über einen Sonderparteitag im Herbst spekuliert.

Sahra Wagenknecht (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE6:10 Uhr

UNO: Alle 30 Minuten stirbt in Demokratischer Republik Kongo ein Mensch durch Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt laut UN derzeit etwa alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola. Mehr als 2.000 Menschen sind bereits tot. Seit dem Ausbruch im Mai wurden 4.566 Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Osten des Landes.

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HEUTE5:58 Uhr

Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken

Fünf Wochen vor der Berlin-Wahl liegt die CDU laut Insa mit 20 Prozent knapp vor der Linken (19) und der AfD (17). Grüne kommen auf 16, SPD auf 15 Prozent. Linke, SPD und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent, CDU, SPD und Grüne 51 Prozent.

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Südkorea bietet Nordkorea Friedensgespräche an – Pjöngjang schweigt

Der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung hat Nordkorea Verhandlungen über einen Friedensvertrag angeboten. „Lasst uns unsere Absichten ablegen, einander zu bedrohen, und Gespräche aufnehmen, um diesen langen Krieg zu beenden“, sagte Lee in seiner Ansprache zum koreanischen Unabhängigkeitstag am Samstag. Die beiden Staaten befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand.
Lee sprach sich für direkte Verhandlungen zwischen Seoul und Pjöngjang aus. Er wiederholte damit sein Angebot aus den vergangenen Monaten, auf das Nordkorea bislang nicht reagiert hat. „Dadurch könnte es auch möglich sein, wirksame Maßnahmen zu besprechen, um die Entwicklung der atomaren Fähigkeiten Nordkoreas zu stoppen“, fügte er in seiner Rede hinzu. Anders als sein Vorgänger bemüht sich Lee seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr um eine Annäherung an den nördlichen Nachbarn.

Lee Jae Myung.

Foto: Lee Jin-man/AP/dpa

Enge Verbindung zu Russland

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind angespannt. Nordkorea hat den Nachbarn im Süden zu seinem ärgsten Feind und sich selbst zur „unumstößlichen“ Nuklearmacht erklärt. US-Präsident Donald Trump war 2019 daran gescheitert, mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un über eine Zerstörung der nordkoreanischen Atomwaffen zu verhandeln, im Gegenzug für Lockerungen der strengen US-Sanktionen.
Nordkorea ist zudem enger an Russland herangerückt. Beobachtern zufolge unterstützt das Land Moskau in seinem Krieg gegen die Ukraine mit Truppen und Munition. Im Gegenzug erhält das international isolierte Nordkorea Zugang zu Geld, Lebensmittel, Energie und militärische Technologien aus Russland. Kim soll in den kommenden Monaten nach Moskau reisen, womöglich um weitere Waffenlieferungen zu besprechen.

Militärische Spannungen in Ostasien

Der wichtigste Verbündete Südkoreas sind die USA, die rund 28.500 Soldaten in dem Land stationiert haben. In der kommenden Woche beginnt eine elftägige gemeinsame Militärübung der beiden Staaten in Südkorea, die offiziell der Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Verteidigung gegen Nordkorea dient.
Nordkorea verschärfte in den vergangenen Wochen zudem den Ton gegenüber der ehemaligen Kolonialmacht Japan, die zwischen 1910 und 1945 über die Halbinsel herrschte. Das nordkoreanische Militär feuerte nach Angaben aus Tokio und Seoul im August bereits zweimal eine ballistische Rakete über das Meer in Richtung Japan ab. Zuvor hatte die japanische Regierung angekündigt, ihre Streitkräfte aufzurüsten. (afp/red)
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Rüstung nimmt weiter Fahrt auf – Bundeswehr plant rund 100 weitere Rüstungsprojekte

Das Verteidigungsministerium plant für das zweite Halbjahr 2026 rund 100 weitere große Rüstungsprojekte. Dabei handelt es sich jeweils um Vorhaben mit einem Volumen von mehr als 25 Millionen Euro. Die Projekte müssten jeweils ab September vom Bundestag gebilligt werden.
Die „Welt am Sonntag“ berichtet unter Berufung auf interne Unterlagen, in 2025 habe es im gesamten Jahr 100 solcher Vorhaben gegeben. Für 2026 könnten es knapp 150 werden, für 2027 bis zu 170. Für das laufende Jahr ist die Mehrheit der knapp 150 geplanten Großprojekte demnach noch nicht dem Parlament zugeleitet worden.

Bundestag muss Vorhaben genehmigen

Die Vorhaben betreffen alle Teilstreitkräfte und Bereiche der Bundeswehr. Ein Schwerpunkt liegt auf der Beschaffung von Munition. Geplant sind unter anderem weitere Projekte und Verbesserungen für Eurofighter, F-35, Patriot, Iris-T, den Schützenpanzer Boxer, die Bewaffnung der Drohne Heron TP sowie Ausrüstung für Marine, Weltraumaufklärung und militärische Infrastruktur.
Auch neue Geschäfte mit den USA sind vorgesehen. Die genauen Inhalte und Zahlen können sich nach den Planungen noch ändern. Das Ministerium äußert sich nach eigenen Angaben vor der parlamentarischen Befassung nicht zu geplanten Beschaffungsvorhaben.
Grünes Licht für 20 neue Kampfjets im Wert von 3,75 Milliarden Euro. (Archivbild)

Deutscher Kampfjet. (Archivbild)

Foto: Christoph Reichwein/dpa

Rüstungsausgaben nehmen weiter zu

Bis zur Sommerpause waren zuletzt 44 Großprojekte mit einem Gesamtvolumen von knapp 19 Milliarden Euro umgesetzt. Bis Anfang August erteilte das Verteidigungsministerium nach Angaben in der „Welt am Sonntag“ insgesamt knapp 6.400 Aufträge, kleinere Vorhaben eingerechnet. (dts/red)
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Treibstoffpreise in Deutschland: Warum Benzin und Diesel so teuer sind


In Kürze:

  • Hohe Preise: Super kostete am Samstag 2,20 Euro, Diesel 2,22 Euro pro Liter.
  • EU-Vergleich: Deutschland liegt beim Sprit deutlich über dem europäischen Durchschnitt.
  • Steuern: Energiesteuer und CO₂-Preis machen einen erheblichen Teil des Tankstellenpreises aus.
  • Politischer Streit: Grüne und SPD fordern eine Übergewinnsteuer, Wirtschaftsministerin Reiche lehnt sie ab.

 
Die Treibstoffpreise in Deutschland bleiben auf einem hohen Niveau. Die Plattform „Benzinpreis-Aktuell.de“ wies am Samstagmorgen, 15. August, einen bundesweiten Durchschnittspreis für Superbenzin von 2,20 Euro aus. E10 stand bei 2,14 Euro und Diesel bei 2,22 Euro pro Liter.
Für die Woche bis zum 10. August meldete die EU-Kommission einen Durchschnittspreis in Mitgliedsländern von etwa 1,91 Euro für Benzin und 2,01 Euro für Diesel. Damit lag das Preisniveau in Deutschland rund 13 Prozent beziehungsweise etwa 10 Prozent über dem EU-Mittel.
Beim Superbenzin lag Deutschland laut „clever-tanken.de“ in der 33. Kalenderwoche auf Platz vier der teuersten Länder in Europa hinter Dänemark, den Niederlanden und Finnland. Beim Diesel war das Preisniveau in Finnland, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Belgien noch höher.

Deutsche Preise für Sprit EU-weit im Spitzenfeld

Zu den günstigsten Ländern der EU bei den Treibstoffpreisen zählen weiterhin Schweden und Malta mit zuletzt 1,31 Euro für Super (Schweden) und 1,21 Euro für Dieselkraftstoff (Malta). Im untersten Bereich finden sich auch Bulgarien, Zypern, Ungarn und Luxemburg. Grund für die niedrigen Preise sind dort hauptsächlich staatliche Interventionen und die Steuerpolitik.
So legt Malta staatliche Höchstpreise für Treibstoffe fest und arbeitet mit Subventionen über den staatlichen Haushalt, um diese zu gewährleisten. Schweden hat seit 2025 die Verpflichtung zur Beimischung von Biokraftstoffen auf das EU-weite Mindestmaß abgesenkt sowie die Kraftstoffsteuer reduziert.

Energiesteuer und CO₂-Preis treiben die Belastung

Die deutsche Bundesregierung hält an ihrer Steuerpolitik auf Treibstoffe fest, nachdem es Anfang Mai für zwei Monate den sogenannten Tankrabatt eingeführt hatte. Bedingt durch die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel sank der Preis um 14,04 Cent. Seit dem Ende dieser vorübergehenden Maßnahmen sind die Preise deutlich in die Höhe geschossen – beim Benzin teilweise wieder über das Niveau vom April.
Die feste Energiesteuer in Deutschland beträgt 65,45 Cent pro Liter Benzin und 47,04 Cent pro Liter Diesel. Diese Steuer fällt unabhängig von der Höhe des Rohölpreises an. Weitere 15,7 bis 18,6 Cent pro Liter Benzin und 17,3 bis 20,5 Cent pro Liter Diesel entfallen laut ADAC auf die nationale CO₂-Abgabe.
Auf den gesamten Nettopreis einschließlich Energiesteuer kommt eine zusätzliche Belastung von 19 Prozent Mehrwertsteuer. Der gesamte Steueranteil am Treibstoffpreis in Deutschland beträgt laut „Statista“ somit rund die Hälfte des Preises an der Zapfsäule. Das exakte Ausmaß hängt von Faktoren wie Kraftstoff, CO₂-Preis und dem jeweiligen Nettomarktpreis ab.

Niedrigwasser lässt Preis für Treibstoff weiter steigen

Kurzfristig wirken neben dem Irankrieg und dem dadurch beeinflussten Ölpreis auch andere Faktoren preistreibend. Dazu gehört das Niedrigwasser auf dem Rhein, der einen bedeutenden heimischen Transportweg für Öl und Kraftstoffe darstellt. Aufgrund der niedrigen Pegel können Tankschiffe weniger Ladung transportieren – was die Logistikkosten in die Höhe treibt.
Dazu kommen hohe Raffineriemargen und knappere Dieselangebote. Der Internationalen Energieagentur zufolge trugen im Juli höhere saisonale Nachfrage, niedrige Lagerbestände, Produktionsausfälle sowie geringere Exporte aus Russland, dem Nahen Osten und Asien dazu bei. Über die Straße von Hormus wird nicht nur Rohöl transportiert, sondern die Spannungen betreffen auch große Mengen bereits raffinierter Kraftstoffe.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sprach angesichts der hohen Treibstoffpreise diese Woche von „Abzocke“. Sie wirft den Mineralölkonzernen vor, für die erheblichen Belastungen verantwortlich zu sein, und fordert eine Übergewinnsteuer. Damit schließt sie sich einer Forderung von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an. Die SPD-Politikerin forderte diese Woche neben einer Übergewinnsteuer auch eine Spritpreisbremse.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hingegen hat solche Maßnahmen im Frühjahr als „teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig“ bezeichnet.

Tankstellenverband fordert Ende der 12-Uhr-Regel

Der Verband der freien Tankstellen sprach sich diese Woche für ein Ende der 12-Uhr-Regel aus. Einer Umfrage zufolge hatten sich zwei Drittel der befragten Mitgliedsunternehmen für eine vollständige Abschaffung der Regel ausgesprochen.
Ein weiteres knappes Siebtel fordert eine grundlegende Überarbeitung. Verbandschef Carsten Müller erklärt, der Gesetzgeber schaffe dadurch „künstliche Spitzen und Leerzeiten, anstatt den Wettbewerb zu verbessern“. An der Umfrage beteiligten sich 132 Unternehmen mit zusammen mehr als 850 Tankstellen. Das ist rund ein Viertel der Verbandsmitglieder.
Die Bundesregierung hatte die 12-Uhr-Regel zum 1. April diesen Jahres als Entlastungsmaßnahme eingeführt, um die seit dem Irankrieg gestiegenen Preise für Benzin und Diesel unter Kontrolle zu bringen. Die Preise dürfen seitdem einmal täglich um 12 Uhr erhöht werden. Laut einer Kleinen Anfrage habe aus Sicht der Regierung die Maßnahme die „Verlässlichkeit der Preisinformationen für die Endkundinnen und Endkunden“ gestärkt.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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deutschland gesellschaft

Pflegeversicherung vor dem Kollaps: Was die große Reform für Familien bedeutet

Immer mehr Pflegebedürftige, zu wenige Pflegekräfte und Milliardendefizite – die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Die Bundesregierung plant deshalb eine große Pflegereform. Für einen ersten Entwurf hat die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) viel Kritik geerntet – auch weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige weiter steigen dürften. Nach dem Kabinettsumbau muss nun Warkens Nachfolger Carsten Linnemann trotz starkem Gegenwind das Vorhaben zu Ende bringen.

Wie funktioniert die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung gehört wie die Kranken- und die Rentenversicherung zur Sozialversicherung. Dabei gilt eine Versicherungspflicht: Gesetzlich Versicherte sind automatisch in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert, privat Versicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen paritätisch Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung ein: Dies sind bundesweit – bis auf Sachsen – jeweils 1,8 Prozent des Bruttolohns. Für Kinderlose gibt es noch einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten, den nur die Arbeitnehmer zahlen.
Von der Versicherung bekommen Pflegebedürftige Leistungen bezahlt, die unter anderem vom Pflegegrad und der Art der Pflege abhängen. Die Pflegeversicherung ist dabei explizit als Teilversicherung angelegt: Sie übernimmt nur einen Teil der Kosten, zum Beispiel für die Unterbringung in einem Pflegeheim. Den Rest, die sogenannten Eigenanteile, müssen die Betroffenen oder deren Angehörige selbst bezahlen.

Welche Probleme gibt es?

Dem Medizinischen Dienst des Bundes zufolge erhielten Ende 2025 rund sechs Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich damit in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und dürfte weiter ansteigen.
Dies liegt daran, dass die Gesellschaft immer älter wird, und dass nach einer Reform im Jahr 2017 mehr Bedürftige erfasst werden. Die Folge sind enorm gestiegene Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung: Diese kletterten von rund 24 Milliarden Euro 2013 auf mehr als 73,8 Milliarden im vergangenen Jahr.
In diesem Jahr erwarten die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von 4,2 Milliarden Euro. Für 2027 geht das Gesundheitsministerium von einem Fehlbetrag von 7,6 Milliarden Euro aus, für das Jahr darauf von über 15 Milliarden Euro.
Immer mehr Bedürftigen stehen gleichzeitig zu wenige Pflegekräfte gegenüber: Bis 2034 könnten bis zu 500.000 Pfleger fehlen, warnte der Deutsche Pflegerat.

Wie viel muss für das Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlt werden?

3364 Euro pro Monat müssen Betroffene im Durchschnitt für das erste Jahr im Pflegeheim selbst zahlen. Im zweiten Jahr sind es noch rund 3000 Euro, ab dem vierten Jahr 2100 Euro. Grund sind mit der Aufenthaltsdauer ansteigende Zuschüsse der Pflegeversicherung.
Die sogenannten Eigenanteile steigen seit Jahren kontinuierlich an – seit 2018 um 76 Prozent laut Arbeitgeberverband Pflege. Grund für die Entwicklung ist vor allem eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte. Sowohl Verbände als auch Politiker von Opposition und Koalition halten die aktuellen Eigenanteile für nicht mehr tragbar und fordern eine Begrenzung.

Was hat die Regierung unternommen?

Als Notfallmaßnahme hat der Bund die Pflegeversicherung kurzfristig mit Milliardendarlehen stabilisiert: 2025 mit 0,5 Milliarden Euro und 2026 mit 3,2 Milliarden Euro. Dadurch sollten Beitragserhöhungen verhindert werden. Damit ist das grundsätzliche Problem bei der Pflege aber nicht gelöst – dass die Ausgaben viel schneller steigen als die Einnahmen. Deshalb soll eine umfassende Strukturreform kommen.

Was könnte die Reform konkret bedeuten?

Erste Pläne sehen erhebliche Mehrbelastungen für Bedürftige und ihre Angehörigen vor. So sollen die Voraussetzungen für die Einstufung in einen Pflegegrad verschärft werden. Damit dürfte es auch schwieriger werden, überhaupt als pflegebedürftig anerkannt zu werden. Die Regierung erhofft sich davon geringere Ausgaben für die Pflegeversicherung.
Deren Zuschüsse zu den Heimkosten sollen zudem zeitlich gestreckt werden. Damit würde es länger dauern, bis die Betroffenen von den schrittweise steigenden Zuschüssen profitieren. Die Folge wären zumindest anfangs noch höhere Eigenanteile. Umgekehrt könnte die Pflegeversicherung Ausgaben in Milliardenhöhe sparen.
Besonders ältere Menschen sollten genügend trinken. (Archivbild).

Pflegestation. (Archivbild).

Foto: Elisa Schu/dpa

Was würde sich für Familien und Kinderlose ändern?

Wie in der Krankenversicherung geplant soll auch bei der Pflege die beitragsfreie Mitversicherung eingeschränkt werden: Ab 2028 sollen Versicherte für bisher beitragsfrei versicherte Ehegatten oder Lebenspartner einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,52 Prozentpunkten zahlen. Ausnahmen davon sind bei der Betreuung kleiner Kinder oder der Pflege von Angehörigen geplant.
Mehr zahlen sollen künftig über eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze Gutverdienende sowie Kinderlose. Bei Letzteren soll der Beitragszuschlag um nochmals 0,1 Prozentpunkte auf dann insgesamt 0,7 Prozent steigen. (afp/red)
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Pflegeversicherung vor dem Kollaps: Was die große Reform für Familien bedeutet

Immer mehr Pflegebedürftige, zu wenige Pflegekräfte und Milliardendefizite – die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Die Bundesregierung plant deshalb eine große Pflegereform. Für einen ersten Entwurf hat die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) viel Kritik geerntet – auch weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige weiter steigen dürften. Nach dem Kabinettsumbau muss nun Warkens Nachfolger Carsten Linnemann trotz starkem Gegenwind das Vorhaben zu Ende bringen.

Wie funktioniert die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung gehört wie die Kranken- und die Rentenversicherung zur Sozialversicherung. Dabei gilt eine Versicherungspflicht: Gesetzlich Versicherte sind automatisch in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert, privat Versicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen paritätisch Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung ein: Dies sind bundesweit – bis auf Sachsen – jeweils 1,8 Prozent des Bruttolohns. Für Kinderlose gibt es noch einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten, den nur die Arbeitnehmer zahlen.
Von der Versicherung bekommen Pflegebedürftige Leistungen bezahlt, die unter anderem vom Pflegegrad und der Art der Pflege abhängen. Die Pflegeversicherung ist dabei explizit als Teilversicherung angelegt: Sie übernimmt nur einen Teil der Kosten, zum Beispiel für die Unterbringung in einem Pflegeheim. Den Rest, die sogenannten Eigenanteile, müssen die Betroffenen oder deren Angehörige selbst bezahlen.

Welche Probleme gibt es?

Dem Medizinischen Dienst des Bundes zufolge erhielten Ende 2025 rund sechs Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich damit in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und dürfte weiter ansteigen.
Dies liegt daran, dass die Gesellschaft immer älter wird, und dass nach einer Reform im Jahr 2017 mehr Bedürftige erfasst werden. Die Folge sind enorm gestiegene Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung: Diese kletterten von rund 24 Milliarden Euro 2013 auf mehr als 73,8 Milliarden im vergangenen Jahr.
In diesem Jahr erwarten die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von 4,2 Milliarden Euro. Für 2027 geht das Gesundheitsministerium von einem Fehlbetrag von 7,6 Milliarden Euro aus, für das Jahr darauf von über 15 Milliarden Euro.
Immer mehr Bedürftigen stehen gleichzeitig zu wenige Pflegekräfte gegenüber: Bis 2034 könnten bis zu 500.000 Pfleger fehlen, warnte der Deutsche Pflegerat.

Wie viel muss für das Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlt werden?

3364 Euro pro Monat müssen Betroffene im Durchschnitt für das erste Jahr im Pflegeheim selbst zahlen. Im zweiten Jahr sind es noch rund 3000 Euro, ab dem vierten Jahr 2100 Euro. Grund sind mit der Aufenthaltsdauer ansteigende Zuschüsse der Pflegeversicherung.
Die sogenannten Eigenanteile steigen seit Jahren kontinuierlich an – seit 2018 um 76 Prozent laut Arbeitgeberverband Pflege. Grund für die Entwicklung ist vor allem eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte. Sowohl Verbände als auch Politiker von Opposition und Koalition halten die aktuellen Eigenanteile für nicht mehr tragbar und fordern eine Begrenzung.

Was hat die Regierung unternommen?

Als Notfallmaßnahme hat der Bund die Pflegeversicherung kurzfristig mit Milliardendarlehen stabilisiert: 2025 mit 0,5 Milliarden Euro und 2026 mit 3,2 Milliarden Euro. Dadurch sollten Beitragserhöhungen verhindert werden. Damit ist das grundsätzliche Problem bei der Pflege aber nicht gelöst – dass die Ausgaben viel schneller steigen als die Einnahmen. Deshalb soll eine umfassende Strukturreform kommen.

Was könnte die Reform konkret bedeuten?

Erste Pläne sehen erhebliche Mehrbelastungen für Bedürftige und ihre Angehörigen vor. So sollen die Voraussetzungen für die Einstufung in einen Pflegegrad verschärft werden. Damit dürfte es auch schwieriger werden, überhaupt als pflegebedürftig anerkannt zu werden. Die Regierung erhofft sich davon geringere Ausgaben für die Pflegeversicherung.
Deren Zuschüsse zu den Heimkosten sollen zudem zeitlich gestreckt werden. Damit würde es länger dauern, bis die Betroffenen von den schrittweise steigenden Zuschüssen profitieren. Die Folge wären zumindest anfangs noch höhere Eigenanteile. Umgekehrt könnte die Pflegeversicherung Ausgaben in Milliardenhöhe sparen.
Besonders ältere Menschen sollten genügend trinken. (Archivbild).

Pflegestation. (Archivbild).

Foto: Elisa Schu/dpa

Was würde sich für Familien und Kinderlose ändern?

Wie in der Krankenversicherung geplant soll auch bei der Pflege die beitragsfreie Mitversicherung eingeschränkt werden: Ab 2028 sollen Versicherte für bisher beitragsfrei versicherte Ehegatten oder Lebenspartner einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,52 Prozentpunkten zahlen. Ausnahmen davon sind bei der Betreuung kleiner Kinder oder der Pflege von Angehörigen geplant.
Mehr zahlen sollen künftig über eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze Gutverdienende sowie Kinderlose. Bei Letzteren soll der Beitragszuschlag um nochmals 0,1 Prozentpunkte auf dann insgesamt 0,7 Prozent steigen. (afp/red)
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Ruhr-Kommunen fordern härteres Vorgehen gegen Sozialleistungsmissbrauch

Kommunalpolitiker aus dem Ruhrgebiet fordern vom Bund mehr Tempo im Kampf gegen Sozialmissbrauch. Die Bundesagentur für Arbeit hat im Juli mit dem Aufbau eines zentralen Kompetenzzentrums Leistungsmissbrauch und fünf regionaler Außenstellen begonnen, um systematisch Daten zusammenzuführen und zu analysieren.
Diesen Schritt bezeichnet der Oberbürgermeister von Hagen, Dennis Rehbein (CDU), in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) als wichtig und längst überfällig. Ein Durchbruch sei es aber nicht. Auch Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze (SPD) sieht das so.
Es gelte, Leistungsmissbrauch „energisch und systematisch“ zu bekämpfen, sagte Henze. Dafür brauche es nicht noch mehr Zuständigkeiten auf dem Papier, sondern konkrete, durchsetzungsfähige Strukturen vor Ort und eine Gesamtstrategie von Bund, Ländern und Kommunen. Rehbein zeigte sich enttäuscht, dass ein von der Bundesregierung eigentlich für Juli angekündigter Aktionsplan immer noch nicht vorliegt.

Aktionsplan der Bundesregierung lässt auf sich warten

Der Plan soll sich mit der Bekämpfung von Ausbeutung und Sozialleistungsmissbrauch, insbesondere im Zusammenhang mit EU-Zuwanderung, befassen und wird gerade mit dem Bundesinnenministerium erarbeitet, wie eine Sprecherin von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) der FAS mitteilte. Die Bekämpfung von Sozialleistungsmissbrauch sei ein zentrales Thema für diese Legislaturperiode, sagte die Sprecherin.
Er schade der Gesellschaft und schwäche das Vertrauen in den Sozialstaat. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, groß angelegten Sozialleistungsmissbrauch im Inland sowie durch im Ausland lebende Menschen zu beenden, den Datenaustausch der Behörden zu verbessern und Anreize, in die Sozialsysteme einzuwandern, deutlich zu reduzieren.
Wann die Bundesregierung ihren Aktionsplan gegen Sozialmissbrauch vorlegt, sagte das Arbeitsministerium auf Anfrage der FAS nicht. Rehbein reagierte verärgert darauf. Beim Kampf gegen Sozialmissbrauch dürfe keine Zeit verloren werden, sagte er. Die Kommunen bräuchten jetzt klare gesetzliche Verbesserungen und wirksame Instrumente statt weiterer Verzögerungen.

Kommunen fordern bessere Zusammenarbeit

Viele Kommunen im Ruhrgebiet haben mit den Folgen der Armutsmigration aus Südosteuropa zu kämpfen. Henze sagte der FAS, die Bürger ihrer Stadt hätten mittlerweile ein starkes Gefühl von Ungerechtigkeit, weil Menschen einfach durch eine Wohnortwahl Sozialsysteme ausnutzten, in die sie zuvor nicht eingezahlt hätten.
Der Staat dürfe nicht zulassen, dass Menschen aus dem Ausland nach Deutschland gelockt, in menschenunwürdigen Unterkünften untergebracht und gleichzeitig von kriminellen Strukturen ausgebeutet würden, sagte sie. Schon Anfang des Jahres hieß es in einem Bericht der Gelsenkirchener Verwaltung, die soziale Segregation im Stadtgefüge nehme massiv zu, der soziale Friede in vielen Stadtteilen sei gefährdet.
Eine große Hürde im Kampf gegen Sozialmissbrauch stellt nach übereinstimmender Einschätzung der betroffenen Kommunen der Datenschutz dar. Die betroffenen Städte bräuchten dringend die praxisgerechte Lockerung von Datenschutzbestimmungen an einigen Schnittstellen, sagte der Sozialdezernent von Essen, Peter Renzel, der FAS.
Aus Duisburg heißt es, der Datenschutz erschwere oft die wirksame Kontrolle, weshalb Betrug oft nur schwer nachgewiesen werden könne. Henze sagte: „Natürlich müssen Persönlichkeitsrechte geschützt werden, aber der Staat muss gleichzeitig in der Lage sein, Betrug und Missbrauch wirksam aufzudecken. Datenschutz darf nicht zum Schutzschild für Sozialleistungsmissbrauch werden.“ (dts/red)
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Schuppenflechte: Warum Salben oft versagen – und was wirklich hinter den Ausbrüchen steckt

Ich erinnere mich gut an Frau M., eine 42-jährige Patientin, die eines Morgens in meine Praxis kam, die Hände verkrampft ineinander verschränkt. Ihre Schuppenflechte-Erkrankung (Psoriasis) war außer Kontrolle geraten.
Die Haut an ihren Ellenbogen war entzündet, die Stellen am Kopf brannten; nachts wachte sie auf, weil die Schuppen sich lösten und das Kissen blutig wurde. Den Juckreiz beschrieb sie als unerträglich. Doch während sie sprach, wurde mir klar, dass die Haut nur die Oberfläche war.
Sie erzählte von der Pflege ihrer demenzkranken Mutter, von einem Job, der sie überforderte, von einer Ehe, die seit Jahren unter Schweigen litt. Sie schlief kaum noch, aß unregelmäßig und fühlte sich ständig gehetzt.
„Ich habe das Gefühl, mein Körper schreit“, sagte sie. Und so wusste ich: Die Haut war nicht das Problem. Sie war der Bote.

Die Haut als Spiegel eines überlasteten Systems

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung, die sich schubweise als gerötete, schuppende, schmerzhafte und juckende Hautstellen manifestiert. Die Erkrankung ist genetisch bedingt und kann verschiedene Auslöser haben.
Dazu zählen in klassischen Fällen verschiedene Hautreizungen, oft unter dem Namen Köbner-Phänomen zusammengefasst. Darunter fällt beispielsweise ein Aufflammen der Psoriasis nach Schnitten, Insektenstichen, Sonnenbrand oder als Reaktion auf Shampoos oder Kosmetik.
Bei schwerwiegenden Schüben, wie bei Frau M., beginnt es meiner Erfahrung nach aber selten mit Reizen auf der Haut. Viele Patienten berichten von einer Phase der Überlastung, von Konflikten, Schlafmangel, beruflichem Druck oder familiären Belastungen vor den Schüben. Erst danach erscheinen die roten, schuppenden Stellen, die brennen, jucken und sich ausbreiten.
Früher galt Schuppenflechte als reine Hautkrankheit. Doch aus ganzheitsmedizinischer Sicht wurde sie schon lange als das Endprodukt eines überlasteten Immunsystems, eines gestörten Stresssystems und einer Lebensrealität, die den Körper permanent überfordert, betrachtet.
Die moderne Forschung bestätigt, dass Schuppenflechte weit mehr ist als eine dermatologische Erkrankung. Mehrere Studien belegen, dass Patienten deutlich erhöhte systemische Entzündungsmarker aufweisen – unabhängig davon, wie die Haut aussieht.

Die Rolle der Darm-Haut-Achse

Auch die Darm-Haut-Achse spielt eine wichtige Rolle beim Auftreten von Schuppenflechte. Die im Jahr 2015 veröffentlichte Studie von Scher und Kollegen zeigt, dass Patienten charakteristische Veränderungen der Darmflora aufweisen, die dafür bekannt sind, immunologische Fehlregulationen zu begünstigen. Der Darm ist ein immunologisches Zentrum – wenn er aus dem Gleichgewicht gerät, kann eine Reaktion der Haut die Folge sein.
Es ist aus umfangreichen Forschungen zudem bekannt, dass sich das Darmmikrobiom durch Stress ebenfalls verändert, was bei Psoriasis-Patienten, wie bei Frau M., die einer großen Stressbelastung im Alltag ausgesetzt sind, zu einer Verschlechterung der Erkrankung beitragen kann.
Daher sollte meiner Empfehlung nach eine Darmsanierung in Form einer gezielten Unterstützung der Darmflora eine Basistherapie für Betroffene sein.
Hinzu kommt die stille Entzündung, die viele Patienten begleitet. Forscher konnten in einer im Jahr 2017 im Fachjournal Journal of the American Academy of Dermatology erschienenen Studie zeigen, dass Schuppenflechte eng mit metabolischen Störungen wie Insulinresistenz und chronischer Low-Grade-Inflammation (was umgangssprachlich als „stille Entzündung“ bezeichnet wird) verknüpft ist.
Auch in diesen Fällen kann es eine wichtige Unterstützung sein, die Darmflora wieder gezielt ins Gleichgewicht zu bringen.

Stress als unsichtbarer Brandbeschleuniger

Was mich in der Praxis immer wieder beeindruckt, ist die Macht des Stresssystems. Frau M. ist ein typisches Beispiel dafür: Ihre Haut entzündete sich nicht infolge eines äußeren Reizes, sondern wegen eines Lebens, das sie überforderte. Die Psoriasis war nicht nur eine schmerzende Krankheit auf der Haut – sie war ein Stressbarometer.
Frau M. ist in diesem Zusammenhang kein Einzelfall. Viele Patienten berichten, dass Schübe nach Konflikten, Schlafmangel, Überlastung oder emotionalen Krisen auftreten. Die Haut reagiert nicht isoliert – sie reagiert auf das Nervensystem.
Studien zeigen, dass Stress die Entzündungen fördert und Schuppenflechte-Schübe bei einem Teil der untersuchten Patienten verstärkt. Chronischer Stress verändert die Immunantwort, begünstigt Schwankungen des Stresshormons Cortisol und destabilisiert die natürliche Schutzschicht der Haut.

Die Kraft alter Heilmethoden im modernen Entzündungszeitalter

Klassische schulmedizinische Therapien bei Schuppenflechte umfassen je nach Schweregrad topische Anwendungen wie Cremes, die Kortison, Vitamin-D3-Analoga oder Salicylsäure enthalten, Lichtbehandlungen und in schwerwiegenderen Fällen systemische immunsuppressive oder immunmodulierende Medikamente.
In der ganzheitsmedizinischen Perspektive geht es darum, das Ganze zu betrachten. Nicht nur die entzündete und juckende Haut und die systemische Entzündung, sondern den ganzen Menschen, seine Belastungen, seine Lebensgeschichte, seine physiologischen und emotionalen Muster. Und genau hier finden traditionelle Heilmethoden ihren Platz – nicht als Ersatz für schulmedizinische Therapien, sondern als Erweiterung des Blicks.
Akupunktur etwa wird in modernen Studien zunehmend als regulierender Einfluss auf das Stress- und Immunsystem beschrieben. Untersuchungen zeigen, dass Akupunktur für viele Patienten zur Entspannung, Beruhigung des vegetativen Nervensystems und Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens beitragen kann.
Eine im Jahr 2018 veröffentlichte Tierstudie liefert Hinweise, dass Akupunktur auch neuroendokrine Achsen beeinflussen kann, die unter anderem auch bei Schuppenflechte überaktiv sind. Größere klinische Studien am Menschen dazu werden derzeit durchgeführt.
Auch die Homöopathie verdient in diesem Zusammenhang eine differenzierte Betrachtung. Viele Patienten berichten, dass homöopathische Behandlungen ihnen helfen, Stress zu reduzieren, den Schlaf zu verbessern und emotionale Belastungen zu verarbeiten – alles Faktoren, die im Zusammenhang mit dem Auftreten von Schuppenflechte stehen und, wie im Fall von Frau M., maßgeblich zur Verbesserung der Symptome beitrugen.
Forschungen in Bezug auf den Placeboeffekt zeigen, dass schon die therapeutische Begegnung selbst, wie beispielsweise persönliche Gespräche mit einem Arzt ohne aktive Medikamentengabe, physiologische Prozesse aktiviert, die Entzündung und Stress modulieren können. In der ganzheitsmedizinischen Sichtweise wird Homöopathie deshalb nicht nur aufgrund dieses Placeboeffekts eigesetzt, sondern als ein Schritt zu einem strukturierten Heilraum, der Körper und Psyche in einen Zustand bringt, in dem Heilung beginnen kann.

Vier Cremes, aber keine ganzheitliche Veränderung

Für eine nachhaltige Verbesserung der Schuppenflechte ist ein vollständiges Bild des Patienten aus Sicht der Ganzheitsmedizin unverzichtbar. Ein umfassender Fachbericht aus dem Jahr 2019 bestätigte ebenfalls, dass Psoriasis-Patienten, die interdisziplinär betreut werden, deutlich bessere Therapieerfolge erzielen.
Wenn mehrere Fachrichtungen zusammenarbeiten und sich austauschen, entsteht ein vollständigeres Bild des Menschen, das über einzelne Symptome hinausgeht. Doch in der Realität bleibt diese umfassende Zusammenarbeit trotz mehrerer Arztbesuche und elektronisch zugänglicher Patientendaten oft aus.
Frau M. war, bevor sie zu mir in die Praxis kam, bereits beim Hausarzt, Dermatologen, Rheumatologen und Gastroenterologen. Sie hatte drei Diagnosen und vier verschiedene Cremes. Die Symptome auf ihrer Haut wurden bereits behandelt, aber erst der ganzheitliche Blick auf ihre Lebensumstände, gezielte Stressreduktion und die Unterstützung ihres Darmmikrobioms brachten einen Durchbruch.

Fazit

Psoriasis ist keine reine Hautkrankheit. Sie ist eine Systemkrankheit, die im Immunsystem beginnt, vom Nervensystem beeinflusst wird, im Darm verstärkt wird und sich auf der Haut zeigt.
Mein Rat für Betroffene lautet: Beobachten Sie nicht nur Ihre Haut, sondern Ihr Leben.
Schübe entstehen oft dort, wo Stress, Schlafmangel, Konflikte oder Überlastung beginnen. Aus Sicht der Ganzheitsmedizin ist die Reaktion der Haut die Botschaft. Und diese Botschaft lautet: Der Körper braucht Entlastung, Balance, Stabilität und Zeit. Eine ganzheitliche Heilung beginnt daher nicht auf der Haut – sie beginnt im System.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. (Redaktionelle Bearbeitung cs)
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15.08.2026 | Entwarnung bei Waldbrand in Rheinland-Pfalz: Feuer ist unter Kontrolle | Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus

HEUTE7:50 Uhr

Niedrigwasser: Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus

Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor steigenden Preisen durch Niedrigwasser und Transportprobleme auf deutschen Flüssen. Besonders Chemie und Energie seien betroffen. DB Cargo will zudem bis zu 900 alte Güterwaggons reaktivieren, um Schiffstransporte zu ersetzen.

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HEUTE7:32 Uhr

Entwarnung bei Waldbrand in Rheinland-Pfalz: Feuer ist unter Kontrolle

Der Waldbrand bei Langenscheid in der Vordereifel ist unter Kontrolle. Die Evakuierungswarnungen für Arft und Langenfeld wurden aufgehoben. Rund 220 Einsatzkräfte bleiben über Nacht vor Ort. Betroffen waren etwa 50 Hektar Fläche.

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HEUTE7:17 Uhr

Reisewirtschaft trotz Iran-Krieg im Aufwind

Die deutsche Reisewirtschaft erlebt trotz der Folgen des Iran-Kriegs einen überraschend starken Sommer. Der Gesamtmarkt wächst laut DRV um ein Prozent auf 57 Milliarden Euro, während Fernreisen um 14 Prozent zurückgingen. Viele Urlauber sparen vor Ort statt auf Reisen zu verzichten.
Solo-Reisen werden für Reiseveranstalter zum wichtigen Geschäft. (Symbolbild)

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Foto: Clara Margais/dpa

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HEUTE7:00 Uhr

CDU-Politikerin Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

CDU-Spitzenkandidatin Wiebke Winter fordert ihre Partei auf, sich weniger mit internen Debatten zu beschäftigen. Spekulationen über einen Kanzlertausch weist sie zurück. Bei der Bundespräsidentenwahl solle nicht das Geschlecht, sondern das Profil der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidend sein.

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HEUTE6:45 Uhr

Bis zu 45 Grad: Pflegeheime kämpfen mit extremer Hitze

Eine Verdi-Befragung zeigt extreme Hitze in Pflegeeinrichtungen. Gemessen wurden bis zu 45 Grad, 40,9 Prozent meldeten mehr als 30 Grad. Beschäftigte berichten von Kreislaufproblemen, Dehydrierung und möglichen Hitzetoten.

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HEUTE6:27 Uhr

Bauarbeiter finden in Belgien Gold im Wert von neun Millionen Euro

Bauarbeiter haben im belgischen Dendermonde rund 50 Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen im Wert von etwa neun Millionen Euro entdeckt. Der Fund wurde bei Renovierungsarbeiten in Kellerwänden einer Wohltätigkeitsorganisation gemacht. Die Polizei sperrte die Baustelle ab.

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HEUTE6:20 Uhr

Wagenknecht erhöht Druck auf Thüringer BSW

Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf das Thüringer BSW und fordert das Ende der Koalition mit CDU und SPD. Die Regierungsbeteiligung habe dem BSW Glaubwürdigkeit gekostet und der AfD genutzt. Intern wird zudem über einen Sonderparteitag im Herbst spekuliert.

Sahra Wagenknecht (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE6:10 Uhr

UNO: Alle 30 Minuten stirbt in Demokratischer Republik Kongo ein Mensch durch Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt laut UN derzeit etwa alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola. Mehr als 2.000 Menschen sind bereits tot. Seit dem Ausbruch im Mai wurden 4.566 Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Osten des Landes.

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HEUTE5:58 Uhr

Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken

Fünf Wochen vor der Berlin-Wahl liegt die CDU laut Insa mit 20 Prozent knapp vor der Linken (19) und der AfD (17). Grüne kommen auf 16, SPD auf 15 Prozent. Linke, SPD und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent, CDU, SPD und Grüne 51 Prozent.

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Waldbrand im Hürtgenwald: Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Hunderte Feuerwehrkräfte kämpfen im Hürtgenwald in der Eifel weiter gegen den großen Waldbrand. In der Nacht wurde in besonders gefährdeten Bereichen der Personaleinsatz am Boden fast verdoppelt, wie der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Düren, Peter Berndgen, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Viele zusätzliche Löschzüge wurden in diese Bereiche geführt.
Die Wetterbedingungen sorgten in der Nacht für vorsichtigen Optimismus. Der Wind habe die Löscharbeiten zuletzt begünstigt, heißt es in einem Beitrag auf X:

Mit Klick auf den folgenden Button stimmen Sie zu, dass der Inhalt von twitter geladen wird.

Im Fokus steht die am frühen Freitagmorgen evakuierte Ortschaft Gey, deren rund 2.000 Bewohner bei Verwandten und Freunden unterkamen. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlugen nach Angaben Berndgens auch in der Nacht Schneisen im Bereich des Ortsteils. Damit sollte ein Übergreifen des Feuers möglichst verhindert werden.

Tagelanger Einsatz erwartet

Die Feuerwehr stelle sich auf einen tagelangen Einsatz ein, sagte Berndgen. Alle zwölf Stunden machten sich rund 500 Einsatzkräfte aus NRW auf den Weg zum Schichtwechsel ins Brandgebiet. Die Einsatzplanung reiche derzeit bis Montag.
Der Einsatz der Löschhubschrauber wurde bei Tageslicht wieder aufgenommen. Mit Einbruch der Dunkelheit mussten die Helikopter am Boden bleiben. Heute Nachmittag will sich auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) vor Ort ein Bild von der Lage im Brandgebiet machen.
Der Waldbrand ist nach Einschätzung der Landesregierung wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) ging bei einem Besuch der Einsatzkräfte von einer betroffenen Fläche von 200 Hektar bis 300 Hektar aus.
Bei Tageslicht sollen die Löschhubschrauber wieder fliegen.

Bei Tageslicht sollen die Löschhubschrauber wieder fliegen.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Mehrere Feuerwehrleute verletzt

Bei dem großen Waldbrand gab es bislang fünf Verletzte. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU) Landrat Nolten der dpa. Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt worden. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme.
Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat knapp 9.000 Einwohner.

Bundeswehr und Bundesländer helfen

In Zusammenhang mit mehreren aktuellen Waldbränden in NRW übernahm das Landesinnenministerium die Koordinierung. Die sogenannte Koordinierungsgruppe des Krisenstabs der Landesregierung wurde aktiviert. Sie koordiniert auch die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte und Spezialgeräte. Neben Hubschraubern der NRW-Polizei waren auch Helikopter aus Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Bundespolizei und Bundeswehr zur Brandbekämpfung im Einsatz.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und Gorißen appellierten an die Bevölkerung, Wälder derzeit nicht zu betreten. „Brände können sich rasant schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden“, mahnten sie.
Auch in der Nacht kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Auch in der Nacht kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Weiterer Brand nur 60 Kilometer entfernt

Nur rund 60 Kilometer Luftlinie entfernt von Hürtgenwald brach am Freitag ein größerer Wald- und Wiesenbrand im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz aus. Dort brannten rund 50 Hektar, wie ein Sprecher des Landkreises sagte. Mehrere Häuser eines Ortsteils wurden evakuiert – die Evakuierung zweier anderer Orte wurde aber abgewandt. Bei der Bekämpfung waren etwa 300 Kräfte stundenlang im Einsatz. Nach offiziellen Angaben wurden sieben Feuerwehrleute leicht verletzt.
Auch an anderen Orten in Deutschland waren kleinere Waldbrände aktiv. (dpa/red)
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15.08.2026 | Entwarnung bei Waldbrand in Rheinland-Pfalz: Feuer ist unter Kontrolle | Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

HEUTE7:32 Uhr

Entwarnung bei Waldbrand in Rheinland-Pfalz: Feuer ist unter Kontrolle

Der Waldbrand bei Langenscheid in der Vordereifel ist unter Kontrolle. Die Evakuierungswarnungen für Arft und Langenfeld wurden aufgehoben. Rund 220 Einsatzkräfte bleiben über Nacht vor Ort. Betroffen waren etwa 50 Hektar Fläche.

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HEUTE7:17 Uhr

Reisewirtschaft trotz Iran-Krieg im Aufwind

Die deutsche Reisewirtschaft erlebt trotz der Folgen des Iran-Kriegs einen überraschend starken Sommer. Der Gesamtmarkt wächst laut DRV um ein Prozent auf 57 Milliarden Euro, während Fernreisen um 14 Prozent zurückgingen. Viele Urlauber sparen vor Ort statt auf Reisen zu verzichten.

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CDU-Politikerin Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

CDU-Spitzenkandidatin Wiebke Winter fordert ihre Partei auf, sich weniger mit internen Debatten zu beschäftigen. Spekulationen über einen Kanzlertausch weist sie zurück. Bei der Bundespräsidentenwahl solle nicht das Geschlecht, sondern das Profil der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidend sein.

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HEUTE6:45 Uhr

Bis zu 45 Grad: Pflegeheime kämpfen mit extremer Hitze

Eine Verdi-Befragung zeigt extreme Hitze in Pflegeeinrichtungen. Gemessen wurden bis zu 45 Grad, 40,9 Prozent meldeten mehr als 30 Grad. Beschäftigte berichten von Kreislaufproblemen, Dehydrierung und möglichen Hitzetoten.

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Bauarbeiter finden in Belgien Gold im Wert von neun Millionen Euro

Bauarbeiter haben im belgischen Dendermonde rund 50 Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen im Wert von etwa neun Millionen Euro entdeckt. Der Fund wurde bei Renovierungsarbeiten in Kellerwänden einer Wohltätigkeitsorganisation gemacht. Die Polizei sperrte die Baustelle ab.

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Wagenknecht erhöht Druck auf Thüringer BSW

Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf das Thüringer BSW und fordert das Ende der Koalition mit CDU und SPD. Die Regierungsbeteiligung habe dem BSW Glaubwürdigkeit gekostet und der AfD genutzt. Intern wird zudem über einen Sonderparteitag im Herbst spekuliert.

Sahra Wagenknecht (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE6:10 Uhr

UNO: Alle 30 Minuten stirbt in Demokratischer Republik Kongo ein Mensch durch Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt laut UN derzeit etwa alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola. Mehr als 2.000 Menschen sind bereits tot. Seit dem Ausbruch im Mai wurden 4.566 Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Osten des Landes.

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Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken

Fünf Wochen vor der Berlin-Wahl liegt die CDU laut Insa mit 20 Prozent knapp vor der Linken (19) und der AfD (17). Grüne kommen auf 16, SPD auf 15 Prozent. Linke, SPD und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent, CDU, SPD und Grüne 51 Prozent.

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Trump: Straße von Hormus soll „schon bald“ US-Territorium werden – Iran widerspricht

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und spielt eine zentrale Rolle im aktuellen Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die strategisch wichtige Meerenge nach einem Sieg über den Iran zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären zu wollen.
Bei einer politischen Veranstaltung in New York kündigte Trump an, dieser Schritt werde „schon bald“ erfolgen. „Nachdem wir den Iran besiegt haben, der gerade sehr deutlich besiegt wird, werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären“, sagte der US-Präsident.
Trump machte zunächst keine Angaben dazu, wie ein solcher Gebietsanspruch rechtlich oder praktisch umgesetzt werden soll. Die Äußerung dürfte jedoch den Streit um die Kontrolle der Meerenge weiter verschärfen.

Trump beansprucht Kontrolle über wichtige Handelsroute

Trump hatte bereits zuvor erklärt, die USA hätten „vollständige Kontrolle“ über die Meerenge. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Ich denke, wir werden sie behalten.“ Die US-Seeblockade bezeichnete er als „eine Mauer aus Stahl“ und fügte hinzu: „Es gibt nichts, was der Iran dagegen tun kann.“
Bei seiner Rede verteidigte Trump zudem den US-Militäreinsatz gegen den Iran. Washington könne „nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt“. Den Iran bezeichnete er als „den weltweit führenden staatlichen Sponsor des Terrorismus“. Zugleich erklärte Trump, die Amerikaner zahlten „ein winziges bisschen mehr für ihr Benzin“, damit „ein sehr böses Land“ keine Atomwaffe bekomme.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und zählt zu den wichtigsten Transportwegen für Öl und Gas weltweit. Rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots passieren die Meerenge auf dem Weg zu den internationalen Märkten.
Oman und Iran verhandeln über Schifffahrt in der Meerenge. (Archivbild)

Oman und Iran verhandeln über Schifffahrt in der Meerenge. (Archivbild)

Foto: Wen Xinnian/Xinhua/dpa

Iran weist Trumps Anspruch zurück

Die iranische Führung wies Trumps Äußerungen entschieden zurück. Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte: „Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben.“ Die für die Weltwirtschaft wichtige Meerenge werde „nur auf Befehl des Iran geöffnet und geschlossen“.
Teheran betrachtet die Straße von Hormus als Teil seiner Hoheitsgewässer. Nach internationalem Recht gilt die Meerenge jedoch als internationale Wasserstraße, durch die Schiffe grundsätzlich frei passieren können.
Zuletzt versuchte der Iran, Gebühren für die Durchfahrt zu erheben. Zudem drohte Teheran damit, die Meerenge geschlossen zu halten, solange die USA mehrere Forderungen nicht erfüllen. Dazu zählen unter anderem die Beendigung der US-Angriffe, das Ende der Seeblockade und die Aufhebung der Sanktionen.

Schiffsverkehr erheblich beeinträchtigt

Seit Beginn des Krieges zwischen dem Iran sowie den USA und Israel ist der Schiffsverkehr in der Meerenge erheblich gestört. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate wurde zuletzt erneut ein Schiff des staatlichen Ölkonzerns Adnoc angegriffen. Verletzte wurden dabei nicht gemeldet.
Die Störungen haben die Energiepreise weltweit beeinflusst. In den USA lag der durchschnittliche Benzinpreis am 14. August laut dem amerikanischen Automobilverband bei 4,08 Dollar (rund 3,50 Euro) pro Gallone (rund 4 Liter). Vor Beginn des Konflikts Ende Februar waren es demnach 2,98 Dollar (rund 2,55 Euro).

Waffenruhe und Verhandlungen unter Druck

Trumps Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Bemühungen um ein Ende des Konflikts ins Stocken geraten sind. Eine vereinbarte 60-tägige Waffenruhe läuft am Wochenende aus. Ob sie verlängert wird oder eine neue Vereinbarung zustande kommt, ist bislang offen.
Die Straße von Hormus ist an ihrer schmalsten Stelle nur rund 39 Kilometer breit. Iran und Oman beanspruchen jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone. Dadurch überschneiden sich die Hoheitsgewässer der beiden Anrainerstaaten.
Die US-Regierung hat zuletzt signalisiert, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran weiter erhöhen zu wollen. Finanzminister Scott Bessent erklärte, Washington strebe eine „wirtschaftliche Isolation“ des Landes an.
„Wir sind von Epic Fury zu Economic Fury übergegangen. Und auf Anweisung des Präsidenten haben wir das Niveau noch einmal erhöht“, sagte Bessent. Zugleich kündigte er weitere Maßnahmen an: „Wir werden Maßnahmen ergreifen, wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes noch nie gesehen wurden.“
Nach seinen Angaben sollen verstärkter wirtschaftlicher Druck und anhaltende Seebeschränkungen miteinander verbunden werden. Diese sollen den Warenverkehr in den Iran und aus dem Land heraus verhindern.

US-Finanzminister Scott Bessent spricht bei einem Treffen im US-Finanzministerium in Washington, D.C. am 29. Mai 2025. Bessent nahm an einer öffentlichen Sitzung der Kommission für Finanzbildung und -aufklärung teil.

Foto: Anna Moneymaker/Getty Images.

Umsetzung von Trumps Vorstoß unklar

Ob Trump seinen angekündigten Gebietsanspruch tatsächlich umsetzen will, bleibt offen. Bereits zuvor hatte er eine stärkere Kontrolle der Straße von Hormus gefordert und zeitweise eine Maut für die Durchfahrt in Aussicht gestellt. Eine weitere Eskalation könnte den internationalen Schiffsverkehr beeinträchtigen und die Öl- und Energiepreise weltweit weiter steigen lassen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Says He’ll Declare the Hormuz Strait a US Territory ‘Pretty Soon’“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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15.08.2026 | Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken | Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

HEUTE7:00 Uhr

CDU-Politikerin Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

CDU-Spitzenkandidatin Wiebke Winter fordert ihre Partei auf, sich weniger mit internen Debatten zu beschäftigen. Spekulationen über einen Kanzlertausch weist sie zurück. Bei der Bundespräsidentenwahl solle nicht das Geschlecht, sondern das Profil der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidend sein.

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Bis zu 45 Grad: Pflegeheime kämpfen mit extremer Hitze

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Bauarbeiter finden in Belgien Gold im Wert von neun Millionen Euro

Bauarbeiter haben im belgischen Dendermonde rund 50 Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen im Wert von etwa neun Millionen Euro entdeckt. Der Fund wurde bei Renovierungsarbeiten in Kellerwänden einer Wohltätigkeitsorganisation gemacht. Die Polizei sperrte die Baustelle ab.

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Wagenknecht erhöht Druck auf Thüringer BSW

Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf das Thüringer BSW und fordert das Ende der Koalition mit CDU und SPD. Die Regierungsbeteiligung habe dem BSW Glaubwürdigkeit gekostet und der AfD genutzt. Intern wird zudem über einen Sonderparteitag im Herbst spekuliert.

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UNO: Alle 30 Minuten stirbt in Demokratischer Republik Kongo ein Mensch durch Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt laut UN derzeit etwa alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola. Mehr als 2.000 Menschen sind bereits tot. Seit dem Ausbruch im Mai wurden 4.566 Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Osten des Landes.

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Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken

Fünf Wochen vor der Berlin-Wahl liegt die CDU laut Insa mit 20 Prozent knapp vor der Linken (19) und der AfD (17). Grüne kommen auf 16, SPD auf 15 Prozent. Linke, SPD und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent, CDU, SPD und Grüne 51 Prozent.

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15.08.2026 | Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken | Ebola-Epidemie im Kongo: Alle 30 Minuten ein Todesopfer

HEUTE6:27 Uhr

Bauarbeiter finden in Belgien Gold im Wert von neun Millionen Euro

Bauarbeiter haben im belgischen Dendermonde rund 50 Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen im Wert von etwa neun Millionen Euro entdeckt. Der Fund wurde bei Renovierungsarbeiten in Kellerwänden einer Wohltätigkeitsorganisation gemacht. Die Polizei sperrte die Baustelle ab.

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Wagenknecht erhöht Druck auf Thüringer BSW

Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf das Thüringer BSW und fordert das Ende der Koalition mit CDU und SPD. Die Regierungsbeteiligung habe dem BSW Glaubwürdigkeit gekostet und der AfD genutzt. Intern wird zudem über einen Sonderparteitag im Herbst spekuliert.

Sahra Wagenknecht (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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UNO: Alle 30 Minuten stirbt in Demokratischer Republik Kongo ein Mensch durch Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt laut UN derzeit etwa alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola. Mehr als 2.000 Menschen sind bereits tot. Seit dem Ausbruch im Mai wurden 4.566 Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Osten des Landes.

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Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken

Fünf Wochen vor der Berlin-Wahl liegt die CDU laut Insa mit 20 Prozent knapp vor der Linken (19) und der AfD (17). Grüne kommen auf 16, SPD auf 15 Prozent. Linke, SPD und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent, CDU, SPD und Grüne 51 Prozent.

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Experiment im Labor: Zeit läuft vorwärts, langsamer oder steht still


In Kürze:

  • „Was ist Zeit?“ ist eine der ältesten Fragen, der Menschen seit mehr als 2.000 Jahren nachgehen.
  • Ein britischer Forscher hat in seinem Labor ein kleines Universum erschaffen und erstmals Zeit ohne Uhr gemessen.
  • Anhand 24.000 ultrakalter Atome erkannte er, dass Zeit vorwärts und langsamer laufen, aber auch stillstehen kann – je nachdem, wie viel Aufmerksamkeit wir ihr schenken.

 
Kennen Sie auch diesen Moment? Sie sitzen vor einer unangenehmen Aufgabe oder sehnen sich nach etwas, ein Blick zur Uhr, doch die Zeiger wollen sich einfach nicht bewegen. Es scheint fast, als stünde die Zeit still. Andererseits verfliegt sie, wenn man nicht ihr, sondern den schönen Dingen seine Aufmerksamkeit schenkt. Als wäre die Zeit, wie Albert Einstein glaubte, relativ.
Doch was ist eigentlich Zeit? Dies ist eine der größten Fragen der Wissenschaft, auf die Naturforscher, Philosophen und Theologen seit Jahrtausenden eine Antwort suchen. Um aus physikalischer Sicht einen Beitrag zu dieser Thematik zu liefern, hat ein Wissenschaftler der Universität Birmingham in seinem Labor ein „Mini-Universum“ erschaffen. Damit zeigt er, wie man den Fluss der Zeit messen kann, ohne dabei eine Uhr zu verwenden, und indirekt, wie sie sich verhält.

Die Frage aller wissenschaftlichen Fragen

Seit der Mensch seine Umgebung und ihre Gesetze erforscht, gibt es unterschiedliche Vorstellungen vom Wesen der Zeit. Zunächst sahen Gelehrte wie Platon (427–347 v. Chr.) oder Augustinus von Hippo (354–430) darin eine irdische „Erfindung“, womit die Zeit mit der Welt entsteht und vergeht. Diese Vorstellung ist auch im christlichen Glauben mit dem Tag des Jüngsten Gerichtes vertreten.
Später entwickelte sich die Idee hin zu einer absoluten Zeit, wie Isaac Newton (1643–1727) und Immanuel Kant (1724–1804) sie vertraten, wonach diese unabhängig von Mensch und Erde existiert.
Mit den technischen Fortschritten lieferten Naturwissenschaftler zahlreiche neue Theorien zur Zeit. Einer von ihnen war der Schweizer Physiker Albert Einstein mit seiner Relativitätstheorie. Er entdeckte, dass aufgrund unterschiedlich starker Bewegungen oder Gravitationsfelder die Zeit gefühlt und je nach Blickpunkt mal langsamer und mal schneller laufen kann.
Albert Einstein um 1921 in Wien

Für Albert Einstein war Musik ein wichtiger Teil in seinem Leben. Nicht nur ihr Empfinden, sondern auch ihre zeitliche Abfolge ist relativ.

Die Quantenmechanik scheint diese Theorie, dass Zeit relativ ist, zu unterstützen. So vergeht das Leben eines Menschen, der aus unzähligen Atomen besteht, im Laufe eines Jahrhunderts, während die winzigen Atome selbst nicht altern und zeitlos sind. Doch wie sieht das außerhalb der Erde aus?

Besitzt das Universum so etwas wie Zeit?

Einige physikalische Theorien, wie etwa die Wheeler-DeWitt-Gleichung (eine Kombination aus Quantenmechanik und Relativitätstheorie), legen nahe, dass dem Universum auf seiner tiefsten Ebene keine Zeit innewohnt.
Stattdessen existiere der Kosmos als einziger, unveränderlicher Quantenzustand, wo Teilchen sowohl wellenartige als auch teilchenartige Eigenschaften aufweisen. Dabei wird das Universum als Ganzes ohne externe Uhr betrachtet.
Jegliches Zeitgefühl müsse sich demnach aus den internen Beziehungen zwischen den Teilen ergeben, was auch als relationale Zeit bezeichnet wird. Diese Theorie war zwar nicht neu, jedoch noch nie direkt im Labor getestet worden. Das wollte Giovanni Barontini, Professor für Physik an der Universität Birmingham in England, mit seinem Mini-Universum im Labor ändern.
Giovanni Barontini, Professor für Physik an der Universität Birmingham, hat in seinem Labor ein „Mini-Universum“ erschaffen und erstmals Zeit ohne Uhr gemessen. Foto: University of Birmingham

Giovanni Barontini, Professor für Physik an der Universität Birmingham, hat in seinem Labor ein „Mini-Universum“ erschaffen und erstmals Zeit ohne Uhr gemessen.

Foto: University of Birmingham

Mini-Universum im Labor

Prof. Barontini nutzte dafür eine Wolke aus 24.000 ultrakalten Atomen, auch Bose-Einstein-Kondensat genannt. Sie weist eine Temperatur von nur wenigen Milliardstel Grad über dem absoluten Nullpunkt auf. Damit erschuf der Physiker ein hermetisch abgeschlossenes Quantensystem, das ein einfaches „Universum“ nachahmt.
Die Teilchen wurden mit einer durch einen Laserstrahl gebildeten dünnen Barriere eingefangen und geteilt, um einen beobachteten („hellen“) und einen unbeobachteten („dunklen“) Bereich zu erzeugen. Die Atome konnten sich zwischen dem „hellen“ und dem „dunklen“ Bereich bewegen, ansonsten war das System jedoch von der Außenwelt isoliert. Damit hatte es auch nichts, was als Uhr dienen konnte.

Die „Wolke“ im Inneren der Glaszelle ist eine magnetooptische Falle für Atome. Hier herrschen Temperaturen von etwa 0,0001 Grad über dem absoluten Nullpunkt.

Foto: University of Birmingham

Die Atome im „hellen“ Bereich bewegten sich in der Falle hin und her und flossen in regelmäßigen Abständen über die Barriere hinaus. Barontini bezeichnete diese Momente als „Urknall“. Kamen die Atome jedoch wieder zurück in die Barriere, bezeichnete der Physikprofessor dies als „Big Crunch“. Dabei handelt es sich um ein hypothetisches Szenario, bei dem sich die Expansion des Kosmos umkehrt.
Anschließend verfolgte er, wie Entropie – ein Maß für Unordnung oder Streuung der Atome und ihrem Verhalten innerhalb eines Systems – zwischen den beiden Hälften ausgetauscht wurde, während die Atome die Barriere überquerten. Anstatt eine Uhr im Labor zur Ordnung der Ereignisse heranzuziehen, entwickelte er eine „entropische Zeit“. Diese war ausschließlich dadurch definiert, wie viel Entropie zwischen den beiden Hälften des Systems floss.

Die drei Phasen der Zeit

Professor Barontini testete die Theorie der „entropischen Zeit“ anhand seines Universums im Labor und fand überraschend drei Phasen der Zeit:
  • floss Entropie, also nahm die Streuung der Teilchen im hellen Bereich zu oder ab, lief die Zeit vorwärts
  • verlangsamte sich der Austausch der Atome, verlangsamte sich auch die Uhr
  • erreichten beide Hälften ein Gleichgewicht, also gab es keinen Entropiefluss mehr, stand die Zeit still
„Die Studie liefert den ersten kontrollierten experimentellen Beweis dafür, dass ‚Zeit‘ durch Veränderungen innerhalb eines Systems definiert werden kann und nicht als die externe ‚tickende Uhr‘, die wir als Zeit verstehen“, erklärte Prof. Barontini.

Zeitgefühl erklärt durch Unwissenheit oder Schrödingers Katze

Sowohl die Zeit selbst als auch die Richtung, in die eine Zeit fließt (sogenannte Zeitpfeil), könnten demnach aus einer Quelle stammen: einem Beobachter, der auf Informationen verzichtet.
Als Barontini beschloss, den dunklen Bereich nicht zu betrachten, verzichtete er auf das Wissen über diese Hälfte des Systems. Dieser Akt der Unwissenheit, der in der Entropie kodiert ist, war es, der in der anderen Hälfte die Zeit entstehen ließ. Dies erinnert stark an Schrödingers Katze, die gleichzeitig tot und lebendig ist – je nachdem, ob man in den Karton sieht oder nicht.
„Sowohl die Zeit als auch der Pfeil der Zeit – vielleicht entstehen sie einfach aus Unwissenheit“, resümiert Barontini. „Um Zeit zu haben und zu beobachten, muss man auf gewisse Freiheitsgrade verzichten.“
Schenken wir in unliebsamen Momenten den Uhren also keine Aufmerksamkeit, können wir uns vielleicht künftig schneller den schönen Momenten im Leben widmen.
Die Studie erschien am 11. Juni 2026 in der Fachzeitschrift „Physical Review Research“.
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Hmmm – köstliches Zitronen-Buttermilch-Sorbet in der Sommerhitze genießen

Dieses Zitronen-Buttermilch-Sorbet ist ein Dessert, das weit mehr ist als nur die Summe seiner Zutaten. Es ist spritzig, fruchtig und unglaublich erfrischend und erfordert nur wenige Zutaten. Die Buttermilch verleiht ihm eine besondere Cremigkeit und Textur, welche es von herkömmlichem Sorbet abhebt. Es ist der perfekte Abschluss eines sommerlichen Essens.
Eine Eismaschine sorgt für die cremigste Konsistenz. Falls Sie keine haben, kein Problem: Hier finden Sie auch eine Version ohne Rühren.

Zutaten für das Zitronen-Buttermilch-Sorbet

Für die Eismaschine eignet sich am besten fettarme Buttermilch, die darin deutlich fester wird. Ohne Verwendung einer Eismaschine, ergibt Buttermilch aus Vollmilch eine cremigere Konsistenz. Hier kommt die überaus kurze Zutatenliste
Für 4 Portionen benötigen wir:
  • 2 Tassen fettarme (oder Vollfett-)Buttermilch
  • 3 Esslöffel Zitronensaft
  • 1 Tasse Zucker
  • 1 Esslöffel Maissirup
  • eine Prise Salz
Nährwertangaben
Kalorien: 261 kcal
Kohlenhydrate: 61 g
davon Zucker: 61 g
Eiweiß: 4 g
Fett: 1 g
davon gesättigte Fettsäuren: 1 g
Cholesterin: 5 mg
Natrium: 222 mg
Zutaten für ein Zitronen-Buttermilch-sorbet, hausgemacht. Foto: Jennifer Segal

Zutaten, um ein Zitronen-Buttermilch-Sorbet selbst herzustellen.

Foto: Jennifer Segal

Schritt für Schritt zum guten Gelingen

Schritt 1 – Die Basis zubereiten: In einer großen Schüssel Buttermilch, Zitronensaft, Zucker, Maissirup und Salz verquirlen. Die Mischung ist anfangs etwas körnig – das ist normal. Die Mischung einige Minuten ruhen lassen und gelegentlich umrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Die Schüssel in den Kühlschrank stellen und die Mischung etwa ein bis zwei Stunden lang gut durchkühlen lassen. Diesen Schritt nicht überstürzen – er sorgt für die richtige Konsistenz des Sorbets.
Profi-Tipp: Um sicherzustellen, dass sich der gesamte Zucker aufgelöst hat, testen Sie die Mischung, indem Sie sie zwischen den Fingern verreiben. Sie sollte sich nicht körnig anfühlen. Wenn der Zucker vor dem Kühlen nicht vollständig aufgelöst ist, erhält das fertige Sorbet eine sandige Konsistenz.
Die Basis des Zitronen-Buttermilch-Sorbets, hausgemacht. Foto: Jennifer Segal

Die Basis des Zitronen-Buttermilch-Sorbets, ob mit oder ohne Eismaschine.

Foto: Jennifer Segal

Schritt 2 – Rühren, mit oder ohne Eismaschine:
Version A: Die gekühlte Masse in eine Eismaschine geben und gemäß der Bedienungsanleitung rühren. Das Eis wird nicht so dickflüssig wie herkömmliches Eis sein, sondern eher die Konsistenz von Softeis haben.
Version B: Keine Eismaschine? Die Mischung in eine flache Schale füllen und 1 bis 2 Stunden einfrieren, bis der Rand fest ist, die Mitte aber noch weich. Gut umrühren und weitere 2 bis 3 Stunden fest werden lassen. Die Konsistenz ist dann etwas eisiger, aber trotzdem lecker.
Gekühlte Grundmasse für ein Zitronen-Buttermilch-Sorbet, hausgemacht. Foto: Jennifer Segal

Gekühlte Grundmasse.

Foto: Jennifer Segal

Schritt 3 – Einfrieren: Die Mischung in einen gefriergeeigneten Behälter füllen und die Oberfläche glatt streichen. Mindestens 3 Stunden einfrieren, oder bis die Masse fest genug zum Portionieren ist.

Portionierfertiges Zitronen-Buttermilch-Sorbet, hausgemacht. Foto: Jennifer Segal

Portionierfertiges Zitronen-Buttermilch-Sorbet. Guten Appetit!

Foto: Jennifer Segal

Lecker-eisiges Finale

Schritt 4 – Jetzt wird serviert: Das Zitronen-Buttermilch-Sorbet kann jetzt in zuvor gekühlte Schüsseln oder Dessertgläser gefüllt und am besten sofort serviert werden. Im Gefrierschrank hält sich das Sorbet etwa eine Woche.
Profi-Tipp: Kühlen Sie Ihre Schüsseln vor dem Servieren 10 Minuten im Gefrierschrank – ein kleiner Schritt mit großer Wirkung. Da Sorbet weniger Fett als Eiscreme enthält, schmilzt es schneller. Eine kalte Schüssel gibt Ihnen mehr Zeit, es zu genießen.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf OnceUponaChef.com veröffentlicht und erschien auch auf theepochtimes.com unter dem Titel „Lemon Buttermilk Sorbet“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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14. August: Waldbrände in Deutschland | Mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen | Massenandrang auf Ceuta befürchtet

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Waldbrände in Deutschland

Die Waldbrandlage hat sich im Saarland, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen zugespitzt. Besonders dramatisch war die Situation in Hürtgenwald. Über 2.000 Menschen wurden evakuiert. Es kamen auch Löschhubschrauber und zwei Pionierpanzer zum Einsatz. Vor allem von alter Munition geht eine hohe Gefahr aus. Die örtlichen Behörden meldeten heute Mittag, dass sich die Lage bei schwächerem Wind entspannt habe.

Beschäftigungstiefstand in der Autoindustrie

Die deutsche Autoindustrie hat so wenig Beschäftigte wie seit 2005 nicht mehr. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 waren in der Branche 42.300 Menschen weniger beschäftigt als noch ein Jahr zuvor. Mit rund 906.000 Beschäftigten ist die Automobilindustrie nach dem Maschinenbau die zweitgrößte Branche Deutschlands.

Mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen

In Sachsen wurden zwei Männer wegen des Verdachts auf IS-Mitgliedschaft festgenommen. Sie sollen zwischen 2016 und 2017 als Kämpfer für die Terrororganisation aktiv gewesen sein. Bei den Durchsuchungen wurden elektronische Geräte und Dokumente sichergestellt.

Massenandrang auf Ceuta befürchtet

In den sozialen Medien sind zuletzt vermehrt arabische Beiträge erschienen, die auf einen Massenandrang morgen, am 15. August, in Ceuta hinweisen. Bei dem Andrang Ende Juli sind Dutzende Menschen gestorben. Zwar kehrte der Großteil der über 70.000 Menschen zurück, die Situation vor Ort bleibt jedoch angespannt.

Strafmündigkeit herabgesetzt

Schweden hat das Alter der Strafmündigkeit von 15 auf 14 Jahre gesenkt. Damit sind Haftstrafen von bis zu 18 Jahren für Personen unter 18 Jahren möglich. Dies ist eine Reaktion auf die zunehmende Gewalt, da Banden immer häufiger Minderjährige unter 15 Jahren für Anschläge rekrutieren.
 
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300 Hektar in Flammen: Lage im Hürtgenwald bleibt dynamisch und kritisch

Fast 2000 Menschen evakuiert, hunderte Helfer am Boden und mehrere Löschhubschrauber in der Luft: Bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen haben die Einsatzkräfte den ganzen Freitag gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland gekämpft. Die Flammen dehnten sich nach Behördenangaben bis auf 300 Hektar aus und bedrohten weiter den in der Nacht zu Freitag geräumten Ortsteil Gey.

Lage bleibt kritisch – Wind als entscheidender Faktor

Eine Entspannung der Situation in dem zur Eifel zählenden Gebiet war zunächst nicht in Sicht. Mit Sorge blickten die Einsatzkräfte vor allem auf die Entwicklung des Windes, der die Flammen in der Nacht zeitweise mit rasender Geschwindigkeit antrieb und bis in Baumkronen schlagen ließ. Einer Sprecherin des Landkreises Düren zufolge konzentrierten sich die Helfer weiterhin darauf, ein Übergreifen der Flammen auf den evakuierten Ortsteil zu verhindern. Das Feuer befand sich weiter 150 bis 200 Meter vor Gey.
„Die Lage ist dynamisch, da sich der Wind dreht“, hieß es am Nachmittag in einer Mitteilung des Landkreises. Es würden weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung angefordert. Eine schnelle Rückkehr der in der Nacht in Sicherheit gebrachten rund 1800 Bewohner der Siedlung zeichnete sich nach Angaben der Sprecherin zunächst nicht ab. Demnach liefen Planungen an, diese über Nacht unterzubringen und zu betreuen.

Hunderte Kräfte, Hubschrauber und Bundeswehr im Einsatz

Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen waren am Freitag im Einsatz. Hubschrauber unterstützten durch Wasserabwürfe aus der Luft, auch Wasserwerfer der Polizei sowie Panzer der Bundeswehr waren laut Behörden vor Ort.
In den brennenden Wald wurden in der Nacht außerdem Schneisen gezogen, um die Ausbreitung der Flammen einzudämmen, hieß es vom Landkreis. Außerdem wurde mit Gegenfeuern gearbeitet, um den Brand einzudämmen.
Dürens Landrat Ralf Nolten (CDU) ging nach eigenen Angaben von einem längeren Einsatz aus. „Wir sind noch lange nicht durch“, sagte er vor Ort. Der Wind sei für die weitere Dynamik entscheidend.
Für zusätzliche Probleme sorgen seinen Angaben nach Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg, die die Einsatzkräfte gefährden könnten. In der Nacht habe es immer wieder „geknallt“, sagte er. Der Landkreis berichtete davon, dass auch tagsüber von den Einsatzkräften Explosionen gehört wurden. Am Ende des Kriegs gab es im Hürtgenwald südöstlich von Aachen heftige Kämpfe.

Weitere Brände und Hitzewelle in Deutschland

Bundesweit kämpfen Einsatzkräfte bei anhaltend heißem und trockenem Wetter seit Tagen gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. In weiten Teilen des Landes herrschen aktuell Temperaturen von weit mehr als 30 Grad.
Die Hitzewelle dauert nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts noch bis zum Wochenende, es werden örtlich bis zu 39 Grad erreicht. Erst ab Samstag ist demnach hierzulande mit Regenfällen zu rechnen.
Auch in der Verbandsgemeinde Vordereifel in Rheinland-Pfalz wütete ein großer Wald- und Wiesenbrand mit massiver Rauchentwicklung, wie der Landkreis Mayen-Koblenz mitteilte. Die Bewohner der Gemeinden Langenfeld und Arft wurden per Warnapps aufgefordert, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Laut Verbandsgemeinde handelte es sich zunächst allerdings lediglich um eine „vorbereitende Maßnahme“.

Unterstützung aus Bund und Land – Appell an die Bevölkerung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dankte allen Einsatzkräften „für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz“. Er selbst lasse sich über die Entwicklung der Waldbrände „laufend“ unterrichten, schrieb er im Portal X. Der Bund werde durch Bundespolizei und Bundeswehr unterstützen, wo immer dies möglich sei.
Bei Hürtgenwald halfen Polizei und Bundeswehr bei Löscharbeiten nach eigenen Angaben mit Hubschraubern samt Wasserabwurfbehältern, die Polizei entsandte zudem vier Wasserwerfer. Landwirte unterstützten nach Kreisangaben bei der Wasserversorgung. Feuerwehren aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens wurden entsandt – darunter Kräfte eines speziellen Waldbrandmoduls, das zuletzt in Spanien im Einsatz war.
Über dem Brandgebiet stand derweil eine riesige Rauchwolke. Behörden riefen Bewohner in umliegenden Gemeinden wegen „Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag“ auf, sich sofort in geschlossene Räume zu begeben und keine Fenster und Türen zu öffnen. Evakuierte wurden in eine Sammelstelle in einer Schule im etwas entfernten Düren gebracht.
„Die Einsatzkräfte kämpfen unermüdlich gegen die Flammen“, erklärte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf. Gemeinsam mit Landeslandwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) appellierte er an die Bevölkerung, sich von den Bränden fernzuhalten und die Helfer nicht zu behindern.
Generell sollten Wälder wegen der aktuell hohen Waldbrandgefahr nicht betreten werden. Waldbrände könnten sich „rasend schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden“.
Evakuierungsmaßnahmen wegen Waldbränden sind hierzulande eher selten, kommen aber vor. Im vergangenen Jahr etwa wurden in der Gohrischheide in Sachsen aus Sicherheitsgründen einige Ortsteile geräumt, im Sommer 2022 waren in Brandenburg mehrere Dörfer mit hunderten Einwohnern betroffen. Häuser oder Menschen kamen dabei aber nicht zu Schaden.(afp/red)
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Schweden: Wie die Schulwahl die Gesellschaft prägt

Gebt mir eine Kristallkugel, und ich werde vorhersagen, welche Entscheidungen die heutigen schwedischen Schüler beim Wechsel in die Oberstufe später im Leben treffen werden. Es geht um ihr Studium, ihre Arbeitsplätze, ihre Rentenentwicklung und nicht zuletzt ihr zukünftiges Wahlverhalten. Natürlich handelt es sich dabei nur um grobe Trends auf Makroebene, und es gibt Einzelpersonen, die aus dem Muster ausbrechen. Das war schon immer so. Doch die Grundzüge scheinen sowohl in Schweden als auch in Finnland, zwei vergleichbaren Ländern mit ähnlichen Schulsystemen, dieselben zu sein. Interessant ist, dass sich diese Trends offenbar im letzten Jahrzehnt, vielleicht sogar noch länger, gehalten haben.

Der erste Trend

Dieser betrifft die Wahl des Gymnasialzweigs. Als besonders anspruchsvoll gelten die Gymnasialzweige Naturwissenschaften und Technik. In Finnland sind es die Fächer „Mathematik für Fortgeschrittene“ und „Physik“, die die höchsten Anforderungen stellen.
Neben den auf ein Hochschulstudium vorbereitenden Zweigen gibt es in Schweden berufsbildende Gymnasien und in Finnland entsprechende Berufsschulen. In Schweden besteht der Ausbildungsgang „Pflege und Betreuung“ zu etwa 14 Prozent aus Männern und zu 86 Prozent aus Frauen. Der Ausbildungsgang „Elektrotechnik und Energie“ weist 96 Prozent Männer und nur 4 Prozent Frauen auf. Die berufliche Bildung der Sekundarstufe II in Finnland weist entsprechende Unterschiede auf: 15–20 Prozent Männer und 80–85 Prozent Frauen im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens. In den technischen Berufsausbildungen sind etwa 75–80 Prozent Männer und 20–25 Prozent Frauen. Auch die Ausbildungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) werden von Männern dominiert: 75 Prozent.
Nach dem hochschulvorbereitenden Gymnasium nehmen etwa 70–85 Prozent der Schüler in Schweden und 75–85 Prozent in Finnland ein Studium an einer Universität oder Hochschule auf. Die übrigen treten direkt ins Berufsleben ein, wobei etwa drei Viertel im privaten Sektor und ein Viertel im öffentlichen Sektor arbeiten.
Aus internationaler Sicht gehören sowohl Schweden als auch Finnland zu den OECD-Ländern mit der stärksten geschlechtsspezifischen Segregation bei der Berufswahl. Gleichzeitig gehören sie aber auch zu den Ländern mit der größten Gleichstellung beim Bildungsniveau. Das bedeutet, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede in erster Linie damit zusammenhängen, welche Ausbildungsgänge die Menschen wählen – und nicht mit dem Zugang zu Bildung.
In Finnland absolvieren weniger Männer eine Ausbildung im Gesundheitswesen als in Schweden, während in Schweden etwas mehr Frauen eine technische Ausbildung absolvieren als in Finnland. Dennoch ist die Geschlechterverteilung deutlich ungleicher als in vielen südeuropäischen Ländern. Dies wird gemeinhin als das nordische Gleichstellungsparadoxon bezeichnet und stellt ein interessantes Forschungsgebiet dar.
Junge schwedische Absolventen im Sommer 2017. Foto: HasseChr/iStock

Junge schwedische Absolventen im Sommer 2017.

Foto: HasseChr/iStock

Die Wahl des Arbeitsplatzes

Bei der Berufswahl sowie der Lohn- und Rentenentwicklung zeigen sich ebenfalls Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Nach dem Abschluss einer Ausbildung im Gesundheitswesen arbeitet der Großteil der Absolventen sowohl in Schweden als auch in Finnland im öffentlichen Sektor. In Schweden ist diese Dominanz am größten: Über 80 Prozent sind im öffentlichen Sektor tätig. Ärzte beider Geschlechter arbeiten etwas häufiger im privaten Sektor: 20–30 Prozent in beiden Ländern.
Es ist überraschend, dass das Wahlverhalten so stark von Geschlecht und Tätigkeit im öffentlichen oder privaten Sektor abhängt.
In den Bereichen Technik und Informations- und Kommunikationstechnologie zeigt sich ein gegenteiliges Bild: Diplom-Ingenieure und Technologie-Magister arbeiten sowohl in Schweden als auch in Finnland zu 85–90 Prozent im privaten Sektor, unter anderem in der Industrie, in Technologieunternehmen, in der IT, in Beratungsunternehmen und in der Telekommunikation. Der öffentliche Sektor umfasst das Verteidigungswesen, Universitäten sowie staatliche und kommunale Behörden. Etwa 4–5 Prozent der Absolventen sind Diplom-Ingenieure.
Das Gehaltsniveau liegt im öffentlichen Sektor im Allgemeinen niedriger, während die Privatwirtschaft je nach Branche deutlich höhere Gehälter für Hochqualifizierte sowie größere Möglichkeiten zum Branchen- oder Unternehmenswechsel bietet, wodurch sich andere Aufstiegsmöglichkeiten ergeben. Entsprechend verläuft natürlich auch die Rentenentwicklung anders: Die Männer und die wenigen Frauen, die in der Privatwirtschaft tätig sind, können tendenziell mit höheren Einkommen und damit auch besseren Renten rechnen. Die Frauen und die wenigen Männer, die sich für das Gesundheits- und Pflegewesen – oder den Lehrerberuf, der mit dem Gesundheitswesen vergleichbar ist – entschieden haben, arbeiten dagegen in stark regulierten Vergütungssystemen mit geringeren Aufstiegsmöglichkeiten und vergleichsweise niedrigeren Renten, obwohl die Studiendauer bei akademischen Berufen ähnlich lang sein kann.
Pia Heikkilä vom „Hufvudstadsbladet“, der auflagenstärksten schwedischsprachigen Tageszeitung in Finnland, sieht Gefahren darin, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung bestimmte Bereiche meidet. Denn es geht potenzielles Fachwissen verloren, wenn das Geschlecht die Berufswahl bestimmt. Der dadurch segregierte Arbeitsmarkt ist weniger flexibel und trägt zum Lohngefälle zwischen Frauen und Männern bei. Da weniger Frauen IT und Technik studieren, haben sie weniger Einfluss auf die rasante digitale Entwicklung, auch im Bereich der KI, während gleichzeitig Kindern, Patienten und Senioren männliche Pädagogen und Pflegekräfte fehlen. Ihre Schlussfolgerungen sind zutreffend und verdienen sowohl in Schweden als auch in Finnland Beachtung.

Unterschiede bei den nationalen Wahlen

Betrachten wir die Unterschiede bei den nationalen Wahlen auf allen drei Ebenen: Laut dem schwedischen Statistikamt (SCB) wählt eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Schweden die linken Parteien. Da der öffentliche Sektor stark von Frauen dominiert wird, ist dies ein deutliches Muster.
In Finnland verteilen sich die Stimmen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ziemlich gleichmäßig auf die Sozialdemokratische Partei Finnlands (SDP) und die Nationale Sammlungspartei (KOK), gefolgt von den Grünen, der Linkspartei sowie den kleineren Parteien. Blockübergreifende Regierungen sind eher die Regel als die Ausnahme.
In Schweden tendieren die Beschäftigten im privaten Sektor und Unternehmer größtenteils zu den Moderaten, dicht gefolgt von den Schwedendemokraten und den Sozialdemokraten. Die Zentrumspartei genießt unter Unternehmern nach wie vor eine stärkere Unterstützung als in vielen anderen Gruppen, doch historisch gesehen hat die Partei ihre frühere Sonderstellung eingebüßt. Gleichzeitig gewinnen die Schwedendemokraten bei den Kleinunternehmern an Boden.

Ein Blick in die Zukunft

Was bedeutet dies langfristig für die Entwicklung dieser Länder? Was bedeutet es für den Fachkräftemangel im Vergleich zum Mangel an hochtechnologischen Fachkräften, für die Ambivalenz der freien Wahl und für den Grundsatz, dass jeder Einzelne das Recht auf Wahlfreiheit und Selbstverwirklichung hat?
Schweden und Finnland sind nicht das autokratische China oder kommunistische Diktaturen, in denen die familiäre Herkunft und der Bedarf des Staates an hochtechnologischen Ausbildungen und fachkundigen Fachkräften die Zulassung zu Ausbildungsgängen bestimmen könnten. Doch auch in demokratischen Ländern kann der Staat die Studienplätze in Ausbildungsgängen für Berufe mit hohem Arbeitskräftebedarf erhöhen und ebenso beschließen, die Plätze in gefragten Ausbildungsgängen für Berufe zu reduzieren, bei denen eine verstärkte Ausbildung von der Gesellschaft nicht als Priorität angesehen wird.
Der Staat soll in einer Demokratie die freie Wahl der Schüler oder Studenten nicht lenken, kann aber vielleicht durch Anreize einen größeren Teil von ihnen in Mangelberufe und hochtechnologische Fachrichtungen lenken. Dies erfordert jedoch andere Wahlmöglichkeiten als die derzeitigen Entscheidungen in der Oberstufe. Wir müssen zudem berücksichtigen, wie KI die Spielregeln verändert. Bestimmte Berufe könnten dezimiert oder ersetzt werden, während Handwerksberufe, Pflegeberufe und die Medizin stets handwerkliches Geschick und berufliche Fachkompetenz erfordern werden. Eine solche Steuerung birgt zudem die Gefahr, dass Schüler von den Geisteswissenschaften und den bildenden Künsten abgehalten werden, die seit der Antike als Garanten einer kulturell und gesellschaftlich hochstehenden Gesellschaft gelten.
Tragen die Wahl der Oberstufe und des Berufs sowie künftige Arbeitsplätze im öffentlichen oder privaten Sektor zu einer zunehmenden Polarisierung in Schweden und Finnland bei? Gibt es einen Einfluss auf das Wahlverhalten, der sich von dem in den mittel- oder südeuropäischen Ländern und wahrscheinlich auch von der Entwicklung in Norwegen und Dänemark unterscheidet?
Es ist überraschend, dass das Wahlverhalten so stark nach Geschlecht und Tätigkeit im öffentlichen oder privaten Sektor gespalten ist. Schweden nimmt dabei aufgrund der langen Regierungszeit der Sozialdemokraten eine besondere Stellung ein. Vor der bevorstehenden Wahl hält die SAP zudem eine Einparteienregierung für möglich, die sich im Parlament auf wechselnde Mehrheiten stützen würde. Dass eine solche Regierung vermutlich schwächer ist als eine Mehrheitsregierung, versteht sich von selbst, doch mit Blockaden und roten Linien entstehen Probleme, ebenso wie durch die Polarisierung in der heutigen schwedischen Gesellschaft.
Das Wahlsystem mit den von den Parteihierarchien aufgestellten Listen ist an sich schon ein demokratisches Problem. In einigen vergleichbaren europäischen Ländern ermöglichen stärker personenbezogene Wahlsysteme eine größere persönliche Rechenschaftspflicht der gewählten Abgeordneten. Dort können Wähler stärker über die persönliche Unterstützung einzelner Kandidaten Einfluss auf die Zusammensetzung des Parlaments nehmen, anstatt ausschließlich über von den Parteien vorgegebene Listen.
Der Artikel erschien im Original auf epochtimes.se unter dem Titel „Elevers skolval formar samhället“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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Die Kraft des Spielens: Warum Erwachsene das genauso brauchen wie Kinder

Kinder verbringen einen großen Teil ihrer Zeit mit Spielen. Und das zu Recht. Laut dem National Institute for Play (NIP) mit Sitz in Kalifornien ist „das Spielen entscheidend dafür, wie sich Menschen und andere Spezies entwickeln, funktionieren und innovativ sind“.
Das NIP erklärt, dass das Spielen tief in unseren Nervenstrukturen verankert ist. Es ist fest in unserer Biologie verwurzelt. Affektive Neurowissenschaftler haben sieben primäre emotionale Systeme identifiziert, mit denen wir geboren werden. Dazu gehört auch das Spielen. Spielkreisläufe im Mittelhirn aktivieren weitreichende neuronale Netzwerke und stärken somit die neuronalen Verbindungen, die mit Sozialisation, Bewegung und emotionaler Regulierung zusammenhängen.

Das Gehirn entwickelt sich spielend

Für Kinder ist die Spielzeit entscheidend für ihre Entwicklung und ihr Lernen – vom Kleinkind bis in die Jugend hinein und darüber hinaus. Spielen hilft Säuglingen dabei, ihre Koordination und ihre Blickverfolgungsfähigkeiten zu entwickeln, während Kleinkinder dadurch sowohl körperliche als auch emotionale Widerstandsfähigkeit aufbauen. Kinder, denen beim Spielen ein angemessenes Maß an Freiheit gewährt wird, entwickeln zudem Kreativität. Denn ihre grenzenlose Vorstellungskraft kann dann frei schweifen und sie können an allem in ihrer Umgebung Spaß haben. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Förderung spielerischer Neugier die Lernergebnisse verbessert, während ein Mangel an Spiel mit emotionalen und Verhaltensproblemen in Verbindung gebracht wird.
Durch Fantasie und Spiel beginnen Kinder, die Welt zu begreifen, zu träumen, zu gestalten und zu experimentieren. Sie lernen, dass einige der wichtigsten menschlichen Aktivitäten Dinge sind, die wir um ihrer selbst willen tun – aus purer Freude daran und nicht unbedingt, um praktische Ergebnisse zu erzielen. Das Spielen weckt zudem Interessen und Neigungen, die den Charakter prägen und sich zu lebenslangen Beschäftigungen oder sogar Berufen entwickeln können. Das Kind, das sich leidenschaftlich für Ritterspiele begeistert, studiert später vielleicht Geschichte, während dasjenige, das von Legosteinen fasziniert ist, einen Weg in Richtung Ingenieurwesen einschlägt. Auf diese Weise kann das Spielen zu einem Tor zur Berufung werden.

Auch Erwachsene dürfen spielen

Aber nicht nur Kinder brauchen Verspieltheit in ihrem Leben. Die biologische Veranlagung zum Spielen verschwindet nicht einfach mit dem Alter; wir alle brauchen ein gewisses Maß an Spaß im Leben. Das NIP stellt fest: „Spielen ist ein grundlegender biologischer, psychologischer und sozialer Mechanismus, der prägt, wie wir über die gesamte Lebensspanne hinweg lernen, uns anpassen, Beziehungen knüpfen und uns entfalten. […] Wenn Spielen fehlt oder dauerhaft unterdrückt wird, sehen Forscher einen Zusammenhang zwischen diesem Mangel und Depressionen, einer beeinträchtigten sozialen Entwicklung sowie Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation und beim Lernen.“
Die konkreten Vorteile für Erwachsene sind vielfältig. Unter anderem regt das Spielen die Kreativität an, baut stressbedingte Anspannung ab, verbessert die Gehirnfunktion und vertieft die Beziehungen zu anderen.
In seinem Buch „Essentialism: The Disciplined Pursuit of Less“ („Essentialismus: Die konsequente Suche nach Weniger“) empfiehlt der US-amerikanische Autor und Unternehmensstratege Greg McKeown Erwachsenen, insbesondere Berufstätigen, regelmäßig Zeit zum Spielen einzuplanen. Dazu müssen wir die Vorstellung ablehnen, dass Spielen trivial sei – ein Konzept, das wir uns aneignen, wenn wir die Kindheit hinter uns lassen.
Warum legt McKeown so großen Wert auf das Spielen? Zum einen hilft es uns, neue Denkweisen zu entwickeln. Das kann uns dabei unterstützen, Probleme zu lösen und in jedem Unterfangen herausragende Leistungen zu erbringen. McKeown schrieb über eine Studie mit Grizzlybären, die ergab, dass die Bären, die am meisten spielten, im Allgemeinen am längsten überlebten, da das Spielen sie darauf vorbereitet hatte, kreativ zu denken und Probleme zu lösen. Das Gleiche gilt für uns.
McKeown schreibt: „Spielen erweitert unseren Horizont auf eine Weise, die es uns ermöglicht, Neues zu erkunden: neue Ideen zu entwickeln oder alte Ideen in einem neuen Licht zu betrachten. Es macht uns neugieriger, aufgeschlossener für Neues und engagierter.“
Spielen ermöglicht es Menschen jeden Alters, neue Fähigkeiten zu erlernen und fördert gleichzeitig Experimentierfreude und lebenslange Neugier. Foto: Jevtic/iStock

Spielen ermöglicht es Menschen jeden Alters, neue Fähigkeiten zu erlernen, und fördert gleichzeitig Experimentierfreude und lebenslange Neugier.

Foto: Jevtic/iStock

Spielen für mehr Wohlbefinden

Aristoteles sagte bekanntlich: „Wir arbeiten, um Muße zu haben.“ Spiel und Muße sind zwar etwas unterschiedliche Kategorien, stehen aber in Zusammenhang, da beide als Ziel der Arbeit verstanden werden können – und nicht nur als Pausen von der Arbeit. Aristoteles vertritt hier die Ansicht, dass die wichtigsten, zutiefst menschlichen Dinge, die wir tun – zum Beispiel nach Wahrheit streben, mit anderen in Verbindung treten oder Schönheit schätzen –, nicht direkt mit den praktischen Aspekten der Arbeit verbunden sind. Vielmehr arbeiten wir, um die Möglichkeit zu haben, uns diesen befreienden, humanisierenden Aktivitäten zu widmen.
Das Spiel – auch wenn es weniger ernst ist als das, was Aristoteles als „Muße“ betrachtete – hilft uns dennoch dabei, uns daran zu erinnern, dass das Leben mehr zu bieten hat, als nur Ein- und Ausstempeln und sich anschließend auf das Sofa fallen zu lassen.
Beim Spielen geraten wir oft in einen „Flow-Zustand“, in dem die Zeit verschwindet und praktische Sorgen, Nöte und Ziele in den Hintergrund treten. Wir sind, wie ein Kind, einfach nur lebendig.
Spielen ist keine Frage des Alters. Foto: koldo studio/iStock

Spielen ist keine Frage des Alters.

Foto: koldo studio/iStock

Auch der gemeinschaftliche Aspekt des Spielens verdient besondere Beachtung. Die Teilnahme an interaktiven, unbeschwerten Aktivitäten bietet etwas, das eine Familie oder eine Gruppe von Freunden gemeinsam erleben kann. Aufgrund dieser Interaktivität entstehen durch das Spielen viel leichter Bindungen als durch das gemeinsame Starren auf einen Bildschirm oder, was wahrscheinlicher ist, auf getrennte Bildschirme.
Wie könnte das in der Praxis aussehen? Hier ein paar Ideen:
  • Organisieren Sie einen Spieleabend mit der Familie oder Freunden.
  • Verbringen Sie Zeit nicht nur damit, Ihre Kinder oder Enkelkinder zu beobachten, sondern tatsächlich mit ihnen zu spielen.
  • Nehmen Sie eine Sportart wieder auf, die Sie in Ihrer Jugend ausgeübt haben, oder probieren Sie eine neue aus.
  • Nehmen Sie sich Zeit, einfach nur mit jemandem, den Sie lieben, zusammen zu sein – ganz ohne geplante Aktivitäten – und schauen Sie, was Ihnen gemeinsam einfällt.
  • Probieren Sie ein neues Hobby oder Handwerk aus.
  • Spielen oder hören Sie Musik.
  • Erkunden Sie die Natur.
  • Erzählen Sie sich Geschichten und lachen Sie gemeinsam.
Spielen ist die wilde Welt, in der man sich skurrilen und unnötigen Dingen hingibt – was sich letztlich doch als ziemlich notwendig für unser Wohlbefinden herausstellt. Ein gewisses Maß an Freude an den Dingen um ihrer selbst willen, einfach das Leben durch Aktivitäten zu genießen, die Freude bereiten, bleibt unser ganzes Leben lang unverzichtbar.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Power of Play: Why Adults Need Play as Much as Kids“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)