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IW: Ostdeutsche Wirtschaft holt kaum noch auf

Die ostdeutsche Wirtschaft hinkt der westdeutschen mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung immer noch hinterher – und der Abstand wird seit Jahren nicht kleiner.
Im Jahr 2025 erreichten die fünf ostdeutschen Flächenländer nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) knapp 79 Prozent des Westniveaus, nach gut 78 Prozent im Jahr zuvor.
Seit 1991 hat der Osten zwar kräftig aufgeholt, damals lag er laut IW bei 51 Prozent der westdeutschen Wirtschaftskraft. Seit fünf Jahren ist die Angleichung aber ins Stocken geraten. Der Wert pendelt seit 2020 zwischen 78 und 79 Prozent, die 80-Prozent-Marke hat der Osten bis heute nicht erreicht.
Für den IW-Einheitsindex, der den wirtschaftlichen Aufholprozess Ostdeutschlands seit 1990 abbildet, berücksichtigt das Institut neben der Wirtschaftsleistung je Einwohner auch die Produktivität, den Kapitalstock, den Anteil Hochqualifizierter im Bereich Forschung und Entwicklung, die Erwerbsbeteiligung sowie die Arbeitslosen- und Selbstständigenquote.

Defizite in Forschung und Entwicklung

Defizite sehen die IW-Experten vor allem im Forschungsbereich. Beim Personal in Forschung und Entwicklung erreicht der Osten demnach nur gut 46 Prozent des Westniveaus.
Während der öffentliche Bereich mit Universitäten und Instituten laut IW relativ gut dasteht, fehlen Forscher in der Wirtschaft, da es kaum Großunternehmen gibt.
Aber auch bei anderen Indikatoren kommt der Osten kaum voran: Die Erwerbsbeteiligung sinkt, gemessen an der Gesamtbevölkerung erreichte der Osten 2010 noch knapp 89 Prozent des Westniveaus, 2025 dem IW zufolge nur noch gut 85 Prozent.

Stagnierende Investitionen

Bei Investitionen gibt es Stillstand. Beim Wert aller Maschinen, Fabriken, Straßen und Gebäude je Einwohner – also dem Kapitalstock – holt der Osten seit 15 Jahren kaum noch auf. 2010 lag er bei knapp 77 Prozent des Westniveaus, 2025 bei gut 79 Prozent.
Nach der IW-Prognose schrumpft die Bevölkerung im Osten bis 2045 in einem Szenario ohne Zuwanderung um mehr als ein Fünftel – deutlich stärker als im Westen.
Die ostdeutschen Länder sind deshalb noch stärker auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. „Dass diese Offenheit für Zuwanderung nach den jüngsten Wahlergebnissen infrage steht, trübt den Ausblick“, urteilen die IW-Experten.
Eine – von mehreren ostdeutschen Ministerpräsidenten unterstützte – Beibehaltung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren hält das IW für kontraproduktiv.
Mit seiner Bevölkerungsstruktur sei der Osten besonders darauf angewiesen, erfahrene Beschäftigte länger im Job zu halten. (dpa/red)
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Sonnig, sanft, sicher: Bilderbuch-Wiesn geht in zweite Runde

Die Massen strömen, das Bier auch: Bei perfektem Volksfestwetter hat das Oktoberfest zur Halbzeit noch mehr Menschen angelockt als im Vorjahr. Die Festleitung schätzte die Besucherzahl auf rund 3,8 Millionen – nach 3,5 Millionen im Vorjahr. Dennoch kam es nicht zu gefährlichen Auslastungsspitzen wie 2025.
„Es war von Anfang an eine entspannte Atmosphäre, es war eine friedliche erste Woche“, sagte Wiesnchef Christian Scharpf (SPD). Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) lobte die „harmonische und gute Atmosphäre“. Die Menschen achteten gut aufeinander.
Analog zu den Besucherzahlen berichten Polizei und Wiesn-Sanitätsstation von gestiegenen Einsatzzahlen, ziehen aber eine positive Bilanz. Überschattet wurde das Fest aber von einem tödlichen Unfall. Ein Sicherheitsmitarbeiter eines Fahrgeschäfts starb, nachdem er von einer Gondel getroffen worden war.
Die Wiesn, die als größtes Volksfest der Welt gilt, dauert bis zum 4. Oktober.

Zu voll? Wie die Festleitung Überfüllung verhindert

Zu der entspannten Atmosphäre trug nach Ansicht von Wiesnchef Scharpf eine Kampagne bei, mit der die Festleitung für Besuche unter der Woche geworben hatte, um die Besucherströme zu entzerren. Unter der Woche seien 18,5 Prozent mehr Gäste gekommen, die Zahlen an den Wochenenden lägen leicht unter Vorjahresniveau.
Bewährt habe sich das optimierte Sicherheitskonzept mit KI-gestützten Videokameras und einem Crowdspotter, der das Geschehen beobachtet und mit Durchsagen lenkend eingreifen kann. „Es ist ein Quantensprung für die Sicherheit auf der Wiesn“, sagte Scharpf.
Am Samstag seien bei starkem Andrang zeitweise Eingänge gesperrt worden. Aber: „Es gab zu keiner Zeit solche Menschentrauben, wie wir sie letztes Jahr hatten.“ Damals entging das Fest womöglich knapp einer Katastrophe, als es für viele Menschen nicht mehr vor- und zurückging.

Saures Radler im Trend

Die Gäste griffen bei den Getränken oft zu saurem Radler. Sogar der Wiesnchef wirkt davon überrascht: Er könne sich das nicht recht vorstellen, werde das In-Getränk nun aber selbst probieren, sagte Scharpf.
Der Konsum von Festbier war leicht rückläufig, dafür war Weißbier beliebter. Ansonsten wurden gerne bestellt und konsumiert: Käsespätzle, Bratwürste, halbe Hendl und Ochsen.

Souvenirs: Herzerl gegen Hendlhut

Bei den Souvenirs kommt der Hendlhut etwas aus der Mode – was nicht unbedingt ein Schaden sei, findet zumindest Scharpf. Dafür kaufen auch ausländische Besucher gerne Lebkuchenherzen.
Manchmal müsse die Aufschrift übersetzt werden: „Fescher Bua“ wäre für Italiener, die an diesem sogenannten Italienerwochenende zuhauf das Fest stürmen, ungefähr: „bel ragazzo“. Auch Pins seien gefragt, ein leicht transportables Souvenir. Maßkrüge, noch immer gerne einfach so mitgenommen, sind kein Souvenir, sondern Diebesgut.

Fundsachen und geheime Kräfte der Wiesn

Warum auch immer: Die Fundsachen gingen um 40 Prozent zurück. Zu den zurückgebliebenen Kuriosa zählten ein Bildband über Tibet und ein Rollator. „Möglicherweise hat das Festbier solche Kräfte entfaltet, dass der Rollator nicht mehr nötig war“, sinnierte Scharpf.

Das Wetter

Das Wetter – über das sonst gelegentlich ein Klageleid angestimmt wird – war geradezu perfekt: Temperaturen um die 20 Grad und darüber Sonne sowie meist wolkenloser Himmel.

Die Prominenz

Auch viele Promienten feierten mit. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kam mit seinem italienischen Amtskollegen Matteo Piantedosi. Auch dabei waren unter anderem Arnold Schwarzenegger, Michael Ballack, Oliver Pocher, Andreas Gabalier, Regine Sixt, Florian Silbereisen, Cathy Hummels und die Geissens.

Der Wiesnhit

Bisher Fehlanzeige. Oft gespielt werde „Gute Laune“ von dem Duo GroßstadtEngel. 2025 war der Wiesnhit laut Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) „Brenna Tuats Guat“ von Hubert von Goisern.

Sicherheit auf der Wiesn

Rund 600 Polizisten und eine vierstellige Zahl von Ordnern sind im Einsatz. Das Gelände wird 56 polizeilichen Videokameras ausgeleuchtet – nichts soll verborgen bleiben.
So auch ein ungewöhnlicher Diebstahl, der einen 90-jährigen Wiesngast traf: Ein 52-Jähriger stahl ihm den Rollator. Videobilder lenkten die Polizei zum Dieb, er wurde festgenommen. Wozu der Mann den Rollator haben wollte, blieb unklar.
Insgesamt registrierte die Polizei bislang rund 470 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Anzeigen gab es auch wegen Körperverletzung, sexueller Belästigung und Upskirting, also das Filmen unter den Rock. Verzeichnete Drogendelikte stiegen um fast 50 Prozent. Hauptdroge: Kokain.

Drohnen-Vorfälle

Dutzende Drohnen wurden gesichtet und teils vom Himmel geholt – während der Wiesn gelten strikte Flugbeschränkungen. Meist wollten Hobbypiloten ein spektakuläres Luftbild schießen. „Lasst Eure Drohne während der Wiesn einfach am Boden“, mahnt Polizeisprecher Christian Drexler.

Nähen, impfen, ausnüchtern: Was die Wiesn-Ärzte beschäftigt

Zu voll war ein Großteil der Gäste in der Wiesn-Sanitätsstation. Die größte Gruppe der 4.242 Patienten, nämlich 35 Prozent, war von „alkoholbedingten Problemen“ betroffen. 66 Opfer des extra-starken Bieres durften im „Hotel Aicher“ übernachten: Die Sanitätsstation betreut Patienten über Nacht und entlastet so die Münchner Kliniken.
Daneben beschäftigten die Helfer Verletzungen, Kreislaufzusammenbrüche und andere internistische Probleme. Sportliches Pech hatte etwa ein Berliner, der sich beim Armdrücken den Arm brach. Erstmals setzen die Ärzte Impfwilligen den Piks gegen Influenza oder Covid-19. Hunderte kamen dazu auf die Wiesn. (dpa/red)
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Tödlicher Wiesn-Unfall: Wie konnte das passieren?

Auf dem Münchner Oktoberfest ist ein Mitarbeiter eines Fahrgeschäfts bei einem Unfall ums Leben gekommen. Wie konnte das passieren? Und wie geht es nun weiter?

Was ist geschehen?

Ein 52 Jahre alter Mitarbeiter des Fahrgeschäfts „Hangover“, ein 85 Meter hoher Freefall-Tower, wurde am Montagabend von der herunter rauschenden Gondel getroffen und möglicherweise auch eingequetscht. Laut Fahrgeschäfts-Homepage beträgt die Fallgeschwindigkeit bis zu 90 Kilometer in der Stunde.
Einsatzkräften gelang es, den Mann wiederzubeleben, er starb aber kurze Zeit später im Krankenhaus. Der Bereich rund um das Fahrgeschäft wurde für den großen Rettungseinsatz abgesperrt.

Wie konnte es dazu kommen?

Zu den genauen Umständen des mutmaßlichen Betriebsunfalls werde noch ermittelt, teilte die Polizei mit. Am Abend hieß es, der Mann habe sich wohl in einem Bereich aufgehalten, in dem er nicht hätte sein sollen. Warum, das war zunächst unklar und sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte Polizeisprecher Thomas Schelshorn.
Auch der Betreiber konnte dazu am Morgen danach noch nichts sagen, Besprechungen liefen. Die Polizei bat Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich zu melden.
In einer Pressemitteilung der Betreiberfamilie hieß es, die Familie arbeitet eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, um diese bei der Klärung der Frage zu unterstützen, wie es „zu diesem für die Schaustellerfamilie einmaligen Vorfall“ habe kommen können und welche Konsequenzen gegebenenfalls zu ziehen seien.
„Unser ganzes Team ist geschockt und entsetzt“, erklärte Dirk Metz, der Sprecher der Betreiberfamilie Schneider.
Auch Yvonne Heckel, Sprecherin der Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller, zeigte sich bestürzt: „Wir sind eine große Wiesnfamilie und die Anteilnahme, egal von welchem Bereich, sei es von denen, die für den Strom oder für den Müll zuständig sind, die Beileidsbekundungen, waren enorm heute früh und die Kollegen, die sind sprachlos“, sagte sie dem Bayerischen Rundfunk.
Am Donnerstag solle es im Rahmen des Schaustellergottesdienstes Raum und Zeit geben, um den Kollegen zu trauern.

Waren auch Fahrgäste betroffen?

Laut Polizei und Aicher Ambulanz wurden keine Fahrgäste körperlich verletzt. Allerdings waren nach Angaben von Aicher-Sprecher Julian Tanzer Kriseninterventionsteams vor Ort, um denjenigen, die den Unfall mit ansehen mussten, zu helfen.
Wie viele Menschen betroffen waren, konnte Tanzer nicht sagen. Laut Fahrgeschäfts-Homepage haben 24 Menschen in der Gondel Platz. Ob sie komplett besetzt war, war aber zunächst unklar.
„Jeder, der eine Betreuung gewollt hatte, hatte die Möglichkeit, eine zu bekommen“, sagte Tanzer. „Es war aus meiner Sicht trotz der dramatischen Situation kontrolliert und geordnet, wie es in einer so ernsten Situation ablaufen muss.“

Wie geht es nun mit dem „Hangover“ weiter?

Das war am Morgen nach dem Unfall zunächst unklar. Er wisse noch nicht, ob und wann der Freefall-Tower wieder geöffnet werden könne, sagte der Betreiber auf Anfrage.
„Nachdem es kein technisches Problem sein wird, so wie es jetzt aussieht, werden wir auf alle Fälle wieder öffnen“, sagte Schausteller-Sprecherin Heckel dem BR. „Das steht schon mal fest. Zu welchem Zeitpunkt kann man nicht sagen. Jetzt ist einfach die Bestandsaufnahme von allen möglichen Sicherheitsbehörden“, sagte sie. Beteiligt seien Gewerbeaufsichtsamt TÜV Süd und die Lokalbaukommission. „Hier wird noch ganz, ganz viel geschehen und die nehmen sich die Zeit, die sie brauchen.“
Laut Homepage hatte der Tower einst 2,8 Millionen Euro gekostet – und seine Premiere im Juli 2015. Nach dem Oktoberfest, das noch bis zum 4. Oktober dauert, sind als weitere Stationen in diesem Jahr die Deutzer Kirmes in Köln und von Ende November bis Anfang Januar dann das Winter Wonderland im Londoner Hyde Park geplant.

Ist es der erste Vorfall mit einem Fahrgeschäft auf der Wiesn?

Nein. Auf dem Oktoberfest markiert der Unfall bereits den zweiten Vorfall mit einem Fahrgeschäft in diesem Jahr. In einem stehengebliebenen Drehkarussell hatten Fahrgäste am Samstagabend etwa zwei Minuten lang kopfüber ausharren müssen, bevor sie aus ihren Sitzen geholt werden konnten. Grund der Panne war wohl ein defekter Sensor. Der TÜV prüfte das Karussell erneut, bevor es noch am gleichen Abend wieder freigegeben wurde.

Wie gingen Oktoberfest-Unfälle früherer Jahre aus?

Manche glimpflich, doch manche auch tödlich. 2024 kam ein 20-Jähriger bei einer Testfahrt am Olympia Looping ums Leben. Der Arbeiter hatte sich im Gleisbereich aufgehalten und war von einem Zug erfasst worden. Im Jahr zuvor stürzte beim Fest-Abbau ein 50-jähriger Arbeiter aus etwa fünf Metern Höhe und verletzte sich dabei lebensgefährlich.
Am ersten Wiesn-Tag 2023 wurden bei der Kollision zweier Achterbahnwaggons neun Fahrgäste leicht verletzt. 2019 fiel ein Zweijähriger aus einem Karussell und brach sich beide Beine. (dpa/red)
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Oktoberfest-Start mit Promis und Schreckmoment

Das Münchner Oktoberfest hat einen Bilderbuchstart hingelegt: Bei sonnig-mildem Herbstwetter feierten Hunderttausende am ersten Wochenende – friedlich und fröhlich. 450.000 Gäste kamen laut Festleitung allein am ersten Tag. Trotz dichten Gedränges auf dem Festgelände – wie am ersten Wochenende üblich – sprechen Polizei und Rettungskräfte von einem insgesamt ruhigen Verlauf.
Für Aufsehen sorgte am ersten Tag ein Fahrgeschäft, in dem die Gäste für einige Minuten kopfüber festhingen. Der Evakuierungsplan habe fünf Minuten gedauert, berichtete der Betreiber des Fahrgeschäfts „Predator“, Willy Kaiser, dem Bayerischen Rundfunk. „Die Leute standen etwa 120 Sekunden über Kopf“, sagte er dem BR. Die restliche Zeit habe man gebraucht, um alle Personen aus den Sitzen zu holen und sie auf den Boden zu bringen. Ursache war demnach ein Sensor, der das Karussell gestoppt hatte.
Der Sensor sei inzwischen ausgetauscht worden, der TÜV habe das Fahrgeschäft erneut geprüft – ohne Beanstandung, so der Schausteller. Noch am Abend wurde es wieder freigegeben. Vor allem Jugendliche klagten laut der Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz nach der Fahrt über leichten Schwindel und Kreislaufprobleme.
Ein sportliches Schicksal ereilte einen Berliner Wiesn-Gast: Der 25-Jährige brach sich beim Armdrücken den Arm. Der Sanitätsdienst musste am ersten Tag rund 600 Patienten behandeln, vor allem wegen Alkoholvergiftungen, chirurgischer Verletzungen und Kreislaufproblemen.

Viele Promis feiern mit

Zahlreiche Prominente feierten in den Zelten mit: Spieler, Trainer und Verantwortliche des FC Bayern stießen im Käferzelt auf die sieben Tore gegen Union Berlin an, mit dabei auch Uli Hoeneß, ehemaliger Präsident von München.
Unter den Gästen im Schottenhamel waren Prominente wie FC-Bayern-Star Joshua Kimmich, der mit seiner Frau Lina, Herzog Franz von Bayern und dem Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani, nach dem Anstrich an Krauses Tisch saß. Moderator Florian Silbereisen, DJ Ötzi und das Schlager-Duo Marianne und Michael mischen sich ebenfalls unter die Feiernden – und ein paar Zelte weiter zapft Schauspieler Ralf Moeller ein erstes Fass an, auch mit zwei Schlägen.

Trachtler und Schützen ziehen zur Wiesn

Der zweite Wiesntag begann sehr traditionsgeprägt: Mehr als 9.000 Trachtler und Schützen zogen quer durch München zum Oktoberfest. Zehntausende säumten die Straßen, um das farbenprächtige Spektakel mit Schützen, Brauereigespannen, Musikkapellen und Spielmannszügen zu sehen.

Mehr Sicherheit nach Überfüllung

Nachdem es im Vorjahr am zweiten Samstag auf der überfüllten Wiesn zu gefährlichen Situationen gekommen war, hat die Stadt als Veranstalterin das Sicherheitskonzept nachgeschärft. Von einer neuen Koordinierungsstelle auf dem Gelände aus sollen die Besucherströme auf dem Festgelände beobachtet, bewertet und bei Bedarf gesteuert werden.
Mehr als 50 KI-gestützte Kameras sollen rechtzeitig gefährliche Menschen-Ansammlungen erkennen lassen. An den besucherstarken Tagen ist ein sogenannter Crowdspotter im Einsatz, der die Besucherströme im Blick behält – und bei Bedarf Durchsagen macht.

Hunderte Polizisten und Ordner

Etwa 600 Polizeibeamte und Hunderte Ordner sind rund um das Fest im Einsatz. Die Polizei sieht sich auch mit Blick auf die jüngsten Drohnen-Vorfälle gut vorbereitet.
Die internationale Unterstützung der Münchner Taschendiebfahnder bewährte sich schon am ersten Wiesnabend: Spezialisierte Fahnder aus Lissabon und Frankfurt am Main griffen bei einem Diebstahl und einer sexuellen Belästigung ein und nahmen Tatverdächtige vorläufig fest. Die Polizei meldete am ersten Tag gut 55 Straftaten – etwas weniger als im Vorjahr, sagte ein Sprecher. (dpa/red)
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Menschen hängen kopfüber in Wiesn-Drehkarussell fest

Rund fünf Minuten lang mussten Besucher eines Fahrgeschäfts auf dem Oktoberfest kopfüber ausharren. Das Drehkarussell blieb am Samstagabend wohl wegen einer technischen Störung stehen, wie ein Sprecher der Wiesnwache der Feuerwehr München mitteilte.
Vor allem Jugendliche klagten nach Angaben der Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz nach der Fahrt über leichten Schwindel und Kreislaufprobleme.
Nach einer kurzen Untersuchung konnten jedoch alle Besucher des Fahrgeschäfts wieder zurück auf das Festgelände gehen. Ein Sachverständiger prüfte nach Angaben der Feuerwehr das Karussell und gab es noch am Abend wieder frei.

191. Oktoberfest startete bei Traumwetter

Am Abend des Eröffnungstages meldeten die Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz zudem, dass die 600er-Marke an versorgten Patienten fast erreicht worden sei.
Das 191. Oktoberfest hatte am Samstagmorgen bei Traumwetter begonnen. Die ersten Gäste hatten bereits frühmorgens im Dunkeln ausgeharrt. Als die Eingänge um kurz nach 9.00 Uhr öffneten, stürmten sie im Laufschritt los, um einen guten Platz im Bierzelt zu ergattern.
Oberbürgermeister Dominik Krause meisterte seinen ersten Oktoberfest-Anstich mit zwei Schlägen. (dpa/red)
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Erste Gäste stürmen Münchner Oktoberfest

Nach teils stundenlangem Warten sind die ersten Wiesn-Gäste mit der Öffnung des Festgeländes um kurz nach 09.00 Uhr aufs Oktoberfest-Gelände in München gestürmt. Im Laufschritt eilten sie zu den Zelten, um sich die besten Plätze zu sichern.
Das Festgelände öffnete dieses Jahr mit mehreren Minuten Verzögerung, auch wurde die Menschenmenge am Eingang immer wieder kurz zurückgehalten. Der Ansturm lief dadurch deutlich entzerrter ab, weil nicht alle Wiesn-Fans auf einmal aufs Gelände strömten.
Bier gibt’s allerdings noch nicht. Erst nach dem offiziellen Anstich um 12.00 Uhr dürfen die Maßkrüge mit dem eigens gebrauten Gerstensaft gefüllt werden.

Sektkorken und Applaus

Bereits bevor die Tore aufgingen, hatte sich eine lange Schlange gebildet: Zahlreiche Wiesn-Fans versammelten sich vor dem Haupteingang des größten Volksfests der Welt und warteten ungeduldig auf den Startschuss.
Gegen 7.00 Uhr reichte die Schlange schon Hunderte Meter vom Einlass am Haupteingang bis zur Ecke Alter Messeplatz. Die Wartezeit überbrückte die Wiesn-Enthusiasten auf unterschiedliche Art und Weise. Hier die letzten Handgriffe für die perfekte Wiesn-Frisur, da noch eine Brezn, damit das Bier nicht ganz auf nüchternen Magen getrunken wird.
In der Menge knallten immer wieder die Sektkorken, untermauert von Jubelrufen und Applaus. Die Stimmung war ausgelassen, die Vorfreude kaum zu überhören. Aus der Menge blitzten unter anderem schrille Hüte, Lederhosen aus Plastik und bunte Dirndl hervor.

Campingstühle und Schlafsäcke

Die erste Gruppe in der Schlange hatte sich gestern nach eigenen Angaben um 19 Uhr in Position gebracht, um einen der hart umkämpften Plätze in einem der Zelte zu ergattern. Das Ziel: den Anstich im Schottenhamel mitzuerleben.
Ein paar Meter dahinter wurde die nächtliche Wartezeit bis zum Start mit Rettungsdecken, Campingstühlen und Schlafsäcken überbrückt.
Miguel Nodjoumi aus München wartete seit ungefähr 7.00 Uhr – das reiche komplett. „Die Leute sagen immer, das Warten ist langweilig, aber ich sage, das Warten ist lustig und dann freut man sich auch auf die Maß erst einmal. Das wird super“, erzählt er.
Seine Strategie, wenn die Tore aufgehen: „So schnell rennen, wie es geht“. Für ihn gehe es jedes Jahr ins Hacker-Zelt „zum Himmel der Bayern“, sagt der 19-Jährige.
In der Schlange steht auch Luke Müller. Er freue sich am meisten auf das Bier. „Sobald es eigentlich neun ist, rennen wir vorne an der Schlange vorbei und drängen uns vorne rein“, berichtet er.
Mit dabei ist auch Tim Schneider. „Also die Vorfreude ist natürlich riesig“, erzählt der 19-Jährige. „Wenn man sich halt ein paar Spaßgetränke mitnimmt und dann hier mit seinen Freunden bisschen einfach nur chillt, dann passt das ja eigentlich zum Warten“, erzählt er. Bisher sei die Stimmung echt gut.
16 Tage lang, bis zum 4. Oktober, werden an die sechs Millionen Besucher erwartet. Die Mehrzahl der Besucher kommt aus München und dem Umland. Millionen Gäste reisen aber auch aus anderen Teilen Deutschland und aus der ganzen Welt an. (dpa/red)
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KI-Kameras und neue Konzepte: Wiesn-Sicherheit verstärkt

Nach Schockmomenten auf der überfüllten Wiesn im vergangenen Jahr wird nun einiges anders auf dem Oktoberfest. Als „Herzstück“ des weiterentwickelten Sicherheitskonzepts nannte Wiesnchef Christian Scharpf eine neue Koordinierungsstelle für Sicherheitskräfte und Stadt auf dem Gelände. Von dort aus sollen die Besucherströme auf dem Festgelände beobachtet und bei Bedarf gesteuert werden.
Mehr als 50 KI-gestützte Kameras an rund 35 Standorten sollen rechtzeitig gefährliche Ansammlungen von Menschen erkennen lassen. Zudem ist an den besucherstarken Tagen ein sogenannter Crowdspotter im Einsatz, der die Besucherströme im Blick behält.
Der ausgebildete Sprecher könne bei Bedarf Durchsagen machen, um die Gäste zu lenken. 2025 war es am zweiten Wiesn-Samstag mit vielen Gästen aus dem Ausland vor den Festzelten so voll, dass es weder vor- noch zurückging – eine gefährliche Situation, die gerade noch glimpflich ausging.
Die Überfüllungssituation sei zu spät erkannt worden, sagte Scharpf. Bei einem Fest dieser Größe müsse man zu jeder Zeit wissen, was auf dem Festgelände los sei. „Wir haben massiv nachgesteuert“, sagte Scharpf. „Sicherheit ist die oberste Priorität.“
Auch Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller sagte, das Sicherheitskonzept sei „generalüberholt“. Kaum an einem Ort auf der Welt sei so viel Polizei und Sicherheitspersonal zu finden wie auf der Wiesn. Es gebe ein Eskalationskonzept, das stufenweise gezündet werden könne.

„Jeder Winkel des Festgeländes videoüberwacht“

Etwa 600 Polizeibeamte sind rund um das Fest im Einsatz. Die Wiesnwache wird unterstützt von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, spezialisierten Taschendieb-Fahndern und internationalen Einsatzkräften. „Wir bekommen Unterstützung aus acht Ländern“, kündigte der Münchner Polizeivizepräsident Christian Huber an.
Neben den KI-Kameras gibt es 56 polizeiliche Videokameras auf dem Gelände. „Es soll sich jeder bewusst sein, dass jeder Winkel des Festgeländes videoüberwacht ist“, sagte Huber. Beamte tragen zudem Bodycams.

Bis zu 1600 Ordner

Rund 240 Beschäftigte des KVR sind laut Sammüller im Einsatz. Zudem seien 1200 bis 1600 Ordnerinnen und Ordner auf dem Festgelände unterwegs. Sie kontrollieren auch an den Eingängen, unter anderem mit Metalldetektoren. Gefährliche Gegenstände wie Messer, aber auch Schraubenzieher und ähnliches sind seit langem verboten. Messer sind auch in einer Zone rund um das Festgelände untersagt.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann versprach zum Start des Oktoberfests trotz abstrakter Gefahren „bestmögliche Sicherheit“ für Besucher. „Aufgrund der großen Bedeutung und der internationalen Bekanntheit des Oktoberfests gehen wir von einer erhöhten abstrakten Gefährdungslage aus“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Uns liegen derzeit aber keine konkreten Erkenntnisse über Gefährdungen oder Störungen vor.“

Drohnen im Blick

Drohnenflüge waren alljährlich ein Thema – meist aber von Hobbypiloten, die ein schönes Foto schießen wollten. Seit Jahren herrscht rund um und über dem Festgelände ein absolutes Flugverbot.
Man sei nun aber auch mit Blick auf die jüngsten Drohnen-Vorfälle gut vorbereitet, sagte Huber. Es gebe dabei Unterstützung vom neuen Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum. „Nach meiner Einschätzung sind wir gut aufgestellt.“
Nach islamistischen Terroranschlägen – und drohungen waren über die Jahre die Sicherheitsvorkehrungen ständig verschärft worden. Rund um das Gelände gibt es drei Sperrringe. Betonkübel mit Blumen auf den für Autos gesperrten Zufahrtsstraßen sollen Attacken verhindern. Direkt am Gelände gibt es versenkbare Poller. Es ist zudem seit zehn Jahren komplett umzäunt.

Sicherheit für Frauen und Mädchen

Huber mahnte Mädchen und Frauen, die sich belästigt fühlten, sollten sich an Sicherheitskräfte wenden oder notfalls die Nummer 110 wählen: „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.“ Für Notfälle, Bedrohungen oder sexuelle Übergriffe unterstützen viele Zelte die „SafeNow“-App, mit der per Klick das Sicherheitspersonal gerufen werden kann.

Fraunhofer-Institut und Bundeswehr-Uni begleiten Projekt

In der neuen Koodinierungszentrale kommen unter anderem Sanitätsdienst, Verkehrsbetriebe, Feuerwehr, Polizei und Kreisverwaltungsreferat (KVR) täglich und bei Bedarf zu Lagebesprechungen zusammen.
Die Maßnahmen zur Besucherlenkung werden wissenschaftlich begleitet. Das Fraunhofer-Institut wird mit KI-gestützten Verfahren die Videodaten auswerten. „Wir extrahieren aus den Videoströmen lokale Personendichte und Bewegungsrichtungen“, sagte Jürgen Beyerer vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung. Gesichter und Personen würden dabei nicht erkannt, gemessen werde anonym. Es gehe darum, datenschutzkonform Großereignisse sicherer zu machen.
Die Universität der Bundeswehr wird zudem die Dynamik von Besucherströmen erforschen. Die Wissenschaftlerin Silja Hofmann verglich diese mit Verkehrsströmen. Es genüge nicht, den Stau festzustellen.
Vielmehr wolle man wissen, wo sich demnächst ein Stau entwickele – und was geeignete Gegen-Maßnahmen sein könnten. Die Wiesn sei hier ein „Reallabor“, um Simulationsmodelle zu prüfen und zu verbessern.

Mehr Sicherheit durch mehr Blasmusik

Die Stadt will mit einer Kampagne auch internationale Gäste dazu bringen, nicht nur am Wochenende, sondern unter der Woche und zu unterschiedlichen Zeiten auf die Wiesn zu kommen und so den Ansturm entzerren.
„Uns ist noch einmal wichtig zu sagen: Kommt doch, wenn es irgendwie geht, unter der Woche. Kommt zur Mittagswiesn, kommt am Nachmittag“, sagte Scharpf.
Bei dem Ziel, die Wiesn sicherer zu machen, spielt auch die Blasmusik eine Rolle. Um den Besuch der Wiesn auch unter der Woche attraktiver zu machen, soll die Musik in den Zelten eine Stunde früher beginnen dürfen.

„O’zapft is“ mit neuem OB

Das 191. Münchner Oktoberfest, das als größtes Volksfest der Welt gilt, startet am Samstag. Für das berühmte „O’zapft is“ ist dann erstmals der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zuständig, der den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) an der Stadtspitze abgelöst hat. (dpa/red)
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Millionenstreit um Wiesn-Zelte: Gericht prüft EU-Vergabe

Wer darf verdienen am Millionengeschäft mit dem Oktoberfest in München? Eine Woche vor dem Start des riesigen Volksfestes wird vor Gericht gestritten, wer dort in Zukunft womöglich mitkassieren darf: Das Bayerische Oberste Landesgericht hat über einen Antrag des Wirtes Alexander Egger verhandelt.
Er will erreichen, dass die begehrten großen Wiesn-Bierzelte nach europäischem Vergaberecht zugeteilt werden müssen. Egger, der mit fünf Anwälten und einem Rechtsprofessor vor Gericht erschien, hat das für zwei Bierzelte beantragt.
In der Verhandlung wurde schnell klar: Das Gericht sieht nach einer vorläufigen Einschätzung keine Pflicht für eine europaweite Ausschreibung. Eine Entscheidung ist damit aber nicht gefallen.
Der Streit schlägt in München seit Monaten hohe Wellen. Die Wirte – wie auch Vertreter der Münchner Brauereien – hatten stets gewarnt, wenn Egger recht bekäme, verlöre die Wiesn ihr einzigartiges Gesicht.
Allein der vom Vorsitzenden Richter Paul Heinrichsmeier genannte Streitwert von womöglich einer Million Euro – sofern beide Zelte einbezogen werden – zeigt die Dimension: Dem liegt eine Umsatzannahme von zehn Millionen Euro pro Zelt zugrunde.

„Schwierige Fragen“ auf hohem juristischem Niveau

„Der Fall wirft wirklich schwierige Fragen auf“, die von dem Antragsteller berechtigt gestellt worden seien, räumte der Richter Heinrichsmeier in der Verhandlung ein.
Die Fragen bewegten sich auf hohem juristischem Niveau, der Senat habe eine Entscheidung zu treffen, „die wir uns nicht leicht machen“. Dennoch folge das Gericht – eben nach vorläufiger Einschätzung – nicht dem Antrag Eggers.
Im Kern ging es laut Heinrichsmeier darum, ob es sich bei der Zulassung von Wirten für die Plätze der großen Bierzelte um eine Dienstleistungskonzession handelt. Hierfür relevant sei die Frage, ob es für die zugelassenen Wirte eine Betriebspflicht gebe.
Dies gehe jedoch aus den neuen Verträgen für die Wirte nicht hervor, auch wenn es hier einen gewissen Widerspruch zu einem Punkt in den Betriebsvorschriften zur Wiesn sowie einer früheren mündlichen Äußerung des Wiesnchefs gebe. Maßgeblich seien aber die Verträge.
Man sehe zunächst auch keinen Anlass, den Fall dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorzulegen, wolle das aber eingehend prüfen.

Betriebspflicht der Wirte?

Es sei ein „starkes Stück“, den Fall nicht dem EuGH vorzulegen, kritisierten Eggers Anwälte. Außerdem stellten sie infrage, dass es keine Betriebspflicht gebe. „Geht hier wirklich irgendjemand im Saal davon aus, dass es der Stadt egal ist, ob die Festzelte aufgesperrt werden?“, rief einer der Anwälte. Es sei realitätsfern anzunehmen, dass die Wirte machen könnten, was sie wollten. Anwalt Benno Ziegler sagte, die Streichung der Betriebspflicht sei rein ein juristisches Konstrukt, um das Verfahren zu gewinnen.
Egger, der bisher ein kleines Zelt betrieb, hatte sich für ein großes Zelt beworben, war aber leer ausgegangen. Darum geht es aber in diesem Verfahren nicht.

Entscheidung am 16. Oktober

Konkret hat Egger hier eine Prüfung der EU-Ausschreibung für das berühmte Anzapfzelt „Schottenhamel“ und das „Paulaner“-Festzelt beantragt.
Michael Schottenhamel, mit dem Zelt seiner Familie direkt von Eggers Antrag betroffen, sagte nach der Verhandlung, er gehe mit einem guten Gefühl nach Hause. Man werde nun abwarten, wie das Gericht entscheide.
Die Entscheidung soll am 16. Oktober verkündet werden. Sollte der Senat Eggers Antrag ablehnen, gibt es kein Rechtsmittel. Sollte der Senat die Sache dem EuGH zur Klarstellung der juristischen Grundlagen vorlegen, würde das Münchner Verfahren ruhen.
Sollte Eggers Antrag erfolgreich sein, hätten die beiden Plätze EU-weit ausgeschrieben werden müssen – und das hätte voraussichtlich Auswirkungen auf die Zulassungsregeln in Zukunft.

Egger und die anderen Wirte

Auch außerhalb der Justizmauern sorgt das Verfahren für Wirbel. Egger berichtet von heftigen Anfeindungen: „Die Aufregung hat ein Ausmaß angenommen, das ich mir nie hätte ausmalen können und bei dem es auch um die Sicherheit von Menschen geht“, sagte Egger der „Süddeutschen Zeitung“ vor einiger Zeit.
Die Vereinigung der Münchner Wiesnwirte verteidigte das Verfahren der Stadt dagegen entschieden und wies Eggers Kritik an den Vergabekriterien zurück. Die Kriterien für die Zulassung seien entgegen Eggers Kritik klar definiert, öffentlich einsehbar und vom Stadtrat beschlossen, ließen sie wissen.
Wirtesprecher Peter Inselkammer und die anderen Wiesnwirte werden nicht müde, vor einer europaweiten Ausschreibung zu warnen, die das Oktoberfest ins Visier multinationaler Konzerne rücken würde.
Es drohe grenzenlose Kommerzialisierung, die Wiesn würde ihr Gesicht verlieren, argumentieren sie. Ein europäisches Vergabeverfahren könnte nach Ansicht der Wirte zudem Folgen für das Bierangebot haben. (dpa/red)
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Fliegende Kirschkerne und eine Diesellok am Seil

111 Menschen haben gemeinsam eine Diesellok samt zwei Waggons 111 Meter weit an Seilen gezogen. Der kollektive Kraftakt während des Brezelfests in Speyer hat nach Angaben der Organisatoren unfallfrei geklappt.
Auch andernorts in Deutschland gab es kuriose Veranstaltungen: Im hessischen Witzenhausen spuckten Hunderte Teilnehmer Kirschkerne um die Wette und in Plau am See kämpften 22 Teams um den Titel der kreativsten „Badewanne“.

Muskelkraft gegen Lok

„In gut zwei Minuten war die Lok im Ziel. Jeder war überrascht, wie schnell das Ganze funktioniert hat“, berichtete der Vorsitzende des Verkehrsvereins Speyer, Uwe Wöhlert, dpa.
Mit dabei waren 19 Teams aus der Region, von Gewichthebern und Ringern bis zu Stadtwerken und Verwaltung. Die Lok und die Waggons zusammen wogen den Angaben zufolge 111 Tonnen.
Es gab zwei je 50 Meter lange Seile, die über den Schultern der Teilnehmer lagen. Die 111 Menschen liefen teils im Gleisbett. Es sei niemand gestürzt oder gestolpert, sagte Wöhlert.
Die Organisatoren hatten das Muskelkraft-Event als Weltrekordversuch angemeldet. Geplant ist ein Eintrag beim Rekordinstitut für Deutschland (RID). Ein Notar hat das Geschehen verfolgt.

30 Meter lange Spuckebahn in Hessen gebaut

Ähnlich ambitioniert, aber unter ganz anderen Vorzeichen traten im hessischen Witzenhausen Hunderte Kinder, Frauen und Männer im Kirschsteinweitspucken gegeneinander an. Die Sieger dürfen sich Deutsche Meister in der Disziplin nennen.
Das Reglement sieht vor, dass das Spucken „ausschließlich mit dem bloßen Mund“ erfolgt. „Jegliche Hilfsmittel oder Veränderungen am Kirschstein sind nicht gestattet“, heißt es dort.
Der verwendete Kirschstein muss aus den zur Verfügung gestellten Kirschen stammen. Jeder Teilnehmer hat drei Spuckversuche. Es zählt nicht das erste Aufkommen, sondern der Punkt, an dem der Stein liegenbleibt.
Das Reglement sieht vor, dass das Spucken «ausschließlich mit dem bloßen Mund» erfolgt.

Das Reglement sieht vor, dass das Spucken „ausschließlich mit dem bloßen Mund“ erfolgt.

Foto: Kai Moorschlatt/dpa

Seit 1985 finden die Deutschen Meisterschaften im Kirschsteinweitspucken schon in Witzenhausen im Rahmen der jährlichen Kesperkirmes statt. Den Titel als Deutsche Meisterin beim Kirschsteinweitspucken verteidigte Frederike Brübach – mit mehr als zwölf Metern.

Buntes Badewannen-Rennen in Plau am See

Deutlich bunter ging es in Plau am See (Mecklenburg-Vorpommern) zu, wo sich die Elde wieder in eine Rennstrecke für auffällig geschmückte Boote verwandelte.
Bei sommerlichen Temperaturen bis zu 29 Grad traten 22 Teams mit ihren „Badewannen“, meist schwimmfähigen Plattformen, gegeneinander an und kämpften unter anderem um den Titel der kreativsten Kreation.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der traditionellen Badewannenrallye stellten sich sowohl der Wertung der Besucher als auch einer Jury.

Die Teilnehmer der traditionellen Badewannenrallye stellten sich sowohl der Wertung der Besucher als auch einer Jury.

Foto: Philip Dulian/dpa

Die Teilnehmer der traditionellen Badewannenrallye stellten sich dabei sowohl der Wertung der Besucher als auch einer Jury. Die Rallye fand in diesem Jahr zum 32. Mal statt.
Gepaddelt wurde auf einer Strecke von etwa 500 Metern zwischen der Plauer Schleuse und der historischen Hubbrücke. Am Abend sollten die Teilnehmer dann noch ausgezeichnet werden. (dpa/red)
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Fusion-Festival wegen Feuer unterbrochen

Das Fusion-Festival in Mecklenburg-Vorpommern ist wegen Bränden außerhalb des Geländes unterbrochen worden.
Das berichtete eine dpa-Reporterin vom Ort des Geschehens in Lärz. Besucher seien aufgefordert worden, sich zu einer Landebahn auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz zu begeben.
Auf Bildern war zu sehen, wie eine Rauchsäule in der Nähe des Festival-Geländes in die Luft stieg.
Das Polizeipräsidium Neubrandenburg teilte mit, das Festival sei kurz vor 19.00 Uhr unterbrochen worden.
Die Polizei prüfe, ob alle Besucher einen nicht näher beschriebenen Bereich verlassen hätten. Die Feuerwehr lösche. Wie lange der Einsatz dauern werde, lasse sich nicht vorhersagen. Es sei nicht bekannt, dass es Verletzte gebe. Die Brandursache ist der Polizei nicht bekannt.

Veranstalter spricht von temporärer Unterbrechung

Ein Sprecher des Festivals sagte der Deutschen Presse-Agentur, es handle sich um eine temporäre Unterbrechung aufgrund von zwei Bränden. Die Leute seien vom Rauch weggeführt worden. Er rechnet nach eigener Aussage damit, dass die Veranstaltung fortgesetzt wird.

Manche Gäste verlassen das Gelände

Ein dpa-Reporter beobachtete, dass manche Besucher das Gelände mit ihren Autos und Fahrrädern verlassen haben. Ein Großteil der Gäste lief zu der Landebahn. Die Stimmung war ruhig. Rauchgeruch lag in der Luft.

Alternatives Musik- und Kulturfestival

Das Festival hat am Mittwoch begonnen und dauert planmäßig bis Sonntag. Die Veranstalter erwarten rund 65.000 Besucher.
Die jährlich veranstaltete Fusion gilt als eines der größten alternativen Musik- und Kulturfestivals Deutschlands und Europas und verbindet Techno, Rock, Pop und viele andere Musikstile mit Theater und politischer Bildung. 2027 legt die Fusion eine Pause ein, 2028 soll das Festival wieder ausgetragen werden. (dpa/red)
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Alkoholverbot in Teilen Frankreichs wegen Hitzewelle

Angesichts der extremen Hitze gilt in Teilen Frankreichs, darunter der Hauptstadt Paris, während der in dem Land groß gefeierten „Fête de la musique“ ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen. Davon betroffen sind insbesondere 35 Départements, für die der französische Wetterdienst Météo France ab 12 Uhr die höchste Hitze-Warnstufe Rot verhängte.
Die französische Regierung hatte mitgeteilt, dass die Präfekte dieser Verwaltungsbezirke Verbote für Alkoholkonsum im öffentlichen Raum erlassen würden. Damit sollen Rettungsdienste entlastet werden. Mancherorts wurden die Feierlichkeiten zu dem Musikfest abgesagt.
Die rote Hitzewarnung könnte in den nächsten Tagen auf weitere Départements ausgeweitet werden, so Météo France. Die erwarteten Spitzenwerte von bis zu 41 Grad am Sonntag sollen demnach noch weiter nach oben klettern. Außerdem warnte der Wetterdienst vor einer hohen Waldbrandgefahr in einigen Gebieten.

Schließung von mehr als 800 Schulen angekündigt

Die Hitzewelle trifft auch die französischen Schülerinnen und Schüler: Wie Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray laut Medien ankündigte, werden am Montag 845 Grund- und Mittelschulen in Frankreich geschlossen.
Diese Einrichtungen würden keine Schüler aufnehmen oder nur einen minimalen Betrieb gewährleisten, erklärte er demnach. Etwa 1.800 weitere Einrichtungen würden ihre Stundenpläne anpassen und die Schüler am frühen Nachmittag nach Hause schicken.
Selbst der französische Staatspräsident Emmanuel Macron rief auf der Plattform X dazu auf, angesichts der hohen Temperaturen wachsam zu sein. „Lasst uns gemeinsam auf unsere älteren Mitmenschen, unsere Kinder und auf alleinstehende oder schutzbedürftige Menschen achten“, schrieb er.
Bahnchef und Ex-Premierminister Jean Castex empfahl laut Medienberichten „vulnerablen“ Personen, auf das Zugfahren zu verzichten. (dpa/red)
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„Galungan“-Fest: Bali feiert die Rückkehr der Ahnen

Der Duft von Lotus- und Frangipani-Räucherstäbchen hängt süß in der Luft, aus den Häusern erklingt traditionelle Gamelan-Musik: Mit Opfergaben und farbenprächtigen Tempelzeremonien haben Millionen Hindus auf Bali die symbolische Rückkehr ihrer Ahnen gefeiert.
Das „Galungan“-Fest, einer der wichtigsten religiösen Feiertage auf der indonesischen Insel, symbolisiert nach dem örtlichen Glauben den Sieg des Guten über das Böse – und die zeitweilige Heimkehr der Geister verstorbener Vorfahren zu ihren Familien.
Für ausländische Besucher bot das Fest schon seit den frühen Morgenstunden einen seltenen Einblick in die religiösen Traditionen der „Insel der Götter“, die trotz des Massentourismus bis heute fest im Alltag der Insel verankert sind.

Balinesische Hindus beten am 17. Juni 2026 in einem Tempel in Denpasar auf der indonesischen Insel Bali, um das religiöse Fest Galungan zu feiern.

Foto: Sonny Tumbelaka/AFP via Getty Images

Schon seit Tagen hatten sich die Menschen auf „Galungan“ vorbereitet. „Das ist eine ganz besondere Feier für uns. Sie ist sehr wichtig, um alles in der Balance zu halten“, sagte Desi, Mitarbeiterin eines Hotels im bei Urlaubern aus aller Welt beliebten Ort Ubud.

Geschmückte Bambusstangen prägen das Straßenbild

Vor Häusern, Geschäften und Tempeln wurden die charakteristischen Penjor aufgestellt – meterhohe, geschwungene Bambusstangen, die mit Palm- und Kokosblättern, Früchten und anderen Naturmaterialien geschmückt sind.
Sie symbolisieren Wohlstand und Dankbarkeit und sollen zugleich an den heiligen Vulkan Gunung Agung erinnern, das spirituelle Zentrum des balinesischen Hinduismus. Auch Touristen durften sich in den vergangenen Tagen an der Dekoration der Penjor beteiligen.

Zehn Tage Festzeit

Familien besuchten Tempel, sprachen Gebete und brachten den Göttern sowie ihren Ahnen Opfergaben dar. Die meisten Balinesen trugen traditionelle Festkleidung mit dem traditionell gewickelten Sarong, die Frauen balancierten bunte Flechtkörbe auf dem Kopf.
Statt auf den Tourismus konzentrierte sich das öffentliche Leben für einen Tag stark auf Familie, Gemeinschaft und Spiritualität. Die Festzeit endet nach zehn Tagen mit „Kuningan“. Dann kehren die Ahnen nach balinesischem Glauben wieder in die spirituelle Welt zurück. (dpa/red)
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Jubel für Charles: Briten feiern König mit Geburtstagsparade

Tausende Briten und Touristen haben die britische Königsfamilie bei der Geburtstagsparade für König Charles III. in London bejubelt.
Der Monarch (77) und seine Frau Königin Camilla (78) fuhren bei dem als „Trooping the Colour“ bekannten Spektakel die Prachtstraße The Mall vom Buckingham-Palast zum zentralen Exerzierplatz Horse Guards Parade in einer Kutsche entlang – an ihrer Seite Hunderte Gardesoldaten.
In einer weiteren Kutsche waren Prinzessin Kate (44) und ihre Kinder, Prinz George (12), Prinzessin Charlotte (11) und Prinz Louis (8), unterwegs.

Prinzessin Kate fährt Kutsche – mit Kindern, aber ohne Mann

Die Frau von Prinz William (43) nahm nach ihrer Krebserkrankung wieder voll an der Parade teil – in einem hellblauen Outfit von Catherine Walker. Ein Hut von Philip Treacy komplettierte der Nachrichtenagentur PA zufolge den Look. Keine Spur in der Kutsche jedoch von Prinz William: Der begleitete die Parade auf dem Pferderücken, genau wie seine Tante, Prinzessin Anne (75), und sein Onkel, Prinz Edward (62) – zwei der Geschwister des Königs.
Manche Zaungäste am Straßenrand hatten besonderes Glück: Einige Kinder hatten auf den Schultern ihrer Eltern Platz genommen und einen guten Blick auf die Royals. Für die Britinnen Emma McCarthy und Sarah Fuller ist „Trooping the Colour“ einer ihrer Lieblingstage im Jahr. „Wir kommen jedes Jahr und stehen am selben Platz“, erzählten sie der BBC.
Viele Schaulustige zückten ihre Handys, um den Moment bei strahlendem Sonnenschein festzuhalten. Die besseren Aussichten auf gutes Wetter sind der Grund, weshalb die Feier im Juni stattfindet – Geburtstag hat Charles III. nämlich eigentlich im November.
In der Menge waren auch einige Monarchie-Gegner zu entdecken. Mit Plakaten mit Aufschriften wie „Nieder mit der Krone“ taten sie laut PA ihre Meinung kund.

König Charles III. ist schon zum vierten Mal als Monarch dabei

Die Tradition der Militärparade „Trooping the Colour“ reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. „Colour“ meint dabei die Fahne, die bei der Parade präsentiert wird. Diesen Job übernimmt jedes Jahr ein anderes der fünf Infanterie-Garderegimenter des Königs.
Diesmal sind es die sogenannten Grenadier Guards. Mehr als 1.000 Soldaten und Militärkapellen sind in der Regel bei der Parade dabei. Zum Abschluss führt eine Prozession wieder zurück zum Buckingham-Palast.
Neben Fans der Königsfamilie dürften auch einige Flugzeug-Enthusiasten unter den Besuchern der Parade sein. Zum Abschluss der Zeremonie überfliegen nämlich Dutzende Militärflugzeuge den Palast, während die Royals winkend auf dem Balkon stehen.
Den Ablauf dürfte Charles inzwischen im Schlaf kennen. Bereits mit drei Jahren war er zum ersten Mal bei der Parade dabei – Monarch war damals noch George VI., sein Opa. Nach vielen Jahren mit Queen Elizabeth II. als Monarchin nahm Charles nach deren Tod (im September 2022) in diesem Jahr schon zum vierten Mal als König an dem Spektakel teil. (dpa/red)
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Schwedens Königspaar feiert Goldene Hochzeit – nur Estelle fehlt

Das Wetter spielte mit – und das ist bei solchen Anlässen ja fast das Wichtigste. Schwedens Königspaar Carl XVI. Gustaf (80) und Silvia (82) feierten ihre Goldene Hochzeit in Stockholm mit allem, was ein royales Fest in Skandinavien ausmacht.
Nach einem Gottesdienst schipperten sie mit der königlichen Barkasse durch die Gewässer der Hauptstadt, gefolgt von einer offenen Kutschfahrt vorbei an jubelnden Zaungästen. Die Fahrt sollte an einer Konzertbühne in der Stadt enden, auf der Musik aus den vergangenen 50 Jahren dargeboten werden sollte.
Eine Zeitreise in die Vergangenheit dürfte auch das geplante Konzert in der Königlichen Oper für Carl XVI. Gustaf und Silvia am Abend werden. Dort hatten sie auch am Vorabend ihrer Hochzeit am 19. Juni 1976 einem Konzert gelauscht.
Die Kultband Abba hatte zu Ehren von Königin Silvia damals „Dancing Queen“ dargeboten. Ausklingen lässt das Königspaar den Abend mit einem Dinner mit Familie und Freunden.

Nur eine fehlt bei der Royal-Feier

Königin Silvia ganz in Rot, ihr Gatte in einem schnieken Anzug, feierten gemeinsam mit ihrer Familie. Nur Prinzessin Estelle, die Tochter von Kronprinzessin Victoria, fehlte: Sie ist gerade auf einer Sprachreise im Ausland.
Auch das norwegische Königspaar reiste zu Ehren des Goldhochzeits-Paars an. Aus Gesundheitsgründen nahmen Harald V. und Sonja aber nicht an allen Programmpunkten teil.
Dass die Party auf diesen Samstag fiel und nicht auf den eigentlichen Stichtag am kommenden Freitag, liegt daran, dass das wohl wichtigste schwedische Fest in diesem Jahr genau an dem Tag gefeiert wird: An Mittsommer tanzen viele Schweden mit Blumenkränzen auf dem Kopf um die Mittsommerstange.
Die Goldhochzeit markiert nicht nur 50 Jahre Ehe zwischen Carl XVI. Gustaf und Silvia, sondern auch ein halbes Jahrhundert für Silvia als Königin. Diesen Titel bekam sie mit der Hochzeit mit ihrem Mann, der damals schon König war.
Kennengelernt hatte sie ihn einige Jahre zuvor bei den Olympischen Spielen in München, wo die Deutsche Silvia Sommerlath damals als Hostess arbeitete. Gemeinsam hat das Paar drei Kinder – Kronprinzessin Victoria (48), Prinz Carl Philip (47) und Prinzessin Madeleine (44) – und neun Enkelkinder. (dpa/red)