Der neue britische Premierminister und Vorsitzende der Labour-Partei, Andy Burnham, nach seiner Ankunft in der Downing Street Nr. 10 am 20. Juli 2026 in London, England. - Foto: Christopher Furlong/Getty Images
Der neue britische Premierminister verliert keine Zeit – kurz nach seiner Ernennung hat Andy Burnham das Kabinett neu geordnet. Überraschend machte der 56-Jährige, der am Montag von König Charles III. mit der Regierungsbildung beauftragt worden war, den früheren Verteidigungsminister John Healey zum Finanzminister.
Healey hatte das Kabinett im Juni aus Protest gegen den Kurs von Burnhams Vorgänger Keir Starmer verlassen. Vor allem ging es um die Höhe der Verteidigungsausgaben, die ihn nun auch in seiner neuen Rolle weiter beschäftigen dürfte.
Die Berufung zum „Chancellor of the Exchequer“ sei „die größte Ehre“, sagte der erfahrene Minister. „Gemeinsam werden wir eine neue Wirtschaft aufbauen, neue Hoffnung schaffen und die Interessen der arbeitenden Menschen in diesem Land voranbringen.“
Bisheriger Gesundheitsminister wird Verteidigungsminister
Ebenso überraschend wurde in der Nacht der ehemalige Gesundheitsminister Wes Streeting als Verteidigungsminister berufen. Streeting galt kurzzeitig als Rivale für Burnham um den Parteivorsitz, hatte sich aber nach dessen Einzug ins Parlament aus dem Rennen zurückgezogen.
Auf der Plattform X versicherte der neue Verteidigungsminister: „Wir werden sicherstellen, dass unsere Streitkräfte über die notwendigen Ressourcen verfügen, und unseren internationalen Verbündeten, insbesondere der Ukraine, entschlossen zur Seite stehen.“
Der unter Starmer von seinem Amt als britischer Gesundheitsminister zurückgetretene Wes Streeting wird im Kabinett von Burnham Verteidigungsminister (Archivfoto).
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Zur Lage im Irankrieg und in der Straße von Hormus äußerte er sich in der Mitteilung nicht. Große Änderungen an der Verteidigungs- und Außenpolitik werden unter der neuen Regierung nicht erwartet.
Alte Bekannte kehren zurück
Neuer Außenminister ist der bisherige Energieminister und ehemalige Labour-Parteivorsitzende Ed Miliband, der zwischenzeitlich für den Posten des Finanzministers gehandelt wurde. Sein älterer Bruder, David Miliband, war bereits zuvor Außenminister im Kabinett von Premier Gordon Brown.
Für Ed Miliband musste nun die bisherige Chefin im Foreign Office, Yvette Cooper, weichen. Sie ist jetzt Gesundheitsministerin. Innenministerin bleibt Shabana Mahmood.
Der britische Minister für Klima und Energie, Ed Miliband, am 23. Juni 2026 in der 10 Downing Street im Zentrum von London. Er übernimmt das Außenministerium.
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Mit Angela Rayner kehrt zudem ein bekanntes Gesicht der Partei-Linken als Wohnungsbauministerin zurück. Diese Rolle hatte sie bereits unter Keir Starmer von 2024 bis 2025 inne. In dieser Zeit war sie auch Starmers Vize, musste aber wegen einer Steueraffäre zurücktreten. Inzwischen ist sie vom Verdacht der Steuerhinterziehung entlastet.
Etliche Vertraute von Starmer spielen unter dem neuen Regierungschef dagegen künftig keine große Rolle mehr, darunter der frühere Vize-Regierungschef und Justizminister David Lammy und die bisherige Finanzministerin Rachel Reeves.
„Ich wäre stolz gewesen, weiterhin im Kabinett zu dienen. Aber ein neuer Premierminister hat das Recht, sein eigenes Team zusammenzustellen“, sagte Lammy der Nachrichtenagentur PA zufolge.
Keir Starmer hält am 20. Juli 2026 in London, England, in der Downing Street eine Abschiedsrede, nachdem er als Premierminister zurückgetreten ist.
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Telefonat mit Trump
Eine der ersten offiziellen Amtshandlungen des neuen Premiers war ein Telefonat mit US-Präsident Donald Trump. Unter Starmer war das Verhältnis der Downing Street zum Weißen Haus merklich abgekühlt, was vor allem aber an Trump lag.
Auf Truth Social versicherte der US-Präsident nun, das Gespräch mit Burnham sei „sehr gut“ verlaufen. „Der Premierminister hat eine große Aufgabe vor sich, aber er wird sie meistern können, und natürlich werden die USA ihm dabei zur Seite stehen!“
In einer Mitteilung der Downing Street zu dem Telefonat hieß es, bei der Darlegung seiner Vision als Premier des Vereinigten Königreichs habe Burnham erklärt, „dass sein Schwerpunkt auf der Reindustrialisierung des gesamten Landes liegen werde“.
Zudem habe Burnham sein Engagement für Verteidigung und Sicherheit bekräftigt. Die Gewährleistung der Sicherheit des Vereinigten Königreichs und seiner Verbündeten habe für ihn oberste Priorität.
Konkret ging es in dem Gespräch laut Trump um „Nordseeöl, Handel, das Militärbündnis, die Minenräumung in der Straße von Hormus und viele andere Themen“. Auch werde man sich „in nicht allzu ferner Zukunft treffen, um Themen von gemeinsamem Interesse zu erörtern“.
Burnham habe seinerseits die Hoffnung geäußert, „dem Präsidenten bei einem künftigen Besuch zeigen zu können, was Manchester zu bieten hat“, teilte ein Sprecher mit Blick auf Burnhams vorheriges Amt als Bürgermeister von Greater Manchester mit.
Der US-Präsident hatte vor kurzem noch Zweifel an Burnham geäußert und ihn als „Bürgermeister einer Kleinstadt“ und „extrem liberal“ bezeichnet. Später äußerte er seine Hoffnung, Burnham könne als Premier wieder Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee erlauben.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Burnham am Montagmittag gratuliert. „Das Vereinigte Königreich und Deutschland sind einander enge Verbündete und Partner“, schrieb Merz.
„Gerade in diesen Zeiten beweist sich unsere tiefe Verbundenheit. Sehr gern möchte ich mich mit Ihnen zu den vor uns liegenden Herausforderungen austauschen und lade Sie daher gern zu einem baldigen Besuch nach Berlin ein.“
In einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ging es laut der Downing Street auch um die Notwendigkeit, die Ukraine weiterhin zu unterstützen, unter anderem durch die gemeinsame Leitung der sogenannten Koalition der Willigen. Burnham telefonierte ebenfalls mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
In Bezug auf den Nahen Osten waren sich Macron und Burnham den Angaben zufolge einig, dass die Bemühungen um eine Deeskalation fortgesetzt und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden müssen. Auf der Plattform X äußerte Macron zudem den Wunsch, dass die Beziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich auch den Beziehungen der Briten zur Europäischen Union wieder „neuen Schwung“ verleihen. (dpa/red)
Der Sultan verfügt über geradezu märchenhaften Reichtum. (Archivbild) - Foto: Hasnoor Hussain/Reuters Pool/AP/dpa
Vergoldete Kuppeln, Tausende Luxusautos und ein Palast, der größer ist als manches Dorf: Kaum ein Herrscher verkörpert märchenhaften Reichtum so sehr wie Sultan Hassanal Bolkiah von Brunei.
Seit fast sechs Jahrzehnten herrscht er nahezu uneingeschränkt über ein Land, das kleiner ist als Schleswig-Holstein, aber auf einem Schatz aus Rohstoffen sitzt: Der Zwergstaat ist einer der größten Ölproduzenten Südostasiens und einer der weltweit wichtigsten Exporteure von Flüssigerdgas.
Wenn der Monarch heute 80 Jahre alt wird, verwandelt sich das kleine Sultanat auf der Insel Borneo mit seinen rund 450.000 Einwohnern tagelang in eine einzige Festkulisse.
Gelbe Nationalflaggen mit schwarzem und weißem Streifen säumen die Straßen, riesige Porträts des Herrschers schmücken Gebäude, Schulen und Behörden. Alljährlich gibt es zu seinen Ehren zudem eine große Parade in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan.
Brunei auf der Insel Borneo ist wegen reicher Öl- und Gasvorkommen steinreich. (Archivbild)
Foto: Vincent Thian/AP/dpa
Der Sultan reist zu den Untertanen
Ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten ist eine Reise des Monarchen durch alle vier Landesteile. Dabei trifft er Bürger persönlich, nimmt Briefe entgegen und posiert für Fotos. Der Sultan ist beliebt – Privatpersonen zahlen keine Steuern, auch bietet das steinreiche Land seinen Bürgern kostenlose Gesundheitsversorgung und Bildung sowie umfangreiche staatliche Subventionen.
24. Februar 2025: Im Stadtzentrum von Bandar Seri Begawan, der Hauptstadt von Brunei.
Foto: keladawy/iStock
Als einer der letzten absoluten Monarchen der Welt ist Bolkiah Staatsoberhaupt, Premierminister, Finanz-, Außen und Verteidigungsminister sowie der Hüter der islamischen Staatsreligion in Personalunion.
Auf Grundlage eines seit 1962 geltenden Ausnahmezustands, der regelmäßig verlängert wird, erlässt er Gesetze per Dekret. Demokratische Strukturen oder Wahlen existieren nicht. Auch die Meinungs- und Pressefreiheit sind stark eingeschränkt.
„Seine Majestät der Sultan kann weder in seiner persönlichen noch in seiner offiziellen Funktion etwas Falsches tun.“
Diesen Satz ließ der Monarch in die Verfassung aufnehmen. Sprich: Jede Kritik an ihm wird streng geahndet. Viele Bürger akzeptieren das System aber wegen des hohen Lebensstandards.
Sagenhafter Reichtum und ein Weltrekord
Berühmt ist der Sultan allerdings weniger wegen seiner Politik als wegen seines sagenhaften Reichtums. Lange galt er als reichster Mann der Welt, bevor wie Bill Gates und Elon Musk ihn von der Spitze der Rangliste verdrängten.
Bis heute ist er aber mit einem geschätzten Vermögen von etwa 30 Milliarden US-Dollar (rund 26 Milliarden Euro) einer der wohlhabendsten Royals weltweit.
Im Teng Yuan Tempel in Bandar Seri Begawan, der Hauptstadt Bruneis.
Foto: Andrey Kulagin/iStock
Seine Sammlung von etwa 7.000 Prestigeautos – darunter Schätzungen zufolge 600 Rolls-Royce und 450 Ferraris – gilt als die größte der Welt. Damit hat er es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Die Luxuskarossen allein sollen mehr als fünf Milliarden Dollar wert sein. Um sie gebührend benutzen zu können, ließ Bolkiah auf dem Palastgelände eine Rennstrecke bauen.
Prinz Abdul Mateen und seine Braut Anisha Rosnah werden im offenen Rolls Royce durch die Straßen von Bandar Seri Begawan gefahren (2024).
Foto: Uncredited/Brunei’s Information Department/AP/dpa
Riesiger Palast mit fast 1.800 Zimmern
Apropos Palast: Der Istana Nurul Iman ist der offizielle Sitz des Sultans – und gilt mit einer Fläche von 200.000 Quadratmetern als der größte Wohnpalast der Welt. Zum Vergleich: Das ist in etwa die halbe Fläche des Vatikanstaats.
Es gibt 1.788 Zimmer, mehr als 250 Bäder und eine Kuppel aus 22-karätigem Gold. Auch an den Fenster- und Türbögen wurde an purem Edelmetall nicht gespart. An den Wänden hängt unter anderem ein Bild des französischen Impressionisten Auguste Renoir, für das der Sultan 70 Millionen Dollar bezahlt haben soll.
Kritik an drakonischen Strafen
International geriet Brunei (mit offiziellem Namen Brunei Darussalam – „Ort des Friedens“) vor einigen Jahren wegen seines strengen islamischen Strafrechts in die Kritik. Die 2014 schrittweise eingeführte Scharia wurde 2019 noch einmal verschärft.
Sie sieht drakonische Strafen vor – unter anderem Steinigung für Ehebruch und homosexuelle Handlungen sowie Amputationen für Diebstahl. Nach weltweiten Protesten und Boykottaufrufen gegen Hotels der Herrscherfamilie erklärte der Sultan schließlich, dass das seit Jahrzehnten geltende Moratorium für die Todesstrafe auch für die meisten Scharia-Urteile gelte.
Tatsächlich wurde in Brunei seit 1957 niemand mehr hingerichtet.
Empfang in Berlin
Trotz der internationalen Kritik an Bruneis autoritärem System ist der Sultan im Ausland ein oft und zumeist gerngesehener Gast. Noch im Mai besuchte er auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Berlin.
Brunei gehört zu den ASEAN-Staaten.
Im Mai 2026 wurde der Sultan vom Bundespräsidenten empfangen. (Archivbild)
Foto: Carsten Koall/dpa
Während in Bandar Seri Begawan die Geburtstagsfeierlichkeiten steigen, bleibt Hassanal Bolkiah – der zwölf Kinder aus drei Ehen hat – für viele im Westen aber eine schwer greifbare Figur: Der dienstälteste Herrscher der Welt schwankt irgendwo zwischen mittelalterlich anmutendem Absolutismus und modernem Staatskapitalismus.
Prinz Abdul Mateen von Brunei (2.v.r) mit seiner Braut Anisha Rosnah (2.v.l) neben Königin Hajah Saleha (l.) und dem Sultan Hassanal Bolkiah (r).
Foto: —/Brunei’s Information Department/AP/dpa
Ölreserven gehen aus
Gleichzeitig sind auch Bruneis Öl- und Gasvorräte endlich und dürften nur noch einige Jahrzehnte reichen. Es gibt aber bereits eine Zukunftsstrategie: „Wawasan Brunei 2035“, auf Deutsch etwa: Vision für Brunei 2035.
Der Sultan will den Kleinstaat damit in Zukunft wirtschaftlich breiter aufstellen – und auf die Zeit nach dem Ölzeitalter vorbereiten. (dpa/red)
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit leidet unter einer schweren Lungenfibrose. (Archivbild) - Foto: Lise Åserud/NTB Pool/dpa
Die schwer kranke norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) hat eine neue Lunge bekommen. Das teilte das norwegische Königshaus mit. „Die Lungentransplantation ist so weit erfolgreich verlaufen“, zitierte das norwegische Königshaus Abteilungsleiter Arnt Fiane vom Universitätskrankenhaus in Oslo.
Die Kronprinzessin werde jetzt für mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben müssen – erst bei ihrer Entlassung sei das nächste Update zu erwarten. Ihr Mann, Kronprinz Haakon, werde sein Programm in nächster Zeit weiter anpassen, um seiner Frau beistehen zu können.
Mette-Marit litt unter einer schweren Lungenfibrose – ihr war es in den vergangenen Monaten immer schlechter gegangen. Vor einigen Wochen hatte der Hof mitgeteilt, dass die Kronprinzessin auf die Warteliste für eine neue Lunge gesetzt worden war. Nun ging es anscheinend sehr schnell.
Kurzfristige Entscheidung über Eingriff
Spenderlungen sind rar, daher wird über solch einen Eingriff sehr kurzfristig entschieden. Bei einer Lungenfibrose bilden sich Narben im Lungengewebe, was Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten verursachen kann. Die Krankheit gilt als nicht heilbar.
Die Krankheit hat Konsequenzen für die gesamte Kronprinzenfamilie. So wird das Kronprinzenpaar nicht wie geplant im August seine silberne Hochzeit feiern. Kronprinz Haakon hatte wegen seiner kranken Frau in letzter Zeit immer wieder Termine abgesagt und zuletzt auch eine Reise deshalb verkürzt.
Aus Sorge um ihre Mutter war zudem die Tochter der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Prinzessin Ingrid Alexandra, vorläufig aus Australien nach Hause zurückgekommen. Seit dem vergangenen Sommer studiert sie an der Universität von Sydney internationale Beziehungen und politische Ökonomie.
Zusätzlich zu ihrer Krankheit belasten mehrere Skandale die Kronprinzessin. Durch die Veröffentlichungen im Fall Jeffrey Epstein war Mette-Marits frühere Freundschaft zu dem Sexualstraftäter bekanntgeworden.
In einem Fernsehinterview sagte sie in diesem Frühjahr, Epstein habe sie manipuliert und getäuscht. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst. Viele ihrer Landsleute nahmen ihr das enge Verhältnis zu dem Sexualstraftäter sehr übel.
Sorgen macht Mette-Marit auch ihr Sohn aus einer früheren Beziehung. Am Montag wurde Marius Borg Høiby unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt.
Er hatte in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, aus der Untersuchungshaft freizukommen – es sei unerträglich, nicht bei seiner kranken Mutter sein zu können, argumentierte er. Das Kronprinzenpaar hat außerdem zwei gemeinsame Kinder: Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus. (dpa/red)
Der Prozess gegen den berühmten Norweger beschäftigt die Presse seit Monaten. (Archivbild) - Foto: Julia Wäschenbach/dpa
Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Hoiby, ist wegen Vergewaltigung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Ein Gericht in Oslo befand den 29-Jährigen am Montag wegen zwei der vier ihm zur Last gelegten Vergewaltigungen schuldig. In das Hafturteil flossen außerdem Gewalt gegen eine seiner früheren Freundinnen, Drohungen sowie Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung ein.
Das Urteil trifft Hoiby und seine Mutter in einer schwierigen Zeit: Mette-Marit, bei der 2018 eine seltene Form von Lungenfibrose diagnostiziert worden war, wartet derzeit auf eine Spender-Lunge. Der Gesundheitszustand der 52-Jährigen hatte sich jüngst deutlich verschlechtert. Hoibys Verteidiger war dennoch mit dem Antrag gescheitert, seinen Mandanten vor der Urteilsverkündung aus der Untersuchungshaft zu entlassen.
Hoiby hatte im Februar und März wegen 40 Anklagepunkten vor Gericht gestanden, unter anderem wegen der Vergewaltigung von vier Frauen, die zum Tatzeitpunkt schliefen oder bewusstlos waren. Zudem wurde dem 29-Jährige zur Last gelegt, mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Haft für Hoiby gefordert. Sein Verteidiger verlangte dagegen Freispruch bei den am schwersten wiegenden Anklagepunkten.
Hoiby ist Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon. Er gehört formell nicht dem Königshaus an. (afp/red)
Die Geburtstagsparade findet jedes Jahr zu Ehren des britischen Monarchen statt. - Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
Tausende Briten und Touristen haben die britische Königsfamilie bei der Geburtstagsparade für König Charles III. in London bejubelt.
Der Monarch (77) und seine Frau Königin Camilla (78) fuhren bei dem als „Trooping the Colour“ bekannten Spektakel die Prachtstraße The Mall vom Buckingham-Palast zum zentralen Exerzierplatz Horse Guards Parade in einer Kutsche entlang – an ihrer Seite Hunderte Gardesoldaten.
In einer weiteren Kutsche waren Prinzessin Kate (44) und ihre Kinder, Prinz George (12), Prinzessin Charlotte (11) und Prinz Louis (8), unterwegs.
Prinzessin Kate fährt Kutsche – mit Kindern, aber ohne Mann
Die Frau von Prinz William (43) nahm nach ihrer Krebserkrankung wieder voll an der Parade teil – in einem hellblauen Outfit von Catherine Walker. Ein Hut von Philip Treacy komplettierte der Nachrichtenagentur PA zufolge den Look. Keine Spur in der Kutsche jedoch von Prinz William: Der begleitete die Parade auf dem Pferderücken, genau wie seine Tante, Prinzessin Anne (75), und sein Onkel, Prinz Edward (62) – zwei der Geschwister des Königs.
Manche Zaungäste am Straßenrand hatten besonderes Glück: Einige Kinder hatten auf den Schultern ihrer Eltern Platz genommen und einen guten Blick auf die Royals. Für die Britinnen Emma McCarthy und Sarah Fuller ist „Trooping the Colour“ einer ihrer Lieblingstage im Jahr. „Wir kommen jedes Jahr und stehen am selben Platz“, erzählten sie der BBC.
Viele Schaulustige zückten ihre Handys, um den Moment bei strahlendem Sonnenschein festzuhalten. Die besseren Aussichten auf gutes Wetter sind der Grund, weshalb die Feier im Juni stattfindet – Geburtstag hat Charles III. nämlich eigentlich im November.
In der Menge waren auch einige Monarchie-Gegner zu entdecken. Mit Plakaten mit Aufschriften wie „Nieder mit der Krone“ taten sie laut PA ihre Meinung kund.
König Charles III. ist schon zum vierten Mal als Monarch dabei
Die Tradition der Militärparade „Trooping the Colour“ reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. „Colour“ meint dabei die Fahne, die bei der Parade präsentiert wird. Diesen Job übernimmt jedes Jahr ein anderes der fünf Infanterie-Garderegimenter des Königs.
Diesmal sind es die sogenannten Grenadier Guards. Mehr als 1.000 Soldaten und Militärkapellen sind in der Regel bei der Parade dabei. Zum Abschluss führt eine Prozession wieder zurück zum Buckingham-Palast.
Neben Fans der Königsfamilie dürften auch einige Flugzeug-Enthusiasten unter den Besuchern der Parade sein. Zum Abschluss der Zeremonie überfliegen nämlich Dutzende Militärflugzeuge den Palast, während die Royals winkend auf dem Balkon stehen.
Den Ablauf dürfte Charles inzwischen im Schlaf kennen. Bereits mit drei Jahren war er zum ersten Mal bei der Parade dabei – Monarch war damals noch George VI., sein Opa. Nach vielen Jahren mit Queen Elizabeth II. als Monarchin nahm Charles nach deren Tod (im September 2022) in diesem Jahr schon zum vierten Mal als König an dem Spektakel teil. (dpa/red)
Sonja von Norwegen war wegen Vorhofflimmerns und Herzinsuffizienz krankgeschrieben und erhielt im Januar einen Herzschrittmacher. (Archivbild). - Foto: Ole Hagen/Getty Images
Norwegens Königin Sonja ist nach einer Nacht im Krankenhaus wegen Herzproblemen wieder zu Hause. „So weit ich weiß, fühlt sie sich viel besser“, sagte ihr Ehemann, König Harald V., am Donnerstag, 28. Mai während einer Reise vor Journalisten.
Königin Sonja nach Klinikaufenthalt besser
Der 89-jährige Monarch zeigte sich zugleich sehr besorgt über den Zustand seiner lungenkranken Schwiegertochter, Kronprinzessin Mette-Marit.
Die 88-jährige Königin Sonja war am Mittwoch zur Beobachtung in eine Klinik in der Hauptstadt Oslo gebracht worden.
Dort werde sie „einige Tage“ lang bleiben, teilte der königliche Palast mit. König Harald sagte nun jedoch, seine Frau sei „auf dem Weg nach Hause“.
Der Monarch, der selbst gesundheitlich angeschlagen ist und auf Gehhilfen angewiesen ist, reist derzeit durch Norwegen.
Königin Sonja war am Sonntag wegen Vorhofflimmerns und Herzinsuffizienz krankgeschrieben worden. Ihr war im Januar ein Herzschrittmacher eingesetzt worden.
Sorge um Kronprinzessin Mette-Marit
Über seine Schwiegertochter Mette-Marit sagte König Harald, diese sei „ernsthaft krank“. „Daran gibt es keinen Zweifel“, sagte er vor Journalisten und fügte hinzu, dies sei „sehr traurig“.
Kronprinz Haakon hatte am Dienstag gesagt, Mette-Marits Zustand habe sich „in jüngster Zeit deutlich verschlechtert“. Er mache sich „Sorgen um ihre Gesundheit“.
Mette-Marit hatte 2018 bekannt gegeben, dass sie an einer seltenen Form von Lungenfibrose leidet, einer unheilbaren Krankheit. Diese führt zu Narbenbildung in der Lunge und damit zu Atemnot.
Kürzlich hatte sich die 52-Jährige erstmals öffentlich mit einem Sauerstoffgerät gezeigt. Ende Dezember hatte der Palast erklärt, dass sich Mette-Marit vermutlich in absehbarer Zeit einer Lungentransplantation unterziehen müsse.
Gesundheitliche und private Belastungen
„Sie nutzt täglich Sauerstoff, und das hilft ein wenig, aber es ist offensichtlich keine ganz zufriedenstellende Lösung“, sagte der 52-jährige Kronprinz.
Hinter Mette-Marit, die Haakon 2001 geheiratet hatte, liegen schwierige Monate. Ihr Sohn Marius Borg Hoiby, der aus einer früheren Beziehung stammt, musste sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht verantworten.
Das Urteil gegen ihn wird für Mitte Juni erwartet. Die Kronprinzessin steht zudem wegen ihrer jahrelangen Freundschaft mit dem inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck. (afp/red)
Mette-Marit unter Druck wegen ihrer langjährigen Verbindung zu Jeffrey Epstein. (Archivbild). - Foto: Lise Åserud/NTB/dpa
Besorgt hat sich Kronprinz Haakon über den Gesundheitszustand seiner Ehefrau Mette-Marit geäußert, die an einer unheilbaren Lungenkrankheit leidet.
„Die Kronprinzessin ist schwer krank, und ich finde, dass sich ihr Zustand in jüngster Zeit deutlich verschlechtert hat“, sagte Haakon am Dienstag, 26. Mai bei einer Pressekonferenz. Er mache sich „Sorgen um ihre Gesundheit“.
Mette-Marit hatte 2018 bekannt gegeben, dass sie an einer seltenen Form von Lungenfibrose leidet, einer unheilbaren Krankheit. Diese führt zu Narbenbildung in der Lunge und damit zu Atemnot.
Die 52-jährige Mette-Marit setze inzwischen im Alltag auf ein Sauerstoffgerät, das ihr etwas Erleichterung verschaffe, berichtete der Kronprinz. „Aber natürlich ist das keine vollkommen befriedigende Lösung.“
Ende Dezember hatte der Palast erklärt, dass sich Mette-Marit vermutlich in absehbarer Zeit einer Lungentransplantation unterziehen müsse.
In den vergangenen Monaten hatte sich Mette-Marits Sohn Marius Borg Hoiby, der aus einer früheren Beziehung stammt, wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht verantworten müssen. Das Urteil gegen ihn wird für Mitte Juni erwartet.
Die Kronprinzessin steht zudem wegen ihrer jahrelangen Freundschaft mit dem inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck.
In Ende Januar veröffentlichten Ermittlungsakten zum Fall Epstein tauchte Mette-Marits Name häufig auf. Inhalt und Tonfall eines E-Mail-Wechsels der beiden zwischen 2011 bis 2014 deuten auf eine gewisse Vertrautheit hin. (afp/red)
Queen Elizabeths ausdrücklicher Wunsch: So setzte sie die Ernennung ihres Sohnes Andrew durch (Archivbild). - Foto: Chris Jackson - WPA Pool/Getty Images
Die verstorbene Königin Elizabeth II. hat sich laut offiziellen Dokumenten dafür eingesetzt, dass ihr Sohn, der damalige Prinz Andrew, zum britischen Handelsbeauftragten ernannt wurde.
Dies geht aus einem Schreiben der Handelsorganisation British Trade International (BTI) vom 25. Februar 2000 an den damaligen Außenminister hervor, das die britische Regierung am Donnerstag, 21. Mai zusammen mit anderen Dokumenten zur Epstein-Affäre veröffentlichte.
Queen wollte Andrew als Handelsbeauftragten
Die elf veröffentlichten Dokumente befassen sich mit der Ernennung Andrews zum Sondergesandten von BTI. Demnach schrieb der damalige BTI-Chef David Wright nach einem „ausführlichen Gespräch“ mit dem Privatsekretär von Queen Elizabeth II., es sei der „Wunsch“ der Monarchin, dass der damalige Herzog von York den Posten erhalte.
Die Königin sei „sehr daran interessiert“, dass ihr Sohn eine prominente Rolle bei der Förderung der nationalen Interessen übernehme.
Andrews umstrittene Zeit als Handelsbeauftragter
Andrew war von 2001 bis 2011 als Handelsbeauftragter für sein Land in der Welt unterwegs. Der Posten war unbezahlt, doch wurden die Kosten etwa für luxuriöse Unterkünfte mit öffentlichen Geldern gezahlt.
Die Regierung von Labour-Premierminister Keir Starmer hatte sich im Februar für eine Freigabe von Dokumenten zur Rolle des später in Ungnade gefallenen Andrew ausgesprochen.
Sie unterstützte einen von den oppositionellen Liberaldemokraten im Parlament eingebrachten Antrag auf Offenlegung des Überprüfungsprozesses des damaligen Prinzen vor dessen Ernennung zum Handelsbeauftragten.
Dem Bruder des heutigen König Charles III. wird vorgeworfen, als Handelsbeauftragter geheime Geschäftsinformationen an den später verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein übermittelt zu haben. Der Ex-Prinz wurde im Februar im Zuge von Ermittlungen im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre vorübergehend festgenommen.
König Charles III. hatte seinem Bruder wegen dessen Verbindungen zu Epstein bereits im vergangenen Jahr alle königlichen Titel und Ehren aberkannt. Andrew Mountbatten-Windsor bestreitet jedes Fehlverhalten.
Festnahme Mandelsons belastet Starmer
Auch der ehemalige britische Wirtschaftsminister und Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, wurde im Zusammenhang mit den Epstein-Enthüllungen vorübergehend festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an den Finanzinvestor Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben.
Durch die Affäre ist auch Premierminister Starmer in Bedrängnis geraten. Sowohl Andrew als auch der jahrelang einflussreiche Strippenzieher Mandelson waren von Labour-Regierungen ernannt worden.
Starmer selbst ernannte Mandelson zum US-Botschafter – obwohl er bereits wusste, dass Mandelson nach Epsteins Verurteilung 2008 weiterhin Kontakt zu dem Sexualstraftäter hielt.
Tausende Opfer und prominente Kontakte
Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente wie Andrew vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.
Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid. (afp/red)
Der britische König Charles III. befand sich während der falschen Todesmeldung bei einem Besuch in Nordirland. (Archivbild) - Foto: Aaron Chown–WPA Pool/Getty Images
Ein britischer Radiosender hat sich am Mittwoch, 20. Mai, entschuldigt, nachdem er am Vortag fälschlicherweise den Tod von König Charles III. vermeldet hatte.
„Das Protokoll ‚Monarch‘ – das alle britischen Radiosender bereithalten, in der Hoffnung, es niemals nutzen zu müssen – wurde am Dienstagnachmittag versehentlich ausgelöst und hat fälschlicherweise den Tod seiner Majestät des Königs verkündet“, schrieb der Chef von Radio Caroline, Peter Moore, im Onlinedienst Facebook.
Moore verwies auf „einen Computerfehler, der im Hauptstudio aufgetreten ist“. Die Sendung war in der Mediathek auf der Website des in Essex im Südosten Englands ansässigen Senders nicht verfügbar.
Nachdem der Sender, der 1964 gegründet wurde, seinen Fehler bemerkt hatte, entschuldigte er sich zunächst live auf Sendung und anschließend in Onlinediensten beim König und bei den Zuhörern für die „entstandenen Unannehmlichkeiten“.
Moore betonte, Radio Caroline hatte „das Vergnügen, die Weihnachtsbotschaft Ihrer Majestät der Königin zu übertragen, und inzwischen auch die des Königs, und wir hoffen, dies noch viele Jahre lang tun zu können“.
Der Sohn und Nachfolger der 2022 verstorbenen Königin Elizabeth II. befand sich zu dem Zeitpunkt, als Radio Caroline irrtümlich seinen Tod meldete, bei einem Besuch in Nordirland.
Der 77-jährige König wird weiterhin wegen einer Krebserkrankung behandelt. Im Dezember 2025 hatte er von Erfolgen bei der Behandlung gesprochen. (afp/red)
König Charles III. bei der Royal Windsor Horse Show. - Foto: Aaron Chown/PA Wire/dpa
Bei der traditionellen royalen Pferdeschau in Windsor ist ein Soldat nach dem Sturz von seinem Pferd gestorben. Wie die Thames Valley Police mitteilte, handelt es sich um ein Mitglied der Royal Horse Artillery.
Die Reiterin oder der Reiter sei nach dem Ende der Vorführung bei der Royal Windsor Horse Show außerhalb der Arena vom Pferd gestürzt. Trotz sofortiger Behandlung sei die Person, die schwere Verletzungen erlitten hatte, gestorben, hieß es weiter.
Charles ist „zutiefst schockiert und betrübt“
Der Vorfall werde nicht als verdächtig eingestuft, dennoch sei der Hergang ungeklärt, so die Mitteilung. Die Polizei rief die Öffentlichkeit auf, Informationen oder Material wie Bilder und Videos von dem Vorfall mit den Ermittlern zu teilen.
König Charles III. (77), der wie seine Mutter einst an dem Event im Park von Schloss Windsor stets persönlich teilnimmt, zeigte sich betroffen. Der König sei „zutiefst schockiert und betrübt“, von dem tödlichen Unfall zu hören, sagte ein Palastsprecher der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Der Monarch werde mit den Hinterbliebenen in Kontakt treten, um seine persönlichen Beileidsbekundungen zu überbringen. (dpa/red)
Nach 52 Jahren auf dem Thron dankt Königin Margrethe II. ab. - Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild-POOL/dpa
Wegen Brustschmerzen wurde die ehemalige dänische Königin Margrethe II., die vor zwei Jahren abdankte, ins Krankenhaus eingeliefert.
Die Königin sei „heute Nachmittag wegen einer Angina Pectoris“ ins Rigshospitalet, das größte Krankenhaus Kopenhagens, gebracht worden, teilte der dänische Königspalast am Donnerstag, 14. Mai in einer Erklärung mit.
Margrethe, die am 16. April 86 Jahre alt geworden ist, müsse das ganze Wochenende über beobachtet werden und sich mehreren Untersuchungen unterziehen, hieß es weiter. „Ihre Majestät ist müde, aber bei guter Laune“, betonte das Königshaus.
Margrethe war 52 Jahre lang Oberhaupt von Dänemark, bevor sie im Januar 2024 abdankte und ihr Sohn Frederik König wurde.
In den vergangenen Jahren hatte Margrethe immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr wurde sie wegen einer Erkältung im Krankenhaus behandelt, 2023 hatte sie sich einem größeren Eingriff am Rücken unterziehen müssen.(afp/red)
Der britische König Charles III. befand sich während der falschen Todesmeldung bei einem Besuch in Nordirland. (Archivbild) - Foto: Aaron Chown–WPA Pool/Getty Images
Eigentlich sollen heute im britischen Parlament alle Augen auf König Charles III. gerichtet sein. Mit Krone und Gewand eröffnet der Monarch ab 12:30 (MESZ) feierlich das Sitzungsjahr und verliest die Gesetzesvorhaben.
Mitten in der Regierungskrise ist aber weiter offen, wer diese in den kommenden Monaten umsetzen wird. Premierminister Keir Starmer muss jeden Tag aufs Neue um sein Amt kämpfen, seine Partei ist gespalten.
Starmers Gegner
Seit den für Labour desolaten Regionalwahlen am 7. Mai sind vier Junior-Minister (Parliamentary Under-Secretary of State) aus Protest gegen den Premier zurückgetreten, zudem mehrere Regierungsmitarbeiter. Medienberichten zufolge ist die Zahl der Abgeordneten, die Starmer zum Rücktritt auffordern, auf mindestens 80 gestiegen.
Die Zahl würde reichen, um ihn innerparteilich in eine sogenannte Führungswahl zu zwingen. Die Kritiker müssten sich aber hinter einer Gegenkandidatur vereinen, und danach sieht es momentan nicht aus.
Immer wieder fällt der Name von Gesundheitsminister Wes Streeting, der sich dazu aber bislang nicht öffentlich geäußert hat. Der BBC und Sky News zufolge trifft sich Starmer heute mit Streeting noch vor der Parlamentseröffnung zum Gespräch.
Von außen äußerten sich in den vergangenen Stunden kaum Gegner. Bei den Regionalwahlen hatte Reform UK mit Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage triumphiert, der 62-Jährige möchte Premierminister werden.
Der große Labour-Streit dürfte Reform sehr gelegen kommen. Die nächste britische Parlamentswahl ist eigentlich für 2029 geplant – je tiefer die Krise wird, desto höher werden die Chancen auf eine vorgezogene Wahl.
Starmers Fürsprecher
Am Dienstag überstand der Premierminister eine Krisenkabinettssitzung schadlos. Mehrere Minister sprachen Starmer im Anschluss öffentlich das Vertrauen aus.
Vize-Premierminister David Lammy forderte in der BBC dazu auf, „einen Schritt zurückzutreten“ und Farage und Reform nicht in die Karten zu spielen. Starmer habe seine „volle Unterstützung“. Zudem sei niemand hervorgetreten, um sich als Gegenkandidat aufzustellen.
Dazu kam eine Erklärung von mehr als 100 Abgeordneten, die vor einem Führungswahlkampf warnten. Die Partei habe „ein verheerend schlechtes Wahlergebnis erlebt“, heißt es darin laut der Nachrichtenagentur PA.
Die Aufgabe, die Gunst der Wähler zurückzugewinnen, sei schwierig. Deshalb müsse die Arbeit daran sofort beginnen, „indem wir alle gemeinsam daran arbeiten, den Wandel umzusetzen, den das Land braucht“.
Innenministerin Shabana Mahmood ließ über einen Sprecher mitteilen, dass sie unbeirrt ihre Arbeit mache. Zuvor war berichtet worden, die Ministerin hätte zu denen gehört, die Starmer im vertraulichen Gespräch einen baldigen Rücktritt nahegelegt hätten.
Deshalb war im Laufe des Dienstags auch mit ihrem Rückzug gerechnet worden. Dieser blieb – wie auf allen großen Ministerposten – aber aus.
Die Rolle des Königs
König Charles III. dürfte eine sehr klare Meinung zu den Vorgängen rund um den Amtssitz des Premiers in der Downing Street haben. Es gehört aber zum guten Ton zwischen Monarch und Parlament, sich jeweils nicht öffentlich beim anderen einzumischen. Möglicherweise baut der König Hinweise in die traditionelle „King’s Speech“ ein.
Nach der Rede des Königs debattieren die Abgeordneten normalerweise mehrere Tage lang über die Inhalte, ehe es zu einer Abstimmung kommt. Die Regierung verliert diese selten – allerdings war auch selten eine Regierung in einer Situation wie dieses Mal.
Charles III. entzog Prinz Andrew wegen des Epstein-Skandals alle Titel und Ehren und zwang ihn zum Auszug aus Royal Lodge. (Archiv). - Foto: Neil Hall/PA Wire/dpa
Die britische Polizei hat in der Nähe des Hauses des früheren Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor einen bewaffneten Mann festgenommen.
Der bewaffnete Mann habe sich in dem Ort Wolferton „in einer einschüchternden Weise“ verhalten, teilte die Polizei der Grafschaft Norfolk im Osten Englands am Donnerstag mit. Sie war demnach am Mittwochabend wegen des Vorfalls in der Nähe des königlichen Anwesens Sandringham eingeschritten.
Der Mann sei wegen des Verdachts „eines Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung und des Besitzes einer Angriffswaffe“ festgenommen worden, erklärte die Polizei. Mehrere Medien berichteten, Andrew sei beim Gassigehen mit seinen Hunden bedroht worden.
Der Mann habe eine Sturmhaube getragen und in seinem Auto auf Andrew gewartet, schrieb der „Daily Telegraph“.
Dramatische Szene: Mann bedroht Prinz Andrew
Als er Andrew gesehen habe, sei er ausgestiegen und habe den Bruder des britischen Königs Charles III. angeschrien.
Andrew, der in Begleitung eines Leibwächters gewesen sei, habe sich daraufhin in seinen in der Nähe geparkten Wagen geflüchtet und sei schnell davongefahren.
Andrew ist bei den Briten in Ungnade gefallen. Er wird beschuldigt, während seiner Zeit als britischer Handelsgesandter zwischen 2001 und 2011 vertrauliche Dokumente an den später verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Epstein weitergegeben zu haben.
Wegen seiner Beziehungen zu Epstein war der zweite Sohn der früheren britischen Königin Elizabeth II. Mitte Februar vorübergehend festgenommen und stundenlang befragt worden.
Charles entzieht Andrew Titel und Residenz
Charles III. hatte Andrew wegen des Epstein-Skandals bereits im Oktober vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen. Außerdem musste Andrew aus dem königlichen Anwesen Royal Lodge in Windsor ausziehen.
Charles III. zog diese Konsequenzen, nachdem posthum die Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Giuffre erschienen waren. Giuffre hatte darin detailliert ihren Vorwurf erneuert, der damalige Prinz Andrew habe dreimal Sex mit ihr gehabt, darunter zweimal, als sie erst 17 war, und einmal bei einer „Orgie“ auf Epsteins Privatinsel in der Karibik.
Andrew bestritt die Vorwürfe. Ein Rechtsstreit zwischen Giuffre und ihm war 2022 außergerichtlich beigelegt worden. (afp/red)