Bei gewalttätigen Zusammenstößen am 17. Oktober 2026 im Zuge landesweiter Proteste der extremen Linken brannten mehrere Autos. Hier am Boulevard Saint-Denis in Paris. - Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times
In Kürze:
In Frankreich kam es am Samstag in Paris, Marseille, Lyon, Lille, Limoges und weiteren Städten erneut zu gewaltsamen Protesten.
Politiker verurteilten die Gewalt von radikalen linken Gruppen.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez betonte, dass es sich schon nicht mehr um eine Schülerbewegung handelt.
Plünderungen, Brandstiftungen und Angriffe auf Rathäuser bei den landesweiten Protesten in Frankreich haben Millionenschäden verursacht. Premierminister Sébastien Lecornu prangerte ein „entsetzliches Ausmaß an Gewalt“ an. Inzwischen gibt es für den 5. November den Aufruf zu neuen Protesten.
Am Samstag, 17. Oktober, um 13 Uhr standen sich auf der Place de la République in Paris die Polizei und Hunderte schwarz gekleidete, vielfach maskierte Aktivisten gegenüber.
Damit begann ein Nachmittag voller Gewalt, der sich über die gesamte Hauptstadt ausbreitete. Demonstranten bewarfen die Polizei mit Steinen und Feuerwerkskörpern, woraufhin diese mit Tränengas und Wasserwerfern zurückschlug.
Kurz nach 14 Uhr ging mitten auf dem Platz ein Auto in Flammen auf. Auch Fahrräder, Stadtmobiliar und ein Zeitungskiosk wurden in Brand gesetzt. Plünderer drangen gewaltsam in einen nahegelegenen Supermarkt ein und plünderten ihn.
Des véhicules de police sont prises pour cible par la foule dans le secteur République à Paris.
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Ausweitung der Demonstration
Hunderte Demonstrant skandierten „Alle hassen die Polizei“, „Revolution“ und „Wir sind alle Antifaschisten“. Ein weiterer Sprechchor richtete sich gegen den Präsidenten selbst:
„Ludwig XVI.: Den haben wir geköpft. Macron: Das können wir wieder tun!“
Die Unruhen breiteten sich bald über die Place de la République hinaus aus. Im Laufe des Nachmittags spalteten sich Gruppen von den genehmigten Demonstrationsrouten ab. Sie zogen in Richtung Place de la Madeleine, Place Vendôme und Champs-Élysées, wo Demonstrationen verboten waren.
Laut AFP stoppte die Polizei eine Gruppe unweit des Élysée-Palasts, der offiziellen Residenz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Auf dem Boulevard Haussmann drangen Plünderer in das Kaufhaus Galeries Lafayette ein, das in einem der belebtesten Einkaufsviertel der Stadt liegt.
In der Nähe der Opéra gerieten Touristen in Tränengaswolken, als es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten kam. Kunden eilten aus dem Gebiet, Geschäfte ließen ihre Metallrollläden herunter. Einige der wichtigsten Einkaufsstraßen im Zentrum von Paris kamen zum Stillstand.
Maskierte Demonstranten der extremen Linken schleppen ein brennendes Sofa in die Büros des französischen Fintech-Unternehmens Qonto. Sie versuchten das Gebäude in Brand zu setzen.
Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times
Vermummte Plünderer ziehen durch Paris
Gruppen vermummter Männer zogen nach dem Ende der Großdemonstration durch die schmalen Pariser Straßen zwischen dem Platz der Republik und der Bastille. Während sich einige von ihnen an den Rollläden von Geschäften zu schaffen machen, warten andere nur darauf, bis die Jalousie nachgibt. Dann stürzen sie in die Läden, um wenig später mit vollen Taschen wieder herauszukommen.
Aus den Supermärkten nehmen die Plünderer Kuchen, Fruchtsaft und Alkohol mit. Bei dem kleinen Juwelier an der Ecke erbeuten sie alte Uhren. Ein paar Meter weiter verschwindet ein ganzer Aufsteller mit Sonnenbrillen. Dann stürzt die Menge in eine andere Gasse, um den Beutezug dort fortzusetzen. Die allermeisten von ihnen sind junge Männer.
Rückkehr der Gelbwesten?
In den sozialen Medien waren die Proteste vom Samstag als Comeback der Gelbwesten angekündigt worden. Das ist jene Bewegung, die 2018 als Revolte gegen die Kraftstoffsteuern begann und sich zu einem breiteren Aufstand gegen die Regierung von Macron entwickelte.
Mehrere der bekanntesten Persönlichkeiten der Bewegung hielten jedoch Abstand. Sie warfen extrem linken Gruppen vor, den Namen der Gelbwesten für ihre eigenen politischen Zwecke zu missbrauchen.
Benjamin Cauchy war eines der bekanntesten Gesichter der Proteste von 2018. Gegenüber dem Radiosender Europe 1 erklärte er, die linksradikale Partei „La France Insoumise“ (LFI) nutze die „Gelbwesten“ „als Trojanisches Pferd“, um ihre eigene Agenda durchzusetzen.
Eine weitere Veteranin der Bewegung sagte gegenüber France 24, sie sehe „eine Übernahme von allen Seiten durch die extreme Linke, von der Kommunistischen Partei bis hin zu La France Insoumise“.
Die Gewalt wurde von der politischen Führung Frankreichs scharf verurteilt. Premierminister Sébastien Lecornu warf radikalen linken Gruppen vor, die Angriffe im ganzen Land orchestriert zu haben.
„Ultralinke Gruppen haben die Gewalt in mehreren Städten organisiert“, schrieb Lecornu auf X. Er warnte diejenigen, die die Unruhen als Generalprobe für die Präsidentschaftswahlen im April 2027 betrachten, dass die Regierung nicht nachgeben werde. Lecornu versprach, Gesetzesvorhaben voranzutreiben, damit Randalierer für die von ihnen verursachten Schäden aufkommen müssen.
Macron kündigte zudem Konsequenzen für die Verantwortlichen der Angriffe auf Regierungsgebäude an. Er erklärte, dass Demonstranten, die Präfekturen ins Visier genommen und Rathäuser geplündert hätten, „strafrechtlich verfolgt und bestraft“ würden.
Doch keine Schülerproteste?
Bei einer Pressekonferenz am Abend erklärte der französische Innenminister Laurent Nuñez, dass sich etwa 550.000 Menschen an 110 Demonstrationen in ganz Frankreich beteiligt hätten, darunter 110.000 in Paris. Die Organisatoren, angeführt von der Gewerkschaft CGT und Studentengruppen, bezifferten die landesweite Teilnehmerzahl auf etwa 800.000. Laut Angaben des französischen Innenministers wurden etwa 2.000 Menschen festgenommen und etwa 600 Polizisten und Feuerwehrleute verletzt.
Laut Nuñez hätte es sich bei der „überwiegenden Mehrheit“ um Erwachsene gehandelt. Er sagte:
„Wir haben es hier nicht mit der Schülerbewegung zu tun.“
Er warf „der Ultralinken und der radikalen extremen Linken“ vor, die Demonstrationen auszunutzen, um Polizeibeamte, Geschäfte und öffentliche Gebäude anzugreifen.
Maskierte Demonstranten der extremen Linken zerschlagen mit Hämmern Pflastersteine, um sie während gewalttätiger Demonstrationen der extremen Linken am 17. Oktober 2026 auf der Place de la République in Paris auf Polizeibeamte zu werfen.
Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times
Mindestens 60 Polizisten und Gendarmen wurden bei den Unruhen verletzt. Darunter gab es auch zwei, die bewusstlos ins Krankenhaus gebracht wurden. Im Vorfeld der Demonstrationen waren landesweit mehr als 10.000 Einsatzkräfte mobilisiert worden. Nuñez erklärte, die Behörden würden „alles tun“, um die für die Plünderungen Verantwortlichen zu finden.
Szenen wie die in Paris spielten sich in mehreren Städten im ganzen Land ab. Gruppen von Randalierern nahmen städtische Gebäude, Geschäfte und die Polizei ins Visier. In Marseille stürmten kurz nach 13 Uhr mehrere Dutzend Demonstranten das Rathaus. Sie brachen die Türen des Gebäudes mit Blick auf den Alten Hafen auf und strömten in die Eingangshalle.
„Das ist die Revolution, wir stürmen die Bastille“, riefen sie beim Betreten des Gebäudes, wie AFP berichtete. Zuvor hatten Randalierer laut Angaben der örtlichen Präfektur eine städtische Polizeiwache mit Rauchbomben angegriffen.
Die Gewalt breitete sich in den zentralen Einkaufsstraßen von Marseille aus, wo die Randalierer Dutzende Geschäfte plünderten. Zu den Zielen gehörten Bäckereien, Juweliergeschäfte und Luxusgeschäfte, darunter eine Hermès-Boutique.
Eine Szene der gewalttätigen Protesten der extremen Linken in Paris am 17. Oktober 2026. Ein Auto brennt unter dem Denkmal an der Porte Saint-Denis, während dichter schwarzer Rauch über den Massen von Demonstranten aufsteigt.
Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times
Brandstiftungen und Plünderungen
In Lyon feuerten maskierte Randalierer Feuerwerkskörper auf die Polizei ab, bevor sie einen Nebenbau des Fremdenverkehrsamts an der Place Bellecour plünderten und in Brand setzten. Die Präfektur des Departements Rhône teilte mit, die Gewalt habe die Feuerwehr daran gehindert, das brennende Gebäude zu erreichen.
In Bordeaux nahmen Randalierer mehrere öffentliche Gebäude ins Visier, drangen in die Handelskammer ein und plünderten die Dienstwohnung des Präfekten der Gironde. Auch Geschäfte in der Innenstadt wurden geplündert, was die Behörden dazu veranlasste, eine taktische Eliteeinheit der Polizei einzusetzen, als sich die Gewalt ausbreitete.
In Lille schlugen Demonstranten die Glastüren des Rathauses ein und richteten im Inneren des Gebäudes Sachschäden an. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden zudem mehrere Geschäfte geplündert, darunter der Apple Store der Stadt.
In Limoges endete ein Angriff auf das Rathaus mit einem Großbrand, der sich durch einen Flügel des Gebäudes ausbreitete und bis zum Dach vordrang.
Das 140 Jahre alte Gebäude sei „zum großen Teil verloren“, sagte am Samstagabend der zuständige Präfekt Maurice Barate. „Das Dach ist auf die darunterliegenden Stockwerke gestürzt – mit Ausnahme des Westflügels“, sagte Barate. „Zwei Drittel der Fassade sind bereits verschwunden.“ Der Brand sei eine „Katastrophe für das kulturelle Erbe“ der Region und ganz Frankreichs.
Weitere Plünderungen wurden aus Nantes, Caen und Valence gemeldet, was die landesweite Ausbreitung der Unruhen unterstrich.
This is the moment a town hall collapsed as protests sweep across France.
The 140-year-old town hall in the French city of Limoges caught fire during protests in the city
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Kritik von Präsidentschaftskandidaten
Auf der rechten Seite bekundeten führende Vertreter des Rassemblement National ihre Unterstützung für die Polizei. Sie warfen der extremen Linken vor, die Demonstrationen gekapert zu haben.
Marine Le Pen, die Präsidentschaftskandidatin der Partei, sagte, legitime soziale Missstände seien „erneut von der extremen Linken als Geiseln genommen worden“. Sie warf den Abgeordneten der LFI zudem vor, sie versuchten, „das Land ins Chaos zu stürzen“.
Der Vorsitzende des Rassemblement National, Jordan Bardella, beschrieb die Unruhen vom Samstag als „Zusammenspiel von extrem linkem Terrorismus und kriminellen Bevölkerungsgruppen aus den Banlieues“ und bezog sich dabei auf die von Einwanderern bewohnten Vororte, die viele französische Städte umgeben.
Maskierte Demonstranten plündern einen Supermarkt am Boulevard Saint-Denis in Paris und tragen Waren davon. Es liegen Produkte vor dem beschädigten Geschäft verstreut – während gewalttätiger Demonstrationen am 17. Oktober 2026.
Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times
Jean-Luc Mélenchon, der Vorsitzende der LFI und Präsidentschaftskandidat, machte das Vorgehen der Polizei für das Chaos verantwortlich. Er warf den Einsatzleitern vor, die Situation außer Kontrolle geraten zu lassen.
„In Paris hat die abwegige Einsatzleitung dem Chaos Tür und Tor geöffnet“, schrieb Mélenchon auf X. Er erklärte seinen Anhängern zudem, sie hätten „keinen Grund“, sich an Plünderungen zu beteiligen.
Die Gewalt in Frankreich wird auch von den Oppositionsparteien im deutschen Bundestag mit großer Sorge beobachtet. „Die Ausschreitungen in Frankreich sind ein Alarmsignal für ganz Europa“, sagte AfD-Fraktionschefin Alice Weidel der „Rheinischen Post“. Sie sah hinter der Eskalation einen „Angriff migrantischer Mobs und linksextremer Einpeitscher auf die westliche Zivilisation“. Als Ursache nannte sie „offene Grenzen und Massenmigration“, die „in letzter Konsequenz zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ führten.
Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann sagte der „Rheinischen Post“, sie sei „tief erschrocken über die brutale Gewalt und Zerstörungswut“.
„Diese Gewalteskalation ist schrecklich“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Clara Bünger, der Zeitung. „Sie kann niemals ein Teil der Lösung sein.“ Die Proteste seien aber auch „Ausdruck einer großen Verzweiflung: Immer mehr Menschen sehen keine Perspektive und haben das Vertrauen verloren, dass sich ihre Lebensverhältnisse überhaupt noch verbessern lassen.“
Aktivisten der extremen Linken heizen Proteste an
Die Demonstrationen vom 17. Oktober markierten eine weitere Eskalation einer Protestbewegung, die fast einen Monat zuvor an Gymnasien in den Vororten von Paris begonnen hatte. Die Proteste, die an einer Handvoll Schulen begannen, breiteten sich landesweit aus, angeheizt von Aktivisten der extremen Linken.
Die Verluste bei den Sicherheitskräften und der Zivilbevölkerung waren bereits vor den Unruhen am Samstag beträchtlich gewesen. Bis zum 15. Oktober, so Premierminister Lecornu, seien seit Beginn der Bewegung 937 Polizisten und Gendarmen verletzt worden, ebenso wie 248 Schüler und 149 Mitarbeiter der Schulen.
Die chinesische Automobilplattform Dongchedi führte kürzlich Notbremstests an drei neuen Zunjie V800 (Maextro V800) durch, bei denen die Fahrzeuge aus 100 km/h (circa 62 mph) bis zum Stillstand abgebremst wurden. Bei allen drei Fahrzeugen kam es zu Ausfällen der Bremspedalhalterung. - Foto: Screenshots from video/composite image
In Kürze:
Chinesische Autoplattform führt Notbremstests mit chinesischen Luxusfahrzeugen durch.
Teile am Bremspedal brechen beim neuen Luxus-Minivan Maextro V800 – in China als Zunjie V800 bekannt.
Ein ähnliches Materialversagen wurde bei zwei weiteren Neufahrzeugen des Modells festgestellt.
Der Hersteller verspricht eine Korrektur bei bereits ausgelieferten Fahrzeugen und der ganzen Serie.
Die Vorfälle ereigneten sich bei kürzlich durchgeführten Notbremstests der chinesischen Automobilplattform Dongchedi an drei nagelneuen Maextro V800 (chinesischer Name: Zunjie V800). Bei den Modellen handelte es sich um gemeinsam vom chinesischen Techkonzern Huawei und dem Automobilhersteller JAC Motors entwickelte Luxus-Minivans.
Dabei wurden die Fahrzeuge aus einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde abrupt bis zum Stillstand abgebremst. Bei allen drei Fahrzeugen brach jeweils die Halterung des Bremspedals. Die Tests lösten landesweit Besorgnis über das neue Fahrzeugmodell aus. Der Hersteller versprach kostenlose Upgrades für bereits ausgelieferte Fahrzeuge.
Notbremstest mit gebrochenem Bremspedal
Die für ihre groß angelegten und teils spektakulären Autotests bekannte chinesische Automobilplattform Dongchedi veröffentlichte am Donnerstag, 8. Oktober, Videos, die zeigen, wie die Halterungen des Bremspedals bei allen drei Fahrzeugen während wiederholter Notbremsungen aus 100 Kilometern pro Stunde brachen.
Maextro antwortete noch am selben Tag und erklärte laut „Beijing Business Today“ auf dem Nachrichtenportal „Sina“, dass sein Bremssystem nach Standards entwickelt und getestet worden sei, die über die nationalen und branchenspezifischen Anforderungen hinausgingen.
Das Unternehmen kündigte an, das Design der Komponente weiter zu optimieren sowie die Designverifizierung, die Testverfahren und das Produktionsqualitätsmanagement zu überprüfen. Laut Unternehmensangaben sei es im normalen Kundenbetrieb bei den Fahrzeugen bisher zu keinen ähnlichen Ausfällen der Bremspedalhalterung gekommen.
Der Vorfall hat die Aufmerksamkeit auf die Sicherheit des im August auf den Markt gebrachten V800-Modells der Marke Maextro gelenkt. Das hochwertige Elektrofahrzeug wird mit Preisen zu 102.000 bis 135.000 Euro je nach Version verkauft.
Laut den von Dongchedi veröffentlichten Testaufnahmen wurden drei neue V800-Fahrzeuge in einer geschlossenen Testanlage der Plattform erprobt.
Bei allen drei Fahrzeugen brach die Halterung des Bremspedals während wiederholter Vollbremsungen. Beim ersten Fahrzeug trat der Bruch beim dritten Bremsversuch auf, beim zweiten Fahrzeug beim vierten Bremstest und beim dritten Fahrzeug bereits bei der zweiten Notbremsung. Alle drei überprüften Fahrzeuge hatten zuvor jeweils weniger als 3 Kilometer zurückgelegt.
Laut Dongchedi seien die Ausfälle an derselben Stelle aufgetreten. Die ähnlichen Bruchmuster würden zudem die Frage aufwerfen, ob sich das Problem über ein einzelnes Fahrzeug hinaus ausweiten könnte. Die Plattform erklärte, dass der Notbremstest ein grundlegendes Fahrzeugprüfungsverfahren sei, das Situationen widerspiegeln könne, die bei Fahrten mit hoher Geschwindigkeit auftreten.
Die genaue Ursache der Ausfälle ist bislang nicht öffentlich bekannt. Allein anhand der Testergebnisse lässt sich keine Aussage darüber treffen, ob das Problem auf die Bauteilkonstruktion, die Fertigung, die Testbedingungen oder einen anderen Faktor zurückzuführen ist.
In seiner Erklärung vom Donnerstagabend teilte Maextro mit, dass die Entwicklung und Verifizierung seines Bremssystems gemäß den Anforderungen abgeschlossen worden sei, die über die nationalen und branchenspezifischen Standards Chinas hinausgingen.
Das Unternehmen teilte in einer Erklärung mit, dass es seit der Auslieferung der ersten Fahrzeuge an Kunden keine Ausfälle der Bremspedalhalterung festgestellt habe.
„Selbst unter nicht standardmäßigen, extremen Testbedingungen hoffen wir, den Nutzern eine höhere Sicherheitsreserve bieten zu können“, hieß es.
Maextro kündigte an, das Design der Komponente weiter zu optimieren und Bestandskunden ein kostenloses Upgrade anzubieten. Zudem versprach das Unternehmen eine systematische Überprüfung der Bauteilverifizierung, der Testgrenzen und des Qualitätsmanagements in der Produktion.
Das Unternehmen erklärte in der Stellungnahme nicht, warum die drei Testfahrzeuge ähnliche Ausfälle aufwiesen, und legte auch keine Ergebnisse einer technischen Untersuchung vor.
Die Einstufung des Tests durch das Unternehmen als extreme, nicht standardisierte Bedingung ist selbst Gegenstand des Streits geworden. Die zentrale Frage ist, ob die wiederholten Fehler eine Schwachstelle offenbaren, die die Fahrzeugsicherheit beeinträchtigen könnte, auch wenn die Testbedingungen ungewöhnlich anspruchsvoll waren.
Weiterführende Berichte chinesischer Medien ließen darauf schließen, dass Huawei und JAC Motors weitere Tests mit dem V800 vorbereiten.
Einem Bericht der chinesischen Zeitung „National Business Daily“ vom Freitag, 9. Oktober, zufolge erklärte ein Verkäufer eines Pekinger Maextro-Kundencenters, dass Huawei und JAC gemeinsam ein externes Prüfinstitut mit der Untersuchung des Fahrzeugs beauftragt hätten. Die Ergebnisse würden in den kommenden Tagen erwartet.
In einem weiteren Update vom Sonntag, 11. Oktober, teilte der Maextro-Kundendienst dem chinesischen Finanzmedium „21Jingji“ mit, dass der Plan für die Nachrüstung der Bremspedalhalterung des V800 voraussichtlich bis Ende Oktober vorliegen werde und die Umrüstung im November beginnen werde. Die technischen Details der Upgrades standen demnach noch nicht fest.
Die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times hat Maextro um eine Stellungnahme gebeten, bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch keine Antwort erhalten.
Die Ergebnisse der externen Prüfung könnten wichtig sein, um festzustellen, ob die Ausfälle spezifisch für die Testbedingungen waren oder auf ein allgemeineres Konstruktions- oder Fertigungsproblem hinweisen. Details zu den geplanten Tests, einschließlich der Testverfahren, der verwendeten Fahrzeuge und der Frage, ob eine unabhängige Organisation ihre Ergebnisse veröffentlichen würde, blieben unklar.
Der Streit hat auch Fragen zur Verbreitung des Testvideos im Internet aufgeworfen.
Im Internet kursierten Bildschirmfotos von Suchergebnissen zum Testmaterial, die zu einer Fehlermeldung führten.
Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur „Xinhua“ veröffentlichte Maextros Erklärung vom 8. Oktober über ihre offiziellen Kanäle. Der Bericht wurde jedoch später wieder gelöscht. Die Umstände der Löschung sind unklar.
Die Kontroverse setzte indes auch JAC Motors unter Druck. Die Aktien des Unternehmens fielen am 8. Oktober und erneut zum Handelsbeginn am 9. Oktober um das von der Shanghaier Börse festgelegte Tageslimit.
Im Vergleich zur Marktkapitalisierung von rund 61,9 Milliarden Yuan (8,26 Milliarden Euro) zum Handelsschluss am 30. September sank der Marktwert von JAC an den beiden Handelstagen um etwa 11,8 Milliarden Yuan (1,57 Milliarden Euro).
CSU-Chef Markus Söder (Archiv). - Foto: via dts Nachrichtenagentur
HEUTE10:36 Uhr
Söder nennt Berliner Sondierungsvereinbarung „Honecker 2.0“
CSU-Chef Markus Söder hat beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union zur rot-rot-grüne Sondierungseinigung gesagt: „Sie wollen enteignen, und zwar in ganz massiver Form, Honecker 2.0“. Es sei rasch ein Bundesgesetz notwendig, welches „solche absurden Enteignungsphantasien von Sozialisten beendet“. Zudem kritisierte er, dass künftig NGOs beim Thema Migration mitentscheiden sollen. Die Junge Union sieht in eine rrot-grün-rote Koalition einen „Kulturbruch“, der eine „gesellschaftliche Ächtung“ erfordere.
Auch Friedrich Merz sprach beim Deutschlandtag der Jungen Union. Links im Bild auf dem Monitor Johannes Winkel. Das Bild entstand am 17. Oktober 2026 in Bonn.
Foto: Ina Fassbender/AFP via Getty Images
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HEUTE10:05 Uhr
Union sieht „Dammbruch“ nach Berlin-Sondierung
Nach dem Abschluss der Sondierungsgespräche von Linken, Grünen und SPD in Berlin sieht die Union eine Zäsur in der Hauptstadt. Der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß sagte, dass das „der absolute Dammbruch“ sei. Von SPD und Grünen dürfe es in Zukunft keine Belehrungen mehr über irgendwelche Brandmauern geben, so Ploß. Das dunkelrot-grüne Bündnis werde Berlin zur „Hauptstadt für Clan-Kriminelle, Verbrecher und illegale Migranten“ machen.
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, pocht auf die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit. SPD-Gruppen fordern, dass dies nur in Betrieben mit Tarifverträgen möglich sein und außerdem an eine vollständige elektronische Erfassung der Arbeitszeiten gekoppelt werden soll.
HEUTE9:22 Uhr
Proteste in Frankreich: Allein in Paris 855 Festnahmen
Nach Polizeiangaben wurden bei den schweren Ausschreitungen in Frankreich allein in Paris 855 Menschen festgenommen. 13 Polizisten sowie zwei Feuerwehrleute seien bei den Auseinandersetzungen mit den „gewalttätigen Gruppen“ verletzt worden, hieß es weiter. Diese Gruppen seien mit 500 bis zu 1.000 Mitgliedern außergewöhnlich groß gewesen.
Gründer der „Kakerlaken“-Bewegung in Indien nach Festnahme wieder frei
CJP-Gründer Abhijeet Dipke ist einen Tag nach seiner Festnahme in Neu Delhi wieder freigelassen worden. Er war auf dem Weg zu einer Kundgebung gegen die Überprüfung der Wählerverzeichnisse. Oppositionsvertreter und Aktivisten fordern den Rücktritt des Leiters der indischen Wahlkommission. Medienberichten zufolge sind bereits über 133 Millionen Namen von den Listen gestrichen worden, meist Angehörige von Minderheiten und insbesondere Muslime.
HEUTE8:05 Uhr
Russische Behörden melden massiven Drohnenangriff auf Region St. Petersburg
Russland meldet einen massiven ukrainischen Drohnenangriff auf die Region St. Petersburg. Laut dem Gouverneur der Region seien 126 Drohnen abgeschossen worden. Die Trümmer stürzten auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen und verursachten Stromausfälle. Der ukrainische Angriff habe ein Feuer im St. Petersburger Öllager ausgelöst, der Betrieb am Petersburger Flughafen Pulkowo wurde eingeschränkt.
HEUTE7:38 Uhr
Auto durchbricht Zaun am Leipziger Flughafen – Nordpiste gesperrt
Am Flughafen Leipzig/Halle kam es in der Nacht zu einem Sicherheitsvorfall. Laut Polizei wurde kurz vor 23 Uhr eine Beschädigung an einem Zaun zum Flughafen festgestellt. Dies führte zur Sperrung der Nordpiste, der Betrieb auf der Südpiste findet statt. Vermutlich hat ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen. Es wurden weder unberechtigte Personen noch verdächtige Gegenstände gefunden. Die Nordpiste blieb am Sonntagmorgen weiterhin für den Flugverkehr gesperrt.
Erneuter Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Zaun an Landebahn durchbrochen
Foto: Heiko Rebsch/dpa
HEUTE7:02 Uhr
SPD-Chef Klingbeil verlangt von SPD Bekenntnis zum Regierungswillen
Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat von seiner Partei vor dem anstehenden Parteitag im Januar ein Bekenntnis zur Übernahme von Verantwortung gefordert. Die Sozialdemokraten sollten ihre Selbstbeschäftigung sein lassen und sich stattdessen um die Probleme Deutschlands zu kümmern. Ob der SPD-Chef, der auch Vizekanzler und Bundesfinanzminister ist, noch einmal für den Parteivorsitz kandidiert, lässt er bislang offen.
HEUTE6:38 Uhr
Vance macht Einwanderung für Ausschreitungen in Frankreich verantwortlich
US-Vizepräsident JD Vance sieht die Einwanderung als Grund für die schweren Ausschreitungen in Frankreich. Westliche Liberale hätten „die Dritte Welt nach Frankreich und in andere Länder importiert“, schrieb Vance auf X zu einem Video, das das in Brand gesteckte Rathaus der Stadt Limoges zeigt. Laut Regierung wurden 1200 Menschen festgenommen und 150 Polizisten verletzt.
Das historische Rathaus von Limoges wurde durch einen von Randalierern gelegten Brand weitgehend zerstört.
Tote und Verletzte bei Vorfall auf Militärbasis in Kanada
Auf dem Militärstützpunkt Wainwright in der kanadischen Provinz Alberta kam es zu einem „ernsthaften Zwischenfall“ mit Toten und Verletzten. Der Vorfall löste auch ein großes Feuer aus. Verteidigungsminister David McGuinty sprach von Toten und Verletzten, nannte aber keine Opferzahlen. Örtliche Behörden erklärten in sozialen Medien, das Feuer breite sich aufgrund starker Winde auch über den Militärstützpunkt hinaus aus.
Akku fast leer? Manch Handynutzer lässt Verabredung platzen
Das Smartphone ist manchen so wichtig, dass sie bei einem niedrigen Akkustand Pläne für den Tag aufgeben. Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag von Vodafone haben 7 Prozent wegen eines fast leeren Smartphone-Akkus schon einmal eine Verabredung abgesagt. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 31 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen 10 Prozent, in den übrigen Altersgruppen ein bis zwei Prozent.
HEUTE5:31 Uhr
Mindestens 19 Tote bei Massenpanik bei Hindu-Festival in Indien
Bei einer Massenpanik bei einem Hindu-Festival in Indien sind mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter ein siebenjähriges Mädchen. Zudem seien 25 Menschen verletzt, teilten die Behörden am Samstagabend mit. Zu der Panik in Kolkata sei es offenbar gekommen, als wegen eines plötzlichen Regenschauers Menschen in einen Pavillon drängten. Im zentralindischen Gwalior fuhr ein Lastwagen in eine Menge und tötete 13 Menschen.
Ein Boeing CH-47 Chinook-Hubschrauber in Calgary (Alberta) Kanada (Symbolbild). - Foto: Marvin Samuel Tolentino Pineda/iStock
Auf einem Armeestützpunkt im Westen Kanadas hat sich nach Angaben der Regierung ein „schwerwiegender Vorfall“ ereignet, bei dem mehrere Menschen getötet wurden.
Kanadas Premierminister Mark Carney schrieb am Samstag (Ortszeit) im Onlinedienst X, auf dem Stützpunkt Wainwright in der Provinz Alberta habe ein „schwerwiegender Vorfall einen Großbrand“ ausgelöst.
Verteidigungsminister David McGuinty sagte auf einer Pressekonferenz, es habe sowohl Tote als auch Verletzte gegeben. Nähere Angaben machte er nicht.
Der Minister sagte lediglich, „wir werden dazu in den kommenden Stunden und Tagen mehr zu sagen haben“. Die Situation sei schwierig und verändere sich ständig.
Er könne sich aber nicht an einen vergleichbaren Vorfall in der jüngeren Geschichte erinnern, sagte McGuinty. Der Stützpunkt liegt etwa 200 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Edmonton.
Krankenhäuser „völlig überfordert“
Ein Arzt in einem Krankenhaus von Edmonton, Warren Thirsk, sagte dem staatlichen Sender CBC, die medizinischen Einrichtungen in der Kleinstadt Wainwright seien „völlig überfordert“ von der Anzahl der Patienten, die zu versorgen seien.
„Es sind mehr Patienten, als irgendjemand von uns jetzt gerade zählen möchte“, sagte Thirsk. Es sei eine Katastrophe, wie sie nur alle 15 bis 25 Jahre vorkomme.
In Edmonton wurde nach der Katastrophe ein „Code Orange“ ausgerufen, der ein Notfallprotokoll für eine hohe Anzahl von Patienten bezeichnet.
Die Gesundheitszentren in Wainwright waren den Berichten zufolge völlig überlastet, und Patienten wurden in der Folge in Krankenhäuser in ganz Edmonton verlegt.
Feuer und starke winde
Der Gemeindebezirk Wainwright meldete über Onlinenetzwerke, dass sich das Feuer aufgrund von starken Winden schnell über das Areal der Militärbasis hinaus ausgebreitet habe. Feuerwehren aus mehreren Bezirken hätten den Brand „für den Augenblick im Griff“ und würden die Gegend weiter engmaschig überwachen.
Das Feuer unterbrach auch die vorzeitige Stimmabgabe für eine Abstimmung am Montag, bei der über ein mögliches Referendum über die Unabhängigkeit der ölreichen Provinz Alberta von Kanada entschieden werden sollte. Das Wahllokal in Wainwright wurde nach Angaben der zuständigen Behörde geschlossen. (afp/dts/red)
Am Flughafen Leipzig/Halle. - Foto: Heiko Rebsch/dpa
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CJP-Gründer Abhijeet Dipke ist einen Tag nach seiner Festnahme in Neu Delhi wieder freigelassen worden. Er war auf dem Weg zu einer Kundgebung gegen die Überprüfung der Wählerverzeichnisse. Oppositionsvertreter und Aktivisten fordern den Rücktritt des Leiters der indischen Wahlkommission. Medienberichten zufolge sind bereits über 133 Millionen Namen von den Listen gestrichen worden, meist Angehörige von Minderheiten und insbesondere Muslime.
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Russland meldet einen massiven ukrainischen Drohnenangriff auf die Region St. Petersburg. Laut dem Gouverneur der Region seien 126 Drohnen abgeschossen worden. Die Trümmer stürzten auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen und verursachten Stromausfälle. Der ukrainische Angriff habe ein Feuer im St. Petersburger Öllager ausgelöst, der Betrieb am Petersburger Flughafen Pulkowo wurde eingeschränkt.
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Tote und Verletzte bei Vorfall auf Militärbasis in Kanada
Auf dem Militärstützpunkt Wainwright in der kanadischen Provinz Alberta kam es zu einem „ernsthaften Zwischenfall“ mit Toten und Verletzten. Der Vorfall löste auch ein großes Feuer aus. Verteidigungsminister David McGuinty sprach von Toten und Verletzten, nannte aber keine Opferzahlen. Örtliche Behörden erklärten in sozialen Medien, das Feuer breite sich aufgrund starker Winde auch über den Militärstützpunkt hinaus aus.
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HEUTE5:31 Uhr
Mindestens 19 Tote bei Massenpanik bei Hindu-Festival in Indien
Bei einer Massenpanik bei einem Hindu-Festival in Indien sind mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter ein siebenjähriges Mädchen. Zudem seien 25 Menschen verletzt, teilten die Behörden am Samstagabend mit. Zu der Panik in Kolkata im Osten des Landes sei es offenbar gekommen, als wegen eines plötzlichen Regenschauers Menschen in einen Pavillon drängten.
Die Polizei fand zunächst keine unberechtigten Personen auf dem Gelände. - Foto: EHL Media/Erik-Holm Langhof/EHL Media/dpa
Ein Auto hat am Flughafen Leipzig/Halle nach ersten Erkenntnissen den Zaun durchbrochen, wodurch es zu einem großen Polizeieinsatz kam. „Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen haben muss“, teilte die Polizeidirektion Leipzig mit.
Der beschädigte Abschnitt befinde sich in der Nähe abgestellter russischer Antonow-Frachtflugzeuge, sagte ein Polizeisprecher am Morgen auf dpa-Anfrage.
Auf dem Flughafen-Gelände stehen drei russische Antonow-Frachtflugzeuge, die wegen der 2022 verhängten EU-Sanktionen gegen Russland ein Start- und Flugverbot haben und daher nicht bewegt werden können.
Polizei spricht von sicherheitsrelevantem Vorfall
In der Nacht hatte die Polizei berichtet, dass kurz vor 23 Uhr „eine Beschädigung an einem Zaun zum Flughafen“ festgestellt worden sei. Die Polizei sprach von einem „sicherheitsrelevanten Vorfall, der zur Sperrung der Nordpiste und zur Einstellung des Flugbetriebs auf der Nordseite“ geführt habe.
Den Angaben zufolge war zunächst unklar, ob sich unberechtigte Personen auf dem Flughafengelände aufhalten. Einsatzkräfte der Bundespolizei – unterstützt von der Landespolizei – durchsuchten das Areal.
Ein beschädigter Zaun am Flughafen Leipzig/Halle hat einen Polizeieinsatz ausgelöst.
Foto: Erik-Holm Langhofof/EHL Media/dpa
Am Morgen hieß es dann in der Mitteilung der Polizeidirektion Leipzig, es hätten „weder unberechtigte Personen noch verdächtige Gegenstände“ festgestellt werden können. „Im Tagesverlauf sind weitere Suchmaßnahmen mit zusätzlichen Einsatzkräften vorgesehen.“
Nach Angaben von Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart sind weder Passagier- noch Frachtverkehr eingeschränkt. Die Nordpiste sei zwar gesperrt, aber da es zwei Start- und Landebahnen gebe, komme es aktuell zu keinen Einschränkungen im Flugverkehr, erläuterte er am Morgen. (dpa/red)
Der Ablauf des Einbruchs ist weitgehend rekonstruiert. Doch je näher die Ermittler dem Tathergang kommen, desto mehr Fragen bleiben offen. - Foto: Dimitar Dilkoff/AFP/dpa
Goldene Ornamente, prachtvolle Deckengemälde: Wieder schlängeln sich Besucher durch die Galerie d’Apollon im Louvre. Fast wie vor dem spektakulären Einbruch am 19. Oktober 2025 – wären da nicht die fehlenden Vitrinen und Schmuckstücke, die einst den Saal füllten.
Die verbliebenen Kostbarkeiten wurden an einen nicht genannten Ort innerhalb des Museums gebracht. Der Saal, einer der schönsten des Pariser Weltmuseums, soll für sich selbst sprechen. Louvre-Direktor Christophe Leribault verbindet damit auch die Hoffnung auf einen Neuanfang.
Kann der Prunksaal vergessen machen, was hier vor einem Jahr geschah?
Foto: Nicolas Bousser/Louvre/dpa
Minuten, die den Louvre veränderten
Doch die Pracht kann nicht vergessen machen, was hier vor einem Jahr geschah. Die leere Galerie d’Apollon erzählt davon, was fehlt.
Acht Schmuckstücke der französischen Krone, geschätzt 88 Millionen Euro wert, wurden aus dem Saal gestohlen. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur.
Der Einbruch dauerte nur wenige Minuten: Mit einer Hebebühne gelangten die Täter über einen Balkon und ein Fenster in die Galerie d’Apollon. Sie brachen zwei Vitrinen auf, stahlen die Juwelen und flohen auf Motorrollern. Zurück blieb unter anderem die beschädigte Krone von Kaiserin Eugénie.
Der Ablauf des Einbruchs ist weitgehend rekonstruiert. Doch je näher die Ermittler dem Tathergang kommen, desto mehr Fragen bleiben offen: Wer steckt hinter der Tat? Gab es tatsächlich einen Auftraggeber? Und wo sind die Juwelen?
Eine mögliche Spur führte die Ermittler vor wenigen Wochen nach Belgien. Auf Handys von Verdächtigen fanden sich Fotos der Galerie d’Apollon.
Zudem stießen die Ermittler auf auffällige Kontakte und Bewegungsdaten. Ob es einen Zusammenhang mit dem Einbruch gibt, ist unklar.
Wurden die restlichen Juwelen in einer Tiefgarage in Aubervilliers bei Paris an einen Hintermann übergeben?
Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa
Rätselhafte Übergabe
Auch die Aussagen zur möglichen Übergabe der Beute werfen weiter Fragen auf. Zwei Hauptbeschuldigte berichten von einem unbekannten Auftraggeber, der sie wenige Tage vor der Tat angeworben haben soll.
Ihre Darstellungen widersprechen sich: Einer wusste nach eigener Aussage, dass er in den Louvre einbrechen sollte. Der andere habe geglaubt, es gehe um eine Schmuckwerkstatt.
Einer der Männer behauptet, er habe die Juwelen in einer Tiefgarage in Aubervilliers an einen Hintermann übergeben. Wer dieser Mann sein soll, verrät er nicht. Unabhängige Belege für die Übergabe oder die Existenz eines Auftraggebers fehlen bislang.
Der Einbruch hat die Sicherheitsfrage weit über den Louvre hinaus verschärft. Frankreichs Kulturministerium hat einen Sicherheitsplan mit 33 Maßnahmen vorgelegt.
Dazu gehören eine landesweite Erfassung besonders gefährdeter Museen, unangekündigte Sicherheitskontrollen und zusätzliche Schulungen für das Museumspersonal.
Besonders gefährdete Objekte sollen gegebenenfalls vorübergehend an sicheren Orten verwahrt werden, bis ihre Präsentation besser geschützt ist.
Halskette und Ohrringe aus dem Hochzeitsset von Kaiserin Marie-Louise, damals ausgestellt in der Apollon-Galerie des Louvre.
Foto: Stephane de Sakutin/Getty Images
Original oder Kopie?
Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wie schützt man Kunst, ohne sie wegzuschließen? Werden besonders gefährdete Werke aus den Ausstellungen genommen, könnten Kopien die Lücken füllen.
Doch für Museen geht es um mehr als die Form der Präsentation: Sie sollen ihre Schätze nicht nur bewahren, sondern sie auch öffentlich zugänglich machen.
Wie weit die Sicherheitsmaßnahmen tatsächlich gehen werden, ist noch offen. Museen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wertvollsten Werke schützen, ohne sie dem Blick der Öffentlichkeit zu entziehen.
Louvre-Direktor Christophe Leribault wollte mit der Wiederöffnung der Galerie ohne die zuvor gezeigten Schmuckstücke und Vitrinen einen Neuanfang ermöglichen. Der Prunksaal solle wieder für sich selbst sprechen – für seine prachtvollen Deckenmalereien, Skulpturen und Wandverzierungen.
Doch seine Leere erzählt längst mehr als die Geschichte eines spektakulären Diebstahls. Sie handelt auch davon, was Museen riskieren, wenn sie ihre Schätze zeigen – und was die Öffentlichkeit verlieren könnte, wenn sie es nicht mehr tun. (dpa/red)
Astrid Schomaker, Exekutivsekretärin des Übereinkommens über die biologische Vielfalt, Hambardzum Matevosyan, Armeniens Umweltminister und Vorsitzender der COP17, Antonio Guterres, UN-Generalsekretär, sowie Inger Andersen, UN-Untergeneralsekretärin und Exekutivdirektorin des UN-Umweltprogramms, am 15. Oktober 2026 auf einer Pressekonferenz in der armenischen Hauptstadt Eriwan. - Foto: Karen Minasyan/AFP via Getty Images
Wie steht es um den Schutz der Natur? Vier Jahre nach einer internationalen Einigung auf ein Rahmenabkommen ziehen auf der 17. UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt (COP17) fast 200 Länder eine Zwischenbilanz.
Zwei Wochen lang soll es ab Montag (19.10.) in der armenischen Hauptstadt Eriwan darum gehen, wie sich die selbst gesteckten Ziele bis 2030 noch erreichen lassen – trotz Hürden und Rückschläge. Fünf Fragen und Antworten zur Konferenz.
Worauf haben sich die Länder geeinigt?
Mit einem Vertrag haben sich die Staaten im Jahr 2022 unter anderem darauf geeinigt, mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Zur Halbzeit geht es nun um die erste Zwischenbilanz.
Wo steht die Welt beim Schutz von Natur und Artenvielfalt?
Vor der Konferenz haben die UN einen Zwischenbericht veröffentlicht, der zeigt, wo die Welt bei der Umsetzung des Abkommens steht. Daraus geht hervor, dass die Ziele bis 2030 nicht erreicht werden, wenn das Tempo nicht anzieht. Es werde zu wenig und zu langsam umgesetzt.
UN-Generalsekretär António Guterres hob positiv hervor, fast 90 Prozent der Vertragsstaaten hätten eigene nationale Ziele zum Schutz der Artenvielfalt eingeführt.
„Aber der Bericht zeigt eine Lücke zwischen Ambitionen und Maßnahmen“, sagte er. „Diese schlechten Nachrichten bedeuten, dass der Krieg gegen die Natur noch nicht beendet ist.“
Ein Knackpunkt ist die Finanzierung. Guterres rief zu stärkerer finanzieller und technischer Unterstützung, insbesondere für Entwicklungsländer, auf sowie zur stärkeren Einbeziehung biologischer Vielfalt in alle Bereiche der Politik und Haushaltsplanung.
Was sagen Naturschützer dazu?
Umweltschützer sehen Fortschritte, beklagen aber, dass es zu langsam geht. Umsetzungslücken müssten geschlossen, die Finanzierung gesichert und ausgebaut, Flächen effektiv geschützt sowie Klima- und Biodiversitätsschutz verzahnt werden, fordert etwa Greenpeace Deutschland.
Der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Jörg-Andreas Krüger, sagte, Deutschland und Europa müssten bei der Konferenz vorangehen, und zeigen, dass sie Maßnahmen zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt ergreifen.
Der WWF fordert, Natur- und Artenschutz sollten stärker in mehr verschiedene Politikbereiche integriert und auch dort umgesetzt werden.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte vor der Konferenz ebenfalls: „Die Weltgemeinschaft hat Fortschritte gemacht, aber bei der Umsetzung gibt es noch große Lücken.“ Es gelte, schneller zu werden, um die gemeinsamen Ziele noch zu erreichen.
Der SPD-Politiker reist in der zweiten Woche zur Konferenz und leitet die deutsche Delegation. „Wir haben in Deutschland noch Hausaufgaben zu machen“, sagte er. „Aber wichtig ist auch die internationale Zusammenarbeit, damit die Natur in anderen Teilen der Welt überleben kann.“
Wie geht es Schutzgebieten in Deutschland?
Nach einer wissenschaftlichen Analyse von Schutzgebieten nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) seien nur sechs Prozent der Lebensräume und vier Prozent der Arten in einem günstigen Zustand, heißt es in einem Diskussionspapier der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Halle. Die FFH-Schutzgebiete sollen besonders wertvolle oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume schützen.
Als zentrale Ursachen für den schlechten Zustand vieler Schutzgebiete nennen die Autoren intensive Landwirtschaft, Entwässerung, forstliche Nutzung und menschliche Störungen. Hinzu kämen Belastungen von außen wie Pflanzenschutzmittel, Nährstoffeinträge, Bebauung und Klimawandel.
Besonderen Handlungsbedarf sehen die Fachleute bei Wäldern und Meeresschutzgebieten. Ziel sollte es demnach sein, 10 Prozent der Wälder im öffentlichen Eigentum und 10 Prozent der Meeresschutzgebiete als streng geschützte Bereiche ohne sogenannte stoffliche Nutzung – vor allem ohne Fischerei und ohne Bauwerke – auszuweisen.
Derzeit sei in deutschen Meeresgebieten nur etwa ein Prozent der Fläche von jeglicher Nutzung ausgenommen. (dpa/red)
Ein Boeing CH-47 Chinook-Hubschrauber in Calgary (Alberta) Kanada (Symbolbild). - Foto: Marvin Samuel Tolentino Pineda/iStock
Auf einer Militärbasis in Kanada hat ein schwerer Brand am Samstag zu Todesfällen und Verletzungen geführt. Medienberichten zufolge brach das Feuer auf der Basis in Wainwright, einer Stadt in der östlichen Provinz Alberta, aus und breitete sich aufgrund starker Winde schnell aus.
Verteidigungsminister David McGuinty erklärte, dass es sowohl Tote als auch Verletzte infolge des Vorfalls auf der Basis gegeben habe.
Verteidigungsminister spricht von „heikler Situation“
Er machte keine Angaben zur Anzahl der Opfer oder zur Ursache des Feuers, bezeichnete die Situation jedoch als „aktiv und heikel“ und kündigte eine baldige Untersuchung an.
Spät am Samstagabend (Ortszeit) teilte der Gemeindebezirk mit, dass das Feuer „derzeit unter Kontrolle“ sei. CFB Wainwright ist eine der geschäftigsten Armeebasen des Landes.
In Edmonton wurde nach der Katastrophe ein „Code Orange“ ausgerufen, der ein Notfallprotokoll für eine hohe Anzahl von Patienten bezeichnet.
Die Gesundheitszentren in Wainwright waren den Berichten zufolge völlig überlastet, und Patienten wurden in der Folge in Krankenhäuser in ganz Edmonton verlegt. (dts/red)
Die deutschen U-Boote sind in Eckernförde beheimatet. (Archivbild) - Foto: Christian Charisius/dpa
Mehr Schiffe, mehr Personal und mehr Platz: Die Marine wird in den kommenden Jahren aufrüsten, wie Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei einem Besuch Anfang Oktober in Emden bekräftigte.
Aktuell sei die Seeflotte die kleinste in der Geschichte der Bundeswehr, obwohl sie gleichzeitig die größten und umfangreichsten Aufgaben erfüllen müsse. „Also muss die Marine wachsen, und das wird sie.“
Derzeit verfügt die Marine nach eigenen Angaben über 15.900 Soldaten, 47 Schiffe sowie zwei Tanker. Neue Schiffe, Waffen, unbemannte Systeme und der Einsatz Künstlicher Intelligenz seien in Planung. „Aus dem geplanten Aufwuchs der Streitkräfte ergeben sich neben infrastrukturellen Bedarfen auch neue Standort- und Liegenschaftserfordernisse“, teilte ein Marinesprecher mit.
Ein Überblick über den Status quo – und die Zukunftspläne:
Standort Emden – neuer Marinehafen an der Nordsee
Es ist das wohl größte Infrastrukturprojekt der Marine: In Emden soll bis Anfang der 2030er Jahre ein komplett neuer Marinehafen an der Emsmündung gebaut werden – auf einer Fläche so groß wie 630 Fußballfelder. Dort sollen bis zu 2.000 Soldaten sowie Versorgungs- und Unterstützungsschiffe stationiert werden.
Noch ist vom geplanten, neuen Marinestützpunkt am Rysumer Nacken in Emden nichts zu sehen. (Archivbild)
Der Marinestützpunkt Heppenser Groden ist bislang der einzige an der deutschen Nordseeküste – und der größte der Republik überhaupt.
Rund 10.000 Soldaten und zivile Beschäftigte arbeiten dort; neben dem Kommando der Einsatzflottille 2 mit Fregatten, Einsatzgruppenversorgern und Tankern gehören auch ein Marinearsenal und ein Logistikzentrum zum Standort.
Wegen des geplanten Wachstums der Flotte von 15 auf 20 Großschiffe wird der Stützpunkt derzeit um neue Gebäude erweitert.
Der Stützpunkt Heppenser Groden in Wilhelmshaven ist der größte der Marine. (Archivbild)
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Standort Bremerhaven – Milliarden für NATO-Drehkreuz
Im Verteidigungsfall werden Verbündete Personal und Material über den Hafen Bremerhaven und den Bremer Flughafen verlegen. Um das in die Jahre gekommene NATO-Drehkreuz zu modernisieren und auszubauen, investiert der Bund eine Rekordsumme von rund 1,35 Milliarden Euro.
Mehr als 40 Maßnahmen sind geplant, darunter neue Schwerlastflächen, Brücken, vertiefte Hafenbecken sowie der Ausbau von Straßen und Bahnverbindungen. Die Arbeiten sollen bis 2031 abgeschlossen sein.
Der Marinestützpunkt Cuxhaven wurde Anfang der 90er Jahre aufgelöst. Konkrete Pläne für eine Reaktivierung gebe es aktuell nicht, sagte Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD). „Da haben wir gar nicht die Kapazität.“
Wenn allerdings die Häfen in Bremerhaven und Emden im Ernstfall nicht einsatzfähig wären, könnten Schiffe stattdessen in Cuxhaven anlegen und Material umschlagen. „Dann kann ich mir vorstellen, dass Cuxhaven ein Ausweichhafen ist.“ Die Stadt habe der Marine Bereitschaft signalisiert, dafür seien jedoch noch einige Investitionen nötig.
Standort Nordholz – bald modernster Luftlandeplatz Europas
Die Marine ist nicht nur auf See im Einsatz, sondern auch in der Luft. Das einzige Marinefliegerkommando mit rund 2.500 Soldaten ist in Nordholz an der Wurster Nordseeküste stationiert. Der Standort soll in den nächsten Jahren für 400 Millionen Euro erneuert und zum modernsten Luftlandeplatz in Europa ausgebaut werden.
Auch die Waffensysteme werden momentan auf Stand gebracht: Die Marineflieger sollen 18 Mehrzweckhubschrauber, 31 Bordhubschrauber und acht sogenannte Seefernaufklärer bekommen.
Deutschlands einzige Marineflieger sind in Nordholz stationiert. (Archivfoto)
Foto: Sina Schuldt/dpa
Standort Kiel – größter Stützpunkt an der Ostsee
Kiel ist größter Marinestandort an der Ostsee mit dem einzigen Minensuchgeschwader, dem Unterstützungsgeschwader, der Einsatzflottille 1 und einem NATO-Think-Tank für Operationen in flachen und begrenzten Küstengewässern.
Rund 4.000 Dienstposten gibt es dort, absehbar sollen mindestens 1.500 weitere hinzukommen. Das bislang in Eckernförde stationierte Seebataillon soll nach Kiel verlegt werden. Stadt und Bund haben sich geeinigt, Teile des ehemaligen Geländes der Marineflieger im Stadtteil Holtenau an die Bundeswehr zurückzugeben, der Vertrag ist jedoch noch nicht unterschrieben.
Zudem will die Marine den Marinehafen erweitern und dafür den benachbarten Scheerhafen übernehmen.
In Kiel befindet sich der größte Stützpunkt der Marine an der Ostsee. (Archivfoto)
Foto: Marcus Brandt/dpa
Standort Eckernförde – U-Boote und Kampfschwimmer
Eckernförde ist Heimathafen der sechs deutschen U-Boote und Sitz des Ausbildungszentrums für angehende U-Boot-Fahrende. Dort sind laut Marine etwa 3.000 Soldaten und Zivilangestellte stationiert.
Es ist damit der zweitgrößte Standort an der Ostsee. Obendrein sitzt das Kommando Spezialkräfte der Marine mit den Kampfschwimmern in Eckernförde.
Die U-Boot-Flotte wird um Boote des Typs 212CD erweitert, die die Kieler Werft TKMS nicht nur für Deutschland, sondern auch für Norwegen baut. Kanada soll dritter Partner werde. Pistorius kündigte Investitionen von 500 Millionen Euro an, vor allem in Wasserbau.
Der Standort Rostock hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen und gilt als eine Art „Marinehauptstadt“. Seit 2012 ist das Marinekommando dort angesiedelt, also die höchste Instanz der Marine.
Rund 1.800 Soldaten sind dort stationiert, hinzu kommen etwa 300 Zivilangestellte. Zum Standort zählt auch der Stützpunkt in Warnemünde mit dem 1. Korvettengeschwader und der Warnowwerft zur Wartung von Marineschiffen. (dpa/red)
Der Marinestützpunkt Hohe Düne in Warnemünde ist Standort des 1. Korvettengeschwaders.
Rumänische Soldaten an Bord der Fregatte „Regina Maria“ während der multinationalen NATO-Übung „Sea Shield 25“ im Schwarzen Meer vor der Küste von Constanța am 8. April 2025. (Archivbild) - Foto: Andrei Pungovschi/Getty Images
In Kürze:
Drohnen unbekannter Herkunft haben im Oktober mindestens sieben Frachtschiffe im Schwarzen Meer versenkt oder beschädigt, teils in den Wirtschaftszonen Bulgariens und Rumäniens.
Bulgarien erwägt, den UN-Sicherheitsrat anzurufen und Artikel 4 des NATO-Vertrags geltend zu machen; das Europäische Parlament berät über eine Resolution.
Laut einem rumänischen Experten läuft der Handel in Constanța weiter, doch die Versicherungskosten im Schwarzmeerraum steigen.
Das Schwarze Meer hat sich in den letzten Wochen zum Schauplatz einer drastischen militärischen Eskalation entwickelt. Was ursprünglich als strategischer Seekrieg zwischen Russland und der Ukraine begann, hat sich inzwischen zu einem Wirtschaftskrieg auf See gewandelt.
Zahlreiche Handelsschiffe wurden im westlichen Schwarzen Meer vor den Küsten von Bulgarien und Rumänien mit Drohnen angegriffen und teilweise versenkt, wobei unklar bleibt, von wem die Angriffe ausgegangen sind.
Davon unabhängig warnen manche Medien, darunter die „Neue Zürcher Zeitung“, bereits vor einem „neuen Getreidekrieg im Schwarzen Meer“ und werfen die Frage auf: „Droht bald Hunger auf der Welt?“ Hintergrund dieser Befürchtung ist: Russland und die Ukraine zählen zu den wichtigsten Weizen- und Kornexporteuren der Erde.
Das Europäische Parlament wird in dieser Woche in Straßburg über eine Resolution zu den mutmaßlichen Angriffen Russlands auf mehrere Handelsschiffe im Schwarzen Meer beraten. Die Initiative geht auf den rumänischen Europaabgeordneten Dan Barna zurück, wie die rumänische Nachrichtenagentur „Mediafax“ am 14. Oktober verbreitete.
Mit dieser Resolution soll das Europäische Parlament die Angriffe in der Nähe der Hoheitsgewässer Rumäniens und Bulgariens verurteilen. Der bulgarische öffentlich-rechtliche Rundfunk BNR will zudem Kenntnis darüber haben, dass sich auch die europäischen Staats- und Regierungschefs zeitnah über die jüngste Eskalation im Schwarzen Meer beraten wollen.
Beide Staaten sind laut Aussage des Auswärtigen Amts „strategische NATO- und EU-Partner in Südosteuropa“.
Außenminister Johann Wadephul (CDU), der sich am 13. und 14. Oktober in Bulgarien und Rumänien aufhielt, zeigte sich während seines Besuchs in Südosteuropa besorgt über die dortige Lage und ließ sein Ministerium auf X verbreiten: „Das Schwarze Meer wird immer mehr zum Kriegsschauplatz. Die Angriffe auf zivile Schiffe sind ein unhaltbarer Zustand. Wir stehen an Bulgariens Seite: Diese Eskalation dürfen wir nicht einfach geschehen lassen“, heißt es dort, ohne einen Aggressor namentlich zu nennen.
Zu Rumänien sagte Wadephul, dass Deutschland mit Eurofightern, „die gemeinsam mit rumänischen Jets den Himmel über Südosteuropa sichern“, das Land schützen und verteidigen werde.
Bulgarien beklagt, dass einige der Angriffe in seiner sogenannten „ausschließlichen Wirtschaftszone“ (AWZ) stattgefunden hätten.
Die AWZ kann nach UN-Seerecht bis zu 200 Seemeilen in das Schwarze Meer hineinreichen, stellt aber kein offizielles Hoheitsgebiet Bulgariens dar. Dennoch beansprucht Bulgarien in dieser Zone ein exklusives Recht zur wirtschaftlichen Nutzung und beruft sich dabei auf das UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS).
Wie „Euromaidan Press“, eine ukrainische private Nachrichtenplattform, berichtete, sei der unter der Flagge des karibischen Inselstaates St. Kitts und Nevis fahrende Massengutfrachter „Royad Mammadov“ am 5. Oktober 20 Seemeilen vor der rumänischen Küste gesunken, nachdem er „durch russische See- und Luftdrohnen“ angegriffen worden sei.
Der Frachter gehörte einem türkischen Unternehmen und hatte Getreide aus einem ukrainischen Hafen geladen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte Russland für den Angriff verantwortlich und erklärte laut „Euronews“, Russland „entscheide sich konsequent für den Terror“.
Die rumänische Nachrichtenplattform „Informat“ berichtete, dass am 6. Oktober der unter der Flagge Togos fahrende Frachter „Alfa Watan“ durch einen Angriff vor der Küste Bulgariens versenkt worden sei. Die Besatzung werde vermisst.
Auch der unter der Flagge von Palau fahrende Frachter „Able“, der mit Weizen beladen war, sei in der bulgarischen AWZ mit Drohnen angegriffen worden. Es war der erste Angriff auf Handelsschiffe in dieser Zone.
Am 13. Oktober sank ebenfalls vor der bulgarischen Küste die „HS Dignity“. Elf Besatzungsmitglieder werden vermisst. Ein weiteres Handelsschiff, die „Chelsea-3“, wurde durch einen Angriff beschädigt. Die Besatzung wurde durch bulgarische Seenotkräfte gerettet, wie das bulgarische Radio BNR mitteilte.
Bulgarien erwägt laut „Informat“, den UN-Sicherheitsrat anzurufen und Artikel 4 des NATO-Vertrags geltend zu machen, möglicherweise gemeinsam mit Rumänien. Artikel 4 des NATO-Vertrags besagt, dass sich die NATO-Staaten beraten, „wenn nach Auffassung einer von ihnen die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist“.
Bulgariens Premierminister Rumen Radew vermutete am 14. Oktober vor dem bulgarischen Parlament, dass Russland ein Motiv habe, hinter den Drohnenangriffen auf Schiffe im Schwarzen Meer zu stecken, doch Bulgarien könne dessen „Schuld“ nicht beweisen.
Wie die ukrainische „Euromaidan Press“ am 16. Oktober weiter berichtet, hätten um den 14. Oktober herum russische Angriffsdrohnen vom Typ „Geran-4“ zwei weitere Frachtschiffe angegriffen, eines in der Nähe der ukrainischen Stadt Mykolajiw und ein weiteres in Tschornomorsk, 20 km südlich von Odessa. Solche Angriffe würden „seit diesem Sommer die Getreideexporte aus dem Schwarzen Meer stark beeinträchtigen“.
Zu diesem Schluss kam am 16. Oktober auch die amerikanische Nachrichtenagentur „Associated Press“ (AP) in einem bei PBS veröffentlichten Bericht. Die Angriffe in den AWZ von Bulgarien und Rumänien würden eine globale Schifffahrtsroute bedrohen und die Gefahr bergen, „dass andere Länder direkt in den Krieg um die Ukraine hineingezogen werden“.
AP verweist zudem darauf, dass „während des gesamten Krieges“ Russland wiederholt die ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer und an der Donau bombardiert habe, „wodurch Kiew zunehmend auf alternative Routen angewiesen ist, um seine Getreideexporte auf die Märkte in Afrika und im Nahen Osten zu bringen“.
Zudem hätten in der Vergangenheit russische Drohnen „wiederholt den rumänischen Luftraum in der Nähe einiger ukrainischer Donauhäfen verletzt“. Allerdings seien auch schon ukrainische Drohnen in den Luftraum Rumäniens eingedrungen.
Experte: Getreideexport nicht gefährdet, aber teurer
Cezar Gheorghe, Gründer der rumänischen Getreideberatungsfirma AGRIColumn, erklärte gegenüber AP, dass seiner Meinung nach die „Drohnenvorfälle“ den Handel etwa im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța nicht beeinträchtigt hätten.
Sorge bereite jedoch der Anstieg der Versicherungskosten im gesamten Schwarzmeerraum, sagte er und verwies darauf: „Die [Prämie] für das Risiko steigt.“ Alle Kunden müssten jetzt mit höheren Versicherungskosten rechnen. Seine größte Sorge sei jedoch ein „schwerwiegender Vorfall“ in oder in der Nähe von Constanța.
Im Juni explodierte eine ukrainische Meeresdrohne im Hafen der Stadt, drei weitere in der Nähe. Dass es in Constanța zu einem schweren Vorfall kommt, ist für Gheorghe daher absehbar: „Es ist nur eine Frage der Zeit.“
Nicht jeder giftige Pilz ist so einfach zu erkennen wie der Fliegenpilz. - Foto: Christoph Reichwein/dpa
Beim Pilzesammeln im Wald ein giftiges Exemplar erwischen und kurz danach im Krankenhaus landen? Das kann vorkommen – doch die bekannten Zahlen solcher Fälle bewegen sich in Deutschland mit rund 83 Millionen Einwohnern auf eher niedrigem Niveau.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung verweist auf die Gesundheits-Berichterstattung des Bundes, der zufolge es in den vergangenen zehn Jahren pro Jahr etwa 280 bis 680 stationäre Behandlungen im Krankenhaus gab, weil sich Menschen an Pilzen vergiftet hatten.
Zum Tod führt der Griff zum falschen Pilz deutlich seltener: Todesfälle mit dieser Diagnose gab es demnach pro Jahr zwischen null und sieben.
Weitere Hinweise geben die Giftinformationszentren, von denen es in Deutschland sieben gibt. Das Giftinformationszentrum Nord (GIZ Nord) in Göttingen zählte in den Jahren 2022 bis 2025 jeweils 10 bis 24 schwere Fälle von Pilzvergiftungen und bis zu zwei Todesfälle.
Dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge gehen beim GIZ Nord etwa ein Siebtel der insgesamt in den deutschen Giftinformationszentren eingehenden Anfragen ein.
Rechnet man die Zahlen auf Gesamtdeutschland hoch, ergäben sich somit 70 bis knapp 170 schwere Fälle von Pilzvergiftungen pro Jahr, welche als Anfragen in den Zentren beraten werden – und bis zu 14 Todesfälle.
Das wären etwas höhere Todeszahlen, als die Gesundheits-Berichterstattung des Bundes zeigt.
Pilzesammeln erfreut sich als Beschäftigung im Herbst großer Beliebtheit: Mittlerweile gibt es sogar selbst ernannte Pilz-Influencer.
Foto: Patrick Pleul/dpa
In guten Pilzjahren auch höheres Risiko
Das Bundesinstitut für Risikobewertung verweist darauf, dass die Zahlen jährlich stark schwanken und regionale Unterschiede eine Rolle spielen könnten. So hätten verschiedene giftige Pilze unterschiedliche Standortanforderungen. Außerdem erhöhe sich in Pilzjahren, in denen gute Wetterbedingungen für das Wachstum herrschen, auch die Wahrscheinlichkeit von Pilzvergiftungen.
Zudem dürfte es eine Dunkelziffer geben. Denn nicht jeder Mensch mit einer Vergiftung landet im Krankenhaus oder wird an den entsprechenden Zentren beraten.
Um im Rahmen des Möglichen einen besseren bundesweiten Überblick zu bekommen, ist das Bundesinstitut für Risikobewertung dabei, ein zentrales Vergiftungsregister aufbauen.
Experten warnen vor Verwechslungen
„In Deutschland gibt es sehr giftige Pilze, die essbaren Pilzen zum Verwechseln ähnlich sehen. Das kann auch für erfahrene Sammlerinnen und Sammler gefährlich werden“, sagt Yuri Bruinen de Bruin, Leiter des Nationalen Vergiftungsregisters am Bundesinstitut für Risikobewertung.
Beliebte Speisepilze seien etwa der Wiesenchampignon oder der Frauentäubling. Immer wieder verwechselten Sammler diese Pilze mit dem hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilz. Die darin enthaltenen Giftstoffe könnten zu Leberversagen führen, so dass schon der Verzehr geringer Mengen tödlich sein kann.
Kinder und ältere Menschen sind nach Angaben der Behörde besonders gefährdet. Bei ihnen können schon kleine Mengen giftiger Pilze schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Zu den Symptomen zählen Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen. (dpa/red)
Der Grüne Knollenblätterpilz ist extrem giftig – und ähnelt harmlosen Champignons. (Archivbild)
Am Flughafen Leipzig/Halle. - Foto: Heiko Rebsch/dpa
HEUTE7:38 Uhr
Auto durchbricht Zaun am Leipziger Flughafen – Nordpiste gesperrt
Am Flughafen Leipzig/Halle kam es in der Nacht zu einem Sicherheitsvorfall. Laut Polizei wurde kurz vor 23 Uhr eine Beschädigung an einem Zaun zum Flughafen festgestellt. Dies führte zur Sperrung der Nordpiste, der Betrieb auf der Südpiste findet statt. Vermutlich hat ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen. Es wurden weder unberechtigte Personen noch verdächtige Gegenstände gefunden. Die Nordpiste blieb am Sonntagmorgen weiterhin für den Flugverkehr gesperrt.
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HEUTE7:02 Uhr
SPD-Chef Klingbeil verlangt von SPD Bekenntnis zum Regierungswillen
Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat von seiner Partei vor dem anstehenden Parteitag im Januar ein Bekenntnis zur Übernahme von Verantwortung gefordert. Die Sozialdemokraten sollten ihre Selbstbeschäftigung sein lassen und sich stattdessen um die Probleme Deutschlands zu kümmern. Ob der SPD-Chef, der auch Vizekanzler und Bundesfinanzminister ist, noch einmal für den Parteivorsitz kandidiert, lässt er bislang offen.
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HEUTE6:38 Uhr
Vance macht Einwanderung für Ausschreitungen in Frankreich verantwortlich
US-Vizepräsident JD Vance sieht die Einwanderung als Grund für die schweren Ausschreitungen in Frankreich. Westliche Liberale hätten „die Dritte Welt nach Frankreich und in andere Länder importiert“, schrieb Vance auf X zu einem Video, das das in Brand gesteckte Rathaus der Stadt Limoges zeigt. Laut Regierung wurden 1200 Menschen festgenommen und 150 Polizisten verletzt.
Das historische Rathaus von Limoges wurde durch einen von Randalierern gelegten Brand weitgehend zerstört.
Tote und Verletzte bei Vorfall auf Militärbasis in Kanada
Auf dem Militärstützpunkt Wainwright in der kanadischen Provinz Alberta kam es zu einem „ernsthaften Zwischenfall“ mit Toten und Verletzten. Der Vorfall löste auch ein großes Feuer aus. Verteidigungsminister David McGuinty sprach von Toten und Verletzten, nannte aber keine Opferzahlen. Örtliche Behörden erklärten in sozialen Medien, das Feuer breite sich aufgrund starker Winde auch über den Militärstützpunkt hinaus aus.
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HEUTE5:50 Uhr
Akku fast leer? Manch Handynutzer lässt Verabredung platzen
Das Smartphone ist manchen so wichtig, dass sie bei einem niedrigen Akkustand Pläne für den Tag aufgeben. Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag von Vodafone haben 7 Prozent wegen eines fast leeren Smartphone-Akkus schon einmal eine Verabredung abgesagt. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 31 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen 10 Prozent, in den übrigen Altersgruppen ein bis zwei Prozent.
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HEUTE5:31 Uhr
Mindestens 19 Tote bei Massenpanik bei Hindu-Festival in Indien
Bei einer Massenpanik bei einem Hindu-Festival in Indien sind mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter ein siebenjähriges Mädchen. Zudem seien 25 Menschen verletzt, teilten die Behörden am Samstagabend mit. Zu der Panik in Kolkata im Osten des Landes sei es offenbar gekommen, als wegen eines plötzlichen Regenschauers Menschen in einen Pavillon drängten.
Am 17. Oktober 2026 auf dem Rossio-Platz im Zentrum von Lissabon: Nach einem Aufruf der Gewerkschaft CGTP protestierten Tausende Menschen für höhere Löhne und Renten sowie gegen die steigenden Wohn- und Kraftstoffkosten. - Foto: Filipe Amorim/AFP via Getty Images
In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist ebenfalls ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden.
Nach einer Demonstration versammelten sich am Samstagabend hunderte Menschen auf dem Rossio-Platz in Herzen von Lissabon und bauten Zelte auf, wie AFP-Journalisten berichteten.
Am 17. Oktober 2026 sitzen Demonstranten inmitten von 40 Zelten auf dem Rossio-Platz im Zentrum von Lissabon.
Foto: Filipe Amorim/AFP via Getty Images
Die Demonstrantin Elena Costa sagte, die Menschen, die in Portugal Steuern zahlen und das Land am Laufen halten würden, würden „ihre Rechte verlieren – insbesondere das Recht auf Wohnen“. „Deswegen sind wir alle zusammen hier und versuchen zu erklären, dass wir ersticken“, sagte die 46-jährige Sozialarbeiterin.
Der Ingenieur Antonio Margado warf der Mitte-Rechts-Regierung des Landes eine „totale Liberalisierung der Mieten“ vor. Wohnungsbesitzer würden mehr und mehr geschützt, während Mieter immer weniger Schutz genießen würden.
Am 18. Oktober 2026 protestieren Demonstranten auf dem Rossio-Platz im Zentrum von Lissabon gegen Wohnungsmangel, steigende Mieten und niedrige Löhne.
Foto: Filipe Amorim/AFP via Getty Images
Offiziellen Zahlen zufolge sind die Mieten in Portugal binnen zehn Jahren um 124 Prozent angestiegen. Das ist etwa doppelt so stark wie der EU-Durchschnitt. Besonders betroffen sind junge Menschen – und Bewohner von Lissabon.
Proteste hat es auch in der nordportugiesischen Großstadt Porto gegeben. Dort ist ebenfalls ein Protestcamp errichtet worden.
Auf Aufruf der Gewerkschaft CGTP liefen am 17. Oktober 2026 Tausende Menschen durch das Zentrum von Lissabon, um gegen die zunehmend schwierigen Lebensbedingungen zu protestieren.
Foto: Filipe Amorim/AFP via Getty Images
Proteste in Madrid führen zu Neuwahlen
Die Wohnungsnot ist auch im Nachbarland Spanien ein großes Thema. Im September sorgte die Zwangsräumung der Wohnung der 87-jährigen Rentnerin Maricarmen Abascal für landesweite Proteste.
Der Besitzer hatte die Miete massiv erhöhen wollen. Zwar gab es eine Einigung auf eine Rückkehr der Rentnerin in ihre Wohnung – die 87-Jährige starb, bevor es dazu kommen konnte.
Der Streit um die Wohnungspolitik hat dazu geführt, dass Regierungschef Pedro Sánchez Neuwahlen für den 29. November ausgerufen hat.
Dem seit 2018 regierenden Sozialisten droht dabei eine Niederlage, Umfragen sehen eine Mehrheit für die konservative Volkspartei PP und die Partei Vox. (afp/red)
Das historische Rathaus von Limoges wurde durch einen von Randalierern gelegten Brand weitgehend zerstört. - Foto: Pascal Lachenaud/AFP/dpa
HEUTE6:38 Uhr
Vance macht Einwanderung für Ausschreitungen in Frankreich verantwortlich
US-Vizepräsident JD Vance sieht die Einwanderung als Grund für die schweren Ausschreitungen in Frankreich. Westliche Liberale hätten „die Dritte Welt nach Frankreich und in andere Länder importiert“, schrieb Vance auf X zu einem Video, das das in Brand gesteckte Rathaus der Stadt Limoges zeigt. Laut Regierung wurden 1200 Menschen festgenommen und 150 Polizisten verletzt.
Tote und Verletzte bei Vorfall auf Militärbasis in Kanada
Auf dem Militärstützpunkt Wainwright in der kanadischen Provinz Alberta kam es zu einem „ernsthaften Zwischenfall“ mit Toten und Verletzten. Der Vorfall löste auch ein großes Feuer aus. Verteidigungsminister David McGuinty sprach von Toten und Verletzten, nannte aber keine Opferzahlen. Örtliche Behörden erklärten in sozialen Medien, das Feuer breite sich aufgrund starker Winde auch über den Militärstützpunkt hinaus aus.
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HEUTE5:50 Uhr
Akku fast leer? Manch Handynutzer lässt Verabredung platzen
Das Smartphone ist manchen so wichtig, dass sie bei einem niedrigen Akkustand Pläne für den Tag aufgeben. Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag von Vodafone haben 7 Prozent wegen eines fast leeren Smartphone-Akkus schon einmal eine Verabredung abgesagt. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 31 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen 10 Prozent, in den übrigen Altersgruppen ein bis zwei Prozent.
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HEUTE5:31 Uhr
Mindestens 19 Tote bei Massenpanik bei Hindu-Festival in Indien
Bei einer Massenpanik bei einem Hindu-Festival in Indien sind mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter ein siebenjähriges Mädchen. Zudem seien 25 Menschen verletzt, teilten die Behörden am Samstagabend mit. Zu der Panik in Kolkata im Osten des Landes sei es offenbar gekommen, als wegen eines plötzlichen Regenschauers Menschen in einen Pavillon drängten.
Die deutsche bildende Künstlerin Irmgard Manz (links), der Geiger Florian W. (rechts) und seine Mutter Irmtraut W. besuchten am 9. Oktober 2026 gemeinsam die Vorführung des Dokumentarfilms „Unbroken“ in Dortmund. - Foto: Qingyao Zhang/Epoch Times
Am Freitagabend, 9. Oktober 2026, wurde der Dokumentarfilm „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ (Ungebrochen: Die unerzählte Geschichte von Shen Yun), der die grenzüberschreitende Verfolgung der Künstlergruppe durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) beleuchtet, im renommierten Schauburg-Kino in Dortmund gezeigt.
Der Film zog zahlreiche Vertreter der Dortmunder Kunst- und Kulturszene an, die sich für traditionelle chinesische Kultur interessieren.
Im Anschluss an die Filmvorführung gab es eine besondere Überraschung für das Publikum: Über eine Live-Schaltung sprachen ein Shen-Yun-Tänzer, seine Eltern sowie ein Moderator des Ensembles mit den Zuschauern.
Der Tänzer gab Einblicke in seinen Trainingsalltag und schilderte die außergewöhnliche Erfahrung, die traditionelle Kultur trotz massiver Widerstände wiederzubeleben.
Mehrere Zuschauer sagten anschließend, der Abend habe ihnen die Bedeutung von Menschenrechten und Glaubensfreiheit bewusst gemacht.
Ein Zuschauer sagte: „Freiheit ist nicht selbstverständlich; sie muss jederzeit und überall von uns allen gemeinsam verteidigt und bewahrt werden.“
Andere drückten ihre Dankbarkeit für den Einsatz der Shen-Yun-Künstler aus: „Im Schatten von Lügen und Gewalt erstrahlt die Kraft von Wahrheit und Kunst umso heller,“ sagte ein weiterer Zuschauer.
Bildende Künstlerin: „Ein solcher Film ist von enormer Bedeutung“
Die deutsche bildende Künstlerin Irmgard Manz besuchte die Vorführung gemeinsam mit ihrem Bekannten, dem Geiger Florian W., und dessen Mutter Irmtraut W. Alle drei zeigten sich tief bewegt.
Irmgard Manz ist Mitglied in mehreren bedeutenden norddeutschen Künstlerverbänden und ihre Einzelausstellungen werden von Medien und Publikum gleichermaßen geschätzt. „Ein solcher Film ist von enormer Bedeutung. Er sollte viel öfter gezeigt werden, damit ihn noch mehr Menschen sehen können“, betonte sie.
Der Geiger Florian W. pflichtete ihr bei: „Ja, das ist extrem wichtig. Ich hoffe, dass der Film in weiteren Kinos läuft und vielleicht sogar Begleitveranstaltungen organisiert werden, um ihn noch bekannter zu machen. Denn die ganze Welt ist vernetzt und jede Stimme zählt.“
Florians Mutter Irmtraut W., die sich intensiv mit traditioneller chinesischer Medizin befasst, ergänzte: „Ich fand den Film sehr informativ und hilfreich, denn wir haben das alles nicht mitbekommen. Jetzt haben wir auch die Motivation hinter dieser Kampagne gegen die Tänzer verstanden.“
„Der Film ist wunderbar, also sehr informativ“, fügte Florian hinzu. „Und es ist wichtig, auch so verschiedene direkte Stimmen aus der Gruppe zu hören, weil die Medien, das kennen wir ja von vielen Themen, oft sehr verzerrt berichten.“
Manz unterstrich, dass die Botschaft des Films auch in Deutschland hochaktuell sei: „Weil wir ähnliche Probleme haben, aber es ist nicht so bekannt. Und es war auch informativ zu erfahren, dass es solche Recherchen innerhalb der USA gibt, die das aufdecken. Das war auch sehr wichtig.“
Am Abend des 9. Oktober 2026 wurde der Dokumentarfilm „Unbroken“ im Schauburg-Kino in Dortmund gezeigt.
Foto: Qingyao Zhang/Epoch Times
Sie waren sich einig, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Manz erklärte: „Wir beobachten derzeit mit eigenen Augen, wie sich selbst innerhalb demokratischer Systeme Kräfte ausbreiten, die wir eigentlich überhaupt nicht wollen. Letztlich werden wir alle von solchen Phänomenen bedroht.“
Auf die Darstellung im Film, wonach die „New York Times“ Fake News über Shen Yun fabriziert habe, reagierte Manz deutlich: „Deutschland hat mit genau demselben Problem zu kämpfen. Es gibt viele Medien, die Desinformationen und Fake News eine viel zu große Bühne bieten. Die Möglichkeiten zur Manipulation haben massiv zugenommen – ebenso wie Verleumdung und Stigmatisierung.“ Sie betonte nachdrücklich: „Wir sehen das als ein grundlegendes Problem unserer Gesellschaft.“
„Aber dieser Film macht Mut“, warf Florian sofort ein. „Diese Veranstaltung ermutigt die Menschen, sich wieder zusammenzuschließen, gemeinsam gegen Falschinformationen vorzugehen und die Wahrheit zu verbreiten.“
Als Musiker konnte Florian eine tiefe Verbindung zum künstlerischen Ausdruck der Shen-Yun-Darsteller spüren: „Es ist wunderbar, wie sie durch ihre Kunst so schöne Botschaften und den wahren Sinn des Lebens vermitteln. Sie bringen diese Themen auf so ästhetische Weise auf die Bühne – umfassend und direkt ins Herz gehend.“
Irmgard Manz, die ebenfalls in der Kunstbranche tätig ist, stimmte zu: „Ja, das wurde in dem Film sehr überzeugend dargestellt. Ich habe bei den Tänzern gespürt, dass ihr Ausdruck wirklich tief aus dem Herzen kommt. Das ist einfach wunderschön!“
Alle drei versicherten, dass sie unbedingt eine Live-Aufführung von Shen Yun besuchen würden. Florian richtete noch persönliche Wünsche an die Künstler: „Bitte macht genau so weiter, immer weiter. Behaltet eure ursprüngliche Intention bei, bleibt mutig, voller Freude und Zuversicht. Solange man aufrichtig ist und aus dem Herzen handelt, wird man beschützt und alles wird gut. Mit einem reinen Herzen spürt das auch das Publikum. Ja, das [Shen Yun] ist das größte Geschenk.“
Ehemalige Balletttänzerin: „Wahre Kunst ist wie eine Religion“
Tatjana Mironova, die heute in der Pharmabranche arbeitet, war nach dem Film voller Bewunderung für die Künstler. „Ich verstehe vollkommen, worum es hier geht“, sagte sie. „Ich war selbst Tänzerin, habe in einem russischen Ballett-Ensemble getanzt und stamme ursprünglich aus Kirgisistan.“
Kirgisistan ist eine ehemalige Sowjetrepublik, die 1991 im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion unabhängig wurde. Mironova, die eine kommunistische Diktatur selbst miterlebt hat, erklärte: „Mir ist völlig klar, was die Ereignisse im Film bedeuten. Kultur ist von immenser Bedeutung, aber wenn ein [kommunistisches] Regime alles kontrolliert, setzen die Diktatoren natürlich auch die Kulturschaffenden unter Druck.“
„China geht auch in die Richtung der Sowjetunion, aber die ist schon seit 30 Jahren Geschichte. Wer weiß, wie lange es in China noch dauert. Das kommunistische Regime wird wahrscheinlich auch langsam zusammenbrechen. Vielleicht sind die Chinesen einfach leidensfähiger.“
Sie fügte hinzu: „[Durch die Unterdrückung der KPCh] leben die Menschen in China wie in einem Terrarium, was bedeutet, dass sie ein völlig anderes Leben führen. Aber ich spüre, dass die Chinesen bereit sind [für die Freiheit].“
Abschließend drückte Mironova den Shen-Yun-Künstlern ihren tiefen Respekt aus: „Als ehemalige Tänzerin weiß ich, wie hart diese Arbeit ist. Bitte haltet durch, denn die Kunst, die wahre Kunst, ist wie eine Religion. Es ist eine harte, innere Kultivierung, aber wer diesen Weg beharrlich weitergeht, wird sich letztendlich einen Weg bahnen.“
Ehemalige Softwareentwicklerin: „Wirklich schockierend“
Ursula Günther war vor ihrem Ruhestand als Softwareentwicklerin tätig, hegte aber schon immer ein großes Interesse an traditioneller chinesischer Kultur und Ballett. Als sie von der Dokumentation „Unbroken“ hörte, beschloss sie sofort, ins Kino zu gehen. Nach der Vorstellung beschrieb sie ihre Gefühle als gemischt – tief bewegt, aber auch schockiert.
Die ehemalige Balletttänzerin Tatjana Mironova.
Foto: Qingyao Zhang/Epoch Times
„Der Film ist sehr ergreifend. Man lernt viel über die östliche Kultur, Meditationspraxis und andere Lebensweisen. Das fand ich sehr inspirierend“, so Günther.
„Aber ich war auch schockiert und stelle mir eine große Frage“, fuhr sie fort. „Welche Macht hat die ‚New York Times‘ eigentlich, dass sie solche Propaganda-Artikel schreiben und veröffentlichen kann, um diese Tänzer zu diffamieren?“
Sie schüttelte den Kopf: „Ich muss sagen, heutzutage sind [falsche Berichterstattungen] fast zur Normalität geworden, aber dass eine so weltbekannte Zeitung so etwas tut, ist wirklich schockierend!“
Dass der Film die Methoden der grenzüberschreitenden Unterdrückung durch die KPCh aufzeigt, hält Günther auch für das deutsche Publikum für enorm wichtig. „Das ist absolut essenziell. Egal wo auf der Welt wir uns befinden, wir sollten viel wachsamer sein, was hinter den Kulissen geschieht. Filme wie dieser tragen wirklich dazu bei, die Aufmerksamkeit auf Menschenrechtsthemen zu lenken.“
Abschließend äußerte auch sie den Wunsch, Shen Yun live zu erleben: „Vielen Dank für die Gelegenheit, all das zu erfahren. Ich werde es im Auge behalten und unbedingt eine Gelegenheit finden, mir die Aufführung einmal komplett anzusehen.“
Shen-Yun-Zuschauer: „Ich halte den Film für sehr wichtig“
Stefan Rose hat Shen Yun in der Vergangenheit bereits live auf der Bühne gesehen und ist noch immer begeistert. „Vor ein paar Jahren habe ich Shen Yun in Frankfurt gesehen – wow, das hat mir wirklich die Augen geöffnet, das vergesse ich nie!“, erzählte er.
„Jetzt zu erfahren, in was für einer Notlage sich diese Künstler befanden, weckt in mir gemischte Gefühle. Ich halte den Film für sehr wichtig. Man erfährt, mit welchen Mitteln die chinesische Regierung versucht, diesen Glauben [Falun Gong] zu verbieten – und das ist eigentlich der springende Punkt.“
Stefan Rose hat bereits eine Aufführung von Shen Yun in Frankfurt besucht.
Foto: Qingyao Zhang/Epoch Times
Rose besuchte die Vorführung zusammen mit seiner Freundin und einigen Bekannten. Sie alle waren tief berührt.
Seine Freundin sagte: „Für mich war es sehr nachdenklich stimmend und unglaublich fesselnd. Was da passiert [die grenzüberschreitende Unterdrückung durch die KPCh], ist sehr traurig, und die Situation in China macht mich tief betroffen. Mir fehlen fast die Worte. Ich finde es extrem wichtig, darüber Bescheid zu wissen, und möchte mich nun weiter informieren. Außerdem habe ich jetzt große Lust, eine Shen-Yun-Aufführung zu besuchen.“
Ein Freund von Rose ergänzte: „Ich hatte Tränen in den Augen, als ich den Film ansah. Er hat mich tief bewegt und berührt. Ich werde diesen Film auf jeden Fall weiterempfehlen und hoffe, dass ihn so viele Menschen wie möglich sehen – auch die Journalisten hier in Deutschland.“
Er betonte eindringlich: „Es leiden und sterben Menschen, und das passiert leider in China – das ist schrecklich. Das [die KPCh] ist keine Regierung, das ist ein Regime, ein Terrorregime. Und bedauerlicherweise ist es das schlimmste Regime in der Geschichte der Menschheit. Wir in Deutschland hatten auch ein furchtbares Regime, aber das in China ist weitaus schlimmer. Die Nazi-Zeit war vergleichsweise kurz, aber das chinesische Regime hält sich schon seit Jahrzehnten an der Macht. Sie hatten so viel Zeit zu zerstören, zu morden und Kultur zu vernichten. Das ist natürlich sehr, sehr tragisch.“
Stefan Rose richtete zum Schluss noch direkte Worte an die Künstler: „Eure Vorstellungen sind einzigartig, bitte macht weiter so! Eure ursprüngliche Intention ist großartig, und das bewundere ich sehr. Lasst euch nicht von denen entmutigen, die versuchen, euch zu unterdrücken.“
Seine Freundin fügte hinzu: „Die Botschaft, die sie vermitteln, ist einfach wunderschön.“
Linke, Grüne und SPD hätten sich auch auf ein "sehr ambitioniertes Neubauprogramm" für Wohnungen geeinigt. (Archivbild) - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Bei ihren Sondierungen für eine mögliche gemeinsame Regierung in Berlin haben sich Linke, Grüne und SPD auf eine Vergesellschaftung von Wohnungskonzernen mit mehr als 10.000 Wohnungen geeinigt.
Das geht aus dem gemeinsamen Sondierungspapier hervor, dass die Parteien nach der Einigung auf Koalitionsgespräche am Samstag in der Bundeshauptstadt veröffentlichten. Ein entsprechendes Gesetz soll demnach Mitte 2028 ins Parlament kommen.
„Damit wird Berlin circa 160.000 Wohnungen der Marktlogik entziehen“, sagte die Linken-Spitzenkandidatin und mögliche künftige Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp am Samstag vor Journalisten.
Mietendeckel und Neubau vereinbart
Es gebe in Berlin eine „Mietenkrise“, sagte sie. Diese sei aktuell „die soziale Frage“ in der Stadt.
Linke, Grüne und SPD hätten sich unter anderem auch auf ein „sehr ambitioniertes Neubauprogramm“ für Wohnungen und einen Mietendeckel für landeseigenen Wohnungen geeinigt, fügte sie an.
„Wir hatten gute und intensive Gespräche“, sagte Eralp mit Blick auf den erfolgreichen Abschluss der Sondierungsgespräche.
Die Linke hatte die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September deutlich gewonnen. Am Donnerstag vergangener Woche einigte sich die Partei nach mehreren Vorgesprächen dann auf Sondierungen mit SPD und Grünen.
Überschattet wurden die Gespräche zwischen den drei Parteien von Anfang an von Antisemitismusvorwürfen gegen einzelne Mitglieder der Berliner Linken. (afp/red)
Kalle Wigle als Albrecht und Iana Salenko als Giselle im Staatsballett Berlin. - Foto: Admill Kuyler
Sein Terminkalender ist voll, die Tage lang. Als ich mich mit Kalle Wigle unterhalte, macht er gerade Pause zwischen den Proben für die Premiere des Ballettklassikers „Giselle“ beim Staatsballett Berlin. Erst vor kurzem hat er in dem Ensemble, in dem er nun seine vierte Saison verbringt, den Sprung zum Ersten Solotänzer geschafft.
Am 5. September durfte der Künstler zudem in Italien den „Positano Premia La Danza Léonide Massine“, den ältesten Tanzpreis der Welt, entgegennehmen. „Großartig, aber unwirklich“, sagt er und lacht. Nach der Anerkennung innerhalb des Ensembles seit dieser Preis eine „Bestätigung von außen“.
„Das ist ein Ansporn, weiterhin hart in dieselbe Richtung zu arbeiten“, so Wigle.
Der Léonide-Massine-Preis gehört zu den begehrtesten Preisen der Ballettszene weltweit. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem Rudolf Nurejew und Michail Baryshnikov. Auch schwedische Tanzikonen wie Mats Ek, Ana Laguna und Mariko Kida wurden im Laufe der Jahre im Rahmen des Premio Positano ausgezeichnet.
„Viele meiner Idole, zu denen ich aufblickte, als ich die Königliche Schwedische Ballettschule oder die Royal Ballet School in London besuchte, haben diesen Preis erhalten. Allein schon in diesen Kreisen erwähnt zu werden, bedeutet mir viel.“
Als Kind hatte Wigle viele „Hummeln im Hintern“. Sein Interesse am Tanzen zeigte sich schon früh.
„Ich habe zu Hause Vorstellungen gegeben und meine Eltern gezwungen, mir zuzusehen, während ich im Wohnzimmer zu verschiedenen Musikrichtungen hin und her gerannt bin“, erinnert er sich mit einem Lachen.
Die Tanzschule von Lasse Kühler gab ihm dann den entscheidenden Anstoß. Das könnte er den Rest seines Lebens machen, dachte er. Seine Mutter fand eine Anzeige für die Königliche Schwedische Ballettschule. Wigle ging zum Vortanzen, ohne wirklich zu verstehen, worauf er sich einließ. Er kam in weiten Hosen und einer Mütze, so wie er es gewohnt war.
„Alle anderen trugen Strumpfhosen und Ballettschuhe. Ich erinnere mich, dass ich sagte: ‚Strumpfhosen – nur über meine Leiche. Das ziehe ich nicht an!‘“
Doch schon bald entdeckte er, dass das Ballett alles umfasste, was ihm gefiel.
„Die Technik, der Tanz und die Schauspielerei, all das verschmolz auf magische Weise.“
Seine Fortschritte motivierten ihn, noch besser zu werden. Sein Traum war, es den ganz großen Tänzern gleichzutun – etwa im Pas de deux, dem Duett, in dem zwei Tänzer aufeinandertreffen.
„Sie waren einfach magisch. Das war es, worauf ich hinarbeitete – und darauf, etwas zu hinterlassen, auf das ich und meine Lehrer stolz sein können.“
Kalle Wigle ist Erster Tänzer beim Staatsballett Berlin.
Foto: Anastasia Muna
Als Albrecht in „Giselle“ kehrt Wigle auf der Bühne zu einer Rolle zurück, die er schon zwei Spielzeiten lang getanzt hat. Doch eine vertraute Rolle bedeutet nicht, dass die Interpretation bereits feststeht.
„Man kann immer mit einer neuen Perspektive an die Rolle herangehen. Ich versuche, die Figur aus mir selbst heraus zu entwickeln, anstatt einfach etwas darzustellen, von dem man denkt, dass es so sein sollte. Dann wirkt es echter“, sagt er.
Für ihn ist Authentizität auch eine Voraussetzung für die Begegnung mit dem Publikum. Denn die Tänzer befinden sich ständig im Dialog mit dem Publikum, erklärt er:
„Je echter es wirkt, desto wahrhaftiger die Kommunikation. Die Menschen können das, was von der Bühne kommt, leichter aufnehmen und reagieren auch besser darauf.“
Wigle beschreibt Albrecht als einen ziemlich unsympathischen Kerl.
„Ich würde niemals so mit einem anderen Menschen umgehen wollen, aber in der Rolle muss ich mich trotzdem auf eine Weise gemein verhalten, die sich für mich echt anfühlt. Wie würde ich mich verhalten, wenn ich diese Gefühle für jemanden hätte? Ich mag es, tief zu graben und Gefühle hervorzubringen.“
Besonders die Schauspielerei und die starke Präsenz faszinieren ihn.
„Unschlagbar sind die Momente auf der Bühne, wenn es am authentischsten wirkt, wenn man wirklich in sich selbst verschwindet. Das ist das Gold. Solche Momente gibt es in ‚Giselle‘ und ich hoffe, dass das Publikum sie wahrnimmt.“
Zwar setzt das Ballett den Tänzern einen klaren Rahmen, aber Wigle sieht gerade darin eine Freiheit:
„Innerhalb des Rahmens malt man ein Bild, und dort gibt es die Freiheit, seine eigene Interpretation zu entwickeln, welche die eigene Persönlichkeit widerspiegelt. Wenn man technisch sicher ist, schafft das Raum für freie künstlerische Ausdruckskraft.“
Für ihn ist Ballett eine Sprache mit einem eigenen Vokabular.
„Fast jeder Schritt und jede Geste haben eine Bedeutung“, sagt er.
„Dann feilt man an den Details, um zu sehen, wie das Publikum die Gesten am besten lesen kann. Je nachdem, welche Reaktion man erzielen möchte, kann man den Kopf auf eine bestimmte Weise drehen. Das Kinn nach oben oder unten zu richten, kann zwei völlig unterschiedliche Dinge darstellen.“
Kalle Wigle und Haruka Sassa in Balanchines „Symphony in C“.
Foto: Carlos Quezada
Professionelles Tanzen ist intensiv und auf Dauer belastend. Die Ballettpositionen sind für den Körper unnatürlich. Wigle trainiert sowohl modern als auch klassisch. Er vollführt viele Hebefiguren, Sprünge und Drehungen. Die Tage sind lang und die Proben oft anstrengend.
„Es kommt darauf an, dass der Körper durchhält“, macht er klar.
Langfristig möchte er gern weiterhin Teil des schwedischen Balletts bleiben und junge Männer unterstützen. Vorbilder waren und sind für ihn noch immer wichtig.
„Manchmal, wenn es schwierig wird, schaue ich mir die Videos an, die ich in der Schule gesehen habe, und erinnere mich daran, warum ich das mache und warum ich so hart kämpfe.“
Vor allem aber ist er für den Augenblick dankbar. „Ich liebe es, mich in dem zu verlieren, was ich gerade tue“, so Wigle.
Der ESA kommt die führende Rolle bei der Umsetzung von IRIS² zu. - Foto: T. Leduc/ESA-CNES-ARIANESPACE/Optique vidéo du CSG–T. Leduc/dpa
In Kürze:
Eigenes EU-Satellitennetz: Mit IRIS² will die EU ihre Abhängigkeit von außereuropäischen Satellitendiensten verringern. Die Konstellation soll nach einer Erweiterung 348 Satelliten umfassen.
Milliardeninvestitionen: Neben dem EU-Projekt plant Deutschland mit SATCOMBw 4 ein eigenes Satellitennetz für die Bundeswehr. Die Kosten werden auf 8 bis 10 Milliarden Euro geschätzt.
Raketenstarts als Engpass: Erste Satelliten sollen 2029 starten. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist angesichts begrenzter Startkapazitäten und gestiegener Kosten offen.
2021 kündigte die EU die Entwicklung eines eigenen Satellitenkommunikationssystems an. Unter dem Namen IRIS² – „Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite“ – soll ein europäisches Satellitennetz entstehen, das sichere Kommunikation für staatliche Stellen und kommerzielle Breitbanddienste ermöglicht.
Das Programm soll die digitale Souveränität und strategische Handlungsfähigkeit der EU stärken und dazu beitragen, Versorgungslücken bei der Internetanbindung zu schließen.
In einem ersten Schritt sollen sichere Verbindungen für Regierungen, Militär, Sicherheitsbehörden und kritische Infrastruktur entstehen. Später sollen auch Unternehmen und Privatpersonen die Infrastruktur nutzen können.
Vereinbarung vom 7. August als Meilenstein bei der Umsetzung von IRIS²
Ursprünglich waren 282 Satelliten unter dem Banner von IRIS² vorgesehen. Am 7. August 2026 unterzeichneten die Europäische Kommission und das SpaceRISE-Konsortium eine Vereinbarung zur Umsetzung von IRIS².
Durch diese wurde das Programm um 66 Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn erweitert und damit in der Hauptkonstellation auf 348 Satelliten aufgestockt. Von diesen sollen nun insgesamt 330 in niedriger und 18 in mittlerer Erdumlaufbahn kreisen. Zum Vergleich: Starlink verfügt derzeit über mehr als 10.000 Satelliten.
Das Netz soll verschlüsselte Verbindungen ermöglichen. In diesem Kontext spielt dem Konzept zufolge auch die europäische Quantenkommunikationsinfrastruktur EuroQCI eine Rolle. Nach derzeitigem Stand sind die ersten Satellitenstarts für 2029 vorgesehen.
Erste Dienste sollen schrittweise ab 2029 verfügbar sein; der vollständige Betrieb ist für 2030 geplant. Ursprünglich war ein früherer Start angedacht.
Auch die voraussichtlichen Gesamtkosten sind gegenüber den ursprünglichen Kalkulationen deutlich angestiegen. Mittlerweile rechnet man mit einem finanziellen Rahmen von mindestens 15,6 Milliarden Euro. Anders als bei Starlink soll der Schwerpunkt von IRIS² zunächst nicht auf möglichst flächendeckendem Internet für Privatkunden liegen. Zunächst geht es um sichere Verbindungen für staatliche Akteure.
Bremer Unternehmen OHB übernimmt Bau von 18 Satellitenplattformen
Immerhin stellt die Vereinbarung zwischen EU-Kommission und dem Konsortium SpaceRISE vom August 2026 einen relevanten Schritt über die reine Planungsphase hinaus dar. Nun geht es darum, herauszufinden, ob sich die ehrgeizigen Vorgaben des Projekts tatsächlich einhalten lassen.
Deutschland ist im Rahmen des Projekts eine bedeutende Rolle zugedacht. So hat der Bremer Raumfahrtkonzern OHB mit dem Satellitenbetreiber SES einen Vertrag über die Entwicklung und den Bau von 18 Satellitenplattformen für die mittlere Erdumlaufbahn im Wert von knapp einer Milliarde Euro abgeschlossen. OHB-Chef Marco Fuchs erhofft sich von dem Vorhaben ebenfalls mehr europäische Unabhängigkeit.
Für IRIS² wurden bisher unterschiedliche Unternehmen mit der Fertigung von Satelliten beauftragt. So soll das belgische Unternehmen Aerospacelab 264 Satelliten für die niedrige Erdumlaufbahn bauen. Die Fertigung soll 2027 anlaufen. In Charleroi errichtet Aerospacelab dafür eine eigene Fabrik mit einer jährlichen Kapazität von bis zu 500 Satelliten.
Die Frage, wie stark die deutsche Industrie von dem Projekt profitieren würde, war jedoch von Beginn an offen. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Ende 2023 eine Klärung der deutschen Beteiligung und der Wertschöpfungsanteile gefordert.
Derzeit bemühen sich EU-Mitgliedstaaten, IRIS² durch nationale Investitionen zur Deckung zusätzlicher Anforderungen zu stärken.
Spanien hat Investitionen zwischen 1,6 und 2 Milliarden Euro angekündigt, Polen und Ungarn haben jeweils dreistellige Millionenbeträge zugesagt. Weitere Beiträge von EU-Mitgliedstaaten werden derzeit geprüft und einige Vereinbarungen finalisiert.
Deutschland baut parallel zu IRIS² eigene militärische Satelliteninfrastruktur auf
Parallel zu IRIS² treibt Deutschland mit SATCOMBw 4 den Aufbau eines eigenen Satellitenkommunikationsnetzes voran. Dieses soll primär militärischen Zwecken dienen, unter nationaler Kontrolle stehen und insbesondere die NATO-Ostflanke abdecken.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kündigte im September 2025 Investitionen von insgesamt 35 Milliarden Euro bis 2030 für militärische Weltraumprojekte an. Die Mittel sollen unter anderem die Kommunikations- und Aufklärungsfähigkeiten der Bundeswehr im Weltraum stärken.
SATCOMBw 4 soll letztlich aus einer dreistelligen Zahl von Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn bestehen. Die Kosten für das Projekt werden auf 8 bis 10 Milliarden Euro geschätzt. Um den bislang noch nicht vergebenen Auftrag hat sich das Gemeinschaftsunternehmen OHB Rheinmetall Space Networks beworben.
SATCOMBw 4 könnte dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen, falls sich das EU-Projekt weiter verzögert. Langfristig ist eine enge Abstimmung mit IRIS² vorgesehen.
Die Finanzierung und technische Planung der Satelliten sind inzwischen weiter fortgeschritten. Allerdings ist noch nicht absehbar, ob sich die ehrgeizigen Zeitpläne einhalten lassen und alle Satelliten rechtzeitig gebaut und ins All gebracht werden können.
Als möglicher Engpass gelten die Raketenstarts. Europa setzt dabei unter anderem auf die Ariane 6, die bislang erst vergleichsweise wenige Flüge absolviert hat. Außerdem müssen die Startdienste für IRIS² noch organisiert werden.
Verzögerungen beim Transport ins All könnten den gesamten Zeitplan gefährden. Weitere Herausforderungen sind die gestiegenen Kosten, der Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten und die Abstimmung zwischen den beteiligten Staaten.
Zudem muss geklärt werden, welche Behörden und Dienste in Krisen bevorzugt auf die geschützten Kapazitäten zugreifen dürfen.
Protesttag in Frankreich: Französische Flagge und Flammen in Marseille. - Foto: Thibaud Moritz/AFP/dpa
Begleitet von heftigen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften sind in Frankreich am Samstag zehntausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez lagen am Mittag Zahlen vor, wonach an Kundgebungen und Protestaktionen außerhalb von Paris mehr als 32.000 Demonstrierende teilnahmen.
In mehreren Städten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen; bis zum Mittag wurden 166 Menschen festgenommen.
Zu einer Großdemonstration in Paris am Platz der Republik versammelten sich am frühen Nachmittag tausende Menschen. Einige zündeten dabei Feuerwerkskörper, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Viele Teilnehmer waren schwarz gekleidet und maskiert.
Die Polizei setzte mehrmals Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Dennoch setzte sich der Protestzug durch die Hauptstadt wenig später in Bewegung.
Angriffe auf Mediengebäude
Zuvor hatten rund hundert Demonstranten nach Polizeiangaben den Sitz des Senders CNews angegriffen, der zum Konzern des rechtsgerichteten französischen Milliardärs Vincent Bolloré gehört. 21 Menschen wurden festgenommen, die Gegenstände gegen Fenster des Gebäudes warfen. Attackiert wurde auch das Gebäude des Senders Europe 1.
Weitere 40 Menschen wurden nach Angaben der Polizei in Paris festgenommen, weil sie Schutzausrüstung oder „verbotene Waffen“ dabei hatten. Für Teile der Hauptstadt war ein Demonstrationsverbot erlassen worden. Regierungsgebäude und die Prachtstraße Champs-Elysées waren stark gesichert.
In Marseille an der Mittelmeerküste drangen mehrere dutzend Menschen in die Eingangshalle des Rathauses ein. „Es ist Revolution! Wir stürmen die Bastille“, riefen die Demonstranten, wie ein AFP-Reporter beobachtete. Wenig später wurden sie von der Polizei vertrieben.
Blockaden und Brände in Städten
In Lyon ging ein Tourismusbüro in Flammen auf, rund 40 Menschen versuchten nach Behördenangaben, den Verkehr auf einer Brücke zu blockieren. Andere versammelten sich demnach in der Nähe einer Raffinerie. Nahe der Universität trieb die Polizei rund 300 Demonstranten mit Tränengas auseinander.
Auch in anderen Städten gab es Protestaktionen. In Rennes in der Bretagne errichteten rund 20 Menschen Straßenblockaden in der Nähe eines Einkaufszentrums. In Rouen wurde ein Universitätsgebäude durch ein Feuer beschädigt. In Toulouse gelang es den Sicherheitskräften, die Blockade eines Kreisverkehrs zu verhindern.
Im Rahmen des Protesttags waren landesweit 1500 Aktionen, Demonstrationen oder Blockaden auf einer eigens dafür eingerichteten Website angekündigt, darunter Kundgebungen, Versammlungen auf Kreisverkehren, Straßensperren sowie Blockaden von Bahnhöfen, Brücken, Mautstellen, Tankstellen oder Raffinerien.
Bei „extrem schweren Ausschreitungen“ hatte Innenminister Nuñez auch den Einsatz von Blendgranaten nicht ausgeschlossen. Dies war nach schweren Zwischenfällen bei den Schülerprotesten zuletzt ausgesetzt worden.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Freitag zu Besonnenheit aufgerufen. Das Recht zu demonstrieren müsse mit Respekt einhergehen – ohne zu „beleidigen“ oder zu „randalieren“, sagte er beim EU-Gipfel in Brüssel. (afp/red)