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Mehr Gewalt durch Kinder: Schweden will Strafmündigkeit auf 14 Jahre senken


In Kürze:

  • Die geplante Herabsetzung des Strafalters auf 13 Jahre war nicht durchsetzbar.
  • Schweden steht bei Bombenanschlägen und Schießereien europaweit mit an der Spitze.
  • Netzwerke heuern Jugendliche ab elf Jahren für kriminelle Taten an.
  • 18-jähriger Norweger sollte 25.000 Euro für einen Auftragsmord bekommen.

 
Die schwedische Regierung hat Pläne angekündigt, das Alter der Strafmündigkeit auf 14 Jahre zu senken. Abgerückt ist sie hingegen von dem Vorhaben, gewalttätige Straftäter bereits ab 13 Jahren in speziellen Hafteinrichtungen unterzubringen.

Tausende Bandenmitglieder

Anfang des Monats wollte der schwedische Justizminister Gunnar Strömmer das Alter von 15 auf 13 Jahre senken. Am 11. Juni erklärte er jedoch, es gebe dafür im Parlament keine ausreichende Unterstützung. „Wir werden daher vorschlagen, das Alter der Strafmündigkeit auf 14 statt auf 13 Jahre zu senken“, sagte Strömmer vor Journalisten.
Derzeit werden Personen unter 15 Jahren, die im Verdacht stehen, eine schwere Straftat begangen zu haben, in eine von den Sozialdiensten betriebene Jugendeinrichtung eingewiesen. Zu einer Gefängnisstrafe können sie nicht verurteilt werden. Strömmer gab an, dass im Jahr 2025 mehr als 50 Kinder unter 15 Jahren im Verdacht standen, einen Mord oder versuchten Mord begangen zu haben.
In den vergangenen 20 Jahren erlebte Schweden einen starken Anstieg der Bandenkriminalität und der drogenbezogenen Gewalt. Das Land weist inzwischen eine der höchsten Raten an Schießereien und Bombenanschlägen in Europa auf, wobei Dutzende dieser Taten von Minderjährigen verübt wurden. Die schwedische Polizei schätzt die Anzahl der aktiven Bandenmitglieder auf 17.500. Hinzu kommen etwa 50.000 Personen, die in loser Verbindung zu diesen Gruppen stehen.
Magnus Lindgren, ehemaliger Polizeichef der Provinz Uppsala und derzeitiger Generalsekretär der Stiftung „Safer Sweden“, erklärte im vergangenen Jahr gegenüber Epoch Times, dass es in Schweden etwa 15.000 „hochgefährliche Kriminelle“ gebe. Diese verteilten sich zu gleichen Teilen auf Rockergruppen, Fußballhooligans und Kriminelle aus rund 60 Vierteln mit hoher Kriminalitätsrate.
Banden der organisierten Kriminalität, wie das „Foxtrot-Netzwerk“, nutzten dabei soziale Medien, um Jugendliche für Gewalttaten – darunter Bombenanschläge und Morde – zu rekrutieren. Darunter befänden sich auch Elfjährige.

Mehr Befugnisse für die Polizei

Die anonym agierenden Anwerber schalten Anzeigen in speziellen Gruppen sozialer Medien und bieten Geldzahlungen über Banking-Apps an. Die EU-Strafverfolgungsbehörde Europol rief im April 2025 die Einsatzgruppe „GRIMM“ ins Leben. Damit will sie gegen das sogenannte „Violence-as-a-Service“-Modell (Gewalt als Dienstleistung) vorgehen. Dabei sollen nach Angaben der Behörde häufig „junge Täter“ zum Einsatz kommen.
Nach den Wahlen im Jahr 2022 bildete Ulf Kristersson, Vorsitzender der konservativ-liberalen Moderaten, eine Regierung, der auch die Christdemokraten und die Liberalen angehören. Sie stützt sich jedoch maßgeblich auf die rechten Schwedendemokraten. Diese waren im Wahlkampf gegen Einwanderung und für eine härtere Strafjustiz eingetreten.
Die Regierung Kristersson reformierte das schwedische Strafrechtssystem grundlegend. So räumte sie der Polizei mehr Befugnisse ein und bestrafte Gewaltverbrechen härter. Den neuen Plänen zufolge sollen diesbezüglich verurteilte 14-Jährige in speziellen Hafteinrichtungen untergebracht werden.
Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes empfiehlt, das Mindestalter für die Strafmündigkeit auf nicht weniger als 14 Jahre festzulegen. Dies entspricht dem Durchschnitt in der Europäischen Union.
Schwedische Netzwerke der organisierten Kriminalität sind auch in Dänemark, Norwegen und Finnland sowie in den Niederlanden und Belgien aktiv. In den beiden letztgenannten Ländern befinden sich mit Rotterdam und Antwerpen die beiden wichtigsten Häfen für die Einfuhr von in Frachtgut versteckten Drogen.
Am 12. März 2025 verhängte das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums Sanktionen gegen Rawa Majid, den mutmaßlichen Anführer des „Foxtrot-Netzwerks“. Es handelt sich dabei um eine der größten Gruppierungen der organisierten Kriminalität in Schweden.

„Ich dachte, sie würden mich umbringen“

Laut OFAC handelte die Bande mit Drogen. Zudem soll sie im Auftrag der iranischen Regierung Anschläge auf Israelis und Juden in Europa verübt haben.
Die Polizei nahm im März 2025 den norwegischen Jugendlichen Johannes Natland im englischen Huddersfield fest. Er steht derzeit in London vor Gericht; dort plädierte er im Verfahren wegen Verschwörung zum Mord im Auftrag des Foxtrot-Netzwerks auf „nicht schuldig“. Natland, der zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt war, war bei seiner Festnahme im Besitz von zwei Handfeuerwaffen sowie 17 Schuss Munition. Er gab zu, dass die Waffen ihm gehörten.
Wie die BBC berichtete, sagte Natland diese Woche vor Gericht aus. Demnach seien ihm 25.000 Euro für einen Auftragsmord angeboten worden. Er habe jedoch geplant, sich selbst in den Fuß zu schießen, um sich der Tat zu entziehen. „Ich dachte, wenn ich ablehne, gerate ich in große Gefahr – sie würden meiner Familie etwas antun“, sagte Natland. „Ich dachte, sie würden mich umbringen.“ Epoch Times bat Natlands Anwalt, Paul Hynes, um eine Stellungnahme, erhielt jedoch bisher keine Antwort.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Sweden Plans to Lower Criminal Age to 14 Amid Rise in Violent Crime by Children“. (deutsche Bearbeitung: os)
 
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Polizist nach Schüssen in Göttingen schwer verletzt

Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen ist ein Polizist im niedersächsischen Göttingen angeschossen und schwer verletzt worden. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz und fahndet nach dem flüchtigen Täter.
Die Hintergründe der Auseinandersetzung zwischen den beiden Personengruppen waren auch am Morgen nach der Tat weiter unklar. Die Schüsse waren gestern Abend gegen 22:15 Uhr Schüsse gefallen, danach berichtete ein Polizeisprecher von einer „dynamischen Lage“. Sanitäter brachten den verletzten Polizisten ins Krankenhaus.

Schüsse fielen während des Stadtfests

Zum Zeitpunkt der Tat feierten Tausende Menschen in der Innenstadt die „Nacht der Kulturen“. Bei dem Stadtfest treten auf mehreren Bühnen verteilt Musiker, Artisten und andere Künstler auf.
Die Tat spielte sich laut Polizeiangaben entfernt am Rand der Innenstadt ab – direkt auf einem Gehweg neben der Bundesstraße 27, die aus Göttingen hinausführt.

Polizei sucht mit Hubschrauber nach Täter

Laut den Ermittlern flüchtete eine Person direkt nach den Schüssen vom Tatort. Zahlreiche Einsatzkräfte suchten in der Nacht nach ihm. Auch ein Hubschrauber kreiste über der Stadt. Die Polizei riet Bürgern, den Tatort zu meiden. Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, auch nicht für die Besucher des Stadtfests.
In der Nacht gingen laut dem Sprecher diverse Hinweise bei der Polizei ein. Zeugen sollen sich beispielsweise zur Fluchtrichtung des Verdächtigen geäußert haben. Auch Videos von der Tat in den sozialen Netzwerken würden ausgewertet.
Ob eine scharfe Schusswaffe mit potenziell tödlichen Kugeln oder eine Gaspistole zum Einsatz kam, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Auch zu den Hintergründen des Streits und der Schussabgabe gab sie keine Auskunft. Ebenso ungeklärt blieb, welche Verletzungen der Polizist erlitt.
Die Stadt Göttingen liegt im südlichen Teil von Niedersachsen. Mit rund 127.000 Einwohner ist die Universitätsstadt die sechstgrößte Stadt in dem Bundesland. (dpa/red)
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Trump kündigt Iran-Deal an – Details zum Abkommen


In Kürze:

  • Die USA und der Iran stehen offenbar kurz vor einem Friedensabkommen. Ein abgestimmter Vertragstext soll bereits vorliegen.
  • Das Abkommen könnte die Wiederöffnung der Straße von Hormus und Einschränkungen des iranischen Atomprogramms umfassen.
  • Israel begrüßt die Gespräche, beharrt jedoch auf dem Recht zu militärischen Maßnahmen gegen den Iran.

 

Die Vereinigten Staaten und der Iran stehen offenbar kurz vor dem Abschluss eines umfassenden Friedensabkommens. US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Beitrag auf Truth Social, die Vereinigten Staaten und der Iran wollten am Sonntag, 14. Juni, ein Abkommen unterzeichnen.

Damit würde ein Prozess eingeleitet, der die seit Monaten andauernde bewaffnete Konfrontation beenden und die jahrelangen Spannungen im Zusammenhang mit Irans Nuklearaktivitäten lösen soll. Die Straße von Hormuz soll nach der Unterzeichnung des Abkommens sofort „für alle offen“ sein, schrieb Trump.

Während Washington und Teheran zuletzt Signale der Annäherung aussendeten, sorgen aktuelle Berichte über mögliche Wirtschaftshilfen, Sanktionserleichterungen und sicherheitspolitische Zugeständnisse weiterhin für Kontroversen.

„Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens erreicht wurde“, schrieb Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf der Onlineplattform X. Eine solche Vereinbarung wäre allerdings zunächst nur der Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen. Pakistan tritt im Moment als Vermittler zwischen den Kriegsparteien auf. „Der Frieden war noch nie so nah wie jetzt“, schreibt Sharif weiter.
Details zum Abkommen erfuhr die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times durch ein Telefonat mit einem nicht namentlich benannten ranghohen Beamten der US-Regierung. Der wies gegenüber Epoch Times Medienberichte zurück, wonach ein künftiges Abkommen dem Iran unmittelbar nach der Unterzeichnung finanzielle Hilfen in Höhe von bis zu 12 Milliarden US-Dollar garantieren würde. Wirtschaftliche Unterstützung werde ausschließlich von der Einhaltung der Vereinbarungen durch Teheran abhängen, betonte der Beamte.

„Wenn wir sehen, dass sie ihren Teil der Abmachung einhalten, wird das sehr gut für den Iran sein. Wenn wir sehen, dass sie ihren Teil der Abmachung nicht einhalten, dann werden sie nichts davon haben“, so der Beamte weiter.

Straße von Hormus als Schlüsselthema

Im Zentrum der Gespräche steht die Wiederherstellung des freien Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handels- und Energierouten der Welt. Nach Angaben des US-Beamten würde das geplante Abkommen die Öffnung der Meerenge für alle beteiligten Staaten ermöglichen. Bestandteil der Vereinbarung sei zudem die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen.

Darüber hinaus soll sich Teheran verpflichten, hochangereichertes Nuklearmaterial zur Vernichtung bereitzustellen. Das Material würde zunächst unter internationaler Aufsicht gesichert und anschließend aus dem Land gebracht.

Die Bedeutung der Straße von Hormus wurde in den vergangenen Monaten durch die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran besonders deutlich. Schätzungen zufolge wird über die Meerenge normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports abgewickelt.

Washington spricht von Desinformation

US-Präsident Donald Trump kritisierte am Freitag Berichte über die Inhalte des möglichen Friedensabkommens scharf. Er warf der iranischen Seite vor, unzutreffende Informationen an die Medien weitergegeben zu haben. „Was sie sagten, einschließlich ihrer schwachen und erbärmlichen Erklärung zu einem angeblichen Abkommen, entspricht in keiner Weise der Wahrheit“, schrieb Trump in einem Beitrag auf der Plattform Truth Social.

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif erklärte auf der Plattform X, seine Regierung beobachte eine „anhaltende Desinformationskampagne“ von Akteuren, die das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sabotieren wollten. Konkrete Angaben dazu, welche Informationen er als Desinformation betrachtet, machte Sharif nicht.

Auch die iranische Führung bemühte sich, Spekulationen einzudämmen. Außenminister Abbas Araghchi erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X, Medien sollten sich mit Mutmaßungen über die Vertragsinhalte zurückhalten. Details würden zu gegebener Zeit veröffentlicht.

„Im Einklang mit unserem verantwortungsvollen und transparenten Ansatz werden alle Einzelheiten zu gegebener Zeit mit der Öffentlichkeit geteilt“, schrieb Araghchi weiter.

Militärische Absicherung der Öltransporte

Parallel zu den diplomatischen Gesprächen läuft nach Angaben der US-Regierung eine großangelegte militärische Operation zur Sicherung von Energielieferungen aus dem Persischen Golf. US-Energieminister Chris Wright erklärte gegenüber „Bloomberg News“, das US-Militär unterstütze derzeit den Abtransport von mehr als 7 Millionen Barrel Öl pro Tag aus der Region. Dies entspreche etwa der Hälfte der Menge, die seit Beginn des Konflikts in der Straße von Hormus festgesessen habe.

Wright sprach von einer bislang wenig bekannten militärischen Maßnahme, die erst kürzlich begonnen habe. Ziel sei es, den internationalen Energiehandel trotz der Spannungen aufrechtzuerhalten.

„Kein iranisches Rohöl gelangt aus der Straße von Hormus“, sagte Wright. Zugleich äußerte er die Erwartung, dass im Falle einer Einigung der freie Warenverkehr rasch wiederhergestellt werden könne.

Sollte es hingegen zu keinem Abkommen kommen, werde das US-Militär weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Handelswege offenzuhalten. Die Aussicht auf eine politische Lösung hat bereits Auswirkungen auf die internationalen Rohstoffmärkte. Nachdem der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl Mitte Mai zeitweise auf über 110 US-Dollar gestiegen war, fiel er zuletzt auf rund 86 US-Dollar.

Streitpunkt Israel und Hisbollah

Trotz der Fortschritte bleiben zentrale Konfliktpunkte bestehen. Dazu gehören insbesondere die Rolle Israels und die Lage im Libanon. Teheran fordert seit Längerem, dass ein Friedensrahmen auch die israelischen Militäroperationen gegen die Hisbollah im Libanon berücksichtigt. Die schiitische Miliz wird von den USA als Terrororganisation eingestuft und gilt als enger Verbündeter des Iran.

Nach Angaben iranischer Vertreter könnte eine Fortsetzung der israelischen Offensive die Verhandlungen gefährden. Israel wiederum beharrt auf seinem Recht zur Selbstverteidigung.

Israels Verteidigungsminister Katz begrüßte zwar die Bemühungen der Trump-Regierung um eine politische Lösung, machte jedoch deutlich, dass sich Israel die Möglichkeit militärischer Maßnahmen gegen den Iran vorbehalte. „Israel muss sicherstellen, dass wir auch in Zukunft unabhängig handeln können, um den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern“, sagte Katz laut dem Portal „The Times of Israel“.

Gemeinsam mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe er die israelischen Streitkräfte angewiesen, entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Zudem werde Israel seine militärische Präsenz in den derzeit kontrollierten Gebieten im Libanon, in Syrien und im Gazastreifen aufrechterhalten.

Rückkehr zu einem neuen Nuklearabkommen?

Die aktuellen Verhandlungen knüpfen teilweise an das internationale Atomabkommen aus dem Jahr 2015 an. Damals hatte der Iran Einschränkungen seines Atomprogramms akzeptiert und im Gegenzug eine Lockerung internationaler Sanktionen erhalten.

Trump zog die USA während seiner ersten Amtszeit aus dem Abkommen zurück und verschärfte die Strafmaßnahmen gegen Teheran. Die damalige Begründung lautete, das Abkommen erfasse weder das iranische Raketenprogramm noch die Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Region ausreichend. Nach Angaben des US-Beamten soll das neue Abkommen über die nuklearen Fragen hinausgehen. Ziel sei es, die Finanzierung regionaler Gewaltkonflikte einzudämmen und zugleich die territoriale Souveränität des Iran zu respektieren.

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Trumps Name von Kennedy Center entfernt

Nach einer richterlichen Entscheidung entfernten Bauarbeiter am 13. Juni den Namen von US-Präsident Donald Trump von der Fassade des Kennedy Centers.
Die Kultureinrichtung habe der Gerichtsentscheidung Folge geleistet und „sämtliche physische Beschilderung am Kennedy Center“ entfernt, auf der der Name des US-Präsidenten stand, teilte der Geschäftsführer des Kennedy Centers, Matt Floca, am Samstag in einem Gerichtsdokument mit.
Ein US-Bundesrichter hatte zuvor den Antrag des Verwaltungsrats des Kennedy Centers sowie des Justizministeriums zurückgewiesen, die Rückbenennung zu stoppen. Eine weiße Plane verdeckte am Mittag (Ortszeit) noch einen großen Teil der Schrift an der Außenseite des Kulturzentrums, sodass die Entfernung von Trumps Namen zunächst nicht erkennbar war.
Das Kennedy Center informiert in Gerichtsdokumenten darüber, dass Trumps Name von seiner Fassade entfernt worden ist.

Das Kennedy Center informiert in Gerichtsdokumenten darüber, dass Trumps Name von seiner Fassade entfernt worden ist.

Foto: Rahmat Gul/FR172204 AP/AP/dpa

Den Namen binnen zwei Wochen entfernen

Bundesrichter Christopher Cooper hatte am 29. Mai entschieden, dass die von Trump vorgenommene Hinzufügung seines Namens rechtswidrig sei. Allein der US-Kongress habe das Recht zur Umbenennung. Er ordnete an, dass Trump seinen Namen binnen zwei Wochen von der Marmorfassade des Kulturzentrums entfernen lassen müsse. Von der Website war Trumps Name bereits Anfang der Woche verschwunden.
„Die Gründungsurkunde des Kennedy Centers macht unmissverständlich klar, dass das Center nach Präsident Kennedy benannt ist und keinen anderen offiziellen Namen oder kein öffentliches Denkmal tragen darf, das auf der einseitigen Entscheidung des Verwaltungsrats beruht“, sagte Cooper.
Die Trump-Regierung legte am 11. Juni beim Berufungsgericht des District of Columbia Circuit Berufung ein, die am folgenden Tag mit einem nicht unterzeichneten Beschluss zurückgewiesen wurde.
Er blockierte zudem die geplante Schließung des Gebäudes, die nach dem 4. Juli hätte beginnen sollen, um eine zweijährige Renovierung zu ermöglichen.
Mit Blick auf den Ablauf der Frist bauten die Arbeiter am Freitagvormittag am Gebäude ein Gerüst. Kurz vor dem Fristende um Mitternacht beantragte das Kulturzentrum eine Verlängerung der Frist um zwölf Stunden, wie US-Medien berichteten.
Die Arbeiten verzögerten sich durch „Gewitter, die Sicherheitsrisiken für die Arbeiter“ darstellen, teilte Geschäftsführer Floca mit. Am Freitagabend versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem Kulturzentrum, um zuzuschauen.

Kuratorium wollte die Namensänderung – Trump hatte nicht darum gebeten

Das Kuratorium des Kulturzentrums und das Justizministerium hatten Cooper am 11. Juni aufgefordert, das Urteil auszusetzen.
Der Richter wies den Antrag mit der Begründung zurück, dem öffentlichen Interesse sei „selten gedient durch die ‚Fortführung‘ von ‚rechtswidrigem‘ staatlichen Handeln“. Der Verwaltungsrat und das Justizministerium legten daraufhin bei einem höheren Gericht Berufung ein.
Der derzeitige Vorstand, bestehend aus prominenten Persönlichkeiten und Regierungsbeamten, darunter die Ehefrau von Vizepräsident JD Vance, Usha Vance, und die Fox-Business-Moderatorin Maria Bartiromo, beschloss im Dezember 2025 einstimmig, die Einrichtung in „Donald J. Trump and the John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“ umzubenennen. Trump begrüßte die Namensänderung, merkte jedoch an, dass er nicht darum gebeten habe.
Nachdem die zweijährige Schließung der Einrichtung und ihre Umbenennung gerichtlich verhindert worden waren, erklärte Trump, er wolle den Betrieb an den Kongress übertragen.
Nach der Ermordung von Präsident Kennedy 1963 war das Kulturzentrum zu seinen Ehren in Washington errichtet und 1971 eröffnet worden. Trump hatte es nach seiner Wiederwahl als linke, „woke“ Institution bezeichnet und ein „patriotisches“ Kulturprogramm angekündigt.
 
Mit Material von AFP und der amerikanischen Epoch Times
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Sonntagsfrage: Union und SPD erreichen zusammen 35 Prozent

Union und SPD haben in der vom Institut INSA gemessenen Wählergunst leicht zugelegt. Das berichtet die „Bild am Sonntag“.
Die Union kommt demnach auf 22 Prozent, ein Punkt mehr als in der Vorwoche. Auch die SPD gewinnt einen Punkt hinzu und erreicht 13 Prozent. Zusammen liegen die beiden Parteien damit bei 35 Prozent. Das sind weiterhin zehn Prozentpunkte weniger als ihr gemeinsames Ergebnis bei der Bundestagswahl 2025.
Stärkste Kraft bleibt der Umfrage zufolge die AfD mit 29 Prozent. Sie liegt damit sieben Punkte vor der Union.

Linke verliert einen Prozentpunkt

Die Grünen bleiben unverändert bei 14 Prozent. Die Linke verliert einen Punkt und kommt auf 10 Prozent.
FDP und BSW verharren jeweils bei 3 Prozent und würden damit weiterhin den Einzug in den Bundestag verfehlen. Auf die sonstigen Parteien entfallen zusammen 6 Prozent.
Für den „Sonntagstrend“ hat INSA 1.203 Personen im Zeitraum vom 8. Juni bis zum 12. Juni 2026 befragt. (dts/red)
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WM-Auftakt für Deutschland: David gegen Goliath?


In Kürze:

  • WM-Auftakt: Am Sonntagabend, 19:00 Uhr deutscher Zeit, muss sich die DFB-Elf erstmals beweisen.
  • Hoffnung und Erwartung: Immer wenn die deutsche Nationalmannschaft Weltmeister wurde, siegte sie im ersten Spiel.
  • Der Gegner: auf dem Papier Curaçao, auf dem Rasen Niederländer mit Bundesliga-Erfahrung.
  • Die Deutsche Elf: trumpft mit viel Erfahrung und dem schnellsten Tor der Nationalmannschaft.

 
Auftaktspiele sind immer besonders spannend, da sich historisch gesehen dort schon andeutet, ob die eigene Mannschaft eine erhöhte Chance auf den WM-Titel hat oder nicht. Bei allen vier WM-Titeln, die Deutschland 1954, 1974, 1990 und 2014 holte, gewann die Nationalelf im ersten Spiel.
Insgesamt nahm Deutschland 20 Mal an einer Fußball-WM teil. Und 13 Mal siegte sie im ersten Gruppenspiel. Entsprechend hoch sind die Erwartungen auch dieses Mal wieder.

Was von Curaçao zu erwarten ist

Der Gegner Curaçao ist zwar das kleinste „Land“, das sich jemals für eine Fußball-WM qualifiziert hat. Mit 156.000 Einwohnern entspricht die Bevölkerung der von Heidelberg. Aber die Nationalelf der karibischen Insel hat es in sich.
Denn die meisten Spieler sind in den Niederlanden geboren und stehen dort bei namhaften Vereinen in der höchsten Fußballliga „Eredivisie“ unter Vertrag. Insofern trifft die Deutsche Elf auf einen „holländischen“ Gegner auf hohem Niveau.
V.l.n.r: #11 Jeremy Antonisse, #20 Joshua Brenet, #02 Shurandy Sambo, #14 Kenji Gorre, #15 Ar'jany Martha, #16 Jearl Margaritha, #06 Godfried Roemeratoe, #19 Gervane Kastaneer, #04 Roshon van Eijma, #26 Trevor Doornbusch und #03 Jurien Gaari vor dem Länderspiel Curaçao – Aruba Anfang etwa eine Woche knapp zwei Wochen vor ihrem WM-Auftakt.

V.l.n.r: #11 Jeremy Antonisse, #20 Joshua Brenet, #2 Shurandy Sambo, #14 Kenji Gorre, #15 Ar’jany Martha, #16 Jearl Margaritha, #6 Godfried Roemeratoe, #19 Gervane Kastaneer, #4 Roshon van Eijma, #26 Trevor Doornbusch und #3 Jurien Gaari vor dem Länderspiel Curaçao – Aruba, knapp zwei Wochen vor ihrem WM-Auftakt.

Foto: Pong Pong/AFP via Getty Images

Hintergrund: Curaçao ist nur für die FIFA eine eigene „Nation“. Bei der Insel vor der Küste Venezuelas handelt es sich um einen Teil des ehemaligen Kolonialgebiets der Niederlande, die „Niederländischen Antillen“.
Diese wurden im Jahr 2010 aufgelöst, Curaçao erhielt den Status einer „Autonomieregion“ und blieb damit ein niederländisches Überseegebiet. Allerdings wurde die Insel mit ihrem Autonomiestatus nicht Teil der EU, woraus der Anspruch auf eine eigene Teilnahme an der WM abgeleitet wurde.
Außerdem bemerkenswert: Curaçao bestritt die vorangegangene WM-Qualifikation von Nord-, Zentralamerika und der Karibik ohne eine einzige Niederlage und wurde im dortigen Gruppenspiel Erster. Alleine diese Leistung offenbart: geografisch mag Curaçao ein Zwerg sein; in der Fußballwelt aber hat es sich im Jahr 2025 Achtung und Aufmerksamkeit erspielt.

Curaçao mit Ex-Bundesligaprofis

Einige Fußballprofis spielen mittlerweile nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in der Türkei, der Schweiz, in den USA – und in Deutschland. Zudem sind vier ehemalige Bundesligaprofis Teil der Mannschaft der WM. Am bekanntesten dürfte der Spieler mit dem deutschen Vornamen sein: Jürgen Locadia.
Er kickte in der Saison 2019/2020 bei TSG Hoffenheim. Derzeit steht der 32-jährige Locadia bei „Miami FC“ unter Vertrag. Mit bisher 132 Toren, die der Stürmer Locadia im Laufe seiner Karriere erzielt hat, dürfte er auch im Spiel gegen die deutsche Elf eine Schlüsselposition einnehmen.
Mit Tahith Chong tritt ein weiterer Bundesligabekannter an. Er spielte in der Saison 2020/21 für Werder Bremen und stand dort mit im DFB-Pokal-Halbfinale. Der Offensivmann Chong steht derzeit bei Sheffield United unter Vertrag.
Während der Qualifikationsrunde der Nationalmannschaft von Curaçao für die Fußball-WM hatte Chong mit zwei Toren in einem entscheidenden Spiel gegen Jamaika maßgeblichen Anteil am Weiterkommen des Inselstaates.
Die anderen beiden Spieler der Bundesliga sind die beiden Abwehrspieler Riechedly Bazoer, ehemals VfL Wolfsburg, und Joshua Brenet, der wiederum für die TSG Hoffenheim spielte.
 
Ohne Bundesliga-Erfahrung, aber als herausragend in der Verteidigung gilt zudem der 1,85 Meter große Armando Obispo von der PSV Eindhoven. Seine Stärke: Kopfbälle. Sie dürften den deutschen Stürmern Kopfzerbrechen bereiten. Obispo gehörte in früheren Jahren der niederländischen Nachwuchsnationalmannschaft an, entschloss sich dann aber, für Curaçao in der Nationalelf zu spielen.

Trainer mit viel Erfahrung und einer klaren Strategie

Mit dem 78-jährigen Niederländer Dick Advocaat hat Curaçaos Nationalelf eine Trainerlegende für sich gewonnen – und erreicht einen weiteren Superlativ: Dick Advocaat ist der älteste Trainer einer Nationalmannschaft bei einer Fußball-WM.
Advocaat trainierte bereits die niederländische und die belgische Nationalmannschaft. In Deutschland ist der Niederländer auch in der Bundesliga bekannt. In der Saison 2004/2005 trainierte er Borussia Mönchengladbach.
 
In seiner Rolle als Chef-Coach für Curaçao fiel bisher auf, dass er die Insel-Mannschaft vor allem auf Verteidigung ausrichtet und eher Spieler für die Defensive als für den Sturm aufstellt. Wie die Qualifikationsrunde gezeigt hat, setzt der niederländische Coach mit seiner Mannschaft darauf, den Gegner vor dem eigenen Tor zu entnerven und dann mit einem schnellen Konterspiel über die Außenflügel ein Tor zu erzielen.
Advocaat wird in den Medien mit den Worten zitiert:
„Wir wollen es jedem Gegner so schwer wie möglich machen. Und wir sind sicherlich nicht chancenlos.“
Und weiter: „Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Jeder kann überraschen.“

Die Deutsche Nationalelf: Alte Hasen auf dem Rasen

Die deutschen Kicker sind bekannt für ihr diszipliniertes Spiel. Mit dem erfahrenen 40-jährigen Torwart Manuel Neuer hat die Nationalelf nicht nur einen Weltmeister im Nationalteam, sondern einen extrem erfahrenen dazu. Der Mann mit der Nummer 1 absolvierte bereits über 120 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft.
Ewig in Erinnerung bleibt sein Einsatz bei der WM 2014 in Brasilien. Im Finale glänzte er gegen Argentinien durch seine spektakuläre Strafraumbeherrschung sowie durch angstfrei-riskante Aktionen. Berühmt wurde eine Szene, in der der argentinische Superstar Lionel Messi plötzlich völlig frei vor Neuer auftauchte. Der deutsche Torhüter baute sich extrem groß auf und verleitete Messi so dazu, am Tor vorbeizuschießen.
Bleibt für die Nationalelf zu hoffen, dass Neuer dieses Jahr an seine damalige Form anschließen kann. Dafür, dass der „letzte Mann“ nicht zu häufig gefordert wird, sollen die Defensivspieler Joshua Kimmich, Jonathan Tah (FC Bayern München) und Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund) sorgen.

26 Spieler bilden die Deutsche Nationalmannschaft.

Foto: Epoch Times mit Material von Getty Images

Der aus Baden-Württemberg stammende 31-jährige Kimmich führt die Mannschaft als Kapitän. Seine klassische Rolle ist die Raumbeherrschung des Mittelfelds sowie in der Defensive rechts außen. Seit mehr als zehn Jahren ist Kimmich Stammspieler beim FC Bayern München und mit über 100 Spielen für die Nationalmannschaft ebenfalls einer der alten Hasen auf dem Rasen.

Das schnellste Tor des deutschen Fußballs

Für den Sturm hat Bundestrainer Julian Nagelsmann vor allem vier international erfahrene Spieler mit in die USA genommen: Kai Havertz, der derzeit bei dem Londoner Verein FC Arsenal kickt, und Nick Woltemate, der ebenfalls in England bei Newcastle United spielt. Hinzu kommen die beiden Bundesligaspieler Deniz Undav vom VfB Stuttgart und Maximilian Beier von Borussia Dortmund.
Unterstützung für den Sturm sollen die Asse des Teams bringen, die Offensiv-Mittelfeldspieler und „Flügelstürmer“ wie Jamal Musiala vom FC Bayern München, Florian Wirtz, derzeit beim FC Liverpool, zuvor Bayer Leverkusen, und Leroy Sané der bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht.
Musiala hat für seinen Stammverein bereits 70 Tore und für die Nationalmannschaft 7 Tore erzielt. Florian Wirtz kommt trotz seiner Mittelfeldposition auf 35 Tore, davon 9 für die deutsche Nationalelf. Spektakulär wurde sein Treffer im März 2024, als er nach nur 7,92 Sekunden gegen Frankreich traf und damit den Rekord aufstellte, das schnellste Länderspieltor der deutschen Fußballgeschichte erzielt zu haben.
Leroy Sané hat bisher als Profifußballer mehr als 150 Tore erzielt. Für Deutschland war er 76 Mal im Einsatz und schoss 26 Tore. Seine Fußballkarriere begann er 2015 bei Schalke 04.

DFB dämpft Euphorie

„Bei aller Euphorie, die mit einem Sieg gegen Curaçao einhergeht: Mal so eben hergespielt wird keine Mannschaft bei der WM. Das muss man mal deutlich sagen“, sagte der Chef des Deutschen Fußballbundes, Andreas Rettig
Zwar sei er davon überzeugt, dass die Mannschaft ihr Auftaktspiel gewinnen werde. Aber Rettig warnte davor, schon jetzt einen Spielstand von 5:0 für Deutschland zu prognostizieren.
Bei derart großer DFB-Anti-Euphorie bietet sich die Gelegenheit an, an den legendären Bundestrainer Sepp Herberger zu erinnern, der die deutsche Nationalmannschaft 1954 zum sensationellen WM-Triumph in Bern geführt hatte. Von ihm sind jene tiefgründigen Aussagen überliefert, die auch allen, die keine Fußballkenner sind, erklären, wie man gewinnt:
„Elf Freunde müsst ihr sein.“
und
„Das Runde muss in das Eckige.“
Bezüglich Letzterem bleibt zu ergänzen: am besten öfter ins gegnerische als ins eigene. In diesem Sinne wünschen wir der Deutschen Nationalmannschaft viel Erfolg.
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Sprengsätze für Geldautomaten hergestellt? Explosion in Amsterdamer Wohngebiet

Nach der Explosion an einem Wohnblock in Amsterdam mit sieben Verletzten und 400 evakuierten Anwohnern ermittelt die Polizei, ob Kriminelle das Unglück durch Aktivitäten mit Sprengstoff ausgelöst haben.
Drei Menschen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Nach einem umfangreichen Rettungseinsatz gehe man nicht mehr davon aus, dass sich noch Menschen unter den Trümmern befinden.
In der Nacht zu Freitag war es in einem Nebengebäude eines Wohnblocks zu einer heftigen Explosion gekommen. Das Gebäude geriet in Brand und stürzte teilweise ein.

Rettungskräfte sind am 12. Juni 2026 nach einer schweren Explosion und einem Brand in einem Wohnhaus in Amsterdam im Einsatz.

Foto: Josh Walet/ANP/AFP via Getty Images

Wie die Zeitungen „Het Parool“ und „De Telegraaf“ unter Verweis auf Angaben der Feuerwehr und von Zeugen berichteten, soll eine Gruppe junger Männer in Kellerräumen des Gebäudes Sprengsätze angefertigt haben, wie sie für das Aufsprengen von Geldautomaten verwendet werden.
Konkret soll es um die Vorbereitung eines entsprechenden Überfalls in Deutschland gegangen sein.

Wusste Polizei von Sprengstoffaktivitäten in Wohngebiet?

Die Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema bezeichnete die mutmaßliche Herstellung von Sprengsätzen mitten in einem Wohngebiet als „asozial“. Da Anwohner anscheinend darüber Bescheid wussten, stelle sich die Frage, ob dies der Polizei bekannt war, sagte Halsema dem Sender NOS.
Seit Jahren wird eine Gruppierung aus den Niederlanden für Sprengungen von Geldautomaten in Deutschland verantwortlich gemacht. Unabhängig davon kommt es regelmäßig zu Sprengstoffanschlägen im kriminellen Milieu, die sich gegen Wohnungen und Firmengebäude richten.
„Wir versuchen, diejenigen aufzuspüren, die die Sprengsätze herstellen und platzieren“, sagte Halsema. Sie bezeichnete die Vorbereitungen auf Sprengstoffanschläge in Wohngebieten als „gigantisches“ Problem. (dpa/red)
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Ein Denker prägt Europa: Schönheit als Bauplan

Um die perfekte Kuppel für die neue Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz zu entwerfen, reiste der berühmte Ingenieur Filippo Brunelleschi (1377–1446) nach Rom. Das antike Bauwerk, das seine Aufmerksamkeit am meisten fesselte, war das Pantheon: ein Tempel mit einer rund 43 Meter hohen Kuppel, deren charakteristische Kassettierung in den römischen Beton (Opus caementicium) eingearbeitet wurde – eine Mischung aus Kalkmörtel, Vulkanasche (Pozzolana), Wasser und Gesteinszuschlägen.
Brunelleschi fertigte zahlreiche Skizzen dieser beeindruckenden Konstruktion an, die bis heute die größte Kuppel aus unbewehrtem Beton ist. Diese Zeichnungen erwiesen sich später als entscheidend für die ingenieurtechnischen Meisterleistungen, die Brunelleschi den Ruf eines der bedeutendsten Architekten der Geschichte einbrachten.
Zu den vielen anderen, die Brunelleschis Beispiel folgten, gehörte auch der jüngere Leon Battista Alberti (1404–1472). Er war ein vielseitiger und geschichtsbegeisterter Universalgelehrter, dessen wegweisende Werke die italienische Renaissance maßgeblich beflügelten.

Das Pantheon verfügt über eine klassische Tempelfassade mit einem dreieckigen Giebel, der sich über einer Reihe von acht Säulen befindet und den Portikus bildet. Hinter dem Portikus erhebt sich die massive Betonkuppel, die von dicken, trommelförmigen Ziegel- und Betonmauern gestützt wird.

Foto: TomasSereda/iStock

Die Humanisten und die Renaissance

Laut dem bedeutenden Florentiner Gelehrten und Dichter Angelo Poliziano (1454–1494) war Alberti „ein Mann von außergewöhnlicher Brillanz, scharfem Urteilsvermögen und umfangreichem Wissen“.
Die Informationen über Albertis Leben stammen größtenteils aus dem bekannten Werk „Leben der berühmtesten Maler, Bildhauer und Baumeister“ von Giorgio Vasari (1511–1574). Als versierter Künstler beschloss Vasari, diese Biografien zu verfassen, um „jenen“ Tribut zu zollen, „welche jede der einst erloschenen Künste zuerst wieder erweckt, darauf allmählich vervollkommnet und bereichert, und endlich zu der Stufe der Herrlichkeit und Hoheit gebracht haben“, wie er sie in seiner Heimat Italien verwirklicht sah.

„Broadside of Humanist Cosmography“, 1585, von Gerard de Jode. Diese Darstellung der humanistischen Perspektive der Renaissance untersucht, wie der Mensch die Welt wahrnimmt und wie das Universum – einschließlich der Planeten und Elemente – den Menschen prägt.

Foto: gemeinfrei

Dieses Streben danach, außergewöhnliche Persönlichkeiten zu feiern und ihrem Beispiel nachzueifern, prägte die italienische Renaissance. In der Epoche zwischen 1300 und 1550 entstanden zahllose bahnbrechende Leistungen in Kunst, Literatur und Politik. Ihre führenden Denker und Künstler würdigten die schöpferische Kraft des Menschen in einem bis dahin unbekannten Ausmaß.
Daraus erklärt sich auch ihre Begeisterung für die Geschichte, aus der sie Erkenntnisse über herausragende Leistungen und bedeutende Persönlichkeiten gewannen. Sie wurden als „Humanisten“ bekannt – ein Ideal, das Alberti mit ganzer Überzeugung verkörperte.

Exil, Schriftstellertum und der päpstliche Hof

Alberti wurde 1404 in Genua geboren, nachdem seine wohlhabenden Eltern aus politischen Gründen aus Florenz fliehen mussten und sich dort niedergelassen hatten. Trotz der schwierigen Lage seiner Familie erhielt er eine erstklassige Ausbildung. Als Jugendlicher wurde er auf ein Internat in Padua geschickt, wo er Latein und Literatur studierte. Das 15. Jahrhundert erlebte die Wiederentdeckung verloren gegangener Schriften von Cicero, Platon und anderen antiken Autoren. Dadurch erweiterte sich das Literaturstudium um diese lang vergessenen Quellen, die damit eine neue Generation historisch denkender Intellektueller prägten.
Wie andere Wunderkinder war auch Alberti äußerst lernbegierig. Er meisterte seine Fächer mit beneidenswerter Leichtigkeit und begeisterte sich besonders für das Schreiben. Im Alter von 20 Jahren verfasste er eine Komödie in lateinischer Sprache. Sein Stil war so ausgefeilt, dass das Werk über ein Jahrhundert lang fälschlicherweise für ein Original eines römischen Dramatikers gehalten wurde.

Porträtstatue des Leon Battista Alberti (Giovanni Lusini, 19. Jh.) im Hof der Uffizien in Florenz.

Foto: AndreyUshakov/iStock

Alberti absolvierte seinen akademischen Werdegang schließlich in Bologna, wo er an der damals renommiertesten Universität Jura studierte. Doch das Rechtswesen war nichts für ihn. Nachdem er die Priesterweihe in der katholischen Kirche empfangen hatte, nahm er eine Stelle als literarischer Sekretär am päpstlichen Hof an. Diese neue Anstellung führte ihn nach Rom, wo er in einer turbulenten Epoche als Berater mehrerer Päpste tätig war.

Das Leben eines Universalgelehrten

Sein ganzes Leben lang war es Albertis Ziel, die Welt zu verschönern. Sein Streben nach Schönheit inspirierte ihn zu unzähligen Werken. Er verfasste wissenschaftliche, künstlerische und philosophische Abhandlungen, darunter das erste Buch über italienische Grammatik sowie einen Aufsatz über Kryptografie, die Wissenschaft der Verschlüsselung vertraulicher Informationen. Brunelleschi und andere Erfinder nutzten diese Methode häufig, um ihre nicht patentierten Erfindungen zu schützen.
Von Albertis Werken waren insbesondere drei Schriften über die bildenden Künste von großer Bedeutung. Die erste erschien 1450 und beschrieb die Malerei als mathematische Kunst. „De pictura“ (Über die Malkunst) enthielt zudem die erste ausführliche Erklärung der Linearperspektive – einer Technik, mit der auf einer zweidimensionalen Fläche die Illusion von Räumlichkeit erzeugt wird.
Alberti schrieb diese Methode Brunelleschi zu, der sie bei seinen Überlegungen zur Kuppel von Santa Maria del Fiore entwickelt hatte. Alberti machte sie jedoch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und begründete damit ihren festen Platz in der künstlerischen Praxis – damals wie heute.

In „Über die Malkunst“ beschrieb Alberti künstlerische Konzepte wie den „Fluchtpunkt“, der auf einer ebenen Fläche einen dreidimensionalen Effekt erzeugte.

Foto: gemeinfrei

Zwar war Albertis Abhandlung über die Bildhauerei weniger einflussreich, sie erläuterte jedoch einige der gleichen Grundprinzipien. In beiden Werken betonte er die Notwendigkeit, von der Natur zu lernen, da er sie als die vollkommenste Quelle von Symmetrie und Harmonie betrachtete. Seiner Meinung nach sollte das übergeordnete Ziel von Malern und Bildhauern darin bestehen, die Natur so genau wie möglich nachzuahmen. Dieses Interesse am naturalistischen Realismus fand bereits bei den antiken Griechen seinen ersten Ausdruck, die mit Vorliebe Geschichten über die täuschende Wirkung der makellosen Nachahmung in Malerei und Skulptur erzählten.
Obwohl sich Alberti auch in Malerei und Bildhauerei versuchte, war seine größte Begabung zweifellos das Schreiben. Er befasste sich mit zeitgenössischen Theorien und studierte so viele Werke aus der Vergangenheit wie möglich. Wie Vasari feststellte, erstrebte er, „nicht nur die Welt zu sehen und Maaß und Verhältnis der alten Bauwerke zu erkennen, sondern sein Sinn trieb ihn mehr noch zur Schriftstellerei als zur Kunstthätigkeit“.
Zwar räumte Vasari ein, dass viele Alberti in puncto technisches Know-how übertrafen, doch „keiner der späteren Meister in schriftlicher Darstellung weiter zu gehen vermochte“ als er. Das Lieblingswerkzeug des Universalgelehrten war die Feder, die weit mächtiger zu sein schien als Meißel, Pinsel oder Schwert.

„Über das Bauwesen“

In seiner Abhandlung über die Architektur, die er als eine Synthese aus Kunst, Wissenschaft und Philosophie betrachtete, legte Alberti einen ähnlichen Schwerpunkt auf Natur und Harmonie.
Sein in Latein verfasstes Werk „De re aedificatoria“ (Über das Bauwesen) griff Konzepte des berühmten römischen Architekten Vitruv (circa 80 v. Chr. bis 15 v. Chr.) auf, der ein ähnliches Werk in zehn Büchern verfasst hatte. Vitruv wiederum ließ sich von seinen antiken griechischen Vorgängern inspirieren, deren Streben nach Harmonie beeindruckende Bauwerke wie den Parthenon prägte.

Der Prolog der Abhandlung „De re aedificatoria“ in der Handschrift Olomouc, Státní Archiv, Domské i Kapitolní Knihovna, Cod. Lat. C. O. 330.

Foto: gemeinfrei

„Über das Bauwesen“ war die erste systematische Abhandlung über Architektur in lateinischer Sprache seit fast einem Jahrtausend. Alberti schrieb sein Werk „nicht nur für die Baumeister, sondern auch für die, welche ihre Kenntnisse mit Wissenswertem bereichern wollen“. In seinen weitreichenden Ausführungen behandelt er technische Aspekte wie Materialbeschaffung und Baupraktiken ebenso wie allgemeinere Themen, beispielsweise die gesellschaftliche Bedeutung der Architektur, die Geschichte der Stadtplanung und die Philosophie der Schönheit.
Alberti definierte Schönheit als „eine bestimmte gesetzmäßige Übereinstimmung aller Teile, was immer für eine Sache, die darin besteht, dass man weder etwas hinzufügen noch hinwegnehmen könnte, ohne sie weniger gefällig zu machen“. Mit anderen Worten ist Schönheit demnach die Harmonie aller Teile im Verhältnis zueinander und zu dem Ganzen, das sie bilden.

Harmonische Formen aus Kreisen, Rechtecken und Quadraten zu schaffen, war für Alberti von zentraler Bedeutung. In einer Ausgabe von „Über das Bauwesen“ aus dem Jahr 1565 illustrierte er eine für eine Basilika empfohlene Form.

Foto: gemeinfrei

Für Alberti war der Kreis die harmonischste Form. In einem Abschnitt über sakrale Räume beschrieb er ihn als die am besten geeignete geometrische Form für Kirchen, Taufkapellen und andere religiöse Gebäude, die die Einheit des göttlichen Kosmos widerspiegeln sollten.
Der Architekt erörterte auch das Quadrat, das Sechseck, das Achteck, das Zehneck, das Zwölfeck und drei Varianten des Rechtecks. All diese Formen sind vom Kreis abgeleitet und daher spirituell bedeutsam. Seiner Meinung nach sollte jedes Bauwerk, ob religiös oder anderweitig, diese idealen Formen integrieren.

Albertis Projekte

Über das architektonische Schaffen Albertis ist nur wenig bekannt. Dennoch lassen die wenigen Projekte, die unter seiner Leitung entstanden, seine Philosophie in der praktischen Umsetzung erkennen.
Der erste dokumentierte Auftrag kam im Jahr 1446, als er gebeten wurde, die Fassade des Palazzo Rucellai in Florenz zu entwerfen – eines der ersten Gebäude, das die architektonischen Prinzipien der Renaissance verkörperte. Neben der Unterteilung der Fassade in proportionale Abschnitte führte er auch zwei griechisch-römische Elemente – Pilaster und Gebälk – ein, die er symmetrisch an der Außenfassade des Palazzo anordnete.
Vier Jahre später wurde er mit der Renovierung des Tempio Malatestiano beauftragt, einer gotischen Kirche in Rimini, Italien. Die Fassade wurde nie fertiggestellt, zeigt jedoch ebenfalls die Integration idealer Formen, diesmal in Form von Rundbögen und dreieckigen Giebeln.

Versteckt in der Landschaft der Toskana liegt Pienza, eine von Alberti entworfene Planstadt. Die Piazza Pio II ist der zentrale Platz.

Foto: Rimbalzino/iStock

In Rom beauftragte Papst Nikolaus V. (1397–1455) Alberti mit dem Entwurf eines städtischen Wasserbeckens für ein großes römisches Aquädukt. Jahrzehnte später wurde Albertis’ schlichter Entwurf durch die monumentale Fontana di Trevi ersetzt.
Um das Jahr 1459 wurde Alberti beauftragt, die Neugestaltung der beschaulichen toskanischen Stadt Pienza, der Heimat des Papstes Pius II. (1405–1464), zu leiten. Mit ihren zahlreichen neuen oder renovierten Gebäuden war Pienza die erste Stadt, die vollständig nach den Idealen der Renaissance geplant und neu erbaut wurde.

Santa Maria Novella

Das berühmteste Gebäude, das Albertis’ Handschrift trägt, ist die Florentiner Kirche Santa Maria Novella. Nach wie vor zieht sie Besucher in ihren Bann, die sich vom gleichnamigen Bahnhof auf den Weg ins Stadtzentrum machen.
Sein Hauptbeitrag bezog sich erneut auf die Fassade der Kirche. Die untere Ebene wies drei Portale und sechs gotische Nischen auf, die aus demselben grünlichen Marmor gefertigt waren, der auch in einigen der berühmtesten Kirchen von Florenz zu finden ist. Die gotische Struktur umfasste zudem ein zentral angeordnetes Rundfenster.

Die Fassade der Kirche Santa Maria Novella in Florenz, Italien. Leon Battista Alberti vollendete sie im Jahr 1470.

Foto: Vladislav Zolotov/iStock

Alberti verzierte diese ursprünglichen Elemente mit klassischen Ornamenten. So fügte er der unteren Fassade zunächst vier Säulen mit korinthischen Kapitellen hinzu. Korinthische Kapitelle waren ein Markenzeichen der Römer. Ihre kunstvollen Krönungen symbolisierten Tapferkeit und Wohlstand.
Als Nächstes fügte er einen Fries hinzu, einen breiten, horizontalen Abschnitt, der von Säulen getragen wird. Friese finden sich am Parthenon in Athen und an praktisch jedem bedeutenden griechischen oder römischen Tempel. Während die Griechen ihre Friese mit Flachreliefs verzierten, wählte Alberti ein sich wiederholendes Muster aus kachelartigen Quadraten, in die er den Namen des Kirchenstifters Giovanni Rucellai einfügte.

Detailansicht der Fassade von Santa Maria Novella, Florenz.

Foto: Amada44/Eigenes Werk | CC BY 3.0

Der Architekt krönte den Fries mit einem Giebel, genauer gesagt mit einem dreieckigen Giebel, wie er für griechisch-römische Bauwerke typisch ist. Dieser wurde um das zentrale Fenster herum errichtet, das weiterhin den Mittelpunkt der Oberfassade bildete. An den beiden Ecken des Giebels fügte Alberti zwei s-förmige Voluten hinzu, welche zuvor noch nie verwendet worden waren. Durch die schrägen Voluten wurde der obere Teil verbreitert und es wurden optische Unstimmigkeiten zwischen diesem und dem breiten Sockel vermieden. Zudem verdeutlichten sie Albertis Faszination für die harmonische Ausgewogenheit zwischen gegensätzlichen Elementen.
Den krönenden Abschluss bildete ein von dem Architekten entworfenes, ornamentales Sonnenmotiv aus Fliesen. Ornamente wurden gewöhnlich plastisch gestaltet. Indem Alberti jedoch flache Fliesen verwendete, verzichtete er zugunsten der Farbvielfalt auf Tiefe und Struktur. Das schillernde Ornament zählt bis heute zu den reizvollsten Details der Fassade.

Einheit und Schönheit

Alberti war nicht daran interessiert, die Vergangenheit zu kopieren. Zwar schätzte er den Wert der griechisch-römischen Architektur, doch er wusste auch, dass seine Zeit nach Innovation verlangte. Das Gleiche galt für Brunelleschi und Leonardo da Vinci (1452–1519) sowie die vielen anderen Meister, die seit der Renaissance die Fantasie der Künstler beflügeln.
Bis heute berufen sich klassisch orientierte Architekten auf Alberti als Vorbild – nicht zuletzt wegen seiner leidenschaftlichen Aussagen über die Schönheit. In seinen Worten:
„Nichts ist edler als die Schönheit […] und jeder, der nicht möchte, dass das, was ihm gehört, geschmacklos erscheint, sollte sie mit größtem Eifer anstreben. Welch’ außerordentliche Bedeutung unsere Vorfahren, Männer von großer Klugheit, ihr beimaßen, zeigt sich in der Sorgfalt, mit der sie ihre rechtlichen, militärischen und religiösen Einrichtungen – ja den gesamten Staat – reich ausschmückten.“
Für den Architekten war Schönheit mehr als nur eine ästhetische Eigenschaft. Sie war für ihn Ausdruck göttlicher Schöpfung, kosmischer Einheit und des Potenzials der Menschheit zur Tugendhaftigkeit. Selbst sieben Jahrhunderte später inspirieren seine Ideen noch immer.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „On Building a Beautiful World: The Art of Alberti“. (redaktionelle Bearbeitung: ee)
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ausland

G7-Gipfel am Genfer See – Trump kommt nach Versailles

US-Präsident Donald Trump nimmt am 17. Juni im Rahmen des G7-Gipfels in Frankreich an einem Abendessen in Schloss Versailles teil. Eingeladen hat Präsident Emmanuel Macron.
Dies teilte ein hochrangiger US-Beamter in Washington mit. Zudem werde Trump am Dienstag einer G7-Arbeitssitzung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beiwohnen, hieß es in Washington weiter.
Der G7-Gipfel findet von 15. bis 17. Juni im französischen Evian statt. Er wurde eigens verschoben, damit Trump am Sonntag noch seinen Geburtstag im Weißen Haus feiern kann.
Das Treffen in dem kleinen Ort am Südufer des Genfer Sees wird von höchsten Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Auf französischer Seite sind etwa 16.000 Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute im Einsatz. Die Schweiz, die den Flughafen in Genf für die Ankunft der Staatsgäste zur Verfügung stellt, beteiligt sich mit etwa 4000 Soldaten an der Absicherung.
In Genf ist am Sonntag eine große Demonstration von Gipfelgegnern geplant. Dies weckt in der Stadt unangenehme Erinnerungen an den G8-Gipfel von 2003, damals noch mit Russland, als es zu größeren Ausschreitungen kam.

Es geht um Konjunktur, KI, Ukraine und den Iran

Beim Gipfeltreffen soll es um Themen gehen, welche die Welt bewegen: die globale Konjunktur, die Kriege in der Ukraine und im Iran und Künstliche Intelligenz (KI).
Der französische Präsident will am Montagabend zunächst die Staats- und Regierungschefs der sechs übrigen G7-Staaten empfangen, neben Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch die Regierungschefs von Italien, Großbritannien, Kanada und Japan.
Zu einigen Programmteilen sind auch die Staats- und Regierungschefs aus Brasilien, Südkorea, Ägypten, Indien und Kenia eingeladen – um der Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen, die G7-Gruppe sei eine elitäre Gruppe, die über die Köpfe anderer hinweg entscheide.
China ist nicht Teil der G7 – spielt aber dennoch indirekt eine Rolle bei dem Treffen, da es um den Abbau von wirtschaftlichen Ungleichheiten gehen soll. Damit ist unter anderem die Versorgungssicherheit bei  wichtigen Materialien wie seltenen Erden gemeint.
Auf der Tagesordnung steht auch der Umgang mit KI und der Schutz von Kindern im Internet. Zu diesen Themen sollen sich in Evian mehrere führende Vertreter der Branche äußern, unter ihnen OpenAI-Chef Sam Altman. (afp/red)
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gesellschaft

Ab Sonntag zwischen Berlin-Hamburg: Züge rollen im Halbstundentakt

Mit dem Ende der Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg am Sonntag (14. Juni) wird auch ein kleiner Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn wirksam.
Damit seien neue Angebote und für einige Verbindungen auch kürzere Reisezeiten verbunden, teilte die Bahn mit. Sie bat Fahrgäste, sich über die genaue Abfahrtszeit ihrer Züge zu informieren.
Für Zehntausende Pendler gehen mehr als zehn Monate Ersatzverkehr und Umleitungen auf der Strecke zwischen den beiden Millionenstädten zu Ende. Die Fernzüge fahren von Sonntag an zwischen Hamburg und Berlin wieder im Halbstundentakt, die Regionalzüge verkehren auf den üblichen Linien. Bis Ende des Monats müssen die Fernzüge teils langsamer fahren, weil Technik getestet wird.

52 Fahrten pro Tag

Die Zahl der täglichen direkten Fernverkehrszüge mit ICE und Railjet RJ soll auf der Strecke von 38 auf 52 Fahrten wachsen, berichtete die Bahn. Auch Büchen (Schleswig-Holstein), Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) und Wittenberge (Brandenburg) gehen wieder ans Netz.
Täglich halten laut Bahn über 20 Fernzüge in Büchen, Ludwigslust und Wittenberge. Der Umweg über Stendal, Salzwedel und Uelzen hat ein Ende.
Die Strecke Berlin–Hamburg wird mit der Wiederinbetriebnahme demnach ein zentraler Korridor auf der Dreiländer-Direktverbindung von Prag über Berlin und Hamburg nach Kopenhagen. Der Railjet fährt die Strecke dreimal täglich pro Richtung.

Was ändert sich noch?

Zwischen Hamburg und Dresden verkürzt sich die Fahrzeit um etwa 40 Minuten auf rund dreieinhalb Stunden. Die Züge verkehren täglich achtmal pro Richtung. Alle Direktverbindungen nach und von Budapest, Bratislava, Prag und Wien stehen ab Sonntag wieder zur Verfügung.
Ab Sonntag können Fahrgäste auch erstmals mit dem ICE L von Berlin nach Westerland (Sylt) fahren. Ab 11. Juli soll es ohne Umsteigen von Köln nach Sylt gehen. Ab diesem Tag fährt nach Angaben der Bahn auch ein ICE L ab Frankfurt/Main über Gießen ohne Umsteigen nach Westerland.
Zudem ist Buchungsstart für das von der DB angekündigte Familienticket für die Sommerferienwochen zum Preis von 99,99 Euro. Es gilt für Reisen zwischen dem 26. Juni und dem 14. September und ist bis zum 12. September buchbar. Eine einzelne Hin- oder Rückfahrt kostet demnach 59,99 Euro. (dpa/afp/red)
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etplus gesellschaft

Rente reicht nicht, Sonne lockt: Warum der Ruhestand im Ausland zur Belastung werden kann


In Kürze:

  • Immer mehr Rentner leben dauerhaft oder teilweise im Ausland.
  • Finanzielle Vorteile stehen oft im Vordergrund der Entscheidung.
  • Im hohen Alter werden Pflege, Gesundheit und soziale Netzwerke zum Risiko.

 
Als Peter und Renate S. vor zwölf Jahren ihre Koffer packten und Deutschland in Richtung Spanien verließen, fühlte sich diese Entscheidung vernünftig an. Ihre Rente reichte zum Leben, aber nicht für das Leben, das sie sich vorgestellt hatten. An der Costa Blanca fanden sie beides: mehr Sonne, geringere Kosten und das Gefühl, dass ihr Geld plötzlich deutlich weiter reichte.
Heute sitzen die beiden noch immer auf derselben Terrasse mit Blick aufs Mittelmeer. Doch inzwischen ist Peter 79 Jahre alt. Nach einem Schlaganfall vor zwei Jahren hat sich seine Sicht auf das Auswandern verändert. Plötzlich geht es nicht mehr um Restaurantpreise, Sonnenstunden oder die Höhe der Nebenkosten. Es geht um Ärzte, Pflege und die Frage, wer hilft, wenn die Selbstständigkeit verschwindet. Genau an diesem Punkt beginnt die Seite des Auswanderns, über die deutlich seltener gesprochen wird.

Warum immer mehr Rentner über das Ausland nachdenken

Dass viele Menschen ihren Ruhestand außerhalb Deutschlands verbringen möchten, hat oft einen ganz einfachen Grund: Geld.
Eine Analyse des Forschungsunternehmens DataPulse (2023) zeigt, dass die durchschnittliche gesetzliche Jahresbruttorente in Deutschland bei 19.138 Euro liegt. Gleichzeitig geben Ein-Personen-Haushalte über 60 Jahre im Durchschnitt 28.663 Euro pro Jahr aus. Die gesetzliche Rente deckt damit statistisch nur rund zwei Drittel der tatsächlichen Lebenshaltungskosten. Die Differenz beträgt fast 9.500 Euro jährlich. Deutschland gehört damit zu den Ländern, in denen die staatliche Rente allein für viele Menschen nicht ausreicht.
Laut der Analyse schaffen das europaweit lediglich vier Staaten: Spanien, Polen, Tschechien und Rumänien. In diesen Ländern übersteigen die durchschnittlichen Rentenzahlungen die durchschnittlichen Ausgaben älterer Menschen zumindest rechnerisch.
Für viele künftige Ruheständler ergibt sich daraus eine einfache Rechnung: Wenn die Rente in Deutschland knapp wird, warum dann nicht dorthin ziehen, wo Wohnen, Gastronomie oder Dienstleistungen günstiger sind?
19,1 Millionen: So viele Altersrentner gab es Ende 2025 in Deutschland – ein neuer Höchststand. Und diese Rentner zieht es zunehmend über die deutsche Grenze hinaus: Fast 250.000 Deutsche beziehen ihre Rente inzwischen im Ausland.
Die Anzahl der Seniorenauswanderer ist binnen zehn Jahren um ein Drittel gewachsen – und der Trend hält an. Denn bereits jeder fünfte Mensch über 60 kann sich vorstellen, den Ruhestand fernab von Deutschland zu verbringen. Am beliebtesten ist Spanien, wofür sich auch Peter und Renate S. entschieden haben.
Das durchschnittliche Rentenzugangsalter in Deutschland liegt inzwischen bei knapp 65 Jahren. Frauen beziehen ihre Altersrente durchschnittlich mehr als 22 Jahre lang, Männer fast 19 Jahre. Das bedeutet: Wer mit 65 auswandert, muss seine Entscheidung oft noch für zwei Jahrzehnte oder länger tragen.

Die Rente selbst ist meist nicht das Problem

Erstaunlicherweise konzentrieren sich viele angehende Auswanderer auf die falsche Sorge.
Die deutsche Rente wird grundsätzlich auch bei einem dauerhaften Wohnsitz im Ausland weitergezahlt. Rentner können ihre gesetzlichen Ansprüche weltweit beziehen. Ein Umzug nach Spanien, Portugal oder Thailand führt also im Regelfall nicht dazu, dass die Rentenzahlung entfällt.
Bei den Auswanderern stellen sich viele Fragen aber erst Jahre später – insbesondere dann, wenn gesundheitliche Einschränkungen oder Pflegebedürftigkeit auftreten. Ob ein Ruhestand im Ausland langfristig gelingt, hängt oft weniger von Klima, Lebenshaltungskosten oder Steuern ab, sondern vielmehr davon, wie gut medizinische Versorgung, Pflegeangebote und soziale Unterstützung auch im hohen Alter verfügbar sind.

Wenn aus Freiheit plötzlich Abhängigkeit wird

In den ersten Jahren läuft vieles oft problemlos. Man ist gesund, mobil und unabhängig. Doch genau dann, wenn das Alter seine unangenehmen Seiten zeigt, ändert sich die Rechnung.
Innerhalb der Europäischen Union gibt es zwar Regelungen, die Rentnern den Zugang zur Gesundheitsversorgung erleichtern. Dennoch unterscheiden sich die Gesundheitssysteme deutlich voneinander. Je nach Land und Region variieren Wartezeiten, Facharztversorgung, ambulante Betreuung und Pflegeangebote erheblich. Während einige Auswanderungsziele gut ausgebaute Versorgungsstrukturen bieten, sind spezialisierte Leistungen andernorts deutlich begrenzter als in Deutschland.
Besonders sorgfältig geprüft werden sollte die Frage der späteren Pflege und Betreuung.
Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), in der 38 Industriestaaten vertreten sind, geht davon aus, dass der Bedarf an Langzeitpflege in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigen wird. Einem aktuellen Bericht zufolge wird sich der Anteil der über 80-Jährigen in den entwickelten Industriestaaten voraussichtlich von 4,8 Prozent auf 9,8 Prozent verdoppeln. Gleichzeitig kämpfen bereits heute viele Länder mit Personalmangel und steigenden Kosten in der Altenpflege. Die Organisation spricht von einer der größten sozialen Herausforderungen alternder Gesellschaften.
Viele, die diese Aspekte einkalkulieren, suchen in den warmen, günstigeren und serviceorientierten Ländern Asiens ihr spätes Glück inklusive medizinischer Versorgung. Auf den Philippinen entstehen ganze Dörfer mit Seniorenresidenzen, in der thailändischen Touristenhochburg Pattaya gibt es beispielsweise umfassende Konzepte, um sich den Lebensabend leisten zu können, deutsche Haxe zum Mittagessen zu bekommen und sich als Pflegebedürftiger nicht nur als Kostenfaktor zu fühlen.

Wenn es eng wird: Das soziale Umfeld fehlt

Für Auswanderer, die ihre Rentenzeit einfach nur in angenehmer Umgebung verbringen wollen und einen möglichen Krankheits- oder Pflegefall nicht mit einberechnen, kommt ein weiterer Faktor hinzu: das soziale Umfeld.
Solange beide Partner gesund sind, fällt das oft kaum auf. Wenn jedoch eine schwere Erkrankung, Demenz oder Pflegebedürftigkeit eintritt, wird die Entfernung zur Familie plötzlich spürbar. Kinder und Enkel leben häufig mehrere Flugstunden entfernt. Freunde aus Deutschland sind nicht vor Ort. Auch wenn aus Nachbarn manchmal Helfer werden, können sie selten ein Ersatz für Angehörige sein.
Im hohen Alter gewinnen auch Sprachbarrieren wieder an Bedeutung. Wer mit 67 Jahren problemlos Behördengänge auf Spanisch erledigt, kann dies mit 85 Jahren als neue Herausforderung erleben. Gerade in medizinischen Ausnahmesituationen kann die Kommunikation plötzlich zu einem entscheidenden Faktor werden.

Der große Denkfehler vieler Auswanderer

Wer einen Ruhestand im Ausland plant, denkt meist aus der Perspektive seines heutigen Lebens. Die wichtigere Frage lautet jedoch: Wie sieht mein Alltag in 15 Jahren aus?
  • Kann ich dort auch leben, wenn ich kein Auto mehr fahren kann?
  • Gibt es Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in erreichbarer Nähe?
  • Wer kümmert sich um mich, wenn mein Partner ausfällt?
  • Und würde ich dort auch dann bleiben wollen, wenn ich regelmäßig medizinische Hilfe benötige?
Viele Menschen beantworten diese Fragen erst dann, wenn die Situation bereits eingetreten sind.

Was Peter und Renate heute anders machen würden

Peter und Renate bereuen ihre Auswanderung bis heute nicht. Die Jahre am Mittelmeer gehören für beide zu den schönsten ihres Lebens. Trotzdem würden sie heute anders planen.
„Wir haben damals über Wetter, Lebenshaltungskosten und Steuern gesprochen“, sagt Renate. „Über Pflege, Demenz oder die Frage, wer uns irgendwann unterstützen könnte, haben wir nie nachgedacht.“
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis für alle, die von einem Ruhestand im Ausland träumen. Die entscheidende Frage lautet nicht, wo die Rente heute am weitesten reicht. Vielmehr ist entscheidend, wo man auch dann noch gut leben kann, wenn das Alter nicht mehr nur Freiheit bedeutet, sondern Unterstützung im Alltag benötigt wird. Denn erst dann zeigt sich, ob ein schöner Ort auch ein gutes Zuhause für den gesamten Lebensabend ist.
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Schweden fängt russische Kampfjets über Ostsee ab

Die schwedischen Streitkräfte haben am Freitag zwei russische Kampfflugzeuge abgefangen, die sich über dem südlichen und nördlichen Teil der Ostsee dem schwedischen Luftraum näherten. Dieser wurde letztlich nicht verletzt, teilte die Armee am Samstag, 13. Juni, mit.
Man habe schnell reagiert, als die russischen Flugzeuge der Typen Su-24 Fencer und Su-34 Fullback entdeckt wurden. Zwei Staffeln des Typs Saab JAS 39 Gripen seien gestartet, um das eigene Territorium zu verteidigen, den russischen Kampfflugzeugen zu begegnen und sie zu identifizieren.
An der Reaktion auf den Vorfall über dem südlichen Teil der Ostsee war auch ein dänischer Kampfjet beteiligt.
Schweden war 2024 anlässlich des Ukrainekriegs dem Verteidigungsbündnis NATO beigetreten. Nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrags wird ein bewaffneter Angriff gegen ein NATO-Mitglied als Angriff gegen alle bewertet.
Die Vertragsstaaten sollen sich gegenseitig beistehen, wenn es einen bewaffneten Angriff gibt, und alle Maßnahmen ergreifen, die sie für nötig halten, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten. (dts/red)
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Unsichere Weltlage: Merz fordert starke Bundeswehr

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die dringende Notwendigkeit einer verstärkten Bundeswehr angesichts wachsender konkreter Gefahren hervorgehoben.
„Wir sehen in Deutschland und Europa täglich hybride Angriffe auf unsere Infrastruktur, Spionage, Sabotage, Cyberangriffe, Drohnenüberflüge, Desinformationskampagnen“, warnte der CDU-Politiker bei einem Rekruten-Gelöbnis im sauerländischen Medebach.
„Nicht nur unsere europäische Friedensordnung ist unter Druck, unsere Welt ist insgesamt unfriedlicher und unsicherer geworden.“

Ehrgeiziger Zeitplan

Die Bundeswehr wachse mit einem ehrgeizigen Zeitplan. Merz listete vor rund 110 Rekruten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, die sich auf dem Medebacher Marktplatz feierlich zur Verfassung und zum Dienst für Deutschland bekannten, mehrere Bereiche auf:
  • In hohem Tempo würden, auch dank des neuen Wehrdienstes, wieder mehr Soldaten eingestellt.
  • Gleichzeitig werde die Zahl der Reservisten erhöht.
  • Zudem werde die militärische Ausrüstung verstärkt.

Abschreckung soll Sicherheit schaffen

„Der Motor unserer Verteidigungsindustrie ist wieder angesprungen“, sagte Merz. Dies alles seien notwendige Investitionen in die deutsche, europäische und in die transatlantische Sicherheit.
„Wir sind bereit, die größten Kraftanstrengungen zu leisten für unsere Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit“, betonte der Kanzler. „Wir wollen uns verteidigen können, damit wir uns nicht verteidigen müssen. Wir nennen das Abschreckung.“
Er erinnere sich noch gut an sein eigenes Gelöbnis vor über 50 Jahren, sagte der 70-Jährige. Damals habe es noch Vorbehalte gegen öffentliche Gelöbnisse gegeben.
„Heute sind wir hier auf dem Marktplatz in Medebach. Das zeigt: Die Bundeswehr, Sie als Soldatinnen und Soldaten, stehen in der Mitte unserer Gesellschaft“, hob der Kanzler vor Hunderten Zaungästen hervor. „Die Bundesregierung und die deutsche Bevölkerung stehen hinter Ihnen.“
Konkret bedeute das, die Streitkräfte zu stärken mit klarem Fokus auf Landes- und Bündnisverteidigung. (dpa/red)
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Jubel für Charles: Briten feiern König mit Geburtstagsparade

Tausende Briten und Touristen haben die britische Königsfamilie bei der Geburtstagsparade für König Charles III. in London bejubelt.
Der Monarch (77) und seine Frau Königin Camilla (78) fuhren bei dem als „Trooping the Colour“ bekannten Spektakel die Prachtstraße The Mall vom Buckingham-Palast zum zentralen Exerzierplatz Horse Guards Parade in einer Kutsche entlang – an ihrer Seite Hunderte Gardesoldaten.
In einer weiteren Kutsche waren Prinzessin Kate (44) und ihre Kinder, Prinz George (12), Prinzessin Charlotte (11) und Prinz Louis (8), unterwegs.

Prinzessin Kate fährt Kutsche – mit Kindern, aber ohne Mann

Die Frau von Prinz William (43) nahm nach ihrer Krebserkrankung wieder voll an der Parade teil – in einem hellblauen Outfit von Catherine Walker. Ein Hut von Philip Treacy komplettierte der Nachrichtenagentur PA zufolge den Look. Keine Spur in der Kutsche jedoch von Prinz William: Der begleitete die Parade auf dem Pferderücken, genau wie seine Tante, Prinzessin Anne (75), und sein Onkel, Prinz Edward (62) – zwei der Geschwister des Königs.
Manche Zaungäste am Straßenrand hatten besonderes Glück: Einige Kinder hatten auf den Schultern ihrer Eltern Platz genommen und einen guten Blick auf die Royals. Für die Britinnen Emma McCarthy und Sarah Fuller ist „Trooping the Colour“ einer ihrer Lieblingstage im Jahr. „Wir kommen jedes Jahr und stehen am selben Platz“, erzählten sie der BBC.
Viele Schaulustige zückten ihre Handys, um den Moment bei strahlendem Sonnenschein festzuhalten. Die besseren Aussichten auf gutes Wetter sind der Grund, weshalb die Feier im Juni stattfindet – Geburtstag hat Charles III. nämlich eigentlich im November.
In der Menge waren auch einige Monarchie-Gegner zu entdecken. Mit Plakaten mit Aufschriften wie „Nieder mit der Krone“ taten sie laut PA ihre Meinung kund.

König Charles III. ist schon zum vierten Mal als Monarch dabei

Die Tradition der Militärparade „Trooping the Colour“ reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. „Colour“ meint dabei die Fahne, die bei der Parade präsentiert wird. Diesen Job übernimmt jedes Jahr ein anderes der fünf Infanterie-Garderegimenter des Königs.
Diesmal sind es die sogenannten Grenadier Guards. Mehr als 1.000 Soldaten und Militärkapellen sind in der Regel bei der Parade dabei. Zum Abschluss führt eine Prozession wieder zurück zum Buckingham-Palast.
Neben Fans der Königsfamilie dürften auch einige Flugzeug-Enthusiasten unter den Besuchern der Parade sein. Zum Abschluss der Zeremonie überfliegen nämlich Dutzende Militärflugzeuge den Palast, während die Royals winkend auf dem Balkon stehen.
Den Ablauf dürfte Charles inzwischen im Schlaf kennen. Bereits mit drei Jahren war er zum ersten Mal bei der Parade dabei – Monarch war damals noch George VI., sein Opa. Nach vielen Jahren mit Queen Elizabeth II. als Monarchin nahm Charles nach deren Tod (im September 2022) in diesem Jahr schon zum vierten Mal als König an dem Spektakel teil. (dpa/red)
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gesellschaft

Historische Puschkin-Ausgaben gestohlen: Haft für sechs Georgier

Wegen des Diebstahls seltener Ausgaben russischer Literaturklassiker aus französischen Bibliotheken sind in Frankreich sechs Georgier zu Haftstrafen von bis zu sieben Jahren verurteilt worden.
Die sechs Angeklagten – fünf Männer und eine Frau – wurden in der Nacht auf Samstag allesamt der kriminellen Verschwörung mit der Absicht, eine Straftat zu begehen, für schuldig befunden. Einige von ihnen wurden zudem wegen Diebstahls eines ausgestellten Kulturguts verurteilt.
Die Diebe schlugen auch in Deutschland, der Schweiz, Polen und Tschechien zu. Unter der Führung eines Ermittlerteams der Behörden Europol und Eurojust wurden im Jahr 2024 mehrere Menschen festgenommen.

Wert von mehreren Millionen

Die Diebe stahlen Bücher im Gesamtwert von mehreren Millionen Euro, darunter Werke der russischen Schriftsteller und Dichter Alexander Puschkin, Nikolai Gogol und Michail Lermontow.
Zwei der Angeklagten wurden in Abwesenheit verurteilt, da sie bereits in ihrer Heimat Georgien verhaftet worden waren, das seine Staatsbürger nicht ausliefert. Zwei weitere waren bereits in anderen Ländern wegen ähnlicher Verbrechen verurteilt und inhaftiert worden und wurden nun vorübergehend an Frankreich überstellt.
Die höchste Strafe erhielt mit sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Einreiseverbot nach Frankreich der 50-jährige Micheil S. Er war im vergangenen Jahr bereits in Litauen wegen des organisierten Diebstahls von Publikationen aus dem 19. Jahrhundert im Wert von 606.000 Euro zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Organisierte Kriminalität

Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Diebstahl der sechs Angeklagten sei „massiv, organisiert, geplant und mit Sorgfalt und Zynismus durchgeführt“ worden. „Puschkins Originalwerke sind in Russland nationale Kulturgüter“, hieß es weiter. „Ein Werk von Puschkin in Russland zu besitzen, bedeutet, einen Teil der nationalen Identität zu besitzen.“
Die Staatsanwaltschaft betonte den „internationalen Charakter dieses Falles“. Gegen die Angeklagten laufen verschiedene Verfahren in mehreren europäischen Ländern.
Die Diebstähle in Frankreich ereigneten sich in Jahr 2023 in der Diderot-Bibliothek der École Normale Supérieure (ENS) in der Stadt Lyon sowie in der Nationalbibliothek Frankreichs (BnF) und der Universitätsbibliothek für Sprachen und Zivilisationen (Bulac) in Paris.
Den Ermittlern zufolge maßen und fotografierten die Diebe in den Bibliotheken seltene und wertvolle Werke und kehrten später zurück, um sie durch Fälschungen zu ersetzen. So suchte etwa Micheil S. zwischen März und Oktober 2023 insgesamt 40 Mal die Nationalbibliothek auf, um Einsicht in Manuskripte – vor allem von Puschkin – zu beantragen. Dabei gab er an, zum Thema Demokratie in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts zu forschen.
Im November stellte die Bibliothek dann fest, dass neun Werke durch Fälschungen ersetzt worden waren, was zu einem Schaden von rund 650.000 Euro führte.  (afp/red)
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gesellschaft

Oberbayern: Dreiköpfige Familie mit Kleinkind stirbt bei Autounfall

Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Lastwagen ist in Oberbayern eine dreiköpfige Familie ums Leben gekommen. Bei den drei Toten im Alter von 46,  44 und zwei Jahren handele es sich um Vater, Mutter sowie deren Kleinkind, sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim.
Der Unfall hatte sich am Morgen auf der Bundesstraße 12 zwischen Stammham und Marktl im Landkreis Altötting ereignet, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer des Sattelzugs habe bei dem Unfall einen Schock erlitten, sei jedoch nicht verletzt worden.
Die in Bayern wohnhafte Familie sei auf dem Weg nach München gewesen, hieß es. Am Morgen hatte die Polizei noch von einem Unfall mit mehreren Verletzten berichtet.
Laut dem Polizeisprecher wird der Unfallhergang derzeit von einem Gutachter untersucht. Nähere Informationen zur Unfallursache gab es bislang nicht. (dpa/red)
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ausland

Iran: Ali Chamenei soll am 9. Juli beigesetzt werden

Die ursprünglich für März geplante Beisetzung werde in Chameneis Heimatstadt, der nordöstlichen gelegenen heiligen Stadt Maschhad,  erfolgen, berichtete das Iranische Staatsfernsehen am Samstag. Vorausgehen werden demnach dreitägige Trauerzeremonien in der Hauptstadt Teheran ab dem 4. Juli sowie eine Trauerzeremonie in der heiligen Stadt Ghom am 7. Juli.
Nach mehr als 36 Jahren an der Spitze der Islamischen Republik war Chamenei am 28. Februar, dem ersten Tag des Iran-Kriegs, bei den Luftangriff der USA und Israels getötet worden. Unmittelbar nach der Tötung von Chamenei hatte die Führung in Teheran ein sofortiges großes Staatsbegräbnis für ihn angekündigt, dieses aber wenige Tage später wegen des Kriegs auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.
Zum neuen obersten Führer des Iran wurde danach Modschtaba Chamenei ernannt, der Sohn des Getöteten. Im Iran-Krieg gilt derzeit eine Waffenruhe, es laufen Verhandlungen für ein dauerhaftes Ende der Kämpfe. (afp/red)
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ausland

Schwedens Königspaar feiert Goldene Hochzeit – nur Estelle fehlt

Das Wetter spielte mit – und das ist bei solchen Anlässen ja fast das Wichtigste. Schwedens Königspaar Carl XVI. Gustaf (80) und Silvia (82) feierten ihre Goldene Hochzeit in Stockholm mit allem, was ein royales Fest in Skandinavien ausmacht.
Nach einem Gottesdienst schipperten sie mit der königlichen Barkasse durch die Gewässer der Hauptstadt, gefolgt von einer offenen Kutschfahrt vorbei an jubelnden Zaungästen. Die Fahrt sollte an einer Konzertbühne in der Stadt enden, auf der Musik aus den vergangenen 50 Jahren dargeboten werden sollte.
Eine Zeitreise in die Vergangenheit dürfte auch das geplante Konzert in der Königlichen Oper für Carl XVI. Gustaf und Silvia am Abend werden. Dort hatten sie auch am Vorabend ihrer Hochzeit am 19. Juni 1976 einem Konzert gelauscht.
Die Kultband Abba hatte zu Ehren von Königin Silvia damals „Dancing Queen“ dargeboten. Ausklingen lässt das Königspaar den Abend mit einem Dinner mit Familie und Freunden.

Nur eine fehlt bei der Royal-Feier

Königin Silvia ganz in Rot, ihr Gatte in einem schnieken Anzug, feierten gemeinsam mit ihrer Familie. Nur Prinzessin Estelle, die Tochter von Kronprinzessin Victoria, fehlte: Sie ist gerade auf einer Sprachreise im Ausland.
Auch das norwegische Königspaar reiste zu Ehren des Goldhochzeits-Paars an. Aus Gesundheitsgründen nahmen Harald V. und Sonja aber nicht an allen Programmpunkten teil.
Dass die Party auf diesen Samstag fiel und nicht auf den eigentlichen Stichtag am kommenden Freitag, liegt daran, dass das wohl wichtigste schwedische Fest in diesem Jahr genau an dem Tag gefeiert wird: An Mittsommer tanzen viele Schweden mit Blumenkränzen auf dem Kopf um die Mittsommerstange.
Die Goldhochzeit markiert nicht nur 50 Jahre Ehe zwischen Carl XVI. Gustaf und Silvia, sondern auch ein halbes Jahrhundert für Silvia als Königin. Diesen Titel bekam sie mit der Hochzeit mit ihrem Mann, der damals schon König war.
Kennengelernt hatte sie ihn einige Jahre zuvor bei den Olympischen Spielen in München, wo die Deutsche Silvia Sommerlath damals als Hostess arbeitete. Gemeinsam hat das Paar drei Kinder – Kronprinzessin Victoria (48), Prinz Carl Philip (47) und Prinzessin Madeleine (44) – und neun Enkelkinder. (dpa/red)
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deutschland

Drei Monate vor Landtagswahl: Aufregung um CDU/AfD-Foto aus Sachsen-Anhalt

Knapp drei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat ein Foto von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und CDU-Fraktionschef Guido Heuer Diskussionen in den sozialen Medien ausgelöst.
Das Bild war bei einer Podiumsdiskussion in Halberstadt (Landkreis Harz) entstanden, der CDU-Mann stützt sich auf die Schulter des AfD-Politikers, beide Abgeordnete haben die Hand am selben Mikrofon. Über die Veranstaltung hatte zunächst die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtet, auf der Plattform X verbreitete auch der Berliner Journalist Robin Alexander das Foto.
Heuer wies den entstandenen Eindruck einer Vertrautheit am Rande des Landesparteitags der CDU in Dessau-Roßlau zurück. „Das war eher Konfrontation, keine Verbrüderung“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es habe für mehrere Podiumsteilnehmer nur zwei Mikrofone gegeben. In der Situation habe er Siegmund ins Mikro gegriffen, weil dieser „die Unwahrheit“ gesagt habe. „Das war alles.“
Die Landtagswahl in Sachsen‑Anhalt ist für den 6. September terminiert. In Wahlumfragen lag die AfD zuletzt mit Werten um 40 Prozent weit vor der CDU mit um die 25 Prozent. Immer wieder gibt es Spekulationen, ob die beiden Parteien nach der Wahl zusammenarbeiten könnten. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat das mehrfach ausgeschlossen. Zum Foto sagte der Regierungschef der dpa: „Man sollte das Foto nicht überbewerten.“ Guido Heuer habe lediglich nach einem Mikro gegriffen, so Schulze.
Siegmund setzt ohnehin auf eine Alleinregierung der AfD und geht die CDU immer wieder scharf an. „Wir können unser Land nicht mit denen retten, die es in diese Lage gebracht haben“, postete er bei X.
Der „Magdeburger Volksstimme“ sagte Siegmund: „Wichtig ist mir – bei allen politischen Differenzen – ein vernünftiger Umgang miteinander.“ Die „künstliche Aufregung“ um das Foto zeige nur „die Verzweiflung unserer politischen Gegner“.(dpa)
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ausland

„Der Frieden war noch nie so nah“: US-Beamter nennt Details zum Iran-Abkommen


In Kürze:

  • USA und Iran stehen offenbar kurz vor einem Friedensabkommen. Ein abgestimmter Vertragstext soll bereits vorliegen.
  • Das Abkommen könnte die Wiederöffnung der Straße von Hormus und Einschränkungen des iranischen Atomprogramms umfassen.
  • Israel begrüßt die Gespräche, beharrt jedoch auf dem Recht zu militärischen Maßnahmen gegen Iran.

 

Die Vereinigten Staaten und der Iran stehen offenbar kurz vor dem Abschluss eines umfassenden Friedensabkommens. Nach Angaben hochrangiger Vertreter beider Seiten könnten die Verhandlungen bereits in den kommenden Tagen zu einer Unterzeichnung führen. Während Washington und Teheran zuletzt Signale der Annäherung aussendeten, sorgen Berichte über mögliche Wirtschaftshilfen, Sanktionserleichterungen und sicherheitspolitische Zugeständnisse weiterhin für Kontroversen.

„Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens erreicht wurde“, schrieb Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf der Online-Plattform X. Eine solche Vereinbarung wäre allerdings zunächst nur der Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen. Pakistan tritt im Moment als Vermittler zwischen den Kriegsparteien auf. „Der Frieden war noch nie so nah wie jetzt“, schreibt Sharif weiter.
Details zum Abkommen erfuhr die englischsprachige Epoch Times durch ein Telefonat mit einem nicht namentlich benannten ranghohen Beamten der US-Regierung. Der wies gegenüber Epoch Times Medienberichte zurück, wonach ein künftiges Abkommen dem Iran unmittelbar nach der Unterzeichnung finanzielle Hilfen in Höhe von bis zu zwölf Milliarden US-Dollar garantieren würde. Wirtschaftliche Unterstützung werde ausschließlich von der Einhaltung der Vereinbarungen durch Teheran abhängen, betonte der Beamte.

„Wenn wir sehen, dass sie ihren Teil der Abmachung einhalten, wird das sehr gut für den Iran sein. Wenn wir sehen, dass sie ihren Teil der Abmachung nicht einhalten, dann werden sie nichts davon haben“, so der Beamte weiter.

Straße von Hormus als Schlüsselthema

Im Zentrum der Gespräche steht die Wiederherstellung des freien Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handels- und Energierouten der Welt. Nach Angaben des US-Beamten würde das geplante Abkommen die Wiederöffnung der Meerenge für alle beteiligten Staaten ermöglichen. Bestandteil der Vereinbarung sei zudem die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen.

Darüber hinaus soll sich Teheran verpflichten, hochangereichertes Nuklearmaterial zur Vernichtung bereitzustellen. Das Material würde zunächst unter internationaler Aufsicht gesichert und anschließend aus dem Land gebracht werden.

Die Bedeutung der Straße von Hormus wurde in den vergangenen Monaten durch die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran besonders deutlich. Schätzungen zufolge wird über die Meerenge normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports abgewickelt.

Washington spricht von Desinformation

US-Präsident Donald Trump kritisierte am Freitag Berichte über die Inhalte des möglichen Friedensabkommens scharf. Er warf der iranischen Seite vor, unzutreffende Informationen an Medien weitergegeben zu haben. „Was sie sagten, einschließlich ihrer schwachen und erbärmlichen Erklärung zu einem angeblichen Abkommen, entspricht in keiner Weise der Wahrheit“, schrieb Trump in einem Beitrag in der sozialen Plattform Truth Social.

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif erklärte auf der Plattform X, seine Regierung beobachte eine „anhaltende Desinformationskampagne“ von Akteuren, die das Friedensabkommen zwischen den USA und Iran sabotieren wollten. Konkrete Angaben dazu, welche Informationen er als Desinformation betrachtet, machte Sharif nicht.

Auch die iranische Führung bemühte sich, Spekulationen einzudämmen. Außenminister Abbas Araghchi erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X, Medien sollten sich mit Mutmaßungen über die Vertragsinhalte zurückhalten. Details würden zu gegebener Zeit veröffentlicht.

„Im Einklang mit unserem verantwortungsvollen und transparenten Ansatz werden alle Einzelheiten zu gegebener Zeit mit der Öffentlichkeit geteilt“, schrieb Araghchi weiter.

Militärische Absicherung der Öltransporte

Parallel zu den diplomatischen Gesprächen läuft nach Angaben der US-Regierung eine großangelegte militärische Operation zur Sicherung von Energielieferungen aus dem Persischen Golf. US-Energieminister Chris Wright erklärte gegenüber „Bloomberg News“, das US-Militär unterstütze derzeit den Abtransport von mehr als sieben Millionen Barrel Öl pro Tag aus der Region. Dies entspreche etwa der Hälfte jener Mengen, die seit Beginn des Konflikts in der Straße von Hormus festgesessen hätten.

Wright sprach von einer bislang wenig bekannten militärischen Maßnahme, die erst kürzlich begonnen habe. Ziel sei es, den internationalen Energiehandel trotz der Spannungen aufrechtzuerhalten.

„Kein iranisches Rohöl gelangt aus der Straße von Hormus“, sagte Wright. Zugleich äußerte er die Erwartung, dass im Falle einer Einigung der freie Warenverkehr rasch wiederhergestellt werden könne.

Sollte es hingegen zu keinem Abkommen kommen, werde das US-Militär weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Handelswege offenzuhalten. Die Aussicht auf eine politische Lösung hat bereits Auswirkungen auf die internationalen Rohstoffmärkte. Nachdem der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl Mitte Mai zeitweise auf über 110 US-Dollar gestiegen war, fiel er zuletzt auf rund 86 US-Dollar.

Streitpunkt Israel und Hisbollah

Trotz der Fortschritte bleiben zentrale Konfliktpunkte bestehen. Dazu gehört insbesondere die Rolle Israels und die Lage im Libanon. Teheran fordert seit Längerem, dass ein Friedensrahmen auch die israelischen Militäroperationen gegen die Hisbollah im Libanon berücksichtigt. Die schiitische Miliz wird von den USA als Terrororganisation eingestuft und gilt als enger Verbündeter Irans.

Nach Angaben iranischer Vertreter könnte eine Fortsetzung der israelischen Offensive die Verhandlungen gefährden. Israel wiederum beharrt auf seinem Recht zur Selbstverteidigung.

Israels Verteidigungsminister Katz begrüßte zwar die Bemühungen der Trump-Regierung um eine politische Lösung, machte jedoch deutlich, dass Israel sich die Möglichkeit militärischer Maßnahmen gegen Iran vorbehalte. „Israel muss sicherstellen, dass wir auch in Zukunft unabhängig handeln können, um Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern“, sagte Katz laut dem Portal „The Times of Israel“.

Gemeinsam mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe er die israelischen Streitkräfte angewiesen, entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Zudem werde Israel seine militärische Präsenz in den derzeit kontrollierten Gebieten im Libanon, in Syrien und im Gazastreifen aufrechterhalten.

Rückkehr zu einem neuen Nuklearabkommen?

Die aktuellen Verhandlungen knüpfen teilweise an das internationale Atomabkommen von 2015 an. Damals hatte Iran Einschränkungen seines Atomprogramms akzeptiert und im Gegenzug eine Lockerung internationaler Sanktionen erhalten.

Trump zog die USA während seiner ersten Amtszeit aus dem Abkommen zurück und verschärfte die Strafmaßnahmen gegen Teheran. Die damalige Begründung lautete, das Abkommen erfasse weder das iranische Raketenprogramm noch die Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Region ausreichend. Nach Angaben des US-Beamten soll das neue Abkommen über die nuklearen Fragen hinausgehen. Ziel sei es, die Finanzierung regionaler Gewaltkonflikte einzudämmen und zugleich die territoriale Souveränität Irans zu respektieren.