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22. Oktober: Corona-Impfstoff-Daten freigegeben | CDU-Mann will bei Sachsen-Anhalt-Wahl sitzen bleiben | Einsparungen bleiben aus

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Corona-Impfstoff-Daten freigegeben

Rund sechs Jahre nach Beginn der COVID-19-Impfkampagne hat das Paul-Ehrlich-Institut die Ergebnisse der SafeVac-2.0-Beobachtungsstudie veröffentlicht. Demzufolge hätten rund 730.000 Teilnehmer nach einer COVID-19-Impfung insgesamt über 4 Millionen mögliche Impfnebenwirkungen gemeldet. Die späte Veröffentlichung stößt auf Kritik.

CDU-Mann will bei Sachsen-Anhalt-Wahl sitzen bleiben

Der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Heuer will bei der geplanten Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt entgegen dem Beschluss seiner Fraktion im Plenarsaal bleiben. Das Verlassen des Saals komme aus seiner Sicht einer Offenlegung der Enthaltung gleich. Wie er bei einer möglichen Kandidatur des AfD-Politikers Ulrich Siegmund abstimmen würde, ließ er offen.

Einsparungen bleiben aus

Die seit Juli geltende neue Grundsicherung entlastet den Bundeshaushalt offenbar bisher nicht. Demnach beliefen sich die Ausgaben zuletzt auf monatlich 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro. In den Vorjahresmonaten waren es 3,4 bis 3,5 Milliarden Euro pro Monat gewesen. Laut ifo-Institut schade dies der Glaubwürdigkeit von Sozialreformen – Denn im Wahlkampf hatte die Union versprochen, mit der Reform Milliarden sparen zu wollen.

Spion gefasst

In Brandenburg wurde ein mutmaßlicher Russland-Spion festgenommen. Der Ukrainer soll für einen russischen Nachrichtendienst geheimdienstliche Informationen gesammelt haben – darunter Erkenntnisse über die Produktion von Panzern und Munition, sowie Personal und militärische Anlagen an Standorten zur Sicherung der Nato-Ostflanke. Dafür habe er Kontakte in die europäische Rüstungsindustrie genutzt.

Beschlagnahmte Waren

Gefälschte Waren im Milliardenwert überschwemmen den EU-Markt. Die Zahl der im Binnenmarkt und an den Außengrenzen sichergestellten Artikel ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um gut 67 Prozent gestiegen. Auf Deutschland entfielen an den EU-Außengrenzen knapp 22 Prozent des geschätzten Wertes der dort sichergestellten Waren. Die Meisten Fälschungen kommen dabei Aus China und der Türkei.
 
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Atypisch für Deutschland? Wie ein 19-jähriger Unternehmer auf Erfolgskurs geht

„Dann sind natürlich Tränen geflossen, Stühle geflogen“, erzählt Pascal Becker schmunzelnd.
Der 19-Jährige erinnert sich an den Tag, an dem er seiner Mutter sagte, dass er die Schule abbrechen wolle.
Sie stammt aus einer Unternehmerfamilie, in der ein guter Schulabschluss dennoch wichtig war. Auch Beckers Vater hat als Arzt gearbeitet und vor seiner Selbstständigkeit promoviert.
Becker sah für sich jedoch einen anderen Lebensweg. Bereits mit 16 Jahren hatte er sich neben der Schule selbstständig gemacht. Als er mit seinen IT-Dienstleistungen immer erfolgreicher wurde und die Aufträge ihn zunehmend beanspruchten, entschied er sich, sich ganz auf seine Kunden und das Unternehmertum zu konzentrieren. Und diese Entscheidung bereut er bis heute nicht.
Die Zahlen, die Becker nennt, sind bemerkenswert: Nach seinen Angaben stieg der Jahresumsatz von rund 10.000 Euro im Jahr 2023 auf 100.000 Euro 2024 und 1 Million Euro 2025. Für 2026 rechnet er sogar mit 6 Millionen Euro. „Wir sind sehr, sehr gut dabei“, sagt er.
Was 2023 als Einzelunternehmen begann, entwickelte sich zur BIT-Systems GmbH, die nach eigener Beschreibung ein deutschlandweit tätiges, auf den Mittelstand spezialisiertes IT-Systemhaus ist.
Seit 2026 baut Becker unter dem Namen BIT Group weitere Geschäftsfelder auf, darunter Personalvermittlung und Softwareentwicklung. Neben Wiesbaden ist der Standort München hinzugekommen. Die Anzahl der Festangestellten stieg nach seinen Angaben auf 55.

„Irgendwann fragt auch keiner mehr nach dem Alter“

Kaum ist Becker aus Amsterdam zurück, wartet schon der nächste Termin. Seine Stimme klingt dennoch energiegeladen und vor allem selbstbewusst.
Er war auf einer Fachmesse für Cybersicherheit, eingeladen von einem Geschäftspartner. Für ihn gehört es zum Alltag, technologische Entwicklungen im Blick zu behalten. Zugleich ist es für ihn besonders schön zu sehen, „wenn auch unsere Arbeit in der Branche so ein bisschen wertgeschätzt wird“.

Im Schnitt besucht Becker monatlich 20 potenzielle Neukunden.

Foto: BIT-Systems GmbH

Dass er erst 19 Jahre alt ist, sorgt auch dort noch immer für Erstaunen. In einer Runde mit zahlreichen Branchenkollegen habe der Geschäftspartner sein Alter verraten und hinzugefügt: „Der macht den gleichen Umsatz wie ihr.“ Diese Anekdote erzählt Becker am Rande des Gesprächs mit Stolz, als die Frage aufkommt, ob sein junges Alter in der oft als konservativ geltenden deutschen Unternehmerwelt zum Nachteil werden könne.
„Das Schwierigste war es, den ersten Kunden rumzukriegen. Danach ging es dann relativ zügig weiter.“
Nach drei Jahren in der Branche erhält er viele Weiterempfehlungen von Kunden. Stolz ist er darauf, dass sein IT-Systemhaus in dieser Zeit keinen einzigen Kunden verloren habe. Für stetiges Wachstum setzt er aber auch auf Kaltakquise, um neue Kunden zu gewinnen.
Rund 20 Gespräche mit potenziellen Neukunden führt Becker zurzeit nach eigenen Angaben jeden Monat. Aus etwa jedem zweiten werde ein Auftrag.
Häufig begleitet ihn dabei der technische Leiter oder ein Spezialist für Softwareentwicklung, der das entscheidende Know-how mitbringt „und auch ein bisschen Reputation schafft“.
„Irgendwann fragt auch keiner mehr nach deinem Alter“, sagt Becker lächelnd.

Die 80-Stunden-Woche eines Gen-Z-Unternehmers

Wenn es sein Terminkalender erlaubt, beginnt Becker den Tag im Büro in Wiesbaden.
Dort verschafft er sich einen Überblick über laufende Projekte und mögliche Störungen. Nach seiner Erfahrung treten technische Probleme besonders häufig morgens auf.
Anschließend folgen Gespräche mit Mitarbeitern, Führungskräften und Auszubildenden, bevor am Nachmittag die Außentermine anstehen. „Ich mache keine Technik mehr. Ich mache nur noch Vertrieb und Management“, sagt Becker.
Die Kunden stammen aus unterschiedlichen Branchen: von spezialisierten Technologieunternehmen über größere Fleischereien bis hin zu Tierkliniken.

Trotz seines jungen Alters wird Becker von Geschäftspartnern und Kunden geschätzt.

Foto: BIT-Systems GmbH

Sobald ein Vertrag geschlossen ist, übernimmt das technische Team. Mit rund 40 Mitarbeitern bildet es die mit Abstand größte Abteilung des Unternehmens.
Die Mitarbeiter kümmern sich um sämtliche IT-Probleme der Kunden – von Hard- und Software über die Verwaltung der IT-Systeme bis hin zu Lösungen für die Cybersicherheit. Darunter sind auch mehrere Auszubildende.
Hinzu kommen Mitarbeiter im Management, Backoffice, Recruiting und Vertrieb, die zusammen das 55-köpfige Team bilden. Das Durchschnittsalter im Unternehmen schätzt Becker auf rund 30 Jahre.
Den Abend lässt Becker gern „mit etwas Sinnvollem ausklingen“. So trifft er sich mit Beratern, Geschäftspartnern oder Kunden zum Essen, wo ein persönliches, freundschaftliches Verhältnis das Geschäftliche abrundet.
So kommt der junge Unternehmer nach eigenen Angaben schnell auf rund 80 Arbeitsstunden pro Woche.

„Ich war immer der, der am meisten gearbeitet hat“

Woher nimmt er diese Motivation – als Angehöriger der Generation Z, die in der heutigen Arbeitswelt eher bekannt ist für ihren Fokus auf „Work-Life-Balance“?
Bei dieser Frage erinnert sich Becker gern an die Zeit, als er noch als Schüler bei einem der größten IT-Systemhauskonzerne Deutschlands ein Praktikum begann. Zunächst musste er lediglich Laptops von A nach B bringen. Später durfte er Kunden zeigen, wie ihre IT-Infrastruktur aussehen sollte. Zunehmend betreute er die Projekte selbstständig.
„Ich war vielleicht nicht der, der am schnellsten war. Am Anfang gar nicht. Aber ich war immer der, der am meisten gearbeitet hat“, erzählt er lächelnd.
Von seiner Familie sei er „wortwörtlich“ zur Selbstständigkeit erzogen worden. Ob Vater oder Mutter, Großmutter väterlicherseits oder Großvater mütterlicherseits – viele seiner Familienmitglieder waren selbstständig. „Das liegt so ein bisschen bei uns, in der Natur der Sache.“
Doch neben dem familiären Hintergrund ist es vor allem die Freude an seiner Arbeit, die ihn antreibt. „Es ist das Thema IT und jetzt auch das Thema Vertrieb und Partnermanagement. Das sind Sachen, die machen mir einen unglaublichen Spaß.“
Aus dieser Begeisterung erwächst bei dem jungen Unternehmer der Wunsch, den Kunden eigene Lösungen anzubieten – aus seiner Sicht näher am Kunden, schneller und effizienter, vor allem aber preislich „transparent und fair“.
Im November 2023 machte sich Becker mit 16 Jahren als Einzelunternehmer selbstständig. Als Minderjähriger musste er dafür eine gerichtliche Genehmigung einholen. Seine Eltern begleiteten ihn dabei. Auf die Frage, ob sie ihrem Sohn das zutrauten, antworteten beide mit „Ja“.
Ohne ihre Zustimmung, erfuhr er später, wäre sein Vorhaben kaum möglich gewesen.
Als Becker jedoch in der zwölften Klasse die Schule abbrechen wollte, um sich ganz auf sein Unternehmen zu konzentrieren, stieß er nicht zuletzt bei seiner Mutter auf erheblichen Widerstand.
Wie durch Zauberhand wirkten schließlich die Worte einer Taxifahrerin, die ihn seit fast einem Jahr regelmäßig zu Kundenterminen fuhr. Sie sagte zu seiner Mutter:
„Hören Sie, Frau Becker, ich fahre den Jungen jeden Tag von A nach B, und das mache ich seit knapp einem Jahr. Sie können davon ausgehen, wenn er so weitermacht wie jetzt, dann kann das gar nicht schiefgehen.“
Schließlich unterschrieb seine Mutter die Abmeldung.

Mut und Vertrauen: Ein Rezept gegen den Fachkräftemangel?

Was seine Eltern ihm mit 16 Jahren zutrauten, traut er heute seinen Mitarbeitern zu: Verantwortung zu übernehmen, Fehler zu machen und daran zu wachsen.
Denn neue Kunden zu gewinnen, ist nur die eine Hälfte des Geschäfts. Die andere besteht darin, genügend qualifizierte Beschäftigte für die umfangreichen Kundenaufträge zu finden.
Gerade in der IT-Branche ist das keine Selbstverständlichkeit: Nach einer Prognose des Digitalverbands Bitkom dürfte der deutsche IT-Markt im Jahr 2026 um 5,4 Prozent auf knapp 171 Milliarden Euro wachsen. Zugleich bleiben Fachkräfte knapp. Die von Bitkom bezifferte Zahl der unbesetzten IT-Stellen liegt 2026 bei rund 79.000.
„Die Lösung für den Fachkräftemangel ist es nicht, die guten Leute einzustellen. Die Lösung für den Fachkräftemangel ist es, die Leute einzustellen, die man hat. Und diese Leute so lange zu qualifizieren, bis man daraus eine Fachkraft hat“, sagt Becker überzeugt.
Mindestens vier Auszubildende nimmt sein Unternehmen nach eigenen Angaben jedes Jahr auf. Hinzu kommen Praktikanten und Quereinsteiger. Dabei sollen die jungen Leute nicht bloß zuschauen. Vom ersten Tag an erhalten sie praktische Aufgaben.

Im Umgang mit seinem Team spielen Mut und Vertrauen eine wichtige Rolle.

Foto: BIT-Systems GmbH

Für jeden Auszubildenden sieht Becker nach eigenen Angaben während der dreijährigen Ausbildung Schulungen im Wert von mindestens 10.000 Euro vor. Zuvor bespricht er mit jedem individuell, in welche Richtung er sich beruflich entwickeln möchte.
Stolz berichtet er auch, dass seine Auszubildenden regelmäßig zu den Besten ihrer Berufsschulklassen gehörten.
„Ich erwarte auch von jedem Mitarbeiter, der bei uns ist, dass er jeden Tag auf die Arbeit kommt und sagt: ‚Ich mache das gerne noch einen weiteren Tag.‘ Wenn er es nicht gerne noch einen weiteren Tag macht, dann wird der Kunde das merken.“
Bei der Personalauswahl zählt für ihn nicht allein der Lebenslauf:
„Es kommt darauf an, was sie im Kopf haben. Es kommt nicht darauf an, was sie da auf Papier stehen haben.“
Damit gibt er im Umgang mit seinen Mitarbeitern jenes „amerikanische Mindset“ weiter, das er selbst durch seine Eltern erfahren hat.

Die Expansion: Keine „Angst vor Scheitern“?

Um sich auch langfristig für das schnelle Wachstum des Geschäfts notwendige Personal zu sichern, ist Becker dabei, eine Münchner Personalvermittlung zu übernehmen.
Er bezeichnet die Entscheidung als eines der „zwei schlauen Dinge“, die er Anfang des Jahres gemacht habe.
Auch eine eigenständige Tochtergesellschaft für Softwareentwicklung und ein auf IT-Lösungen für Tierarztpraxen spezialisierter Geschäftsbereich gehören zum sich vollziehenden Wandel des IT-Systemhauses BIT-Systems GmbH zur breiter aufgestellten BIT Group.
Insgesamt möchte Becker im kommenden Jahr „mindestens“ 10 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften.
Den Ausbau finanziert Becker aus laufenden Einnahmen und Bankkrediten, ganz ohne externe Investoren. „Also ich bin, wenn Sie so möchten, hoch verschuldet“, sagt er schmunzelnd.
Damit führt das Gespräch unweigerlich zur aktuellen Debatte über den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der deutschstämmige US-Investor Peter Thiel sprach in einem Interview sinngemäß davon, dass in Deutschland weniger Gründer als in den USA ihre Unternehmen zu internationaler Größe ausbauten. Als mögliche Gründe nannte er eine Angst vor dem Scheitern, aber auch vor dem Erfolg.
„Angst vor Scheitern gibt es in Deutschland ohne Ende.“ Auch Becker stimmt zu.
„Wir sind in Deutschland meiner Meinung nach in einer Gesellschaft, die von Angst und durch Angst geprägt ist. Der Deutsche ist klassisch zurückhaltend, sauber und ordentlich strukturiert, aber definitiv niemand, der nach vorne prescht.“
Umso dankbarer ist Becker seinen unternehmerisch tätigen Eltern und Großeltern, die ihm vorlebten, mit Risiken und Ängsten umzugehen. „Ich habe ja gesehen, dass es funktionieren kann.“
Andererseits habe er auch keine Angst davor, dass seine Pläne scheitern könnten. „Wenn es nicht funktioniert, mache ich das, was alle anderen auch machen und gehe arbeiten.“

Standort Deutschland: Zwischen Krise und Zuversicht

Die Angst vor dem Erfolg hänge vielmehr mit den Rahmenbedingungen zusammen, die das Wachstum junger Unternehmen in Deutschland erschweren.
Verschiedene Studien, darunter der KfW-Gründungsmonitor 2026 und der Deutsche Startup Monitor 2026, beleuchten die Herausforderungen, vor denen Gründer in Deutschland stehen.
In den USA sei Kapital von institutionellen und privaten Investoren wesentlich leichter zugänglich, sagt Becker. In Deutschland erschwerten zudem hohe Steuern, Bürokratie und politische Unsicherheit das Wachstum.
„Wir haben die Bürokratie erschaffen. Wir leben sie auch“, sagt Becker. Seiner Meinung nach habe sich Deutschland damit „selbst einen Strick um den Hals gelegt“. Manchen politischen Entscheidungsträgern fehle aus seiner Sicht außerdem wirtschaftliche und unternehmerische Erfahrung.
Allerdings unterscheide sich sein Geschäftsmodell von dem eines klassischen Start-ups, das ein bestimmtes Produkt entwickelt und mithilfe von Wagniskapital schnell in großer Stückzahl verkaufen kann. „Bei uns muss der gesamte Apparat wachsen und das muss er mit einer gewissen Effizienz“, urteilt er nüchtern. Sonst werde das Unternehmen zu teuer und könne die Kunden nicht mehr zu dem zugesicherten Preis bedienen.
„Es sind ganz andere Dynamiken in der Firma. Der Kunde kommt zu uns mit einem von 20.000 Problemen. Wir müssen eine Lösung für dieses Problem finden. Dafür gibt es aber kein Schema F. Das heißt, jeder Kunde ist in sich einzigartig.“
Diese Kundennähe und die breite Aufstellung seiner IT-Dienstleistungen binden ihn an den Standort Deutschland und ermöglichen es ihm zugleich, hier weiterzuwachsen.

Pascal Becker will sein IT-Unternehmen weiter ausbauen – und sieht seine Zukunft am Standort Deutschland.

Foto: BIT-Systems GmbH

Um Risiken zu streuen, setzt er jedoch schon früh gezielt auf Kunden aus zukunftsträchtigen Branchen, darunter spezialisierte Technologieunternehmen und der medizinische Bereich. „Sie nutzen jeden Tag Produkte von unseren Kunden, ohne das zu wissen“, sagt er.
Sein Ziel: Er will ein solides mittelständisches Unternehmen aufbauen, das langfristig Bestand hat.
„Wir haben eine Krise.“ Der 19-Jährige erwartet zweifelsohne schwierige Jahre für Deutschland, bleibt aber zuversichtlich:
„Ich bin fest überzeugt, dass man sich da wieder aus der Krise rausarbeiten kann.“

„KI ist ein Werkzeug, nicht die Lösung“

Als IT-Unternehmer kommt auch Becker an Künstlicher Intelligenz nicht vorbei.
Gerade in der Cybersicherheit sieht er großes Potenzial. KI-gestützte Systeme können Daten aus unterschiedlichen Quellen auswerten und dabei helfen, verdächtige Vorgänge schneller zu erkennen. Auch intern nutzt sein Unternehmen Chatbots und KI-basierte Wissensdatenbanken.
Eine Grenze zieht Becker jedoch beim Kundenkontakt. Wer bei seinem Unternehmen anruft, soll weiterhin mit einem Menschen sprechen:
„Der Mensch braucht jetzt Hilfe und er braucht Hilfe von einem anderen Menschen.“
Ein KI-Chatbot könnte nach seiner Einschätzung so viel Arbeit übernehmen, dass sich mindestens 20 Prozent des Personals anderweitig einsetzen ließen. Trotzdem verzichtet er auf einen solchen Assistenten als erste Anlaufstelle.
Hinter den Kulissen soll KI die Arbeit beschleunigen. Im direkten Kundenkontakt bleibt für Becker der Mensch entscheidend. „KI ist ein Werkzeug, nicht die Lösung.“

„Eine Last, die man gerne trägt“

Bei allen Wachstumsplänen will Becker die Menschen hinter seinem Unternehmen nicht aus dem Blick verlieren.
Drei Mitarbeiter seien von Anfang an dabei gewesen und gehörten heute zum Führungsteam. Den Erfolg allein für sich zu beanspruchen, wäre deshalb falsch, sagt er. Gemeinsam hätten sie etwas aufgebaut, auf das inzwischen viele Menschen angewiesen seien.
Denn hinter den 55 Beschäftigten stehen auch Familien, deren Lebensunterhalt vom Unternehmen abhängt. Mit jedem neuen Auftrag, jeder Einstellung und jeder Investition wächst daher auch Beckers Verantwortung. „Das ist ein Risiko. Das ist eine Last, die man gerne trägt. Aber es ist eine Last“, sagt er.
Abschrecken lässt er sich davon nicht. Für Becker gehören Verantwortung und unternehmerische Freiheit zusammen. Fehler habe er auf seinem Weg durchaus gemacht.
Und wenn er noch einmal 16 wäre?
„Ich würde es exakt wieder so machen.“
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Länder fordern Tempo bei Stromsteuer und Spritpreisdeckel

Die Bundesländer fordern den Bund zur raschen Umsetzung von Entlastungen für Bürger auf. Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mahnte in Berlin eine schnelle Senkung der Stromsteuer für alle an und verlangte einen zeitigen Vorschlag für den angekündigten Spritpreisdeckel.
Im MPK-Beschluss zur Stromsteuer heißt es, die Energiepreise seien trotz aller Entlastungsmaßnahmen im internationalen Vergleich weiterhin zu hoch. Weitere Maßnahmen seien notwendig.

Finanzieller Spielraum oder nicht?

Zu den Forderungen der Länderchefs gehört es, „schnellstmöglich finanzielle Spielräume im Haushalt für eine Senkung der Stromsteuer für alle zu nutzen“.
„Wir sind der Auffassung, dass der Bund diese Spielräume hat“, sagte der MPK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU).
„Wir haben den Menschen versprochen, dass Energie bezahlbarer wird, insbesondere dass Strom für alle günstiger wird. Dieses Versprechen müssen wir halten.“
Der Co-Vorsitzende Olaf Lies betonte, jetzt sei Verlässlichkeit nötig. „Wir brauchen auch das Signal, dass man sich auf solche Botschaften und Entscheidungen auch verlassen kann“, sagte er mit Blick auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD.
Die Einnahmen aus der Stromsteuer fließen allein dem Bund zu. Wenn sie gesenkt wird, belastet dies also die Länderhaushalte nicht. Es handele sich um eine „Bundesangelegenheit“, sagte Schnieder.

Klingbeil: Steuerplus reicht nicht für Stromsteuer-Senkung

Die Bundesregierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag eine Senkung für alle auf das europäische Mindestmaß angekündigt.
Diese Zusage wurde noch nicht umgesetzt. Die Stromsteuer wurde nur für die Industrie, das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft gesenkt – nicht aber für private Haushalte und alle anderen Unternehmen.
Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) plädiert dafür, Spielräume im Haushalt zu nutzen, um das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag voll umzusetzen. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) zweifelt an der Finanzierbarkeit.
„Wer jetzt Vorschläge macht wie etwa die Senkung der Stromsteuer, sollte gleichzeitig auch Vorschläge mitbringen, wie man das Ganze finanziert“, sagte Klingbeil bei der Vorlage der Ergebnisse der Steuerschätzung.
Das leichte Plus bei den Einnahmen lässt Klingbeil zufolge kaum Spielraum für Zusatzausgaben.

Länderchefs sprechen von enormer Belastung

Vor dem MPK-Treffen hatte vor allem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst auf die Stromsteuersenkung gedrängt.
„Die Energiekosten sind für viele inzwischen zu einer enormen Belastung geworden“, sagte der CDU-Politiker.
„Wir brauchen jetzt die Stromsteuersenkung für alle – und zwar möglichst schnell.“ Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nannte die Senkung „dringend notwendig“.
Trotz des Beschlusses der MPK teilen andere Länder Klingbeils Bedenken hinsichtlich der Finanzierbarkeit.
Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) sagte, grundsätzlich halte er die Stromsteuersenkung für richtig. „Aber logischerweise hat das finanzielle Konsequenzen. Und welche Spielräume da drin sind, das muss man sich genau angucken.“

Frage der Gerechtigkeit an der Tankstelle

Die Deckelung der Spritpreise soll Lies zufolge genutzt werden, um den Menschen die Sicherheit zu geben, „dass es eine Form von Gerechtigkeit gibt, dass sie nicht an der Tankstelle für Unternehmen zahlen, die damit ihre Gewinne erhöhen.“
Diese Aufgabe müsse der Bund nicht erst am 1. Januar lösen, sondern jetzt, „damit sicher ist, wie es nach dem 1.1.2027 weitergeht“. Das Leben müsse bezahlbar sein. Die Entwicklung der Tankkosten und der Energiekosten spiele dafür eine große Rolle im Alltag.
Die Bundesregierung hatte im September angekündigt, mit der Mineralölwirtschaft über einen Spritpreisdeckel zu sprechen. Ziel sei, den Deckel bis spätestens zum 1. Januar einzuführen.
Ähnliche staatliche Vorgaben gibt es schon in Luxemburg und Belgien. Der seit Anfang Oktober an deutschen Tankstellen geltende Tankrabatt von 16,7 Cent pro Liter Sprit ist befristet bis Jahresende.

Vorschlag zur Bekämpfung von Terror-Finanzierung

Abseits der Lebenshaltungskosten wollten sich die Menschen zu Hause und in ihrem Umfeld auch sicher fühlen, sagte Lies weiter. Die Länderchefs brachten in einem weiteren Beschluss für den Kampf gegen Terrorismus und dessen Finanzierung eine Gesetzesänderung ins Spiel.
„Wir schlagen auch dafür einen neuen Straftatbestand vor für Spendensammler terroristischer Organisationen und eine erleichterte Abschöpfung entsprechender Gelder.“ Die Durchsetzung des Rechtsstaates müsse mit aller Konsequenz ermöglicht werden.

Schnieder deutsch-französischer Kulturbevollmächtigter

Entschieden wurde bei der MPK in Berlin auch, dass Schnieder 2027 Bevollmächtigter für die deutsch-französischen Bildungs- und Kulturbeziehungen wird. Er löst Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) ab. Die Amtszeit beträgt vier Jahre und endet Ende 2030.
Schnieder will insbesondere „junge Menschen dafür zu begeistern, die Sprache, Kultur und Lebensweise unseres jeweiligen Nachbarlandes kennenzulernen und die deutsch-französische Freundschaft selbst zu erleben“.

Gelegenheits-Deutschlandticket nicht auf der Tagesordnung

Die von Nordrhein-Westfalen und Hamburg vorgetragene Idee eines Deutschlandtickets für Gelegenheitsfahrer hat im Kreis der Länderverkehrsminister keinen großen Anklang gefunden.
Bei der Verkehrsministertagung stand das Thema letztlich nicht auf der Tagesordnung. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) will das Vorhaben dennoch weiterverfolgen.
Krischer verwies auf ein bereits existierendes Angebot in seinem Bundesland: „Wir haben einen solchen digitalen Gelegenheitstarif in Nordrhein-Westfalen, ein Land mit 18 Millionen Einwohnern, wo der hervorragend funktioniert und auch landesweit breit akzeptiert und genutzt wird“, sagte er im Anschluss an das Treffen.
„Wir finden es eine sinnvolle Maßnahme, das auch deutschlandweit zu machen.“
NRW und Hamburg hatten einen smartphonebasierten „In/Out-Tarif“ vorgeschlagen: Fahrgäste checken per Handy ein und wieder aus – zu einem bundesweit einheitlichen Tarif.
„Das ist nicht nur bequemer für die Fahrgäste, das hilft auch Kostensparen“, sagte Krischer. „Das ist kein Thema wie beim Deutschlandticket, dass hier zusätzliche Kosten entstehen.“
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte, das Problem des Vorschlags sei eine Deckelung auf den Preis des Deutschlandtickets. „Wir wollen bundesweit natürlich keinen Preisdeckel“, entgegnete Krischer dem.
„Das würde das Deutschlandticket konterkarieren. Und deshalb werden wir, auch wenn das jetzt hier nicht auf die Tagesordnung genommen wurde, mehrheitlich an dem Thema natürlich weiter arbeiten.“ (dpa/afp/red)
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Vorhersagekultur: Oxford-Philosophin warnt vor der Macht von Zukunftsprognosen


In Kürze:

  • Wer Entscheidungen über die eigene Zukunft von Vorhersagen abhängig macht, handelt womöglich unklug.
  • Wer nach den Vorhersagen anderer handele, gehorche ihnen, meint eine Professorin an der Universität Oxford.
  • Prognosemärkte sind ein Milliardengeschäft.
  • Manchmal ist es im Leben entscheidend, für die richtige Sache einzustehen – selbst dann, wenn man weiß, dass man verlieren wird.

 
Glücksspieler wetten auf gewinnorientierten Vorhersagemärkten inzwischen auf fast alles – von Wahlergebnissen bis hin zu alltäglichen Ereignissen. Nun warnt eine Philosophin der Universität Oxford davor, dass viele öffentliche Prognosen für Menschen, die Entscheidungen über ihre Zukunft treffen, verheerende Folgen haben könnten.
Carissa Véliz ist außerordentliche Professorin an der Philosophischen Fakultät und am Institut für KI-Ethik der Universität Oxford und Herausgeberin des „Oxford Handbook of Digital Ethics“. Am 11. August veröffentlichte EpochTV ein Interview mit ihr, in dem die Oxford-Professorin über die Risiken sprach, öffentlichen Vorhersagen über die Zukunft der Menschheit Beachtung zu schenken. Véliz erklärte, wie diese Aussagen den Lebensweg einzelner Menschen lenken oder aber aus der Bahn werfen können.
„Wenn Sie meine Vorhersage für bare Münze nehmen und einfach so handeln, als wäre sie wahr, dann gehorchen Sie. Und das wird noch heikler, wenn es um Vorhersagen über gesellschaftliche Entwicklungen geht“, sagte Véliz zu Jan Jekielek, dem Moderator der EpochTV-Sendung „American Thought Leaders“ (auf Deutsch etwa: „Amerikanische Vordenker“).
„Wenn ich Ihnen sage: ‚Morgen wird Sie die KI ersetzen‘, und Sie kündigen Ihre Stelle, weil sie sich nicht mehr lohnt, dann gehorchen Sie. Und wenn ich eine Führungskraft in der Tech-Branche bin, die dieses Produkt verkauft, nun, dann tun Sie mir einen Gefallen.“
In einem Gespräch über ihr neues Buch „Prophecy: Prediction, Power, and the Fight for the Future, from Ancient Oracles to AI“ – auf Deutsch erscheint es am 24. November im
Insel Verlag unter dem Titel „Die Macht der Prophezeiung“ – sagte Véliz, dass öffentliche Vorhersagen nicht nur unethische Triebkräfte menschlichen Verhaltens seien, sondern dass viele der am weitesten verbreiteten Prognosen niemals einträten.
„Es herrschte der sehr, sehr starke Glaube, dass es unvermeidlich sei, dass es zu einer massiven Überbevölkerung und Hungersnot kommen würde und dass dies eine Katastrophe wäre. Und das ist nie passiert“, sagte sie.
„Ein paar Jahrzehnte später galt es als unvermeidlich, dass wir bis ins Nichts schrumpfen würden und dass die Bevölkerung immer weiter zurückgehen würde. Und das ist [ebenfalls] nicht passiert.“
Am 16. September 2025 wurde in San Francisco eine Werbetafel für ein Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz aufgestellt. Foto: Justin Sullivan/Getty Images

Werbetafel eines KI-Unternehmens in San Francisco am 16. September 2025. Die Oxford-Professorin Carissa Véliz meint, es könne riskant sein, auf der Grundlage von Prognosen über die Zukunft der Menschheit zu handeln – insbesondere nach düsteren Vorhersagen zur Künstlichen Intelligenz.

Foto: Justin Sullivan/Getty Images

Die Wirtschaft der Prognosemärkte

Zu den beliebtesten Formen öffentlicher Prognosen zählen heute Prognosemärkte.
Prognosemärkte ermöglichen es Nutzern [Anm. d. Red.: ähnlich wie bei Wettbüros oder Wettbörsen], auf den Ausgang von Sportereignissen, Wahlen und Fernsehsendungen sowie zunehmend auch auf alltägliche Ereignisse zu wetten – etwa darauf, wie oft Elon Musk, der Eigentümer von X, in einer bestimmten Woche Beiträge auf der Plattform veröffentlichen wird.
Die beiden größten Anbieter auf diesem Markt, Polymarket und Kalshi, verzeichneten laut „Gambling Insider“ im Jahr 2025 ein kumuliertes nominales Handelsvolumen von rund 21,5 Milliarden US-Dollar (19,1 Milliarden Euro) beziehungsweise 17,1 Milliarden Dollar (15,2 Milliarden Euro).
Das monatliche Handelsvolumen ist in weniger als einem Jahr deutlich gestiegen.
Eine Analyse des Pew Research Centers, die auf Daten des Medien- und Informationsanbieters für digitale Vermögenswerte The Block beruht, zeigt, dass das weltweite monatliche Handelsvolumen von Kalshi und Polymarket zusammengenommen von weniger als 5 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) im September 2025 auf rund 24 Milliarden Dollar (21,3 Milliarden Euro) im April 2026 gestiegen ist.
Mit der zunehmenden Beliebtheit der Prognosemärkte wachsen auch die Bedenken: wegen mutmaßlicher Fälle von Insiderhandel, wegen der steigenden Spielsucht in den USA und weil inzwischen auf nahezu jeden Lebensbereich gewettet wird – bis hin zum Wetter.
Eine Mehrheit der Amerikaner (61 Prozent) betrachtet Wetten auf Prognosemärkten eher als Glücksspiel denn als Investition. Das geht aus einer Umfrage des American Institute for Boys and Men und des Marktforschungsunternehmens Ipsos vom März hervor.
Laut einer „Politico“-Umfrage vom Juni sind 44 Prozent der Befragten der Meinung, dass Wetten auf Wahlergebnisse illegal sein sollten. 57 Prozent sprechen sich dafür aus, Nutzern das Wetten auf den Ausgang von Kriegen zu untersagen.
Unterdessen greifen immer mehr Medien bei ihrer Berichterstattung über Wahlen, Umfragen und Maßnahmen der US-Regierung auf Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket zurück.
Wähler, die nach Informationen und Hintergründen zu wichtigen Wahlkämpfen suchen, beschäftigen sich zunehmend mit dieser Berichterstattung, bevor sie ihre Stimme abgeben.
Doch diese öffentlich zugänglichen Prognosen, die von Glücksspiel und gewinnorientierten Geschäftsmodellen angetrieben werden, seien möglicherweise weniger präzise, als den Amerikanern bewusst sei, argumentierte Véliz.
„Unternehmen wollen Gewinn machen. Gewinn und Wahrheit, Präzision oder Wissenschaft lassen sich nicht immer gut miteinander vereinbaren. Es handelt sich also nicht um ein wissenschaftliches Umfeld, in dem wir versuchen, die Genauigkeit zu maximieren“, sagte sie.
Diese Fotomontage, aufgenommen am 1. November 2023 in Washington, zeigt den Bildschirm eines Smartphones mit der Online-Wahlprognoseplattform PredictIt und einem Bild der zweiten Vorwahldebatte der Republikaner in Simi Valley, Kalifornien, am 27. September 2023. Wähler, die sich über wichtige Wahlen informieren und den Kontext verstehen möchten, nutzen zunehmend die Prognosen von Wahlprognoseplattformen, bevor sie ihre Stimme abgeben. Foto: Olivier Douliery/AFP via Getty Images

Diese am 1. November 2023 in Washington, D.C., erstellte Fotomontage zeigt den Bildschirm eines Smartphones mit der Online-Wahlprognoseplattform PredictIt sowie ein Bild der zweiten Vorwahldebatte der Republikaner in Simi Valley, Kalifornien, vom 27. September 2023. Wähler, die sich über wichtige Wahlen informieren und den Kontext verstehen möchten, nutzen zunehmend die Prognosen von Wahlprognoseplattformen, bevor sie ihre Stimme abgeben.

Foto: Olivier Douliery/AFP via Getty Images

Ethik und Prognosen

Laut Véliz gibt es jedoch noch weitreichendere öffentliche Prognosen, die tiefgreifendere Auswirkungen auf das menschliche Verhalten und die Zukunftsplanung einer Person haben könnten.
Als KI-Magnaten mit dreisten Prognosen behauptet hätten, ihre Technologie werde Menschen bald in einer schwindelerregenden Anzahl von Arbeitsplätzen über zahlreiche Branchen hinweg ersetzen, sei dies nicht nur irreführend gewesen, sondern auch Marketing, „Wunschdenken“ oder „versteckte Machtspiele“, sagte sie.
„Wenn wir einfach davon ausgehen, dass die vorhergesagte Zukunft die Zukunft ist, und entsprechend handeln, gehorchen wir damit im Grunde schon im Voraus, denn sehr oft enthalten Vorhersagen einen versteckten Befehl“, so Véliz.
Dies könnte beispielsweise dazu führen, dass jemand einen Job kündigt, von dem er glaubt, dass er bald durch KI ersetzt wird – einfach, weil er davon ausgegangen ist, dass die Vorhersagen der Unternehmen, die das Produkt verkaufen, richtig sind.
Was aber, wenn präzise Vorhersagen lediglich eine Frage von mehr oder besseren Daten wären? Véliz hält diese Hoffnung für etwas fehlgeleitet.
„Wir sammeln all diese Daten mit dem Versprechen, dass mehr Daten auch besser sind, aber das ist nicht immer der Fall“, sagte sie.
„Denn oft ist die Suche nach etwas in den Daten wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Und den Heuhaufen noch größer zu machen, hilft dabei nicht weiter.“
Daten seien nur dann hilfreich, wenn sie relevant sind. Als Beispiel nannte sie die Erfassung menschlichen Verhaltens: Man sammele vielleicht Daten darüber, was eine Person tut, nachdem sie einen Kredit von einem Kreditinstitut erhalten hat, aber selten finde man Daten zum umgekehrten Fall.
„Wenn ich jemand anderem keinen Kredit gewähre, werde ich nie herausfinden können, wie gut es dieser Person ergangen wäre, hätte ich den Kredit gewährt“, sagte sie.
Menschen entscheiden sich möglicherweise sogar für Untätigkeit, wenn sie glauben, dass eine Prognose die Zukunft genau vorhersagt, was erhebliche Auswirkungen auf ihr Leben haben könnte.
„Das Paradoxe ist: Je mehr wir daran glauben, dass wir [etwas] schaffen können, desto besser sind unsere Chancen. Wenn man nicht glaubt, dass man es schaffen kann, und zu Hause bleibt, liegen die Erfolgschancen bei null“, sagte Véliz.
Eine Anzeige des KI-Unternehmens Artisan wurde am 5. Dezember 2024 in San Francisco geschaltet. Die Vorhersagen von KI-Größen, dass die Technologie den Menschen bald ersetzen wird, könnten sich als verkapptes Marketing erweisen, wenn sie sich selbst erfüllen. Foto: Justin Sullivan/Getty Images

Werbung des KI-Unternehmens Artisan in San Frncisco am 5. Dezember 2024. Die Vorhersagen von KI-Größen, dass die Technologie den Menschen bald ersetzen werde, könnten sich als verkapptes Marketing erweisen, wenn sie sich selbst erfüllten.

Foto: Justin Sullivan/Getty Images

„Manchmal sind im Leben bestimmte Kämpfe so wichtig, dass ich aufrichtig der Meinung bin, es sei besser, sie zu führen und auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, selbst wenn man davon überzeugt ist, dass man verlieren wird.“
Dies gelte insbesondere bei der Kindererziehung, argumentierte Véliz. Wir mögen die Kinder ermutigen, in Situationen weiterzumachen, in denen sie vom Scheitern überzeugt seien, doch Beharrlichkeit sei für Erfolg und persönliches Wachstum unerlässlich.
„Bei den ganz wichtigen Kämpfen im Leben, bei denen es entscheidend ist, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, ist es irgendwie unangebracht, abzuwägen, ob man gewinnen oder verlieren wird. Das spielt keine Rolle. So wichtig ist es“, sagte sie.

Gute versus schlechte Vorhersagen

Allerdings seien nicht alle öffentlichen Vorhersagen zwangsläufig schlecht, wie zum Beispiel Wettervorhersagen oder medizinische Prognosen, so Véliz.
„Es gibt Situationen, in denen es heikel ist. Man kann das nicht pauschal sagen, denn manchmal braucht man ein Gespür für die Diagnose, und die Diagnose beinhaltet eine gewisse Prognose, um jemanden behandeln zu können“, erklärte sie.
Véliz, die in England lebt, sagte, sie überprüfe ihre Wetter-App mehrmals täglich, um die Vorhersagen zu verfolgen.
Eine Frau hält in diesem Archivfoto ein Apple iPhone 11 Pro in der Hand. Dank mobiler Apps können Millionen Amerikaner unkompliziert auf Politik, Sport und andere Themen wetten. Foto: grinvalds/Getty Images

Eine Frau hält ein Apple iPhone 11 Pro in der Hand. Dank mobiler Apps können Millionen Amerikaner unkompliziert auf Politik, Sport und andere Themen wetten. (Archivbild) 

Foto: grinvalds/Getty Images

Amerikaner, die im Mittleren Westen leben, verlassen sich möglicherweise auf diese Vorhersagen, um bei einer Tornado-Warnung Schutz zu suchen und zu überleben. Und diejenigen an der Golfküste überprüfen während der Hurrikansaison möglicherweise die Wetterprognosen für die nächsten ein oder zwei Wochen, um ihre Häuser auf ein potenziell katastrophales Ereignis vorzubereiten.
„Wofür ich plädiere, ist ein aufgeklärterer Umgang mit Vorhersagen – klarer zu unterscheiden zwischen den Dingen, die wir vorhersagen können, und denen, die wir nicht vorhersagen können – und dass die Illusion, wir könnten alles vorhersagen, uns in die Irre führen wird“, sagte Véliz.
Die Geschichte ist voll von Vorhersagen, an die man damals allgemein glaubte, die sich aber nie bewahrheitet haben.
„Ein paar Monate, bevor es den Gebrüdern Wright gelang, ein Flugzeug zum Fliegen zu bringen, veröffentlichte die ‚New York Times‘ diesen vernichtenden Artikel, in dem es hieß, es würde 1 Million bis 10 Millionen Jahre dauern, bis Menschen in Flugzeugen fliegen könnten“, sagte sie.
„Sie lagen völlig falsch.“
 
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Oxford Philosopher Warns of the Dangers Lurking Behind Prediction Culture“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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SpaceX und Tesla diskutieren mögliche Fusion im Wert von 3,5 Billionen Dollar

Die Aktien von SpaceX und Tesla legten Mitte der Woche kräftig zu, nachdem Milliardär Elon Musk eine mögliche Fusion der beiden Billionen-Dollar-Unternehmen ins Spiel gebracht hatte.
An der Wall Street wird seit Langem über eine mögliche Fusion spekuliert, die zwei zentrale Teile des Geschäftsimperiums des zeitweise als Billionär gehandelten Unternehmers unter einem gemeinsamen Konzerndach zusammenführen würde.
In einer Telefonkonferenz mit Analysten am Dienstag, 20. Oktober, deutete Musk an, dass ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen eine „gute Idee“ sei.

Sonderausschüsse eingesetzt

Musk bestätigte, dass die Verwaltungsräte von SpaceX und Tesla unabhängige Ausschüsse eingesetzt hätten, um über eine mögliche Fusion zu diskutieren. „Manche Leute gehen davon aus, dass eine Fusion von SpaceX und Tesla bereits beschlossene Sache ist, aber ich halte das für übertrieben“, sagte Musk zu den Analysten.
„Die Sonderausschüsse haben noch keine Einigung über die Bedingungen einer Transaktion erzielt. Und natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass sie dies tun werden.“
Neben den Fusionsgesprächen zeigten sich die Anleger erfreut über die soliden Ergebnisse von SpaceX im dritten Quartal, die die Schätzungen der Wall Street übertrafen.
Tesla hat seine Ergebnisse für das dritte Quartal am Mittwoch, 21. Oktober, vorgelegt. Die SpaceX-Aktie legte um bis zu 10 Prozent zu, während Tesla um etwa 3 Prozent stieg.

Hinter den Kulissen einer möglichen Fusion

Eine Fusion werde seit der Ankündigung des Börsengangs von SpaceX Anfang dieses Jahres allgemein erwartet, sagte Daniel Newman, CEO des auf große Technologieunternehmen spezialisierten Analyseunternehmens The Futurum Group.
Angesichts der langfristigen Vision der Unternehmen – die Besiedlung des Weltraums, der Bau von Robotern und die Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz – würde ihre Zusammenarbeit wahrscheinlich viele Vorteile mit sich bringen, was auch Musk bestätigte.

Ein Tesla Cybercab fährt am 4. Oktober 2026 auf der Autobahn in Hayward, Kalifornien.

Foto: Josh Edelson/AFP via Getty Images

Außerdem haben die beiden Unternehmen bereits zahlreiche Geschäfte miteinander getätigt. SpaceX hat Megapack-Batterien und Cybertrucks im Wert von 1 Milliarde US-Dollar (rund 0,9 Milliarden Euro) von Tesla gekauft. Zudem wurde Tesla zum SpaceX-Aktionär, als seine Investition von 2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) in xAI in SpaceX-Aktien umgewandelt wurde. Musks KI-Modell „Grok“ ist zudem in vielen Tesla-Fahrzeugen kostenlos vorinstalliert.
Gemeinsam mit Intel haben SpaceX und Tesla bereits eine Partnerschaft bei  Terafab geschlossen, einer Halbleiterfertigungsanlage, die Chipdesign, Speicherproduktion und Chipmontage unter einem Dach vereint.
Das Joint Venture hat sich zum Ziel gesetzt, bis Juni 2027 seinen ersten SRAM-Chip zu testen und Chips für selbstfahrende Fahrzeuge, humanoide Roboter und KI-Rechenzentren im Orbit zu produzieren.

Raketentriebwerke am Tesla Roadster

„Die Raketentriebwerke am Tesla Roadster gaben einen guten Vorgeschmack darauf, wie er die Zusammenarbeit der Unternehmen in der Zukunft sieht“, sagte Newman gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.

Eine Sonderanfertigung des neuen Tesla Roadster kann schweben und über Autos „springen“.

Foto: Tesla

Vergangene Woche stellte Tesla einen fliegenden Sportwagen vor, der mithilfe der Kaltgas-Triebwerke von SpaceX rückwärts gerichtete Saltos und Sprünge vollführte.
„Unter dem Strich vereinen die beiden Unternehmen die Bereiche Weltraum, KI, Autonomie und Robotik und wären wohl das weltweit am besten positionierte Unternehmen für die kommenden Entwicklungen“, so Newman.

Eines der weltweit größten Unternehmen

Wenn die größte Fusion aller Zeiten zustande käme, würde das fusionierte Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von fast 4 Billionen Dollar (rund 3,6 Billionen Euro) sofort zu einem der größten börsennotierten Unternehmen der Welt aufsteigen und mit Alphabet, Amazon und Microsoft konkurrieren.
Die größten börsennotierten Unternehmen der USA
Eine mögliche Fusion von SpaceX und Tesla würde das Unternehmen zu einem der größten der Welt machen:

Die Schätzungen zur Marktkapitalisierung entsprechen Stand 21. Oktober 2026.

Foto: Andrew Moran/Epoch Times; erstellt mit Datawraper

Abgesehen von einer enorm hohen Marktkapitalisierung würde ein gemeinsames Unternehmen von SpaceX und Tesla zu einem verzweigten Industrie- und Technologiegiganten mit rund 155.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa 153 Milliarden Dollar (rund 136 Milliarden Euro) werden.
Zugleich haben beide Unternehmen weiterhin einen hohen Kapitalbedarf. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 belief sich der negative Cashflow von SpaceX auf insgesamt rund 35 Milliarden Dollar (rund 31 Milliarden Euro), nachdem 48 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) ausgegeben worden waren – größtenteils für KI-bezogene Infrastruktur.
Im zweiten Quartal lag der freie Cashflow von Tesla bei minus 1,1 Milliarden Dollar (rund 1 Milliarde Euro).

„Eine komplexe Organisation“

Eine Fusion von SpaceX und Tesla könnte laut Ryan Zurrer, Gründer der auf alternative Anlagen spezialisierten Firma Dialectic, die zu den frühen Investoren von SpaceX gehörte, eine „komplexe Organisation“ schaffen, deren Führung eine Herausforderung darstellen würde.
Er fügte hinzu, dass ein wahrscheinliches Szenario darin bestehe, dass die beiden Unternehmen als getrennte Einheiten innerhalb des Konglomerats agieren und dann technische Ressourcen gemeinsam nutzen würden.
„Ich sehe keine große Vermischung der Marken“, sagte Zurrer der Epoch Times.

Der Start des SpaceX-Raumschiffs Starship 14 am 28. September 2026 auf der SpaceX-Starbase in Starbase, Texas.

Foto: Ronaldo Schemidt/AFP via Getty Images

Die Sicht der Wall Street

Ein Deal würde Musks Einfluss auf Tesla stärken. Während er bei SpaceX 84 Prozent der Stimmrechte kontrolliert, beträgt sein Anteil an Tesla 20 Prozent.
Trotz des weitverbreiteten Optimismus an der Wall Street könne eine Fusion von SpaceX und Tesla Risiken für die Aktionäre mit sich bringen, warnt Robert Johnson, Finanzprofessor am Heider College of Business der Creighton University in Omaha, Nebraska.
„Man kann die Aussichten des einen Unternehmens positiv und die des anderen negativ einschätzen“, sagte er der Epoch Times.
„Solange es sich um getrennte Unternehmen handelt, kann man in das eine investieren und das andere meiden (oder leerverkaufen). Das fusionierte Unternehmen bietet einem Anleger nicht diese Möglichkeit.“
Laut dem Finanzportal „MarketBeat“ haben Wall-Street-Analysten zum Stand vom 21. Oktober unterschiedliche Erwartungen für beide Unternehmen.
  • Die Konsensbewertung für SpaceX lautet „Moderate Buy“ (moderater Kauf) mit einem Kurspotenzial von 43 Prozent innerhalb von zwölf Monaten.
  • Tesla hat eine „Hold“-Bewertung (Halten) und eine Kurspotenzial von 7 Prozent innerhalb von 12 Monaten.
Einer Fusion müssten Aktionäre mit mindestens 50 Prozent aller ausstehenden Tesla-Aktien zustimmen – nicht nur die Mehrheit der abgegebenen Stimmen –, etwas, was Musk als „eine ziemlich hohe Hürde“ bezeichnete.
Die Prognosemärkte erwarten eine offizielle Fusion bis spätestens Dezember 2027.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „From Rockets to Roadsters: SpaceX, Tesla Boards Start Possible $3.5 Trillion Merger“. (deutsche Bearbeitung ks)
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Steuerschätzer erwarten höhere Einnahmen für 2027 – Klingbeil sieht „keine neuen Spielräume“

Der Bund kann im kommenden Jahr mit höheren Steuereinnahmen rechnen. Wie das Bundesfinanzministerium am Donnerstag mitteilte, geht die neue Steuerschätzung für 2027 von zusätzlichen Einnahmen von 4,1 Milliarden Euro aus.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sah aber „keine neuen Spielräume“ im Haushalt und verwies auf eine weiter notwendige Konsolidierung.
Bund, Länder und Gemeinden nehmen zusammen 2027 voraussichtlich insgesamt 10,9 Milliarden Euro mehr an Steuern ein als noch in der Steuerschätzung vom Frühjahr vorausgesagt.

Steuereinnahmen über einer Billion Euro

Erstmals werden im kommenden Jahr damit Steuereinnahmen auf allen staatlichen Ebenen von insgesamt mehr als einer Billion Euro erwartet.
Die Länder können nach der Prognose im kommenden Jahr mit zusätzlichen Steuereinnahmen von 2,9 Milliarden Euro rechnen, die Gemeinden mit 3,3 Milliarden Euro mehr.
Für das laufende Jahr erwarten die Steuerschätzer für den Bund ein Minus von drei Milliarden Euro im Vergleich zur Schätzung vom Mai. Länder und Kommunen können demnach 2026 mit einem kleinen Plus von 100 Millionen beziehungsweise 800 Millionen Euro an Steuereinnahmen rechnen.
Von 2027 bis 2030 erwartet der Arbeitskreis Steuerschätzung für den Gesamtstaat Steuer-Mehreinnahmen von insgesamt 44,2 Milliarden Euro.

Klingbeil hält an Sparkurs fest

Bundesfinanzminister Klingbeil erklärte, trotz „internationaler Krisen und Unsicherheiten“ könne der Staat für 2026 mit einer „stabilen Entwicklung“ der Steuereinnahmen rechnen. „Wir haben auf diese Krisen reagiert. Und wir stehen robust da“, erklärte Klingbeil.
Für 2027 gewinne der Staat „insgesamt keine neuen Spielräume hinzu, wir müssen aber auch keine neuen Lücken schließen“. Darüber hinaus gelte: Im Bundeshaushalt werde die Regierung „weiter konsolidieren müssen, um uns Handlungsspielräume für die Zukunft zu erarbeiten“. (afp/red)
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TICKER | „Rückkehr zur Ruhe“: Demonstrationsverbote und weitere Einschränkungen in Frankreich

Nach den schweren Ausschreitungen bei landesweiten Protesten bemüht sich Frankreich weiter um eine Beruhigung der Lage.
Alle aktuellen Entwicklungen finden Sie im Ticker:

„Rückkehr zur Ruhe“: Demonstrationsverbote und weitere Einschränkungen in Frankreich

Mit Demonstrationsverboten und der Einschränkung geplanter Proteste am Samstag will Frankreich Ausschreitungen wie am vergangenen Wochenende verhindern. Oberstes Ziel sei eine „Rückkehr zur Ruhe“, sagte Präsident Emmanuel Macron heute. Er kündigte neue Ausgangssperren an; zudem dürften nur von Gewerkschaften organisierte Kundgebungen stattfinden, sagte er. Die Gelbwesten-Bewegung, die zu den Organisatoren der Proteste zählt, kündigte ihren Widerstand an. In Paris bleiben der Louvre und andere Museen am Samstag geschlossen.
HEUTE18:42 Uhr

217 Menschen nach Protesten am Wochenende in Frankreich inhaftiert

Nach den landesweiten Ausschreitungen am vergangenen Wochenende in Frankreich sind nach Regierungsangaben 217 Menschen inhaftiert worden. „Es handelt sich im Allgemeinen um Männer zwischen 18 und 25 Jahren, die zum größten Teil den Justizbehörden nicht bekannt sind“, sagte der französische Justizminister Gérald Darmanin heute vor der Justizvollzugsanstalt in Fleury-Mérogis im Département Essonne.
HEUTE16:03 Uhr

Französischer Geheimdienst räumt Versagen ein

Frankreichs Behörden geben zu, dass der Geheimdienst das Ausmaß der landesweiten Mobilisierung am 17. Oktober deutlich unterschätzt hat. Innenminister Laurent Nuñez hatte demnach mit rund 200.000 Teilnehmern gerechnet. Tatsächlich waren es jedoch 550.000 bis 800.000. Die rund 60.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz konnten die Vandalismusakte am Rand der Demonstrationszüge nicht verhindern. Für die neue Mobilisierung am Samstag, dem 24. Oktober, wird der Sicherheitsapparat weiter verstärkt – mit Soldaten der Antiterror-Einheit Sentinelle sowie mit Eliteeinheiten von Polizei und Gendarmerie. Laut dem Staatssekretär im Innenministerium, Jean-Didier Berger, soll die Zahl der Einsatzkräfte im Vergleich zum 17. Oktober um „20 Prozent” steigen, wie der Sender BFMTV ankündigte.
HEUTE15:26 Uhr

Nach Krawallen: Le Pen liegt in Umfragen vorn

Rund sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl zeigt eine Umfrage in hypothetischen Stichwahlen, dass Marine Le Pen jeweils gegen fünf mögliche Gegner vorne läge. Demnach käme sie gegen Philippe auf 56 Prozent, gegen Glucksmann auf 57 Prozent, gegen Attal auf 58 Prozent und gegen den sozialistischen Ex-Präsidenten François Hollande (72) auf 59 Prozent. Gegen Mélenchon führte sie sogar mit 68 Prozent. Das Präsidentschaftswahl-Barometer von Ifop und Fiducial wurde vom 17. Oktober ab 20 Uhr bis 19. Oktober 2026 online erhoben.


Marine Le Pen (rechts), Kandidatin der Partei Rassemblement National (RN) bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2027, und ihr Wahlkampfleiter Julien Sanchez (links) geben am Vorabend des EU-Gipfels in Brüssel am 14. Oktober 2026 eine Pressekonferenz am Rande einer Sitzung der Patrioten-Fraktion im Parlament.

Foto: Nicolas Tucat/AFP via Getty Images

HEUTE14:33 Uhr

Macron sieht Umsturzversuch ultralinker Gruppen

Nach den schweren Ausschreitungen in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron ultralinken Gruppen vorgeworfen, die Republik stürzen zu wollen. Vor neuen Protesten am Samstag berief er für Freitag eine Sitzung des Verteidigungsrates ein, um weitere Sicherheitsmaßnahmen zu beschließen. Am Samstag sollen nur gewerkschaftlich organisierte Demonstrationen zugelassen werden.
HEUTE14:26 Uhr

Brandanschlag auf Rathaus von Limoges: Zweiter Verdächtiger festgenommen

Nach dem Brand des Rathauses von Limoges ist ein zweiter Verdächtiger festgenommen worden. Der 66-Jährige wurde am Donnerstag im benachbarten Département Creuse gefasst. Ein bereits am Dienstag festgenommener Mann steht inzwischen unter Verdacht, versucht zu haben, im Rathaus befindliche Polizisten zu töten. Die Ermittlungen dauern an.
GESTERN17:10 Uhr

Macron berät mit Ministern und Geheimdiensten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Regierungschef Sébastien Lecornu kommen Morgen wegen der gewalttätigen Proteste vom Wochenende mit Ministern und Geheimdienstvertretern in Paris zusammen. Dabei soll nach Angaben Macrons eine „detaillierte Bestandsaufnahme“ der Ereignisse erstellt werden. Es sei notwendig, Transparenz darüber zu schaffen, was geschehen sei, hatte der Präsident heute gesagt.
GESTERN15:24 Uhr

Gewerkschaft ruft nach erfolglosem Treffen mit Lecornu zu Streiks auf

Die französische Gewerkschaft CGT hat nach einem Treffen mit Premierminister Sébastien Lecornu zu Streiks ab dem 5. November aufgerufen. Die Regierung sei auf die Forderungen der Gewerkschaften und der Demonstranten vom vergangenen Wochenende in keiner Weise eingegangen, sagte CGT-Chefin Sophie Binet heute nach einem etwa zweieinhalbstündigen Gespräch mit Lecornu und weiteren Gewerkschaften. Jetzt sei die Zeit für Streiks gekommen.
GESTERN13:02 Uhr

Macron: Keine ausländische Einmischung bei Unruhen

Bei den massiven Ausschreitungen während Protesten in Frankreich hat es nach Einschätzung von Präsident Emmanuel Macron keine Einmischung aus dem Ausland gegeben. „Meiner Meinung nach gibt es keine erkennbare ausländische Einmischung in die Geschehnisse“, sagte Macron während einer Nahostreise in der katarischen Hauptstadt Doha. „Allerdings gab es im Anschluss daran eine ausländische Manipulation der Informationen – das schon -, die zu ebenso inakzeptablen wie dummen Äußerungen seitens vieler, darunter auch ausländischer Politiker, geführt hat.“ Es seien Bilder aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz gezeigt worden, die Szenen darstellten, die in Frankreich nie stattgefunden hätten, sagte Macron. „Es gab Leute, die behaupteten, wir seien von Horden von Migranten und Islamisten überrannt worden, was völlig falsch ist.“
GESTERN12:30 Uhr

Lecornu trifft Gewerkschaften nach Krawallen

Nach den Krawallen vom Wochenende trifft Frankreichs Premier Sébastien Lecornu am Mittwoch Vertreter von fünf Gewerkschaften. Es soll um die Demonstrationsfreiheit gehen. Die Gelbwesten haben für Samstag einen Protestmarsch in Paris angemeldet, Lecornu kündigte einen massiven Polizeieinsatz an.
GESTERN8:40 Uhr

Bardella will Antifa auf EU-Terrorliste setzen lassen

Der Vorsitzende des Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, hat am Montag gefordert, Antifa-Gruppen, Linksextreme und Black Blocs auf die EU-Terrorliste zu setzen. Frankreich solle sich dafür in Brüssel einsetzen, sagte er bei einer Pressekonferenz in der Parteizentrale in Paris. Anlass sind die Ausschreitungen bei Protesten am 17. Oktober. Bardella will zudem als Gefährder registrierten Linksextremisten nach dem Vorbild der Maßnahmen gegen Hooligans die Teilnahme an Demonstrationen verbieten lassen. So solle das Demonstrationsrecht friedlicher Bürger geschützt werden. Der Regierung warf er vor, linksextreme Gruppen jahrelang an der Spitze von Protestzügen geduldet zu haben, um soziale Bewegungen zu diskreditieren.
20. Okt.19:41 Uhr

Unruhen in Frankreich: Carrefour senkt Jahresprognose

Die französische Supermarktkette Carrefour hat wegen der anhaltenden Unruhen ihre Gewinnprognose gesenkt. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr nur noch mit einem stabilen oder leicht steigenden bereinigten Gewinn je Aktie statt des bisher erwarteten hohen einstelligen Wachstums. Als Gründe nennt Carrefour sinkende Konsumausgaben, höhere Kosten und Unsicherheit über die Wiedereröffnung von Filialen.
20. Okt.14:07 Uhr

Streit um die Rolle der Linkspopulisten für Ausschreitungen

Drei Tage nach den massiven Gewaltausbrüchen berichtete das Magazin „Mediapart“, das Innenministerium habe den Inlandsgeheimdienst angewiesen, die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) für die Unruhen verantwortlich zu machen. Das Ministerium wies den Vorwurf zurück.
20. Okt.13:50 Uhr

Nationalversammlung plant Untersuchungsausschuss

Die französische Nationalversammlung will die jüngsten Gewaltexzesse und Plünderungen durch einen Untersuchungsausschuss aufarbeiten. Darauf verständigten sich nach AFP-Informationen die Fraktionen. Im Mittelpunkt soll die Vorbereitung der Behörden auf solche Ereignisse stehen. Die Regierung hatte nach den Ausschreitungen mit knapp 1000 verletzten Sicherheitskräften und 3000 geplünderten Läden Versäumnisse eingeräumt.
20. Okt.11:20 Uhr

Brandanschlag auf Rathaus von Limoges: Linksradikaler festgenommen

Drei Tage nach den landesweiten Ausschreitungen in Frankreich ist ein als linksradikaler Gefährder bekannter Mann im Zusammenhang mit dem Brand des Rathauses von Limoges festgenommen worden. Eine Anti-Terrorismus-Einheit übernahm die Ermittlungen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus informierten Kreisen erfuhr. Der 40-Jährige sei wegen Gewalt gegen Amtsträger als Gefährder registriert. Er lebe im benachbarten Département Creuse.

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20. Okt.9:12 Uhr

Lecornu: Frankreich verhängt weitere Ausgangssperren „wo nötig“

Nach massiven Gewaltausbrüchen und daraufhin verhängten Ausgangssperren hat die französische Regierung am Dienstag weitere Ausgehverbote angekündigt. „Gezielte Ausgangssperren“ hätten dazu beigetragen, die Lage „über Nacht zu beruhigen“, schrieb Premierminister Sébastien Lecornu im Onlinedienst X. „Heute Abend werden weitere Ausgangssperren beschlossen, wo es die Lage erfordert“, fügte er hinzu.
Über dem Zentrum von Paris kreiste in der Nacht ein Hubschrauber, um die Einhaltung der Ausgangssperre zu überwachen.
19. Okt.19:13 Uhr

Erste französische Städte verhängen nächtliche Ausgangssperren

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Wie das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu mitteilte, gelten diese unter anderem in der nördlichen Großstadt Lille von Montagabend um 20.00 Uhr bis Dienstagmorgen um 6.00 Uhr. Weitere Kommunen in der Region verhängten ähnliche Maßnahmen. Laut Lecornu sollen durch die lokalen Ausgangssperren Geschäfte vor Plünderungen geschützt werden.
19. Okt.13:46 Uhr

Frankreichs Premier ordnet „begrenzte“ Ausgangssperren an

Der französische Premierminister Sébastien Lecornu hat regionale Behörden aufgefordert, in einigen Städten am Montagabend „begrenzte“ Ausgangssperren zu verhängen. Die Maßnahmen sollen „teilweise“ und „lokalisiert“ sein, um Geschäfte zu schützen, nachdem Demonstrationen am Wochenende ausgeartet waren, sagte Lecornu am Montag nach einer Krisensitzung. Eine vollständige Ausgangssperre für ganz Paris schloss er allerdings aus.

Der französische Premierminister Sébastien Lecornu (Mitte) spricht mit der Presse, flankiert von Innenminister Laurent Nunez (links) und Handelsminister Serge Papin (rechts), als sie am 19. Oktober 2026 ein Krisentreffen der Ministerien im Innenministerium in Paris verlassen.

Foto: JULIEN DE ROSA / POOL / AFP via Getty Images

19. Okt.13:30 Uhr

EU nennt Ausschreitungen „unannehmbar“

Die EU hat die Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich am Wochenende scharf kritisiert. „Brandstiftung, Plünderungen und Angriffe auf Menschen oder öffentliche Gebäude sind unannehmbar“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag in Brüssel. Zugleich betonte er, dass das Grundrecht auf friedlichen Protest „geschützt werden“ müsse. „Wir unterstützen die Bemühungen der französischen Behörden, Menschen, Eigentum und öffentliche Einrichtungen unter voller Achtung der Grundrechte zu schützen“, verdeutlichte der Sprecher.
19. Okt.13:05 Uhr

Innenminister Nuñez reicht Rücktritt ein

Angesichts der zahlreichen Plünderungen sowie Angriffe auf Rathäuser und Polizeistationen am Wochenende räumte der Innenminister Nuñez einen „Kontrollverlust“ ein. Er habe seinen Rücktritt eingereicht, den Präsident Emmanuel Macron jedoch nicht angenommen habe, sagte Nuñez dem Sender „France 2“.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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TICKER | Nach Krawallen: Le Pen liegt in Umfragen vorn – französischer Geheimdienst räumt Versagen ein

Nach den schweren Ausschreitungen bei landesweiten Protesten bemüht sich Frankreich weiter um eine Beruhigung der Lage.
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HEUTE16:03 Uhr

Französischer Geheimdienst räumt Versagen ein

Frankreichs Behörden geben zu, dass der Geheimdienst das Ausmaß der landesweiten Mobilisierung am 17. Oktober deutlich unterschätzt hat. Innenminister Laurent Nuñez hatte demnach mit rund 200.000 Teilnehmern gerechnet. Tatsächlich waren es jedoch 550.000 bis 800.000. Die rund 60.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz konnten die Vandalismusakte am Rand der Demonstrationszüge nicht verhindern. Für die neue Mobilisierung am Samstag, dem 24. Oktober, wird der Sicherheitsapparat weiter verstärkt – mit Soldaten der Antiterror-Einheit Sentinelle sowie mit Eliteeinheiten von Polizei und Gendarmerie. Laut dem Staatssekretär im Innenministerium, Jean-Didier Berger, soll die Zahl der Einsatzkräfte im Vergleich zum 17. Oktober um „20 Prozent” steigen, wie der Sender BFMTV ankündigte.
HEUTE15:26 Uhr

Nach Krawallen: Le Pen liegt in Umfragen vorn

Rund sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl zeigt eine Umfrage in hypothetischen Stichwahlen, dass Marine Le Pen jeweils gegen fünf mögliche Gegner vorne läge. Demnach käme sie gegen Philippe auf 56 Prozent, gegen Glucksmann auf 57 Prozent, gegen Attal auf 58 Prozent und gegen den sozialistischen Ex-Präsidenten François Hollande (72) auf 59 Prozent. Gegen Mélenchon führte sie sogar mit 68 Prozent. Das Präsidentschaftswahl-Barometer von Ifop und Fiducial wurde vom 17. Oktober ab 20 Uhr bis 19. Oktober 2026 online erhoben.


Marine Le Pen (rechts), Kandidatin der Partei Rassemblement National (RN) bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2027, und ihr Wahlkampfleiter Julien Sanchez (links) geben am Vorabend des EU-Gipfels in Brüssel am 14. Oktober 2026 eine Pressekonferenz am Rande einer Sitzung der Patrioten-Fraktion im Parlament.

Foto: Nicolas Tucat/AFP via Getty Images

HEUTE14:33 Uhr

Macron sieht Umsturzversuch ultralinker Gruppen

Nach den schweren Ausschreitungen in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron ultralinken Gruppen vorgeworfen, die Republik stürzen zu wollen. Vor neuen Protesten am Samstag berief er für Freitag eine Sitzung des Verteidigungsrates ein, um weitere Sicherheitsmaßnahmen zu beschließen. Am Samstag sollen nur gewerkschaftlich organisierte Demonstrationen zugelassen werden.
HEUTE14:26 Uhr

Brandanschlag auf Rathaus von Limoges: Zweiter Verdächtiger festgenommen

Nach dem Brand des Rathauses von Limoges ist ein zweiter Verdächtiger festgenommen worden. Der 66-Jährige wurde am Donnerstag im benachbarten Département Creuse gefasst. Ein bereits am Dienstag festgenommener Mann steht inzwischen unter Verdacht, versucht zu haben, im Rathaus befindliche Polizisten zu töten. Die Ermittlungen dauern an.
GESTERN17:10 Uhr

Macron berät mit Ministern und Geheimdiensten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Regierungschef Sébastien Lecornu kommen Morgen wegen der gewalttätigen Proteste vom Wochenende mit Ministern und Geheimdienstvertretern in Paris zusammen. Dabei soll nach Angaben Macrons eine „detaillierte Bestandsaufnahme“ der Ereignisse erstellt werden. Es sei notwendig, Transparenz darüber zu schaffen, was geschehen sei, hatte der Präsident heute gesagt.
GESTERN15:24 Uhr

Gewerkschaft ruft nach erfolglosem Treffen mit Lecornu zu Streiks auf

Die französische Gewerkschaft CGT hat nach einem Treffen mit Premierminister Sébastien Lecornu zu Streiks ab dem 5. November aufgerufen. Die Regierung sei auf die Forderungen der Gewerkschaften und der Demonstranten vom vergangenen Wochenende in keiner Weise eingegangen, sagte CGT-Chefin Sophie Binet heute nach einem etwa zweieinhalbstündigen Gespräch mit Lecornu und weiteren Gewerkschaften. Jetzt sei die Zeit für Streiks gekommen.
GESTERN13:02 Uhr

Macron: Keine ausländische Einmischung bei Unruhen

Bei den massiven Ausschreitungen während Protesten in Frankreich hat es nach Einschätzung von Präsident Emmanuel Macron keine Einmischung aus dem Ausland gegeben. „Meiner Meinung nach gibt es keine erkennbare ausländische Einmischung in die Geschehnisse“, sagte Macron während einer Nahostreise in der katarischen Hauptstadt Doha. „Allerdings gab es im Anschluss daran eine ausländische Manipulation der Informationen – das schon -, die zu ebenso inakzeptablen wie dummen Äußerungen seitens vieler, darunter auch ausländischer Politiker, geführt hat.“ Es seien Bilder aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz gezeigt worden, die Szenen darstellten, die in Frankreich nie stattgefunden hätten, sagte Macron. „Es gab Leute, die behaupteten, wir seien von Horden von Migranten und Islamisten überrannt worden, was völlig falsch ist.“
GESTERN12:30 Uhr

Lecornu trifft Gewerkschaften nach Krawallen

Nach den Krawallen vom Wochenende trifft Frankreichs Premier Sébastien Lecornu am Mittwoch Vertreter von fünf Gewerkschaften. Es soll um die Demonstrationsfreiheit gehen. Die Gelbwesten haben für Samstag einen Protestmarsch in Paris angemeldet, Lecornu kündigte einen massiven Polizeieinsatz an.
GESTERN8:40 Uhr

Bardella will Antifa auf EU-Terrorliste setzen lassen

Der Vorsitzende des Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, hat am Montag gefordert, Antifa-Gruppen, Linksextreme und Black Blocs auf die EU-Terrorliste zu setzen. Frankreich solle sich dafür in Brüssel einsetzen, sagte er bei einer Pressekonferenz in der Parteizentrale in Paris. Anlass sind die Ausschreitungen bei Protesten am 17. Oktober. Bardella will zudem als Gefährder registrierten Linksextremisten nach dem Vorbild der Maßnahmen gegen Hooligans die Teilnahme an Demonstrationen verbieten lassen. So solle das Demonstrationsrecht friedlicher Bürger geschützt werden. Der Regierung warf er vor, linksextreme Gruppen jahrelang an der Spitze von Protestzügen geduldet zu haben, um soziale Bewegungen zu diskreditieren.
20. Okt.19:41 Uhr

Unruhen in Frankreich: Carrefour senkt Jahresprognose

Die französische Supermarktkette Carrefour hat wegen der anhaltenden Unruhen ihre Gewinnprognose gesenkt. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr nur noch mit einem stabilen oder leicht steigenden bereinigten Gewinn je Aktie statt des bisher erwarteten hohen einstelligen Wachstums. Als Gründe nennt Carrefour sinkende Konsumausgaben, höhere Kosten und Unsicherheit über die Wiedereröffnung von Filialen.
20. Okt.14:07 Uhr

Streit um die Rolle der Linkspopulisten für Ausschreitungen

Drei Tage nach den massiven Gewaltausbrüchen berichtete das Magazin „Mediapart“, das Innenministerium habe den Inlandsgeheimdienst angewiesen, die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) für die Unruhen verantwortlich zu machen. Das Ministerium wies den Vorwurf zurück.
20. Okt.13:50 Uhr

Nationalversammlung plant Untersuchungsausschuss

Die französische Nationalversammlung will die jüngsten Gewaltexzesse und Plünderungen durch einen Untersuchungsausschuss aufarbeiten. Darauf verständigten sich nach AFP-Informationen die Fraktionen. Im Mittelpunkt soll die Vorbereitung der Behörden auf solche Ereignisse stehen. Die Regierung hatte nach den Ausschreitungen mit knapp 1000 verletzten Sicherheitskräften und 3000 geplünderten Läden Versäumnisse eingeräumt.
20. Okt.11:20 Uhr

Brandanschlag auf Rathaus von Limoges: Linksradikaler festgenommen

Drei Tage nach den landesweiten Ausschreitungen in Frankreich ist ein als linksradikaler Gefährder bekannter Mann im Zusammenhang mit dem Brand des Rathauses von Limoges festgenommen worden. Eine Anti-Terrorismus-Einheit übernahm die Ermittlungen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus informierten Kreisen erfuhr. Der 40-Jährige sei wegen Gewalt gegen Amtsträger als Gefährder registriert. Er lebe im benachbarten Département Creuse.

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20. Okt.9:12 Uhr

Lecornu: Frankreich verhängt weitere Ausgangssperren „wo nötig“

Nach massiven Gewaltausbrüchen und daraufhin verhängten Ausgangssperren hat die französische Regierung am Dienstag weitere Ausgehverbote angekündigt. „Gezielte Ausgangssperren“ hätten dazu beigetragen, die Lage „über Nacht zu beruhigen“, schrieb Premierminister Sébastien Lecornu im Onlinedienst X. „Heute Abend werden weitere Ausgangssperren beschlossen, wo es die Lage erfordert“, fügte er hinzu.
Über dem Zentrum von Paris kreiste in der Nacht ein Hubschrauber, um die Einhaltung der Ausgangssperre zu überwachen.
19. Okt.19:13 Uhr

Erste französische Städte verhängen nächtliche Ausgangssperren

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Wie das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu mitteilte, gelten diese unter anderem in der nördlichen Großstadt Lille von Montagabend um 20.00 Uhr bis Dienstagmorgen um 6.00 Uhr. Weitere Kommunen in der Region verhängten ähnliche Maßnahmen. Laut Lecornu sollen durch die lokalen Ausgangssperren Geschäfte vor Plünderungen geschützt werden.
19. Okt.13:46 Uhr

Frankreichs Premier ordnet „begrenzte“ Ausgangssperren an

Der französische Premierminister Sébastien Lecornu hat regionale Behörden aufgefordert, in einigen Städten am Montagabend „begrenzte“ Ausgangssperren zu verhängen. Die Maßnahmen sollen „teilweise“ und „lokalisiert“ sein, um Geschäfte zu schützen, nachdem Demonstrationen am Wochenende ausgeartet waren, sagte Lecornu am Montag nach einer Krisensitzung. Eine vollständige Ausgangssperre für ganz Paris schloss er allerdings aus.

Der französische Premierminister Sébastien Lecornu (Mitte) spricht mit der Presse, flankiert von Innenminister Laurent Nunez (links) und Handelsminister Serge Papin (rechts), als sie am 19. Oktober 2026 ein Krisentreffen der Ministerien im Innenministerium in Paris verlassen.

Foto: JULIEN DE ROSA / POOL / AFP via Getty Images

19. Okt.13:30 Uhr

EU nennt Ausschreitungen „unannehmbar“

Die EU hat die Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich am Wochenende scharf kritisiert. „Brandstiftung, Plünderungen und Angriffe auf Menschen oder öffentliche Gebäude sind unannehmbar“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag in Brüssel. Zugleich betonte er, dass das Grundrecht auf friedlichen Protest „geschützt werden“ müsse. „Wir unterstützen die Bemühungen der französischen Behörden, Menschen, Eigentum und öffentliche Einrichtungen unter voller Achtung der Grundrechte zu schützen“, verdeutlichte der Sprecher.
19. Okt.13:05 Uhr

Innenminister Nuñez reicht Rücktritt ein

Angesichts der zahlreichen Plünderungen sowie Angriffe auf Rathäuser und Polizeistationen am Wochenende räumte der Innenminister Nuñez einen „Kontrollverlust“ ein. Er habe seinen Rücktritt eingereicht, den Präsident Emmanuel Macron jedoch nicht angenommen habe, sagte Nuñez dem Sender „France 2“.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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„Vielfaltsförderung“: Gesetzliche Quote für journalistische Inhalte auf Social Media geplant


In Kürze:

  • Länder sehen Medienlandschaft vor großen Herausforderungen.
  • „Vielfaltsfördernde“ Inhalte sollen gezielt ausgewählt werden.
  • Verdi begrüßt das Vorhaben, sieht aber Schwächen bei der konsequenten Umsetzung von Regeln.

Soziale Netzwerke sollen künftig häufiger journalistische Inhalte empfehlen. Die Rundfunkkommission der Länder schlägt dafür im 186-seitigen Entwurf zum Digitalen Medien-Staatsvertrag (DMStV) eine gesetzliche Mindestquote vor. Demnach soll mindestens jede fünfte algorithmisch ausgespielte Empfehlung aus einem Pool von Medienangeboten stammen, die als besonders relevant für die öffentliche Meinungsbildung eingestuft werden.

Schutz vor „algorithmischer Verdrängung“

Im § 84c (Seite 86 des Entwurfs) heißt es, dass sich die vorgeschlagene Mindestquote „grob an den inzwischen üblichen Anteilen von Werbung in Feeds etc., also am bereits heute gängigen Umfang, nicht organisch‘ ausgewählter Inhalte“ orientiere. Die Länder begründen ihren Vorstoß damit, dass die Medienlandschaft vor epochalen Herausforderungen stehe. Ziel der neuen Regelungen sei eine faire und vielfältige digitale Medienordnung.
Medienangeboten müssten auch vor „algorithmischer Verdrängung“ geschützt werden. Ein weiterentwickeltes Public-Value-Konzept solle daher dafür sorgen, dass etwa Investitionen in Nachrichten, in Journalisten oder in redaktionelle Eigenleistung bei der Platzierung in Feeds besonders berücksichtigt werden. „Dabei müssen diese Investitionen in absoluten Zahlen nicht notwendigerweise besonders hoch sein. Vielmehr zeichnen sich besondere Investitionen im Sinne der Meinungsvielfalt entsprechend § 25b Abs. 3 dadurch aus, dass rein unternehmerisch betrachtet ihr „return of invest“ eher niedrig ist, der gesellschaftliche Mehrwert jedoch hoch“, heißt es dazu in § 25a des Entwurfs. Damit solle einer „Verflachung und Homogenisierung“ der Medienlandschaft entgegengesteuert werden. Die Länder rechtfertigen so die mit den Regelungen verbundenen „erheblichen Markteingriffe“. Ergänzt werde dies durch die Zulassung sogenannter Outlinks, die auf andere Websites führen.
Auch sollen aus einer Sammlung von Beiträgen, die als „vielfaltsfördernd“ gelten, gezielt Inhalte ausgewählt und an festgelegten Positionen innerhalb der Feeds sozialer Medien angezeigt werden. Während sich private Medien bewerben müssen, um dabei berücksichtigt zu werden, sind öffentlich-rechtliche Medien wie ARD, ZDF und Deutschlandradio automatisch dabei (§ 25a). Ausgenommen von einer Bewerbung sind bestimmte private Fernsehsender, etwa solche mit regionalen Programmfenstern. Die Entscheidung über die Einstufung liegt letztlich bei den Landesmedienanstalten.

Stellungnahmen bis zum 13. November möglich

Die Vorschläge für den Digitalen Medien-Staatsvertrag Teil 2 (DMStV) stehen noch bis zum 13. November 2026 zur öffentlichen Diskussion. Bis dahin können Medienunternehmen oder Verbände oder andere Interessierte Stellungnahmen zum Entwurf einreichen. Anschließend wollen die Länder die Rückmeldungen auswerten und auf dieser Grundlage über das weitere Vorgehen beraten. Offen ist, wann der Staatsvertrag in Kraft treten wird.
Die Gewerkschaft ver.di befürwortet grundsätzlich das Vorhaben. Sie seien ein Ansatz, um die Marktmacht großer Digitalkonzerne einzudämmen. „Das sind die Werkzeuge zum Aufspalten von Monopolen, die wir im digitalen Bereich längst brauchen“, erklärt Christoph Schmitz-Dethlefsen, für Medien zuständiges Mitglied im ver.di-Bundesvorstand.
„Im Moment bestimmten wenige, teils ideologisch getriebene Tech-Oligarchen wie Elon Musk über Sichtbarkeit von Stimmen und Inhalten auf den gängigen Online-Plattformen. Während ihre profitmaximierenden Algorithmen die Gesellschaft polarisieren, kassieren die Tech-Bros ab. Um zurück zu demokratischen Debatten zu kommen, müssen die Digital-Plattformen Sorgfaltspflichten erfüllen und im Zweifel Geschäftsbereiche abtreten. Die Vorschläge der Rundfunkkommission sind dafür wichtig und notwendig.“
Das jedes fünfte Suchergebnis bzw. jeder fünfte Feed-Inhalt ein journalistisches Angebot sein soll, sei ein Fortschritt. „Mehr Sichtbarkeit für Journalismus verbessert potenziell dessen Refinanzierbarkeit und das Informationsniveau in der Gesellschaft“, meint Schmitz-Dethlefsen.
Offen sei jedoch, wie Verstöße geahndet und die neuen Regeln durchgesetzt werden sollen. Verfahren gegen finanzstarke Plattformkonzerne wie Google und Meta dauerten oft Jahre. Er fordert daher eine durchsetzungsstarke Aufsicht sowie schnellere Gerichtsverfahren.

AfD warnt vor staatlichem Einfluss

Kritik an einer staatlich geregelten Bevorzugung bestimmter Medienangebote äußerte der AfD-Medienpolitiker Martin E. Renner bereits im Mai. Dabei warnte er vor einem staatlichen Einfluss auf die Reichweite journalistischer und politischer Inhalte und forderte, auf eine derartige Steuerung zu verzichten.
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Erste Abstimmungen im Parlament gegen das Verbrenner-Aus

Bei den ersten Abstimmungen im Europaparlament hat sich die Mehrheit der Abgeordneten für eine Lockerung des Verbrenner-Aus ausgesprochen.
Der Industrie- und der Verkehrsausschuss stimmten einem Vorschlag zu, den Unterhändler der konservativen EVP, der sozialdemokratischen S&D und der liberalen Fraktion Renew Europe Anfang der Woche ausgehandelt hatten.
Die Stellungnahmen der Ausschüsse sehen vor, dass der CO2-Ausstoß von Neuwagen in der EU bis zum Jahr 2035 um 95 Prozent zurückgehen soll. Verbauen die Hersteller klimafreundlich hergestellten Stahl aus Europa, dürfen sie um weitere 7,5 Prozentpunkte nach unten ausscheren, ohne Strafzahlungen fürchten zu müssen.

Berlin und Paris haben andere Vorstellung

Das ist mit Blick auf die Emissionen etwas ambitionierter als der Vorschlag, den die deutsche und französische Regierung vergangene Woche vorgelegt haben.
Der sieht vor, dass Autohersteller die durchschnittlichen CO2-Emissionen von 2035 an im Vergleich zum Basisjahr 2021 nur um 90 Prozent reduzieren müssen, ohne die verbleibenden 10 Prozent kompensieren zu müssen.
Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, die Pläne für ein striktes Verbrenner-Aus anzupassen. Damit dies in Kraft tritt, müssen sich Europaparlament und EU-Staaten auf einen Kompromiss einigen.
Das Parlament als Ganzes wird voraussichtlich im Dezember seine Position beschließen.
Im Industrieausschuss stimmten nun alle S&D-, EVP- und Renew-Abgeordneten dafür. Die rechte Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR), die rechtspopulistische Parteienfamilie Europa der souveränen Nationen (ESN), das Rechtsaußen-Bündnis Patrioten für Europa (PfE), die Linken und Grüne/EFA votierten dagegen.
Insgesamt waren es laut Protokoll 49 Ja- und 27 Nein-Stimmen sowie 5 Enthaltungen.

Was ist der richtige Weg für Industrie und Arbeitsplätze?

Der verkehrspolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Jens Gieseke (CDU), der mitverhandelt hatte, teilte mit: „Unsere Automobilhersteller brauchen Flexibilität und Planungssicherheit, um die Transformation erfolgreich zu gestalten, Investitionen in Europa zu halten und Arbeitsplätze zu sichern.
Wir wollen Klimaschutz mit einer starken Industrie verbinden – nicht das eine gegen das andere ausspielen.“
Die SPD-Abgeordnete Vivien Costanzo, die für ihre Fraktion mitverhandelt hatte, sprach von einem Kompromiss, „der das große Ganze im Blick behält und gleichzeitig mehr Flexibilität gibt“.
„Dazu müssen bald noch strikte „Made in EU“-Regelungen kommen, die unsere Industrie zusätzlich schützen.“
Der Europaabgeordnete Michael Bloss (Grüne), der das Dossier mitverhandelt, kritisierte die Beschlüsse.
„Sozialdemokraten und Konservative setzen auf den Verbrenner und bremsen die E-Mobilität aus.“ Europas Autobauer müssten umsteuern, die europäische Batterieproduktion müsse hochfahren und die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. (dpa/red)
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Rüstungsinfos gesammelt? Mutmaßlicher Russland-Spion gefasst

Die Bundesanwaltschaft hat in Brandenburg einen mutmaßlichen russischen Spion festnehmen lassen. Der Ukrainer soll für einen russischen Nachrichtendienst militärisch relevante Informationen gesammelt und dafür unter anderem Kontakte in die europäische Rüstungsindustrie genutzt haben. Die höchste deutsche Strafverfolgungsbehörde wirft ihm daher geheimdienstliche Agententätigkeit vor.
Beamte des Bundeskriminalamts nahmen den Mann laut einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft am Donnerstag im Landkreis Oder-Spree fest. Er soll am Freitag einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet. Hintergrund seien Erkenntnisse des Bundesamtes für Verfassungsschutz gewesen.
Seit spätestens Juli 2025 soll der Beschuldigte über einen Mittelsmann in Kontakt mit dem russischen Nachrichtendienst gestanden haben. Zu den Informationen, die er mutmaßlich sammelte, gehörten den Angaben nach etwa Erkenntnisse über die Produktion von Panzern, Munition und Explosivstoffen sowie Personal und militärische Anlagen an Standorten zur Sicherung der Nato-Ostflanke. Einige dieser Informationen waren laut Bundesanwaltschaft öffentlich zugänglich. „Für andere schöpfte der Beschuldigte gezielt Personen aus der europäischen Rüstungsbranche ab“, heißt es in der Mitteilung.

Bereits mehrere Festnahmen mutmaßlicher Russland-Spione

Allein in diesem Jahr wurden in Deutschland schon mehrere mutmaßliche Spione festgenommen, die hier im Auftrag russischer Geheimdienstler tätig gewesen sein sollen. Im Januar ließ die Bundesanwaltschaft in Berlin zum Beispiel eine Frau festnehmen, die für einen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft Informationen beschafft und ihm beim Aufbau von Kontakten geholfen haben soll. Gegen die Deutsch-Ukrainerin wurde mittlerweile Anklage am Kammergericht in Berlin erhoben.
In der ersten Jahreshälfte folgten mehrere weitere Festnahmen mutmaßlicher Agenten, bei denen die Beschuldigten für Russland vor allem Informationen mit Bezug auf den Krieg in der Ukraine beschafft haben sollen. Eine Rumänin und ein Ukrainer sollen laut Bundesanwaltschaft etwa eine Person ausgespäht haben, die von Deutschland aus Drohnen und Bauteile in die Ukraine lieferte. Ein anderer Verdächtiger soll einen in Deutschland lebenden Ex-Kämpfer der ukrainischen Streitkräfte ausspioniert haben.
Generalbundesanwalt Jens Rommel hatte im Juni betont, dass durch russische Spione nicht nur Informationen gesammelt werden sollen. „Vielmehr dürften Aktionen in der Regel zur Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Maßnahmen dienen – namentlich Sabotage oder womöglich sogar Angriffe auf ausgespähte Zielpersonen“, erklärte Rommel damals. Ziel scheine es oft zu sein, die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.

Auch andere Geheimdienste in Deutschland tätig

Und nicht nur russische Geheimdienste haben Deutschland im Visier. Im Mai ließ die Bundesanwaltschaft ein Ehepaar festnehmen, das für den chinesischen Geheimdienst an deutschen Hochschulen spioniert haben soll. Kurz darauf erhob die Behörde Anklage gegen einen Spion des Irans, der Juden und Freunde Israels für Mord- und Brandanschläge ausspähte. Der Mann wurde kürzlich in Hamburg zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Besonderes Aufsehen erregte zudem jüngst die Festnahme des ehemaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, dem die Bundesanwaltschaft ebenfalls unter anderem Agententätigkeit vorwirft. Er soll geheime Erkenntnisse des BND für seine Beratertätigkeit genutzt haben. In einem Fall soll er die Informationen genutzt haben, um für den Mitarbeiter eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparates eine Analyse zu erstellen. Hanning sitzt ebenso wie sein mitbeschuldigter ehemaliger Büroleiter in Untersuchungshaft. (dpa/red)
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EU beschlagnahmt Rekordmenge an gefälschten Waren

In der Europäischen Union sind 2025 mehr als 196 Millionen gefälschte Waren beschlagnahmt worden – so viele wie nie zuvor. Die Zahl der im Binnenmarkt und an den Außengrenzen sichergestellten Artikel sei im Vergleich zum Vorjahr um gut 67 Prozent gestiegen, heißt es im Jahresbericht des EU-Amtes für geistiges Eigentum (EUIPO) mit Sitz im spanischen Alicante.
Der geschätzte Einzelhandelswert der beschlagnahmten Waren lag demnach bei gut 6,3 Milliarden Euro. Auch das ist ein Höchstwert. Im bisherigen Rekordjahr 2024 hatte dieser Wert noch bei knapp 3,9 Milliarden Euro gelegen.
Deutschland spielte 2025 vor allem bei Beschlagnahmungen an den EU-Außengrenzen eine wichtige Rolle. Auf die Bundesrepublik entfielen den Angaben zufolge knapp 22 Prozent des geschätzten Wertes der dort sichergestellten Waren. Damit liegt Deutschland in dieser Kategorie auf Platz zwei hinter Spanien, auf das gut die Hälfte des Wertes entfiel.

Aus China und Türkei kommen die meisten beschlagnahmten Waren

Zu den besonders häufig beschlagnahmten Produktgruppen gehörten unter anderem CDs und DVDs, Software, Spielzeug sowie Etiketten, Anhänger und Aufkleber. Auch Zigaretten und Kleidung stehen weit oben auf der Liste. Als Herkunftsländer der beschlagnahmten Waren wurden am häufigsten China mit über 40 Prozent und die Türkei mit gut 18 Prozent erfasst.
Die Zahlen zeigen, wie viele gefälschte Waren wo beschlagnahmt wurden. Sie erlauben jedoch keinen direkten Rückschluss darauf, wie viele gefälschte Produkte in den einzelnen Ländern tatsächlich verkauft werden oder wie groß dort der illegale Handel ist. Hohe Beschlagnahmungszahlen können auf eine zunehmende Aktivität der Fälschermafia zurückzuführen sein, aber auch auf intensivere und erfolgreichere Kontrollen der zuständigen Behörden hinweisen.

Experten fordern mehr Zusammenarbeit und moderne Technologien

EUIPO weist darauf hin, dass die Bekämpfung von Produktpiraterie weiterhin durch unterschiedliche Transportwege und begrenzte Kontrollkapazitäten erschwert wird. Auch der zunehmende Onlinehandel, bei dem Waren häufig über Express- und Postdienste verschickt werden, stelle die Behörden vor große Herausforderungen.
Deshalb seien neue, vorausschauende Maßnahmen sowie eine engere Zusammenarbeit und ein besserer Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten nötig, heißt es in dem Bericht. Auch der Einsatz moderner Technologien und Werkzeuge sei entscheidend, um geistiges Eigentum zu schützen und die wirtschaftliche Stärke Europas zu erhalten. (dpa/red)
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Bundesinstitut: Nahezu flächdeckend feste Regeln für Handys an Schulen

An deutschen Schulen gelten inzwischen nahezu flächendeckend feste Regeln für den Umgang mit Smartphones durch Schüler. Das ergab eine am Donnerstag vorgestellte Elternbefragung durch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden. Demnach berichteten rund Zweidrittel der Eltern von Grundschulkindern, dass Smartphones an den Einrichtungen ihrer Kinder ganztägig verboten seien. Weitere zwölf Prozent gaben an, dass die Geräte im Unterricht abgegeben werden müssen.
Laut BiB sind schuleigene Regelungen vielfach strenger als die Vorgaben der jeweiligen Landesregierungen. Wie streng die vor Ort angewandten Regeln sind, hängt demnach stärker mit dem Alter der Kinder und der Schulform zusammen als mit Vorgaben von oben. „Die Länder diskutieren über Verbote, die an vielen Schulen bereits umgesetzt werden, vor allem an Grundschulen“, erklärte die Studienmitautorin Mira Fischer vom BiB.

Handeyverbot an Grundschulen am weitesten verbreitet

Bei Schülern der Sekundarstufe I im Alter von elf bis 16 Jahren ist ein Handyverbot der Umfrage zufolge weniger verbreitet als in Grundschulen. 39 Prozent der Eltern von Kindern aus dieser Gruppe berichteten aber ebenfalls von ganztägigen Verboten. Weitere 22 Prozent gaben an, dass ihre Kinder ihre Smartphones während des Unterrichts abgeben müssen.
Eine mögliche bundeseinheitliche Regelung für einen strikteren Umgang mit Smartphones an Schulen halten die Experten des BiB angesichts der Umfrageergebnisse für weniger folgenreich als womöglich vermutet. Dies hatte eine Expertenkommission vor etwa einem Jahr gefordert. In der Praxis käme ein solcher Schritt insbesondere an Grundschulen wohl eher „einer Bestätigung des Bestehenden nahe“, merkte das BIB dazu nun an.
Angesichts des Vordringens digitaler Anwendungen und sozialer Netzwerke in den Alltag werden die Folgen für Kinder, Jugendliche und Schulen kontrovers diskutiert. Ein weiteres Thema ist die Rolle von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI). Dies ist auch mit der Nutzung von Smartphones verknüpft, weil diese als Apps auf Mobiltelefonen laufen.
Die BiB-Untersuchung basiert auf der Befragung von knapp 830 Eltern von Kinder zwischen sechs und 16 Jahren im Frühjahr. Sie war Teil einer größer angelegten Studie zur Fragen der Nutzung von Smartphones und deren Einschränkung an Schulen im Auftrag des Bundesinstituts. Für diese wurden den Angaben zufolge insgesamt 3600 Teilnehmer befragt. (afp/red)
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6 überraschende Dinge können passieren, wenn man schon Stunden vor dem Schlafengehen aufhört zu essen

Das wirksamste Schlafmittel im Leben von Magdel van Vuuren war weder ein teures Nahrungsergänzungsmittel noch eine neue Matratze. Es war die einfache Umstellung ihrer Essgewohnheiten.
Monatelang kroch van Vuuren jeden Abend ins Bett – in der verzagten Hoffnung, dies sei nun endlich die Nacht, in der sie Ruhe finden würde. Stattdessen wälzte sie sich stundenlang wach, während die Frustrationen wuchsen. Und je schlechter sie schlief, desto mehr kletterte auch die Waage nach oben.
Der Rat ihres Arztes klang fast zu einfach, um zu funktionieren: Essen Sie abends spätestens um 18 Uhr zu Abend.
Schon nach wenigen Wochen zeigte sich die Wende. „Meine Phasen des Wachliegens wurden kürzer und ich merkte nach und nach, wie ich wieder leichter durchschlafen konnte“, erzählt sie. In den folgenden Monaten schmolzen auch die überflüssigen Kilos dahin. Die Veränderung war so tiefgreifend, dass sie diese Gewohnheit über Jahre beibehielt.
Van Vuurens Fall steht stellvertretend für einen rasant wachsenden Forschungszweig: Wer die letzte Mahlzeit mehrere Stunden vor der Nachtruhe einnimmt, schenkt dem Organismus die nötige Zeit, die Verdauung in Ruhe abzuschließen. Der Körper kann seine Energien dann auf das konzentrieren, wofür die Nacht eigentlich gedacht ist: Regeneration und tiefen Schlaf.

Warum der Zeitpunkt wichtig ist

Unser Stoffwechsel läuft nicht rund um die Uhr im selben Tempo – er ist eng an unsere innere Uhr gekoppelt, den sogenannten zirkadianen Rhythmus.
Ob Kohlenhydrate, Fette oder der reine Energieumsatz: Die gesamte Verwertung wird von diesem inneren Taktgeber gesteuert. Am Morgen läuft die Verwertung auf Hochtouren. Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse schütten nach dem Essen besonders effektiv Insulin aus und die Zellen nehmen den Nährstoff Zucker bereitwillig auf. Zudem ist der sogenannte thermische Effekt der Nahrung morgens am höchsten: Ein größerer Teil der aufgenommenen Kalorien wird direkt in Körperwärme umgewandelt, anstatt auf den Hüften zu landen.
Kurz gesagt: Morgens kann unser Organismus Nahrung nicht nur leichter verarbeiten, er verzeiht Kalorien auch eher als am späten Abend.
Wer entgegen diesem natürlichen Rhythmus isst, bringt die feinfühligen Stoffwechselprozesse aus dem Takt, mit spürbaren Folgen für die Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Jerome Menet, Professor für Biologie an der Texas A&M University.
Er vergleicht den Körper mit einer Fabrik, die nachts eigentlich stillsteht: Rollt um Mitternacht plötzlich ein Lkw voller neuer Rohstoffe auf den Hof, muss der Betrieb zähneknirschend wieder hochfahren – Arbeiter werden aus dem Schlaf gerufen und Maschinen unter Zusatzaufwand reaktiviert.
Doch nicht nur die Uhrzeit entscheidet. Mindestens ebenso wichtig ist eine feste Routine. „Es kommt nicht nur darauf an, wann wir essen, sondern dass wir es möglichst immer zur selben Zeit tun“, erklärt Jamie Zeitzer, Schlafforscher an der Stanford University.
Sobald sich feste Essenszeiten eingespielt haben, kann die innere Uhr die Verdauung vorausschauend hochfahren – was dem gesamten Körper zugutekommt.

1. Besserer Schlaf

Für van Vuuren war der spürbar bessere Schlaf das erste Anzeichen der Wende – eine Beobachtung, die sich wissenschaftlich lückenlos belegen lässt.
Eine Studie unter Leitung der University of Michigan bestätigt den Zusammenhang: Wer in der Stunde vor dem Zubettgehen noch isst, wälzt sich nachts häufiger wach und schläft insgesamt schlechter.
Die Ursache liegt in einem biologischen Zielkonflikt. Sobald es dunkel wird, fährt der Körper die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hoch. Das signalisiert dem Organismus, die Insulinproduktion herunterzufahren. Wer nun knapp vor dem Schlafen noch isst, zwingt den Körper zu einem Spagat: Er soll für die Nachtruhe den Insulinspiegel senken, braucht aber gleichzeitig Insulin, um die späte Mahlzeit zu verarbeiten.
Wer das Abendessen dagegen früh beendet, gibt dem Magen-Darm-Trakt genügend Vorlauf, um die Arbeit vor der Nachtruhe abzuschließen. „Man verlangt vom Körper nicht mehr, zwei gegensätzliche Aufgaben auf einmal zu erledigen“, erklärt Dr. Sunil Kumar, Facharzt für Lebensstilmedizin.
Erst wenn die Verdauung ruht, kann sich der Organismus ungestört seinen eigentlichen Nachtaufgaben widmen: Zellen reparieren, das Immunsystem stärken, Erinnerungen im Gehirn verankern und Stoffwechselgifte aus dem Denkorgan abtransportieren.

2. Weniger Reflux

Studien zeigen: Je kürzer die Spanne zwischen der letzten Mahlzeit und dem Schlafengehen ist, desto heftiger können die Symptome des sogenannten Refluxes ausfallen. Die Ursache ist reine Physik. Liegt der Körper waagerecht und der Magen ist noch voll, schwappt der saure Mageninhalt schwerkraftbedingt leichter zurück in die Speiseröhre. Das stört den Schlaf, oft selbst dann, wenn Betroffene das klassische Brennen in der Brust gar nicht bewusst wahrnehmen.

3. Stabilere Blutzuckerwerte

Menschen mit Diabetes oder dessen Vorstufen (Prädiabetes) können davon profitieren, das Abendessen nach vorne zu verlegen.
In einer Studie verglichen Forscher zwei Gruppen: Die einen aßen vier Stunden vor dem Schlafengehen zu Abend, die anderen erst eine Stunde vor der Nachtruhe. Das Ergebnis war eindeutig: Bei den Spätessern lag der Blutzuckerspiegel um 8,3 Prozent höher.

4. Abnehmen

Die Wirkung des Insulins spielt auch beim Abnehmen eine Rolle. Da das Insulin mehr Zeit hat, abgebaut zu werden, wenn das Abendessen früh eingenommen wird, verbrennt der Körper über Nacht mehr Fett, anstatt es zu speichern.
Eine kleine Studie ergab, dass Menschen, die früher am Tag aßen, einen größeren Anteil an Fett verbrannten, obwohl sie insgesamt nicht mehr Kalorien verbrannten.
In einer 14-wöchigen Studie an Erwachsenen mit Adipositas verloren diejenigen, die den Großteil ihrer Mahlzeiten früher am Tag zu sich nahmen, mehr Gewicht als diejenigen, die ihre Mahlzeiten über einen längeren Zeitraum verteilten. Unter den Teilnehmern, die die Studie abschlossen, verloren die „frühen Esser“ mehr Körperfett und Fett im Rumpfbereich.

5. Leichtere Verdauung

Wie gut sich der Magen und der Darm bewegen, wie die Verdauungsenzyme funktionieren und wie gut man Nährstoffe aufnehmen kann – all das verändert sich im Laufe des Tages. Sogar das Darmmikrobiom folgt einem täglichen Rhythmus, der davon geprägt ist, wann gegessen wird.
Denn das Verdauungssystem schaltet gegen Abend einen Gang zurück.

6. Bessere Gehirngesundheit

Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Fasten dazu beitragen kann, den kognitiven Verfall zu verzögern und sogar das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu verlangsamen.
Ein vorgeschlagener Mechanismus ist, dass die nächtliche Fastenphase die Produktion von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) unterstützt – einem Protein, das das Wachstum und die Gesundheit der Gehirnzellen fördert.
Höhere BDNF-Werte könnten im Laufe der Zeit zu weniger „Brain Fog“ (Gehirnnebel) und einer größeren Widerstandsfähigkeit gegenüber neurodegenerativen Erkrankungen führen, erklärte Jaz Robbins, ganzheitliche Ernährungsberaterin und Psychologin, gegenüber der Epoch Times.
Robbins wies zudem auf einen möglichen psychologischen Effekt hin. Die Förderung der Gehirngesundheit kann beeinflussen, wie wir uns fühlen und denken. Fasten wird mit größerer geistiger Klarheit und einer positiveren, widerstandsfähigeren Lebenseinstellung in Verbindung gebracht. Dies könnte teilweise mit der neuroendokrinen Reaktion zusammenhängen, die das Fasten im Körper auslöst.
„Das ist zweifellos mein liebster Vorteil des Nachtfastens“, sagte Robbins.

Ist ein früheres Abendessen für jeden das Richtige?

Ein früheres Abendessen mag für manche Menschen gut funktionieren, ist aber nicht unbedingt für jeden das Richtige.
Schichtarbeiter, Schwangere, Sportler im intensiven Training und alle mit einer Vorgeschichte von Essstörungen benötigen möglicherweise einen individuelleren Ansatz. Zu starre Essensfenster können mehr schaden als nützen, sagte Kumar.
„Ein früheres Abendessen ist ein Rhythmus, keine Regel“, sagte er. Der Experte plädiert deshalb dafür, die Mahlzeit zeitlich vorzuziehen, statt sie ersatzlos ausfallenzulassen. Wer die Gewohnheit langfristig durchhält, verbindet damit einen echten Gewinn – wie spürbar besseren Schlaf – anstatt das Ganze als ein Diktat des Verzichts zu begreifen, das man mit aller Macht durchziehen muss.

So etablieren Sie einen neuen Essrhythmus

Wenn Sie versuchen möchten, das Abendessen vorzuverlegen, muss das kein zusätzlicher Stressfaktor sein. Ein gelegentliches spätes Abendessen macht die Vorteile nicht zunichte.
  • Richten Sie sich nach Ihrer Schlafenszeit, nicht nach der Uhr: Wenn Sie normalerweise um 22 Uhr schlafen gehen, sollten Sie versuchen, gegen 18 Uhr mit dem Abendessen fertig zu sein. Gehen Sie später ins Bett, kann auch Ihr frühes Abendessen später stattfinden.
  • Streben Sie Beständigkeit statt Präzision an: Jeden Tag etwa zur gleichen Zeit zu essen ist genauso wichtig wie die Frage, wie früh Sie essen.
  • Passen Sie sich der Jahreszeit und Ihrem Körperrhythmus an: Achten Sie besonders im Winter auf Veränderungen, wenn die früher einsetzende Dunkelheit den Biorhythmus verschieben kann. Berücksichtigen Sie Schlafgewohnheiten, Lichteinwirkung und Verdauung gemeinsam, anstatt sich starr nur nach der Uhr zu richten.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „6 Surprising Things Happen When You Stop Eating Hours Before Sleep“. (deutsche Bearbeitung kr)
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EuGH-Gutachten hält Übergewinnsteuer in Energiekrise 2022 und 2023 für rechtmäßig

Ein neues Gutachten am Europäischen Gerichtshof (EuGH) stuft die sogenannte Übergewinnsteuer für Energiekonzerne aus den Jahren 2022 und 2023 als rechtmäßig ein.
Es sei eine befristete Ausnahme gewesen, erklärte der zuständige Generalanwalt Athanasios Rantos in seinen am Donnerstag in Luxemburg vorgelegten Schlussanträgen. Ein Urteil ist das aber noch nicht. (Az. C-358/24 u.a.)
Als die Energiepreise nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 stark anstiegen, verabschiedete der Rat der Europäischen Union als „Notfallmaßnahme“ eine Verordnung zur Einführung eines befristeten Solidaritätsbeitrags.
Erdöl-, Gas-, Kohle- und Raffineriekonzerne mussten für außergewöhnliche Gewinne eine „befristete Solidaritätsabgabe“ zahlen.

Deutschland nahm Milliarden ein

Gewinne, die mehr als 20 Prozent über dem Durchschnittswert der Jahre von 2019 bis 2021 lagen, wurden mit 33 Prozent Abgaben belegt. Die Mitgliedsstaaten setzten das in nationales Recht um. Deutschland nahm durch den EU-Energiekrisenbeitrag 2022 fast zwei Milliarden Euro und 2023 etwa 465 Millionen Euro ein.
In Belgien, Irland und Italien klagten Unternehmen gegen die jeweiligen nationalen Maßnahmen. Gerichte aus diesen Ländern fragten den EuGH, ob die EU-Verordnung und die jeweiligen nationalen Regelungen mit dem europäischen Recht vereinbar sind.
Nach Einschätzung des Generalanwalts sind sie das. Endgültig entscheiden müssen darüber aber die europäischen Richter. Erfahrungsgemäß orientieren sie sich dabei oft an den Schlussanträgen. Wann in Luxemburg ein Urteil fällt, war noch nicht bekannt.

Neue Steuer auf Ölkonzerne diskutiert

Auch die Berliner Politik dürfte das anstehende Urteil interessieren. Denn aktuell wird wieder über eine Übergewinnsteuer diskutiert, diesmal für Mineralölkonzerne. Die Kraftstoffpreise waren zuletzt wegen des Iran-Kriegs deutlich gestiegen.
Erst am Donnerstag forderten Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und die saarländische Regierungschef Anke Rehlinger (beide SPD) die Einführung einer nationalen Übergewinnsteuer für den Fall, dass sich die EU nicht einigen könne. (afp/red)
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Selenskyj zum Einfrieren der Front im Ukraine-Krieg bereit

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Einfrieren der Frontlinie im Krieg mit Russland als einen möglichen ersten Schritt für eine Waffenruhe bezeichnet. „Wir müssen sie jetzt einfrieren“, sagte Selenskyj am Mittwoch in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender Fox News. Dies sei der Weg, „um diesen Krieg zu beenden“ und „das Minimum, was wir heute von Russland erwarten“.
Selenskyj antwortete damit auf die Frage, ob er einen Friedensschluss akzeptieren würde, der die Front an ihren derzeitigen Linien nach der Invasion Russlands einfrieren würde. Selenskyj fügte hinzu: „Natürlich würden wir uns anschließend an den Präsidenten und an die Europäer wenden und sie um Sicherheitsgarantien bitten.“
Russland hatte die Ukraine im Februar 2022 überfallen und versucht, die Regierung in Kiew zu stürzen. Der US-Gesandte Steve Wirkstoff hatte Selenskyj am Dienstag in Oslo getroffen und war anschließend zu einem Gespräch am Mittwoch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach St. Petersburg weitergereist. Dabei legte er Putin nach eigenen Angaben Vorschläge für ein Friedensabkommen vor.
Zugleich wurde ein Dreiertreffen zwischen den Staatschefs Russlands, Chinas und der USA vorgeschlagen, um über ein Ende des Ukrainekrieges zu verhandeln. Die Spannungen zwischen den USA und der Ukraine nahmen zuletzt zu. Selenskyj warf den USA vor, bereits bezahlte Patriot-Lieferungen zurückzuhalten, und beklagte eine Drosselung von Starlink. Trump bestritt, die Drosselung veranlasst zu haben, wies Selenskyjs Kritik zurück und warf der Ukraine vor, den USA nichts zurückgegeben zu haben. (afp/red)
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„Linke Clan-Bürgermeisterin“: Berliner Linke verliert im Streit um Hagel-Äußerungen

Im Streit um Äußerungen von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) hat die Berliner Linke vorerst eine Niederlage erlitten. Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies einen Unterlassungsantrag des Landesverbands der Linken am Mittwoch zurück, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte.
Die Partei wollte dem Land Baden-Württemberg im Eilverfahren untersagen lassen, zwei Aussagen Hagels über die Berliner Polizei und die Linke zu verbreiten.
Laut Gerichtsangaben hatte Hagel, der auch CDU-Landeschef in Baden-Württemberg ist, die Berliner Polizei in einem Bericht der „Bild“-Zeitung als „zu schade“ für eine „linke Clan-Bürgermeisterin“ bezeichnet, die ihr Mittel und Befugnisse nehmen wolle.
Zudem soll er der Berliner Linken vorgeworfen haben, die innere Sicherheit zu ruinieren und bei der Polizei das Licht auszumachen.

Gericht sieht keinen Amtsbezug

Wie das Gericht entschied, äußerte sich Hagel dabei als Parteipolitiker und nicht in seiner Funktion als Landesinnenminister. So habe er etwa nicht „die spezifische Autorität seines Amtes“ in Anspruch genommen und für die Verbreitung der Äußerungen keine amtlichen Ressourcen verwendet.
Die Aussagen seien dem politischen Meinungskampf zuzuordnen und durch die Meinungsfreiheit geschützt, erklärte das Gericht weiter.
Insofern unterliegen sie nicht dem Sachlichkeits- und Neutralitätsgebot. Das Amt des Innenministers schließe es nicht aus, sich als Fachpolitiker zu innenpolitischen Themen oder zur Polizei zu äußern.
Dass Hagel in dem „Bild“-Bericht als Innenminister bezeichnet wurde, reiche nicht aus, um einen Amtsbezug herzustellen. Dabei handle es sich um eine Zuschreibung des Mediums, auf die Hagel keinen Einfluss habe. Gegen den Beschluss kann Beschwerde eingelegt werden.
Die Linke hatte die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp deutlich gewonnen. Eralp gilt als mögliche künftige Regierende Bürgermeisterin.
Eine mögliche Koalition aus Linken, Grünen und SPD steht unter anderem wegen des Vorwurfs von Verbindungen einzelner Linken-Politiker zur Clan-Kriminalität in der Kritik. (afp/red)
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Warum Herbstmüdigkeit ein Hormon-Ungleichgewicht sein kann

Ich erinnere mich an einen Nachmittag im vergangenen Oktober, als Maria S. meine Praxis betrat. Die zierliche Grundschullehrerin, die sonst für ihren Elan bekannt war, wirkte matt.
Sie erzählte mir, dass sie sich jeden Morgen wie unter einer schweren Decke aus dem Bett quälen müsse. Sobald im Herbst die Blätter fielen, leide sie unter Heißhunger auf Süßes, einer gedrückten Stimmung und einem dichten Nebel im Kopf, der sie durch den Tag begleite.
Das Frustrierende war, dass ihre bisherige Suche nach Hilfe erfolglos geblieben war.
Man hatte ihr Blut untersucht, die Schilddrüse kontrolliert und schließlich die Diagnose einer Winterdepression gestellt, verbunden mit dem Rat, sich einfach mehr zusammenzureißen.
Nach einer ausführlichen ganzheitsmedizinischen Anamnese wurde klar, dass der Zustand von Marias S. jedoch kein psychisches Versagen war, sondern typische Zeichen einer inneren Uhr, deren biologische Zahnräder durch das schwindende Herbstlicht ins Stocken geraten waren.

Das hormonelle Missverständnis im herbstlichen Schattenreich

Die klassische Medizin betrachtet die herbstliche Lethargie oft als bloße Befindlichkeitsstörung.
Doch die moderne Chronobiologie, also die Wissenschaft von den inneren Rhythmen des Körpers, offenbart ein weitaus tieferes Problem, das wir als das zirkadiane Paradoxon bezeichnen. Der Begriff „zirkadian“ leitet sich vom Lateinischen ab und bedeutet „rund um einen Tag“.
Wenn im Oktober die Tage kürzer werden und das natürliche Licht drastisch abnimmt, gerät das fein abgestimmte hormonelle Wechselspiel in unserem Gehirn aus den Fugen.
Im Zentrum dieses Geschehens steht die Zirbeldrüse. Dieses winzige Organ im Gehirn hat die Aufgabe, das stimmungsaufhellende Nervenhormon Serotonin bei Dunkelheit in das Schlafhormon Melatonin umzuwandeln.
Das Paradoxon des modernen Menschen besteht nun darin, dass wir uns auch tagsüber in schwach beleuchteten Innenräumen aufhalten. Dadurch erhält der Körper das falsche Signal, die Melatoninproduktion einfach ungebremst fortzusetzen, während der Serotoninspiegel aufgrund des Lichtmangels regelrecht einbricht.
Diese hormonelle Schieflage sorgt dafür, dass die Betroffenen tagsüber im permanenten Halbschlaf verharren, während sie nachts paradoxerweise oft sogar unter Einschlafstörungen leiden.

Die entkoppelte Achse zwischen Auge und Gehirn

Um die Tiefe dieser Störung zu begreifen, müssen wir den Weg betrachten, den das Licht in unserem Körper nimmt. Spezielle lichtempfindliche Zellen in unserer Netzhaut registrieren die Wellenlängen des Lichts, insbesondere den blauen Anteil des Tageslichts.
Diese Zellen leiten die Signale direkt an unseren obersten biologischen Taktgeber weiter: den suprachiasmatischen Nukleus, kurz SCN, der im Zwischenhirn sitzt.
Dieser SCN fungiert, vereinfacht gesagt, als die Hauptuhr unseres Körpers und steuert die Aktivität der Zirbeldrüse. Dass eine solche Störung der inneren Uhr gravierende körperliche Spuren hinterlässt, belegen moderne wissenschaftliche Untersuchungen.
In einer Studie untersuchte der Forscher, wie empfindlich das Gehirn auf spezifische Lichtwellenlängen reagiert und wie dadurch die geistige Leistungsfähigkeit und die nächtliche Regeneration beeinträchtigt werden.
Wenn nun im Herbst das morgendliche Startsignal der Hauptuhr ausbleibt, weil das Auge zu wenige Lichtreize registriert, wird der Körper nicht richtig wach.
Diese chronobiologische Entkopplung betrifft keineswegs nur die Stimmung, sondern greift tief in den gesamten Stoffwechsel ein.
Eine groß angelegte epidemiologische Untersuchung aus dem Jahr 2024 liefert Hinweise auf die körperlichen Gefahren einer instabilen inneren Uhr.
Die Daten von über 84.000 Teilnehmern ergaben einen Zusammenhang, dass unregelmäßige Schlaf-Wach-Rhythmen das Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes erhöhen, da die Empfindlichkeit der Zellen für das blutzuckersenkende Hormon Insulin direkt an den zentralen Takt der inneren Uhr gekoppelt ist.
Wer die Herbstmüdigkeit und die innere Uhr ignoriert, gefährdet somit möglicherweise langfristig seine Gesundheit.

Diagnostik: Ein einfacher Cortisoltest reicht oft nicht aus

Ein zentraler Baustein in der Diagnostik und Therapie des zirkadianen Paradoxons ist die sogenannte Cortisol-Aufwachreaktion.
Normalerweise schießt das körpereigene Aktivitäts- und Stresshormon Cortisol in den ersten 30 Minuten nach dem Erwachen steil nach oben – ein von der Natur genial eingerichteter Mechanismus, um uns Energie, Fokus und Wärme für den Tag zu schenken.
Im Herbst jedoch fällt dieser wichtige Hormonschub bei vielen Patienten schwächer aus, weil die innere Uhr mangels Lichtreizes den Startbefehl verweigert. Anstatt einer gesunden Dynamik zeigt sich ganzheitlich betrachtet eine Erschöpfung der Nebennieren, welche das Cortisol produzieren.
Um dieses Problem sichtbar zu machen, reicht eine einfache, punktuelle Cortisolbestimmung im Blut am Vormittag nicht aus, da die Werte im Blut über den Tag zu stark schwanken.
Hier setzt die ganzheitsmedizinische Labordiagnostik an, indem sie ein exaktes Tagesprofil mittels Speichelproben erstellt.
Im Speichel wird dann das biologisch aktive, freie Cortisol gemessen, was diagnostische Klarheit liefert.
Die Relevanz dieser präzisen morgendlichen Hormonwerte für die Immunabwehr zeigte eine Studie, die im Jahr 2024 veröffentlicht wurde. Ein abgeflachtes Cortisolprofil am Morgen bei Kindern steht in Zusammenhang mit einer Begünstigung von Autoimmunprozessen. Wenn das morgendliche Cortisolsignal versagt, leidet das gesamte System unter biologischem Stress.
Dass dieser chronische Stress und die daraus resultierende Verschiebung der Hormonachsen auch Gewichtsprobleme nach sich ziehen können, zeigte eine Tierstudie, die ebenfalls aus dem Jahr 2024 stammt.
Die Störung des zirkadianen Rhythmus der Nebennierenhormone führte selbst ohne erhöhte Kalorienzufuhr zu einer deutlichen Zunahme der Fettmasse und zu ausgeprägter Insulinresistenz bei den untersuchten Mäusen, was eine mögliche biochemische Erklärung des quälenden Heißhungers meiner Patientin Maria S. im Herbst sein könnte.
Ihr Körper versuchte verzweifelt, den mangelnden inneren Antrieb durch schnelle Kohlenhydrate auszugleichen.

Die ganzheitliche Re-Synchronisation als möglicher Ausweg

Der ganzheitliche Weg aus diesem hormonellen Teufelskreis führt nicht über chemische Aufputschmittel, sondern in Richtung einer gezielten, natürlichen Steuerung unserer Umweltreize.
Wir müssen der inneren Uhr das Signal geben, das ihr die Natur im Herbst vorenthält.
Neben der Nutzung von speziellen Tageslichtlampen mit 10.000 Lux direkt nach dem Aufwachen, die das schläfrig machende Melatonin stoppen und das wach machende Cortisol anregen, bietet die ganzheitliche Medizin weitere Hebel.
Ein entscheidender Ansatz ist die gezielte Ernährungstherapie: Durch die Zufuhr der Aminosäure L-Tryptophan über Nahrungsmittel wie Cashewkerne, Bananen oder Haferflocken liefern wir dem Körper den wichtigsten Baustoff, um wieder genügend Serotonin zu bilden.
Ergänzend dazu helfen pflanzliche Wirkstoffe, sogenannte Adaptogene – also Pflanzen, die den Körper bei der Anpassung an Stress unterstützen. Dazu gehören die Rosenwurz (Rhodiola rosea) oder Ashwagandha, welche die Nebennieren unterstützen und helfen, die Cortisolantwort am Morgen sanft zu harmonisieren.
Auch die Reiztherapie nach Kneipp – wie kalte Kniegüsse oder ein kaltes Armbad am Morgen – kann einen starken Impuls für das Nervensystem setzen und es in den Wachmodus bringen.
Wie effektiv eine solche kombinierte zirkadiane Intervention aus Lichtsteuerung und Verhaltensanpassung die menschliche Leistungsfähigkeit und Stimmung restrukturieren kann, zeigte eine klinische Interventionsstudie an der Schnittstelle von Hochleistungssport und Chronobiologie aus dem Jahr 2025.
Durch die gezielte morgendliche Exposition mit hellem Licht in Kombination mit einer abendlichen Einschränkung von blauem Licht elektronischer Geräte konnten eine signifikante Verbesserung der Stimmungslage, eine Reduktion der Tagesmüdigkeit und eine Stabilisierung des Nervensystems nachgewiesen werden.
Für Maria S. bedeutete diese Kombination den Wendepunkt: Nach drei Wochen konsequenter morgendlicher Licht- und Ernährungsumstellung, ergänzt durch pflanzliche Unterstützung und tägliche Kneipp-Güsse, kehrte ihre Lebensenergie wieder zurück. Der herbstliche Nebel in ihrem Kopf löste sich auf, weil ihre Hormone wieder im Takt der Natur schwangen.

Ganzheitliche Tipps für die innere Uhr

Ein wertvoller, sofort umsetzbarer Praxistipp lautet: Nutzen Sie das hormonelle Zeitfenster der ersten Stunde nach dem Erwachen. Trinken Sie direkt nach dem Aufstehen ein großes Glas lauwarmes Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft, machen Sie eine kurze kalte Waschung des Gesichts oder der Arme und frühstücken Sie tryptophanhaltige Haferflocken im Schein einer Tageslichtlampe.
Meiden Sie dagegen abends ab 20 Uhr rigoros das bläuliche Displaylicht von Smartphones, um die Zirbeldrüse nicht vor dem Schlafen zu verwirren.
Sollte die Müdigkeit dennoch bestehen bleiben, kann es hilfreich sein, bei einem Ganzheitsmediziner oder einem auf Chronobiologie spezialisierten Facharzt ein Cortisol-Tagesprofil im Speichel bestimmen zu lassen.

Fazit

Herbstmüdigkeit ist kein unabänderliches Schicksal, sondern kann ein messbares Hormonungleichgewicht sein.
Wer lernt, seine innere Uhr durch das strategische Zusammenspiel von Licht, gezielter Ernährung und natürlichen Reizen wieder mit den Naturgesetzen zu synchronisieren, löst das zirkadiane Paradoxon auf und kann seine vitale Lebenskraft auch in der dunklen Jahreszeit zurückgewinnen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. (redaktionelle Bearbeitung cs)
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Sachsen-Anhalt: CDU-Politiker Heuer bleibt bei Ministerpräsidentenwahl in Saal

Entgegen der erklärten Linie seiner Partei will der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Heuer bei der Wahl eines Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt nicht den Plenarsaal verlassen. Das sagte der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag dem Portal „Nius“ laut Meldung vom Donnerstag.
Das Verlassen des Saals sei aus seiner Sicht eine „Vorfestlegung“ und komme einer Offenlegung der Enthaltung gleich.

Heuer lehnt Saalverlassen ab

„Ich werde den Saal nicht verlassen“, sagte Heuer.
Wie er selbst bei einer möglichen Wahl abstimmen werde, ließ er offen. „Ich werde mich nicht vor einer geheimen Wahl, auch nach einer geheimen Wahl, dazu erklären.“
Eine Koalition mit der AfD oder eine Tolerierung einer von dieser geführten Regierung schloss er aus. Bei Sachfragen müsse die CDU aber mit wechselnden Mehrheiten arbeiten können, fügte er hinzu.

AfD plant Kandidatur im Dezember

In Sachsen-Anhalt lotet die AfD nach ihrem deutlichen Sieg bei der Landtagswahl derzeit Möglichkeiten zur Regierungsbildung aus. Ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich nach eigenen Angaben im Dezember im Magdeburger Landtag zur Ministerpräsidentenwahl stellen.
Die AfD sucht aktuell in Gesprächen mit dem BSW und nach eigenen Angaben auch bei einzelnen Abgeordneten anderer Fraktionen nach Unterstützung, um die notwendige Mehrheit für die Wahl Siegmunds zu erreichen.
Mit der AfD koalieren will keine Partei. Sollte Siegmund zum Ministerpräsident gewählt werden, wäre es das erste Mal, dass die AfD in einem Bundesland regiert. Sie wird vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

CDU schließt Unterstützung aus

Die CDU-Landtagsfraktion beschloss vor rund zwei Wochen, im Fall eines Ministerpräsidentenkandidaten der AfD im ersten und zweiten Wahlgang geschlossen den Plenarsaal zu verlassen.
Sie reagierte damit auf Debatten nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten. Er erhielt in geheimer Wahl vier Stimmen mehr, als AfD und das diese offen unterstützende BSW zusammen haben.
Womöglich kamen weitere Stimmen aus der CDU – denn SPD, Grüne und Linke hatten angekündigt, mit nein zu stimmen. Die Christdemokraten wiesen dies als bloße Spekulation zurück.
In ihrem Beschluss von vor zwei Wochen erklärte die Fraktion, eine Unterstützung für einen Kandidaten der AfD durch die CDU werde weiterhin ausgeschlossen.
Der CDU-Beschluss gilt nur für den ersten und zweiten Wahlgang, in dem für die Wahl eines Ministerpräsidenten die absolute Mehrheit der Abgeordneten notwendig ist. In einem möglichen dritten Wahlgang würde eine einfache Mehrheit reichen.
Die CDU-Fraktion würde nach eigenen Angaben dann in den Plenarsaal des Landtags zurückkehren. (afp/red)
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Jeder dritte Mittelständler verschiebt Investitionen

Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland tun sich weiterhin schwer mit Investitionen. Gerade einmal 40 Prozent aller 3,9 Millionen Mittelständler haben im Jahr 2025 Investitionsprojekte umgesetzt, wie aus einer Analyse der Förderbank KfW hervorgeht.
Auch im laufenden Jahr stockt es: Ein Drittel der Unternehmen (33 Prozent) und damit so viele wie nie zuvor gaben bei einer Befragung im September an, für 2026 geplante Investitionen verschoben oder in geringerem Umfang umgesetzt zu haben.
Dabei mangele es oft nicht an finanziellen Möglichkeiten, Geld in Digitalisierung, neue Anlagen und Energieeffizienz zu stecken, führt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher zu den Ergebnissen des jüngsten „KfW-Mittelstandspanels“ aus.
„Die schlechte Nachricht ist: Zu viele Unternehmen investieren noch gar nicht oder zu wenig. Sie verschieben Investitionsvorhaben. Das ist problematisch für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Teure Energie und viel Bürokratie bremsen

In Summe steckten kleine und mittlere Unternehmen hierzulande der Analyse zufolge im Jahr 2025 nominal rund 218 Milliarden Euro in neue Anlagen und Bauten und damit drei Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor.
Bereinigt um Preissteigerungen (real) lag das Neuinvestitionsvolumen nach Berechnungen der KfW im dritten Jahr in Folge im Minus. Von 2019 bis 2025 sind die Unternehmensinvestitionen in Deutschland demnach preis- und kalenderbereinigt um 8,3 Prozent zurückgegangen.
Als größte Investitionshemmnisse betrachten die Unternehmen laut Befragung aus dem September hohe Preise für Energie, Material und Löhne. Aber auch Unsicherheit über die weitere konjunkturelle Entwicklung und Bürokratie bremsen. (dpa/red)