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Das beste Schokoladeneis – in der eigenen Küche hergestellt

Mein Mann ist verrückt nach allem, was mit Schokolade zu tun hat – von weichen Schokoladenkeksen über saftige Brownies bis zu französischem Seidenkuchen. Überraschenderweise steht Schokoladeneis jedoch erst ziemlich weit unten auf der Liste seiner Lieblingsleckereien. Das liegt unter anderem daran, dass ihm die meisten Sorten von Schokoladeneis einfach nicht schokoladig genug sind, obwohl sie an sich schon nach Schokolade schmecken. Doch mein selbst gemachtes Schokoladeneis ist einfach immer ein Volltreffer.

Was macht es so reichhaltig und cremig?

Ich bin in St. Louis aufgewachsen, wo Frozen Custard der absolute Renner ist, und gleichzeitig liebe ich die unkomplizierte Zubereitung von Schokoladeneis nach Philadelphia-Art. Schokoladeneis mit einer Basis aus Eiern schmeckt einfach anders. Das Geheimnis liegt in der Verwendung von hochwertigem Kakaopulver und gehackter Zartbitterschokolade, die man gern auch mal pur essen kann. Wenn man statt natürlichem Kakaopulver auf alkalisiertes (niederländisch verarbeitetes) Kakaopulver umsteigt, kann man den Geschmack des Eises selbst gestalten – jedes Ergebnis ist gleichermaßen köstlich.
Es ist unglaublich cremig. Die Eigelbe in der Eiscremebasis verleihen dem Eis eine Reichhaltigkeit und eine cremige Konsistenz, die mit Milch und Sahne allein nicht zu erreichen ist.
Es hat einen intensiven Schokoladengeschmack. Dieses Rezept verwendet eine Kombination aus hochwertigem Kakaopulver und geschmolzener Zartbitterschokolade für optimalen Geschmack ohne Kompromisse bei der Konsistenz. Eine Prise Salz und optional etwas Espressopulver verstärken den Schokoladengeschmack und die Süße, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Die Hauptzutaten

Eigelb: Eigelb besteht zu 65 Prozent aus Fett und verleiht dem Eis eine besondere Cremigkeit, die mit einer rein milchbasierten Eiscremebasis nicht zu erreichen ist. Eigelb enthält außerdem Lecithin, einen natürlichen Emulgator. Dieser bindet sowohl das Fett aus den Milchprodukten als auch das Fett des Eigelbs an das Wasser in der Eiscremebasis und sorgt so für eine volle, cremigere Konsistenz. Zudem verlängert es die Haltbarkeit der Konsistenz des Eises außerhalb des Gefrierschranks, da das Eis dann nicht so schnell auftaut.
Kakaopulver: Für Eiscreme können Sie jede beliebige Kakaopulversorte verwenden. Bedenken Sie jedoch, dass die Sorte den Geschmack und die Konsistenz beeinflusst. Natürliches Kakaopulver ergibt eine eisigere Konsistenz, aber einen kräftigeren und intensiveren Schokoladengeschmack. Alkalisiertes Kakaopulver sorgt hingegen für eine cremigere, schokoladigere Konsistenz mit einem milderen Geschmack. Unabhängig von Ihrer Wahl empfehle ich ein hochwertiges Kakaopulver, beispielsweise Guittards Biokakaopulver oder für die niederländische Variante Guittards Cocoa Rouge (Anm. d. Red.: Guittard ist eine bekannte amerikanische Schokoladenmarke französischen Ursprungs). Der höhere Kakaofettanteil im Kakaopulver sorgt in beiden Varianten für einen vollmundigeren Schokoladengeschmack.
Dunkle Schokolade: Wie bei allen Schokoladendesserts empfehle ich für dieses Rezept eine hochwertige Schokolade, die Sie pur auch gern essen würden. Ich rate davon ab, Schokoladendrops zu verwenden, auch wenn sie hochwertig sind. Die Drops sind so konzipiert, dass sie auch bei hohen Temperaturen ihre Form behalten, während Tafelschokolade bereits bei viel niedrigeren Temperaturen schmilzt. Für dieses Rezept benötigen Sie eine Schokolade, die leicht schmilzt. Wenn Sie Eiscreme aus geschmolzenen Schokodrops zubereiten, wird diese schwer zu portionieren, fest und körnig.
Espressopulver (optional): Espressopulver (oder Instantkaffee) verstärkt den Schokoladengeschmack. Es ist optional, aber wenn Sie ein schokoladigeres Eis bevorzugen, empfehle ich die Verwendung.
Leichter Maissirup (optional): Leichter (heller) Maissirup ist nicht zu verwechseln mit Maissirup mit hohem Fruktosegehalt (High-Fructose Corn Syrup), da dieser vollkommen anders beschaffen ist. Leichter Maissirup besteht hauptsächlich aus Glukose, einem Invertzucker, der das Eis weich und leicht portionierbar hält. Zudem absorbiert er mehr Wasser als herkömmlicher Zucker, wodurch verhindert wird, dass das Eis zu kristallin wird.

Hilfreiche Alternativen

Wenn Sie keinen Maissirup haben oder ihn nicht verwenden möchten, können Sie stattdessen Honig nehmen. Beachten Sie jedoch, dass Honig dem Eis gleichwohl einen leichten Honiggeschmack geben kann. Sie können den Maissirup auch komplett weglassen. Das Eis wird dann fester, etwas schwieriger zu portionieren und hat eine etwas eisigere Konsistenz. Nehmen Sie das Eis einfach aus dem Gefrierschrank und lassen Sie es 15 Minuten bei Zimmertemperatur antauen, damit es etwas weicher wird und sich besser servieren lässt.

Vorbereitungs- und Aufbereitungstipps

Vorbereitung: Die Grundmasse kann bis zu zwei Tage im Voraus zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Füllen Sie sie in einen Gefrierbeutel oder decken Sie sie mit Frischhaltefolie ab.
Aufbewahrung: Selbst gemachtes Eis ist im Gefrierschrank nicht so lange haltbar wie gekauftes. Das liegt daran, dass die meisten industriell hergestellten Eissorten Stabilisatoren wie Verdickungsmittel enthalten, welche die Haltbarkeit verlängern. Bewahren Sie dieses selbst gemachte Schokoladeneis im Gefrierschrank auf, abgedeckt mit Backpapier oder Frischhaltefolie, um Gefrierbrand zu vermeiden. Verzehren Sie das Eis am besten innerhalb einer Woche, spätestens jedoch innerhalb von zwei bis vier Wochen nach der Zubereitung.
Doch nun zum Rezept:

Mein Schokoladeneis für vier Portionen

Vorbereitung: 20 Minuten – Zubereitung: 35 Minuten
Zutaten:
5 große Eigelb
150 Gramm Kristallzucker
1 Teelöffel Vanilleextrakt
30 Gramm natürliches oder alkalisiertes Kakaopulver
1 Prise grobes Meersalz oder Steinsalz
1 Messerspitze Instant-Espressopulver (optional)
240 Milliliter Vollmilch
480 Milliliter Schlagsahne
1 Esslöffel heller Maissirup (optional)
115 Gramm Zartbitterschokolade (keine Schokoladendrops), grob in zentimetergroße Stücke gehackt
Zubereitung einer Eiscremebasis Schoko-Geschmack. Foto: Pawel Kacperek/iStock

Zubereitung einer Eiscremebasis mit Schokogeschmack.

Foto: Pawel Kacperek/iStock

Die Herstellung

  1. Wenn Ihre Eismaschine eine Schüssel hat, die vor dem Rühren der Zutaten im Gefrierschrank abkühlen muss, erledigen Sie diesen Schritt am Vorabend der geplanten Eiszubereitung.
  2. Verquirlen Sie die Eigelbe mit 50 Gramm Kristallzucker und dem Vanilleextrakt in einer großen, hitzebeständigen Schüssel.
  3. Sieben Sie das Kakaopulver in einen großen Topf. Rühren Sie die restlichen 100 Gramm Zucker, das grobe Salz und – falls gewünscht – das Instant-Espressopulver unter. Rühren Sie 60 Milliliter Vollmilch schrittweise unter, bis eine glatte Masse entsteht. Falls die Paste zu dickflüssig ist, um den Kakao vollständig aufzulösen, geben Sie bei Bedarf etwas mehr Milch hinzu.
  4. Fügen Sie die restlichen 180 Milliliter Vollmilch, die Sahne und – falls gewünscht – den hellen Maissirup hinzu. Erhitzen Sie die Mischung bei mittlerer Hitze und unter ständigem, sanftem Rühren mit dem Schneebesen, bis sie leicht köchelt.
  5. Nehmen Sie den Topf vom Herd. Quirlen Sie etwa die Hälfte der kakaohaltigen Flüssigkeit schrittweise in die Eiermasse, um die Temperatur anzugleichen. Geben Sie dann den Rest der Kakaoflüssigkeit langsam hinzu und verquirlen Sie alles gut.
  6. Wenn die gesamte Eimasse in der Schokoladencreme ist, bringen Sie den Topf bei niedriger bis mittlerer Hitze unter ständigem Rühren auf etwa 77 Grad Celsius. Sie erkennen die richtige Temperatur auch daran, dass die Masse so dickflüssig geworden ist, dass sie an der Rückseite eines Löffels haften bleibt oder sich beim Durchziehen mit dem Finger eine Linie in der Masse bildet.
  7. Nehmen Sie den Topf vom Herd. Fügen Sie die gehackte Zartbitterschokolade unter Rühren hinzu, bis sie vollständig geschmolzen ist.
  8. Lassen Sie den Topf abgedeckt abkühlen und kühlen Sie ihn über Nacht oder bis zu zwei Tage im Kühlschrank. Anmerkung: Falls Sie nicht so lange warten können, können Sie die Eiscremebasis auch in einem Eisbad abkühlen. Füllen Sie die Basis dazu in einen wiederverschließbaren 4-Liter-Gefrierbeutel, drücken Sie die überschüssige Luft heraus und verschließen Sie den Beutel. Legen Sie den Beutel anschließend in eine große Schüssel mit kaltem Wasser und geben Sie Eiswürfel hinzu. Nach circa 1 Stunde ist die Masse gut durchgekühlt.
  9. Rühren Sie die Eiscremebasis nach dem Kühlen durch und geben Sie sie in die Schüssel der Eismaschine. Lassen Sie sie gemäß der Bedienungsanleitung 20 bis 35 Minuten rühren, bis die Masse die Konsistenz von Softeis erreicht hat. Wer Softeis bevorzugt, kann es sofort genießen. Für festeres Eis muss die Masse jedoch in einen luftdichten Behälter gefüllt werden. Haben Sie keinen solchen zur Hand, können Sie die Masse auch in eine Kastenform füllen. Decken Sie die Oberfläche der Masse in diesem Fall mit Back- oder Wachspapier ab, um die Bildung von Eiskristallen durch Kondenswasser zu verhindern. Nach 8 Stunden Gefrierzeit ist das Eis verzehrfertig. Sollte es sich nur schwer portionieren lassen, können Sie es vorher einige Minuten bei Zimmertemperatur antauen lassen.
Guten Appetit!
Hmmm. Das schmeckt nicht nur den Kleinen. Foto: Syldavia/iStock

Hmmm, das schmeckt nicht nur den Kleinen.

Foto: Syldavia/iStock

Dieser Artikel erschien auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Best Chocolate Ice Cream Can Be Made in Your Own Kitchen“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Die 2.500-jährige Geschichte von Eis


In Kürze:

  • Das älteste Eis entstand vor 2.500 Jahren zusammen mit großen, bienenkorbförmigen Kühlhäusern in Persien.
  • Die Süßspeise, wie wir sie heute kennen, entstand im 17. Jahrhundert: entweder in Frankreich oder in Italien.
  • Rekordkonsumenten weltweit sind die Neuseeländer mit über 28 Litern Eis pro Jahr – Deutschland schafft hingegen nur rund 3,5 Kilogramm pro Person pro Jahr.

 
Wir alle sehnen uns nach Eis, besonders wenn die Temperaturen im Sommer steigen. Schon die alten Zivilisationen hatten das gleiche Verlangen nach einer erfrischenden, süßen Leckerei, um cool zu bleiben.
Es gibt zahlreiche Anwärter auf die Erfindung des ersten gefrorenen Desserts, darunter Italien und Frankreich im 17. Jahrhundert und sogar China im 1. Jahrhundert. Doch bevor man Eiscreme herstellen kann, benötigt man eine zuverlässige Quelle für Eis. Die Technologie zur Herstellung und Lagerung dessen wurde bereits um 550 v. Chr. in Persien entwickelt.

Eis in der Antike

Die alten Perser errichteten große, bienenkorbförmige Bauten aus Stein oder Lehm, die „Yach-tschāl“ (zu Deutsch: „Eisgrube“) hießen. Meist in der Wüste gebaut, verfügten diese über bis zu 15 Meter tiefe Speicherräume. Mit ihnen war es möglich, Eis das ganze Jahr über unterirdisch zu lagern.
Hohe Kuppeln leiteten heiße Luft nach oben und durch ein Loch nach außen, während Windfänger kühlere Luft zuführten. Doch ein persischer Yach-tschāl war nicht nur ein antikes Kühlhaus, sondern auch eine Eismaschine.
Im Winter füllten Kanäle flache, vor der Sonne geschützte Teiche mit frischem Wasser. Nachts sanken die Temperaturen und in der trockenen Wüstenluft kühlte das Wasser durch Verdunstung ab.
Einige dieser Yach-tschāls haben Jahrhunderte der Wüstenerosion überstanden und sind fast im gesamten Iran zu finden. Für den perfekten Standort gibt es praktisch nur zwei Bedingungen:
  • Es muss im Winter kalt genug sein, um dort Eis zu produzieren,
  • oder in der Nähe von Bergen liegen, wo Eis gewonnen werden kann.
Forscher schätzen die jährliche Produktion eines 400 Jahre alten Yach-tschāls in Meybod auf 50 Kubikmeter, was rund 3 Millionen Eiswürfeln entspricht.
50 Kubikmeter Eis konnten in einem Yach-tschāl in Meybod hergestellt werden

In dem Yach-tschāl in Meybod können jährlich rund 50 Kubikmeter Eis oder rund 3 Millionen Eiswürfel produziert werden.

Foto: erenmotion/iStock

Frühe gefrorene Desserts

Das gelagerte Eis wurde zur Herstellung von mit Honigsirup gesüßten kalten Desserts wie Fruchtsorbets, Scharbat und Faloodeh verwendet. Scharbat ist ein traditionelles gefrorenes Fruchtgetränk, während Faloodeh eine aus dünnen Nudeln hergestellte Süßspeise ist.
Nach der arabischen Eroberung Persiens um 650 n. Chr. verbreitete sich die persische Methode zur Eisgewinnung und -lagerung im gesamten Nahen Osten. Dadurch entstanden in der Folgezeit zahlreiche neue Kreationen.
So nutzten die Syrer beispielsweise die neue Technologie, um Eiscreme wie Booza und Bastani Sonati herzustellen. Als Zutaten fanden Milch, Zucker, Salep (Mehl aus pulverisierten Orchideenwurzeln) und Mastix (getrockneter Saft eines immergrünen Strauchs) Verwendung.
Etwa zeitgleich entstand in China während der Tang-Dynastie (618–907) ein gefrorenes Dessert namens Sushan (wörtlich „knuspriger Berg“). Hierzu wurde Ziegenmilchquark geschmolzen, gesiebt und in metallene Formen gegossen. Der Dichter Wang Lingran beschrieb die endgültige Konsistenz als etwas zwischen flüssig und fest, das im Mund schmilzt.

Die Wissenschaft des Gefrierens entdecken

Die Techniken des Gefrierens änderten sich im Jahr 1558, als der italienische Universalgelehrte Giambattista della Porta (1535–1615) in Neapel ein populäres Buch über Naturmagie veröffentlichte. Mit Naturmagie war alles von den Naturwissenschaften bis hin zur Astrologie und Alchemie gemeint. In seinem Buch „Magia Naturalis“ beschrieb della Porta unter anderem, wie Salpeter (Kaliumnitrat) und Eis im Sommer zum schnellen Kühlen von Wein verwendet wurden.
„Gießt Wein in eine Flasche und gebt ein wenig Wasser hinzu, damit er schneller zu Eis wird. Dann schüttet Schnee in ein Holzgefäß und streut pulverisierten Salpeter […] hinein. Stellt die Flasche in den Schnee, und der Wein wird nach und nach gefrieren.“
Giambattista della Porta (1535–1615) erklärte wie Wein im Sommer mittels Salpeter und Eis schneller gekühlt werden konnte.

In seinem Buch „Magia Naturalis“ (zu Deutsch: Naturmagie) beschrieb der italienische Universalgelehrte Giambattista della Porta (1535–1615) wie Wein im Sommer mittels Salpeter und Schnee schneller gekühlt werden konnte.

Dadurch war das Einfrieren von Flüssigkeiten erheblich leichter, denn chemisch betrachtet entzieht das in Wasser gelöste Kaliumnitrat seiner Umgebung Wärme. Experimente im 17. Jahrhundert zeigten, dass eine ähnliche Reaktion bei einer Mischung aus gewöhnlichem Salz, Wasser und Eis auftritt. Nun konnten kleinere Mengen an gelagertem Eis verwendet werden, um Mischungen einzufrieren und zu kühlen oder auf Wunsch gefrorene Desserts herzustellen.
Kombiniert und verbessert wurde diese Technologie durch die einheimische Produktion von Zucker. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil von gefrorenen Desserts, da er verhindert, dass die Mischungen zu undurchdringlichen Eisblöcken gefrieren.

Frankreich und Italien im Streit um das erste Eis

In den 1690er-Jahren tauchten in Frankreich und Italien fast zeitgleich die „ersten“ Rezepte für Eiscreme auf. Frühere Süßspeisen waren oft körnig und matschig. Das Eis, wie wir es heute kennen, führte ein Mann ein, der im Dienste adeliger Gönner stand.
Alberto Latini arbeitete für Kardinal Barberini, den Neffen von Papst Urban VIII., und hatte somit Zugang zu teuren und neuartigen Zutaten wie Schokolade und Tomaten. Sein Rezept für ein „Milchsorbet“, das den modernsten Zubereitungsmethoden seiner Zeit entsprach, ist in seinem 1964 erschienenen Buch „Lo Scalco alla Moderna“ von 1694 überliefert. Demnach verwendete Latini neben Milch und Zucker auch Wasser und kandierte Früchte. Damit gilt das Latini-Eis als Vorläufer des italienischen Gelato.
Ein Eis in Italien genießen

Heute ist das italienische Gelato weltberühmt, doch es könnte auch ein Franzose der Erfinder des ersten Eises gewesen sein.

Foto: maroznc/iStock

Ein weiterer Anwärter auf den Titel des Erfinders des Eises ist Nicolas Audiger. Er arbeitete für Jean-Baptiste Colbert, den Finanzminister von König Ludwig XIV., und half bei der Vorbereitung von Festessen in Versailles. In seinem 1692 veröffentlichten „Handbuch zur Führung adeliger Haushalte“ („La maison réglée“) notierte er zahlreiche Rezepte für Fruchtsorbets und für ein mit Zucker gesüßtes und mit Orangenblütenwasser aromatisiertes Eis.
Obwohl beide Behauptungen ihre Berechtigung haben, enthält Audigers Rezept detaillierte Beschreibungen der Techniken zum Rühren und Schaben. Diese gewährleisten eine bessere Konsistenz und eine gleichmäßige Verteilung des Zuckers in der Masse. Audiger verfasste sein Werk jedoch, nachdem er 18 Monate in Italien verbracht hatte. Es ist also wahrscheinlich, dass er auf seiner Reise italienische Techniken erlernt hat. Vielleicht verfeinerte er diese, was zu der cremigen Köstlichkeit führte, die wir heute genießen.

Das Eiscreme-Paradoxon?

Doch welche Nation isst das meiste Eis? Man könnte meinen, dass Menschen in wärmeren Klimazonen mehr von den kühlenden Süßspeisen essen. Doch das ist nicht ganz richtig. Weltweit betrachtet wird der höchste Pro-Kopf-Verbrauch in Neuseeland verzeichnet (28,4 Liter), gefolgt von den USA (20,8 Liter) und Australien (18,0 Liter).
Rekordverbraucher in Europa sind dagegen die Polen, die pro Person und Jahr 15,92 Kilogramm Eis essen (Stand: 2021). Auf den weiteren Plätzen liegen Schweden (10,87 Kilogramm), Spanien (9,65 Kilogramm), Dänemark (8,31 Kilogramm) und Finnland (7,22 Kilogramm). Deutschland liegt mit 3,44 Kilogramm Eis pro Person und Jahr auf Platz 9.
Zumindest im europäischen Vergleich sind die „kalten“ Länder damit markant vertreten. Vielleicht liegt die Antwort auf dieses scheinbare Paradoxon darin, dass man bei Hitze Eis benötigt, um sich abzukühlen, und im Winter, wenn man friert, um sich aufzumuntern.
Dieser Artikel erschien im Original auf theconversation.com unter dem Titel „Inside scoop: the 2,500‑year history of ice‑cream“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)The Conversation
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Selbst gemachtes Eis: Zwei Rezepte für alle Geschmäcker

Eis gehört für viele Menschen zum Sommer wie Sonne, Strand und Meer. Doch steigende Preise und ausgefallene Sorten sorgen häufig dafür, dass der einst geliebte Weg zur Eisdiele ausfällt.
Stattdessen greifen immer mehr Menschen zu Fertigem aus dem Supermarkt – oder machen ihr Eis selbst, sofern die Zeit und eine Anleitung vorhanden sind. Zwar gelingt nicht immer die perfekte Konsistenz wie beim Italiener des Vertrauens, doch dafür können Geschmacksrichtungen und Zutaten ganz einfach selbst ausgewählt werden.
Und: Der Geschmack überzeugt – sowohl bei einem gesunden Fruchtsorbet, als auch bei einem klassischen Sahneeis.

Fruchtsorbet ohne Zucker

Wer kalorienarmes und gesundes Eis möchte, sollte zu selbst gemachtem Fruchtsorbet greifen. Hier können nicht nur die Obstsorten je nach Geschmack gewählt werden, sondern auch die Menge an Zucker nach Belieben gemindert oder gänzlich weggelassen werden. Tierische Produkte wie Sahne und Milch können zudem einfach durch vegane Alternativen wie Hafer-, Mandel- oder Kokosmilch ersetzt werden.
Zutaten:
  • 2 reife Bananen
  • 350 g gefrorene Früchte nach Wahl (z. B. Beeren, Mango oder Äpfel)
  • 50 g Sahne oder Milch
Zubereitung:
  1. Bananen schälen, in kleine Stücke schneiden und über Nacht einfrieren.
  2. Am nächsten Tag die Bananen und restlichen gefrorenen Früchte leicht antauen lassen.
  3. Obst zusammen mit Sahne fein pürieren und frisch servieren.
 
 

Klassisches Schoko-Sahne-Eis

Alle, die sich das klassische Sahneeis von Oma gönnen wollen, können auf dieses Rezept zurückgreifen. Bei diesem ist der Zucker jedoch Pflicht, wenn eine cremige Konsistenz des Eises gewünscht wird. Auch hier können Sahne und Milch entsprechend durch vegane Alternativen ersetzt werden.
Zutaten:
  • 500 ml Sahne
  • 240 ml Milch
  • 100 g Puderzucker
  • 100 g geschmolzene Schokolade
Zubereitung:
  1. Schokolade schmelzen und etwas abkühlen lassen.
  2. Sahne, Milch und Zucker verrühren und leicht erwärmen. Anschließend die Schokolade unterrühren, bis eine glatte Masse entsteht, und abkühlen lassen.
  3. Eiscreme in eine frostfeste Dose füllen und ins Gefrierfach stellen. Alle 30 bis 60 Minuten umrühren, bis die Masse vollständig gefroren ist. Kleiner Tipp: Lieber einmal mehr umrühren, als einmal zu wenig.
 
Wer statt Schokolade sein Eis lieber mit einer fruchtigen Geschmacksnote genießt, kann diese problemlos mit 500 Gramm pürierten Früchten nach Wahl erreichen.
Guten Appetit!